TV-Tipps arte:



Freitag, 18.01. / 00:10 Uhr / Tracks
Magazin, Deutschland, 2019, ZDF 43 Min.
Erstausstrahlung

Diese Woche unter anderem bei „Tracks“: die World Nomad Games in Kirgistan – das größte Sportevent in Zentralasien –, die Drag-Performerin und Visual Artist Hungry und die Band Shortparis aus St. Petersburg

(1): World Nomad Games – das Sportevent der anderen Art
Falkenjagd, Wrestling auf Pferderücken und Polomatches mit Ziegenkadavern – die World Nomad Games in Kirgistan sind das größte Sportevent Zentralasiens und so etwas wie die alternativen Ethno-Olympics. Mehr als 3.000 Athleten aus 77 Ländern dieser Erde werden erwartet. Sie treten in fast 40 Disziplinen gegeneinander an, um zu siegen und um die Jugend für die jahrhundertealte Traditionen der Region zu begeistern.

(2): Hungry – Distorted Drag
Mit einem Style zwischen Gothic Alien und post-humanistischem Cyborg mischt die Drag-Performerin Hungry gerade weltweit die Modeszene, die Avantgarde-Drag-Szene und natürlich Instagram auf. Einer der fast 300.000 leidenschaftlichen Follower ist auch eine gewisse Björk, die sich von Hungry mit verstörendem Prothesen-Make-up und Furry-Strapon-Outfit für ihr neues Album-Cover stylen ließ – und damit mal wieder das Pop-Universum à la Björk neu definierte.

(3): Shortparis – Sound aus der St. Petersburger Vorstadt
Shortparis sind gerade DER Underground-Hype-Act aus St. Petersburg – und das streng nach Konzept: Angeblich wollen sie sich in zwei Jahren auflösen, schließlich sollten sie bis dahin alles erreicht haben. Eigentlich kommen sie aus Nowokusnezk in Sibirien – einer Stadt, die so kalt ist, dass die Parks mit Plastikblumen ausgeschmückt werden. Ein schönes Sinnbild für die Erscheinung der Band, die ihre Auftritte zwischen Cold Wave und Industrial Sounds und einer exaltiert schrillen Gesangsperformance als „Mischung aus griechischer Tragödie und pubertärer Sinnlichkeit“ beschreibt.

Freitag, 18.01. / 00:55 Uhr / Air-Konzert im Pariser Niemeyer-Bau
Musik, Frankreich, 2016, ARTE F 58 Min.
Regie: David Ctiborsky
Online verfügbar von 18/01 bis 25/01

Das französische Duo Air feierte sein 20-jähriges Bestehen mit einem einmaligen Konzert im futuristischen Saal der Coupole Niemeyer in Paris. Dies war die Gelegenheit, noch einmal die zeitlose Elektromusik und die schwelgerischen Ambient-Klänge zu entdecken, die Air berühmt gemacht haben. Air gehören zu den größten Stars der französischen Musikszene und den Wegbereitern des French Touch. Die Band wurde Ende der 90er Jahre in Versailles gegründet und vereint ihren atmosphärischen Elektropop in einer beeindruckenden Diskografie. Die Multiinstrumentalisten Nicolas Godin und Jean-Benoît Dunckel schrieben Songs wie „Sexy Boy“, das Glanzstück ihres zweiten Albums „Moon Safari“, oder „Playground Love“ aus dem Soundtrack zu Sofia Coppolas „Virgin Suicides“. Sie arbeiteten mit zahlreichen Künstlern wie Beck, Charlotte Gainsbourg, Neil Hannon oder Nigel Godrich zusammen, standen im Laufe ihrer Karriere allerdings nur selten auf der Bühne. 2016 gingen sie nach siebenjähriger Pause auf eine Jubiläumstour: Anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens gingen sie weltweit auf Tournee. Eine Stunde spielten sie unter der eindrucksvoll-futuristischen Kuppel des brasilianischen Architekten Oscar Niemeyer, ganz in Weiß gekleidet, vor einem glücklichen Publikum und an einem fast schon surrealen Ort, den niemand hätte besser bespielen können als Air.


Sonntag, 20.01. / 05:00 Uhr / Abgedreht! Cher
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F 35 Min.
Online verfügbar von 20/01 bis 19/02

(1): Story: Sonny and Cher
(2): Story: Die Solokarriere von Cher
(3): Ikone: Die Hexen von Eastwick
(4): Rare Perle: Cher bei Parkinson

(1): Story: Sonny and Cher
Zehn Jahre durften Sonny und Cher glückselig in ihrer psychedelischen Flower-Power-Blase verbringen. In den 60er und 70er Jahren sang das unvergleichliche Paar zahlreiche Lieder, die auch heute noch Ohrwürmer sind.

(2): Story: Die Solokarriere von Cher
Nach ihrer Scheidung von Sonny Bono wollte Cher allen beweisen, dass sie auch allein das Zeug zum Star hat. Rückblick auf die Solokarriere von Cher.

(3): Ikone: Die Hexen von Eastwick
Anfangs sah es düster für „Die Hexen von Eastwick“ von George Miller aus, doch der Film wurde schließlich zum Welterfolg. „Abgedreht!“ klärt auf, was es mit dem Meilenstein der Popkultur auf sich hat.

(4): Rare Perle: Cher bei Parkinson
2001 lädt Michael Parkinson Cher in seine Talkshow ein und enthüllt eine pikante Anekdote aus den 60er Jahren, in der Sonny, Francis Ford Coppola, Salvador Dalí und ein Plastikfisch eine wichtige Rolle spielen.

Sonntag, 20.01. / 06:40 Uhr / Elsa Schiaparelli ~ Mode ist Kunst
Dokumentation, Deutschland, 2015, NDR 26 Min.
Regie: Sabine Carbon
Online verfügbar von 20/01 bis 27/01

Sie wandelte zwischen den Welten der Mode und der surrealistischen Kunst, zu ihren Freunden zählten Salvador Dalí, Jean Cocteau und die Brüder Giacometti. Mode verstand die aus Rom stammende Designerin Elsa Schiaparelli (1890-1973) als Kunst. Sie setzte auf die Farbe „Shocking Pink“, führte den Reißverschluss als Dekorationselement ein und schuf gemeinsam mit Dalí ein Skelettkleid. Vieles, was heute noch für Aufregung sorgt, hatte Elsa Schiaparelli vor allen anderen erfunden, so verwendete sie zum Beispiel einen Schuh als Hut oder ein Kotelett als Kopfbedeckung. Für Karl Lagerfeld gehört Elsa Schiaparelli genauso „zur Geschichte der Mode wie Chanel“. Jean-Paul Gaultier hält sie für „genial mit einem ganz eigenen Chic“.

Surreal und doch irdisch, nostalgisch und dennoch modern: Elsa Schiaparelli gilt als eine der führenden Couturières der 20er und 30er Jahre. Schiaparelli hatte ihr Modehaus 1927 in Italien gegründet und wurde in Paris zur großen Konkurrentin für Coco Chanel. Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte sie an ihre vorherigen Erfolge nicht mehr anknüpfen, 1954 schloss sie ihr Unternehmen. Doch sie blieb ein Mythos. 60 Jahre später, im Jahr 2014, wurde ihr Label wieder neu belebt: Die Marke Schiaparelli feierte in denselben Räumen wie einst am Pariser Place Vendôme ihr Comeback.

Schiaparellis Enkelin, die US-Schauspielerin Marisa Berenson („Cabaret“), erinnert sich an ihre Großmutter und ihr nicht immer leichtes Leben zwischen Tradition und Avantgarde: „Sie wollte schreiben, singen und andere künstlerische Dinge tun, aber sie durfte es nicht. Als sie dann von zu Hause wegging, ließ ihre Kreativität sie förmlich explodieren“, erzählt sie.

Die Dokumentation fächert Leben und Werk Elsa Schiaparellis auf und zeigt ihre Kreativität unter anderem auch anhand von Archivmaterial und Collagen, in denen sich der gesamte Kosmos der Modepionierin auftut. Verwandte und Wegbegleiter wie ihre Enkelin Marisa Berenson, Jean-Paul Gaultier und Karl Lagerfeld schildern in persönlichen Worten, was Elsa Schiaparelli noch heute für sie bedeutet.

Sonntag, 20.01. / 15:35 Uhr / Totems & Tabus ~ Belgiens Kolonialmuseum
Dokumentation, Belgien, Frankreich, 2018, ARTERTBF 52 Min.
Regie: Daniel Cattier
Online verfügbar von 20/01 bis 19/02
Erstausstrahlung

„Totems & Tabus“ erzählt die einerseits prächtige, andererseits düstere und lange Zeit tabuisierte Kolonialgeschichte des von König Leopold II. gegründeten Afrikamuseums im belgischen Tervuren. Nahezu ein ganzes Jahrhundert lang glorifizierte das Museum die „Zivilisierungsmission“ Leopolds II. im Kongo und stellte die kongolesische Bevölkerung als wilden Volksstamm dar. Im Dezember 2018 eröffnet das Museum nach fünfjährigen Renovierungsarbeiten erneut seine Pforten mit einem Versprechen: Das erste Kolonialmuseum zu sein, das sich kritisch mit seiner Geschichte auseinandersetzt. Doch gelingt dies, ohne die eigene Daseinsberechtigung in Frage stellen zu müssen?

Im Dezember 2018 wird nach einer fünfjährigen Renovierungsphase das Musée Royal d’Afrique Centrale im belgischen Tervuren unter seinem neuen Namen „AfricaMuseum“ wiedereröffnet. ARTE wirft gemeinsam mit den Zuschauern einen Blick auf die koloniale Vergangenheit Belgiens und das gewandelte Ausstellungskonzept des Museums.

Ende des 19. Jahrhunderts von König Leopold II. gegründet, besitzt das Museum die weltweit größte Sammlung afrikanischer Kunst. Ein Großteil der Exponate entstammt dem Kongo, einer ehemaligen Kolonie des Königreichs Belgien. Leopold II. hatte das riesige Gebiet 1885 als „Freistaat Kongo“ zu seinem Privatbesitz erklärt. Fast ein Jahrhundert lang wurde die Kolonialherrschaft des Landes in den Mauern des Museums verherrlicht, die oftmals brutalen Hintergründe und Bedingungen, unter denen die Ausstellungsstücke nach Europa gelangten, verschwiegen.

Heute sieht sich das AfricaMuseum, ähnlich wie ein Großteil ethnologischer Museen in Europa, mit der Aufarbeitung einstiger Herrschafts- und Ausbeutungsverhältnisse konfrontiert. Mit seiner Neueröffnung versucht es den musealen Blickwinkel zu drehen und ein Bewusstsein für die postkoloniale Debatte sowie einen sensiblen Umgang mit dieser Art von Raubkunst schaffen. Der Ort soll zu einer Plattform werden, welche die koloniale Vergangenheit des Landes umfangreich aufarbeitet und zugleich ein entkolonialisiertes Bild des heutigen Afrikas vermittelt. Der Forderung nach Mitsprache vieler afrikanischer Länder bei der Darstellung der eigenen Geschichte versucht das AfricaMuseum durch Kooperationen etwa mit dem Musée des Civilisations Noires in Dakar und dem Museum in Kinshasa gerecht zu werden.

Sonntag, 20.01. / 16:30 Uhr / Die Tanzschüler der Pariser Oper … 5 Jahre später (5/5): Sein Leben tanzen
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2016, ARTE F 26 Min.
Regie: Françoise Marie
Online verfügbar von 20/01 bis 24/02
Erstausstrahlung

Vor fünf Jahren beleuchtete die Dokumentationsreihe „Die Tanzschüler der Pariser Oper“ den intensiven Arbeitsalltag der Ballettschüler im Pariser Palais Garnier. Nun kehrt die Regisseurin Françoise Marie dorthin zurück und besucht die ehemaligen Schüler in der begehrtesten Ballettkompanie Frankreichs. Was ist aus Alice, Antonio, Clémence, Pablo, Roxane und den anderen geworden? Die fünfteilige Fortsetzung der Dokumentationsreihe erzählt von ihren Herausforderungen, Zweifeln und Hoffnungen als junge Erwachsene und wirft einen Blick zurück auf ihre Schulzeit.

Das Jahresende steht traditionell ganz im Zeichen der Aufnahmeprüfungen in das Ballett der Pariser Oper. Gleich vier junge Tänzer – Milo, Jack, Samuel und Alexandre –, die im Alter von zwölf Jahren schon in der ersten Staffel der Dokumentarreihe mit der Kamera begleitet wurden, dürfen sich über ihre Aufnahme freuen und können ihr Glück kaum fassen.

Die übrigen müssen lernen, mit einem Rückschlag zu leben, wie schon ihre Freundinnen und Freunde, die bereits vor Ende der Ausbildung die Tanzschule verlassen mussten. Vor fünf Jahren waren Pauline, Gaspard, Aubin, Charlotte, Philippine und Margherita ein eingeschworenes Team. Für einige von ihnen war die Tanzschule der Pariser Oper nur eine Zwischenstation, inzwischen hat jeder seinen eigenen Lebensweg eingeschlagen. Trotz alledem brennt die Leidenschaft für den Tanz in allen weiterhin wie ein Feuer, das niemals erlischt.

Mit dem Sommer beginnt die Zeit der Festivals. Antonio steht in „Ravello“ gemeinsam mit Startänzerin Marie Agnès Gillot und den italienischen Mitgliedern des Balletts der Pariser Oper auf einer der schönsten Freilichtbühnen der Welt. Etwa 30 Kilometer von hier entfernt liegt Gaiano, das Heimatdorf von Antonio. Hier hat er als kleiner Junge seine Begeisterung für den Tanz entdeckt, als er sich stundenlang Ballettvideos anschaute.

Fast alle Tänzer verbindet eine ähnliche Geschichte – und die gleiche tiefe und unerschütterliche Leidenschaft für ihre Kunst. Welchen Karriereweg sie auch einschlagen werden – der Tanz schlägt die Brücke zu den unterschiedlichsten Welten.

Sonntag, 20.01. / 17:00 Uhr / Metropolis Spezial: 100 Jahre Bauhaus
Magazin, Deutschland, 2019, ZDF 43 Min.
Erstausstrahlung

Metropolis Spezial: 100 Jahre Bauhaus

Vor hundert Jahren wurde von Walter Gropius in Weimar das Bauhaus als Kunstschule gegründet. „Metropolis“ feiert den Auftakt zum Jubiläumsjahr mit einer Sondersendung – von Gropius‘ Idee eines Totaltheaters über das kreative Schaffen der Bauhaus-Frauen bis hin zur Wirkung, die das Bauhaus heute noch entfaltet.

Die ist an kaum an einem Ort so sichtbar wie in Tel Aviv. Mehr als 4.000 Häuser wurden in den 1930er Jahren nach den Ideen der Bauhaus-Bewegung im Stadtzentrum der Mittelmeermetropole errichtet. Zum hundertjährigen Jubiläum werden die weißen Häuser jetzt aufwendig renoviert. Aber was ist aus der gebauten Utopie geworden? Und wie prägen das Erbe und die Ideen des Bauhauses die Bewohner bis heute?

Sonntag, 20.01. / 17:40 Uhr / Wiener Abend mit dem Orchestre de Paris
Musik, Frankreich, 2017, ARTE F 44 Min.
Regie: Julien Condemine
Komponist: Johann Strauss, Franz Léhar, Jacques Offenbach, Charles Lecocq, Emmerich Kálmán
Dirigent: Thomas Hengelbrock
Orchester: Orchestre de Paris

Mit: Cyrille Dubois (Tenor), Annette Dasch (Sopran)
Online verfügbar von 20/01 bis 27/01

ARTE lädt ein zu einem Wiener Abend in die Philharmonie de Paris: Unter der Leitung von Thomas Hengelbrock präsentiert das Orchestre de Paris ein unterhaltsames Programm mit den schönsten Walzern aus dem deutschen und französischen Operetten-Repertoire. Begleitet werden die Musiker von der Sopranistin Annette Dasch und dem Tenor Cyrille Dubois, die das Publikum sogar dazu einluden, in festlichen Walzer-Rhythmen auf einer Tanzfläche zu schwelgen.

Musikalischer Streifzug durch das deutsch-französische Operetten-Repertoire: Am 8. Juni 2017 wurde in der Philharmonie de Paris ein besonderes Konzertprogramm geboten: Nach dem Vorbild der berühmten Londoner Proms stellte der Dirigent Thomas Hengelbrock ein unterhaltsames Programm zusammen, das einen leichten Zugang zur klassischen Werken bietet. Gemeinsam mit zwei wunderbaren Solisten – der Sopranistin Annette Dasch und dem Tenor Cyrille Dubois – spielt das Orchestre de Paris die beliebtesten Walzer aus berühmten Operetten. Der Zuschauerraum der Philharmonie verwandelte sich in einen Ballsaal, als Thomas Hengelbrock das Publikum mit Klängen von Strauss-Walzern vor die Bühne lockte und zum Tanzen animierte. Anschließend traten die beiden Sänger abwechselnd auf die Bühne und gaben mal solo, mal im Duett Operettenlieder von Franz Lehár, Emmerich Kálmán und Jacques Offenbach zum Besten.

Freitag, 25.01. / 21:50 Uhr / Rammstein: Paris
Musik, Deutschland, 2017, ZDF 98 Min.
Regie: Jonas Åkerlund
Online verfügbar von 25/01 bis 24/02

Die „Made in Germany 1995-2011“-Tour, auf die die Band Rammstein im November 2011 ging, war ein monumentales Unternehmen. 78 Konzerte in Europa, 21 in Nordamerika. Wer über eine solche Tournee einen Film dreht, muss groß denken. „Rammstein: Paris“ kam erst gut fünf Jahre nach den Paris-Konzerten in die Kinos. ARTE zeigt diesen einzigartigen Musikfilm exklusiv zur besten Sendezeit.

Die „Made in Germany 1995-2011“-Tour, auf die Rammstein im November 2011 ging, war ein monumentales Unternehmen: Die Band absolvierte 78 Konzerte in Europa und 21 in Nordamerika. Im Gepäck hatte sie eine Bühnenkonstruktion aus Stahl, 24 Meter breit, 15 Meter hoch, 100 Lautsprecherboxen, eine Soundanlage mit 380.000 Watt Leistung, insgesamt 25 Trucks und 125 Crewmitglieder. Der Musikfilm „Rammstein: Paris“ kam erst gut fünf Jahre nach den Paris-Konzerten, bei denen er im März 2012 gedreht wurde, im März 2017 in die Kinos. Regisseur Jonas Åkerlund betrieb den größtmöglichen Aufwand, um diese Show angemessen porträtieren zu können. Der Film, der daraus entstanden ist, ist mit 16 Songs aus dem gesamten Repertoire nicht nur das bislang spektakulärste Bilddokument über die derzeit erfolgreichste deutsche Rockband, sondern er ist auch ein Meisterwerk des Musikkinos! Åkerlund ist berüchtigt für die radikalen, stilbildenden Videos. Durch seine Musikinszenierungen flackern irrwitzige Details, umgestülpte Perspektiven, Kontrast-Schocks, Sinnesverwirrungen. In „Rammstein: Paris“ zelebriert er das von der ersten Minute an. 16 Songs in knapp 100 Minuten spielen Rammstein im Film, die Skala reicht von „Wollt ihr das Bett in Flammen sehen?“, dem ersten Song der allerersten Platte, bis zu „Frühling in Paris“ vom letzten Studioalbum „Liebe ist für alle da“.

Freitag, 25.01. / 23:25 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2018, ARTE F 43 Min.
Erstausstrahlung

Freitag, 25.01. / 00:10 Uhr / Wacken – Der Film ~ Louder than Hell
Dokumentarfilm, Deutschland, 2013, ZDF 87 Min.
Regie: Norbert Heitker
Online verfügbar von 25/01 bis 01/02

„Wacken – Der Film“ ist ein Festivalfilm, wie es ihn noch nicht gegeben hat – über ein Festival, das es so sonst nirgendwo gibt. Überraschend, witzig, laut und ungebremst. Ein Erlebnis für alle Sinne, das den Zuschauer mit gewaltigen Aufnahmen und bombastischem Ton mitten ins Geschehen holt. Nicht nur für Musikfans und die Metal-Community ein Muss, sondern auch für die, die noch nie einen Fuß ins „Holy Wacken Land“ gesetzt haben: Für alle wird „Wacken – Der Film“ eine eindrucksvolle Reise in das faszinierende Paralleluniversum der W:O:A-Community.

Anfang August 2016 ist es wieder so weit: Zum 27. Mal begeistert das Wacken Open Air seine Besucher mit „four days of music, mud and magic“. Nur eines ist in diesem Jahr anders: Das größte Metal-Festival der Welt findet in diesem Jahr nicht nur in Wacken statt – das W:O:A kann man im Fernsehen von überall aus erleben.

Mit „Wacken – Der Film“ ist man direkt dran. An den Bands, an den Musikern und natürlich an den Fans. Man steht mit Deep Purple vor ihrem Auftritt auf der Bühne, sieht wie sich der Vorhang öffnet und gleitet in der untergehenden Sonne zu den ersten Takten von „Smoke on the Water“ über ein endloses Meer von Menschen.

Man erlebt Alice Cooper, Deep Purple, Motörhead und Rammstein und spürt, dass Wacken auch für sie alles andere als Alltag ist. Man begleitet junge Bands, die den „Metal Battle“ gewinnen wollen und auch schon bald zu den Großen gehören könnten. Man erlebt Fans, die aus Taiwan, den USA, Indien und Deutschland anreisen, geht mit ihnen in die Zeltstädte und erlebt, wie sie das Freibad von Wacken zur erweiterten Partyzone erklären. Und man ist ganz einfach fasziniert von der Euphorie der Festivalbesucher, die trotz ihres oft martialischen Aussehens friedlich und ausgelassen miteinander feiern.

Für „Wacken – Der Film“ haben Regisseur Norbert Heitker und sein Team (6 Kamera-Units, 18 Kameras) das komplette Festivalgeschehen an allen Festivaltagen gefilmt. Entstanden ist dabei ein Trip durch die unendlichen Weiten des Wacken-Universums, das man nun in seiner ganzen Vielfalt, Stimmung und ungebändigten Wucht erleben, sehen und hören kann.

Freitag, 25.01. / 01:40 Uhr / Wacken Open Air 2016: Blind Guardian, Parkway Drive, Ministry
Musik, Deutschland, 2016, ZDF 59 Min.
Regie: Sven Offen
Mit: Ministry, Blind Guardian, Parkway Drive
Online verfügbar von 25/01 bis 24/02

Ohrenbetäubende Musik, Staub, Schlamm und 75.000 schwarz angezogene Menschen: Endlich wieder Wacken Open Air! In der beschaulichen schleswig-holsteinischen Gemeinde findet jährlich das größte Heavy-Metal-Festival der Welt statt. Das Wacken Open Air ist das Ereignis für Metal-Fans aus aller Welt. Mit Auftritten von Blind Guardian, Parkway Drive und Ministry zeigt ARTE diesmal Highlights mit ordentlich Schmackes: Power/Speed Metal, Metalcore und Industrial. Die drei Bands sind jeweils Ikonen ihrer Genres und werden von den Fans vor Ort derbe abgefeiert. Ab in den Moshpit!

Laut, dreckig, einzigartig: Metal-Fans aus aller Welt feiern jedes Jahr drei Tage lang ein ganz besonderes Festival das Wacken Open Air. Die einmalige Stimmung und der außergewöhnliche Charme dieser Veranstaltung rund um das kleine Dorf in Schleswig-Holstein faszinieren längst nicht mehr nur die eingefleischten Fans. Wacken ist mittlerweile Kult und zieht Menschen von überall her an – weit über die Genregrenzen hinaus.

