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Montag, 15.07. / 01:05 Uhr / Riccardo Chailly – Symphonie der Tausend
Lucerne Festival im Sommer 2016
Musik, Deutschland, 2016, ARTESSR 94 Min.
Regie: Ute Feudel
Komponist: Gustav Mahler
Dirigent: Riccardo Chailly
Orchester: Lucerne Festival Orchestra
Chor: Chor des Bayerischen Rundfunks, Tölzer Knabenchor, Orfeón Donostiarra, Latvian Radio Choir

Mit: Ricarda Merbeth (Magna Peccatrix), Juliane Banse (Una poenitentium), Anna Lucia Richter (Mater gloriosa), Sara Mingardo (Mulier Samaritana), Mihoko Fujimura (Maria Aegyptiaca), Andreas Schager (Doctor Marianus), Peter Mattei (Pater ecstaticus), Samuel Youn (Pater profundus)

Online verfügbar von 15/07 bis 22/07

Riccardo Chailly, der neue musikalische Leiter des Lucerne Festivals, eröffnet die Sommersaison 2016 mit Gustav Mahlers 8. Symphonie, der spektakulären „Symphonie der Tausend”. Damit setzt er den letzten fehlenden Baustein im großen Mahler-Zyklus des Orchesters, den Abbado vor seinem Tod im Januar 2014 nicht mehr vollenden konnte: ein Abschluss, der ein Anfang ist. Vier großbesetzte Chöre und acht hochrangige Solisten gesellen sich zum Lucerne Festival Orchestra und lassen die Festspieleröffnung zu einem Ereignis der Extraklasse werden.

Philosophie, Natur, Schöpfung – Mahlers Achte wirft essenzielle Lebensfragen auf. „Das Beste der Musik steht nicht in den Noten”, soll Gustav Mahler gesagt haben. Der österreichische Dirigent und Komponist war vor allem ein sehnsüchtiger Romantiker. Das schwingt nicht nur in diesen wenigen Worten mit. Die Suche nach Antworten auf die großen Fragen des Lebens treibt ihn ein Leben lang an und um und prägt sein unvergleichliches Schaffen als Komponist. Sehnsucht, der Inbegriff der Romantik, und die Arbeit sind Mahlers beste Freunde.

Neben seinen zahlreichen Liedern komponiert Mahler zehn Symphonien. Die drei letzten unterscheiden sich elementar von den vorherigen. Der Wendepunkt – fast schon ein Bruch – war der frühe Tod seiner älteren Tochter Maria Anna. Es beginnt mit der mächtigen 8. Symphonie. Ein riesiges Orchester, vier Chöre und acht Vokalsolisten – die Achte hat ihren Namen nicht umsonst: Die „Symphonie der Tausend“ kommt aufgrund ihres großen Aufwands selten zur Aufführung. Gleichzeitig ist es die Symphonie der Liebe, die er seiner Frau Alma gewidmet hat.

Zusatzinfo:
Geboren wurde Gustav Mahler 1860 im böhmischen Kalischt, heute Tschechien, in eine Zeit, in der die Romantik ihrem Ende entgegen geht. Die Jahrhundertwende in Wien – und Gustav Mahler ist mitten drin, unter zahlreichen Intellektuellen, die sich hier tummeln. Mit seinem Werk schlägt der gelernte Dirigent die Brücke zwischen Spätromantik und Moderne. Der Drang nach philosophischer Erkenntnis sowie glühende Natur- und Gottessehnsucht treiben ihn an. Empfindsam, manchmal gar labil, stürzt er sich von der einen in die nächste emotionale Krise. All das spiegelt sich in seinen Kompositionen wider.

Dienstag, 16.07. / 05:00 Uhr / Deichbrand Festival 2017: Billy Talent & Placebo
Musik, Deutschland, 2017, ZDF 59 Min.
Mit: Billy Talent, Placebo
Online verfügbar von 16/07 bis 15/08

Das Deichbrand ist ein seit 2005 jährlich stattfindendes Rock-, Pop- und Indie-Festival bei Cuxhaven an der Nordsee. 2016 stellten rund 50.000 Besuchern einen neuen Besucherrekord auf und bewiesen, dass dieses Festival zu den Top Ten der europäischen Festivallandschaft zählt. ARTE holt nochmals exklusiv das Festivalfeeling auf die heimatliche Couch und zeigt die beiden Hammerauftritte von Billy Talent und Placebo.

Zum zwölften Mal pilgern Musikliebhaber aus aller Welt ins beschauliche Cuxhaven: Ab dem 20. Juli heißt es wieder Deichbrand an der Nordsee. Seit 2005 wird das Musikfestival veranstaltet und zählt mittlerweile zu den Top Ten der größten europäischen Festivals. Das spricht sich herum – im vergangenen Jahr stellten 50.000 Musikliebhaber einen neuen Besucherrekord auf.

Auf fünf Bühnen unter freiem Himmel erleben Fans und Musikliebhaber an vier Tagen rund 100 Bands, Live-Acts und DJs. Musiker aus den Bereichen Metal, Emo und Rock sind dabei ebenso vertreten wie die Hip-Hop- und Electro-Szene. Da ist für jeden etwas dabei: Unter den diesjährigen Headlinern befinden sich Placebo, Billy Talent, Biffy Clyro, Broilers, Kraftklub, Marteria, Parov Stelar, Cro, AnnenMayKantereit, Wanda, In Extremo, Apocalyptica, Genetikk, DONOTS, New Model Army und viele andere. Außerdem werden diverse Shows und ein dreitägiger Poetry Slam als Parallelprogramm angeboten.

ARTE zeigt exklusiv die Highlight-Konzerte von Billy Talent und Placebo und verspricht damit ein Festival-Erlebnis auf höchstem Niveau: Billy Talent sind die Vorzeige-Punkband Kanadas. Mit ihrem aktuellen Album „Afraid of Heights“ erreichten sie 2016 nicht nur in ihrem Heimatland Platz 1 der Albumcharts, sondern unter anderem auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Diesen Verkaufsschlager sollte man gut ein Jahr später immer noch feiern dürfen – gerne mit den Fans beim Deichbrand. Auch Placebo gehören zu den erfolgreichsten Rockbands weltweit. „Song To Say Goodbye“, „The Bitter End“ und „Too Many Friends” sind nur wenige der zahlreichen Hits. Sieben fantastische Alben und unzählige mitreißende Livekonzerte runden den Erfolg der Londoner Rocker ab. Derzeit feiert die Band bei ihrer großen Welttournee das 20. Jubiläum ihres Debütalbums – auch beim Deichbrand Festival 2017.

Mittwoch, 17.07. / 05:00 Uhr / Berlin Live: Bloc Party
Musik, Deutschland, 2015, ZDF 56 Min.
Regie: Hannes Rossacher
Online verfügbar von 17/07 bis 16/08

Die britischen Indie-Rocker von Bloc Party mischen seit Jahren mit ihren mitreißenden Songs die Festival- und Konzertbühnen auf. Ende der 90er Jahre gegründet, kam 2005 der internationale Durchbruch – ihr Debütalbum „Silent Alarm“ wurde von Kritikern und Publikum bejubelt, das „NME Magazine“ ernannte es sogar zum Album des Jahres. Unzählige Konzerte und Preise folgten, auch erfolgreiche Nachfolgealben.

Und auch wenn manche ihrer Fans nach dem Ausstieg zweier Musiker und der Solokarriere von Sänger Kele Okereke schon die Auflösung von Bloc Party befürchteten: Jetzt sind sie wieder da, mit neuem Album und neuer Besetzung an Bass und Schlagzeug. Natürlich sind die musikalisch treibenden Kräfte mit Kele Okereke und dem Gitarristen und Soundtüftler Russell Lissack wieder dabei – mit neuem Sound und einer perfekten Show bei „Berlin Live“.

Mittwoch, 17.07. / 23:40 Avignon 2019: Lewis versus Alice ~ Das Wunderland des Lewis Carroll
Theater, Frankreich, 2019, ARTE F 115 Min.
Choreographie: Guillaume Siard
Inszenierung: Macha Makeïeff
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten: Macha Makeïeff
Kostüme: Macha Makeïeff
Autor: Lewis Carroll
Fernsehregie: Julien Condemine

Mit: Geoffrey Carey, Caroline Espargilière, Vanessa Fonte, Clément Griffault, Jan Peters, Geoffroy Rondeau, Rosemary Standley

Erstausstrahlung

Das weiße Kaninchen, der verrückte Hutmacher, die Herzkönigin: Seit ihrem Erscheinen im Jahr 1865 fasziniert Lewis Carrolls Geschichte von der kleinen „Alice im Wunderland“ Kinder wie Erwachsene gleichermaßen. Doch wer war Lewis Caroll wirklich? Die französische Theaterregisseurin Macha Makeïeff, Direktorin des Nationaltheaters von Marseille, gewährt dem Publikum mit ihrem Musiktheaterstück Zugang zu der wundersam-fantastischen Welt des britischen Schriftstellers. Das Stück entstand für das diesjährige Theaterfestival in Avignon und wird von ARTE live – leicht zeitversetzt – aus der Spielstätte La FabricA übertragen.

Er war Mathematiker, Fotograf und Diakon – wurde aber vor allem als Verfasser des weltberühmten Buches „Alice im Wunderland“ bekannt: Lewis Carroll (1832-1898). Macha Makeïeff taucht in Carrolls Lebensgeschichte ein und öffnet mit ihrem Theaterstück die Türen zu der fantastischen Welt des britischen Schriftstellers, der in England genauso verehrt wird wie Shakespeare.

Charles Lutwidge Dodgson, so sein bürgerlicher Name, wurde im Jahr 1832 als Pastorensohn in Daresbury geboren. Er studierte Mathematik, Theologie und klassische Literatur und wurde später Logik- und Mathematikprofessor am Christ Church College in Oxford, wo er 26 Jahre lang unterrichtete. Er litt teilweise unter Depressionen, versprühte in guten Momenten jedoch den Charme eines Träumers mit unbändiger Vorstellungskraft. Er scherte sich wenig um die Konventionen seiner Zeit, sammelte allerlei Kurioses und begeisterte sich für Fotografie und fantastische Literatur.

Lewis Carrolls Texte entführen den Leser in verwunschene Welten, in der alles verschwimmt und sich ins Gegenteil verkehrt. Lewis Carroll hatte eine Leidenschaft für Gegensätze, Ungewissheiten und sprachliche Paradoxa. In seiner humorvollen und poetischen Literatur erkundete er das Träumerische, das Unheimliche und Übernatürliche und schuf so rätselhafte Realitätsschichten. Doch wer war die Person hinter dem genialen Schriftsteller? Ein exzentrischer anglikanischer Geistlicher aus Oxford? Ein Fotograf, ein Logiker, ein Spiritist oder ein Tagträumer? Mit dem Theaterstück „Lewis versus Alice“ betritt Macha Makeïeff die zauberhafte Welt des Autors von „Alice im Wunderland“, dessen Werk auch Surrealisten wie Max Ernst und Salvador Dalí begeisterte.

Zusatzinfo:
Im Rahmen der Programmierung zum diesjährigen Theaterfestival in Avignon zeigt ARTE auch eine Hommage an Patrice Chéreau mit der szenischen Lesung „Patrice Chéreau lu par Dominique Blanc“, die am 12. und 13. Juli in Avignon und bei ARTE auf ARTE Concert zu erleben ist unter: concert.arte.tv

Freitag, 19.07. / 21:45 Uhr / Amy
Schwerpunkt: Summer of Freedom
Dokumentarfilm, Großbritannien, USA, 2015, ARTE 128 Min.
Regie: Asif Kapadia
Erstausstrahlung

Amy Winehouse: eine Pop-Ikone des 21. Jahrhunderts und eine Ausnahmekünstlerin mit unendlicher Leidenschaft für Musik. Aber auch eine Persönlichkeit, die von Unsicherheiten, Zwängen und dem unersättlichen Verlangen, geliebt zu werden, geprägt war. Asif Kapadias oscargekrönter Dokumentarfilm zeichnet die Geschichte der international renommierten Sängerin und Songschreiberin mit großer Sensibilität nach. Der Film begleitet sie weiter durch die Zeit des plötzlichen Ruhms und die Versuche, wieder zu sich zu finden.

Amy Winehouse: Sie ist bekannt als die Beehive-Ikone mit der unvergleichlichen Soulstimme, die mit ihren persönlichen Texten Millionen Menschen bewegte – und sechs Grammys mit nach Hause nahm. Gleichzeitig bestimmten ihre Drogenexzesse die Schlagzeilen weit über Englands Grenzen hinaus. Am 23. Juli 2011 musste sie viel zu früh die Bühne des Lebens verlassen.

Der Dokumentarfilm „Amy“ von Regisseur Asif Kapadia erzählt mit großer Sensibilität die Geschichte einer Ausnahmekünstlerin, geprägt von einer unendlichen Leidenschaft für die Musik, viel Humor und ihrem ganz eigenen Kopf. Aber auch Unsicherheiten, Zwänge und ein unersättliches Verlangen, geliebt zu werden, waren für sie bezeichnend.

Der Dokumentarfilm zeigt einen fröhlichen Teenager: die junge Sängerin, die ihre musikalische Heimat auf kleinen Festivals und in Independent-Clubs findet. Er begleitet sie weiter durch die Zeit des plötzlichen Ruhms, der großen Shows und Duette unter anderem mit Jazz-Legende Tony Bennett – und die Versuche, wieder zu sich zu finden. Dabei ist „Amy“ so ehrlich, authentisch und überraschend wie seine Protagonistin selbst.

Kapadia erhielt Zugang zu bisher unveröffentlichtem Material und gewährt Einblicke in persönliche Videos, Notizbücher und Tonaufnahmen. In Interviews bietet er Bestandsaufnahmen aus dem engsten Umfeld von Amy Winehouse und lässt Menschen zu Wort kommen, die direkten Einfluss auf ihr Glück, ihre Erfolge, aber auch ihr Scheitern hatten.

Immer wieder gelingt es Kapadia, konkrete Verbindungen zwischen den persönlichen Erlebnissen und den unverwechselbaren Songs der Soul-Sängerin herzustellen.

Zusatzinfo:
Der Dokumentarfilm erhielt unzählige Preise, unter anderem den Europäischen Filmpreis für den besten europäischen Dokumentarfilm und den Oscar in der Kategorie „Bester Dokumentarfilm“.

Freitag, 19.07. / 23:55 Uhr / Madonna: The MDNA Tour
Schwerpunkt: Summer of Freedom
Musik, USA, 2013, ARTE 120 Min.
Regie: Stephane Sennour/ Danny Tull
Mit: Madonna
Online verfügbar von 19/07 bis 18/08

Freitag, 19.07. / 01:55 Uhr / Beth Ditto – Lille 2017
Schwerpunkt: Summer of Freedom

Musik, Frankreich, 2017, ARTE F 75 Min.
Regie: Adeline Chahin
Online verfügbar von 19/07 bis 18/08

Gossip-Fans dürfen sich freuen: Beth Ditto ist wieder da! Die temperamentvolle Sängerin widmet sich nun voll und ganz ihrer Solokarriere und hat ein neues Album herausgebracht. Energiegeladen und humorvoll wie immer präsentierte die US-Amerikanerin im Herbst 2017 in Lille ihre brandneuen Stücke, aber auch Gossip-Hits wie „Heavy Cross“, „Love Long Distance“ und „Standing in the Way of Control“.

Als Sängerin, Sprachrohr der LGBT-Community und Muse von Stella McCartney und Jean-Paul Gaultier ist Beth Ditto aus der Popkultur nicht wegzudenken. Als Frontfrau von Gossip wurde sie von 1999 bis 2016 durch explosive Live-Gigs und amüsante Interviews bekannt: Ein punkiger Style, der maßgeblich zu ihrer Beliebtheit beitrug. Im Juni 2017 brachte Beth Ditto mit der Produzentin Jennifer Decilveo ihr erstes Soloalbum „Fake Sugar“ heraus. In den zwölf Songs verfeinert sie das Gossip-Erfolgsrezept durch persönliche Zutaten und mixt dabei Blues, Pop, Country und Rock. Eine würdige Hommage an ihre Heimat Arkansas!


Samstag, 20.07. / 05:30 Uhr / Die Paradiesgärten der Künstler
Dokumentation, Frankreich, 2016, ARTE F 52 Min.
Regie: Anne-Solen Douguet, Stéphane Bergouhnioux
Online verfügbar von 20/07 bis 18/09

Gärten sind zwar vergänglich, doch in der Kunst leben sie weiter. Seit der Antike inspiriert ihre Schönheit kreative Köpfe, von der Malerei bis zum Videospiel. Fragonard, Monet, Tim Burton und Takashi Murakami – sie alle schätzen die sinnliche, poetische und geheimnisvolle Atmosphäre dieser Orte. Jeder Künstler erschafft ein kleines Paradies, das zum Träumen einlädt.

Gärten sind wie eine Reise um die Welt, durch die Jahreszeiten und die Geschichte. Sie sprechen alle Sinne an. Ein Fleckchen Grün kann ebenso zum Garten werden wie ein Blumenbeet oder der Schlosspark von Versailles. Gärten sind zwar vergänglich, doch in der Kunst leben sie weiter. Die einzigartige Mischung aus Natur und menschlicher Gestaltung inspirierte kreative Köpfe schon in der Antike. Von der Malerei bis zum Videospiel: Gärten findet man überall. Fragonard, Monet, Tim Burton und Takashi Murakami – sie alle schätzen die sinnliche, poetische und geheimnisvolle Atmosphäre dieser Orte. Für Künstler sind Gärten Sinnbilder der immerwährenden Suche nach dem Paradies. Dieses Motiv findet sich bei dem Erde sammelnden Japaner Koichi Kurita, dem italienischen Baumstamm-Skulpteur Giuseppe Penone und der Brasilianerin Luzia Simons, deren Werke die Vergänglichkeit thematisieren. Gärten sind auch die Inspirationsquelle der Franzosen Pierre & Gilles mit ihren knallbunten Blumen, des britischen Regisseurs Peter Greenaway und des US-amerikanischen Fotografen Gregory Crewdson. Die Dokumentation gewährt Einblick in die Paradiesgärten der Künstler.

