TV-Tipps arte:


Mittwoch, 12.12. / 05:00 Uhr / Splash! 2017: Travis Scott & Nas & Marteria
Musik, Deutschland, 2017, ZDF, 60 Min.
Online verfügbar von 12/12 bis 11/01

Das Splash! feiert 2017 ein besonderes Jubiläum – das 20-jährige Bestehen des größten Hip-Hop-Festivals Deutschlands. Das Splash! 20 lädt namhafte nationale und internationale Hip-Hop-Größen auf die Bühnen des Tagebau-Freilichtmuseums Ferropolis. Zum Line-up zählen Mac Miller, Travis Scott, Marteria, Rin, LGoony, Kool Savas, K.I.Z., Megaloh & Friends, Genetikk, Sido, Rae Sremmurd, RAF Camora & Bonez MC. ARTE zeigt ein einstündiges Highlight-Konzert

In Sachsen-Anhalt, genauer in Ferropolis, der „Stadt aus Eisen“, wird jedes Jahr das Splash! veranstaltet. Und das größte Hip-Hop-Festival Deutschlands darf 2017 ein besonderes Jubiläum feiern – sein 20-jähriges Bestehen. Auch das Splash! 20 lädt namhafte nationale und internationale Hip-Hop-Größen auf die Bühnen des Freilichtmuseums. ARTE ist wie gewohnt live vor Ort und bringt das Festival-Feeling nach Hause. ARTE zeigt ein einstündiges Highlight-Konzert mit unter anderem: Mac Miller, Travis Scott, Marteria, Rin, LGoony, Kool Savas, K.I.Z., Megaloh & Friends, Genetikk, Sido, Rae Sremmurd, RAF Camora & Bonez MC.

Mittwoch, 12.12. / 06:10 Uhr / Klimpern mit Anna ~ Meine erste Note im Violin-Schlüssel
Kindersendung, Frankreich, 2013, ARTE, 14 Min.
Regie: Philippe Le Dem
Online verfügbar von 12/12 bis 19/12

Eddy liebt Musik, hat aber im Prinzip keine Ahnung, wie man Musik macht, geschweige denn, was Musik überhaupt ist. Deshalb beschließt er, Musikunterricht zu nehmen – und zwar bei der erfahrenen Klavierlehrerin Anna. Die Serie eröffnet Kindern spielerisch die nicht immer leicht zugängliche Welt der Musik: Welche Instrumente gibt es? Welche Rolle spielten sie in der Geschichte? Und welche Berufe und Musikrichtungen gibt es? Die amüsante Kindersendung führt die Zuschauer in kleinen Schritten und mit viel Humor an die Musiklehre heran.

Die zwei sympathischen Hauptfiguren – die erfahrene Musiklehrerin Anna und ihr völlig unbedarfter Schüler Eddy – vermitteln Kindern mit viel Leichtigkeit und Humor erste musikalische Grundkenntnisse. Darüber hinaus unternimmt die Sendung einen spielerischen Streifzug durch das weite Feld der Musik, so dass die Zuschauer verschiedene Instrumente und Berufe in der Musik kennenlernen.

Zusatzinfo: Nach einer klassischen Klavierausbildung am Pariser Konservatorium studierte Anna-Zofia Borowiec Musikpädagogik und erforscht seitdem immer wieder neue Wege der Musikvermittlung. Auf ihrer 2012 von der Académie Charles Cros ausgezeichneten Doppel-CD „Pianotine“ spielte sie selbst komponierte Neuinterpretationen bekannter Kinderstücke ein. Seit mehr als 15 Jahren unterrichtet Anna-Zofia Borowiec Kinder und Erwachsene im Fach Klavier.

Mittwoch, 12.12. / 06:25 Uhr / Klimpern mit Anna: C und D im Violin-Schlüssel
Kindersendung, Frankreich, 2013, ARTE, 15 Min.
Regie: Philippe Le Dem
Online verfügbar von 12/12 bis 19/12

Eddy liebt Musik, hat aber im Prinzip keine Ahnung, wie man Musik macht, geschweige denn, was Musik überhaupt ist. Deshalb beschließt er, Musikunterricht zu nehmen – und zwar bei der erfahrenen Klavierlehrerin Anna. Die Serie eröffnet Kindern spielerisch die nicht immer leicht zugängliche Welt der Musik: Welche Instrumente gibt es? Welche Rolle spielten sie in der Geschichte? Und welche Berufe und Musikrichtungen gibt es? Die amüsante Kindersendung führt die Zuschauer in kleinen Schritten und mit viel Humor an die Musiklehre heran.

Die zwei sympathischen Hauptfiguren – die erfahrene Musiklehrerin Anna und ihr völlig unbedarfter Schüler Eddy – vermitteln Kindern mit viel Leichtigkeit und Humor erste musikalische Grundkenntnisse. Darüber hinaus unternimmt die Sendung einen spielerischen Streifzug durch das weite Feld der Musik, so dass die Zuschauer verschiedene Instrumente und Berufe in der Musik kennenlernen.

Zusatzinfo:
Nach einer klassischen Klavierausbildung am Pariser Konservatorium studierte Anna-Zofia Borowiec Musikpädagogik und erforscht seitdem immer wieder neue Wege der Musikvermittlung. Auf ihrer 2012 von der Académie Charles Cros ausgezeichneten Doppel-CD „Pianotine“ spielte sie selbst komponierte Neuinterpretationen bekannter Kinderstücke ein. Seit mehr als 15 Jahren unterrichtet Anna-Zofia Borowiec Kinder und Erwachsene im Fach Klavier.

Freitag, 14.12. / 21:45 Uhr / Abba, Bee Gees, Carpenters ~ Das Abc der Rock-Tabus
Dokumentation, Frankreich, 2016, ARTE F, 53 Min.
Regie: Nicolas Maupied
Online verfügbar von 14/12 bis 13/01

Was haben Abba, die Bee Gees und die Carpenters gemeinsam? Mehr als 800 Millionen verkaufte Alben, Hits am laufenden Band. Trotzdem schrieb die Musikpresse anfangs abfällig über sie: Im Vergleich zum Rock galt ihr Sound als zu glatt, ihre Outfits als uncool. 40 Jahre später sind sie gefeierte Superstars. Die zweiteilige, wie ein Vorher-Nachher-Bericht aufgebaute Dokumentation erzählt die Geschichte dreier Bands, die zunächst für ihre Musik und ihre Auftritte verachtet wurden, doch heute, Jahrzehnte später, mehr als Kult sind.

Abba, Bee Gees und Carpenters: In den 70er Jahren beherrschten die drei Bands weltweit die Musikcharts. Doch die Popmelodien dieser Beatles-Nachfolger galten als altmodisch, opportunistisch und zu kommerziell, denn sie entsprachen nicht dem, was die damaligen Kritiker unter guter Musik verstanden. Wer Rock mochte, konnte unmöglich Abba mögen. Abba, Bee Gees und Carpenters legten in den 70er Jahren ähnliche Karrieren hin. Während Led Zeppelin und die Stones als Maßstab gehandelt wurden, die für Sex, Drugs and Rock ’n‘ Roll standen, produzierten die drei Bands einen populären Hit nach dem anderen. Ihr einziges Ziel bestand darin, Pop zu machen, und das zu einer Zeit, in der Protest und Gegenkultur quasi zum guten Ton gehörten. Ihr „braves“ Image und der aus der Sicht der Kritiker glatte Kitsch ihrer Musik machten die drei Bands zur Zielscheibe. Die Dokumentation beleuchtet die vergleichbare Bandgeschichte der drei Gruppen. Sie zeigt Gemeinsamkeiten auf, und erzählt von deren unglaublichem Aufstieg und unvermeidlichem Absturz. Dass es damals vor allem in intellektuellen Kreisen verpönt war, sich als Fan einer der drei Formationen zu outen, zeugt von einem Kapitel in der Rockgeschichte, in dem verkannt wurde, welches Potenzial in den Bands steckt.

Freitag, 14.12. / 22:40 Uhr / Abba, Bee Gees, Carpenters ~ Das Abc der Rockjuwelen
Dokumentation, Frankreich, 2016, ARTE F, 52 Min.
Regie: Nicolas Maupied
Online verfügbar von 14/12 bis 13/01

Nur Easy-Listening? Lange für das geschmäht, was sie populär gemacht hat, sind Abba, die Bee Gees und die Carpenters mittlerweile nicht nur rehabilitiert – sie werden gefeiert. Der zweite Teil der Dokumentation zeigt, wie diese Künstler, die man Anfang der 80er Jahre noch ganz unten wähnte, jeder auf seine Art in den letzten Jahrzehnten zurück zu Aufmerksamkeit und Anerkennung gefunden haben.

Abba, die Bee Gees und die Carpenters standen in den 80er Jahren für ihren Weichspüler-Pop in der Kritik. Doch in den 90er kehre jede der drei Bands in einem zweiten Anlauf ins Rampenlicht zurück. Für Abba kam der Neuanfang 1992, als ein Musical mit den Songs der Gruppe weltweit eine regelrechte Abbamania auslöste. Auf der Website der schwedischen Hauptstadt Stockholm wird dem Touristen inzwischen nicht nur das Nobel-Museum, das Königsschloss oder der Vergnügungspark Gröna Lund ans Herz gelegt, sondern auch das Abba-Museum. Das 2013 eröffnete Museum ist ein voller Erfolg. Etwa 350.000 Besucher wandeln hier jährlich auf den Spuren der Geschichte einer Gruppe, die mittlerweile zum nationalen Kulturgut des Landes gehört. Die Bee Gees hatten ihre Discophase längst hinter sich, als Publikum und Nachahmer ihre Vor-Discozeit und viele ihrer Stücke wiederentdeckten. Seit 20 Jahren haben die Bee Gees, Abba und die Carpenters überall auf der Welt unzählige Tribute Bands hervorgebracht, die ihre Stücke auf der Bühne covern. Die einflussreichste der drei Gruppen sind wohl die Carpenters – obwohl sie seinerzeit als antiquiert abgetan wurden. Die Dokumentation beleuchtet den tragischen Tod von Karen Carpenter, die 1983 infolge ihrer langjährigen Magersucht starb. Erst spät erkannten die Kritiker die tiefgründige Emotionalität ihrer ruhigen, weichen Stimme. Todd Haynes Film „Superstar: The Karen Carpenter Story“, der die Geschichte der Carpenters mit Barbiepuppen nachstellt, machte die Carpenters endgültig zur Kultband. 1994 versammelt sich alles um Sonic Youth, was in der internationalen Alternative-Szene Rang und Namen hat, um eine Platte zu Ehren der Carpenters aufzunehmen – darunter die Amerikaner Grant Lee Buffalo und Redd Kross, die Iren The Cranberries und das japanische Punk-Trio Shonen Knife. Das Album erscheint unter dem Titel „If I Were A Carpenter“. Lange für das geschmäht, was sie populär gemacht hat, sind Abba, die Bee Gees und die Carpenters mittlerweile nicht nur rehabilitiert – sie werden gefeiert.

Freitag, 14.12. / 23:35 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F, 42 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Journalist: David Combe, Jean-Marc Barbieux
Online verfügbar von 14/12 bis 12/02
Erstausstrahlung

Freitag, 14.12. / 00:15 Uhr / Justice in Concert ~ Woman Worldwide, Paris 2017
Musik, Frankreich, 2017, ARTE F, 58 Min.
Regie: Sebastien Lefebvre
Online verfügbar von 14/12 bis 13/01
Erstausstrahlung

14. Oktober 2017: Zehn Jahre nach ihrem ersten Album stehen Justice mit ihrer „Woman Worldwide“-Show auf der Bühne der Pariser AccorHotels Arena. Genauso lang her ist auch das historische Konzert von Daft Punk in genau diesem Konzertsaal, der damals noch Bercy hieß. Das französische Duo Justice setzt sich aus den DJs Gaspard Augé und Xavier de Rosnay zusammen und zählt zu den internationalen Ikonen der elektroaffinen jungen Generation, für die Rhythmen wichtiger sind als Lyrics. In der Elektro-Szene gilt Justice als die Referenz für den „French Touch 2.0“. Alle drei bisherigen Alben erschienen bei dem französischen Label Ed Banger Records: das titellose Album mit dem Neonkreuz als Logo der Band 2007, gefolgt vom programmgebenden „Audio, Video, Disco“ 2011 und dem sinnlichen „Woman“ 2016. Die Szenografie der jüngsten Welttournee, für die auch dieses Mal wieder Vincent Lérisson verantwortlich zeichnete, brach mit bisherigen Codes, angefangen mit den aus Marshall-Verstärkern gebildeten vier LED-Wänden im Vordergrund. Die Show der beiden DJs von Justice lief ohne Unterbrechung und mischte Elemente aus Elektro, Metal, R ’n‘ B und Pop. Hits aus ihrem Repertoire wie „D.A.N.C.E.“, „Fire“, „Stress“ und natürlich dem unumgänglichen originellen Remix von „We Are Your Friends“ durften natürlich nicht fehlen. Für dieses Konzert verwandelte sich die riesige Arena in einen Club und entpuppte sich auch für Nicht-Insider als ideale Location, um in die Elektro-Szene einzutauchen.


Sonntag, 16.12. (3. Advent) / 05:00 Uhr / Abgedreht! John Lennon
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F 35 Min.
Online verfügbar von 16/12 bis 15/01

(1): Story: Lennons Jugend
(2): Story: Lennon – Porträt
(3): Ikone: „Imagine“
(4): Rare Perle: Lennon im Interview

(1): Story: Lennons Jugend
John Lennon kam im Oktober 1940 in der von deutschen Bombern zerstörten Stadt Liverpool zur Welt. Das Haus seiner Kindheit ist heute eine Pilgerstätte für Beatles-Fans. Auch die Stadt lebt weiter im Rhythmus der Pilzköpfe, die hier ihre Karriere starteten.

(2): Story: Lennon – Porträt
Lennon war ein Genie, das im Zeitraffer lebte, komponierte und Rockgeschichte schrieb. Von 1963 bis 1980 prägte der wildeste Beatle den faszinierenden Soundtrack einer Epoche.

(3): Ikone: „Imagine“
1971 brachte Lennon sein zweites Soloalbum heraus. Die Fangemeinde war gespannt: Hatte der Ex-Beatle das Zeug für eine zweite Karriere, oder war er zu sehr von den Bed-ins mit Yoko Ono vereinnahmt? Lennons Antwort wurde zum Welthit: „Imagine“. Rückblick auf den Jahrhundertsong.

(4): Rare Perle: Lennon im Interview
Im Juni 1975 wurde Lennon von dem französischen Journalisten Jean François Vallée in seiner New Yorker Wohnung interviewt. In Anzug und Cowboystiefeln gab der 34-Jährige einen äußerst schlagfertigen Gesprächspartner.

Sonntag, 16.12.(3. Advent) / 06:00 Uhr / The Art of Museums (3/8): (3): Das Kunsthistorische Museum, Wien
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2018, ZDF 52 Min.
Fernsehregie: Kurt Mayer
Wiederholung vom 09.12.

Sonntag, 16.12.(3. Advent) / 13:35 Uhr / Looking for Picasso
Dokumentarfilm, Frankreich, 2013, ARTE F 110 Min.
Regie: Hugues Nancy
Online verfügbar von 16/12 bis 23/12

Zeit seines Lebens hat Picasso nur einen kleinen Teil seines Werks der Öffentlichkeit preisgegeben. 1973 starb mit Pablo Picasso eines der größten Künstlergenies des 20. Jahrhunderts. Danach begann in den elf Domizilen des Malers die Bestandsaufnahme eines unglaublichen Nachlasses: Über 50.000 Werke wurden entdeckt, darunter Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen und Keramikarbeiten. Die Inventur dauerte drei Jahre. Das immense Œuvre, das dabei ans Licht kam, entpuppte sich als ganz persönliches und intimes Logbuch des Künstlers. Die Frauen in seinem Leben, sein politisches Engagement, die Freundschaften und Verluste sind in Form von Tausenden Werken festgehalten. Der Dokumentarfilm ist eine Bestandsaufnahme von Picassos Leben anhand seines Erbes.

Seine Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen lesen sich wie ein Tagebuch, das den Betrachter Seite für Seite seinem Geheimnis näher bringt. Dieses Tagebuch hat Picasso im April 1973 als Erbe hinterlassen. Ausgehend von seinem Nachlass und der komplexen Erbschaftsgeschichte geht die Dokumentation auf Spurensuche und beleuchtet so das Leben Picassos und die Entstehungsgeschichte seines Werks aus neuer Perspektive. Das von Konflikten begleitete Begräbnis des Malers spiegelte das komplexe Gefüge einer Familie wider, die aus seinen wechselnden Liebschaften entstanden ist. In einer Nacht- und Nebelaktion wurde die sterbliche Hülle Picassos von Mougins nach Vauvenargues gebracht, ein Schloss am Ausläufer des Sainte-Victoire, dem Berg, den Cézanne so sehr liebte. Kompromisslos organisierte Jacqueline, Picassos letzte Frau, sein Begräbnis unter Ausschluss der Öffentlichkeit und vor allem ohne Maya, Claude und Paloma, die drei unehelichen Picasso-Kinder, denen sie den Zugang zum Schloss verwehrte. Das Erbe, das Picasso der Nachwelt hinterlässt, ist enorm: Es handelt sich laut des von Maurice Rheims erstellten Inventars um 1.885 Gemälde, 1.228 Skulpturen, 2.800 Keramiken sowie jeweils mehrere Tausend Radierungen, Lithographien und Zeichnungen. An den Staat gingen 20 Prozent einer auf etwa 1,3 Milliarden Francs geschätzten Erbschaft. Dann begann die Aufteilung innerhalb der Familie: An Jacqueline Picasso, die letzte Gattin des Malers, sowie an Picasso-Sohn Paulo beziehungsweise dessen Kinder Bernard und Marina geht der Löwenanteil der gigantischen Erbschaft. Maya, Claude und Paloma teilen unter sich die Hälfte des Anteils auf, der an den älteren Bruder gegangen wäre. Als Pablo Picasso 1973 stirbt, hat er mehr als 70 Jahre in Frankreich gelebt, aber es gibt kaum ein Gemälde von ihm in den staatlichen Museen des Landes. Im Pariser Picasso-Museum, das 1985 seine Pforten öffnet, sind schließlich auch einige der Werke zu sehen, die erst nach dem Tod des Meisters entdeckt wurden. Verborgene Seiten aus seinem Privatleben offenbarten Frauenporträts und Bilder seiner ehelichen oder auch unehelichen Kinder. Schilderungen von Menschen aus Picassos Umfeld, Aufnahmen aus dem Familienarchiv und bisher unveröffentlichte Filmdokumente lassen das Porträt eines unbekannten Picasso entstehen und geben tiefe Einblicke in sein mannigfaltiges Lebenswerk.

Sonntag, 16.12.(3. Advent) / 15:25 Uhr / The Art of Museums (4/8): Das Rijksmuseum, Amsterdam
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2018, ZDF 52 Min.
Regie: Julie Kirchhoff, Barbara Weissenbeck
Online verfügbar von 16/12 bis 23/12
Erstausstrahlung

„The Art of Museums“ zeigt acht bedeutende Museen aus acht verschiedenen Ländern und ihre bedeutendsten Werke, deren Faszination von prominenten Kunstliebhabern wie Vivienne Westwood, Sasha Waltz, Wolfgang Joop und Karl Ove Knausgård erklärt werden. Das Rijksmuseum in Amsterdam ist das kulturelle Herz der Niederlande, seine Kunstwerke zeigen den ganzen Stolz des Landes auf das goldene Zeitalter seiner Malerei. Diese Folge zeigt, wie stark das Museum die niederländische Identität mitgeprägt hat.

Das Rijksmuseum in Amsterdam ist Touristenmagnet und kulturelles Herz der Niederlande zugleich: Die Kunstwerke des Museums zeigen den ganzen Stolz des Landes auf das goldene Zeitalter seiner Malerei. Der Film zeigt, wie die Gründung des Rijksmuseum die nationale Identität der Niederlande festigen sollte, und wie sehr das Museum das kulturelle Selbstverständnis des Landes bis heute prägt.

Die Sammlung des Rijksmuseum besteht fast vollständig aus niederländischer Kunst und schafft eine ganz besondere Atmosphäre, denn statt sonst so häufiger Helden- und Schlachtengemälde werden hier Alltagsszenen aus dem niederländischen Leben, insbesondere des 17. Jahrhunderts, ausgestellt.

Erwin Olaf, einer der wichtigsten Mode- und Kunstfotografen der Niederlande, führt im Film durch das Rijksmuseum. Er erzählt emotional von der Wirkung der Meisterwerke auf ihn als Betrachter, und führt die Zuschauer zu Bildern von Jan Vermeer, Jan Asselijn und zu Publikumsmagneten wie der „Nachtwache“ von Rembrandt. Die Bedeutung des Hauses für die Niederlande fasst er kurz zusammen: „Wir haben unseren König und wir haben das Rijksmuseum. Das ist unsere nationale Identität.“ Als das Haus aufgrund von Sanierungsarbeiten von 2003 bis 2013 geschlossen blieb, machte dies den Bürgern die Bedeutung des Museums noch einmal klar. Die Wiedereröffnung kam damals einer Wiedergeburt gleich.

Der Film blickt zurück auf die bewegte Geschichte des Hauses, schaut bei Restaurierungsarbeiten an Meisterwerken zu und lässt Mitarbeiter des Hauses, Prominente und Künstler zu Wort kommen. Der englische Kunsthistoriker Matt Lodder ergänzt die Eindrücke mit Hintergrundinformationen.

Sonntag, 16.12.(3. Advent) / 16:50 Uhr / 16:50 Metropolis ~ Pristina
Magazin, Deutschland, 2018, ZDF 43 Min.
Online verfügbar von 16/12 bis 16/03

(1): Metropole: Pristina
(2): Porträt: Ebony Bones

(1): Metropole: Pristina
Hoffnung am Rande von Europa? Mitten in ihrer vielleicht schwersten Daseinskrise kündigte die Europäische Union 2018 eine neue Erweiterung an: Der Kosovo wird zum potenziellen Beitrittskandidaten – 20 Jahre nach dem Krieg und zehn Jahre nach der Unabhängigkeit. Doch Korruption, politische Krisen und Armut beherrschen das Land. „Metropolis“ streift mit der Filmemacherin Blerta Zeqiri, dem Künstler und Abgeordneten Fisnik Ismaili und der Modedesignerin YIIka Brada durch die Hauptstadt Pristina, wo die Ankündigung aus Brüssel in der Kunstszene Hoffnungen weckt.

(2): Porträt: Ebony Bones
Die Jungle-Punk-Queen mischt Englands Musikszene auf. Ebony Bones ist eine echtes Multitalent: Produzentin, Sängerin und Aktivistin. Für ihr aktuelles Album „Nephilim“ hat sie mit dem Pekinger Philharmonieorchester zusammengearbeitet. Die entstandenen Songs beschäftigen sich mit den großen Fragen der Zeit: Zensur, Rassismus, Brexit und der Zukunft Europas. „Metropolis“ besucht sie in ihrem Londoner Studio und begleitet sie durch ihren Heimatstadtteil Brixton.

Sonntag, 16.12.(3. Advent) / 17:35 Uhr / Schwerpunkt: Festtagsprogramm ~ Stille Nacht
Dokumentation, Deutschland, Österreich, 2018, BR 52 Min.
Regie: Hannes M. Schalle
Erstausstrahlung

ARTE läutet die besinnliche Zeit des Jahres mit der wohl berühmtesten Weihnachtshymne aller Zeiten ein: „Stille Nacht“. Denn das 1818 von Franz Xaver Gruber vertonte Weihnachtslied feiert in diesem Jahr seinen 200. Geburtstag. Weltweit in 300 Sprachen und Dialekte übersetzt, brachte die Hymne im Ersten Weltkrieg die deutschen und britischen Truppen dazu, im Grabenkampf einen Tag ihre Waffen niederzulegen. Bis heute ist sie an Heiligabend aus keinem Wohnzimmer wegzudenken. Der Regisseur Hannes Michael Schalle wandelt auf den 200-jährigen Spuren des herzerwärmenden Liedes und lässt dabei berühmte Künstler von ihrer eigenen Beziehung zu „Stille Nacht“ erzählen.


Das Gedicht „Stille Nacht“ von Joseph Mohr wurde 1818 von Franz Xaver Gruber vertont – in einer Zeit, die von Krieg, Hunger, Krankheit und Naturkatastrophen gezeichnet war. Nach seiner Uraufführung am Weihnachtsabend desselben Jahres machte das Lied eine Reise über Tirol, Berlin und Hamburg in die USA und später um die ganze Welt.

Das Lied wurde bis heute in über 300 Sprachen und Dialekte übersetzt und schlägt damit Brücken zwischen den Kontinenten. „Stille Nacht“ brachte den Grabenkampf zwischen Deutschen und Briten an Heiligabend im Ersten Weltkrieg einen Tag lang zum Stillstand. Bing Crosbys Aufnahme von „Silent Night” verkaufte sich bis heute 30 Millionen Mal und ist somit die drittmeistverkaufte Musiksingle aller Zeiten. Die UNESCO erklärte „Stille Nacht“ 2011 zum immateriellen Kulturerbe.

Der Regisseur Hannes Michael Schalle wandelt in dieser Dokumentation auf den Spuren des weltweit bekanntesten Weihnachtsliedes: Wie hat sich das Lied verbreitet? Wie machte Bing Crosby „Silent Night“ zum Welthit und welche Interpreten haben diese wunderbar einfache, aber doch so herzerwärmende Komposition bis heute schon gesungen?

Die Dokumentation bringt den Zuschauer an verschiedenste Orte weltweit. Allen voran ins winterliche Salzburg, die Geburtsstätte des Liedes, aber auch in Metropolen wie New York, London oder Berlin, die zur Weihnachtszeit in ganz besonderem Glanz erstrahlen. Immer in Begleitung von berühmten Künstlern, die von ihren persönlichen Weihnachtstraditionen, ihren Lieblingsweihnachtsliedern und natürlich ihrer Beziehung zu „Stille Nacht“ erzählen.

Sonntag, 16.12.(3. Advent) / 22:55 Uhr / The Devil’s Horn ~ Die dunkle Seite des Saxophons
Dokumentarfilm, Kanada, 2016, ZDF 81 Min.
Regie: Larry Weinstein
Online verfügbar von 16/12 bis 23/12

Von den Nazis und Kommunisten verboten, vom Papst mit einem Bann belegt: das Saxophon und seine Geschichte.

Dieses Instrument kann schmeichelnd säuseln, ebenso kraftvoll röhren und wurde damit für die einen zum Inbegriff der Musik des 20. Jahrhunderts und für andere wegen seiner Verführungskraft zu einem gefährlichen Ding, das es zu bekämpfen galt: Für sie ist das Saxophon „The Devil’s Horn“. Mitte des 19. Jahrhunderts – entwickelt von Adolphe Sax, diesem ebenso genialen wie besessenen Instrumentenbauer mit einer unglaublichen Biografie voll von Rückschlägen und Todesgefahren – trat das Saxophon innerhalb weniger Jahre seinen weltweiten Siegeszug sowohl in der klassischen Musik als auch in Unterhaltungs- und Militärkapellen an. Was vielen Komponisten und Arrangeuren so verlockend schien, war für andere aber ein Grund, das Saxophon zu verbannen: Das „wollüstige“ Instrument war bei Nazis und Kommunisten verboten, im zaristischen Russland ebenso wie im imperialistischen Japan und wurde schließlich sogar vom Papst verurteilt. In den 50er Jahren kam das Saxophon selbst in der Traumfabrik Hollywood wegen seiner „offensichtlichen Sexualität“ auf die schwarze Liste. Larry Weinstein erzählt die Geschichte des „Devil’s Horn“ von der Werkstatt des Adolphe Sax über die legendären Jazz- und Bebop-Zeiten bis zu den „geheiligten“ Konzertbühnen der klassischen Musikwelt als modernes Märchen im Mix von Doku- und Spielelementen. Mit faszinierendem Archivmaterial und bildstark inszenierten Erzählblöcken knüpft er an die Erfolge seiner vielfach preisgekrönten Filme wie „Ravel’s Brain“ (2001), „Beethoven’s Hair“ (2005) oder „The War Symphonies: Shostakovich Against Stalin“ (1997) an.

Sonntag, 16.12.(3. Advent) / 04:05 Uhr / Hundert Meisterwerke und ihre Geheimnisse: „Die Frauen von Algier in ihrem Gemach“, 1834 – Eugène Delacroix
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2013, ARTE F 26 Min.
Regie: Carlos Franklin
Online verfügbar von 16/12 bis 14/02

Im Pariser Salon des Jahres 1834 erregte Eugène Delacroix‘ Bild großes Aufsehen. Es zeigt das Innere eines Harems, in dem drei leicht bekleidete Frauen die Besucher schweigend mustern. Der Realismus der Szene irritierte das Publikum, das an die schwül-erotischen, idealisierten Darstellungen der orientalistischen Malerei gewöhnt war.

Im Gegensatz zur Tradition ließ sich Delacroix nicht von einer Erzählung oder Legende inspirieren. Er malte eine sehr reale Szene, die er in Algier gesehen hatte. Zwei Jahre zuvor begleitete der Maler eine diplomatische Mission in Nordafrika, die den Sultan von Marokko dazu bewegen sollte, sich nicht mehr in die Angelegenheiten des algerischen Territoriums einzumischen, das gerade französische Kolonie geworden war. Diese Reise faszinierte Delacroix über alle Maßen: Farben, Licht und Orte, Natur- und Stadtlandschaften, Kleidung und Schmuck – aber vor allem die Menschen. Er füllte unzählige Zeichenblöcke. Statt zum französischen Kolonialkrieg in Algerien Stellung zu nehmen, der ihn abstieß, räumte Delacroix mit der bis dahin üblichen orientalistischen Malerei auf, deren Künstler keine Ahnung vom Orient hatten.

Mittwoch, 19.12. / 20:15 Uhr / Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand
(Hundraåringen som klev ut genom fönstret och försvann)
Spielfilm, Schweden, 2013, ARD 106 Min.
Regie: Felix Herngren
Autor: Jonas Jonasson
Kamera: Göran Hallberg
Schnitt: Henrik Källberg
Musik: Matti Bye
Produktion: NICE FLX Pictures
Produzent: Malte Forssell, Felix Herngren, Henrik Jansson-Schweizer, Patrick Nebout
Drehbuch: Felix Herngren, Hans Ingemansson

Mit: Robert Gustafsson (Allan Karlsson), Iwar Wiklander (Julius), Ralph Carlsson (Polizeiinspektor), David Wiberg (Benny), Mia Skäringer (Gunilla), Koldo Losada (General Franco), Philip Rosch (Robert Oppenheimer), David Shackleton (Herbert Einstein)

Allan Karlsson regelt die Dinge gern auf seine Weise, vornehmlich mit Sprengstoff. Weil er einen Fuchs in die Luft gejagt hat, der seinen Kater totgebissen hatte, musste er ins Altersheim. Statt dort seinen 100. Geburtstag unter Senioren und Pflegefällen zu feiern, steigt er unbemerkt aus dem Fenster und begibt sich in Pantoffeln und Morgenmantel auf eine abenteuerliche Reise.

Allan Karlsson ist ein 99-jähriger Junggeselle mit einer eigentümlichen Vorliebe für Sprengstoff. Weil er einen Fuchs in die Luft jagte, der seinen geliebten Kater Molotow totgebissen hat, sperren die Behörden den greisen Bombenleger ins Altersheim. Dort herrscht aber zu seinem Leidwesen Langeweile pur. Während die Betreuer eine betuliche Zeremonie für seinen 100. Geburtstag vorbereiten, steigt der rüstige Senior heimlich aus dem Fenster und begibt sich auf eine abenteuerliche Reise.

Schon am nächsten Bahnhof gerät er gegen seinen Willen in den Besitz eines Koffers voller Geldscheine. Diese stammen aus der Beute einer martialischen Bikergang, die sich nun ebenso an seine Fersen heftet wie ein begriffsstutziger Polizeiinspektor. Glücklicherweise lernt Allan den Gelegenheitsdieb Julius, den Langzeitstudenten Benny und die Tierschützerin Gunilla kennen. Ein ums andere Mal helfen die drei ihm dabei, den grimmigen Gesellen zu entkommen.

Mindestens genauso spannend wie ihre gemeinsamen Abenteuer sind die Erzählungen aus seinem ereignisreichen Leben: Allan hat General Franco das Leben gerettet, Oppenheimer beim Bau der Atombombe den entscheidenden Tipp gegeben und im sowjetischen Gulag den debilen Zwillingsbruder von Albert Einstein kennengelernt. Sogar für den Fall der Berliner Mauer ist er verantwortlich. Seine spezielle Vorliebe für Sprengstoff spielte dabei stets eine nicht unerhebliche Rolle. Und überraschende Knalleffekte hält er auch für die Rocker bereit.

Zusatzinfo:
Felix Herngrens Literaturverfilmung ist ein Roadmovie, das durch den schwedischen Starkomiker Robert Gustafsson getragen wird. Die Komik des Films entsteht durch eine sanft gespielte Gleichgültigkeit des Hundertjährigen Allan, der sich im Altersheim langweilt und der ihm gebührenden 100. Geburtstagsfeier entflieht. „Eine liebevoll-beherzt und mit für europäische Verhältnisse erstaunlichem Aufwand inszenierte Komödie, deren reizvoll-komplexe Konstruktion aus der Buchvorlage herrührt, dem schwedischen Besteller von Jonas Jonasson.“ (Filmdienst)

Mittwoch, 19.12. / 00:15 Uhr / Die große Literatour ~ Goethes Italien
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2016, MDR 51 Min.
Regie: Markus Augé, Jonas Niewianda
Online verfügbar von 19/12 bis 19/03

„Die große Literatour“ begibt sich auf die Spuren von acht der spannendsten Reiseschriftsteller der Geschichte, folgt ihren Reisen nach und sieht die Länder aus ihren Blickwinkeln.
Eine literarische Zeitreise, die auf einzigartige Weise Vergangenheit und Gegenwart miteinander verschränkt.

„Den 3. September früh 3 Uhr stahl ich mich aus dem Carlsbad weg, man hätte mich sonst nicht fortgelassen. Man merckte wohl daß ich fort wollte.“ So lautet der erste Eintrag im Reisetagebuch des Kaufmanns Johann Philipp Möller aus Leipzig. Doch Möller heißt gar nicht Möller und ist auch kein Kaufmann. Es ist kein anderer als der gefeierte Beststellerautor Johann Wolfgang von Goethe, der sich heimlich und unter falschem Namen von seinem Kuraufenthalt in Carlsbad Richtung Italien abgesetzt hatte.

Die fluchtartige Reise hat Goethe von langer Hand geplant. Er will seinen Pflichten in Weimar als Berater des Herzogs Carl August entfliehen und Italien, von dem er schon so viel gehört und gelesen hat, endlich mit eigenen Augen sehen. Seine fast zweijährige Italienreise hält Goethe in zahlreichen Briefen an seine Freunde in Weimar fest. Später entsteht daraus die „Italienische Reise“.

Mit diesem autobiografischen Prosatext entsteht ein neuer Typus der Bildungsreise, der einflussmächtig auf das 19. Jahrhundert wirkt. Deutschlands größter Dichter hat mit seiner „Italienischen Reise“ eine Sehnsucht – insbesondere bei den Deutschen – nach Italien geweckt, die bis heute anhält. Der Film begibt sich auf die Spur Goethes anhand seines Werks und entdeckt Italien durch die Augen des Dichterfürsten.

