TV-Tipps arte:


Montag, 11.11. / 17:10 Uhr / Fotografen auf Reisen (6/10) ~ Papua-Neuguinea – Feuertänzer
Dokumentationsreihe, Kanada, Frankreich, 2017, ARTE F26 Min.
Regie: Quincy Russell
Online verfügbar von 04/11 bis 10/01
Erstausstrahlung

Die Dokumentationsreihe Fotografen auf Reisen zeigt fünf namhafte Fotografen bei der Arbeit. Sie alle pflegen eine enge Beziehung zu den Menschen vor Ort, die sie seit vielen Jahren mit der Kamera begleiten. Dank ihrer sehr persönlichen Weise der Annäherung lernen die Zuschauer in jeder Folge nicht nur fremde Kulturen kennen, sondern erhalten auch einen Einblick in die Arbeitsweise und das künstlerische Universum des Fotografen. Die Suche nach Fotomotiven dient dabei sozusagen als Vorwand, um traditionelle Gesellschaften vorzustellen – die ohne die freundschaftliche Beziehung zwischen dem Fotografen und einem ihrer Mitglieder nur schwerlich Einblicke in ihr Leben gewähren würden.

Ob bei den Q’eros in Peru, den Hadzabe in Tansania, den Kalapalo in Brasilien oder den Kaluli in Papua-Neuguinea – die schönsten Fotodokumentationen traditioneller Gesellschaften entstehen aus der besonderen Liebe eines Fotografen zu einem entlegenen Ort dieser Erde.Im Herzen des Dschungels von Papua-Neuguinea liegt das Dorf Sugu. Hier lebt der Stamm der Kaluli. Auch wenn hier immer gute Laune zu herrschen scheint, führt ein trauriger Anlass den Fotografen Marc Dozier an diesen Ort: Papa Minoa, ein alter Freund, ist gestorben und Marc möchte die Trauerzeremonie fotografieren. Das Ritual, das Koluba genannt wird, ist eine Art großes Flammenballett und führt die ganze Dorfgemeinschaft zusammen. Jeder beteiligt sich an der Zubereitung der Speisen, der Gewinnung von Harz für die Fackeln und der Erstellung des Federschmucks. Mit Wendy, Papa Minoas Tochter, erinnert sich Marc an viele gemeinsame Erlebnisse.Bald schon tauschen die Männer und Frauen ihre T-Shirts gegen einen Federschmuck ein und werden zu „Feuertänzern“.

Zusatzinfo:
Die schönsten Fotodokumentationen traditioneller Gesellschaften entstehen aus der besonderen Liebe eines Fotografen zu einem entlegenen Ort dieser Erde. Die Dokumentationsreihe Fotografen auf Reisen zeigt fünf namhafte Fotografen bei der Arbeit. Sie alle pflegen eine enge Beziehung zu den Menschen vor Ort, die sie seit vielen Jahren mit der Kamera begleiten.

Montag, 11.11. / 02:35 Uhr / Augenschmaus: Rembrandt, „Der geschlachtete Ochse“
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2015, ARTE F26 Min.
Regie: Chantal Allès
Online verfügbar von 11/11 bis 19/11

Das Gemälde „Der geschlachtete Ochse“ von Rembrandt aus dem Jahr 1655 hängt im Louvre. Es gilt als eines der Meisterwerke des holländischen Malers. Küchenchef Alexandre Gauthier lädt in sein Restaurant „La Grenouillère“ in La Madelaine-sous-Montreuil ein, um mit seinen Tischgästen über das Gemälde und seine Geschichte zu sprechen – und über all die Künstler, die dieses Bild inspirierte.

Rembrandts Gemälde „Der geschlachtete Ochse“ gilt als eines der Meisterwerke des holländischen Malers. Dieses Öl-auf-Holz-Gemälde aus dem Jahr 1655 hängt heute im Louvre. Es misst gerade mal einen Meter, doch wenn man davorsteht, wirkt es so groß wie eine Kathedrale. Das Bild hebt sich vom sonstigen Lebenswerk des Künstlers ab und beeinflusste zahlreiche spätere Maler wie Chagall, Soutine und Bacon. Küchenchef Alexandre Gauthier, der das Restaurant „La Grenouille“ in La Madelaine-sous-Montreuil betreibt, inspirierte die leere Hülle des ausgeweideten Schlachttiers zu einer überraschenden Mahlzeit, die allein schon von den Farbtönen her eine Rembrandt‘sche Atmosphäre schafft. Doch welche Geschichte verbirgt sich hinter dem von Rembrandt dargestellten Tier? Metzger Yves-Marie Le Bourdonnec, Ernährungshistoriker Patrick Rambourg und Museumskonservatorin Sophie Bernard versuchen sich an einer Rekonstruktion. Auch Blaise Ducos, Konservator für flämische und holländische Gemälde im Louvre, und Landwirt Samuel Fouilliard unterstützen den Meisterkoch bei seiner Mission. Beim Tischgespräch geht es natürlich um das Gemälde und seine Geschichte, aber auch um die zahlreichen Künstler, die das Meisterwerk bis zur Obsession faszinierte und nachhaltig beeinflusste.

Dienstag, 12.11. / 17:20 Uhr / Fotografen auf Reisen (7/10): Brasilien – Ein Kanu für die neue Generation
Dokumentationsreihe, Kanada, Frankreich, 2017, ARTE F26 Min.
Regie: Nicos Argillet, Timothee Ebermann, Xavier Lefebvre, Luc Marescot, Eli Laliberte
Online verfügbar von 05/11 bis 11/01
Erstausstrahlung

Die Dokumentationsreihe Fotografen auf Reisen zeigt fünf namhafte Fotografen bei der Arbeit. Sie alle pflegen eine enge Beziehung zu den Menschen vor Ort, die sie seit vielen Jahren mit der Kamera begleiten. Dank ihrer sehr persönlichen Weise der Annäherung lernen die Zuschauer in jeder Folge nicht nur fremde Kulturen kennen, sondern erhalten auch einen Einblick in die Arbeitsweise und das künstlerische Universum des Fotografen. Die Suche nach Fotomotiven dient dabei sozusagen als Vorwand, um traditionelle Gesellschaften vorzustellen – die ohne die freundschaftliche Beziehung zwischen dem Fotografen und einem ihrer Mitglieder nur schwerlich Einblicke in ihr Leben gewähren würden.

Ob bei den Q’eros in Peru, den Hadzabe in Tansania, den Kalapalo in Brasilien oder den Kaluli in Papua-Neuguinea – die schönsten Fotodokumentationen traditioneller Gesellschaften entstehen aus der besonderen Liebe eines Fotografen zu einem entlegenen Ort dieser Erde.Im Herzen des noch unberührten Amazonas-Urwalds begegnete Fotograf Renato Soares vor 30 Jahren dem Stamm der Yawalapiti. Seither ist im Verlauf seiner zahlreichen Besuche eine enge Freundschaft zu ihnen entstanden. Die Yawalapiti sind Fischer und Bauern, daher dreht sich ihr ganzes Leben um die Natur, die sie reich mit allem beschenkt, was sie zum Leben brauchen.Vor Kurzem überzeugte Renato sie, ein Kanu aus Jatobá-Rinde herzustellen, eine Piroge – wie sie ursprünglich von den Ureinwohnern der Region Alto Xingu genutzt – und seit 20 Jahren nicht mehr gebaut wurde. Bei dieser Gelegenheit geben die Alten die überlieferten Schiffbautechniken an die Jüngeren weiter, die neugierig und voller Stolz die Traditionen ihrer Gemeinschaft aufrechterhalten. Renato darf sich am Bau des Kanus beteiligen und dieses außergewöhnliche Ereignis im Leben der Yawalapiti mit der Kamera einfangen.

Zusatzinfo:
Die schönsten Fotodokumentationen traditioneller Gesellschaften entstehen aus der besonderen Liebe eines Fotografen zu einem entlegenen Ort dieser Erde. Die Dokumentationsreihe Fotografen auf Reisen zeigt fünf namhafte Fotografen bei der Arbeit. Sie alle pflegen eine enge Beziehung zu den Menschen vor Ort, die sie seit vielen Jahren mit der Kamera begleiten.

Mittwoch, 13.11. / 17:10 Uhr / Fotografen auf Reisen (8/10): Tansania – Die letzten Jäger und Sammler
Dokumentationsreihe, Kanada, Frankreich, 2017, ARTE F26 Min.
Regie: Nicos Argillet
Online verfügbar von 06/11 bis 12/01
Erstausstrahlung

Die Dokumentationsreihe Fotografen auf Reisen zeigt fünf namhafte Fotografen bei der Arbeit. Sie alle pflegen eine enge Beziehung zu den Menschen vor Ort, die sie seit vielen Jahren mit der Kamera begleiten. Dank ihrer sehr persönlichen Weise der Annäherung lernen die Zuschauer in jeder Folge nicht nur fremde Kulturen kennen, sondern erhalten auch einen Einblick in die Arbeitsweise und das künstlerische Universum des Fotografen. Die Suche nach Fotomotiven dient dabei sozusagen als Vorwand, um traditionelle Gesellschaften vorzustellen – die ohne die freundschaftliche Beziehung zwischen dem Fotografen und einem ihrer Mitglieder nur schwerlich Einblicke in ihr Leben gewähren würden.

Ob bei den Q’eros in Peru, den Hadzabe in Tansania, den Kalapalo in Brasilien oder den Kaluli in Papua-Neuguinea – die schönsten Fotodokumentationen traditioneller Gesellschaften entstehen aus der besonderen Liebe eines Fotografen zu einem entlegenen Ort dieser Erde.Im Herzen Ostafrikas, in Tansania, lebt das Nomadenvolk der Hadzabe in einfachsten Verhältnissen. Ihr Leben als Jäger und Sammler erzählt von den Ursprüngen der Menschheit. Die Menschen hier besitzen nur das, was die Natur ihnen schenkt. Eine Geschichte, die er vor langer Zeit am Lagerfeuer hörte, geht Fotograf Christophe Ratier nicht mehr aus dem Sinn: In den Tiefen der Savanne soll sich ein heiliger Stein verbergen, den die Hadzabe, die weder Götter noch Häuptlinge kennen, unter dem Namen Dondobi verehren. Christophe macht sich auf die Suche und wird von Gudo, einem stets gutgelaunten Jäger der Hadzabe, sowie sämtlichen Mitgliedern seiner Gemeinschaft begleitet. Seit sich die beiden vor 25 Jahren kennenlernten, verbindet sie eine enge Freundschaft. Auf ihrem gemeinsamen Weg erwarten sie viele Entdeckungen.

Zusatzinfo:
Die schönsten Fotodokumentationen traditioneller Gesellschaften entstehen aus der besonderen Liebe eines Fotografen zu einem entlegenen Ort dieser Erde. Die Dokumentationsreihe Fotografen auf Reisen zeigt fünf namhafte Fotografen bei der Arbeit. Sie alle pflegen eine enge Beziehung zu den Menschen vor Ort, die sie seit vielen Jahren mit der Kamera begleiten.

Mittwoch, 13.11. / ab 22:15 Uhr / Schwerpunkt: Bücherherbst ~ Die Frankfurter Buchmesse auf ARTE
Schwerpunkt, ARTE55 Min.

Anlässlich der Frankfurter Buchmesse (16. bis 20. Oktober 2019) steht auch ARTE mit einem vielfältigen Programmangebot ganz im Zeichen des Buches. Nicht überall auf der Welt ist der Griff zum Buch so selbstverständlich wie bei uns. Davon erzählt die fünfteilige Doku-Serie „Wo Bücher die Welt bedeuten“. Die Doku-Fiktion „Gutenberg – Genie und Geschäftsmann“ schildert das Leben des Erfinders des modernen Buchdrucks.
Brennende Fragen unserer Zeit wie KI, Nachhaltigkeit und Bildungspolitik sind Thema bei der diesjährigen Frankfurter Buchmesse. Darum geht es in Gesprächsrunden unter dem Motto „Create Your Revolution“, die ARTE gemeinsam mit der Buchmesse veranstaltet. Online ab dem 18. September unter arte.tv/buchmesse
Ein Höhepunkt der Frankfurter Buchmesse ist jedes Jahr die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels. 2019 geht der Preis an den brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado. ARTE zeigt deshalb Wim Wenders‘ oscarnominiertes Porträt „Das Salz der Erde“.
Mit der Buchmesse beginnt auch die ARTE-Kollektion „Große Romane“: Werke, die uns bis heute beschäftigen und die wir zum Kanon der Weltliteratur zählen, doch deren Entstehungs- und Publikationsgeschichte alles andere als selbstverständlich war.
Zum Auftakt erzählt die Dokumentation „Der Prozess der Lady Chatterley – Orgasmus und Klassenkampf in einem englischen Garten“ die Geschichte des Ehebruch- und Liebesromans von D. H. Lawrence. Das wegen Obszönität in England verbotene Buch erschien dort in ungekürzter Fassung erst 30 Jahre nach dem Tod des Autors, nach einem international aufsehenerregenden Prozess.
Der Film „Früchte des Zorns – Klassiker der Weltliteratur“ lässt den Roman von John Steinbeck wiederaufleben, mit dem er den Finger tief in die Wunde der amerikanischen Gesellschaftspolitik zur Zeit der Großen Depression legte. Dafür erhielt er Morddrohungen, aber der spätere Literaturnobelpreisträger schrieb weiter und schuf ein sozialkritisches Meisterwerk von höchster Brisanz.
„Ich lade Sie zu meiner Hinrichtung ein – Der Fall Doktor Schiwago“ beschreibt eine wenig bekannte Seite des weltberühmten Romans, der in der UdSSR erst 30 Jahre nachdem Boris Pasternak dafür den Literaturnobelpreis erhalten hatte, erscheinen konnte. In „Salman Rushdie – Den Tod im Nacken“ erzählt der Schriftsteller von der Wirkungsgeschichte seines aus heutiger Sicht prophetischen Romans. Er musste 30 Jahre lang unter der wegen Blasphemie gegen ihn erhobenen Fatwa leben – mit Polizeischutz und im Exil.
Schließlich erzählt die Dokumentation „Das Verhängnis des Doktor Frankenstein“ vom Traum der menschlichen Unsterblichkeit, der heute aktueller ist denn je. Der Film entdeckt Mary Shelleys Roman und seine unzähligen Verarbeitungen in Theater, Film und Literatur wieder. ARTE wünscht einen schönen Bücherherbst!

Mittwoch, 13.11. / 22:15 Uhr / Salman Rushdie – Den Tod im Nacken
Schwerpunkt: Bücherherbst
Dokumentation, Frankreich, 2018, ARTE F55 Min.
Regie: William Karel
Online verfügbar von 06/11 bis 04/03
Erstausstrahlung

Als 1988 Salman Rushdies „Satanische Verse“ erschienen, war sich kaum jemand der Bedrohung bewusst, die vom erstarkenden muslimischen Fundamentalismus ausging. Rushdie lebt nun schon seit 30 Jahren mit jenem Todesurteil, das der iranische Revolutionsführer Ajatollah Chomeini 1989 in einer Fatwa gegen ihn aussprach. An seinem derzeitigen Wohnort New York blickt der Schriftsteller gemeinsam mit William Karel auf Geschichte und Bedeutung seines berühmten Buches zurück, das aktueller denn je erscheint, und spricht über sein Leben, seine Kindheit in Bombay, Donald Trump und natürlich über Literatur.

Mehr als zehn Jahre war der britisch-indische Schriftsteller Salman Rushdie auf der Flucht. Er musste sich verstecken, stand unter Polizeischutz, wechselte immer wieder Identität und Wohnsitz. Der Grund: das Todesurteil, das der iranische Revolutionsführer Ajatollah Chomeini 1989 in seiner Fatwa als Reaktion auf sein als blasphemisch eingestuftes Werk „Die satanischen Verse“ gegen ihn aussprach. Damals war sich noch kaum jemand bewusst, welche blutigen Folgen der neu erstarkte muslimische Fundamentalismus mit sich bringen würde. Rushdie lebte in ständiger Angst, zog zigmal um und überlebte rund 20 Mordanschläge. Die Fatwa der Mullahs wurde zwar inzwischen aufgehoben, doch die iranische Presse ruft noch immer zur Hinrichtung des Schriftstellers auf. Bei manchen öffentlichen Auftritten gelten weiterhin besondere Sicherheitsmaßnahmen, doch Rushdie selbst scheint die Angst hinter sich gelassen zu haben.
Der Film porträtiert einen Mann, der Ruhe und Humor als Waffen des Widerstands nutzt. Ergänzt wird das Gespräch mit dem Schriftsteller durch Archivaufnahmen, die die aufkommende hysterische Stimmung nach Erscheinen der „Satanischen Verse“ bezeugen. Sie zeigen, wie Cat Stevens zum Mord an Rushdie aufrief, was er später dementierte. Sie zeigen auch, wie jene, die ihn hätten schützen sollen – von Jimmy Carter bis zu Prinz Charles – ihn fallenließen. Und wie andere ihn sofort unterstützten, darunter Isabelle Adjani, die bei der César-Verleihung aus den „Satanischen Versen“ vorlas. Abgerundet wird das Porträt durch Passagen aus Rushdies literarischen Werken.

Donnerstag, 14.11. / 17:10 Uhr / Fotografen auf Reisen (9/10): Peru – Vom Mädchen zur Frau
Dokumentationsreihe, Kanada, Frankreich, 2017, ARTE F26 Min.
Regie: Laurent Sardi
Online verfügbar von 07/11 bis 13/01
Erstausstrahlung

Die Dokumentationsreihe Fotografen auf Reisen zeigt fünf namhafte Fotografen bei der Arbeit. Sie alle pflegen eine enge Beziehung zu den Menschen vor Ort, die sie seit vielen Jahren mit der Kamera begleiten. Dank ihrer sehr persönlichen Weise der Annäherung lernen die Zuschauer in jeder Folge nicht nur fremde Kulturen kennen, sondern erhalten auch einen Einblick in die Arbeitsweise und das künstlerische Universum des Fotografen. Die Suche nach Fotomotiven dient dabei sozusagen als Vorwand, um traditionelle Gesellschaften vorzustellen – die ohne die freundschaftliche Beziehung zwischen dem Fotografen und einem ihrer Mitglieder nur schwerlich Einblicke in ihr Leben gewähren würden.

Ob bei den Q’eros in Peru, den Hadzabe in Tansania, den Kalapalo in Brasilien oder den Kaluli in Papua-Neuguinea – die schönsten Fotodokumentationen traditioneller Gesellschaften entstehen aus der besonderen Liebe eines Fotografen zu einem entlegenen Ort dieser Erde.Der französische Fotograf Franck Charton ist seit 25 Jahren in Peru unterwegs. Im Lauf der Zeit musste er beobachten, dass die Völker des Amazonas immer stärker kulturell assimiliert werden und ihre Dörfer aussterben. Die Asháninka, die im gesamten Amazonas-Regenwald verstreut leben, halten eine traditionelle Lebensweise im Einklang mit der großzügigen Natur aufrecht. Dieser Wunsch nach Ursprünglichkeit interessierte Franck und bewog ihn dazu, sie aufzusuchen. Im Dorf wird dem Fotografen eine große Ehre zuteil: Er darf Amelia kennenlernen, ein Kind des Dschungels und eine bedeutende Persönlichkeit für die Asháninka. Amelia wird regelmäßig in die Dörfer geholt, um die Jugend in den Traditionen ihres Volkes zu unterrichten. Sie bereitet besonders die jungen Mädchen auf den Übergang in ihr Leben als Frau vor.

Zusatzinfo:
Ob bei den Q’eros in Peru, den Hadzabe in Tansania, den Kalapalo in Brasilien oder den Kaluli in Papua-Neuguinea – die schönsten Fotodokumentationen traditioneller Gesellschaften entstehen aus der besonderen Liebe eines Fotografen zu einem entlegenen Ort dieser Erde.

Freitag, 15.11. / 17:10 Uhr / Fotografen auf Reisen (10/10): Vanuatu – Die Bewahrer des Cargo-Kults
Dokumentationsreihe, Kanada, Frankreich, 2017, ARTE F26 Min.
Regie: Timo Ebermann
Online verfügbar von 08/11 bis 14/01
Erstausstrahlung

Die Dokumentationsreihe Fotografen auf Reisen zeigt fünf namhafte Fotografen bei der Arbeit. Sie alle pflegen eine enge Beziehung zu den Menschen vor Ort, die sie seit vielen Jahren mit der Kamera begleiten. Dank ihrer sehr persönlichen Weise der Annäherung lernen die Zuschauer in jeder Folge nicht nur fremde Kulturen kennen, sondern erhalten auch einen Einblick in die Arbeitsweise und das künstlerische Universum des Fotografen. Die Suche nach Fotomotiven dient dabei sozusagen als Vorwand, um traditionelle Gesellschaften vorzustellen – die ohne die freundschaftliche Beziehung zwischen dem Fotografen und einem ihrer Mitglieder nur schwerlich Einblicke in ihr Leben gewähren würden.

Ob bei den Q’eros in Peru, den Hadzabe in Tansania, den Kalapalo in Brasilien oder den Kaluli in Papua-Neuguinea – die schönsten Fotodokumentationen traditioneller Gesellschaften entstehen aus der besonderen Liebe eines Fotografen zu einem entlegenen Ort dieser Erde.Jedes Jahr am 15. Februar versammeln sich die Bewohner des Dorfes Lamakara auf Vanuatu, um den Cargo-Kult zu pflegen. Er entstand hier während des Zweiten Weltkriegs, als die US-Amerikaner die Region gegen den Vormarsch der Japaner verteidigten. Den Dorfobersten Issak Wan lernte Fotografin Ulla Lohmann vor über 20 Jahren kennen. Heute hat er sie eingeladen, an dieser einmaligen Zeremonie und den anschließenden Feierlichkeiten teilzunehmen. Früher war der Cargo-Kult in ganz Melanesien verbreitet. Heute ist dies einer der letzten Orte, wo er noch praktiziert wird. Jeden Morgen um 8 Uhr wird als Kultsymbol im Alltag die US-Flagge gehisst. Für den großen Aufmarsch wird nichts dem Zufall überlassen: Alle sind beim Proben und Üben dabei – zur großen Freude von Ulla.

Zusatzinfo:
Ob bei den Q’eros in Peru, den Hadzabe in Tansania, den Kalapalo in Brasilien oder den Kaluli in Papua-Neuguinea – die schönsten Fotodokumentationen traditioneller Gesellschaften entstehen aus der besonderen Liebe eines Fotografen zu einem entlegenen Ort dieser Erde. Die Reihe Fotografen auf Reisen begleitet fünf renommierte Fotografen, die über Jahrzehnte hinweg eine besondere Beziehung zu indigenen Völkern aufgebaut haben.

Freitag, 15.11. / 21:45 Uhr / Die Gitarre – Revolution, Kult, Leidenschaft
Dokumentation, Frankreich, 2016, ARTE F52 Min.
Regie: Pierre-Paul Puljiz
Online verfügbar von 08/11 bis 22/11
Erstausstrahlung

Die Gitarre gilt weltweit als Ikone der populären Musik. Wie kein anderes Instrument hat sie nicht nur musikalische, sondern auch politische und soziale Bewegungen im 20. Jahrhundert begleitet. Für viele ist sie ein Sprachrohr für Protest und Auflehnung. Von Blues und Folkmusik über Rock ’n’ Roll bis hin zu Punkrock kam die Gitarre überall dort zum Einsatz, wo sich Menschen gegen Rassentrennung, soziale Ungerechtigkeit, Krieg, Diktatur oder den blinden Konformismus der Erwachsenenwelt auflehnten. Die Dokumentation zeichnet ein fesselndes Porträt des populären Saiteninstruments entlang der Jahrzehnte.

Kein anderes Musikinstrument hat die sozialen, politischen und musikalischen Entwicklungen des 20. Jahrhunderts so sehr geprägt wie die Gitarre. Spätestens seitdem Folklegende Woody Guthrie in den 1940er Jahren den Satz „This machine kills fascists“ auf seine Gitarre schrieb, gilt das populäre Instrument als Sinnbild für ideologische Kämpfe und Protestbewegungen. Wenn ihre sechs Saiten erklingen, um Ungerechtigkeiten anzuprangern und politische Botschaften zu übermitteln, wird die Gitarre zu einer Art Waffe.
Die Dokumentation stellt die Gitarre als Instrument von Widerstand und Auflehnung in den Mittelpunkt. Sie beleuchtet ihre Entwicklung von der Akustikgitarre und den Frühformen des Blues über das Aufkommen der E-Gitarre und die Anfänge des Rock ’n’ Roll bis hin zu den 80er Jahren.
Zu Wort kommen berühmte Gitarristen wie Wayne Kramer (MC5), Lee Ranaldo (Sonic Youth), John Kay (Steppenwolf), Judy Collins, Country Joe McDonald, John Hammond und Clementine Creevy (Cherry Glazerr). Sie schildern, wie elektrische Verstärkung die Musik revolutionierte und berichten von den multikulturellen Wurzeln des Rhythm and Blues, dem Zusammenbruch der revolutionären Utopien am Ende der 70er Jahre und den Bedeutungsverlust der Gitarre in den 80ern. Die Dokumentation stützt sich auf mitreißende Archivaufnahmen von Musikgrößen wie Chuck Berry, Elvis Presley, Bob Dylan, Jimmy Hendrix, The Who, The Clash und Nirvana. Sie alle waren verbunden durch sechs Saiten, mit denen sie ihre Liebe zur Musik ausdrückten – und die Welt verändern wollten.

Freitag, 15.11. / 22:40 Uhr / Seven Songs: Charlotte Roche
Musik, Deutschland, 2018, ZDF15 Min.
Regie: Theo Roos
Autor: Theo Roos
Online verfügbar von 14/11 bis 13/02
Erstausstrahlung

Seven Songs – sieben Lieder fürs Leben, sieben Lieblingslieder, sieben Songs für die ups und downs. Filmemacher, Philosoph und Musiker Theo Roos trifft Promis und Fans an einem Ort ihrer Wahl. Sie erzählen uns, welche Songs ganz oben auf ihrer Playlist stehen – und geben damit auch Dinge preis, die noch nicht über sie bekannt waren Diesmal mit Autorin und Moderatorin Charlotte Roche.

An Prominente einfach so heranzukommen, gelingt nur, wenn sie neugierig auf das sind, was dann passiert. Theo Roos gelingt das, weil er den Vielbeschäftigen ein Angebot macht, für das diese sogar ihre Freizeit opfern: Sie können über Lieblings-Musik sprechen – welche auch immer das ist. Sieben selbstgewählte Songs oder Musik-Stücke, die in ihrem Leben eine gewisse Bedeutung haben. Aus den Aussagen, kurzen Ausschnitten der Musik und assoziativen Film-Bildern, die Theo Roos beisteuert, entstehen 15-minütige Clips, die den Moment des Interviews auf den Punkt und zugleich in einen atmosphärischen Fluss bringen. Sie zeigen uns Prominente, wie wir sie vielleicht bislang nicht kannten, und lassen uns Musik mit anderen Ohren hören.Charlotte Roche: Die Moderation und Autorin klärt uns über die Bedeutung von Tanzmusik für Körper und Geist auf, warum sie Paul Simons „Graceland“ mag – und was ihr an Robbie Williams gefällt, den sie mehrfach in ihrem Leben interviewt hat. Was sie zum berühmt-berüchtigten Film „Harold and Maude“, in dem ein junger Mann eine 80-Jährige liebt, zu sagen hat, lässt tief blicken. Ohrenöffner: Wie gerne und gut Charlotte Roche beim Autofahren mitsingt.

Freitag, 15.11. / 22:55 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2019, ARTE F43 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Online verfügbar von 08/11 bis 14/01
Erstausstrahlung

Freitag, 15.11. / 23:40 Uhr / Ms. Lauryn Hill – Baloise Session 2018
Musik, Schweiz, 2018, ZDF73 Min.
Regie: Roli Bärlocher
Online verfügbar von 14/11 bis 15/12

„The Miseducation of Lauryn Hill“ ist bis heute das erste und einzige Studioalbum der ehemaligen Fugees-Frontfrau Lauryn Hill. Es verkaufte sich millionenfach und erhielt gleich mehrere Grammys. Umso gebührender will das 20-jährige Jubiläum nun gefeiert sein. Der Stadt Basel kommt dabei eine besondere Ehre zu: Bei der Baloise Session 2018 präsentiert die Soul-Diva ein exklusiv zusammengestelltes Programm.

Kaum ein Album hat die Zeit überdauert wie „The Miseducation of Lauryn Hill“, das erste Soloalbum der einstigen Frontfrau der Fugees. Auch nach 20 Jahren beschenkt dieses Stück Musikgeschichte die Welt noch mit zeitlosen, rauen Hymnen und ehrlichen Zeilen über das Leben und die Liebe. Dieses Jubiläum zelebriert die Sängerin aus New Jersey nun gebührend mit einer ausgiebigen Welttournee. ARTE hat die Ehre, die Soul-Diva bei der Baloise Session 2018 willkommen zu heißen. Mit ihren Kollegen Wyclef Jean und Pras Michel von den Fugees verkaufte Lauryn Hill Alben in zweistelliger Millionenhöhe und gewann zwei Grammy Awards. Im Jahr 1999 erhielt Hill dann als erste Künstlerin überhaupt gleich fünf Grammys. „The Miseducation of Lauryn Hill“ zählt noch heute zu den wichtigsten Alben des Soul, Pop und Hip-Hop. Auch wenn Lauryn Hill die Bühne nie ganz hinter sich ließ, blieb „The Miseducation of Lauryn Hill“ bis heute ihr einziges Studioalbum. Umso gebührender will das Jubiläum dieses Meisterwerks des modernen Soul und Hip-Hop nun gefeiert werden.


Samstag, 16.11. / 05:45 Uhr / Die Berliner Nouvelle Vague
Dokumentation, Deutschland, 2016, RBB 52 Min.
Regie: André Hörmann, Nadya Luer
Online verfügbar von 16/11 bis 23/11

Mitte der 90er Jahre macht eine Gruppe junger Filmemacher zum ersten Mal auf sich aufmerksam: Die Regisseure drehen ruhige, ernsthafte Filme, erzählen authentische Geschichten – Realität ist ein Schlüsselwort. Kritiker geben der Filmbewegung bald den Namen „Berliner Schule“, denn deren wichtigste Vertreter Christian Petzold, Thomas Arslan und Angela Schanelec haben fast zeitgleich an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB) studiert. Auch in Frankreich wird das neue deutsche Autorenkino gefeiert. Die „Nouvelle Vague Allemande“ bietet einen aufregenden Blick auf den Neuen Deutschen Film.

Mitte der 90er Jahre macht eine Gruppe von jungen Filmemachern zum ersten Mal auf sich aufmerksam: Die Regisseure drehen ruhige, ernsthafte Filme, erzählen authentische Geschichten. Sie verbindet ein gemeinsames cineastisches Verständnis – Realität ist ein Schlüsselwort. Die Kinokunst, an der sich die Jungregisseure orientieren, stammt aus der französischen Nouvelle Vague, dem italienischen Neorealismus, sowie der Ära des New Hollywood. Kritiker geben der Filmbewegung bald den Namen „Berliner Schule“, denn deren wichtigste Vertreter Christian Petzold, Thomas Arslan und Angela Schanelec haben fast zeitgleich an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB) studiert. Auch in Frankreich wird das neue deutsche Autorenkino – dort bekannt unter dem Namen „Nouvelle Vague Allemande“ – begeistert aufgenommen. Abgebildet wird die Gegenwart, im Zentrum der Filme steht häufig das Leben in der Provinz. Nach der Wende 1989 rückt das wiedervereinigte Deutschland in den Fokus des Schaffens der jungen Filmemacher. Charakteristisch ist die emotionale Distanz und der Minimalismus der Filme. Erste Erfolge verzeichnet die Gruppe mit Christian Petzolds „Die innere Sicherheit“ (2000) und Thomas Arslans „Geschwister – Kardesler“ (1997). Mit Angela Schanelecs Film „Marseille“ (2004) gelingt der Gruppe schließlich der Durchbruch. 2013 ehrt das Museum of Modern Arts in New York die Berliner Schule mit einer Retrospektive. Spätestens jetzt wird deutlich, dass sich die Berliner Nouvelle Vague einen Platz in der Filmgeschichte gesichert hat. Ihre Filme erreichen längst nicht mehr nur ein deutsches, sondern ein internationales Publikum.

Zusatzinfo
Die Dokumentation zeichnet die Entwicklung der Berliner Schule von ihrem Beginn Mitte der 90er Jahre bis zur Gegenwart nach. Zu Wort kommen die drei führenden Regisseure der Bewegung, Christian Petzold, Thomas Arslan und Angela Schanelec, sowie zahlreiche weitere Filmwissenschaftler, Kritiker und Regisseure. Des Weiteren wird der MoMa-Chefkurator Film Rajendra Roy interviewt.

Samstag, 16.11. / 00:20 Uhr / Square für Künstler: Carte Blanche für Sara Giraudeau – „Meine Helden“
Schwerpunkt: Menschenskinder!
Magazin, Frankreich, 2018, ARTE 26 Min.
Regie: Sara Giraudeau
Online verfügbar von 09/11 bis 16/12

„Square“ ist das bimediale Magazin auf ARTE. Die Sendung stellt die philosophischen, literarischen, künstlerischen und technischen Innovationen unserer heutigen Gesellschaften in den Mittelpunkt. Es geht um neue Ideen in allen Bereichen – nicht nur in Deutschland und Frankreich, sondern weltweit. „Square“ befasst sich vor allem mit dem Blick der Kreativen und Künstler auf eine Welt, die sich rasant bewegt.

„Ich bin seit rund acht Jahren Patin des Krankenhausclown-Vereins ‚Le Rire Médecin‘. Ich wollte schon immer einen Film über die Tätigkeit dieser professionellen Spaßmacher in ernsten Situationen drehen – und über die positive Wirkung, die sie auf die jungen Patienten haben.
Die Sprache der Clowns hat es mir ebenso angetan, wie mich schwere Krankheit und Schmerz bei Kindern erschüttern. Hier prallen zwei Welten aufeinander, die völlig unterschiedlich und gleichzeitig komplementär sind. Dieser Kontrast hatte für mich etwas Schönes und Inspirierendes.“

Sonntag, 17.11. / 05:00 Uhr / Kathedralen der Kultur ~ Die Berliner Philharmonie
Dokumentationsreihe, Deutschland, Frankreich, Spanien, 2013, RBB 27 Min.
Regie: Wim Wenders
Online verfügbar von 17/11 bis 24/11

In der Reihe „Kathedralen der Kultur“ gehen so renommierte internationale Regisseure wie Wim Wenders, Robert Redford, Michael Glawogger, Karim Aïnouz, Margreth Olin und Michael Madsen der Frage nach – „Wenn Gebäude sprechen könnten – was würden sie uns erzählen?“ Jede der sechs Dokumentationen porträtiert herausragende Gebäude und lässt sie für sich selbst sprechen – die Dokumentationsreihe führt durch ihre Räume und in ihre Umgebung. Die herausragenden Bauten werden in ihren geografischen, historischen und kulturellen Kontext gestellt und machen sich aus der Perspektive ihrer Besucher und Erbauer – selbst erlebbar.In der ersten Folge stellt Wim Wenders Hans Scharouns Berliner Philharmonie vor.

Anfang der 60er Jahre standen sich am Potsdamer Platz zwei Bauwerke als konkurrierende Visionen für die Zukunft gegenüber: die Berliner Philharmonie, ein Zeichen der Offenheit und des Aufbruchs, und die Berliner Mauer, ein Symbol der Angst und Unterdrückung. Ein halbes Jahrhundert später steht im Herzen von Berlins kulturellem Zentrum, in der einst vom Krieg verwüsteten Stadtlandschaft, nur noch Hans Scharouns legendäre Philharmonie, eine atemberaubende Ikone der Moderne.In Wim Wenders’ „Die Berliner Philharmonie“ erlebt der Zuschauer das Gebäude durch die Augen etlicher Besucher und Mitarbeiter, die alle auf ihre Art tief mit ihm verbunden sind. ARTE lauscht den Orchesterproben im Konzertsaal, wo Scharoun die Bühne radikal neu erfand, indem er es wagte, sie mitten im Publikum zu platzieren. Die Dokumentation erlaubt Blicke und Einblicke in das Innenleben des legendären Hauses. Debussys „Jeux“ bildet den Soundtrack für die bis heute wegweisende Architektur der Philharmonie.

Zusatzinfo:
„Kathedralen der Kultur“ lässt sechs herausragende und höchst unterschiedliche Bauwerke – wie eine Oper, ein Gefängnis, eine Bibliothek, eine Philharmonie, ein Museum und ein Forschungsinstitut – selbst die Stimme ergreifen. Die Gebäude spiegeln unsere Kultur wieder. Aufgeladen mit den Gedanken und Gefühlen der Personen, die sie erbauten und die sie benutzen, sind diese Gebäude voller Zeugnisse der Vergangenheit, der Gegenwart und sogar der Zukunft. Sie besitzen ein Gedächtnis und schaffen ein echtes Abbild unserer Gesellschaft.

Sonntag, 17.11. / 05:25 Uhr / Kathedralen der Kultur: Die Russische Nationalbibliothek (St. Petersburg)
Dokumentationsreihe, Deutschland, Großbritannien, 2013, RBB 27 Min.
Regie: Michael Glawogger
Online verfügbar von 17/11 bis 24/11

In der Reihe „Kathedralen der Kultur“ gehen so renommierte internationale Regisseure wie Wim Wenders, Robert Redford, Michael Glawogger, Karim Aïnouz, Margreth Olin und Michael Madsen der Frage nach: „Wenn Gebäude sprechen könnten – was würden sie uns erzählen?“ Jede der sechs Dokumentationen porträtiert herausragende Gebäude und lässt sie für sich selbst sprechen – die Dokumentationsreihe führt durch ihre Räume und in ihre Umgebung. Die herausragenden Bauten werden in ihren geografischen, historischen und kulturellen Kontext gestellt und machen sich aus der Perspektive ihrer Besucher und Erbauer selbst erlebbar.
In dieser Folge stellt Michael Glawogger die Russische Nationalbibliothek vor.

Seit ihrer Einweihung im Jahr 1814 hat die von Yegor Sokolov entworfene Russische Nationalbibliothek in Sankt Petersburg die turbulente Geschichte des Landes miterlebt. Ihre Mauern behüten ein Reich der Gedanken, das mit großer Sorgfalt und Passion von den Bibliothekarinnen gepflegt wird. Das Echo ihrer Schritte in den labyrinthartigen Gängen unterstreicht die Stille in den meist leeren Lesesälen. In Michael Glawoggers „Die Russische Nationalbibliothek“ kommt die ehrwürdige Bibliothek durch Auszüge aus einigen ihrer größten Schätze zu Wort.
Jenseits ihrer Mauern allerdings pulsiert eine Welt, die mehr und mehr auf die virtuelle Speicherung von Daten und Information vertraut und in der Bibliotheken und Buchläden langsam an Bedeutung verlieren. Die Dokumentation setzt der vergänglichen Schönheit der Bücher und ihrer Schutzräume ein Denkmal.

Zusatzinfo:
„Kathedralen der Kultur“ lässt sechs herausragende und höchst unterschiedliche Bauwerke – wie eine Oper, ein Gefängnis, eine Bibliothek, eine Philharmonie, ein Museum und ein Forschungsinstitut – selbst die Stimme ergreifen. Die Gebäude spiegeln unsere Kultur wider. Aufgeladen mit den Gedanken und Gefühlen der Personen, die sie erbauten und die sie benutzen, sind diese Gebäude voller Zeugnisse der Vergangenheit, der Gegenwart und sogar der Zukunft. Sie besitzen ein Gedächtnis und schaffen ein echtes Abbild unserer Gesellschaft.

Sonntag, 17.11. / 05:55 Uhr / Kathedralen der Kultur: Das Opernhaus Oslo
Dokumentationsreihe, Deutschland, Schweiz, 2013, RBB 25 Min.
Regie: Margreth Olin
Online verfügbar von 17/11 bis 24/11

In der Reihe „Kathedralen der Kultur“ gehen so renommierte internationale Regisseure wie Wim Wenders, Robert Redford, Michael Glawogger, Karim Aïnouz, Margreth Olin und Michael Madsen der Frage nach: „Wenn Gebäude sprechen könnten – was würden sie uns erzählen?“ Jede der sechs Dokumentationen porträtiert herausragende Gebäude und lässt sie für sich selbst sprechen – die Dokumentationsreihe führt durch ihre Räume und in ihre Umgebung. Die herausragenden Bauten werden in ihren geografischen, historischen und kulturellen Kontext gestellt und machen sich aus der Perspektive ihrer Besucher und Erbauer selbst erlebbar.
In dieser Folge präsentiert Margreth Olin das Opernhaus in Oslo.

2008 etablierte sich ein elegantes neues Bauwerk in dem von Problemen belasteten Hafen im Zentrum von Oslo. Das vom Architekturbüro Snøhetta gestaltete Opernhaus erwächst aus dem Fjord und beherbergt die Norwegische Oper und das Ballett. Sein scheinbar endloses, schneeweißes Marmordach und das elegante Interieur ziehen gleichermaßen Besucher an. Die Architektur lässt hier die üblicherweise strikte Trennung zwischen innen und außen verschwimmen – und bietet so eine einzigartige Mischung aus Hochkultur und Naherholung. Margareth Olins Film „Das Opernhaus Oslo“ dokumentiert die zahllosen Menschen, die das schneeweiße Dach täglich überqueren, und Hunderte von Mitarbeitern und Performern des Hauses, die das Leben „dort oben“ auf die Bühne übertragen. Er zeigt, wie sehr dieses Gebäude eine Symbiose von Kunst und Leben darstellt.

Zusatzinfo:
„Kathedralen der Kultur“ lässt sechs herausragende und höchst unterschiedliche Bauwerke – wie eine Oper, ein Gefängnis, eine Bibliothek, eine Philharmonie, ein Museum und ein Forschungsinstitut – selbst die Stimme ergreifen. Die Gebäude spiegeln unsere Kultur wieder. Aufgeladen mit den Gedanken und Gefühlen der Personen, die sie erbauten und die sie benutzen, sind diese Gebäude voller Zeugnisse der Vergangenheit, der Gegenwart und sogar der Zukunft. Sie besitzen ein Gedächtnis und schaffen ein echtes Abbild unserer Gesellschaft.

Sonntag, 17.11. / 15:50 Uhr / Hans Hartung ~ Malen so schnell wie der Blitz
Dokumentation, Frankreich, 2019, ARTE F 52 Min.
Regie: Romain Goupil
Online verfügbar von 10/11 bis 16/01
Erstausstrahlung

Er konnte malen so schnell wie der Blitz: Der Künstler Hans Hartung wurde 1904 in Leipzig geboren. 1939 trat er in die Fremdenlegion ein, um gegen die Nationalsozialisten zu kämpfen. Zum Ende des Krieges wurde er schwer verwundet und verlor ein Bein. Nach langen, bewegten Jahren in ärmlichen Verhältnissen konnte er in den 1970er Jahren mit seiner großen Liebe Anna-Eva Bergman im südfranzösischen Antibes eine prachtvolle Villa mit Atelier beziehen. Hartung zählt zu den großen Meistern der abstrakten Kunst des 20. Jahrhunderts. Er starb im November 1989 in Frankreich, nur wenige Wochen nach dem Fall der Berliner Mauer.

Der Film erzählt den Werdegang des Malers Hans Hartung (1904-1989). Er studierte Kunst in Leipzig, Dresden und München und trat 1939 in die Fremdenlegion ein, um gegen die Nationalsozialisten zu kämpfen. Zum Ende des Krieges musste ihm nach einer schweren Verwundung ein Bein amputiert werden. Hartung zählt zu den großen Meistern der abstrakten Kunst, deren Formen er neu erfand. Er war besessen von der expressiven Kraft des spontanen Gestus und wollte so schnell wie der Blitz malen. Anhand zahlreicher Archivbilder, Auszüge aus den Memoiren des Künstlers und eines Besuchs in seinem Atelier zeigt der Film die Licht- und Schattenseiten von Hartungs Leben. Nach langen, bewegten Jahren in ärmlichen Verhältnissen konnte er sich in den 1970er Jahren eine Villa mit Atelier im südfranzösischen Antibes bauen. Dieses Haus bildet die eindrucksvolle Kulisse des Films. Sein künstlerisches Schaffen zeichnete sich durch unaufhörliche Experimentierfreude aus: Er malte, schuf daneben aber auch ein umfangreiches fotografisches und architektonisches Werk und begeisterte sich für die Natur und das Universum. Alle von ihm entwickelten Techniken, die aufgrund ihres überaus unkonventionellen Charakters faszinieren, werden im Film unter die Lupe genommen. Doch „Malen so schnell wie der Blitz“ beleuchtet auch Aspekte aus seinem Privatleben. Neben der Kunst spielte eine Frau eine besondere Rolle für Hartung – die norwegische Künstlerin Anna-Eva Bergman, die er nach einer Trennung von 15 Jahren 1957 ein zweites Mal heiratete. Aus all diesen Betrachtungen entsteht ein sehr persönliches Porträt des Künstlers, ergänzt durch kinematografische Inszenierungen seiner Bilder.