Sonntag, 21.07. / 11:25 Uhr / Live Art ~ Ein Archiv für flüchtige (Performance-) Kunst
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F 26 Min.
Regie: Heinz Peter Schwerfel
Online verfügbar von 21/07 bis 20/08
Erstausstrahlung

Ein besonderes Schaffenskonzept trotz seiner noch jungen Karriere: Adrián Villar Rojas‘ monumentale Skulpturen entziehen sich der Zeit. Der junge Künstler reist um die Welt, um seine organischen, temporären Arbeiten zu platzieren. Das Besondere: Die ortsspezifischen Werke sind dazu gedacht, sich mit der Zeit aufzulösen, zu zersetzen oder weiterzuentwickeln. Für die Dauer der Biennale in Istanbul schuf er fantastische Tierfiguren aus Glasfaser, die aussehen, als würden sie dem Meer entsteigen. Im Fokus seiner Arbeit steht immer die Frage: Was bestimmt die Lebensdauer eines Kunstwerks?

Adrián Villar Rojas folgt seit seinen frühen Karrierejahren einer besonderen Schaffensidee: Der junge Künstler erarbeitet monumentale Skulpturen, die sich dem Konzept der Zeit und Beständigkeit entziehen. Um seine sich ständig verändernden Werke in den verschiedensten Orten der Welt zu platzieren, reist er gemeinsam mit einem Team aus befreundeten Architekten, Technikern und Handwerkern um die Welt und errichtet an seinen Aufenthaltsorten monumentale Skulpturen. Das Besondere: Seine Arbeiten haben eine sehr begrenzte Lebensdauer – denn sie lösen sich mit der Zeit auf, zersetzen sich.

Die Skulpturen sind zu groß, zu schwer oder zu zerbrechlich, um transportiert zu werden. Also bleiben sie, wo sie sind – Ortsspezifik und Zeit sind zwei seiner wichtigsten Handwerkszeuge. Für die Biennale in Istanbul schuf der in Argentinien geborene Künstler fantastische Tierfiguren aus Glasfaser, die aussehen, als würden sie dem Meer entsteigen. Als Inspirationsquellen nennt Villar Rojas Literatur, Mythologie und Popkultur à la Hollywood, aber auch Alltagsdinge und aktuelle Ereignisse der westlichen Gesellschaft beschäftigen den jungen Künstler.

Auch in Istanbul bezog er die kulturellen Besonderheiten seiner Ausstellungsorte in seine Arbeit mit ein – und schmückte seine monumentalen Tierskulpturen mit Teppichen, Früchten, Mülltonnen und abstrakten Formen: den vier bekannten kulturellen Besonderheiten Istanbuls! Um die Vergänglichkeit seiner Werke noch zu betonen, fixierte Villar Rojas seine Arbeiten auf Betonsockeln im Küstengewässer vor Istanbul – genau vor dem Haus, in dem Leo Trotzki vor 80 Jahren sein frühes Exil verbrachte, bevor er nach Mexiko weiterfloh und dort im Auftrag von Joseph Stalin ermordet wurde.

„Live Art“ zeigt, wie der junge Künstler seine Monumentalskulpturen im Atelier gestaltet, sie durch die Straßen von Istanbul transportiert und schließlich im Küstengewässer aufstellt. Das Vergängliche symbolisiert den Übergang von dem was ist, zu dem, was war – und schafft hier gleichzeitig eine Verbindung zwischen Gegenwart und Geschichte.

Sonntag, 21.07. / 16:40 Uhr / Art Stories – Monumente mit Seele (1/5): Elegante Gärten
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2018, ARTE 43 Min.
Regie: Romain Cogitore
Online verfügbar von 21/07 bis 20/08
Erstausstrahlung

Die Reihe „Art Stories – Monumente mit Seele“ zeigt berühmte Werke der bildenden Kunst und der Architektur und spürt die Geheimnisse ihrer Entstehung auf. Die fünfteilige Dokumentationsreihe führt auf eine facettenreiche Reise durch die europäische Kulturgeschichte. Das Schloss Fontainebleau und die Palaststadt Alhambra liegen Hunderte Kilometer voneinander entfernt und wurden mit 300 Jahren Abstand erbaut. Und doch haben sie eines gemeinsam: das Wasser, das in den wunderschönen Schlossgärten eine zentrale Rolle spielt. Es symbolisiert ewiges Leben und das Machtstreben der Bauherren. Die Alhambra wirkt wie eine Oase in der Wüste und erinnert für immer an die Macht der letzten Sultane Spaniens. In Fontainebleau verwandelten die Könige der Renaissance ein Sumpfgebiet in einen herrlichen französischen Garten.

Das Schloss Fontainebleau und die Palaststadt Alhambra – zwei prachtvolle Orte, die Hunderte Kilometer voneinander entfernt liegen und mit 300 Jahren Abstand erbaut wurden. Zwei vollkommen gegensätzliche Orte, denen doch ein Element gemein ist: das Wasser. Der ewige Quell des Lebens ist hier in erster Linie Ausdruck der Träume ihrer Herrscher. Indem sie das Wasser beherrschen lernten, ließen die Könige wunderschöne Gärten entstehen, die ihre ewige Macht symbolisierten. Die Alhambra wirkt wie eine Oase mitten in der Wüste; vermutlich hat ihre perfekte Gestaltung sie über die Jahrhunderte davor bewahrt, zerstört zu werden. Die letzten Sultane Spaniens haben somit ihr Ziel bis heute erreicht: Ihre Macht strahlt bis in alle Ewigkeit. In Fontainebleau verwandelten die französischen Könige ein Sumpfgebiet in elegante französische Gärten, die heute als einzigartiges Kulturerbe gelten. Die größten Künstler ihrer Zeit trugen zur Pracht dieser beiden Meisterwerke bei. Dank des Wassers sind die Alhambra und Fontainebleau noch heute belebte Orte – und ewige Zeugen der Kulturen, die sie erbauten.

Sonntag, 21.07. / 17:25 Uhr / Déjà-Vu ~ Frauen als Mann verkleidet
Magazin, Frankreich, 2019, ARTE F 30 Min.
Regie: Philippe Collin
Online verfügbar von 21/07 bis 20/08
Erstausstrahlung

Die aktuelle Performance eines Künstlers oder die Herausbildung eines Kulturphänomens geht beim Publikum häufig mit einem Déjà-vu-Erlebnis einher. Die gleichnamige Dokumentationsreihe befasst sich mit den Auslösern bestimmter Erinnerungen bei uns und ordnet sie in das Erbe einer früheren Kunstströmung ein.

Diese Woche befasst sich „Déjà-Vu“ mit Musikerinnen in Männerkleidung, literarischen Erinnerungen an das Dritte Reich und dem Mond als Hauptfigur internationaler Filmproduktionen.

(1): Frauen als Mann verkleidet
Als Christine and the Queens als „Chris“ zurück ins Rampenlicht trat, sorgte sie für Verwirrung: Sänger oder Sängerin, Mann oder Frau? Dabei hatten zuvor schon andere Popstars die Gendergrenzen verwischt. Der Beitrag zeigt Archivaufnahmen legendärer Künstlerinnen, von Marlene Dietrich bis zu Janelle Monáe.

(2): Literarische Erinnerungen an das Dritte Reich
In „Das Verschwinden des Josef Mengele“ schildert Olivier Guez die Flucht des deutschen Auschwitz-Arztes nach Argentinien. Der Beitrag ergründet, warum Geschichten aus dem Dritten Reich in regelmäßigen Abständen die Bestsellerlisten erobern – und was dies über den Umgang mit der Vergangenheit aussagt.

(3): Der Mond auf der Leinwand
In „Aufbruch zum Mond“ ließ Damien Chazelle ein altes filmisches Leitmotiv wiederaufleben: den Mond. Seit 1902, als Georges Méliès mit „Die Reise zum Mond“ den ersten Science-Fiction-Film überhaupt schuf, inspirierte der Erdtrabant unzählige Regisseure zu subtilen Geschichten über die Entwicklung der Menschheit. Bei Kubrick, Chazelle und anderen erscheint der Himmelskörper mal als Reich der Fantasie, mal als Wohnort der Zukunft; wirkt mal erschreckend, mal lustig. „Déjà-Vu“ erzählt die Geschichte des Mondes im Kinofilm.

Sonntag, 21.07. / 17:55 Uhr / Eröffnungskonzert Dresdner Festspiele 2019
Musik, Deutschland, 2019, ZDF 43 Min.
Regie: Henning Kasten
Komponist: Robert Schumann, Franz Schubert
Dirigent: Ivor Bolton
Orchester: Dresdner Festspielorchester
Mit: René Pape (Bass)
Online verfügbar von 21/07 bis 20/08
Erstausstrahlung

Die in der ehemaligen DDR gegründeten Dresdner Musikfestspiele sind ein Fixpunkt der europäischen Festivallandschaft. Über mehrere Wochen reichen sich in der Stadt an der Elbe mit ihrer weltbekannten Silhouette internationale Stars und Orchester die Klinke in die Hand. ARTE zeigt das Eröffnungskonzert 2019 mit Schumanns Frühlingssymphonie und Liedern von Schubert, gesungen von Weltstar René Pape.

Seit über 40 Jahren gibt es die Dresdner Musikfestspiele, die in den Zeiten des Kalten Krieges gegründet wurden, um die kulturelle Bedeutung Dresdens und der damaligen DDR zu bekräftigen. Ein publikumsträchtiges Programm mit innovativen Grenzgängen, hochkarätigen internationalen Gästen und ein eigenes, aus internationalen Spezialisten bestehendes Festspielorchester für historische Aufführungspraxis – so präsentiert sich das Festival heute in der aufsehenerregenden Kulisse des historischen Dresdens am Ufer der Elbe.

ARTE zeigt Ausschnitte aus dem Eröffnungskonzert: Die auch als Frühlingssymphonie bekannte erste Symphonie von Robert Schumann, dessen Wirken eng mit Dresden verbunden ist, und Lieder von Franz Schubert, hier arrangiert für Orchester. Gesungen werden sie von Weltstar René Pape, der mit den späten, dunklen Liedern des früh verstorbenen Komponisten tief ins romantische Seelenleben eintaucht.

In einem Brief an einen Kollegen schreibt Schumann, dass er seine erste Symphonie „in jenem Frühlingsdrang“ geschrieben habe, „der den Menschen wohl bis in das höchste Alter hinreißt und in jedem Jahr von neuem überfällt.“

Gemeint war der Frühling vermutlich nicht nur als Jahreszeit. Entstanden ist die erste Symphonie im Jahre 1841, dies in nur wenigen Tagen und nicht lang nach der Hochzeit mit Clara, die gegen starke Widerstände ihres Vaters hatte durchgesetzt werden müssen. Eine glückliche Zeit für den Komponisten. Endlich fand er auch einen Weg, eine Symphonie zu schreiben und Beethovens übermächtig scheinendes Erbe als Herausforderung und nicht als Einschüchterung zu begreifen.

Sonntag, 21.07. / 23:05 Der Dirigent Christoph Eschenbach ~ Aus der Stille in die Musik
Dokumentation, Deutschland, 2016, NDR 52 Min.
Regie: Andreas Morell
Autor: Andreas Morell
Online verfügbar von 21/07 bis 19/10

„Musik bedeutet alles!“ In diesem einfachen Satz spiegelt sich die Lebensgeschichte des Dirigenten Christoph Eschenbach. Nach den traumatischen Erlebnissen seiner frühen Kindheit war er verstummt, und erst durch die Musik fand er die Sprache wieder. Für das Porträt kehrte er zurück in seine Geburtsstadt Breslau, an die Orte seiner Kindheit und Jugend in Schleswig-Holstein und in seine Wahlheimat Paris. Besonders am Herzen liegt Christoph Eschenbach die Förderung junger Talente. Zu den von ihm entdeckten Künstlern gehören heutige Stars wie der Pianist Lang Lang.

Die erste Erinnerung des Dirigenten Christoph Eschenbach an das Leben ist der Tod. Die Mutter bei seiner Geburt gestorben, der Vater in einem Strafbataillon der Wehrmacht gefallen, strandete der Fünfjährige mit seiner Großmutter in einem Flüchtlingslager, in dem er als Einziger eine Typhusepidemie überlebte. Eschenbachs spätere Adoptivmutter holte ihn aus dem Lager. Monatelang konnte der traumatisierte Junge nicht mehr sprechen. Was ihn rettete, war die Musik. Seine Retterin Wallydore Eschenbach war Pianistin und Sängerin. Über ihre Musik fand Christoph Eschenbach ins Leben und zur Sprache zurück. Was nach den traumatischen Anfängen folgte, war ein traumhafter Aufstieg: Aufgewachsen in Neustadt in Holstein, gewann Eschenbach schon als Zehnjähriger beim Hamburger Steinway-Wettbewerb den ersten Preis. In den 1960er Jahren begann eine erfolgreiche Pianisten- und Dirigentenkarriere, gefördert durch Herbert von Karajan und George Szell. Von 1999-2002 war Eschenbach Künstlerischer Leiter des Schleswig-Holstein Musik Festivals. Aber viel wichtiger als die eigenen Erfolge war und ist Eschenbach die Förderung junger Talente. Eines von ihnen ist der Pianist Lang Lang. Für die Dokumentation kehrte Christoph Eschenbach in seinen Geburtsort Breslau und an die Orte seiner Kindheit und Jugend in Schleswig-Holstein zurück. Und er zeigt, warum Paris für ihn zur zweiten Heimat wurde. Einblicke in sein privates Archiv machen deutlich, was ihn geprägt hat und warum es ihm so wichtig ist, dies an die nächste Generation weiterzugeben.

Sonntag, 21.07. / 00:00 Uhr / Felix Mendelssohn ~ Doppelkonzert für Violine und Klavier
Musik, Frankreich, 2017, ARTE F 40 Min.
Regie: Paul Rognoni
Komponist: Felix Mendelssohn Bartholdy
Dirigent: Eric Jacobsen
Orchester: The Knights
Mit: Renaud Capuçon (Violine), Jean-Yves Thibaudet (Klavier)
Online verfügbar von 21/07 bis 28/07

Gast des Osterfestivals 2017 in Aix-en-Provence war das junge, dynamische Orchester The Knights unter der Leitung von Eric Jacobsen. Das Kammerensemble begleitete den Pianisten Jean-Yves Thibaudet und den Geiger Renaud Capuçon, zwei bedeutende Künstler der internationalen Klassikszene. Ein mit Spannung erwarteter Auftritt, denn die beiden Virtuosen arbeiten selten zusammen. In Mendelssohn Bartholdys Doppelkonzert, das Klassik und Originalität verbindet, konnten beide Musiker ihr Können voll entfalten.

Beim Osterfestival in Aix-en-Provence gastierte 2017 das New Yorker Orchester The Knights unter der Leitung von Eric Jacobsen. In den letzten Jahren brachte dieses junge, dynamische Kammerorchester mit seiner Vorliebe für Genremischungen frischen Wind in die New Yorker Klassikszene. The Knights werden regelmäßig von weltweit führenden Konzerthäusern eingeladen und haben bereits mit Künstlern wie Yo-Yo Ma und Itzhak Perlman gespielt. Das Orchester ist diesmal mit Stars der internationalen Klassikszene besetzt: dem Pianisten Jean-Yves Thibaudet und dem Geiger Renaud Capuçon. Der in den USA lebende Thibaudet konzertiert mittlerweile auf den bedeutendsten internationalen Bühnen und wird in seinem Heimatland Frankreich umjubelt. Renaud Capuçon ist nicht nur ein Ausnahme-Violinist, sondern zudem auch der künstlerische Leiter des Osterfestivals. Seinem Einsatz ist es zu verdanken, dass dort in der Starbesetzung Thibaudet/Capuçon ein Jugendwerk von Felix Mendelssohn Bartholdy zur Aufführung gelangte: das Doppelkonzert d-Moll für Violine, Klavier und Streichorchester MWV O 4. Der Komponist schrieb dieses Werk, das Klassik und Originalität verbindet, im Alter von 14 Jahren. Es verlangt den beiden Solisten höchste Meisterschaft ab. Bisweilen tritt das Orchester in den Hintergrund, um den Dialog zwischen Klavier und Geige stärker zur Geltung zu bringen. Die erforderliche Virtuosität und der ständige Dialog zwischen den Solisten kommen bei diesem Auftritt ebenso zur Geltung wie der leichte, beinahe kindlich-unbefangene Charakter des Werkes.

Mittwoch, 24.07. / 05:00 Uhr / Owen Pallett & stargaze @ Reeperbahn Festival 2017
Elbphilharmonie Hamburg
Musik, Deutschland, 2017, ZDF 61 Min.
Regie: Silke Stubenvoll
Mit: Owen Pallett
Online verfügbar von 24/07 bis 23/08

Owen Pallett ist eine Ausnahmeerscheinung im Indie-Pop. Der kanadische Komponist, Violinist, Vocalist und Arrangeur vereint Indiepop und Klassik so virtuos wie kaum ein anderer Künstler. Für das Abschlusskonzert des Reeperbahn Festivals 2017 hat sich Owen Pallett vorgenommen, in der Hamburger Elbphilharmonie zusammen mit dem Berliner Künstlerkollektiv stargaze seine Songs in einem völlig neuen Gewand zu interpretieren.