Auch im 27. Jahr geht das Wacken Open Air mit einer eindrucksvollen Palette von internationalen Stars an den Start. ARTE war vor Ort und zeigt diesmal einen musikalischen Querschnitt mit Highlights von verschiedenen Bühnen: Eine Stunde Vollgas mit Blind Guardian, Parkway Drive und Ministry. Die drei Bands sind Klassiker und absolute Könner ihres jeweiligen Genres (Power/Speed Metal, Metalcore, Industrial) und werden von den Fans vor Ort derbe abgefeiert. Ab in den Moshpit!

Freitag, 25.01. / 04:35 Uhr / (Fast) die ganze Wahrheit~ Metallica
Fernsehserie, Frankreich, 2018, ARTE F 3 Min.
Regie: Nicolas Rendu
Online verfügbar von 25/01 bis 30/12

(Fast) die ganze Wahrheit – in drei Minuten alles über einen Star aus der Welt des Films, der Musik, Literatur oder Mode, einen Künstler, Sportler, Politiker oder Superhelden. Mit Ironie und Absurdität skizziert jede Folge eine Person des Zeitgeschehens, die Schlagzeilen machte.

Bei dieser Metal-Band schnellte das Tempo in die Höhe … und die Verkaufszahlen auch.


Samstag, 26.01. / 06:30 Uhr / Jean-Jacques Rousseau ~ Nichts zu verbergen
Dokumentarfilm, Frankreich, Schweiz, 2012, ARTE SSR 87 Min.
Regie: Katharina von Flotow
Online verfügbar von 26/01 bis 02/02

Der 1712 in Genf geborene Jean-Jacques Rousseau steht wie kaum ein anderer für die Philosophie der Aufklärung. Sein Denken gab der Französischen Revolution Impulse und seine innovativen politischen wie gesellschaftlichen Konzepte stellten die Träume von bürgerlicher Individualität auf eine theoretische Basis. Doch wer war dieser Mann wirklich, der sich nicht scheute, sich selbst auf schockierende Weise bloßzustellen?

Er gilt als großer Autor und Philosoph, als Vordenker der Französischen Revolution und Ideengeber für Robespierre. Er beschäftigte sich aber auch mit Musik und Botanik. Aber wer war Jean-Jacques Rousseau wirklich, stellt er sich doch in seiner Autobiografie auf schockierende Weise bloß und erscheint als Mann ohne Schamgefühl? Auskunft darüber geben nur überlieferte Aussagen von Zeitgenossen und vor allem die Texte des großen Aufklärers. Im Mittelpunkt des Dokumentarfilms von Katharina von Flotow stehen zahlreiche Auszüge aus Rousseaus autobiografischen, gesellschaftskritischen und -theoretischen Schriften, die dank der großartigen Leistung des Schauspielers Roger Jendly ihre ganze Ausdrucks- und Schlagkraft entfalten. Rousseaus pointierte Formulierungen, radikale Vorschläge und innovative politische Konzepte haben Denken und Institutionen, und nicht zuletzt die Französische Revolution nachhaltig geprägt und sind noch heute, 300 Jahre nach der Geburt des „Bürgers von Genf“, aktuell. Wie die Gedanken und Theorien des Dichterphilosophen Jean-Jacques Rousseau in den Kontext der heutigen modernen Welt passen, vermitteln die Kommentare verschiedener Rousseau-Spezialisten. Sie fügen sich zu einem facettenreichen Bild des Einzelgängers und Wanderers zwischen Welten, der es in einzigartiger Weise verstand, aus persönlichen Erfahrungen heraus zu theoretischen, allgemeingültigen Aussagen zu gelangen. In seinem Traum von einer besseren Zukunft hörte Jean-Jacques Rousseau nie auf, sich zu empören, sich zu ereifern und Missstände und Ungerechtigkeiten anzuprangern.

Samstag, 26.01. / 20.15 Uhr / Jack London ~ Ein amerikanisches Original
Dokumentarfilm, Frankreich, 2016, ARTE F 96 Min.
Regie: Michel Viotte
Online verfügbar von 26/01 bis 02/02

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts machte sich der amerikanische Schriftsteller Jack London (1876-1916) mit seinen Abenteuerromanen einen Namen: Zu seinen bekanntesten Werken zählen „Ruf der Wildnis“, „Wolfsblut“ und „Der Seewolf“. Auch seine eigene Biografie liest sich abenteuerlich: Als Landstreicher, Goldsucher und Seemann, aber auch als Rancher und Kriegsreporter sowie als engagiertes Mitglied der Sozialistischen Partei Amerikas (SPA) erlebte er die gesellschaftspolitischen Umwälzungen vom Ende der Pionierära bis zum Ersten Weltkrieg. Der Dokumentarfilm entstand anlässlich Jack Londons 100. Todestag am 22. November 2016 und zeigt beeindruckende und zum Teil unveröffentlichte Archivbilder, wie zum Beispiel Londons eigene Fotografien von seinen zahlreichen Reisen.

Der Schriftsteller Jack London gehört bis heute zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der US-amerikanischen Geschichte. Zu seinen bekanntesten Werken zählen „Ruf der Wildnis“ (1903), „Der Seewolf“ (1904), „Wolfsblut“ (1906) und der Roman „Martin Eden“ (1909). In einer Zeit, als die Vereinigten Staaten gerade erst die Eroberung des Westens abgeschlossen hatten und innerhalb weniger Jahrzehnte zur führenden Weltmacht werden sollten, war er in alle großen Umwälzungen eingebunden, die sein Land auf politischem, kulturellem und gesellschaftlichem Gebiet erlebte. In seiner faszinierenden Lebensgeschichte spiegelt sich die Entstehung des modernen Amerikas. Der Dokumentarfilm zeigt, wie Jack London sein abenteuerliches Leben zum Stoff für seine Romane machte: das arme Leben als junger Austernräuber in der Bucht von San Francisco, die Entdeckung Alaskas während des Goldrauschs von 1897, die Erfahrung als Korrespondent und Fotograf während des Russisch-Japanischen Krieges, des Erdbebens von San Francisco im Jahre 1906 und der Mexikanischen Revolution 1910. Außerdem beleuchtet der Film sein Engagement für den Sozialismus, die Erkundung der Südseeinseln an Bord seiner Jacht „Snark“ und schließlich das Landleben auf seiner Ranch im Sonoma-Tal. Der Dokumentarfilm wurde anlässlich Jack Londons 100. Todestag am 22. November 2016 gedreht und zeigt beeindruckende und zum Teil unveröffentlichte Archivbilder, beispielsweise Londons eigene Fotografien von seinen zahlreichen Reisen. Ferner verbindet der Film Statements von Jack-London-Kennern mit Reenactment-Szenen seiner Biografie, die in der kanadischen Arktis, in Polynesien und auf Londons kalifornischer Ranch entstanden sind.

Samstag, 26.01. / 00.05 Uhr / Square Artiste ~ Carte Blanche für Clément Cogitore, Videokünstler
Magazin, Frankreich, 2018, ARTE 26 Min.
Erstausstrahlung

Samstag, 26.01. / 00.35 Uhr / Kurzschluss – Das Magazin ~ Schwerpunkt „Erste Filme“
Magazin, Frankreich, 2018, ARTE F 58 Min.
Online verfügbar von 26/01 bis 02/02
Erstausstrahlung

„Kurzschluss – Das Magazin“ zeigt die neuesten Kurzfilme aus aller Welt – und wirft einen Blick hinter die Kulissen: mit Porträts, Drehberichten, aktuellen Festival- und Filmtipps und vielen spannenden Interviews. Mehr Infos unter: arte.tv/kurzschluss

1) Beautiful Loser
Kurzfilm von Maxime Roy, Frankreich 2018, Erstausstrahlung
Michel ist Mitte 50 und versucht nach Jahrzehnten der Heroinabhängigkeit endlich clean zu werden. Der Ex-Junkie ist völlig ausgezerrt vom Entzug, dem damit einhergehenden Gewichtsverlust und der ständigen Schlaflosigkeit. Trotzdem versucht er die Kraft zu finden, um sich um seinen 18-jährigen Sohn Léo und sein zehn Monate altes Baby zu kümmern, das er ab und zu von seiner Ex-Freundin Hélène übernimmt.

2) Zoom – Beautiful Loser
Maxime Roy hat bereits mehrere Kurzfilme realisiert. In Kurzschluss spricht er über seinen neuesten Film „Beautiful Loser“, der 2018 auf dem Festival von Namur den Sonderpreis der Jury gewann und im Wettbewerb des Festivals „Erste Filme“ von Angers läuft.

3) Blütenstraße 11
Animationsfilm von Nienke Deutz, Niederlande/Belgien 2018, Erstausstrahlung
Die Sommerferien haben angefangen. Zwei Freundinnen, die seit ihrer Kindheit unzertrennlich sind, verbringen jede freie Minute miteinander und wollen alles gemeinsam machen. Aber die Pubertät, die sich allmählich bemerkbar macht, verändert ihre Beziehung. Über den Sommer verändern sich ihre Körper, und langsam aber sicher wird ihre Freundschaft weniger innig.

4) Kurz-Info – Die Kunst der Zeit
Die Zeit ist die Essenz des Films. Eine Sonderprogrammreihe des Festivals „Erste Filme“ von Angers lädt uns ein, in Begleitung mehrerer Festivalteilnehmer den Abwechslungsreichtum und die formelle Vielfalt dessen zu erkunden, was laut dem Filmkritiker Serge Daney die Essenz des Films ist: die Kunst der Zeit.

5) Böses Mädchen
Animationsfilm von Ayce Kartal, Türkei 2016
S. ist acht Jahre alt und lebt in der Türkei. Sie hat eine blühende Phantasie und liebt Tiere und die Natur. S. wirkt wie ein fröhliches, aufgewecktes Kind. Aber in ihre Erinnerungen an glückliche Kindertage, zum Beispiel die Ferien bei den Großeltern, mischen sich oft dunkle Gedanken: Solche an „Monster“, die sie bedrohen und ihr sagen, dass sie ein „böses Mädchen“ sei. Nach und nach erzählt S. immer mehr von sich und es wird klar, dass sie sich im Krankenhaus aufhält – und allmählich wird auch klar, weshalb. Mit den Gedanken an unbeschwerte Tage versucht sie, sich etwas vom Krankenhausalltag und den wiederkehrenden, schrecklichen Erinnerungen abzulenken.
„Böses Mädchen“ gewann 2018 den Grand Prix des nationalen Wettbewerbs auf dem Kurzfilmfestival von Clermont-Ferrand.

6) Das erste Mal – Xavier Legrand
Xavier Legrand hat zweimal den Publikumspreis auf dem Festival „Erste Filme“ in Angers gewonnen – das erste Mal 2013 für seinen Kurzfilm „Avant que de tout perdre“ und das zweite Mal 2017 für seinen Spielfilm „Nach dem Urteil“. Der Regisseur spricht mit uns über die enge Beziehung zwischen den beiden Filmen und von dem wichtigen Schritt vom Kurzfilm zum ersten Spielfilm.

Sonntag, 27.01. / 05:00 Uhr / Abgedreht! Isabelle Adjani
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F 36 Min.
Online verfügbar von 27/01 bis 26/02

(1): Story: Die Schauspielerin Isabelle Adjani
(2): Ikone: Die Sängerin Isabelle Adjani
(3): Rare Perle: Die Internationalen Filmfestspiele von Cannes aus der Sicht von Isabelle Adjani

(1): Story: Die Schauspielerin Isabelle Adjani
1972 verwandelte das strahlende Gesicht der jugendlichen Isabelle Adjani langweilige Fernsehübertragungen von Theaterstücken in Kultsendungen. Mit Anfang 20 konnte sich die junge Schauspielerin vor Filmangeboten kaum retten und schlüpfte in über 40 Rollen: junges Mädchen, gestörte Liebende, französische Bürgerin. Immer war sie zugleich Publikumsliebling und diskret. Ein Rückblick auf die herausragende Karriere von Isabelle Adjani.

(2): Ikone: Die Sängerin Isabelle Adjani
Isabelle Adjani versuchte sich erstmals 1974 im Singen, und das eher zufällig in einer Fernsehsendung von Maritie und Gilbert Carpentier. Später war sie für die Dauer eines Albums Muse des französischen Liedermachers Serge Gainsbourg; die Hälfte der Songs stammte aus ihrer Feder, unter anderen der Titel, der dem Album seinen Namen gab: „Pull marine“.

(3): Rare Perle: Die Internationalen Filmfestspiele von Cannes aus der Sicht von Isabelle Adjani
Isabelle Adjani und Cannes blicken auf eine lange gemeinsame Geschichte zurück. In einer Tonaufzeichnung im ARTE-Studio verriet sie ihre persönlichen Highlights der Internationalen Filmfestspiele.

Sonntag, 27.01. / 15:35 Uhr / Rodin ~ Wegbereiter der Moderne
Dokumentation, Frankreich, 2015, ARTE F 52 Min.
Regie: Claire Duguet

Literatur, Musik, Malerei und Fotografie: Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts brachte zahlreiche neue künstlerische Ausdrucksformen hervor, die mit der Romantik und dem vorherrschenden Akademismus brachen. In dieser von Kreativität überschäumenden Epoche spiegelte Auguste Rodin den Zeitgeist wider, bewahrte sich jedoch auch eine ganz eigene künstlerische Handschrift. Anhand von ausgewählten Schriften und Briefen, verbunden mit Archivmaterial und Aussagen zahlreicher Bewunderer wie Rilke, Mirbeau, Maillol, Hugo und Zola stellt die Dokumentation Rodins Leben und Werk in die gesellschaftspolitischen Zusammenhänge seiner Zeit. ARTE wirft einen neuen Blick auf das Genie Rodin, der bis heute als revolutionärer Wegbereiter der Moderne gilt.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, dem Zeitalter der Industrialisierung, vollzogen sich in Gesellschaft und Kunstgeschichte umwälzende Veränderungen. Die Romantik wurde vom Naturalismus abgelöst, den bedeutende Künstler wie Flaubert, Baudelaire, Monet und Courbet begeistert aufgriffen. Einer der „Unruhestifter“ dieser künstlerischen Revolution war der Bildhauer Auguste Rodin. Diesen Aspekt hebt die Dokumentation „Rodin – Wegbereiter der Moderne“ hervor, gestützt auf Archivmaterial und Zeugnisse von Schaffensgefährten Rodins aus dem künstlerischen, literarischen und gesellschaftlichen Umfeld jener Zeit, wie etwa Rilke, Mirbeau, Maillol, Hugo und Zola. Zu sehen sind neben seinen Skulpturen, Entwürfen und Skizzen auch private Fotografien und bewegende Filmaufnahmen von Rodin in seinem Atelier. Nach turbulenten Anfängen wurde Rodin sehr schnell als ein Künstler wahrgenommen, der etwas wagte und mit einem ganz eigenen Stil hervortrat. Mit Werken wie „Das Höllentor“, „Die Bürger von Calais“ und „Der Kuss“ eroberte sich Rodin einen herausragenden Platz in der Kunstgeschichte. Obwohl seine ersten Skulpturen Skandale erregten und von offizieller Seite abgelehnt wurden, fanden sich genügend aufmerksame Sammler, die sein Potenzial erkannten und große Hoffnungen in ihn setzten. Seine Beziehung zu der 19-jährigen Bildhauerin Camille Claudel – Rodin selbst war 43, als er sie kennenlernte – prägte und inspirierte ihn. Die Jahre mit Camille waren sicherlich die fruchtbarsten für Rodin, er wurde immer anspruchsvoller, was seinen bildhauerischen Ausdruck betraf. Rodin gehörte zum Kreis der angesehensten Künstler seiner Zeit. Seine große Ausstellung im Pavillon de l’Alma im Jahr 1900, als die Pariser Weltausstellung veranstaltet wurde, machte ihn auch international bekannt. Die Eröffnung des nach ihm benannten Museums in Paris sollte er nicht mehr erleben: Er starb 1917, einige Monate nach seiner langjährigen Lebensgefährtin Rose Beuret, die stets in seinem Schatten gestanden und die er erst kurz vor ihrem Tod geheiratet hatte. Rodins Einfluss auf zahlreiche Künstler seiner Epoche und seine Nachwelt ist unverkennbar, wie etwa auf Bourdelle, Maillol und Pompon, später auch auf Henry Moore und Ousmane Sow – bis hin zu Anselm Kiefer. Aus dem begabten und ehrgeizigen Beamtensohn Rodin wurde eine Leitfigur der modernen Bildhauerei.

Sonntag, 27.01. / 16:30 Uhr / Hundert Meisterwerke und ihre Geheimnisse ~ „Bal du moulin de la Galette“, 1876, Auguste Renoir
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2017, ARTE F 26 Min.
Regie: Carlos Franklin, Jivko Darakchiev
Online verfügbar von 27/01 bis 28/03
Erstausstrahlung

Kunstwerke sind wichtige historische Zeugnisse ihrer Zeit. Die Dokumentationsreihe „Hundert Meisterwerke und ihre Geheimnisse“ stellt herausragende Werke der Kunstgeschichte auf eine ganz andere Art vor und versucht damit eine technisch hochmoderne Version des großen Klassikers „Hundert Meisterwerke“. Die genauen, bis ins kleinste Detail gehenden Bildanalysen führen dabei die großen zeitgeschichtlichen Zusammenhänge vor Augen. Zudem werden die Gemälde dreidimensional animiert und hauchen so dem jeweiligen Zeitalter neues Leben ein. Die Reihe vermittelt einen umfassenden Eindruck von der Stellung des jeweiligen Künstlers in der Gesellschaft seiner Epoche.
Pierre-Auguste Renoirs „Bal du moulin de la Galette“ (1876) zeigt das feiernde Volk von Paris im lebhaften Spiel des Lichts, wenige Jahre nach der Pariser Kommune.

Die Französische Revolution 1789 läutete in Frankreich eine Zeit des Wechsels zwischen Monarchie, Kaiserreich und Republik ein. 1870 wurde die Pariser Bevölkerung von der preußischen Armee belagert, ein Jahr später dann von der französischen Armee, als sich das Volk mit der Pariser Kommune gegen seine Regierung auflehnte. Auf das Elend der Restriktionen folgte die Gewalt der Repression. Nach dem Ende der Konflikte begannen einige Künstler dank neuer Materialien im Freien zu malen: die Impressionisten. Mit der neuen Darstellung des Lichts und Motiven aus dem Alltagsleben konnten sie Publikum und Kritiker zunächst allerdings nicht überzeugen und blieben auf sich gestellt.

Pierre-Auguste Renoir zeigte seinen Freunden in Montmartre eine auf großer Leinwand verewigte Momentaufnahme der ausgebeuteten Arbeiter, mittellosen Künstler und geächteten Prostituierten, die sich sonntags zum Tanz beim „Bal du moulin de la Galette“ trafen, um für einen Augenblick ihre Lage zu vergessen. Auf der Anhöhe über der Stadt der Lichter, die bald zur wichtigsten Hauptstadt der Welt aufsteigen sollte, herrscht eine strahlende Fröhlichkeit, eine lebendige Kraft der Menschen am Rand der Gesellschaft, die Renoir im Spiel des Lichts auf der Kleidung, den heiteren Gesichtern und dem Leuchten eines farbenfrohen Nachmittags zum Ausdruck bringt.

Sonntag, 27.01. / 17:00 Uhr / Metropolis ~Cádiz
Magazin, Deutschland, 2019, SWR 43 Min.
Erstausstrahlung

(1): Metropole: Cádiz
(2): Franzobel, „Rechtswalzer“
(3): Ayumi Paul
(4): Ausstellung „Kino der Moderne“
(5): Afrika-Museum in Tervuren

(1): Metropole: Cádiz
Cádiz, die alte spanische Hafenstadt in Andalusien, ist fast vom Meer umschlossen. Ihre Glanzzeit hat die Metropole längst hinter sich. Im 16. Jahrhundert war sie mit dem Sitz der spanischen Marine ein bedeutendes Zentrum für Forschungsexpeditionen und Handel. Wie gehen junge Künstler mit dieser Tradition um und wie behaupten sie sich heute?

(2): Franzobel, „Rechtswalzer“
Franzobel ist ein österreichischer Schriftsteller, der sich selbst als Querdenker und literarischer Aktionist bezeichnet. Im Januar 2019 erscheint sein neuer Krimi „Rechtswalzer“, der zwar in der Zukunft spielt, aber hochaktuelle Bezüge herstellt. „Metropolis“ trifft Franzobel in Wien.

(3): Ayumi Paul
„Musik ist meine Farbpalette“, sagt die Geigerin und Künstlerin Ayumi Paul. In ihren autobiografischen Performances spürt sie ihren japanischen Wurzeln nach, verarbeitet Erinnerungen und biografische Orte. „Metropolis“ besucht Ayumi Paul in Berlin und begleitet sie an die Pariser Philharmonie.

(4): Ausstellung „Kino der Moderne“
Um die Wechselwirkungen zwischen Kino, Kunst und Alltag in der Weimarer Republik geht es in einer gemeinsamen Ausstellung der Bundeskunsthalle Bonn und der Deutschen Kinemathek. „Metropolis“ stellt die Schau vor.

(5): Afrika-Museum in Tervuren
Es solle ein Museum des zeitgenössischen Afrikas sein, betont Guido Gryseels, Direktor des Afrika-Museums im belgischen Tervuren anlässlich der Neueröffnung Ende 2018. Nur einer der Säle widmet sich der belgischen Kolonisierung des Kongo. „Metropolis“ fragt nach.

Sonntag, 27.01. / 17:45 Uhr / Lucas Debargue spielt Ravel
Konzert für Klavier und Orchester G-Dur
Musik, Frankreich, 2018, ARTE F 42 Min.
Regie: Sebastien Glas
Komponist: Maurice Ravel
Dirigent: Mikhail Pletnev
Orchester: Russisches Nationalorchester
Mit: Lucas Debargue (Klavier)
Online verfügbar von 27/01 bis 26/02
Erstausstrahlung

Der 28-jährige Lucas Debargue gilt als aufsteigender Stern am französischen Klavierhimmel. Im Jahr 2015 erreichte er Platz vier beim renommierten Tschaikowsky-Wettbewerb in der Kategorie Klavier. Nun steht er für ARTE auf der Bühne des Osterfestivals von Aix-en-Provence und spielt das Klavierkonzert G-Dur von Maurice Ravel. Unter der Leitung von Michail Pletnjow und in Begleitung des Russischen Nationalorchesters präsentiert der junge Franzose seine meisterhafte Interpretation dieses komplexen und technisch anspruchsvollen Werks, das Ravel selbst nicht zu spielen vermochte. Das Konzert wurde am 7. April 2018 aufgezeichnet.

Im Rahmen des Osterfestivals von Aix-en-Provence haben sich Dirigent Michail Pletnjow und sein angesehenes Russisches Nationalorchester mit dem aufsteigenden Stern am französischen Klavierhimmel Lucas Debargue zusammengetan, um das Klavierkonzert G-Dur von Maurice Ravel aufzuführen. Die Komposition für Klavier und Orchester in drei Sätzen entstand zwischen Sommer 1929 und November 1931 und ist das vorletzte vollendete Werk des Franzosen, der zwei Jahre später durch eine Erkrankung seine Fähigkeit, Musik zu schreiben, verlor. Das nach klassischem Vorbild komponierte und nach Auskunft Ravels von Mozart und Saint-Saëns inspirierte Klavierkonzert G-Dur verbindet Ironie, Poesie und Virtuosität. Mit dem zeitgleich entstandenen Klavierkonzert D-Dur für die linke Hand teilt es zahlreiche Anleihen aus dem Jazz. Bei seiner Premiere wurde es von Publikum und Kritikern gleichermaßen bejubelt und 1932 erstmalig aufgenommen. Heute zählt es zu den meistgespielten und -erforschten Stücken Ravels. Die Briefwechsel und Aussagen des Komponisten zu diesem Werk offenbaren, dass er zwar anfangs hoffte, es selbst spielen zu können, sich aber schließlich den technischen Anforderungen der Partitur geschlagen geben musste. Nach monatelangem Üben überließ er der Pianistin Marguerite Long die Uraufführung des Konzerts am 14. Januar 1932 im Pariser Salle Pleyel. Mehr als 85 Jahre später bietet diese Konzertaufzeichnung vom 7. April 2018 im Grand Théâtre de Provence dem jungen Pianovirtuosen Lucas Debargue, der beim namhaften Tschaikowsky-Wettbewerb 2015 in der Kategorie Klavier den vierten Platz erreichte, die Gelegenheit, seine technischen Fähigkeiten und seine spielerische Präzision unter Beweis zu stellen.