Sonntag, 17.11. / 16:45 Uhr / Metropolis ~ Ravenna
Magazin, Deutschland, 2019, SWR 43 Min.
Online verfügbar von 17/11 bis 17/12
Erstausstrahlung

(1): Ravenna
(2): Stiftung agnès b.
(3): Paolo Pellegrin
(4): Oliver Beer

(1): Ravenna
Ravenna führt sein großes byzantinisches Erbe mit dem Festival RavennaMosaico fort. „Metropolis“ trifft an der Adria Kunst- und Kulturschaffende.

(2): Stiftung agnès b.
Die Modedesignerin agnès b. eröffnet in Paris „La Fab“, ein Zentrum für ihre Kunststiftung.

(3): Paolo Pellegrin
Werkschau des preisgekrönten Magnum-Fotografen Paolo Pellegrin in den Hamburger Deichtorhallen

(4): Oliver Beer
Video, Klang, Installation – „Metropolis“ besucht den Multimedia-Künstler Oliver Beer in seinem Londoner Atelier.

Sonntag, 17.11. / 17:30 Uhr / Andris Nelsons dirigiert Tschaikowskys 5. Symphonie
Musik, Deutschland, 2019, MDR 54 Min.
Regie: Ute Feudel
Komponist: Peter Iljitsch Tschaikowsky
Dirigent: Andris Nelsons
Orchester: Gewandhausorchester Leipzig
Erstausstrahlung

„Zu bunt, zu massig, zu unaufrichtig, zu lang, überhaupt wenig ansprechend“: Peter Tschaikowsky hielt seine „Schicksalssymphonie“ zunächst für misslungen und wähnte sich am Ende seiner schöpferischen Kräfte. Beim Publikum wuchs die Begeisterung für das Werk mit jeder Aufführung. Vermutlich lag es an der von Selbstzweifeln geplagten Natur des Komponisten, die es ihm fast unmöglich machte, eine selbstbewusste Haltung zur eigenen Schöpferkraft zu entwickeln.

„Nach jeder Aufführung komme ich immer mehr zu der Überzeugung, dass meine letzte Symphonie ein misslungenes Werk ist.“ Dies schrieb der 48-jährige Peter Tschaikowsky an seine Freundin und Gönnerin Nadeschda von Meck. Dabei war die Uraufführung seiner „Schicksalssymphonie“ im November 1888 in Sankt Petersburg durchaus kein Misserfolg. Die Begeisterung über das Werk wuchs sogar mit jeder weiteren Darbietung. Vermutlich lag es an der grüblerischen, von Selbstzweifeln geplagten Natur des Komponisten, die es ihm fast unmöglich machte, eine selbstbewusste Haltung zur eigenen Schöpferkraft zu entwickeln. So verlegte er sich in seinen letzten Lebensjahren zunehmend aufs Dirigieren.
Andris Nelsons, in dessen Interpretation das Werk zu erleben ist, äußerte einmal: „Ich denke, es ist ein unerfülltes Finale. Es steht in E-Dur, trotzdem empfinde ich es so, dass der vierte Satz vom Anfang bis zur Apotheose der Tanz des Bösen ist. Das klingt jetzt sehr einfach, natürlich, die Idee ist der Sieg des Schicksals, aber am Schluss gibt es einen Konflikt. Wir wissen nicht, wie er sich entscheidet. Soll er weiterkomponieren? Soll er sterben? Dieser letzte Satz reflektiert die Konflikte seines Lebens.“

Dienstag, 19.11. / 05:00 Uhr / Les Inrocks Festival 2016 Paris
The Lemon Twigs – Cassius – Seratones – Lost Under Heaven – Jagwar Mar – Tinariwen
Musik, Frankreich, 2016, ARTE F 65 Min.
Regie: Sebastien Lefebvre, Alexandre Buisson

Mit: Jagwar Ma, Her, Seratones, Adam Naas, LUH, Lescop, The Lemon Twigs, Tinariwen, Cassius

Online verfügbar von 12/11 bis 23/12

„Les Inrockuptibles“, kurz „Les Inrocks“, ist der Name eines wöchentlich erscheinenden französischen Musikmagazins. Es wurde 1986 gegründet und hat auch sein eigenes Festival. Musiker und Bands wie The Stone Roses, Blur, Pulp, PJ Harvey, Oasis, Air, Phoenix, The White Stripes, The Libertines, LCD Soundsystem, Franz Ferdinand, Arctic Monkeys und Foals verdanken dem Event ihre Entdeckung. Jean-Daniel Beauvallet, Programmleiter des Festivals, stellt das Line-up 2016 vor: Beim Eröffnungskonzert mit ausschließlich französischen Künstlern versprüht Lescop im Pariser Konzertsaal La Cigale seinen geheimnisvoll-melancholischen Charme, und das Neo-Soul-Kollektiv Her erweist sich als außergewöhnliche Entdeckung. Dann heizen die britisch-niederländische Formation Lost Under Heaven und die Australier von Jagwar Ma dem Publikum im La Cigale kräftig ein. Außerdem bietet das Pariser Duo Cassius einen House, der in die Beine geht, während der ebenfalls aus Paris stammende Adam Naas mit seiner samtweichen Stimme die Zuhörer in seinen Bann zieht. Es geht weiter mit zwei amerikanischen Bands auf der Bühne des wenige Tage zuvor wiedereröffneten Bataclan: Die beiden New Yorker Jungs von The Lemon Twigs, gefolgt von dem sensationellen Quartett Seratones aus Lousiana mit seiner temperamentvollen afroamerikanischen Leadsängerin AJ Haynes. Den krönenden Abschluss bilden Tinariwen mit Rock aus der Sahara.

Freitag, 22.11. / 05:00 Uhr / Berlin Live: Petula Clark
Musik, Deutschland, 2016, ZDF 60 Min.
Regie: Hannes Rossacher, Stefan Mathieu
Online verfügbar von 22/11 bis 22/12

30 Spielfilme, knapp 160 Lieder in den Top 40 der britischen Singlecharts, mehr als 68 Millionen verkaufte Platten und eine einzigartige Stimme – Petula Clark hat einiges vorzuweisen. Seit bereits fast acht Jahrzehnten begeistert sie Fans rund um den Globus, und ein Ende ist nicht in Sicht. Die Grande Dame des britischen Schlagers begeistert aber nicht nur mit ihrer gefühlvollen Stimme, sondern auch als Komponistin eigener Songs. Darüber hinaus hat sie in ihrer Laufbahn mit Dean Martin, Tom Jones und Andy Williams zusammengearbeitet, außerdem gehörten Größen wie John Lennon und Serge Gainsbourg zu ihren Bewunderern. Kein Wunder also, dass sie bis heute zu den größten Stars der Insel gehört. Was sie live vor Publikum noch zu bieten hat, beweist sie auf der „Berlin Live“-Bühne: Hits wie „Downtown”, aber auch Neues dürfen dabei nicht fehlen. Ein besonders sehens- und hörenswerter Auftritt der Pop-Ikone.

Freitag, 22.11. / 21:50 Uhr / Hinter die Welt – Tokio Hotel
Dokumentation, Deutschland, 2017, RBB 59 Min.
Regie: Oliver Schwabe
Online verfügbar von 22/11 bis 29/11

Mit nur neun Jahren beschließen die Zwillinge Bill und Tom Kaulitz aus Magdeburg, berühmt zu werden. Mit zwölf Jahren gründen sie gemeinsam mit Gustav Schäfer und Georg Listing eine Band, die ab 2005 unter dem Namen Tokio Hotel die Welt erobert. Sie werden bestaunt, belächelt, gehasst und verehrt … Der Erfolg ist gigantisch: Platin in 68 Ländern, ausverkaufte Konzerte und der androgyne Bill wird zur Stilikone. Mit Anfang 20 fliehen die Zwillinge – reich und berühmt – im Privatjet nach Los Angeles und lassen Tausende von begeisterten Fans und ein Leben hinter Schutzmauern hinter sich. Sie möchten ihre Freiheit zurück und wissen nicht, wie und ob es weitergeht. Der Film taucht ein in das Leben der Band, begleitet Bill und Tom durch einsame Wüsten Kaliforniens und Gustav und Georg an die Ufer der Elbe. Sie sprechen über den Preis des Erfolgs, die Unzertrennlichkeit der Zwillinge, über Liebe, Sexualität, Heimat und Musik. Zur Albumproduktion kommt die Band im Studio in Berlin zusammen und bereitet Welttourneen durch Südamerika, Europa und Russland vor. Unbeirrt verfolgt die Band, die schon alles erlebt hat, ihren in der Kindheit begonnenen Traum weiter.

Freitag, 22.11. / 22:50 Uhr / Seven Songs: Matthias Brandt
Musik, Deutschland, 2018, ZDF 15 Min.
Regie: Theo Roos
Online verfügbar von 21/11 bis 20/02
Erstausstrahlung

„Seven Songs“ – sieben Lieder fürs Leben, sieben Lieblingslieder, sieben Songs für die Ups und Downs. Filmemacher, Philosoph und Musiker Theo Roos trifft Promis und Fans an einem Ort ihrer Wahl. Sie erzählen dem Zuschauer, welche Songs ganz oben auf ihrer Playlist stehen – und geben damit auch Dinge preis, die noch nicht über sie bekannt waren. Diesmal mit Schauspieler Matthias Brandt.

An Promis einfach so ranzukommen gelingt nur, wenn sie neugierig auf das sind, was dann passiert. Theo Roos gelingt das, weil er den Vielbeschäftigen ein Angebot macht, für das diese sogar ihr Freizeit opfern: Sie können über Lieblingsmusik sprechen, welche auch immer das ist. Sieben selbstgewählte Songs beziehungsweise Musikstücke, die in ihrem Leben eine gewisse Bedeutung haben. Aus den Aussagen, kurzen Ausschnitten der Musik und assoziativen Filmbildern, die Theo Roos beisteuert, entstehen so 15-minütige Clips, die den Moment des Interviews auf den Punkt und zugleich in einen atmosphärischen Fluss bringen. Sie zeigen Prominente, wie sie vielleicht bislang nicht bekannt waren, lassen den Zuschauer Musik mit anderen Ohren hören – oder sind ganz einfach beste Unterhaltung. Matthias Brandt: Der Schauspieler mit der sanften Stimme erzählt davon, wie ein Versehen nach einer durchgefeierten Nacht ihm musikalisch neue Horizonte eröffnet hat, von seinem frühen Verhältnis zu John Coltrane, warum Bach die Essenz der Musik ist, welcher französische Film ihn schauspielerisch inspiriert hat und vieles andere mehr. Ohrenöffner: ein Stück von David Bowie, das alle kennen, aber nicht so.

Freitag, 22.11. / 23:05 Uhr / Tracks
Magazin, Deutschland, 2019, ZDF 43 Min.
Online verfügbar von 21/11 bis 20/02
Erstausstrahlung

In dieser Woche wirft „Tracks“ einen Blick in die gerade wiederauferstehende legendäre Hamburger OZM Art Space Gallery, trifft die Nachwuchstalente des New German Soul und stöbert mit Trettmann und dem Super-Producer-Kollektiv Kitschkrieg in der „Tracks“-Plattenkiste.

(1): New German SoulJahrelang kam Rap aus Deutschland weitestgehend ohne Soul aus. Einige Nachwuchstalente fügen nun wieder zusammen, was zusammengehört. „Tracks“ trifft mit AgaJon, Kidsoul und Serious Klein die größten Hoffnungen des New German Soul.

(2): Der „Tracks“-Plattencheck mit Kitschkrieg und TrettmannMit „#DIY“ brachte er das wichtigste Album des Jahres 2017 heraus. Nun erscheint seine neue Platte „Trettmann“. Hinter beiden Alben steckt das Produzenten-Team Kitschkrieg. Alle zusammen wühlen kräftig in der „Tracks“-Plattenkiste.

Freitag, 22.11. / 23:50 Uhr / Dans le Club: Oxmo Puccino, Aloïse Sauvage, Seth Gueko und Bramsito

Musik, Frankreich, 2019, ARTE F 60 Min.
Regie: Sébastien Bergé
Erstausstrahlung

Die Zeiten ändern sich, auch für den Rap. Hip-Hop kann man mittlerweile überall hören und performen, in coolen Nachtclubs im Stadtzentrum ebenso wie am Fuße eines Turms oder im Foyer einer Kunsthochschule. „Dans le Club“ präsentiert die Crème de la Crème des französischen Raps – natürlich live! Heute zu Gast: der Boss Oxmo Puccino, der Punchliner Seth Gueko, der Newcomer Bramsito und die unbezähmbare Aloïse Sauvage.

Am 13. September schlägt „Dans le Club“ seine Zelte im legendären Pariser Konzertsaal La Gaîté Lyrique auf. Auf dem Programm stehen dabei nicht nur Performances von vier führenden französischen Rapper*innen, sondern auch Interviews, DJ-Sets und exklusive Featurings. Diese exklusive Hip-Hop-Nacht liefert eine umfassende und detaillierte Momentaufnahme der aktuellen französischen Rap-Szene – von den Urgesteinen bis zur neuen Garde – die sich aufmacht, die Codes des Genres neu zu definieren.
Diesmal am Start ist Oxmo Puccino, der mit seinem legendären Album „Opéra Puccino“ aus dem Jahr 1998 französische Rap-Geschichte geschrieben hat. Mit von der Partie ist auch Seth Gueko, der „Professeur Punchline“ genannt wird und in Frankreich als Rap-Ikone gilt – nicht nur, weil er Trap und Boom Bap miteinander verschmilzt, sondern weil er Alltagssprache kunstvoll mit Pariser Slang kombiniert. Den Rapper-Nachwuchs vertritt der junge MC Bramsito aus Orléans, ein Schützling von Booba, der als eines der vielversprechendsten Rap-Talente Frankreichs gefeiert wird. Zum krönenden Abschluss stellt die unvergleichliche Aloïse Sauvage – bekannt aus ihrer Rolle in „120 BPM“ von Robin Campillo – ihr musikalisches Universum vor, das Brücken zu Hip-Hop, Film und Zirkuskunst schlägt.
Gastgeber Jean Morel führt an diesem Abend durch die französische Rap-Landschaft in all ihren Facetten – nicht nur musikalisch, sondern auch mit Interviews und künstlerischen Begegnungen.


Samstag, 23.11. / 05:35 Uhr / Von Amsterdam nach Odessa ~ Leben mit und auf dem Wasser
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2015, MDR 26 Min.
Regie: Dagmar Brendecke
Online verfügbar von 23/11 bis 30/11

Auke Hulst, Reiseschriftsteller und Musiker, macht sich per Anhalter auf über die Flüsse und Kanäle Europas. Sein Ziel: Odessa, der berühmte Hafen am Schwarzen Meer. Auke beginnt seine Entdeckungsreise in Amsterdam, findet ein ungewöhnliches Hotel im Kran einer Werft, Hausboote auf altem Industrieland, das von Pflanzen gereinigt wird, und die Festung Pampus im IJmeer – eine künstliche Insel auf 4.000 Pfählen. Das Tor zu den Binnenwasserwegen Europas heißt Oranje-Schleuse und von jetzt an gilt: trampen, heißt versuchen, immer wieder – auch auf dem Wasser.

Zusatzinfo:
Bekannte Wasserwege gehen über in unbekannte, beschauliche Routen, in kleine, wenig befahrene Flussläufe mit idyllischen Anlegern – Zeit und Raum für besondere Eindrücke. Ein „Roadmovie“ auf dem Wasser. Auke zu Gast auf Lastkähnen und Freizeitbooten, im Kahn eines Flussfischers oder an Bord eines Polizeiboots, auf einem Katamaran oder einem historischen Klipper. Hohe Himmel, weites Land und Wasser. Auke erlebt Landschaften und Orte. Die Gasfelder seiner friesischen Heimat und die verschwundene Grenze zwischen zwei deutschen Staaten, einen berühmten Flugplatz in Berlin, Warschaus wiederentdeckte Wasserseite, die europäische Grenzstadt Brest oder Prypjat, die Geisterstadt bei Tschernobyl, einen Platz in Kiew und eine berühmte Treppe mit Blick auf das Schwarze Meer.

Samstag, 23.11. / 06:05 Uhr / Von Amsterdam nach Odessa ~ Flache Boote und weite Himmel
Leben mit und auf dem Wasser. Nirgends erlebt man das mehr als in Friesland mit seinen Seen und Kanälen. Schriftsteller und Musiker Auke Hulst entdeckt das Woudagemaal, das größte noch in Betrieb befindliche Dampfschöpfwerk der Welt – ein Industriedenkmal, liebevoll erhalten. Wasser und Tradition – Regatten mit historischen Plattbodenschiffen sind Kult. Vereine, ja ganze Dörfer, kämpfen mit ihren Booten gegeneinander. In Lemmer lernt Auke: Trampen auf dem Wasserweg ist eine Herausforderung. Überall Schiffe, doch keines in die richtige Richtung. Wie kommt Auke weiter in Richtung Odessa?

Samstag, 23.11. / 06:35 Uhr / Von Amsterdam nach Odessa ~ Über den Dollart ans Ende der Welt
Von Groningen zum Ende der Welt und ins Moorland. Auke Hulst ist Gast auf der „Willem Jacob” und kann sich in das Leben auf einem Klipper um 1890 hineinversetzen. Auf dem Weg zum Dollart passiert der Segler zwei für Auke emotional besetzte Orte: Denemarken, das Dorf seiner Kindheit, und die futuristischen Gebilde der Gasförderanlagen.Auf der deutschen Seite der Ems: das „Ende der Welt” und die Moorlandschaften. Für Generationen bestimmte der Torf das Leben der Menschen. Geblieben sind nur die Kanäle, wie der Elisabethfehn. Und die Fehntjer, ein Volk für sich – auf deutscher und holländischer Seite.

Samstag, 23.11. / 07:00 Uhr / Von Amsterdam nach Odessa ~ Auf Wasserwegen durch den Norden
In Bremen trifft Auke Hulst den Binnenschiffer Arnold. Auf dessen 85-Meter-Frachtschiff „Anton” geht es weiter Richtung Odessa. Weseraufwärts gefangen zwischen den Ufern. 15 Stunden Leben als Binnenschiffer. Doch auch das: Fußball und Zen. Für einen Moment verschwindet die Zeit. Am Wasserkreuz Minden die nächste Mitfahrgelegenheit Richtung Osten. Auke ist Gast auf einem kanadischen Schiff, besucht zwei Glastürme, in denen Neuwagen auftauchen, wie Schokoriegel im Süßigkeitenautomat. Und er sucht eine unsichtbare Grenze. Früher der Eiserne Vorhang – heute eine idyllische Uferlandschaft.

Samstag, 23.11. / 16:35 Uhr / Stadt Land Kunst Spezial ~ Peking
Magazin, Frankreich, 2019, ARTE F 38 Min.
Regie: Fabrice Michelin
Online verfügbar von 16/11 bis 22/01
Erstausstrahlung

(1): Das Peking des letzten Kaisers
(2): Der Kaiserkanal, die andere Chinesische Mauer
(3): Die Chinesische Mauer – Ein Bauwerk mit Bestand

(1): Das Peking des letzten Kaisers
Die Verbotene Stadt ist die legendäre Residenz der chinesischen Kaiser. Jahrhundertelang war Besuchern der Zutritt verwehrt. Bernardo Bertolucci machte sie 1987 zum Schauplatz seines Monumentalfilms „Der letzte Kaiser“. Er war der erste ausländische Filmemacher, der die beinahe endlose Abfolge quadratischer Höfe und majestätischer Pforten filmen durfte. Der Regisseur erzählte die Geschichte von Puyi, dem letzten Kaiser von China, der nach der kommunistischen Machtergreifung 1949 ein Leben als Gärtner im botanischen Garten der Hauptstadt fristete. Schon der Filmtitel verheißt das Ende einer Ära.

(2): Der Kaiserkanal, die andere Chinesische Mauer
Der Kaiserkanal in China erstreckt sich über mehr als 1.700 Kilometer. Der Bau dieser gigantischen Wasserstraße wurde schon vor 2.500 Jahren begonnen, erforderte Millionen Arbeitskräfte und veränderte die Landschaften im Osten des Landes nachhaltig. Zwischen Hangzhou und Peking diente der imposante Kanal als Verbindung zwischen den verschiedenen Provinzen des Reichs der Mitte und verhalf den anliegenden Städten zu wirtschaftlichem Aufschwung.

(3): Die Chinesische Mauer – Ein Bauwerk mit Bestand
Die Chinesische Mauer ist das längste Monument der Welt. Jahr um Jahr laufen eine Millionen Touristen darüber. Das riesige Bauwerk hat über mehrere Jahrhunderte hinweg die Grenzen des chinesischen Kaiserreichs geschützt. Was ist das Geheimnis dieser durch und durch soliden Konstruktion?

Samstag, 23.11. / 02:55 Uhr / Hauptsache Progressive ~ Als der Rock symphonisch wurde
Dokumentation, Deutschland, 2016, RB 52 Min.
Regie: Michael Denk, János Kereszti
Online verfügbar von 23/11 bis 30/11

„Hauptsache Progressive“ zeigt Live-Auftritte der ersten Musiker, die in den 60er Jahren Rockmusik mit Klassik, Folk und Weltmusik mischten, und erklärt, warum diese Konzeptmusik damals den Zeitgeist in Europa traf und bis heute eine treue Fangemeinde hat. Eine Zeitreise von der Entstehung des Genres mit Bands wie King Crimson oder Jethro Tull bis hin zum aktuellen Erfolg durch Steven Wilson.

„Drei Akkorde wie bei Status Quo, das ist mir einfach zu langweilig. Ich möchte Musik machen, die einen mitnimmt auf eine Reise“, so fasst Musiklegende Ian Anderson, Sänger und Kopf der Band Jethro Tull, seine Vorstellung von Progressive Rock zusammen. Der Rocker mit der Querflöte war einer der Pioniere dieser neuen Musikrichtung, die in den 60er Jahren Rock mit Klassik, Folk und Weltmusik mischte – zusammen mit Bands wie King Crimson, Yes, Nice, Emerson, Lake & Palmer oder Curved Air. Oft haben die Musiker eine Ausbildung in klassischer Musik. Viele sind in bürgerlichen Elternhäusern und mit dem üblichen Bildungskanon groß geworden. Das Ergebnis ist Konzeptmusik, die damals den Zeitgeist in Europa traf und bis heute eine treue Fangemeinde hat.
Das kann man jeden Frühsommer auf der Freilichtbühne Loreley sehen. Winfried Völklein feiert dort seit 2006 das Night of the Prog Festival. Völklein ist eine Mischung aus Althippie und Informatiker. Damit unterscheidet er sich kaum vom Publikum, das sein Festival besucht. „80 bis 90 Prozent, die hier eine Eintrittskarte kaufen, sind Professoren oder Doktoren“, beschreibt Völklein das Publikum. Als „Kopfmusik“ oder „Abiturientenrock“ bezeichneten viele die Stilrichtung, die Ende der 60er Jahre entstand und versuchte, gewohnte musikalische und textliche Strukturen aufzubrechen und zu erweitern.

Die Dokumentation zeigt die Anfänge dieser Musik auf, die nach Meinung vieler Prog-Größen bei den Beach Boys und ihrem legendären Song „Good Vibrations“ liegen. Beach Boy Mike Love hat den Song mitgeschrieben. Für ihn ist es eine Ehre, dass so viele erfolgreiche Bands sein Werk als Inspiration sehen: „‚Good Vibrations‘ war ein Experiment. Die Harmonie verändert sich, die Instrumente sind etwas anderes. Es war Avantgarde und ist es vielleicht heute noch.“ So sieht es auch der erfolgreichste Prog-Rocker der Gegenwart, Steven Wilson. Das Filmteam trifft den zurückgezogenen Briten zu Hause in seinem Studio außerhalb Londons. „Heute ist es eigentlich nicht mehr möglich, progressiv zu sein. So gut wie alles ist schon ausprobiert worden“, sagt er wehmütig.

Sonntag, 24.11. / 05:50 Uhr / Hundert Meisterwerke und ihre Geheimnisse: Frankfurter Westhafen, 1916, Ernst Ludwig Kirchner
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2015, ARTE F 26 Min.
Regie: Clément Cogitore
Online verfügbar von 24/11 bis 23/01

1897 malte Paul Gauguin in seinem selbstgewählten Exil auf Tahiti – jenem verlorenen und vom Kolonialismus geprägten Paradies – sein Bild „Woher kommen wir? Wer sind wir? Wohin gehen wir?“. Mit Maßen von fast vier Meter Länge und mehr als einem Meter Höhe ist es zugleich auch das im Umfang größte Gemälde, das Gauguin je geschaffen hat. Das Gemälde, das die drei Lebenszyklen des Menschen darstellt, betrachtete er selbst als sein moralisches und künstlerisches Testament. Kunstgeschichtlich sollte es das Eingehen der „primitiven Kunst“ in die moderne Kunst einläuten.

Ernst Ludwig Kirchners gesamtes Schaffen spiegelt die unruhige Periode der deutschen Geschichte wider, die vom Niedergang Preußens bis zum Beginn der Nazizeit reicht. Kirchner gründet 1905 zusammen mit anderen Malern die expressionistische Künstlergruppe „Brücke“. Ihr vermutlich von Nietzsche inspirierter Name ist Programm: Die Vereinigung wollte sich, wie auf einem Handzettel zu lesen war, „Lebensfreiheit verschaffen gegenüber den wohlangesessenen, älteren Kräften“. Tabuthemen sollten unmittelbar angegangen werden.

In seinem Gemälde „Westhafen Frankfurt am Main“, eine geometrische Komposition in lebhaften Farben, mit kantigen, holzschnittartigen Linien stellt Kirchner den Frankfurter Industriehafen dar, wie er sich ihm 1916 bietet: Der Betrieb arbeitet kriegsbedingt auf Sparflamme. Der wehrdienstuntauglich geschriebene Kirchner weilt zur Genesung in einem Sanatorium im Taunus, unter schweren Depressionen leidend.

Das fleißige Deutschland steckt all seine Kraft in den Krieg, und die Söhne des Landes sterben in den Schützengräben von Verdun. Der im Hintergrund des Bildes vorbeifahrende Zug transportiert wahrscheinlich Kanonen oder Kanonenfutter. „Schwerer als alles andere lastet der Druck des Krieges und die überhandnehmende Oberflächlichkeit. Ich habe immer den Eindruck eines blutigen Karnevals. Wie soll das alles enden …?“, schreibt Kirchner am 12. November 1916.

Die Zukunft, die sein bedrückender Wachtraum ankündigt, gestaltet sich noch finsterer als die Vorahnungen des Künstlers: Kirchners Werk wird von den Nazis als „entartetet“ deklariert. Mehr als 600 seiner Arbeiten werden aus den Museen entfernt, anschließend verkauft oder verbrannt. Und die Züge, die Kirchner scheinbar vorausahnend malte, werden später tatsächlich Richtung Konzentrationslager fahren.

Sonntag, 24.11. / 06:20 Uhr / Hundert Meisterwerke und ihre Geheimnisse: Der Frühling, 1482, Sandro Botticelli
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2015, ARTE F 26 Min.
Regie: Clément Cogitore
Online verfügbar von 24/11 bis 23/01

Im Florenz des Quattrocento, der Wiege der Renaissance, schuf Sandro Botticelli, der Lieblingsmaler von Lorenzo de‘ Medici, genannt „der Prächtige“, eine einzigartige Allegorie auf den Frühling. Das um 1482 entstandene Werk „Primavera“ ist ein Lobgesang auf die Schönheit und einen Staatsmann, der es verstand, Kunst und Wissenschaft zu vereinen und seine Stadt dadurch über alle anderen Städte zu erheben.

Florenz im Jahr 1480: Das 15. Jahrhundert in Italien, das sogenannte Quattrocento, in dem der Begriff der Renaissance geboren wird, markiert den Bruch mit dem Mittelalter und den Eintritt in die Moderne. Das Epizentrum liegt dabei in Florenz. Gelehrte, Philosophen und Künstler besinnen sich wieder auf die Künste und Wissenschaften der Antike. Der Stadtstaat der mächtigen Familie der Medici ist die Wiege des modernen Humanismus, dessen Ziel es ist, den Menschen und sein Denken wieder in den Mittelpunkt des Universums zu rücken, um eine neue Welt zu errichten. Der großzügige Mäzen Lorenzo de‘ Medici hat verstanden, dass sich eine Stadt durch ihre Kunst und ihren Geist weiterentwickelt. Botticelli, Protegé der Medicis, malte Allegorien, die das goldene Zeitalter von Florenz veranschaulichen. Eine von ihnen, „Der Frühling“, wurde wahrscheinlich von Lorenzo dem Prächtigen in Auftrag gegeben. Darauf sind neun Figuren zu sehen, aufgereiht auf einer Blumenwiese, gesäumt von dunklen Bäumen mit goldenen Früchten. In der Mitte eine junge Frau, die im Allgemeinen als Venus, die Göttin der Liebe, identifiziert wird. Über ihr ihr Sohn Cupido mit verbundenen Augen. Daneben ein Reigen von drei jungen Grazien in durchsichtigen Kleidern. Der belebende Odem, den Zephyr der Nymphe Chloris im Beisein von Venus und Merkur einhaucht, gleicht dem der Renaissance in Florenz. Es war das Ende der rein religiösen Malerei und der Beginn einer Ära, in der die Zentralperspektive die Kunst revolutionierte. Über die Interpretation des Bildes, die sich auf die Venus und andere antike Gottheiten bezieht, gibt es kaum Zweifel. Im Auftrag der Medici wird Botticelli zum Erfinder der sogenannten mythologischen Malerei. Antike Themen gesellen sich zu christlichen Themen, um die Rückkehr des goldenen Zeitalters des Humanismus zu feiern: die wiedergefundene Harmonie zwischen Mensch und Welt dank Intelligenz und Vernunft.

Sonntag, 24.11. / 06:50 Uhr / Hundert Meisterwerke und ihre Geheimnisse: Die Dame mit dem Einhorn, um 1500 – Anonym
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2015, ARTE F 26 Min.
Regie: Carlos Franklin
Online verfügbar von 24/11 bis 23/01

„Die Dame mit dem Einhorn” (um 1500) ist eine Serie von sechs Wandteppichen. Das mysteriöse anonyme Kunstwerk gilt als Meisterwerk der westlichen Kunst: Es ist eine betörende Metapher des sexuellen Verlangens und eine Hommage an die fünf weltlichen Sinne sowie den sechsten, spirituellen Sinn des Menschen. Die Darstellung des Einhorns als Zauberwesen kündet vom Ende des französischen Mittelalters.

Die sechs Wandteppiche von der Dame mit dem Einhorn gelten als eines der geheimnisvollsten Meisterwerke der westlichen Kunst. Um 1500 war in Frankreich der Hundertjährige Krieg fast vergessen, das Königreich geeint und das kulturelle Leben blühte auf. Einen besonderen Höhepunkt erlebte die Webkunst – Wandteppiche waren äußerst beliebt. Stets erkennbar an den Wappen ihrer reichen und stolzen Besitzer, reisten sie als mobiler Schatz von einer Residenz zur nächsten.

Die mysteriöse Allegorie von der Dame mit dem Einhorn trägt weder Datum noch Signatur oder einen Hinweis auf den Herstellungsort. Die einem Comic im Großformat ähnelnde Reihe ist von der humanistischen Strömung geprägt, die sich unter dem wohlwollenden Einfluss der Herzogin Anne de Bretagne im französischen Königreich ausbreiten konnte. Doch wovon erzählen die sechs Wandteppiche? Handelt es sich um eine verschlüsselte Botschaft nach mittelalterlicher Minnetradition? Symbolisieren die sechs Antlitze der Dame die sechs Lebensalter? Oder verbildlichen sie die fünf Sinne, die zu einem sechsten, alles beherrschenden Sinn hinführen: „Mon seul désir“, mein einziger Wunsch, der freie Wille nach Platon?

Ins Auge fällt dem Betrachter jedoch zunächst die Fantasiegestalt des Einhorns, jenes Mischwesens, das die Menschen seit der Antike fasziniert. Jeder kennt seine Gestalt, niemand hat es je gesehen, und dem Staub seiner Hörner werden vielfältige Heilkräfte zugeschrieben. Vor allem aber markiert das Einhorn das Ende der reich verzierten Bestiarien, die mit ihren Fabelwesen in erster Linie der Verehrung Gottes dienten, und den Anfang der humanistischen Enzyklopädien bildeten.

Sonntag, 24.11. / 07:30 Uhr / Von Amsterdam nach Odessa: Havelzander und ein Flugplatz für alle
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2015, MDR 26 Min.
Regie: Dagmar Brendecke
Online verfügbar von 24/11 bis 01/12

ARTE begleitet den niederländischen Schriftsteller Auke Hulst auf seiner Reise per Anhalter über die Wasserwege Europas. Sein Ziel: Odessa, der berühmte Hafen am Schwarzen Meer. Auke hat die Welt bereist, doch sein eigener Kontinent ist ihm zum Teil ein Rätsel. Er ist Europäer, doch was ist das? Das will er herausfinden. Der Weg führt durch die Wasserwelt der holländischen Kanäle und über die Frachtrouten der norddeutschen Flüsse in die idyllischen Wasserstraßen Polens sowie durch die Sümpfe Weißrusslands und die riesigen Stauseen der Ukraine. 2.500 Kilometer Abenteuer mitten in Europa. Die Flüsse verbinden dabei Vergangenheit und Gegenwart und Geschichten mit Geschichte.

Ein Havelfischer nimmt Auke Hulst mit in sein Revier bei Ketzin. In Berlin hilft Auke der Wasserschutzpolizei und kommt durch das Zentrum der Stadt bis zum Osthafen. An den Ufern: modernisierte Fabrikgebäude mit Büros und Hotels sowie Ruinen, die darauf warten, zu Lofts zu werden. Alle wollen ans Wasser, hier leben und arbeiten. Die Freiräume der Stadt werden kleiner. Ein Ort, bei dem sich die Bürger erfolgreich gegen die große Verplanung wehrten, ist das riesige Areal des alten Flughafens Tempelhof. Ein surreales Raumgefühl inmitten einer Großstadt. Doch Auke muss weitertrampen: Richtung Odessa.

Sonntag, 24.11. / 08:00 Uhr / Unter der Lupe – 3 Maler, 9 Werke: Barock
Kindersendung, Großbritannien, 2017, ARTE 14 Min.
Regie: Anton Khilman
Online verfügbar von 17/11 bis 23/01
Erstausstrahlung

Die bekanntesten Maler der Welt, ihre Meisterwerke und Geschichten über deren Entstehung – all das erwartet die Zuschauer dieses neuen Kunstprogramms bei ARTE. Was wollte Iwan Aiwasowski mit seinen Gemälden sagen? Welche Bedeutung versteckt sich in den Werken von Hieronymus Bosch, und warum sind sie allesamt so teuer? Diese und viele weitere spannende Fragen beantwortet die Reihe auf einfache, verständliche und zugleich anspruchsvolle Weise.

Der Barock ist ein prächtiger und üppiger Kunststil, dessen Blütezeit in Europa vom Beginn des 17. Jahrhunderts bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts reichte. Diese Folge stellt die drei herausragenden Barockmaler Peter Paul Rubens, Diego Velázquez und Johannes Vermeer vor und nimmt jeweils drei Gemälde unter die Lupe.

Der Barock folgte auf die Renaissance und den Manierismus und ging dem Rokoko und dem Klassizismus voran. Starke Kontraste, Bewegungsreichtum, Detailverliebtheit, intensive Farben, große Dimensionen und Überraschungseffekte waren im Barock die Mittel der Wahl, um Ehrfurcht und Bewunderung zu erzeugen. Der Stil entstand zu Beginn des 17. Jahrhunderts in Rom, verbreitete sich dann schnell in Norditalien, Frankreich, Spanien und Portugal und etwas später auch im übrigen Europa. Diese Folge stellt die drei herausragenden Barockmaler Peter Paul Rubens, Diego Velázquez und Johannes Vermeer vor und nimmt jeweils drei Gemälde unter die Lupe.

Peter Paul Rubens ist berühmt für seine Porträts, Landschaftsbilder, Altargemälde im Geiste der Gegenreformation und Historienmalereien mit mythologischen und allegorischen Motiven. Gezeigt werden seine drei Gemälde „Das Urteil des Paris“, „Daniel in der Löwengrube“ (um 1614-1616) und „Kreuzabnahme“ (1612).

Der Spanier Diego Velázquez war einer der führenden Künstler am Hof von König Philipp IV. und einer der bedeutendsten Maler des Siglo de Oro. Er war ein individualistischer Barockmaler und ein hoch angesehener Porträtmaler. „Die drei Musiker“ (1618), „Alte Frau beim Eierbraten“ (1618) und „Las Meninas“ (1656) sind weltbekannt.

Der Holländer Johannes Vermeer malte vor allem Interieurszenen aus dem bürgerlichen Leben. Seine berühmtesten Werke sind „Dienstmagd mit Milchkrug“ (1657-1658), „Die Malkunst“ (1665-1668) und „Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge“ (1665).

Sonntag, 24.11. / 08:30 Uhr / Wenn ich groß bin, werde ich … Glashandwerkerin
Kindersendung, Belgien, Frankreich, 2019, ARTE 14 Min.
Regie: Benoît Van Wambeke
Online verfügbar von 17/11 bis 24/12
Erstausstrahlung

„Wenn ich groß bin, werde ich …“ – Wer hat in seiner Kindheit diesen Satz nicht gesagt und von einer glanzvollen Karriere als Feuerwehrmann, Astronaut oder Forscher geträumt? In der Serie für Kinder stellen verschiedene Personen ihre Tätigkeiten vor. Der neugierige Pieper, eine freche, aber sympathische kleine Kartoffel, führt durch die Sendung und vermittelt spielerische Einblicke in die Arbeitswelt.
Heute begleitet Pieper die kreative Glashandwerkerin Veerle in ihr Atelier, wo sie aus verschiedenen Glasarten wunderschöne Fenster und andere Kunstwerke zaubert.

Veerle hat einen kreativen Job: Sie ist Glashandwerkerin. Von der Restaurierung von alten Glasfenstern bis hin zur Anfertigung von Glaskunstwerken – Veerle gestaltet Glas aller Art. Bereits als Kind hatte die Belgierin große Freude am Basteln und Kreativsein. Deshalb entschied sie sich nach dem Gymnasium für ein Studium an der Kunsthochschule, wo sie die Glaskunst erlernte.

Heute besitzt Veerle ihren eigenen Glashandwerksbetrieb. Sie arbeitet in einem sogenannten Coworking-Space – einem Büro, in dem Menschen aus verschiedenen kleinen Betrieben zusammenarbeiten. Für Veerle ist dies ein ganz besonderer Arbeitsplatz, denn er ermöglicht es ihr, sich mit anderen Personen zu unterhalten und kreative Ideen auszutauschen. Außerdem gibt es eine gemeinsame Küche, in der sie mit den anderen zusammen essen und plaudern kann.

Veerle ist auf Bleiverglasungen spezialisiert: Kombinationen aus verschiedenen Glasarten und -farben, die durch Bleistreifen zusammengehalten werden, wie bei bunten Kirchfenstern.

Doch wie wird Glas eigentlich hergestellt? Glas besteht aus drei Bestandteilen: Kalk, Sand und Salz. Diese Mischung wird in einem speziellen Ofen zu einer dickflüssigen Masse erhitzt, die vor dem Abkühlen in die passende Form gebracht wird. So entstehen Trinkgläser, Vasen, Flaschen und andere Glasgegenstände.

Um Bleiglasfenster herzustellen, müssen die einzelnen Glas- und Bleiteile zugeschnitten und anschließend wie eine Art Puzzle aneinandergefügt werden. Veerle hat große Freude an ihrem Beruf, der technische mit kreativen Aspekten vereint – genau das Richtige für sie. Sie ist der festen Überzeugung: Wenn sie das schaffen kann, dann kann das jeder!

Sonntag, 24.11. / 16:05 Uhr / New York ~ Weltstadt der Kunst
Dokumentation, Deutschland, 2020, NDR 52 Min.
Regie: Michael Trabitzsch
Erstausstrahlung

New York boomt: Immer mehr Menschen wollen dort leben, immer neue Hochhäuser entstehen, die Stadt schraubt sich in die Höhe. Dabei kämpft die Megacity auch darum, ihr Image als Metropole der Kreativen zu behaupten. Ein zentraler Ort dafür wird „The Shed“ sein, die neue Kulturfabrik in Manhattan: Galerie, Produktionsstätte und Festivalhaus in einem, ein Ort für das Crossover aller Kunstformen. Ausstellungen, Performances und Konzerte wechseln sich dort jetzt ab, „The Shed“ (übersetzt: „der Schuppen“) versteht sich dabei selbst als ein Gesamtkunstwerk.

New York boomt: Immer mehr Menschen wollen dort leben, immer neue Hochhäuser entstehen, die Stadt schraubt sich in die Höhe. Dabei kämpft die Megacity auch darum, ihr Image als Metropole der Kreativen zu behaupten. Ein zentraler Ort dafür wird „The Shed“ sein, die neue Kulturfabrik in Manhattan, übersetzt „der Schuppen“: Galerie, Produktionsstätte und Festivalhaus in einem, ein Ort für das Crossover aller Kunstformen. Ausstellungen, Performances und Konzerte wechseln sich dort ab. In New York ist das Geld zu Hause, und die kreativen Köpfe. Kunst und Geld vertrugen sich lange Zeit gut: Die aufstrebenden Künstler halfen, verrufene Stadtviertel chic zu machen, indem sie dort hinzogen mit ihrer Kunst und ihrem Lebensstil, zuerst nach Chelsea, dann nach Brooklyn und zuletzt immer weiter weg von Manhattan. Die Stadt will ihren kreativen Ruf nicht verlieren und sucht mit privaten Stiftern ständig nach neuen Wegen. Vor allem diese halfen, die 500 Millionen US-Dollar für „The Shed“ aufzubringen, die neue Kulturfabrik der Superlative mit ihrer spektakulären Architektur, die an eine bewegliche Membran erinnert. Die Stockwerke können miteinander als Eventflächen kombiniert oder auch unabhängig voneinander genutzt werden. Auf Knopfdruck entsteht nahezu geräuschlos in nur wenigen Minuten eine Open-Air-Bühne. Die wichtigsten Macherinnen und Macher dieses neuen kulturellen Leuchtturms im Big Apple kommen in der Dokumentation ausführlich zu Wort. New York und die Kunst – das ist ganz offenbar eine Liebesbeziehung auf Gegenseitigkeit, und „The Shed“ versteht sich selbst als Gesamtkunstwerk.

Sonntag, 24.11. / 17:00 Uhr / Metropolis Spezial: UN-Klimakonferenz
Magazin, Deutschland, 2019, ZDF 43 Min.
Regie: N.N.
Online verfügbar von 22/11 bis 22/02
Erstausstrahlung

(1): Kopenhagen: Auf dem Weg zur ersten klimaneutralen Metropole der Welt

(1): Kopenhagen: Auf dem Weg zur ersten klimaneutralen Metropole der Welt
Das Projekt ist ambitioniert: Bis 2025 möchte Dänemarks Hauptstadt die erste Metropole der Welt sein, die völlig CO2-neutral funktioniert. Eine Vorreiterrolle, die sich einer der größten Herausforderungen unserer Zeit stellt, denn Städte verursachen nahezu drei Viertel aller CO2-Emissionen. Wie kann man Umweltbewusstsein propagieren und gleichzeitig lebenswert bleiben? „Metropolis“ macht sich mit Kopenhagener Künstlern auf, um zu entdecken, wie sie die Zukunft ihrer Stadt sehen – und wie man mit Hilfe von Kunst und grünem Bewusstsein die Welt schützen kann.

Sonntag, 24.11. / 17:45 Uhr / Musik aus der Zeit der Belle Epoque
Dokumentation, Frankreich, 2013, ARTE F 40 Min.
Regie: Yves Riou, Philippe Pouchain

Mit: Maurice Chevalier, Fernandel, Serge Gainsbourg, Juliette Gréco, Fernand Raynaud, Aristide Bruant
Online verfügbar von 17/11 bis 01/12

Welchen Schwung, welche Heiterkeit vermitteln diese Lieder! Vom späten 19. Jahrhundert bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs singt das zügellose Paris der Belle Epoque von Liebe, Lebensgenuss und Sorglosigkeit. Die Dokumentation führt auf eine musikalische Reise durch die französische Hauptstadt mit einem Abstecher nach Berlin, einer weiteren kulturellen Hochburg jener Zeit. Auf dem Programm: zeitgenössische Stars wie Félix Mayol, Vincent Scotto und Aristide Bruant sowie zahlreiche Juwelen und gewagte Neuheiten des französischen Chansons.