Wahlweise als „Paganini des Pop“ oder „The World’s Most Popular Gay Postmodern Harpsichord Nerd“ bezeichnet, ist Owen Pallett ganz klar eine der zentralen Figuren der kanadischen Indie-Szene. Pallett, der schon seit seinem dritten Lebensjahr Violine spielt, wurde vor allem mit seinem Projekt Final Fantasy bekannt. Darüber hinaus unterstützte er schon einige der besten Indie-Bands, wie Arcade Fire oder The Last Shadow Puppets. Seit ein paar Jahren veröffentlicht der Vorzeigemusiker nun auch unter eigenem Namen einige großartige Soloprojekte, so auch sein letztes Studioalbum „In Conflict“. Rhythmische Streicher, orchestraler Sound und darüber die einfühlsame Stimme des Multitalents – seine Lieder gehen definitiv unter die Haut. Außerdem wurde Owen Pallett auch schon für den Oscar nominiert: Zusammen mit Will Butler von Arcade Fire komponierte er den brillanten Soundtrack zum Film „Her“. Zum Abschluss des Reeperbahn Festivals, dessen Partnerland in diesem Jahr auch Owens Heimat Kanada war, begab sich der Vorzeigemusiker nun in die heiligen Hallen der Elbphilharmonie. Gemeinsam mit dem Berliner Künstlerkollektiv stargaze, das vor allem für die Zusammenarbeit mit Musikern wie Lee Ranaldo (Sonic Youth), The Notwist und Nils Frahm bekannt ist, interpretiert der Kanadier seine Songs in einem völlig neuen Gewand.

Freitag, 26.07. / 22:45 Uhr / Stax Records – Wo der Soul zu Hause ist
Schwerpunkt: Summer of Freedom
Dokumentation, Frankreich, 2018, ARTE F 52 Min.
Regie: Stéphane Carrel, Lionel Baillon
Online verfügbar von 26/07 bis 24/09
Erstausstrahlung

Ein musikalischer Durchbruch in Zeiten der Rassentrennung: Die späten 50er Jahre sind ein düsteres Kapitel der US-amerikanischen Geschichte. Mit der Gründung von Stax Records 1958 erschuf das Geschwisterpaar Jim Stewart und Estelle Axton ein Independent-Label, das mit Künstlern wie Otis Redding, Wilson Pickett, Sam & Dave und Isaac Hayes für eine wahre Revolution in der Soul-Musik sorgte. Der kommerzielle Erfolg des „schwarzen“ Sounds stand in engem Zusammenhang mit der Bürgerrechtsbewegung der 60er und 70er Jahre. „Stax Records – Wo der Soul zu Hause ist“ dokumentiert den Aufstieg einer kleinen Plattenfirma aus Memphis zu einem der berühmtesten Labels der Welt.

1957 steckten die USA mitten in einem der düstersten Kapitel ihrer Geschichte: Die Hautfarbe entschied darüber, in welchen Hotels und Restaurants gewohnt und gegessen werden durfte – auch die Benutzung von Sanitäranlagen wurde durch die Rassentrennung reglementiert. Dunkelhäutige Menschen wurden als minderwertig betrachtet und durch die sogenannten Jim-Crow-Gesetze diskriminiert – obwohl die Sklaverei offiziell längst abgeschafft war. Genau zu dieser Zeit sorgte ein weißes Geschwisterpaar aus den Südstaaten für eine historische Wende: In Memphis, einem der hermetischsten schwarzen Ghettos der späten 50er Jahre, gründeten Jim Stewart und seine Schwester Estelle Axton das legendäre Plattenlabel Stax Records – und holten schwarze und weiße Künstler gemeinsam ins Studio. Das Ergebnis: unvergessliche Hits von internationalen Stars wie Otis Redding, Isaac Hayes, Sam & Dave und William Bell.

Doch wie konnte eine kleine Plattenfirma in Memphis zu einem der berühmtesten Labels der Welt avancieren? „Stax Records – Wo der Soul zu Hause ist“ blickt zurück auf das fantastische und wechselhafte Schicksal der Plattenfirma, die zum Sprachrohr der schwarzen Bürgerrechtsbewegung wurde und dabei eine neue Musikrichtung aus der Taufe hob. Die Dokumentation schildert anhand von exklusiven Interviews mit Steve Cropper, dem Autor von Otis Reddings Hit „(Sittin‘ on) The Dock of the Bay“, dem Mitinhaber der Plattenfirma Al Bell, dem Sänger der Band Sam & Dave Sam Moore und Historikern wie Rob Bowman und Robert Gordon die Geschichte von Stax Records. Diese reicht von den 50er Jahren bis zum Konkurs im Jahr 1975. Unveröffentlichte Archivaufnahmen erinnern an die Momente, die das musikalische Schaffen und die amerikanische Gesellschaft für immer veränderten.

Freitag, 26.07. / 23:40 Uhr / Beth Ditto – Lille 2017
Musik, Frankreich, 2017, ARTE F 75 Min.
Regie: Adeline Chahin
Wiederholung vom 19.07.


Samstag, 27.07. / 20:15 Uhr / Liebe, Geld und Macht – Maximilian I.
Dokumentation, Österreich, 2017, ZDF 51 Min.
Regie: Manfred Corrine
Online verfügbar von 27/07 bis 03/08

Durch seine Liebesheirat mit Maria von Burgund, der Erbin des reichsten Herzogtums dieser Epoche, macht Prinz Maximilian von Habsburg das Haus Österreich zu einer europäischen Supermacht. Das Doku-Drama porträtiert den späteren Kaiser Maximilian und erzählt, wie dieser fromme und kluge Herrscher die Grundlagen für den Aufstieg der Habsburger zur Weltgeltung legt.

Maximilian von Habsburg wächst am Hofe seines Vaters, des Kaisers Friedrich III., heran. Seine portugiesische Mutter Eleonore stirbt früh. Sie pflanzt ihrem Sohn die Liebe zu allem Ritterlichen ein. Es ist die zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts, eine Zeit des Umbruchs zwischen spätem Mittelalter und Früher Neuzeit. Die Habsburger schreiben damals noch nicht europäische Geschichte. Sie stehen mit dem Rücken zur Wand, sind bankrott. Überraschend stirbt da der reichste Fürst dieser Epoche, Herzog Karl der Kühne von Burgund. Eine Heirat mit seiner Erbin ist die Chance für Habsburg, an Geld zu kommen. Doch Maximilian ist nicht der einzige Anwärter auf Marias Hand und Herzogtum. Was für ihn als Abenteuer beginnt, wird zu einem Kampf auf Leben und Tod. Und doch wird aus der Zweckheirat mit einer reichen Erbin eine der großen Liebesgeschichten dieser Zeit. Der ritterliche Maximilian und die schöne und kluge Maria von Burgund – mit beiden beginnt der Aufstieg Habsburgs zur dominierenden europäischen Macht. Das aufwendige Doku-Drama erzählt von dieser welthistorischen Liebe und porträtiert die Persönlichkeit und das politische Wirken des späteren Kaisers Maximilian. Nach dem frühen Tod Marias muss er ihr Erbe für seine Kinder verteidigen – vor allem gegen Frankreich. Mit seinen Kindern und Enkeln setzt die Heiratspolitik ein, die paneuropäische Machtgeflechte schafft. Reformen im Innern sollen das Reich stärken. Den Kämpfer, Frauenhelden und politischen Draufgänger Maximilian wird man später den letzten Ritter nennen. Und doch ist er ein Herrscher, der auf Landsknechte setzt, um Politik zu machen.

Samstag, 27.07. / 21:05 Uhr / Maria Theresia – Majestät und Mutter
Dokumentation, Österreich, Deutschland, Frankreich, 2017, ARTEORF 50 Min.
Regie: Monika Czernin
Online verfügbar von 27/07 bis 03/08

Maria Theresia von Österreich war absolutistische Herrscherin, liebende Ehefrau und Mutter von 16 Kindern. ARTE zeichnet mit „Maria Theresia – Majestät und Mutter“ ein Porträt der Habsburgerin zwischen dynastischem Pflichtbewusstsein und mütterlicher Liebe. Die Regentschaft von Maria Theresia gestaltet sich zunächst schwierig, denn die herrschenden Männer Europas akzeptieren keine Frau auf Habsburgs Thron. Doch im Erbfolgekrieg setzt sich die junge Frau gegen die Übermacht der Feinde durch und sichert ihre Macht. Einzig Schlesien bleibt verloren; ein Verlust, den die machtbewusste Kaiserin nicht hinnehmen will. Deshalb beschließt sie, die jahrhundertelange Feindschaft mit Frankreich um die Vorherrschaft in Europa zu beenden. Es kommt zur Umkehr der europäischen Allianzen und zum Siebenjährigen Krieg. Mit einer Reihe von Hochzeiten zwischen Habsburgern und Bourbonen versucht sie schließlich ihre Außenpolitik zu festigen. Den Höhe- und Endpunkt bildet dabei die Vermählung von Marie Antoinette mit dem späteren Ludwig XVI. von Frankreich. Begleitet von Experten wie der Philosophin und Feministin Elisabeth Badinter, der Historikerin Renate Zedinger und Maria Theresias Nachfahrin Walburga Habsburg Douglas, schildert die Dokumentation das Leben der Fürstin und gibt Einblick in einen einzigartigen Briefwechsel zwischen der Herrscherin und ihrer Hofdame, der über 27 Jahre anhielt. 80 zum Teil unveröffentlichte Briefe zeigen Maria Theresia in neuem Licht: verletzlich, sensibel und einsam. Reenactment-Szenen lassen dabei die emotionalen Höhepunkte der Geschichte lebendig werden.

Zusatzinfo:
Die Regisseurin Monika Czernin widmete sich dem Briefwechsel zwischen Maria Theresia und ihrer Zofe außerdem in dem Buch „Maria Theresia – Liebet mich immer: Briefe an ihre engste Freundin“, das sie gemeinsam mit Jean-Pierre Lavandier geschrieben hat.

Sonntag, 28.07. / 11:20 Uhr / Live Art: Simon Denny ~ Die Kunst des Hackens
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F 26 Min.
Regie: Heinz Peter Schwerfel
Online verfügbar von 28/07 bis 27/08
Erstausstrahlung

Simon Denny ist einer der international bedeutendsten zeitgenössischen Künstler Neuseelands. Er befasst sich in seiner Kunst mit dem Hacken von Informationen, ursprünglich dem Versuch, illegal in Computersysteme einzudringen und gegen das System zu arbeiten. Mittlerweile werden Hacker von großen Firmen und Regierungsorganisationen sehr geschätzt. Damit bekam Hacken etwas Legales und ist staatlich akzeptierte Praxis. In der Fälscherhochburg Hongkong organisiert Denny gemeinsam mit elf chinesischen Künstlern die Ausstellung „Hack Space“, in der neben der Geschichte der Internetpiraterie auch das Shanzhai Thema ist, eine in China weit verbreitete Variante der Produktpiraterie.

Von der Internetpiraterie zur Produktpiraterie: Welche Macht haben Hacker in Zeiten des technologischen Wachstums? Mit dieser Frage befasst sich der neuseeländische Künstler Simon Denny, der sein Land 2015 auf der Biennale in Venedig vertrat. Simon Dennys Projekt „Secret Power“ hinterfragte die Beziehung von Wissen und Geografie vor dem Hintergrund der Post-Snowden-Welt. Ausgangspunkt dieser Arbeit war der Gedanke, wie unsere Welt von den mächtigen Staaten entworfen und gestaltet wird und wie sich komplexe, nachrichtendienstliche Systeme zu erkennen geben.

2016 setzte Denny seine Erkundung moderner Technologien fort und stellte erstmals in China aus. Denny hat sich bewusst für Honkong als Veranstaltungsort entschieden. Es liegt nahe bei Shenzhen, wo das Hacken und die Produktpiraterie Alltag sind. Die spielerischen Kunstobjekte der Ausstellung „Hack Space“ – vor allem Dennys von senkrechten, hochleistungsstarken Computergehäusen inspirierten Skulpturen – beleuchten die Geschichte des Hackens. Seine Ästhetik ist teils von Graffitis inspiriert, einer Sprache, die an die schnell hingeworfenen Skizzen von Hackern erinnert. Außerdem beleuchten elf chinesische Künstler im Rahmen der Ausstellung eine typisch chinesische Variante der Kultur des Kopierens: das sogenannte Shanzhai.  Es ist eine Art Copyright-Diebstahl und ermöglicht die Herstellung von billigen Hightech-Produkten wie etwa von Smartphone-Plagiaten.

„Indem wir in der virtuellen Welt die Regeln missachten, erhalten wir mehr Kontrolle über sie“, so Simon Denny. Hacken war in seinen Anfängen eine Art Guerilla-Denken, inzwischen ist es zu einem sehr nützlichen Werkzeug für die Entwicklung und Innovation mächtiger Firmen wie Google und Facebook und Regierungsorganisationen wie der NSA geworden. In der Sendung kommen der Kurator Hans-Ulrich Obrist und die chinesische Künstlerin Cao Fei zu Wort. Simon Denny erläutert, in welcher Form Hacker sich inzwischen unseres Alltags bemächtigt haben.

Sonntag, 28.07. / 15:00 Uhr / Freedom: George Michael
Dokumentarfilm, Großbritannien, 2016, ARTE F 91 Min.
Regie: David Austin, George Michael
Wiederholung vom 12.07.

Sonntag, 28.07. / 16:35 Uhr / Art Stories – Monumente mit Seele (2/5): Tempel des Lichts
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2018, ARTE 43 Min.
Regie: Philipp Mayrhofer
Online verfügbar von 28/07 bis 27/08
Erstausstrahlung

Die Reihe „Art Stories – Monumente mit Seele“ zeigt berühmte Werke der bildenden Kunst und der Architektur und spürt die Geheimnisse ihrer Entstehung auf. Die fünfteilige Dokumentationsreihe führt auf eine facettenreiche Reise durch die europäische Kulturgeschichte. Natürliches Licht gehört zu den wichtigsten Elementen der architektonischen Gestaltung. Es modelliert Oberflächen, schafft Kontraste und führt den Blick durch den Raum. In der religiösen Architektur kommt dem Licht eine symbolische Rolle zu; es stellt den Kontakt zum Sakralen her. Drei Bauwerke veranschaulichen dieses Prinzip auf beispielhafte Weise: die romanische Basilika von Vézelay, die Kathedrale von Metz, ein Meisterwerk der Gotik, und die Kapelle Notre-Dame du Haut in Ronchamp, entworfen vom Architekten Le Corbusier. Hier hat jeder Baumeister, jeder Architekt und jeder Künstler das Licht auf ganz eigene Weise eingesetzt. Der Umgang mit diesem immateriellen Baustoff erzählt das Verhältnis der Menschen zum Göttlichen in den verschiedenen Epochen.

Natürliches Licht gehört zu den wichtigsten Elementen der architektonischen Gestaltung. Es modelliert Oberflächen, schafft Kontraste und führt den Blick durch den Raum. Wie Stein oder Holz spielt es beim Bau von Gebäuden eine wesentliche Rolle. In der religiösen Architektur hat das Licht auch Symbolcharakter; es stellt den Kontakt zum Sakralen her und veranschaulicht die Verbindung zwischen Menschlichem und Göttlichem. Drei Bauwerke veranschaulichen dieses Prinzip auf beispielhafte Weise: die romanische Basilika von Vézelay, die gotische Kathedrale von Metz und die Kapelle Notre-Dame du Haut in Ronchamp, entworfen vom Architekten Le Corbusier. Sie sind Paradebeispiele für die Veränderung der Architekturstile vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert und veranschaulichen den technischen Fortschritt ihrer Zeit. Der Gang durch die Basilika von Vézelay ist wie eine Wanderung vom Schatten ins Licht: Das Tageslicht ist hier eine Metapher für die göttliche Erleuchtung und dient dem Pilger als Orientierungshilfe. Die Kathedrale von Metz hat rund 6.500 Quadratmeter gläserner Fensterfläche. Hier zeugen Glasmalereien aus 700 Jahren von der Entwicklung der Kunst im Lauf der Geschichte. In der Kapelle von Ronchamp erkannte der Avantgardist Le Corbusier dem Licht eine ganz neue Bedeutung zu. Er arbeitete mit Schatten, Halbschatten und Kontrasten und gab dem Besucher so die Möglichkeit, mit dem Raum in eine ganz persönliche spirituelle Beziehung zu treten. Ob über Kirchenfenster, einen Lichtschacht oder einen leuchtenden Weg – jedes Bauwerk bietet eine ganz eigene Inszenierung des Lichts. Jeder Baumeister, jeder Architekt und jeder Künstler enthüllt hier seinen ganz besonderen Umgang mit diesem immateriellen Rohstoff, der zu einer emotionalen und spirituellen Entdeckungsreise einlädt.

Sonntag, 28.07. / 17:20 Uhr / Déjà-Vu ~ Der Louvre
Magazin, Frankreich, 2019, ARTE F 30 Min.
Regie: Philippe Collin
Online verfügbar von 28/07 bis 27/08

Die aktuelle Performance eines Künstlers oder die Herausbildung eines Kulturphänomens geht beim Publikum häufig mit einem Déjà-vu-Erlebnis einher. Die gleichnamige Dokumentationsreihe befasst sich mit den Auslösern bestimmter Erinnerungen bei uns und ordnet sie in das Erbe einer früheren Kunstströmung ein.

Diese Woche befasst sich „Déjà-Vu“ mit dem Louvre als filmisches Motiv, der Plattform Netflix als direktem Konkurrenten zum klassischen Kinobetrieb und dem Thema Glauben in der Filmbranche.

(1): Der Louvre und das Kino
Nachdem Beyoncé und Jay-Z ihr Musikvideo zur Single „Apeshit“ in den Louvre-Hallen gedreht hatten, wurde eines der größten Museen der Welt zum Nabel der Welt. Die Carters sind jedoch nicht die ersten, die dem Louvre ihre Zuneigung bekunden: Mit Hilfe von Archivmaterial blickt „Déjà-Vu“ auf die größten Momente des künstlerischen Schaffens im Louvre zurück.

(2): Netflix und das Kino
Alfonso Cuaróns „Roma“ ist der Film des Jahres 2018. Vom Goldenen Löwen bis zum Oscar räumte er sämtliche Preise ab – ohne je in Frankreich in den Kinos gelaufen zu sein! Tatsächlich ist „Roma“ eine Netflix-Produktion und verkörpert sehr anschaulich die Angst der Filmindustrie: Werden Streamingdienste die Kinos ersetzen? Allerdings wäre es nicht das erste Mal, das man der Filmbühne das Aus ankündigt: Nach Fernseher, Videokassette und Internetpiraterie erscheint diese Krise wie ein Déjà-vu-Erlebnis.