Freitag, 21.12. / 23:10 Uhr / Joe Cocker – Mad Dog with Soul
Dokumentation, Großbritannien, 2016, ZDF 55 Min.
Regie: John Edginton
Online verfügbar von 21/12 bis 04/02

Joe Cocker wurde mit Hits wie „Unchain My Heart“ bereits zu Lebzeiten zur Legende. ARTE zeigt eine umfassende Filmbiographie, die sein bewegendes Leben Revue passieren lässt – von den wilden Anfängen in Sheffield bis zu seinen späten Jahren mit seiner Frau Pam auf einer Ranch in Colorado, wo er endlich sein Glück gefunden hatte. Seine Stimme begeisterte Millionen Menschen über fünf Jahrzehnte hinweg. Joe Cocker war mit einem unfassbaren musikalischen Talent gesegnet, doch hätte der Alkohol ihn schon frühzeitig fast zerstört.

Mit Hits wie „Unchain My Heart“, „You Are So Beautiful“ und „You Can Leave Your Hat on“ wurde Joe Cocker schon zu Lebzeiten zu einer Legende. Seine Stimme begeisterte Millionen Menschen über fünf Jahrzehnte hinweg und bewies sein unfassbares musikalisches Talent. Mitte der 1970er Jahre fiel Joe Cocker in ein tiefes Loch, aus dem er Jahre später nur mit der beharrlichen Hilfe einiger Freunde wieder herausfand. Er sagte dem Alkohol, der in fast zerstört hätte, zwar nicht ab, aber es gelang, die Sucht in Bahnen zu lenken, so dass er eine zweite Karriere starten konnte. Es folgten zahlreiche Erfolge und etliche Tourneen. Er stand mit allen Größen des Showbiz auf der Bühne, er begeisterte als erster westlicher Künstler die Massen in Ost-Berlin und Dresden mit umjubelten Konzerten, und er sang für die Queen auf dem Konzert zu ihrem 50-jährigen Thronjubiläum zusammen mit Phil Collins am Schlagzeug und Bryan May an der Gitarre.

Zusatzinfo:
Für die umfassende Filmbiographie, die Cockers bewegendes Leben Revue passieren lässt – von den wilden Anfängen in Sheffield bis zu seinen späten Jahren mit seiner Frau auf einer Ranch in Colorado – lässt der preisgekrönte Regisseur John Edginton zahlreiche Weggefährten Cockers vor die Kamera treten, von seinem Bruder und seiner Frau über Musikerkollegen bis hin zu Bewunderern wie Billy Joel. Außerdem hören die Zuschauer die Stimme Joe Cockers aus etlichen Interviews und sehen üppiges Archivmaterial und Konzertausschnitte, die zum Teil niemals zuvor gezeigt wurden.

Freitag, 21.12. / 00:05 Uhr / Sting – Konzert im Pariser Olympia
Musik, Frankreich, 2017, ARTE F 90 Min.
Regie: Alexandre Buisson
Mit: Sting
Online verfügbar von 21/12 bis 28/12

Highlights der Rockgeschichte: Am 12. und 13. April 2017 war Sting zu Gast im Pariser Olympia. Sechs Monate nach Erscheinen seines zwölften Soloalbums „57th & 9th“ interpretierte der Ex-Police-Sänger die größten Hits seiner einstigen Band von „Roxanne“ bis zu „Every Breath You Take“, präsentierte eigene Songs wie „Englishman in New York“ und zusammen mit seinem Sohn Joe eine Coverversion von „Ashes to Ashes“ in Gedenken an David Bowie.

Am 12. und 13. April 2017 spielte Sting im Pariser Olympia zwei Konzerte, die schon nach wenigen Minuten ausverkauft waren. Sechs Monate nach Erscheinen von „57th & 9th“, seinem zwölften Album seit 1985, interpretierte der Ex-Police-Sänger in der französischen Hauptstadt die größten Police-Songs sowie viele Solo-Hits.

Eine Rückkehr zu den Wurzeln des Rocks, dessen Geschichte der Sänger und Bassist aus Newcastle erst mit The Police – von 1978 bis 1983 – und später alleine fortschrieb. Begleitet wurde Sting auch diesmal von Dominic Miller, dem Gitarristen mit irisch-amerikanisch-argentinischen Wurzeln, mit dem er bereits seit 1991 zusammenarbeitet. Außerdem mit dabei waren dessen Sohn Rufus an der Gitarre sowie der amerikanische Schlagzeuger Josh Freese.

Sting begann als wasserstoffblonder Punk und Jazzfan, arbeitete im Laufe seiner Karriere mit so unterschiedlichen Künstlern wie Tina Turner, Mary J. Blige, Mylène Farmer, Charles Aznavour, Herbie Hancock, The Black Eyed Peas, dem Startenor Luciano Pavarotti, dem Dirigenten Claudio Abbado, den afrikanischen Stars Youssou N’Dour und Cheb Mami sowie seinen Landsleuten Dire Straits, Elton John, Phil Collins, Rod Stewart und Eric Clapton zusammen. Als Schauspieler war er in „Der Wüstenplanet“ (1984) von David Lynch, „Die Abenteuer des Baron Münchhausen“ (1988) von Terry Gilliam und „Bube Dame König grAS“ (1998) von Guy Ritchie zu sehen.

In Paris spielte er Police-Hits wie „Roxanne“, „Walking On The Moon“ und „Every Breath You Take“ sowie eigene Songs wie „Englishman in New York“. Außerdem präsentierte er gemeinsam mit seinem Sohn Joe den Bowie-Hit „Ashes to Ashes“ in Gedenken an den 2016 verstorbenen Künstler. Eine faszinierende Reise durch die Rockgeschichte mit einem ihrer charismatischsten Protagonisten.

Freitag, 21.12. / 01:35 Uhr / Berlin Live: Donovan
Musik, Deutschland, 2015, ZDF 60 Min.
Regie: Hannes Rossacher
Online verfügbar von 21/12 bis 20/01

Seit schier unfassbaren 50 Jahren auf der Bühne: Donovan Phillips Leitch. 1965 landet der Singer-Songwriter seinen ersten Top-Ten-Hit in Großbritannien und 2015 headlinet er die Acoustic Stage des renommierten Glastonbury-Festivals – die Show ist weit im Voraus ausverkauft.

Nach seinem 2010 veröffentlichten Album 2010 brachte er im Juni 2015 seine Single „One English Summer“ heraus – aufgenommen in Kingston, Jamaica. Wie man es von Donovan kennt, bringt er auch hier verschiedene kulturelle musikalische Einflüsse virtuos zusammen.

Für „Berlin Live“ gab er ein exklusives, intimes Konzert im Rahmen des ARTE „Summer of Peace“. Neben Hits und Hymnen darf man durchaus gespannt sein auf neues Material – „A very special evening with Donovan“ eben.


Samstag, 22.12. / 18:20 Uhr / 360° Geo Reportage: Kenia, Let’s Dance
Reportage, Deutschland, 2018, ARTE 43 Min.
Regie: Myriam Bou-Saha
Online verfügbar von 22/12 bis 21/01

Am Rande der kenianischen Metropole Nairobi existieren unzählige Slums, in denen die Ärmsten der Armen leben. Einer davon ist Kibera. Doch während andernorts Hoffnungslosigkeit das Straßenbild bestimmt, erklingen in Kibera immer häufiger die Rhythmen entfesselter Trommeln oder sogar die Klänge klassischer Musik. Seit mehr als elf Jahren werden hier ganz besondere Unterrichtsstunden gegeben. Wo man es nicht erwartet, gehört klassisches Ballett zum Alltag vieler Kinder. „360° Geo Reportage“ hat die Schüler, ihre Familien und ihre Lehrer besucht.

Die 16-jährige Elsy hat einen Traum: Mit klassischem Ballett will sie dem Elend ihres Heimatorts Kibera entkommen, der zu den größten Slums Kenias gehört. Hier lebt sie zusammen mit ihren zwei Geschwistern bei ihrer Mutter, die einen kleinen Laden betreibt. Der Alltag in Kibera ist rau, die Jugendlichen sind täglichen Gefahren wie Gewalt, Prostitution und früher Schwangerschaft ausgesetzt. Eine Zukunft, die Elsy für sich unbedingt vermeiden will. Mit acht Jahren kam sie erstmals mit Ballett in Berührung, das durch internationale Organisationen nach Kibera gebracht wurde. Die Kinder durch ein möglichst vielfältiges Programm von der Straße holen, lautete damals die Devise. Und die Resonanz war überwältigend: Nicht nur klassisches Ballett, auch einheimische Tänze, Trommelspiel, Gesang und Akrobatik stehen zur Auswahl. Seitdem feilt Elsy zusammen mit ihrer Freundin Mary fast täglich an ihrer Technik. Die Mädchen arbeiten an gemeinsamen Choreographien und bereiten mit ihrer Klasse eine Gala vor, in der Geld für eine neue Tanzschule gesammelt werden soll. Zusammen mit ihren Mitschülern will Elsy beweisen, dass Ballett nicht nur europäischen Tänzern vorbehalten sein muss. Dafür stehen den Jugendlichen sowohl einheimische, als auch internationale Lehrer zur Seite. Auch mit den Schulen anderer Slums wird zusammengearbeitet – besonders mit Mathare, deren Einwohner für ihre noch größere Gewaltbereitschaft bekannt sind. Denn eines haben sowohl die Organisatoren als auch die Schüler inzwischen erkannt: Wenn sie einen Schritt hinaus aus ihrer täglichen Misere finden wollen, müssen sie zusammenarbeiten. Die Vorbereitung zur nächsten Gala ist ein kleiner, aber wichtiger Schritt dazu.

Samstag, 22.12. / 20:15 Uhr / Sakrale Bauwerke (2/4): Vom Streben nach Höhe und Licht: Kirchen
Dokumentarfilmreihe, Frankreich, 2017, ARTE F 89 Min.
Regie: Bruno Victor-Pujebet
Online verfügbar von 22/12 bis 06/01
Erstausstrahlung

Mit der Ausbreitung des Christentums ging die Entstehung von religiösen Stätten einher, in denen der Glaube praktiziert werden konnte: Klöster und Kirchen wurden errichtet und schließlich immer höhere und größere Kathedralen. Die zweite Folge der Dokumentationsreihe „Sakrale Bauwerke“ zeichnet den steten Wandel christlicher Sakralbauten nach, von Jerusalem bis zum Mont-Saint-Michel, von Florenz bis Moskau. Immer weiter verschoben die Baumeister die Grenzen des technisch Machbaren, um mit Gebäuden, die sich zum Himmel strecken, und dem Spiel des Lichts die Macht der Kirche auszudrücken.

Drei Jahrhunderte lang wurde das frühe Christentum im Verborgenen praktiziert. Mit der allmählichen Ausbreitung der Religion wuchs schließlich auch die Zahl der Klöster und Kirchen. Bald verschoben die Baumeister die Grenzen des technisch Machbaren und errichteten immer größere himmelstürmende Kathedralen. In der bewegten Geschichte des Christentums hat sich der Stil der christlichen Sakralbauten stets gewandelt: In Jerusalem bildete die Grabeskirche als erste Gedenkstätte der neuen Religion den Mittelpunkt der christlichen Welt. Sie wurde auf dem Golgota-Hügel erbaut, der Stätte der Kreuzigung, und enthält das leere Grab Christi. In der westlichen Welt wurde mit der Abtei Mont-Saint-Michel, deren Grundmauern aus dem 8. Jahrhundert stammen, ein architektonisches Wunderwerk geschaffen, das karolingische, romanische und gotische Stilelemente vereint. In den Steinmauern der Abtei schlägt sich die gesamte Entwicklung mittelalterlichen Denkens nieder. Die Kathedrale von Chartres dagegen, die im 12. Jahrhundert in gerade einmal 30 Jahren erbaut wurde, zeichnet sich durch ihren einheitlichen Stil aus. Das wohl schönste architektonische Beispiel dieser geistigen und künstlerischen Revolution findet sich in Florenz: der Dom mit seiner gigantischen Kuppel und den weiß-grünen Marmorfassaden – eine Hommage an die großen Meister der Zeit wie Michelangelo, Donatello oder Brunelleschi. Am Roten Platz in Moskau steht die Basilius-Kathedrale für den orthodoxen Zweig des Christentums. Das Meisterwerk der orthodoxen Architektur mit seinen einzigartigen Farben und Formen hat die Revolution unbeschadet überstanden und empfängt heute erneut Gläubige zu Gottesdiensten.

Samstag, 22.12. / 21:45 Uhr / Pavarotti, ein Sänger für das Volk
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE F 52 Min.
Regie: René-Jean Bouyer
Online verfügbar von 22/12 bis 26/01

Vom Meistertenor zur Pop-Ikone: Am 6. September 2017 gedachte die Musikwelt des 10. Todestags von Luciano Pavarotti, dem populärsten aller Opern-Tenöre. Was war das Geheimnis seines Erfolgs? Wie schaffte es Pavarotti, die Oper volkstauglich zu machen? Freunde, Wegbegleiter und Kollegen des Stimmwunders aus Modena kommen zu Wort. Mit dabei: Plácido Domingo, Ruggero Raimondi und Sting.

Am 6. September 2007 verstarb Luciano Pavarotti, der wohl populärste und kommerziell erfolgreichste Tenor seiner Generation. Journalisten und Opernkollegen waren sich nach seinem Tod einig: Pavarotti hatte die Opernkunst volkstauglich gemacht. Pavarottis Karriere begann 1961 als Rodolfo in Puccinis „La Bohème“, 1972 begeisterte er das Publikum der New Yorker Met mit „Ah mes amis“, Tonios Arie in Donizettis „Regimentstochter“, indem er neun hohe Cs mühelos nacheinander zum Besten gab. Seine Fähigkeit, mit Leichtigkeit in den höchsten Tönen zu schwelgen, und ein unvergleichliches Timbre machten ihn zum Weltstar. Doch es gelang ihm, sich weit über die Welt der Opernliebhaber hinaus einen Namen zu machen. Der gefragte Tenor trat im Fernsehen auf, aber auch in Fußballstadien und in Parks, ein Tabubruch, den so mancher Opernpurist vehement kritisierte. Mit seinen Weggefährten Plácido Domingo und José Carreras bildete er „Die drei Tenöre“, die im Triumph um den Globus zogen. Sein letzter großer Auftritt bei der Eröffnung der Olympischen Winterspiele im Jahr 2006 ist im kollektiven Gedächtnis besonders tief verwurzelt. Weniger bekannt ist jedoch, dass diese Errungenschaften das Ergebnis einer durchdachten und perfekt ausgeführten Strategie waren, die aus Luciano Pavarotti eine wahre Pop-Ikone machte. Diesem verdrängten Aspekt seiner Karriere widmet sich „Pavarotti, ein Sänger für das Volk“. Der Film basiert auf Musikbeispielen, seltenen Archivaufnahmen und bisher unveröffentlichten Interviews mit Sting, Plácido Domingo, Zubin Mehta und Ruggero Raimondi, mit Pavarottis Freunden und Verwandten, sowie anerkannten Experten. Anhand dieser unterschiedlichen Perspektiven will der Film – wie Pavarotti selbst – die Grenzen zwischen der scheinbar elitären Opernwelt und dem breiten Publikum überschreiten.

Samstag, 22.12. / 23:35 Uhr / Weihnachtslieder mit dem Kinderchor Sotto Voce
Musik, Frankreich, 2017, ARTE F 43 Min.
Regie: Christian Leblé
Chorleitung: Scott Alan Prouty
Chor: Sotto Voce
Mit: Richard Davis
Online verfügbar von 22/12 bis 29/12
Erstausstrahlung

Der als einer der „dynamischsten und erfindungsreichsten Kinder- und Jugendchöre Frankreichs“ geltende Chor Sotto Voce bringt den Pariser Grand Palais in Festtagsstimmung. Sotto Voce ist eines der wenigen Ensembles, das mit derselben ansteckenden Begeisterung sowohl klassische Stücke als auch amerikanische Musicalmelodien, Jazz oder französische Chansons auf die Bühne bringt. Überdacht von der Glaskuppel des Grand Palais geben die 60 jungen Sängerinnen und Sänger unter der Leitung des Kinderchorspezialisten Scott Alan Prouty unter anderem ihre mitreißende Version von „Jingle Bells“ zum Besten.

Mit Domsingschulen oder Ensembles, die an Schulen und Konservatorien gegründet wurden, hat der Pariser Kinder- und Jugendchor Sotto Voce wenig gemein. Er vereint 60 Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 18 Jahren, deren gemeinsame Leidenschaft das Singen ist. Ihre Arbeit lässt sich nicht in ein einziges Genre einordnen, denn ihr breites Repertoire umspannt Melodien aus amerikanischen Musicals über Jazz und Klassik bis hin zu französischen Chansons. Dabei sind sie stets mit vollem Körpereinsatz dabei. Das Team um den Kinderchorspezialisten und Dirigenten Scott Alan Prouty lehrt die jungen Choristen Gesang, Stimmtechnik, Körperausdruck, Tanz und Theater – schließlich wird die Stimme durch den gesamten Körper transportiert.

Ob in Frankreich oder im Ausland, seit seiner Gründung im Jahr 1992 hat Sotto Voce über 600 Konzerte gegeben und die Zuschauer in aller Welt verzaubert.

Seit Jahren residiert der Chor regelmäßig im Pariser Théâtre du Châtelet und beteiligt sich an zahlreichen Produktionen. Jährlich gibt er ein Konzert auf der großen Bühne und verleiht klassischen Weihnachtsliedern auch schon mal einen jazzigen Touch.

Da das Pariser Châtelet wegen Renovierungsarbeiten geschlossen ist, wird „Singing in the Rain“ unter der beeindruckenden Glaskuppel des Grand Palais aufgeführt. Den Jugendlichen bietet sich von dieser improvisierten Bühne ein ganz besonderer Blick in das Publikum, das sie unter Leitung ihres Dirigenten zum Mitsingen einladen. Der Chor sprüht förmlich vor positiver Energie, und ihre mitreißende Version von „Jingle Bells“ würde sogar den Weihnachtsmann zum Mitsingen verleiten.

Sonntag, 23.12. (4. Advent) / 05:05 Uhr / Oblomow
Theater, Frankreich, 2016, ARTE F 109 Min.
Regie: Guillaume Gallienne
Autor: Iwan Alexandrowitsch Gontscharow
Drehbuch: Frederique Moreau, Guillaume Gallienne

Mit: Guillaume Gallienne (Ilja Iljitsch Oblomow), Sébastien Pouderoux (Andrej Iwanowitsch Stolz), Adeline D’Hermy (Olga Sergejewna Iljinskaja), Céline Samie (Agafja Matwejewna), Nicolas Lormeau (Iwan Alexejewitsch Alexejew), Yves Gasc (Sachar Trofimowitsch)

Online verfügbar von 23/12 bis 30/12

In Volodia Serres gleichnamiger Inszenierung an der Pariser Comédie- Française verkörperte der Schauspieler Guillaume Gallienne den Oblomow über einhundert Mal. Nun bringt er das Stück für ARTE selbst auf die Bühne: In einem stillgelegten alten Kino verbringt der russische Gutsbesitzer Oblomow den Großteil seiner Tage auf einem abgenutzten Sofa. Im Morgenmantel träumt er von seinem Gut Oblomowka, dem verlorenen Kindheitsparadies. Doch der bevorstehende Umzug, die Rückkehr seines Jugendfreundes Stolz und die aufkeimende Liebe zu der jungen Olga stellen seine selbst gewählte Weltabgeschiedenheit einen Augenblick lang infrage.

Der französische Schauspieler Guillaume Gallienne verkörperte den Oblomow in Volodia Serres gleichnamiger Inszenierung an der Pariser Comédie-Française über einhundert Mal. Nun bringt er das Stück für ARTE selbst auf die Bühne. Schauplatz der Geschichte ist ein stillgelegtes Kino. Hier frönt der introvertierte russische Gutsbesitzer Iljia Iljitsch Oblomow dem Müßiggang. Den Mittelpunkt seines trägen Lebens bildet ein abgenutztes Samtsofa, auf dem Oblomow im Morgenmantel den Großteil seiner Zeit mit Schlafen und Träumen verbringt. Doch schon bald ist es mit seiner Ruhe vorbei, denn der Kinobesitzer will, dass er auszieht. Auch die Rückkehr seines Jugendfreundes Stolz bringt Oblomows Leben durcheinander. Stolz ist das genaue Gegenteil des Adligen. Der nie zur Ruhe kommende Unternehmer verkörpert den neuen Menschentypus, während Oblomow für das alte Russland des ausgehenden 19. Jahrhunderts steht: auf der einen Seite der hyperaktive Macher, auf der anderen der faule Parasit. Schließlich verliebt sich Oblomow in Olga, die ihn mit ihrer „Casta Diva“-Interpretation aus Bellinis „Norma“ bezaubert. Doch ist Oblomow überhaupt fähig, sein Leben mit jemandem zu teilen und seine Lethargie zu überwinden? Wird er es wagen zu lieben? Die Figur des Oblomow bietet viel Identifikationspotenzial, denn wer hat nicht schon erlebt, dass Begeisterung und Euphorie in Trägheit umschlagen und Wehmut oder gar Verzweiflung weichen. Mit Schauspielern der Comédie-Française inszeniert Guillaume Gallienne „Oblomow“ als ein metaphysisches Kammerspiel, das sich vor dem Hintergrund der russischen Geschichte und Filmkunst sensibel in die Seelenqualen und Kümmernisse seiner Protagonisten einfühlt.

Zusatzinfo:
Der Roman „Oblomow“ von Iwan Alexandrowitsch Gontscharow erschien 1859 und stellt eine satirische Auseinandersetzung mit dem russischen Adel des 19. Jahrhunderts dar, der zwar hoch gebildet und seinen Idealen verpflichtet ist, aufgrund seines hohen Standes jedoch gänzlich der Faulheit und Passivität verfällt. Die Fernsehadaption für ARTE wurde in der rumänischen Botschaft in Paris gedreht, einem ehemaligen Herrenhaus der Stadt. Die Comédie-Française unterstützt seit Jahren die Übertragung ausgewählter Inszenierungen ins Fernsehformat, um einen anderen Blickwinkel auf die literarischen Werke, über die Theaterbühne hinaus, zu ermöglichen.

Sonntag, 23.12. (4. Advent) / 07:05 Uhr / Abgedreht! Mick Jagger
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F 35 Min.
Online verfügbar von 23/12 bis 22/01

(1): Auf den Spuren von: Mick Jaggers Kindheit in England
(2): Story: Das Phänomen Mick Jagger
(3): Ikone: „Sympathy for the Devil“
(4): Rare Perle: Mick Jagger 1965

(1): Auf den Spuren von: Mick Jaggers Kindheit in England
Dartford, eine kleine Industriestadt im Südosten Englands, etwa eine Stunde Zugfahrt von London entfernt. Hier treffen sich im Oktober 1961 Mick Jagger und Keith Richards auf dem Bahnsteig. Es ist der Beginn eines neuen Kapitels der Rockgeschichte. Eine Reise nach Dartford, wo alles begann.

(2): Story: Das Phänomen Mick Jagger
Er verkörpert den ultimativen Rockstar, was angesichts der einschlägigen Konkurrenz im 20. Jahrhundert eine echte Leistung ist! Auch mit 75 Jahren steht Mick Jagger noch im Scheinwerferlicht. Es muss ein geheimes Wundermittel geben, das nur die Popkultur kennt. Ein Rückblick auf das Leben der Rock-’n‘-Roll-Ikone, die mit „Satisfaction“ den Durchbruch feierte – der Song landete 1965 quasi weltweit auf Platz 1 der Charts.

(3): Ikone: „Sympathy for the Devil“
„Please Allow Me to Introduce Myself …“ So beginnt der erste Titel des Albums „Beggars Banquet“. In „Sympathy for the Devil“ ergreift der Teufel selbst das Wort. Der Song wurde nur wenige Tage nach den Ereignissen von Mai ’68 eingespielt und verdankt seinen großen Erfolg nicht zuletzt Jean-Luc Godards Film über seine Entstehung.

(4): Rare Perle: Mick Jagger 1965
Am 1. März 1965 antwortete der 21-jährige Mick Jagger brav auf die Fragen eines TV-Journalisten in Manchester. Keiner von beiden ahnte damals, wie weit sie in den nächsten 50 Jahren kommen würden. Mick mit seiner Boyband und Michael Parkinson mit der BBC …

Sonntag, 23.12. (4. Advent) / ab 12:45 Uhr / Schwerpunkt: Ein Tag in Sankt Petersburg

Sonntag, 23.12. (4. Advent) / 16:00 Uhr / Marius Petipa ~ Der Meister des klassischen Balletts
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE F 52 Min.
Regie: Denis Sneguirev
Online verfügbar von 23/12 bis 07/01
Erstausstrahlung

Der 1818 geborene französische Tänzer Marius Petipa ging Mitte des 19. Jahrhunderts ins Exil nach Russland, wo er Ballettmeister am Zarenhof wurde. Über fünf Jahrzehnte – bis zu seiner Absetzung im Jahr 1903 – feierte er Erfolge mit einer der angesehensten Kunstform des 20. und 21. Jahrhunderts: dem klassischen Tanz. Regisseur Denis Sneguirev lässt berühmte Choreographen, Tänzer und Dirigenten zu Wort kommen, die mit ihren Neuaufführungen von Petipas Choreographien sein Werk dem heutigen Publikum nahebringen.

2018 jährt sich zum 200. Mal der Geburtstag von Marius Petipa. Der Vater des klassischen Tanzes wuchs in Marseille in bescheidenen Verhältnissen auf. Später wanderte er nach Russland aus, wurde Erster Ballettmeister des kaiserlichen Balletts und feierte Erfolge mit Aufführungen wie „La Bayadère“, „Schwanensee“, „Dornröschen“ oder „Die Tochter des Pharao“. Noch heute werden seine Ballette, die zu den Meisterwerken des klassischen Repertoires gehören, an den großen Opernhäusern der Welt gespielt – von Paris, Mailand und Berlin über Sankt Petersburg und Moskau bis New York. Petipas persönliche Erlebnisse und seine Choreographien sind eng mit den gesellschaftlichen und politischen Hintergründen des 19. Jahrhunderts verknüpft. Die Dokumentation setzt sich daher nicht nur mit dem Werk des Ballettmeisters auseinander, sondern auch mit der damaligen Zeit. Ausgehend von einer Analyse der wichtigsten Variationen seiner Werke werden die Kunst des Tanzens und deren Weitergabe an nachfolgende Generationen thematisiert. Neben seltenen Archivaufnahmen wird auch einer der ersten Zeichentrickfilme über das Tanzen verwendet. Regisseur Denis Sneguirev lässt berühmte Choreographen, Tänzer und Dirigenten zu Wort kommen, die mit ihren Neuaufführungen von Petipas Choreographien sein Werk dem heutigen Publikum nahebringen. Dazu liefern Tanzhistoriker den geschichtswissenschaftlichen Hintergrund. In einer Tanzinszenierung der großen Ballette von Marius Petipa werden schließlich die choreographischen Entwicklungen im Verlauf seines Schaffens analysiert.

Sonntag, 23.12. (4. Advent) / 16:55 Uhr / Die Tanzschüler der Pariser Oper … 5 Jahre später (1/5): Klassisch tanzen
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2016, ARTE F 26 Min.
Regie: Françoise MARIE
Autor: Françoise MARIE
Online verfügbar von 23/12 bis 30/12
Erstausstrahlung

Vor fünf Jahren beleuchtete die Dokumentationsreihe „Die Tanzschüler der Pariser Oper“ den intensiven Arbeitsalltag der Ballettschüler im Pariser Palais Garnier. Nun kehrt die Regisseurin Françoise Marie dorthin zurück und besucht die ehemaligen Schüler in der begehrtesten Ballettkompanie Frankreichs. Was ist aus Alice, Antonio, Clémence, Pablo, Roxane und den anderen geworden? Die fünfteilige Fortsetzung der Doku-Serie erzählt von ihren Herausforderungen, Zweifeln und Hoffnungen als junge Erwachsene und wirft einen Blick zurück auf ihre Schulzeit.

An der Pariser Oper beginnen die Proben zu einem der berühmtesten klassischen Ballettwerke: „Schwanensee“, nach einer Choreographie von Rudolf Nurejew. Im Verlauf der Proben kommt es zum Wiedersehen der ehemaligen Ballettschüler Roxane, Alice, Julien, Chun Wing, Ida, Eugénie und Alexandre. Sie erzählen von ihrem Werdegang, was sie über die Welt des klassischen Balletts denken, und wie sie sich seit ihrer Aufnahme in den Corps de Ballet verändert haben.

Die frisch in das Ensemble aufgenommenen jungen Tänzer müssen sich zunächst in die Arbeit an ihrer neuen Wirkungsstätte einfinden. Bevor sie überhaupt daran denken können, als Solisten im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen, geht es für sie im Gegenteil darum, im geschmeidigen Fluss der übrigen Tänzer aufzugehen. Sie müssen die Bewegungen und Positionswechsel jeder einzelnen Partie auswendig kennen, denn die meisten von ihnen werden vorerst nur als Zweitbesetzung zum Einsatz kommen.

Obwohl das romantische Ballett auch im 21. Jahrhundert noch der Traum einer jeden Tänzerin ist, steht es doch für ein eher fragwürdiges Frauenbild. Alice, Clémence und ihre Tänzerkollegen an der Oper sprechen über die unterschiedlichen Anforderungen, die in der Kompanie an die Jungen und Mädchen gestellt werden. Die Vorstellung von der weiblichen Unschuld, die sich der männlichen Begierde unterwirft, ist allgegenwärtig. Männer werden als breitschultrige Beschützer dargestellt, während Frauen mit ihren geschmeidigen, graziösen Bewegungen ein Rollenbild verkörpern, das aus dem 19. Jahrhundert stammt. „Es ist ein bisschen wie Archäologie“, resümiert Startänzerin Ghislaine Thesmar verschmitzt.

Sonntag, 23.12. (4. Advent) / 17:25 Uhr / Galakonzert in Sankt Petersburg
Musik, Frankreich, 2018, ARTE F 75 Min.
Regie: Corentin Leconte
Dirigent: Mariss Jansons
Chor: Choeur de Saint-Pétersbourg, Choeur de chambre de Saint-Pétersbourg, Choeur du Théâtre Mikhailovsky
Orchester: Philharmonie de Saint-Pétersbourg

Mit: Vadim Repin, Yuri Bashmet, Denis Matsuev, Nikolai Lugansky, Paata Burchladze, Julian Rachlin, Matthias Goerne, Dinara Alieva, Arseny Alexeev, Karen Slack

Erstausstrahlung

An diesem Galaabend steht der renommierte, aus Riga stammende Dirigent Mariss Jansons am Pult des ältesten Symphonieorchesters Russlands: der weltberühmten Sankt Petersburger Philharmoniker. Zur Feier des 80. Geburtstags des langjährigen Leiters der Philharmoniker, Juri Temirkanow, gestaltet das Orchester ein fulminantes Spektakel, bei dem sowohl Werke des russischen Repertoires interpretiert werden, als auch Kompositionen von Mahler, Lehár, Milhaud und Gershwin. Weitere Mitwirkende des erlesenen Programms sind der Chor des Michailowski-Theaters und berühmte Solisten aus aller Welt.

Mit einem Galakonzert der Sankt Petersburger Philharmoniker unter der Leitung von Mariss Jansons ehrt die Klassikwelt einen der bedeutendsten Musiker der Zeit, den russischen Dirigenten Juri Temirkanow, der in diesem Dezember seinen 80. Geburtstag feiert. 1938 im Kaukasus geboren, ist Temirkanow seit 1988 Künstlerischer Direktor und Chefdirigent der Sankt Petersburger Philharmoniker. Im Laufe seiner Karriere dirigierte er die weltweit renommiertesten Orchester.

An diesem besonderen Tag übernimmt Termikanows Freund und Schüler Mariss Jansons die Leitung der Philharmoniker und interpretiert Werke aus dem russischen Repertoire, darunter Tschaikowsky, Rachmaninow, Kreisler, Prokofjew und Paliaschwili; aber auch Mahler, Lehár, Milhaud und Gershwin stehen auf dem Programm. Neben den Sankt Petersburger Philharmonikern wirkt auch der Chor des Michailowski-Theaters an dem Programm mit. Zu den Solisten des Abends gehören der Violinist Vadim Repin, der Bratschist Yuri Bashmet, die Pianisten Denis Matsuev und Nikolai Lugansky, der Violinist und Bratschist Julian Rachlin, der Saxophonist Arseny Alexeev, die Sänger Paata Burchuladze (Bass) und Matthias Goerne (Bariton) sowie die Sopranistinnen Dinara Alieva und Karen Slack. Das Konzert ist Teil des Internationalen Winterfestivals „Arts Square“, das auf Initiative von Maestro Temirkanow jedes Jahr in der Sankt Petersburger Philharmonie stattfindet.

Sonntag, 23.12. (4. Advent) / 21:50 Uhr / Ballets Russes im Mariinksi-Theater: Raymonda nach Marius Petipa
Ballett, Frankreich, 2018, ARTE F 135 Min.
Regie: François-René Martin
Dirigent: Valery Gergiev
Kostüme: Simon Virsaladze
Choreographie: Marius Petipa
Komponist: Alexander Glazunow
Libretto: Lidia Pashkova, Marius Petipa

Mit: Viktoria Tereshkina (Raymonda), Konstantin Zverev (Abderakhman), Nadezhda Batoeva (Henrietta), Yekaterina Chebykina (Clémence), Xander Parish (Jean de Brienne), Orchester und Ballett des Mariinski-Theaters

Online verfügbar von 23/12 bis 21/02
Erstausstrahlung

Der Choreograph Marius Petipa gilt als Vater des klassischen Balletts. Mehr als sechzig Werke schuf der französische Ballettmeister, der zu Zarenzeiten in Sankt Petersburg wirkte und von dem einige der berühmtesten Choreographien des klassischen Repertoires stammen – so auch das Ballett „Raymonda“. In diesem Spätwerk vermischt Marius Petipa Tanz und Schauspiel, klassische Schrittfolgen und Einflüsse aus dem Volkstanz. Ein bunter Bilderreigen, der als eines der letzten Ballettmeisterwerke des zaristischen Russlands gilt und im prachtvollen Ambiente des Mariinski-Theaters seine ganze romantische Schönheit entfaltet.

Der 200. Geburtstag des französischen Choreographen Marius Petipa wird in Russland mit besonderen Ehren begangen, denn der Mann aus Marseille gilt als Vater des klassischen Balletts. Mehr als sechzig Werke schuf Petipa, der zu Zarenzeiten als Ballettmeister in Sankt Petersburg wirkte und von dem einige der berühmtesten Choreographien des klassischen Repertoires stammen – auch das Ballett „Raymonda“ auf eine Komposition von Alexander Glazunov. In diesem Spätwerk vermischt der französische Choreograph Tanz und Schauspiel, klassische Schrittfolgen und Einflüsse aus dem Volkstanz. Ein bunter Bilderreigen, der als eines der letzten Ballett-Meisterwerke des zaristischen Russlands gilt. Die Handlung von „Raymonda“ basiert auf einem Libretto, dass von Gräfin Lidia Pashkova und Marius Petipa gemeinsam geschrieben wurde. Die beiden siedeln die Geschichte in einem idealisierten Mittelalter zu Zeiten der Kreuzzüge an und lassen in „Raymonda“ Ritter und Sarazenen aufeinandertreffen. Ein exotisches Werk voller Traumgestalten, gewalttätig und sinnlich zugleich. 120 Jahre nach der Uraufführung in Sankt Petersburg kehrt „Raymonda“ auf die Bühne des Mariinski-Theaters zurück. In der Titelrolle tanzt Viktoria Tereshkina an der Seite von Xander Parish in der Rolle des Jean de Brienne und Konstantin Zverev als Abderachman, unterstützt vom Ballettensemble des Mariinski-Theaters. Musikalisch begleitet werden sie vom Orchester des Mariinski-Theaters unter der Leitung von Valery Gergiev. Aufzeichnung vom 28. Mai 2018 aus dem Mariinski-Theater, Sankt Petersburg.