Die Dokumentation stellt nicht nur die großen Interpreten der Belle Epoque vor – wie Mayol, Fragson, Polin, Dranem, Yvette Guilbert und viele mehr – präsentiert von einem dynamischen Maurice Chevalier, sondern auch Covers von Chansons aus dieser Zeit durch Künstler der frühen 60er Jahre wie Serge Gainsbourg, Juliette Gréco, Philippe Clay, Jean Richard und Fernandel. Tatsächlich blickte man in den sogenannten Trente Glorieuses, den Jahren des Wirtschaftsaufschwungs nach dem Zweiten Weltkrieg, fasziniert auf die lebendige Euphorie der Belle Epoque zurück, die mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs ein jähes Ende fand. Zur breiten Palette der Musik, die das Sittenverständnis und die Mentalität der Belle Epoque gut veranschaulicht, gehören romantische Liebeslieder, komischer Bühnenklamauk, schlüpfrige Gassenhauer der als Comiques Troupiers bekannten Kabarettisten in Soldatenverkleidung, immer wiederkehrende Refrains beliebter Ohrwürmer, Texte über die gesellschaftliche Atmosphäre jener Zeit und die Energie des Ragtime. Die Dokumentation stützt sich auf umfangreiches Archivmaterial – zahlreiche Bilder, erste Tonaufnahmen und Kolorationen –, das den unglaublichen Erfindungsgeist dieser Zeit mit ihren wissenschaftlichen und technischen Durchbrüchen ebenso widerspiegelt wie ihr kulturelles Erwachen, verkörpert durch Komponisten wie Aristide Bruant und Vincent Scotto.

Sonntag, 24.11. / 22:10 Uhr / Embrace – Du bist schön
Dokumentarfilm, Australien, 2016, ZDF 85 Min.
Regie: Taryn Brumfitt
Online verfügbar von 24/11 bis 01/12

Medien, Werbung und Gesellschaft geben ein Körperbild vor, nach dem wir uns selbst und andere immer wieder beurteilen. Die australische Fotografin Taryn Brumfitt wollte das nicht mehr hinnehmen. Sie postete ein ungewöhnliches Vorher-Nachher-Foto ihres fast nackten Körpers auf Facebook und löste damit einen Begeisterungssturm aus. Durch ihren Post, der über 100 Millionen Mal angesehen wurde, rückte sie das Thema Body-Image in den Fokus der Weltöffentlichkeit. Mit ihrem Dokumentarfilm „Embrace – Du bist schön“ möchte Brumfitt allen, die unter den vermeintlichen Schönheitsidealen leiden, einen Gegenentwurf vorstellen.

In ihrem Dokumentarfilm „Embrace – Du bist schön“ begibt sich die australische Fotografin Taryn Brumfitt auf eine Reise um den Globus, um herauszufinden, warum so viele Frauen ihren Körper nicht so mögen, wie er ist. Sie trifft auf Frauen, die ihre ganz eigenen Erfahrungen mit Bodyshaming und Körperwahrnehmung haben. Der Film inspiriert und verändert die Denkweise über uns und unsere Körper. Taryns Botschaft lautet: Liebe deinen Körper wie er ist, er ist der einzige, den Du hast! Zu den Protagonisten des Films zählt auch Schauspielerin Nora Tschirner, bekannt aus „Keinohrhasen“, „SMS für Dich“ und dem „Tatort“ aus Weimar, die „Embrace“ zugleich mitproduziert hat.

Nora Tschirner über „Embrace – Du bist schön“: „‚Embrace‘ hat etwas Augenöffnendes. Schon als Taryn Brumfitt und ihr Filmprojekt mir das erste Mal begegnet sind, ging es mir so. Und der Film, der in der Zwischenzeit entstanden ist, hat mit der großen Aufmerksamkeit, die er in Australien, den USA und Deutschland ausgelöst hat, gezeigt, dass es nicht nur mir so geht. Taryns Gegenentwurf zu den vorherrschenden Schönheitsidealen ist einfach eine Wohltat. Sie hat mich persönlich sehr berührt und ich bin froh, und auch ein bisschen stolz, bei ‚Embrace‘ dabei gewesen zu sein.“

Sonntag, 24.11. / 23:35 Uhr / Peggy Guggenheim ~ Ein Leben für die Kunst
Dokumentarfilm, USA, 2015, ARTE F 92 Min.
Regie: Lisa Immordino Vreeland
Online verfügbar von 24/11 bis 01/12
Erstausstrahlung

Lisa Immordino Vreeland porträtiert das Leben der Kunst-Ikone Peggy Guggenheim: ein Leben im kulturellen Umbruch des 20. Jahrhunderts, das von Affären und Beziehungen zu einigen der größten Künstler des 20. Jahrhunderts wie Samuel Beckett, Max Ernst, Jackson Pollock oder Marcel Duchamp geprägt war. Als eine der wenigen Frauen des 20. Jahrhunderts schaffte sie es, als Mäzenin und bedeutende Kunstsammlerin in die Geschichte einzugehen. Der Dokumentarfilm basiert auf bisher verschwunden geglaubten Tonaufnahmen von Interviews mit Peggy Guggenheim aus den Jahren 1978 und 1979.

Peggy Guggenheim sammelte moderne Kunst und sie sammelte Männer. „In meinem Leben ging es nur um Kunst und Liebe“, sagte die Galeristin in einem Interview kurz vor ihrem Tod 1979. Die Tonaufnahmen des Gesprächs mit Guggenheims Biografin Jacqueline Bograd Weld galten lange als verschollen, sind nun jedoch wieder aufgetaucht. Es handelt sich dabei um die letzten Aufnahmen, die vor Peggy Guggenheims Tod aufgezeichnet wurden. Ihre Leidenschaft ließ Peggy Guggenheim als Autodidaktin zu einer der einflussreichsten amerikanischen Kunstmäzeninnen, Sammlerinnen und Galeristinnen moderner Kunst werden. Bis zu ihrem Tod soll sie fast jeden Tag ein Bild gekauft haben. Ohne jegliche kunsthistorische Ausbildung ging die junge Amerikanerin in den 20er Jahren nach Paris und umgab sich mit Künstlern und Intellektuellen wie Marcel Duchamp, Pablo Picasso, Salvador Dalí, Fernand Léger, James Joyce, Ezra Pound und Gertrude Stein. 1938 eröffnete sie in London die Galerie „Guggenheim Jeune“, wo sie Werke von damals noch weitgehend unbekannten Künstlern wie Wassily Kandinsky ausstellte. Als die Nationalsozialisten Paris besetzten, ging sie zurück nach New York und eröffnete mit der Galerie „Art of This Century“ eine der ersten avantgardistischen Ausstellungsstätten der USA. In besonderem Maße förderte Peggy Guggenheim in dieser Zeit Jackson Pollock, der bald zum bekanntesten Vertreter des Action Painting avancierte. Im Palazzo Venier dei Leoni in Venedig, wohin sie 1949 gezogen war, zeigt sie ab 1951 ihre eindrucksvolle Sammlung, die Peggy-Guggenheim-Kollektion, die Meisterwerke von Miró bis Max Ernst umfasst. Ihre erste Ehe mit dem Maler Laurence Vail, aus der zwei Kinder hervorgingen, wurde nach acht Jahren geschieden. Den britischen Schriftsteller John Holms sah Guggenheim als „Mann ihres Lebens“, doch er war alkoholkrank und starb wenige Jahre, nachdem sie sich kennenlernten. Auch die Ehe mit dem deutschen Maler Max Ernst wurde nach nur fünf Jahren wieder geschieden. Zwischendurch und währenddessen hatte Guggenheim Affären über Affären. Süchtig sei sie gewesen, sagen Biografen: süchtig nach Kunst und Männern.

Zusatzinfo:
Peggy Guggenheims Erzählungen werden unterstrichen von einem umfangreichen Foto- und Filmarchiv. Kunstgrößen wie Larry Gagosian und der Verfasser der Picasso-Biografie, John Richardson, die Kunsthistorikerin und Autorin Dore Ashton, die Museumsdirektorin Lisa Phillips, „Art in America“-Herausgeberin Lindsay Pollock sowie der Schweizer Kurator für zeitgenössische Kunst, Hans Ulrich Obrist, kommen zu Wort und vervollständigen das Bild.

Sonntag, 24.11. / 01:10 Uhr / Libera Me ~ Eine Verdi-Choreographie von Christian Spuck
Oper, Deutschland, 2016, ARTESSR 95 Min.
Komponist: Giuseppe Verdi
Fernsehregie: Michael Beyer
Dirigent: Fabio Luisi
Orchester: Philharmonia Zürich
Chorleitung: Marcovalerio Marletta
Chor: Chor und Zusatzchor der Oper Zürich
Choreographie: Christian Spuck
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten: Christian Schmidt, Christian Schmidt
Kostüme: Emma Ryott
Licht: Martin Gebhardt

Mit: Veronica Simeoni (Mezzosopran), Krassimira Stoyanova (Sopran), Georg Zeppenfeld (Bass), Francesco Meli (Tenor)

Online verfügbar von 24/11 bis 01/12

Das Opernhaus Zürich bringt in einer groß besetzten Gemeinschaftsproduktion von Ballett und Oper eines der berühmtesten Werke des klassischen Repertoires auf die Bühne, Giuseppe Verdis „Messa da Requiem“. Christian Spuck, der Direktor des Balletts Zürich, ist Choreograph und Regisseur dieses außergewöhnlichen Unternehmens aus Musiktheater und Tanz. Die musikalische Leitung hat der Generalmusikdirektor der Oper Zürich inne, Fabio Luisi. Das Requiem ist ein Meisterwerk des oratorischen Konzertrepertoires. Verdi vertonte den lateinisch liturgischen Text der Messe und beschwört mit der musikalischen Dramatik, die man aus seinen Opern kennt, gigantische Bilder verschiedenster Gefühle herauf wie Angst, Zorn, Schmerz, Trauer und die Sehnsucht nach Erlösung.

Mit der „Messa da Requiem“ bringt Christian Spuck eines der zentralen Werke von Giuseppe Verdi auf die Bühne. 36 Tänzer, der Chor der Oper Zürich und vier hochkarätige Solisten vereinen sich unter der musikalischen Leitung von Fabio Luisi zu dreizehn groß angelegten Bildern, die sich den ureigensten Themen des Menschseins widmen. So wie Verdi in der musikalischen Gestaltung über die rein christliche Vorstellung von Tod und Auferstehung hinausgeht, geht es auch Christian Spuck nicht um eine rein religiöse Deutung des liturgischen Textes. In poetischen Tableaus setzt er sich mit allgemein menschlichen Emotionen auseinander und thematisiert Gefühle wie Angst, Zorn, Schmerz, Trauer und die Sehnsucht nach Erlösung.

Das Bühnenbild von Christian Schmidt – ein monumentaler, dunkler, aber lebendiger Raum – eröffnet mit seinen Versenkungen und szenografischen Elementen wie einem Dornbusch und mobilen Scheinwerfen ein vielfältiges Repertoire von Auftritts- und Aktionsmöglichkeiten. Auf farbliche Kontraste setzt die britische Kostümbildnerin Emma Ryott. Während die Solisten und der Chor in dunklen Farben gehalten sind, betont sie in den hell-transparenten Tänzerkostümen die menschliche Verletzlichkeit.

„Ich möchte berührende Bilder finden, die der Musik adäquat sind und damit dem gigantischen Werk in einer Weise gerecht werden, dass man es im Anschluss anders erfahren und tiefer verinnerlichen kann“, so beschreibt Christian Spuck den eigenen Anspruch an diese Arbeit. Ausdrücklich geht es ihm als Regisseur und Choreograph nicht um eine rein tänzerische Illustration von Verdis Musik, sondern um die inhaltlich-szenische Verbindung der Tänzer mit den Solisten und den Chorsängern.
Zusatzinfo:
Der Chor agiert gemeinsam mit den Tänzern auf der Bühne und ist in ritualisierte Bewegungen und Vorgänge eingebunden. So entstehen überraschende und gelegentlich auch verstörende Elemente, die eine neue Perspektive auf eines der großen klassischen Meisterwerke ermöglichen. Christian Spucks „Messa da Requiem“ ist die erste Gemeinschaftsproduktion von Oper und Ballett Zürich in der Direktionszeit von Opernintendant Andreas Homoki. Die überaus aufwendige szenische Umsetzung, in der Gesang und Tanz auf das Innerlichste miteinander verschränkt sind, verspricht ein außergewöhnliches Bühnenereignis.

Montag, 25.11. / 04:41 Uhr / Bilder allein zuhaus: Mona Lisa, Leonardo da Vinci, „Ich bin der Star“
Fernsehserie, Frankreich, 2016, ARTE F 3 Min.
Regie: Fabrice Maruca
Online verfügbar von 25/11 bis 19/11

„Bilder allein zuhaus“ nimmt zehn Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Norman Rockwells „The Problem We All Live With“ werden in der 30-teiligen Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Leonardo da Vincis weltberühmte Mona Lisa stammt aus der Hochphase der italienischen Renaissance. Der ewig lächelnde Mega-Star bräuchte dringend mal einen Tapetenwechsel und würde am liebsten streiken: Darum zückt Mona Lisa ihr Handy und ruft ihren Agenten an, um den Vertrag mit dem Louvre neu zu verhandeln …

Zusatzinfo:
Die in der Reihe betrachteten Gemälde sind „Mona Lisa“ von Leonardo da Vinci, „American Gothic“ von Grant Wood, „Arlequin et Pierrot“ von André Derain, „Le tricheur à l’as de carreau“ von Georges de La Tour, „Dans la serre“ von Edouard Manet, „Triple portrait du Cardinal de Richelieu“ von Philippe de Champaigne, „Les Amants III“ von René Magritte, „Les raboteurs de parquet“ von Gustave Caillebotte, „The Problem We All Live With“ von Norman Rockwell und Edgar Degas’ Selbstporträt mit Evariste de Valernes. Beim 19. TV-Film-Festival von La Rochelle 2017 wurde ARTE mit vier Preisen geehrt. „Bilder allein zuhaus“, im Original „A musée vous, à musée moi“, erhielt dabei den Preis für das beste Kurzprogramm. Die Idee zu der 30-teiligen Serie stammt von Fouzia Kechkech; ihr Regisseur, Fabrice Maruca, hat sich auf ARTE bereits mit der Reihe „Alte Schachteln“ einen Namen gemacht.

Mittwoch, 27.11. / 05:00 Uhr / Berlin Live: The Damned
Musik, Deutschland, 2016, ZDF 60 Min.
Regie: Hannes Rossacher, Stefan Mathieu
Online verfügbar von 27/11 bis 27/12

„Berlin Live“ präsentiert ein Special am Punk-Abend des „Summer of Scandals“: The Damned sind wahre Ikonen und gelten als Urväter des britischen Punkrock, 1976 in London gegründet. Ihre Debüt-Single „New Rose“ war die erste Punkrock-Single überhaupt, die in England veröffentlicht wurde. Somit sind The Damned wirkliche Pioniere ihres Fachs. Zusammen mit The Clash und den Sex Pistols gelten sie als Galionsfiguren der britischen Punk-Bewegung. „Berlin Live“ holt The Damned direkt aus der ausverkauften Londoner Royal Albert Hall ins SchwuZ nach Berlin-Neukölln.

Punk-Alarm bei „Berlin Live“! Auf der Bühne: echte Klassiker. The Damned sind wahre Ikonen und gelten als Urväter des britischen Punkrock. 1976 gründet Sänger Dave Vanian die Band in London, zusammen mit Captain Sensible, Brian James und Rat Scabies. Ihre Debüt-Single „New Rose“ aus demselben Jahr ist die erste Punkrock-Single überhaupt, die in England veröffentlicht wurde. Somit sind The Damned wirklich echte Pioniere ihres Fachs und können auf eine lange und erfolgreiche Karriere zurückblicken: immerhin neun Singles in den UK Top 40 Charts. Ihr aktuellstes Album „So, Who’s Paranoid?“ stammt aus dem Jahr 2008. Zusammen mit The Clash und den Sex Pistols gelten The Damned als Galionsfiguren der britischen Punk-Bewegung. „Berlin Live“ holt The Damned direkt aus der ausverkauften Londoner Royal Albert Hall ins SchwuZ nach Berlin-Neukölln und lässt die alten Zeiten nochmal aufleben.

Mittwoch, 27.11. / 21:50 Uhr / In den Gräben der Geschichte: Der Schriftsteller Ernst Jünger
Dokumentation, Deutschland, 2019, RBB 53 Min.
Regie: Falko Korth
Online verfügbar von 27/11 bis 27/12
Erstausstrahlung

Der Schriftsteller Ernst Jünger gilt als einer der wichtigsten und zugleich umstrittensten deutschen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Noch immer scheiden sich an ihm die Geister. Die einen sehen in dem antiliberalen und antidemokratischen Jünger der Weimarer Republik einen geistigen Wegbereiter des Nationalsozialismus, andere sehen in ihm den brillanten und reflektierten Zeitzeugen, den genialen Stilisten. Wer war Ernst Jünger wirklich? Was hat ihn geprägt? Warum lohnt der Blick auf einen Mann, dessen Leben so eng verknüpft war mit den Krisen und Katastrophen des 20. Jahrhunderts?

Der Schriftsteller Ernst Jünger gilt als einer der wichtigsten und zugleich umstrittensten deutschen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Für seinen Lebensweg zwischen „Stahlgewittern“ und ästhetischem Außenseitertum hat er leidenschaftliche Bewunderung wie Verachtung erfahren. Politische Repräsentanten wie Helmut Kohl und François Mitterrand gaben sich bei ihm die Klinke in die Hand. Sie bewunderten im Hochbetagten den „Zeugen des 20. Jahrhunderts“ – und blickten darüber hinweg, dass er den Krieg als Bewährungsprobe und Daseinsgleichnis verstand. Bis heute verbindet sich mit Jünger das Bild vom Nationalisten und Demokratieverächter, seine radikalen, antiliberalen Schriften aus der Zeit der Weimarer Republik werden von den extremen Rechten wieder zitiert. Zugleich gilt Jünger als Autor ästhetisch brillanter Schriften, der viele Künstler inspiriert. Wer war Ernst Jünger? Was hat ihn geprägt? Warum lohnt der Blick auf die Biografie eines Mannes, dessen Leben so eng verknüpft war mit der deutschen und europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts? Regisseur Falko Korth zeichnet in seiner Dokumentation nüchtern und unpathetisch anhand historischer Bilder und Interviewdokumente wichtige Lebensstationen der schwierigen Jahrhundertgestalt nach. Zugleich lässt er jene zu Wort kommen, die sich mit Jünger immer wieder beschäftigt und auseinandergesetzt haben, so die Biografen Helmuth Kiesel und Heimo Schwilk, den Historiker Volker Weiß, die Literaturkritikerin Iris Radisch und den Maler Neo Rauch.

Mittwoch, 27.11. / 04:40 Uhr / Bilder allein zuhaus: Dreifaches Porträt von Richelieu, Philippe de Champaigne, „Das bessere Profil“
Fernsehserie, Frankreich, 2016, ARTE F 2 Min.
Regie: Fabrice Maruca
Online verfügbar von 27/11 bis 21/11

„Bilder allein zuhaus“ nimmt zehn Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Norman Rockwells „The Problem We All Live With“ werden in der 30-teiligen Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Philippe de Champaignes „Dreifaches Porträt von Richelieu“ entstand 1642 und ist heute in der Londoner National Gallery zu sehen. Es zeigt das Gesicht des Kardinals aus drei Perspektiven und war als Studie für einen Bildhauer aus Rom gedacht, der eine Büste des Kardinals anfertigen sollte. „Bilder allein zuhaus“ zeigt, dass Glaube allein offenbar nicht vor Eitelkeit und Eifersucht schützt …

Donnerstag, 28.11. / 17:10 Uhr / Amerika mit David Yetman: Kuba – Die kulturellen Schätze Havannas
Dokumentationsreihe, USA, 2017, ARTE F 25 Min.
Regie: Dan Duncan
Online verfügbar von 21/11 bis 27/01
Erstausstrahlung

Wohl zum letzten Mal begleitet die Dokumentationsreihe David Yetman, der seit über fünf Jahren durch Amerika führt. Eine dokumentarische Reise, die mit interessanten Besonderheiten aus Kultur, Geschichte, Ethnologie und Natur bekanntmacht.

Die kubanische Hauptstadt Havanna beherbergt eine Fülle an architektonischen Meisterwerken aus der Kolonialzeit und dem 19. Jahrhundert. Langsam, aber sicher erstrahlen die Bauten wieder in vollem Glanz, nachdem sie aufgrund der Wirtschaftsblockade der USA vernachlässigt worden waren. Der Hafen Havannas und der Bezirk Plaza de la Revolución bieten die ideale Kulisse, um Kuba und den Entwicklungen der letzten 70 Jahre auf den Grund zu gehen.

Für die meisten US-Amerikaner war Kuba lange Zeit ein weißer Fleck auf der Landkarte. Sie hatten keine Ahnung, wie es auf der Insel aussieht, wie die Menschen dort leben, was die Kubaner bewegt – bis vor kurzem. Vor etwa 50 Jahren haben die USA beschlossen, Kuba mit einem Embargo zu belegen. Sämtliche Im- und Exporte wurden gestoppt. Vor ungefähr 20 Jahren beschlossen die Kubaner, den Tourismus anzukurbeln, um an Devisen zu kommen.

David Yetman hat als Reisepartner diesmal seinen Freund Bill Beezley dabei, Historiker und Lateinamerika-Experte. Er weiß alles über die Geschichte Kubas. Zunächst besuchen sie einen der wichtigsten Häfen Amerikas, Havanna, das Tor zu Hispanoamerika. Im 19. Jahrhundert träumten die Amerikaner von diesem Ort. Sie hofften, Kuba und vor allem Havanna würden zu einem Teil der USA werden. Vier Präsidenten sind mit dem Versuch das Land zu kaufen gescheitert. Dann ging das US-Kriegsschiff „Maine“ in Flammen auf und der Spanisch-Amerikanische Krieg brach aus. Er endete mit der Besetzung Havannas durch die USA. Danach haben die USA entdeckt, dass sie die politische und wirtschaftliche Zukunft Kubas auch beeinflussen können, indem sie ein Embargo verhängen.

Was sich durch die US-Politik in Havanna gezeigt hat, ist die unglaubliche Widerstandsfähigkeit der Einwohner dieser Stadt. Sie sind mit Invasionen fertig geworden, mit Piraten, den Briten, dem US-Militär, mit einheimischen Revolutionären, korrupten Politikern und noch vielem mehr. David Yetman taucht bei seinem Streifzug durch Havanna ein in die Geschichte Kubas und seiner Kultur.

Donnerstag, 28.11. / 04:00 Uhr / Bilder allein zuhaus: American Gothic, Grant Wood, „Du ziehst ein Gesicht“
Fernsehserie, Frankreich, 2016, ARTE F 2 Min.
Regie: Fabrice Maruca
Online verfügbar von 21/11 bis 22/11

„Bilder allein zuhaus“ nimmt zehn Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Norman Rockwells „The Problem We All Live With“ werden in der 30-teiligen Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Das realistisch gemalte Bild „American Gothic“ aus dem Jahr 1930 zeigt einen Bauer mit strenger Miene und einer Heugabel in der Hand. Links neben ihm steht seine Ehefrau oder auch unverheiratete Tochter, die ganz offensichtlich genauso übel gelaunt ist. Eigentlich kein Wunder, denn das bäuerliche Leben war zu Zeiten der Wirtschaftskrise besonders hart. Trotzdem heißt das noch lange nicht, dass man so ein Gesicht ziehen sollte, wenn es das Leben nicht gut mit einem meint …

Zusatzinfo:
Die in der Reihe betrachteten Gemälde sind „Mona Lisa“ von Leonardo da Vinci, „American Gothic“ von Grant Wood, „Arlequin et Pierrot“ von André Derain, „Le tricheur à l’as de carreau“ von Georges de La Tour, „Dans la serre“ von Edouard Manet, „Triple portrait du Cardinal de Richelieu“ von Philippe de Champaigne, „Les Amants III“ von René Magritte, „Les raboteurs de parquet“ von Gustave Caillebotte, „The Problem We All Live With“ von Norman Rockwell und Edgar Degas’ Selbstporträt mit Evariste de Valernes.
Beim 19. TV-Film-Festival von La Rochelle 2017 wurde ARTE mit vier Preisen geehrt. „Bilder allein zuhaus“, im Original „A musée vous, à musée moi“, erhielt dabei den Preis für das beste Kurzprogramm. Die Idee zu der 30-teiligen Serie stammt von Fouzia Kechkech; ihr Regisseur, Fabrice Maruca, hat sich auf ARTE bereits mit der Reihe „Alte Schachteln“ einen Namen gemacht.

Freitag, 29.11. / 05:00 Uhr / Berlin Live: Rick Astley
Musik, Deutschland, 2016, ZDF 59 Min.
Regie: Hannes Rossacher, Stefan Mathieu
Online verfügbar von 29/11 bis 28/01

Rick Astley, einer der erfolgreichsten britischen Solo-Künstler, stellt bei „Berlin Live“ sein neues Album vor.

„Best Act Ever“: Eine Bezeichnung, die nur wenigen Künstlern jemals zuteil wird. Sänger Rick Astley bekam genau diese Auszeichnung bei den MTV Europe Music Awards 2008 – und das zu Recht: Mit mehr als 40 Millionen verkauften Platten und einer unglaublich großen Spanne an Hits gehört er zu den erfolgreichsten britischen Solo-Künstlern überhaupt. „Never Gonna Give You Up“, „Hold Me in Your Arms“ und „She Wants to Dance with Me“ sind nur wenige der zahlreichen Nummer-eins-Hits, die Astley zu verbuchen hat.

Seine weltweit anhaltende Popularität hat der Musiker auch seiner riesigen treuen Fangemeinde zu verdanken. Jetzt, mit 50 Jahren, ist er wieder da: Sein neues Album springt in England gleich an die Spitze der Charts, und sein erster Besuch gilt der „Berlin Live“-Bühne. Zusammen mit seiner Band spielt Astley seine großen Hits und Songs aus seinem neuen Album.

Freitag, 29.11. / 21:50 Uhr / Stevie Wonder: Der Weg zur Legende
Dokumentation, Frankreich, 2019, ARTE F 52 Min.
Regie: Julie Veille
Online verfügbar von 22/11 bis 28/01
Erstausstrahlung

„I Just Called to Say I Love You“, „Superstition“ und „You Are the Sunshine of My Life“ sind seine bekanntesten Hits: Die Rede ist von der amerikanischen Soul- und R&B-Legende Stevie Wonder. Bis heute ist er ein Pionier, der sich immer treu geblieben ist. Ein Visionär, der seiner Zeit voraus ist und der seine musikalischen und gesellschaftlichen Visionen wie ein Prophet verkündet. Der geniale Musiker begreift sich in göttlicher Mission: Mit seinen Songs möchte er vor allem eine Botschaft des Optimismus und der Brüderlichkeit in die Welt tragen. Das Porträt erscheint zum 60-jährigen Bestehen des legendären Musiklabels Motown Records, das Stevie Wonder bereits als Kinderstar unter Vertrag nahm.

Mit mehr als 100 Millionen verkauften Alben in beinahe 60 Jahren zählt Stevie Wonder zu den einflussreichsten amerikanischen Soulsängern. Seine Musik verbindet nicht nur Soul und Pop, sondern auch Generationen und Völker. Der Komponist, Texter, Sänger, Produzent und Multiinstrumentalist ist ein Ausnahmetalent und hat unzählige Hits geschrieben; darunter „I Just Called to Say I Love You“, „Superstition“ und „You Are the Sunshine of My Life“.

Ohne sein Durchhaltevermögen und seinen unerschütterlichen Optimismus hätte es Stevie Wonder wohl kaum geschafft, trotz Blindheit, Rassismus und seiner Herkunft aus ärmlichen Verhältnissen so erfolgreich zu werden. Ihm zufolge stand dies alles gar nicht in seiner Macht. Er hält seine unglaubliche persönliche und berufliche Laufbahn für ein Geschenk Gottes. So vermittelt Stevie Wonder in seinen Songs auch eine zutiefst optimistische und humanistische Botschaft.

Die Dokumentation blickt mit zahlreichen unveröffentlichten Archivbildern auf seine gesamte Karriere zurück und zeigt, wie Wonders Songs entstehen. Das Porträt thematisiert seine Freiheitsliebe, seine Standpunkte als bekennender Christ und sein humanitäres Engagement.

Die Dokumentation erscheint zum 60-jährigen Bestehen des legendären Musiklabels Motown Records, das Stevie Wonder bereits als Kinderstar unter Vertrag nahm. Mit exklusiven Archivbildern und Interviews mit Stevie Wonder selbst, mit Motown-Gründer Berry Gordy sowie Familienmitgliedern und Weggefährten.

Freitag, 29.11. / 22:45 Uhr / Seven Songs: Christian Petzold
Musik, Deutschland, 2018, ZDF 15 Min.
Regie: Theo Roos
Online verfügbar von 28/11 bis 27/02
Erstausstrahlung

Seven Songs – sieben Lieder fürs Leben, sieben Lieblingslieder, sieben Songs für die Ups und Downs. Filmemacher, Philosoph und Musiker Theo Roos trifft Promis und Fans an einem Ort ihrer Wahl. Sie erzählen uns, welche Songs ganz oben auf ihrer Playlist stehen – und geben damit auch Dinge preis, die wir noch nicht über sie wussten. Diesmal mit Filmregisseur Christian Petzold.

An Promis einfach so ranzukommen gelingt nur, wenn sie neugierig auf das sind, was dann passiert. Theo Roos gelingt das, weil er den Vielbeschäftigen ein Angebot macht, für das diese sogar ihr Freizeit opfern: Sie können über Lieblingsmusik sprechen, welche auch immer das ist. Sieben selbstgewählte Songs beziehungsweise Musikstücke, die in ihrem Leben eine gewisse Bedeutung haben. Aus den Aussagen, kurzen Ausschnitten der Musik und assoziativen Filmbildern, die Theo Roos beisteuert, entstehen so 15-minütige Clips, die den Moment des Interviews auf den Punkt und zugleich in einen atmosphärischen Fluss bringen. Sie zeigen uns Prominente, wie wir sie vielleicht bislang nicht kannten, lassen uns Musik mit anderen Ohren hören – oder sind ganz einfach beste Unterhaltung.

In dieser Ausgabe erzählt Filmregisseur Christian Petzold davon, wie er über Musik versucht hat, zu den „richtigen“ Jungs zu gehören, warum T. Rex toll ist und Johann Sebastian Bach eines der besten Liebeslieder überhaupt geschrieben hat, über die Bedeutung des Autofahrens für das Hören von Musik und vieles mehr. Ohrenöffner: Wie Petzold über das Verhältnis der späten Beatles zueinander spricht und wie man das in der Musik selbst hören kann.

Freitag, 29.11. / 23:00 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2019, ARTE F 43 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Journalist: David Combe, Jean-Marc Barbieux
Online verfügbar von 22/11 bis 28/01
Erstausstrahlung

Freitag, 29.11. / 23:45 Uhr / Queercore – Die schwule Seite des Punk
Dokumentation, Deutschland, 2016, ZDF 57 Min.
Regie: Yony Leyser
Online verfügbar von 29/11 bis 06/12
Erstausstrahlung

Queercore ist eine kulturelle Gegenbewegung, die in den 1980er Jahren von dem Filmemacher Bruce LaBruce und der Künstlerin G. B. Jones in Toronto initiiert wurde. Ihr bahnbrechendes Fanzine „J.D.“ kreierte und begeisterte bald auch eine queere Punkszene in Europa und den USA.

In den 1980er und 1990er Jahren rückte eine lose verbundene Gruppe nordamerikanischer Punk-Künstler und -Künstlerinnen ihre queeren Identitäten radikal ins Zentrum der eigenen Arbeiten – und lehnte sich damit nicht nur gegen die damals von heterosexuellen Männern dominierte und latent homophobe Punk-Szene auf, sondern auch gegen den allzu angepassten schwulen Mainstream. Der Filmemacher Yony Leyser lässt dazu die schillernden Schlüsselfiguren der Bewegung zu Wort kommen: die FilmemacherInnen Bruce LaBruce und G. B. Jones, die MusikerInnen Kim Gordon (Sonic Youth), Jody Bleyle (Team Dresch) und Kathleen Hanna (Bikini Kill), ihren schamlosen Wegbereiter John Waters – und viele mehr. KünstlerInnen wie Beth Ditto und Peaches erzählen, wie die Bewegung ihr Verständnis von queerem Leben und Denken geprägt hat, das sich von allen normativen Einschränkungen löste. Filmclips, Konzertausschnitte und Aufnahmen der spektakulärsten Aktionen dokumentieren das vielschichtige Schaffen der Szene. Das mitreißende Szene-Porträt schließt nicht nur eine klaffende Lücke innerhalb der nicht-heterosexuellen Geschichtsschreibung, es ist auch ein wilder Appell gegen jede Form der falschen Anpassung.

Zusatzinfo:
„Das Andere plus Lautstärke – so könnte das Motto des hochemotionalen und energetischen Dokumentarfilms des jungen Regisseurs Yony Leyser lauten. (…) Ein Meilenstein des Musikfilms“, schrieb das Magazin „Jungle World“ im Dezember 2017. Der Dokumentarfilm „Queercore“ lief erfolgreich auf vielen internationalen Filmfestivals und 2017 in den deutschen Kinos. ARTE zeigt eine 56-minütige Fernsehfassung des Films.

Freitag, 29.11. / 00:50 Uhr / N.E.R.D in Concert: Paris Summer Jam
Musik, Frankreich, 2018, ARTE F 57 Min.
Regie: Alexandre Buisson
Mit: N.E.R.D

Online verfügbar von 22/11 bis 27/05

Pharrell Williams gehört zweifellos zu den wichtigsten Künstlern des 21. Jahrhunderts. Am 24. August 2018, acht Jahre nach dem letzten Auftritt seiner Band N.E.R.D in Europa, besuchte er mit ihr endlich wieder den alten Kontinent: Auf dem Paris Summer Jam in der Paris La Défense Arena präsentierten sie ihr fünftes Album „No_One Ever Really Dies“, das Ende 2017 erschien.

Chartstürmer und Ohrwurmfabrikant: Pharrell Williams ist einer der wichtigsten Popkünstler der 2000er Jahre! Der Sänger und Produzent vereint seit 20 Jahren kommerziellen Erfolg und künstlerischen Anspruch und verwischt fröhlich die Grenzen zwischen Mainstream und Underground. In Europa machte sich Pharrell Williams mit seiner Band N.E.R.D und dem Debütalbum „In Search of …“ aus dem Jahr 2001 einen Namen. Zuvor hatte er mit seinem Jugendfreund Chad Hugo das Produzententeam The Neptunes gegründet, das unter anderem mit Kelis, Jay-Z, Britney Spears, Nelly, Justin Timberlake, Gwen Stefani, Snoop Dogg und Madonna zusammenarbeitete. 2013 war das Durchbruchjahr des Sängers Williams: Zusammen mit Daft Punk veröffentlichte er den Sommerhit „Get Lucky“, gefolgt vom weiteren Erfolg „Blurred Lines“ mit Robin Thicke und T.I. – beide Songs hielten sich wochenlang in den internationalen Charts. Doch damit nicht genug: Am Ende des Jahres brachte er den Dauerohrwurm „Happy“ heraus, zum Soundtrack „Ich – Einfach unverbesserlich 2“. Der Song mutierte zum Spitzenreiter und wurde sogar für einen Oscar nominiert. Ende 2017 erschien das fünfte Album von N.E.R.D unter der ausgeschriebenen Version des Bandnamens „No_One Ever Really Dies“, für das unter anderem Rihanna, M.I.A., André 3000 (vom Duo Outkast), Ed Sheeran und Kendrick Lamar ins Boot geholt wurden. Am 24. August 2018, acht Jahre nach dem letzten Auftritt der Band in Europa, präsentierten sie die Songs ihrer jüngsten Platte auf der ersten Ausgabe des Paris Summer Jam in der Paris La Défense Arena in Nanterre.

Freitag, 29.11. / 04:45 Uhr / Bilder allein zuhaus: Die Parkettschleifer, Gustave Caillebotte, „Gleittage“
Fernsehserie, Frankreich, 2016, ARTE F 3 Min.
Regie: Fabrice Maruca
Online verfügbar von 29/11 bis 23/11

„Bilder allein zuhaus“ nimmt zehn Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Norman Rockwells „The Problem We All Live With“ werden in der 30-teiligen Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Gustave Caillebottes Gemälde „Die Parkettschleifer“ stammt aus dem Jahr 1875 und gehört zu den ersten Darstellungen des städtischen Proletariats. Die drei Arbeiter auf dem Bild stellen fest, dass sich auf dem Gebiet des Arbeitsrechts seit dem 19. Jahrhundert einiges getan hat, vor allem was die gesetzliche Wochenarbeitszeit angeht …


Samstag, 30.11. / 05:20 Uhr / Augenschmaus ~ Frida Kahlo & Diego Rivera: Stillleben mit Früchten
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2015, ARTE F 26 Min.
Regie: Chantal Allès
Online verfügbar von 23/11 bis 07/12

Die Dokumentationsreihe „Augenschmaus“ bietet kulinarische Ausflüge in die Welt der Kultur: Ausgehend von Kunstwerken, welche die typische Küche einer bestimmten Epoche in Szene setzen, analysieren Kunsthistoriker und Geschichtswissenschaftler die Gastronomie dieser Zeit. Was aßen die Menschen damals? Welche Essgewohnheiten und Rituale hatten sie? Wie sahen Besteck und Geschirr aus? Auch der historische Kontext und die künstlerische Strömung, der das jeweilige Werk angehört, werden beleuchtet. Andere Zeiten, andere (Tisch-)Sitten – in „Augenschmaus“ untersuchen renommierte Fachleute künstlerische und kulinarische Trends von der Steinzeit bis zur Popkultur der Moderne. Außerdem kochen große Küchenchefs die Gerichte in der Sendung nach.
Gerardo Vázquez Lugo ist Chefkoch eines der bedeutendsten Restaurants von Mexiko-Stadt und großer Verfechter der traditionellen mexikanischen Küche. Er wird sich für „Augenschmaus“ mit einem Werk von Frida Kahlo, der berühmtesten Künstlerin seines Landes, auseinandersetzen – mit dem Ölgemälde „Die Braut erschrickt vor dem offenen Leben“ aus dem Jahr 1943, einem Stillleben mit Früchten.

Frida Kahlo war die Frau des großen mexikanischen Malers Diego Rivera. Ein faszinierendes und einflussreiches Paar, das gerne die gesamte Kunst- und Politikwelt zum Abendessen nach Hause einlud. Ihr Ölgemälde „Die Braut erschrickt vor dem offenen Leben“ aus dem Jahr 1943, einem Stillleben mit Früchten, bietet reichlich Inspirationsstoff für das heutige Menü des mexikanischen Chefkochs Gerardo Vázquez Lugo.

Der Küchenchef wagt sich an ein Hochzeitsmenü in bester mexikanischer Tradition. Er bezieht seine Inspiration aus dem Rezeptbuch „Las Fiestas de Frida y Diego“ von Guadalupe Rivera Marín. In diesem Buch erinnert sich die Tochter des großen Malers an die Festessen, die Diego und Frida seinerzeit gaben. Allen voran ihr Hochzeitsmahl. Guadalupe wird die kulinarische Interpretation des Gemäldes verkosten.

Das Gemälde „Die Braut erschrickt vor dem offenen Leben“ steckt voller verborgener Botschaften, die von Experten näher erläutert werden – von der Papaya, einem Symbol für das weibliche Geschlecht, über die Melone, deren Teile sich nicht zusammenfügen lassen, bis hin zur Braut, die sich, anders als die stets farbenfroh und extravagant gekleidete Frida Kahlo, ganz in weiß diskret im Hintergrund verbirgt und vor dem offenen Leben erschrickt.

Das Bild spiegelt in gewisser Weise die Tragödie in Frida Kahlos Leben. 1925 rast der Bus, in dem Frida sitzt, in eine Tram: Ihr Körper wird zermalmt und eine Metallstange durchbohrt ihren Körper. Frida schwebt mehrere Wochen zwischen Leben und Tod und kann sich anschließend monatelang nicht bewegen. Der Schmerz wird zu ihrem ständigen Begleiter.

Für seine leidenschaftliche Hommage an die berühmteste Malerin der Welt bekommt Gerardo Vázquez Lugo Unterstützung von: Guadalupe Rivera Marín, Tochter von Diego Rivera, Sylvia Navarrete, Direktorin des Museums für Moderne Kunst in Mexiko-Stadt, Agustín Arteaga, Direktor des nationalen Kunstmuseums von Mexiko, und Cristina Kahlo, Großnichte von Frida Kahlo.

Samstag, 30.11. / 05:50 Uhr / Von Amsterdam nach Odessa ~ Ein Eisbrecher und kein Weg weiter
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2015, MDR 26 Min.
Regie: Dagmar Brendecke
Online verfügbar von 30/11 bis 07/12

ARTE begleitet den niederländischen Schriftsteller Auke Hulst auf seiner Reise per Anhalter über die Wasserwege Europas. Sein Ziel: Odessa, der berühmte Hafen am Schwarzen Meer. Auke hat die Welt bereist, doch sein eigener Kontinent ist ihm zum Teil ein Rätsel. Er ist Europäer, doch was ist das? Das will er herausfinden. Der Weg führt durch die Wasserwelt der holländischen Kanäle und über die Frachtrouten der norddeutschen Flüsse in die idyllischen Wasserstraßen Polens sowie durch die Sümpfe Weißrusslands und die riesigen Stauseen der Ukraine. 2.500 Kilometer Abenteuer mitten in Europa. Die Flüsse verbinden dabei Vergangenheit und Gegenwart und Geschichten mit Geschichte.

Auke Hulst auf dem Weg von der Oder zur Weichsel. Er besucht eine kleine Werft bei Gorzów an der Warthe und schippert auf der romantischen Netze in Richtung Bydgoszcz. Mit einem Feuerwehrboot geht es durch den Bydgoszcz-Kanal. Verwilderte Binnengewässer und alte Schleusen, kein einfaches Thema für Berufskapitäne. Am Ende des Kanals die „Wasserstadt” Bydgoszcz. Das ehemalige Bromberg war über 100 Jahre der Umschlagplatz für Waren zwischen Danzig, Warschau und Berlin. Hinter der Stadt fließt die Weichsel, aber führt sie genug Wasser, um Auke weiter Richtung Warschau zu bringen?

Zusatzinfo:
Bekannte Wasserwege gehen über in unbekannte, beschauliche Routen, in kleine, wenig befahrene Flussläufe mit idyllischen Anlegern – Zeit und Raum für besondere Eindrücke. Ein „Roadmovie“ auf dem Wasser. Auke zu Gast auf Lastkähnen und Freizeitbooten, im Kahn eines Flussfischers oder an Bord eines Polizeiboots, auf einem Katamaran oder einem historischen Klipper. Hohe Himmel, weites Land und Wasser. Auke erlebt Landschaften und Orte. Die Gasfelder seiner friesischen Heimat und die verschwundene Grenze zwischen zwei deutschen Staaten, einen berühmten Flugplatz in Berlin, Warschaus wiederentdeckte Wasserseite, die europäische Grenzstadt Brest oder Prypjat, die Geisterstadt bei Tschernobyl, einen Platz in Kiew und eine berühmte Treppe mit Blick auf das Schwarze Meer.

Samstag, 30.11. / 06:20 Uhr / Von Amsterdam nach Odessa ~ Warschau und ein wilder Fluss
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2015, MDR 26 Min.
Regie: Dagmar Brendecke
Online verfügbar von 30/11 bis 07/12

Auf seinem Weg nach Osten erreicht Auke Hulst Polens Hauptstadt Warschau. Lange vergessen, haben die Warschauer die Weichsel als lebenswert wiederentdeckt. Die Stadt rückt näher an den Fluss. Von der boomenden Großstadt reist Auke in den dünn besiedelten Osten des Landes. Der Weg den Fluss Bug hinauf Richtung Weißrussland führt Auke in das ländliche, ursprüngliche Polen. Hier trifft er Mathilda und ihre Freunde. Die Abiturienten erzählen, was sie sich von der Zukunft erhoffen, aber auch ihre Sorgen. Ein Fischer bringt Auke auf dem Bug weiter Richtung polnisch-weißrussische Grenze.

Samstag, 30.11. / 05:20 Uhr / 06:45 Von Amsterdam nach Odessa ~ Unbekanntes Land und ein Katamaran
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2015, MDR 26 Min.
Regie: Dagmar Brendecke
Online verfügbar von 30/11 bis 07/12

Weißrussland – das unbekannte Land. Die Grenze auf dem Wasser zu überqueren, ist nicht möglich, die Verbindung vom polnischen Bug zum weißrussischen Muchawez ist für Schiffe unterbrochen. Auf der Zitadelle in Brest und am Ehrenmal für die Rote Armee erlebt Auke, welche große Bedeutung die Erinnerung an Geschichte hier noch immer hat. Er findet eine Mitfahrgelegenheit ostwärts – auf einem Katamaran. Die Männer an Bord machen mit dem selbst gebauten Gefährt einen Ausflug in die Prypjatsümpfe. Eine dünn besiedelte und wenig zugängliche Gegend; eine Welt wie außerhalb der Zeit.