(3): Religion und das Kino
Niccolò Ammanitis Fernsehserie „Ein Wunder“ macht es offiziell: Von nun an ist der Katholizismus dem Gebiet der Fiktion zuzuordnen. Heutzutage ist der Glaube in der Filmbranche weit verbreitet, von Cédric Kahns „La Prière – Das Gebet“ bis hin zur zweiten Staffel von Paolo Sorrentinos „The Young Pope“ – was allerdings keineswegs neu ist. Von Rivette über Scorsese bis hin zu „Ben Hur“ befasst sich diese Ausgabe mit der Art und Weise, wie Film und Serie das Glaubensmotiv aufgreifen, seine Entwicklung im Laufe der Zeit schildern und seine Rolle in der Gesellschaft darstellen.

Sonntag, 28.07. / 17:55 Uhr / Sonya Yoncheva und Piotr Beczala singen Operetten- und Opernmelodien
Musik, Deutschland, 2017, SR 43 Min.
Regie: Torben Jacobsen
Komponist: Jules Massenet, Georges Bizet, Charles Gounod, Franz Lehár, Giuseppe Verdi
Dirigent: Domingo Hindoyan
Orchester: Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern

Mit: Piotr Beczala (Tenor), Sonya Yoncheva (Sopran)
Online verfügbar von 28/07 bis 04/08

Aus dem Festspielhaus Baden-Baden: Sonya Yoncheva und Piotr Beczala singen berühmte Operetten- und Opernmelodien von Massenet, Bizet, Gounod, Léhar und Verdi. Die Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern spielt unter der Leitung von Domingo Hindoyan populäre Arien, interpretiert von Sonya Yoncheva (Sopran) und Piotr Beczala (Tenor). Die bulgarische Sopranistin Sonya Yoncheva hat mit ihren 35 Jahren schon nahezu alles erreicht, was man sich wünschen kann – unter anderem Engagements an der New Yorker Metropolitan Opera, der Prager Nationaloper, in Zürich, Paris und London. Piotr Beczala ist einer der gefragtesten lyrischen Tenöre unserer Zeit und regelmäßiger Gast an den bedeutendsten Opernhäusern der Welt.

Sonya Yoncheva und Piotr Beczala singen Operetten- und Opernmelodien. Die Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern spielt unter der Leitung von Domingo Hindoyan im Festspielhaus Baden-Baden populäre Arien, interpretiert von Sonya Yoncheva (Sopran) und Piotr Beczala (Tenor). Die bulgarische Sopranistin Sonya Yoncheva hat schon nahezu alles erreicht, was man sich wünschen kann – unter anderem Engagements an der New Yorker Metropolitan Opera, der Prager Nationaloper, in Zürich, Paris und London. Piotr Beczala ist einer der gefragtesten lyrischen Tenöre unserer Zeit und regelmäßiger Gast an den bedeutendsten Opernhäusern der Welt. Der gebürtige Pole wird regelmäßig von Publikum und Kritikern nicht nur für die Schönheit seiner Stimme, sondern auch für glühende Hingabe für jeden Charakter, den er darstellt, gerühmt. Beide zusammen sind mit den herausragenden Stimmen und ihrem leidenschaftlichen Spiel eine Freude für Opern- und Operettenliebhaber. Die Deutsche Radio Philharmonie spielt unter der Leitung des venezolanischen Dirigenten Domingo Hindoyan, der seit 2013 als erster Assistent von Daniel Barenboim an der Berliner Staatsoper wirkt.

Zusatzinfo:
Das Programm:
(1): Jules Massenet, „Toi! Vous!“ – Duett aus der Oper „Manon“
(2): Georges Bizet, „Les toreadors“ – Suite Nr. 1 aus der Oper „Carmen“; “Habanera” aus der Oper „Carmen“; “La fleur que tu m’avais jetée“ – Blumenarie aus der Oper „Carmen“
(3): Charles Gounod, „Va, je t’ai pardonné“ – Duett aus der Oper „Roméo et Juliette“
(4): Franz Lehár, „Dein ist mein ganzes Herz“ aus der Operette „Land des Lächelns“; „Lippen schweigen“ – Duett aus der Operette „Die lustige Witwe“
(5): Guiseppe Verdi, “Libiamo” – Duett aus der Oper „La Traviata“

Sonntag, 28.07. / 01:40 Uhr / Dennis Hopper: Uneasy Rider
Schwerpunkt: Summer of Freedom
Dokumentation, Deutschland, 2016, ZDF 55 Min.
Regie: Hermann Vaske
Online verfügbar von 28/07 bis 04/08

Kaum jemand beeinflusste die Gegenkultur des US-Kinos so wie der Allroundkünstler Dennis Hopper. Hermann Vaskes filmisches Porträt bewegt sich auf der Straße der Erinnerungen: von Hoppers bescheidenen Anfängen in der staubigen Prärie von Kansas bis hin zum Wahnsinn von „Apocalypse Now“, von der schwarzen Liste der Studios zum anerkannten internationalen Künstler. Dennis Hoppers Leben war kein Easy Ride, eher ein höllisch guter Trip.

Ende der 60er Jahre setzte er mit dem düsteren Hippie-Roadmovie „Easy Rider“ ein Fanal für die New-Hollywood-Bewegung. Später wurde er mit extremen Charakterrollen zum furchtlosen Radikalen, der für die Kunst in jeden Abgrund blickte. Was macht den Mythos Dennis Hopper aus? Was fasziniert? Was sind die Widersprüche? Easy Rider oder Uneasy Rider? Künstler oder Scharlatan? Rebell oder Werbefigur? Dad oder Irrer? Drogenjunkie oder enthaltsamer Abstinenzler? Lonesome Cowboy oder Face of Evil? Zusammen mit Künstlern, Freunden und Wegbegleitern wie Anton Corbijn, Dave Stewart, Diane Kruger, Frank Gehry, Isabella Rossellini, Julian Schnabel, Kris Kristofferson, Michael Madsen, Paul McCarthy und Wim Wenders begibt ARTE sich auf Hoppers Trip, um den wahren Dennis Hopper zu entdecken.

Zusatzinfo: Mehr im Internet auf: arte.tv/summer

Freitag, 02.08. / 22:10 Uhr / Marley
Dokumentarfilm, USA, 2012, ARTE 139 Min.
Regie: Kevin Macdonald
Online verfügbar von 02/08 bis 09/08

Auch mehr als 30 Jahre nach seinem Tod im Mai 1981 sind viele von Bob Marleys Songs auf der ganzen Welt berühmt. Seine Musik ist immer wieder überall dort zu hören, wo sich politischer Protest formiert: im Nahen Osten ebenso wie in Afrika oder bei den Occupy- Versammlungen auf der ganzen Welt. Seine nach wie vor wachsende Fan-Gemeinde ist Zeugnis einer musikalischen Botschaft, die damals wie heute die Menschen auf der ganzen Welt zu einen vermag. Dabei war Marley selbst ein durch und durch ambivalenter Künstler, was der Dokumentarfilm eindrücklich zeigt.

Bob Marley liebte Frauen, Fußball sowie Marihuana und war ein überzeugter Anhänger der Rastafari-Bewegung. Er zog seine politische Mission seinen eigenen Kindern vor, pflegte teilweise fragwürdige Kontakte zu Kriminellen und ließ seine Krebserkrankung aus Glaubensgründen zu spät behandeln. All dies zeigt Kevin Macdonald in seinem Dokumentarfilm „Marley“ anhand von Konzertausschnitten, Interviews, bislang teilweise unveröffentlichtem Archivmaterial – und offenbart so eine zutiefst ambivalente Persönlichkeit. Der faszinierende Film lässt keinen Raum für blinde Heiligenverehrung, schafft jedoch ein tieferes Verständnis für einen außergewöhnlichen Künstler. Der „Spiegel“ fasst den Dokumentarfilm treffend zusammen: „Der Film zeigt Marley nicht als strahlenden Helden. Besonders in den 70er Jahren, als Jamaika kurz vor einem Bürgerkrieg steht, irrt dieser Mann, der in seiner Musik immer richtig und falsch benennt, durch sein Leben. Nicht nur von Frau zu Frau. Er ist mit Politikern befreundet, deren Unmoral er in seinen Songs geißelt. Er duldet Gangster in seinem Umfeld, obwohl er Gewaltlosigkeit predigt. Am Ende stirbt er, weil er sich kraft seines Glaubens weigert, die Krebserkrankung ernst zu nehmen.

Freitag, 02.08. / 00:30 Uhr / Matangi/Maya/M.I.A. – Geflüchtete, Aktivistin, Popstar
Schwerpunkt: Summer of Freedom
Musik, Großbritannien, 2018, ZDF 53 Min.
Regie: Steve Loveridge
Online verfügbar von 02/08 bis 01/09
Erstausstrahlung

Mit ihrer Musik schuf M.I.A., Britin mit Wurzeln in Sri Lanka, einen neuen Sound im Pop, der Dancefloor, Politik und die Realität einer multiethnischen Gesellschaft zusammenführt. Auf dem frühen Höhepunkt ihres Ruhms war sie populärer als Amy Winehouse, doch ihr politisches Engagement führte zunehmend zu Skandalen. ARTE zeigt die einzigartige Musikdokumentation als gekürzte TV-Fassung mit Voiceover.

M.I.A. (Mathangi Arulpragasam, geb. 1975) ist die Abkürzung für „Missing in Action“ – eine Bezeichnung für im Kriegsgeschehen vermisste Soldaten. Das Kämpferische ist M.I.A. in gewisser Weise in die Wiege gelegt: Als Kind kam sie als Geflüchtete nach England. In ihrer Heimat Sri Lanka tobte ein Bürgerkrieg. Ihr Vater, Gründungsmitglied einer tamilischen Widerstandsbewegung, blieb zurück, um zu kämpfen. In den 1990er Jahren studiert M.I.A. Kunst und Film. Als sie mit der florierenden Britpop-Szene in Berührung kommt, ist ihr Interesse für Musik geweckt: Ausgerüstet mit Drum-Computer und Sampler wird sie rasch zur Ikone des multiethnischen London. Ihre Musik verbindet die Sounds von Dancefloor und Hip-Hop mit dem der Kulturen verschiedener Einwanderer. In ihren Themen konfrontiert sie das westliche Selbstverständnis mit dessen kolonialistischen, sexistischen oder rassistischen Untertönen. M.I.A. ist die Künstlerin der Nullerjahre: vom „Rolling Stone“ höher gewichtet als Amy Winehouse, nominiert u. a. für Oscar und Grammy, hofiert von Madonna. Ihr öffentliches Eintreten für politische Themen und die Liaison mit einem reichen Unternehmer machen sie jedoch zur Zielscheibe, eine kräftezehrende Fehde mit den Medien ist die Folge.

Zusatzinfo:
Ausschließlich aus privatem und öffentlichem Filmmaterial montiert, verfolgt diese Musikdokumentation die Geschichte von M.I.A. aus erster Hand. Regie führte Steve Loveridge, ein enger Freund M.I.A.s seit Studientagen. ARTE TV zeigt die 52-minütige Fernsehfassung des von der Kritik hoch gelobten Kinofilms (Titel: Matangi/Maya/M.I.A). Auf ARTE.tv ist zudem die untertitelte lange Kinofassung abrufbar.

Freitag, 02.08. / 01:25 Uhr / Amazing Grace
Schwerpunkt: Summer of Freedom
Dokumentarfilm, Irland, 2016, ZDF 112 Min.
Regie: Sophie Fiennes
Online verfügbar von 02/08 bis 01/09

Grace Jones ist einer der letzten Paradiesvögel, die die Bühnen der Welt bevölkern. Auch mit fast 70 Jahren ist sie keinesfalls von gestern, sondern nach wie vor ein vor Energie sprühender Star. Regisseurin Sophie Fiennes hat die extravagante Diva über mehrere Jahre immer wieder mit der Kamera begleitet. Sie hat ihre spektakuläre Bühnenshow gefilmt, aber auch Privates wie Familienbesuche in Jamaika, wo Jones ihre Wurzeln hat. Doch sie arbeitet keine Biografie auf, sondern ohne Zeitzeugen und Archivmaterial entsteht das ganz gegenwärtige Bild einer faszinierenden Künstlerin.

„Amazing Grace“ nennen ihre Fans die aus Jamaika stammende Grace Jones, die seit den späten 70er Jahren als Model, Sexsymbol, Sängerin, Diva und vor allem Ikone berühmt ist – und das zu Recht. Es gibt nur wenige Frauen im Showgeschäft, die den Glamour, das Gespür für die Pose und die Fähigkeit, einen Skandal zur rechten Zeit zu inszenieren, dermaßen souverän beherrschen wie Grace Jones. Ihr perfekt gestyltes, androgynes und betont unterkühltes Image ist bedeutender Bestandteil der Bühnenperson Grace Jones. Neben ihrer Selbstinszenierung als „Popart-Raubtier auf zwei Beinen“ ist es nicht zuletzt ihre erfrischende Selbstherrlichkeit, mit der sie Furore machte und ein verruchtes und gleichzeitig selbstbewusstes Frauenbild prägte. Die britische Filmemacherin Sophie Fiennes hat die extravagante Diva über mehrere Jahre begleitet – in ihre Heimat Jamaika zu ihrer religiösen Familie, zu Studioaufnahmen für ihr Comeback-Album „Hurricane“, das 2008 erschien, sowie zu einer Fotosession mit Jean-Paul Goude, ihrem langjährigen Lover und Vater ihres Sohnes sowie Designer vieler ihrer unvergessenen Outfits. Zudem beleuchtet ihr Film die tragische Vergangenheit der Sängerin. Vor allem aber zeigt sie uns immer wieder ihre große Verwandlungskunst: Grace Jones performt im Stil einer Amazone in extra für den Film aufgenommenen Konzertszenen und tauscht dabei spielerisch eine Person gegen eine andere.

Zusatzinfo:
Der Film ist „eine wunderbare Meditation über das Popstar-Leben, ohne Off-Kommentare und die üblichen Zeitzeugen, die in Dokus immer alles zerreden müssen … Eine Sensation!“ (Jan Kedves, „Süddeutsche Zeitung“) „Grace Jones: Bloodlight & Bami“, wie der Film im Original heißt, feierte seine Weltpremiere im September 2017 auf dem Internationalen Filmfestival in Toronto und war im Januar 2018 für eine kurze Zeit in den deutschen Kinos zu sehen.


Samstag, 03.08. / 19:15 Uhr / Zu Tisch: Matera
Schwerpunkt: Europäische Kulturhauptstadt: Matera 2019
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2019, ZDF 26 Min.
Regie: Stefanie Fleischmann
Online verfügbar von 03/08 bis 02/09
Erstausstrahlung

Die süditalienische Stadt Matera, im Osten der Region Basilicata gelegen, zählt zu den ältesten Städten der Welt. Ihre Sassi, in Stein gehauene Höhlenwohnungen, sind weltberühmt. Sie sind seit 1993 Welterbe und stehen unter dem Schutz der UNESCO. In einer der Höhlenwohnungen lebt Pino Sigillino mit seiner Großfamilie. Seit seinem Ruhestand hat er Zeit zu kochen: am liebsten seine berühmte Parmigiana.

Matera in Süditalien, im Osten der Basilicata gelegen, zählt zu den ältesten Städten der Welt. Die Sassi, in Stein gehauene Höhlenwohnungen, sind weltberühmt. Seit 1993 sind sie Welterbe und stehen unter dem Schutz der UNESCO. Nach wie vor besteht das ganze Zentrum der traditionsreichen Höhlenwohnungen nur aus Kalkstein. Als Besucher wird so eine Art Zeitreise erlebbar. In einer der Wohnhöhlen lebt der Rentner Pino Sigillino mit seiner Familie.

Seine Tochter Nastassja ist berufstätig – die Großeltern kümmern sich um ihre fünf Enkel, die im Nachbarhaus wohnen. Seine Frau Antonella und er geben die Familienrezepte an ihre Enkelkinder weiter. Denn seit Pino im Ruhestand ist, hat er Zeit zu kochen – am liebsten seine berühmte Parmigiana. Normalerweise gehört in den Auberginenauflauf nur Käse und etwas Salami; auf Geheiß seiner Enkel bereitet er extra noch kleine Fleischbällchen dazu. Seine Frau backt zum Nachtisch mit ihrer Enkelin Amelie süße Strazzate. Die Mandelkekse werden zum Kaffee gereicht.

Zu Festtagen gibt es in Matera eine Art Lammeintopf, die Pignata. Sie wird in einer Terrakottavase serviert. Antonella und ihr Freund Angelo bereiten eine Pignata zum Abendessen für die Großfamilie vor, die mit verschiedenem Gemüse und Lammfleisch gefüllt wird. Dann bringt Antonella sie zum Bäcker, um sie mit Brotteig im Steinofen überbacken zu lassen. Koch- und Wohntradition treffen in Matera aufeinander.

Zusatzinfo:
„Zu Tisch“ reist in die Regionen Europas und schaut bei der Zubereitung traditioneller Gerichte zu. Die Küchenkultur europäischer Landschaften offenbart ihren Reichtum und weckt Verständnis für eine vielleicht fremde Lebensart. Rezepte können über Teletext und Internet abgerufen werden: arte.tv/zutisch

Samstag, 03.08. / 20:00 Uhr / Matera – Kulturhauptstadt 2019
Schwerpunkt: Europäische Kulturhauptstadt: Matera 2019
Dokumentation, Deutschland, 2019, SWR 52 Min.
Regie: Alessandro Soetje
Erstausstrahlung

Vielleicht ist sie die Mutter aller Städte, Europa en miniature: Matera. Seit 9.000 Jahren besiedelt, war die süditalienische Stadt einst Achse zwischen Orient und Okzident. Viele Völker sind über sie hinweggezogen, Dynastien haben um sie gestritten. Die Kulturhauptstadt Europas 2019 hat alles erlebt, was Europa ausmacht: wechselnde Herrscher, Kriege, Blüte und bitterste Armut. Und jetzt den Willen zum Aufbruch.