Sonntag, 23.12. (4. Advent) / 00:05 Uhr / Oleg und die unerwartete Schönheit der Künste
Dokumentarfilm, Spanien, 2015, ARTE F 67 Min.
Regie: Andres Duque
Online verfügbar von 23/12 bis 31/12

Mit seinen 89 Jahren ist der Ausnahmekomponist Oleg Nikolajewitsch Karawaitschuk bis heute aktiv. Dieser kontroversen und gleichzeitig rätselhaften Persönlichkeit der russischen Kulturszene widmet der Filmemacher Andrés Duque dieses faszinierende Porträt. Der exzentrische Künstler spielt auf dem prächtigen Flügel von Zar Nikolaus II. in der Eremitage und erzählt vom verschneiten Weg ins Museum, von der Schönheit der Kunst und vom heutigen Russland. Worte und Musik verschmelzen zu einem poetischen Gesamtkunstwerk. Mit seiner Kunst hält Oleg Russland einen Spiegel vor und fordert die Identität des sich ständig wandelnden Landes heraus.

Der russische Komponist Oleg Nikolajewitsch Karawaitschuk, Jahrgang 1927, ist eine kontroverse und gleichzeitig rätselhafte Persönlichkeit der russischen Kulturszene. Er ist bekannt für die Komposition zahlreicher Filmmusiken. Ihm widmet der Filmemacher Andrés Duque dieses faszinierende Porträt.

Der betagte Musiker schreitet schweigend und bedächtig durch die Eremitage in Sankt Petersburg. Er trägt eine rote Baskenmütze, dazu schwarze Kleidung und Turnschuhe. Er nähert sich der Kamera und schließt die Augen, scheint bewegt von der überwältigenden Schönheit der Kunst, die ihn hier umgibt. Er erzählt, wie er an diesem Tag dem Schnee trotzen musste, um ins Museum zu kommen. Seine ausführliche Beschreibung lässt seinen Weg wie eine Heldentat erscheinen. Oleg setzt sich an den prächtigen Flügel, der einst Zar Nikolaus II. gehörte, und improvisiert virtuos mit Musik und Worten. Seine Gesten, Geschichten und seine Musik erfüllen den Raum mit Poesie und lassen die Realität in Vergessenheit geraten.

Die Begegnung mit diesem vielschichtigen Menschen, dem es gelingt, jedes Vorurteil auszuhebeln, ist entwaffnend. Seine wandlungsfähige Persönlichkeit ist symptomatisch für die heutige Zeit, wirkt aber zugleich als Heilmittel gegen gesellschaftliche Konventionen. Oleg Karawaitschuk will seine Mitmenschen mit der Welt versöhnen. Sein Mittel zum Zweck ist die Kunst. Seine Kunst. Dinge wie die unerwartete Schönheit einer flüchtigen Berührung oder der Zusammenprall zweier dissonanter Noten in einer Melodie. „Oleg und die unerwartete Schönheit der Künste“ ist ein Protestfilm, bei dem es um Befreiung durch Kunst geht – und das Porträt eines großen Komponisten, der sein ganzes Leben lang genau dafür gekämpft hat.

Zusatzinfo:
„Oleg und die unerwartete Schönheit der Künste“ war 2016 in der Auswahl des internationalen Wettbewerbs auf dem Film Festival Rotterdam und erhielt den Scam International Award beim Cinéma du Réel in Paris.

Montag, 24.12. (Heiligabend) / 05:00 Uhr / Christmas in Vienna 2013
Musik, Österreich, 2013, ARTEORF 60 Min.
Regie: Felix Breisach
Dirigent: Erwin Ortner
Chor: Wiener Singakademie, Wiener Sängerknaben
Orchester: ORF Radio-Symphonieorchester Wien

Mit: Ursula Langmayr (Sopran), Angelika Kirchschlager (Mezzosopran), Joel Prieto (Tenor), Luca Pisaroni (Bassbariton)

Online verfügbar von 24/12 bis 31/12

Auch 2013 sorgte „Christmas in Vienna“ für Weihnachtsstimmung mit großen Werken aus der Klassik und mit Weihnachtsliedern aus aller Welt. Ursula Langmayr, Angelika Kirchschlager, Joel Prieto und Luca Pisaroni sind die Stars dieser Ausgabe von „Christmas in Vienna“. Mit dabei sind auch wieder die Wiener Singakademie und die Wiener Sängerknaben. Sie werden begleitet vom ORF Radio-Symphonieorchester Wien unter Leitung von Erwin Ortner.

Nach dem Erfolg von „20 Jahre Christmas in Vienna 2012“ ist es gelungen, auch für das Konzert 2013 wieder vier wunderbare Sänger zu engagieren: Angelika Kirchschlager ist eine der größten Mezzosopranistinnen unserer Zeit und seit vielen Jahren auf allen Opernbühnen der Welt zu Hause. Joel Prieto singt nicht nur schön, er sieht auch noch gut aus. 2008 gewann der gebürtige Spanier den Operalia-Wettbewerb von Plácido Domingo, 2010 sang er den Don Ottavio bei den Salzburger Festspielen und 2013 in der Berliner Staatsoper „La Finta di Giardiniera“ unter Hans Neuenfels. Der Bariton Luca Pisaroni stammt aus Venezuela und sang sowohl bei den Salzburger Festspielen als auch unter Harnoncourt in Wien.

Montag, 24.12. (Heiligabend) / 11:00 Uhr / 360° Geo Reportage: Der Thomanerchor – Leben für die Musik
Reportage, Deutschland, 2017, ARTE 52 Min.
Regie: Hilde Bechert
Online verfügbar von 24/12 bis 23/01

Der Leipziger Thomanerchor blickt auf mehr als 800 Jahre beeindruckende Geschichte und Tradition zurück. Der international renommierte Chor besteht aktuell aus 93 Jungen im Alter von 9 bis 19 Jahren, die in Deutschlands älteste öffentliche Schule gehen und deren Alltag von Musik und Disziplin geprägt ist.

Der Leipziger Thomanerchor ist ein weltberühmter Knabenchor mit einer mehr als 800-jährigen Chortradition. 1212 wurde der Thomaskirche eine Schule angegliedert, auf der Knaben dafür ausgebildet wurden, den musikalischen Gottesdienst anstelle der Chorherren zu übernehmen. Bekanntester Kantor des Chores war Johann Sebastian Bach. Der Alltag der 93 Thomaner im Alter von 9 bis 19 Jahren ist auch heute von Musik und Disziplin geprägt. „360° Geo Reportage“ begleitet drei Schüler und ihre Lehrer in ihrem Alltag bis hin zum festlichen Höhepunkt des Chorjahres – dem Weihnachtsoratorium in der Thomaskirche. Was macht diesen Chor über Jahrhunderte hinweg bis heute für junge Menschen so attraktiv, dass sie für ihn ins Internat ziehen, dass sie sich tagtäglich einer strengen musikalischen Disziplin unterwerfen, dass sie ihm den größten Teil der kostbaren Freizeit und Freiheit opfern? Ist es die Liebe zur Musik und deren Wirkungsmacht? Ist es auch die religiöse Anbindung, die diese jungen Sänger prägt? Wie erlebt ein Neuling wie der erst 9-jährige Leif sein erstes Jahr im Chor? Wie lebt ein fortgeschrittener Routinier wie der 12-jährige Nathanael die Einrichtung? Und wie schaut einer wie der 17-jährige Jasper zurück auf seine Zeit im Thomanerchor? Erfolg und Applaus sind den Thomanern jedenfalls sichere Belohnung, wo immer sie mit ihrer Musik die Herzen des Publikums erreichen. Das Jahr der Thomaner findet seinen musikalische Höhepunkt in der Vorweihnachtszeit, wenn, nur wenige Schritte vom Weihnachtsmarkt entfernt, die Thomaner, die Musiker des Leipziger Gewandhausorchesters und die Besucher zur festlichen Aufführung von Bachs Weihnachtsoratorium in die Thomaskirche strömen.

Zusatzinfo:
„360° Geo Reportage“ präsentiert außergewöhnliche Menschen rund um den Globus.

Montag, 24.12. (Heiligabend) / 18:35 Uhr / Weihnachten in der Sixtinischen Kapelle
Musik, Deutschland, 2017, ZDF 43 Min.
Regie: Giampaolo Marconato
Chorleitung: Massimo Palombella
Chor: Chor der Sixtinischen Kapelle
Online verfügbar von 24/12 bis 23/01
Erstausstrahlung

Das Weihnachtskonzert des Chores der Sixtinischen Kapelle – aufgezeichnet 2017 in der einmaligen Atmosphäre dieses besonderen Ortes. Gesungen werden Werke von Palestrina, Desprez und anderen Meistern polyphoner Vokalmusik. Die Stücke entstammen der Musik-Bibliothek des Vatikans, der weltweit größten und bedeutendsten Sammlung von Manuskripten geistlicher Musik.

Der Chor der Sixtinischen Kapelle gilt als ältester der Welt. Die Musik, die im Archiv des Vatikans lagert, singt er seit Jahrhunderten. Musikwissenschaftliche Forschung an den Manuskripten und die Neubewertung ihrer Aufführung gehen Hand in Hand. So ist der Chor unter der Leitung von Massimo Palombella nicht nur einfach ein Klangkörper, sondern ein Instrument der Forschung. Indem er neueste wissenschaftliche Erkenntnisse über die damals beabsichtigte Wirkung der Aufführung umsetzt, hilft er, die Theorie in der Praxis zu überprüfen. Gerade die polyphone Musik der Renaissance stellt höchste Ansprüche an einen Chor, denn oberstes Ziel ist natürlich, bei aller musikalischen Komplexität, den liturgischen Gehalt so klar wie möglich zu vermitteln. Viele der Werke, die der Chor der Sixtinischen Kapelle in sein Weihnachtsprogramm aufgenommen hat, hat man vorher noch nie gehört. Die aktuelle Auswahl an Advents- und Weihnachtsmusik richtet sich auch nach der Häufigkeit ihrer historischen Verwendung: ein päpstliches Alltime-Best-of sozusagen. Allesamt Werke großer Meister wie Desprez und Palestrina sowie gregorianischer Gesang. Die Weihnachtsstimmung, wie man sie aus dem Barock und späteren Epochen kennt und schätzt, ist in den Werken der Renaissance allerdings so noch nicht zu finden. Denn inhaltlich geht es eher um die theologische Betrachtung der Geburt Jesu vor dem Hintergrund der weltlichen Existenz – und nicht so sehr um die stimmungsvolle Weihnacht unterm Christbaum.

Montag, 24.12. (Heiligabend) / 00:05 Uhr / Schwanensee
Ballett, Deutschland, 2018, WDR 150 Min.
Regie: Peter Schönhofer
Dirigent: Axel Kober
Kostüme: Florian Etti
Tanzkompagnie: Ballett am Rhein Düsseldorf Duisburg
Choreographie: Martin Schläpfer
Komponist: Piotr Iljitsch Tschaikowsky
Licht: Stefan Bolliger
Orchester: Düsseldorfer Symphoniker

Mit: Marcos Menha (Siegfried), Marlúcia do Amaral (Odette), Camille Andriot (Odile), Virginia Segarra Vidal (Siegfrieds Mutter), Chidozie Nzerem (Zeremonienmeister), Alexandre Simões (Benno), Claudine Schoch, Julie Thirault (Hofdamen), Brice Asnar, Rubén Cabaleiro Campo, Daniel Vizcayo (Siegfrieds Freunde), Aleksandra Liashenko, Feline van Dijken, Sonia Dvořák (Prinzessinnen), Alexandra Inculet, Irene Vaqueiro (Hofstaat), Young Soon Hue (Odettes Stiefmutter), Sonny Locsin (Rotbart), Boris Randzio (Odettes Großvater )

Erstausstrahlung

„Schwanensee“ ist wohl das berühmteste Ballett aller Zeiten. Der vielfach preisgekrönte Schweizer Choreograph Martin Schläpfer erzählt die märchenhafte Geschichte über das Erwachsenwerden in seiner hochexpressiven Tanzsprache und entführt in eine Welt, in welche die Schwarze Romantik mit all ihren Geheimnissen, Träumen, Sehnsüchten und dunklen Wesen hereinbricht. In der bildstarken Verfilmung Peter Schönhofers ist das im Juni 2018 mit dem Ballett am Rhein und den Düsseldorfer Symphonikern unter der Leitung von Axel Kober uraufgeführte Werk nun im Fernsehen zu erleben.
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Marcos Menha verkörpert die Rolle des Siegfried, der heiraten soll. Doch dieser ist jung und will seine Freiheit. An einem geheimnisvollen See trifft er auf ein fremdes Mädchen, das ihn wie magisch in ihren Bann zieht. Odette, getanzt von Marlúcia do Amaral, ist in einem bösen Zauber gefangen und nimmt nur bei Nacht für einige Stunden menschliche Gestalt an. „Schwanensee“ zur Musik von Peter I. Tschaikowsky gilt als das berühmteste Ballett aller Zeiten. Seit seiner Uraufführung 1877 am Moskauer Bolschoi-Theater hat das romantische Tanzmärchen zahlreiche Deutungen erfahren. Als Inbegriff zählt bis heute Marius Petipas und Lew Iwanows legendäre St. Petersburger Choreographie aus dem Jahre 1895. In seiner hochexpressiven Tanzsprache erzählt in der Spielzeit 2018/2019 der Schweizer Martin Schläpfer, künstlerischer Direktor und Chefchoreograph des Ballett am Rhein, die märchenhafte Geschichte über das Erwachsenwerden. Seine Inszenierung entführt den Zuschauer in die Welt der Schwarzen Romantik mit all ihren Geheimnissen, Träumen, Sehnsüchten und dunklen Wesen. In der bildstarken Verfilmung Peter Schönhofers ist „Schwanensee“ nun auf ARTE erstmals im Fernsehen zu erleben. Das Ballett am Rhein wird von den Düsseldorfer Symphonikern unter Leitung von Axel Kober begleitet.

Dienstag, 25.12. (1. Weihnachtsfeiertag) / 18:15 Uhr / Christmas in Vienna 2018
Frankreich, Österreich, 2018, ARTEORF 60 Min.
Dirigent: Christian Arming
Chor: Wiener Singakademie, Wiener Sängerknaben
Orchester: ORF Radio-Symphonieorchester Wien
Fernsehregie: Felix Breisach
Mit: Valentina Naforniţă (Sopran), Angela Denoke (Sopran), Dmitry Korchak (Tenor), Adrian Eröd (Bariton), José Feliciano (Gesang, Gitarre)
Erstausstrahlung

Das traditionelle Weihnachtskonzert aus dem Wiener Konzerthaus versammelt auch in diesem Jahr nationale und internationale Sängergrößen. Angela Denoke, Valentina Nafornita, Adrian Eröd und Dmitry Korchak singen Weihnachtslieder aus aller Welt. Special Guest in diesem Jahr: José Feliciano. Neben der Wiener Singakademie sind auch die Wiener Sängerknaben wieder mit dabei.

Rossini, Haydn und „Stille Nacht, heilige Nacht“: Das Wiener Weihnachtskonzert „Christmas in Vienna“ aus dem feierlich geschmückten Wiener Konzerthaus ist zu einem wesentlichen Bestandteil der Weihnachtszeit in der Donaustadt geworden und bietet einen musikalischen Ausflug in weihnachtliche Traditionen aus aller Welt.

Auch in diesem Jahr versammelt das Konzert wieder ein Quartett international renommierter Sängergrößen: Allen voran die international gefeierte Sopranistin Angela Denoke, dann die aus der Republik Moldau stammenden Sängerin Valentina Nafornita – ebenfalls im Fach Sopran zu Hause –, der Tenor Dmitry Korchak sowie Bariton Adrian Eröd, für den dieses Konzert ein Heimspiel ist. Ein weiterer Stargast ist der puerto-ricanische Sänger und Gitarrist José Feliciano.

Das musikalische Programm erstreckt sich vom klassischen Repertoire über traditionelle Weihnachtslieder aus aller Welt bis hin zu den populärsten Weihnachtsliedern aus dem deutschen Sprachraum. Neben der Wiener Singakademie sind auch die Wiener Sängerknaben wieder mit dabei. Begleitet werden sie vom ORF Radio-Symphonieorchester Wien unter der musikalischen Leitung von Christian Arming. Für die Bildregie zeichnet Felix Breisach verantwortlich.

Dienstag, 25.12. (1. Weihnachtsfeiertag) /23:15 Uhr / Michel Legrand ~ Drei Oscars für die Filmmusik
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE F 53 Min.
Regie: Gregory Monro
Online verfügbar von 25/12 bis 01/01
Erstausstrahlung

Michel Legrand hat einige der bekanntesten Soundtracks der Filmgeschichte komponiert. Der dreifache Oscar-Preisträger arbeitete mit renommierten Regisseuren in Frankreich und Hollywood ebenso wie mit großen Namen aus Jazz und Chanson. Das Porträt zeigt das spannende Leben des Musikers mit den vielen Gesichtern und Talenten.

Die herzzerreißende Abschiedsszene in „Die Regenschirme von Cherbourg“, das Duett der Zwillinge in „Die Mädchen von Rochefort“, die Schachpartie in „Thomas Crown ist nicht zu fassen“, die Liebeszene in „Sommer ’42“, das gesungene Rezept für den Liebeskuchen in „Eselshaut“ … Nur wenige Noten von Michel Legrand, und sofort erscheinen vor dem inneren Auge bewegende Kinoerlebnisse. Michel Legrand ist Komponist, Arrangeur, Pianist, Sänger und Dirigent. Er hat viele Rollen gespielt und sich an viele Musikstile herangewagt: den Jazz mit Miles Davis, John Coltrane, Duke Ellington und Sarah Vaughan; amerikanische Songs mit Barbra Streisand; das französische Chanson mit Maurice Chevalier, Jacques Brel und Claude Nougaro; und natürlich die Filmmusik, die ihn von der Nouvelle Vague mit Godard und Demy bis nach Hollywood führte, wo er mit Orson Welles, Sydney Pollack und Clint Eastwood zusammenarbeitete und drei Oscars gewann. Ein turbulentes Leben, das der Film mit Hilfe jener Partnerin erzählt, die Legrand seit knapp 80 Jahren begleitet: die Liebe seines Lebens – die Musik! Am Anfang stand ein hochbegabter junger Mann, der am Pariser Konservatorium bei der unvergessenen Nadia Boulanger lernte. Danach kamen: die ersten Schallplatten, bei denen er im Alter von nur 25 Jahren mit den größten Jazzmusikern zusammenarbeitete; die ersten Schritte beim Film und seine fruchtbare Zusammenarbeit mit Jacques Demy; die Sängerkarriere; und immer wieder seine unvergleichliche Begabung, Genres und Register zu vermischen – bis hin zu symphonischen Werken. Die Dokumentation wird von Legrands Melodien getragen, präsentiert Auszüge aus Filmen und verblüffende Archivaufnahmen, und zeigt den Künstler im Dialog mit seiner Leidenschaft. Ein wahrhaft gelungenes Porträt, originell und unkonventionell – ganz wie Michel Legrand.

Mittwoch, 26.12. (2. Weihnachtsfeiertag) / 04:30 Uhr / Reversibel
Zirkus, Frankreich, 2017, ARTE F 83 Min.
Regie: Yvan Benedetti
Mit: Gypsy Snider, Les 7 doigts de la main
Online verfügbar von 26/12 bis 02/01

„Stellen Sie sich das Leben Ihrer Großeltern vor und wie es wohl war, als diese in Ihrem Alter waren.“ Die acht Künstler des Kollektivs „Les 7 doigts de la main“ tauchen in ihre Familiengeschichten ein und machen sich auf die Suche nach ihren Wurzeln. Diese ungewöhnliche Zeitreise durch mehrere Leben mündet in „Reversibel“, einer modernen, sehr persönlichen und ebenso virtuosen Zirkusperformance.

Was wissen wir wirklich über unsere Großeltern? Erinnern wir uns nur an das, was Oma und Opa uns erzählten – oder war da mehr? Die acht Künstler des Kollektivs „Les 7 doigts de la main“ tauchen in ihre Familiengeschichten ein und machen sich auf die Suche nach ihrer Vergangenheit, ihren Wurzeln, ihren Ahnen. Diese ungewöhnliche Zeitreise durch mehrere Leben mündet in eine Performance namens „Reversibel“, eine packende Mischung aus Zirkus, Musik, Tanz und Theater. Es ist eine Welt voller Emotion und Hoffnung, die sich hier auftut, frei von Nostalgie, leicht, fließend und unglaublich modern. Die acht Künstler sind jung, talentiert, demütig, rührend, lustig, poetisch. Ihre Performance gleicht einer Achterbahnfahrt der Gefühle. Einmal mehr gelingt es dem Kollektiv „Les 7 doigts de la main“, sein Publikum mit seiner burlesken und zugleich tiefgründigen Zirkuskunst zu verzaubern und diese jahrhundertealte Bühnentradition durch ihre Anmut und ihr Können zu modernisieren.

Mittwoch, 26.12. (2. Weihnachtsfeiertag) / 05:00 Uhr / Cirque du Soleil – Das Konzert zum 30. Geburtstag
Musik, Kanada, 2014, ZDF 76 Min.
Inszenierung: Véronique Dussault
Musik: Benoit Jutras
Fernsehregie: Mario Rouleau
Online verfügbar von 26/12 bis 26/03

Seit 1984 ist Musik ein wesentlicher Bestandteil der Shows des Cirque du Soleil. Aus Anlass seines 30. Geburtstags organisierte der Cirque du Soleil im Dezember 2014 eine Reihe von Konzerten in der Kirche Saint-Jean-Baptiste in Montréal und stellte die Musik zum ersten Mal in den Mittelpunkt einer Show. Sechs Solisten interpretierten, begleitet von einem Chor und einem Orchester, die schönsten Stücke aus den bisher 35 Shows des Cirque du Soleil. Aufwendige Licht- und Videoinstallationen, die außergewöhnliche Architektur der Kirche sowie deren besondere Akustik machen die Musik zum Star der Show.

1982 bildete Guy Laliberté mit einigen Artisten eine kleine Varieté- und Straßentheatergruppe in der kanadischen Stadt Baie-Saint-Paul. Zwei Jahre später bekam diese Truppe den Auftrag, eine Vorstellung anlässlich der 450-Jahr-Feier Kanadas zu gestalten. Nach dem durchschlagenden Erfolg dieser Veranstaltung wurde beschlossen, einen artistisch ausgerichteten Zirkus zu gründen. So wurde am 16. Juni 1984 der Cirque du Soleil ins Leben gerufen. Und seitdem ist Musik ein wesentlicher Bestandteil jeder seiner Shows.

Aus Anlass seines 30. Geburtstags organisierte der Cirque du Soleil im Dezember 2014 eine Reihe von Konzerten in der Kirche Saint-Jean-Baptiste in Montréal. Dort interpretierten sechs Solisten, begleitet von einem Chor und einem Orchester, die schönsten Stücke aus den bisher 35 Shows des Cirque du Soleil.

In dieser von der Musik geprägten Show wird die Geschichte aus den Augen eines kleinen Mädchens namens Zoé erzählt, das im Laufe der Show erwachsen wird. Die Gefühlswelt Zoés stellt den roten Faden der Show dar und nimmt den Zuschauer mit auf eine wunderbare musikalische Reise durch 30 Jahre Zirkusgeschichte.

Mittwoch, 26.12. (2. Weihnachtsfeiertag) / ab 14:10 Uhr / Schwerpunkt: Zirkus, Zirkus!
Schwerpunkt, ARTE90 Min.

Der Zirkus hat im Weihnachtsprogramm von ARTE seit langem Tradition. So bieten auch in diesem Jahr Artisten aus der ganzen Welt einen ganzen Abend lang ein faszinierendes Spektakel der zirzensischen Kunst. Das Programm eröffnet mit den Höhepunkten der 39. Ausgabe des „Weltfestivals des Zirkus von Morgen“, das alljährlich junge, vielversprechende Talente unter der Kuppel des Pariser Cirque Phénix versammelt und die moderne Zirkuskunst auf höchstem Niveau zelebriert. Clowns, Jongleure, Akrobaten, Seiltänzer und Trapezkünstler aller Nationen treten mit ihren spektakulären Darbietungen vor einer internationalen Jury und einem enthusiastischen Publikum auf. Welche der talentierten Nachwuchskünstler nehmen in diesem Jahr die begehrten Medaillen mit nach Hause? Ein absolutes Muss für alle Zirkusbegeisterten, genau wie die darauffolgende Show des kanadischen Cirque du Soleil : „Kurios – Cabinet of Curiosities“, die in Europa bisher noch nicht zu sehen war. Mit viel Poesie und Humor entführt sie in das Kuriositätenkabinett eines Forschers, der mit kindlicher Unschuld, so naiv wie genial, an eine unsichtbare Welt voller Wunder glaubt, in der die verrücktesten Ideen und großartigsten Träume passieren. Auf der Suche nach dieser verborgenen Welt gerät seine eigene gehörig aus den Fugen…Die daran anschließende Dokumentation „Akrobaten unter freiem Himmel“ stellt Zirkuskünstler der in den 1980er Jahren in Frankreich entstandenen Bewegung Nouveau Cirque vor. Traditionelle Zirkuskunst verbindet sich hier in beeindruckenden und außergewöhnlichen Settings mit Tanz, Theater und bildender Kunst. Zum Abschluss dieser Zirkusnacht auf ARTE verzaubert das französische Kollektiv „Les 7 doigts de la main“ mit seiner burlesken Performance „Reversibel“, einer packenden Mischung aus Zirkus, Musik, Tanz und Theater.

Mittwoch, 26.12. (2. Weihnachtsfeiertag) / 14:10 Uhr / 38. Weltfestival des Zirkus von Morgen
Zirkus, Frankreich, 2016, ARTE F 90 Min.
Regie: François-René Martin
Online verfügbar von 26/12 bis 02/01

Junge Akrobaten, Seiltänzer, Clowns, Jongleure und Trapezkünstler – jedes Jahr messen sich die besten Nachwuchs-Zirkuskünstler beim „Festival Mondial du Cirque de Demain“. Spannung und Unterhaltung sind bei dieser hochkarätigen Show garantiert und machen das Festival zu einem absoluten Muss für alle Zirkusliebhaber.

Jedes Jahr treffen sich beim Festival Mondial du Cirque de Demain Dutzende junge Akrobaten, Seiltänzer, Clowns, Jongleure und Trapezkünstler, um ihr Können vor einem erwartungsvollen Publikum und einer internationalen Jury unter Beweis zu stellen. Bei der 38. Ausgabe sind erstmals iranische Artisten mit von der Partie und stellen gemeinsam mit 15 anderen Nationen die kreative Schaffensfreude der Zirkuswelt zur Schau. Allein, zu zweit oder in der Gruppe präsentieren die jungen Talente ihre heutige Sicht auf den Zirkus in all seiner Vielfalt. Spannung und Unterhaltung sind bei dieser hochkarätigen Show garantiert und machen das Festival Mondial du Cirque de Demain zu einem absoluten Muss für alle Zirkusliebhaber: Artisten, ehemalige Preisträger, Agenten, Produzenten, Medienteams und Publikum kommen im Pariser Cirque Phénix zusammen, um gemeinsam einige der schönsten Momente der diesjährigen Zirkussaison zu erleben. Die 38. Ausgabe des internationalen Wettbewerbs wurde im Januar 2017 veranstaltet.

Mittwoch, 26.12. (2. Weihnachtsfeiertag) / 20:15 Uhr / 39. Weltfestival des Zirkus von Morgen
Zirkus, Frankreich, 2017, ARTE F 86 Min.
Regie: Ybao Benedetti
Moderation: Calixte de Nigremont
Online verfügbar von 26/12 bis 02/01
Erstausstrahlung

Die 39. Ausgabe des „Festival Mondial du Cirque de Demain“ fand im Februar 2018 auf der Pariser Grünfläche Pelouse de Reuilly im Cirque Phénix statt. Wie jedes Jahr führten vielversprechende junge Artisten aus aller Welt atemberaubende Nummern vor, darunter Akrobaten, Seiltänzer, Jongleure und Trapezkünstler.

Das Festival Mondial du Cirque de Demain oder „Internationales Festival des Zirkus von morgen“ führt Zirkusbegeisterte aus aller Welt zusammen. Junge, vielversprechende Artisten aus rund 15 Nationen stellen einer internationalen Jury und einem neugierigen, passionierten Publikum die außergewöhnlich kreative Palette der internationalen Zirkuskunst 2018 vor. In dieser 39. Ausgabe ist zum ersten Mal Neuseeland dabei. Unter der Leitung von Alain M. Pacherie versammelt das Festival jedes Jahr Dutzende Akrobaten, Seiltänzer, Clowns, Jongleure und Trapezkünstler unter dem riesigen Zirkuszelt auf der Grünfläche Pelouse de Reuilly in Paris. Ob als Solonummer, im Duo oder im Künstlerkollektiv – die jungen Talente zeigen, was sie können, und führen auf höchstem Niveau die hochkreative und breite Palette der modernen Zirkuskunst vor. Jede Nummer bringt etwas Neues; so verstreichen die Jahre, aber die Spannung und Begeisterung für diese Veranstaltung bleibt. Das „Festival Mondial du Cirque de Demain“ ist ein absolutes Muss für alle, die dem Zirkus verbunden sind: Artisten, ehemalige Preisträger, Agenten, Produzenten, Medien oder ganz einfach Fans der zirzensischen Kunst finden sich unter der Kuppel des Cirque Phénix zusammen, um gemeinsam einige der atemberaubendsten Momente der Saison zu erleben.

Mittwoch, 26.12. (2. Weihnachtsfeiertag) / 21:40 Uhr / Cirque du Soleil: Kurios – Cabinet of Curiosities
Zirkus, Kanada, 2017, ZDF 84 Min.
Regie: Jean-Marc Létourneau
Erstausstrahlung

Die Show „Kurios – Cabinet of Curiosities“ entführt den Zuschauer in die Welt eines Forschers, dessen Lebenswelt durch das Auftreten einer Kuriosität nach der anderen mit viel Poesie und Humor auf den Kopf gestellt wird. Der Cirque du Soleil hat mit dieser Touring-Show ein unvergessliches und zauberhaftes Highlight geschaffen, das ARTE nun in Erstausstrahlung zeigt. Für ein Live-Publikum ist dieses Spektakel bisher in Europa auch noch nicht zu sehen gewesen.

Die Show „Kurios – Cabinet of Curiosities“ des Cirque du Soleil entführt den Zuschauer in die Welt eines Forschers, dessen Lebenswelt durch das Auftreten einer Kuriosität nach der anderen mit viel Poesie und Humor auf den Kopf gestellt wird. In einer weit zurückliegenden aber dennoch vertrauten Vergangenheit entdeckt ein Forscher, dass wir zuerst lernen müssen die Augen zu schließen, um die Wunder zu sehen, die unter der Oberfläche verborgen liegen. In seinem überlebensgroßen Kuriositätenkabinett ist der Forscher davon überzeugt, dass es eine verborgene, unsichtbare Welt gibt – einen Ort, an dem die verrücktesten Ideen und die größten Träume wahr werden. Und tatsächlich treten plötzlich mehrere Wesen aus dieser anderen Welt in seine behelfsmäßige mechanische Lebenswelt. Diese sonderbaren und gutmütigen Wesen schaffen es, seine Welt mit einem Hauch Poesie und Humor auf den Kopf zu stellen und seine Fantasie zu entzünden. Als ihnen das gelingt, entspinnt sich vor den Augen des Forschers eine kuriose Vorstellung nach der anderen. Was wäre alles möglich, wenn wir unsere Fantasie anregen und unseren Geist öffnen könnten, um die Tür zu einer Welt voller Wunder zu öffnen? „Kurios“ ist bei seiner Premiere in Montreal von Presse und Publikum als eine der stärksten Shows des Cirque du Soleil der letzten Jahre gefeiert worden. Noch ist sie in Europa nicht zu sehen gewesen. ARTE zeigt sie jetzt in einer Erstausstrahlung.

Mittwoch, 26.12. (2. Weihnachtsfeiertag) / 23:05 Uhr / Akrobaten unter freiem Himmel
Zirkus, Frankreich, 2016, ARTE F 53 Min.
Regie: Nicos Argillet, Netty Radvanyi
Online verfügbar von 26/12 bis 24/02

Spektakuläre Akrobatik und atemberaubende Shows: Acht außergewöhnliche Artisten, die sich und den Zirkus täglich neu erfinden, präsentieren atemberaubende Performances unter freiem Himmel. Inspiriert von Tanz, Theater und Gegenwartskunst haben sie jenseits von Zirkuszelten und ausgetretener Pfade einen neuen, kreativen Raum geschaffen. Gleichgewicht und Schwerkraft, Chaos und Leere, Balance und Bewegung sind der Stoff, aus dem ihre Zirkusnummern gemacht werden: Filmemacher Nicos Argillet und Netty Radvanyi, selbst Pferdeakrobatin, laden ein zu einer Reise durch die faszinierende Welt des Nouveau Cirque.

Der Nouveau Cirque entstand in den 80er Jahren in Frankreich und setzte sich allmählich in der französischen und dann auch europäischen Kulturszene durch. Die Publikumsgemeinde wächst stetig, neue Zirkustruppen und neue Schulen entstehen. Der Nouveau Cirque kombiniert traditionelle Zirkuskunst mit Tanz, Theater und bildender Kunst; die oft komplexen Inszenierungen gehen weit über klassische Zirkusnummern hinaus. Die Filmemacher Netty Radvanyi und Nicos Argillet stellen acht Vertreter dieser neuen Generation von Zirkuskünstlern vor: Yoann Bourgeois, Sanja Kosonen, Alexandre Fray, Chloé Moglia, Jörg Müller, Camille Boitel, Tatiana-Mosio Bongonga und Johann Le Guillerm fordern täglich die Gesetze der Physik heraus und gehen an die Grenzen dessen, was Gleichgewicht, Bewegung und Schwerkraft zulassen. Dabei spielen sie auch mit menschlichen Empfindungen, mit Gewissheiten und Ängsten. Ihre Shows entstehen fernab vom Zirkuszelt, etwa in der Stadt oder mitten in der Natur. Die ungewöhnlichen Settings bringen die Originalität ihrer Kunst noch stärker zum Ausdruck. „Akrobaten unter freiem Himmel“ zeigt Zirkus als eine Kunstform, die auf reiner Körperlichkeit beruht. Meist bleiben die Zirkuskünstler in ihren Performances stumm; in der Dokumentation haben sie das Wort und gewähren spannende und erhellende Einblicke in ihre Kunst.

Freitag, 28.12. / 05:00 Uhr / Händel: Feuerwerksmusik beim Château de Chambord
Musik, Frankreich, 2016, ARTE F 83 Min.
Regie: Nathan Benisty
Dirigent: Hervé Niquet
Komponist: Georg Friedrich Haendel, Marc-Antoine Charpentier
Orchester: Le Concert Spirituel
Online verfügbar von 28/12 bis 04/01

Hervé Niquet und das Ensemble Concert Spirituel im Park von Schloss Chambord mit einem erlesenen Programm. Vor einem Publikum von über 4.000 Personen interpretieren sie das weltberühmte „Te Deum“ von Marc-Antoine Charpentier – dessen Präludium zur Kennmelodie für die Eurovision wurde – und zwei der berühmtesten Werke von Georg Friedrich Händel: die Suiten der Wasser- und der Feuerwerksmusik. Als Bouquet final gibt es ein echtes Feuerwerk parallel zur Musik.