Sonntag, 27.01. / 22:00 Uhr / Katharine Hepburn – The great Kate
Dokumentarfilm, Deutschland, 2013, ARTE 76 Min.
Regie: Rieke Brendel, Andrew Davies
Online verfügbar von 27/01 bis 03/02

Mit vier Trophäen in der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin“ ist Katharine Hepburn bis heute die unbesiegte Oscar-Königin, eine ewige Ikone Hollywoods. Nach 40 Rollen und über 60 Jahren Karriere hat das American Film Institute sie zum größten weiblichen Star in der Geschichte des amerikanischen Kinos ernannt. Hepburn ist die ironische, intellektuelle Außenseiterin mit der eigensinnigen Persönlichkeit, die eine neue weibliche Präsenz auf der Leinwand verkörpert.

Katharine Hepburn war eine moderne Frau, deren liberaler Familienhintergrund – die Mutter eine Frauenrechtlerin, der Vater Chirurg und Urologe – ihr ein außerordentliches Selbstbewusstsein und einen unverkrampften Blick auf Sex und Geschlechterrollen gegeben hat. Ein Abschluss in Philosophie und Geschichte unterscheidet sie zusätzlich von vielen Hollywoodstars jener Zeit. Ihre Karriere hat alle Höhen und Tiefen: vom Superstar zum Kassengift und wieder zurück an die Spitze mit einem selbst gesteuerten Comeback. Sie greift ein in die Produktionsabläufe, ist kein Rädchen in der Hollywood-Maschinerie. Einige dieser Filmrollen – starke, unabhängige und emanzipierte Frauen – haben sich bis heute in das kollektive Gedächtnis eingebrannt. Unvergessen auch das Schauspielerduo Katharine Hepburn und Spencer Tracy, die nicht nur neun gemeinsame Filme verband, sondern auch eine legendäre 27 Jahre andauernde Affäre, die wohl als eine Art Seelenverwandtschaft zu verstehen ist. Sie repräsentierten das romantische Ideal ihrer Zeit. Spencer Tracy war offenbar der einzige Mann, zu dem sie je aufgeschaut hat.

Zusatzinfo:
In zahlreichen Fernsehinterviews analysiert Katharine Hepburn selbst in ihrer unverwechselbar direkten Art ihr Leben und ihre Arbeit. Umfassendes Archivmaterial wie Filmclips, Fotos aus öffentlichen und privaten Archiven, Zeitungsartikel und eine illustre Zahl von Interviewpartnern beleuchten nicht nur eine außergewöhnliche Karriere, sondern ein außergewöhnliches Leben.

Sonntag, 27.01. / 23:20 Uhr / Daniel Hope – Der Klang des Lebens
Dokumentation, Deutschland, 2017, NDR 52 Min.
Regie: Nahuel Lopez
Online verfügbar von 27/01 bis 27/04
Erstausstrahlung

Daniel Hope, Musikdirektor des renommierten Zürcher Kammerorchesters und einer der gefragtesten Violinisten der Gegenwart, wurde 1973 in Südafrika geboren. Als regimekritischer Schriftsteller bekam sein Vater hier die Härte des Apartheidsystems zu spüren: Die Familie wurde beschattet, Telefone wurden abgehört, Briefe konfisziert. 1975 wanderten Eleanor und Christopher Hope mit ihren beiden Söhnen deshalb nach London aus. Ihre deutsch-irischen Wurzeln ermöglichten das Exil, doch die erste Zeit blieb ohne Perspektive – bis Eleanor eine Anstellung als Sekretärin bei Yehudi Menuhin fand, dem berühmtesten Geiger des 20. Jahrhunderts.

Als Sprössling begleitete Daniel Hope seine Mutter täglich bei der Arbeit, und so wurde die Villa der Menuhins schnell ein zweites Zuhause für ihn. Alle Größen der klassischen Musik gingen in diesen Jahren bei Menuhin ein und aus, und für Daniel war es der Beginn seiner Faszination für die Geige. Später nahm Yehudi Menuhin Daniel Hope in seine Musikakademie auf.

Auch die Begegnung mit dem Pianisten Menahem Pressler wurde für Daniel Hope prägend. Dieser bot dem jungen Geiger 2002 einen Platz in seinem Beaux Arts Trio an, dem weltweit renommierten Kammermusik-Ensemble. Als sich das Trio 2008 trennte, wagte Daniel Hope den Schritt zur Solo-Karriere.

Die Dokumentation zeigt, wie er unermüdlich im Einsatz ist, nicht nur als Musiker, sondern auch beim Erforschen der Geschichte seiner weit verzweigten Vorfahren. Neben Daniel Hope selbst kommen auch seine Eltern und Wegbegleiter wie etwa sein Lehrer Zakhar Bron sowie Menahem Pressler zu Wort.

Sonntag, 27.01. / 00:35 Uhr / Andris Nelsons dirigiert Anton Bruckner
Anton Bruckner: Sinfonie Nr.7 E-Dur
Musik, Deutschland, 2018, MDR 76 Min.
Regie: Ute Feudel
Dirigent: Andris Nelsons
Orchester: Gewandhausorchester Leipzig
Online verfügbar von 27/01 bis 03/02
Erstausstrahlung

Am 11. März 1743 wurde in Leipzig die Gesellschaft „Großes Concert“ gegründet und damit der Grundstein für das legendäre Gewandhausorchester gelegt. Nirgendwo sonst in der Welt haben die Bürger einer Stadt so früh und so selbstbewusst ein öffentlich zugängliches Musikleben geschaffen wie hier. Das Datum markiert den Beginn einer Erfolgsgeschichte, reich an exzellenter Musik, großen Künstlern und beeindruckenden Persönlichkeiten.

Im Jahr 2018 zelebrierte das geschichtsträchtige Orchester nun sein 275-jähriges Bestehen mit spektakulären Festwochen. Neben dem Jubiläum gab auch ein personeller Wechsel Anlass zur Feier: Der lettische Dirigent Andris Nelsons übernahm die Nachfolge von Riccardo Chailly als Gewandhauskapellmeister und trat damit in die Fußstapfen großer Meister wie Felix Mendelssohn Bartholdy.

Zu seinem Amtsantritt am Jubiläumstag des 11. März verzauberten Andris Nelsons und sein Orchester das Publikum mit der 7. Sinfonie in E-Dur des österreichischen Romantikers Anton Bruckner. Bereits 1884 war dieses Stück vom Leipziger Gewandhausorchester uraufgeführt worden und verhalf – nicht zuletzt dank der Unterstützung des ungarischen Opernkapellmeisters Arthur Nikisch – dem bereits 60 Jahre alten Anton Bruckner zum musikalischen Durchbruch. Die Sinfonie, die unüberhörbare Parallelen zu Bruckners Idol Wagner aufweist, fiel am damaligen Opernhaus auf fruchtbaren Boden. Andris Nelsons und dem Orchester gelingt ein feinsinniger Umgang mit dem vielgehörten Werk, das „starke Melodien, elegische Streicher-Passagen, schmetternde Blech-Fanfaren, aber auch weichen Bläserklang“ vereint.

Montag, 28.01. / 01:30 Uhr / Abenteuer Museum ~ Louisiana Museum of Modern Art, Dänemark
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2015, SWR 52 Min.
Regie: Ute Hoffarth
Online verfügbar von 28/01 bis 04/02

Allein der Skulpturenpark des Louisiana Museum of Modern Art mit seinen einzigartigen Großplastiken direkt am Ufer des Öresund ist beeindruckend. Das Louisiana, 35 Kilometer nördlich von Kopenhagen gelegen, zählt zu den beliebtesten europäischen Museen für moderne und zeitgenössische Kunst. Doch was ist das Erfolgsgeheimnis dieses international bedeutenden Museumskomplexes in Humlebæk? Moderator Gustav Hofer macht sich auf nach Dänemark, um das herauszufinden.

Die Lage ist atemberaubend: Direkt am Ufer des Öresund reihen sich einzigartige Großplastiken im Skulpturenpark des Louisiana Museum of Modern Art aneinander. Es zählt zu den beliebtesten europäischen Museen für moderne und zeitgenössische Kunst. Doch was ist das Erfolgsgeheimnis dieses Museumskomplexes in Humlebæk, 35 Kilometer nördlich von Kopenhagen?

Gemeinsam mit seinem prominenten Gast, dem Stararchitekten Jean Nouvel, will Moderator Gustav Hofer das herausfinden. Denn der französische Architekt hat eine besondere Beziehung zum Louisiana: Er schrieb ein Manifest für das Museum.

Doch zunächst erkunden die beiden das quirlige Kopenhagen. Dort baute der Pritzker-Preisträger das Koncerthuset. Nach einem Besuch des Konzerthauses machen sie sich auf den Weg ins Louisiana.

Der dänische Fabrikant und Kunstliebhaber Knud W. Jensen wollte damals mit seinem privaten Museum eine Einheit aus zeitgenössischer Kunst, Architektur und Landschaft schaffen – einen Ort der Begegnung und der Kommunikation. Über Jahre ist die Sammlung gewachsen, heute umfasst sie etwa 3.500 Werke, angefangen von Max Ernst über Alberto Giacometti und Andy Warhol bis hin zu Jonathan Meese.

Aus dem Privatmuseum ist mittlerweile eine Stiftung geworden. Hofer spricht mit dem Leiter Poul Erik Tøjner über seine Zukunftsvisionen für das Museum: Der Museumsdirektor sieht heute mehr denn je die Verpflichtung, gesellschaftliche Diskussionen durch Kunst anzustoßen. Dazu wurde unter anderem der Louisiana Channel gegründet, ein Kultur-Webchannel im Internet.

Mittwoch, 30.01. / 21:50 Uhr / Die große Literatour ~ John Steinbecks USA
Schwerpunkt: Auf der Suche nach Amerika
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2015, RB 52 Min.
Regie: André Schäfer, Jascha Hannover
Online verfügbar von 30/01 bis 30/04

Im Jahr 1960 macht sich der Literaturnobelpreisträger John Steinbeck gemeinsam mit seinem Hund im eigenen Wohnmobil auf die Reise von den Großen Seen bis zu den Rocky Mountains, von den Metropolen der Ostküste bis zu den Wüsten Nevadas und stößt kulturell wie landschaftlich auf eine ungeahnte Vielfalt. Elf Wochen umrundet er die USA, gegen den Uhrzeigersinn. Steinbecks ironische Beobachtungen und skurrile Begegnungen seines einzigartigen Reisebuchs visualisiert der Film – immer auch mit dem Blick auf die USA heute – zu einem unverstellten Blick auf das Innere Amerikas.

„Die große Literatour“ begibt sich auf die Spuren von vier der spannendsten Reiseschriftsteller der Geschichte, folgt ihren Reisen und sieht die Länder aus ihren Blickwinkeln. Eine literarische Zeitreise, die Vergangenheit und Gegenwart miteinander verschränkt. 1960 macht sich der Literaturnobelpreisträger John Steinbeck gemeinsam mit seinem Hund im eigenen Wohnmobil auf die Reise von den Großen Seen bis zu den Rocky Mountains, von den Metropolen der Ostküste bis zu den Wüsten Nevadas und stößt kulturell wie landschaftlich auf eine ungeahnte Vielfalt. Elf Wochen umrundet er die USA, gegen den Uhrzeigersinn. Steinbecks ironische Beobachtungen und skurrile Begegnungen seines einzigartigen Reisebuchs visualisiert die Dokumentation – immer auch mit dem Blick auf die USA heute – zu einem unverstellten Blick auf das Innere Amerikas. Steinbeck hat sich mit seinen Werken „Früchte des Zorns“ und „Von Mäusen und Menschen“ als Chronist der amerikanischen Wirtschaftskrise der 30er Jahre und als Fürsprecher der ausgebeuteten Farmer und Wanderarbeiter einen Namen gemacht. Im Jahr 1960 erlebt er ein anderes Amerika: Ein Land in nie dagewesenem Wohlstand – doch unter der bonbonbunten Oberfläche gibt es tiefe Risse: Umweltverschmutzung, sinnlose Verschwendung und Rassenunruhen. Phänomene, die Steinbeck hautnah erlebt und in aller Schärfe kritisiert. Am Ende ist klar: Sein Land ist ihm fremd geworden.

Donnerstag, 31.01. / 23:40 Uhr / Berlioz: Les Troyens aus der Pariser Opéra Bastille
Oper, Frankreich, 2019, ARTE F 240 Min.
Regie: Andy Sommer
Komponist: Hector Berlioz
Inszenierung: Dmitri Tcherniakov
Dirigent: Philippe Jordan
Orchester: Orchestre de l’Opéra national de Paris
Chorleitung: José Luis Basso
Chor: Chœurs de l’Opéra national de Paris
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten: José Luis Basso
Kostüme: Elena Zaytseva
Licht: Gleb Filshtinsky

Mit: Elīna Garanča (Didon), Stéphanie d’Oustrac (Cassandre), Brandon Jovanovich (Enée), Véronique Gens (Hécube), Stéphane Degout (Chorèbe), Cyrille Dubois (Lopas), Paata Burchuladze (Priam), Sophie Claisse (Polyxène), Michèle Losier (Ascagne)
Erstausstrahlung

Für den Auftakt der Geburtstagssaison der Pariser Oper könnte es keine bessere Wahl als „Les Troyens“ von Hector Berlioz geben: 1990 wurde die an Vergils „Aeneis“ angelehnte Tragédie Lyrique bereits zur Einweihung der Opéra Bastille aufgeführt. 30 Jahre später inszeniert nun Dmitri Tcherniakov dieses Meisterwerk der französischen Oper. Die musikalische Leitung übernimmt an diesem Abend Philippe Jordan. Für die Hauptrollen konnten die lettische Mezzosopranistin Elina Garanca, der amerikanischen Tenor Brandon Jovanovich sowie die Mezzosopranistin Stéphanie d’Oustrac und Bariton Stéphane Degout aus Frankreich gewonnen werden.

1854 schrieb Hector Berlioz in seinen Memoiren: „Seit drei Jahren treibt mich die Idee einer großen Oper um, für die ich sowohl die Dialoge als auch die Musik schreiben möchte.“ Doch nach seinen beiden Fehlschlägen „Benvenuto Cellini“ und „La damnation de Faust“ ließ der Komponist zwei Jahre verstreichen, bevor er sich an das Projekt „Les Troyens“ wagte, das auf Vergils Epos „Aeneis“ basiert und das antike Thema mit einer genial modernen Orchestrierung zu einem fesselnden Gesamtkunstwerk verwob. Ein neuer Wind wehte durch die Opernwelt, die damals vornehmlich unter dem Einfluss von Richard Wagner stand. Schon im Jahr 1990 hob sich der Vorhang der Opéra Bastille in Paris und gab den Blick auf die Ebene von Troja frei. Jetzt wird „Les Troyens“ zur Feier des 30-jährigen Bestehens des Konzertsaales in einer neuen Inszenierung von Dmitri Tcherniakov erneut aufgeführt. Für dieses prestigeträchtige Event haben Dmitri Tcherniakov und die Pariser Oper eine Reihe von Ausnahmetalenten gewinnen können: die temperamentvolle lettische Mezzosopranistin Elina Garanca in der Rolle der Königin Dido von Karthago und den amerikanischen Tenor Brandon Jovanovich als Äneas, den Gründer Roms ihren Liebhaber. Die französische Mezzosopranistin Stéphanie d’Oustrac wird in die Rolle der Cassandra schlüpfen und dem französischen Bariton Stéphane Degout in der Rolle des Chorèbe Paroli bieten. Am Dirigentenpult steht Philippe Jordan, der musikalische Leiter der Oper, der seit langem mit der visionären musikalischen Sprache von Berlioz vertraut ist und das Orchester und die Chöre der Pariser Oper meisterlich einzusetzen weiß.

Freitag, 01.02. / 21:45 Uhr / Joan Baez ~ How Sweet the Sound
Dokumentarfilm, Deutschland, 2014, SWR 84 Min.
Regie: Mary Wharton
Online verfügbar von 01/02 bis 03/03

Das Gewissen einer Generation: Die politisch engagierte Folksängerin Joan Baez sang im Luftschutzbunker, während draußen die Bomben fielen. Aber sie ist auch eine der wichtigsten und bekanntesten Vertreterinnen der Folkmusik. Seltene Archivaufnahmen und sehr persönliche Interviews mit Bob Dylan, Reverend Jesse Jackson, Roger McGuinn und vielen anderen machen den Dokumentarfilm zu einem sehr persönlichen und historischen Porträt zugleich.

In einem ersten umfassenden Dokumentarfilm über Joan Baez werden sowohl die Privatperson Baez als auch ihre Karriere, ihre Geschichte als Live- und Studiomusikerin und ihr bemerkenswerter Weg als Menschenrechtsaktivistin beleuchtet. Historische Aufnahmen zeigen Joan Baez bei ihrem umstrittenen Besuch in Nordvietnam, wo sie mit den Einwohnern von Hanoi während der heftigsten Luftangriffe des Kriegs betet, aber auch Martin Luther King Jr., der der inhaftierten Joan Baez einen Solidaritätsbesuch abstattet.

Musikalische Aufnahmen vom legendären Auftritt auf dem Newport Folk Festival 1959 oder eines frühen Auftritts im historischen Club 47 in Cambridge werden mit Interviews mit bekannten Persönlichkeiten wie David Crosby, Bob Dylan oder Reverend Jesse Jackson zu einer dichten Erzählung verwoben. Der Dokumentarfilm gibt in bisher nicht dagewesener Art und Weise Einblick in das Leben der Künstlerin und Aktivistin, die mit über 70 Jahren noch auf internationalen Tourneen unterwegs ist.

Zusatzinfo:
Die Originalfassung des Dokumentarfilms wurde für die vielfach preisgekrönte Non-Fiction-Reihe „American Masters“ der New Yorker Firma WNET produziert.

Freitag, 01.02. / 22:10 Uhr / Joan Baez ~ The Fare Thee Well … Tour 2018/2019
Musik, Frankreich, 2018, ARTE F 91 Min.
Regie: Karim Ouaret
Online verfügbar von 01/02 bis 01/07
Erstausstrahlung

Nach 60 Jahren Bühnenpräsenz und 30 herausgebrachten Alben beendet die US-amerikanische Folk-Ikone und „Gewissen und Stimme der 1960er Jahre“ Joan Baez ihre Karriere mit einer weltweiten „Fare Thee Well“-Abschiedstournee mit Halt in Paris ältester Music-Hall, dem Olympia. ARTE zeigt die Konzertaufnahme vom 13. Juni 2018. Gemeinsam mit ihren Fans lässt die Künstlerin und Aktivistin sechs Jahrzehnte Musik Revue passieren. Neben eigenen berühmten Hymnen wie „Here’s to You“ steht auch eine Coverversion des Dylan-Songs „Don’t Think Twice, It’s Alright“ auf dem Programm. Ein einzigartiger, emotionsgeladener Abend.

Langsam, aber sicher verabschiedet sich die Künstlergeneration Woodstock von der Bühne. Nach Elton John und Paul Simon beendet jetzt auch die Folk-Ikone Joan Baez ihre 60-jährige, über 30 Alben umfassende Konzertkarriere – nicht ohne dies mit einer gebührenden „Fare Thee Well“-Abschiedstournee zu feiern.

Die US-amerikanische Sängerin wurde neben ihrem außergewöhnlich klaren Soprangesang vor allem aufgrund ihres unermüdlichen bürgerrechtlichen Engagements bekannt: Als „Gewissen und Stimme der 1960er Jahre“ sang sie in Woodstock, erhob ihre Stimme gegen den Vietnamkrieg, demonstrierte an der Seite von Martin Luther King und prangerte immer wieder Diktaturen auf der ganzen Welt an. Bis heute setzt sie sich aktiv im Kampf um die Menschenrechte ein.

Mit dem Erscheinen ihres Debütalbums 1960 wurde Joan Baez schlagartig berühmt. Neben eigenen Songs coverte sie auch Bob Dylan, die Allman Brothers Band, die Beatles, Jackson Browne, Leonard Cohen, Woody Guthrie, Violeta Parra, die Rolling Stones, Paul Simon und Stevie Wonder.

Zehn Jahre nach ihrem Album „Day After Tomorrow“, auf dem sie Songs von Tom Waits, Mary Chapin Carpenter, Josh Ritter und anderen eingespielte, brachte sie zur großen Freude ihrer Fans Anfang 2018 ihr neues Album „Whistle Down the Wind“ heraus.

Im Rahmen ihrer „Fare Thee Well“-Tour machte Joan Baez nun auch für sechs ausverkaufte Konzerte im Pariser Olympia Halt. ARTE zeigt ihr Konzert vom 13. Juni 2018, bei dem neben ihren neuen Liedern und bekannten Hits auch Kompositionen von Bob Dylan mit auf dem Programm standen. Neues, Altes und Coverversionen – was will man mehr bei einer Abschiedstournee? Goodbye, Joan!

Freitag, 01.02. / 00:45 Uhr / Tracks
Magazin, Deutschland, 2019, ZDF 43 Min.
Produzent: Signed Media
Online verfügbar von 01/02 bis 02/05
Erstausstrahlung

(1): Ibeyi: Der „Tracks“-Plattencheck
(2): Rosalía
(3): China New Talents

(1): Ibeyi: Der Tracks-Plattencheck
Geboren in Paris, aufgewachsen in Kuba im unmittelbaren Umfeld des Buena Vista Social Club: Ibeyi vereinen afrikanische, afrokubanische und europäische Musikkultur – und sind damit die spannendsten, faszinierendsten und vielseitigsten Zwillingsschwestern im gegenwärtigen Popzirkus.

(2): Rosalía
Sie hat es in kürzester Zeit von den kleinen Bühnen ihrer katalanischen Heimat ins internationale Rampenlicht geschafft. Rosalía – die Wiedergeburtshelferin des Flamencos räumt reihenweise Gold und Platinauszeichnungen ab und hat gerade zwei Grammys gewonnen. „Tracks“ stattet der gefeierten Spanierin mit der außergewöhnlichen Stimme einen Besuch ab.

(3): China New Talents
Die Filmindustrie aus dem Reich der Mitte befindet sich im Aufwind und wird nach allen gängigen Prognosen in wenigen Jahren weltweit führend sein. Höchste Zeit, sich einmal beim chinesischen Filmemacher-Nachwuchs umzuschauen.


Samstag, 02.02. / 13:05 Uhr / Die Villa Medici ~ 350 Jahre Akademie de France in Rom
Schwerpunkt: Rom, für die Ewigkeit
Dokumentation, Frankreich, 2015, ARTE F 52 Min.
Regie: Laurence Thiriat
Online verfügbar von 02/02 bis 03/04

Kein zweiter Ort hat so viele namhafte Künstler beherbergt wie die Villa Medici. Zu ihren Gästen gehörten Größen wie Georges Bizet, Jean-Auguste-Dominique Ingres, Hector Berlioz, Jean, Honoré Fragonard und Claude Debussy. In diesem Jahr feiert die einflussreiche französische Künstlerresidenz in Rom ihr 350-jähriges Bestehen.