Mitten in Europa und doch irgendwie fremd: Das süditalienische Matera vereint den archaischen Eindruck antiker Höhlenstädte des Orients mit den Elementen europäischer Baukunst. In grob behauenen Felsen dämmern die Fresken byzantinischer Mönche, während von der romanischen Kathedrale die Glocken läuten. Im barocken Palazzo Lanfranchi ziehen verhärmte Gestalten auf den Gemälden eines Carlo Levi vorüber, während fröhliche Touristen sich in steilen Gassen und gestylten Höhlenhotels verlieren. In Matera fließen 9.000 Jahre Geschichte zusammen, in Raum und Zeit.

Die Dokumentation von Alessandro Soetje taucht ein in Höhlenkirchen, in denen Moose und Flechten Fresken überwachsen und neue Kunstwerke entstehen lassen. Die Dokumentation erkundet das ausgeklügelte System von Zisternen und Wasserleitungen, das in den Bauch der Stadt gegraben wurde. Dort begegnet das Kamerateam den Künstlern Enzo Viti und Teresa Lupo, die das Innenleben ihrer Stadt erforschen, kartografieren und zeigen, wie klug ihre Vorfahren gedacht haben, wie ökologisch.

Auch im Bauen – der Stadtplaner Pietro Laureano, der Matera erfolgreich zum UNESCO-Weltkulturerbe geführt hat, erklärt die Modernität der jahrtausendealten Architektur: Wie das Material aus den Höhlen zu Häusern, Palazzi und Kirchen wurde. Ressourcenschonend, platzsparend, ein übergangsloses Innen und Außen, Oben und Unten.

Dieses einzigartige System geriet in Vergessenheit über der „nationalen Schande“, die in den 50er Jahren zur Räumung der Höhlenwohnungen führte, nachdem der verbannte Arzt und Künstler Carlo Levi in seinem Roman „Christus kam nur bis Eboli“ auf die elenden Lebensbedingungen der Menschen in der Region Basilicata hingewiesen hatte. Junge Leute wie der heutige Bürgermeister Raffaello De Ruggieri sorgten dafür, dass das steinerne Erbe vor dem Verfall und Plünderern gerettet wurde und wieder Leben in die Sassi einzog.

Samstag, 03.08. / 20:55 Uhr / Pietro Mascagnis „Cavalleria rusticana“ in den Sassi von Matera
Schwerpunkt: Europäische Kulturhauptstadt: Matera 2019
Oper, Frankreich, Schweiz, 2019, ARTESSR 85 Min.
Regie: Francesca Nesler
Komponist: Pietro Mascagni
Inszenierung: Giorgio Barberio Corsetti
Dirigent: Juraj Valčuha
Orchester: Orchestra del Teatro di San Carlo
Chor: Coro dell’Orchestra del Teatro di San Carlo
Moderation: Annette Gerlach, Neri Marcoré, Maria Victoria Haas

Mit: Roberto Aronica (Turiddu), Elena Zilio (Mamma Lucia), George Gagnidze (Alfio), Leyla Martinucci (Lola), Veronica Simeoni (Santuzza)

Online verfügbar von 03/08 bis 02/09
Erstausstrahlung

Nach Spielstätten wie dem Hauptbahnhof in Zürich und dem Mailänder Flughafen führt der Weg der großen Oper auf der Straße nun in eine der ältesten Städte der Welt: Matera in Süditalien. Giorgio Barberio Corsetti setzt Mascagnis Operndrama „Cavalleria rusticana“ in den Straßen der Kulturhauptstadt in Szene: auf dem Domplatz und vor der Felsenkirche Santa Maria d’Idris. Die Höhlen der Jungsteinzeit und die berühmten Sassi – eine bis heute bewohnte Höhlensiedlung, die 1993 zum UNESCO-Welterbe wurde – sind perfekter Schauplatz für die Geschichte, die Corsetti in der Zeit der Zwangsumsiedlung in den 60er Jahren spielen lässt. Noch in den 50er Jahren galt der heutige Touristenmagnet wegen der katastrophalen hygienischen Bedingungen als Schandfleck Italiens.
In der Oper ist die junge Santuzza auf der Suche nach ihrem Geliebten Turridu. Dieser hat sich wieder in Lola verliebt, seine ehemalige Verlobte, die ihm nach seiner Rückkehr vom Militärdienst als Ehefrau des reichen Alfio wiederbegegnet. Santuzza versucht vergeblich, die Liebe Turridus zurückzugewinnen. Rasend vor Eifersucht verflucht sie ihn und setzt Alfio über die sich anbahnende Liaison zwischen Turridu und Lola in Kenntnis. Der gehörnte Ehemann fordert Turridu zum Duell heraus. Nachdem sich Turridu von seiner geliebten Mutter verabschiedet hat, bricht er zu seinem schicksalhaften Treffen auf. Veronica Simeone übernimmt in Giorgio Barberio Corsettis Inszenierung die Rolle der Santuzza, Roberto Aronica ist Turrido. Es singen und spielen: Chor und Orchester des Teatro San Carlo Neapel unter der Leitung ihres Chefdirigenten Juraj Valcuha.

Zusatzinfo:
Die „Cavalleria rusticana“ in den Sassi von Matera ist eine Koproduktion des Teatro San Carlo Neapel mit der Stadt Matera. Für die Aufzeichnung arbeitete ARTE mit dem italienischen Fernsehen RAI und der RSI zusammen, dem Sender der italienischen Schweiz.
Die süditalienische Stadt Matera ist weltberühmt für ihre Höhlensiedlungen, die Sassi. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts galt die Stadt jedoch noch als Schande Italiens, da die Einwohner ohne fließendes Wasser und ohne Strom lebten. In den 50er Jahren wurden sie wegen katastrophaler hygienischer Bedingungen in moderne Wohnblocks zwangsumgesiedelt. 1964 verwendete Pier Paolo Pasolini die nur noch aus Ruinen bestehende Stadt als Kulisse für seinen Film „Das 1. Evangelium – Matthäus“ (Il Vangelo secondo Matteo). Inzwischen ist die Altstadt von Matera mit ihren Sassi komplett renoviert und zum Touristenmagneten aufgestiegen. 1993 wurden sie zum Weltkulturerbe.

Sonntag, 04.08. / 16:35 Uhr / Art Stories – Monumente mit Seele (3/5): Geheimnis der Fresken
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2018, ARTE 43 Min.
Regie: Philipp Mayrhofer
Online verfügbar von 04/08 bis 03/09
Erstausstrahlung

Die Reihe „Art Stories – Monumente mit Seele“ zeigt berühmte Werke der bildenden Kunst und der Architektur und spürt die Geheimnisse ihrer Entstehung auf. Die fünfteilige Dokumentationsreihe führt auf eine facettenreiche Reise durch die europäische Kulturgeschichte. An drei Orten geben spektakuläre Fresken einen Einblick in das Leben und die Geschichte der Menschen, die sie geschaffen haben: Die Höhlenmalereien von Chauvet in der südfranzösischen Ardèche gelten als erstes Meisterwerk der frühen Menschheitsgeschichte, in Italien zeugen neu entdeckte Wandgemälde vom Leben in Pompeji und Giottos Freskenzyklus in der Basilika von Assisi veranschaulicht den Übergang von der Kunst des Mittelalters in die Renaissance.

Ob in der Steinzeit, der Antike oder im späten Mittelalter – an drei Orten geben spektakuläre Fresken einen Einblick in das Leben und die Geschichte der Menschen, die sie geschaffen haben: Die Höhlenmalereien von Chauvet in der südfranzösischen Ardèche gelten als erstes Meisterwerk der frühen Menschheitsgeschichte, in Italien zeugen neu entdeckte Wandgemälde vom Leben in Pompeji und Giottos Freskenzyklus in der Basilika von Assisi veranschaulicht den Übergang von der Kunst des Mittelalters in die Renaissance. Wände sind seit der Vorgeschichte die ersten Flächen, die Künstlern zur Verfügung standen und ihnen ermöglichten, ihre Anschauung von der Welt dauerhaft festzuhalten. In der Chauvet-Höhle in Südfrankreich zeichneten Steinzeitmenschen die Tierwelt ihrer Umgebung auf Fels – ihre faszinierenden Höhlenmalereien haben die Sicht auf die prähistorische Kunst völlig auf den Kopf gestellt. Die Fresken Pompejis, die jahrhundertelang unter der Asche des Vesuvs erhalten blieben, zeugen von unglaublichem Know-how: Ihre mythologischen Motive sind perfekt ausgeführt und haben nichts von ihrer Ausdruckskraft verloren. Giotto ist der unbestrittene Meister des Affresco, das den Beginn der Renaissance markiert. In seinen Fresken erneuert der Künstler die religiöse Malerei und gibt dem Sakralen ein menschliches Antlitz. Wandmalereien faszinieren bis heute: Sie versetzen den Betrachter in längst vergangene Zeiten und geben Einblicke in Leben und Denken unserer Vorfahren.

Sonntag, 04.08. / 17:20 Uhr / Déjà-Vu
Magazin, Frankreich, 2019, ARTE F 30 Min.
Regie: Philippe Collin
Online verfügbar von 04/08 bis 03/09
Erstausstrahlung

Die aktuelle Performance eines Künstlers oder die Herausbildung eines Kulturphänomens geht beim Publikum häufig mit einem Déjà-vu-Erlebnis einher. Die gleichnamige Dokumentationsreihe befasst sich mit den Auslösern bestimmter Erinnerungen bei uns und ordnet sie in das Erbe einer früheren Kunstströmung ein.

Diese Woche widmet sich „Déjà-Vu“ dem Universalgenie Leonardo da Vinci. Außerdem erklärt der Regisseur Louis-Julien Petit, wie man Schicksale von Amateurdarstellern in Leinwandfiktion verwandeln kann. Mit „Beef“ gegen das Aufmerksamkeitsdefizit – wir machen uns auf die Spur eines alten Rapper-Tricks.

(1): Leonardo da Vinci, ein politischer Maler?
Die Vorbereitungen der Retrospektive zu Leonardo da Vinci diesen Herbst im Louvre beginnen alles andere als harmonisch. Denn zwischen Italien und Frankreich flammte ein alter Streit wieder auf. Italien hatte sich bereit erklärt, dem französischen Nachbarn mehrere Gemälde zu leihen; doch nun ruderte die italienische Kulturstaatssekretärin Lucia Borgonzoni zurück. Ihr Argument: „Leonardo war Italiener. In Frankreich ist er nur gestorben!“
Ein Schachzug, der in Frankreich für Ärger sorgt und zeigte, welche diplomatische, politische und wirtschaftliche Bedeutung hinter dem Erbe des Universalgenies steckt.  

(2): Amateurschauspieler
Die Darstellerinnen für seinen Film „Der Glanz der Unsichtbaren“ über obdachlose Frauen rekrutierte Louis-Julien Petit buchstäblich auf der Straße. Damit tritt er in die Fußstapfen der italienischen Neorealisten, die in der Arbeit mit Amateurschauspielerin einen wesentlichen Teil ihrer Kinophilosophie sahen. Der einstige Schüler von Maurice Pialat und Ken Loach erzählt, wie man die wahren Schicksale von Amateurdarstellern in eine Leinwandfiktion verwandelt.

(3): Der Beef in der Hip-Hop-Szene
Im Sommer 2018 schafften es Kaaris und Booba in die Schlagzeilen, indem sie sich auf dem Flughafen Paris-Orly prügelten – ein alter Rapper-Trick, der sich „Beef“ nennt und traditionell gegen punktuelle Aufmerksamkeitsdefizite eingesetzt wird. Doch es geht auch eleganter: Archivaufnahmen zeigen, dass sich manch großer Rapper seine Kräfte doch lieber am Mikrofon als per Faustschlag misst.

Sonntag, 04.08. / 17:75 Uhr / Carmen, Don Carlos beim Königin-Elisabeth-Wettbewerb
Musik, Frankreich, Belgien, 2018, ARTERTBF 44 Min.
Regie: Benoît Vlietinck
Dirigent: Alain Altinoglu
Orchester: Orchestre symphonique de la Monnaie

Mit: Samuel Hasselhorn (Bariton), Eva Zaïcik (Mezzosopran)

Online verfügbar von 04/08 bis 03/09

An diesem zweiten Finalabend betreten vier neue Sänger die Bühne. Jeder von ihnen hofft, als Sieger aus dem Königin-Elisabeth-Wettbewerb 2018 hervorzugehen. Sie wählen selbst die von ihnen interpretierten Stücke aus dem Repertoire des Wettbewerbs; allerdings müssen sich diese von denen unterscheiden, die ihnen im Halbfinale von der Jury vorgegeben wurden, und höchstens zwei Stücke dürfen vom gleichen Komponisten stammen. Das ist die Zielgerade für die jungen Sänger, die unter der musikalischen Leitung von Alain Altinoglu vom Orchestre Symphonique de la Monnaie begleitet werden.

Sonntag, 04.08. / 22:05 Uhr / Robert Redford – The Golden Look
Schwerpunkt: Summer of Freedom
Dokumentation, Frankreich, 2019, ARTE 52 Min.
Regie: Pierre-Henry Salfati
Online verfügbar von 04/08 bis 03/09
Erstausstrahlung

Verruchter Liebhaber und verwegener Romantiker: Robert Redford ist der ‚blonde Engel‘ in den Armen von Jane Fonda, Mia Farrow, Faye Dunaway und Meryl Streep. Doch der Leinwandveteran ist weitaus mehr als das frauenflüsternde Sexsymbol mit dem verwuschelten Blondschopf und den stahlblauen Augen. Robert Redford bezieht Position – auf der Leinwand, im Regiestuhl und außerhalb von Hollywood. Er engagiert sich für den Naturschutz, fördert unabhängige Regisseure und macht sich stark für die Rechte der nordamerikanischen Ureinwohner. Regisseur, Schauspieler, Freigeist, Träumer und hoffnungsloser Idealist – ARTE zeigt das Porträt der facettenreichen Leinwandlegende.

Robert Redford lebt seinen (amerikanischen) Traum. Und damit nicht genug. Mit seinen Filmen bringt er auch andere zum Träumen, lässt Träume wahr werden. Blonder Schopf, stahlblaue Augen: Man kennt Bobby als verruchten Liebhaber, idealistischen Anwalt und hippiehaften Antihelden. In der Rolle des schweigsamen Revolverhelden avanciert er schließlich zur Leinwandlegende und ist doch weit mehr als der ewige Sundance Kid. Redford bleibt ein Rebell, der für seine Überzeugungen eintritt – auf dem Regiestuhl und außerhalb der glamourreichen Welt des Films. Denn Redford will weiter träumen – seinen Traum von Menschlichkeit. Er engagiert sich für Natur- und Umweltschutz und tritt für die Rechte der indigenen Bevölkerung ein. Und so wird aus dem Schauspieler Redford erst der Regisseur und schließlich der eiserne Kämpfer für eine bessere Welt. Man könnte sogar sagen, dass seine Schauspielkarriere – so reich und gelungen sie mit über 50 Kino- und 30 TV-Filmen auch gewesen sein mag – nur ein Drittel seines Lebens ausmachte. Bei allem Erfolg bleibt Redford stets der träumende Idealist. 1980 bildet er mit der Gründung des Sundance Institute einen Gegenpol zur Hollywood-Schickeria und verschreibt sich der Förderung unabhängiger Regisseure und Produzenten. Längst gilt das Sundance Film Festival als Treffpunkt für Indie-Produktionen.

Michael Feeney Callan, offizieller Biograf und Freund des Schauspielers, blickt zurück auf eine beeindruckende Karriere des Schauspielers und Regisseurs und enthüllt zugleich die poetische Seite des Superstars. Gezeigt werden neben Archivaufnahmen auch Interviewmitschnitte, Filmauszüge sowie bislang unveröffentlichtes Material.

Sonntag, 04.08. / 17:75 Uhr /22:55 Klaus Dinger, Urvater des Techno
Schwerpunkt: Summer of Freedom
Dokumentarfilm, Schweden, 2019, ARTESVT 60 Min.
Regie: Jacob Frössén
Online verfügbar von 04/08 bis 03/09
Erstausstrahlung

Die Geschichte des Techno beginnt mit einem gebrochenen Herzen. Für den jungen Musiker Klaus Dinger endet der Sommer 1971 alles andere als erhofft: sein Liebesglück mit einer jungen Schwedin ist zerbrochen. Von der Liebe enttäuscht kehrt er in seine Heimatstadt Düsseldorf zurück. Zuflucht und Trost findet er an den Drums. In seinem Liebesleid schafft Dinger seinen ganz eigenen Stil, der Generationen von Musikern inspiriert – darunter Brian Eno und David Bowie.

Ein junger Musiker, schier unüberwindbarer Liebeskummer und ein paar Drums – das sind die Zutaten, die es braucht, um Musikgeschichte zu schreiben. Als Klaus Dinger im Sommer 1971 mit gebrochenem Herzen nach Düsseldorf zurückkehrt, hätte wohl niemand gedacht, dass er aus seinem Liebesleid heraus einen Musikstil erschaffen würde, der Generationen von Musikern inspiriert. Der junge Musiker ist verzweifelt: Seine Liebe zu einer jungen Schwedin ist zer-, sein Herz gebrochen. Trost findet er jetzt nur noch an seinen Drums. Die ständige Wiederholung eines pulsierenden Beats wirkt geradezu hypnotisch und gibt ihm das beruhigende Gefühl, nicht aufzugeben. Der auf den ersten Blick simpel anmutende Stil geht als „Motorik“ in die Musikgeschichte ein und spricht vielen Musikern aus dem (gebrochenen) Herzen. Für Dinger ist Rhythmus wie das Leben: „Es geht darum, weiterzumachen.“ Und Dinger macht weiter – mit seinen Bands Neu! und La Düsseldorf. So wird der Düsseldorfer Krautrock zum Soundtrack der 80er – und Dinger zum Urvater des Techno.

Der Dokumentarfilm widmet sich der Entstehung dieses besonderen Beats. Jacob Frössén lässt dabei Künstler und Musiker wie Iggy Pop, Emma Gaze oder Stephen Morris zu Wort kommen. Und auch die musikalische Beigabe darf nicht fehlen. Eigens für den Film schafft er neue Kompositionen für Percussion und Schlagzeug. Natürlich im Motorik-Stil – aufgepeppt und neu interpretiert mit Elektro-Schlagzeugen und traditionellen indianischen Trommeln.

