Uraufführung „Undine“ als Art-Musical am Schauspiel Chemnitz

© Stefan Keller auf Pixabay

Zahlreiche Mythen ranken sich um die Wassernixe Undine, die sich nichts sehnlicher wünscht als eine Seele, wie Menschen sie haben. Ebenso zahlreiche Dichter und Komponisten haben sich dieses betörenden wie rätselhaften Wesens angenommen und Werke von tragischer Schönheit geschaffen, unter anderem Friedrich de la Motte Fouqué, Hans Christian Andersen, Oscar Wilde, E. T. A. Hoffmann, Albert Lortzing, Maurice Ravel, Claude Debussy oder Hans Werner Henze.

Auch Schauspieldirektor Carsten Knödler ist von dem Stoff fasziniert und schuf zusammen mit dem Komponisten Steffan Claußner das Art-Musical „Undine“, dessen Uraufführung am 16. Oktober 2021, 19.30 Uhr im Schauspielhaus Chemnitz gefeiert wird. Eng an Friedrich de la Mottes Märchennovelle angelehnt, ließen sie sich von der Tiefe, Leidenschaft und Kompromisslosigkeit der Figur zu einer Hymne an die Urkraft der Natur inspirieren, die durch die menschliche Hybris mehr denn je in Frage gestellt und bedroht wird.

In der Inszenierung von Carsten Knödler gemeinsam mit seinem Team Stefan Morgenstern (Bühnenbild), Ricarda Knödler (Kostümbild), Michael Ihnow (Choreografie) und Bernd Sikora (Musikalische Leitung) stellen sich erstmals die neuen Mitglieder des Schauspielensembles Vera-Cosima Gutmann und Clemens Kersten in den Hauptrollen sowie Sven Zinkan als Pater vor.

Für die Premiere sind noch Restkarten unter Tel. 0371 4000-430 und theater-chemnitz.de erhältlich. Die nächsten Vorstellungen sind am 23. und 31. Oktober 2021.


Undine

Art-Musical

Von: Carsten Knödler und Steffan Claußner

Premiere/Uraufführung am Theater Chemnitz: 16. Oktober 21 (Schauspielhaus)
Weitere Vorstellungen: 23.10., 19.30 Uhr / 31.10., 18.00 Uhr / 03.11., 19.30 Uhr / 16.11., 19.30 Uhr

Regie: Carsten Knödler
Musikalische Leitung: Bernd Sikora
Choreografie: Michael Ihnow
Bühne: Stefan Morgenstern
Kostüme: Ricarda Knödler

Es spielen:
Vera-Cosmia Gutmann (Undine), Clemens Kersten (Ritter Huldbrand), Dirk Glodde (Kühleborn), Andreas Manz-Kozár (Fischer), Susanne Stein (Fischerin), Magda Decker (Bertalda), Marko Bullack (Herzog), Sven Zinkan (Pater Heilmann), Magda Decker, Lisanne Hirzel, Ulrike Euen, Andrea Zwicky, Marko Bullack, Sven Zinkan, Alexander Ganz-Kuhl (Wasserwesen, Waldgeister, Hofgesellschaft)

Musik / Band:
Bernd Sikora (Piano), Jens Gagelmann (Marimbaphon / Percussion), Petr Krupa (Viola), Arnim Kosensky (Klarinette / Bassklarinette / Saxophon), Tobias Brunn (Bass), Gregor Kuhn (Posaune)

Zur Inszenierung:

Die Liebe ist eine Naturgewalt – sie ist unmittelbar und absolut, archaisch und kompromisslos und sie kennt keine Gnade. Manchmal ist sie wie ein reißender Strom, der einen mit sich zerrt und im Zweifel nicht mehr auftauchen lässt. Die Liebe ist aber auch ein tiefes und sanftes Meer, das einen umwogt und trägt. In jedem Fall ist sie ein abenteuerliches und zugleich sehnsuchtsvolles Gewässer – so wie Undine. Carsten Knödler bearbeitete die 1811 erschienene Märchennovelle von Friedrich de la Motte Fouqué für die Chemnitzer Bühne. Und es ist bemerkenswert, wie sehr dieser Stoff in die heutige Zeit ragt, denn auf spielerische Weise führt er uns die menschliche Hybris vor Augen, welch weitreichende Konsequenzen es hat, sich die Natur zum Untertanen zu machen. Darüber hinaus sind Fragen nach dem wahren Wesen der Liebe, nach Beständigkeit in unbeständigen Zeiten ebenso leitend wie die Auseinandersetzung mit dem „Fremden“ und der eigenen Identität.

Zum Inhalt:

Undine ist kein Menschenkind, sondern die Tochter eines Wassergeistes. Sie könnte alle Reichtümer haben, doch was ihr fehlt, ist eine Seele. Die bekommt sie nur, wenn ein Mensch sie liebt und heiratet. Und so wird sie armen Fischersleuten, die ihre eigene Tochter verloren haben, zugespült. Auf einer abgelegenen Landzunge, fernab der Stadt, wächst Undine auf. Eines Tages verirrt sich der Ritter Huldbrand von Ringstätten zu den Fischersleuten. Er ist fasziniert von ihr und auch Undine fragt sich, wo dieser Mann ihr ganzes Leben lang gesteckt hat. Sie heiraten und leben fortan glücklich und zufrieden auf der abgelegenen Landzunge. Doch die abgeschiedene kleine Insel des Glücks wird irgendwann zu eng. Das junge Paar zieht in die Stadt. Aber mit dem Einzug in die Zivilisation beginnen auch die Probleme: In der Stadt wartet Bertalda sehnsüchtig auf Huldbrands Rückkehr, denn bevor dieser Undine traf, stand sie in seiner Gunst. Undine freundet sich mit der jungen Frau an und gemeinsam ziehen sie auf die Ritterburg. Für die Dreiecksbeziehung gibt es jedoch eine wichtige Regel: Huldbrand darf auf keinen Fall Verrat an Undine begehen. Und er darf sich auf dem Wasser niemals mit ihr streiten, sonst wandelt sich die Liebe von einem sanft wiegenden Gewässer zu einem reißenden und vernichtenden Strom.

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