Das Schloss Chambord ist das größte und wohl auch schönste der Loire-Schlösser. Erbaut wurde es im 16. Jahrhundert von König Franz I. Über 4.000 Besucher picknicken zum Konzert im Schlossgarten vor der weltberühmten Schlossfassade.

Hervé Niquet und das Ensemble Concert Spirituel bieten ein königliches Programm. Das berühmte „Te Deum“ von Marc-Antoine Charpentier, dessen Präludium als Eurovisionsmelodie verwendet wird. Anschließend werden die Suiten der Wasser- und der Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel gegeben.

Als Bouquet final gibt es zu Händels Feuerwerksmusik ein echtes, knapp 17 Minuten dauerndes Feuerwerk, fein zur Musik abgestimmt.

Freitag, 28.12. / 00:30 Uhr / Le Caravage ~ Reitkünstler Bartabas und sein Star
Dokumentarfilm, Frankreich, 2014, ARTE F 70 Min.
Regie: Alain Cavalier
Online verfügbar von 28/12 bis 05/01
Erstausstrahlung

Jeden Morgen beginnt Bartabas, Gründer des Pferdetheaters Zingaro, die Arbeit mit seinem Lieblingspferd Le Caravage. Im stummen Zwiegespräch führt jeweils einer den anderen. Werden sie die nötige Perfektion erreichen, um vor Publikum auftreten zu können, gesundheitliche Probleme überwinden, nach einer verpatzten Session weitermachen … und sich am Ende über eine fehlerfreie Leistung freuen?

Jeden Tag beginnt Bartabas, Gründer des Pferdetheaters Zingaro, früh am Morgen die Arbeit mit seinem Lieblingspferd Le Caravage. Im stummen Zwiegespräch führt jeweils einer den anderen. Werden sie die nötige Perfektion erreichen, um vor Publikum auftreten zu können? Werden sie gesundheitliche Probleme überwinden, nach einer verpatzten Session weitermachen und sich am Ende über eine fehlerfreie Leistung freuen können? Der französische Regisseur Alain Cavalier ist ein alter Bekannter von Bartabas. Er bat den berühmten Pferdetrainer, die Vorbereitungen für die nächste Show mit dem Hengst Le Caravage filmen zu dürfen. Täglich besuchte er das Theatergelände nördlich von Paris, um die Probenarbeit von Bartabas und Le Caravage filmisch festzuhalten. Mit seiner kleinen DV-Kamera begleitete der Filmemacher unauffällig das Geschehen im Stall, auf dem Reitplatz und auf der Koppel. Im Theater selbst, unter dessen hölzerner Kuppel die allabendlichen Aufführungen stattfinden, filmte Alain Cavalier hingegen nicht: Ihn interessierte die geheimnisvolle Vorbereitung der Shows – vor allem Bartabas‘ langsame, geduldige und umsichtige Arbeit mit dem prächtigen Anglo-Hispano-Araber Le Caravage, unter dessen matt glänzendem Fell sich kraftvolle Muskeln abzeichnen.


Samstag, 29.12. / 06:15 Uhr / Gestatten: Fleming, Ian Fleming ~ Die Geschichte des Mannes, der James Bond erfand
Dokumentation, Deutschland, 2015, RB 51 Min.
Regie: André Schäfer
Online verfügbar von 29/12 bis 05/01

Jeder kennt James Bond, den Spezialagenten Ihrer Majestät, und seine Vorliebe für schnelle Autos und schöne Frauen. Weniger bekannt ist sein Schöpfer, der britische Schriftsteller Ian Fleming. Die Aussagen von Familienmitgliedern, Weggefährten und Kollegen des Schriftstellers machen deutlich, wie viel Ian Fleming in dessen Figur James Bond steckt.

James Bond ist eine Ikone der Popkultur. Weltweit kennt man seine Vorlieben für schnelle Autos und schöne Frauen, und selbst Abstinenzler wissen, wie Bond seinen Martini bestellt. Weniger bekannt ist der Mann hinter James Bond: Ian Fleming, der britische Schriftsteller, der den Agenten mit der Doppel-Null und der Lizenz zum Töten erfunden hat. Dabei ist Fleming durchaus einer der großen Erzähler des 20. Jahrhunderts – und es steckt verblüffend viel Fleming in James Bond.

Die Dokumentation porträtiert den Autor Ian Fleming und kommt dabei der Figur James Bond näher als mancher Bond-Film. Sie erzählt, wie sich der Schulversager und Sohn aus gutem Hause in anderen Bereichen einen Namen machte: als Frauenschwarm, Athlet und Geheimdienstmitarbeiter beim Marine-Nachrichtendienst während des Zweiten Weltkriegs.

Zu Wort kommen die engsten Familienmitglieder Flemings, darunter die beiden Töchter seines älteren Bruders Peter. Sie verwalten und mehren Flemings literarischen Nachlass. Denn noch heute werden James-Bond-Romane in Auftrag gegeben. Ian Flemings Stieftochter Fionn Morgan spricht über Flemings leiblichen Sohn Caspar und dessen tragisches Leben sowie über den zweiten großen literarischen Einfall ihres Stiefvaters, die Kindergeschichte vom Wunderauto „Chitty Chitty Bang Bang“, die für Caspar ausgedacht war und eine liebenswert verspielte Selbstparodie des James-Bond-Universums ist.

Die Dokumentation zeigt auch, was Fleming und sein Alter Ego mit Kitzbühel und Wattenscheid zu tun haben, mit Vogelkunde und der Welt unter Wasser. Und die beiden Übersetzerinnen der vollständigen deutschen Neuübersetzung der Bond-Romane erklären, warum „James Bond“ eigentlich Frauenliteratur ist.

Schließlich ruft der britische Autor Simon Winder die Bedeutung Ian Flemings für das Großbritannien der 1950er Jahre in Erinnerung: In einer Zeit, in der das Empire seinen Niedergang erlitt, habe Fleming für „ein Quantum Trost“ gesorgt.

Sonntag, 30.12. / 05:00 Uhr / Abgedreht! Simon & Garfunkel
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F 35 Min.
Online verfügbar von 30/12 bis 29/01

(1): Story: Simon & Garfunkel
(2): Ikone: „Die Reifeprüfung“
(3): Story: Paul Simons Solokarriere
(4): Rare Perle: Art Garfunkel

(1): Story: Simon & Garfunkel
Mit engelsgleichen Stimmen und einlullendem Folk waren Simon & Garfunkel die Tranquilizer der psychedelisch-psychotischen USA in den 1960er Jahren. Zwischen 1965 und 1970 veröffentlichte das wohl ungleichste Duo der Rockgeschichte fünf Alben, die allesamt Kultstatus besitzen. Hier die Geschichte ihres Erfolgs.

(2): Ikone: „Die Reifeprüfung“
1967 brilliert Dustin Hoffman in „Die Reifeprüfung“ von Mike Nichols als weltfremder junger Mann, der aus Langeweile ein Verhältnis mit einer älteren Frau anfängt – der berühmten Mrs. Robinson, der sogar ein eigenes Lied gewidmet wurde. Doch wie kam die Musik von Simon & Garfunkel überhaupt in „Die Reifeprüfung“?

(3): Story: Paul Simons Solokarriere
Nachdem sich Simon & Garfunkel getrennt hatten, bot sich für Paul Simon eine Solokarriere an. Er zeichnete für die Hits des Duos verantwortlich und hatte nicht die Absicht, es dabei zu belassen. Sein erstes Soloalbum erschien im Januar 1972.

(4): Rare Perle: Art Garfunkel
1980 ist Art Garfunkel als Solist im kanadischen Fernsehen zu Gast. Er ist 39 Jahre alt und erzählt aus seiner Kindheit.

Sonntag, 30.12. / 16:05 Uhr / Audrey Hepburn, Königin der Eleganz
Schwerpunkt: Festtagsprogramm
Dokumentation, Frankreich, 2016, ARTE F 54 Min.
Regie: Emmanuelle Franc
Online verfügbar von 30/12 bis 06/01
Erstausstrahlung

Audrey Hepburn steht vor dem Schaufenster des Juweliers Tiffany in New York. Es ist fünf Uhr morgens. Im Schaufenster sieht die Schauspielerin ihre schönsten Rollen vorbeiziehen: Sie spielte den Unschuldsengel, die Elegante, die Verführerin – doch vor allem verkörperte sie Lebenslust. Aber warum wirkt ihr Lächeln immer ein bisschen melancholisch? Das Porträt enthüllt in kleinen Häppchen das Geheimnis um den Charme Audrey Hepburns.

Audrey Hepburn steht vor dem Juwelierladen Tiffany in New York. Es ist 5 Uhr morgens. Im Schaufenster sieht die Schauspielerin ihre schönsten Rollen vorbeiziehen: Prinzessin Ann in „Ein Herz und eine Krone“, dem Film über die Freiheit nach dem Krieg; „Sabrina“, die Tochter des Chauffeurs einer reichen Familie, die sich in deren jüngeren Sohn verliebt. „Du greifst immer nach den Sternen“, sagt ihr Vater. „Nein, Vater“, antwortet sie, „die Sterne greifen nach mir.“ Mit Audrey Hepburn gewann Hollywood wohl seinen europäischsten Stern: Sie wurde in Belgien geboren, wuchs in den Niederlanden auf und behielt ihr Leben lang ihren britischen Pass. Mädchen in aller Welt eifern ihr auch heute noch nach. Sie verkörperte Lebensfreude, Eleganz, die unschuldige Verführung. Trotz eines Oscars blieb sie bescheiden, sah sich nie als klassische Filmikone. Doch warum wirkt ihr Lächeln immer ein bisschen melancholisch? Inwiefern beeinflusste der Krieg ihren späteren Lebensweg? Sind die Komödien der großen europäischen Regisseure nicht ein Akt des Widerstandes gegen die Tragik des Lebens? Das Porträt zeigt das verborgene Leid der äußerlich so lebensfrohen Schauspielerin. Im Halbdunkel eines Fotolabors offenbart sich im Laufe des Dokumentarfilms eine ganz private Sicht auf die Hollywood-Ikone: Die Bilder zeigen sie als junges Mädchen, das Tänzerin werden will, als verrücktes Model, als Hausfrau und zuletzt als UNICEF-Botschafterin. Auf diese Rolle habe sie ihr Leben lang gewartet, sagte sie. Der Film enthüllt in kleinen Häppchen das Geheimnis um Audrey Hepburns Charme.

Sonntag, 30.12. / 17:00 Uhr / Die Tanzschüler der Pariser Oper… 5 Jahre später (2/5): Freiheit und Selbstverwirklichung
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2016, ARTE F 26 Min.
Regie: Françoise Marie
Online verfügbar von 30/12 bis 06/01
Erstausstrahlung

Vor fünf Jahren beleuchtete die Dokumentationsreihe „Die Tanzschüler der Pariser Oper“ den intensiven Arbeitsalltag der Ballettschüler im Pariser Palais Garnier. Nun kehrt die Regisseurin Françoise Marie dorthin zurück und besucht die ehemaligen Schüler in der begehrtesten Ballettkompanie Frankreichs. Was ist aus Alice, Antonio, Clémence, Pablo, Roxane und den anderen geworden? Die fünfteilige Fortsetzung der Doku-Serie erzählt von ihren Herausforderungen, Zweifeln und Hoffnungen als junge Erwachsene und wirft einen Blick zurück auf ihre Schulzeit.

Im Wechsel mit dem Klassiker „Schwanensee“ zeigt die Pariser Oper moderne Tanzaufführungen unter Leitung des namhaften zeitgenössischen Choreographen Jiri Kylian, für deren Besetzungen Antonio, Marion, Pablo, Simon, Héloïse und Clémence ausgewählt wurden. Hier gilt die Hierarchie des klassischen Balletts nicht: Gastchoreographen wählen die Tänzer aus, die in Solistenrollen auftreten sollen. So arbeitet Antonio in „Tar and Feathers“ gemeinsam mit Startänzerin Dorothée Gilbert, während sich Pablo und Simon in „Bella Figura“ und der „Psalmensymphonie“ profilieren können.

Die Beziehung zum Tanz ist nun eine völlig andere: Es geht nicht mehr darum, vorgeschriebene Rollen zu interpretieren, die zum Standardrepertoire gehören und seit Jahrhunderten unverändert getanzt werden, sondern sich im Hier und Jetzt von der Musik tragen zu lassen und die eigene tief verborgene Ausdrucksfähigkeit zur Entfaltung zu bringen. Anders als an der Ballettschule geht es nun um mehr als Bewegung: Kylian fordert von seinen Darstellern, beim Tanzen Risiken einzugehen und somit etwas Authentisches entstehen zu lassen. Eine bewusstseinsverändernde Erfahrung, denn die Freiheit, man selbst zu sein, führt unweigerlich zu der Frage, wie dieses Selbst eigentlich aussieht. Wie können die jungen Tänzerinnen und Tänzer darauf eine Antwort finden, wo doch ihre Lehrjahre ganz auf die perfekte Ausführung klassischer Ballettpositionen ausgerichtet waren?

Sonntag, 30.12. / 17:30 Uhr / Aus der verbotenen Stadt in Peking: Carl Orff »Carmina Burana«
Musik, Deutschland, 2018, ZDF 70 Min.
Regie: Tiziano Mancini
Dirigent: Long Yu
Chorleitung: Heinz Ferlesch
Chor: Wiener Singakademie, Shanghai Spring Children’s Choir
Komponist: Carl Orff
Orchester: Shanghai Symphony Orchestra

Mit: Toby Spence (Tenor), Ludovic Tézier (Bariton), Aida Garifullina (Sopran)

Online verfügbar von 30/12 bis 29/01
Erstausstrahlung

Die geheimnisvolle, exotische Atmosphäre der Verbotenen Stadt in Peking bietet die perfekte Kulisse für ein Musik-Event mit Seltenheitswert: Erstmals seit vielen Jahren findet wieder ein Konzert mit klassischer Musik auf dem Platz vor dem berühmten Kaiserlichen Ahnentempel statt. Auf dem Programm steht eines der populärsten Werke der neueren Musikliteratur: „Carmina Burana“ von Carl Orff. Orffs Kantate beruht auf den Texten einer mittelalterlichen Liedersammlung, die 1803 im Kloster Benediktbeuern entdeckt wurden. Sie erzählen von den fundamentalen Themen, die über alle Zeiten und Kulturkreise hinweg ewig aktuell bleiben: von Liebe und Lebensfreude, von Glück und Leid. Orff hat dazu eine Musik komponiert, die sich aufs Beste mit dem archaischen Duktus der lateinischen und mittelhochdeutschen Texte verbindet. Nicht umsonst gehört „Carmina Burana“ heute zu den bekanntesten Werken der Musik des 20. Jahrhunderts überhaupt.

Zusatzinfo:
Für die monumentalen Chöre zeichnet die Wiener Singakademie verantwortlich. Die Solopartien übernimmt ein internationales Starensemble mit der russischen Sopranistin Aida Garifullina, dem britischen Tenor Toby Spence sowie dem französischen Bariton Ludovic Tézier. Long Yu dirigiert das Shanghai Symphony Orchestra.

Sonntag, 30.12. / 20:15 Uhr / Krieg und Frieden
(War and Peace)
Spielfilm, Italien, USA, 1956, ARTE F 208 Min.
Regie: King Vidor
Autor: Leo Tolstoi
Kamera: Aldo Tonti, Jack Cardiff
Schnitt: Stuart Gilmore, Leo Catozzo
Musik: Nino Rota
Produzent: Dino De Laurentiis
Drehbuch: Bridget Boland, Robert Westerby, Ivo Perilli, King Vidor, Mario Camerini, Ennio de Concini, Irwin Shaw

Mit: Anita Ekberg (Helene), Audrey Hepburn (Natascha Rostow), Vittorio Gassman (Anatol Kuragin), Mel Ferrer (Prinz Andrej Bolkonski), Henry Fonda (Pierre Bezukow), Herbert Lom (Napoleon)

Russland zur Zeit der napoleonischen Kriege: Im September 1812 erobern die Truppen des französischen Kaisers Moskau. Der Film zeichnet das Porträt einer Familie – und zugleich ein opulentes Bild der russischen Gesellschaft jener Epoche.

Rauschende Feste prägen die Sommer des russischen Hochadels Anfang des 19. Jahrhunderts. Doch am westlichen Horizont ballen sich Gewitterwolken zusammen. Napoleon Bonaparte überzieht ganz Europa mit Kriegen und marschiert im Juni 1812 auch in Russland ein. Im September erobern die Truppen des französischen Kaisers Moskau. Der „Vaterländische Krieg“ erschüttert nicht nur das Russische Reich, sondern auch das Leben der Familie Rostow in ihren Grundfesten. Doch nicht nur auf den Feldern der Ehre werden Schlachten geschlagen. Die Tochter der Familie, Natascha, kann sich mit der geplanten Vernunftheirat mit Prinz Andrej Bolkonski nicht anfreunden. Ihr Herz gehört Anatol Kuragin. Doch auch Graf Pierre Bezukow hat ein Auge auf die hübsche Aristokratin geworfen …

Zusatzinfo:
Leo Tolstois epischer Roman über die russische Gesellschaft zur Zeit der napoleonischen Kriege galt lange Zeit als unverfilmbar. Der Film von King Vidor imponiert durch beachtliche Leistungen bei der Darbietung einer Fülle von Einzelschicksalen und durch Massenszenen.

Sonntag, 30.12. / 00:40 Uhr / Onegin
Ballett von John Cranko nach Alexander Puschkin
Ballett, Deutschland, 2018, SWR 96 Min.
Regie: Michael Beyer
Dirigent: James Tuggle
Tanzkompagnie: Stuttgarter Ballett
Orchester: Staatsorchester Stuttgart
Online verfügbar von 30/12 bis 29/01
Erstausstrahlung

Vor etwas mehr als 50 Jahren kreierte der Choreograph John Cranko seine drei großen Ballette „Romeo und Julia“, „Onegin“ und „Der Widerspenstigen Zähmung“. Seine Choreographien machten das Stuttgarter Ballett über Nacht auf der ganzen Welt berühmt, schrieben Ballett-Geschichte und inspirierten eine ganze Generation an Tänzern. Bis heute zählen sie zu den meistgespielten Balletten weltweit. In der vergangenen Spielzeit 2017/2018 nahm das Stuttgarter Ballett die Werke anlässlich des Jubiläums in einer Cranko-Trilogie wieder ins Programm auf. Nach der Aufzeichnung von „Romeo und Julia“, Crankos wohl berühmtester Produktion, zeigt ARTE nun das abendfüllende Handlungsballett „Onegin“, basierend auf dem berühmten Versroman des russischen Nationaldichters Alexander Puschkin.

Treffsicher und nachvollziehbar hat Cranko Puschkins Nationalepos in Tanz verwandelt. Er erzählt die Geschichte des blasierten Großstädters Onegin, getanzt von Friedemann Vogel, der der jungen, in ihn verliebten Tatjana, verkörpert durch die Primaballerina Alicia Amatriain, eine Abfuhr erteilt. Jahre später übernimmt Tatjana dann selbst die Rolle der Zurückweisenden – als gereifte Frau, verheiratet mit dem Fürsten Gremin, schickt sie den um eine zweite Chance flehenden Onegin fort, obwohl sie ihn noch immer liebt. Die berauschende Musik Tschaikowskys, Jürgen Roses prächtige Ausstattung und Crankos einzigartige Choreographie mit leidenschaftlichen Pas de deux und großen Corps de Balletszenen fügen sich zu einem hochemotionalen und ergreifenden Meisterwerk des Handlungsballetts zusammen. Marciá Haydée, Crankos einstige Muse, und weibliche Titelrolle bei der Uraufführung der zweiten Fassung von „Onegin“ im Oktober 1967, ist in der Rolle der Amme zu sehen.

Sonntag, 30.12. / 02:40 Uhr / Durch die Nacht mit … Austin Spezial
Magazin, Deutschland, 2015, ZDF 55 Min.
Regie: Edda Baumann-von Broen, Hasko Baumann
Online verfügbar von 30/12 bis 06/01

Wer Austin zu Zeiten des Festivals South by Southwest (SXSW) besucht, kann sich kaum vorstellen, dass die liberale Stadt eigentlich nur ein Nest im großen reichen Texas ist – aber was für eins! Seit Jahrzehnten gilt der Ort als Sammelbecken für Outlaws und Kreative und hat sich inzwischen den Ruf des alternativen Hollywoods erarbeitet. SXSW ist globaler Schrittmacher für Film, Musik und digitale Kultur: Ob Al Gore oder Lady Gaga – alle wollen dabei sein, wenn sich die coolen Nerds treffen.

In diesem „Durch die Nacht mit …“-Spezial besuchen Regisseur Jonathan Demme („Das Schweigen der Lämmer“) und SXSW-Mitbegründer Louis Black den Filmemacher Robert Rodriguez („Sin City“) in seinen Studios und diskutieren mit dem frischgebackenen Oscar-Preisträger Richard Linklater („Boyhood“) über das Erfolgsgeheimnis der lokalen Filmszene. Auf dem Festival begegnet die Schauspielerin, Autorin und Produzentin Hannah Cheesman („Whatever, Linda“) der Gründerin der Crowdsourcing-Plattform „Seed And Spark“, Emily Best. Schnell sind sich die beiden Frauen einig, dass sie ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen müssen, statt im Cinderella-Komplex zu erstarren.

An der Karaoke-Maschine im Alamo Drafthouse Cinema erwartet der Gründer und Filmfestival-Kurator Tim League unterdessen den in Austin geborenen, oscarnominierten Dokumentarfilmer Joshua Oppenheimer („The Act Of Killing“). Auch Singer-Songwriter Ben Kweller, Schlagzeuger Thor Harris (Swans, Amanda Palmer) und Musikerin Sarah Gautier unterstreichen in dieser Folge, warum das Motto der Stadt zugleich ihr größtes Kapital ist: „Keep Austin Weird“!

Montag, 31.12. (Silvester) / 05:00 Uhr / Yuja Wang spielt Schostakowitschs Klavierkonzert Nr. 1
Musik, Deutschland, 2015, ZDF 43 Min.
Regie: Dick Kuijs, Anaïs & Olivier Spiro
Dirigent: Mariss Jansons
Komponist: Dmitri Schostakowitsch
Orchester: Royal Concertgebouw Orchestra
Mit: Yuja Wang (Klavier)
Online verfügbar von 31/12 bis 07/01

Ihr Markenzeichen sind Outfits in knalligen Farben, High Heels und Minirock – das Gegenteil von dem, was ein klassisches Konzertpublikum erwartet. Doch keine junge Pianistin wird derzeit so gefeiert wie die gebürtige Chinesin Yuja Wang. ARTE zeigt ihre mitreißende Interpretation von Schostakowitschs erstem Klavierkonzert, einem so ungewöhnlichen wie unterhaltsamen Werk. Ergänzt wird das Konzert um eine atmosphärisch dichte Dokumentation, bei der die Filmemacher Anaïs & Olivier Spiro die Pianistin auf ihrem Tour-Alltag begleiten.

Schostakowitsch bezeichnete sein erstes Klavierkonzert einst als „spöttische Herausforderung“ an den Konzertbetrieb. Tatsächlich: 1933 komponiert, hört man der Musik die Erfahrung des Komponisten als Pianist zur Begleitung von Stummfilmen an. Ungewöhnlich auch: Dem virtuosen Piano-Part setzte Schostakowitsch mit der Trompete ein zweites Soloinstrument entgegen (Solist: Omar Tomasoni). Mit dem Concertgebouw-Orchester unter Leitung von Mariss Jansons spielt ein Weltspitzen-Ensemble.

Yuja Wang, Jahrgang 1987, gehört zu einer neuen Generation von Musikerinnen, die dank phänomenaler Technik und großem Selbstbewusstsein selbst schwerste Stücke des klassischen Repertoires mit großer Lässigkeit spielen können. Yuja Wangs Spiel ist voller Leidenschaft und Hingabe, abseits der Bühne begegnet einem eine so ernsthafte wie humorvolle und zugewandte Person. Berüchtigt ist sie zudem für ihre extravagante Garderobe auf der Bühne, wo sie mit knalligen Farben, High Heels und Minirock das Stilempfinden und die Sehgewohnheiten des klassischen Konzertpublikums noch immer herausfordert.

Mit ungefähr 120 Konzerten pro Jahr führt Yuja Wang ein nomadisches Leben zwischen den Metropolen dieser Welt – eine Zeit, in der junge Menschen oft erste Erfahrungen im Beruf sammeln oder eine Familie gründen. Die Filmemacher Anaïs & Olivier Spiro haben sie über längere Zeit begleitet. Herausgekommen ist ein so atmosphärischer wie intimer Film, den Yuja Wang wie eine Art Tour-Tagebuch selbst kommentiert.

Montag, 31.12. (Silvester) / 10:05 Uhr / Die Tanzschüler der Pariser Oper: Das neue Schuljahr
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2012, ARTE F 26 Min.
Regie: Françoise Marie

Die Pariser Oper hat eine der renommiertesten Ballettschulen Frankreichs von internationalem Ruf. Die 130 Schüler haben einen gemeinsamen Traum: eines Tages im Ensemble der Pariser Oper zu tanzen. Françoise Marie hat die Jungen und Mädchen zwischen 8 und 18 Jahren ein Schuljahr lang mit der Kamera begleitet. Ihre sechsteilige Reihe erzählt die Geschichte der Ballettschule und gibt Einblicke in das feine Räderwerk der Institution, die junge Tanztalente auf den Eintritt in die begehrteste Ballettkompanie Frankreichs vorbereitet.

September, 2011: An der Ballettschule der Pariser Oper blicken 130 Schüler zwischen 8 und 18 Jahren einem neuen Abenteuer entgegen. Für manche von ihnen ist es der allererste Tag an der Schule, andere freuen sich über die Rückkehr in eine bereits vertraute Welt. Viele kommen von weit her, einige sogar von sehr weit – aus Italien, Finnland oder China. Jeden Morgen um 8.00 Uhr erklimmen die Schüler die Stufen des großen Schulgebäudes, in dem alle Klassenstufen untergebracht sind. Der Nachmittag ist ganz dem Tanztraining gewidmet. Schon am ersten Tag nach den Ferien – die Schulleiterin und Spitzentänzerin Elisabeth Platel hat kaum ihre Ansprache beendet – steht eine neue Aufgabe an: Es geht an die Vorbereitungen für eine Parade, die die Pariser Ballettkompanie jedes Jahr seit 1949 zu einem Militärmarsch von Hector Berlioz in der Opéra Garnier aufführt. Für die ganz Kleinen ist es ein großer Moment, da sie zum ersten Mal in ihrem Leben auf der Bühne stehen.

Zusatzinfo:
Die vor 300 Jahren gegründete Ballettschule der Pariser Oper ist ein legendärer Ort von internationalem Renommee. 150 Jahre lang befand sich die Schule im Palais Garnier im Herzen von Paris, heute liegt sie in dem Pariser Vorort Nanterre, in einem lichtdurchfluteten Gebäude des französischen Architekten Christian de Portzamparc. Ihre Langlebigkeit verdankt die Tanzschule der Pariser Oper ihrer Rolle als bewährte Schmiede für erfolgreiche Tanzkünstler. Das klassische Repertoire steht im Mittelpunkt des Lehrplans, denn die Schüler sind Erben einer kulturellen Tradition. Doch auch die zeitgenössische Tanzkunst findet hier ihre Beachtung. Der Ablauf des Schuljahres mit seinem Wechsel zwischen intensiver Trainingsarbeit, Momenten des Rückzugs und ersten Feuertaufen auf der Bühne verleiht dem Film seinen Rhythmus. Indem sich die Regisseurin unter die Schüler mischt, sie zu Proben und Auftritten begleitet und flüchtige Momente ihres Schulalltags einfängt, erkundet sie den faszinierenden Kosmos des klassischen Tanzes und vermittelt in eindrucksvollen Bildern die einzigartige Atmosphäre dieses Ortes. Im Spagat zwischen Tradition und Kreativität ist jeder Schüler gefordert, seinen eigenen künstlerischen Weg und seine Nische zu finden, ohne den für den Zusammenhalt der Ballettkompanie notwendigen Gemeinschaftssinn aufzugeben. Deshalb ist die Ballettschule auch ein Ort, an dem die Schüler auf ganz besondere Weise ihre Persönlichkeit entwickeln und entfalten können. Die Regisseurin wirft einen genauen Blick auf das Ballettmilieu mit seinen besonderen Codes und seinen so anspruchsvollen Ausbildungsstandards und beleuchtet dabei sowohl die Entwicklung der Schüler zu Tänzern als auch ihren Weg von der Kindheit ins Erwachsenenalter.

Montag, 31.12. (Silvester) / 10:30 Uhr / 10:30 Die Tanzschüler der Pariser Oper: An die Arbeit!
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2012, ARTE F 26 Min.
Regie: Françoise Marie

Seit ihrem Auftritt bei der Parade mit dem Ballettensemble der Pariser Oper haben die Schüler eine erste Vorstellung davon, was es bedeutet, zu diesem großen Haus zu gehören. Doch ob sie auch im nächsten Jahr noch dabei sein und an der Seite der Ballettstars lernen dürfen, ist keineswegs sicher. Wer seinen Platz an der Schule behalten will, muss Kritik einstecken können, den hohen Ansprüchen gerecht werden, Disziplin und Pünktlichkeit an den Tag legen, dem täglichen Druck standhalten, die Trennung von der Familie verkraften und lernen, Verantwortung zu übernehmen. Mit Lektionen in Technik und Stil machen die Lehrer – meist selbst erfolgreiche Solotänzer – ihre Schüler zu den Erben einer langen Tradition. Und in der Tat werden Aufwärmübungen, besondere Trainingseinheiten und Ratschläge seit rund 300 Jahren so von den Meistertänzern an die jungen Ballettschüler weitergegeben. Auf diese Weise bildete sich im Lauf der Zeit auch jener strenge Stil mit der besonderen Kopf-, Arm- und Fußhaltung heraus, für den die Pariser Ballettkompanie heute in der ganzen Welt berühmt ist.

Montag, 31.12. (Silvester) / 11:00 Uhr / Die Tanzschüler der Pariser Oper: Fortschritte
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2012, ARTE F 26 Min.
Regie: Françoise Marie

Es ist Herbst, und in der Ballettschule der Pariser Oper wirft ein großes Ereignis sein Licht voraus: Im Dezember werden die Schüler auf der Bühne des Palais Garnier zeigen, was sie in den letzten Monaten gelernt haben. Die Aufführungen der Ballettschule haben bereits ihr Stammpublikum und eine wichtige Bedeutung, denn aus dem Zuschauerraum begutachten Ballettliebhaber, aber auch Professionelle des Fachs die Leistungen und Fortschritte der Schüler sehr aufmerksam. Außerdem gibt die Dokumentation Einblicke in die interessantesten Unterrichtseinheiten an der Schule: Während die Älteren sich im Duetttanz üben, erfahren die Jüngeren in der Musikstunde alles über die Wichtigkeit der ersten Schritte auf der Bühne. In besonderen Übungen wie Drehungen, Sprüngen und Pirouetten ist neben der Technik auch tänzerische Interpretationskunst gefordert.

Montag, 31.12. (Silvester) / 11:25 Uhr / Die Tanzschüler der Pariser Oper: Eine andere Welt
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2012, ARTE F 26 Min.
Regie: Françoise Marie

Die Weihnachtsferien sind vorbei und von dem Applaus, der die Aufführung der Ballettschüler im Palais Garnier belohnte, bleibt nur noch eine schöne Erinnerung. Die Ballettschule bietet den Jungen und Mädchen nun wieder vielseitigen Unterricht – von Folkloretänzen bis zum Charaktertanz, von zeitgenössischen Ausdrucksformen bis hin zum klassischen Ballett. Doch der Weg zum Spitzentänzer ist hart: Die Jugendlichen dürfen weder zu dick sein noch zu dünn, weder zu groß noch zu klein, und sie müssen ständig tänzerische Höchstleistungen erbringen. Wenn dann noch die Abiturvorbereitungen hinzukommen, bleibt den Schülern wenig Zeit für ihre privaten Teenager-Träume. Die Ballettschüler leben in ihrer eigenen Welt: geborgen in einer Art künstlerischem Kokon, aber auch ein wenig eingeschlossen in einer anderen Realität. Einmal im Jahr, bei den sogenannten Démonstrations Jeune Public, öffnen sich die Türen der Tanzschule für Kinder aus anderen Schulen. Eine seltene Gelegenheit für einen Austausch zwischen zwei Welten.

Montag, 31.12. (Silvester) / 11:55 Uhr / Die Tanzschüler der Pariser Oper: Bühnenauftritt
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2012, ARTE F 27 Min.
Regie: Françoise Marie

Schillernde Kostüme und frische Figuren – Frühlingszeit ist auch frische Ballettzeit. Für die Schüler der Pariser Tanzschule eine hervorragende Möglichkeit, einmal zu glänzen wie echte Mitglieder des Ensembles. Die Kleinen betreten in dem Stück „La Bayadère“ die große Bühne der Opéra Bastille an der Seite erfahrener Solotänzer. Die Großen erhalten bei dem langerwarteten „Spectacle de l’Ecole de Danse“, das jedes Jahr an der Opéra Garnier veranstaltet wird, verschiedene Rollen in drei Choreographien. Erstens in „Le bal des cadets“, bei der die Schüler ihre technischen Fertigkeiten und ihr Schauspieltalent unter Beweis stellen können. Zweitens steht die „Symphonie en trois mouvements“ des Choreographen Nils Christe auf dem Programm, der sein weltweit gefeiertes Stück auf Einladung der Pariser Ballettschule auch selbst inszeniert hat. Drittens sind die „Variations“ zu erleben, ein Stück von Johannes Brahms, in Szene gesetzt in einer Choreographie der ehemaligen Ballettschulleiterin und Balanchine-Tänzerin Violette Verdy. Dieses Mal gehen die Schüler weiter als je zuvor. Es geht jetzt darum, in Kostüme zu schlüpfen und eine Rolle in einer berühmten Choreographie zu interpretieren – also ein echter Künstler zu sein.

Montag, 31.12. (Silvester) / 12:20 Uhr / Die Tanzschüler der Pariser Oper: Prüfungszeit
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2012, ARTE F 26 Min.
Regie: Françoise Marie

Mit dem Mai beginnt an der Pariser Ballettschule die Zeit der Prüfungen. Alle Schüler müssen ein Examen absolvieren, um in die nächsthöhere Klasse aufgenommen zu werden. Wer nicht besteht, darf das Schuljahr nicht etwa wiederholen, sondern muss von der Schule gehen. Für die Schüler der Abschlussklasse geht es jetzt in die entscheidende Phase: Es naht der Aufnahmetest für die renommierte Ballettkompanie. Wer noch nicht volljährig ist und scheitert, darf nächstes Jahr noch einmal sein Glück versuchen. Für alle anderen geht es um alles oder nichts! Und dieses Jahr rekrutiert die Pariser Oper nur vier Tänzer! Neben den Vorbereitungen auf Tanzprüfungen und Abitur haben die Großen wie jedes Jahr die Aufgabe, die Kleinen bei der Organisation des Schulfestes zu betreuen. Von den Aushängen, die an den Türen der Schule oder hinter einer Glasscheibe am Künstlereingang der Opéra Garnier angebracht sind, erfahren die Schüler, ob sie im nächsten Jahr an die Schule zurückkehren dürfen. Und die ältesten entdecken, welche Wendung ihr Leben nun nehmen wird.