Sonntag, 04.08. / 00:00 Uhr / Draw a Line ~ Richard Siegal und das Ballet of Difference
Ballett, Deutschland, 2018, BR 82 Min.
Regie: Benedict Mirow
Choreographie: Richard Siegal
Online verfügbar von 04/08 bis 11/08
Erstausstrahlung

Provokativ, hierarchiekritisch und hochästhetisch – all das kann Ballett sein. Zumindest, wenn Richard Siegal der Choreograph ist. Frei nach dem Motto ‚Grenzen sind zum Überschreiten da‘, will er Veränderung tanzbar machen. Tanz 2.1 sozusagen. Mit dem BoD, dem Ballet of Difference, leitet er eines der aufregendsten freien Ensembles der Szene. Das Programm ist straff, das Ziel ehrgeizig: drei Stücke an einem Abend, zwei Premieren in München und Köln – und der unbedingte Wille, Tanzgeschichte zu schreiben. Benedict Mirow zeigt nicht nur das Making-of eines unvergesslichen Tanzabends, sondern zugleich das Making-of einer unvergleichlichen Tanzkompanie.

Wer bei Ballett Bilder von Tutus und althergebrachten Tanztraditionen im Kopf hat, wird bei Richard Siegal eines Besseren belehrt. Er leitet eines der aufregendsten freien Ensembles der Tanzszene: das BoD (Ballet of Difference). Manch einer würde vielleicht sogar so weit gehen, Siegal als radikal zu bezeichnen. Mit innovativen und experimentierfreudigen Choreographien unterläuft er traditionelle Codes und Konventionen, lotet neue Dimensionen aus – an der Schnittstelle zwischen Material und Körper. Da kann es schon mal sein, dass die Tänzer in Kostümen mit aufblasbaren Elementen wie Libellen über die Bühne schweben oder an einem Korsett mit Griff in die Luft geworfen werden. Siegal fordert das Publikum heraus – mit ungewöhnlichen Settings, Sounds und Bewegungen, die die den klassischen Tanz weit über die Grenzen seiner Formensprache und seiner Themen hinauskatapultieren. Der freie Choreograph bringt zusammen, was auf den ersten Blick konträr erscheint: Konservatismus und Progressivität, Erbe und Erneuerung, Klassik und Individualismus, Europa, Afrika und Japan. Die Spannung, die aus diesen Kontrasten und Stilmixen entsteht, entlädt sich in explosiven Bewegungen. Künstlerische Freiheit, schonungslose Leidenschaft, schmerzhafte Disziplin und die berührende Sinnlichkeit des Tanzes – all das sind Stoffe, aus denen Tanzträume sind. Siegal versteht es, den Zuschauer mit emotionaler Wucht in seinen Bann zu ziehen.

Wir begleiten ihn und seine Tänzer bei den schweißtreibenden Proben bis hin zur Premiere, erleben die Hochs und Tiefs der Stückfindung, werden Zeuge von wundgetanzten Füßen und leiden mit, wenn ein Tänzer kurz vor dem Ziel verletzungsbedingt ausfällt.

Mittwoch, 07.08. / 05:00 Uhr / Berlin Live: Friedrich Liechtenstein
Musik, Deutschland, 2016, ZDF 61 Min.
Regie: Hannes Rossacher, Stefan Mathieu
Online verfügbar von 07/08 bis 06/09

Künstler, Entertainer und Sänger Friedrich Liechtenstein entdeckt für ARTE die „Tankstellen des Glücks“ – und ist zwei Tage vorher auf der Bühne von „Berlin Live“ zu Gast: als Sänger seines eigenen Trios und live unterstützt von den bekannten Musikproduzenten Mousse T. und Richard Dorfmeister. Im Konzert lassen sie schon mal die Motoren warmlaufen – die Songs von Liechtenstein bekommen von den beiden Musikproduzenten ein elektronisches Tuning der besonderen Art.

Künstler, Entertainer und Sänger Friedrich Liechtenstein entdeckt für ARTE die „Tankstellen des Glücks“ – und ist auf der Bühne von „Berlin Live“ zu Gast: als Sänger seines eigenen Trios und live unterstützt von den bekannten Musikproduzenten Mousse T. und Richard Dorfmeister. Mousse T. gilt seit langem als der beste Remixer aus Deutschland, was ihm auch eine Grammy-Nominierung einbrachte; DJ und Produzent Richard Dorfmeister wurde bekannt als Teil des Duos Kruder & Dorfmeister.

Im Konzert lassen sie schon mal die Motoren warmlaufen – die Songs von Liechtenstein bekommen von den beiden Musikproduzenten ein elektronisches Tuning der besonderen Art.

Der Berliner Künstler und Entertainer Friedrich Liechtenstein wurde mit der „Supergeil“-Werbekampagne einer bekannten Lebensmittelkette in Deutschland ein Internetstar – seine lakonische Stimme und sein lässiger Charme verliehen sogar dem „Supersushi“ unerwartete Coolness. Passend zum ARTE-Zehnteiler „Tankstellen des Glücks“ holt „Berlin Live“ den selbsternannten Flaneur, Künstler und Popstar auf die Konzertbühne.

Freitag, 08.08. / 22:05 Uhr / Eric Burdon – Rock´n´Roll Animal
Schwerpunkt: Summer of Freedom
Dokumentation, Deutschland, 2017, ZDF 59 Min.
Regie: Hannes Rossacher
Online verfügbar von 09/08 bis 08/09
Erstausstrahlung

Eric Burdon ist ein Urgestein der Popgeschichte, aufgewachsen als Straßenjunge in Newcastle und gesegnet mit der „schwärzesten weißen Stimme“ der frühen 60er Jahre. Mit seiner Band The Animals landete er einen Welthit, doch sein rebellischer Charakter verhinderte immer den ganz großen Durchbruch. Heute ist er einer der letzten Überlebenden der Rock’n’Roll-Ära. Der Film begleitet Burdon zu den wichtigen Stationen seines Lebens, lässt ihn von berühmten Kollegen erzählen und natürlich von seinem eigenen Leben als Hitzkopf und Underdog – eine berührende Geschichte von Triumph und Scheitern.

Eric Burdon ist ein Urgestein der Popgeschichte, aufgewachsen als Straßenjunge in Newcastle und gesegnet mit der „schwärzesten weißen Stimme“ der frühen 60er Jahre. Mit seiner Band The Animals spielte er den traditionellen Song „House of the Rising Sun“ an einem freien Tag auf Tour mit Chuck Berry ein – und landete einen weltweiten Hit. Als Jugendlicher schlägt sich Eric Burdon in Newcastle upon Tyne, im hohen Nordosten von England, die Nächte in den Nachtclubs im Hafenviertel um die Ohren. Wäre da nicht die Musik gewesen, hätte sich wohl eine Laufbahn in der Halbwelt angeboten. Dank seiner Stimme entkommt er der trostlosen Industriestadt, die Sehnsucht nach Ausbruch packt er mit Inbrunst in den Song „We Gotta Get out of this Place“. Das Rebellische ist bei Eric Burdon keine Attitüde, den Forderungen der Musikindustrie wollte er sich nie ausliefern – ein Superstar wird man so nicht. Dafür blieb er zeit seines Lebens ein künstlerisch Suchender, wechselt immer wieder Mitmusiker und Stile, schließt sich Ende der 60er Jahre mit der schwarzen Band War zusammen, in Zeiten der Black Panther auch ein politisches Statement. Zusammen mit Paul McCartney, Bob Dylan und den Rolling Stones zählt er heute zu den letzten großen Überlebenden dieser Generation, immer wieder auf Tour, auch wenn es heute nicht mehr die ganz großen Hallen sind. Der Film begleitet Burdon zu den wichtigen Stationen seines Lebens: Er erzählt am Lagerfeuer in Joshua Tree, reist nach Los Angeles und San Francisco, wo er seit den 90er Jahren lebt, und natürlich zu einem Besuch in seiner Geburtsstadt Newcastle. Eric Burdon ist ein hervorragender Erzähler, er spricht über berühmte Kollegen und über ein Leben als Hitzkopf und Underdog – eine berührende Geschichte von Triumph und Scheitern.

Freitag, 08.08. / 23:05 Uhr / David Crosby: Remember My Name
Schwerpunkt: Summer of Freedom
Dokumentarfilm, USA, 2018, ZDF 95 Min.
Regie: A.J. Eaton
Online verfügbar von 09/08 bis 08/09
Erstausstrahlung

Das intime Porträt entdeckt David Crosby als einen Mann, der immer noch gegen jede Windmühle kämpft und sich alles andere als einen angenehmen Ruhestand gönnt. Die sehr persönliche Dokumentation zeichnet sein bewegtes Leben und eine einzigartige Karriere nach, in der der Singer-Songwriter auf eine musikalische Laufbahn von über fünf Jahrzehnten zurückblickt.

Die sehr persönliche Dokumentation zeigt das bewegte Leben und die einzigartige Karriere der Musikikone David Crosby. Der Singer-Songwriter blickt auf eine musikalische Laufbahn von über fünf Jahrzehnten zurück. Er ist eine anerkannte musikalische Persönlichkeit und sah nach der Auflösung von Crosby, Stills and Nash – dem Höhepunkt seines musikalischen Schaffens – einer ungewissen Zukunft entgegen. Mit gesundheitlichen Problemen und auch persönlichen Hindernissen kämpfend, beschloss Crosby im Alter von 77 Jahren einen neuen Weg zu gehen. Er suchte sich jüngere Musiker und nahm neue Alben auf, die von Kritikern hochgelobt wurden. Crosby macht sich auf den Weg in eine Welt, die sich von der Generation der 60er Jahre, aus der er stammt, deutlich unterscheidet.

Mit unerschütterlicher Ehrlichkeit, offener Selbstprüfung, ehrlichem Bedauern, mit Furcht, Überschwang und einem aufrichtigen Glauben an die Familie und die transformative Kraft der Musik steht Crosby seine oft herausfordernde Reise mit Humor und Beharrlichkeit durch. Das sehr intime Porträt entdeckt David Crosby als einen Mann, der immer noch gegen jede Windmühle kämpft und sich alles andere als einen angenehmen Ruhestand gönnt. Eine inspirierende Geschichte voller Musik für treue und für viele neue Fans.

Freitag, 08.08. / 00:45 Uhr / Tina Turner: Live in Holland
Schwerpunkt: Summer of Freedom
Musik, Großbritannien, 2009, WDR 60 Min.
Regie: David Mallet

„Tina Turner: Live in Holland“ ist ein Teil der Konzerttournee zum 50. Jubiläum der amerikanischen Queen of Rock ’n‘ Roll und bereits ihre neunte Solo-Konzerttournee – außerdem gleichzeitig die erste Tour seit acht Jahren nach der rekordverdächtigen Twenty Four Seven Tour. Über eine Millionen Zuschauer besuchten die ausverkauften Vorstellungen in Europa und Nordamerika. Das Konzert „Tina Turner: Live in Holland“ zog 35.000 Zuschauer an und wurde im März 2009 in Arnheim aufgenommen.

2008 kehrte die Queen of Rock ’n‘ Roll, Tina Turner, zur Freude ihrer Fans acht Jahre nach der Twenty Four Seven Tour auf die Bühne zurück und kündigte die Konzerttournee zu ihrem 50. Bühnenjubiläum an. Die mehrfache Grammy-Gewinnerin spielte 90 Shows in über 40 Städten in ganz Nordamerika und Europa, die immer wieder restlos ausverkauft waren. Ein begeistertes Publikum feierte sie minutenlang mit Standing Ovations.

Tina Turner lieferte mit ihrer Band ein energiegeladenes und kraftvolles Konzert ab, das durch eine aufwendige Choreographie, spektakuläre Beleuchtung und Pyrotechnik abgerundet wurde. „Tina Turner: Live in Holland“ wurde im März 2009 in Arnheim aufgenommen, wo Turner vor 35.000 Zuschauern auftrat. Das Programm beinhaltet alle ihre großen Hits wie „Steamy Window“, „Private Dancer“, „What’s Love Got To Do With It“, „Golden Eye“ oder „Nutbush City Limits“.


Sonntag, 11.08. / 11:35 Uhr / Kunst muss raus ~ Licht und Liebe
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2018, BRNDRWDR 26 Min.
Regie: Claudia Kuhland
Online verfügbar von 11/08 bis 10/09
Erstausstrahlung

Frei zugänglich und mitten in der Gesellschaft: Kunst im öffentlichen Raum. Manchmal kann sie als Rebellion gegen Vorschriften und Konventionen gelesen werden – und auf verschiedenste Arten die Umgebung neu gestalten. Für die einen ist sie ein Geschenk, für die anderen bloße Zumutung. Warum suchen Künstler überhaupt den öffentlichen Raum und wie gehen sie mit ihm um?In dieser Folge der Reihe „Kunst muss raus“ kommen Christo und Jeanne Claude, Mischa Kuball und das Künstlerduo Mutter und Genth zu Wort. In ihren Arbeiten spiegeln sich nicht nur die Unterschiede zwischen kurzzeitigen und langfristigen Arbeiten, sie zeigen auch, wie öffentlich eigentlich der nicht museale Raum ist und wie Künstler ihn verändern können.

In dieser Folge der Reihe „Kunst muss raus“ kommen drei Künstler zu Wort, die sich explizit mit den Themen Zeit und Raum in ihren Arbeiten beschäftigen. Da sind zum Beispiel Christo und Jeanne Claude, Gigastars der Kunstszene, die über Jahrzehnte gemeinsam mit gezielt auf kurze Zeit angelegten großen Events eine maximale Öffentlichkeit erreichen. Christo ist mittlerweile Witwer, immer noch sucht er das authentische Erlebnis im öffentlichen Raum, wie etwa bei seiner jüngsten Arbeit, der Mastaba in London.Auch Mischa Kuball setzt bei seinen „Public Prepositions” auf die erhöhte Aufmerksamkeit, die kurzzeitige Interventionen erzielen können. Der vielfach preisgekrönte deutsche Künstler arbeitet weltweit, oft mit Licht, nicht als Lichtkunst, sondern mit Licht als Medium, um Orte zu bezeichnen oder belegen. In Marl markiert Kuball mit Leuchtschrift öffentliche Gebäude, an denen man sich meist nur kurz aufhält. Oder er bereist mit einem Lkw, auf dem Leuchtschriften angebracht sind, Schloss Ludwigslust, sperrt damit die Zufahrt zum Schlossplatz für wenige Minuten. Eine künstlerische Protestaktion mit politischem Hintergrund.Die Hamburger Künstler Heike Mutter und Ulrich Genth recherchieren sehr intensiv die Orte, auf die ihre Werke reagieren. Wie etwa bei ihrer bis dato berühmtesten Arbeit „Tiger & Turtle“ einer begehbaren Achterbahn auf einer Halde bei Duisburg. Die lockt viele Menschen als Ausflugsziel, ist zugleich eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Strukturwandel der Region.Oder ihre jüngste Arbeit in München, die „Freiham Folly“ – ein 21 Meter hoher Turm mit bunten Kupferplatten, eine undefinierbare Mischung aus katholischen Kirchentürmen und einem Minarett, der an der Grenze zwischen zwei Wohngebieten steht; einem bestehenden mit hohem Migrationsanteil und einem Neubaugebiet mit gehobenem Wohnstandard.

Sonntag, 11.08. / 17:10 Uhr / Art Sories – Monumente mit Seele (4/5): Theater der Welt
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2018, ARTE 43 Min.
Regie: Philipp Mayrhofer
Online verfügbar von 11/08 bis 10/09
Erstausstrahlung

Die Reihe „Art Stories – Monumente mit Seele“ zeigt berühmte Werke der Bildenden Kunst und der Architektur und spürt die Geheimnisse ihrer Entstehung auf. Die fünfteilige Dokumentationsreihe führt auf eine facettenreiche Reise durch die europäische Kulturgeschichte.Das Theater der alten Griechen war eine echte Denkfabrik: Das intensive Mitwirken der Bürger diente als grundlegender Baustein der Demokratie. Shakespeares Globe Theater in London veranschaulicht den hierarchischen Aufbau der Renaissance-Gesellschaft; die gezeigten Stücke spotteten der Moralvorstellungen jener Tage, indem sie geschickt mit den allgemein anerkannten Regeln der Darstellung spielten. Die Bauweise von Wagners Opernhaus enthüllt den revolutionären Geist seines Schöpfers. Das Festspielhaus, einst in Wagners Streben nach einem Gesamtkunstwerk entstanden, fasziniert und polarisiert heute gleichermaßen. Vom Theater aus Stein bis zum visionären Opernhaus – jede Architektur veranschaulicht die großen Themen ihrer Epoche.

Das Theater, wie es heute im Westen bekannt ist, entstand in Griechenland zur selben Zeit wie die Demokratie. Die Bürger strömten in die Freilufttheater in Athen und Delphi und wirkten sogar selbst in den Stücken mit. Im Mittelalter hatte das Theater keinen festen, eigenen Ort mehr. Erst Shakespeare, die Galionsfigur der englischen Renaissance, gab dem Theater in Europa seine Bedeutung zurück.Sein Globe Theater in London erfreute sich bei allen sozialen Schichten größter Beliebtheit. Richard Wagner wollte im späten 19. Jahrhundert die Bühnenkunst revolutionieren und erbaute ein Opernhaus, um seine Vision von einer „totalen Kunst“ wahr zu machen. Das Theater der Alten Griechen war eine echte Denkfabrik: Das intensive Mitwirken der Bürger diente als grundlegender Baustein der Demokratie. Shakespeares Globe Theater in London veranschaulicht den hierarchischen Aufbau der Renaissance-Gesellschaft; die gezeigten Stücke spotteten der Moralvorstellungen jener Tage, indem sie geschickt mit den allgemein anerkannten Regeln der Darstellung spielten.Die Bauweise von Wagners Opernhaus enthüllt den revolutionären Geist seines Schöpfers. Das Festspielhaus, einst in Wagners Streben nach einem Gesamtkunstwerk entstanden, fasziniert und polarisiert heute gleichermaßen. Vom Theater aus Stein bis zum visionären Opernhaus – jede Architektur reflektiert die großen Themen ihrer Epoche, und auf den Bühnen der Welt ließ sich die menschliche Seele noch immer am besten erforschen.