Samstag, 30.11. / 07:15 Uhr / Von Amsterdam nach Odessa ~ Tschernobyl und ein Strom ohne Schiffe
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2015, MDR 26 Min.
Regie: Dagmar Brendecke
Online verfügbar von 30/11 bis 07/12

Auke Hulst ist in der ukrainischen Stadt Prypjat angekommen. Bekannt wurde der Ort durch eine Katastrophe. Die Region wird für 300 Jahre unbewohnbar sein, doch Tschernobyl ist heute touristisches Ausflugsziel. Weiter geht es nach Kiew, das politische und kulturelle Zentrum des Landes. Eine eigenartige Atmosphäre: Alltag einer Großstadt und doch ist der Krieg in der Ostukraine spürbar. Was für Dimensionen – von Kiew fließt der Dnjepr 400 Kilometer in südöstlicher Richtung bis zur Industriemetropole Dnipropetrowsk. Es ist das 25. Schiff, auf dem Auke ist. Er kann Odessa beinahe riechen.

Samstag, 30.11. / 07:45 Uhr / Von Amsterdam nach Odessa
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2015, MDR 26 Min.
Regie: Dagmar Brendecke
Online verfügbar von 30/11 bis 07/12

Mit Sergej geht es auf dem Dnjepr geht es weiter zum Ziel der Reise. Der Kapitän kennt den Dnjepr noch, als er brodelte, als unzählige Schiffe ihn befuhren. Doch per Anhalter wird es kurz vor Odessa schwierig: Der Schiffsbahnhof von Cherson ist trostlos. Also ein Abstecher auf eine idyllische Flussinsel und auf Umwegen nach Odessa. In die faszinierende Hafenstadt am Schwarzen Meer. Auke trifft Alexander Borovik, der ein bequemes Leben im Westen verlassen hat, um sich in der Stadt zu engagieren und ist zu Gast im Atelier der Malerin Maria Mostovchule, deren Werk von mutigen Menschen erzählt.

Samstag, 30.11. / 23:50 Uhr / Square Artiste ~ Carte Blanche für Hervé di Rosa
Magazin, Frankreich, 2019, ARTE 22 Min.
Erstausstrahlung

Samstag, 30.11. / 00:15 Uhr / Kurzschluss – Das Magazin ~ Schwerpunkt „Festival für schwul-lesbischen Film“
Magazin, Frankreich, 2018, ARTE F 56 Min.
Regie: Divers
Produzent: Caimans Productions
Online verfügbar von 30/11 bis 07/12
Erstausstrahlung

„Kurzschluss – Das Magazin“ zeigt die neuesten Kurzfilme aus aller Welt – und wirft einen Blick hinter die Kulissen: mit Porträts, Drehberichten, aktuellen Festival- und Filmtipps und vielen spannenden Interviews. Mehr Infos unter: arte.tv/kurzschluss

(1): Sole mioKurzfilm von Maxime Roy, Frankreich 2019, ErstausstrahlungDaniel nimmt für eine Nacht seinen Vater bei sich auf, bevor dieser unters Messer geht: In einer Operation zur Geschlechtsangleichung möchte er endlich zu einer Frau, Gianna, werden.(2): Kurz-Information – Die Ausstellung „Champs d’amour““Kurzschluss – Das Magazin“ berichtet über die Ausstellung „Champs d’amour“ (Liebesfelder), die im Sommer 2019 in Paris zu sehen war und 100 Jahre Regenbogenkino zum Thema hatte.(3): Die Entfernung zwischen dem Himmel und unsKurzfilm von Vasilis Kekatos, Frankreich/Griechenland 2019, ErstausstrahlungZwei Unbekannte begegnen sich nachts an einer Tankstelle irgendwo im Nirgendwo. Während der eine tankt, fehlen dem anderen ein paar Euro, um zurück nach Hause zu kommen. Die beiden Männer verhandeln über den Preis, der sie von einem gemeinsamen Abenteuer trennt.(4): Zoom – Die Entfernung zwischen dem Himmel und unsVasilis Kekatos, der Regisseur von „Die Entfernung zwischen dem Himmel und uns“, kommentiert und erläutert seinen Film.(5): Mein SelbstverständnisAnimationsfilm von Géraldine Charpentier, Belgien 2018, ErstausstrahlungLou erzählt von sich: Empfindungen im Hinblick auf Kleidung und andere äußerliche Erkennungsmerkmale – in einer Welt, in der nicht-binäre Geschlechterdarstellungen die absolute Ausnahme darstellen.(6): Zoom – Mein SelbstverständnisIn Annecy hat „Kurzschluss – Das Magazin“ Géraldine Charpentier getroffen, die junge Regisseurin des Animationsfilms „ Mein Selbstverständnis“.

Samstag, 30.11. / 03:05 Uhr / Augenschmaus ~ Das Stundenbuch des Herzogs von Berry
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2015, ARTE F 26 Min.
Regie: Chantal Allès
Online verfügbar von 30/11 bis 08/12

Die Dokumentationsreihe „Augenschmaus“ bietet kulinarische Ausflüge in die Welt der Kultur: Ausgehend von Kunstwerken, welche die typische Küche einer bestimmten Epoche in Szene setzen, analysieren Kunsthistoriker und Geschichtswissenschaftler die Gastronomie dieser Zeit. Was aßen die Menschen damals? Welche Essgewohnheiten und Rituale hatten sie? Wie sahen Besteck und Geschirr aus? Auch der historische Kontext und die künstlerische Strömung, der das jeweilige Werk angehört, werden beleuchtet. Andere Zeiten, andere (Tisch-)Sitten – in „Augenschmaus“ untersuchen renommierte Fachleute künstlerische und kulinarische Trends von der Steinzeit bis zur Popkultur der Moderne. Außerdem kochen große Küchenchefs die Gerichte in der Sendung nach.

Im Jahr 1410 fertigten die Brüder von Limburg ein Stundenbuch für den Herzog von Berry an. Darin befindet sich die prunkvolle Darstellung eines Banketts, eines Neujahrsempfangs, bei dem der Herzog das Volk empfängt und seine Speisen mit ihm teilt. Es ist ein Festmahl, bei dem alles im Überfluss vorhanden ist: Speisen, Wein, Gefolgsleute. Die Stimmung ist sehr feierlich. Stundenbücher dienten Gläubigen zum täglichen Gebet. Im Mittelalter war es die Religion, die dem Leben der Menschen eine Struktur gab. Ein Stundenbuch war für den alltäglichen Gebrauch der guten Christen und frommen Gläubigen gedacht. Wohlhabende und Adelige ließen sich oft besonders prachtvolle Exemplare anfertigen. Das des Herzogs gilt als eines der schönsten überhaupt: Auf 206 Seiten finden sich über hundert Miniaturen. Obwohl die Brüder von Limburg damit in die Geschichte der Buchmalerei eingingen, sind sie heute eher unbekannt. Der Sternekoch Arnaud Lallement lässt sich von diesem kunsthistorischen Juwel inspirieren und serviert im Herzen der Champagne, unweit von Reims, der Krönungsstadt der französischen Könige, ein mittelalterliches Festmahl. Dabei passt er Mengen und Zubereitung an den heutigen Geschmack an. So erwartet die geladenen Historiker und Spezialisten mittelalterlicher Küche ein ganz besonderer kulinarischer Genuss. Serviert werden gebratene Steinpilze und zarte Flusskrebse mit einer Soße aus Muscheln und glatter Petersilie. Anschließend gibt es Ente mit Artischockengemüse, die nach dem Anbraten im Entenjus glasiert und dann im Ofen fertig gegart wurde. Sicherlich hätte Jean de Berry seine Freude an einem Küchenchef wie Arnaud Lallement gehabt. Der junge Chefkoch mit den drei Sternen hat sich jedenfalls ein Menü ausgedacht, das des höchsten Adels würdig wäre. Es wird in Reims natürlich mit Champagner begossen, auch wenn es dieses edle Getränk im Mittelalter noch nicht gab.

Samstag, 30.11. / 03:35 Uhr / Augenschmaus ~ Pierre Bonnard, Mittagessen unter der Lampe
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2015, ARTE F 26 Min.
Regie: Chantal Allès
Online verfügbar von 23/11 bis 07/12

Die Dokumentationsreihe „Augenschmaus“ bietet kulinarische Ausflüge in die Welt der Kultur: Ausgehend von Kunstwerken, welche die typische Küche einer bestimmten Epoche in Szene setzen, analysieren Kunsthistoriker und Geschichtswissenschaftler die Gastronomie dieser Zeit. Was aßen die Menschen damals? Welche Essgewohnheiten und Rituale hatten sie? Wie sahen Besteck und Geschirr aus? Auch der historische Kontext und die künstlerische Strömung, der das jeweilige Werk angehört, werden beleuchtet. Andere Zeiten, andere (Tisch-)Sitten – in „Augenschmaus“ untersuchen renommierte Fachleute künstlerische und kulinarische Trends von der Steinzeit bis zur Popkultur der Moderne. Außerdem kochen große Küchenchefs die Gerichte in der Sendung nach.  

Das Mittagessen mit den Kindern ist das zentrale Motiv von Pierre Bonnards Ölgemälde „Le déjeuner sous la lampe“ (Mittagessen unter der Lampe). In seinem 1898 entstandenen, 24 mal 30 Zentimeter großen Bild fing Bonnard, der auch der „Maler des Glücks“ genannt wird, die ganze Wärme und Vertrautheit dieser häuslichen Szene ein.

Pierre Bonnards Interesse für persönliche Sujets resultierte aus seiner außergewöhnlichen Sensibilität für Menschen und Farben. Man schrieb diesem Maler das absolute Auge zu, so wie anderen das absolute Gehör. Bonnards Malerei folgte keiner Mode, ihre Vibrationen sind auch heute noch spürbar, denn sie drücken das aus, was Cézanne als die Wahrheit in der Malerei bezeichnete.

Das Thema Kindheit liegt der Dreisterneköchin Anne-Sophie Pic aus mehreren Gründen am Herzen: Zum einen entstammt sie einer Dynastie von Köchen und wuchs quasi in der Küche ihres Vaters in Valence auf, bis sie die Tradition selbst weiterführte. Zum anderen ist sie die hingebungsvolle Mutter eines Kindes, das in 30 Jahren vielleicht seinerseits die Sterne vom Himmel der Kochkunst holen wird. In den subtilen, leicht nostalgischen Kreationen der einzigen Dreisterneköchin Frankreichs finden Bonnards Sinnlichkeit und Empfindsamkeit ihr perfektes Pendant.

Auf ihrer kulinarischen Reise erhält Chefköchin Anne-Sophie Pic Unterstützung von Isabelle Cahn, Sammlungsleiterin im Musée d’Orsay und Bonnard-Expertin, Véronique Serrano, Leiterin des Musée Bonnard in Le Cannet, dem Ernährungshistoriker Marc de Ferrière le Vayer sowie den Kulinarikern in spe Virgile, Nathan, Louison und Maxime.

Sonntag, 01.12. (1. Advent) / 08:00 Uhr / Unter der Lupe – 3 Maler, 9 Werke: Flämische Renaissance
Kindersendung, Großbritannien, 2017, ARTE 13 Min.
Regie: Anton Khilman
Online verfügbar von 24/11 bis 30/01
Erstausstrahlung

Die bekanntesten Maler der Welt, ihre Meisterwerke und Geschichten über deren Entstehung – all das erwartet die Zuschauer dieser neuen kunsthistorischen Sendung bei ARTE. Was wollte Iwan Aiwasowski mit seinen Gemälden sagen? Welche Bedeutung versteckt sich in den Werken von Hieronymus Bosch, und warum sind sie allesamt so teuer? Diese und viele weitere spannende Fragen beantwortet die Reihe auf einfache, verständliche und zugleich anspruchsvolle Weise.

In dieser Folge werden drei herausragende Vertreter der niederländischen und flämischen Malerei des 16. Jahrhunderts präsentiert: Jan van Eyck, Hieronymus Bosch und Pieter Bruegel der Ältere.

Die niederländische und flämische Malerei des 16. Jahrhunderts war eine Antwort auf die italienische Renaissance. Die Vertreter dieser Strömung waren maßgeblich daran beteiligt, neue Motive wie etwa Landschaften und religiöse Zeremonien in die Malerei zu etablieren. Viele von ihnen arbeiteten für europäische Fürstenhöfe, darunter auch Hieronymus Bosch, der mit seinen fantastischen Gemälden ein einflussreiches Erbe hinterließ.

In dieser Folge werden drei herausragende niederländische und flämische Renaissancemaler präsentiert: Jan van Eyck, Hieronymus Bosch und Pieter Bruegel der Ältere. Die Sendung nimmt jeweils drei ihrer Gemälde unter die Lupe.

Der Flame Jan van Eyck wird oft als erster Meister der Ölmalerei bezeichnet. Seine berühmtesten Werke sind „Madonna in der Kirche“ (1438), „Die Stigmatisierung des heiligen Franziskus“ (1430-1432) und „Die Verkündigung“ (1434-1436).

Der altniederländische Maler Hieronymus Bosch ist bekannt für seine fantastischen Bildwelten, detailreiche Landschaften und Darstellungen von religiösen Konzepten und Geschichten. Als seine wichtigsten Gemälde gelten „Garten der irdischen Lüste“, „Der Gaukler“ (um 1502) und „Der Heuwagen“ (um 1516).

Pieter Bruegel der Ältere war der bedeutendste flämische Maler des 16. Jahrhunderts. Er ist besonders für seine Landschaftsbilder und seine lebhaften, oft humorvollen Darstellungen des bäuerlichen Lebens bekannt. „Die Kinderspiele“ (1560), „Der Kampf zwischen Karneval und Fasten“ (1559) und „Die Bauernhochzeit“ (um 1567) zählen zu seinen Hauptwerken.

Sonntag, 01.12. (1. Advent) / 16:00 Uhr / Francisco de Goya ~ Der Schlaf der Vernunft
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE F 52 Min.
Regie: José Luis López-Linares
Online verfügbar von 24/11 bis 30/01
Erstausstrahlung

Er ist sowohl Maler eindrücklicher Porträts als auch Erfinder rätselhafter Bilderwelten: Francisco de Goya (1746–1828) war in Spanien ein angesehener Hofmaler. Der Verlust seines Gehörs, der rätselhafte Tod der Herzogin von Alba, in die er unsterblich verliebt war, die Schreckensherrschaft der Französischen Revolution und schließlich die Napoleonischen Kriege prägten sein Werk. Vor diesem zeitgeschichtlichen Hintergrund wurde er zu einem der ersten Wegbereiter der modernen Kunst, dessen Bilder bis heute eine magische Faszination ausüben.

Francisco de Goya war 1792 auf dem Höhepunkt seines Schaffens und ein anerkannter Maler. Sein Erfolg beruhte auf seiner lebhaften Strichführung und seinen idyllischen Bildern vom Madrider Leben. Die gesellschaftliche Oberschicht drängte sich im Atelier des zum Hofmaler ernannten Künstlers. Nach André Malraux‘ Überzeugung wäre von Goya nichts geblieben, hätte er die Welt zu diesem Zeitpunkt verlassen müssen. Das konnte der französische Schriftsteller nur deshalb so kategorisch behaupten, weil er als Bewunderer und großer Kenner des spanischen Meisters wusste, was danach kam.

Denn Goya, der Hofmaler, sollte in der Folge vieles erleben, was ihn selbst und sein Werk radikal veränderte. Wie zahlreiche Intellektuelle seiner Zeit war Goya vom Geist der französischen Aufklärung mitsamt ihrer Zukunftsverheißungen beeinflusst. Doch das Jahr 1792 – das Jahr seiner schweren Erkrankung, die ihn vollkommen ertauben ließ – ist auch das Jahr der Terrorherrschaft aus Paris, die den universalistischen Utopien der Französischen Revolution ein blutiges Ende bereitete.

Die Kulturdokumentation zeigt, wie sich Goyas Kunst durch diese Ereignisse tiefgreifend verwandelte. Er übernahm zwar weiterhin Auftragswerke, malte aber von nun an auch für sich selbst und nahm sich dabei jegliche künstlerische Freiheit. Farben und Themen verdüsterten sich zunehmend – bis hin zu den berühmten Schwarzen Gemälden (Pinturas negras). Goya stellt Heilige und Verbrecher, Hexen und Dämonen dar, um zu magischen Welten vorzudringen, in denen die Grenzen zwischen Realität und Fantasie verschwimmen. Diese düsteren Bilder nehmen den Impressionismus und später den Expressionismus vorweg, was Malraux zu der Aussage veranlasste, zwischen Goya und Manet habe es schlichtweg niemanden gegeben.

Sonntag, 01.12. (1. Advent) / 16:55 Uhr / Metropolis ~Graz
Magazin, Deutschland, 2019, HR 43 Min.
Online verfügbar von 01/12 bis 29/02
Erstausstrahlung

(1): Metropolenreport Graz
(2): Wie klingt Europa? Der Klangkünstler Peter Kiefer

(1): Metropolenreport Graz
Österreich erlebt nach der sogenannten Ibiza-Affäre politisch turbulente Zeiten. Wie reagieren die Kulturschaffenden in der zweitgrößten Metropole der Alpenrepublik darauf? „Metropolis“ hört sich nach den Nationalratswahlen in der Stadt, die 2003 Europäische Kulturhauptstadt war.

(2): Wie klingt Europa? Der Klangkünstler Peter Kiefer
Wie klingen europäische Metropolen? Rolltreppen? Unterführungen? Operationssäle? Und welchen Einfluss hat der Sound in einer vom Bild geprägten Kultur auf unser Leben, unsere Stimmung, unsere Gesundheit? Der Komponist und Klangkünstler Peter Kiefer erforscht die Töne Europas.

Sonntag, 01.12. (1. Advent) / 17:40 Uhr / Lucas Debargue spielt Saint-Saëns‘ „Ägyptisches“ Klavierkonzert
Klavierkonzert Nr.5 „Das Ägyptische“
Musik, Deutschland, 2019, MDR 44 Min.
Regie: János Darvas
Komponist: Camille Saint-Saëns
Dirigent: Bertrand de Billy
Orchester: Dresdner Philharmonie
Mit: Lucas Debargue (Klavier)
Online verfügbar von 01/12 bis 29/02
Erstausstrahlung

Vom Orient bis in den Fernen Osten: Den Beinamen „Ägyptisches Konzert“ bekam das 5. Klavierkonzert, F-Dur op. 103, weil es während eines Aufenthalts von Camille Saint-Saëns in Luxor entstand. Es enthält nicht nur von Ägypten inspirierte orientalische, sondern namentlich im zweiten Satz auch fernöstliche Klänge. Der französische Pianist Lucas Debargue interpretiert das Konzert in der Dresdner Philharmonie unter der musikalischen Leitung von Bertrand de Billy.

Den Beinamen „Ägyptisches Konzert“ bekam das 5. Klavierkonzert, weil es während eines Aufenthalts von Camille Saint-Saëns in Luxor entstand. Saint-Saëns, der bis in seine späten Jahre ständig auf Reisen war, verarbeitet hier vornehmlich ägyptische, aber auch weitergefasste Reiseeindrücke. Tatsächlich enthält dieses Werk nicht nur von Ägypten inspirierte orientalische, sondern namentlich im zweiten Satz auch fernöstliche Klänge.

Saint-Saëns selbst schrieb zum Konzert: „Eine Art Orientreise, die in der Episode in Fis-Dur sogar bis zum Fernen Osten vordringt. Die Passage in G-Dur ist ein nubisches Liebeslied, das ich von Schiffern auf dem Nil singen gehört habe, als ich auf einer Dahabieh den Strom hinuntersegelte.“

Der französische Pianist Lucas Debargue kam scheinbar aus dem Nichts, hatte kein eigenes Klavier, brachte sich das Spielen selbst bei. Dann wurde Lucas Debargue beim gefürchteten Tschaikowsky-Wettbewerb 2015 zum Star. Seitdem spielt er überall auf der Welt. Im Gespräch mit Debargue erfährt der Zuschauer von seiner Vorliebe für Saint-Saëns „Ägyptisches Konzert“, aber auch seine besondere persönliche Geschichte: die Story eines scheuen Jungen, der Klavier durch Ausprobieren lernt, einfach weil es ihm Spaß macht, angetrieben von niemandem.

Sonntag, 01.12. (1. Advent) / 23:20 Uhr / Robert Mitchum – Hollywoods Bad Boy
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE F 52 Min.
Regie: Stéphane Benhamou
Online verfügbar von 24/11 bis 08/12

Als Hollywood noch hauptsächlich auf die Sinnlichkeit seiner weiblichen Stars setzte, war Robert Mitchum der einzige Mann in diesem Metier, der seinen Sex-Appeal ausspielen konnte. Er war im Film der Liebhaber der begehrtesten Hollywoodstars – wie Marilyn Monroe, Elizabeth Taylor oder Rita Hayworth. Aber er galt auch als saufender, lärmender Schläger mit zynischem Blick auf die Welt und sich selbst. Im Film spielte er gerne die Rolle des Bad Boy, doch als Mensch war er ganz anders, als die Öffentlichkeit ihn sah. Anhand von Familienarchiven und den Erinnerungen von Mitchums Sohn Christopher zeigt das Porträt, wie aus Robert Mitchum ein Leinwandstar wurde. Von 1942 bis 1997 wirkte er in mehr als 120 Filmen mit, darunter in zahlreichen Western, aber auch in Klassikern wie dem Psychothriller „Die Nacht des Jägers“ (1955).

Ob als harter Kerl mit lakonischem Macho-Charme oder als kaltblütiger Bösewicht – er spielte gerne die Rolle des Bad Boy, aber sein wahres Wesen war ganz anders: Robert Mitchum war der unkonventionellste Star in Hollywoods goldenem Zeitalter. Er brach sämtliche Gesetze dieser ebenso gnadenlosen wie perfekt geregelten Welt und setzte sich über deren Normen hinweg. 1948 stand er wegen des Besitzes von Marihuana vor Gericht und wurde zu sechs Monaten in einem Arbeitslager verurteilt. Als nach seiner Freilassung die Journalisten fragten, wie es denn gewesen sei, sagte er ganz cool: „Wie in Palm Springs – natürlich ohne den ganzen Aufwand.“ Palm Springs ist ein beliebtes Feriendomizil von Millionären. Das Publikum liebte diesen Kerl, der so anders war als die ganzen Verführer, Gentlemen, Capra-Helden und formatierten Stars. Er war einer von ihnen, ein Mann von der Straße, der Method Acting für Quatsch hielt und doch alles spielen konnte, Gutmenschen wie Bösewichte. Das Porträt zeigt, wie der unangepasste Schauspieler, der sich den Regeln Hollywoods nie beugte und gegen Werbekampagnen von Studios oder Agenten sperrte, von 1942 bis 1997 in mehr als 120 Filmen zum Star wurde – und das, obwohl er gerne trank, sich ab und an prügelte und eine gesunde Verachtung für Dummköpfe sowie sich selbst und seine Rollen an den Tag legte. Bereits mit 30 Jahren hat sich Robert Mitchum seinen Platz in Hollywood neben wohlerzogenen Glamourboys wie Gregory Peck und Kirk Douglas erobert. „Fahr zur Hölle, Liebling“ (1975), „Ryans Tochter“ (1970), „El Dorado“ (1966) und „Der längste Tag“ (1962) zählen zu seinen herausragenden Filmen. Anhand von Familienarchiven und den Erinnerungen von Mitchums Sohn Christopher wird deutlich, wie der Hollywoodstar es schaffte, in „Die Nacht des Jägers“ (1955) einen der stärksten Bösewichte der Filmgeschichte zu spielen, ohne dass dies seiner Karriere schadete, und wie er lästigen Zeitgenossen, Studiobossen, Produzenten, cholerischen Regisseuren und sogar dem mächtigen Komitee für unamerikanische Umtriebe die Stirn bot. In den Zeiten eines an Hysterie grenzenden Kalten Krieges muss er vor diesem Komitee den Beweis liefern, ein guter Amerikaner zu sein, vorzugsweise durch die Denunzierung kommunistischer Kollegen. Mitchum verweigert die Aussage. Seine Begründung: Er rede nicht mit Menschen, mit denen er nicht auch einen trinken gehen würde.

Sonntag, 01.12. (1. Advent) / 00:15 Uhr / Orchester für die Zukunft ~ 100 Jahre L.A. Philharmonic Orchestra
Dokumentation, Deutschland, 2019, WDRBR 52 Min.
Regie: Bernard Fleischer
Dirigent: Gustavo Dudamel, Esa-Pekka Salonen, Zubin Mehta
Journalist: Zachary Woolfe, Mark Swed
Orchester: Los Angeles Philharmonic Orchestra
Bauten: Frank Gehry
Online verfügbar von 01/12 bis 31/12
Erstausstrahlung

Vor 100 Jahren wurde mit dem Los Angeles Philharmonic ein Orchester gegründet, das musikalische Exzellenz mit einer besonderen Programmauswahl zu verbinden wusste. Die Musikdokumentation „100 Jahre Los Angeles Philharmonic“ gibt Einblicke in das musikalische Spektrum des Klangkörpers an der Westküste der USA. und in seine Geschichte. Mit den amtierenden und ehemaligen Chefdirigenten Gustavo Dudamel, Zubin Mehta, Esa-Pekka Salonen und Frank Gehry, dem Architekten der Walt Disney Concert Hall. Darüber hinaus kommen zu Wort: Zachary Woolfe, Musikkritiker der „New York Times“, Mark Swed, Musikkritiker der „Los Angeles Times“, sowie Mitarbeiter des Los Angeles Philharmonic.

Sonntag, 01.12. (1. Advent) / 01:10 Uhr / LA Phil 100 ~ Jubiläumskonzert aus der Walt Disney Concert Hall
Musik, USA, 2019, WDR 90 Min.
Regie: Beyer, Michael
Mit: Bernhard Fleischer Moving Images Gmbh
Erstausstrahlung

Vor 100 Jahren wurde mit dem Los Angeles Philharmonic ein Orchester gegründet, das musikalische Exzellenz mit einer besonderen Programmauswahl zu verbinden wusste. Als Auftakt zum Jubiläumjahr gab das Orchester für alle Bewohner seiner Heimat Los Angeles eine Riesenparty mit Jubiläumsprogramm und zahlreichen Premieren von Auftragswerken. Die Musikdokumentation „LA Phil 100 – Jubiläumskonzert aus der Walt Disney Concert Hall“ gibt Einblicke in das musikalische Spektrum des Klangkörpers an der Westküste der USA und in seine Geschichte. Vor allem aber verdeutlicht der Film die Öffnung des Orchesters gegenüber der vielfältigen Bevölkerung von Los Angeles und das Engagement für die Jugend mit seinen Bildungsinitiativen.

Zu einer Zeit, als Los Angeles mit Landwirtschaft und Ölquellen noch eine Pionierstadt war, baute William Andrews Clark Jr., ein exzentrischer Millionär, das Los Angeles Philharmonic mit der kühnen Vision auf, „dass das Orchester zu den besten in den Vereinigten Staaten zählen möge“. Rund 100 Jahre später übertrifft das Orchester die Erwartungen ihres Gründers: In was für einem Umfeld agiert es und welche Auswirkung hat das auf die DNA des Orchesters? Was sind die Herausforderungen, um als Orchester für sein Publikum attraktiv und relevant zu bleiben und wie wirkt sich das auf die künstlerische Programmgestaltung aus?

„Wenn die Musik auf ihren Lorbeeren ruht, wird ihre Zukunft in der Tat düster sein“, meint Gustavo Dudamel, der seit 2009 der Chefdirigent des Orchesters ist. Möglicherweise enthüllt dieses Zitat das Geheimnis des Erfolgs des Los Angeles Philharmonic, das sich als eine evolutionäre Institution begreift und sich bereits für die kommenden 100 Jahre einschwingt.

Mit den amtierenden und ehemaligen Chefdirigenten Gustavo Dudamel, Zubin Mehta, Esa-Pekka Salonen und Frank Gehry, dem Architekten der Walt Disney Concert Hall. Darüber hinaus kommen zu Wort: Zachary Woolfe, Musikkritiker der „New York Times“, Mark Swed, Musikkritiker der „Los Angeles Times“, sowie Mitarbeiter des Los Angeles Philharmonic.

Sonntag, 01.12. (1. Advent) / 02:40 Uhr / Die Gitarre – Revolution, Kult, Leidenschaft
Dokumentation, Frankreich, 2016, ARTE F 52 Min.
Regie: Pierre-Paul Puljiz
Wiederholung vom 15.11.

Sonntag, 01.12. (1. Advent) / 04:44 Uhr / Bilder allein zuhaus ~ Der Falschspieler mit dem Karo-Ass, Georges de La Tour (1/3)
Fernsehserie, Frankreich, 2016, ARTE F 2 Min.
Regie: Fabrice Maruca
Online verfügbar von 01/12 bis 25/11

„Bilder allein zuhaus“ nimmt zehn Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Norman Rockwells „The Problem We All Live With“ werden in der 30-teiligen Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

„Der Falschspieler mit dem Karo-Ass“ ist ein Gemälde des französischen Barockmalers Georges de la Tour. An einem Tisch sitzen ein Falschspieler, eine Magd, eine Kurtisane und ein Naivling, die ein Glücksspiel mit Karten spielen. Die vier streiten darüber, welches Kartenspiel sie da eigentlich seit knapp 400 Jahren spielen …

Zusatzinfo:
Die in der Reihe betrachteten Gemälde sind „Mona Lisa“ von Leonardo da Vinci, „American Gothic“ von Grant Wood, „Arlequin et Pierrot“ von André Derain, „Le tricheur à l’as de carreau“ von Georges de La Tour, „Dans la serre“ von Edouard Manet, „Triple portrait du Cardinal de Richelieu“ von Philippe de Champaigne, „Les Amants III“ von René Magritte, „Les raboteurs de parquet“ von Gustave Caillebotte, „The Problem We All Live With“ von Norman Rockwell und Edgar Degas’ Selbstporträt mit Evariste de Valernes. Beim 19. TV-Film-Festival von La Rochelle 2017 wurde ARTE mit vier Preisen geehrt. „Bilder allein zuhaus“, im Original „A musée vous, à musée moi“, erhielt dabei den Preis für das beste Kurzprogramm. Die Idee zu der 30-teiligen Serie stammt von Fouzia Kechkech; ihr Regisseur, Fabrice Maruca, hat sich auf ARTE bereits mit der Reihe „Alte Schachteln“ einen Namen gemacht.

Montag, 02.12. / 05:00 Uhr / Christmas in Vienna 2014
Musik, Österreich, 2014, ARTEORF 43 Min.
Regie: Karina Fibich
Dirigent: Sascha Goetzel
Orchester: ORF Radio-Symphonieorchester Wien
Chor: Wiener Sängerknaben, Wiener Singakademie

Mit: Dmitry Korchak (Tenor), Vesselina Kasarova (Mezzosopran), Natalia Ushakova (Sopran), Artur Rucinski (Bariton)

Online verfügbar von 02/12 bis 01/01

Das traditionelle Adventskonzert versammelte auch 2014 ein Quartett von internationalen Sängergrößen. Die russische Sopranistin Natalia Ushakova ist in den großen internationalen Opernhäusern und Konzertsälen zu Hause und gehört dank ihrer wundervollen Stimme, Musikalität und ergreifenden Bühnenpräsenz zu den neuen Stars der Musikwelt. Die Mezzosopranistin Vesselina Kasarova gehört heute zu den gefragtesten Mezzosopranistinnen und wird auf der Opernbühne und im Konzertsaal von Publikum und Presse begeistert gefeiert. Der polnische Bariton Artur Rucinski sang in den letzten Jahren mit großem Erfolg an den Opernhäusern in Osteuropa und erobert seit 2010 auch die westeuropäischen großen Bühnen. Er sang unter anderem unter Daniel Barenboim und Lorin Maazel. Dirigent Sascha Goetzel, gebürtig aus Wien, ist künstlerischer Leiter und Chefdirigent des Borusan Istanbul Philharmonic Orchestra und hat diesen Klangkörper in den letzten Jahren zu höchstem künstlerischem Niveau und internationaler Anerkennung gebracht. Ab der Saison 2012/13 wurde er zusätzlich zum ersten Gastdirigenten des Orchestre Symphonique de Bretagne und des Kanagawa Philharmonic Orchestra in Japan berufen. Publikum und internationale Presse bestätigen ihm einhellig faszinierende Überzeugungskraft und höchste Musikalität.

Montag, 02.12. / 02:10 Uhr / Der Entschluss zu malen – Vincent van Gogh
Dokumentation, Belgien, Frankreich, 2014, ARTERTBF 54 Min.
Regie: Henri de Gerlache
Online verfügbar von 02/12 bis 09/12

Im Herbst 1878 begab sich Vincent van Gogh als Laienprediger zu den mittellosen Bergleuten im belgischen Steinkohlerevier Borinage. Zwei Jahre erlebte er dort das Elend der Menschen und die harten Arbeitsbedingungen unter Tage hautnah mit, was in ihm den Entschluss reifen ließ, Maler zu werden. Wer hätte damals geahnt, dass der als Eigenbrötler bekannte van Gogh einer der bedeutendsten Maler der Kunstgeschichte werden würde? Ausgehend von Vincents Briefwechsel mit seinem Bruder Theo, den er 1872 aufnahm, vermittelt die Dokumentation einen tiefen Einblick in das Leben van Goghs.

Weit über eine Million Menschen besuchen jährlich das Van-Gogh-Museum in Amsterdam. Seine Werke faszinieren bis heute: mal farbenfroh und lichtdurchflutet, mal in drückenden Farben wie die frühen Werke aus der Zeit im Dorf Nuenen. Erst im Alter von 27 Jahren beschloss van Gogh, Maler zu werden. Zuvor hatte er sich als Kunsthändler, Lehrer und Verkäufer versucht – mit mäßigem Erfolg. 1878 begab er sich als Laienprediger zu den mittellosen Bergleuten im belgischen Steinkohlerevier Borinage. Zwei Jahre erlebte er dort das Elend der Menschen und die harten Arbeitsbedingungen unter Tage hautnah mit: eine ergiebige Inspirationsquelle für seine ersten Zeichnungen. Auch seine spirituellen Erfahrungen als Laienprediger gaben van Gogh seine künftigen Motive vor. Er wollte einfache Menschen malen, die Natur und alltägliche Dinge. Wie einschneidend diese Phase in seinem Leben war, zeigt auch der umfangreiche Briefwechsel mit seinem Bruder Theo, den die beiden ab 1872 führten. Theo war in Paris als Kunsthändler tätig, er war Vincents Bezugsperson und enger Vertrauter, der ihn auch finanziell unterstützte. Ausgehend von diesen Briefen beschäftigt sich die Dokumentation mit einem weniger bekannten Lebensabschnitt van Goghs. Die Zeit im Borinage (1878-1880) war für van Gogh der Grundstein seiner künstlerischen Tätigkeit. Später dann, in Arles und Saint-Rémy, entstanden die weltbekannten Werke wie etwa die Sonnenblumen-Motive.

Zusatzinfo:
Im Januar 2015 wurde im belgischen Mons eine große Van-Gogh-Ausstellung mit fast 100 Werken des Meisters eröffnet, als Teil des Veranstaltungsprogrammes von „Mons – Europäische Kulturhauptstadt 2015“. Mons liegt mitten in der Region des Borinage, das seit dem 18. Jahrhundert eines der bedeutendsten Steinkohlereviere Europas war. Der Regisseur Henri de Gerlache hat zahlreiche Dokumentarfilme realisiert. Er ist regelmäßig für ARTE mit seinem Kamerateam unterwegs. Mit „Der Entschluss zu malen – Vincent van Gogh“ vermittelt er tiefe Einblicke in das Leben eines der bedeutendsten Maler der Kunstgeschichte.

Montag, 02.12. / 04:48 Uhr / Bilder allein zuhaus ~ Dreifaches Porträt von Richelieu, Philippe de Champaigne, „Die Sprache Molières“
Fernsehserie, Frankreich, 2016, ARTE F 2 Min.
Regie: Fabrice Maruca
Online verfügbar von 02/12 bis 26/11

„Bilder allein zuhaus“ nimmt zehn Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Norman Rockwells „The Problem We All Live With“ werden in der 30-teiligen Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Philippe de Champaignes „Dreifaches Porträt von Richelieu“ entstand 1642. Es zeigt Kardinal Richelieu. Er befindet sich mit seinen zwei „Doppelgängern“ in einer leicht schizophrenen Diskussion. Die drei ereifern sich über die Jugendsprache und einen Ausdruck, der in Deutschland sicherlich zum Jugendwort des Jahres gekürt worden wäre …

Dienstag, 03.12. / 00:05 Uhr / Papier-Brigade ~ Die Shoah und die Bücher von Vilnius
Dokumentation, Belgien, Frankreich, 2018, ARTERTBF 59 Min.
Regie: Diane Perelsztejn
Online verfügbar von 26/11 bis 02/01
Erstausstrahlung

„Papier-Brigade – Die Shoah und die Bücher von Vilnius“ von Diane Perelsztejn erzählt von dem Kampf um die Bewahrung der jüdischen Kultur vor der Zerstörung durch die Nazis. Von September 1941 bis September 1943 wurden 40 jüdische Intellektuelle aus dem Ghetto von Wilna (Vilnius), Litauens historischer Hauptstadt, von den Nazis gezwungen, bei der Zerstörung und Plünderung von jüdischen und nicht-jüdischen Kulturschätzen mitzuhelfen. Unter Einsatz ihres Lebens gelang es ihnen jedoch, einen Teil der wertvollsten Zeugnisse jüdischer Kultur in Europa zu retten.

Von 1933 bis 1945 setzten sich die Nazis, Hitlers Völkermordplan befolgend, zum Ziel, sämtliches jüdisches Leben auszulöschen und auch alle Spuren jüdischer Kultur endgültig zu beseitigen. Unter der NS-Herrschaft wurden so sechs Millionen Männer, Frauen und Kinder wegen ihrer jüdischen Herkunft ermordet und mehr als 100 Millionen Bücher unwiederbringlich zerstört. Der Film erzählt die Geschichte der „Papier-Brigade“: einer Gruppe von 40 Dichtern, Schriftstellern und Gelehrten, die während der NS-Besatzung von Litauens historischer Hauptstadt Wilna (Vilnius) ihr Leben aufs Spiel setzten, um die jüdischen und nicht-jüdischen Bibliotheken der Stadt vor der Zerstörung zu bewahren. In der Tat galt Wilna wegen seiner wertvollen Sammlungen, die über 800 Jahre jüdischer Geschichte und jüdischen Lebens in Europa auf einzigartige Weise dokumentierten, als das „Jerusalem des Nordens“. Außerdem beleuchtet der Film, wie die Überlebenden der „Papier-Brigade“ auch in der Nachkriegszeit und während des Kalten Krieges weitere Bücher retteten: Angesichts des erneuten Antisemitismus, diesmal vonseiten Stalins, gingen sie wieder das Risiko ein und schleusten die gefährdeten Bücher heimlich aus der litauischen Sowjetrepublik. Eine aufregende Rettungsaktion mit vielen Wendungen, die sich bis in die heutige Zeit fortsetzt und uns von Wilna nach Paris, New York und Jerusalem führt. Der Film ist ein Zeugnis der aufopfernden Bemühungen der „Papier-Brigade“ und deren Traum, die jüdische Kultur vor dem Untergang zu bewahren. Darüber hinaus veranschaulicht er die Bedeutung des kulturellen Widerstands während des Holocaust und in der Nachkriegszeit.

Mittwoch, 04.12. / 20:15 Uhr / Renoir
Spielfilm, Frankreich, 2012, ARTE F 107 Min.
Regie: Gilles Bourdos
Drehbuch: Gilles Bourdos, Jérôme Tonnerre
Autor: Jacques Renoir
Produktion: Fidélité Films, Wild Bunch, Mars Films, France 2 Cinéma
Produzent: Olivier Delbosc, Marc Missonnier
Kamera: Mark Ping Bing Lee
Schnitt: Yannick Kergoat
Musik: Alexandre Desplat
Kostüme: Pascaline Chavanne

Mit: Michel Bouquet (Pierre-Auguste Renoir), Christa Théret (Andrée Heuschling), Vincent Rottiers (Jean Renoir), Thomas Doret (Coco Renoir), Michèle Gleizer (Aline Renoir), Romane Bohringer (Gabrielle), Laurent Poitrenaux (Pierre Renoir)

Künstlerdrama an der Côte d’Azur im Jahr 1915: Pierre-Auguste Renoir kränkelt aufgrund seines Alters, auch machen ihm der Tod seiner Frau und die Schrecken des Ersten Weltkriegs zu schaffen. In dieser düsteren Lebenssituation erblüht seine Kreativität noch einmal aufs Neue, als die junge und freigeistige Schauspielerin Andrée auftaucht, um für ihn Modell zu stehen. Als Renoirs zweiter Sohn Jean verletzt aus dem Krieg nach Hause zurückkehrt, entsteht auch zwischen ihm und der Muse seines Vaters eine besondere Verbindung. Gilles Bourdos inszenierte ein leichtfüßiges Familiendrama, das in Farbgebung und Lichtstimmung an die Impressionisten erinnert.

Pierre-Auguste Renoir verbringt seinen Lebensabend kraft- und mutlos in seinem Haus an der französischen Riviera. Die Schrecken des Ersten Weltkriegs und der Tod seiner Frau haben ihn mitgenommen. 1915 tritt die junge Schauspielerin Andrée in sein Leben. Renoirs Frau hatte sie noch vor ihrem Tod engagiert, damit sie ihrem Mann Modell steht. Mit ihrem fröhlichen Wesen weckt Andrée in dem alten Mann neue Lebensgeister.

Doch nicht nur Pierre-Auguste ist von der jungen Frau fasziniert, auch Jean Renoir, sein Sohn, baut eine starke Verbindung zu ihr auf, als er zur Genesung seiner Kriegsverletzung im Haus der Familie an der Côte d’Azur weilt. Während Jean mit seinem Vater über die Vergangenheit, die Kriegsmoral und das Verhältnis zwischen Künstler und Muse aneinandergerät, entdeckt er gleichzeitig durch Andrée seine Leidenschaft für das Kino.

Sie planen, nach dem Krieg gemeinsam in die Filmbranche einzusteigen. Doch die Wirren und Gräueltaten der Jahre des Ersten Weltkriegs gehen auch an dem in idyllischer Landschaft gelegenen Familiensitz der Renoirs nicht spurlos vorbei. Als Jean Andrée beichtet, dass er wieder an die Front zurückkehren wird, flieht sie, getrieben von der Angst vor einer ungewissen Zukunft.

Christa Théret spielt mit Bravour eine sinnliche und lebensfrohe Andrée Heuschling, die sich auf leicht provokante Art nimmt, was sie braucht, und gleichzeitig doch wie alle anderen ein Opfer ihrer Zeit ist. Ein von den Farben des Impressionismus inspiriertes Drama, das vor dem Hintergrund des Ersten Weltkriegs gekonnt die Kluft zwischen den Generationen mit der Leidenschaft für die Kunst verbindet.

Zusatzinfo:
Das Drama gewann 2014 sowohl den César für die besten Kostüme, entworfen von Pascaline Chavanne, als auch den Etoile d’Or du Cinema – Prix de la Presse du Cinéma Français für die beste Originalfilmmusik, komponiert von Alexandre Desplat. Für ihre Rolle der Andrée Heuschling wurde Christa Théret 2014 für den Lumière-Preis in der Kategorie Beste Schauspielerin nominiert. Der ebenfalls als bester Regisseur nominierte Gilles Bourdos, gebürtig aus Nizza, feierte 1998 mit „Disparus“ sein Spielfilmdebüt. Er verfilmte unter anderem den Roman „Ein Engel im Winter“ von dem weltweit gefeierten Romancier Guillaume Musso.

Mittwoch, 04.12. / 22:00 Uhr / Die Florence Foster Jenkins Story
Dokudrama, Deutschland, 2015, ZDF 52 Min.
Regie: Ralf Pleger

Mit: Jan Rekeszus (Mr. William Key), Joyce DiDonato (Mme Florence Foster Jenkins), Adam Benzwi (Mr. Cosmé McMoon), Jasmin Antic (Kathleen Bayfield), Lars Peter Schmädicke (St. Clair Bayfield)
Online verfügbar von 04/12 bis 11/12

Als schlechteste Sängerin aller Zeiten macht die selbst ernannte Operndiva Florence Foster Jenkins in New York unaufhaltsam Karriere. Die Kultfigur brach nach ihrem legendären Auftritt in der Carnegie Hall 1944 sämtliche Verkaufsrekorde. In dieser preisgekrönten Dokumentation wird sie durch die US-amerikanische Starsängerin Joyce DiDonato verkörpert.