Montag, 31.12. (Silvester) / 18:40 Uhr / Silvesterkonzert der Berliner Philharmoniker 2018 – mit Daniel Barenboim
Musik, Deutschland, 2018, RBB 90 Min.
Regie: Torben Jacobsen
Dirigent: Daniel Barenboim
Komponist: Maurice Ravel, Wolfgang Amadeus Mozart
Musiker: Daniel Barenboim
Mit: Berliner Philharmoniker
Erstausstrahlung

Mit dem Krönungskonzert von Wolfgang Amadeus Mozart und Maurice Ravels „Boléro“ stimmen die Berliner Philharmoniker auf den Jahreswechsel ein. Nach dem Abschied von Sir Simon Rattle konnten sie in diesem Jahr Daniel Barenboim als Dirigenten des Silvesterkonzerts gewinnen. Der Maestro ist dem Orchester seit über einem halben Jahrhundert eng verbunden: Sein erstes Konzert als Solist mit den Berliner Philharmonikern spielte Barenboim bereits im Juni 1964 im Alter von 21 Jahren. Auch beim Silvesterkonzert kann man ihn am Klavier erleben, als Solist in Mozarts Klavierkonzert D-Dur KV 537. Es ist das 26. Klavierkonzert, das Mozart komponierte, auch bekannt als „Krönungskonzert“, da es 1790 in Frankfurt bei der Krönung von Kaiser Leopold II. gespielt wurde. Im Silvesterprogramm der Berliner Philharmoniker geht es weiter mit vier Werken von Maurice Ravel: Die „Rapsodie espagnole“, 1908 uraufgeführt, ist das erste große Orchesterwerk des französischen Komponisten. Nach den beiden Orchesterstücken „Alborada del gracioso“ und „Pavane pour une infante défunte“ folgt zum Abschluss des Konzerts und auch des musikalischen Jahres ein besonderer Klassiker: Maurice Ravels „Boléro“. ARTE überträgt den festlichen Abend aus der Berliner Philharmonie.

Montag, 31.12. (Silvester) / 22:35 Uhr / 350 Jahre Pariser Oper
Oper, Frankreich, 2018, ARTE F 135 Min.
Regie: Isabelle Julien (à Bastille), François-René Martin (au Palais Garnier)
Dirigent: Dan Ettinger
Chor: Choeurs de l’Opéra national de Paris
Choreographie: Rudolf Nurejew
Tanz: Les Etoiles, les Premiers Danseurs et le Corps de Ballet
Inszenierung: Vincent Huguet, Rudolf Nurejew
Musik: Serguei Prokofjew
Produktion: Opéra national de Paris
Moderation: Annette Gerlach

Mit: Sonya Yoncheva (Sopran), Ludovic Tézier (Bariton), Karl Paquette

Erstausstrahlung

„Modern seit 1669“ – das ist der Leitsatz der Opéra National de Paris. 2019 feiert sie ihr 350-jähriges Bestehen. Als Auftakt findet am Neujahrsabend in beiden Häusern, der Opéra Garnier und der Opéra Bastille, eine eindrucksvolle Gala statt, bei der Chorsänger, Orchestermusiker und Tänzer des Ballettensembles zusammenkommen. Doch nicht nur das: Die Sopranistin Sonya Yoncheva und der Bariton Ludovic Tézier sind ebenfalls geladen. ARTE präsentiert ein wahres Fest für Augen und Ohren.

Das Jahr 2019 ist für die Pariser Opernszene in doppelter Hinsicht symbolträchtig. Zum 350. Mal jährt sich die Gründung der Académie royale de musique, wie die Pariser Oper ursprünglich genannt wurde. Gleichzeitig feiert eines ihrer beiden Häuser, die Opéra Bastille, ihr 30-jähriges Bestehen. In Erinnerung an die Französische Revolution wurde es im Jahr 1989, zweihundert Jahre nach deren Beginn, eröffnet. Die Pariser Oper war schon immer eine der bedeutendsten Opern weltweit; die bekanntesten Komponisten und Choreographen des Erdballs haben hier ihre Stücke aufgeführt. Diese herausragende Stellung in der Musiklandschaft will nun einmal mehr gefeiert werden. Als Auftakt findet zum Jahreswechsel 2018/19 eine Gala statt, die Orchester, Chor und Ballettensemble zusammenbringt. Mit dabei sind auch Künstler, die die jüngste Geschichte der Oper mitgeprägt haben: Dazu gehören die bulgarische Sopranistin Sonya Yoncheva und der französische Bariton Ludovic Tézier.

An diesem besonderen Neujahrsabend sind die Zuschauer eingeladen, in beiden Opernhäusern ganz vorne mit dabei zu sein. In der Opéra Garnier erwartet sie ein von Vincent Huguet einfühlsam zusammengestelltes Arrangement aus Höhepunkten des musikalischen Repertoires, dirigiert von Dan Ettinger, und berühmten Pas de deux, getanzt von Solotänzerinnen und -tänzern des Ensembles. In der Opéra Bastille wird der dritte Akt des Balletts „Cinderella“ nach einer Choreographie von Rudolf Nurejew aufgeführt. Dafür zeigt sich das Ballettensemble in seiner ganzen tänzerischen Bandbreite und der Solotänzer Karl Paquette feiert seinen Bühnenabschied. Möge das Fest beginnen!

Montag, 31.12. (Silvester) / 00:50 Uhr / Aschenputtels Fußstapfen
Dokumentarfilm, Frankreich, 2016, ARTE F 81 Min.
Regie: Priscilla Pizzato
Online verfügbar von 31/12 bis 01/03

Kaum eine andere Märchenfigur hat das kollektive Bewusstsein so stark geprägt wie Aschenputtel. Und das gleichermaßen für Kinder wie Erwachsene. Zudem ließen sich viele Künstler von der gedemütigten Kaufmannstochter, die nach dem Tod ihrer Mutter in der Asche neben dem Herd schlafen muss, zu Filmen, Theaterstücken, Opern und Balletten inspirieren. Woher kommt diese Faszination, die zu immer neuen Analysen und Fassungen der Aschenputtel-Geschichte führt? Der Dokumentarfilm „Aschenputtels Fußstapfen“ geht den Ursprüngen des Märchenstoffs, seiner Symbolik und seinem zeitlosen Zauber auf die Spur.

Für die Anthropologin Nicole Belmont verkörpert Aschenputtel im klassischen Sinne das junge Mädchen, das von zu Hause ausziehen muss, um selbst eine Familie zu gründen. Aschenputtel ist eine mythische und zugleich allgemeingültige Figur, die in allen Ländern und zu allen Zeiten bekannt war. Der Dokumentarfilm folgt den Spuren der Märchenfigur bis ins China des 9. Jahrhunderts, wo die älteste schriftliche Quelle des Märchens gefunden wurde. In Europa gab die Landbevölkerung die Geschichte mündlich weiter, bevor sie durch Charles Perrault und die Brüder Grimm auf Papier gebannt wurde. In den verschiedenen Versionen trifft Aschenputtel, auch Aschenbrödel genannt, ihren Prinz mal auf dem Ball, mal im Gottesdienst. Die Leitmotive des Märchens – Asche, Ausgehverbot, Ball und verlorener Schuh – blieben immer gleich, änderten mit der Zeit jedoch ihre Bedeutung. Aschenputtel passte sich stets ihrer Epoche an, und in modernen Adaptionen wurde die böse Stiefmutter zur Kreditkarte und der Prinz zum Tycoon. Selbst Feministinnen nahmen sich der Figur an und stellten der perfekten Hausfrau aus dem Disneyfilm eine utopische Powerfrau gegenüber, wie sie Drew Barrymore in der Cinderella-Verfilmung „Auf immer und ewig“ verkörperte. Künstler wie Joël Pommerat, Rudolf Nurejew, Billy Wilder und Agnès Jaoui ließen das Aschenputtel in Filmen, Opern und Theaterstücken wieder aufleben. Und bewiesen: Das Märchen hat nichts von seiner Strahlkraft verloren.

Dienstag, 01.01. (Neujahr) / 18:15 Uhr / Neujahrskonzert 2019 aus dem Teatro La Fenice – Live

Musik, Italien, 2019, WDR 60 Min.
Regie: Fabrizio Guttuso Alaimo
Dirigent: Myung-Whun Chung
Chorleitung: Claudio Marino Moretti
Chor: Chor des Teatro La Fenice
Kommentar: Priscille Lafitte, Stephan Egghart
Orchester: Orchester des Teatro La Fenice

Mit: Francesco Meli (Tenor), Nadine Sierra (Sopran)

Erstausstrahlung

Zum 16. Mal findet im venezianischen Teatro La Fenice das traditionelle Neujahrskonzert statt. Seit nunmehr zehn Jahren lädt ARTE dazu ein, den zweiten Teil des Konzertabends, der dem großen Opernrepertoire gewidmet ist, live mitzuerleben. Die Leitung des Orchesters des Teatro La Fenice obliegt auch in diesem Jahr dem mehrfach mit Preisen ausgezeichneten Koreaner Myung-Whun Chung. Als Solisten konnten die Sopranistin Nadine Sierra und der Tenor Francesco Meli für den Neujahrsabend gewonnen werden. Die Einstudierung des Chores übernimmt Claudio Marino Moretti.

Die US-Amerikanerin Nadine Sierra ist mit ihren 30 Jahren bereits eine feste Größe an den weltweit führenden Opernhäusern. In der aktuellen Spielzeit gastiert sie unter anderem an der Staatsoper Berlin, der Opéra National de Bordeaux und der Metropolitan Opera in New York. Zu ihren Paraderollen zählt die Gilda aus Giuseppe Verdis „Rigoletto“. Auch dem italienischen Publikum ist sie in dieser Rolle bereits aus der Mailänder Scala bekannt. Auch der italienische Tenor Francesco Meli eroberte schon in jungen Jahren sämtliche bedeutende Opernhäuser Italiens, ebenso wie die großen Häuser und Festivals der ganzen Welt. Als Vertreter des Belcanto-Stils und Beherrscher der noch so kniffligsten Passagen verkörpert er auf exzellente Art und Weise die wichtigen Tenorpartien des italienischen Fachs, darunter die Rolle des Don Ottavio aus Mozarts „Don Giovanni“, Ferrando aus „Così fan tutte“, Jaquino aus Beethovens „Fidelio“ oder Duca aus Verdis „Rigoletto“. Die Atmosphäre des wunderschönen Opernhauses im klassizistischen Stil ist wie geschaffen für die festliche Stimmung, die durch Tanzeinlagen unterstrichen wird.

Dienstag, 01.01. (Neujahr) / 22:50 Uhr / Vier Choreograpfen an der Pariser Oper
Tanz, Frankreich, 2018, ARTE F 118 Min.
Regie: Cédric Klapisch, Miguel Octave
Choreographie: Iván Pérez, Hofesh Shechter, James Thierrée, Crystal Pite
Online verfügbar von 01/01 bis 01/05
Erstausstrahlung

Vier Choreographen, vier Werke und ein Tanzabend voller vibrierender Intensität. Die Gegenwartskünstler James Thierrée, Hofesh Shechter, Iván Pérez und Crystal Pite präsentieren ihre variationsreichen Kompositionen im Pariser Palais Garnier und beweisen wieder einmal, warum das Pariser Ballett zu den renommiertesten Compagnien der Welt gehört. An diesem Abend werden die Grenzen zwischen Tänzer und Publikum überschritten, verschüttete Traumata ans Licht gebracht und männliche Tänzer auf Arvo Pärts „Stabat Mater“ zugleich Objekte der Begierde und Gegenstand des Spotts. Den rauschenden Abschluss bildet Crystal Pites „The Seasons‘ Canon“.

Dass das Pariser Ballett zu den vielfältigsten Compagnien der Welt gehört, beweist dieser Tanzabend aus dem Palais Garnier: Vier zeitgenössische Choreographen unterschiedlichster Stilrichtungen präsentieren ihre variationsreichen Kompositionen, die sie dem Corps de Ballet der Pariser Oper auf den Leib geschrieben haben. Den Auftakt des Abends macht James Thierrée. Er entert die öffentlichen Bereiche der Pariser Oper und entführt den Zuschauer mit seinem Werk „Frôlons“ in eine fantastische Traumwelt. In „The Art of Not Looking Back“ bemächtigt sich dann der Israeli Hofesh Shechter der Bühne, indem er neun Tänzerinnen in einen urtümlichen, von panischer Angst geprägten Reigen hineinzieht. Er spürt verschütteten Traumata nach und lässt in der Choreographie blanke Gewalt auf zeremonielle Feierlichkeit antworten. Damit hinterfragt er den Stellenwert des persönlichen Schmerzes im Rahmen des künstlerischen Schaffens. Im Anschluss präsentiert der Spanier Iván Pérez ein völlig anders geartetes Stück, auf das „Stabat Mater“ von Arvo Pärt. In seiner feinsinnigen Choreographie „The Male Dancer“ setzt Pérez nur männliche Tänzer ein und entwickelt mit ihnen Schritt für Schritt das Paradox der Tänzerfigur – dieser Mischung aus Kraft und Sensibilität, die mal zum Objekt der Begierde, mal zum Gegenstand des Spottes wird. Den dynamischen Abschluss des Abends bildet „The Seasons‘ Canon“, eine eigens für das Ballett der Pariser Oper geschaffene Choreographie der Kanadierin Crystal Pite aus dem Jahr 2016 zur Musik von Max Richters Bearbeitung der „Vier Jahreszeiten“ Vivaldis.

Dienstag, 01.01. (Neujahr) / 01.10 Uhr /01:10 Let’s dance! Zu zweit
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2015, ARTE F 54 Min.
Regie: Olivier Lemaire
Online verfügbar von 01/01 bis 02/03

Vom erotischen Duett bis hin zum Tanzduell – beim Tanz zu zweit geht es immer darum, was zwischen zwei Menschen passieren kann. Ein auffordernder Blick, eine ausgestreckte Hand, ein Griff um die Taille – die Einladung, die jedem Paartanz vorausgeht, ist wesentlicher Bestandteil des klassischen Balletts und des Standardtanzes und für viele Tänzer der Ausgangspunkt einer ganzen Choreographie. Ob argentinischer Tango, Uprock in New York oder Pas de deux in Paris – für den Paartanz bedarf es stets zweier Menschen, deren Körper sich im gemeinsamen Tanz vereinen.
Zu Wort kommen in der Sendung unter anderem der britische Tänzer und Choreograph Akram Khan, die Tangotänzerin Natalia Tonelli, der Franzose Jérôme Bel sowie die belgische Choreographin Anne Teresa De Keersmaeker.

„Tanzt, tanzt, sonst sind wir verloren …” – unter diesem Motto von Pina Bausch steht die zweite Staffel der Dokumentationsreihe „Let’s dance!”, die sich in drei Teilen den Tanztraditionen der ganzen Welt widmet. „Let’s dance!” nähert sich dem Tanz über drei große Kategorien: dem Gruppentanz, dem Paartanz und dem Solotanz. Sie filmt die Tänzer hautnah und zeigt so, wie viel Sinnlichkeit und Freude, aber auch Disziplin, Angst und Zweifel mit dieser einzigartigen Kunst verbunden sind.

Die Reihe erklärt auch, welche Tanztheorien und Mythen hinter den unterschiedlichen Tanzformen stehen, und beleuchtet ihre Geschichte: Der moderne Solotanz entstand aus den Klassenkämpfen des 20. Jahrhunderts, beim Paartanz geht es nicht nur um Verführung, und Gruppentänze werden seit jeher von künstlerischen und politischen Strömungen instrumentalisiert. Was haben sich zwei argentinische Tangotänzer und zwei Lindy-Hopper zu sagen? Was verbindet einen klassischen Solotänzer und einen Popstar? Kann eine Bollywood-Choreographie wie klassisches Ballett klingen? Warum liegt der Folkloretanz in Frankreich und Italien, aber auch in Israel und Palästina derzeit wieder im Trend? Die zweite Staffel von „Let’s dance!” erkundet Tanztraditionen der ganzen Welt, erforscht ihre Herkunft und deckt überraschende Verbindungen auf.

Dienstag, 01.01. (Neujahr) / 02:05 Uhr /02:05 Let’s dance! Alle auf die Bühne!
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2015, ARTE F 54 Min.
Regie: Olivier Lemaire
Online verfügbar von 01/01 bis 02/03

Tanz in Gruppen findet man in allen choreographischen Genres. Ob auf der Bühne oder auf dem Dorfplatz, ob Partyreigen, Chorus Line, klassisches Ballett oder Bollywood-Tanz: Die Gruppe bringt eine gemeinsame, geradezu ansteckende Energie zum Ausdruck. Miteinander tanzen, Musik und Raum teilen, als Einheit oder Vielzahl von Individuen auftreten, Harmonie oder Dissonanz ausdrücken, eine Show oder politische Demonstration der Macht bieten – der Tanz in der Gruppe erfüllt sehr unterschiedliche Funktionen.

Zur Wort kommen in der Sendung unter anderem die französische Choreographin Marion Motin, Leiterin des Ensembles von Christine and The Queens, die französische Tänzerin und Choreographin Maguy Marin sowie der israelische Tänzer und Choreograph Ohad Naharin.
[Lang]:

„Tanzt, tanzt, sonst sind wir verloren …” unter diesem Motto von Pina Bausch steht die zweite Staffel der Dokumentationsreihe „Let’s dance!”, die sich in drei Teilen den Tanztraditionen der ganzen Welt widmet. „Let’s dance!” nähert sich dem Tanz über drei große Kategorien: dem Gruppentanz, dem Paartanz und dem Solotanz. Sie filmt die Tänzer hautnah und zeigt so, wie viel Sinnlichkeit und Freude, aber auch Disziplin, Angst und Zweifel mit dieser einzigartigen Kunst verbunden sind.

Die Reihe erklärt auch, welche Tanztheorien und Mythen hinter den unterschiedlichen Tanzformen stehen, und beleuchtet ihre Geschichte: Der moderne Solotanz entstand aus den Klassenkämpfen des 20. Jahrhunderts, beim Paartanz geht es nicht nur um Verführung, und Gruppentänze werden seit jeher von künstlerischen und politischen Strömungen instrumentalisiert. Was haben sich zwei argentinische Tangotänzer und zwei Lindy-Hopper zu sagen? Was verbindet einen klassischen Solotänzer und einen Popstar? Kann eine Bollywood-Choreographie wie klassisches Ballett klingen? Warum liegt der Folkloretanz in Frankreich und Italien, aber auch in Israel und Palästina derzeit wieder im Trend? Die zweite Staffel von „Let’s dance!” erkundet Tanztraditionen der ganzen Welt, erforscht ihre Herkunft und deckt überraschende Verbindungen auf.

Mittwoch, 02.01. / 20: 15 Uhr / The Artist
Stummfilm, Frankreich, 2010, ARTE F 95 Min.
Regie: Michel Hazanavicius
Autor: F. Scott Fitzgerald
Kostüme: Mark Bridges
Kamera: Guillaume Schiffman
Schnitt: Anne-Sophie Bion, Anne-Sophie Bion
Musik: Ludovic Bource
Produktion: Studio 37, La Petite Reine, La Classe Américaine
Produzent: Nika Apariashvili, Antoine de Cazotte, Antoine de Cazotte

Mit: Jean Dujardin (George Valentin), Bérénice Bejo (Peppy Miller), Malcolm McDowell (Butler), John Goodman (Al Zimmer), James Cromwell (Clifton), Penelope Ann Miller (Doris Valentin)

Hollywood, 1927: Der Schauspieler George Valentin ist der Star des Stummfilms und natürlich ein gewitzter Charmeur – ganz zum Unbehagen seines angespannten Produzenten Al Zimmer. Denn plötzlich gewinnt sein Garant für Kassenerfolge das Herz der ungestümen Peppy Miller, die mit ihrem kecken Gemüt plötzlich die Schlagzeilen der Presse dominiert und so die Aufmerksamkeit von den erfolgreichen Produktionen abzulenken droht. Eine komische und melodramatische Geschichte zweier Stars, die mit dem epochalen Umbruch vom Stumm- zum Tonfilm umgehen müssen.

Vor versammelter Presse prallt der gefragte Schauspieler George Valentin nach einer Filmvorführung mit Peppy Miller, einem jungen Fan, zusammen. Valentin wäre nicht der Maître des Stummfilms, könnte er die peinliche Situation nicht durch seinen Charme auflösen. Und so steht die junge Peppy Miller, selbstbewusst und mit einer guten Portion Chuzpe gesegnet, plötzlich im Rampenlicht. Für Valentins Frau ist es natürlich ein Affront, beim Frühstücksei den aufsehenerregenden Wangenkuss auf Seite eins der „Variety“ zu sehen. Da hilft auch keine melodramatisch um Verzeihung bittende Inszenierung mit Hündchen Jack am Frühstückstisch. Für Peppy hingegen folgt mit Valentins tatkräftiger Unterstützung ein rascher Aufstieg von der Komparsin zur Schauspielerin. In einem intimen Moment malt er Peppy einen Schönheitsfleck auf die Oberlippe, der fortan ihr Erkennungsmerkmal ist.

Auf dem Zenit ihrer Karrieren stehen die beiden zugleich am Scheideweg ihres Erfolgs. Der Film ist in einer Umbruchphase, denn der Tonfilm steht vor der Tür: Der stolze Valentin gerät in eine Krise, war doch die reine Filmsprache für ihn ein Mittel universalen Ausdrucks. Als Valentin am Tiefpunkt seiner beruflichen und privaten Existenz angelangt ist, wird Peppy, die immer an ihn geglaubt hat, da sein und dem in seinem Stolz gekränkten Altstar neue Türen öffnen. Gerade diese Untertöne von Stolz und Hybris, von Verletzlichkeit und dem Streben nach Anerkennung geben dem Film eine besondere Tiefe, die über eine Hommage an das Genre des Stummfilms hinausreicht.

Zusatzinfo:
Der Stummfilm ist für heutige Geschmäcker speziell, wenn es um das mimische und gestische Repertoire geht, das er abruft. Hazanavicius gelingt es allerdings, die Brücke in die heutige Zeit zu schlagen, so dass die expressiv komischen und melodramatischen Elemente niemals lächerlich, sondern stets pointiert wirken. „Michel Hazanavicius lässt in seinem Cannes-Überraschungserfolg eine Epoche der Veränderung wiederauferstehen: den Übergang vom Stumm- zum Tonfilm.“ (epd-film)

Mittwoch, 02.01. / 21: 50 Uhr / Douglas Fairbanks, Stummfilmheld und Hollywoodlegende
Dokumentation, Frankreich, 2016, ARTE F 53 Min.
Regie: Clara Kuperberg, Julia Kuperberg
Online verfügbar von 02/01 bis 09/01
Erstausstrahlung

Als Leinwandpionier, Stummfilmlegende und Held zahlreicher Mantel-und-Degen-Filme steht Douglas Fairbanks wie kein zweiter für das Goldene Zeitalter Hollywoods. 1919 gründete er gemeinsam mit Charlie Chaplin, D. W. Griffith und der Schauspielerin Mary Pickford, die er kurz darauf heiratete, die Filmgesellschaft United Artists, die ihm mehr kreative Freiheit und Unabhängigkeit garantierte. Das Porträt bietet einen Rückblick auf den Werdegang eines der ersten Leinwandstars der Filmgeschichte.

„Gestatten, Douglas Fairbanks. Mein Name sagt Ihnen heute sicher nicht mehr viel. Allenfalls weckt er vage Erinnerungen an weit zurückliegende Stummfilmzeiten. Dabei war ich ein echter Weltstar. Und nicht nur das. Ich stand stellvertretend für das Goldene Zeitalter Hollywoods“, so könnte eine Selbstbeschreibung der Schauspielerlegende beginnen. Als er 1915 nach Los Angeles kam, gab es dort nichts. Auch Douglas Fairbanks kam aus dem Nichts und wurde dennoch zu einem der ersten Filmstars. Der Film machte ihn zu einem König. In den 1920er Jahren verkörperte Douglas Fairbanks die Helden der Leinwand: Zorro, Robin Hood, Freibeuter der Meere, den Dieb von Bagdad, den Mann mit der eisernen Maske. All diese Figuren erweckte er zum Leben. Und in allen Superhelden, die sich mit geballten Fäusten dem Bösen entgegenstellen, und allen Eroberern, die mit vor der Brust verschränkten Armen und entschlossenem Blick neuen Horizonten entgegen segelten, steckte immer auch ein Stück von Douglas Fairbanks. Gemeinsam mit Charlie Chaplin, D. W. Griffith und Mary Pickford gründete er United Artists, das erste große unabhängige Filmstudio. Auch die Academy of Motion Picture Arts and Sciences, der die Oscar-Verleihungen zu verdanken sind, geht auf ihn zurück. Er war ein Spiegel der USA, ein Selfmademan. Nach der Heirat mit Mary Pickford, der damals berühmtesten Frau der Welt, bildeten die beiden das Königspaar, das die Amerikaner nie hatten. Die Geschichte Douglas Fairbanks‘ ist nicht die eines fast vergessenen Stummfilmstars, es ist die Entstehungsgeschichte Hollywoods.

Donnerstag, 03.01. / 02:00 Uhr / Im Dunkeln sehen ~ Notizen eines Blinden
Dokumentarfilm, Großbritannien, Frankreich, 2015, ARTE F 83 Min.
Regie: Peter Middleton, James Spinney
Online verfügbar von 03/01 bis 11/01

Im Sommer 1981 verlor der Schriftsteller und Theologieprofessor John Hull das Sehvermögen und begann, seine täglichen Notizen mit einem Diktiergerät aufzuzeichnen. Anhand dieser Aufnahmen schildert der Film drei Jahre voller intensiver Erfahrungen aus dem Leben des Erblindeten: die Hochzeitsreise mit seiner neuen Frau, das Aufwachsen seiner ältesten Tochter, die Geburt zweier weiterer Kinder, neue Methoden des Lesens und Unterrichtens, der Versuch einer Rückkehr zu seinen australischen Wurzeln. John Hull versucht, sich an sein neues Leben anzupassen und es vor allem zu verstehen: „Da wurde mir bewusst, dass ich mich meiner Blindheit stellen musste. Wenn ich sie nicht verstand, würde sie mich überwältigen.”

Sein Tagebuch ist eine faszinierende Reflexion über Gedächtnis, Bewusstsein und Wahrnehmung. Mit wissenschaftlicher, aber auch poetischer Präzision entfaltet John Hull eine gesichtslose Welt, in der Tag und Nacht eins sind – ein Schattenreich, das nicht nur seine Erinnerungen, sondern sein ganzes Leben zu verschlingen droht.

Auf besondere Art und Weise erzählt der Film auch davon, wie man Verluste akzeptiert und noch einmal neu beginnen kann.

Die Regisseure durften die Aufzeichnungen exklusiv für ihren Film nutzen. Das Werk gibt einen zugleich sensuellen und intellektuellen Einblick in das ungewöhnliche Leben eines Mannes, der das Sehvermögen verloren hat und nun eine Welt erkundet, die für die Augen unsichtbar ist.

Zusatzinfo:
„Im Dunkeln sehen – Notizen eines Blinden“ ist auch ein Virtual-Reality-Erlebnis auf der Grundlage der originalen Aufnahmen von John Hull. Die Echtzeitanimationen in 3D und der Surround-Sound sorgen für ein völliges Eintauchen in die Sinneswelt des Schriftstellers. Die VR-Version ist für Samsung Gear, Google Cardboard und Oculus Rift auf ARTE 360, im App Store und im Google Play Store verfügbar.

Freitag, 04.01. / 23.05 Uhr / Ms. Lauryn Hill – Baloise Session 2018
Musik, Schweiz, 2018, ZDF 75 Min.
Regie: Roli Bärlocher
Erstausstrahlung

Kaum ein Album hat die Zeit überdauert wie „The Miseducation of Lauryn Hill“, das erste Soloalbum der einstigen Frontfrau der Fugees. Auch nach 20 Jahren beschenkt dieses Stück Musikgeschichte die Welt noch mit zeitlosen, rauen Hymnen und ehrlichen Zeilen über das Leben und die Liebe. Dieses Jubiläum zelebriert die Sängerin aus New Jersey nun gebührend mit einer ausgiebigen Welttournee. ARTE hat die Ehre, die Soul-Diva bei der Baloise Session 2018 willkommen zu heißen.

Mit ihren Kollegen Wyclef Jean und Pras Michel von den Fugees verkaufte Lauryn Hill Alben in zweistelliger Millionenhöhe und gewann zwei Grammy Awards. Im Jahr 1999 erhielt Hill dann als erste Künstlerin überhaupt gleich fünf Grammys. „The Miseducation of Lauryn Hill“ zählt noch heute zu den wichtigsten Alben des Soul, Pop und Hip-Hop. Auch wenn Ms. Lauryn Hill die Bühne nie ganz hinter sich ließ, blieb „The Miseducation of Lauryn Hill“ bis heute ihr einziges Studioalbum. Umso gebührender will das Jubiläum dieses Meisterwerks des modernen Soul und Hip-Hop nun gefeiert werden.

Freitag, 04.01. / 00.20 Uhr / Macy Gray – Konzert in Paris
Musik, Frankreich, 2017, ARTE F 75 Min.
Regie: Thierry Gautier, Silvain Leduc
Mit: Macy Gray
Online verfügbar von 04/01 bis 11/01

Am 30. März 2017 trat Macy Gray im Pariser Konzertsaal „La Cigale“ auf. Neben Erykah Badu und Jill Scott prägte die Sängerin mit der unverwechselbaren Stimme den R’n’B und Soul Anfang der 2000er Jahre. Begleitet von Schlagzeug (Tamir Barzilay), Bassgitarre (Caleb Speir), Keyboard (Billy West) und Saxophon (Jon Jackson) lieferte sie über eine Stunde lang eine Show, die ihrem Ruf als Diva des Groove voll und ganz gerecht wurde. Ihre Band formte mit roten Perücken und Tweed-Anzügen einen aparten Hintergrund für Macy Grays beeindruckende Erscheinung. Die aus Ohio stammende US-Amerikanerin hat eine Bühnenpräsenz, die stark und zerbrechlich zugleich erscheint. Ihre Empfindsamkeit im Ausdruck wird dabei häufig mit Billie Holiday verglichen, wobei sie selbst Nina Simone als wichtigstes Vorbild nennt. Jeder ihrer Auftritte steckt voller Überraschungen: Gern bringt sie Coverversionen bekannter Songs im Anschluss an eigene Lieder, beispielsweise „Creep“ von Radiohead oder „Da Ya Think I’m Sexy“ von Rod Stewart nach ihrem eigenen Lied „Sexual Revolution“. Und auch ältere Songs wandelt Macy Gray immer wieder neu ab, womit jeder einzelne Auftritt einzigartig wird. So stellt sie ein ums andere Mal wieder unter Beweis, welche Kreativität, Kraft und Talent in ihr stecken. Den Abschluss der Pariser Show bildete eine grandiose Interpretation à la Nina Simone von „My Way“, einem ihrer Lieblingssongs, der ihre rauchig-hohe Stimme besonders gut zur Geltung bringt. Ein unvergesslicher Abend, in dessen Verlauf sich Macy Gray in drei glanzvollen Outfits zeigt.

Freitag, 04.01. / 01.40 Uhr / Berlin Live: Leela James
Musik, Deutschland, 2015, ZDF 61 Min.
Regie: Hannes Rossacher
Online verfügbar von 04/01 bis 03/02

Leela James hat den Soul. Schon als kleines Mädchen beeindruckte sie mit ihrer außergewöhnlichen Stimme und wurde in Anlehnung an eines ihrer großen Vorbilder Etta James „Baby Etta“ genannt. Dabei war sie zunächst eher geneigt, eine Karriere als Sportlerin einzuschlagen – aufgrund einer Knieverletzung widmete sie sich dann doch ihrer anderen großen Liebe, der Musik. 2006 erschien ihr erstes Album „A Change Is Gonna Come“, bei dem namhafte Künstler wie Wyclef Jean, Raphael Saadiq und Kanye West es sich nicht nehmen ließen, als Produzenten mitzumischen.

2015 veröffentlichte sie ihr viertes Studio-Album „Fall for You“, auf dem sie mit ihrer zeitlosen Stimme Leichtigkeit und Tiefgang vereint. Ihre Einflüsse reichen von Soul über Funk bis zu Jazz und ihre Interpretationen sind wie Legierungen all dieser Genres. Freude, Glück und eine neue Selbstwahrnehmung aus der Erfahrung als junge Mutter kommen dabei authentisch zum Ausdruck. Somit wird das „Berlin Live“-Konzert von Leela James zu einem unvergesslichen Soul-Abend – im besten, ureigenen Sinne.


Sonntag, 06.01. / 05:15 Uhr / Abgedreht! BritPop 80’s
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F 35 Min.
Online verfügbar von 06/01 bis 05/02

(1): Story: Depeche Mode
(2): Ikone: Annie Lennox
(3): Story: U2
(4): Rare Perle: Phil Collins bei der BBC

(1): Story: Depeche Mode
Depeche Mode wurde Anfang der 80er Jahre gegründet, als der Post Punk seinen Höhepunkt hatte. In knapp 40 Jahren veröffentlichte die Band 17 Alben, die rund 100 Millionen Mal über die Ladentheken gingen. Rückblick auf die außergewöhnliche Karriere der Elektropop-Superstars.

(2): Ikone: Annie Lennox
Annie Lennox steht wie keine zweite für die englische Popmusik der 80er. Die Schottin aus bescheidenen Verhältnissen ging mit 17 Jahren nach London, um an der Royal Academy Flöte zu studieren. In ihrer Freizeit lernte sie den Punk Dave Stewart kennen, mit dem sie später das Duo Eurythmics gründete.

(3): Story: U2
U2, das waren ursprünglich vier Kumpel aus einem Dubliner Vorort-Gymnasium, die in den Pubs der Stadt Coverversionen spielten. Mit der wilden Punkszene der Londoner City hatten sie wenig zu tun. Wie wurde aus diesen unerfahrenen Musiklehrlingen eine der bedeutendsten Rockbands der Welt? Michka Assayas über die ungewöhnliche Karriere der Kult-Band.

(4): Rare Perle: Phil Collins bei der BBC
Ob allein oder mit seiner Band Genesis, in den 80er Jahren reihte Phil Collins einen Erfolg an den anderen. 1988 lud ihn Terry Wogan in seine Sendung ein. Außerdem zu Gast: seine Mutter und die Leiterin der Theaterschule, an der Phil Collins seine Schauspielausbildung absolvierte.

Sonntag, 06.01. / 16:35 Uhr / Fred Astaire, Poet der tanzenden Füße
Dokumentation, Frankreich, 2016, ARTE F 52 Min.
Regie: Yves Riou, Philippe Pouchain
Online verfügbar von 06/01 bis 13/01

Der Charme und die Eleganz von Frederick Austerlitz – alias Fred Astaire – haben das amerikanische Musical salonfähig gemacht. Die größten Tänzer beneideten dieses Genie des Walzers und Stepptanzes um sein Talent und darum, dass er die schönsten Frauen Hollywoods herumwirbeln durfte. Mit Ginger Rogers, Cyd Charisse, Judy Garland, Rita Hayworth und Leslie Caron an seiner Seite kam er so auch in der Welt des Films ganz nach oben.