Sonntag, 11.08. / 17:55 Uhr / Déjà-Vu ~Xavier Dolan
Magazin, Frankreich, 2019, ARTE F 30 Min.
Regie: Philippe Collin
Online verfügbar von 11/08 bis 10/09
Erstausstrahlung

Die aktuelle Performance eines Künstlers oder die Herausbildung eines Kulturphänomens geht beim Publikum häufig mit einem Déjà-vu-Erlebnis einher. Die gleichnamige Dokumentationsreihe befasst sich mit den Auslösern bestimmter Erinnerungen bei uns und ordnet sie in das Erbe einer früheren Kunstströmung ein.Diese Woche begibt sich „Déjà-Vu“ mit Xavier Dolan auf Schnitzeljagd. Das Nachwuchstalent recycelt die Klassiker der Filmgeschichte – natürlich mit entsprechendem Verweisen. Hochkonjunktur der Hexen – Ein Blick auf rebellierende Frauen in Film und Literatur. Und: bekannte Schriftstellerinnen im Biopic.

(1): Xavier Dolan – aus Alt mach
NeuXavier Dolan bringt mit „The Death and Life of John F. Donovan“ und „Matthias & Maxime“ dieses Jahr gleich zwei Filme in die europäischen Kinos. Seit seinem Regiedebüt „I killed my mother“ bedient sich das Nachwuchstalent aus Kanada immer wieder bei Klassikern wie „Sie küssten und sie schlugen ihn“, „Der unsichtbare Dritte“ und „In The Mood for Love“. Keine Frage: Dolan recycelt mit gutem Gewissen alles, was die Filmgeschichte zu bieten hat – und macht das Spiel mit intertextuellen Verweisen zur fröhlichen Schnitzeljagd.

(2): Die Hexen sind zurück!
Im Mittelalter galten rebellische Frauen als Hexen – das hat sich im 21. Jahrhundert kaum geändert. Die Zeit der Scheiterhaufen ist zum Glück vorbei, doch in Kino, Theater, Fernsehen und Musik haben Hexen nach wie vor Hochkonjunktur. Literatur- und Filmexperten analysieren, wie die Hexe aus der weiblichen Not eine Tugend macht.
(3): Schriftstellerinnen im Kino
Ein Blick auf Schriftstellerinnen im Film, genau richtig zum Filmstart von „Colette“. Welche von ihnen schafften es auf die Leinwand, und wie wurden sie dargestellt? Den Biopics über Karen Blixen, die Brontë-Schwestern, Janet Frame und Françoise Sagan diente das Leben der Autorinnen vor allem als Vorwand für eine kritische Betrachtung der sozialen Umstände ihrer Zeit – und weniger als Hommage an ihr Werk oder ihr Schreibtalent.

Sonntag, 11.08. / 18:25 Uhr / Die Mozart-Session
Musik, Deutschland, 2017, ZDF 44 Min.
Regie: Michael Beyer
Komponist: Wolfgang Amadeus Mozart
Orchester: Kammerakademie Potsdam

Mit: Andreas Ottensamer (Klarinette), Anna Prohaska (Sopran), Caspar Frantz (Klavier)

Online verfügbar von 11/08 bis 10/09

Drei Musiker – ein Komponist: Darum geht es beim Treffen dreier renommierter klassischer Musiker im Säälchen in Berlin. Anna Prohaska, Andreas Ottensamer und Caspar Frantz kommen zusammen, um sich in Wort und Musik einen freundschaftlichen Wettstreit um einen Komponisten zu liefern und dem Publikum ihre Sicht auf Mozart zu präsentieren.

Dafür interpretieren die drei Freunde Werke, Ausschnitte und Bearbeitungen, die zum Teil eigens für diesen Event arrangiert wurden. Ziel der Musiker ist es, das Publikum für die eigene Perspektive auf den Komponisten zu begeistern. Die drei Freunde machen Musik und diskutieren anschließend über den Komponisten, seine Werke sowie die Zeit, in der er lebte. Begleitet werden sie dabei von der Kammerakademie Potsdam.

Produziert wird im Säälchen, einer fast schon „klassisch“ zu nennenden Berliner Location. Hier wird die Distanz zwischen Bühne und Publikum aufgehoben. Musiker und Publikum sitzen und spielen auf der gleichen Ebene und auf engstem Raum. In dieser Atmosphäre spielen die drei Musiker in unterschiedlichen Konstellationen und widmen den Abend Mozarts Musik und Leben. Mit ihrer Musik und in Gesprächen zeigen sie spielerisch, wie zeitlos, schön und relevant Mozart bis heute ist.

Sonntag, 11.08. / 22.10 Uhr / Being David Hasselhoff
Schwerpunkt: Summer of Freedom
Dokumentation, Deutschland, 2019, RBB 52 Min.
Regie: Oliver Schwabe
Mit: David Hasselhoff
Online verfügbar von 11/08 bis 10/09
Erstausstrahlung

Oft belächelt, aber auch grenzenlos verehrt, ist David Hasselhoff eine weltweite Pop-Ikone. Mit der Serie „Knight Rider“ wird er berühmt und „Baywatch“ macht ihn reich. Bis heute gilt „Baywatch“ als erfolgreichste Fernsehserie der Welt – und Hasselhoff als der meistgesehene TV-Star. In Deutschland und Österreich hat er auch als Sänger Erfolg: „Looking for Freedom“ stürmt 1989 die Charts und wird zur Hymne des Mauerfalls. Reflektiert, selbstironisch und humorvoll erzählt David Hasselhoff in Oliver Schwabes Dokumentation seine fast unglaubliche Geschichte.

David Hasselhoff – für seine Fans ist er der Held ihrer Kindheit, der als Michael Knight mit seinem sprechenden Auto KITT für Gerechtigkeit kämpft oder als Mitch an der Seite der hübschesten Mädchen Menschen vor dem Ertrinken rettet. „Knight Rider“ macht David Hasselhoff berühmt und „Baywatch“ macht ihn später reich. Bis heute gilt Baywatch als erfolgreichste Fernsehserie der Welt – und Hasselhoff als der meistgesehene TV-Star. Doch auch als Sänger feiert er Erfolge, vor allem in Deutschland und Österreich. Sein Song „Looking for Freedom“ stürmt 1989 die Charts und wird zur Hymne des Mauerfalls.Als Hasselhoff gefragt wird, ob er seinen Hit an Silvester 1989 am Brandenburger Tor singen möchte, sagt er sofort zu. Mitten während der Dreharbeiten zu „Baywatch“ fliegt er kurz nach Berlin und wird Teil eines historischen Moments. In einem Kran schwebt er über die Berliner Mauer, auf seiner Jacke blinkt eine Lichterkette, und Tausende jubeln ihm zu. Dass er mit diesem Auftritt zu einer der Symbolfiguren des Mauerfalls werden sollte, hätte er selbst wohl am wenigsten gedacht. Schon zwei Tage später steht er wieder am Set in Malibu Beach und verteilt Mauerstücke an seine ungläubigen Kollegen.Reflektiert, selbstironisch und humorvoll erzählt David Hasselhoff in Oliver Schwabes Dokumentation seine fast unglaubliche Geschichte. Heute ist er zu einem Kultstar geworden. Seine Fans nennen ihn nur „The Hoff“ und sie lieben es, dass er nicht davor zurückschreckt, sich selbst zu parodieren.

Sonntag, 11.08. / 23:05 Uhr / Depeche Mode und die DDR
Schwerpunkt: Summer of Freedom
Dokumentation, Deutschland, 2018, MDR 54 Min.
Regie: Heike Sittner, Nils Werner
Mit: Thilo Schmied, Anne Haffmanns, Gerald Ponesky
Online verfügbar von 11/08 bis 18/08

Dieses Pop-Konzert schrieb DDR-Geschichte: Am 7. März 1988 – trat Depeche Mode zum ersten und letzten Mal in der DDR auf. Die FDJ-Führung, die das Konzert zum Geburtstag der Organisation veranstaltete, verbuchte die Veranstaltung als Erfolg ihrer politischen Arbeit. Die Begeisterung für Depeche Mode ist in der DDR einzigartig. Die Dokumentation geht auf Spurensuche, wie es zu dieser Faszination Depeche Mode gekommen ist und welche Parallelen es zwischen den Musikern aus dem englischen Basildon und der sozialistischen Jugend gibt.

Die Dokumentation „Depeche Mode und die DDR – Just can‘t get enough“ blickt auf das Sensationskonzert in der DDR zurück. Dieses Pop-Konzert schrieb DDR-Geschichte: Am 7. März 1988 – trat die britische Synthie-Pop-Gruppe Depeche Mode zum ersten und letzten Mal in der DDR auf. Fans gaben Unsummen aus, nur um in der Ost-Berliner Werner-Seelenbinder-Halle dabei zu sein. Deklariert als „Geburtstagskonzert der FDJ“ kosteten die Eintrittskarten damals 15 Ostmark.Dass sich dahinter ein Konzert der angesagtesten Band dieser Zeit verbarg, sprach sich schnell rum. Die FDJ-Führung, die das Konzert zum Geburtstag der Organisation veranstaltete, verbuchte die Veranstaltung damals als Erfolg ihrer politischen Arbeit. Hinter dem Eisernen Vorhang wird Depeche Mode zum Symbol für Freiheit, zur Projektionsfläche der DDR Jugend für ihre Sehnsüchte und zu einem Vorbild bei der Suche nach einer eigenen Identität.Die Begeisterung für Depeche Mode ist in Ostdeutschland einzigartig. Rund 70 Fanclubs etablieren sich in den späten 80er Jahren zwischen Rostock und Zwickau. Das Autorenteam Heike Sittner und Nils Werner geht auf Spurensuche, wie es zu dieser Faszination Depeche Mode in der DDR gekommen ist und welche Parallelen es zwischen den jungen Musikern aus dem ostenglischen Basildon und der sozialistischen Jugend gibt. So wird das legendäre Konzert in Ostberlin mit den damaligen Veranstaltern, Musikexperten und Fans minutiös nachgezeichnet. Ebenso die Erfolgsgeschichte von Depeche Mode, ihre Anfänge in einem englischen Arbeiterort, ihre Schaffenszeit in Westberlin, ihre Einstellung zum Ostblock und ihr besonderes Verhältnis zu den Fans der DDR.

Sonntag, 11.08. / 00:00 Uhr / Lugau City Lights ~ Ein DDR Dorf schreibt Popgeschichte
Schwerpunkt: Summer of Freedom
Dokumentation, Deutschland, 2017, MDR 52 Min.
Regie: Tim Evers
Online verfügbar von 11/08 bis 18/08
Erstausstrahlung

In Lugau, einem kleinen Dorf im Spreewald, ist es still. Zu still. Der einzige Ort, der etwas Leben verspricht ist die Kneipe. Kein Wunder also, dass der Ostfrust insbesondere bei der Dorfjugend allgegenwärtig ist. Das Leben von Alexander Kühne und seinen Freunden dümpelt geradezu dahin: Kohlebau, Weißkohlernte. Kurzum: viel Langeweile, wenig Coolness. Bei Bier und Zigaretten beginnen sie rumzuspinnen, malen sich aus, wie es wäre, ein Stück der pulsierenden Metropole nach Hause zu holen. Sie wollen etwas noch nie Dagewesenes schaffen, dem Mikrokosmus der DDR etwas ganz Großes entgegensetzen. Sie träumen groß – Spielen mit dem Gedanken, einen Musikclub zu gründen, in dem sich auch David Bowie wohlgefühlt hätte. Die Volkspolizei wittert eine Revolution, die Nachbarn Ruhestörung. Die Hürden scheinen unüberwindbar – und doch gelingt es. Aus der ehemaligen Dorfgaststätte wir der Jugendclub „Extrem“. Die größte Party ihres Lebens beginnt – mitten im Nirgendwo der DDR. Bis in die 90er zieht der Musikclub in der Provinz rockwütige Partygänger aus Berlin, Cottbus, Dresden und Leipzig an. Bands wie Rammstein, Fettes Brot oder Sandow bringen die Bühne zum Beben. Heute ist die Bühne verwaist, die Punk Konzerte von einst sind nichts weiter als bloße Erinnerung.2017 reist Kühne zurück an den Ort, an dem er und seine Freunde einst das Unmögliche möglich machten.„Lugau City Lights“ zeigt überschäumende Popkultur wo sie keiner vermutet – in einem Dorf zwischen Dresden und Berlin und erzählt die Geschichte von jungen Menschen, die weder aus der DDR flohen noch sie bekämpften, sondern sie einfach ignorierten – mit einer musikalischen Revolution im einem Dorfsaal.

Sonntag, 11.08. / 00:50 Uhr / Highlights der Young Euro Classic 2018
Musik, Deutschland, 2018, ZDF 61 Min.
Regie: Torben Jacobsen, Anais Spiro, Martin Feil
Dirigent: Simon Over
Mit: Jugendorchester der Welt
Online verfügbar von 11/08 bis 10/09
Erstausstrahlung

In Berlin fand im August zum 19.Mal das Young Euro Classic statt, das Gipfeltreffen der besten Jugendorchester. Die ungezwungene Atmosphäre ist Markenzeichen des Festivals – künstlerisch ist es auf höchstem Niveau. Mit dabei: Orchester aus Norwegen, Holland, Georgien und den USA, sowie die in London ansässige Southbank Sinfonia. ARTE zeigt Höhepunkte.

Wer sagt, dass Klassik keine Jugendkultur ist? Das Young Euro Classic beweist Jahr für Jahr, welch starke Anziehung klassische Musik nach wie vor auf Jugendliche ausübt. Mittlerweile im 19. Jahr, hat sich das Festival von einem europäischen Musik-Treff zu einem internationalen Gipfel-Treffen gemausert. Viele der Orchester, die hier auftreten, existieren nur in Projektphasen und ziehen dabei den besten Nachwuchs aus allerlei anderen Jugendorchestern an. Die in London beheimatete Southbank Sinfonia beispielsweise versammelt 33 Jahres-Stipendiaten: allesamt Anwärter auf Stammplätze in internationalen Spitzenorchestern.Zu den Gepflogenheiten des Young Euro Classic gehört auch die Mitwirkung internationaler Dirigenten und Gastmusiker. Mit dabei Kristjan Järvi als Dirigent der Georgian Sinfonietta und der Uraufführung eines eigenen Werks: Rhythmisch treibende Neo-Klassik am Puls der Zeit mit DJ und Sound-Effekten. Mit einem farbigen Programm zwischen Romantik und Moderne wartete dieses Jahr das National Youth Orchestra of the Netherlands auf, das norwegische Jugend-Orchester Ungdomssymfonikerne mit Grieg und Nielsen. Und das NYO Jazz, ein Ableger des National Youth Orchestra der USA, brachte mit Kompositionen von Duke Ellington bis Marvin Gaye den Konzertsaal zum Swingen. ARTE zeigt eine Auswahl an Höhepunkten.

Sonntag, 11.08. / 02:15 Uhr / Großes Kino made in DDR
Dokumentation, Deutschland, 2016, MDR 51 Min.
Regie: André Meier
Online verfügbar von 11/08 bis 18/08

Die ostdeutsche Filmgeschichte endet mit der Auflösung der DDR. Begonnen hatte sie 1946, als auf Anregung russischer Kulturoffiziere in Potsdam-Babelsberg die Deutsche Film AG gegründet wurde. Die DEFA erhält von der sowjetischen Besatzungsmacht die Lizenz für die „Herstellung von Filmen aller Kategorien“. Mit ihren zeitweise über 2.200 festangestellten Mitarbeitern produzierte die DEFA bis 1992 mehr als 700 Kino- und über 500 Fernsehfilme.In den Produktionen spiegelt sich die widersprüchliche Geschichte der DDR, politische Einflussnahme ebenso wie der Wandel von Moral-, Rollen- und Wertevorstellungen. Die Filmemacher der DEFA vollführten einen Spagat zwischen den Vorgaben der Partei, den Erwartungen des Publikums und den eigenen Ansprüchen. Durchaus mit Erfolg: Über drei Millionen Ostdeutsche besuchten 1973 die Kinos, um Heiner Carows „Die Legende von Paul und Paula“ zu sehen, und das Drama „Jakob der Lügner“ von Frank Beyer wurde 1977 für den Oscar nominiert.Die ARTE-Dokumentation von AndréMeier stellt die künstlerisch kühnsten und die politisch subversivsten DEFA-Filme vor. Sie erinnert an die von der Zensur verbotenen Filme ebenso wie an die im Parteiauftrag entstandenen Propagandawerke. Außerdem erzählt sie vom Versuch der DEFA, ins internationale Filmgeschäft einzusteigen. In den 50er Jahren lag der Fokus besonders auf der Zusammenarbeit mit politisch linksstehenden Künstlern aus Frankreich.Viele bekannte Schauspieler, Regisseure und Kritiker kommen zu Wort und schildern ihre Sicht auf die DEFA. Darunter Eva-Maria Hagen, Annekathrin Bürger, Katrin Sass, Winfried Glatzeder, Jaecki Schwarz, Christel Bodenstein, Jutta Wachowiak und Herrmann Zschoche.