Florence Foster Jenkins gilt als die schlechteste Sängerin aller Zeiten. Dennoch ist sie eine Kultfigur, deren Schallplattenaufnahmen sich besser verkaufen als die vieler anderer Sänger. Als selbst ernannte Operndiva machte sie im New York der 20er Jahre unaufhaltsam Karriere. Ihr legendärer Auftritt in der Carnegie Hall 1944 brach sämtliche Verkaufsrekorde. „Die Florence Foster Jenkins Story“ – der erste umfassende Dokumentarfilm über die „Königin der Dissonanzen“ – taucht in den skurrilen Kosmos der Möchtegern-Diva ein, die durch ihre phänomenale Talentlosigkeit und exzentrische Selbstüberschätzung zur Kultfigur und frühen Camp-Vertreterin wurde. Joyce DiDonatos Virtuosität entfaltet sich vor allem in einer Reihe prachtvoller Tableaux vivants. In diesen extravagant ausgestatteten Fantasiebildern treffen zwei Klangwelten aufeinander: zum einen die Wunschvorstellung, die Florence Foster Jenkins von ihrer Stimme hatte, und zum anderen das eigentliche Desaster ihrer Gesangskunst, das ihr Publikum zum Toben brachte. Auf der dokumentarischen Ebene präsentiert der Film sensationelle Archivfunde und lässt namhafte Experten zu Wort kommen, die auch die dunklen Seiten von Jenkins‘ turbulentem Leben beleuchten. Virtuos verknüpft Regisseur Ralf Pleger sein vielschichtiges Dokumentarfilmmaterial mit eleganten Spielszenen, die allesamt auf originalen Quellen beruhen. Schritt für Schritt enthüllt der Film so die tragische Tiefe einer schillernden Figur.

Mittwoch, 04.12. / 04:28 Uhr / Bilder allein zuhaus: Harlekin und Pierrot, André Derain „Eine Frage des Geruchs“ (1/3)
Fernsehserie, Frankreich, 2016, ARTE F 2 Min.
Regie: Fabrice Maruca
Online verfügbar von 27/11 bis 28/11

„Bilder allein zuhaus“ nimmt zehn Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Norman Rockwells „The Problem We All Live With“ werden in der 30-teiligen Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

André Derain war neben Henri Matisse der Hauptvertreter des Fauvismus und wird zu den ersten Malern der Klassischen Moderne gezählt. Er gehörte zur französischen Avantgarde und stand in engem Kontakt zu den Kubisten Picasso und Braque. Sein Bild „Harlekin und Pierrot“ entstand um 1924 und zeigt zwei Figuren der Commedia dell’Arte. Diese liefern den ARTE-Zuschauern ihre ganz persönliche Lesart des Fauvismus …

Donnerstag, 05.12. / 04:37 Uhr / Bilder allein zuhaus: Das Problem, mit dem wir alle leben, Norman Rockwell (1/3)
Fernsehserie, Frankreich, 2016, ARTE F 3 Min.
Regie: Fabrice Maruca
Online verfügbar von 05/12 bis 29/11

„Bilder allein zuhaus“ nimmt zehn Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Norman Rockwells „The Problem We All Live With“ werden in der 30-teiligen Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

„The Problem We All Live With“ (Das Problem, mit dem wir alle leben) ist ein Gemälde von Norman Rockwell aus dem Jahr 1963. Es zeigt ein afroamerikanisches Mädchen auf ihrem Weg zu einer rein weißen öffentlichen Schule während der New Orleans School Desegregation Crisis. Wegen Bedrohungen und Gewalt ihr gegenüber gewähren ihr vier US-Marshalls Begleitschutz. Barack Obama ließ das emblematische Bild der Bürgerrechtsbewegung im Weißen Haus aufhängen. Bei „Bilder allein zuhaus“ bekommen die Bodyguards auf einmal eine Sinnkrise, unter anderem, weil sie auf Rockwells Bild nicht ganz zu sehen sind …

Freitag, 06.12. / 21:45 Uhr / Diana Ross – Eine Diva erobert die Welt
Dokumentation, Frankreich, 2019, ARTE F 52 Min.
Regie: Julie Veille
Online verfügbar von 29/11 bis 04/02
Erstausstrahlung

Glitter, Charme und eine powergeladene Stimme: Diana Ross hat Musikgeschichte geschrieben. Die „Ain’t No Mountain High Enough“-Sängerin träumte schon als kleines Mädchen davon, Weltstar zu werden. Dass ihr dies trotz vieler Hindernisse gelang, verdankt die glamouröse Diva ihrem Talent, ihrer Charakterstärke und ihrer unerschütterlichen Entschlossenheit.

„Ain’t No Mountain High Enough“, „Stop! In the Name of Love“, „Upside Down“ sind nur einige der Ohrwürmer, die Diana Ross der Welt schenkte. Die in Detroit geborene Musikerin startete in den 1960er Jahren als Leadsängerin in der heute erfolgreichsten Girlgroup aller Zeiten: The Supremes. Mit ihrer Solokarriere ab 1970 setzte sie noch eins drauf und erlangte innerhalb weniger Jahre Weltruhm.

1993 wurde sie als „erfolgreichste Musikerin aller Zeiten“ ins Guinnessbuch der Rekorde aufgenommen. Die Dokumentation ergründet, wie Diana Ross trotz zahlreicher Hindernisse eine solch atemberaubende Karriere gelingen konnte. Dass sie in die Annalen von R’n’B, Pop und Disco einging, verdankt die Diva ihrer Charakterstärke und Entschlossenheit ebenso wie einer überdurchschnittlichen Leistungsfähigkeit, für die sie jeder bewunderte – allen voran der Musikproduzent und Motown-Gründer Berry Gordy Jr., der als Mentor und Liebhaber von Diana Ross das Leben und die Karriere der Sängerin entscheidend prägte.

Das nicht selten explosive Temperament von Diana Ross und ihre – wohldosierte – Vorliebe für Glitter, Pelz und Glamour kamen bei ihren Zeitgenossen, und nicht zuletzt in der Schwulenszene, gut an. In einem von weißen Männern dominierten, rassistischen Amerika hatte Diana für sich beschlossen, frei und unabhängig zu sein. Mit solchen Ansprüchen überraschte und verstörte sie die Musikindustrie, deren Entscheider kaum geneigt waren, sich von einer schwarzen Frau Vorschriften machen zu lassen. Ross verstand sich als Diva, interpretierte das Rollenbild aber feministisch als das einer freien, starken und unabhängigen Frau. Eine Macherin, die ihr Leben von Anfang an in die eigenen Hände nahm.

Freitag, 06.12. / 22:40 Uhr / Seven Songs ~ Frank Schätzing
Musik, Deutschland, 2018, ZDF 15 Min.
Regie: Theo Roos
Online verfügbar von 05/12 bis 05/03
Erstausstrahlung

„Seven Songs“ – sieben Lieder fürs Leben, sieben Lieblingslieder, sieben Songs für die Ups und Downs. Filmemacher, Philosoph und Musiker Theo Roos trifft Promis und Fans an einem Ort ihrer Wahl. Sie erzählen dem Zuschauer, welche Songs ganz oben auf ihrer Playlist stehen – und geben damit auch Dinge preis, die noch nicht über sie bekannt waren. Diesmal mit Bestseller-Autor Frank Schätzing.

An Promis einfach so ranzukommen gelingt nur, wenn sie neugierig auf das sind, was dann passiert. Theo Roos gelingt das, weil er den Vielbeschäftigen ein Angebot macht, für das diese sogar ihre Freizeit opfern: Sie können über Lieblingsmusik sprechen, welche auch immer das ist. Sieben selbstgewählte Songs beziehungsweise Musikstücke, die in ihrem Leben eine gewisse Bedeutung haben. Aus den Aussagen, kurzen Ausschnitten der Musik und assoziativen Film-Bildern, die Theo Roos beisteuert, entstehen so 15-minütige Clips, die den Moment des Interviews auf den Punkt und zugleich in einen atmosphärischen Fluss bringen. Sie zeigen die Prominenten, wie sie vielleicht bislang nicht bekannt waren, lassen den Zuschauer Musik mit anderen Ohren hören – oder sind ganz einfach beste Unterhaltung.

Frank Schätzing, der als Bestseller-Autor für „Der Schwarm“ bekannt ist, ist auch Musikproduzent, sein Geschmack entsprechend elaboriert. Die Zuschauer erfahren von seiner Vorliebe für nervöse Großstadtmusik und zugleich von einer Sehnsucht, die die sanfteren Klänge von Jethro Tull in ihm triggert, welche zwei aktuellen Musikerinnen ganz oben bei ihm auf der Playlist stehen und vieles andere mehr. Ohrenöffner: ein Discoknaller der 70er Jahre neu gehört.

Freitag, 06.12. / 22:55 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2019, ARTE F 43 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Online verfügbar von 29/11 bis 04/02
Erstausstrahlung

Freitag, 06.12. / 23:40 Uhr / Paris X Berlin. 10 Jahre ARTE Concert
Musik, Deutschland, 2019, ZDFARTE F 60 Min.
Regie: Thierry Gautier, Thierry Villeneuve
Mit: Mouse On Mars, Gerd Janson, dOP, Agoria
Erstausstrahlung

Berlin trifft Paris. Zwei Städte, ein Event. „ARTE Concert“ wird diese beiden Metropolen zum zehnjährigen Jubiläum des ARTE-Streaming-Angebots zu einer Achse der elektronischen Musik zusammenführen und gebührend feiern. Deutsche Star-DJs legen in der französischen Hauptstadt auf, französische DJs umgekehrt in Berlin – gemeinsam machen sie sich auf in eine rauschende Tanznacht.

Berlin trifft Paris. Zwei Städte, ein Event. Zehn Jahre „ARTE Concert“. Die Online-Plattform für herausragende Bühnen-Performances führt die beiden Metropolen zum zehnjährigen Jubiläum zu einer Achse der elektronischen Musik zusammen und feiert standesgemäß mit herausragender Musik.

Deutsche Star-DJs wie Mouse On Mars oder Gerd Janson legen in der französischen Hauptstadt auf, französische Künstler wie dOP und Agoria umgekehrt in Berlin. Gemeinsam machen sie sich auf in eine rauschende Tanznacht.

Dabei geht es auch um die spektakuläre Verbindung der Feierlichkeiten in beiden Städten: Aufwendige Projektionen werden Live-Bilder von der einen zur anderen Party übertragen und so die beiden Floors virtuell miteinander verschmelzen.

Als einer der Höhepunkte wird es einen musikalischen Schulterschluss geben, bei dem ein Künstlerduo in Paris mit einem DJ in Berlin live zusammenspielen und auflegen wird. Dann werden die Crowds in Paris und Berlin live über tausend Kilometer hinweg zur selben Musik tanzen.

Die Sendung zeigt die Highlights dieses rauschenden deutsch-französischen Fests. Und wem das noch nicht genug ist: Die einzelnen Acts in beiden Städten können weiterhin auf arteconcert.com und den sozialen Kanälen in voller Länge immer wieder genossen werden.

Freitag, 06.12. / 00:40 Uhr / Justice: Woman Worldwide
Musik, Frankreich, 2017, ARTE F 58 Min.
Regie: Sebastien Lefebvre
Online verfügbar von 29/11 bis 16/01

14. Oktober 2017: Zehn Jahre nach ihrem ersten Album stehen Justice mit ihrer „Woman Worldwide“-Show auf der Bühne der Pariser AccorHotels Arena. Genauso lang her ist auch das historische Konzert von Daft Punk in genau diesem Konzertsaal, der damals noch Bercy hieß. Das französische Duo Justice setzt sich aus den DJs Gaspard Augé und Xavier de Rosnay zusammen und zählt zu den internationalen Ikonen der elektroaffinen jungen Generation, für die Rhythmen wichtiger sind als Lyrics. In der Elektro-Szene gilt Justice als die Referenz für den „French Touch 2.0“. Alle drei bisherigen Alben erschienen bei dem französischen Label Ed Banger Records: das titellose Album mit dem Neonkreuz als Logo der Band 2007, gefolgt vom programmgebenden „Audio, Video, Disco“ 2011 und dem sinnlichen „Woman“ 2016. Die Szenografie der jüngsten Welttournee, für die auch dieses Mal wieder Vincent Lérisson verantwortlich zeichnete, brach mit bisherigen Codes, angefangen mit den aus Marshall-Verstärkern gebildeten vier LED-Wänden im Vordergrund. Die Show der beiden DJs von Justice lief ohne Unterbrechung und mischte Elemente aus Elektro, Metal, R ’n‘ B und Pop. Hits aus ihrem Repertoire wie „D.A.N.C.E.“, „Fire“, „Stress“ und natürlich dem unumgänglichen originellen Remix von „We Are Your Friends“ durften natürlich nicht fehlen. Für dieses Konzert verwandelte sich die riesige Arena in einen Club und entpuppte sich auch für Nicht-Insider als ideale Location, um in die Elektro-Szene einzutauchen.

Freitag, 06.12. / 04:35 Uhr / Bilder allein zuhaus ~ Die Liebenden III, René Magritte (1/3)
Fernsehserie, Frankreich, 2016, ARTE F 3 Min.
Regie: Fabrice Maruca
Online verfügbar von 06/12 bis 30/11

„Bilder allein zuhaus“ nimmt zehn Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Norman Rockwells „The Problem We All Live With“ werden in der 30-teiligen Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Der belgische Surrealist René Magritte zählt zu den bekanntesten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Auf seinem 1928 entstandenen Bild „Les Amants III“ zeigt René Magritte ein ungleiches Liebespaar mit unverhüllten Gesichtern. Der Mann ist ohne Körper dargestellt, sein Kopf schmiegt sich an die Wange der Frau. Können die beiden sich so verstehen oder sind sie geradezu für einen Streit prädestiniert? Und warum fehlt die körperliche Verbindung?


Samstag, 07.12. / Thementag: Italien / arte

Samstag, 07.12. / 20:15 Uhr / Aus dem Teatro alla Scala, Mailand: Tosca
Oper von Giacomo Puccini

Oper, Italien, Deutschland, 2019, ZDF, 120 Min.
Regie: Patrizia Carmine
Komponist: Giacomo Puccini
Inszenierung: Davide Livermore
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten: Gianluca Falaschi
Moderation: Annette Gerlach

Mit: Anna Netrebko (Tosca), Luca Salsi (Scarpia), Vladimir Sazdovski (Angelotti), Francesco Meli (Cavaradossi), Alfonso Antoniozzi (Sagrestano), Carlo Bosi (Spoletta), Giulio Mastrototaro (Sciarrone)

Erstausstrahlung

Anna Netrebko in „Tosca“: Die diesjährige Saisoneröffnung an der Mailänder Scala verspricht ein musikdramatisches Erlebnis der Extraklasse. Die Figur der Operndiva Floria Tosca ist eine der faszinierendsten unter Puccinis Frauengestalten. Eine Rolle wie geschaffen für die russische Diva auf dem Höhepunkt ihrer Kunst. Die weitere Besetzung ebenfalls exquisit: Luca Salsi gibt Toscas Gegenspieler Scarpia, Francesco Meli den unbeugsamen Maler Mario Cavaradossi. Die Inszenierung übernimmt der italienische Regisseur Davide Livermore. Riccardo Chailly leitet das Orchester des Teatro alla Scala.

Anna Netrebko in „Tosca“: Die diesjährige Saisoneröffnung an der Mailänder Scala, dem berühmtesten Opernhaus der Welt, verspricht ein musikdramatisches Erlebnis der Extraklasse. Uraufgeführt 1900 in Rom, gilt „Tosca“ heute als das Werk, in dem Puccini dem Verismo am nächsten kommt. Die Figur der Operndiva Floria Tosca, die einzig in ihren künstlerischen Idealen lebt und an einer grausamen Wirklichkeit scheitert, ist ganz sicher die wahrhaftigste in Puccinis reichhaltigem Arsenal an faszinierenden Frauengestalten. Eine Rolle wie geschaffen für die russische Diva auf dem Höhepunkt ihrer Kunst.

Die weitere Besetzung ebenfalls exquisit: Luca Salsi, der zusammen mit Netrebko schon in der Salzburger „Aida“ zu erleben war, gibt Toscas Gegenspieler Scarpia, Francesco Meli den unbeugsamen Maler Mario Cavaradossi. Die Inszenierung übernimmt der italienische Regisseur Davide Livermore, Riccardo Chailly leitet das Orchester.

Die traditionelle Saisoneröffnung an der Mailänder Scala ist einer der absoluten Höhepunkte im internationalen Opernjahr und ein Muss für die italienische Society. Den exklusiven Opernabend moderiert Annette Gerlach.

Samstag, 07.12. / 23:10 Uhr / Eine Nacht in Florenz ~Schätze der Renaissance
Dokumentation, Italien, 2016, ARTE 55 Min.
Regie: Gabrielle Cipollitti
Online verfügbar von 30/11 bis 06/01

Ein nächtlicher Spaziergang durch Florenz ist der beste Moment, um in die Geschichte der Stadt einzutauchen und exklusiven Zugang zu ihren markantesten Bau- und Kunstwerken zu genießen. Der Film erzählt von großen Florentiner Künstlern wie Michelangelo, Botticelli, Raffael oder Leonardo da Vinci. Untrennbar damit verbunden ist auch die Dynastie der Medici, die lange die Geschicke der Stadt bestimmte. Die mit größtem Aufwand und modernster Technik gedrehte Dokumentation zeigt die Schätze von Florenz in kleinsten Details, die man als Betrachter vor Ort in dieser Präzision kaum wahrnehmen könnte.

Ende des 13. Jahrhunderts brach für Florenz eine neue Epoche an: Zu den berühmtesten Zeugnissen jener Zeit gehören der zinnenbewehrte Palazzo Vecchio und der erhabene Dom Santa Maria del Fiore. Es war eine kulturell und wirtschaftlich blühende Stadt, deren politische Bühne Cosimo de’ Medici, genannt il Vecchio („der Alte“), in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts betrat. Der geschickte Stratege und Mäzen herrschte lange Zeit über die Stadt. Lorenzo de’ Medici, genannt il Magnifico („der Prächtige“), führte später das politische Erbe seines Großvaters Cosimo fort. Wie kein anderer aus der Familie verkörperte der Philosoph und Literat die humanistischen Ideale. Der Schöngeist umgab sich mit Gelehrten, Philosophen, Wissenschaftlern und Künstlern. Dazu gehörten Botticelli, Donatello, Leonardo da Vinci und auch der junge Michelangelo. Florenz wurde zur Wiege der Renaissance, deren Einfluss ganz Europa erfassen sollte. In Florenz entstanden zahlreiche berühmte Werke großer Meister wie Michelangelos „David“, Botticellis „Geburt der Venus“ und „Frühling“ oder Raffaels „Madonna mit dem Stieglitz“. Die kulturelle Blüte der Stadt zeigte sich auch in der Architektur. Unter der Herrschaft der Medici wurden zahlreiche Bauwerke von atemberaubender Schönheit errichtet: die Basilika von San Lorenzo, die Medici-Kapellen und die Uffizien, eines der ältesten Kunstmuseen der Welt. Hier ist bis heute die private Kunstsammlung der Medici aus drei Jahrhunderten zu bestaunen. Dies ist übrigens der Weitsichtigkeit der letzten Herrscherin aus dem Hause Medici, Anna Maria Luisa, zu verdanken. Um zu verhindern, dass die Kunstschätze ihrer Familie in alle Welt verstreut wurden, überschrieb die Großherzogin sie kurz vor ihrem Tod der Stadt Florenz und machte die Sammlung somit Besuchern aus aller Welt zugänglich.

Sonntag, 08.12. (2. Advent) / 08:00 Uhr / Unter der Lupe – 3 Maler, 9 Werke: Romantik
Kindersendung, Großbritannien, 2017, ARTE 14 Min.
Regie: Anton Khilman
Online verfügbar von 01/12 bis 06/02
Erstausstrahlung

Die Romantik war eine künstlerische, literarische und musikalische Strömung, die Ende des 18. Jahrhunderts in Europa entstand und in den meisten Ländern zwischen 1800 und 1850 ihren Höhepunkt erreichte. Diese Folge präsentiert drei Maler der Romantik – Francisco de Goya, William Turner und Iwan Aiwasowski – und nimmt jeweils drei ihrer Gemälde unter die Lupe.

Die Künstler der Romantik legten großen Wert auf Gefühle und Individualismus, sie idealisierten die Natur und die Vergangenheit, wobei sie das Mittelalter der Klassik vorzogen. Diese Folge präsentiert die drei herausragenden Maler der Romantik Francisco de Goya, William Turner und Iwan Aiwasowski und nimmt jeweils drei ihrer Gemälde unter die Lupe.

Der spanische Maler und Grafiker Francisco de Goya gilt als bedeutendster spanischer Künstler des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts. Sein gesamtes künstlerisches Leben war er als Chronist und Kommentator seiner Zeit tätig. „Die Familie Karls IV.“ (1801), „Die Wasserträgerin“ (1808-1812) und seine späten Miniaturen zählen zu seinen bedeutendsten Werken.

William Turner war ein Maler und Grafiker der englischen Romantik. Er ist bekannt für seine ausdrucksstarken Farben, seine lebendigen Landschaftsbilder und seine Gemälde vom stürmischen Meer. „Der Abschied von Hero und Leander“, „Mortlake Terrace: Early Summer Morning“ (1826) und „Der Brand des Parlamentsgebäudes“ (1834-1835) sind weltberühmt.

Iwan Aiwasowski war ein russisch-armenischer Maler der Romantik, der als einer der größten Meister der Marinemalerei gilt. „Die Bucht von Neapel am Morgen“, „Die Seeschlacht bei Sinope“ (1853) und „Die Landung von General N. Raewski in Subaschi“ (1839) zählen zu seinen Werken.

Sonntag, 08.12. (2. Advent) / 08:30 Uhr / Wenn ich groß bin, werde ich … Holzkünstler
Kindersendung, Belgien, Frankreich, 2019, ARTE 13 Min.
Regie: Benoît Van Wambeke
Online verfügbar von 01/12 bis 07/01
Erstausstrahlung

„Wenn ich groß bin, werde ich …“ – Wer hat in seiner Kindheit diesen Satz nicht gesagt und von einer glanzvollen Karriere als Feuerwehrmann, Astronaut oder Forscher geträumt? In der Serie für Kinder stellen verschiedene Personen ihre Tätigkeiten vor. Der neugierige Pieper, eine freche, aber sympathische kleine Kartoffel, führt durch die Sendung und vermittelt spielerische Einblicke in die Arbeitswelt.

Heute darf Pieper dem Holzkünstler Kaspar über die Schulter schauen! Der macht aus Holz beeindruckende Kunstwerke und Möbel. Pieper trifft ihn im Wald: Hier hat Kaspar einen großen Baumstamm gefunden und transportiert ihn in seine Werkstatt. Mit der Kettensäge demonstriert er, wie daraus ein moderner Stuhl wird.

Kaspar ist Holzkünstler: In seiner Werkstatt am Waldrand macht er aus Baumstämmen tolle Kunstwerke und Möbel. Schon als Kind hatte er viel mit Holz zu tun: Sein Vater ist Förster und Kaspar hat mit ihm viel Zeit im Wald verbracht. Daher kennt er auch die Namen aller Baum- und Pflanzenarten. Weil Kaspar schon immer gerne etwas mit Holz gemacht hatte, machte er zuerst eine Schreinerlehre und besuchte dann eine Kunstakademie. Heute ist er als Holzkünstler auf der ganzen Erde unterwegs.

Sein Zuhause ist im belgischen Raeren. Dort besucht ihn Pieper und schaut sich an, wie Kaspar mit Hilfe einer Kettensäge aus einem Baumstamm einen modernen Stuhl macht. Dafür sucht sich der Holzkünstler zuerst einen passenden Baum aus: nämlich einen, der schon im Wald herumliegt und tot ist. Aus Respekt vor der Natur würde Kaspar nie einen Baum fällen. Seiner Meinung nach sind Bäume sehr erstaunlich, denn sie können sogar miteinander kommunizieren! Mit ihren Wurzeln und den darauf wachsenden Pilzen, können sie – ähnlich wie wir im Internet – Informationen austauschen. Sie warnen sich zum Beispiel gegenseitig, wenn sie von Schädlingen befallen werden. Wie in einer Gemeinschaft.

Als Kaspar einen passenden Baum findet, zersägt er ihn und bringt ihn in seine Werkstatt. Dort lässt er ihn so lange trocknen, bis die Rinde ganz leicht abblättert. Dann geht es mit der Arbeit los: Kaspar benutzt Kettensäge oder einen sogenannten Stechbeitel, um das Holz zu formen. Mit Hilfe von Feuer kann er es sogar schwarz färben. Auch Pieper gelingt es, einen tollen Stuhl aus Holz zu sägen. Kaspar findet seinen Beruf toll, weil er so abwechslungsreich und kreativ ist. Und er findet: Wenn er es kann, dann kann das jeder!

Sonntag, 08.12. (2. Advent) / 08:45 Uhr / Schau in meine Welt! Cieras Song
Kindersendung, Deutschland, USA, 2016, RBB 26 Min.
Regie: André Hörmann
Online verfügbar von 08/12 bis 15/12

Ihren eigenen Song im Radio hören: Das ist Cieras großer Traum. Die 13-Jährige lebt mit ihren Eltern und Geschwistern auf einer Farm in einem kleinen Ort in Oklahoma/USA. Sie liebt Musik über alles, schreibt ihre eigenen Songs und spielt gern in den lokalen Bars. Doch das reicht ihr nicht. Sie will ein richtiger Country-Star werden. Dafür muss sie nach Nashville, ins Herz der Country-Musik. Dort will sie es allen beweisen – sich selbst, dem Publikum und vor allem den Plattenfirmen.

Die junge Musikerin hat sich dafür entschieden, zu Hause unterrichtet zu werden, damit sie mehr Zeit für die Musik hat. Musik ist in ihrer Familie sehr wichtig: Jedes ihrer drei Geschwister spielt ein Instrument und auch ihre Mutter spielt als Soldatin in der Armee-Band. Sie war es, die sie zur Musik gebracht hat. Ihr Vater Danny unterstützt sie und hat ein Vorspielen in Nashville organisiert. Dort tritt sie vor vielen Zuschauern und renommierten Plattenfirmen auf. Wird sie mit ihrem Song „Finally“ überzeugen?

Sonntag, 08.12. (2. Advent) / 11:00 Uhr / Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten! Die Maxi-Single „Octopus“ von Syd Barrett
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2016, ARTE F 26 Min.
Regie: Joëlle Oosterlinck
Online verfügbar von 01/12 bis 15/12

Im Pariser Funkhaus Maison de la Radio findet eine ganz besondere Auktion statt. 8.000 Vinylplatten kommen unter den Hammer. Teils ungewöhnliche Tonaufzeichnungen, Pop der 60er Jahre, Originaltonspuren von Filmen, aber auch Weltmusik, die großen Klassiker – und ein Highlight: „Octopus“, eine 45er-Maxi-Single des britischen Musikers Syd Barrett. Sie stammt aus dem Tonträgerarchiv von Radio France, einem magischen Ort mit 4.000 Quadratmetern Fläche. Das Plattenarchiv von Radio France ist eines der größten in Europa; es existiert seit den Anfängen der Maison de la Radio. Dieses Archiv besteht vom ersten Tag an, an dem Charles de Gaulle dieses Rundfunkhaus einweihte. Zunächst scheint die „Octopus“-Single durch nichts dafür prädestiniert zu sein, zum Topstar der Versteigerung zu werden. Wer ist dieser Syd Barrett, der die Gebote in die Höhe treibt? Und was ist das Besondere an dieser Platte? Es gibt sie nur ein einziges Mal. Die Platte wurde mit einem Gerät gekennzeichnet, das man damals Locher nannte. Erkennbar ist das Kürzel ORTF (Office de Radiodiffusion-Télévision Française) und dazu die kuriose Ziffer 4. Die 45er-Single hatte eine sehr niedrige Auflage. Es gibt unterschiedliche Zahlenangaben, aber die meisten liegen unter der üblichen Mindestauflage. Man weiß nur, dass etwa zehn Exemplare dieser Single in Sammlungen bekannt sind.

Sonntag, 08.12. (2. Advent) / 12:25 Uhr / Verschollene Filmschätze: 1970. Rock-Festival auf der Isle of Wight
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2017, ARTE F 26 Min.
Regie: Serge Viallet
Online verfügbar von 08/12 bis 02/04

„Verschollene Filmschätze“ ist eine Sammlung bedeutender historischer Aufnahmen. Seit mehr als einem Jahrhundert dokumentieren Bild und Film die wichtigsten Geschehnisse der Weltgeschichte. Seit ihrer Erfindung war die Kamera bei allen entscheidenden und bedeutenden Ereignissen dabei.
Heute: 1970. Rock-Festival auf der Isle of Wight

Im August 1970 kamen Hunderttausende junge Leute zum dritten Isle of Wight Festival auf der Kanalinsel vor dem britischen Festland. Jimi Hendrix, Joan Baez, Leonard Cohen und The Doors standen auf der Bühne des damals größten europäischen Rockfestivals, das oft auch als „europäisches Woodstock“ bezeichnet wurde. Mit über 40 Bands an fünf Tagen und fünf Nächten wurde das Isle of Wight Festival so legendär wie seine amerikanische Vorlage von 1969 und stand bald symbolhaft für das Lebensgefühl einer ganzen Generation. Doch die Organisation einer solchen Massenveranstaltung war logistisch eine enorme Herausforderung … Leider war die dritte Ausgabe des erfolgreichen Festivals schließlich auch schon die letzte. Warum? „Verschollene Filmschätze“ geht der Sache auf den Grund.

Sonntag, 08.12. (2. Advent) / 15:15 Uhr / Tintoretto und das neue Venedig
Dokumentation, Deutschland, 2019, ZDF 53 Min.
Autor: Erminio Perocco
Online verfügbar von 07/12 bis 07/01
Erstausstrahlung

Jacopo Tintoretto, vor 500 Jahren geboren, revolutionierte die Malerei der Spätrenaissance. Seine Werke schmücken die großen Kirchen und Paläste Venedigs. An Originalschauplätzen folgt die Dokumentation der Lebensgeschichte des Malers in der Lagunenstadt: vom Aufstieg des rebellischen Kämpfers bis zu seinem Tod. Seine nervösen Pinselstriche und dick aufgetragenen Farben waren für seine Zeitgenossen aufregend neu und wurden für Künstler bis in die Moderne wegweisend. In den bewegten Zeiten der Renaissance zeichnete Tintoretto ein Weltbild, das Jahrhunderte später immer noch aktuell erscheint.

Wie die Kanäle oder der Dogenpalast ist auch Jacopo Tintoretto eines der Markenzeichen Venedigs. Als Künstler revolutionierte er mit schnellen Pinselstrichen die Malerei in der Spätrenaissance. Als Katholik verblüffte er seine Zeitgenossen mit seinem liberalen Weltbild. Auch 500 Jahre nach seiner Geburt wird er als Erneuerer der Malerei gefeiert. Aufmüpfig – schlimmer noch: ein „furchtbarer Kopf“ – soll er gewesen sein. Jacopo Tintoretto erschuf Dutzende von Großgemälden. Sie hängen im Dogenpalast, in der Basilika San Giorgio Maggiore oder der Scuola Grande di San Marco – den Wahrzeichen der Lagunenstadt. Mit hochwertigen Spielszenen an Originalschauplätzen erzählt der Film die Lebensgeschichte des Malers vom Aufstieg als ehrgeiziger Kämpfer bis zum Tod des gefeierten Genies. In den bewegten Zeiten der Renaissance zeichnete Tintoretto ein Weltbild, das Jahrhunderte später immer noch aktuell erscheint. Die Dokumentation führt den Zuschauer in verwinkelte Gassen, in das Venedig der Venezianer und in den Abendstunden in die berühmten Kirchen, die dann menschenleer sind. Es ist ein exklusiver Zugang zu Tintorettos Hauptwerken und zeigt sie als Zeugnisse der liberalen Politik Venedigs, das schon damals ein künstlerisches Experimentierfeld bot. Experten erzählen von der Radikalität Tintorettos, der mit nervösen Pinselstrichen und dick aufgetragenen Farben verblüffend modern ist – ein Vorreiter der abstrakten Malerei.

Sonntag, 08.12. (2. Advent) / 16:10 Uhr / Metropolis ~ Thessaloniki
Magazin, Deutschland, 2019, WDR 43 Min.
Online verfügbar von 08/12 bis 07/03
Erstausstrahlung

(1): Metropolenreport Thessaloniki

(1): Metropolenreport ThessalonikiThessaloniki ist die zweitgrößte griechische Stadt und unter jungen Griechen und Kulturschaffenden sehr angesagt. Die Stadt hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich, makedonisch, römisch, byzantinisch und osmanisch. Von April 1941 bis Herbst 1944 besetzten deutsche Truppen die Stadt und zerstörten eine über Jahrhunderte gewachsene jüdische Gemeinde von rund 55.000 Menschen. Ab März 1943 wurden nahezu alle Jüdinnen und Juden ins KZ Auschwitz deportiert, nur etwa 2.000 überlebten. Wo im städtischen Raum machen Kulturschaffende diese Geschichte neu erlebbar?

Sonntag, 08.12. (2. Advent) / 16:55 Uhr / Plácido Domingo in der Arena di Verona ~ Galakonzert zum 50-jährigen Jubiläum
Dokumentation, Italien, 2019, ZDF 90 Min.
Inszenierung: Stefano Trespidi
Dirigent: Jordi Bernàcer
Orchester: Coro E Orchestra Dell’Arena Di Verona

Mit: Plácido Domingo, Anna Pirozzi, Arturo Chacón-Cruz, Marko Mimica, Geraldine Chauvet, Fabio Sartori
Online verfügbar von 07/12 bis 07/01
Erstausstrahlung

Vor einem halben Jahrhundert debütierte Plácido Domingo in der Arena di Verona. Anlässlich dieses Jubiläums feiert die größte Opernbühne der Welt ihren Star mit einem hochkarätig besetzten Galakonzert. Auf dem Programm stehen aufwendig inszenierte Ausschnitte aus drei berühmten Opern von Giuseppe Verdi – mit Plácido Domingo in den Titelrollen als Nabucco, Macbeth und Simon Boccanegra.

Er ist eine lebende Legende: Plácido Domingo hat als einer der bedeutendsten Opernsänger der Gegenwart auf den großen Bühnen der Welt alles erreicht, was in der klassischen Musikszene zu erreichen ist. Er hat rund 100 Tonaufnahmen eingespielt und mehr als 20 Millionen Tonträger verkauft, viele davon ausgezeichnet mit renommierten Preisen, unter anderem mit zwölf Grammy Awards. In der Rolle des Cavaradossi erreichte er 1992 mit der Liveübertragung von Puccinis „Tosca“ von den originalen Schauplätzen in Rom über eine Milliarde Zuschauer in 117 Ländern. Als einer der „Drei Tenöre“ eröffnete er durch die Liveübertragung aus den römischen Caracalla-Thermen anlässlich der Fußball-WM 1990 zusammen mit José Carreras und Luciano Pavarotti ein neues Kapitel der medialen Verbreitung klassischer Musik. Mit Auftritten in Arenen und Stadien begeisterten die „Drei Tenöre“ ein völlig neues Publikum für die Oper. Ein besonderes Kapitel in dieser beispiellosen Karriere waren Plácido Domingos Debüts in Italien, dem Land der Opern-Hochburgen. Am 7. Dezember 1969 stand er erstmals auf der Bühne der Mailänder Scala, doch seine Italien-Premiere hatte er ein knappes halbes Jahr zuvor in der Arena di Verona: ein triumphaler Erfolg für den jungen Tenor in der Rolle des Calaf in Puccinis „Turandot“. Zum 50-jährigen Jubiläum dieses Debüts feiert die größte Opernbühne der Welt ihren Star mit einem hochkarätig besetzten Galakonzert. Auf dem Programm stehen aufwendig inszenierte Ausschnitte aus drei berühmten Verdi-Opern – mit Plácido Domingo als Nabucco, Macbeth und Simon Boccanegra.

Sonntag, 08.12. (2. Advent) / 21:55 Uhr / John Wayne – Amerika um jeden Preis
Dokumentation, Frankreich, 2018, ARTE F 52 Min.
Regie: Jean-Baptiste Péretié
Online verfügbar von 01/12 bis 15/12
Erstausstrahlung

Wer an den klassischen Westernhelden denkt, denkt an John Wayne. Er war der Prototyp des einsamen Cowboys. Wie kein zweiter Hollywoodschauspieler schuf er im Laufe seiner beeindruckenden Karriere mit über 170 Filmen amerikanische Mythen und Legenden. Mit Filmen wie „Der Mann, der Liberty Valance erschoss“, „Panik am roten Fluss“ und „Rio Bravo“ wurde der kernige Darsteller schon zu Lebzeiten zum Publikumsliebling. Was weniger bekannt ist: Im wahren Leben war Wayne als Mitglied der rechtsradikalen John Birch Society ein ultrarechter Macho und Rassist.

Ob einsamer Cowboy, draufgängerischer Kavallerieoffizier oder US-Soldat im Zweiten Weltkrieg – John Wayne hat mit über 170 Rollen Filmgeschichte geschrieben. Das Porträt befasst sich nicht nur mit dem klassischen Westernhelden, sondern beleuchtet auch Waynes ultrapatriotischen, homophoben und rassistischen Ansichten.

Nachdem sich John Wayne als Schauspieler viele Jahre mehr schlecht als recht durchgeschlagen hatte, gelang ihm 1939 mit „Ringo“ der Durchbruch. Weil er nicht als Soldat in den Zweiten Weltkrieg eingezogen wurde, konnte er weiter Filme drehen. Die Entscheidung gegen die Armee sorgte jedoch dafür, dass er sich im Gegenzug besonders stark für Heer und Heimat engagierte. Er drehte einen Kriegsfilm nach dem anderen und wurde so auf der Leinwand zu dem Helden, der er im richtigen Leben nie gewesen war.

In der McCarthy-Ära stand er der Motion Picture Alliance for the Preservation of American Ideals vor, die sich den Kampf gegen die Ausbreitung „kommunistischer, faschistischer und anderer totalitärer Gruppen“ in der amerikanischen Filmindustrie zum Ziel gesetzt hatte. Verdächtigte Filmschaffende wurden vorgeladen und vor die Wahl gestellt, mit den entsprechenden Ausschüssen zusammenzuarbeiten oder Gefängnisstrafen beziehungsweise das berufliche Aus zu riskieren.

Während des Vietnamkriegs drehte John Wayne mit großem Budget den Propagandafilm „Die grünen Teufel“ und besuchte die US-Truppen vor Ort. 1960 trat er der rechtsradikalen John Birch Society bei, deren politisches Denken auf Verschwörungstheorien fußt, und ging in seinen rassistischen Äußerungen so weit, von einer „Überlegenheit der weißen Rasse“ zu sprechen. Er wurde zur Reizfigur der protestierenden 68er-Jugend.

In seinen Filmen hatte er weiter Erfolg: 1970 wurde er mit dem Oscar als bester Hauptdarsteller in „Der Marshal“ ausgezeichnet. In zahlreichen Filmausschnitten und Interviews mit Filmhistorikern und US-amerikanischen Kriegsveteranen zeigt die Dokumentation die zwei Gesichter des John Wayne.

Sonntag, 08.12. (2. Advent) / 22:55 Uhr / Merce Cunningham (1919-2009) ~ Tanz als Vermächtnis
Dokumentation, Frankreich, 2011, ARTE F 56 Min.
Regie: Marie-Hélène Rebois
Online verfügbar von 01/12 bis 06/02

Der 2009 im Alter von 90 Jahren verstorbene Tänzer und Choreograph Merce Cunningham galt als einer der führenden Köpfe des modernen Tanzes. Zwei Jahre nach seinem Tod zeichnet der Dokumentarfilm von Marie-Hélène Rebois den außergewöhnlichen Werdegang des herausragenden Choreographen nach. Im Zusammenhang mit der letzten Tournee seiner Dance Company im Jahr 2011 und der Digitalisierung der Mitschnitte seines umfassenden Repertoires stellt sich die Frage nach Cunninghams Vermächtnis.

Der Tanz ist seinem Wesen nach vergänglich und damit eine ephemere Kunst. Wie überlebt diese Kunstform den Tod ihres Schöpfers und die Auflösung seines Tanzensembles? Damit seine Kunst weiterlebt, entwarf Merce Cunningham noch zu Lebzeiten einen „Legacy Plan“, für dessen Umsetzung sich heute Anwälte, Tänzer, Musiker, Archivare und Repetitoren einsetzen. Für die Abschiedstournee der weltberühmten Merce Cunningham Dance Company im Jahr 2011, deren Auflösung Cunningham selbst testamentarisch verfügt hatte, wurden die wichtigsten Werke neu bearbeitet und noch einmal aufgeführt: „RainForest“ (1968), „Antic Meet“ (1958), „Suite for Five“ (1956), „Squaregame“ (1976), „CRWDSPCR“ (1993). Alle Stücke verdeutlichen eindrucksvoll, dass sich ein Werk ständig erneuert, ohne dabei sein ursprüngliches Wesen zu verlieren. Merce Cunningham ist und bleibt unnachahmlich: Sowohl sein revolutionäres Bewegungsvokabular als auch seine Fähigkeit, sich in verschiedene Epochen hineinzuversetzen, waren einmalig. Er nahm sich große künstlerische Freiheiten und aufgrund seiner enormen Kreativität war er immer Avantgarde; er war seiner Zeit immer einen Schritt voraus. Der Dokumentarfilm ist eine Hommage an einen Künstler, der sich vieler verschiedener künstlerischer Ausdrucksformen bediente – wie Tanz, plastischer Kunst, elektronischer Musik und anderer neuer Technologien. Er verlieh ihnen dabei stets eine eigene Handschrift und erfand auch das Raum-Zeit-Empfinden neu. Der Dokumentarfilm zeigt einerseits Interviews und Probenaufnahmen mit Cunningham sowie zahlreiche Ausschnitte aus der Abschiedstournee. Andererseits stellt er wichtige Weggefährten wie Andy Warhol, John Cage, Robert Rauschenberg oder Jasper Johns vor, alles Künstler, mit denen Cunningham gemeinsam an seinen Tanzstücken arbeitete. Außerdem wird der historische Zusammenhang beleuchtet, aus dem die amerikanische Tanzavantgarde hervorging: Seinerzeit herrschte Aufbruchsstimmung, der Weltraum wurde gerade erobert und das moderne Amerika geboren.

Sonntag, 08.12. (2. Advent) / 23:45 Uhr / Traum von Ungarn ~ Barbara Hannigan
Musik, Frankreich, 2018, ARTE F 64 Min.
Regie: Philippe Beziat
Komponist: Béla Bartók, György Kurtág, György Ligeti
Dirigent: Barbara Hannigan
Orchester: Orchestre Philharmonique de Radio France

Mit: Barbara Hannigan (Sopran), Luigi Gaggero (Zymbal), Ji Yoon Park (Violine)

Online verfügbar von 01/12 bis 26/05
Erstausstrahlung

Ein musikalischer „Traum von Ungarn“: Die renommierte Sopranistin und Dirigentin Barbara Hannigan führt das Pariser Rundfunkorchester Orchestre Philharmonique de Radio France durch die ungarische Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts. Mit Interpretationen von Bartók über Ligeti bis hin zu Kurtág stellt Hannigan ihr Talent unter Beweis und überzeugt dabei nicht nur als Dirigentin, sondern auch als Sängerin. Das Ergebnis: eine eindringliche und mitreißende Darbietung im Auditorium des französischen Hörfunksenders France Radio.

Barbara Hannigan ist alles andere als eine konventionelle Orchesterchefin: Die kanadische Sängerin und Dirigentin präsentiert klassische Musik weitab vom Klischee des Maestros mit Frack und Fliege. Die vielseitige und talentierte Künstlerin hat sich zum Ziel gesetzt, ihren guten Ruf in den Dienst besonders anspruchsvoller Musikrepertoires zu stellen. Für das Konzert „Rêve de Hongrie“, zu Deutsch „Traum von Ungarn“, führt sie das französische Rundfunkorchester Orchestre Philharmonique de Radio France durch die ungarische Musik des 20. Jahrhunderts. Dabei brilliert sie als Dirigentin ebenso wie als Sängerin. Das Programm entspricht dem facettenreichen Wesen der Dirigentin: Es beginnt mit dem mitreißenden Ungestüm der Orchesterwerke von Bartók und Ligeti, dem Hannigan fast schon trotzig Einhalt gebietet, um alleine, nur in Begleitung des Zymbals, zwei Stücke von György Kurtág aus den 70er und 80er Jahren vorzutragen. Hier schenkt sie dem Publikum einen Moment von geradezu verstörender Intensität: Klänge, Atemzüge, Friktionen und Soundcluster scheinen aus der Stille aufzusteigen und wieder dahin zu entschwinden. Dabei wirkt die Künstlerin, die im ersten Teil noch so stark und stolz erschien, fast zerbrechlich, wenn sie den Zuschauern direkt in die Augen blickt. Den Höhepunkt bildet „Der wunderbare Mandarin“ von Bartók, ein zugleich stürmisches und zauberhaftes Werk, bei dem die besondere Energie zwischen dem Orchester und der vielseitigen Ausnahmedirigentin besonders zum Tragen kommt. Barbara Hannigan zeigt stets vollen Einsatz bei ihren Konzerten, die sie als eine Art persönliche Opfergabe an die Musik empfindet. „Rêve de Hongrie“ bildet da keine Ausnahme.