Fred Astaire: Als leichtfüßigster Tänzer seiner Zeit begeisterte er Generationen und wurde darüber hinaus auch noch zum Hollywoodstar. Der große Balletttänzer Rudolf Nurejew sagte einst, es seien seine Musikalität und Beweglichkeit, die Astaire besonders auszeichneten. Mikhail Baryshnikov, ebenfalls ein begnadeter Tänzer, formulierte seine Bewunderung so: „Ich hasse ihn. Niemand tanzt wie er. Man kann sich einfach nicht mit ihm messen. Schauen Sie nur, wie ich neben ihm aussehe!“ Tausendsassa Astaire tanzte und schauspielerte, beherrschte Klavier und Schlagzeug und legte mit den Großen des Jazz auch gerne mal einen Swing ein. Darüber hinaus war er ein begnadeter Choreograph, der Stepptanz mit vielen modernen Elementen kombinierte. Tanzen, tanzen und nochmal tanzen war seine Leidenschaft – als Vierjähriger auf Varietébühnen und bis ins hohe Alter von 80 Jahren für die ganze Welt. Wie haben dabei seine Mutter und seine Schwester die berufliche Laufbahn dieses Ausnahmetalents beeinflusst? In welchem Verhältnis stand das weltberühmte Leinwandpaar Fred Astaire und Ginger Rogers zueinander, über das Katharine Hepburn einmal sagte: „Sie macht ihn sexy, er gibt ihr Stil“? Wie kann man seine Freundschaft und künstlerische Verbundenheit mit dem Komponisten George Gershwin beschreiben? Wer weiß noch, dass der „Poet der tanzenden Füße“ im Zweiten Weltkrieg als großer Patriot im Rahmen eines Militärtheaters vor den US-amerikanischen Truppen auftrat? Die Dokumentation wirft einen Blick auf das Leben der großen Tanz- und Filmlegende.

Sonntag, 06.01. / 17:30 Uhr / Die Tanzschüler der Pariser Oper… 5 Jahre später (3/5): Lebenswege
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2016, ARTE F 26 Min.
Regie: Françoise Marie
Online verfügbar von 06/01 bis 13/01
Erstausstrahlung

Vor fünf Jahren beleuchtete die Dokumentationsreihe „Die Tanzschüler der Pariser Oper“ den intensiven Arbeitsalltag der Ballettschüler im Pariser Palais Garnier. Nun kehrt die Regisseurin Françoise Marie dorthin zurück und besucht die ehemaligen Schüler in der begehrtesten Ballettkompanie Frankreichs. Was ist aus Alice, Antonio, Clémence, Pablo, Roxane und den anderen geworden? Die fünfteilige Fortsetzung der Doku-Serie erzählt von ihren Herausforderungen, Zweifeln und Hoffnungen als junge Erwachsene und wirft einen Blick zurück auf ihre Schulzeit.

Wer es schafft, ins Corps de Ballet der Pariser Oper aufgenommen zu werden, scheint eine gesicherte Zukunft vor sich zu haben. Doch auch innerhalb der Kompanie gibt es Wettbewerb: Im Rahmen eines internen Auswahlverfahrens hat jeder Tänzer einmal im Jahr die Chance, in der Hierarchie aufzusteigen und damit bessere Rollen zu besetzen. Die Teilnehmer bereiten zwei Variationen vor, eine Pflicht und eine Kür, mit der sie eine Profi-Jury aus Tänzern, Lehrern und Choreographen von ihren besonderen Fähigkeiten und ihrer Persönlichkeit überzeugen müssen. In diesem Jahr treten Alice, Antonio, Roxane, Pablo, Julien, Ida, Marion und Chun Wing an, um in der Rangordnung aufzusteigen. Neben Talent und Arbeit gehört auch viel Glück dazu, denn es gibt nur jeweils einen freien Platz in jedem Rang. Der Monat vor dem Wettbewerb ist für die jungen Tänzer stressig, aufregend und ermüdend zugleich. Neben ihrem Alltag aus Unterricht, Proben und Aufführungen nutzen sie jede freie Minute, um sich für den großen Moment vorzubereiten – bis zur völligen Erschöpfung. Doch was die jungen Leute am meisten belastet, ist die Konkurrenz zu ihren Freundinnen und Freunden. Während des Wettbewerbs herrscht eine angespannte Stimmung – nicht nur hinter der Bühne, sondern auch im Saal, wo die Angehörigen der Kandidaten im Publikum nicht klatschen dürfen. Wird es einer der ehemaligen Pariser Tanzschüler schaffen, dem Traum der Erstbesetzung näher zu kommen?

Sonntag, 06.01. / 17:55 Uhr / John F. Kennedy Galakonzert 1961
Dokumentation, Deutschland, 2018, ZDF 43 Min.
Regie: John Paulson
Moderation: Phylicia Rashad
Mit: Frank Sinatra, Gene Kelly, Ella Fitzgerald, Harry Belafonte, Ethel Merman, Nat King Cole
Online verfügbar von 06/01 bis 05/02
Erstausstrahlung

Am Vorabend der Vereidigung John F. Kennedys als 35. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika kamen etliche Stars des Showbusiness für eine von Frank Sinatra präsentierte Gala zusammen. Die Kameras liefen mit, doch das Filmmaterial wurde erst kürzlich freigegeben. Die Dokumentation zeigt musikalische Höhepunkte der Gala und ruft wichtige Momente im Leben der Familie Kennedy wach.

Washington hatte so etwas noch nicht erlebt: Am Vorabend der Vereidigung von John F. Kennedy zum 35. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika im Januar 1961 versammelte sich in der Hauptstadt Washington eine illustre Runde der größten Stars des Showbusiness für eine Gala zu Ehren des neu gewählten Präsidenten. Es war ein Ereignis voller Glamour und Ausgelassenheit – und voller Erwartungen, die in den jugendlichen Hoffnungsträger und seine Frau Jackie Kennedy gesetzt wurden. Frank Sinatra, der im Wahlkampf unermüdlich für Kennedy geworben hatte, hatte persönlich dazu eingeladen, den neuen Präsidenten zu feiern. Ein heftiger Schneesturm machte die Gala schließlich zu einer großen improvisierten Party. Doch dank der Gelassenheit aller Beteiligten wurde daraus eine glamouröse, historisch einmalige Show. Die Schauspielerin Phylicia Rashad präsentiert dem Fernsehpublikum nun Ausschnitte dieser bislang nicht gezeigten Gala und führt durch die Ereignisse jenes Abends, bei der Künstler wie Frank Sinatra, Harry Belafonte, Gene Kelly und Ella Fitzgerald ein Highlight nach dem anderen darboten. In Verbindung mit historischem Archivmaterial und neu gedrehten Interviews wird zudem die gesellschaftliche Aufbruchsstimmung zu Beginn der 60er Jahre deutlich. Kennedy war ein Symbol der Jugend und des Aufbruchs in eine neue Zeit und stand für die Überwindung von ethnischen und kulturellen Schranken in den USA. Auch die von Sinatra eingeladenen Künstler des Abends standen für diese Öffnung der amerikanischen Gesellschaft.

Sonntag, 06.01. / 00:20 Uhr / Leonard Bernstein: Mass, szenisches Oratorium
Musik, Frankreich, 2018, ARTE F 108 Min.
Regie: François-René Martin
Komponist: Leonard Bernstein
Dirigent: Wayne Marshall
Orchester: Orchestre de Paris
Chorleitung: Lionel Sow, Mathieu Romano
Chor: Ensemble Aedes, Choeur de l’Orchestre de Paris, Choeur d’enfants de l’Orchestre de Paris
Online verfügbar von 06/01 bis 26/12
Erstausstrahlung

In „Mass“ inszeniert Leonard Bernstein den Versuch eines Priesters, eine römisch-katholische Messe zu zelebrieren. Doch die Lebens- und Sinnkrisen der Teilnehmer verwandeln den Gottesdienst in ein gigantisches Schauspiel. Die turbulente Musik wird dargeboten von 24 Solosängern, unterstützt durch Orgel und Chor. Die Hauptrolle spielt Jubilant Sykes, der als Opern-Bariton ebenso hervorsticht wie als Hollywood-Crooner mit intimem Gesangsstil. Wayne Marshall aus England leitet das brillante Orchester. Eine jubilierende Show zu Ehren Leonard Bernsteins, der im vergangenen Jahr seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte.

„Mass“ entstand in den späten 60er Jahren im Auftrag von Jacqueline Kennedy-Onassis in Gedenken an ihren 1963 ermordeten Ehemann John F. Kennedy. Dass sich Leonard Bernstein für die Inszenierung einer römisch-katholischen Messe entschied, überraschte angesichts seiner jüdischen Konfession durchaus, war jedoch auf seine enge Freundschaft mit dem ersten und einzigen katholischen Präsidenten der USA zurückzuführen. „Mass“ zeigt den Versuch eines Priesters, eine römisch-katholische Messe zu halten. Mit den Lebens- und Sinnkrisen der Teilnehmer hat er dabei nicht gerechnet: Der Gottesdienst wird zu einem gigantischen Spektakel.

Leonard Bernstein inszenierte das Musiktheaterstück ausdrücklich nicht zur Aufführung in Kirchen, sondern an den „weltlichen“ Orten der Opern- oder Konzerthäuser. Die Partitur gehört mit einem Stilmix aus Jazz, Blues, Musical, Klassik und Gospel zu einer der turbulentesten der Musikgeschichte. Das freie Durcheinander von Schlagwerk, Synthesizern und elektrische Gitarren erweckt den Eindruck eines grenzenlosen Schauspiels. Die „Three Meditations“ für Cello und Orchester, die Bernstein später aus dem Werk extrahierte, bieten dabei immer wieder Momente der Entspannung.

Dargeboten wird das Werk in der Pariser Philharmonie von 24 Solosängern, unterstützt durch Orgel und Chor. Die Hauptrolle spielt Jubilant Sykes. Wayne Marshall aus England leitet das Orchester. Eine faszinierende Show in Erinnerung an Leonard Bernstein, der im August 2018 seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte.

Mittwoch, 09.01. / 00:25 Uhr / Durch die Nacht mit … Rio Spezial
Magazin, Deutschland, 2015, ZDF 87 Min.
Regie: Ariane Zeller
Online verfügbar von 09/01 bis 16/01

„Durch die Nacht mit …“ zeigt die 450-Jahr-Feier von Rio de Janeiro mit einer Folge der Superlative: Nicht zwei, sondern gleich neun international bekannte Künstler, Persönlichkeiten und Stars begegnen sich an diesem Tag an markanten Plätzen der brasilianischen Metropole.

Eine der faszinierendsten Städte der Welt feiert im Jahr 2015 ihren 450. Geburtstag. Eingebettet zwischen aufragenden Hügeln, gesegnet mit den legendären Stränden entlang des Südatlantiks, wo sich der Jetset, die Modewelt und die einfachen Cariocas, die Einwohner von Rio, dem süßen Leben widmen. Eine Kulturstadt, die für den Karneval und für die Musik lebt, wo das Leben auf der Straße immer von Rhythmus und Swing begleitet scheint. Ein Platz aber auch von scharfen Gegensätzen, wo Arme und Reiche auf engem Raum zusammenleben, wo der Kult um die Schönheit auf alltägliche Gewalt trifft, wo Kriminalität und Korruption blühen.

Bianca Jagger, der Yello-Kultmusiker Dieter Meier, die derzeitige Miss Rio Rafaella Lemes, Schönheitschirurgie-Papst Ivo Pitanguy, die Künstler Vik Muniz und Ernesto Neto, die Samba-Legende Marisa Monte und die Musikerin Nilze Carvalho, der Komponist und Schriftsteller Chico César sowie Johayne Hildefonso, der künstlerische Leiter der in den Favelas arbeitenden Grupo Cultural AfroReggae, treffen im Getümmel der Festlichkeiten aufeinander. Aus ihren unterschiedlichen Blickwinkeln wird gezeigt, worin der unvergleichliche Zauber dieser Stadt besteht, was sie so interessant macht und wie es sich anfühlt, hier zu leben und zu arbeiten.

Freitag, 11.01. / 21:45 Uhr / Wie der Mond den Pop eroberte
Schwerpunkt: Winter of Moon
Dokumentation, Deutschland, 2018, ZDF 52 Min.
Regie: Hannes Rossacher
Online verfügbar von 11/01 bis 10/02
Erstausstrahlung

Geschichten über den Mond lieferten Inspiration für unzählige Lieder der Popmusik. „Wie der Mond den Pop eroberte“ erzählt davon, wie der Wettlauf um die erste Mondlandung und die Mythen, die sich um den Erdtrabanten ranken, die Popkultur zu einigen ihrer besten Songs anregte. Eine Collage aus Musik, animierten Clips und zeitgeschichtlichem Archivmaterial.

Den Songs über den Mond aus gut 60 Jahren Popgeschichte hört man nicht nur an, wie die Musik sich im Laufe der Zeit verändert, sondern auch, wie sehr sich das Bild vom Mond wandelt – abhängig von Ort und Zeit. Während des Vietnamkrieges besang Creedence Clearwater Revival den „Bad Moon Rising“ als böses Omen – bei Neil Young hingegen lässt er als „Harvest Moon“ sein mildes Licht auf die Ernte der Getreidefelder fallen und die Gefühle für eine nie vergessene Liebe wieder aufflackern. Kurz: Der Mond ist eine erstklassige Projektionsfläche für Hoffnungen und Nöte. Und nirgends zeigt sich das so deutlich wie in den Songs der Popmusik.
Der erste Schritt auf dem Mond war nicht nur für die Menschheit ein großer, sondern auch für den Mond selbst: Er wurde zum Symbol des Coolen. Musiker der noch jungen Rockmusik, wie Elton John oder Steve Miller, sangen von Raumfahrern auf dem Weg in die Zukunft der Menschheit. Doch so rasch wie die Zukunftseuphorie nachließ, verdunkelte sich auch der Mond in den Liedern des Pop. Pink Floyds „Dark Side of the Moon“ wird zur bestverkauften Platte in der Geschichte der Musik – und der Mond zur Metapher für die Abgründe des Menschen. In David Bowies „Space Oddity“ schließlich bleibt allein die Ahnung der unendlichen Einsamkeit des Menschen im All.
Ein rauschhafter Bilderbogen, der das sehnsüchtige Verhältnis zum Mond mit Klassikern des Pop, neu animierten Clips und skurrilen Archivfunden musikalisch, erzählerisch und visuell auf den Punkt bringt.

Freitag, 11.01. / 22:40 Uhr / Pink Floyd „P.U.L.S.E“: The Dark Side of the Moon live
Schwerpunkt: Winter of Moon
Musik, Großbritannien, 1994, ARTE 47 Min.
Regie: David Mallet
Musik: Pink Floyd
Online verfügbar von 11/01 bis 11/04

Am 13. Mai 2017 wurde im Victoria & Albert Museum in London mit „Their Mortal Remains“ die erste internationale Retrospektive über die britische Kultband Pink Floyd eröffnet, die mit zeitlosen Alben wie „The Wall“ Musikgeschichte geschrieben hat. Die Rockgruppe Pink Floyd, deren legendäres Album „The Dark Side of the Moon“ 1973 erschien, ist längst ein Mythos geworden. Ihr Einfluss auf die elektronische Musik ist unbestritten. Auch die innovative Gestaltung ihrer Bühnenauftritte war Vorbild für viele Künstler. Ein gutes Beispiel dafür ist ihr letzter Liveauftritt, das „Pulse“-Konzert vom Oktober 1994.

Nach der Veröffentlichung des Albums „The Division Bell“ ging die legendäre progressiv-psychedelische Band Pink Floyd 1994 auf eine riesige weltweite Promotion-Tournee. Teil des Sets war die erstmalige und vollständige Live-Performance des Kultalbums „The Dark Side of the Moon“ (1973). Aus den Konzertmitschnitten entstanden ein Live-Doppel-Album und ein Live-Video mit dem Titel „Pulse“. Pink-Floyd-Konzerte waren schon immer bekannt für spektakuläre Spezial- und Lichteffekte – und auch diese mit 20 Kameras aufgezeichnete Show enttäuscht die Erwartungen nicht. Für das am 20. Oktober 1994 im Londoner Earls Court gefilmte Konzert wurden sogar spezielle zusätzliche Laser- und Lightshows eingebaut. Die 50-minütige Konzertaufzeichnung unter der Regie von David Mallet zeigt die faszinierende und beeindruckende Aufführung von „The Dark Side of the Moon“ in voller Länge.

Freitag, 11.01. / 23:25 Uhr / Jean-Michel Jarre: A Journey into Sound
Schwerpunkt: Winter of Moon
Dokumentation, Deutschland, 2015, ZDF 52 Min.
Regie: Birgit Herdlitschke
Online verfügbar von 11/01 bis 10/02

Jean-Michel Jarres Instrumental-Album „Oxygène“ ist bis heute das meistverkaufte französische Album überhaupt, seine Konzerte sind von einem Massenpublikum besucht. 2015 erfüllt sich der 66-Jährige einen Traum: Er hat ein Album mit Legenden der elektronischen Musik aufgenommen, unter anderem mit Vince Clarke, Moby, Little Boots und Gesaffelstein. Die Dokumentation von Birgit Herdlitschke lüftet das Geheimnis von Jarres enormem Erfolg, der bis heute anhält, mit Drehmaterial aus privaten und öffentlichen Archiven und lässt neben Jarre persönlich auch Familie, Freunde und Kollegen zu Wort kommen.

Jean-Michel Jarre revolutioniert mit seinen Synthesizer-Klängen die Musikwelt und ist einer der größten französischen Popstars aller Zeiten. Mit dem Film von Birgit Herdlitschke erobert ARTE bislang unbekanntes Terrain: Es ist die erste TV-Dokumentation über Jean-Michel Jarre. Sie begleitet den 66-Jährigen bei den Aufnahmen zu seinem neuen Album, mit dem er sich einen Traum erfüllt: Er ist um die Welt gereist und hat mit Legenden der elektronischen Musik Songs eingespielt – unter anderem mit Vince Clarke, Moby, Little Boots und Gesaffelstein.

Diese Begegnungen bilden das Rückgrat des Films. Von hier aus blickt Jarre zurück auf sein Leben und seine Karriere: von der Kindheit in Lyon und Paris über erste Experimente mit elektronischen Klängen bis zum Übernacht-Erfolg mit „Oxygène“. Er erklärt uns, was ihn an elektronischer Musik bis heute fasziniert und erzählt, warum er selbst bei Auftritten vor einem Millionenpublikum seine Melancholie nicht loswird und was sein Vater damit zu tun hat.

Umfangreiches Filmmaterial aus privaten und öffentlichen Archiven bebildert die persönliche Zeitenreise und die Highlights seiner Karriere. Ergänzt mit aktuell gedrehten Szenen entsteht ein umfassendes Bild des Klangpioniers der elektronischen Musik. Zu Wort kommen neben Jean-Michel Jarre selbst auch seine Ex-Frau Charlotte Rampling, Freunde, Wegbegleiter und junge Musiker-Kollegen.

Freitag, 11.01. / 00:20 Uhr / Tracks ~ Kosmos Spezial
Schwerpunkt: Winter of Moon
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F 42 Min.
Online verfügbar von 11/01 bis 12/03
Erstausstrahlung

„Tracks“ entführt diese Woche in die Zukunft und den Weltraum. Am Steuer des „Tracks“-Raumschiffs sitzt Hiroshi Ishii – halb Forscher, halb Künstler ist er der erste Japaner, der vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) als Professor aufgenommen wurde. Als Gast beim letzten Ars Electronica Festival, dem Stelldichein der Hightech-Freaks, stellte Hiroshi seine revolutionären Kreationen vor, die digitalen Informationen eine physische Form verleihen. Das „Tracks“ Kosmos Spezial enthüllt, was uns das Jahrhundert bzw. das neue Jahrtausend bzw. die nächste Million Jahre bringen werden. Hiroshi fährt zudem nicht allein im Raumschiff:

(1): Künstler der Schwerelosigkeit
Sie machen sich über die Zukunft der Menschheit im Weltall Gedanken und beschränken sich dabei nicht auf simple Überlebensfragen. Stattdessen beschäftigen sich die Teilnehmer des Projekts „Zero G“ am MIT seit März 2017 mit möglichen Formen des Kochens, der Architektur oder der Musik in der Schwerelosigkeit.

(2): Erforscher der Space-Art
Die wissenshungrigen Weißrussen Evelina Domnitch und Dmitry Gelfand wollen die Welt in ihrer unendlichen Größe und in ihrer unendlichen Kleinheit verstehen. In immersiven Installationen kombinieren sie Physik, Chemie und Philosophie und schaffen so ein Universum auf Erden.

(3): Neuro-Cinema-Pioniere
Die Erfinder eines neuen, interaktiven Filmgenres machen sich die Gedanken und das Unbewusste der Zuschauer zunutze: In „The Angry River“ von Armen Perian können die Zuschauer die Handlung des Films durch Blicke steuern. Richard Ramchurns „The Moment“ reagiert mit Hilfe von EEG-Helmen auf die Gehirnaktivität des Publikums.

(4): Die ersten ET-Beautys auf Instagram
Das US-Duo Fecal Matter und die Britin Salvia erkunden neue Dimensionen der Ästhetik. Mit rasierten Köpfen und Augenbrauen, Silikonprothesen und Body-Modifications verkörpern sie Schönheitsideale von weit, weit entfernten Galaxien.

(5): Yoichiro Kawaguchi
Der japanische Künstler war in den 1970er Jahren ein Pionier der Computergrafik und entwickelte mit „Growth Model“ einen Algorithmus, der auf Grundlage von organischen Modellen eigenständig Formen generiert. Außerdem hat der Dr. Frankenstein der Maschinen vor kurzem die Roboter-Band „Z-Machines“ gegründet – inklusive Gitarrist mit 78 Fingern.


Sonntag, 13.01. / 05:10 Uhr / Abgedreht! Bruce Springsteen
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F 36 Min.
Online verfügbar von 13/01 bis 12/02

(1): Auf den Spuren von … : Das New Jersey des jungen Bruce Springsteen
(2): Story: Bruce Springsteen – Er ist der Boss!
(3): Ikone: Born in the USA
(4): Rare Perle: Springsteen bei der BBC

(1): Auf den Spuren von … : Das New Jersey des jungen Bruce Springsteen
In Freehold, New Jersey, einer kleinen Arbeiterstadt rund eineinhalb bis zwei Fahrtstunden südlich von New York, lebte Bruce Springsteen bis zu seinem achten Lebensjahr. Sein kleines Elternhaus steht heute nicht mehr, doch der Musiker ist der Stadt seiner Kindheit nach wie vor sehr verbunden. Und es scheint fast, als könne er jederzeit um die Straßenecke kommen …

(2): Story: Bruce Springsteen – Er ist der Boss!
Bruce Springsteen ist seit 40 Jahren der „Boss“ der amerikanischen Rockkultur, eine amerikanische Ikone in engen Jeans und Hemdsärmeln. Wie alles begann und warum er sich ausgerechnet von Bob Dylan inspirieren ließ, erzählen Judith Perrignon (Radiojournalistin), Mikaël Ollivier (Schriftsteller) und Elliott Murphy (Musiker und seit 30 Jahren ein enger Freund von Bruce Springsteen).

(3): Ikone: Born in the USA
Mit „Born in the U.S.A.“ legte der damals 35-jährige Bruce Springsteen den Grundstein seiner Karriere. Der Mega-Hit wurde unversehens zur oft vereinnahmten und bisweilen missverstandenen politischen Hymne auf die komplexe Geschichte der US-amerikanischen Nation.

(4): Rare Perle: Springsteen bei der BBC
Am Abend des 22. Dezember 1984 tobte sich der 35-jährige Bruce Springsteen in Philadelphia bei einem dreieinhalbstündigen Konzert vor 20.000 Zuschauern so richtig aus – und beantwortete dann in aller Ruhe die Fragen des BBC-Journalisten David Hepworth.

Sonntag, 13.01. / 16:20 Uhr / Gauguin – Ich bin ein Wilder
Dokumentation, Frankreich, 2016, ARTE F 52 Min.
Regie: Marie-Christine Courtès
Online verfügbar von 13/01 bis 12/02

m Oktober 2017 eröffnete im Pariser Grand Palais die Ausstellung „Gauguin – L’alchimiste“. Hieran knüpft die Dokumentation „Gauguin – Ich bin ein Wilder“ an, in der das ungewöhnliche Leben des autodidaktischen Künstlers geschildert wird. Paul Gauguin verließ seine Familie und gab seinen Beruf auf, um sich ganz der Kunst zu widmen. Seine „barbarische“ Kunst sah er als Anknüpfungspunkt an die Kultur der indigenen Völker – doch die Ideen des selbst ernannten „Wilden“ wurden missverstanden, seine Kunst und sein Lebensstil als unverschämt angesehen. Erst nach seinem Tod wurde der „Vater der Moderne“ von Sammlern und Nachfolgern gewürdigt.[Lang]: Anknüpfend an die Ausstellung „Gauguin – L’alchimiste“, die ab Oktober 2017 im Pariser Grand Palais zu sehen war, lässt die Dokumentation „Gauguin – Ich bin ein Wilder“ den Zuschauer in das ungewöhnliche Leben des Künstlers Paul Gauguin eintauchen. Der postimpressionistische Maler, der als einer der wichtigsten Wegbereiter der Moderne gilt, arbeitete zunächst erfolgreich als Börsenmakler in Paris. Als ihm das enge Familienleben und die Scheinheiligkeit der bürgerlichen Gesellschaft unerträglich wurden, verließ er Frau und Kinder, um sich ganz seiner Kunst zu widmen. Erst zog es ihn in die Bretagne, wo er gemeinsam mit seinem Schüler Emile Bernard den Stil des Synthetismus erarbeitete. Schließlich wanderte er nach Polynesien aus. Gauguin träumte vom Leben eines „Wilden“ in der reinen, üppigen und schönen Welt der indigenen Völker, deren ursprünglicher Lebensstil ihm von modernen Verirrungen und christlichen Tabus unberührt erschien. Doch bei seiner Ankunft am anderen Ende der Welt musste er feststellen, dass die ersehnte Ursprünglichkeit auch hier längst verloren war. Also erfand er sie kurzerhand neu … Die Dokumentation zeigt die schmerzhafte Diskrepanz zwischen einer enttäuschenden Realität und dem geradezu existenziellen Drang, anhand der Kunst eine ideale Welt zu schaffen. Sie öffnet mit einem Vorgriff auf Gauguins Todesnacht vom 7. auf den 8. Mai 1903 und schildert dann Leben und Laufbahn des Malers anhand von Archivmaterial und einer Vielzahl seiner Gemälde. Animierte Sequenzen veranschaulichen die Obsessionen des Künstlers, seine Fantasien und ästhetischen Inspirationen und stellen sie in Zusammenhang mit seinen Werken.

Sonntag, 13.01. / 17:15 Uhr / Die Tanzschüler der Pariser Oper… 5 Jahre später (4/5): Abflug
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2016, ARTE F 26 Min.
Regie: Françoise Marie
Online verfügbar von 13/01 bis 17/02
Erstausstrahlung

Vor fünf Jahren beleuchtete die Dokumentationsreihe „Die Tanzschüler der Pariser Oper“ den intensiven Arbeitsalltag der Ballettschüler im Pariser Palais Garnier. Nun kehrt die Regisseurin Françoise Marie dorthin zurück und besucht die ehemaligen Schüler in der begehrtesten Ballettkompanie Frankreichs. Was ist aus Alice, Antonio, Clémence, Pablo, Roxane und den anderen geworden? Die fünfteilige Fortsetzung der Doku-Serie erzählt von ihren Herausforderungen, Zweifeln und Hoffnungen als junge Erwachsene und wirft einen Blick zurück auf ihre Schulzeit.

Für die jährliche Veranstaltung der Tanzschule der Pariser Oper studieren Aurélien, Milo, Jack und Luna, alle mittlerweile 17 Jahre alt, das Ballett „Raymonda“ ein. Auch dieses Jahr sind Schüler ausländischer Tanzschulen zu der Gala eingeladen – eine tolle Gelegenheit, um sich über Lehrmethoden und Zukunftspläne auszutauschen. Denn Tanz ist eine Sprache, die überall verstanden wird. Und wenn ein junger Tänzer flügge wird, steht ihm so manche Reise bevor! Ein neues Abenteuer erleben Esteban, Tommaso und Balthazar: Sie haben die Tanzschule der Pariser Oper vorzeitig verlassen und sich an der Ballettschule in San Francisco eingeschrieben. Anders als in Frankreich stehen hier neben dem harten Tanztraining auch Schwimmen und Aerobic auf dem ganztägigen Programm. In ihrem Studentenwohnheim müssen sich die drei jungen Tänzer selbst versorgen – ein enormer Unterschied zum Alltag in Paris, der ihnen viel Selbstständigkeit abverlangt, aber auch ein Gefühl von Freiheit gibt. Marin dagegen hat es nach dem Schulabschluss an der Pariser Oper nach Deutschland verschlagen. Zu seinem großen Glück hat ihn das Ballettensemble des Anhaltischen Theaters Dessau zusammen mit seiner Freundin Maria-Sara engagiert. Die Truppe umfasst nur acht Tänzer, weswegen Marin häufig Solistenrollen zugeteilt bekommt. Diesmal verkörpert er den wunderbaren Mandarin. Als sein Vater zu Besuch kommt, denken beide an die harten Lehrjahre an der Pariser Oper zurück. Die Gefühle überwältigen den Vater beim Versuch, den Stolz auf seinen Sohn in Worte zu fassen.

Sonntag, 13.01. / 17.40 Uhr / Aus der Verbotenen Stadt Peking: Daniil Trifonov spielt Rachmaninows Klavierkonzert Nr. 2
Musik, Deutschland, 2018, ZDF 43 Min.
Regie: Tiziano Mancini
Komponist: Sergej Rachmaninow, Max Richter
Dirigent: Long Yu
Orchester: Shanghai Symphony Orchestra
Mit: Daniil Trifonov (Klavier), Mari Samuelsen (Violine)
Online verfügbar von 13/01 bis 12/02
Erstausstrahlung

Die geheimnisvolle, exotische Atmosphäre der Verbotenen Stadt in Peking ist der perfekte Rahmen für Musikevents der Extraklasse: Zum ersten Mal seit 20 Jahren fand jetzt im Rahmen des 120-jährigen Jubiläums des Schallplattenlabels Deutsche Grammophon wieder ein klassisches Konzert auf dem Platz vor dem berühmten Kaiserlichen Ahnentempel statt. Neben der Solistin Aida Garifullina und dem Shanghai Symphony Orchestra unter der Leitung des chinesischen Dirigenten Long Yu stand vor allem ein Ausnahmekünstler im Zentrum der Aufmerksamkeit: der überragende russische Pianist Daniil Trifonov. ARTE zeigt seine Interpretation von Sergej Rachmaninows berühmten Klavierkonzert Nr. 2 vor der magischen Kulisse des Ahnentempels. Die Uraufführung des Konzerts 1901 in Moskau war ein durchschlagender Erfolg. Trotz seines melancholischen Grundtones ist es äußerst publikumswirksam und verlangt vom Interpreten ein Äußerstes an Virtuosität. Dabei ist es reich an äußerst kantablen Passagen, die als Filmmusik und in Popsongs zusätzliche Popularität erlangten. Neben Trifonovs Darbietung verwöhnt ARTE den Zuschauer zudem mit einem Werk des Briten Max Richter, der zu jenen Komponisten gehört, für die die Grenzen zwischen musikalischen Genres schlichtweg nicht existieren. In „November“ für Violine und Orchester verbindet er Einflüsse aus Minimal und Ambient Music zu einem Klanggewebe, dessen suggestive Kraft im Verlauf des Stücks eine ungeheure Wucht entwickelt; Solistin ist die norwegische Geigerin Mari Samuelsen.

Montag, 14.01. / 05:00 Uhr / Pergolesis Stabat Mater in der Sainte-Chapelle
Musik, Frankreich, 2015, ARTE F 42 Min.
Regie: Victor Cohen Hadria
Chorleitung: Gaël Darchen
Chor: Maîtrise des Hauts-de-Seine
Komponist: Giovanni Battista Pergolesi
Orchester: Orchestre Paris-Classik
Online verfügbar von 14/01 bis 22/01

Pergolesis Fassung des „Stabat Mater“, aufgeführt in einer der schönsten Kirchen von Paris, der Sainte-Chapelle. Die ehemalige Palastkapelle im hochgotischen Stil mit ihren prachtvollen Fenstern ist der ideale Ort für dieses Werk, das den Schmerz der Mutter Jesu um ihren gekreuzigten Sohn beschreibt. Es singt der Kinderchor Maîtrise des Hauts-de-Seine.

1736 verfasste Giovanni Battista Pergolesi seine Version des „Stabat Mater“, des Gedichts über den Schmerz der Mutter Jesu um ihren gekreuzigten Sohn. Das für Sopran- und Altstimmen komponierte geistliche Musikwerk besteht aus zwölf Teilen. In diesem Konzert, das im Juni 2016 in Paris stattfand, übernimmt den Gesangspart die Maîtrise des Hauts-de-Seine, der offizielle Kinderchor der Pariser Oper. Es spielt das Orchestre Paris-Classik unter Leitung von Gaël Darchen. Aufführungsort ist die Pariser Sainte-Chapelle.
Die Sainte-Chapelle liegt im historischen Zentrum von Paris, nur einen Steinwurf entfernt von der Kathedrale Notre-Dame. Sie ist ein Meisterwerk der Hochgotik und wurde auf Wunsch Ludwigs des Heiligen erbaut, um die Dornenkrone Christi aufzunehmen. Die Sainte-Chapelle ist vor allem berühmt für ihre prächtigen Fenster, die auf einer Gesamtoberfläche von 600 Quadratmetern und auf mehr als tausend Tafeln Szenen aus der Bibel abbilden. Diese „Bibel aus Glas“ taucht das Innere der Kapelle in ein ganz spezielles buntes Licht. Eine perfekte Kulisse für Pergolesis Musik, die – losgelöst von jedem religiösen Kontext – den tiefen Schmerz einer trauernden Mutter beschreibt.

Dienstag, 15.01. / 05.05 Uhr / Melt 2017: Kamasi Washington & Bonobo
Musik, Deutschland, 2017, ZDF 61 Min.
Regie: Paul Hauptmann
Online verfügbar von 15/01 bis 14/02

Großes Jubiläum! 2017 wird das Melt 20 Jahre alt und hat allen Grund zum Feiern. Mit 20.000 Besuchern jährlich, einer einzigartigen Kulisse und Auftritten von Top-Acts aus den Genres Indie, Pop und Elektro ist das Melt eine Institution in der deutschen Festivallandschaft. Wer schon mal dabei war, weiß: Ein Besuch in Ferropolis, der „Stadt aus Eisen“, bleibt unvergesslich. Und wer noch nicht dabei war, hat mit ARTE die Chance, das Festival-Feeling zu Hause zu erleben: ARTE zeigt ein einstündiges Highlight-Konzert im TV. Dieses Mal spielen auf dem Melt unter anderem: The Kills, Phoenix, Die Antwoord, Kamasi Washington, Glass Animals, M.I.A., Richie Hawtin, Warpaint, Bilderbuch und Bonobo!

Mittwoch, 16.01. / 23:15 Uhr / Das widerspenstige Leben von Marceline Loridan-Ivens
Schwerpunkt: Gegen das Vergessen
Dokumentarfilm, Frankreich, 2018, ARTE F 88 Min.
Regie: Yves Jeuland
Online verfügbar von 16/01 bis 17/03
Erstausstrahlung

Die jüdische Filmemacherin Marceline Loridan-Ivens, geborene Rosenberg, war erst fünfzehn, als sie am 29. Februar 1944 zusammen mit ihrem Vater verhaftet, von Avignon nach Drancy gebracht und anschließend nach Auschwitz deportiert wurde. Mit der Deportation endete ihre Schulzeit abrupt. Doch das Leben hielt genügend Lehren bereit, die die Regisseurin in ihrem gewagten und poetischen filmischen Werk verarbeitete. Nach den unsäglichen, traumatisierenden Erfahrungen im Konzentrationslager verkehrte Loridan-Ivens in der Künstlerszene von Paris, wo sie den politischen Dokumentarfilmer Joris Ivens kennenlernte. Sie heirateten und reisten zusammen nach China und in das kriegsgeschüttelte Vietnam. Ihre Schauspielkarriere begann mit einer Hauptrolle in „Chronik eines Sommers“ (1961) von Jean Rouch und Edgar Morin; ein Jahr später arbeitete sie mit Jean-Pierre Sergent an ihrem ersten Dokumentarfilm „Algérie, année zéro“. Von 1967 bis 1989 drehte sie gemeinsam mit Joris Ivens 18 Filme, darunter „Le 17e parallèle“ und „Eine Geschichte über den Wind“. 2002 thematisierte sie in ihrer ersten eigenen Regiearbeit „Birkenau und Rosenfeld“ mit Anouk Aimée in der Hauptrolle ihr Schicksal als Auschwitz-Überlebende. Der Dokumentarfilm zeigt Marceline Loridan-Ivens in einem Gespräch mit dem französischen Regisseur Yves Jeuland, das am 30. Oktober 2014 auf der Bühne des Forum des Images in Paris aufgezeichnet wurde. Gemeinsam mit Jeuland blickt sie auf ihr bewegtes Leben zurück. Mit eingeblendeten Fotos, Archivbildern und Filmausschnitten wird das Bühnengespräch zu einer wahren Live-Dokumentation über das Leben der Filmemacherin, musikalisch untermalt von Eric Slabiak und seiner Band.