Erbaut wurde die Villa Medici auf dem Hügel Pincio über den Dächern Roms. Der atemberaubende Blick auf die italienische Hauptstadt macht dem Besucher die Einzigartigkeit des Ortes bewusst. Aber erst ein Blick ins Innere des prächtigen Stadtpalais‘ enthüllt die historische Bedeutung des Ortes. Die Geschichte der prunkvollen Gemächer ist eng mit dem Schicksal der Künstler verbunden, die hier residierten. Manche entwickelten eine tiefe Verbundenheit zu der Villa, andere zogen sich nur für kurze Zeit hier zurück. Doch sie alle wurden von der Villa Medici geprägt, als Menschen und vor allem als Künstler.

Kaum hat der Besucher die Pforte zur Eingangshalle aufgestoßen, beginnt der geschichtsträchtige Ort sich zu offenbaren. Hier scheint die Zeit stehengeblieben zu sein, und man spürt noch die Gegenwart der großen Künstler, die die Residenz zu dem gemacht haben, was sie ist. Ihre Spuren weisen den Weg durch die Geschichte.

Begleiter auf dieser Zeitreise sind Kunsthistoriker, Restauratoren, Denkmalschützer und die derzeitigen und ehemaligen Bewohner der Villa. Die Dokumentation führt regelmäßig von Italien nach Frankreich und wieder zurück, um offene Frage zu klären. Doch im Mittelpunkt steht stets die Villa Medici als Dreh- und Angelpunkt. Zum ersten Mal macht eine Dokumentation deutlich, wie viele bedeutende Kunstwerke, die heute in den großen Museen und Palästen Frankreichs und Italiens zu bewundern sind, in der Villa Medici entstanden sind.

Sonntag, 03.02. / 05:15 Uhr / Abgedreht! Eddy Mitchell
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F 35 Min.
Online verfügbar von 03/02 bis 05/03

(1): Der Sänger Eddy Mitchell
(2): Ikone: „La dernière séance“
(3): Story: „Das Glück liegt in der Wiese“
(4): Rare Perle: Eddy Mitchell in der Sendung „Contre-défi“

(1): Der Sänger Eddy Mitchell
Seit mehr als 50 Jahren versetzt Eddy Mitchell das französische Publikum mit schmalzlockiger Rock-’n’-Roll-Attitüde und dem Aussehen einer Comicfigur in Raserei. Mit seinen mehr als 30 Alben gilt er als eine Art Gegenentwurf zu Johnny Hallyday: keine Skandale, ein zurückgezogenes Leben und eine Kraft, die aus innerer Ruhe schöpft. Rückblick auf den Werdegang des Sängers, den die Franzosen liebevoll „Schmoll“ nennen.

(2): Ikone: „La dernière séance“
16 Jahre lang präsentierte Eddy Mitchell das (seiner Meinung nach) Beste aus dem US-amerikanischen Film in der Kult-Sendereihe „La dernière séance“. 1982 übernahm er gemeinsam mit Gérard Jourd’hui und Patrick Brion die Leitung der Sendung auf FR3. Ein Zuschauer verpasste ihm damals einen seiner berühmten Spitznamen: „Monsieur Eddy“.

(3): Story: „Das Glück liegt in der Wiese“
1995 machte Jacques Chirac Wahlkampf mit Äpfeln, und Regisseur Etienne Chatiliez ließ das gute alte Landleben in dem Film „Das Glück liegt in der Wiese“ hochleben: Francis, der depressive Inhaber einer Klobrillen-Fabrik im Jura, macht sich eine Verwechslung zunutze, um im Gers ein neues Leben als Bauer zu beginnen. Etienne Chatiliez höchstpersönlich erinnert an die Komödie.

(4): Rare Perle: Eddy Mitchell in der Sendung „Contre-défi“
Wir schreiben das Jahr 1975: Eddy Mitchell ist zu Gast beim beliebten öffentlich-rechtlichen Moderatorenduo Jean-Paul und Jacques Rouland in der Sendung „Contre-défi“ auf Antenne 2. In der Show stellen die Gäste Behauptungen auf und müssen Fragen dazu beantworten. Das Publikum darf anschließend raten, ob die Behauptung wahr oder falsch ist. Zu gewinnen gibt es 8.000 Francs (umgerechnet etwa 1.200 Euro) und das sagenhafte Buch zur Sendung!

Sonntag, 03.02. / 05:50 Uhr / Der Maler Henri Rousseau oder Die Geburt der Moderne
Dokumentation, Frankreich, 2015, ARTE F 52 Min.
Regie: Nicolas Autheman
Online verfügbar von 03/02 bis 10/02

Die Dokumentation begibt sich auf die Spuren des Pariser Malers Henri Rousseau (1844-1910), genannt „Le Douanier“ („der Zöllner“). Seine Gemälde, in denen es meist um Träume, Fantasie und Kindheit geht, spielten eine wichtige Rolle für die Entwicklung der modernen Kunst. Auf originelle Weise – mit Anlehnungen an das Schattentheater, die Laterna magica sowie mit zeitgenössischen Briefwechseln und traumhaften Filmsequenzen – beschäftigt sich die Dokumentation mit den Inspirationsquellen, der Arbeitsweise und dem weitreichenden Einfluss des Autodidakten auf die moderne Malerei.

Henri „Le Douanier“ Rousseau (1844-1910) zählt zu den überraschendsten und zugleich am schwierigsten zu ergründenden Künstlern des späten 19. Jahrhunderts. Der große französische Maler war – wie sein Spitzname verrät – in Wirklichkeit ein einfacher Angestellter bei der Pariser Zoll- und Steuerbehörde. Dennoch hat der Autodidakt ein beachtliches künstlerisches Werk geschaffen: Für seine üppigen und kindlich wirkenden Dschungeldarstellungen ist er mittlerweile weltweit berühmt.

Die Dokumentation erkundet das wunderliche Leben und das vielgestaltige Werk Rousseaus, das im Paris des ausgehenden 19. Jahrhunderts entstand. Erstmals wird der Zusammenhang zwischen seinen Gemälden und der Entstehung der modernen Kunst aufgezeigt. Denn auch wenn Henri Rousseau bei den meisten seiner Zeitgenossen nur Hohn und Spott erntete, erkannten einige Avantgardisten wie Guillaume Apollinaire, Pablo Picasso und Robert Delaunay in seinen Bildern ungekannte Abstraktionsmöglichkeiten, die vom Surrealismus bis zum Kubismus reichen. Bis heute ist es ein Rätsel, wie ein einfacher Autodidakt diese modernen Entwicklungen vorausahnen konnte.

Auf originelle Weise – mit Anlehnungen an das Schattentheater und an die Urform des Kinos, die Laterna magica, sowie mit zeitgenössischen Briefwechseln und traumhaften Filmsequenzen – begibt sich die Dokumentation Schritt für Schritt auf die Suche nach Hinweisen auf die Modernität des Malers.

Zusatzinfo:
Die Dokumentation begleitet die große Ausstellung „Le Douanier Rousseau. L’innocence archaïque“ im Musée d’Orsay, die vom 22. März bis zum 17. Juli 2016 in Paris zu sehen war. Zum ersten Mal wurden in Frankreich die überraschenden Bezüge zwischen Henri Rousseau und den großen Malern des 20. Jahrhunderts aufgezeigt.

Sonntag, 03.02. / 15:20 Uhr / The Art of Museums ~ Die Uffizien, Florenz
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2018, ZDF 52 Min.
Regie: Sylvie Kürsten
Online verfügbar von 03/02 bis 05/03
Erstausstrahlung

„The Art of Museums“ zeigt acht bedeutende Museen aus acht verschiedenen Ländern und ihre bedeutendsten Werke, deren Faszination von prominenten Kunstliebhabern wie Vivienne Westwood, Sasha Waltz, Wolfgang Joop und Karl Ove Knausgård erklärt werden. Die Uffizien in Florenz sind eines der ältesten Museen der Welt, einst entstanden aus der privaten Gemäldesammlung der Medici. Heute reihen sich hier die Werke frühneuzeitlicher Meister wie Michelangelo, Caravaggio, Rembrandt und Goya aneinander. Doch insbesondere ein Bildnis lässt die Besucherströme der Uffizien nicht abreißen: Botticellis „Die Geburt der Venus“.

Wenn jährlich Millionen von Besucher vor dem Eingang der Uffizien in Florenz Schlange stehen, dann liegt das vor allem an der Anziehungskraft einer geheimnisvollen Schönen: Sandro Botticellis „Die Geburt der Venus“ ist das zentrale Werk des berühmten Museums. Wie kein anderes Bild steht es für den geistigen Aufbruch der Renaissance. Aber auch die anderen Künstlernamen in den Ausstellungssälen lesen sich wie ein Who‘s who der frühneuzeitlichen Kunstgeschichte: Hier hängen Meisterwerke von Michelangelo, Caravaggio, Rembrandt und Goya. Die Uffizien sind nicht nur eines der beliebtesten, sondern auch eines der ältesten Museen der Welt. Im 16. Jahrhundert von der einflussreichen Medici-Dynastie zur Unterbringung von Ministerien und Ämtern errichtet, war das Gebäude aber auch von Anfang an der Ort für die private Gemäldesammlung der Familie. Als die letzte Medici knapp zwei Jahrhunderte später starb, vermachte sie die Kunstsammlung ihrer Familie den Uffizien und öffnete diese für das Publikum.

Die Dokumentation zeigt die bewegte Geschichte des Hauses, erzählt von den großen Krisen wie der großen Schlammflut in den 1960er Jahren, von der 14.000 Kunstwerke betroffen waren, und von dem Bombenattentat der Mafia 1993, bei dem ebenfalls zahlreiche Kunstwerke zerstört wurden. Aber auch von der Solidarität, die das Museum dabei weltweit erfahren hat. Heute haben die Uffizien ein Luxusproblem: Sie ersticken fast am eigenen Publikumserfolg. Das Museum ist immer voll, oft sieht der Besucher mehr Hinterköpfe als Kunstwerke. Der Modeschöpfer Wolfgang Joop führt durch die Uffizien und zu Meisterwerken von Botticelli, Michelangelo, Caravaggio und Artemisia Gentileschi.

Sonntag, 03.02. / 16:15 Uhr / Hundert Meisterwerke und ihre Geheimnisse
„Die Gaukler (Saltimbanchi, Colombina e Pulcinella)“, 1793, Giovanni D. Tiepolo

Dokumentationsreihe, Frankreich, 2017, ARTE F 26 Min.
Regie: Carlos Franklin, Jivko Darakchiev
Online verfügbar von 03/02 bis 04/04
Erstausstrahlung

Kunstwerke sind wichtige historische Zeugnisse ihrer Zeit. Die Dokumentationsreihe „Hundert Meisterwerke und ihre Geheimnisse“ stellt herausragende Werke der Kunstgeschichte auf eine ganz andere Art vor und versucht damit eine technisch hochmoderne Version des großen Klassikers „Hundert Meisterwerke“. Die genauen, bis ins kleinste Detail gehenden Bildanalysen führen dabei die großen zeitgeschichtlichen Zusammenhänge vor Augen. Zudem werden die Gemälde dreidimensional animiert und hauchen so dem jeweiligen Zeitalter neues Leben ein. Die Reihe vermittelt einen umfassenden Eindruck von der Stellung des jeweiligen Künstlers in der Gesellschaft seiner Epoche.

„Die Gaukler“ (1793) gehört zu den letzten Fresken, die Domenico Tiepolo in seiner Familienvilla bei Venedig fertigstellte. Das Bild wirkt wie eine lebendige Metapher für das Schicksal, das die freie Republik mit dem Einmarsch von Napoleon Bonaparte ereilen sollte.

Rund vierzig Jahre lang malte Giovanni Domenico Tiepolo in seiner Familienvilla in Zianigo bei Venedig in völliger Freiheit an einer erstaunlichen Freskenserie. Seine letzten Bilder aus der Zeit kurz vor der Ankunft Napoleons zeigen Pulcinella, die berühmte Figur des süditalienischen Volkstheaters und der Commedia dell’Arte. Venedig galt damals als Stadt der Sünde; Besucher strömten aus dem ganzen Land herbei, um die köstlich freie Atmosphäre zu genießen und sich fleischlichen Gelüsten hinzugeben. Der Karneval gab Gelegenheit zu Maskenspielen, bei denen jeder inkognito blieb … Für die Venezianer war das auch eine Art und Weise, die langen Kriegsjahre zu vergessen und sich darüber hinwegzutäuschen, dass Venedig längst keine florierende Handelsmacht mehr war. Statt fremde Häfen zu erobern, schmiegte sich die Republik nun in die vermeintliche Sicherheit ihrer Lagune, in der Tausende Pfahlbauten sie vor der Invasion der Barbaren schützen sollte.

Während Spanier und Portugiesen zur Neuen Welt aufbrachen, betrieb Venedig konzentriert Nabelschau und verschloss sich gegen Fortschritt und Modernität. Man vergaß den Kommerz und frönte der Kunst; die ganze Stadt schwelgte in Musik und Tanz, drehte sich zu den Gesängen der Gondoliere und der göttlichen Geige des Antonio Vivaldi. Dann holte Napoleon Bonaparte die Republik abrupt in die Realität zurück.

In seinem Binnenexil porträtierte Giovanni Domenico Tiepolo das tägliche Leben mit Zärtlichkeit und Ironie. Wie Pulcinella tröstete er sich durchs Schwelgen in Sorglosigkeit und vergangenem Glück über die allgegenwärtige Existenzangst hinweg. Seine Akrobaten halten, wie Venedig, die Balance zwischen dem alten Europa und der noch unbekannten Moderne. Ein kurzer Moment der Schwerelosigkeit …

Sonntag, 03.02. / 16:40 Uhr / Metropolis: Chemnitz
Magazin, Deutschland, 2019, WDR 43 Min.
Erstausstrahlung

(1): Metropole: Chemnitz
(2): Yann Tiersen: Neues Album „ALL“

(1): Metropole: Chemnitz
Chemnitz – damit verbinden derzeit viele Menschen rechtsradikale Demonstrationen und ausländerfeindliche Stimmung. Dabei hat die Stadt im Osten eine historisch gewachsene Kulturszene. Es sind die Kreativen, die jetzt mobil machen und dem getrübten Image der Stadt ihr künstlerisches Engagement entgegensetzen: Künstler wie Jan Kummer oder der Chef der renommierten Chemnitzer Kunstsammlungen Frédéric Bußmann. Schließlich möchte Chemnitz Kulturhauptstadt 2025 werden, mit dem Motto „AUFbruch“.

(2): Yann Tiersen: Neues Album „ALL“
Der Pianist und Komponist Yann Tiersen ist bekannt durch seine Filmmusik zu „Good Bye, Lenin!“ und „Die fabelhafte Welt der Amélie“. Seit zehn Jahren lebt und arbeitet der Franzose auf einer kleinen bretonischen Insel. Dort ist auch sein neues Album „ALL“ entstanden, auf dem er Naturgeräusche oder Sounds vom Flughafenfeld Berlin-Tempelhof mit seinen Kompositionen mischt.

Sonntag, 03.02. / 17:30 Uhr / Musikalische Reisetagebücher: Folle Journée 2019
Musik, Frankreich, 2019, ARTE F 90 Min.
Regie: Francois-Rene Martin
Komponist: Sarasate, Grieg, Saint-Saëns, Glazounov, Bellini, Puccini
Dirigent: Alexander Sladkovsky
Orchester: Orchestre Symphonique National du Tarastan
Erstausstrahlung

Die 25. Ausgabe der Folle Journée de Nantes steht ganz im Zeichen des Themas Reisen. Am 3. Februar 2019 überträgt ARTE ab 17.30 Uhr live das traditionelle Abschlusskonzert des bedeutenden französischen Klassikfestivals.

Den Auftakt bildet das französische Klezmer-Ensemble Sirba Octet, das seine Energie aus dem traditionellen Repertoire Osteuropas schöpft. Gemeinsam mit dem russischen Balalaika-Virtuosen Alexei Birioukov interpretiert es eine rasant-rhythmische „Suite de Moldavie“.

Es folgt „Caprice basque“, ein ausdrucksstarkes Stück für Violine und Orchester des spanischen Geigers und Komponisten Pablo de Sarasate, gespielt von Diana Tishchenko, Siegerin beim Internationalen Violinwettbewerb Long-Thibaud-Crespin 2018, und dem Tatarischen Nationalorchester unter der Leitung von Alexander Sladkovsky.

Anschließend interpretiert die Pianistin Alice Sara Ott das weltbekannte Klavierkonzert von Edvard Grieg, das 1869 in Dänemark entstand und zu den beliebtesten Werken seines Genres zählt.

In der exotischen „Bacchanale“ aus der Oper „Samson et Dalila“ kommt die Leidenschaft des französischen Komponisten Camille Saint-Saëns für den Orient zum Ausdruck. Der melancholische „Chant du ménestrel“ des Russen Alexander Glasunow – gespielt von der äußerst talentierten jungen Cellistin Anastasia Kobekina – ist dagegen als Hommage an die Kunst der Troubadoure zu verstehen, die im Mittelalter durch die Lande zogen. Für einen glänzenden Abschluss des Abends sorgt die Sopranistin Raquel Camarinha mit berühmten Opernarien von Bellini und Puccini.

Sonntag, 03.02. / 22:15 Uhr / Bette Davis ~ Größer als das Leben
Dokumentation, Deutschland, 2016, RB 52 Min.
Regie: Sabine Carbon
Online verfügbar von 03/02 bis 10/02

Bette Davis gilt als verstörendste aller Filmdiven Hollywoods. Ihre Rollen und ihr Leben reflektieren die Brüche im amerikanischen Frauenbild. Sie war dominant, intelligent, manchmal herzlos und wollte doch vor allem geliebt werden. Diese Rechnung ging im Privaten nicht auf. Sie war zu stark für die Männer, und ihre Tochter wandte sich mit einem feindseligen Buch von ihr ab. Das Publikum liebte sie ungebrochen, obwohl die von ihr dargestellten Charaktere selten sympathisch waren. Sie war nie die makellose Schönheit, sondern die Frau, die sich den Weg zum Glamour erkämpfte. Sie verklagte ihren Produzenten Jack Warner, weil er ihr angeblich zu schlechte Rollen gab. Gleichzeitig war sie das Box-Office-Wunder des Studios. Zweimal hat sie einen Oscar erhalten, zehnmal war sie nominiert – ein Rekord. Das Porträt untersucht den widersprüchlichen Mythos Bette Davis mit Blick auf ihre Filme und Auftritte, in Gesprächen mit Menschen, denen sie am Ende ihres Lebens begegnete: Kim Carnes ließ sie in den 1980er Jahren mit dem Welthit „Bette Davis Eyes“ noch einmal aufleben. Elizabeth Fuller, bei der Bette Davis 1985 während eines Hotelstreiks in New York einzog, zeigt das Haus, in dem sie Bette Davis empfing und das von dem Weltstar vollkommen in Besitz genommen wurde. Regisseur Larry Cohen, der den letzten Film mit ihr drehte, erinnert sich an eine Frau, die zu stolz war zuzugeben, dass ihr Gebiss gebrochen war, so dass jeder Filmsatz zur Tortur wurde. Schauspielkollegin Gena Rowlands erlebte sie als warmherzige Frau. Susan Batson, eine der bekanntesten Schauspiel-Coaches, ergründet mit der deutschen Schauspielerin Bettina Lohmeyer die psychologischen Untiefen des Stars.

Sonntag, 03.02. / 23:10 Uhr / La Maestra – Alondra de la Parra
Dokumentation, Deutschland, 2018, ZDF 52 Min.
Regie: Christian Berger
Online verfügbar von 03/02 bis 05/03
Erstausstrahlung

Ihre Wurzeln liegen in Mexiko – ihre Orchester und ihr Publikum sind auf der ganzen Welt. Mehr als einhundert Orchester in 20 Ländern hat Alondra de la Parra bereits dirigiert. Mit der Ernennung zur Chefdirigentin des Queensland Symphony Orchestra im australischen Brisbane hat die 38-Jährige eine Position erlangt, die bisher nur wenigen Frauen in ihrem Fach zuteilwurde. ARTE wirft einen Blick auf den Werdegang der Ausnahmedirigentin, begleitet sie bei ihrer Arbeit in Brisbane und auf Konzertreisen, und zeigt die vielfältigen Facetten der energiegeladenen Mexikanerin als Künstlerin und als Mensch.   

Alondra de la Parra hat erreicht, was bisher nur wenigen Frauen in ihrem Fach gelungen ist – sie ist Chefdirigentin eines großen Sinfonieorchesters. Schon früh wusste die 1980 in New York geborene Mexikanerin, dass sie Dirigentin werden wollte. Aber Zweifel hatte sie dennoch: „Mit 13 oder 14 dachte ich, wie kann ich Dirigentin werden, wenn ich überhaupt nicht wie ein Dirigent aussehe“ erzählt sie. „Dirigenten, das sind alte, weißhaarige Deutsche; und ich komme aus Mexiko und bin eine Frau“.Mit sieben begann sie Klavier zu spielen, mit dreizehn Cello. Nach Studien in Mexico City und in New York, gründete sie dort 2004 das Philharmonic Orchestra of the Americas um jungen Künstlern und Komponisten eine Plattform zu bieten. „Als ich mit dirigieren angefangen habe, hat es viele Leute gestört, dass ich eine Frau bin“, sagt sie. Viele Jahre wollte sie nicht wahrhaben, aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt zu sein. Doch allen Hindernissen zum Trotz hat sie mit Talent und Durchsetzungsfähigkeit ihren Durchbruch geschafft. Sie ist weltweit erfolgreich und leitet als Gastdirigentin renommierte Orchester, wie die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, die Bamberger Symphoniker oder das London Philharmonic Orchestra. Ein großer Schritt auf dem Weg nach oben war 2017 die Berufung zur Chefdirigentin des Queensland Symphony Orchestra in Brisbane.Der Film von Christian Berger zeigt die vielen Facetten Alondra de la Parras als Künstlerin und als Mensch. Er beobachtet sie bei der Arbeit mit ihrem Orchester in Brisbane, begleitet sie auf Konzertreisen und nach Hause zu ihrer Familie in Mexiko.

Sonntag, 03.02. / 00:05 Uhr / Das Floß der Medusa
Musik, Frankreich, 2018, ARTE F 82 Min.
Regie: Julien Condemine
Inszenierung: Romeo Castellucci
Komponist: Hans Werner Henze
Dirigent: Ingo Metzmacher
Orchester: Netherlands Philharmonic Orchestra
Chorleitung: Ching-Lien Wu
Chor: Nieuw Amsterdams Kinderkoor, Cappella Amsterdam, Chorus of Dutch National Opera

Mit: Lenneke Ruiten (La Mort), Bo Skovhus (Jean-Charles), Dale Duesing (Charon)

Online verfügbar von 03/02 bis 03/07
Erstausstrahlung

„Das Floß der Medusa“ ist ein von Hans Werner Henze komponiertes Oratorium, das besondere Berühmtheit durch seine gescheiterte Uraufführung erlangte. Im Dezember 1968 sollte das Werk in der Hamburger Ernst-Merck-Halle erstmals auf die Bühne gebracht und zugleich im NDR-Radio live übertragen werden. Politische Proteste der 1968er-Bewegung verhinderten dies, sodass die Aufführung abgesetzt werden musste und lediglich ein Mitschnitt der Generalprobe im Radio gespielt wurde.