Sonntag, 08.12. (2. Advent) / 01:15 Uhr / Aus Aix-en-Provence: Carmen von Bizet
Oper, Frankreich, 2017, ARTE F 170 Min.
Regie: Andy Sommer
Komponist: Georges Bizet
Inszenierung: Dmitri Tcherniakov
Dirigent: Pablo Heras-Casado
Orchester: Orchestre de Paris
Chor: Chœur Aedes, Maîtrise des Bouches-du-Rhône
Libretto: Henri Meilhac, Ludovic Halévy
Kostüme: Elena Zaitseva
Licht: Gleb Filshtinsky

Mit: Stéphanie d’Oustrac (Carmen), Michael Fabiano (Don José), Elsa Dreisig (Micaëla), Michael Todd Simpson (Escamillo), Gabrielle Philiponet (Frasquita), Virginie Verrez (Mercédès), Christian Helmer (Zuniga), Pierre Doyen (Moralès), Guillaume Andrieux (Dancairo), Mathias Vidal (Remendado)

Online verfügbar von 01/12 bis 15/12

Vom Internationalen Opernfestival in Aix-en-Provence: Bizets „Carmen” bildgewaltig inszeniert von Dmitri Tcherniakov, der bereits im Jahr 2010 für seine Inszenierung von Mozarts „Don Giovanni” von Publikum und Kritik gefeiert wurde. Tcherniakov ist bekannt für seine ausgefallenen dramaturgischen Ideen und so bietet er dem Publikum auch den Klassiker „Carmen“ in einer ganz eigenen, unverwechselbaren Lesart. Es spielt das Orchestre de Paris unter der musikalischen Leitung des spanischen Dirigenten Pablo-Heras Casado, der schon 2014 mit einer viel beachteten „Zauberflöte“ in Aix-en-Provence von sich reden machte.

Die Inszenierungen des Russen Dmitri Tcherniakov tragen eine ganz eigene Handschrift: Wenn Dmitri Tcherniakov beim Festival von Aix-en-Provence 2017 zum ersten Mal Bizets „Carmen“ inszeniert, darf man wieder mit einer sehr originellen Lesart rechnen. Um die im Libretto etwas klischeehaft gezeichneten Figuren stärker greifbar zu machen, erzählt Tcherniakov Carmens Geschichte aus der Perspektive von Don José. Damit knüpft er an die literarische Vorlage von Prosper Mérimée an. Don José und Micaëla sind einander versprochen, doch wie gleich zu Beginn deutlich wird, begehrt er sie nicht mehr. Deshalb bringt ihn Micaëla zu einer Therapie, bei der mit Rollenspielen versucht wird, die Libido des Soldaten wieder zu erwecken. Das Geschehen spielt an einem einzigen weitläufigen Schauplatz: Der Raum ist mit Fenstern und Eingängen versehen, die im ersten Stock auf eine Galerie führen. An diesem Ort spielen sich die Garnisonsszenen, der Flirt mit den Arbeiterinnen in der Zigarettenfabrik und vor allem der Auftritt der erotischen Carmen ab. Alle Szenen des Stücks erscheinen imaginär, und auch Carmen ist als fiktive Figur angelegt, die versuchen soll, Don José mit ihren Verführungskünsten und Tänzen zu heilen. Aber dieser versteht nicht, dass ihm diese Szenen nur vorgespielt werden, und entbrennt in ungezügelter Leidenschaft für Carmen. Durch seine Eifersucht und Aggressivität wird aus dem Spiel bitterer Ernst, bis es zum tragischen Ende kommt. Aber vielleicht ist ja auch der Showdown nur Fiktion …

Sonntag, 08.12. (2. Advent) / 04:08 Uhr / Bilder allein zuhaus: „Im Wintergarten“, Edouard Manet, „Komm schon, Schatz“ (2/3)
Fernsehserie, Frankreich, 2016, ARTE F 3 Min.
Regie: Fabrice Maruca
Online verfügbar von 08/12 bis 02/12

„Bilder allein zuhaus“ nimmt zehn Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Norman Rockwells „The Problem We All Live With“ werden in der 30-teiligen Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Auf Manets impressionistischem Gemälde „Im Wintergarten“ aus dem Jahr 1879 kommt es zum klassischen Ehestreit: Monsieur Guillemet würde zu gerne mal wieder mit seinen Kumpels um die Häuser ziehen und einen Absinth trinken. Seine gut gekleidete Frau, Chefin eines eleganten Pariser Modehauses, ist strikt dagegen und zeigt deutlich, dass sie nicht nur gut betucht ist, sondern auch daheim die Hosen anhat …

Zusatzinfo:
Die in der Reihe betrachteten Gemälde sind „Mona Lisa“ von Leonardo da Vinci, „American Gothic“ von Grant Wood, „Arlequin et Pierrot“ von André Derain, „Le tricheur à l’as de carreau“ von Georges de La Tour, „Dans la serre“ von Edouard Manet, „Triple portrait du Cardinal de Richelieu“ von Philippe de Champaigne, „Les Amants III“ von René Magritte, „Les raboteurs de parquet“ von Gustave Caillebotte, „The Problem We All Live With“ von Norman Rockwell und Edgar Degas’ Selbstporträt mit Evariste de Valernes.

Beim 19. TV-Film-Festival von La Rochelle 2017 wurde ARTE mit vier Preisen geehrt. „Bilder allein zuhaus“, im Original „A musée vous, à musée moi“, erhielt dabei den Preis für das beste Kurzprogramm. Die Idee zu der 30-teiligen Serie stammt von Fouzia Kechkech; ihr Regisseur, Fabrice Maruca, hat sich auf ARTE bereits mit der Reihe „Alte Schachteln“ einen Namen gemacht.

Montag, 09.12. / 17:10 Uhr / Amerika mit David Yetman: Chiapas: Reich der Indianer in Mexiko
Dokumentationsreihe, USA, 2016, ARTE F 26 Min.
Regie: Daniel Duncan
Online verfügbar von 02/12 bis 16/12

In der Dokumentationsreihe überquert der Ethnologe, Autor und Fotograf David Yetman den Atlantik: Er reist durch Mittel- und Südamerika, in die Karibik, nach Mexiko und in die USA. Dabei stellt David Yetman eindrucksvolle Landschaften und historische Kulturschätze vor.

Chiapas, der südlichste Bundesstaat Mexikos, bedeckt mit 75.000 Quadratkilometern rund vier Prozent der gesamten Landesfläche. Gut ein Drittel seiner Bevölkerung sind Ureinwohner, die verschiedensten Ethnien angehören und bis heute die Traditionen ihrer Vorfahren pflegen. Sie haben nicht nur unzählige Bräuche, sondern auch diverse Sprachen und Rituale, die ihre Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gemeinschaft oder einem Dorf kennzeichnen. In diesen Mikrokosmen überlebten uralte Formen der Staats- und Regierungsführung, bei der die Gesellschaft stets im Dienste des Einzelnen steht. David Yetman darf hier einer traditionellen Zeremonie beiwohnen.

Montag, 09.12. / 02:30 Uhr / La Fiesta
Tanz, Frankreich, 2017, ARTE F 88 Min.
Regie: Julien Condemine
Choreographie: Israel Galván
Komponist: Israel Galván, Niño de Elche
Kostüme: Peggy Housset
Licht: Carlos Marquerie

Mit: Eloísa Cantón, Emilio Caracafé, Israel Galván, El Junco, Ramón Martínez, Niño de Elche, Minako Seki, Alia Sellami, Ucchi

Online verfügbar von 02/12 bis 16/12

Mit seinem neuen Stück „La Fiesta“ bringt der andalusische Choreograph Israel Galván eine einzigartige Mischung aus Flamenco und zeitgenössischem Tanz auf die Bühne. Zusammen mit acht Tänzern präsentierte er am 19. Juli 2017 erstmalig sein Bühnenwerk im Ehrenhof des Papstpalastes von Avignon – einer der Höhepunkte des 71. „Festival d‘Avignon“ im Sommer des letzten Jahres.

Nahezu instinktiv trat der Vollbluttänzer und Choreograph Israel Galván in die Fußstapfen seiner beiden Flamenco tanzenden Eltern: „In Sevilla haben Feiern eine tragische Dimension. Aber ich sehe darin auch jede Menge versteckte Gesten: Die Art und Weise, wie sich jemand hinsetzt, im Rhythmus der Musik mit den Fingern schnippt oder mit den Wimpern schlägt. Es passiert viel im Verborgenen, nicht im Rampenlicht. Hier schlummert eine Riesenenergie, und genau die interessiert mich.“In seinem neuen Stück „La Fiesta“ übernimmt und verwandelt Israel Galván auf einzigartige Art und Weise die traditionelle Sprache des Flamencos und sprengt damit die Grenzen des zeitgenössischen Tanzes. Bei der Erstaufführung im Ehrenhof des Papstpalastes von Avignon im Juli des vergangenen Jahres stand er mit acht Tänzern und unkonventionellen Musikern auf der Bühne, die nicht alle dem Flamenco-Milieu entstammen. Um ein authentisches Fest auf die Bühne zu bringen – so wie er selbst es mit Freunden und Familie feiern würde – verbindet der Andalusier die künstlerische Disziplin mit spontanen Einfällen.In der europäischen und internationalen Tanzszene nimmt Israel Galván einen einzigartigen Platz ein: Aufgrund seines virtuosen Tanzstils vergleichen ihn manche Kritiker mit dem legendären Vaslav Nijinsky. Als Choreograph machte sich Galván mit den Stücken „Arena“, „La Edad de Oro“, „Tabula Rasa“ und „FLA.CO.MEN“ einen Namen.

Zusatzinfo:
ARTE zeigt eine überarbeitete Fassung des Mitschnitts der Erstaufführung am 19. Juli 2017 auf dem „Festival d’Avignon“.

Montag, 09.12. / 04:50 Uhr / Bilder allein zuhaus: American Gothic, Grant Wood, „Leih mir deine Mistgabel“ (2/3)
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2016, ARTE F 2 Min.
Regie: Fabrice Maruca
Online verfügbar von 09/12 bis 03/12

„Bilder allein zuhaus“ nimmt zehn Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Norman Rockwells „The Problem We All Live With“ werden in der 30-teiligen Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Grant Woods realistisch gemaltes Bild „American Gothic“ aus dem Jahr 1930 zeigt einen Bauern mit missgelauntem Gesicht und seine Tochter auf einem Feld in Iowa. Sie scheinen zu streiten. Die Tochter möchte gerne, dass ihr der Vater endlich die Heugabel gibt, die er in der Hand hält. Er denkt wohl, dass Frauen nicht mit einem solchen Gerät umgehen können. Wo bleibt da der feministische Pioniergeist?

Dienstag, 10.12. / 17:10 Uhr / Amerika mit David Yetman ~Havanna: Im Herzen der Stadt
Dokumentationsreihe, USA, 2016, ARTE F 25 Min.
Regie: Daniel Duncan
Online verfügbar von 03/12 bis 17/12

In der Dokumentationsreihe überquert der Ethnologe, Autor und Fotograf David Yetman den Atlantik: Er reist durch Mittel- und Südamerika, in die Karibik, nach Mexiko und in die USA. Dabei stellt David Yetman eindrucksvolle Landschaften und historische Kulturschätze vor.

Kunstgalerien, Hip-Hop- und Elektrokonzerte, angesagte Restaurants und Tanzkurse – die kubanische Hauptstadt erlebt derzeit eine einmalige kulturelle Renaissance. Ein Experte für kubanische Kultur führt David Yetman durch ein ganz besonderes Havanna: In ein Künstlerviertel, ein afrokubanisches Kulturzentrum, ein Restaurant am Kanal, eine Schule für Boxerinnen, eine Kooperative für Radlerinnen und eine Straße, die ausschließlich afrokubanischen Konzerten gewidmet ist.

Mittwoch, 11.12. / 17:10 Uhr / Amerika mit David Yetman ~ Kubas Ferner Osten
Dokumentationsreihe, USA, 2016, ARTE F 25 Min.
Regie: Daniel Duncan
Online verfügbar von 04/12 bis 18/12

In der Dokumentationsreihe überquert der Ethnologe, Autor und Fotograf David Yetman den Atlantik: Er reist durch Mittel- und Südamerika, in die Karibik, nach Mexiko und in die USA. Dabei stellt David Yetman eindrucksvolle Landschaften und historische Kulturschätze vor. 

Santiago de Cuba liegt rund tausend Kilometer südöstlich von Havanna und war einst die wichtigste Stadt Kubas. In letzter Zeit erlebte die Stadt zahlreiche Schicksalsschläge, darunter die Zerstörung durch Orkane und die Verarmung durch die US-amerikanische Handelsblockade. Stolz ist sie jedoch bis heute auf ihre afrikanischen Wurzeln und die Religion, die ihre Geschichte geprägt hat. Von Santiago de Cuba reist David Yetman in die Küstenstadt Baracoa. Die älteste Stadt der Insel, umgeben von einer Gebirgskette und grünen Landschaften, wurde 1511 gegründet und ist seit 1964 auch für Autos erschlossen.

Mittwoch, 11.12. / 04:38 Uhr / Bilder allein zuhaus: Mona Lisa, Leonardo da Vinci, „Nächtliche Klage“
Fernsehserie, Frankreich, 2016, ARTE F 3 Min.
Regie: Fabrice Maruca
Online verfügbar von 11/12 bis 05/12

„Bilder allein zuhaus“ nimmt zehn Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Norman Rockwells „The Problem We All Live With“ werden in der 30-teiligen Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Leonardo da Vincis Mona Lisa, die Diva des Louvre, hält das Sicherheitspersonal des Museums mit ihrem Walkie-Talkie ganz schön auf Trab. Als Veganerin erträgt sie den Geruch des Fleisches nicht, der offenbar von Paolo Veroneses Gemälde „Die Hochzeit zu Kana“ von gegenüber kommt: Es zeigt eine Bankettszene; in der Mitte der Tafel sitzt Jesus Christus, dem ein Festmahl serviert wird …

Donnerstag, 12.12. / 04:48 Uhr / Bilder allein zuhaus: Die Parkettschleifer, Gustave Caillebotte, „Tai Chi“ (2/3)
Fernsehserie, Frankreich, 2016, ARTE F 3 Min.
Regie: Fabrice Maruca
Online verfügbar von 12/12 bis 06/12

„Bilder allein zuhaus“ nimmt zehn Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Norman Rockwells „The Problem We All Live With“ werden in der 30-teiligen Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Was machen Gustave Caillebottes „Parkettschleifer“ aus dem Jahr 1875, wenn sie Rückenschmerzen haben? Bei „Bilder allein zuhaus“ verrät die Boygroup mit den Adonis-Oberkörpern den hochqualifizierten Fachkräften von heute ihr Rezept fürs Durchalten im Traumjob: sanfte Medizin. Wie wäre es mit einem Besuch beim Osteopathen, beim Homöopathen oder mit Tai-Chi, einer Kampfkunst, die Körper und Geist wieder in Balance bringt?

Freitag, 13.12. / 17:10 Uhr / Amerika mit David Yetman ~ Oregon: Bundesstaat der Extreme
Dokumentationsreihe, USA, 2016, ARTE F 25 Min.
Regie: Daniel Duncan
Online verfügbar von 06/12 bis 20/12

In der Dokumentationsreihe überquert der Ethnologe, Autor und Fotograf David Yetman den Atlantik: Er reist durch Mittel- und Südamerika, in die Karibik, nach Mexiko und in die USA. Dabei stellt David Yetman eindrucksvolle Landschaften und historische Kulturschätze vor.

Der US-Bundesstaat Oregon besteht aus atemberaubenden Vulkanlandschaften. Dies- und jenseits des Kaskadengebirges eröffnen sich zwei ganz verschiedene Welten: Im Osten versteinerte Lavaströme, vulkanisches Glas und eine Mountainbike-Strecke entlang eines Flussverlaufs; im Westen fruchtbare Täler und die prächtig-wilde Pazifikküste.

Freitag, 13.12. / 21:45 Uhr / Wer vier sind ~ 30 Jahre Die Fantastischen Vier
Dokumentation, Deutschland, 2018, ZDF 53 Min.
Regie: Thomas Schwendemann
Online verfügbar von 12/12 bis 20/12
Erstausstrahlung

Seit 30 Jahren sind die Reime, Melodien und Beats der Fantastischen Vier überall in Deutschland präsent. ARTE begleitet die Band bei den Aufnahmen zu ihrem Album „Captain Fantastic“, von den Anfängen bis zur Konzertpremiere. Und zeigt, wie es den „Fantas“ gelungen ist, über einen so langen Zeitraum in der Originalbesetzung erfolgreich zu sein.

Seit 30 Jahren sind die Reime, Melodien und Beats der Fantastischen Vier überall in Deutschland präsent. Die Hip-Hop-Pioniere aus Stuttgart füllen bei ihren Konzerten ganze Stadien, im letzten Jahr waren sie wieder einmal die erfolgreichste deutsche Band. Und spielen immer noch in der Originalbesetzung. Als Michi Beck, Thomas D, And.Ypsilon und Smudo ihre Karriere begannen, kannte man Hip-Hop nur aus den USA, Eastcoast oder Westcoast. Die „Fantas“ produzierten trotzdem auf Deutsch. Und wurden zu Pionieren. Das Debütalbum war noch ein Geheimtipp, mit dem zweiten wurden sie zum Massenphänomen – und setzten eine Zäsur. Mit dem dritten Album schafften sie es von der Teenie-Presse ins Feuilleton. Seitdem haben sie sich immer wieder neu erfunden.

Der Film von Thomas Schwendemann begleitet die Band 2018 bei den Aufnahmen zu ihrem zehnten Album „Captain Fantastic“, von den ersten Treffen bis zur Konzertpremiere des neuen Repertoires. Und zeigt, dass auch mit der langen Zeit der Druck nicht nachlässt, den die Band sich selber macht. Schreibblockaden inbegriffen. Das Zauberwort „Zusammen“ ist nicht nur der Titel des Hits, den die Vier gemeinsam mit dem Sänger Clueso performen, sondern auch das Motto der Musiker. Die Dokumentation folgt den Musikern auch in ihre Lebenswirklichkeit abseits der Band, nach Stuttgart, Hamburg, Berlin und in die „Superpampa“ Eifel und offenbart die Unterschiedlichkeit der vier faszinierenden Charaktere.

Freitag, 13.12. / 22:40 Uhr / Die Fantastischen Vier ~ Live in St. Wendel
Musik, Deutschland, 2018, ZDF 60 Min.
Regie: Thomas Schwendemann
Mit: Die Fantastischen Vier
Online verfügbar von 12/12 bis 12/03
Erstausstrahlung

Seit 30 Jahren sind die Reime, Melodien und Beats der Fantastischen Vier omnipräsent. Die Hip-Hop-Pioniere aus Stuttgart schaffen es seit geraumer Zeit sogar, ganze Stadien damit zu füllen. Im Jahr 2018 waren sie wieder einmal die erfolgreichste deutsche Band. Die Texte ihrer Hits kennen bereits mehrere Generationen in- und auswendig – ja sie finden sich sogar in Schulbüchern wieder.

Insgesamt 200.000 Fans haben die Vier auf ihrer „Captain Fantastic“-Tour 2018/2019 gefeiert. Absolutes Highlight war mit 15.000 Besuchern das Konzert in St. Wendel. Auf dem ausverkauften Open-Air zelebrierte Deutschlands populärste Hip-Hop-Formation die Highlights ihres neuen Albums und die beliebtesten Klassiker der letzten 30 Jahre. Getreu dem Motto ihres Megahits „Zusammen“ feat. Clueso feierten Smudo, Michi Beck, And.Ypsilon und Thomas D gemeinsam mit den Fans.

Freitag, 13.12. / 23:40 Uhr / Tracks
Magazin, Deutschland, 2019, ZDF 43 Min.
Produzent: Kobalt productions
Online verfügbar von 12/12 bis 12/03
Erstausstrahlung

„Tracks“ trifft die Multimedia-Künstlerin und Regisseurin Jennifer Juniper Stratford in L.A., zeigt, warum die chinesische Rap-Crew Higher Brothers international so erfolgreich ist, und lässt sich von den Videogame-Entwicklern Crows Crows Crows die „Absurdität des modernen Lebens“ erklären.

(1): Crows Crows Crows – Trippy Gaming
Das Entwicklerstudio Crows Crows Crows rund um William Pugh erschafft mit viel Humor, Improvisation und Durchgeknalltheit immersive Videogame-Welten, die nicht mehr viel mit „normalen“ Videospielen zu tun haben. Die Spielentwickler wollen mit ihren elaborierten Pranks, anarchistischen Meta-Handlungssträngen und surrealen Comicwelten die „Absurdität des modernen Lebens“ darstellen. „Tracks“ schaut im Berliner Studio von Crows Crows Crows vorbei.

(2): Chengdu-Rap von den Higher Brothers
Higher Brothers sind die erste chinesische Rap-Crew, die internationale Erfolge feiert – und das, obwohl ihre Texte selbst in ihrer Heimat kaum jemand versteht. Die Crew rappt hochgradig nuschelig im Sichuan-Dialekt. Hin und wieder scheint auch ein bisschen Mandarin und Englisch durch. Diese Mischung beeindruckte nicht nur das Rap-Label 88Rising, sondern auch Rap-Schwergewichte wie Migos oder Playboi Carti.

(3): Jennifer Juniper Stratford – Kunst aus Hollywood-Trash-TV
Multimedia-Künstlerin, Medien-Mogulin und Regisseurin Jennifer Juniper Stratford liebt das Fernsehen der 80er und 90er und die trashigen Seiten Hollywoods. In ihren Lo-Fi-Studios produziert die US-Amerikanerin retro-futuristische Glitch-TV-Meisterwerke, die schon weltweit in Museen ausgestellt wurden. Nebenbei dreht sie Musikvideos für Künstler wie John Maus und Beck oder einen Kurzfilm mit Tommy Wiseau, dem Regisseur des wohl berühmtesten schlechtesten Films aller Zeiten, „The Room“. Höchste Zeit für einen Studio-Hausbesuch in L.A.!

Freitag, 13.12. / 00:25 Uhr / High Energy – Disco auf Hochtouren
Dokumentation, Belgien, 2018, ARTE RTBF 55 Min.
Regie: Olivier Monssens
Online verfügbar von 06/12 bis 12/01

Zu Beginn der 1980er Jahre schien die Discomusik tot und begraben – 1979 organisierte ein DJ zusammen mit Lobbys von Rock- und Country-Musik sogar eine „Disco Demolition Night“ bei einem Baseballspiel in Chicago. Für Diskotheken-Betreiber und eingefleischte Clubber war die Party aber noch lange nicht zu Ende …
1981 entwickelte Patrick Cowley, ein Musiker aus San Francisco mit einer ausgesprochenen Leidenschaft für Synthesizer, aus der noch glimmernden Glut der Discomusik einen Abkömmling: den durch mechanische Beats und Technoklänge aufgepeppten Hi-NRG (für „High Energy“). Die erste Zielgruppe waren Schwulenclubs, zu den ersten prominenten Vertretern gehörten extravertierte Ausnahmekünstler wie die Drag-Queens Divine und Sylvester.

Die neue, unbändige Form der Discomusik ohne Geiger, Bläser oder andere „traditionelle“ Instrumente, also nur mit Synthesizern und Rhythmusboxen, verbreitete sich wie ein Lauffeuer über Kanada bis nach Europa. Dort wurde London zum Produktionszentrum. Dank zahlreicher internationaler Hits wie „High Energy“ von Evelyn Thomas, „Relax“ von Frankie Goes to Hollywood, „Venus“ von Bananarama sowie den ersten Hits von Kylie Minogue und Rick Astley war bald auch das breite Publikum erobert. Sogar Discoqueen Donna Summer sprang mit ihrem letzten weltweiten Hit „This Time I Know It’s For Real“ auf den Hi-NRG-Zug auf. Der Film zeigt auch die anderen europäischen Varianten der Bewegung, zum Beispiel in Deutschland mit Künstlern wie Sandra und Fancy oder in Italien mit der „Italo Disco“.

Traurige Ironie der (Musik-)Geschichte: Diese neue, elektronische Form der Discomusik entfaltete sich in der Schwulenszene genau in dem Jahrzehnt, als diese von einer schrecklichen Epidemie getroffen wurde, die bald jede Partystimmung trübte: Aids.

Freitag, 13.12. / 04:32 Uhr / Bilder allein zuhaus: Die Liebenden III, René Magritte, „Überwachung“
Fernsehserie, Frankreich, 2016, ARTE F 3 Min.
Regie: Fabrice Maruca
Online verfügbar von 13/12 bis 07/12

„Bilder allein zuhaus“ nimmt zehn Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Norman Rockwells „The Problem We All Live With“ werden in der 30-teiligen Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

René Magrittes 1928 entstandenes Bild „Les Amants III“ zeigt ein Liebespaar mit unverhüllten Gesichtern. Die Frau kann die Eifersuchtsanfälle ihres Liebhabers nicht mehr ertragen, sie will einfach nur Tango tanzen gehen …


Samstag, 14.12. / 20:15 Uhr / Sissi – Die Getriebene
Thementag: Ein Tag in Wien
Dokudrama, Österreich, 2019, ZDF 52 Min.
Regie: Stefan Ludwig

Mit: Sunnyi Melles (Kaiserin Elisabeth), Alexander E. Fennon (Alexander Warsberg), Clemens Aap Lindenberg (Kaiser Franz Joseph), Eszter Hollosi (Marie Festetics)

Online verfügbar von 14/12 bis 21/12
Erstausstrahlung

Schönheitsfanatikerin, Leistungssportlerin, Dichterin: Kaiserin Elisabeth von Österreich ist ihr Leben lang getrieben nach Sinn. Kurz vor ihrem Tod will sie sich mit dem „Zauberschloss“ Achilleion eine Seelenheimat schaffen – nur um resigniert zu erkennen, dass unsere Träume immer schöner sind, wenn wir sie nicht verwirklichen. Auch im Achilleion wird sie keine Ruhe finden.

Für die Titelrolle der alternden Kaiserin konnte mit Sunnyi Melles eine der renommiertesten deutschsprachigen Charakterdarstellerinnen gewonnen werden. Sunnyi Melles verkörpert eine Elisabeth, wie man sie kaum kennt: eine widersprüchliche und faszinierend moderne Frau, jenseits aller „Sissi“-Romantik, wie sie sich durch die weltberühmten Filme mit Romy Schneider in das öffentliche Bewusstsein eingebrannt hat.

Tatsächlich entsprach Elisabeth ganz und gar nicht dem populären Zerrbild einer volksnahen, kindlich-naiven, warmherzigen Kaiserin. Sie ist viel mehr: eine starke Frau voller Widersprüche, nicht immer sympathisch, aber faszinierend modern. Eine Frau, die Menschen in ihren Bann zieht, die großzügig und leidenschaftlich, aber auch kühl und berechnend sein kann. Und sie ist eine Frau, die sich ihrer Rolle als Kaiserin konsequent entzieht – selbst in Zeiten der Krise, in denen die Habsburgermonarchie ums Überleben ringt.

Das Dokudrama nähert sich Elisabeth über einen engen Wegbegleiter: Alexander von Warsberg. Er plant und baut für sie das Achilleion auf Korfu, diesen romantischen Palast am Ionischen Meer, in dem ihre Seele nach dem endlosen Reisen eine Heimat finden will.

Samstag, 14.12. / 21:05 Uhr / Frauen, die Geschichte machten: Katharina II.
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2013, ZDF 48 Min.
Regie: Christian Twente, Michael Löseke

Mit 14 Jahren geht Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst nach Russland. Die Prinzessin aus dem unbedeutenden deutschen Fürstenhaus wurde ausgewählt, den designierten russischen Thronerben, Großfürst Peter, zu ehelichen. Mit ihrer Heirat konvertiert Sophie vom protestantischen zum russisch-orthodoxen Glauben und erhält den Namen, mit dem sie in die Geschichte eingeht: Katharina. 18 Jahre lebt sie am Zarenhof, gefangen in einer Ehe, die für sie zur Qual wird. Peter und sie sind noch Kinder, als sie zum Paar gemacht werden. Der junge Großfürst ist voller Komplexe und kindlicher Leidenschaften. Katharina langweilt sich in der höfischen Gesellschaft. Sie entdeckt die Welt der Bücher für sich: Romane, antike Historiker und vor allem die Schriften der Aufklärer ziehen sie in ihren Bann. Auch körperliche Anziehung stellt sich beim Großfürstenpaar nicht ein, und so bleibt der dringend erwartete Nachwuchs Jahr um Jahr aus. Erst 1754 wird der Sohn Paul geboren, von dem Katharina später offen zugibt, dass er nicht das leibliche Kind ihres Mannes, sondern Ergebnis einer Affäre mit dem hofbekannten Schürzenjäger Sergej Saltykow ist.

Kaiserin Elisabeth, die amtierende Regentin, stirbt an Weihnachten 1761, und der Großfürst tritt als Peter III. die Nachfolge an. Die Beziehung zwischen ihm und seiner Frau ist zu diesem Zeitpunkt bereits vollkommen zerrüttet. Katharina hat ein weiteres Kind von einem Liebhaber bekommen und erwartet ein drittes von ihrem aktuellen Geliebten Grigori Orlow. Auch Peter hat sich eine Geliebte zugelegt, und die Anzeichen mehren sich, dass er auf eine Scheidung drängen wird. Doch die Großfürstin denkt nicht daran, ihren Platz kampflos zu räumen. Gemeinsam mit Orlow und seinen Brüdern bereitet sie einen Putsch vor. Am 9. Juli 1762 lässt sich Katharina in Petersburg zur Kaiserin ausrufen. Peter ergibt sich nahezu widerstandslos. Wenige Tage später ist er tot. Bei einem angeblichen Streit, an dem auch Grigoris Bruder Alexej Orlow beteiligt ist, sei er unglücklich zu Tode gekommen, heißt es. Zwar konnte nie nachgewiesen werden, dass Katharina einen Mord an ihrem Mann in Auftrag gegeben hat, doch geht die Forschung davon aus, dass sie zumindest duldende Mitwisserin war.

Katharina wird im Moskauer Kreml zur Zarin gekrönt und regiert das Land 34 Jahre lang. Ihr gelingt es, dem gigantischen russischen Reich eine Verwaltung zu geben, sie reformiert das Bildungswesen und behauptet Russlands Platz im Konzert der europäischen Großmächte. Ihre Kriege vergrößern das russische Territorium erheblich. Für die Aufklärer ihrer Zeit ist sie „das Licht des Nordens“, doch über die Jahrzehnte ihrer Regierung gelingt es ihr nicht, ihren aufklärerischen Schriften ausreichend Taten folgen zu lassen. Ihrer erfolgreichen Regierungsleistung verdankt sie den Beinamen „die Große“, den sie als einzige Herrscherin der Geschichte trägt.

In Erinnerung bleibt sie der Nachwelt auch durch ihr abwechslungsreiches Liebesleben, aus dem sie zeitlebens kein Geheimnis macht. 21 Liebhaber stellt sie offiziell bei Hofe als ihre „Favoriten“ vor. Die enormen sexuellen Ausschweifungen, die ihr in den folgenden Jahrhunderten angedichtet wurden, hat es aller Wahrscheinlichkeit aber wohl nie gegeben. Gestorben ist sie im Alter von 67 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls.

Sonntag, 15.12. (3. Advent) 07:30 Uhr / Augenschmaus: Street Art
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2015, ARTE F 26 Min.
Regie: Chantal Allès
Online verfügbar von 08/12 bis 22/12

Die Dokumentationsreihe „Augenschmaus“ bietet kulinarische Ausflüge in die Welt der Kultur: Ausgehend von Kunstwerken, welche die typische Küche einer bestimmten Epoche in Szene setzen, analysieren Kunsthistoriker und Geschichtswissenschaftler die Gastronomie dieser Zeit. Was aßen die Menschen damals? Welche Essgewohnheiten und Rituale hatten sie? Wie sahen Besteck und Geschirr aus? Auch der historische Kontext und die künstlerische Strömung, der das jeweilige Werk angehört, werden beleuchtet. Andere Zeiten, andere (Tisch-)Sitten – in „Augenschmaus“ untersuchen renommierte Fachleute künstlerische und kulinarische Trends von der Steinzeit bis zur Popkultur der Moderne. Außerdem kochen große Küchenchefs die Gerichte in der Sendung nach. 

Die Kunstfertigkeit eines Handgriffs, die Schönheit einer Bewegung, ein Pinselstrich an der Wand, ein Farbakzent auf dem Teller – sie sind verbunden durch eine Gemeinsamkeit: die Straße als Inspirationsquelle. Hier hat der zweifache Sternekoch und ehemalige Basketballprofi Alexandre Mazzia seine Sportkarriere begonnen. Er trainierte auf städtischen Basketballplätzen, wo es bei jeder Bewegung auf Präzision ankommt. Die Straße ist auch der Ort, an dem die Street-Art-Künstlerin YZ ihre Arbeiten entstehen lässt, immer auf der Suche nach der perfekten Wand. Eine Begegnung voller Grau-Nuancen, die sich sowohl in dem einzigartigen Werk YZs als auch in dem erlesenen Menü Alexandre Mazzias wiederfinden. Für seine Kreation verwendet der Sternekoch Pigmente, die die Künstlerin für ein ephemeres Werk auf eine Wand aufträgt, ganz so als seien es Speisen auf einem Teller. Es ist ein Treffen, das die Geschichte der Street-Art, die in den 80er Jahren ihren Ursprung findet, immer wieder aufleben lässt. YZ hat sich in diesem Metier sehr früh einen Platz an der Sonne gesichert. Im Senegal, den sie zeitweise zu ihrer Wahlheimat machte, fand sie nicht nur Sonne, sondern auch Streetfood an jeder Ecke – verkauft und zubereitet von Frauen aus der Gegend. Und wie es der Zufall so will, hat auch Alexandre Mazzia eine ganz persönliche Verbindung zum afrikanischen Kontinent und so bereichern sich Koch und Künstlerin gegenseitig mit ihren Farbtönen und Gewürznoten.

Sonntag, 15.12. (3. Advent) / 08:00 Uhr / Unter der Lupe – 3 Maler, 9 Werke: Realismus
Kindersendung, Großbritannien, 2017, ARTE 14 Min.
Regie: Anton Khilman
Online verfügbar von 08/12 bis 13/02
Erstausstrahlung

Realismus, manchmal auch mit Naturalismus gleichgesetzt, ist in der Kunst der Versuch, ein Motiv wirklichkeitsgetreu wiederzugeben. Der Realismus vermeidet künstliche oder idealisierende Darstellungen ebenso wie unlogische oder übernatürliche Aspekte. Ziel ist die „realistische“ Wiedergabe des Wahrgenommenen durch die akkurate Abbildung von Lebensformen, Perspektiven und Details. In dieser Folge werden drei Vertreter des Realismus mit jeweils drei ihrer Bilder unter die Lupe genommen: Gustave Courbet, Edgar Degas und Edouard Manet.

Gustave Courbet war ein französischer Maler und Hauptvertreter der realistischen Malerei im Frankreich des 19. Jahrhunderts. Er malte nur das, was er auch sehen konnte und lehnte sowohl akademische Konventionen als auch die romantische Malerei früherer Künstlergeneration ab. Zu seinen Werken zählen „Jo, die schöne Irin“ (1865-1866), „Ein Begräbnis in Ornans“ (1849-50) und „Der Verwundete“ (1844-1854).

Der vielseitig talentierte französische Maler und Bildhauer Edgar Degas wird vor allem mit dem Bildthema des Balletts assoziiert; mehr als die Hälfte seines Werks besteht aus Porträts von Tänzerinnen. Aber auch Jockeys und Pferde oder das Pariser Nachtleben gehörten zu seinen Lieblingsmotiven. Die Gemälde „Mary Cassatt“, „Porträts an der Börse“ (1879) und „Kutsche beim Rennen“ (1869) sind weltweit bekannt.

Edouard Manet war ein französischer Maler, der vor allem Alltagsszenen von Menschen und Stadtleben malte. Er gilt als einer der Wegbereiter der modernen Malerei in der Übergangsphase vom Realismus zum Impressionismus. Drei für ihn repräsentative Gemälde sind „Olympia“ (1863), „Dame mit Fächern“ (1873) und „Der Balkon“ (1868-1869).

Sonntag, 15.12. (3. Advent) / 08:03 Uhr / Wenn ich groß bin, werde ich … Papierdesignerin
Kindersendung, Belgien, Frankreich, 2019, ARTE 14 Min.
Regie: Benoît Van Wambeke
Online verfügbar von 08/12 bis 14/01
Erstausstrahlung

Die Designerinnen Tille und Linde schenken den Papierresten großer Druckereien ein zweites Leben. Sie sammeln Papierabfälle in allen möglichen Farben und fertigen daraus neue Nutzgegenstände mit hübschen Motiven, wie zum Beispiel Kalender, Eintrittskarten, Umschläge oder Notizblöcke. Pieper besucht die beiden Frauen in ihrem gemütlichen Atelier in Antwerpen. Als Kind träumte Linde davon, Erfinderin zu werden. Sie bastelte Kästen und Murmelbahnen aus Pappe und Papier. Tille bastelte am liebsten mit Karton und Lehm, stellte Modelle her und experimentierte in der Küche.

Auch heute kocht sie noch gerne – allerdings nur noch vegetarisch. Sowohl Tille wie auch Linde sind Vegetarierinnen und versuchen auch sonst, so nachhaltig wie möglich zu leben; Sie kaufen zum Beispiel gerne Secondhandklamotten. Auch ihr Arbeitsmaterial ist secondhand: In ihrem eigenen Betrieb namens Redopapers machen sie aus alten Papierresten neue Papierprodukte. Sie sammeln Papierreste in allen Größen, schneiden sie zum Beispiel mit der großen Schneidemaschine oder bearbeiten sie mit einer Lochmaschine.

Wie wird Papier eigentlich gemacht? Papier wird aus Bäumen hergestellt, vor allem Ahornbäumen, Birken und Platanen, die für die holzverarbeitende Industrie gezüchtet werden. Die Bäume werden entrindet und zerkleinert. Die Schnipsel werden gewaschen, gesiebt und zu einem Brei zusammengekocht. Der wird dann getrocknet und immer wieder geplättet und gewalzt, bis man schließlich riesige Papierrollen in unterschiedlicher Stärke erhält. Für tausend Kilogramm Papierbrei benötigt man etwa zweitausend Kilogramm Holz. Aber wenn man tausend Kilogramm Papier recycelt herstellt, müssen dafür 17 Bäume weniger gefällt werden. Darüber freuen sich Tille und Linde. Sie haben großen Spaß an der Arbeit und finden: Wenn sie das können, kann das jeder!

Sonntag, 15.12. (3. Advent) / 16:00 Uhr / Pierre Soulages
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE F 53 Min.
Regie: Stéphane Berthomieux
Online verfügbar von 08/12 bis 22/12

Ein Hüne mit wachem Geist und festem Pinselstrich: Pierre Soulages gehört zu den letzten lebenden Legenden der abstrakten Malerei. Regisseur Stéphane Berthomieux gelingt mit seiner Dokumentation eine besondere Leistung: Er zeigt, wie aus Schwarz Licht entsteht und welche Energie dem speziellen Schwarz von Soulages innewohnt. Denn Soulages will Papier zum Leuchten bringen und bedient sich dafür des, wie er es nennt, „Outrenoir“, des „jenseitigen Schwarz“. Neben Archivaufnahmen und einem Off-Kommentar nähern sich Soulages-Kenner dem Leben und Werk des Künstlers, darunter sein langjähriger Freund, der Sprachwissenschaftler und Soulages-Experte Pierre Encrevé, der Astrophysiker Daniel Kunth, Soulages‘ Assistent Dan McEnroe, der Philosoph Alain Badiou, der Musiker Jean-Michel Jarre und der Rektor der Kathedrale von Rodez Jean-Luc Barrié. Soulages‘ Malerei ist Handwerk und Poesie – und sie ist das Ergebnis eines Werdegangs. Der fast zwei Meter große Künstler wurde 1919 im französischen Rodez geboren. Im Zweiten Weltkrieg unterbrach er sein Kunststudium, 1946 kehrte er dann nach Paris zurück, um sich ausschließlich der Malerei zu widmen. Ab 1948 stellt er seine Werke in Paris, Europa und darüber hinaus aus. Seit 1979 arbeitet er ausschließlich mit der Farbe Schwarz und legt den Fokus auf das Zusammenwirken von Furchen, Kerben und Reliefs mit dem Einfall des Lichts. Mit hohem ästhetischem Anspruch und pädagogischem Feingefühl zeigt die Dokumentation Soulages‘ Rang in der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Sie ist die Hommage an einen zeitlosen Künstler und an die kraftvolle Modernität seines Schaffens.

Sonntag, 15.12. (3. Advent) / 16:55 Uhr / Metropolis ~ Metropolenreport Montpellier
Magazin, Deutschland, 2019, NDR 43 Min.
Online verfügbar von 15/12 bis 14/03
Erstausstrahlung

(1): Pierre Soulages

(1): Pierre SoulagesWenn man seine Bilder betrachtet, sieht man oft buchstäblich schwarz. Das ist sein Markenzeichen, oft in dicken Schichten mit dem Spachtel aufgetragen. Soulages nennt diese Werke seit dem Beginn der 80er Jahre „Outrenoir“ – „jenseits von Schwarz“. In Frankreich gehört Pierre Soulages zu den bedeutendsten Künstlern des Landes. Mehr als 1.700 Bilder hat er gemalt. Zum hundertsten Geburtstag widmet ihm der Pariser Louvre eine umfassende Retrospektive. „Metropolis“ hat ihn kurz vorher ihn in Sète, seiner südfranzösischen Heimat, besucht.

Sonntag, 15.12. (3. Advent) / 17:40 Uhr / Die Musik des King’s College
Dokumentation, Frankreich, 2019, ARTE F 43 Min.
Regie: Francois Chaye
Autor: Gerard Pangon
Online verfügbar von 08/12 bis 14/03
Erstausstrahlung

Der Chor des King’s College in Cambridge wurde vor mehr als 500 Jahren gegründet; zur selben Zeit entstand auch die monumentale College-Kapelle, ein Meisterwerk der englischen Gotik. Von abendlichen Evensongs bis zu großen Konzerten – das College lebt im Rhythmus der Musik. Die Dokumentation nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise durch die Geschichte dieses einzigartigen Ortes und der englischen Musik.

Die ab 1446 errichtete Kapelle des King’s College gehört zu den Wahrzeichen der Universitätsstadt Cambridge, die insgesamt 31 Colleges zählt. Das King’s College ist seit jeher nicht nur der Erziehung und Bildung, sondern auch der Musik gewidmet: Sein Gründer, König Heinrich VI., wünschte in der Kapelle himmlische Harmonien zu vernehmen – und so wurde vor über 500 Jahren der Chor des King’s College gegründet.Die Dokumentation verknüpft die Geschichte des berühmten Gebäudes mit der Geschichte der Musik, die dort bis heute erklingt. Die Kapelle mit ihren wertvollen Skulpturen, Gemälden, Kirchenfenstern und Chorgestühlen ist ein Kleinod der gotischen Architektur; ihre Mauern bergen das Echo der Klänge von Purcell und Britten bis hin zu Adès und zeugen von der bewegten Historie der Insel bis zur Gründung des Vereinigten Königreichs.Die Musikdokumentation stützt sich auf Konzertmitschnitte, die in der Kapelle aufgezeichnet wurden, darunter das tägliche Abendlob der Anglikanischen Kirche und die Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach, die beim traditionellen Osterkonzert „Easter at King’s“ gesungen wurde. Weitere Aufnahmen vervollständigen die musikalische Reise und bieten eine reichhaltige Auswahl an englischer Musik.Zu den berühmten Alumni des King’s College zählen Musiker wie Orlando Gibbons, Schriftsteller wie E.M. Forster, Ökonomen wie John Keynes und Wissenschaftler wie Alan Turing – große Persönlichkeiten, von denen der Film anhand der verschiedenen Räumlichkeiten des King’s College erzählt. Das King’s College – eine Hochburg englischer Tradition und ein Ort der Stille, von dem aus man auch seit jeher offen und aufmerksam auf das Weltgeschehen geblickt hat.

Sonntag, 15.12. (3. Advent) / 00:00 Uhr / J. S. Bach Weihnachtsoratorium, Kantaten 1-6
Thomanerchor Leipzig Gewandhausorchester
Musik, Deutschland, 2018, MDR 151 Min.
Regie: Ute Feudel
Komponist: Johann Sebastian Bach
Dirigent: Gotthold Schwarz
Orchester: Gewandhausorchester Leipzig
Chor: Thomanerchor

Mit: Dorothee Mields (Sopran), Elvira Brill (Alt), Patrick Grahl (Evangelist), Markus Schäfer (Tenor), Klaus Häger (Bass)

Online verfügbar von 15/12 bis 14/03
Erstausstrahlung

„Jauchzet, frohlocket!“ Johann Sebastian Bachs berühmte sechs Kantaten gehören zweifelsohne zu den beliebtesten und bekanntesten Kompositionen aller Zeiten. Für den Thomanerchor Leipzig geschrieben und zwischen dem Weihnachtstag 1734 und dem Dreikönigstag 1735 in der Thomaskirche und der Nikolaikirche in Leipzig unter der Leitung des Thomaskantors Johann Sebastian Bach aufgeführt, ist diese Musik seither ein integraler Bestandteil im Kalender des Chores. Der Thomanerchor und das Gewandhausorchester Leipzig setzen diese Tradition unter der Leitung von Bachs 17. Nachfolger Gotthold Schwarz zusammen mit einem international renommierten Solistenensemble fort.