Freitag, 18.01. / 00:10 Uhr / Tracks
Magazin, Deutschland, 2019, ZDF 43 Min.
Erstausstrahlung

Diese Woche unter anderem bei „Tracks“: die World Nomad Games in Kirgistan – das größte Sportevent in Zentralasien –, die Drag-Performerin und Visual Artist Hungry und die Band Shortparis aus St. Petersburg

(1): World Nomad Games – das Sportevent der anderen Art
Falkenjagd, Wrestling auf Pferderücken und Polomatches mit Ziegenkadavern – die World Nomad Games in Kirgistan sind das größte Sportevent Zentralasiens und so etwas wie die alternativen Ethno-Olympics. Mehr als 3.000 Athleten aus 77 Ländern dieser Erde werden erwartet. Sie treten in fast 40 Disziplinen gegeneinander an, um zu siegen und um die Jugend für die jahrhundertealte Traditionen der Region zu begeistern.

(2): Hungry – Distorted Drag
Mit einem Style zwischen Gothic Alien und post-humanistischem Cyborg mischt die Drag-Performerin Hungry gerade weltweit die Modeszene, die Avantgarde-Drag-Szene und natürlich Instagram auf. Einer der fast 300.000 leidenschaftlichen Follower ist auch eine gewisse Björk, die sich von Hungry mit verstörendem Prothesen-Make-up und Furry-Strapon-Outfit für ihr neues Album-Cover stylen ließ – und damit mal wieder das Pop-Universum à la Björk neu definierte.

(3): Shortparis – Sound aus der St. Petersburger Vorstadt
Shortparis sind gerade DER Underground-Hype-Act aus St. Petersburg – und das streng nach Konzept: Angeblich wollen sie sich in zwei Jahren auflösen, schließlich sollten sie bis dahin alles erreicht haben. Eigentlich kommen sie aus Nowokusnezk in Sibirien – einer Stadt, die so kalt ist, dass die Parks mit Plastikblumen ausgeschmückt werden. Ein schönes Sinnbild für die Erscheinung der Band, die ihre Auftritte zwischen Cold Wave und Industrial Sounds und einer exaltiert schrillen Gesangsperformance als „Mischung aus griechischer Tragödie und pubertärer Sinnlichkeit“ beschreibt.

Freitag, 18.01. / 00:55 Uhr / Air-Konzert im Pariser Niemeyer-Bau
Musik, Frankreich, 2016, ARTE F 58 Min.
Regie: David Ctiborsky
Online verfügbar von 18/01 bis 25/01

Das französische Duo Air feierte sein 20-jähriges Bestehen mit einem einmaligen Konzert im futuristischen Saal der Coupole Niemeyer in Paris. Dies war die Gelegenheit, noch einmal die zeitlose Elektromusik und die schwelgerischen Ambient-Klänge zu entdecken, die Air berühmt gemacht haben. Air gehören zu den größten Stars der französischen Musikszene und den Wegbereitern des French Touch. Die Band wurde Ende der 90er Jahre in Versailles gegründet und vereint ihren atmosphärischen Elektropop in einer beeindruckenden Diskografie. Die Multiinstrumentalisten Nicolas Godin und Jean-Benoît Dunckel schrieben Songs wie „Sexy Boy“, das Glanzstück ihres zweiten Albums „Moon Safari“, oder „Playground Love“ aus dem Soundtrack zu Sofia Coppolas „Virgin Suicides“. Sie arbeiteten mit zahlreichen Künstlern wie Beck, Charlotte Gainsbourg, Neil Hannon oder Nigel Godrich zusammen, standen im Laufe ihrer Karriere allerdings nur selten auf der Bühne. 2016 gingen sie nach siebenjähriger Pause auf eine Jubiläumstour: Anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens gingen sie weltweit auf Tournee. Eine Stunde spielten sie unter der eindrucksvoll-futuristischen Kuppel des brasilianischen Architekten Oscar Niemeyer, ganz in Weiß gekleidet, vor einem glücklichen Publikum und an einem fast schon surrealen Ort, den niemand hätte besser bespielen können als Air.


Sonntag, 20.01. / 05:00 Uhr / Abgedreht! Cher
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F 35 Min.
Online verfügbar von 20/01 bis 19/02

(1): Story: Sonny and Cher
(2): Story: Die Solokarriere von Cher
(3): Ikone: Die Hexen von Eastwick
(4): Rare Perle: Cher bei Parkinson

(1): Story: Sonny and Cher
Zehn Jahre durften Sonny und Cher glückselig in ihrer psychedelischen Flower-Power-Blase verbringen. In den 60er und 70er Jahren sang das unvergleichliche Paar zahlreiche Lieder, die auch heute noch Ohrwürmer sind.

(2): Story: Die Solokarriere von Cher
Nach ihrer Scheidung von Sonny Bono wollte Cher allen beweisen, dass sie auch allein das Zeug zum Star hat. Rückblick auf die Solokarriere von Cher.

(3): Ikone: Die Hexen von Eastwick
Anfangs sah es düster für „Die Hexen von Eastwick“ von George Miller aus, doch der Film wurde schließlich zum Welterfolg. „Abgedreht!“ klärt auf, was es mit dem Meilenstein der Popkultur auf sich hat.

(4): Rare Perle: Cher bei Parkinson
2001 lädt Michael Parkinson Cher in seine Talkshow ein und enthüllt eine pikante Anekdote aus den 60er Jahren, in der Sonny, Francis Ford Coppola, Salvador Dalí und ein Plastikfisch eine wichtige Rolle spielen.

Sonntag, 20.01. / 06:40 Uhr / Elsa Schiaparelli ~ Mode ist Kunst
Dokumentation, Deutschland, 2015, NDR 26 Min.
Regie: Sabine Carbon
Online verfügbar von 20/01 bis 27/01

Sie wandelte zwischen den Welten der Mode und der surrealistischen Kunst, zu ihren Freunden zählten Salvador Dalí, Jean Cocteau und die Brüder Giacometti. Mode verstand die aus Rom stammende Designerin Elsa Schiaparelli (1890-1973) als Kunst. Sie setzte auf die Farbe „Shocking Pink“, führte den Reißverschluss als Dekorationselement ein und schuf gemeinsam mit Dalí ein Skelettkleid. Vieles, was heute noch für Aufregung sorgt, hatte Elsa Schiaparelli vor allen anderen erfunden, so verwendete sie zum Beispiel einen Schuh als Hut oder ein Kotelett als Kopfbedeckung. Für Karl Lagerfeld gehört Elsa Schiaparelli genauso „zur Geschichte der Mode wie Chanel“. Jean-Paul Gaultier hält sie für „genial mit einem ganz eigenen Chic“.

Surreal und doch irdisch, nostalgisch und dennoch modern: Elsa Schiaparelli gilt als eine der führenden Couturières der 20er und 30er Jahre. Schiaparelli hatte ihr Modehaus 1927 in Italien gegründet und wurde in Paris zur großen Konkurrentin für Coco Chanel. Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte sie an ihre vorherigen Erfolge nicht mehr anknüpfen, 1954 schloss sie ihr Unternehmen. Doch sie blieb ein Mythos. 60 Jahre später, im Jahr 2014, wurde ihr Label wieder neu belebt: Die Marke Schiaparelli feierte in denselben Räumen wie einst am Pariser Place Vendôme ihr Comeback.

Schiaparellis Enkelin, die US-Schauspielerin Marisa Berenson („Cabaret“), erinnert sich an ihre Großmutter und ihr nicht immer leichtes Leben zwischen Tradition und Avantgarde: „Sie wollte schreiben, singen und andere künstlerische Dinge tun, aber sie durfte es nicht. Als sie dann von zu Hause wegging, ließ ihre Kreativität sie förmlich explodieren“, erzählt sie.

Die Dokumentation fächert Leben und Werk Elsa Schiaparellis auf und zeigt ihre Kreativität unter anderem auch anhand von Archivmaterial und Collagen, in denen sich der gesamte Kosmos der Modepionierin auftut. Verwandte und Wegbegleiter wie ihre Enkelin Marisa Berenson, Jean-Paul Gaultier und Karl Lagerfeld schildern in persönlichen Worten, was Elsa Schiaparelli noch heute für sie bedeutet.

Sonntag, 20.01. / 15:35 Uhr / Totems & Tabus ~ Belgiens Kolonialmuseum
Dokumentation, Belgien, Frankreich, 2018, ARTERTBF 52 Min.
Regie: Daniel Cattier
Online verfügbar von 20/01 bis 19/02
Erstausstrahlung

„Totems & Tabus“ erzählt die einerseits prächtige, andererseits düstere und lange Zeit tabuisierte Kolonialgeschichte des von König Leopold II. gegründeten Afrikamuseums im belgischen Tervuren. Nahezu ein ganzes Jahrhundert lang glorifizierte das Museum die „Zivilisierungsmission“ Leopolds II. im Kongo und stellte die kongolesische Bevölkerung als wilden Volksstamm dar. Im Dezember 2018 eröffnet das Museum nach fünfjährigen Renovierungsarbeiten erneut seine Pforten mit einem Versprechen: Das erste Kolonialmuseum zu sein, das sich kritisch mit seiner Geschichte auseinandersetzt. Doch gelingt dies, ohne die eigene Daseinsberechtigung in Frage stellen zu müssen?

Im Dezember 2018 wird nach einer fünfjährigen Renovierungsphase das Musée Royal d’Afrique Centrale im belgischen Tervuren unter seinem neuen Namen „AfricaMuseum“ wiedereröffnet. ARTE wirft gemeinsam mit den Zuschauern einen Blick auf die koloniale Vergangenheit Belgiens und das gewandelte Ausstellungskonzept des Museums.

Ende des 19. Jahrhunderts von König Leopold II. gegründet, besitzt das Museum die weltweit größte Sammlung afrikanischer Kunst. Ein Großteil der Exponate entstammt dem Kongo, einer ehemaligen Kolonie des Königreichs Belgien. Leopold II. hatte das riesige Gebiet 1885 als „Freistaat Kongo“ zu seinem Privatbesitz erklärt. Fast ein Jahrhundert lang wurde die Kolonialherrschaft des Landes in den Mauern des Museums verherrlicht, die oftmals brutalen Hintergründe und Bedingungen, unter denen die Ausstellungsstücke nach Europa gelangten, verschwiegen.

Heute sieht sich das AfricaMuseum, ähnlich wie ein Großteil ethnologischer Museen in Europa, mit der Aufarbeitung einstiger Herrschafts- und Ausbeutungsverhältnisse konfrontiert. Mit seiner Neueröffnung versucht es den musealen Blickwinkel zu drehen und ein Bewusstsein für die postkoloniale Debatte sowie einen sensiblen Umgang mit dieser Art von Raubkunst schaffen. Der Ort soll zu einer Plattform werden, welche die koloniale Vergangenheit des Landes umfangreich aufarbeitet und zugleich ein entkolonialisiertes Bild des heutigen Afrikas vermittelt. Der Forderung nach Mitsprache vieler afrikanischer Länder bei der Darstellung der eigenen Geschichte versucht das AfricaMuseum durch Kooperationen etwa mit dem Musée des Civilisations Noires in Dakar und dem Museum in Kinshasa gerecht zu werden.

Sonntag, 20.01. / 16:30 Uhr / Die Tanzschüler der Pariser Oper … 5 Jahre später (5/5): Sein Leben tanzen
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2016, ARTE F 26 Min.
Regie: Françoise Marie
Online verfügbar von 20/01 bis 24/02
Erstausstrahlung

Vor fünf Jahren beleuchtete die Dokumentationsreihe „Die Tanzschüler der Pariser Oper“ den intensiven Arbeitsalltag der Ballettschüler im Pariser Palais Garnier. Nun kehrt die Regisseurin Françoise Marie dorthin zurück und besucht die ehemaligen Schüler in der begehrtesten Ballettkompanie Frankreichs. Was ist aus Alice, Antonio, Clémence, Pablo, Roxane und den anderen geworden? Die fünfteilige Fortsetzung der Dokumentationsreihe erzählt von ihren Herausforderungen, Zweifeln und Hoffnungen als junge Erwachsene und wirft einen Blick zurück auf ihre Schulzeit.

Das Jahresende steht traditionell ganz im Zeichen der Aufnahmeprüfungen in das Ballett der Pariser Oper. Gleich vier junge Tänzer – Milo, Jack, Samuel und Alexandre –, die im Alter von zwölf Jahren schon in der ersten Staffel der Dokumentarreihe mit der Kamera begleitet wurden, dürfen sich über ihre Aufnahme freuen und können ihr Glück kaum fassen.

Die übrigen müssen lernen, mit einem Rückschlag zu leben, wie schon ihre Freundinnen und Freunde, die bereits vor Ende der Ausbildung die Tanzschule verlassen mussten. Vor fünf Jahren waren Pauline, Gaspard, Aubin, Charlotte, Philippine und Margherita ein eingeschworenes Team. Für einige von ihnen war die Tanzschule der Pariser Oper nur eine Zwischenstation, inzwischen hat jeder seinen eigenen Lebensweg eingeschlagen. Trotz alledem brennt die Leidenschaft für den Tanz in allen weiterhin wie ein Feuer, das niemals erlischt.

Mit dem Sommer beginnt die Zeit der Festivals. Antonio steht in „Ravello“ gemeinsam mit Startänzerin Marie Agnès Gillot und den italienischen Mitgliedern des Balletts der Pariser Oper auf einer der schönsten Freilichtbühnen der Welt. Etwa 30 Kilometer von hier entfernt liegt Gaiano, das Heimatdorf von Antonio. Hier hat er als kleiner Junge seine Begeisterung für den Tanz entdeckt, als er sich stundenlang Ballettvideos anschaute.

Fast alle Tänzer verbindet eine ähnliche Geschichte – und die gleiche tiefe und unerschütterliche Leidenschaft für ihre Kunst. Welchen Karriereweg sie auch einschlagen werden – der Tanz schlägt die Brücke zu den unterschiedlichsten Welten.

Sonntag, 20.01. / 17:00 Uhr / Metropolis Spezial: 100 Jahre Bauhaus
Magazin, Deutschland, 2019, ZDF 43 Min.
Erstausstrahlung

Metropolis Spezial: 100 Jahre Bauhaus

Vor hundert Jahren wurde von Walter Gropius in Weimar das Bauhaus als Kunstschule gegründet. „Metropolis“ feiert den Auftakt zum Jubiläumsjahr mit einer Sondersendung – von Gropius‘ Idee eines Totaltheaters über das kreative Schaffen der Bauhaus-Frauen bis hin zur Wirkung, die das Bauhaus heute noch entfaltet.

Die ist an kaum an einem Ort so sichtbar wie in Tel Aviv. Mehr als 4.000 Häuser wurden in den 1930er Jahren nach den Ideen der Bauhaus-Bewegung im Stadtzentrum der Mittelmeermetropole errichtet. Zum hundertjährigen Jubiläum werden die weißen Häuser jetzt aufwendig renoviert. Aber was ist aus der gebauten Utopie geworden? Und wie prägen das Erbe und die Ideen des Bauhauses die Bewohner bis heute?

Sonntag, 20.01. / 17:40 Uhr / Wiener Abend mit dem Orchestre de Paris
Musik, Frankreich, 2017, ARTE F 44 Min.
Regie: Julien Condemine
Komponist: Johann Strauss, Franz Léhar, Jacques Offenbach, Charles Lecocq, Emmerich Kálmán
Dirigent: Thomas Hengelbrock
Orchester: Orchestre de Paris

Mit: Cyrille Dubois (Tenor), Annette Dasch (Sopran)
Online verfügbar von 20/01 bis 27/01

ARTE lädt ein zu einem Wiener Abend in die Philharmonie de Paris: Unter der Leitung von Thomas Hengelbrock präsentiert das Orchestre de Paris ein unterhaltsames Programm mit den schönsten Walzern aus dem deutschen und französischen Operetten-Repertoire. Begleitet werden die Musiker von der Sopranistin Annette Dasch und dem Tenor Cyrille Dubois, die das Publikum sogar dazu einluden, in festlichen Walzer-Rhythmen auf einer Tanzfläche zu schwelgen.

Musikalischer Streifzug durch das deutsch-französische Operetten-Repertoire: Am 8. Juni 2017 wurde in der Philharmonie de Paris ein besonderes Konzertprogramm geboten: Nach dem Vorbild der berühmten Londoner Proms stellte der Dirigent Thomas Hengelbrock ein unterhaltsames Programm zusammen, das einen leichten Zugang zur klassischen Werken bietet. Gemeinsam mit zwei wunderbaren Solisten – der Sopranistin Annette Dasch und dem Tenor Cyrille Dubois – spielt das Orchestre de Paris die beliebtesten Walzer aus berühmten Operetten. Der Zuschauerraum der Philharmonie verwandelte sich in einen Ballsaal, als Thomas Hengelbrock das Publikum mit Klängen von Strauss-Walzern vor die Bühne lockte und zum Tanzen animierte. Anschließend traten die beiden Sänger abwechselnd auf die Bühne und gaben mal solo, mal im Duett Operettenlieder von Franz Lehár, Emmerich Kálmán und Jacques Offenbach zum Besten.

Freitag, 25.01. / 21:50 Uhr / Rammstein: Paris
Musik, Deutschland, 2017, ZDF 98 Min.
Regie: Jonas Åkerlund
Online verfügbar von 25/01 bis 24/02

Die „Made in Germany 1995-2011“-Tour, auf die die Band Rammstein im November 2011 ging, war ein monumentales Unternehmen. 78 Konzerte in Europa, 21 in Nordamerika. Wer über eine solche Tournee einen Film dreht, muss groß denken. „Rammstein: Paris“ kam erst gut fünf Jahre nach den Paris-Konzerten in die Kinos. ARTE zeigt diesen einzigartigen Musikfilm exklusiv zur besten Sendezeit.

Die „Made in Germany 1995-2011“-Tour, auf die Rammstein im November 2011 ging, war ein monumentales Unternehmen: Die Band absolvierte 78 Konzerte in Europa und 21 in Nordamerika. Im Gepäck hatte sie eine Bühnenkonstruktion aus Stahl, 24 Meter breit, 15 Meter hoch, 100 Lautsprecherboxen, eine Soundanlage mit 380.000 Watt Leistung, insgesamt 25 Trucks und 125 Crewmitglieder. Der Musikfilm „Rammstein: Paris“ kam erst gut fünf Jahre nach den Paris-Konzerten, bei denen er im März 2012 gedreht wurde, im März 2017 in die Kinos. Regisseur Jonas Åkerlund betrieb den größtmöglichen Aufwand, um diese Show angemessen porträtieren zu können. Der Film, der daraus entstanden ist, ist mit 16 Songs aus dem gesamten Repertoire nicht nur das bislang spektakulärste Bilddokument über die derzeit erfolgreichste deutsche Rockband, sondern er ist auch ein Meisterwerk des Musikkinos! Åkerlund ist berüchtigt für die radikalen, stilbildenden Videos. Durch seine Musikinszenierungen flackern irrwitzige Details, umgestülpte Perspektiven, Kontrast-Schocks, Sinnesverwirrungen. In „Rammstein: Paris“ zelebriert er das von der ersten Minute an. 16 Songs in knapp 100 Minuten spielen Rammstein im Film, die Skala reicht von „Wollt ihr das Bett in Flammen sehen?“, dem ersten Song der allerersten Platte, bis zu „Frühling in Paris“ vom letzten Studioalbum „Liebe ist für alle da“.

Freitag, 25.01. / 23:25 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2018, ARTE F 43 Min.
Erstausstrahlung

Freitag, 25.01. / 00:10 Uhr / Wacken – Der Film ~ Louder than Hell
Dokumentarfilm, Deutschland, 2013, ZDF 87 Min.
Regie: Norbert Heitker
Online verfügbar von 25/01 bis 01/02

„Wacken – Der Film“ ist ein Festivalfilm, wie es ihn noch nicht gegeben hat – über ein Festival, das es so sonst nirgendwo gibt. Überraschend, witzig, laut und ungebremst. Ein Erlebnis für alle Sinne, das den Zuschauer mit gewaltigen Aufnahmen und bombastischem Ton mitten ins Geschehen holt. Nicht nur für Musikfans und die Metal-Community ein Muss, sondern auch für die, die noch nie einen Fuß ins „Holy Wacken Land“ gesetzt haben: Für alle wird „Wacken – Der Film“ eine eindrucksvolle Reise in das faszinierende Paralleluniversum der W:O:A-Community.

Anfang August 2016 ist es wieder so weit: Zum 27. Mal begeistert das Wacken Open Air seine Besucher mit „four days of music, mud and magic“. Nur eines ist in diesem Jahr anders: Das größte Metal-Festival der Welt findet in diesem Jahr nicht nur in Wacken statt – das W:O:A kann man im Fernsehen von überall aus erleben.

Mit „Wacken – Der Film“ ist man direkt dran. An den Bands, an den Musikern und natürlich an den Fans. Man steht mit Deep Purple vor ihrem Auftritt auf der Bühne, sieht wie sich der Vorhang öffnet und gleitet in der untergehenden Sonne zu den ersten Takten von „Smoke on the Water“ über ein endloses Meer von Menschen.

Man erlebt Alice Cooper, Deep Purple, Motörhead und Rammstein und spürt, dass Wacken auch für sie alles andere als Alltag ist. Man begleitet junge Bands, die den „Metal Battle“ gewinnen wollen und auch schon bald zu den Großen gehören könnten. Man erlebt Fans, die aus Taiwan, den USA, Indien und Deutschland anreisen, geht mit ihnen in die Zeltstädte und erlebt, wie sie das Freibad von Wacken zur erweiterten Partyzone erklären. Und man ist ganz einfach fasziniert von der Euphorie der Festivalbesucher, die trotz ihres oft martialischen Aussehens friedlich und ausgelassen miteinander feiern.

Für „Wacken – Der Film“ haben Regisseur Norbert Heitker und sein Team (6 Kamera-Units, 18 Kameras) das komplette Festivalgeschehen an allen Festivaltagen gefilmt. Entstanden ist dabei ein Trip durch die unendlichen Weiten des Wacken-Universums, das man nun in seiner ganzen Vielfalt, Stimmung und ungebändigten Wucht erleben, sehen und hören kann.

Freitag, 25.01. / 01:40 Uhr / Wacken Open Air 2016: Blind Guardian, Parkway Drive, Ministry
Musik, Deutschland, 2016, ZDF 59 Min.
Regie: Sven Offen
Mit: Ministry, Blind Guardian, Parkway Drive
Online verfügbar von 25/01 bis 24/02

Ohrenbetäubende Musik, Staub, Schlamm und 75.000 schwarz angezogene Menschen: Endlich wieder Wacken Open Air! In der beschaulichen schleswig-holsteinischen Gemeinde findet jährlich das größte Heavy-Metal-Festival der Welt statt. Das Wacken Open Air ist das Ereignis für Metal-Fans aus aller Welt. Mit Auftritten von Blind Guardian, Parkway Drive und Ministry zeigt ARTE diesmal Highlights mit ordentlich Schmackes: Power/Speed Metal, Metalcore und Industrial. Die drei Bands sind jeweils Ikonen ihrer Genres und werden von den Fans vor Ort derbe abgefeiert. Ab in den Moshpit!

Laut, dreckig, einzigartig: Metal-Fans aus aller Welt feiern jedes Jahr drei Tage lang ein ganz besonderes Festival das Wacken Open Air. Die einmalige Stimmung und der außergewöhnliche Charme dieser Veranstaltung rund um das kleine Dorf in Schleswig-Holstein faszinieren längst nicht mehr nur die eingefleischten Fans. Wacken ist mittlerweile Kult und zieht Menschen von überall her an – weit über die Genregrenzen hinaus.

Auch im 27. Jahr geht das Wacken Open Air mit einer eindrucksvollen Palette von internationalen Stars an den Start. ARTE war vor Ort und zeigt diesmal einen musikalischen Querschnitt mit Highlights von verschiedenen Bühnen: Eine Stunde Vollgas mit Blind Guardian, Parkway Drive und Ministry. Die drei Bands sind Klassiker und absolute Könner ihres jeweiligen Genres (Power/Speed Metal, Metalcore, Industrial) und werden von den Fans vor Ort derbe abgefeiert. Ab in den Moshpit!

Freitag, 25.01. / 04:35 Uhr / (Fast) die ganze Wahrheit~ Metallica
Fernsehserie, Frankreich, 2018, ARTE F 3 Min.
Regie: Nicolas Rendu
Online verfügbar von 25/01 bis 30/12

(Fast) die ganze Wahrheit – in drei Minuten alles über einen Star aus der Welt des Films, der Musik, Literatur oder Mode, einen Künstler, Sportler, Politiker oder Superhelden. Mit Ironie und Absurdität skizziert jede Folge eine Person des Zeitgeschehens, die Schlagzeilen machte.

Bei dieser Metal-Band schnellte das Tempo in die Höhe … und die Verkaufszahlen auch.


Samstag, 26.01. / 06:30 Uhr / Jean-Jacques Rousseau ~ Nichts zu verbergen
Dokumentarfilm, Frankreich, Schweiz, 2012, ARTE SSR 87 Min.
Regie: Katharina von Flotow
Online verfügbar von 26/01 bis 02/02

Der 1712 in Genf geborene Jean-Jacques Rousseau steht wie kaum ein anderer für die Philosophie der Aufklärung. Sein Denken gab der Französischen Revolution Impulse und seine innovativen politischen wie gesellschaftlichen Konzepte stellten die Träume von bürgerlicher Individualität auf eine theoretische Basis. Doch wer war dieser Mann wirklich, der sich nicht scheute, sich selbst auf schockierende Weise bloßzustellen?

Er gilt als großer Autor und Philosoph, als Vordenker der Französischen Revolution und Ideengeber für Robespierre. Er beschäftigte sich aber auch mit Musik und Botanik. Aber wer war Jean-Jacques Rousseau wirklich, stellt er sich doch in seiner Autobiografie auf schockierende Weise bloß und erscheint als Mann ohne Schamgefühl? Auskunft darüber geben nur überlieferte Aussagen von Zeitgenossen und vor allem die Texte des großen Aufklärers. Im Mittelpunkt des Dokumentarfilms von Katharina von Flotow stehen zahlreiche Auszüge aus Rousseaus autobiografischen, gesellschaftskritischen und -theoretischen Schriften, die dank der großartigen Leistung des Schauspielers Roger Jendly ihre ganze Ausdrucks- und Schlagkraft entfalten. Rousseaus pointierte Formulierungen, radikale Vorschläge und innovative politische Konzepte haben Denken und Institutionen, und nicht zuletzt die Französische Revolution nachhaltig geprägt und sind noch heute, 300 Jahre nach der Geburt des „Bürgers von Genf“, aktuell. Wie die Gedanken und Theorien des Dichterphilosophen Jean-Jacques Rousseau in den Kontext der heutigen modernen Welt passen, vermitteln die Kommentare verschiedener Rousseau-Spezialisten. Sie fügen sich zu einem facettenreichen Bild des Einzelgängers und Wanderers zwischen Welten, der es in einzigartiger Weise verstand, aus persönlichen Erfahrungen heraus zu theoretischen, allgemeingültigen Aussagen zu gelangen. In seinem Traum von einer besseren Zukunft hörte Jean-Jacques Rousseau nie auf, sich zu empören, sich zu ereifern und Missstände und Ungerechtigkeiten anzuprangern.

Samstag, 26.01. / 20.15 Uhr / Jack London ~ Ein amerikanisches Original
Dokumentarfilm, Frankreich, 2016, ARTE F 96 Min.
Regie: Michel Viotte
Online verfügbar von 26/01 bis 02/02

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts machte sich der amerikanische Schriftsteller Jack London (1876-1916) mit seinen Abenteuerromanen einen Namen: Zu seinen bekanntesten Werken zählen „Ruf der Wildnis“, „Wolfsblut“ und „Der Seewolf“. Auch seine eigene Biografie liest sich abenteuerlich: Als Landstreicher, Goldsucher und Seemann, aber auch als Rancher und Kriegsreporter sowie als engagiertes Mitglied der Sozialistischen Partei Amerikas (SPA) erlebte er die gesellschaftspolitischen Umwälzungen vom Ende der Pionierära bis zum Ersten Weltkrieg. Der Dokumentarfilm entstand anlässlich Jack Londons 100. Todestag am 22. November 2016 und zeigt beeindruckende und zum Teil unveröffentlichte Archivbilder, wie zum Beispiel Londons eigene Fotografien von seinen zahlreichen Reisen.

Der Schriftsteller Jack London gehört bis heute zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der US-amerikanischen Geschichte. Zu seinen bekanntesten Werken zählen „Ruf der Wildnis“ (1903), „Der Seewolf“ (1904), „Wolfsblut“ (1906) und der Roman „Martin Eden“ (1909). In einer Zeit, als die Vereinigten Staaten gerade erst die Eroberung des Westens abgeschlossen hatten und innerhalb weniger Jahrzehnte zur führenden Weltmacht werden sollten, war er in alle großen Umwälzungen eingebunden, die sein Land auf politischem, kulturellem und gesellschaftlichem Gebiet erlebte. In seiner faszinierenden Lebensgeschichte spiegelt sich die Entstehung des modernen Amerikas. Der Dokumentarfilm zeigt, wie Jack London sein abenteuerliches Leben zum Stoff für seine Romane machte: das arme Leben als junger Austernräuber in der Bucht von San Francisco, die Entdeckung Alaskas während des Goldrauschs von 1897, die Erfahrung als Korrespondent und Fotograf während des Russisch-Japanischen Krieges, des Erdbebens von San Francisco im Jahre 1906 und der Mexikanischen Revolution 1910. Außerdem beleuchtet der Film sein Engagement für den Sozialismus, die Erkundung der Südseeinseln an Bord seiner Jacht „Snark“ und schließlich das Landleben auf seiner Ranch im Sonoma-Tal. Der Dokumentarfilm wurde anlässlich Jack Londons 100. Todestag am 22. November 2016 gedreht und zeigt beeindruckende und zum Teil unveröffentlichte Archivbilder, beispielsweise Londons eigene Fotografien von seinen zahlreichen Reisen. Ferner verbindet der Film Statements von Jack-London-Kennern mit Reenactment-Szenen seiner Biografie, die in der kanadischen Arktis, in Polynesien und auf Londons kalifornischer Ranch entstanden sind.

Samstag, 26.01. / 00.05 Uhr / Square Artiste ~ Carte Blanche für Clément Cogitore, Videokünstler
Magazin, Frankreich, 2018, ARTE 26 Min.
Erstausstrahlung

Samstag, 26.01. / 00.35 Uhr / Kurzschluss – Das Magazin ~ Schwerpunkt „Erste Filme“
Magazin, Frankreich, 2018, ARTE F 58 Min.
Online verfügbar von 26/01 bis 02/02
Erstausstrahlung

„Kurzschluss – Das Magazin“ zeigt die neuesten Kurzfilme aus aller Welt – und wirft einen Blick hinter die Kulissen: mit Porträts, Drehberichten, aktuellen Festival- und Filmtipps und vielen spannenden Interviews. Mehr Infos unter: arte.tv/kurzschluss

1) Beautiful Loser
Kurzfilm von Maxime Roy, Frankreich 2018, Erstausstrahlung
Michel ist Mitte 50 und versucht nach Jahrzehnten der Heroinabhängigkeit endlich clean zu werden. Der Ex-Junkie ist völlig ausgezerrt vom Entzug, dem damit einhergehenden Gewichtsverlust und der ständigen Schlaflosigkeit. Trotzdem versucht er die Kraft zu finden, um sich um seinen 18-jährigen Sohn Léo und sein zehn Monate altes Baby zu kümmern, das er ab und zu von seiner Ex-Freundin Hélène übernimmt.

2) Zoom – Beautiful Loser
Maxime Roy hat bereits mehrere Kurzfilme realisiert. In Kurzschluss spricht er über seinen neuesten Film „Beautiful Loser“, der 2018 auf dem Festival von Namur den Sonderpreis der Jury gewann und im Wettbewerb des Festivals „Erste Filme“ von Angers läuft.

3) Blütenstraße 11
Animationsfilm von Nienke Deutz, Niederlande/Belgien 2018, Erstausstrahlung
Die Sommerferien haben angefangen. Zwei Freundinnen, die seit ihrer Kindheit unzertrennlich sind, verbringen jede freie Minute miteinander und wollen alles gemeinsam machen. Aber die Pubertät, die sich allmählich bemerkbar macht, verändert ihre Beziehung. Über den Sommer verändern sich ihre Körper, und langsam aber sicher wird ihre Freundschaft weniger innig.

4) Kurz-Info – Die Kunst der Zeit
Die Zeit ist die Essenz des Films. Eine Sonderprogrammreihe des Festivals „Erste Filme“ von Angers lädt uns ein, in Begleitung mehrerer Festivalteilnehmer den Abwechslungsreichtum und die formelle Vielfalt dessen zu erkunden, was laut dem Filmkritiker Serge Daney die Essenz des Films ist: die Kunst der Zeit.

5) Böses Mädchen
Animationsfilm von Ayce Kartal, Türkei 2016
S. ist acht Jahre alt und lebt in der Türkei. Sie hat eine blühende Phantasie und liebt Tiere und die Natur. S. wirkt wie ein fröhliches, aufgewecktes Kind. Aber in ihre Erinnerungen an glückliche Kindertage, zum Beispiel die Ferien bei den Großeltern, mischen sich oft dunkle Gedanken: Solche an „Monster“, die sie bedrohen und ihr sagen, dass sie ein „böses Mädchen“ sei. Nach und nach erzählt S. immer mehr von sich und es wird klar, dass sie sich im Krankenhaus aufhält – und allmählich wird auch klar, weshalb. Mit den Gedanken an unbeschwerte Tage versucht sie, sich etwas vom Krankenhausalltag und den wiederkehrenden, schrecklichen Erinnerungen abzulenken.
„Böses Mädchen“ gewann 2018 den Grand Prix des nationalen Wettbewerbs auf dem Kurzfilmfestival von Clermont-Ferrand.

6) Das erste Mal – Xavier Legrand
Xavier Legrand hat zweimal den Publikumspreis auf dem Festival „Erste Filme“ in Angers gewonnen – das erste Mal 2013 für seinen Kurzfilm „Avant que de tout perdre“ und das zweite Mal 2017 für seinen Spielfilm „Nach dem Urteil“. Der Regisseur spricht mit uns über die enge Beziehung zwischen den beiden Filmen und von dem wichtigen Schritt vom Kurzfilm zum ersten Spielfilm.