Fünfzig Jahre später, im März 2018, bringt Romeo Castellucci das Werk auf die Bühne der Niederländischen Nationaloper in Amsterdam und unterstreicht dessen Aktualität. Der italienische Bühnenregisseur zieht ergreifende Parallelen zwischen Henzes Werk, das den tragischen Schiffbruch der französischen Fregatte „Méduse“ 1816 vor der Küste Südafrikas behandelt, und der aktuellen Flüchtlingskrise im Mittelmeer.

In seiner Inszenierung bedient sich Castellucci der Bilderwelt der Medien und vereint Oper, Theater und Video. Damit will er den Zuschauer der Gegenwart erreichen, den er im Übrigen auch in die Inszenierung einbezieht und zum Akteur macht. Auch dem Chor, bestehend aus dem Chor der Niederländischen Nationaloper und dem Kammerchor Cappella Amsterdam, lässt Castellucci eine gewichtige Rolle zukommen: In „Das Floß der Medusa“ verkörpert er eine anonyme, ihrem Schicksal überlassene Masse.

Die Aufführung wurde beim dritten Opera Forward Festival in Amsterdam mit den Solisten Lenneke Ruiten in der Rolle des Todes, Bo Skovhus als Jean-Charles und Dale Duesing als Charon aufgezeichnet; im Orchestergraben dirigiert Ingo Metzmacher das Netherlands Philharmonic Orchestra.

Mittwoch, 06.02. / 21:50 Uhr / T.C. Boyle ~ Rockstar der amerikanischen Literatur
Dokumentation, Deutschland, 2018, NDR 52 Min.
Regie: Adrian Stangell, Isabelle Hinteregger
Online verfügbar von 06/02 bis 08/03
Erstausstrahlung

T.C. Boyle ist Patriot und Querulant zugleich. Seine Jugend glich einer Achterbahnfahrt unter Drogen. Er war Hippie, er war Punk, er war Junkie – und heute ist der Autor eine Ikone. Inspiration für seine Geschichten findet er in den Missständen der amerikanischen Gesellschaft. Gleichzeitig lässt sich die Liebe zur Heimat in jedem einzelnen seiner Werke herauslesen. Die Dokumentation taucht in den Kopf des Kultautors ein, gibt ihm eine Stimme und macht deutlich, wofür der „Rockstar der amerikanischen Literatur“ steht, der am 2. Dezember 2018 70 Jahre alt wurde.

Einst war T.C. Boyle Hippie, Punk und nahm Drogen, heute ist er engagierter Umweltaktivist und einer der herausragenden amerikanischen Schriftsteller der Gegenwart. Als Kind der Arbeiterklasse – die Eltern waren Alkoholiker, der Weg zum Schulabschluss mühsam, der zum Heroin umso einfacher – retten ihn das College und die dort entdeckte Liebe zur Literatur. Der ehemalige Schulversager macht seinen Doktor, ist nun emeritierter Professor an der University of Southern California und mausert sich zu einem der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller der Gegenwart. Die roten Converse-Schuhe und die Punk-Frisur sind seine Markenzeichen und haben ihn zur unverwechselbaren Ikone des internationalen Literaturbetriebs gemacht. Mit viel Sarkasmus, Humor und emotionaler Sozialkritik erforscht der Schriftsteller in seinen Werken die Ängste und Abgründe seiner geliebten Heimat, die ihm den sozialen Aufstieg ermöglicht hat: die Vereinigten Staaten. Genau deshalb lieben ihn seine Fans auf der ganzen Welt, auch und gerade in Deutschland.

In der Dokumentation lässt der bodenständige Autor, der sich für den direkten Kontakt mit seinen Fans nie zu fein ist, die Zuschauer an seinem Alltag teilhaben – als Schriftsteller, Tierfreund und Privatmann. Literarische Zitate werden mit aufwendig bearbeiteten Graphic-Novel-Elementen inszeniert und geben Einblick in die vielschichtigen literarischen Welten des „Rockstars der amerikanischen Literatur“.

Unterhaltsam und bildstark werden Parallelen zwischen Boyles Werken, seiner bewegten Biografie sowie der politischen und gesellschaftlichen Lage der USA gezogen – von damals bis heute.

Freitag, 08.02. / 05:00 Uhr / Berlin Live: Jack Savoretti
Musik, Deutschland, 2015, ZDF 59 Min.
Regie: Stefan Mathieu
Online verfügbar von 08/02 bis 10/03

Jack Savoretti, der Italo-Brite mit leidenschaftlicher Stimme, kommt zu „Berlin Live“ mit neuen Songs, neuem Lebensmut und einem neuen Stil. Der Beginn der eigenen Entwicklung mutet beinahe an wie eine der fantastischen Fabeln, die Savoretti in seinen Liedern skizziert. 2007 erschien sein Debütalbum „Between the Minds“, auf dem er schon mit seiner außergewöhnlichen und soulgetränkten Stimme begeisterte. Seitdem hat sich Jack Savoretti weiterentwickelt. Er hat gelernt, das auszudrücken, was er im Kopf hat. Mit neuer Leidenschaft und der Unterstützung befreundeter Künstler wagte er sich an die Produktion von „Written in Scars“.

Deutlich bemerkbar macht sich die veränderte Herangehensweise beim Songwriting. Früher komponierte er seine Musik um einen fertigen Text herum. Jetzt konzentriert er sich zunächst nur auf den Sound. „Der Herzschlag des Albums ist Rhythmus. Alles dreht sich um Groove, Schlagzeug und Bass. Erst danach befasste ich mich mit dem Thema des jeweiligen Songs.“ Die handeln auf textlicher Ebene vor allem von den Kämpfen und Herausforderungen des täglichen Lebens und wie man sie erfolgreich bewältigt. Seine emotionalen Songs berühren, ohne dabei langweilig zu klingen. Auch bei „Berlin Live“ wird das Publikum von dem hypnotischen Gesang und dem klaren Sound verzaubert.

Freitag, 08.02. / 22:35 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2018, ARTE F 43 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Journalist: David Combe, Jean-Marc Barbieux
Erstausstrahlung

Freitag, 08.02. / 23:20 Uhr / Calypso Rose – Konzert in Paris
Musik, Frankreich, 2016, ARTE F 60 Min.
Regie: David Ctiborsky
Online verfügbar von 08/02 bis 15/02

Sie ist die Grande Dame des Calypso: die karibische Musikerin Calypso Rose. Für eine atemberaubende Show kam sie nach Paris, in den Konzertsaal La Cigale. In Begleitung des Reggae-Sängers Patrice und Bandmitgliedern von Manu Chao brachte sie die Menge zum Tanzen und stellte ihre unglaubliche Bühnenpräsenz unter Beweis. Die Calypso-Königin trotzt ihrem Alter mit schwungvoll-engagierter Musik, die gute Laune macht.

Ein mitreißendes Konzert der Königin des Calypsos in Paris: Calypso Rose wurde 1940 in Trinidad und Tobago geboren und begann schon mit 13 Jahren zu singen. Seit sie 1972 als erste Frau zur „Calypso Queen“ gekürt wurde, gilt sie als Botschafterin der afrokaribischen Musik. Die Sängerin hat es in den 80er Jahren von den karibischen Zwillingsinseln nach New York verschlagen.

Bis heute hat sie rund 800 Songs und mehr als 20 Alben veröffentlicht. 2016 erschien ihr Album „Far From Home“, mit dem sie auch das europäische Publikum für sich gewann. Ihre Energie, ihr Rhythmusgefühl und ihren ansteckenden Enthusiasmus stellte sie im Laufe ihrer Karriere auf unzähligen Festivals und Konzerten unter Beweis.

Doch Calypso Rose ist mehr als nur eine Sängerin, Musik ist für sie immer auch ein kritisches Sprachrohr. Mit ihrer Musik kämpft sie für Frauenrechte und gegen ausbeuterische Arbeitsverhältnisse: Im Song „Abatina“ wendet sie sich gegen häusliche Gewalt. Sie selbst war in jungen Jahren Opfer sexueller Gewalt geworden. Die Regierung von Trinidad und Tobago drängte sie mit ihrem Hit „No Madame“ dazu, per Gesetz einen Mindestlohn für Hausangestellte einzuführen. Calypso Rose steht für Ausgelassenheit und Tanz, Widerstand und Engagement.

Gemeinsam mit Bandmitgliedern von Manu Chao und dem Reggae-Sänger Patrice sorgt sie für eine umwerfende Show, die zum Tanzen einlädt. Ihre unglaubliche Bühnenpräsenz lässt ihr Alter völlig vergessen – ihre schwungvoll-engagierte Musik macht einfach gute Laune!

Freitag, 08.02. / 00:45 Uhr / Toots & The Maytals ~ Konzert vom Rudolstadt Festival 2017
Musik, Deutschland, 2017, MDR 77 Min.
Regie: Axel Ludewig
Mit: Toots & The Maytals
Online verfügbar von 08/02 bis 15/02

Lebende Legende: Frederick „Toots“ Hibbert, der die Stilrichtung des Reggae maßgeblich prägte. Der mittlerweile in die Jahre gekommene Leadsänger des jamaikanischen Vokal-Trios Toots & The Maytals tourt für seine Fans und sich weiterhin um die Welt. Die Band – seit über 40 Jahren im Musikgeschäft – ist Rekordhalter: 31 Nummer-eins-Singles in Jamaika. Keine andere hätte das Folk-Roots-Weltmusik-Festival 2017 in Rudolstadt zu einem besseren Ende führen können. Eine laue Sommernacht, ein großes Publikum, das tanzt, singt und Jamaika-Flaggen schwenkt. Ein mitreißendes Musikerlebnis.

Mitbegründer des Reggae: Die legendäre Band Toots & The Maytals hält in ihrer jamaikanischen Heimat den Rekord – mit 31 Nummer-eins-Singles. Sie ist von Beginn an dabei, seit über 40 Jahren im Musikgeschäft. Noch immer touren Leadsänger Frederick „Toots“ Hibbert und seine beiden Bandmitglieder um die Welt. Mit ihrer Single „Do The Reggay“ im Jahr 1968 verwendeten sie als erste bekannte Band das Wort „Reggae“ und verliehen damit dem sich entwickelnden Genre seinen Namen. Mit ihren Texten und Inhalten, die auch religiöse oder sozialkritische Themen behandeln, hoben sie sich seit jeher von den durchschnittlichen Reggae-Inhalten ab. Als rau und dynamisch lässt sich ihre Musik beschreiben. Hibberts Gesang erinnert an Soul und Rhythm & Blues, die Vokalsätze wecken Assoziationen an die Anfänge des Ska und Rocksteady. Frontmann Toots ist gefragt unter seinen Musikkollegen: Gemeinsame Bühnenauftritte mit Keith Richards, Eric Clapton und Willie Nelson bieten nur einen kleinen Einblick. Dennoch hatte er seine Live-Karriere kürzlich als beendet erklärt, aber für ihn ist das Spiel auf der Bühne nun mal wie die Luft zum Atmen: Auf einigen ausgewählten Konzerten spielt er deshalb wieder. Beim größten deutschen Folk-Roots-Weltmusik-Festival 2017 im thüringischen Rudolstadt boten Toots & The Maytals ein spektakuläres Finale: ein buntes Meisterwerk, das von der Spielfreude des über 70 Jahre alten Leadsängers nur so strotzte. Die Mischung aus Reggae, Ska, Soul und Rhythm & Blues begeisterte die rund 7.000 Zuschauer. Auch 2017 konnte das Festival in Rudolstadt einen Besucherrekord verzeichnen.


Samstag, 09.02. / 05:20 Uhr / Mode in Belgium
Dokumentation, Belgien, Frankreich, 2012, ARTERTBF 55 Min.
Regie: Delphine Lehericey
Mit: Jean-Paul Lespagnard
Online verfügbar von 09/02 bis 16/02

In Belgien gehört Sprachenvielfalt zum Alltag und die Zugehörigkeit zu einem bunten Puzzle für viele zum eigenen Selbstverständnis. Diese Vielfalt spiegelt sich auch in der Arbeit belgischer Modeschöpfer wider. So sind ihre Kreationen mal schlicht und klassisch, mal exzentrisch und verrückt.

Der Modeschöpfer Jean-Paul Lespagnard möchte sein eigenes Label kreieren und vor allem eine eigene Firma gründen, doch in Krisenzeiten sind Geldgeber schwer zu finden. Und das, obwohl belgische Designer durchaus anerkannt und auf der Pariser Modewoche stark vertreten sind. Zu Lespagnards Markenzeichen wurde sein selbstironisches Verhältnis zu seiner belgischen Herkunft. Die Dokumentation begleitet den Designer bei seinem Versuch, mit Hilfe einer Headhunterin in der Modeszene Frankreichs Fuß zu fassen.

Samstag, 09.02. / 06:20 Uhr / Wir sind Fashion! Die neue Macht der Modeblogger
Dokumentation, Deutschland, 2015, RBB 53 Min.
Regie: Kira Pohl, Nicola Graef
Wiederholung vom 22.01.

Samstag, 09.02. / 11:25 Uhr / Die wahre Miss Marple ~ Der Fall Margaret Rutherford
Dokumentarfilm, Deutschland, 2012, ARTEORF 89 Min.
Regie: Rieke Brendel, Andrew Davies
Online verfügbar von 09/02 bis 16/02

Als eigenwillige Hobbydetektivin Miss Marple hätte Margaret Rutherford exzentrischer und britischer kaum sein können. Dabei wäre Rutherfords Leben fern der Leinwand aufregend genug gewesen, um daraus einen Film zu machen. Die Dokumentation „Die wahre Miss Marple“ begibt sich abseits des Krimi- und Leinwandglamours auf die Spurensuche dieser unverwechselbaren Schauspielerin. Filmemacher Rieke Brendel und Andrew Davies erkunden die Tatorte des realen Geschehens, sammeln Beweismaterial und sprechen mit Familienmitglieder – wie Rutherfords Cousin, dem Labour-Politiker Tony Benn – Schauspielerkollegen sowie weiteren Zeitgenossen.

In vier Leinwand-Adaptionen der berühmten Agatha-Christie-Romane kämpfte sich Margaret Rutherford als äußerst scharfsinnige und schrullige Miss Marple durch die kniffligsten Mordfälle. Erstaunen erregten dabei nicht nur die überraschenden Wendungen und zielsicheren Analysen ihrer Ermittlungsarbeit, sondern auch ihre unerschütterlich robuste Erscheinung: Die Nase zum detektivischen Schnüffeln stets einsatzbereit, das Kinn frech nach vorne geschoben und – last, but not least – das Herz am richtigen Fleck.Das eigene Leben der Margaret Rutherford war mindestens so exzentrisch und skurril wie die Geschichten, in denen sie als Leinwanddetektivin ermittelte. Ihr Vater erschlägt den eigenen Vater, einen Pastor, mit einem Nachttopf. Ihre Mutter begeht in der fernen britischen Kolonie Indien Selbstmord. Ein transsexueller Adoptivsohn, der sich als einer der ersten Männer zur Frau umoperieren lässt, ehelicht seinen schwarzen Butler. Und ein Cousin wird ein bekannter britischer Labour-Politiker. Den Ungereimtheiten und Geheimnissen im Leben der Miss Rutherford auf die Schliche zu kommen, gleicht der brisanten Detektivarbeit ihrer filmischen Doppelgängerin.Jenseits der Marke Miss Marple offenbart der Dokumentarfilm eine gleichzeitig nachdenkliche wie großzügige, vor allem aber erstaunliche mutige Lady, die ihrer berühmtesten Rolle in nichts nachstand. Rutherfords Traum war es stets, Shakespeares feminin-zerbrechliche Julia zu spielen. Die Rolle ihres Lebens hingegen sollte sie im Alter von 70 Jahren mit vollem Einsatz und fern jeder Zartheit verkörpern. Die Komik der frechen und anpackenden Miss Marple steht dabei im Kontrast zu der tragischen Vergangenheit von Miss Rutherford – und wurde zu ihrem späten Triumph.

Samstag, 09.02. / 00:20 Uhr / Kurzschluss – Das Magazin ~ Sondersendung Festival von Clermont-Ferrand
Magazin, Frankreich, 2018, ARTE F 94 Min.
Online verfügbar von 09/02 bis 18/12
Erstausstrahlung

„Kurzschluss – Das Magazin“ zeigt die neuesten Kurzfilme aus aller Welt – und wirft einen Blick hinter die Kulissen: mit Porträts, Drehberichten, aktuellen Festival- und Filmtipps und vielen spannenden Interviews. Mehr Infos unter: arte.tv/kurzschluss

(1): Die Autopsie
Animationsfilm von Patrick Bouchard, Kanada 2018, Erstausstrahlung
Ein Mann seziert seinen eigenen Körper, um aus ihm Erinnerungen, Gefühle und Ängste herauszuholen. Mit dem Skalpell schneidet er die Haut auf und stößt dabei auf verschiedene Objekte, die Symbolwert für seine Vergangenheit haben. Nachdem er seine Rippen gebrochen hat, dringt er zum Herz vor und kann dort das Gewicht identifizieren, von dem er sich befreien möchte.

(2): Zoom – Die Autopsie
Der Frankokanadier Patrick Bouchard ist für seine Animationsfilme schon vielfach ausgezeichnet worden, darunter mit dem Preis für den besten Animationsfilm auf dem Festival von Clermont-Ferrand 2013 für „Erwachen“. In „Kurzschluss – Das Magazin“ spricht er über sein neuestes Werk „Die Autopsie“.

(3): Einfach unvergesslich
Kurzfilm von Wissam Charaf, Frankreich/Libanon 2018
Chadi ist 13 Jahre alt und lebt im Libanon. Er ist Klassenbester und entdeckt, dass er seine guten Kenntnisse des Schulstoffs leicht in bare Münze umsetzen kann. Aber noch viel lieber als ein Nebeneinkommen wäre ihm die Aufmerksamkeit seiner hübschen Klassenkameradin Raya, die er sich nicht anzusprechen traut.

(4): Kurz-Info – Filme in Virtual Reality
ilme in Virtual Reality sind heute auf Kurzfilmfestivals immer weiter verbreitet. Der Filmemacher Benjamin Nuel, Regisseur des Films „Die Toteninsel“, und seine Produzentin Oriane Hurard berichten von den Herausforderungen, die diese Technik mit sich bringt.

5): Ein Leben lang
Animationsfilm von Roberto Catani, Italien/Frankreich 2018, Erstausstrahlung
Während einer Reise zu den Ursprüngen ihrer Erinnerung führen sich eine Frau und ein Mann die wichtigsten Momente ihrer Liebesgeschichte vor Augen.

(6): Zoom – Ein Leben lang
Der italienische Illustrator und Animationsfilmemacher Roberto Catani spricht über die Entstehung seines neuesten Films „Ein Leben lang“.

(7): Die Meute
Kurzfilm von Pedro Pío, Kolumbien/Frankreich 2018, Erstausstrahlung
Acacio lebt in den Hügeln über Bogotá inmitten einer Hundemeute. Ab und zu muss er sich in die Stadt im Tal begeben, um neue Nahrung für die Hunde zu besorgen, wobei ihn die Einwohner argwöhnisch beäugen. Denn Acacio ist nicht wie die anderen Menschen, und die anderen Menschen sind nicht wie er.

(8): Short Cuts – Terminator 2
Der Grafiker und Animationsfilmemacher Zaven Najjar hat für „Kurzschluss – Das Magazin“ James Camerons Film „Terminator 2: Tag der Abrechnung“ mit Arnold Schwarzenegger in einer Minute und als Animation zusammengefasst.

(9): Guaxuma
Animationsfilm von Nara Normande, Brasilien/Frankreich 2018
Eine junge Frau ist in der Nähe von Guaxuma aufgewachsen, einem Strand im Nordosten Brasiliens. Heute weckt jede Meeresbrise bei ihr glückliche Erinnerungen.

(10): Das erste Mal – Jean-Bernard Marlin
Jean-Bernard Marlin ist der Regisseur von „Shéhérazade“, seinem ersten Spielfilm, der 2018 auf dem Filmfestival von Cannes in der Sektion „Woche der Kritik“ zu sehen war. In „Kurzschluss – Das Magazin“ erinnert er sich an seine ersten Kurzfilme „Thick-Skinned“ und „Die Ausreißerin“, der 2013 auf der Berlinale den Goldenen Bären gewann und 2014 in Clermont-Ferrand zwei Preise gewann.

Sonntag, 10.02. / 05:20 Uhr / Abgedreht! Michel Serrault
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F 35 Min.
Online verfügbar von 10/02 bis 12/03

(1): Story: Michel Serrault, Komiker
(2): Story: Michel Serrault bei Claude Miller
(3): Ikone: „Nelly & Monsieur Arnaud“
(4): Michel Serrault im Restaurant für „Cinéma, Cinémas“

(1): Story: Michel Serrault, Komiker
Detektiv, Angestellter, Tunte, Kaiser, Politiker oder Betrüger – hinter dem breiten Rollenspektrum dieses gefeierten Stars verbirgt sich einer der bedeutendsten französischen Komiker: Michel Serrault. Ein genialer Schauspieler und Freigeist, der jede Replik in einem Filmdialog zu etwas Besonderem machte.

(2): Story: Michel Serrault bei Claude Miller
Anfang der 80er Jahre stand der Name Michel Serrault beim französischen Publikum für einen gewandten, tänzelnden und exzentrischen Schauspieler. 1981 wechselte er ins ernste Fach und ließ sich auf eine makabre Thematik ein: Er übernahm die Rolle des zwielichtigen Protagonisten in Claude Millers Film „Das Verhör“.

(3): Ikone: „Nelly & Monsieur Arnaud“
In seinem letzten Film vereinte Claude Sautet 1995 Emmanuelle Béart und Michel Serrault. Sie spielte Nelly, eine junge Frau, die sich zwischen Minijobs und Liebesleben durchschlägt; er spielte Pierre Arnaud, einen reichen Rentner, der ihr helfen will und sie als seine Sekretärin einstellt, damit sie seine Memoiren tippt.

(4): Michel Serrault im Restaurant für „Cinéma, Cinémas“
Zum Film kam Michel Serrault per Zufall. Doch immerhin brachte ihn dieser Zufall im Laufe von 50 Jahren mehr als 130 Mal auf die Leinwand! 1984 setzte sich Michel Serrault, damals 56 Jahre alt, in der französischen Fernsehsendung „Cinéma, Cinémas“ zu Tisch und legte seine Ansichten über den Schauspielerberuf dar.

Sonntag, 10.02. / 05:55 Uhr / Hundert Meisterwerke und ihre Geheimnisse
„Die Gaukler (Saltimbanchi, Colombina e Pulcinella)“, 1793, Giovanni D. Tiepolo
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2017, ARTE F 26 Min.
Regie: Carlos Franklin, Jivko Darakchiev
Wiederholung vom 03.02.
Sonntag, 12.02. / 06:25 Uhr / Anna Piaggi – Queen der Exzentrik
Dokumentation, Deutschland, 2015, NDR 26 Min.
Regie: Alina Marazzi
Online verfügbar von 10/02 bis 17/02

Für sie war die Welt ein ewiger Laufsteg. Die Mailänderin Anna Piaggi war über 50 Jahre lang eine der einflussreichsten und schillerndsten Persönlichkeiten des Modejournalismus. Als Dauergast in der ersten Reihe der wichtigsten Mode-Defilees kommentierte sie die Trends und stellte diese mit ihrem eigenen exzentrischen Kleidungsstil regelmäßig in den Schatten. Anna Piaggi liebte die Provokation und die Selbstverwirklichung. ARTE blickt zurück auf das Leben der „Queen der Exzentrik“, die mit ihrer außergewöhnlichen Persönlichkeit die Modewelt prägte.