Das Weihnachtsoratorium ist wohl Bachs beliebtestes und meistgespieltes Werk. Die Geschichte von der Geburt Christi handelt von Hoffnung und Freude, und so atmet Bachs Musik Licht, Glanz und Wärme. Entstanden ist das Werk in den stillen Bußwochen des Advents 1734, in einer Zeit, in der der Thomaskantor keine größeren kirchenmusikalischen Verpflichtungen hatte. Ob es tatsächlich als Oratorium konzipiert wurde, ist allerdings nicht ganz klar, denn eigentlich ist es ein sechsteiliges Set von Kantaten, die – liturgisch und musikalisch aufeinander aufbauend – die Weihnachtsfeiertage und dazwischenliegenden Sonntage abdecken.

Die einzelnen Teile wurden erstmals vom Thomanerchor in Leipzig in den sechs Gottesdiensten zwischen dem ersten Weihnachtsfeiertag 1734 und Epiphanias 1735 in der Nikolaikirche und der Thomaskirche aufgeführt. In der heutigen Zeit wird das Oratorium oft in allzu beliebiger Kürzung als „Weihnachtsoratorium“ an einem Abend gegeben.

Selbst wenn Bach das Werk als musikalische Gesamtheit gedacht hat und gerne aufgeführt wüsste, gab es für ihn keine Alternative, die einzelnen Teile im Entstehungsjahr nacheinander in den Festtagsgottesdiensten der Leipziger Hauptkirchen „uraufzuführen“. Feierliche Eingangs- und Schlusschöre, die Vertonung der neutestamentlichen Weihnachtsgeschichte in den Rezitativen, eingestreute Weihnachtschoräle und Arien der Gesangssolisten prägen das Szenario. Die sechs Teile werden durch die Freude über die Geburt Christi verbunden.

Sonntag, 15.12. (3. Advent) / 02:35 Uhr / Luchino Visconti, vom Film besessen
Dokumentation, Frankreich, 2015, ARTE F 58 Min.
Regie: Elisabeth Kapnist, Christian Dumais-Lvowski
Online verfügbar von 08/12 bis 22/12

Er gilt bis heute als einer der wichtigsten Regisseure des europäischen Kinos: Luchino Visconti (1906-1976), Meister des italienischen Films und Begründer des Neorealismus. Sein Schaffen bescherte ihm nicht zuletzt auch im Theater- und Opernbereich internationales Ansehen. Visconti stammte aus einer bedeutenden italienischen Adelsfamilie und porträtierte die Aristokratie wie kein Zweiter. In seinem Frühwerk zeigte er aber auch das Italien der „kleinen Leute“. Während des Zweiten Weltkriegs engagierte er sich im antifaschistischen Widerstand und war Sympathisant der Kommunistischen Partei. Die Dokumentation zeigt Ausschnitte aus seinen berühmtesten Filmen sowie unveröffentlichte Archivaufnahmen und lässt unter anderem Viscontis Neffen und Patensohn Luchino Gastel zu Wort kommen.

Die Dokumentation erzählt das Leben des italienischen Filmemachers Luchino Visconti von seiner Geburt am 2. November 1906 in Mailand bis zu seinem Tod im Jahr 1976. Der Regisseur, der als Conte Don Luchino Visconti di Modrone in eine der bedeutendsten italienischen Adelsfamilien hineingeboren wurde, hätte das müßige Leben eines reichen Aristokraten führen können. Doch Visconti wählte einen anderen Weg und setzte sich in seinen Werken immer wieder mit dem Milieu auseinander, aus dem er selbst stammte. Er hat die europäische Aristokratie der vergangenen beiden Jahrhunderte porträtiert wie kein Zweiter. In seinen frühen Filmen zeigte der Regisseur dem Publikum aber auch das tatsächliche Italien der „kleinen Leute“ und nicht den gesellschaftlichen Verfall der Oberklasse. Während des Zweiten Weltkriegs engagierte sich Visconti im politischen Widerstand gegen den Faschismus und sympathisierte mit der Kommunistischen Partei Italiens. Die Dokumentation zeigt Visconti als zutiefst aufrichtigen Menschen, der sein Leben lang nach der historischen, gesellschaftlichen und menschlichen Wahrheit suchte. „Luchino Visconti, vom Film besessen“ wurde in Rom, Mailand und Venedig gedreht und verbindet Archivmaterial mit Ausschnitten aus Viscontis Filmen: darunter Meisterwerke der Filmgeschichte wie „Die Verdammten“, „Rocco und seine Brüder“ und „Ludwig II.“. Außerdem sind Auszüge zu sehen aus „Besessenheit“, einem der Gründungsfilme des italienischen Neorealismus, aus „Die Unschuld“, einer Reminiszenz an die Kindheit des Regisseurs, sowie dem Leinwandepos „Der Leopard“, das von der sizilianischen Aristokratie in der Zeit des Übergangs zur Monarchie erzählt. Zu Wort kommen Viscontis Neffe und Patensohn Luchino Gastel, die Visconti-Biografin Laurence Schifano, Caterina D’Amico, die Tochter von Viscontis wichtigster Drehbuchautorin Suso Cecchi D’Amico, die französische Historikerin Elisabeth Roudinesco und der Filmregisseur Olivier Assayas.

Sonntag, 15.12. (3. Advent) / 04:51 Uhr / Bilder allein zuhaus: Dreifaches Porträt von Richelieu, Philippe de Champaigne, „links / rechts“ (2/3)
Fernsehserie, Frankreich, 2016, ARTE F 3 Min.
Regie: Fabrice Maruca
Online verfügbar von 15/12 bis 09/12

„Bilder allein zuhaus“ nimmt zehn Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Norman Rockwells „The Problem We All Live With“ werden in der 30-teiligen Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Philippe de Champaignes „Dreifaches Porträt von Richelieu“ entstand 1642. Es zeigt Richelieu mittig, von links und von rechts. Aber was bedeutet es, die linke oder rechte Position beziehungsweise die Mitte einzunehmen? Richelieu jedenfalls hatte verschiedenste Gesichter …

Montag, 16.12. / 04:38 Uhr / Bilder allein zuhaus: Die Parkettschleifer, Gustave Caillebotte: „Der Mittlere in Aktion“ (3/3)
Fernsehserie, Frankreich, 2016, ARTE F 2 Min.
Regie: Fabrice Maruca
Online verfügbar von 16/12 bis 10/12

„Bilder allein zuhaus“ nimmt zehn Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Norman Rockwells „The Problem We All Live With“ werden in der 30-teiligen Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Auf Gustave Caillebottes Gemälde „Die Parkettschleifer“ aus dem Jahr 1875 ziehen drei Arbeiter den Boden einer Haussmann-Wohnung ab. Ständig brummt einer vor sich hin, dass die Arbeit nicht gerecht verteilt ist. Könnte man nicht einfach Linoleum verlegen? Oder zumindest eine Parkettschleifmaschine mieten?

Mittwoch, 18.12. / 23:45 Uhr / Nouvelle Vague & Feminismus: Delphine Seyrig und Carole Roussopoulos
Dokumentarfilm, Frankreich, 2019, ARTE F 69 Min.
Regie: Callisto Mc Nulty
Online verfügbar von 11/12 bis 16/02
Erstausstrahlung

Mit Frauen der Nouvelle Vague verbindet man berühmte Schlüsselfiguren wie Agnès Varda. Weniger bekannt sind die Schweizer Dokumentarfilmregisseurin Carole Roussopoulos und die französische Schauspielerin Delphine Seyrig, beide Feministinnen, die sich in den 70er Jahren kennenlernten und sich der Frauenrechtsbewegung Mouvement de libération des femmes (MLF) anschlossen. Die beiden Frauen filmten mit einer tragbaren Videokamera, einer für die damalige Zeit völlig neuen Technik, und engagierten sich so politisch. Der Dokumentarfilm wurde von Callisto Mc Nulty realisiert, der Enkelin von Carole Roussopoulos.

Der Dokumentarfilm schildert die Begegnung zwischen der Schweizer Videopionierin Carole Roussopoulos und der französischen Schauspielerin Delphine Seyrig in den 70er Jahren. Seyrig spielte unter namhaften Regisseuren wie Luis Buñuel, François Truffaut oder Jacques Demy. Die beiden stellten ihr Engagement für die Rechte der Frau in den Mittelpunkt ihres filmischen Werks. In ihren Videos ging es um das Recht auf Abtreibung, sexuelle Selbstbestimmung oder überholte Frauenbilder im Kino wie in der Gesellschaft. Regisseurin Callisto Mc Nulty zeigt, wie die beiden Feministinnen die gerade neu auf den Markt gekommene Videokamera für ihre subversiven dokumentarischen Statements verwendeten. 1982 gründen Carole Roussopoulos, Delphine Seyrig und Ioana Wieder das Centre audiovisuel Simone de Beauvoir, das es sich zur Aufgabe macht, Material wie Videos und Fotos zur Geschichte der Frauenrechtsbewegung seit ihren Anfängen zu archivieren. Die Enkelin von Carole Roussopoulos verbindet ihren dokumentarischen Ansatz – Ausschnitte aus Spielfilmen, Videoarbeiten und Fernsehinterviews – mit einer persönlichen Sicht auf das Werk und die politischen Visionen ihrer Großmutter. Der Dokumentarfilm ist gleichzeitig die Fortsetzung eines Projekts, das Carole Roussopoulos kurz vor ihrem Tod im Jahr 2009 in Angriff genommen hatte: ein Porträt ihrer feministischen Kampfgenossin Delphine Seyrig. In ihren bereits dazu angefertigten Notizen beschrieb die Regisseurin das geplante Werk als Hommage an eine überzeugte Frauenrechtlerin, deren politisches Engagement damit endlich bekannt und gewürdigt werden sollte.

Mittwoch, 18.12. / 04:35 Uhr / Bilder allein zuhaus: Degas und Evariste de Valernes, Edgar Degas, „Copy and paste“ (3/3)
Fernsehserie, Frankreich, 2016, ARTE F 2 Min.
Regie: Fabrice Maruca
Online verfügbar von 18/12 bis 12/12

„Bilder allein zuhaus“ nimmt zehn Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Norman Rockwells „The Problem We All Live With“ werden in der 30-teiligen Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Edgar Degas lässt sich von seinem Freund Evariste de Valernes aufziehen, der ihn an seine wenig glorreichen Anfänge erinnert: Man bezahlte Degas, damit er Gemälde kopierte. Und warum hat sich Degas auf seinem Selbstporträt mit Evariste de Valernes in Denkerpose abgebildet? Könnte es sein, dass der Maler seinen Anfängen treu geblieben ist und einfach von Rodin kopiert hat? „Bilder allein zuhaus“ nimmt die abstrusen Vorwürfe in der Plagiatsaffäre Degas genauer unter die Lupe …

Donnerstag, 19.12. / 04:33 Uhr / Bilder allein zuhaus: Im Wintergarten, Edouard Manet, „Schluss mit den Zigarren“ (3/3)
Fernsehserie, Frankreich, 2016, ARTE F 3 Min.
Regie: Fabrice Maruca
Online verfügbar von 19/12 bis 13/12

„Bilder allein zuhaus“ nimmt zehn Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Norman Rockwells „The Problem We All Live With“ werden in der 30-teiligen Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Auf dem Bild „Dans la serre“ aus dem Jahr 1879 posiert das Ehepaar Guillemet für Edouard Manet im üppigen Wintergarten seines Ateliers. Madame Guillemet ist eine Dame der Pariser Modewelt; sie ist hochmütig und spricht mit amerikanischem Akzent. Monsieur Guillemet, ein kleiner Landschaftsmaler, der unter anderem Ansichten der Normandie im impressionistischen Stil malte, scheint dieser Frau völlig ausgeliefert zu sein. Und jetzt will sie auch noch, dass er mit dem Rauchen aufhört …

Freitag, 20.12. / 22:10 Uhr / Disco Europe Express
Dokumentation, Belgien, 2017, ARTERTBF 52 Min.
Regie: Olivier Monssens
Online verfügbar von 13/12 bis 19/01

Disco, die Musik der 70er Jahre, erlebt dank ein paar engagierter Musiker, die sich auf ihre Wurzeln besinnen, ein furioses Comeback. Ihren afroamerikanischen Ursprüngen zum Trotz wäre die Geschichte der Discomusik allerdings nicht vorstellbar ohne eine Handvoll legendärer Soundtüftler aus Europa, die in der Anonymität ihrer Studios einige der größten Welthits zauberten.

Sie ist die Musik der 70er Jahre: Disco. Engagierte Musiker und DJs verhelfen ihr bis heute immer wieder zum Comeback – nicht durch bloße Wiederverwertung, sondern durch Rückbesinnung auf deren Wurzeln. Doch auch wenn allgemein anerkannt ist, dass die Discomusik ihren Ursprung in der afroamerikanischen Community hat, wurden wesentliche Kapitel ihrer Geschichte in Europa geschrieben, vor allem in München und Paris, aber auch in Stockholm, London, Brüssel und Mailand. „Disco Europe Express“ begibt sich auf die Spur der legendären europäischen Soundtüftler, die in der Anonymität ihrer Studios einige der größten Welthits für Donna Summer, Cerrone, Boney M. oder Village People zauberten – neben vielen weniger bekannten Tracks, die in den 70ern die Tanzflächen der Clubs rund um den Erdball füllten. Diesen Hits war ein „europäischer“ Rhythmus und häufig synthesizerlastiger Sound gemein, der wiederum die Discomusik aus den USA beeinflusste, wie der New Yorker Kultproduzent und Remixer Tom Moulton einräumt. Spannende Interviews und unterhaltsame Archivbilder machen diese Dokumentation zu einer aufschlussreichen Reise in die 70er. Dabei blickt Autor und Regisseur Olivier Monssens hinter die Kulissen der Disco-Bewegung, als in einer wilden, unbeschwerten Zeit Rhythmus, Kreativität, Kommerz, Begeisterung und heitere Sorglosigkeit aufeinanderprallten – mit 120 Beats pro Minute.

Freitag, 20.12. / 23:05 Uhr / Quincy Jones ~ A musical celebration
Musik, Frankreich, 2019, ARTE F 77 Min.
Regie: Samuel Thiebaut
Erstausstrahlung

„Billie Jean“, „Give Me the Night“, „Fly Me to the Moon“: Jeder kennt die Hits von Quincy Jones. Doch wer kennt den Mann dahinter? Bei diesem Symphoniekonzert in der AccorHotels Arena tritt der geniale Komponist, Musiker und Produzent selbst ins Rampenlicht. Anlass genug, seine unglaubliche Karriere mit Pauken und Trompeten zu feiern. Bei dem Best-of-Konzert im Juni 2019 wurde die Poplegende von Gastmusikern allererster Güte unterstützt, darunter von Véronique Sanson, Ibrahim Maalouf, Marcus Miller, Selah Sue und Richard Bona.

Quincy Jones ist ein Mann im Hintergrund, der mit den größten Künstlern der vergangenen Jahrzehnte zusammengearbeitet hat. Um nur einige zu nennen: Louis Armstrong, Michael Jackson, Beyoncé, Stevie Wonder, Will Smith, Jay-Z und Ella Fitzgerald. Egal ob Pop, Jazz, Soul, Hip-Hop oder Filmmusik wie etwa der Soundtrack zu „Die Farbe Lila“ – Quincy Jones erprobte sich in vielen musikalischen Genres. Kaum ein Musikstil blieb von Quincy Jones‘ Genie unberührt.

Bei dem Symphoniekonzert im Juni 2019 wurde die Poplegende von Gastmusikern allererster Güte unterstützt, darunter von Véronique Sanson, Ibrahim Maalouf, Marcus Miller, Selah Sue und Richard Bona. Gäste, so anspruchsvoll und elegant wie die Karriere des Großmeisters.

Von „We are the World“ bis „Thriller“ lässt Quincy Jones seine größten Hits in bisher ungehörten Arrangements erklingen. Eine Auswahl aus insgesamt rund 2.900 Kompositionen an einem Abend, der sich ganz dem Werk einer Legende der zeitgenössischen Musik widmet.

Zusatzinfo:
Konzertmitschnitt vom 27. Juni 2019 in der AccorHotels Arena, Paris

Freitag, 20.12. / 00:20 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2019, ARTE F 43 Min.
Online verfügbar von 13/12 bis 18/02
Erstausstrahlung

Ob lesbische Vampire, inzestuöse Werwölfe, untote Liebhaber, Killerdrohnen und Serienmörder mit der Bohrmaschine – bei einer „Tracks“-Sonderausgabe geben sich die Großmeister des Gruselfilms die Ehre. Auf dem Programm: Horror und nochmals Horror! Ein Jahr vor dem 40-jährigen Jubiläum von „Shining“ und kurz nach Erscheinen der Verfilmung von Stephen Kings Roman „Doctor Sleeps Erwachen“ bringt „Tracks“ eine Hommage an den Horrorfilm – unter anderem mit Regisseuren wie William Friedkin, David Cronenberg und Dario Argento. Eine Weltreise des Grauens von Brasilien über die Türkei, die USA und Südafrika bis nach Japan.

(1): Jordan Rubin
Die Story des ehemaligen Stand-up-Comedians Jordan Rubin ist zum Totlachen: Eine Drohne, die sich nicht mehr fernsteuern lassen will, entwickelt ein Bewusstsein und Mordgelüste. 2015 kam „The Drone“ als parodistischer Trailer heraus, vier Jahre später kommen die Killerdrohnen nun endlich auch in die Kinosäle.

(2): Hisayasu Sato
Seit 1985 hat der japanische Regisseur Hisayasu Sato rund 60 Filme gedreht, in denen er die Grenzen des japanischen Erotikfilmgenres „Pinku eiga“ auslotet. Von Vergewaltigung über Mord bis zu Kannibalismus: Wer sexy sein will, muss leiden.

(3): Kirill Sokolov
In Russland, wo es kaum Genrefilme gibt, hat Kirill Sokolov den „Appartment Western Gore“ erfunden. Mit „Why Don’t You Just Die!“ realisierte der 30-jährige Regisseur ein Splatter-Kammerspiel, das mit viel schwarzem Humor die gesellschaftlichen Probleme in Russland anprangert.Und das ist noch nicht alles!

Als Begleitprogramm zum „Tracks“-Horrorspezial werden auch die Sozialen Netzwerke mit Horror gefüllt. Die Redaktion hat in den Archiven gestöbert und zeigt gruselige Beiträge aus den Bereichen Musik, Manga, Bildhauerei, Performance und Aktionskunst, bei denen einen garantiert das Grauen packt.

Freitag, 20.12. / 01:10 Uhr / Dark Glamour ~ Aufstieg und Fall der Hammer Studios
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE 55 Min.
Regie: Jérôme Korkikian
Online verfügbar von 13/12 bis 19/01

Mitte der 1950er Jahre landete das kleine britische Unternehmen Hammer Films mehrere große Erfolge mit Filmproduktionen, die zwar von den Kritikern verrissen wurden, beim Publikum aber auf ein fasziniertes Interesse stießen. Diese erstmals in Farbe gedrehten Horror- und Science-Fiction-Streifen setzten Angst, blutige Gewalt und Sex in Szene und bedienten sich dazu bekannter Motive aus der Schauerliteratur oder alten Hollywood-Monsterfilmen. Sie erweckten Dracula, Frankenstein und diverse Mumien zum Leben und ließen sie in den Londoner Randbezirken ihr Unwesen treiben. Die Stars der Hammer-Filme waren Peter Cushing und Christopher Lee.

Das goldene Zeitalter des Unternehmens dauerte bis in die 1970er Jahre an. Mit ihrer ebenso stilisierten wie reißerischen Ästhetik prägten Produktionen aus dem Hause Hammer die internationale Popkultur nachhaltig. Dieser Einfluss hielt auch an, nachdem die Firma ihre Tätigkeit Anfang der 80er Jahre einstellte, denn die Filme wurden weiter auf VHS und DVD verbreitet und im Fernsehen ausgestrahlt. Auch für die neue Generation von Fans ist Hammer die Hochburg des Horrorfilms.

In der Absicht, an das alte Prestige und vor allem an die großen Erfolge anzuknüpfen, ließen Investoren Hammer Films vor einigen Jahren wiederauferstehen. Denn die Marke Hammer ist Gold wert – und noch lange nicht tot.

Freitag, 20.12. / 04:44 Uhr / Bilder allein zuhaus: Harlekin und Pierrot, André Derain, „Auseinandersetzung“ (2/3)
Fernsehserie, Frankreich, 2016, ARTE F 3 Min.
Regie: Fabrice Maruca
Online verfügbar von 20/12 bis 14/12

„Bilder allein zuhaus“ nimmt zehn Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Norman Rockwells „The Problem We All Live With“ werden in der 30-teiligen Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

André Derains „Harlekin und Pierrot“ entstand um 1924 und zeigt zwei Figuren der Commedia dell’Arte. Die beiden sind auf ihrem Gemälde sichtlich gelangweilt; die Zeit scheint geradezu stehen geblieben zu sein. Ihre Instrumente haben keine Saiten, so dass sie nicht einmal Musik spielen können. Um sich die Zeit zu vertreiben, bleibt ihnen nur, sich ein wenig zu zanken …


Sonntag, 22.12. (4. Advent) / 05:00 Uhr / Schneeflöckchen
Oper, Frankreich, 2017, ARTE F 192 Min.
Regie: Andy Sommer
Komponist: Nikolai Rimski-Korsakow
Inszenierung: Dmitri Tcherniakov
Dirigent: Michail Tatarnikow
Orchester: Orchestre de l’Opéra national de Paris
Chorleitung: José Luis Basso
Chor: Choeurs de l’Opéra national de Paris, La Maîtrise des Hauts-de-Seine
Autor: Alexander Ostrowski

Mit: Aida Garifullina (Snegourotchka (Schneeflöckchen)), Maxim Paster (Zar Barendej), Elena Manistina (Die Frühlingsfee), Vasily Efimov (Der Waldgeist), Vincent Morell (Erster Herold), Pierpaolo Palloni (Zweiter Herold), Vladimir Ognovenko (König Frost), Yuriy Mynenko „Lel“, Martina Serafin „Kupava, Thomas Johannes Mayer „Mizguir“, Franz Hawlata „Bermiata“, Vasily Gorshkov „Bobyl Bakula“, Carole Wilson „Bobylicka, Olga Oussova
Online verfügbar von 15/12 bis 21/01

„Schneeflöckchen“, die dritte Oper von Nikolai Rimski-Korsakow, ist ein wunderschönes und gleichzeitig grausames Märchen, eine Hymne an die Natur und eine Ode an die Liebe. In einer ergreifenden und poetischen Inszenierung von Dmitri Tcherniakov wird sie zum ersten Mal an der Pariser Oper aufgeführt, unter Leitung von Michail Tatarnikow und mit der jungen Sopranistin Aida Garifullina in der Titelrolle.

Schneeflöckchen, Tochter von König Frost und der Frühlingsfee, träumt von einem Leben unter den Menschen. Sie muss sich allerdings vor dem rachsüchtigen Sonnengott in Acht nehmen, der sie schmelzen lässt, falls sie sich verlieben sollte.

Der Komponist Nikolai Rimski-Korsakow hat die Handlung seiner Oper aus einem Werk des Dramatikers Alexander Ostrowski übernommen, der seine Inspiration wiederum in der russischen Folklore fand. Das Werk von Ostrowski kam damals sehr überraschend, da der Autor eher für seine Sozialsatiren als für Märchenerzählungen bekannt war. Der Komponist hat dieses Paradox jedoch geschickt verarbeitet, indem er seinerseits Volkslieder mit innovativer Orchestrierung kombinierte und so Tradition und Moderne verband. „Schneeflöckchen“ wurde zu seinem ersten großen Erfolg, und Rimski-Korsakow selbst sah in dem Werk nichts Geringeres als die schönste Oper, die seit Glinkas Tod in Russland komponiert worden war.

Dmitri Tcherniakov bringt dieses wunderschöne und grausame Märchen, das sich irgendwo zwischen unschuldiger Erotik, brennender Leidenschaft und rasender Eifersucht bewegt, mit seiner sowohl analytischen wie kreativen Inszenierung auf eine menschliche Ebene. Er bedient sich jedoch auch mancher Symbole, indem er beispielsweise eine reaktionäre Gemeinschaft zeichnet, die im Gegensatz zu Schneeflöckchen noch nicht bereit zu sein scheint, sich dem Unbekannten hinzugeben.

Die Pariser Oper hat für ihre erste Aufführung von „Schneeflöckchen“ aus dem Vollen geschöpft und einige der besten russischen Künstler ins Haus geholt, wie Aida Garifullina, die Gewinnerin des Operalia-Wettbewerbs 2013, und Michail Tatarnikow, den Musikdirektor und Chefdirigenten des Michailowski-Theaters Sankt Petersburg.

Sonntag, 22.12. (4. Advent) / 08:30 Uhr / Unter der Lupe – 3 Maler, 9 Werke: Symbolismus
Kindersendung, Großbritannien, 2017, ARTE 14 Min.
Regie: Anton Khilman
Online verfügbar von 15/12 bis 20/02
Erstausstrahlung

Die bekanntesten Maler der Welt, ihre Meisterwerke und Geschichten über deren Entstehung – all das erwartet die Zuschauer dieses neuen Kunstprogramms bei ARTE. Was wollte Iwan Aiwasowski mit seinen Gemälden sagen? Welche Bedeutung versteckt sich in den Werken von Hieronymus Bosch, und warum sind sie allesamt so teuer? Diese und viele weitere spannende Fragen beantwortet die Reihe auf einfache, verständliche und zugleich anspruchsvolle Weise.

Der Symbolismus entstand Ende des 19. Jahrhunderts in Frankreich, Russland und Belgien als Strömung in der Literatur und anderen Kunstformen. Diese Folge präsentiert drei herausragende Maler des Symbolismus – Paul Gauguin, Gustav Klimt und Edvard Munch – und nimmt jeweils drei ihrer Gemälde unter die Lupe.

Wenn Paul Gauguin sich einsam fühlt, greift er zu Pinsel und Papier. Gauguin liebt es, mit Farben zu experimentieren: So hat sein Christus am Ölberg beispielsweise flammend rote Haare. Seine Bilder sind kein Spiegel der Wirklichkeit, sondern vielmehr Ausdruck seiner Gefühle und Gedanken. Die Kunstrichtung, in der Farben und Formen dazu dienen, Gefühle und Ideen auszudrücken, nennt man Symbolismus. Der Symbolismus entstand Ende des 19. Jahrhunderts in Frankreich, Russland und Belgien als Strömung in der Literatur und anderen Kunstformen. Charakteristisch für den Symbolismus in der Malerei ist die Wiederentdeckung bestimmter mystischen Tendenzen der Romantik und ein Spiel mit dem morbiden Selbstbewusstsein des Fin de Siècle. Diese Folge präsentiert drei herausragende Maler des Symbolismus –Paul Gauguin, Gustav Klimt und Edvard Munch – und nimmt jeweils drei ihrer Gemälde unter die Lupe. Dem französischen Post-Impressionisten Paul Gauguin wurde erst nach seinem Tod eine breite Anerkennung zuteil. Heute sind seine Werke „Christus am Ölberg“ (1889), „Landschaft in der Bretagne“ (1888) und „Drei Reigen tanzende bretonische Mädchen“ (1888) weltberühmt. Gustav Klimt war ein österreichischer Vertreter des Symbolismus und das bekannteste Mitglied der Wiener Secession. Zu seinen bedeutendsten Gemälden zählen „Der Kuss“ (um 1907), „Der Blumengarten“ (1905) und „Tod und Leben“ (ca. 1908-1916). Der Norweger Edvard Munch war ein expressionistischer Maler und Grafiker. Mit seinen ausdrucksstarken Darstellungen von Seelenqualen übte er im frühen 20. Jahrhundert einen starken Einfluss auf die deutschen Expressionisten aus. Zu seinen Hauptwerken zählen die Gemälde „Eifersucht“ (1907), „Strand mit rotem Haus“ (1904) und „Arbeiter auf dem Heimweg“ (1913-1914).

Sonntag, 22.12. (4. Advent) / 17:20 Uhr / Jonas Kaufmann – Mein Wien
Thementag: Ein Tag in Wien
Musik, Österreich, 2019, ZDF 75 Min.
Regie: Patrick Pleisnitzer

Komponist: Johann Strauss, Robert Stolz, Emmerich Kálmán, Franz Lehár, Karl Komzák, Rudolf Sieczynski
Dirigent: Jochen Rieder
Orchester: Prague Philharmonia

Mit: Jonas Kaufmann (Tenor), Rachel Willis-Sørensen (Sopran)

Online verfügbar von 21/12 bis 21/03
Erstausstrahlung

Startenor Jonas Kaufmann ist unterwegs in Wien: Auf einem Stadtspaziergang zeigt der Tenor seine liebsten Orte, vom Riesenrad am Prater bis zum Würstelstand. Das persönliche Wien von Jonas Kaufmann besteht aus Geschichten von Orten und Menschen. Herzstück von „Jonas Kaufmann – Mein Wien“ ist ein Konzert mit weltbekannten Melodien aus der Hauptstadt von Walzer und Operette. Arien und Duette aus den Operetten „Die Fledermaus“, „Eine Nacht in Venedig“ und „Wiener Blut“ von Johann Strauss sowie Wiener Lieder von Robert Stolz, Johann Strauss, Emmerich Kálmán, Georg Kreisler und weiteren Größen der Wiener Musikgeschichte stehen auf dem Programm.

„Wien, du Stadt meiner Träume!“ – Startenor Jonas Kaufmann ist unterwegs in Wien: Auf einem Stadtspaziergang zeigt der gefeierte Tenor seine liebsten Orte, vom Riesenrad am Prater bis zum Würstelstand. Fast jede Gasse in Wien kann Geschichten erzählen, das persönliche Wien von Jonas Kaufmann besteht aber vor allem aus kleinen Geschichten von Orten und Menschen, die er in „Jonas Kaufmann – Mein Wien“ erzählt. Doch Wien ist auch ein Ort großer Geschichte. So geht Jonas Kaufmann den Spuren nach, die der Komponist Robert Stolz in der Stadt hinterlassen hat.

Herzstück von „Jonas Kaufmann – Mein Wien“ ist ein musikalisches Highlight im Wiener Konzerthaus. Ein Konzert als Hommage an die weltbekannten Melodien der Hauptstadt von Walzer und Operette: Arien und Duette aus den Operetten „Die Fledermaus“, „Eine Nacht in Venedig“ und „Wiener Blut“ von Johann Strauss sowie Wiener Lieder von Robert Stolz, Johann Strauss, Emmerich Kálmán, Georg Kreisler und weiteren Größen der Wiener Musikgeschichte.

Seine Partnerin für die Duette aus „Die Fledermaus“ und „Wiener Blut“ ist die amerikanische Sopranistin Rachel Willis-Sørensen, die bereits in der Vergangenheit an seiner Seite das Publikum für sich gewinnen konnte. Begleitet werden sie von einem der renommiertesten tschechischen Orchester, der Prague Philharmonia, unter der Leitung von Jochen Rieder.

Sonntag, 22.12. (4. Advent) / 20:15 Uhr / Christine
Spielfilm, Frankreich, Italien, 1958, ARD 97 Min.
Regie: Pierre Gaspard-Huit
Drehbuch: Georges Neveux, Pierre Gaspard-Huit, Hans Wilhelm
Autor: Arthur Schnitzler
Produktion: Play Art, Rizzoli Film, Spéva Films
Produzent: Angelo Rizzoli
Kamera: Christian Matras
Schnitt: Louisette Hautecoeur
Musik: Georges Auric

Mit: Romy Schneider (Christine Weiring), Alain Delon (Franz Lobheiner), Micheline Presle (Baronin Lena Eggersdorf), Sophie Grimaldi (Mizzie Schlager), Fernand Ledoux (Hans Weiring), Jean-Claude Brialy (Theo Kaiser), Jean Galland (Baron Eggersdorf)

Wien im Jahre 1906: Leutnant Lobheiner vom 14. Dragonerregiment hat seit einiger Zeit eine Liebesbeziehung mit der „Dame in Schwarz“, der Baronin Eggersdorf. Ihr bedeutet der junge Leutnant viel, Lobheiner dagegen bereitet die Liaison wachsendes Unbehagen. In dieser Situation begegnet er in einer Schänke der 20-jährigen Christine Weiring. Sie ist die Tochter eines Cellisten und – im Gegensatz zu ihrer gleichaltrigen Freundin Mizzie – von Natur aus zurückhaltend und empfindsam. Darin gleicht sie dem Offizier.

Nach anfänglichem Zögern entwickelt sich eine tiefe Liebesbeziehung zwischen ihm und Christine. Doch gerade als Lobheiner endgültig mit der Baronin bricht, entdeckt deren Mann Beweise für ihre Untreue. In einer ihrer Schubladen findet er den Schlüssel zu Lobheiners Wohnung. Der Entschluss des Barons steht fest: Er fordert den jungen Leutnant zum Duell – mit tödlichen Folgen …

Zusatzinfo:

„Christine“ ist die vierte Verfilmung des Theaterstücks „Liebelei“ von Arthur Schnitzler. Die Hauptdarsteller Romy Schneider und Alain Delon wurden nach den Dreharbeiten auch in der Realität ein Paar. Für beide war das Drama der Startschuss einer großen Karriere. Da Romy Schneider zu der Zeit noch nicht fließend Französisch sprach, wurde sie von Gilberte Aubry synchronisiert, jener Sprecherin, die ihr auch für die französische Version der „Sissi“-Trilogie ihre Stimme lieh. Das für damalige Verhältnisse aufwendig gestaltete Kostümbild besticht durch seine farbenfrohe Pracht und Theatralik.

Sonntag, 22.12. (4. Advent) / 21:50 Uhr / Ein Abend mit Romy
Thementag: Ein Tag in Wien
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE F 53 Min.
Regie: Patrick Jeudy
Online verfügbar von 15/12 bis 03/01

Es ist der 12. Dezember 1976: Während über dem Kölner Dom die ersten Schneeflocken fallen, gibt Romy Schneider in einem kleinen Redaktionsbüro der engagiertesten Feministin der damaligen Zeit ein ausführliches Interview. Alice Schwarzer steckt gerade in den Vorbereitungen zur Gründung ihres Frauenmagazins „Emma“; die 38-jährige Starschauspielerin hat in Frankreich schon Erfolgsfilme wie „Der Swimmingpool“, „Die Dinge des Lebens, „César und Rosalie“ und „Das alte Gewehr“ gedreht und im selben Jahr den César als beste Hauptdarstellerin gewonnen. Sie ist auf dem Höhepunkt ihrer Karriere und muss niemandem mehr etwas beweisen. Sie hat einen kleinen Sohn aus der Ehe mit dem deutschen Regisseur und Schauspieler Harry Meyen, ist frisch mit einem neun Jahre jüngeren Mann liiert und träumt von einem zweiten Kind. Sie schmiedet Pläne für ihre nächsten Filme und möchte gerne eine eigene Produktionsfirma gründen. Alice Schwarzer stieß mit ihrer Interviewidee auf Widerstand in der Redaktion: Die meisten Mitarbeiterinnen waren gegen das Interview mit der ehemaligen „Sissi“-Darstellerin. Doch die Journalistin gab nicht nach und argumentierte, dass sie bei Romy tiefe Widersprüche und Brüche spüre, die sie ergründen wolle. Und schließlich gibt Romy Schneider in dieser Nacht ein exklusives Interview – überwiegend auf Französisch, der Sprache, die ihr eine gewisse Distanz zu sich selbst verlieh. Mutig und ängstlich, rebellisch und konformistisch, hochbegabt und voller Selbstzweifel – die Schauspielerin, die immer den Bruch und die Flucht wagte, hatte tatsächlich ein tiefes Bedürfnis nach Sicherheit und Kontinuität. Sie war zerrissen zwischen Frankreich und Deutschland, zwischen Berühmtheit und dem Wunsch nach einem gewöhnlichen Leben, zwischen Leidenschaft für die Liebe und Leidenschaft für den Beruf. 40 Jahre später stellte Alice Schwarzer ihre Tonbandaufnahmen für Patrick Jeudys Dokumentarfilm zur Verfügung und kommentierte dieses bewegende Gespräch, in dem Romy Schneider ihr schließlich auch die Traumata ihrer Jugend anvertraut. Auf der Suche nach ihrem wahren Selbst öffnet sich Romy Schneider völlig und lässt letztendlich auch ihre tiefe Melancholie und Einsamkeit zutage treten.

Sonntag, 22.12. (4. Advent) / 22:45 Uhr / Sissi – Die Getriebene
Dokudrama, Österreich, 2019, ZDF 52 Min.
Regie: Stefan Ludwig

Mit: Sunnyi Melles (Kaiserin Elisabeth), Alexander E. Fennon (Alexander Warsberg), Clemens Aap Lindenberg (Kaiser Franz Joseph), Eszter Hollosi (Marie Festetics)
Wiederholung vom 14.12.

Sonntag, 22.12. (4. Advent) / 23:40 Uhr / 150 Jahre Wiener Staatsoper ~ Die Jubiläumsgala
Thementag: Ein Tag in Wien
Musik, Frankreich, Österreich, 2019, ARTE 75 Min.
Komponist: Wolfgang Amadeus Mozart, Richard Wagner, Giuseppe Verdi
Dirigent: Marco Armiliato
Orchester: Wiener Staatsopernorchester
Chor: Wiener Staatsopernchor

Mit: Nina Stemme (Sopran), Erwin Schrott (Bassbariton), Roberto Alagna (Tenor), Sonya Yoncheva (Sopran), Valentina Nafornita (Sopran), Benjamin Bernheim (Tenor), Tomasz Konieczny (Bassbaritone), Jongmin Park (Bass), Olga Bezsmertna (Sopran)

Anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der Wiener Staatsoper veranstaltete das Opernhaus ein Open-Air-Festkonzert am Herbert-von-Karajan-Platz. Das Festkonzert wurde dem Fernsehpublikum live über die Grenzen Österreichs hinaus präsentiert und wurde in ORF III und ARTE von rund eine Million Menschen verfolgt. Mit dabei das Who is Who der Opernwelt, unter anderem die Sängergrößen Roberto Alagna, Günther Groissböck, Nina Stemme, Camilla Nylund, Erwin Schrott, Tomasz Konieczny, Ferruccio Furlanetto, Valentina Nafornita und Olga Bezmertna. ARTE zeigt nun einen Zusammenschnitt mit den Höhepunkten der Live-Sendung.Am 25. Mai 1869 wurde das Haus am Ring mit Mozarts Don Giovanni feierlich eröffnet. Ein Ereignis, das nicht nur die Wiener Öffentlichkeit mit Spannung verfolgte, sondern das auch außerhalb der Grenzen des Habsburgerreichs große Beachtung fand. Seither ist das Opernhaus stets im Blickpunkt des Interesses gestanden: Seit 150 Jahren ist es eine international wichtige Institution und Angelegenheiten der Wiener Oper sind – wie in keiner anderen Stadt weltweit – immer auch öffentliche Angelegenheiten.Am 26. Mai 2019 trat die Wiener Staatsoper hinaus auf den Herbert von Karajan-Platz und bespielte gemeinsam mit Ensemblesängerinnen und -sängern, internationalen Gastsolistinnen und -solisten, dem Orchester und dem Chor der Wiener Staatsoper unter der musikalischen Leitung von Marco Armiliato den öffentlichen Raum rund um das Staatsoperngebäude auf unkonventionelle Weise. Präsentiert wurde ein Programm quer durch die Opernliteratur.

Sonntag, 22.12. (4. Advent) / 01:00 Uhr / Ein Operettenabend in Wien
Thementag: Ein Tag in Wien
Musik, Österreich, Frankreich, 2014, ARTEORF 57 Min.
Regie: Agnes Meth
Komponist: Franz Schubert, Otto Nicolai, Johann Strauß, Franz von Suppé, Franz Lehár, Richard Heuberger, Ludwig van Beethoven, Richard Wagner
Dirigent: Simone Young
Orchester: Wiener Symphoniker

Mit: Johan Botha (Tenor), Florian Zwiauer (Violin)

Online verfügbar von 22/12 bis 21/01

ARTE zeigt einen in vielerlei Hinsicht besonderen Operettenabend in der österreichischen Hauptstadt: Die australische Dirigentin Simone Young führt die Wiener Symphoniker durch ein abwechslungsreiches Programm. Ihr zur Seite steht der gefragte Heldentenor Johan Botha. Der südafrikanisch-österreichische Opernsänger singt „Als flotter Geist“ aus dem „Zigeunerbaron“ von Johann Strauß, „Freunde, das Leben ist lebenswert“ aus „Giuditta“ und „Dein ist mein ganzes Herz“ aus dem „Land des Lächelns“ von Franz Lehár. Auf dem Spielplan stehen außerdem die Ouvertüren zu Franz Schuberts „Die Freunde von Salamanca“, zu „Die lustigen Weiber von Windsor“ von Otto Nicolai, sowie jene zum „Opernball“ von Richard Heuberger. Passend zum Spielort des Konzerts geben die Wiener Symphoniker außerdem die Ouvertüre zu „Ein Morgen, ein Mittag und ein Abend in Wien“ des Komponisten Franz von Suppé.Das Konzerthaus des Wiener Musikvereins kann bereits auf eine lange Geschichte zurückblicken: Seit über hundert Jahren werden im großen goldenen Musikvereinssaal Konzerte dargeboten. Der im klassizistischen Stil erbaute Ort der Hochkultur genießt ein hohes Ansehen – seit der feierlichen Eröffnung im Jahr 1870 wird stets die großartige Akustik des Saals hervorgehoben. Weltweite Beachtung findet das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker, welches jedes Jahr von einem aus der ganzen Welt angereisten Publikum gewürdigt wird. In jeder Saison wurden und werden zahlreiche Komponisten von weltberühmten Dirigenten und Musikern interpretiert. Internationale Beachtung findet ebenfalls das jährlich gegebene Traditionskonzert „Frühling in Wien“. Dieses abwechslungsreiche Programm wird von der Regisseurin Agnes Meth in stimmigen Bildern arrangiert.

Zusatzinfo:
Die einzelnen Werke im Überblick: :- Franz Schubert: Ouvertüre („Die Freunde von Salamanca“)- Johann Strauß:Ouvertüre („Der Zigeunerbaron“)- Johann Strauß:„Als flotter Geist“ („Der Zigeunerbaron“)- Franz von Suppé: Ouvertüre („Ein Morgen, ein Mittag und ein Abend in Wien“)- Franz Lehár: „Freunde, das Leben ist lebenswert“ („Giuditta“)- Otto Nicolai: Ouvertüre („Die lustigen Weiber von Windsor“)- Richard Heuberger: Ouvertüre („Der Opernball“)- Franz Lehár: „Dein ist mein ganzes Herz“ („Das Land des Lächelns“)

Sonntag, 22.12. (4. Advent) / 04:32 Uhr / Bilder allein zuhaus: Der Falschspieler mit dem Karo-Ass, Georges de La Tour, „Der Naive wird rebellisch“ (2/3)
Fernsehserie, Frankreich, 2016, ARTE F 3 Min.
Regie: Fabrice Maruca
Online verfügbar von 22/12 bis 16/12

„Bilder allein zuhaus“ nimmt zehn Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Norman Rockwells „The Problem We All Live With“ werden in der 30-teiligen Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Vier Leute sind um einen Spieltisch versammelt: ein Betrüger, eine Magd, eine Kurtisane und ein Naiver. Der Naive verliert seine Naivität und entlarvt den Betrüger als Betrüger, der zwei Spielkarten hinter seinem Rücken versteckt hält. Schließlich war Georges de La Tours Bild auch eine Kritik am korrupten Umgang mit Geld …

Montag, 23.12. / 04:34 Uhr / Bilder allein zuhaus: American Gothic, Grant Wood, „Alter Sack“
Fernsehserie, Frankreich, 2016, ARTE F 2 Min.
Regie: Fabrice Maruca
Online verfügbar von 23/12 bis 17/12

„Bilder allein zuhaus“ nimmt zehn Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Norman Rockwells „The Problem We All Live With“ werden in der 30-teiligen Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Die Tochter auf dem Bild „American Gothic“ aus dem Jahr 1930 muss anscheinend mal raus – sie will ausgehen, Freunde treffen, alles tun, was man als junger Mensch so macht. Ihr strenger und konservativer alter Vater hat dafür wenig Verständnis. Er macht es sich einfach: Noch immer will er einfach nicht hören, dass sich die Frauen mittlerweile emanzipiert haben …

Dienstag, 24.12. (Heiligabend) / 18:15 Uhr / Christmas in Vienna 2019
Schwerpunkt: Festtagsprogramm
Musik, Frankreich, Österreich, 2019, ARTEORF 60 Min.
Komponist: Pietro Mascagni, Gioachino Rossini, Gaetano Donizetti
Dirigent: Sascha Götzel
Orchester: ORF Radio Symphonie Orchester Wien
Chor: Wiener Sängerknaben, Wiener Singakademie
Kommentar: Priscille Lafitte, Stephan Egghart

Mit: Genia Kühmeier (Sopran), Marianne Crebassa (Mezzosopran), Michael Schade (Tenor), Bo Skovhus (Bariton)

Erstausstrahlung

Alle Jahre wieder … nehmen die Wiener Sängerknaben und internationale Solisten die Zuhörer beim traditionellen Weihnachtskonzert mit auf die Reise durch ein musikalisches Winterwunderland. In diesem Jahr bringen uns Genia Kühmeier, Marianne Crebassa, Michael Schade und Bo Skovhus mit Klassikern des Repertoires und Weihnachtsliedern aus aller Welt so richtig in Weihnachtsstimmung. Neben den Wiener Sängerknaben stimmt erneut auch die Wiener Singakademie mit ein.