Sonntag, 27.01. / 05:00 Uhr / Abgedreht! Isabelle Adjani
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F 36 Min.
Online verfügbar von 27/01 bis 26/02

(1): Story: Die Schauspielerin Isabelle Adjani
(2): Ikone: Die Sängerin Isabelle Adjani
(3): Rare Perle: Die Internationalen Filmfestspiele von Cannes aus der Sicht von Isabelle Adjani

(1): Story: Die Schauspielerin Isabelle Adjani
1972 verwandelte das strahlende Gesicht der jugendlichen Isabelle Adjani langweilige Fernsehübertragungen von Theaterstücken in Kultsendungen. Mit Anfang 20 konnte sich die junge Schauspielerin vor Filmangeboten kaum retten und schlüpfte in über 40 Rollen: junges Mädchen, gestörte Liebende, französische Bürgerin. Immer war sie zugleich Publikumsliebling und diskret. Ein Rückblick auf die herausragende Karriere von Isabelle Adjani.

(2): Ikone: Die Sängerin Isabelle Adjani
Isabelle Adjani versuchte sich erstmals 1974 im Singen, und das eher zufällig in einer Fernsehsendung von Maritie und Gilbert Carpentier. Später war sie für die Dauer eines Albums Muse des französischen Liedermachers Serge Gainsbourg; die Hälfte der Songs stammte aus ihrer Feder, unter anderen der Titel, der dem Album seinen Namen gab: „Pull marine“.

(3): Rare Perle: Die Internationalen Filmfestspiele von Cannes aus der Sicht von Isabelle Adjani
Isabelle Adjani und Cannes blicken auf eine lange gemeinsame Geschichte zurück. In einer Tonaufzeichnung im ARTE-Studio verriet sie ihre persönlichen Highlights der Internationalen Filmfestspiele.

Sonntag, 27.01. / 15:35 Uhr / Rodin ~ Wegbereiter der Moderne
Dokumentation, Frankreich, 2015, ARTE F 52 Min.
Regie: Claire Duguet

Literatur, Musik, Malerei und Fotografie: Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts brachte zahlreiche neue künstlerische Ausdrucksformen hervor, die mit der Romantik und dem vorherrschenden Akademismus brachen. In dieser von Kreativität überschäumenden Epoche spiegelte Auguste Rodin den Zeitgeist wider, bewahrte sich jedoch auch eine ganz eigene künstlerische Handschrift. Anhand von ausgewählten Schriften und Briefen, verbunden mit Archivmaterial und Aussagen zahlreicher Bewunderer wie Rilke, Mirbeau, Maillol, Hugo und Zola stellt die Dokumentation Rodins Leben und Werk in die gesellschaftspolitischen Zusammenhänge seiner Zeit. ARTE wirft einen neuen Blick auf das Genie Rodin, der bis heute als revolutionärer Wegbereiter der Moderne gilt.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, dem Zeitalter der Industrialisierung, vollzogen sich in Gesellschaft und Kunstgeschichte umwälzende Veränderungen. Die Romantik wurde vom Naturalismus abgelöst, den bedeutende Künstler wie Flaubert, Baudelaire, Monet und Courbet begeistert aufgriffen. Einer der „Unruhestifter“ dieser künstlerischen Revolution war der Bildhauer Auguste Rodin. Diesen Aspekt hebt die Dokumentation „Rodin – Wegbereiter der Moderne“ hervor, gestützt auf Archivmaterial und Zeugnisse von Schaffensgefährten Rodins aus dem künstlerischen, literarischen und gesellschaftlichen Umfeld jener Zeit, wie etwa Rilke, Mirbeau, Maillol, Hugo und Zola. Zu sehen sind neben seinen Skulpturen, Entwürfen und Skizzen auch private Fotografien und bewegende Filmaufnahmen von Rodin in seinem Atelier. Nach turbulenten Anfängen wurde Rodin sehr schnell als ein Künstler wahrgenommen, der etwas wagte und mit einem ganz eigenen Stil hervortrat. Mit Werken wie „Das Höllentor“, „Die Bürger von Calais“ und „Der Kuss“ eroberte sich Rodin einen herausragenden Platz in der Kunstgeschichte. Obwohl seine ersten Skulpturen Skandale erregten und von offizieller Seite abgelehnt wurden, fanden sich genügend aufmerksame Sammler, die sein Potenzial erkannten und große Hoffnungen in ihn setzten. Seine Beziehung zu der 19-jährigen Bildhauerin Camille Claudel – Rodin selbst war 43, als er sie kennenlernte – prägte und inspirierte ihn. Die Jahre mit Camille waren sicherlich die fruchtbarsten für Rodin, er wurde immer anspruchsvoller, was seinen bildhauerischen Ausdruck betraf. Rodin gehörte zum Kreis der angesehensten Künstler seiner Zeit. Seine große Ausstellung im Pavillon de l’Alma im Jahr 1900, als die Pariser Weltausstellung veranstaltet wurde, machte ihn auch international bekannt. Die Eröffnung des nach ihm benannten Museums in Paris sollte er nicht mehr erleben: Er starb 1917, einige Monate nach seiner langjährigen Lebensgefährtin Rose Beuret, die stets in seinem Schatten gestanden und die er erst kurz vor ihrem Tod geheiratet hatte. Rodins Einfluss auf zahlreiche Künstler seiner Epoche und seine Nachwelt ist unverkennbar, wie etwa auf Bourdelle, Maillol und Pompon, später auch auf Henry Moore und Ousmane Sow – bis hin zu Anselm Kiefer. Aus dem begabten und ehrgeizigen Beamtensohn Rodin wurde eine Leitfigur der modernen Bildhauerei.

Sonntag, 27.01. / 16:30 Uhr / Hundert Meisterwerke und ihre Geheimnisse ~ „Bal du moulin de la Galette“, 1876, Auguste Renoir
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2017, ARTE F 26 Min.
Regie: Carlos Franklin, Jivko Darakchiev
Online verfügbar von 27/01 bis 28/03
Erstausstrahlung

Kunstwerke sind wichtige historische Zeugnisse ihrer Zeit. Die Dokumentationsreihe „Hundert Meisterwerke und ihre Geheimnisse“ stellt herausragende Werke der Kunstgeschichte auf eine ganz andere Art vor und versucht damit eine technisch hochmoderne Version des großen Klassikers „Hundert Meisterwerke“. Die genauen, bis ins kleinste Detail gehenden Bildanalysen führen dabei die großen zeitgeschichtlichen Zusammenhänge vor Augen. Zudem werden die Gemälde dreidimensional animiert und hauchen so dem jeweiligen Zeitalter neues Leben ein. Die Reihe vermittelt einen umfassenden Eindruck von der Stellung des jeweiligen Künstlers in der Gesellschaft seiner Epoche.
Pierre-Auguste Renoirs „Bal du moulin de la Galette“ (1876) zeigt das feiernde Volk von Paris im lebhaften Spiel des Lichts, wenige Jahre nach der Pariser Kommune.

Die Französische Revolution 1789 läutete in Frankreich eine Zeit des Wechsels zwischen Monarchie, Kaiserreich und Republik ein. 1870 wurde die Pariser Bevölkerung von der preußischen Armee belagert, ein Jahr später dann von der französischen Armee, als sich das Volk mit der Pariser Kommune gegen seine Regierung auflehnte. Auf das Elend der Restriktionen folgte die Gewalt der Repression. Nach dem Ende der Konflikte begannen einige Künstler dank neuer Materialien im Freien zu malen: die Impressionisten. Mit der neuen Darstellung des Lichts und Motiven aus dem Alltagsleben konnten sie Publikum und Kritiker zunächst allerdings nicht überzeugen und blieben auf sich gestellt.

Pierre-Auguste Renoir zeigte seinen Freunden in Montmartre eine auf großer Leinwand verewigte Momentaufnahme der ausgebeuteten Arbeiter, mittellosen Künstler und geächteten Prostituierten, die sich sonntags zum Tanz beim „Bal du moulin de la Galette“ trafen, um für einen Augenblick ihre Lage zu vergessen. Auf der Anhöhe über der Stadt der Lichter, die bald zur wichtigsten Hauptstadt der Welt aufsteigen sollte, herrscht eine strahlende Fröhlichkeit, eine lebendige Kraft der Menschen am Rand der Gesellschaft, die Renoir im Spiel des Lichts auf der Kleidung, den heiteren Gesichtern und dem Leuchten eines farbenfrohen Nachmittags zum Ausdruck bringt.

Sonntag, 27.01. / 17:00 Uhr / Metropolis ~Cádiz
Magazin, Deutschland, 2019, SWR 43 Min.
Erstausstrahlung

(1): Metropole: Cádiz
(2): Franzobel, „Rechtswalzer“
(3): Ayumi Paul
(4): Ausstellung „Kino der Moderne“
(5): Afrika-Museum in Tervuren

(1): Metropole: Cádiz
Cádiz, die alte spanische Hafenstadt in Andalusien, ist fast vom Meer umschlossen. Ihre Glanzzeit hat die Metropole längst hinter sich. Im 16. Jahrhundert war sie mit dem Sitz der spanischen Marine ein bedeutendes Zentrum für Forschungsexpeditionen und Handel. Wie gehen junge Künstler mit dieser Tradition um und wie behaupten sie sich heute?

(2): Franzobel, „Rechtswalzer“
Franzobel ist ein österreichischer Schriftsteller, der sich selbst als Querdenker und literarischer Aktionist bezeichnet. Im Januar 2019 erscheint sein neuer Krimi „Rechtswalzer“, der zwar in der Zukunft spielt, aber hochaktuelle Bezüge herstellt. „Metropolis“ trifft Franzobel in Wien.

(3): Ayumi Paul
„Musik ist meine Farbpalette“, sagt die Geigerin und Künstlerin Ayumi Paul. In ihren autobiografischen Performances spürt sie ihren japanischen Wurzeln nach, verarbeitet Erinnerungen und biografische Orte. „Metropolis“ besucht Ayumi Paul in Berlin und begleitet sie an die Pariser Philharmonie.

(4): Ausstellung „Kino der Moderne“
Um die Wechselwirkungen zwischen Kino, Kunst und Alltag in der Weimarer Republik geht es in einer gemeinsamen Ausstellung der Bundeskunsthalle Bonn und der Deutschen Kinemathek. „Metropolis“ stellt die Schau vor.

(5): Afrika-Museum in Tervuren
Es solle ein Museum des zeitgenössischen Afrikas sein, betont Guido Gryseels, Direktor des Afrika-Museums im belgischen Tervuren anlässlich der Neueröffnung Ende 2018. Nur einer der Säle widmet sich der belgischen Kolonisierung des Kongo. „Metropolis“ fragt nach.

Sonntag, 27.01. / 17:45 Uhr / Lucas Debargue spielt Ravel
Konzert für Klavier und Orchester G-Dur
Musik, Frankreich, 2018, ARTE F 42 Min.
Regie: Sebastien Glas
Komponist: Maurice Ravel
Dirigent: Mikhail Pletnev
Orchester: Russisches Nationalorchester
Mit: Lucas Debargue (Klavier)
Online verfügbar von 27/01 bis 26/02
Erstausstrahlung

Der 28-jährige Lucas Debargue gilt als aufsteigender Stern am französischen Klavierhimmel. Im Jahr 2015 erreichte er Platz vier beim renommierten Tschaikowsky-Wettbewerb in der Kategorie Klavier. Nun steht er für ARTE auf der Bühne des Osterfestivals von Aix-en-Provence und spielt das Klavierkonzert G-Dur von Maurice Ravel. Unter der Leitung von Michail Pletnjow und in Begleitung des Russischen Nationalorchesters präsentiert der junge Franzose seine meisterhafte Interpretation dieses komplexen und technisch anspruchsvollen Werks, das Ravel selbst nicht zu spielen vermochte. Das Konzert wurde am 7. April 2018 aufgezeichnet.

Im Rahmen des Osterfestivals von Aix-en-Provence haben sich Dirigent Michail Pletnjow und sein angesehenes Russisches Nationalorchester mit dem aufsteigenden Stern am französischen Klavierhimmel Lucas Debargue zusammengetan, um das Klavierkonzert G-Dur von Maurice Ravel aufzuführen. Die Komposition für Klavier und Orchester in drei Sätzen entstand zwischen Sommer 1929 und November 1931 und ist das vorletzte vollendete Werk des Franzosen, der zwei Jahre später durch eine Erkrankung seine Fähigkeit, Musik zu schreiben, verlor. Das nach klassischem Vorbild komponierte und nach Auskunft Ravels von Mozart und Saint-Saëns inspirierte Klavierkonzert G-Dur verbindet Ironie, Poesie und Virtuosität. Mit dem zeitgleich entstandenen Klavierkonzert D-Dur für die linke Hand teilt es zahlreiche Anleihen aus dem Jazz. Bei seiner Premiere wurde es von Publikum und Kritikern gleichermaßen bejubelt und 1932 erstmalig aufgenommen. Heute zählt es zu den meistgespielten und -erforschten Stücken Ravels. Die Briefwechsel und Aussagen des Komponisten zu diesem Werk offenbaren, dass er zwar anfangs hoffte, es selbst spielen zu können, sich aber schließlich den technischen Anforderungen der Partitur geschlagen geben musste. Nach monatelangem Üben überließ er der Pianistin Marguerite Long die Uraufführung des Konzerts am 14. Januar 1932 im Pariser Salle Pleyel. Mehr als 85 Jahre später bietet diese Konzertaufzeichnung vom 7. April 2018 im Grand Théâtre de Provence dem jungen Pianovirtuosen Lucas Debargue, der beim namhaften Tschaikowsky-Wettbewerb 2015 in der Kategorie Klavier den vierten Platz erreichte, die Gelegenheit, seine technischen Fähigkeiten und seine spielerische Präzision unter Beweis zu stellen.

Sonntag, 27.01. / 22:00 Uhr / Katharine Hepburn – The great Kate
Dokumentarfilm, Deutschland, 2013, ARTE 76 Min.
Regie: Rieke Brendel, Andrew Davies
Online verfügbar von 27/01 bis 03/02

Mit vier Trophäen in der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin“ ist Katharine Hepburn bis heute die unbesiegte Oscar-Königin, eine ewige Ikone Hollywoods. Nach 40 Rollen und über 60 Jahren Karriere hat das American Film Institute sie zum größten weiblichen Star in der Geschichte des amerikanischen Kinos ernannt. Hepburn ist die ironische, intellektuelle Außenseiterin mit der eigensinnigen Persönlichkeit, die eine neue weibliche Präsenz auf der Leinwand verkörpert.

Katharine Hepburn war eine moderne Frau, deren liberaler Familienhintergrund – die Mutter eine Frauenrechtlerin, der Vater Chirurg und Urologe – ihr ein außerordentliches Selbstbewusstsein und einen unverkrampften Blick auf Sex und Geschlechterrollen gegeben hat. Ein Abschluss in Philosophie und Geschichte unterscheidet sie zusätzlich von vielen Hollywoodstars jener Zeit. Ihre Karriere hat alle Höhen und Tiefen: vom Superstar zum Kassengift und wieder zurück an die Spitze mit einem selbst gesteuerten Comeback. Sie greift ein in die Produktionsabläufe, ist kein Rädchen in der Hollywood-Maschinerie. Einige dieser Filmrollen – starke, unabhängige und emanzipierte Frauen – haben sich bis heute in das kollektive Gedächtnis eingebrannt. Unvergessen auch das Schauspielerduo Katharine Hepburn und Spencer Tracy, die nicht nur neun gemeinsame Filme verband, sondern auch eine legendäre 27 Jahre andauernde Affäre, die wohl als eine Art Seelenverwandtschaft zu verstehen ist. Sie repräsentierten das romantische Ideal ihrer Zeit. Spencer Tracy war offenbar der einzige Mann, zu dem sie je aufgeschaut hat.

Zusatzinfo:
In zahlreichen Fernsehinterviews analysiert Katharine Hepburn selbst in ihrer unverwechselbar direkten Art ihr Leben und ihre Arbeit. Umfassendes Archivmaterial wie Filmclips, Fotos aus öffentlichen und privaten Archiven, Zeitungsartikel und eine illustre Zahl von Interviewpartnern beleuchten nicht nur eine außergewöhnliche Karriere, sondern ein außergewöhnliches Leben.

Sonntag, 27.01. / 23:20 Uhr / Daniel Hope – Der Klang des Lebens
Dokumentation, Deutschland, 2017, NDR 52 Min.
Regie: Nahuel Lopez
Online verfügbar von 27/01 bis 27/04
Erstausstrahlung

Daniel Hope, Musikdirektor des renommierten Zürcher Kammerorchesters und einer der gefragtesten Violinisten der Gegenwart, wurde 1973 in Südafrika geboren. Als regimekritischer Schriftsteller bekam sein Vater hier die Härte des Apartheidsystems zu spüren: Die Familie wurde beschattet, Telefone wurden abgehört, Briefe konfisziert. 1975 wanderten Eleanor und Christopher Hope mit ihren beiden Söhnen deshalb nach London aus. Ihre deutsch-irischen Wurzeln ermöglichten das Exil, doch die erste Zeit blieb ohne Perspektive – bis Eleanor eine Anstellung als Sekretärin bei Yehudi Menuhin fand, dem berühmtesten Geiger des 20. Jahrhunderts.

Als Sprössling begleitete Daniel Hope seine Mutter täglich bei der Arbeit, und so wurde die Villa der Menuhins schnell ein zweites Zuhause für ihn. Alle Größen der klassischen Musik gingen in diesen Jahren bei Menuhin ein und aus, und für Daniel war es der Beginn seiner Faszination für die Geige. Später nahm Yehudi Menuhin Daniel Hope in seine Musikakademie auf.

Auch die Begegnung mit dem Pianisten Menahem Pressler wurde für Daniel Hope prägend. Dieser bot dem jungen Geiger 2002 einen Platz in seinem Beaux Arts Trio an, dem weltweit renommierten Kammermusik-Ensemble. Als sich das Trio 2008 trennte, wagte Daniel Hope den Schritt zur Solo-Karriere.

Die Dokumentation zeigt, wie er unermüdlich im Einsatz ist, nicht nur als Musiker, sondern auch beim Erforschen der Geschichte seiner weit verzweigten Vorfahren. Neben Daniel Hope selbst kommen auch seine Eltern und Wegbegleiter wie etwa sein Lehrer Zakhar Bron sowie Menahem Pressler zu Wort.

Sonntag, 27.01. / 00:35 Uhr / Andris Nelsons dirigiert Anton Bruckner
Anton Bruckner: Sinfonie Nr.7 E-Dur
Musik, Deutschland, 2018, MDR 76 Min.
Regie: Ute Feudel
Dirigent: Andris Nelsons
Orchester: Gewandhausorchester Leipzig
Online verfügbar von 27/01 bis 03/02
Erstausstrahlung

Am 11. März 1743 wurde in Leipzig die Gesellschaft „Großes Concert“ gegründet und damit der Grundstein für das legendäre Gewandhausorchester gelegt. Nirgendwo sonst in der Welt haben die Bürger einer Stadt so früh und so selbstbewusst ein öffentlich zugängliches Musikleben geschaffen wie hier. Das Datum markiert den Beginn einer Erfolgsgeschichte, reich an exzellenter Musik, großen Künstlern und beeindruckenden Persönlichkeiten.

Im Jahr 2018 zelebrierte das geschichtsträchtige Orchester nun sein 275-jähriges Bestehen mit spektakulären Festwochen. Neben dem Jubiläum gab auch ein personeller Wechsel Anlass zur Feier: Der lettische Dirigent Andris Nelsons übernahm die Nachfolge von Riccardo Chailly als Gewandhauskapellmeister und trat damit in die Fußstapfen großer Meister wie Felix Mendelssohn Bartholdy.

Zu seinem Amtsantritt am Jubiläumstag des 11. März verzauberten Andris Nelsons und sein Orchester das Publikum mit der 7. Sinfonie in E-Dur des österreichischen Romantikers Anton Bruckner. Bereits 1884 war dieses Stück vom Leipziger Gewandhausorchester uraufgeführt worden und verhalf – nicht zuletzt dank der Unterstützung des ungarischen Opernkapellmeisters Arthur Nikisch – dem bereits 60 Jahre alten Anton Bruckner zum musikalischen Durchbruch. Die Sinfonie, die unüberhörbare Parallelen zu Bruckners Idol Wagner aufweist, fiel am damaligen Opernhaus auf fruchtbaren Boden. Andris Nelsons und dem Orchester gelingt ein feinsinniger Umgang mit dem vielgehörten Werk, das „starke Melodien, elegische Streicher-Passagen, schmetternde Blech-Fanfaren, aber auch weichen Bläserklang“ vereint.

Montag, 28.01. / 01:30 Uhr / Abenteuer Museum ~ Louisiana Museum of Modern Art, Dänemark
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2015, SWR 52 Min.
Regie: Ute Hoffarth
Online verfügbar von 28/01 bis 04/02

Allein der Skulpturenpark des Louisiana Museum of Modern Art mit seinen einzigartigen Großplastiken direkt am Ufer des Öresund ist beeindruckend. Das Louisiana, 35 Kilometer nördlich von Kopenhagen gelegen, zählt zu den beliebtesten europäischen Museen für moderne und zeitgenössische Kunst. Doch was ist das Erfolgsgeheimnis dieses international bedeutenden Museumskomplexes in Humlebæk? Moderator Gustav Hofer macht sich auf nach Dänemark, um das herauszufinden.

Die Lage ist atemberaubend: Direkt am Ufer des Öresund reihen sich einzigartige Großplastiken im Skulpturenpark des Louisiana Museum of Modern Art aneinander. Es zählt zu den beliebtesten europäischen Museen für moderne und zeitgenössische Kunst. Doch was ist das Erfolgsgeheimnis dieses Museumskomplexes in Humlebæk, 35 Kilometer nördlich von Kopenhagen?

Gemeinsam mit seinem prominenten Gast, dem Stararchitekten Jean Nouvel, will Moderator Gustav Hofer das herausfinden. Denn der französische Architekt hat eine besondere Beziehung zum Louisiana: Er schrieb ein Manifest für das Museum.

Doch zunächst erkunden die beiden das quirlige Kopenhagen. Dort baute der Pritzker-Preisträger das Koncerthuset. Nach einem Besuch des Konzerthauses machen sie sich auf den Weg ins Louisiana.

Der dänische Fabrikant und Kunstliebhaber Knud W. Jensen wollte damals mit seinem privaten Museum eine Einheit aus zeitgenössischer Kunst, Architektur und Landschaft schaffen – einen Ort der Begegnung und der Kommunikation. Über Jahre ist die Sammlung gewachsen, heute umfasst sie etwa 3.500 Werke, angefangen von Max Ernst über Alberto Giacometti und Andy Warhol bis hin zu Jonathan Meese.

Aus dem Privatmuseum ist mittlerweile eine Stiftung geworden. Hofer spricht mit dem Leiter Poul Erik Tøjner über seine Zukunftsvisionen für das Museum: Der Museumsdirektor sieht heute mehr denn je die Verpflichtung, gesellschaftliche Diskussionen durch Kunst anzustoßen. Dazu wurde unter anderem der Louisiana Channel gegründet, ein Kultur-Webchannel im Internet.

Mittwoch, 30.01. / 21:50 Uhr / Die große Literatour ~ John Steinbecks USA
Schwerpunkt: Auf der Suche nach Amerika
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2015, RB 52 Min.
Regie: André Schäfer, Jascha Hannover
Online verfügbar von 30/01 bis 30/04

Im Jahr 1960 macht sich der Literaturnobelpreisträger John Steinbeck gemeinsam mit seinem Hund im eigenen Wohnmobil auf die Reise von den Großen Seen bis zu den Rocky Mountains, von den Metropolen der Ostküste bis zu den Wüsten Nevadas und stößt kulturell wie landschaftlich auf eine ungeahnte Vielfalt. Elf Wochen umrundet er die USA, gegen den Uhrzeigersinn. Steinbecks ironische Beobachtungen und skurrile Begegnungen seines einzigartigen Reisebuchs visualisiert der Film – immer auch mit dem Blick auf die USA heute – zu einem unverstellten Blick auf das Innere Amerikas.

„Die große Literatour“ begibt sich auf die Spuren von vier der spannendsten Reiseschriftsteller der Geschichte, folgt ihren Reisen und sieht die Länder aus ihren Blickwinkeln. Eine literarische Zeitreise, die Vergangenheit und Gegenwart miteinander verschränkt. 1960 macht sich der Literaturnobelpreisträger John Steinbeck gemeinsam mit seinem Hund im eigenen Wohnmobil auf die Reise von den Großen Seen bis zu den Rocky Mountains, von den Metropolen der Ostküste bis zu den Wüsten Nevadas und stößt kulturell wie landschaftlich auf eine ungeahnte Vielfalt. Elf Wochen umrundet er die USA, gegen den Uhrzeigersinn. Steinbecks ironische Beobachtungen und skurrile Begegnungen seines einzigartigen Reisebuchs visualisiert die Dokumentation – immer auch mit dem Blick auf die USA heute – zu einem unverstellten Blick auf das Innere Amerikas. Steinbeck hat sich mit seinen Werken „Früchte des Zorns“ und „Von Mäusen und Menschen“ als Chronist der amerikanischen Wirtschaftskrise der 30er Jahre und als Fürsprecher der ausgebeuteten Farmer und Wanderarbeiter einen Namen gemacht. Im Jahr 1960 erlebt er ein anderes Amerika: Ein Land in nie dagewesenem Wohlstand – doch unter der bonbonbunten Oberfläche gibt es tiefe Risse: Umweltverschmutzung, sinnlose Verschwendung und Rassenunruhen. Phänomene, die Steinbeck hautnah erlebt und in aller Schärfe kritisiert. Am Ende ist klar: Sein Land ist ihm fremd geworden.

Donnerstag, 31.01. / 23:40 Uhr / Berlioz: Les Troyens aus der Pariser Opéra Bastille
Oper, Frankreich, 2019, ARTE F 240 Min.
Regie: Andy Sommer
Komponist: Hector Berlioz
Inszenierung: Dmitri Tcherniakov
Dirigent: Philippe Jordan
Orchester: Orchestre de l’Opéra national de Paris
Chorleitung: José Luis Basso
Chor: Chœurs de l’Opéra national de Paris
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten: José Luis Basso
Kostüme: Elena Zaytseva
Licht: Gleb Filshtinsky

Mit: Elīna Garanča (Didon), Stéphanie d’Oustrac (Cassandre), Brandon Jovanovich (Enée), Véronique Gens (Hécube), Stéphane Degout (Chorèbe), Cyrille Dubois (Lopas), Paata Burchuladze (Priam), Sophie Claisse (Polyxène), Michèle Losier (Ascagne)
Erstausstrahlung

Für den Auftakt der Geburtstagssaison der Pariser Oper könnte es keine bessere Wahl als „Les Troyens“ von Hector Berlioz geben: 1990 wurde die an Vergils „Aeneis“ angelehnte Tragédie Lyrique bereits zur Einweihung der Opéra Bastille aufgeführt. 30 Jahre später inszeniert nun Dmitri Tcherniakov dieses Meisterwerk der französischen Oper. Die musikalische Leitung übernimmt an diesem Abend Philippe Jordan. Für die Hauptrollen konnten die lettische Mezzosopranistin Elina Garanca, der amerikanischen Tenor Brandon Jovanovich sowie die Mezzosopranistin Stéphanie d’Oustrac und Bariton Stéphane Degout aus Frankreich gewonnen werden.

1854 schrieb Hector Berlioz in seinen Memoiren: „Seit drei Jahren treibt mich die Idee einer großen Oper um, für die ich sowohl die Dialoge als auch die Musik schreiben möchte.“ Doch nach seinen beiden Fehlschlägen „Benvenuto Cellini“ und „La damnation de Faust“ ließ der Komponist zwei Jahre verstreichen, bevor er sich an das Projekt „Les Troyens“ wagte, das auf Vergils Epos „Aeneis“ basiert und das antike Thema mit einer genial modernen Orchestrierung zu einem fesselnden Gesamtkunstwerk verwob. Ein neuer Wind wehte durch die Opernwelt, die damals vornehmlich unter dem Einfluss von Richard Wagner stand. Schon im Jahr 1990 hob sich der Vorhang der Opéra Bastille in Paris und gab den Blick auf die Ebene von Troja frei. Jetzt wird „Les Troyens“ zur Feier des 30-jährigen Bestehens des Konzertsaales in einer neuen Inszenierung von Dmitri Tcherniakov erneut aufgeführt. Für dieses prestigeträchtige Event haben Dmitri Tcherniakov und die Pariser Oper eine Reihe von Ausnahmetalenten gewinnen können: die temperamentvolle lettische Mezzosopranistin Elina Garanca in der Rolle der Königin Dido von Karthago und den amerikanischen Tenor Brandon Jovanovich als Äneas, den Gründer Roms ihren Liebhaber. Die französische Mezzosopranistin Stéphanie d’Oustrac wird in die Rolle der Cassandra schlüpfen und dem französischen Bariton Stéphane Degout in der Rolle des Chorèbe Paroli bieten. Am Dirigentenpult steht Philippe Jordan, der musikalische Leiter der Oper, der seit langem mit der visionären musikalischen Sprache von Berlioz vertraut ist und das Orchester und die Chöre der Pariser Oper meisterlich einzusetzen weiß.

Freitag, 01.02. / 21:45 Uhr / Joan Baez ~ How Sweet the Sound
Dokumentarfilm, Deutschland, 2014, SWR 84 Min.
Regie: Mary Wharton
Online verfügbar von 01/02 bis 03/03

Das Gewissen einer Generation: Die politisch engagierte Folksängerin Joan Baez sang im Luftschutzbunker, während draußen die Bomben fielen. Aber sie ist auch eine der wichtigsten und bekanntesten Vertreterinnen der Folkmusik. Seltene Archivaufnahmen und sehr persönliche Interviews mit Bob Dylan, Reverend Jesse Jackson, Roger McGuinn und vielen anderen machen den Dokumentarfilm zu einem sehr persönlichen und historischen Porträt zugleich.

In einem ersten umfassenden Dokumentarfilm über Joan Baez werden sowohl die Privatperson Baez als auch ihre Karriere, ihre Geschichte als Live- und Studiomusikerin und ihr bemerkenswerter Weg als Menschenrechtsaktivistin beleuchtet. Historische Aufnahmen zeigen Joan Baez bei ihrem umstrittenen Besuch in Nordvietnam, wo sie mit den Einwohnern von Hanoi während der heftigsten Luftangriffe des Kriegs betet, aber auch Martin Luther King Jr., der der inhaftierten Joan Baez einen Solidaritätsbesuch abstattet.

Musikalische Aufnahmen vom legendären Auftritt auf dem Newport Folk Festival 1959 oder eines frühen Auftritts im historischen Club 47 in Cambridge werden mit Interviews mit bekannten Persönlichkeiten wie David Crosby, Bob Dylan oder Reverend Jesse Jackson zu einer dichten Erzählung verwoben. Der Dokumentarfilm gibt in bisher nicht dagewesener Art und Weise Einblick in das Leben der Künstlerin und Aktivistin, die mit über 70 Jahren noch auf internationalen Tourneen unterwegs ist.

Zusatzinfo:
Die Originalfassung des Dokumentarfilms wurde für die vielfach preisgekrönte Non-Fiction-Reihe „American Masters“ der New Yorker Firma WNET produziert.

Freitag, 01.02. / 22:10 Uhr / Joan Baez ~ The Fare Thee Well … Tour 2018/2019
Musik, Frankreich, 2018, ARTE F 91 Min.
Regie: Karim Ouaret
Online verfügbar von 01/02 bis 01/07
Erstausstrahlung

Nach 60 Jahren Bühnenpräsenz und 30 herausgebrachten Alben beendet die US-amerikanische Folk-Ikone und „Gewissen und Stimme der 1960er Jahre“ Joan Baez ihre Karriere mit einer weltweiten „Fare Thee Well“-Abschiedstournee mit Halt in Paris ältester Music-Hall, dem Olympia. ARTE zeigt die Konzertaufnahme vom 13. Juni 2018. Gemeinsam mit ihren Fans lässt die Künstlerin und Aktivistin sechs Jahrzehnte Musik Revue passieren. Neben eigenen berühmten Hymnen wie „Here’s to You“ steht auch eine Coverversion des Dylan-Songs „Don’t Think Twice, It’s Alright“ auf dem Programm. Ein einzigartiger, emotionsgeladener Abend.

Langsam, aber sicher verabschiedet sich die Künstlergeneration Woodstock von der Bühne. Nach Elton John und Paul Simon beendet jetzt auch die Folk-Ikone Joan Baez ihre 60-jährige, über 30 Alben umfassende Konzertkarriere – nicht ohne dies mit einer gebührenden „Fare Thee Well“-Abschiedstournee zu feiern.

Die US-amerikanische Sängerin wurde neben ihrem außergewöhnlich klaren Soprangesang vor allem aufgrund ihres unermüdlichen bürgerrechtlichen Engagements bekannt: Als „Gewissen und Stimme der 1960er Jahre“ sang sie in Woodstock, erhob ihre Stimme gegen den Vietnamkrieg, demonstrierte an der Seite von Martin Luther King und prangerte immer wieder Diktaturen auf der ganzen Welt an. Bis heute setzt sie sich aktiv im Kampf um die Menschenrechte ein.

Mit dem Erscheinen ihres Debütalbums 1960 wurde Joan Baez schlagartig berühmt. Neben eigenen Songs coverte sie auch Bob Dylan, die Allman Brothers Band, die Beatles, Jackson Browne, Leonard Cohen, Woody Guthrie, Violeta Parra, die Rolling Stones, Paul Simon und Stevie Wonder.

Zehn Jahre nach ihrem Album „Day After Tomorrow“, auf dem sie Songs von Tom Waits, Mary Chapin Carpenter, Josh Ritter und anderen eingespielte, brachte sie zur großen Freude ihrer Fans Anfang 2018 ihr neues Album „Whistle Down the Wind“ heraus.

Im Rahmen ihrer „Fare Thee Well“-Tour machte Joan Baez nun auch für sechs ausverkaufte Konzerte im Pariser Olympia Halt. ARTE zeigt ihr Konzert vom 13. Juni 2018, bei dem neben ihren neuen Liedern und bekannten Hits auch Kompositionen von Bob Dylan mit auf dem Programm standen. Neues, Altes und Coverversionen – was will man mehr bei einer Abschiedstournee? Goodbye, Joan!

Freitag, 01.02. / 00:45 Uhr / Tracks
Magazin, Deutschland, 2019, ZDF 43 Min.
Produzent: Signed Media
Online verfügbar von 01/02 bis 02/05
Erstausstrahlung

(1): Ibeyi: Der „Tracks“-Plattencheck
(2): Rosalía
(3): China New Talents

(1): Ibeyi: Der Tracks-Plattencheck
Geboren in Paris, aufgewachsen in Kuba im unmittelbaren Umfeld des Buena Vista Social Club: Ibeyi vereinen afrikanische, afrokubanische und europäische Musikkultur – und sind damit die spannendsten, faszinierendsten und vielseitigsten Zwillingsschwestern im gegenwärtigen Popzirkus.

(2): Rosalía
Sie hat es in kürzester Zeit von den kleinen Bühnen ihrer katalanischen Heimat ins internationale Rampenlicht geschafft. Rosalía – die Wiedergeburtshelferin des Flamencos räumt reihenweise Gold und Platinauszeichnungen ab und hat gerade zwei Grammys gewonnen. „Tracks“ stattet der gefeierten Spanierin mit der außergewöhnlichen Stimme einen Besuch ab.

(3): China New Talents
Die Filmindustrie aus dem Reich der Mitte befindet sich im Aufwind und wird nach allen gängigen Prognosen in wenigen Jahren weltweit führend sein. Höchste Zeit, sich einmal beim chinesischen Filmemacher-Nachwuchs umzuschauen.


Diese Übersicht wird stets mehrere Wochen vor den jeweiligen Sendeterminen erstellt. Aktuelle Programmänderungen sind u. U. nicht berücksichtigt. Diese finden sich auf www.arte.tv.