„Anna Piaggi galt als Mode-Ikone. Sie selbst sah sich jedoch einfach als professionelle Journalistin“, so bringt es der Londoner Hutdesigner Stephen Jones, ein enger Freund Anna Piaggis, auf den Punkt. 1931 in Mailand geboren, arbeitete Anna Piaggi nach einer strengen Schulbildung für Mondadori, das größte Verlagshaus Italiens, wo sie auch ihren späteren Mann kennenlernte: Alfa Castaldi, damals schon ein renommierter Modefotograf. Nach Stationen für das Modemagazin „Arianna“ schrieb sie seit 1969 für die italienische „Vogue“. Vor allem mit ihren „Doppie pagine“ genannten doppelseitigen Collagen, bestehend aus Fotos, Illustrationen, Texten und eigenen Wortschöpfungen, erlangte Anna Piaggi Kultstatus. Sie war nicht daran interessiert, die Kollektionen nach gängigen Mustern zu beurteilen, vielmehr wollte sie durch ungewöhnliche Assoziationen und spielerische Provokationen neue Anregungen geben. Die Collage prägte auch ihren eigenen Kleidungsstil: Mutig mischte sie Farben, Stoffe und Epochen; als eine der Ersten entdeckte sie den Vintage-Look. Jedes ihrer über 2.000 Outfits zog sie nur einmal an, und fast jedes krönte sie mit einem ausgefallenen Hut. So wurde sie selbst zur Mode-Ikone. Sie rückte Italien ins modische Blickfeld, ermutigte zahlreiche italienische Designer und galt zeitweise als Muse von Karl Lagerfeld. „Anna Piaggi – Die Queen der Exzentrik“ dokumentiert die wichtigsten Stationen im Leben der italienischen Modejournalistin. Dabei kommen auch bedeutende Persönlichkeiten der Modewelt wie Rosita Missoni, der Schuh-Designer Manolo Blahnik und der Londoner Hutmacher Stephen Jones zu Wort.

Sonntag, 10.02. / 15:35 Uhr / The Art of Museums ~ Die Alte Nationalgalerie, Berlin
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2018, ZDF 52 Min.
Regie: Ralf Pleger
Online verfügbar von 10/02 bis 12/03
Erstausstrahlung

„The Art of Museums“ zeigt acht bedeutende Museen aus acht verschiedenen Ländern und ihre bedeutendsten Werke, deren Faszination von prominenten Kunstliebhabern wie Vivienne Westwood, Sasha Waltz, Wolfgang Joop und Karl Ove Knausgård erklärt werden.
Ein antiker Tempelbau für die deutsche Kunst, das war die Alte Nationalgalerie bei ihrer Eröffnung 1876. Heute beherbergt das Haus auf der Berliner Museumsinsel Meisterwerke wie Caspar David Friedrichs „Der Mönch am Meer“ – ein Sinnbild deutscher romantischer Malerei. Die Dokumentation erzählt die Geschichte des Museums, in der sich die Höhen und Tiefen der deutschen Geschichte widerspiegeln, und von den Werken seiner Sammlung.

Ein antiker Tempelbau für die deutsche Kunst sollte sie einst werden: die 1876 eröffnete Alte Nationalgalerie in Berlin. An zentraler Stelle auf der Museumsinsel gelegen, sollte sie den Deutschen den Gedanken einer Kulturnation näherbringen. Allerdings öffnete sich das Haus sehr früh auch anderen Kunststilen wie dem französischen Impressionismus. Heute beherbergt die Alte Nationalgalerie Meisterwerke vom Klassizismus bis zur beginnenden Moderne.

Mit dem Bild „Der Mönch am Meer“ von Caspar David Friedrich ist hier eines der wichtigsten Werke der romantischen Malerei zu sehen, das geradezu zu einem Sinnbild für die deutsche Kunst geworden ist. Die Dokumentation erzählt, wie die Restaurierung des Bildes neue Erkenntnisse über den Malprozess hervorbrachte und die Deutung des Bildes veränderte.

Und sie erzählt die faszinierende Geschichte des Museums, in der sich auch die Höhen und Tiefen der deutschen Geschichte widerspiegeln: In der NS-Zeit wurden mehr als 500 Werke des Hauses als „entartete Kunst“ degradiert; im Krieg wurde das Gebäude schwer beschädigt. Mit der deutschen Teilung befand sich das Haus dann im Ostteil der Stadt, was zur Gründung der Neuen Nationalgalerie in West-Berlin führte. Die Wiedervereinigung brachte die Alte und die Neue Nationalgalerie schließlich zusammen. Heute gehören weitere Museen in Berlin zur Nationalgalerie, darunter der Hamburger Bahnhof als Museum der Gegenwart.

Der Film begleitet Katharina Grosse, eine der wichtigen Künstlerinnen der heutigen Zeit, bei einem Gang durch das Museum. Sie schildert ihre Eindrücke von Bildern wie dem „Mönch am Meer“ und „Im Wintergarten“ von Edouard Manet.

Sonntag, 10.02. / 16:25 Uhr / Hundert Meisterwerke und ihre Geheimnisse
Das Sklavenschiff, 1840, J.M.W Turner
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2017, ARTE F 26 Min.
Regie: Carlos Franklin, Jivko Darakchiev
Online verfügbar von 10/02 bis 11/04
Erstausstrahlung

Kunstwerke sind wichtige historische Zeugnisse ihrer Zeit. Die Dokumentationsreihe „Hundert Meisterwerke und ihre Geheimnisse“ stellt herausragende Werke der Kunstgeschichte auf eine ganz andere Art vor und versucht damit eine technisch hochmoderne Version des großen Klassikers „Hundert Meisterwerke“. Die genauen, bis ins kleinste Detail gehenden Bildanalysen führen dabei die großen zeitgeschichtlichen Zusammenhänge vor Augen. Zudem werden die Gemälde dreidimensional animiert und hauchen so dem jeweiligen Zeitalter neues Leben ein. Die Reihe vermittelt einen umfassenden Eindruck von der Stellung des jeweiligen Künstlers in der Gesellschaft seiner Epoche.

Rund 30 Jahre nachdem Großbritannien den Sklavenhandel verboten hatte, malte Joseph Mallord William Turner mit eindringlichen Pinselstrichen „Das Sklavenschiff“ als Porträt eines sich wandelnden Englands.

Der Sklavenhandel war bereits im Mittelalter verbreitet, doch zu Beginn des 16. Jahrhunderts nahm die Praxis mit der Verschiffung von Afrikanern und ihrer Versklavung durch die Europäer auf den amerikanischen Plantagen bisher unbekannte Ausmaße an. 1807 untersagte Großbritannien als erste Nation den Sklavenhandel und bekämpfte ihn ab diesem Zeitpunkt auch aktiv mit seiner mächtigen Handelsflotte.

Der britische Maler J. M. W. Turner war seit jeher vom Meer fasziniert. Seit seiner Kindheit bannte er die unbändige Kraft der Stürme auf die Leinwand und hielt die wechselvollen Beziehungen zwischen Mensch und Meer fest. Sein Pinselstrich revolutionierte die Gattung Landschaftsgemälde: Turner brach mit herkömmlichen Konventionen und verlieh seinen Werken eine bisher unbekannte emotionale Tiefe. 1840 präsentierte er der Royal Academy of Arts ein Gemälde, das aus einer anderen Zeit zu stammen schien: Es zeigt die Schrecken eines Sklavenschiffs mit einem Kapitän, der kranke Sklaven über Bord werfen lässt. Doch vielleicht thematisiert Turner in dem Bild gar nicht die Vergangenheit. Es könnte sich auch um eine zeitgenössische Szene handeln, um ein ausländisches Schiff, das sich seiner Sklaven entledigt, um seinem britischen Verfolger zu entkommen. Oder stimmen vielleicht beide Interpretationen?

Der wortkarge, in seinem Leben und seinen Wertvorstellungen widersprüchliche Maler springt gewissermaßen selbst in die trüben Fluten der britischen Gesellschaft, die ganz auf die wirtschaftlichen und technischen Erfindungen ihrer Zeit fixiert ist, und konfrontiert den Menschen mit seiner Verantwortung, mit der Ausbeutung seiner Artgenossen durch den Sklavenhandel, die Industrialisierung und nun die Globalisierung.

Sonntag, 10.02. / 16:55 Uhr / Metropolis: Oslo
Magazin, Deutschland, 2019, ZDF 43 Min.
Regie: N.N.
Online verfügbar von 10/02 bis 11/05
Erstausstrahlung

(1): Metropole: Oslo
Der Bär ist los: Die 69. Internationalen Filmfestspiele in Berlin richten ihren Blick auf Norwegen. Sie pfeifen auf politische Korrektheit, feiern mit skurrilen Charakteren das Anderssein und setzen mit kleinem Budget herrliche Geschichten um: Der norwegische Film ist anders. Grund genug für die Berlinale, ihren Fokus in diesem Jahr gen Norden zu richten. „Metropolis“ schaut sich in der norwegischen Hauptstadt Oslo um. Zwischen majestätischen Fjorden und hippem Kulturleben: Was schmiert den kulturellen Motor der Stadt?

Sonntag, 10.02. / 17:40 Uhr / Sergej Rachmaninow Symphonie Nr. 2 e-Moll op. 27
Antonio Pappano dirigiert die Sächsische Staatskapelle
Musik, Deutschland, 2018, MDR 43 Min.
Regie: János Darvas
Dirigent: Antonio Pappano
Orchester: Sächsische Staatskapelle Dresden
Komponist und Autor: Sergej Rachmaninow
Online verfügbar von 10/02 bis 17/02
Erstausstrahlung

Die Zeit, die Sergej Rachmaninow in Dresden verbrachte, war von kurzer Dauer. „Die Stadt selbst gefällt mir sehr: sehr sauber, sympathisch und viel Grün in den Gärten“, schreibt er kurz nach seiner Ankunft 1906 an einen Freund in der Heimat. Hier überwindet er eine Schreibblockade, erholt sich von der Missgunst der russischen Konzertkritik und komponiert seine 2. Symphonie. ARTE zeigt das Werk in einer Interpretation der Sächsischen Staatskapelle unter der Leitung von Antonio Pappano, angereichert mit erläuternden Worten des Dirigenten zwischen den einzelnen Sätzen.

Sergej Rachmaninow verbrachte nur eine kurze, jedoch prägende Zeit seines Lebens in Dresden: Als er im November 1906 in seine sächsische Residenz kommt, hatte er auf dem internationalen Parkett gerade mit seinem Klavierkonzert Nr. 2 für Aufsehen gesorgt. In Russland jedoch ist sein Stern dabei zu sinken. Er leidet unter der Häme der Kritiker und stürzt in eine tiefe Lebenskrise. Im beschaulichen Dresden kommt der Komponist und Virtuose zur Ruhe, sucht in anfänglicher Zurückgezogenheit Kraft. „Dresden gefällt mir sehr: sehr sauber, sympathisch und viel Grün. […] Wir leben hier wie Einsiedler: Wir sehen keinen und kennen niemanden. Ich arbeite sehr viel und wie gewöhnlich gelingt mir alles sehr schwer“, schreibt er kurz nach seiner Ankunft 1906 an einen Freund in der Heimat. Doch die Schreibblockade ist überwunden. Zahlreiche neue Werke entstehen, darunter die 2. Symphonie e-Moll op. 27, die 1. Klaviersonate d-Moll op. 28 sowie die symphonische Dichtung „Die Toteninsel“ op. 29 nach einem Gemälde Arnold Böcklins.

Beim Dirigenten Antonio Pappano ist Rachmaninows Zweite in den besten Händen. In der Nähe von London als Sohn italienischer Eltern geboren und in Connecticut aufgewachsen, gilt Pappano als technisch vollendeter Handwerker, der auch abseits der Bühne für seine Arbeit brennt: Wie nur wenige beherrscht er es, auf der Klaviatur der Neuen Medien zu spielen. ARTE zeigt Pappanos Interpretation von Rachmaninows 2. Symphonie zusammen mit der Sächsischen Staatskapelle. Zwischen den Sätzen bringt Pappano dem Zuschauer im Gespräch an seinem Flügel Rachmaninows Komposition näher.

Sonntag, 10.02. / 00:35 Uhr / Arnold Schwarzenegger ~ Die Verkörperung des American Dream
Dokumentation, Frankreich, 2018, ARTE F 51 Min.
Regie: Jérôme Momcilovic, Camille Juza
Online verfügbar von 10/02 bis 17/02
Erstausstrahlung

Er bezeichnete sich selbst als den „leibhaftigen amerikanischen Traum“, seine Geschichte ist eine der großen Legenden Amerikas: Doch was steckt eigentlich hinter Arnold Schwarzeneggers Erfolgsgeschichte? Vom Österreich der Nachkriegszeit über Bodybuilding-Arenen und Hollywood-Studios bis zum Sitz des kalifornischen Gouverneurs ist seine beeindruckende Laufbahn symptomatisch für eine Epoche. Die Dokumentation blickt zurück auf den Mythos Schwarzenegger, der als ein lebendes Denkmal viele (Alp-)Träume seiner Zeit widerspiegelt – in einem Amerika, in dem der amerikanische Traum beinahe ausgeträumt zu sein scheint…

In den frühen 1980er Jahren, als „Conan der Barbar“ und „Terminator“ bereits die Kinokassen füllten, staunte die Welt noch über Arnold Schwarzeneggers extremen Körper, seinen harten Akzent und den Zungenbrecher-Namen, den er entgegen dem Rat der Hollywood-Studios behalten hatte.

Fast 40 Jahre später ist „Schwarzys“ Geschichte ein Paradebeispiel für den amerikanischen Traum geworden: Ein österreichischer Dorfjunge wird zum besten Bodybuilder der Welt, zu einem der erfolgreichsten Action-Darsteller Hollywoods und schließlich zum Gouverneur von Kalifornien. Seinen Erfolg verdankt er vor allem der Disziplin und Entschlossenheit, mit der er bereits seit der Kindheit hartnäckig seine Ziele verfolgte.

Mit dem Ziel, berühmt zu werden, wandert er 1968 in die USA aus. Doch er muss sich nicht lange anpassen, denn schnell prägt er das Land selbst nach seinem Bild – indem er zum Vorbild wird für ein Publikum, das immer mehr so aussehen will wie er. Hat der Muskelprotz bereits als Bodybuilder etwas Übermenschliches an sich, so verkörpert er spätestens ab seinen Erfolgen in Hollywood als menschlicher Roboter etwas Übernatürliches, Unerreichbares. Schwarzeneggers Story ist damit auch Spiegelbild einer Gesellschaft, die sich von der Macht der Bilder und dem Kult des persönlichen Erfolgs leiten lässt – und in der Menschen immer häufiger durch Maschinen ersetzt werden.

Die Dokumentation zeichnet die wichtigsten Stationen von Schwarzeneggers Werdegang nach, in dem Fantasiewelt und Ideale, Politik und Gesellschaft ineinander übergehen. Doch inwiefern verkörpert – im wahrsten Sinne des Wortes – der faszinierende Mr. Universe auch heute, mit über 70 Jahren, noch den großen amerikanischen Traum? Bleibt am Ende der Geschichte vom Terminator nicht doch einfach ein Mensch übrig?

Sonntag, 10.02. / 01:45 Uhr / SWR Symphonieorchester spielt Schostakowitsch, Brahms und Saariaho
Musik, Deutschland, 2017, SWR 90 Min.
Regie: Robert Gummlich
Komponist: Dmitri Schostakowitsch, Johannes Brahms, Kaija Saariaho
Dirigent: David Afkham
Orchester: SWR Symphonieorchester
Mit: Renaud Capuçon (Violine)
Online verfügbar von 10/02 bis 17/02

Das SWR Symphonieorchester spielt unter der Leitung von David Afkham „Lumière et Pesanteur“ von Kaija Saariaho, das Violinkonzert Nr. 1 a-Moll von Dmitri Schostakowitsch und die Symphonie Nr. 2 D-Dur von Johannes Brahms. Solist an der Violine ist Renaud Capuçon. Der Echo-Klassik-Preisträger tritt regelmäßig als Solist in allen großen Konzertsälen auf, konzertiert aber auch mit seinem Bruder, dem Cellisten Gautier Capuçon, sowie Frank Braley in Kammermusikprojekten. Aufzeichnung eines Konzertes aus der Stuttgarter Liederhalle vom 17. Februar 2017.

Das 1. Violinkonzert, das 1948 entsteht, hat Schostakowitsch aufgrund der schwierigen politischen Lage zunächst in die Schublade gelegt, bis bessere Zeiten anbrechen. Erst 1955 wird dieses melancholisch-trotzige Stück uraufgeführt. Das raunende Lichtbild von Kaija Saariahos „Lumière et Pesanteur“ (Helligkeit und Schwere) mag für dieses empfindsame Werk die angemessene Ouvertüre sein, die 2. Symphonie von Johannes Brahms, 1877/78 in einem Zug durchkomponiert, der befreiende Schlusspunkt. Renaud Capuçon wurde im Alter von 14 Jahren am Pariser Konservatorium aufgenommen. Zur Diskographie Capuçons gehören Einspielungen mit seinem Bruder, dem Cellisten Gautier Capuçon, sowie Frank Braley. Auch als Solist tritt er regelmäßig auf. Seit 2014 hat er eine Professur für Violine an der Haute Ecole de Musique in Lausanne. Capuçon spielt eine Violine Guarneri del Gesù „Panette“ von 1737. Der in Freiburg geborene Dirigent David Afkham gewann zahlreiche Wettbewerbe, unter anderem als Erster den neu gegründeten Nestlé and Salzburg Festival Young Conductors Award. In regelmäßiger Zusammenarbeit assistierte David Afkham seinem Mentor Bernard Haitink bei zahlreichen Konzertzyklen mit dem Concertgebouw-Orchester dem Chicago Symphony Orchestra und dem London Symphony Orchestra. Seit 2014 ist David Afkham Chefdirigent des Spanischen Nationalorchesters in Madrid.

Sonntag, 10.02. / 03:20 Uhr / Todschick – Die Schattenseite der Mode
Dokumentation, Deutschland, 2015, NDR 52 Min.
Regie: Inge Altemeier, Reinhard Hornung
Online verfügbar von 10/02 bis 17/02

Bei dem verheerenden Einsturz der Rana-Plaza-Fabriken in Bangladesch starben im Jahr 2013 über tausend Menschen. Die Textilindustrie musste reagieren. Auf Drängen der internationalen Gewerkschaften unterzeichneten 200 große Firmen ein Abkommen zur Gebäudesicherheit und zum Feuerschutz in Bangladesch. Das Abkommen ist ein Schritt in die richtige Richtung. Doch die Bedingungen in der Textilbranche sind nach wie vor katastrophal.

Die Rana-Plaza-Katastrophe, bei der über tausend Menschen starben, brachte Bangladesch in die Schlagzeilen. Die Öffentlichkeit reagierte mit Entsetzen und Empörung. Die Textilunternehmen, die in Bangladesch Kleidung produzieren lassen, mussten reagieren. Auf Drängen der internationalen Gewerkschaften unterzeichneten 200 große Firmen ein Abkommen zur Gebäudesicherheit und zum Feuerschutz in Bangladesch. Damit verpflichten sie sich, ihre Zulieferfabriken auf Sicherheitsstandards überprüfen zu lassen. Das Ergebnis, das die unabhängigen Prüfer ermittelten, ist erschreckend: In allen Fabriken gibt es erhebliche Sicherheitsmängel. 28 Fabriken mussten sofort geschlossen werden. Das Abkommen ist ein Schritt in die richtige Richtung. Doch die Bedingungen in der Textilbranche sind nach wie vor katastrophal. Nicht nur die Gebäude sind marode, auch die Löhne sind miserabel und die Herstellungsmethoden oft lebensgefährlich. Dabei versprechen die Modeunternehmen seit Jahren, dass ihre Ware unter menschenwürdigen Bedingungen hergestellt wird. Im Auftrag mehrerer Nichtregierungsorganisationen kämpft die junge französische Anwältin Marie-Laure Guislain dafür, einen französischen Discounter wegen seiner offensichtlich betrügerischen Werbeversprechen vor Gericht zu bringen. In Bangladesch nimmt die Anwältin die Spur auf, befragt Zeugen und findet Beweise, die ihren Verdacht erhärten. Die Anklage gegen den milliardenschweren Konzern wird zum Präzedenzfall. Doch damit sich grundlegend etwas ändert, muss auf politischer Ebene Druck ausgeübt werden. Die EU erwartet von ihren Mitgliedsstaaten, dass die 2011 definierten UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte eingehalten werden. In Deutschland hat Gerd Müller, Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, nach Rana Plaza für ein Textilbündnis geworben. Die großen Modeunternehmen sind inzwischen zwar beigetreten, doch die ursprünglichen Ziele wurden zurückgefahren. In Frankreich hat die Nationalversammlung bereits ein Gesetz verabschiedet, das große Unternehmen mit Sitz in Frankreich zu einer Sorgfaltsprüfung in der gesamten Lieferkette verpflichtet.

Mittwoch, 13.02. / 21:50 Uhr / Paul Auster – Was wäre wenn
Schwerpunkt: Auf der Suche nach Amerika
Dokumentation, Deutschland, 2018, ZDF 53 Min.
Regie: Sabine Lidl
Online verfügbar von 13/02 bis 14/05
Erstausstrahlung

Die Dokumentation „Paul Auster – Was wäre wenn“ richtet den Blick erstmalig auf die politische Seite des US-amerikanischen Schriftstellers und zeigt, wie der Künstler um den verloren gegangenen Traum eines demokratisch geführten Amerikas kämpft. Ausgehend von Austers im Jahr 2017 erschienenen Roman „4 3 2 1“ blickt der Film durch die Augen des Autors auf 70 Jahre amerikanische Geschichte und verbindet diese mit biografischen Meilensteinen des Schriftstellers. Neben Auster selbst kommen auch seine Wegbegleiter Wim Wenders, Sam Messer oder seine Ehefrau Siri Hustvedt zu Wort.

Was wäre, wenn Archie Fergusons Großvater den Namen Rockefeller nicht vergessen hätte, als er vor 100 Jahren in einer Warteschlage vor den Toren New Yorks stand? Und was wäre dann aus ihm, dem jungen Ferguson, geworden, der – wie sein Autor 1947 geboren – in einer jüdischen Familie in New Jersey aufwuchs? Mit dieser Frage spielt der amerikanische Bestsellerautor Paul Auster nicht zum ersten Mal. In seinem Roman „4 3 2 1“ lässt er seinen Protagonisten gleich viermal ein Leben leben. In den raffiniert verwobenen Lebensläufen der vier Archie Fergusons schimmert Austers eigene Biografie immer wieder durch.

„4 3 2 1“ ist Paul Austers umfangreichstes Werk und Opus magnum. Der Schriftsteller nennt es das Buch seines Lebens, denn alle seine großen Themen – das Streben nach Glück, die Rolle des Zufalls, Politik und Zeitgeschichte von Hiroshima bis Vietnam – sind hier versammelt und verdichtet in den hoffnungsvollen Lebenswegen eines jungen Mannes, der sein Glück in der Welt zu finden sucht.

Die Regisseurin Sabine Lidl trifft den Autor zu einem sehr persönlichen Gespräch in Brooklyn in New York. Auster gibt tiefe Einblicke in seine eigene Kindheit und Jugend, aber auch in dunkle Familiengeheimnisse. Die Dokumentation verbindet Textstellen aus „4 3 2 1“ mit Austers eigener Biografie und erschafft so einen spannenden Dialog zwischen dem Autor und seiner fiktiven Figur.