Das traditionelle Weihnachtskonzert aus dem feierlich geschmückten Wiener Konzerthaus ist von Weihnachten genauso wenig wegzudenken wie knusprig-süße Kekse, leuchtend rote Weihnachtssterne und der würzige Duft von heißem Punsch oder frisch geschlagenen Tannen. Spätestens wenn die ersten Töne von Mascagni, Rossini und Donizetti erklingen weiß man, Weihnachten liegt in der Luft. Das traditionelle Weihnachtskonzert, bei dem natürlich auch Weihnachtslieder aus aller Welt nicht fehlen dürfen, bietet einen musikalischen Ausflug hin zu verschiedenen weihnachtlichen Traditionen und Bräuchen. Auch in diesem Jahr versammelt das Konzert wieder ein Quartett von international renommierten Sängergrößen: die österreichische Sopranistin Genia Kühmeier, die französische Mezzosopranistin Marianne Crebassa, den kanadisch-deutschen Tenor Michael Schade und den dänischen Bariton Bo Skovhus.

Die musikalische Bescherung erstreckt sich vom klassischen Repertoire über traditionelle Weihnachtslieder bis hin zu den populärsten Weihnachtsliedern aus dem deutschen Sprachraum und lässt somit zumindest musikalisch keine Weihnachtswünsche unerfüllt.

Neben der Wiener Singakademie sind auch die Wiener Sängerknaben wieder mit dabei. Begleitet werden sie vom ORF Radio Symphonie Orchester Wien unter der musikalischen Leitung von Sascha Götzel.

Dienstag, 24.12. (Heiligabend) / 22:00 Uhr / Sophia Loren – Porträt einer Diva
Schwerpunkt: Festtagsprogramm
Dokumentation, Frankreich, 2018, ARTE F 50 Min.
Regie: Julia Bracher
Online verfügbar von 17/12 bis 23/03
Erstausstrahlung

Eine zu lange Nase, zu breite Hüften, ein zu großer Mund – an Sophia Loren scheint alles maßlos. Die italienische Schauspielerin prägt mit ihrem aufreizenden Körper und ihren facettenreichen Rollen eine ganze Epoche. Für die Filmwelt ist sie das Urbild Italiens. Eine Rolle, die sie immer wieder neu interpretiert. Was ist heute über Sophia Loren bekannt? Was ist von ihrer Karriere im allgemeinen Gedächtnis geblieben? Für die einen bleibt sie der aufreizende Kurvenstar, für die anderen wird sie für immer die ungeschminkt und in Pantoffeln daherkommende Charakterdarstellerin aus „Ein besonderer Tag“ sein.

Sophia Loren wuchs in ärmlichen Verhältnissen in Neapel auf. Als unehelich geborene Tochter galt sie im konservativen Italien als Außenseiterin. Ihre ehrgeizige Mutter wollte dennoch eine Filmkarriere für sie und brachte Sophia schon früh zu Schönheitswettbewerben. Mit Erfolg: Es folgte eine Einladung zu einem Casting in der Kinostadt Cinecittà. Dort entdeckten die Herausgeber von Fotoromanen die attraktive Frau für sich. Bald schon prangt in den Zeitungskiosken Sophias Gesicht auf Dutzenden von Titeln. So trifft der erfolgreiche Produzent Carlo Ponti auf sie und nimmt sich ihrer an: Er korrigierte ihre Art zu sprechen, kleidete sie neu ein und verschaffte der jungen Sophia erste Filmrollen. Die attraktive Frau und der 22 Jahre ältere und verheiratete Carlo Ponti verlieben sich ineinander. Wieder mal zieht Sophia Loren damit den Zorn der Kirche und des konservativen Italiens auf sich und riskiert sogar die Exkommunikation.

Man sieht Sophia Lorens Filme immer noch in allen Ländern und in allen Sprachen: Ob sie mit ihrem Flamencotanz Cary Grant den Kopf verdreht, durch die Straßen Neapels schlendert, die Männer immer in Schach haltend, oder auch in ihrer oscarprämierten Rolle in „Und dennoch leben sie“ – sie verkörpert alle Figuren mit derselben Intensität.

Dienstag, 24.12. (Heiligabend) / 22:55 Uhr / Aschenbrödel
Schwerpunkt: Festtagsprogramm
Oper, Frankreich, 2018, ARTE F 129 Min.
Regie: Isabelle Julien
Komponist: Sergej Prokofjew
Dirigent: Vello Pähn
Orchester: Orchestre Pasdeloup
Choreographie: Rudolf Nurejew
Autor: Charles Perrault

Mit: Valentine Colasante (Aschenbrödel), Karl Paquette (Der Prinz), Aurélien Houette (Die Mutter), Ludmila Pagliero, Dorothée Gilbert (Die Stiefschwester), Pierre Rétif (Der Vater)

Online verfügbar von 24/12 bis 22/05
Erstausstrahlung

„Cinderella“, die Geschichte von „Aschenbrödel“ in der Version des französischen Märchendichters Charles Perrault, ist ein abendfüllendes Ballett in drei Akten mit der Musik von Sergei Prokofjew. Die Uraufführung fand 1945 am Moskauer Bolschoi-Theater statt. Rudolf Nurejew schuf im Oktober 1986 eine moderne Bearbeitung des Stückes und verlegte die Handlung nach Hollywood. Cinderella ist darin eine unbekannte Schauspielerin, die von einem Produzenten entdeckt und zum Filmstar wird. Aschenbrödel schafft es in der Rolle der guten Fee und dank des Märchenprinzen in Gestalt eines berühmten Schauspielers, ihrem traurigen Schicksal zu entkommen und ihre Träume zu verwirklichen. Etwas erinnert das Ballett an das Leben des Choreographen selbst: Nurejew war ein junger Tänzer tartarischer Herkunft aus der Sowjetunion, der 1961 nach Frankreich floh, wo er politisches Asyl bekam. Von hier aus begann er seine internationale Karriere. 1983 wurde Rudolf Nurejew zum künstlerischen Leiter des Balletts der Pariser Oper ernannt. Leider währte das Glück nicht lange. Noch bevor er seinen Posten angetreten hatte, erfuhr er, dass er HIV-Positiv war. Rudolf Nurejew starb 1992 mit nur 54 Jahren. 2018 wäre er 80 Jahre alt geworden. Die Pariser Oper gedachte ihres ehemaligen Ballettdirektors mit einer Reihe von Gedenkfeiern und Ausstellungen, unter anderem mit der Wiederaufnahme seiner Fassung von Prokofjews „Aschenbrödel“.In der Aufführung vom 31. Dezember 2018 tanzt Valentine Colasante die Rolle der Cinderella, Karl Paquette gibt den berühmten Schauspieler. Es ist Karl Paquettes letzter Auftritt an der Opera de Paris. Mit dem Auftritt vom 31.12.2018 nimmt der langjährige Solotänzer der Pariser Oper Abschied von der Bühne.

Mittwoch, 25.12. (1. Weihnachtsfeiertag) / 00:05 Uhr / Sergej Rachmaninow, Klavierkonzert Nr. 2
Musik, Frankreich, 2019, ARTE F 42 Min.
Regie: Isabelle Soulard
Komponist: Sergej Rachmaninow
Dirigent: Stanislav Kochanovsky
Orchester: Orchestre de Paris
Online verfügbar von 18/12 bis 22/06
Erstausstrahlung

Die fesselnden Auftritte von Behzod Abduraimov werden von Kritikern weltweit immer wieder hochgelobt; „The Times“ nannte ihn „meisterhaft in allem, was er anfasst“. Der junge usbekische Ausnahmepianist und das Orchestre de Paris entführen das Publikum auf eine romantische Reise: Auf dem Programm steht das zweite Klavierkonzert von Sergej Rachmaninow. Die musikalische Leitung hat Stanislav Kochanovsky, der aktuell als einer der besten jungen russischen Dirigenten gilt. Das gefeierte Konzert wurde am 28. April 2019 in der Pariser Philharmonie für ARTE aufgezeichnet.

Obwohl sich Sergej Rachmaninow bereits einen guten Ruf erarbeitet hatte, waren die Kritiken zur Uraufführung seiner ersten Symphonie im März 1897 vernichtend. Nach einer daraus resultierenden Schaffenskrise begann er auf ärztliches Anraten des Neurologen Nicolai Dahl mit der Arbeit an einem neuen Klavierkonzert. Alleine mit den beiden Sätzen, die er 1900 erstmals fragmentarisch aufführte, stellte er sein acht Jahre zuvor uraufgeführtes erstes Klavierkonzert in den Schatten.

Während andere Komponisten die Wege der Moderne erforschten, blieb Rachmaninow mit seinem zweiten Klavierkonzert stilistisch fest in der Romantik verhaftet. Dazu zählt nicht nur die Einteilung in die traditionellen drei Sätze, sondern auch – bis zum Lebensende sein Markenzeichen – die langen, sich quasi organisch herausbildenden Melodielinien, farbgebende Dissonanzen und typische Wechsel.

Schon in den ersten Takten erschafft der Komponist einen unnachahmlichen, melancholischen Klang. Im energetischen ersten Satz werden die Themen wie in einer klassischen Sonate ausgearbeitet. Im anschließenden Adagio erklingt ein Liebeslied mit Melodien voller Leidenschaft. Ein atemberaubendes Finale beendet schließlich dieses emblematisch ausgewählte Werk, mit dem das Klavierkonzert der Romantik seinen absoluten Höhepunkt erreicht hat.

Mittwoch, 25.12. (1. Weihnachtsfeiertag) / 04:48 Uhr / Bilder allein zuhaus: Mona Lisa, Leonardo da Vinci, „Online-Anmache“ (2/3)
Fernsehserie, Frankreich, 2016, ARTE F 3 Min.
Regie: Fabrice Maruca
Online verfügbar von 25/12 bis 19/12

„Bilder allein zuhaus“ nimmt zehn Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Norman Rockwells „The Problem We All Live With“ werden in der 30-teiligen Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Mona Lisa ist einsam und beschließt, mit einer Dating-App zu flirten. Von GusBoGosse bis hin zu LoveRomantic69 sie kann sich vor virtuellen Verehrern kaum retten; sie bekommt eine Nachricht nach der anderen. Ein paar Männer scheinen auch wirklich interessant zu sein. Trotzdem geht nichts über das Finden der großen Liebe im wahren Leben …

Donnerstag, 26.12. (2. Weihnachtsfeiertag) / 05:00 Uhr / Das Geheimnis der Clowns
Dokumentation, Deutschland, 2016, ZDF 52 Min.
Regie: Daniela Pulverer, Boris Raim
Online verfügbar von 25/12 bis 25/01

„Das Geheimnis der Clowns“ lässt eine der ältesten Figuren unserer Kultur in einem neuen Licht erscheinen. Oft nur als Spaßmacher für Kinder belächelt, steckt hinter der roten Nase viel mehr: Clowns verkörpern den wilden Ausbruch aus Zwängen und Normen – sie sind Provokateure der Emotionen par excellence. Die Dokumentation zeigt die faszinierende Macht der Clowns, die die Welt des Zuschauers in wenigen Sekunden auf den Kopf stellen kann – in der Manege, auf Straßenfestivals und auf der Bühne –, ohne ein einziges Wort sprechen zu müssen.

Marianus und Angele, zwei erfolgreiche Absolventen einer deutschen Clownsschule, begegnen den unterschiedlichsten Clowns der heutigen Zeit: Patch Adams, dem weltbekannten amerikanischen Arzt und Klinikclown, dessen Lebensgeschichte mit Robin Williams in der Hauptrolle verfilmt wurde, Peter Shub, dessen europaweite Tourneen allabendlich ausverkauft sind, Gardi Hutter und Antoschka, die als Erste wagten, als Frau komisch zu sein, jungen Clowns auf der Pariser Clownsschule bei ihrer zweijährigen Ausbildung und vielen anderen. „Das Geheimnis der Clowns“ ist eine faszinierende Begegnung mit Künstlern, die ihr Leben damit zubringen, sich von anderen auslachen zu lassen. Wer macht so etwas und warum? Nichts ernst zu nehmen, auch nicht sich selbst: Beruf und Berufung in einem. Doch wer glaubt, Clowns kümmerten sich nicht um ernste Dinge, täuscht sich: Macht, Gewalt, Niederlagen – ein Clown weiß, wie man sie so zeigt, dass die Zuschauer vor Lachen von ihrem Sitz rutschen. Ihre Gabe, die Menschen so zu verzaubern – das ist das Geheimnis der Clowns.

Donnerstag, 26.12. (2. Weihnachtsfeiertag) / ab 14:05 Uhr / Thementag: Zirkus, Zirkus!
Thementag, ARTE93 Min.

Hereinspaziert, hereinspaziert in die bunte Zirkuswelt von ARTE. Was wäre Weihnachten nur ohne Artisten und Akrobaten? Definitiv nur halb so zauberhaft. Im Weihnachtsprogramm von ARTE hat der Zirkus seit langem Tradition. Und auch in diesem Jahr heißt es wieder: Manege frei! Auf dem Programm: Die Höhepunkte des 40. Weltzirkus von Morgen mit den besten Zirkusnummern talentierter Nachwuchskünstler aus der ganzen Welt. Außerdem zeigt ARTE in Erstausstrahlung die fantasievolle Show „Luzia“ des kanadischen Cirque de Soleil und entführt den Zuschauer nach Mexiko. Bereits am Nachmittag taucht ARTE mit der legendären Show „O“ des Cirque de Soleil mit Synchronschwimmern und Tauchern in eine atemberaubende Wasserwelt ein. Schließlich wird es komisch. Die Dokumentation “Grock – Eine Clownlegende“ erzählt die Erfolgsgeschichte des gleichnamigen Schweizer Clowns, der mit riesigen Schlappschuhen und winziger Geige Anfang des 20. Jahrhunderts Massen von Zuschauern begeisterte.

Der Zirkus hat im Weihnachtsprogramm von ARTE seit langem Tradition. Auch in diesem Jahr ist die Manege frei für atemberaubende Artisten aus der ganzen Welt sowie für einen Zirkustraum, wie ihn das Leben schrieb. Der Abend eröffnet mit den Höhepunkten des diesjährigen Weltfestivals des Zirkus von Morgen aus dem Cirque Phénix in Paris, der im Februar sein 40. Jubiläum feierte. Wie jedes Jahr treten Clowns, Jongleure, Akrobaten, Seiltänzer und Trapezkünstler aus der ganzen Welt mit ihren spektakulären Darbietungen vor einer internationalen Jury und einem enthusiastischen Publikum auf. Welche der talentierten Nachwuchskünstler haben in diesem Jahr die begehrten Medaillen mit nach Hause genommen?Im Anschluss zünden die Artisten des Cirque de Soleil in ihrer virtuosen und fantasievollen Show „Luzia“ ein visuelles Feuerwerk, das den Zuschauer in ein imaginäres Mexiko entführt. Wie in einem poetischen Wachtraum bringt „Luzia“ mit atemberaubenden akrobatischen Darbietungen traditionelle und moderne Bilder, Orte, Gesichter und Klänge Mexikos auf die Bühne: surrealistische Tiere jeder Größe, Mythologie, Dschungel, Unterwasserwelten, städtische Gassen.Bereits am Nachmittag zeigt ARTE eine der erfolgreichsten Shows des Cirque de Soleil, „O“, die seit 20 Jahren im legendären Bellagio in Las Vegas Millionen von Zuschauern fasziniert. Eine Bühne mit über 5.000 Kubikmetern Wasser und 85 außerordentliche Athleten, die über und unter Wasser ein einzigartiges Fest des Zirkus feiern.Noch etwas Slapstick zum Schluss? Die Dokumentation „Grock – Eine Clownlegende“ erzählt die Erfolgsgeschichte des gleichnamigen Schweizer Clowns, der mit riesigen Schlappschuhen, winziger Geige und vor allem viel Charme und Talent Anfang des 20. Jahrhunderts Massen von Zuschauern in Europa, Amerika und Nordafrika begeisterte. ARTE wirft einen Blick auf den Mann hinter der Clowns-Maske.

Donnerstag, 26.12. (2. Weihnachtsfeiertag) / 14:05 Uhr / Cirque du Soleil: O
Thementag: Zirkus, Zirkus!
Zirkus, Kanada, 2017, ZDF 93 Min.
Regie: Benoit Giguère
Online verfügbar von 25/12 bis 25/01

Nach fast 20 Jahren Laufzeit im legendären Bellagio in Las Vegas mit Millionen Zuschauern wird die erfolgreichste Show des Cirque du Soleil endlich verfilmt und ins Fernsehen gebracht. Eine Bühne mit über 5.000 Kubikmetern Wasser aus dem Bellagio Lake, bei der 150 Techniker für den reibungslosen Ablauf der Show sorgen, und 77 außerordentliche Athleten, die über und unter Wasser ein einzigartiges Fest des Theaters und des Zirkus feiern – dies sind die Zutaten, die in mittlerweile fast 10.000 Aufführungen jeden Abend aufs Neue das Publikum faszinieren. Die wundersame Geschichte von „O“ dreht sich um Guifà, einen Theaterliebhaber, dem zunächst nicht klar ist, dass er unfreiwillig durch die Welt von „O“ führen wird. Kaum taucht er auf der Bühne auf, wird er buchstäblich vom Gedächtnis der Zeit fortgetragen. Und während sein Lachen durch das Theater hallt, verwandelt sich diese Bühne in ein Universum des Wassers, in dem amphibische Kreaturen ihr Unwesen treiben. In diesem Moment beginnt eine Reise ans Ende des Lebens – und eine Hommage an das Theater. Die Zuschauer werden Gefangene dieses bunten Zaubers und treffen dabei auf zahlreiche außergewöhnliche Figuren, die in dieser Welt unter, auf oder über dem Wasser leben. Die Zuschauer sind auf diese Art auch Gäste einer faszinierenden Kreuzfahrt durch die Zeit. „O“ verkörpert den unendlichen Kreislauf des Lebens, dort, wo der Tod nicht das Ende ist, sondern vielmehr ein Anfang. Jenseits der reinen Performance ist „O“ auch eine Hommage an die Magie des Theaters, dieser grenzenlosen Kunst, die es immer wieder schafft uns zu berühren, indem es uns die Geschichte unseres Lebens erzählt. In seiner einzigartigen Art unterscheidet sich „O“ von allen anderen Zirkusshows durch die Omnipräsenz des Wassers und der Tatsache, dass sie sich eher dem Theater nähert als dem traditionellen Zirkus. Es ist eine sich ständig wandelnde Welt in 13 wechselnden Tableaus der Freude, des Staunens, der Erregung, der Angst und der Traurigkeit. Die Show verschiebt die Grenzen des Zusammenspiels von Akrobatik, Musik, Theater und Tanz, weil „O“ komplexer ist als jede andere Zirkusproduktion mit seinen Artisten, die sich in so unterschiedlichen Disziplinen wie Wassersprung, Gymnastik, Synchronschwimmen, Trapez, Akrobatik, dramatischem Spiel, Musik und Tanz – für jeden Zuschauer ein unvergessliches Rendezvous mit dem Staunen.

Donnerstag, 26.12. (2. Weihnachtsfeiertag) / 15:40 Uhr / Grock ~Eine Clownlegende
Thementag: Zirkus, Zirkus!
Dokumentation, Frankreich, Schweiz, 2018, ARTESSR 53 Min.
Regie: Alix Maurin, Fabiana D’Amato
Online verfügbar von 19/12 bis 25/01
Erstausstrahlung

Riesige Schlappschuhe, karierte Schlabberhose und eine winzige Geige – Adrien Wettach machte aus seiner Clownsfigur Grock ein Produkt und war quasi sein eigener Unternehmer. Fast 40 Jahre lang hatte er weltweit beim Publikum Erfolg. Mit seinen Auftritten als dummer August machte er an der Seite von Little Walter in den Music-Halls zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Paris von sich reden. Adrien Wettach war nicht nur ein begnadeter Komiker, sondern komponierte auch die Musik zu seinen Nummern; die Noten wurden verkauft und sein Publikum spielte die Stücke auf dem Klavier oder Akkordeon nach – eine geschickte Werbemaßnahme. Bald schon konnte er ein hohes Gehalt für seine Auftritte verlangen.

Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs lebte er ab 1915 neun Jahre in England, wo er im Londoner Coliseum Theatre Triumphe feierte. Von hier aus eroberte er New York. Paris, Berlin, New York – in den wilden 20ern liebte das amüsierfreudige Publikum der Kabaretts und Varietés Grocks komische Nummern, die er in den unterschiedlichen Landessprachen beherrschte. Um auf der Höhe seines Ruhms zu bleiben, produzierte er Ende der 20er Jahre seinen ersten eigenen Film „Grock – La vie d’un grand artiste“. Mit romantisierendem Blick schaut dieser auch auf den Privatmenschen hinter der Clownsmaske. Mitte der 20er Jahre zog es ihn mit seiner Frau Ines Ospiri nach Italien, wo er an der Riviera die prunkvolle „Villa Bianca“ erbauen ließ.

Während des Zweiten Weltkriegs arrangierte sich Crock mit dem Nazi-Regime, indem er in Berlin vor Hitler und bei Wohltätigkeitsgalas der Nazis spielte; an der italienischen Riviera gab er den Clown für verletzte deutsche Soldaten. Auf eine ausdrückliche Einladung von Goebbels hin kehrte er 1942 von Italien nach Berlin zurück, um abermals in Nazi-Deutschland zu spielen, was ihm harsche Kritik einbrachte – in der Schweiz und in Frankreich kam es in der Presse zu einer heftigen Polemik gegen ihn. Doch das Nachkriegspublikum verzieh ihm schnell. 1951 gründete Grock 71-jährig sein erfolgreiches Zirkusunternehmen – für das er eigens eine Drehmanege entwarf. Bis zu seinem Lebensende verkörperte er Grock – der bis heute neben Charlie Chaplin als die Clownsfigur schlechthin gilt.

Donnerstag, 26.12. (2. Weihnachtsfeiertag) / 20:15 Uhr / 40. Weltfestival des Zirkus von Morgen
Thementag: Zirkus, Zirkus!
Zirkus, Frankreich, 2019, ARTE F 87 Min.
Regie: Yvan Benedetti
Moderation: Calixte de Nigremont
Online verfügbar von 19/12 bis 23/06
Erstausstrahlung

Manege frei für Akrobaten, Äquilibristen, Trapezkünstler und viele andere Sensationen – anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Weltfestivals des Zirkus von Morgen haben sich die talentiertesten jungen Zirkuskünstler in Paris zusammengefunden, um sich auf höchstem internationalem Niveau miteinander zu messen. Bei dem Wettbewerb ist Spannung garantiert, nicht nur für die jungen Teilnehmer aus der ganzen Welt, sondern auch für die Zuschauer. Durch das Programm der Jubiläumsausgabe führt der Conférencier Calixte de Nigremont – also hereinspaziert und bienvenus in der bunten Welt des Zirkus von Morgen!

Eine Leistungsschau für eine junge, kreative und multidisziplinäre Zirkuskunst aus aller Welt: Das Weltfestival des Zirkus von Morgen feiert sein 40-jähriges Bestehen. Im Januar 1977 wurde der Wettbewerb für junge Nachwuchskünstler der Manege zum ersten Mal veranstaltet. Lange Zeit war der Spielort des Festivals im Pariser Cirque d’Hiver-Bouglione, später wechselte es auf die Pelouse de Reuilly im 12. Arrondissement, ins Zirkuszelt des Cirque Phénix. Inzwischen ist das Weltfestival des Zirkus von Morgen zu einer festen Größe im professionellen Zirkusbetrieb geworden. Jedes Jahr reichen Hunderte von Nachwuchstalenten ihre Kandidaturen ein: Wer ausgewählt wird und einen Preis gewinnt, dem stehen die Türen für eine künftige Karriere offen.

Auch dieses Jahr sind wieder alle Hauptdisziplinen des modernen Zirkus vertreten, darunter Akrobatik, Kontorsion, Trapez, Luftreifen, Jonglieren und Drahtseilakrobatik. Auf dem Programm der Jubiläumsausgabe stehen die diesjährigen Preisträger: Es gab einen Grand Prix für die Schleuderbrettnummer der Scandinavian Boards, eine Goldmedaille für den Trapeztanz von Arthur Morel Van Hyfte aus Frankreich und eine für die Dalian Acrobatic Troupe aus China. Außerdem wurde eine Silbermedaille für die Strapatenshow von Alexey Ishmaev und Pavel Mayer aus Russland vergeben und eine für die fernöstlich inspirierte Hochseilnummer von Laurence Tremblay-Vu aus Kanada.

Die Darbietungen der Preisträger des Jubiläumsfestivals wurden im Februar 2019 im Cirque Phénix auf der Pariser Pelouse de Reuilly für ARTE aufgezeichnet.

Donnerstag, 26.12. (2. Weihnachtsfeiertag) / 21:45 Uhr / Cirque du Soleil – LUZIA
Thementag: Zirkus, Zirkus!
Zirkus, Kanada, 2016, ZDF 82 Min.
Regie: Adrian Wills
Erstausstrahlung

Mit einem visuellen Feuerwerk und atemberaubenden akrobatischen Darbietungen lädt der Cirque du Soleil ein, ihn auf einer surrealistischen Reise durch eine üppige und lebendige Welt zwischen Traum und Realität zu begleiten. Frei von Mexiko inspiriert, bringt „LUZIA“ geschickt Orte, Gesichter und Klänge auf die Bühne, die sowohl der Tradition als auch der Moderne dieses Landes entstammen.

Die Show ist eine poetische und akrobatische Ode an die üppige und lebendige Kultur eines Landes, dessen Reichtum aus einer außergewöhnlichen Mischung von Einflüssen und kreativen Begegnungen stammt – ein Land, das mit seinen atemberaubenden Landschaften und architektonischen Wundern, getragen vom unbezwingbaren Geist seiner Bewohner, jeden in seinen Bann zieht.

Die Tableaus von „LUZIA“ weben ein komplexes und zeitgenössisches Mosaik, das die Sinne weckt und die Zuschauer an einen Ort zwischen Traum und Realität bringt.

Diese Show vom Cirque du Soleil ist bisher nur in Nordamerika zu sehen gewesen. Die Verfilmung zeigt ARTE als europäische Uraufführung.

Donnerstag, 26.12. (2. Weihnachtsfeiertag) / 00:00 Uhr / Mister Universo
Thementag: Zirkus, Zirkus!
Spielfilm, Österreich, Italien, 2016, ARTE F 86 Min.
Regie: Rainer Frimmel, Tizza Covi
Drehbuch: Tizza Covi
Produktion: Vento Film
Produzent: Rainer Frimmel
Kamera: Rainer Frimmel
Schnitt: Tizza Covi
Musik: Federica Franceschi

Mit: Wendy Weber (Wendy Weber), Tairo Caroli (Tairo Caroli), Arthur Robin (Arthur Robin), Lilly Robin (Lilly Robin)

Online verfügbar von 26/12 bis 02/01
Erstausstrahlung

Der junge Raubtierdompteur Tairo ist nicht glücklich. Der Zirkus, in dem er arbeitet, macht immer weniger Umsatz, eines seiner Tiere stirbt, die Stimmung unter den Artisten wird immer schlechter und dann wird ihm auch noch das Hufeisen gestohlen, das seit seiner Kindheit sein Talisman ist. Auch seine Freundin Wendy macht sich zunehmend Sorgen um ihn.
Um sein Glück wiederzufinden, begibt er sich auf eine Reise durch ganz Italien. Er will den Mister Universum finden, der ihm damals das Eisen geschmiedet hat. Auf seiner Suche macht er Halt bei zahlreichen Familienmitgliedern, die in ganz Italien verstreut sind.

„Mister Universo“ erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, der in der regnerischen Landschaft Italiens auf der Suche nach dem Glück und sich selbst ist. Dabei besticht das Drama durch seine Einfachheit und Authentizität. Es erscheint so realitätsnah, da es mit Laienschauspielern realisiert wurde und ohne große filmische Effekte auskommt. Tairos von ihm selbst gesungenen italienischen Lieder tun ihr Übriges: Sie schaffen eine warmherzige Atmosphäre und rücken die Familie in den Mittelpunkt.

Zusatzinfo:
Das Roadmovie wurde mit Laiendarstellern und ohne festes Drehbuch realisiert. Die Schauspieler hatten die Freiheit, ihre Dialoge spontan zu improvisieren. Auch der Ablauf der einzelnen Szenen wurde den Darstellern jeweils erst am Vortag mitgeteilt, da sie sich nicht zu sehr auf ihren Auftritt vorbereiten sollten. Wie bereits in „La Pivellina“ (2009) tauchen Tizza Covi und Rainer Frimmel in „Mister Universo“ wieder in die Welt des Zirkus ein und zeigen, welch hartes Brot das Zirkusleben ist. Das Regie-Duo erhielt für den Film 2016 bei den Internationalen Filmfestspielen von Locarno den Fipresci-Preis.

Donnerstag, 26.12. (2. Weihnachtsfeiertag) / 04:38 Uhr / Bilder allein zuhaus: Der Falschspieler mit dem Karo-Ass, Georges de La Tour, „Supernaiv“
Fernsehserie, Frankreich, 2016, ARTE F 3 Min.
Regie: Fabrice Maruca
Online verfügbar von 26/12 bis 20/12

„Bilder allein zuhaus“ nimmt zehn Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Norman Rockwells „The Problem We All Live With“ werden in der 30-teiligen Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Auf Georges de La Tours Gemälde „Der Falschspieler mit dem Karo-Ass“ kriegt die Magd, die den Wein am Spieltisch serviert, die Krise. Nicht nur, dass sie ausgebeutet wird, nein, der Naivling ist anscheinend so supernaiv, dass er nicht wahrhaben will, dass der Falschspieler und die Kurtisane ein falsches Spiel spielen …

Freitag, 27.12. / 05:00 Uhr / 28. Africa Festival Würzburg
Raúl Paz, Cuban Beats All Stars, Cuba Vista & Guests
Musik, Deutschland, 2016, BR 74 Min.
Regie: Nannette Stegner
Produktion: Bayerischer Rundfunk
Mit: Raúl Paz, Cuba Vista & Guests, Cuban Beats All Stars
Online verfügbar von 27/12 bis 26/03

Samba, Son und Salsa – Europas größtes Fest für Musik mit afrikanischen Wurzeln setzt 2016 einen Schwerpunkt auf Kuba. Namhafte Künstler und spannende Neuentdeckungen sorgen in Würzburg für karibische Stimmung auf den fränkischen Mainwiesen. Der exotische Mix aus internationalen Musikstilen setzt neue Maßstäbe in der Weltmusik. Hip-Hop, Rap und Techno-Elemente verpassen den traditionellen Rhythmen der Insel einen modernen Look. Hier steht die junge Generation kubanischer Künstler auf der Bühne, und ihr musikalisches Statement zeugt von der Aufbruchsstimmung gegen jede Bevormundung. Weltoffen und selbstbewusst zeigen sie, was die Musik über alle Grenzen hinweg verbinden kann.

Raúl Paz: The Sound of modern Cuba – in Südamerika, den USA und Frankreich hat er Karriere gemacht, dann ist Raúl Paz in seine Heimat Kuba zurückgekehrt. Den von ihm erfundenen Genre-Mix nennt er „Cubanité“ oder „Cubanisme“. Es ist die Weiterentwicklung traditioneller kubanischer Elemente durch Rock, Funk und Pop. Der schwungvolle Soundcocktail mit hohem musikalischem Anspruch transportiert die Inhalte seiner Musik: Die Texte blitzen vor Ironie und Sprachwitz. Sie erzählen Geschichten von einem Leben voller Liebe, Trennung und Weltschmerz, von revolutionärem Drang und der Sehnsucht nach Veränderung. Und manchmal erzählen sie auch einfach nur von der Banalität des Alltags.

Cuban Beats All Stars: Samba, Son und Synthesizer Fette Urban-Beats, rotziger Rap, quirliger Hip-Hop und darunter die klassischen Klänge Kubas, elektronisch mächtig aufgemischt vom spanischen DJ Tillo. Die meisten Musiker der Cuban Beats All Stars haben sich schon mit der kubanischen Erfolgsband Orishas einen Namen gemacht, jetzt gehen sie in neuer Formation an den Start. Mit an Bord: Multitalent Nelson Palacios – Sänger, Komponist, Pianist und Bassist. Mit breitem Repertoire befördern die Cuban Beats All Stars die ganze musikalische Bandbreite Kubas ins Hier und Jetzt. Ein Mix voller internationaler Einflüsse: afrikanische Trommeln, spanische Gitarren, nordamerikanischer Rap und europäischer Techno. Das ist ein Sound, der den Begriff „Weltmusik” ins 21. Jahrhundert katapultiert.

Cuba Vista & Guests: ein brisanter Cocktail! Da schwappt der Rhythmus von Kuba herüber und bringt das Publikum in Fahrt, denn wer kann schon bei Salsa, Samba, Rumba und Bossa Nova stillstehen – das reinste Feuerwerk lateinamerikanischer Tanzlust. Die Vollblutmusiker rund um Sängerin Mireya Coba Cantero bringen den vollen Klang Kubas ins Konzertzelt. Eine geballte Ladung musikalischer Leidenschaft. Klassiker und Neuinterpretationen sorgen für einen heißen Abend im Takt des legendären Buena Vista Social Club. Beim Festival spielt die Band mit mehreren kubanischen Gastmusikern zusammen.

Freitag, 27.12. / 20:15 Uhr / Unterm Birnbaum
Schwerpunkt: Festtagsprogramm
Fernsehfilm, Deutschland, 2019, ZDF 89 Min.
Regie: Uli Edel
Drehbuch: Léonie-Claire Breinersdorfer
Autor: Theodor Fontane
Produzent: Jan-Richard Schuster, Michael Luda
Kamera: Hannes Hubach
Schnitt: Julia Oehring
Musik: Sebastian Fillenberg
Kostüme: Saskia Richter
Redaktion: Olaf Grunert, Andreas Schreitmüller
Ton: Marc Meusinger

Mit: Fritz Karl (Abel Hrdadschek), Julia Koschitz (Ursel Hradschek), Katharina Thalbach (Mutter Jeschke), Devid Striesow (Dorfpolizist Geelhaar), Peter Schneider (Schulze), Nellie Thalbach (Line)

Online verfügbar von 27/12 bis 26/01
Erstausstrahlung

Abel und Ursel Hradschek betreiben einen Gasthof im Oderbruch. Der Betrieb läuft schlecht und die Hradscheks leben über ihre Verhältnisse. Während sich bei Abel Spielschulden anhäufen, versucht Ursel sich mit exzessivem Online-Shopping über den Tod ihres Kindes und das triste Dorfleben hinwegzutrösten. Abel gerät gewaltig unter Druck, als sich der Besuch eines reichen Gläubigers ankündigt. Doch als Abel bei Gartenarbeiten zufällig unter einem Birnbaum das Skelett eines Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt, reift in ihm ein raffinierter Plan: Mit Hilfe seiner Frau arrangiert er den „perfekten Mord“ an seinem Gläubiger. Zu Theodor Fontanes 200. Geburtstagsjubiläum haben Regisseur Uli Edel und Drehbuchautorin Léonie-Claire Breinersdorfer die gleichnamige Novelle als zeitgenössisches Thriller-Drama adaptiert.

Das Ehepaar Abel und Ursel Hradschek betreibt ein Landhotel im Oderbruch. Der Betrieb läuft schlecht und die Hradscheks leben über ihre Verhältnisse. Während sich bei Abel Spielschulden aus illegalen Pokerabenden anhäufen, tröstet sich Ursel mit exzessivem Shoppen im Internet und mondäner Attitüde über den Tod ihres Kindes und ihre triste Existenz in dem abgelegenen Dorf hinweg.

Abel gerät gewaltig unter Druck, als sich der Besuch eines reichen Gläubigers ankündigt, der nicht länger auf sein Geld warten will. Doch als Abel bei Gartenarbeiten zufällig unter einem Birnbaum das Skelett eines Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt, reift in ihm ein raffinierter Plan, wie er seine Probleme auf einen Schlag loswerden kann. Mit Hilfe seiner Frau arrangiert er den „perfekten Mord“ an seinem Gläubiger. Tatsächlich scheint niemand etwas zu ahnen.

Der Dorfpolizist Geelhaar blamiert sich in seinem Bestreben, Abel zu überführen. Nicht ganz uneigennützig, da er ein Auge auf Abels Frau geworfen hat. Doch Ursel hält dem Druck nicht stand. Sie leidet zunehmend unter schrecklichen Alpträumen, gegen die auch Tabletten nicht mehr helfen. Sie verfällt in eine tiefe Depression und sieht keinen anderen Weg, ihrer Schuld zu entfliehen, als den Freitod. Und zu alledem hat Abel die penetrante Neugier seiner Nachbarin, der alten Mutter Jeschke, unterschätzt …

Zusatzinfo:
Theodor Fontanes 1885 veröffentlichte Novelle „Unterm Birnbaum“ gilt als Frühwerk der Kriminalliteratur. Anlässlich Fontanes 200. Geburtstagsjubiläum haben Regisseur Uli Edel („Das Adlon – Eine Familiensaga“, 2013) und Drehbuchautorin Léonie-Claire Breinersdorfer („Die Glasbläserin“, 2016) die Novelle als zeitgenössisches Thriller-Drama adaptiert. Für den Film konnte eine erstklassige Besetzung gewonnen werden: Fritz Karl („Falk“, 2018) und Julia Koschitz („Weil du mir gehörst“, 2019) verkörpern das Ehepaar Hradschek. An ihrer Seite spielen unter anderem Katharina Thalbach („Ich war noch niemals in New York“, 2019) und Devid Striesow („Ich bin dann mal weg“, 2015).

Freitag, 27.12. / 23:15 Uhr / Anna Magnani ~ Der unkonventionelle Filmstar aus Rom
Schwerpunkt: Festtagsprogramm
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE F 52 Min.
Regie: Enrico Cerasulo
Online verfügbar von 20/12 bis 25/02
Erstausstrahlung

Der Weltruhm der italienischen Schauspielerin Anna Magnani begann 1945 mit Roberto Rosselinis Meisterwerk „Rom, offene Stadt“. Berühmt ist die Szene, in der Anna Magnani als liebende Pina dem Lastwagen der deutschen Besatzer hinterherläuft, mit dem ihr Verlobter Francesco abtransportiert wird. Von hinten Fallen die Schüsse der SS-Männer und Pina stirbt noch auf der Straße. Pinas erschütternder Aufschrei nach ihrem Geliebten ist zu einem bedeutenden Antikriegsbild geworden.

Der Neorealismus war eine Antwort auf den Faschismus in Italien und künstlerisch vom poetischen Realismus Frankreichs beeinflusst. Diese neue Art des Filmens wollte die Wirklichkeit ungeschminkt zeigen: das Leiden unter der Diktatur, die Armut und Unterdrückung des einfachen Volkes.

Anna Magnani verkörperte solche Frauenfiguren aus dem einfachen Volk. Ihr Schauspielstil steht für einen Realismus der Leidenschaften und Gefühle. Sie inspirierte renommierte Regisseure des europäischen und des US-amerikanischen Films wie Roberto Rossellini, Luchino Visconti, Federico Fellini, Pier Paolo Pasolini, Jean Renoir, Sidney Lumet, Daniel Mann, George Cukor und Stanley Kramer. 1956 gewann sie einen Oscar für ihre schauspielerische Leistung in der Tennessee-Williams-Adaption „Die tätowierte Rose“.

Der Dokumentarfilm zeichnet das Lebend der Schauspielerin anhand ihrer wichtigsten Rollen nach, ergänzt durch Berichte berühmter Kollegen, mit denen sie drehte. Erinnerungen ihres Sohnes Luca runden das Bild ab. Neben teilweise seltenen Archivdokumenten und Privataufnahmen bringt der Film auch ein unveröffentlichtes Interview, das die italienische Journalistin und Schriftstellerin Oriana Fallaci mit der Schauspielerin führte.

Freitag, 27.12. / 02:55 Uhr / Anna Karina – Ikone der Nouvelle Vague
Dokumentation, Frankreich, 2016, ARTE F 55 Min.
Regie: Dennis Berry
Online verfügbar von 20/12 bis 25/02

Sie verkörpert eine Kultfigur und eine große Ikone der Nouvelle Vague: Anna Karina. In diesem eleganten und vielschichtig aufbereiteten Porträt erzählt sie aus ihrem bewegten Leben: von der schwierigen Kindheit im von den Nazis besetzten Dänemark bis zu den Begegnungen und Filmen, die ihr Leben prägten. Die zeitweilige Ehefrau und Muse von Jean-Luc Godard war damals der Inbegriff von Schönheit und Modernität, Freiheit und Sinnlichkeit. In den 60er Jahren galt sie als einer der Stars der neuen Weiblichkeit, wobei sie wohl weniger provozierte als Brigitte Bardot …

Anna Karina, eine der wichtigsten Schauspielerinnen der Nouvelle Vague, blickt auf eine internationale Karriere als Filmstar zurück. Schon in jungen Jahren – noch während des Zweiten Weltkrieges in Dänemark – lässt sich die kleine Anna von der amerikanischen Musik im Radio mitreißen. Bald darauf entdeckt sie den Film und das Musical. Mit 17 Jahren ahnt sie noch nicht, dass sie in mehr als 60 Filmen mitspielen wird.

Ihre Karriere beginnt in Paris als Fotomodell. Sie arbeitet sogar für Coco Chanel. Schließlich ist es Jean-Luc Godard, ihr späterer Ehemann, der sie in einem Werbefilm entdeckt. Sie erhält die Hauptrolle in „Der kleine Soldat“. Aufgrund der im Film dargestellten brutalen Handlungen im Algerienkrieg unterliegt der Film der Zensur. Nach kurzer Wartezeit folgen weitere Filme, darunter „Cleo – Mittwoch zwischen 5 und 7“, „Eine Frau ist eine Frau“ und „Die Außenseiterbande“.
Renommierte Regisseure wie Fassbinder und Schlöndorff, aber auch George Cukor, mit dem sie später eine enge Freundschaft verband, Visconti und Tony Richardson waren von der Dänin fasziniert und wollten mit ihr arbeiten. Serge Gainsbourg widmete ihr sogar das Musical „Anna“, dessen Song „Sous le soleil exactement“ noch heute im Radio läuft und sich mehr als eine Million Mal verkaufte. Kultfigur und Mode-, Gesangs- und Filmikone: Anna Karina setzte sich mit ihrem zeitlosen Stil durch und regte zahlreiche Generationen zum Träumen an. In diesem mit zahlreichen Archivaufnahmen angereicherten Porträt blickt Anna Karina auf die wichtigsten Etappen in ihrem Leben zurück.

Freitag, 27.12. / 04:24 Uhr / Bilder allein zuhaus: Das Problem, mit dem wir alle leben, Norman Rockwell, „Burnout“
Fernsehserie, Frankreich, 2016, ARTE F 3 Min.
Regie: Fabrice Maruca
Online verfügbar von 27/12 bis 21/12

„Bilder allein zuhaus“ nimmt zehn Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Norman Rockwells „The Problem We All Live With“ werden in der 30-teiligen Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Norman Rockwells „The Problem We All Live With“ („Das Problem, mit dem wir alle leben“) aus dem Jahr 1963 zeigt Ruby Bridges, die als erstes afroamerikanisches Kind eine öffentliche Schule besucht, an der zuvor nur Weiße zugelassen waren. Plötzlich wollen die vier Marshalls, die sie auf ihrem Schulweg begleiten, einen Tag frei nehmen. Die sechsjährige Ruby besteht aber darauf, dass sie dableiben, das Gemälde hing schließlich auch im Weißen Haus, und da dürfte keiner der Schutzbefohlenen fehlen …


Diese Übersicht wird stets mehrere Wochen vor den jeweiligen Sendeterminen erstellt. Aktuelle Programmänderungen sind u. U. nicht berücksichtigt. Diese finden sich auf arte.tv.