Uraufführung der spartenübergreifenden Produktion »und wenn ich von der zeit spreche« am 28. Januar 23 am Theater Münster

Stadtheater Münster bei Nacht mit Martinikirche (Foto: Presseamt Münster/Münsterview/Tronquet)

Welche Welt hinterlassen wir denen, die nach uns kommen? Diese Frage stellt sich das Theater Münster in Schauspiel, Musiktheater und Tanz in der laufenden Spielzeit und hat den Dramatiker Thomas Köck beauftragt, für ein großes spartenübergreifendes Projekt ein Stück dazu zu schreiben:

in tausenden von jahren, in einer vermutlich weiteren, unvorstellbar düsteren epoche dieses planeten, wird ein chor in die vergangenheit geschickt mit dem auftrag, festzustellen, was eigentlich damals in der vergangenheit schiefgegangen ist. denn in der zukunft sieht es eben auch schon wieder nicht wahnsinnig gut aus und irgendwo muss das alles ja seinen anfang genommen haben. also stattet man den chor gut aus, klopft ihm auf die schultern und bittet ihn, die menschen in der vergangenheit, in den 2020er jahren, zu warnen, dass ihre ganze verfassung auf eine wirklich düstere, unerträgliche zukunft zusteuert. aber zwischen streamingdiensten, immobilienkrisen, einsamkeit, durchindividualisierter wettbewerbsgesellschaft, hitzewellen, wasserknappheit usw. usf. hört natürlich niemand die kassandrarufe so eines prophetischen chors, der umgekehrt langsam, aber sicher zerfällt, denn einige werden influencer, andere vermarkten ihre kassandrarufe auf tiktok, ein paar machen theater, bis der traurige letzte rest im angesicht der apokalypse feststellt, dass die eigentliche krankheit das individuelle wachstum ist, das keine verantwortung, kein historisches bewusstsein für kommende generationen besitzt.

Thomas Köck

Thomas Köck wurde für seine Theatertexte mehrfach ausgezeichnet, u.a. 2018 mit dem Literaturpreis »Text & Sprache« des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft sowie 2018 und 2019 mit dem Mülheimer Dramatikerpreis, zuletzt auch mit dem Publikumspreis der Mülheimer Theatertage NRW.


und wenn ich von der zeit spreche

spreche ich von der zeit
die schon nicht mehr ist
(am ende des rollfelds)
Thomas Köck

Premiere/Uraufführung: 28. Januar 23 (Großes Haus)
Auftragswerk des Theater Münster

Eine spartenübergreifende Produktion von Schauspiel, Musiktheater und Tanz

Regie: Mareike Mikat
Musik: Enik
Musikalische Leitung: Boris Cepeda
Choreografie: Judith Sánchez Ruíz
Bühne & Kostüme: Thea Hoffmann-Axthelm
Chorleitung: Anton Tremmel
Dramaturgie: Remsi Al Khalisi, Katharina Kost-Tolmein
Künstlerische Mitarbeit Tanz: Lillian Stillwell

Besetzung:

Es singt etc.: Maria Christina Tsiakourma
Es spielen etc.: Rose Lohmann, Nadine Quittner, Ilja Harjes, Pascal Riedel, Christian Bo Salle, Ansgar Sauren
Es tanzen etc.: Amanda Cruz Portuondo, Yoh Ebihara, Hana Kato, Bartlomiej Kowalczyk, Juan Fernando Morales Londoño, Hera Norin, Enrique Sáez Martínez, Giorgia Scisciola, Aline Serrano, Nadja Simchen, Jack Widdowson, Lukas Bisculm, Maren Sauer

Damen Opernchor des Theater Münster
Sinfonieorchester Münster
Schüler*innen des Gymnasium Paulinum

Gefördert im Rahmen von Neue Wege vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen in Zusammenarbeit mit dem KULTURsekretariat

Weitere Vorstellungstermine:
Do. 02.02.2023, 19.30 / Fr. 10.02.2023, 19.30 / So. 19.02.2023, 18.00 / Mi. 15.03.2023, 19.30 / Sa. 18.03.2023, 19.30 / Di. 04.04.2023, 19.30 / So. 09.04.2023, 18.00 Uhr

theater-muenster.com