Wegbegleiter wie der Regisseur Wim Wenders und der Künstler Sam Messer kommen zu Wort ebenso wie seine Frau Siri Hustvedt, wichtigste Kritikerin und erste Leserin seiner Werke seit mehr als 30 Jahren. Gemeinsam mit Paul Auster bezieht die Schriftstellerin Stellung gegen Trumps „Make America Great Again“-Politik.

Mittwoch, 13.02. / 00:55 Uhr / Eine musikalische Reise mit Gilberto Gil ~ Viramundo
Musik, Schweiz, Deutschland, Frankreich, 2012, ARTESSR 89 Min.
Regie: Pierre-Yves Borgeaud

Nach einer jahrzehntelangen Karriere mit ausgebuchten Konzerten und internationaler Anerkennung begibt sich der brasilianische Musiker Gilberto Gil auf eine neue Art von Welttournee durch die südliche Hemisphäre. Von Bahia aus reist er ins Land der Aborigines nach Australien, in die Townships Südafrikas und beendet seine Tournee im brasilianischen Amazonasgebiet. Mit unveränderter Leidenschaft setzt Gilberto Gil das Werk fort, das er als Brasiliens erster schwarzer Kulturminister begonnen hat – die Macht der kulturellen Vielfalt in einer globalisierten Welt zu fördern und seine Vision für unsere Zukunft zu verbreiten: eine vielfältige, vernetzte Erde voller Hoffnung, Austausch und natürlich Musik!

Gilberto Gil gilt als einer der bekanntesten Popsänger Lateinamerikas: Mit dem Gitarristen und Sänger Caetano Veloso entstand eine künstlerische Freundschaft, die Brasiliens Musik revolutionierte: Der Tropicalismo, eine Mischung aus Rock und Folklore aus dem brasilianischen Hinterland, stellte die Traditionen auf den Kopf. Bald kamen weitere Künstler dazu, etwa die Sängerinnen Maria Bethânia, Gal Costa und Elis Regina, mit der Gil sein erstes Album „Louvação“ veröffentlichte.

Nach der Veröffentlichung wurde er verhaftet und ins Exil nach London abgeschoben. Nach der Rückkehr 1972 setzte Gilberto Gil die Suche nach den afrobrasilianischen Wurzeln seines Landes fort. Er trat mit Musikern wie Fela Kuti und Stevie Wonder auf, ging mit Jimmy Cliff auf Tournee, verehrte Bob Marley und landete mit einer Version von „No Woman, No Cry“ einen Riesenerfolg. In den 80er Jahren engagierte er sich verstärkt in der Politik, zunächst in Salvador da Bahia und dann für den linken Politiker Luiz Inácio Lula da Silva. Als Präsident ernannte Lula Gil dann zum Kulturminister. 2008 zog er sich aus dem Musikgeschäft zurück.

Donnerstag, 14.02. / 05:00 Uhr / Berlin Live ~ We Are The Ocean
Musik, Deutschland, 2015, ZDF 60 Min.
Regie: Hannes Rossacher
Online verfügbar von 14/02 bis 16/03

We Are The Ocean, die britische Band mit dem poetischen Namen, mischen die Bühne von „Berlin Live“ kräftig auf: Vom Hurricane und Southside Festival gerade warmgespielt, bieten die Jungs aus Essex ehrlichen Post-Hardcore, eine gekonnte Mischung aus geschrienen Vocals und Gesang.

Vom Hurricane und Southside Festival direkt auf die Bühne von „Berlin Live“: Derart warmgespielt konnten We Are The Ocean das Publikum bei der Aufzeichnung mühelos begeistern. Die Engländer haben mittlerweile ihr viertes Album auf dem Markt und immer wieder kreative Kehrtwendungen vollzogen. Für ihre Qualität spricht, dass ihre Fans die Stilwechsel immer mitgemacht haben. Ehrlicher Post-Hardcore, eine gekonnte Mischung aus geschrienen Vocals und Gesang – das sind die Markenzeichen der Briten aus Essex, die sich 2007 zur Band formierten.

We Are The Ocean veröffentlichten 2015 ihr viertes Album „Ark“. Produziert wurde es von Peter Miles, mit dem die Band bereits ihre letzten beiden Alben „Go Now and Live“ und „Maybe Today, Maybe Tomorrow“ aufgenommen hatte. In ihrer zweiten Heimat, den Middle Farm Studios, entstand ihr bislang spannendstes und ambitioniertes Album.

Donnerstag, 14.02. / 00:10 Uhr / Palace of Groove: Prince
Musik, Frankreich, 2013, ARTE 26 Min.
Regie: Joel Carvalho
Online verfügbar von 14/02 bis 21/02

„Soul Train“: Fast 40 Jahre lang bot die amerikanische TV-Show nicht nur Unterhaltung, sondern auch Musik vom Feinsten. Vor einem erlesenen Publikum, das fester Bestandteil der Show war, interpretierten großartige Stars wie James Brown, Aretha Franklin, Stevie Wonder, Michael Jackson und Snoop Dogg unveröffentlichte Songs, die später zu Hits wurden. Mit der Zeit avancierte die Sendung zur Ausstellungsvitrine der afroamerikanischen Kultur. „Palace of Groove“ zeigt in acht 26-minütigen Folgen Highlights der weltweit einzigartigen Fernsehshow, die den prägenden Musikströmungen der letzten Jahrzehnte von Soul über Funk und Disco bis hin zum Hip-Hop eine Bühne bot. Mitreißende Liveauftritte, Künstlerinterviews, spektakuläre Tanzmedleys und vieles mehr fügen sich zu einer spannenden Zeitreise und zu einem Feuerwerk an Emotionen, Witz und Glamour. Präsentiert wird die Sendereihe „Palace of Groove“ von der Journalistin und DJane Hadnet Tesfai.

Auch diese Folge von „Palace of Groove“ wartet mit einer Traumbesetzung auf: Neben Stargast Stevie Wonder sind Prince, Ike und Tina Turner sowie Donna Summer bei historischen Liveauftritten zu erleben. Außerdem beleuchtet die Sendung eine weitere Musikrichtung, die Kult wurde: den Funk.

Donnerstag, 14.02. / 00:40 Uhr / Palace of Groove: Michael Jackson
Musik, Frankreich, 2013, ARTE 27 Min.
Regie: Joel Carvalho
Online verfügbar von 14/02 bis 21/02

Michael Jackson, King of Pop und Superstar der letzten 30 Jahre, ist der Hauptgast dieser Sendung. Live zu erleben sind außerdem Alicia Keys, die ihr Debüt im „Soul Train“ gibt, und Billy Paul mit seinem legendären Song „Me and Mrs. Jones“.

Donnerstag, 14.02. / 01:05 Uhr / Palace of Groove: Aretha Franklin
Musik, Frankreich, 2013, ARTE 27 Min.
Regie: Joel Carvalho
Online verfügbar von 14/02 bis 21/02

Bühne frei für die Queen of Soul: Aretha Franklin. Mit von der Partie sind auch Stevie Wonder und Boney M. Ein Interview von Seltenheitswert zeigt Michael Jackson am Anfang seiner Solokarriere. Außerdem widmet sich diese Folge den verschiedenen Facetten des Slow.

Donnerstag, 14.02. / 01:35 Uhr / Palace of Groove: James Brown
Musik, Frankreich, 2013, ARTE 28 Min.
Regie: Joel Carvalho
Online verfügbar von 14/02 bis 21/02

Diese Folge von „Palace of Groove“ blickt auf James Browns Auftritte in „Soul Train“ zurück, an denen sich seine künstlerische Entwicklung ablesen lässt. Patti LaBelle und Sly & the Family Stone geben ein ebenso exklusives wie explosives Livekonzert. Außerdem wird der Musikstil unter die Lupe genommen, der zur Entstehung und Blüte von „Soul Train“ führte: die Soulmusik.

Donnerstag, 14.02. / 02:05 Uhr / Palace of Groove: Whitney Houston
Musik, Frankreich, 2013, ARTE 27 Min.
Regie: Joel Carvalho
Online verfügbar von 14/02 bis 21/02

Gast dieser Folge ist Whitney Houston, eine der großen Diven des amerikanischen R’n’B. Mit einem explosiven Auftritt der US-amerikanischen Rap-Krieger Public Enemy geht es weiter in Richtung Hip-Hop. Die Schlussnote im Disco-Sound setzt die Band Chic mit einer Live-Darbietung ihres berühmten „Freak“.

Donnerstag, 14.02. / 02:30 Uhr / Palace of Groove: Barry White
Musik, Frankreich, 2013, ARTE 24 Min.
Regie: Joel Carvalho
Online verfügbar von 14/02 bis 21/02

Ehrengast dieser Folge ist Barry White, der mit seiner begnadeten Stimme zum Star wurde. Daneben ist James Brown mit „Get on the Good Foot“ zu erleben, einem seiner besten Live-Auftritte. Ebenfalls zündend: der Sänger Will Smith, gefolgt von Gloria Gaynor mit ihrer Kulthymne „I Will Survive“.

Freitag, 15.02. / 23:15 Uhr / Tracks ~ Remix New Love
Magazin, Deutschland, 2019, ZDF 43 Min.
Produzent: Kobalt productions
Online verfügbar von 15/02 bis 16/05
Erstausstrahlung

Einen Tag nach Valentinstag zelebriert auch „Tracks“ die Liebe, wenn auch nicht wirklich klassisch – mit virtuellen Pseudobeziehungen, Sex, Freiheit und feministischen Krustentieren. Mit den besten Beiträgen aus den letzten Jahren zum Thema New Love!

(1): The Fabulus of Unicorns – Einhorn als Lebenseinstellung
Sei hedonistisch! Sei frei! Sei polyamorös! Was The Fabulus of Unicorns aus London fordern, klingt wie eine Mischung aus Hippietum und Buddhismus. Darüber hinaus zeigt sich das Partykollektiv um Guru Shaft Uddin vorwiegend mit Glitter und Einhorn-Attrappen. Und trägt die Prinzipien von Unicornia in die weite Welt hinaus.

(2): Sexpositive Partys in Berlin
Seit einigen Jahren arbeiten Künstler, Partyveranstalter und Kreative daran, die Grenze zwischen Tanz- und Sexveranstaltung noch ein bisschen mehr aufzuweichen. Auf Partys wie „The House of Red Doors“, „Gegen“, „Herrensauna“ oder „Pornceptual“ wird die größtmögliche Freiheit von Konventionen zelebriert.

(3): Love Plus – Japans Freundinnen-Ersatz
Ein echtes Date mit einer virtuellen Freundin? In Japan ist das schon lange Realität. Das Videospiel „Love Plus“ wartet mit drei archetypischen Kindchenschema-Mädchen auf, die sich mit ihren „Usern“ sogar unterhalten können.

(4): Matt Lambert – Liebe im digitalen Zeitalter
Sex, Liebe und Gewalt ziehen sich durch die surreal intimen Bilderwelten des Filmemachers Matt Lambert. Er zeigt das Erwachsenwerden einer queeren, jungen Generation so nah und echt wie kein anderer – irgendwo zwischen Langeweile, Rebellion, Online-Dating und Momenten, die das Leben für immer verändern.

(5): Lobsta Porn – Hummer-Paarungsverhalten als feministische Formel
In ausladenden, handgenähten Kostümen wälzt sich die New Yorker Künstlerin Rebecca Goyette vor der Kamera und imitiert das aggressive Paarungsverhalten des Hummers, um auf die sexuellen Bedürfnisse der Frau aufmerksam zu machen.

(6): Live: serpentwithfeet – Gospel im Club
Josiah Wise wuchs in einem streng religiösen Haushalt in Baltimore auf und sang im Maryland State Boychoir – zumindest so lange, bis er sich outete und nach New York ging. Heute bringt er als serpentwithfeet Gospel, Queer-Pop und Beats zusammen.

Freitag, 15.02. / 00:00 Uhr / Berlin Live: The Kooks
Musik, Deutschland, 2018, ZDF 57 Min.
Regie: Stefan Mathieu
Online verfügbar von 15/02 bis 17/03
Erstausstrahlung

Die Indie-Rock-Band The Kooks veröffentlichte 2005 ihre ersten Singles „Eddie’s Gun“ und „Sofa Song“. Nach den ersten Erfolgen des britischen Quartetts stürmten sie 2006 mit ihrem Debütalbum „Inside In/Inside Out“ und der Singleauskopplung „Naïve“ die europäischen Charts. Nach dem Ausstieg des Bassisten Max Rafferty kam Peter Denton neu in die Band und es wurde etwas ruhiger um die Jungs aus Brighton. Doch mit ihrer „The Best Of … So Far“-Compilation, die 2017 erschien, und zahlreichen ausverkauften Konzerten, schaffte es die vierköpfige Band, die positive Rückmeldung ihrer Fans in die Entwicklung eines neuen Albums zu stecken. Herausgekommen ist das fünfte Studioalbum „Let’s Go Sunshine“ mit grandiosen Songs, die zum Tanzen, Feiern und Teilen einladen. Neben neuen Songs wie „No Pressure“ oder „Four Leaf Clover“ dürfen sich die Zuschauer auf Kooks-Klassiker wie „She Moves in Her Own Way“, „Always Where I Need to Be“ und „Naïve“ freuen – ein „Berlin Live“-Konzert für alle Indie-Fans und solche, die es noch werden möchten!

Freitag, 15.02. / 02:15 Uhr / Palace of Groove: Al Green
Musik, Frankreich, 2013, ARTE 26 Min.
Regie: Joel Carvalho
Online verfügbar von 15/02 bis 22/02

„Soul Train“: Fast 40 Jahre lang bot die amerikanische TV-Show nicht nur Unterhaltung, sondern auch Musik vom Feinsten. Vor einem erlesenen Publikum, das fester Bestandteil der Show war, interpretierten großartige Stars wie James Brown, Aretha Franklin, Stevie Wonder, Michael Jackson und Snoop Dogg unveröffentlichte Songs, die später zu Hits wurden. Mit der Zeit avancierte die Sendung zur Ausstellungsvitrine der afroamerikanischen Kultur. „Palace of Groove“ zeigt in acht 26-minütigen Folgen Highlights der weltweit einzigartigen Fernsehshow, die den prägenden Musikströmungen der letzten Jahrzehnte von Soul über Funk und Disco bis hin zum Hip-Hop eine Bühne bot. Mitreißende Liveauftritte, Künstlerinterviews, spektakuläre Tanzmedleys und vieles mehr fügen sich zu einer spannenden Zeitreise und zu einem Feuerwerk an Emotionen, Witz und Glamour. Präsentiert wird die Sendereihe „Palace of Groove“ von der Journalistin und DJane Hadnet Tesfai.

Diese Folge ist dem großen Soulmusiker Al Green und seiner Karriere gewidmet. Außerdem stehen Barry White und Snoop Dogg live auf der Bühne. Daneben erfährt man Wissenswertes über das Genre der Popmusik.


Samstag, 16.02. / 05:20 Uhr / Too Young to Die ~ Philip Seymour Hoffman – Ganz und gar Schauspieler
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2014, ZDF 51 Min.
Regie: Matthias Schmidt
Online verfügbar von 16/02 bis 23/02

Philip Seymour Hoffman gehörte zu den besten und wandlungsfähigsten Charakterdarstellern seiner Generation. Ohne es darauf anzulegen, stahl er den Stars, an deren Seite er spielte, die Show – ob Tom Cruise in „Magnolia“, Al Pacino in „Der Duft der Frauen“ oder Robert De Niro in „Makellos“. Er spielte nicht nur, er verschmolz förmlich mit den Rollen. Seine Vielseitigkeit zeigte er in mehr als 50 Filmen. Auch am Broadway- und Off-Broadway-Theater galt er als einer der Besten. Viermal wurde er für den Oscar nominiert, einmal erhielt er ihn. Seine letzte große Rolle spielte er in den „Tribute von Panem“-Verfilmungen. Am 2. Februar 2014 fand man den 46-Jährigen tot in seiner Wohnung in New York, gestorben an einer Überdosis Heroin. Die Nachricht von seinem Tod war ein Schock. Kaum jemand wusste, dass er drogenabhängig war und vergeblich versucht hatte, einen Entzug zu machen. Die Dokumentation zeigt die Karriere des außergewöhnlichen Darstellers von den ersten „Gehversuchen“ in der Highschool-Aula bis zu den größten Erfolgen am Broadway und vor den Kameras Hollywoods. Schon als 16-Jähriger spielte Hoffman die Rolle des Willy Loman in „Tod eines Handlungsreisenden“ so überzeugend, dass das Publikum sich in eine andere Welt versetzt sah, erzählt Hoffmans Lehrerin Midge Marshall. 30 Jahre später war Hoffman aus der internationalen Film- und Theaterbranche nicht mehr wegzudenken. Er scheute den Medienrummel. Nur am Filmset und auf der Bühne war er in seinem Element. Er verlangte sich alles ab, um in den Rollen möglichst glaubhaft zu sein. So wurde er zum Weltstar, der er gar nicht sein wollte.

Zusatzinfo: Ob Falco, Bruce Lee, Philip Seymour Hoffman oder auch Judy Garland: Sie alle starben sehr früh, was sicherlich auch dazu beitrug, dass sie zu einem popkulturellen Phänomen wurden. Die vier Dokumentationen „Too Young to Die“ zeigen die Menschen hinter dem Mythos, sie berichten von Erfolgen und frühem Ruhm, von großem Talent und harter Arbeit, von Verzweiflung und Tragik. Für alle gilt: Sie haben Herausragendes geleistet, ob als Sänger, Popstar oder Schauspieler. Und es wird auch deutlich, wie die Kluft zwischen tatsächlichem Leben und öffentlicher Berichterstattung zeitgenössische Legendenbildung befördert.

Samstag, 16.02. / 18:25 Uhr / 360° Geo Reportage ~ Tunesien, die Kunst der Berbertattoos
Reportage, Deutschland, 2016, ARTE 43 Min.
Regie: Myriam Bou-Saha
Online verfügbar von 16/02 bis 18/03

Eine uralte Tradition ist in die so schönen wie faltigen Gesichter der Großmütter gezeichnet; die letzte Generation von Frauen in Tunesien, die Berbertätowierungen auf Gesicht und Körper trägt. Denn seit Mitte des 20. Jahrhunderts ist diese Tradition unter dem zunehmenden Einfluss der islamischen Gesellschaft verpönt. Die junge Tätowiererin Manel Mahdouani will den alten Motiven nun zu neuem Leben verhelfen. „360° Geo Reportage” ist mit ihr unterwegs.

In Tunis gibt es nur eine Handvoll Tätowierer, die 28-jährige Manel Mahdouani ist die einzige Frau unter ihnen. Sie hat kein eigenes Studio, ihr Beruf wird nicht anerkannt. Aber sie hat viele junge Kunden, die statt der westlichen „In”-Motive alte Berbermotive tätowiert bekommen wollen. Manel macht sich auf die Suche nach alten Frauen, die die Tätowierungen nicht nur auf ihren Gesichtern und Körpern tragen, sondern auch die Geschichten dazu kennen. „360° Geo Reportage” ist mit der jungen Tätowiererin Manel auf den Spuren der Vergangenheit unterwegs. Manel Mahdouani tritt von Tunis aus ihre Reise in den Süden des Landes an. Sie möchte jene Frauen treffen, die sich in ihrer Jugend tätowieren ließen. Ihre Motivation: Eine berufliche und persönliche Neugier, denn auch in ihrer Familie war die Großmutter tätowiert, und sie möchte mehr über die Vergangenheit ihrer eigenen Familie erfahren. Sie gehört zu der Generation, die nichts mehr über die Beweggründe der Großeltern weiß und daher den „Schleier” dieser Tradition heben möchte. Warum ließen sich Männer wie Frauen diese rätselhaften Motive auf Gesicht und Körper tätowieren? Auf dem Land erfährt sie erstmals etwas über die Bedeutung der Tätowierungen, und manchmal sind es sogar recht intime Bekenntnisse, die die über 80-jährigen Großmütter ihr preisgeben. Je mehr Manel in den Süden des Landes vordringt, desto komplizierter wird die Recherche, denn einer jungen Fremden gegenüber ist man hier nicht automatisch aufgeschlossen. Doch am Ende ihrer Reise hat die Tätowiererin einen reich bestückten Skizzenblock im Gepäck und kehrt voller Hoffnung und Zuversicht in die Hauptstadt zurück. Wird sich ihr Engagement auszahlen und sich die Ächtung ihres Berufes irgendwann legen?

Zusatzinfo: „360° Geo Reportage“ präsentiert außergewöhnliche Menschen rund um den Globus.

Samstag, 16.02. / 00:20 Uhr / Kurzschluss – Das Magazin
Magazin, Deutschland, 2019, ZDF 52 Min.
Produzent: Kontrastfilm
Online verfügbar von 16/02 bis 17/05
Erstausstrahlung

„Kurzschluss – Das Magazin“ zeigt die neuesten Kurzfilme aus aller Welt – und wirft einen Blick hinter die Kulissen: mit Porträts, Drehberichten, aktuellen Festival- und Filmtipps und vielen spannenden Interviews.

1) The Rabbit Hunt
Kurzfilm von Patrick Bresnan, U.S.A. 2017Eine Kleinstadt im Bundesstaat Florida am See Okeechobee Pahokee. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wird hier ein besonderes Initiationsritual für Jungen an der Schwelle zum Erwachsenwerden praktiziert. Wenn die Zuckerrohrfelder abgebrannt werden, kommen die jungen Männer, um an den Rändern der Felder die fliehenden Kaninchen einzufangen. Schnelligkeit, Kraft, Mut und Koordinationsfähigkeit sind notwendig, denn die Kaninchen werden mit den Händen gefangen. Im Anschluss werden die Tiere getötet und gegessen.

2) Zoom – The Rabbit Hunt
In der Kleinstadt Pahokee im Bundessstaat Florida wird seit Beginn des 20. Jahrhunderts bis heute ein ungewöhnlicher Initiationsritus praktiziert. In „The Rabbit Hunt“ zeigen uns Regisseur Patrick Bresnan und seine Cutterin Ivete Lucas diesen Ritus in schonungsloser „fly on the wall“-Manier: Nur mit Stöcken und per Hand fangen junge Männer die aus brennenden Zuckerrohrfeldern fliehenden Kaninchen, um sie im Anschluss zu essen. Der Film wurde mehrfach ausgezeichnet und lief auf über 20 Festivals weltweit, unter anderem auf der Berlinale 2017.

3) Russa
Kurzfilm von Joao Salaviza, Portugal 2018Russa kehrt ins Bairro do Aleixo in Porto zurück, um ihre Schwester und Freunde zu besuchen und mit ihnen gemeinsam den Geburtstag ihres Sohnes zu feiern. Bei diesem kurzen Wiedersehen taucht Russa ein ins kollektive Gedächtnis der Nachbarschaft, in der drei der fünf Hochhäuser noch stehen.

4) Porträt – Dieter Kosslick
Dieter Kosslick, auch bekannt als „Mister Berlinale“, ist seit 2001 Direktor der Internationalen Filmfestspiele Berlin. Nach dem diesjährigen Festival wird er seine Position abgeben. Für Kurzschluss schaut der 70-Jährige auf eine bewegte Zeit zurück. Er berichtet über die Entstehung, Bedeutung und Erfolgsgründe der Berlinale sowie den Kurzfilm als eigene Kunstform. Außerdem beschreibt er sein persönliches Glücksgefühl als Festivaldirektor.Im Anschluss zeigt Kurzschluss zwei Clips – einer von Mischa Leinkauf und einer von Radu Jude – der Filmreihe „Cut it out – Filme gegen Zensur“. Regisseure aus 20 Ländern haben Filme gegen Zensur erstellt. Jeder Film, maximal 45 Sekunden lang, setzt ein Zeichen der Solidarität mit Menschen in all jenen Ländern, die unter der Einschränkung von Meinungsfreiheit leiden, und macht auf die Gefahr von Zensur aufmerksam, die auch liberale Gesellschaften bedroht.

