Und jetzt … Beethoven? Stille Post mit Igudesman & Joo von Oslo über Bonn nach Wien

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„Oh Freunde – nicht diese Töne?“ Oder doch? Was wäre, wenn Beethoven aufwachte und hörte, was die Menschen heute mit seiner Musik treiben? Würde er seine Neunte zitieren oder sich im Grabe umdrehen? Diese Fragen stellen sich Igudesman & Joo Anfang Januar zur Eröffnung des Beethovenjahres gemeinsam mit dem Oslo Philharmonic Orchestra (dem Orchester, das Mariss Jansons prägte). Noch vor dem Amtsantritt Klaus Mälkälas werden zwischenzeitlich Igudesman & Joo die Leitung des norwegischen Klangkörpers übernehmen, in dessen Auftrag das Duo Variationen zu Beethoven geschrieben hat. Die werden dann im Mai mit demBeethoven Orchester Bonnunter der Leitung von Dirk Kaftan in Bonn wieder aufgeführt und weltweit übertragen.

Igudesman & Joo, ein Koreaner und ein Russe, die während ihrer Zeit an der Londoner Menuhin Schule zum Duo wurden und nun in Wien leben, sind in verschiedensten Idiomen zu Hause. Sie übersetzen virtuos: Diesmal wird Beethovens Für Elise zu For a Lease, Beethovens 9. Symphonie erlebt in Joyful Variations Interpretationen, die durch verschiedene Klangsprachen aus neun Ländern, von Bonn rund um die Welt bis in die USA und wieder zurück nach Bonn, geprägt sind. In Beatz Oven reichern die beiden Musiker den langsamen Satz aus Beethovens Siebter mit ein paar Grooves an und machen ihn zur funkigen Dancefloor-Nummer. Durchaus tanzbar ist auch Beethoven Takes Five, in dem Beethovens wohl berühmtestes 4-Ton-Motiv in einen Fünfer-Takt übertragen wird.

Und hatte Beethoven wirklich keinen Humor?! They Call me Ludwig nimmt genau diese Perspektive des Komponisten auf (die Schippe), nach der das Leben sowieso miserabel scheint. Freeze, Mr. Beethoven! sieht durch die Brille des Mahlers Gustav Klimt, der versuchte, Beethovens Neunte in Bilder zu übertragen. Ähnlich wie bei „Stille Post“ werden Igudesman & Joo die Bilderreihe wieder in Musik umwandeln – für das Publikum stellt sich indes die spannende Frage, wie viel der Originalmusik wohl noch herauszuhören ist.

Aleksey Igudesman und Hyung-ki Joo sind exzellente Musiker mit solider Substanz: „Wohlgemerkt: Je mehr man sich auskennt in der Musik, desto größer das Vergnügen am infernalischen Witz von Igudesman & Joo.“ (Süddeutsche Zeitung) Dabei agieren sie jedoch nicht elitär, sondern vermittelnd. Die humorfreie Steifheit des Konzertrituals durchbrechen die beiden mit Kreativität, in der sie die ‚Rettung der Welt‘ sehen.“ Süddeutsche Zeitung

Zu Ihrem Programm die Rettung der Welt haben Igudesman & Joo eine schriftliche Anleitung verfasst, die unter dem Titel Rette die Welt im Oktober bei edition a erschienen ist.

Termine im Überblick:

02. Dezember, 19.30 Uhr, Wien, Konzerthaus: Die Rettung der Welt
04. Dezember, 20.00 Uhr, Erlangen, Heinrich-Lades-Halle: Die Rettung der Welt
28. Dezember, 20.00 Uhr, Köln, Philharmonie: Die Rettung der Welt
07., 08. & 09. Januar 2020, Oslo, UA: Beethoven’s Nightmare, Oslo Philharmonic Orchestra
10. Januar 2020, Lillehammer: Beethoven’s Nightmare, Oslo Philharmonic Orchestra
30. Januar 2020, Mainz, Frankfurter Hof: Die Rettung der Welt
18. April 2020, 19.30 Uhr, Linz, Brucknerhaus: Die Rettung der Welt
25. April 2020, 12.00 Uhr, Hamburg, Elbphilharmonie: Die Rettung der Welt
15. Mai 2020, 21.45 Uhr, Bonn, WDR Live Open Air, Bonner Hofgartenwiese: Beethoven´s Nightmare, Beethoven Orchester Bonn, Dirk Kaftan, Dirigent
27. Juni 2020 Kissinger Sommer, Bad Neustadt a.d. Saale, Stadthalle: And Now Beethoven

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beethoven-orchester.de