Sonntag, 17.02. / 15:35 Uhr / The Art of Museums ~ Das Munch-Museum, Oslo
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2018, ZDF 52 Min.
Regie: Sylvie Kürsten
Online verfügbar von 17/02 bis 19/03
Erstausstrahlung

„The Art of Museums“ zeigt acht bedeutende Museen aus acht verschiedenen Ländern und ihre bedeutendsten Werke, deren Faszination von prominenten Kunstliebhabern wie Vivienne Westwood, Sasha Waltz, Wolfgang Joop und Karl Ove Knausgård erklärt werden. Das Munch-Museum in Oslo ist einzig dem gleichnamigen Künstler gewidmet. Diese Folge erzählt von Edvard Munchs bewegenden Leben, von der Geschichte des Museums und seinem Neubau im Hafenviertel. Bestseller-Autor Karl Ove Knausgård führt die Zuschauer zu den bekanntesten Werken in Munchs Atelier und in ein geheimes Depot mit dem Bild „Der Schrei“.

Das Munch-Museum in Oslo ist eines der wenigen Museen, das nur einem Künstler gewidmet ist: Edvard Munch, dem Wegbereiter des Expressionismus und Maler eines der berühmtesten Bilder der Welt, „Der Schrei“. Munch vermachte seinen Nachlass der Stadt Oslo, die in den 1960er Jahren in von Geldnot geprägten Zeiten ein bescheidenes Museum errichtete. Als bekanntester Künstler Norwegens wurden Munch und seine Werke bald zu einem wichtigen Teil der norwegischen Identität. Das Museum beherbergt neben seinen Gemälden fast 8.000 Zeichnungen, 500 Druckplatten sowie Tagebücher und Briefe. Mit Geldern aus der Ölförderung versucht das Land aktuell, sich auf der Weltbühne der Kunst neu zu positionieren. Teil dieser Selbsterfindung ist das riesige Kulturzentrum im Osloer Hafen, mit Opernhaus, Bibliothek – und bald mit einem Neubau für den Nationalheiligen. In der Dokumentation führt der Bestseller-Autor Karl Ove Knausgård durch das Museum mit Munchs Werken, in ein geheimes Depot mit dem Meisterwerk „Der Schrei“, sowie nach Ekely, wo Munch die letzten 28 Jahre seines Lebens verbrachte. Knausgård, der auch selbst schon eine Ausstellung im Museum kuratiert hat, schildert vor den Werken „Die Sonne“, „Der Tod im Krankenzimmer“ und „Das Kohlfeld“ seine Eindrücke. Außerdem erzählt Magne Furuholmen von der norwegischen Popgruppe a-ha, welche große Rolle die Natur im Leben und Denken von Munch spielte. Und die Zuschauer erleben zudem Marina Abramovic, die mit 280 Menschen aus Oslo das Bild „Der Schrei“ in einer Performance wiederaufleben lässt.

Sonntag, 17.02. / 16:30 Uhr / Hundert Meisterwerke und ihre Geheimnisse ~ „Men of the Docks“, 1912, Georges Bellows
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2017, ARTE F 26 Min.
Regie: Carlos Franklin, Jivko Darakchiev
Online verfügbar von 17/02 bis 18/04
Erstausstrahlung

Kunstwerke sind wichtige historische Zeugnisse ihrer Zeit. Die Dokumentationsreihe „Hundert Meisterwerke und ihre Geheimnisse“ stellt herausragende Werke der Kunstgeschichte auf eine ganz andere Art vor und versucht damit eine technisch hochmoderne Version des großen Klassikers „Hundert Meisterwerke“. Die genauen, bis ins kleinste Detail gehenden Bildanalysen führen dabei die großen zeitgeschichtlichen Zusammenhänge vor Augen. Zudem werden die Gemälde dreidimensional animiert und hauchen so dem jeweiligen Zeitalter neues Leben ein. Die Reihe vermittelt einen umfassenden Eindruck von der Stellung des jeweiligen Künstlers in der Gesellschaft seiner Epoche. George Bellows Gemälde „Men of the Docks“ von 1912 ist eine leidenschaftliche Hommage an die unbekannten Helden von Manhattan. Es inszeniert die harte Wirklichkeit gerade eingewanderter Tagelöhner vor der Kulisse der Wolkenkratzer, den Sinnbildern des Kapitalismus und des Mythos New York.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Manhattan das pulsierende Herz von New York, damals nach London die zweitgrößte Stadt der Welt und Wiege des „American Way of Life“. Alles war hier schneller, größer und leuchtender als anderswo, Modernität galt als Glücksversprechen schlechthin. Georges Bellows war gerade 30 Jahre alt, als er „Men of the Docks“ malte. Die realistische Darstellung zeigt eine Gruppe wartender Tagelöhner an einem bitterkalten Tag in den Docks von Brooklyn. Wie Tausende europäischer Einwanderer hoffen diese Männer auf einen Job. Die Skyline der hoch aufragenden Wolkenkratzer im Hintergrund wirkt unerreichbar. „Ihr müsst die Kunst vergessen und das malen, was euch im Leben interessiert“, sagte Bellows‘ Lehrer an der New School of Art. Dort begegnete Bellows auch Edward Hopper, der genau wie er Pressezeichner gewesen war – einer der „Muckraker“, zu Deutsch „Schmutzaufwühler“, wie progressive Journalisten damals genannt wurden. Bellows ist der Ashcan School zuzurechnen, deren Mitglieder mit ihrer gesellschaftskritischen Malerei den Amerikanischen Realismus mitbegründeten. Der Aufbau des Gemäldes scheint den strengen Prinzipien von Mathematik oder Notenlehre zu folgen. Wenn der Betrachter den Blick vom Kai des Brooklyner Hafens zu den Hochhäusern Manhattans gleiten lässt, begreift er, dass der soziale Aufstieg für diese Tagelöhner unmöglich ist. Denn für Schwache gab es in dieser Zeit des Taylorismus und beginnenden Massenkonsums keinen Platz. Bellows zeigt Manhattan bereits als Mythos und imaginierte Verkörperung der Moderne.

Sonntag, 17.02. / 17:00 Uhr / Metropolis ~ Tanger
Magazin, Deutschland, 2019, HR 43 Min.
Erstausstrahlung

(1): Metropole: Tanger
(2): Ramon A. John

(1): Metropole: Tanger
Von Henri Matisse über die Rolling Stones bis zu Jim Jarmusch: Die Stadt mit eineinhalb Million Einwohnern an der Nordspitze Marokkos zieht Künstler an. In der Hafenstadt hinterließen Berber, Römer, Araber und Europäer ihre Spuren – Nährboden für eine aufregende Kulturszene.

(2): Ramon A. John
Yul-Brynner-Frisur, groß, schmal: Der 1990 geborene Solotänzer des Hessischen Staatsballetts Ramon A. John beeindruckt mit seiner Physis und Expressivität. Gerade hat er den Deutschen Theaterpreis Der Faust gewonnen. „Metropolis“ erfährt, warum der beste Tänzer Deutschlands gerne mal aus der Reihe tanzt.

Sonntag, 17.02. / 17:45 Uhr / Lucerne Festival 2018 ~ Kirill Petrenko, die Berliner Philharmoniker und Yuja Wang
Musik, Deutschland, 2018, ZDF 43 Min.
Regie: Michael Beyer, Maria Stodtmeier
Komponist: Sergej Prokofjew
Dirigent: Kirill Petrenko
Orchester: Berliner Philharmoniker
Mit: Yuja Wang (Klavier)
Online verfügbar von 17/02 bis 18/05

Erstausstrahlung

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Offiziell wird Kirill Petrenko erst 2019 das Amt des Chefdirigenten bei den Berliner Philharmonikern antreten. 2018 jedoch feiern die „Berliner“ beim Lucerne Festival in der Schweiz ihr 60-jähriges Bühnenjubiläum. Zu diesem Anlass schicken der charismatische Pultstar und das Ausnahmeorchester eine musikalische Kostprobe voraus. Solistin in diesem Konzert mit Dreifach-Starkult ist Yuja Wang, die durch technische Brillanz, eigenwillige Interpretationen und modische Kompromisslosigkeit seit Jahren die Klavierwelt in Atem hält.

Keine tanzt mit High Heels und hautengen Outfits modisch in der Klassikszene so aus der Reihe wie Yuja Wang. Dabei sind ihre Kleider ebenso atemberaubend wie ihr Spiel. Yuja – wie sie sich selbst am liebsten nennt – gab schon als Kind in Peking Konzerte. Ihre Eltern, eine Tänzerin und ein Schlagzeuger, erkannten ihr Talent. Im Alter von 14 Jahren ging Yuja allein nach Kanada und in die USA, wo sie das renommierte Curtis Institute besuchte, mit 25 ist sie ein Weltstar. Nun tritt Yuja Wang zusammen mit den Berliner Philharmonikern und Pultstar Kirill Petrenko beim Lucerne Festival 2018 auf. Die Hypervirtuosin liebt das russische Repertoire und so steht ihr Lieblingswerk, das 3. Klavierkonzert von Prokofjew, ganz oben auf dem Programm. Neben ihrem Auftritt wird Yuja Wang im Gespräch über ihre Musikleidenschaften sprechen, aber auch über Vorlieben wie Miniröcke, Sudoku und ihre Wahlheimat New York. Das Lucerne Festival wurde 1938 gegründet. Es ist ein Festival auf Weltklasseniveau und begeistert jedes Jahr aufs Neue Gäste aus allen Ländern. Die Berliner Philharmoniker feiern beim Lucerne Festival 2018 ihr 60-jähriges Bühnenjubiläum. Kirill Petrenko, der ab 2019 offiziell das Amt des Chefdirigenten bei den „Berlinern“ antreten wird, gibt bei diesem Ereignis eine Vorab-Kostprobe des musikalischen Zusammenspiels. Unter dem Motto „Kindheit“ widmet sich das Festival 2018 aus verschiedenen Blickwinkeln diesem Thema – von Jugenderinnerungen über musikalische Märchen bis zu Wunderkindern. Ohne Frage zählt die Chinesin Yuja Wang zu den großen Wunderkindern unserer Zeit.

Sonntag, 17.02. / 23:00 Uhr / Wenn der Abend den Morgen trifft ~ Eine Reise zur Musik der Balten
Dokumentation, Deutschland, 2018, MDR 53 Min.
Regie: Carmen Belaschk, Günter Atteln
Mit: Musiker der Kremerata Baltika, Baiba Skribe, Mariss Jansons
Online verfügbar von 17/02 bis 24/02
Erstausstrahlung

Mariss Jansons, Mirga Grazinyte-Tyla, Andris Nelsons, Arvo Pärt sind nur vier Beispiele herausragender Dirigenten aus dem Baltikum. Woher rührt das große musikalische Potential der nordosteuropäischen Staaten, was verbindet und was unterscheidet ihre Musikkulturen? In „Wenn der Abend den Morgen trifft – Eine Reise zur Musik der Balten“ sprechen Instrumentalisten und Komponisten aus Litauen, Lettland und Estland über ihre musikalischen Wurzeln. Die Filmemacher Carmen Belaschk und Günter Atteln führen den Zuschauer zu den großen Sängerfesten in Vilnius, Riga und Tallin, treffen auf bekannte Volksmusiker und stellen so ganz nebenbei auch die bewegte Geschichte des Baltikums vor.

Seit geraumer Zeit gibt es auffallend viele Dirigenten, Musiker, Komponisten und Sänger aus Litauen, Lettland und Estland, die international Karriere machen: Mariss Jansons, die Järvi-Familie, Andris Nelsons, Mirga Grazinyte-Tyla, Gidon Kremer, Peteris Vasks, Arvo Pärt, Erkki Sven-Tüür, Elina Garanca oder Kristine Opolais – um nur einige zu nennen. Woher rührt das große musikalische Potenzial, was verbindet, was unterscheidet die Musikkulturen der drei baltischen Länder? Abgesehen von der gemeinsamen Geschichte und der Leidenschaft für das Singen – die den Unabhängigkeitskampf der Balten beflügelte – verbindet diese Länder wenig, behauptet die in Hamburg lebende lettische Komponistin Ruta Paidere. Ist dem wirklich so? In der Dokumentation setzten sich Komponisten wie Raminta Serksnyte, Peteris Vasks, Musiker wie Iveta Apkalna, Laima Jansone und Tonu Kaljuste sowie Mitglieder des international erfolgreichen Kammerorchesters Kremerata Baltica in Beziehung zu den eigenen Wurzeln und denen ihrer Nachbarländer. Auf einer frühsommerlichen Reise besuchen die Filmemacher zudem die großen Sängerfeste in Vilnius, Riga und Tallin und treffen dort auf bekannte Volksmusiker, die tradierte Instrumente spielen und bewahren. Mit Witz und Charme offenbaren die Musiker dabei Gemeinsamkeiten und Unterschiede ihrer Musikkultur, führen auf dem Landweg und zu Wasser von den großen Städten in die musikalische Provinz, zaubern spontane Sessions und stellen so ganz nebenbei auch die bewegte Geschichte des Baltikums vor. Es entsteht ein facettenreiches und unterhaltsames Bild der drei kleinen Ostseeländer mit ihrem riesigen musikalischen Potenzial.

Sonntag, 17.02. / 23:55 Uhr / Beethovens Klavierkonzert Nr. 5
M. Franck, Orchestre Philharmonique de Radio France
Frankreich, 2017, ARTE F 44 Min.
Regie: Philippe Beziat
Komponist: Beethoven
Dirigent: Mikko Franck
Orchester: Orchestre Philharmonique de Radio France
Mit: Nicolas Baldeyrou (Klarinette), Eric Levionnois (Violoncello), Bertrand Chamayou (Klavier)
Online verfügbar von 17/02 bis 06/02
Erstausstrahlung

Mit Beethovens fünftem und letztem Klavierkonzert, auch unter dem Beinamen „Emperor Concerto“ bekannt, zeigt der Pianist Bertrand Chamayou seine Virtuosität in einem der besonders starken Stücke des Repertoires. Begleitet wird Chamayou vom Orchestre Philharmonique de Radio France unter der Leitung von Mikko Franck. Heroisch und intim zugleich – ein Programm, das auch optischen Hochgenuss verspricht und von ARTE im Februar 2018 im Pariser Maison de la Radio aufgezeichnet wurde.

Im Februar 2018 führte das Orchestre Philharmonique de Radio France unter der Leitung von Mikko Franck zusammen mit hochkarätigen Solisten sämtliche Klavierkonzerte von Ludwig van Beethoven auf. Den krönenden Abschluss bildete das auch unter dem Titel „Emperor Concerto“ bekannte Klavierkonzert Nr. 5 mit dem Pianisten Bertrand Chamayou, das ARTE nun ausstrahlt. Beethoven selbst lehnte den Namen „Emperor Concerto“ ab; er akzeptierte lediglich den Untertitel „Grand Concerto“. Der Grund ist verständlich: Beethoven schrieb das Werk praktisch im Kanonendonner, denn im Entstehungsjahr 1809 standen die napoleonischen Truppen vor den Toren Wiens. Der Komponist wählte eine für das Genre ungewöhnliche neue Form, in der sich Solist und Orchester ein virtuoses Wechselspiel liefern, das alle musikalischen Register von heroischen bis hin zu intimen, kammermusikalischen Momenten zieht. Nach der explosiven Einleitung schlägt das Klavier gleich im ersten Satz sehr leise Töne an, während das Orchester beinahe martialisch auftritt. Nach diesem Klavier-Pianissimo mit massivem orchestralem Gegenpart fügen sich beide Stränge zu einem ausgeglichenen epischen Fluss. Das Klavier gewinnt an Stärke. In seinem Donnern entspricht sich ein stimmungsreicher Dialog zwischen Orchester und Instrumentalstimmen. Verspielte Motive wechseln jäh mit Kampfszenen, die wiederum einer versöhnlichen Stimmung weichen. Bertrand Chamayou überzeugt hier als einer der großen Pianisten der Gegenwart. Auch optisch ist das Konzert eine Augenweide. Vor allem die Nahaufnahmen machen die enge Verbindung von Interpreten und Werk nachvollziehbar.

Freitag, 22.02. / 21:45 Uhr / High Energy – Disco auf Hochtouren
Dokumentation, Belgien, 2018, ARTERTBF 52 Min.
Regie: Olivier Monssens
Online verfügbar von 22/02 bis 24/03
Erstausstrahlung

Zu Beginn der 1980er Jahre schien die Discomusik tot. 1979 organisierte ein DJ zusammen mit Lobbys von Rock- und Country-Musik sogar eine „Disco Demolition Night“. Für Diskotheken-Betreiber und eingefleischte Clubber war die Party aber noch lange nicht zu Ende … 1981 entwickelte Patrick Cowley, ein Musiker aus San Francisco mit einer ausgesprochenen Leidenschaft für Synthesizer, aus der noch glimmernden Glut der Discomusik eine neue Richtung: den durch mechanische Beats und Technoklänge aufgepeppten Hi-NRG (für „High Energy“). Die vorrangige Zielgruppe waren Schwulenclubs und zu den ersten prominenten Vertretern gehörten extrovertierte Ausnahmekünstler wie die Dragqueens Divine und Sylvester. Die neue, unbändige Form der Discomusik ohne Geiger oder Bläser, also nur mit Synthesizern und Rhythmusboxen, verbreitete sich rasant über Kanada bis nach Europa. Dort wurde London zum Produktionszentrum, und dank zahlreicher internationaler Hits wie „High Energy“ von Evelyn Thomas, „Relax“ von Frankie Goes to Hollywood, „Venus“ von Bananarama sowie den ersten Hits von Kylie Minogue und Rick Astley war bald auch das breite Publikum erobert. Sogar Discoqueen Donna Summer sprang mit ihrem letzten weltweiten Hit „This Time I Know It’s For Real“ auf den Hi-NRG-Zug auf. Traurige Ironie der (Musik-)Geschichte: Diese neue elektronische Form der Discomusik entfaltete sich in der Schwulenszene genau in dem Jahrzehnt, als diese von einer schrecklichen Epidemie getroffen wurde, die bald jede Partystimmung trübte: Aids …

Freitag, 22.02. / 22:40 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2018, ARTE F 43 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Journalist: David Combe, Jean-Marc Barbieux
Online verfügbar von 22/02 bis 23/04
Erstausstrahlung

Freitag, 22.02. / 23:25 Uhr / Queercore – Die schwule Seite des Punk
Dokumentation, Deutschland, 2016, ZDF 57 Min.
Regie: Yony Leyser
Online verfügbar von 22/02 bis 01/03
Erstausstrahlung

Queercore ist eine kulturelle Gegenbewegung, die in den 1980er Jahren von dem Filmemacher Bruce LaBruce und der Künstlerin G. B. Jones in Toronto initiiert wurde. Ihr bahnbrechendes Fanzine „J.D.“ kreierte und begeisterte bald auch eine queere Punkszene in Europa und den USA.

In den 1980er und 1990er Jahren rückte eine lose verbundene Gruppe nordamerikanischer Punk-Künstler und -Künstlerinnen ihre queeren Identitäten radikal ins Zentrum der eigenen Arbeiten – und lehnte sich damit nicht nur gegen die damals von heterosexuellen Männern dominierte und latent homophobe Punk-Szene auf, sondern auch gegen den allzu angepassten schwulen Mainstream. Der Filmemacher Yony Leyser lässt dazu die schillernden Schlüsselfiguren der Bewegung zu Wort kommen: die FilmemacherInnen Bruce LaBruce und G. B. Jones, die MusikerInnen Kim Gordon (Sonic Youth), Jody Bleyle (Team Dresch) und Kathleen Hanna (Bikini Kill), ihren schamlosen Wegbereiter John Waters – und viele mehr. KünstlerInnen wie Beth Ditto und Peaches erzählen, wie die Bewegung ihr Verständnis von queerem Leben und Denken geprägt hat, das sich von allen normativen Einschränkungen löste. Filmclips, Konzertausschnitte und Aufnahmen der spektakulärsten Aktionen dokumentieren das vielschichtige Schaffen der Szene. Das mitreißende Szene-Porträt schließt nicht nur eine klaffende Lücke innerhalb der nicht-heterosexuellen Geschichtsschreibung, es ist auch ein wilder Appell gegen jede Form der falschen Anpassung.

Zusatzinfo: „Das Andere plus Lautstärke – so könnte das Motto des hochemotionalen und energetischen Dokumentarfilms des jungen Regisseurs Yony Leyser lauten. (…) Ein Meilenstein des Musikfilms“, schrieb das Magazin „Jungle World“ im Dezember 2017. Der Dokumentarfilm „Queercore“ lief erfolgreich auf vielen internationalen Filmfestivals und 2017 in den deutschen Kinos. ARTE zeigt eine 56-minütige Fernsehfassung des Films.

Freitag, 22.02. / 00:25 Uhr / Berlin Live: Fritz Kalkbrenner
Musik, Deutschland, 2018, ZDF 64 Min.
Regie: Stefan Mathieu
Mit: Fritz Kalkbrenner
Online verfügbar von 22/02 bis 24/03
Erstausstrahlung

Fritz Kalkbrenner gehört zweifellos zu den Stars der weltweiten Techno-Szene. 2018 veröffentlichte er sein mittlerweile fünftes Album „Drown“. Pünktlich zum Release macht er für „Berlin Live“ wieder Station in seiner Heimatstadt. Mit einem Mix aus Singles seiner aktuellen Platte und bekannten Hits wie „Get a Life“ und „Back Home“, die ihm zum internationalen Durchbruch verhalfen, bringt er die Tanzfläche des SchwuZ in Berlin zum Beben. Ein ausgelassener Abend für Freunde der elektronischen Musik, den ARTE nun ausstrahlt.

Er ist in den Clubs von New York, London und Tokio zu Hause. Für „Berlin Live“ macht er nun wieder einmal Halt in seiner Heimatstadt: Fritz Kalkbrenner. Hitsingles wie „Get a Life“ und „Back Home“ prägten in den letzten Jahren das moderne Verständnis von elektronischer Musik. Mit seinem aktuellen Album „Drown“ besinnt sich der Star der weltweiten Techno-Szene nun auf seine musikalischen Wurzeln zurück. Die Sounds, die Fritz vor 20 Jahren zur elektronischen Musik brachten, halfen ihm, seinen musikalischen Blick in eine neue Richtung zu lenken und flossen in die Entstehung der aktuellen Platte mit ein. Der DJ-Star sah nach vier erfolgreichen Alben die Zeit für Neuerungen gekommen, wie er selbst sagt: „Irgendwann kommst du auf ein Treibsandplateau. Danach hast du das Problem, dass alles weitere Reprise von etwas ist, was du schon mal gemacht hast.“ Minimalistisch wie nie zuvor gibt sich Fritz auf seinem Album, das komplett ohne die charakteristischen Vocals des Berliners auskommt, ganz nach der Maxime: Weniger ist mehr. Die Mischung aus klaren House-Strukturen, melodischen Sounds und Fritz‘ Faszination für Dub-Techno bringt nun auch die Tanzfläche des SchwuZ zum Beben. Doch auch Fans seiner Megahits kommen bei dieser Ausgabe von „Berlin Live“ auf ihre Kosten. Ein ausgelassenes Club-Konzert in bester Elektro-Atmosphäre.


Diese Übersicht wird stets mehrere Wochen vor den jeweiligen Sendeterminen erstellt. Aktuelle Programmänderungen sind u. U. nicht berücksichtigt. Diese finden sich auf www.arte.tv.