Mittwoch, 14.08. / 05:00 Uhr / Peace X Peace Festival 2017
Musik, Deutschland, 2017, ZDF 60 Min.
Regie: Myriam Keeb

Mit: Großstadtgeflüster, Johannes Oerding, Herbert Grönemeyer feat. Balbina, Fetsum, Die Fantastischen 4, Yvonne Catterfeld, Andreas Bourani, Fritz Kalkbrenner
Online verfügbar von 14/08 bis 13/09

Das „Peace X Peace“-Festival kehrte in diesem Sommer nach einem umjubelten Debüt im vergangenen Jahr wieder in die Waldbühne Berlin zurück. Das Benefiz-Festival, das von Sänger Fetsum zugunsten von Kindern im Krieg und auf der Flucht ins Leben gerufen wurde, versammelte erneut ein Line-up mit Künstlern aus dem deutschsprachigen Raum, das es so wohl nicht noch einmal auf einer Bühne gibt und die allesamt ohne Gage aufgetreten sind.
ARTE präsentiert die Highlights dieses einzigartigen Festivals. Dabei sind unter anderem: Andreas Bourani, einer der großen Shootingstars des deutschsprachigen Pops der vergangenen Jahre, der neben zahlreichen anderen Ehrungen auch als erster Musiker den Medienpreis für deutsche Sprachkultur erhalten hat; Fritz Kalkbrenner, der mit Hits wie „Get A Life“, „Facing The Sun“ oder „Back Home“ seine Fans weltweit zum Mitsingen und -tanzen bringt; Die Fantastischen Vier – das sind Smudo, And.Ypsilon, Michi Beck und Thomas D im wahren Wortsinn. Sie haben die deutsche Musikszene entscheidend geprägt und dabei immer für hervorragende Unterhaltung gesorgt; Herbert Grönemeyer, ein weiterer Säulenheiliger des deutschen Pop, tritt nicht nur mit den Fantastischen Vier auf, er bringt auch die Sängerin Balbina mit; Freundeskreis, die zehn Jahre nach ihrem letztem gemeinsamen Konzert beim „Peace X Peace“-Festival einen der wenigen Auftritte in diesem Jahr haben; und natürlich Fetsum selbst, der es sich nicht nehmen lässt, im Kreis seiner „Allstars“ selbst zum Mikrofon zu greifen.

Freitag, 16.08. / 22:10 Uhr / Woodstock: 3 Days of Peace and Music
Dokumentarfilm, USA, 1969, ZDF 215 Min.
Regie: Michael Wadleigh
Kamera: Michael Wadleigh, Richard Pearce, Don Lenzer, David Myers
Schnitt: Martin Scorsese, Michael Wadleigh, Thelma Schoonmaker, Jere Huggins, Stanley Warnow, Yeu-Bun Yee
Produktion: Wadleigh-Maurice
Produzent: Bob Maurice
Moderation: Uschi Obermaier, Jane Birkin
Im August 1969 war eine kleine Stadt im Bundesstaat New York drei Tage lang im Ausnahmezustand: Zum Woodstock-Festival kamen alle großen Stars der Rock- und Folkszene – und über 400.000 Besucher. Der Film bietet einen Blick hinter die Kulissen, von den Vorbereitungen bis zu den Aufräumarbeiten. Außerdem: Porträts der Konzertbesucher, Reportagen über die Künstler. Und natürlich deren unvergessliche Konzerte.

Es ist der Höhepunkt der Hippie-Bewegung: ein gigantischer Protest gegen das Establishment, gegen die amerikanische Regierung und den Vietnamkrieg. Ein Festival mit unvergesslichen Konzerten und einer magischen Atmosphäre: The Who, Santana, Janis Joplin, Joe Cocker … Fast alle Stars der Rock- und Folkszene kommen, unzählige neue werden geboren. Auf einer kleinen Farm im US-Bundessaat New York hatten die Veranstalter rund 50.000 Besucher erwartet, etwa eine halbe Million Menschen strömen am Freitag, den 15. August 1969 auf das Gelände. Dieser Ansturm übertrifft die kühnsten Erwartungen. Chaotische Zustände brechen aus. Die Zufahrtsstraßen sind verstopft, Müllberge türmen sich und die Toilettenhäuschen reichen hinten und vorne nicht aus. In einem Meer aus Schlamm und Dreck singen, tanzen und feiern mehr als 400.000 Menschen für den Frieden

Zusatzinfo:
Michael Wadleigh gelingt mit seinem Blick hinter die Kulissen des legendären Festivals Woodstock ein einmaliges dokumentarisches Stimmungsbild dieser „drei Tage für Frieden und Musik“, und gleichzeitig ein bedeutendes Zeitdokument. Jugendliche aus gutem Hause in Lumpen, die ihre Liebe anbieten, Frauen und Männer im Indianerlook oder fransigen Gewändern, mit Pioniershüten, bunt geschminkt, bärtig, langhaarig, barbusig und mit Joints bewaffnet, singen zusammen mit The Who und Janis Joplin. Jimi Hendrix spielt die legendäre Version der amerikanischen Nationalhymne. Zwischen den Auftritten der Künstler bewegt sich die Kamera durch die gigantische Menschenmasse, zeichnet Interviews mit den Zuschauern auf oder beobachtet das Treiben der Menge aus nächster Nähe. Selten fühlt man sich dem „Summer of Love“ und dem Lebensgefühl der damaligen Zeit zwischen politischem Protest, Rockmusik und Flower Power näher als hier.

Für den oscarprämierten Dokumentarfilm zeichneten 20 Kameraleute mehr als 100 Stunden Material auf. Ursprünglich sollte kein geringerer als Martin Scorsese Regie führen, gab diese Aufgabe dann aber doch an Michael Wadleigh weiter. Trotzdem war er als Regieassistent und Cutter tätig, und tatsächlich erkennt man in „Woodstock“ einen Hauch des Geistes, der sein späteres Werk prägt. Während das Woodstock-Festival ein finanzielles Desaster war, spielte der Film in den ersten 18 Wochen fünf Millionen Dollar ein.


Samstag, 17.08. / 20:15 Uhr / Salzburger Festspiele 2019: Orpheus in der Unterwelt
Oper, Deutschland, 2019, ZDF 160 Min.

Regie: Michael Beyer
Inszenierung: Barrie Kosky
Dirigent: Enrique Mazzola
Orchester: Wiener Philharmoniker
Chorleitung: David Cavelius
Chor: Vocalconsort Berlin
Choreographie: Otto Pichler
Libretto: Ludovic Halévy, Hector Crémieux
Kostüme: Victoria Behr
Licht: Franck Evin
Dramaturgie: Susanna Goldberg

Mit: Marcel Beekman (Aristeus, Pluto), Martin Winkler (Jupiter), Joel Prieto (Orpheus), Kathryn Lewek (Eurydike), Max Hopp (John Styx), Anne Sofie von Otter (Die öffentliche Meinung), Peter Renz (Merkur), RafałPawnuk (Mars), Vasilisa Berzhanskaya (Diana), Frances Pappas (Juno), Lea Desandre (Venus), Nadine Weissmann (Cupido)

Erstausstrahlung

Zum 200. Geburtstag von Jacques Offenbach bringen die Salzburger Festspiele die populärste Operette des Komponisten auf die Bühne: „Orpheus in der Unterwelt“. Die Persiflage auf den Orpheus-Mythos, bei der eigentlich dessen selbstbewusste und eigenwillige Gattin Eurydike im Mittelpunkt steht, wird inszeniert von Barrie Kosky. Der deutsch-australische Regisseur ist für seine bunten wie hintersinnigen Arbeiten bekannt. Dieses Mal erschafft er ein „Offenbach-Panoptikum“ und entführt das Publikum in eine surreale Fantasiewelt. Am Pult der Wiener Philharmoniker sorgt Enrique Mazzola für Tempo und Verve beim Ensemble. Die Kombination mit üppigen Kostümen und eigenwilligem Bühnenbild verspricht ein ganz besonderes opulentes Highlight der Salzburger Festspiele zu werden – ein geradezu dionysisches Vergnügen! ARTE sendet die Oper live-zeitversetzt.

Sonntag, 18.08. / 11.35 Uhr / Kunst muss raus ~ Die Natur und das Nichts
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2018, BRNDRWDR 26 Min.
Regie: Cordula Echterhoff
Online verfügbar von 18/08 bis 17/09
Erstausstrahlung

Im Norden Norwegens, da, wo die Sonne im Sommer niemals untergeht, durchzieht ein einzigartiger 560 Kilometer langer Skulpturenweg die gesamte Provinz Nordland. Gegründet, um hier – wo es kein einziges Kunstmuseum gibt – die Kunst zu den Menschen zu bringen; um Orte zu schaffen, an denen sich Kunst und Natur wechselseitig in Szene setzen. In atemberaubend schöner Landschaft stehen 35 Werke von international renommierten Künstlern. Die Dokumentation bereist den Skulpturlandskap Nordland, macht bei einzelnen Werken Halt und trifft drei der Künstler, die mit ihren Werken unser Sein hinterfragen.

Der britische Künstler Antony Gormley gewährt Einblick in sein Londoner Atelier, zeichnet, entwirft, lässt seinen Körper scannen und berichtet über seine Skulptur „Havmannen“ in der Stadt Mo i Rana, für die er selbst Modell gestanden hat: eine menschliche Silhouette aus Granit, die mitten im Fjord und mit Blick auf den Horizont auf die Begrenztheit unseres Lebensraums und die unendlichen Möglichkeiten unseres Bewusstseins verweist.

Der in Wuppertal lebende Künstler Tony Cragg berichtet von seiner Steinskulptur in Bodø, mit der er auf den rücksichtslosen Umgang des Menschen mit natürlichen Materialien hinweisen will. Die sambische Künstlerin Anawana Haloba ist mit dem Kamerateam noch einmal zu ihrer Skulptur auf die Inselgruppe Træna gereist, zeigt die Insel Sanna, wo die ältesten Zeugnisse menschlichen Lebens in Norwegen gefunden wurden, und berichtet, wie sie mit ihrer Skulptur die Stimmen der Vergangenheit und die Stimmung des mythischen Ortes erfahrbar machen will.

Sonntag, 18.08. / 15.50 Uhr / Robert Redford – The Golden Look
Dokumentation, Frankreich, 2019, ARTE 53 Min.
Regie: Pierre-Henry Salfati
Wiederholung vom 04.08.

Sonntag, 18.08. / 16.45 Uhr / Art Stories – Monumente mit Seele (5/5): Kirchen der Macht
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2018, ARTE 43 Min.
Regie: Philipp Mayrhofer
Online verfügbar von 18/08 bis 17/09
Erstausstrahlung

Die Reihe „Art Stories – Monumente mit Seele“ zeigt berühmte Werke der bildenden Kunst und der Architektur und spürt die Geheimnisse ihrer Entstehung auf. Die fünfteilige Dokumentationsreihe führt auf eine facettenreiche Reise durch die europäische Kulturgeschichte. Der Aachener Dom und die Cappella Palatina auf Sizilien spiegeln in ihrer Architektur die Machtvisionen der Herrscher wider, die sie in Auftrag gaben. Karl der Große und Roger II., erster normannischer König von Sizilien, wählten die edelsten Materialien und die komplexesten Bautechniken für ihre imposanten Kirchen, die alle andere übertreffen sollten. Jedes Detail dieser beiden Bauwerke zeigt, wie die beiden Herrscher sich als Staatschefs und Stellvertreter Gottes auf Erden inszenierten. Zu der Reihe erscheinen 360°-Videos in der ARTE-App „ARTE360 VR“.

Im Mittelalter machten sich die Könige auf, neues Land im Namen ihres christlichen Glaubens zu erobern. Die Religion war damals ein Pfeiler ihrer Macht. Aachen war die Hauptstadt von Karl dem Großen und das Herz des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Hier wurden im Laufe der Jahrhunderte um die 30 Könige gekrönt. 2.000 Kilometer weiter südlich, in Palermo, wurde Roger II. im Jahr 1130 zum ersten normannischen König Siziliens ernannt. Er brachte große Mittel auf, um sich auf einem Territorium, das sich bereits diverse Kulturen teilten, als König für alle darzustellen. Der Aachener Dom und die Cappella Palatina auf Sizilien reflektieren die Machtvisionen der beiden Herrscher auch in ihrer Architektur. Karl der Große und Roger II. wählten die edelsten Materialien und die komplexesten Bautechniken für die imposanten Kirchen, die alle andere übertreffen sollten. Jedes Detail der beiden Bauwerke zeigt, wie die beiden Herrscher sich als Staatsmänner und Stellvertreter Gottes auf Erden inszenierten.

Zusatzinfo:
Effektvolle Kamerafahrten und originelle Blickwinkel zeigen bei „Art Stories – Monumente mit Seele“ die spektakulären Werke der Bildenden Kunst oder Architektur aus einer außergewöhnlichen und bewusst subjektiven Perspektive; Historiker und Architekturexperten ordnen sie in die Kunstgeschichte ein. In den 360°-Videos zur Reihe führt Andrea Fies die Zuschauer hautnah an die faszinierenden Kulturschätze heran.

Sonntag, 18.08. / 17.30 Uhr / Déjà-Vu ~ Schreiben unter Pseudonym
Magazin, Frankreich, 2019, ARTE F 30 Min.
Regie: Philippe Collin
Online verfügbar von 18/08 bis 17/09

Die aktuelle Performance eines Künstlers oder die Herausbildung eines Kulturphänomens geht beim Publikum häufig mit einem Déjà-vu-Erlebnis einher. Die gleichnamige Dokumentationsreihe befasst sich mit den Auslösern bestimmter Erinnerungen bei uns und ordnet sie in das Erbe einer früheren Kunstströmung ein.

Diese Woche geht „Déjà-Vu“ am Beispiel von Elena Ferrante der Frage nach, warum Autoren unter einem Pseudonym schreiben. Außerdem geht es um die neu aufgeflammte kulturpolitische Debatte, wie europäische Völkerkundemuseen mit Beutekunst aus Afrika umgehen sollen. Peter Farrellys Film „Green Book“ (2018) regt zum Nachdenken darüber an, wie Hollywood sich der Zeit der Rassentrennung widmet.

(1): Schreiben unter Pseudonym
Die Serien-Adaption von Elena Ferrantes Bestseller „Meine geniale Freundin“ und das Erscheinen ihres Werks „Frantumaglia“ in deutscher Sprache heizen die Spekulationen über die wahre Identität der Autorin weiter an. Doch Elena Ferrante ist nicht die erste Schriftstellerin, die ihren bürgerlichen Namen lieber geheim hält. Ein Beitrag rund um die Frage, was die Entscheidung für Anonymität und die Wahl des Pseudonyms über die Schriftsteller, das künstlerische Selbstverständnis und den Zeitgeist aussagt.

(2): Gebt Afrika, was Afrika gehört
Am 28. November 2017 verkündete Emmanuel Macron, er wolle den afrikanischen Ländern ihr Kulturerbe zurückgeben. Eine große Sache, denn im Zuge der Kolonialisierung wurden mindestens zwei Drittel der afrikanischen Kulturgüter nach Frankreich geschafft. Ein Jahr nach der Ankündigung lassen zwei Forscher die kulturpolitische Debatte wieder aufflammen: Um Beutekunst aus Afrika zu den rechtmäßigen Erben zurückzuführen, muss festgestellt werden, unter welchen Umständen die heutigen Museumsstücke entwendet wurden – und das hieße, die Gewalt anzuerkennen, mit der die Kolonialherren sich der wertvollen Kunstgegenstände bemächtigten. Ein Blick nach Europa zeigt, wie andere Länder jahrzehntelange koloniale Plünderungen wiedergutmachen.

(3): Rassentrennung im Film
In „Green Book“ (2018) schildert Peter Farrelly die Konzertreise eines schwarzen Pianisten durch die amerikanischen Südstaaten zur Zeit der Rassentrennung. Das „Green Book“ war damals so etwas wie ein Lonely Planet für Afroamerikaner, das über alle Etablissements Auskunft gab, in denen sie essen und übernachten durften. Doch Peter Farrelly war nicht der erste Filmemacher, der sich dem Thema der Rassentrennung annahm: Vor ihm traten Jeff Nichols („Loving“, 2016), Lee Daniels („Der Butler“, 2013) und Ava DuVernay („Selma“, 2014) in die Fußstapfen des großen Victor Fleming, der mit „Vom Winde verweht“ (1939) den Sezessionskrieg auf die Leinwand brachte. Ein Rückblick auf den Umgang Hollywoods mit der Zeit der Rassentrennung und der Bürgerrechtsbewegung.

Sonntag, 18.08. / 18.05 Uhr / Das Dresdner Festspielorchester spielt Robert Schumanns Sinfonie Nr.2
Abschlusskonzert der Dresdner Musikfestspiele 2016
Musik, Deutschland, 2016, ZDF 43 Min.
Regie: Henning Kasten
Komponist: Robert Schumann
Dirigent: Ivor Bolton
Orchester: Dresdner Festspielorchester
Online verfügbar von 18/08 bis 17/09

Robert Schumanns Symphonie Nr. 2 – interpretiert auf historischen Instrumenten: Die Dresdner Festspiele 2016 endeten glanzvoll mit einer Aufführung des Dresdner Festspielorchesters und setzten ein Zeichen für Weltoffenheit und gegen Fremdenfeindlichkeit. ARTE zeigt das Konzert vom Juni 2016, das in der Semperoper aufgezeichnet und vom Publikum mit Ovationen bedacht wurde.

Im Dezember 1844 zog Robert Schumann mit seiner Familie nach Dresden. Auf den Komponisten warteten einerseits ungemein produktive Jahre, andererseits befand er sich immer häufiger in depressiven Stimmungen. Zugleich warf die deutsche Revolution ihre Schatten voraus. Die Komposition seiner heute als 2. Symphonie bekannten C-Dur-Symphonie erfolgte ungefähr ein Jahr nach seiner Ankunft in Dresden. Schumann setzte sich während des Komponierens intensiv und hörbar mit der Musik Johann Sebastian Bachs auseinander. Die Vollendung der Symphonie ging mit einer spürbaren Besserung seines Gemütszustands einher. Die 2. Symphonie gehört zu Schumanns erfolgreichsten Werken für Orchester. Das 2012 gegründete Dresdner Festspielorchester besteht aus hervorragenden Instrumentalisten internationaler Spitzenorchester für historische Aufführungspraxis. Orchester und Dresdner Festspiele, die 2017 ihr 40. Jubiläum feierten, bilden eine programmatische Einheit: Festspielintendant Jan Vogler sieht im Festival die Fortführung kulturell und gesellschaftlich weltoffener Traditionen in Dresden, mit denen das Festival Flagge zeigt gegen aktuelle Tendenzen der Ausgrenzung und Abschottung.

Sonntag, 18.08. / 23.45 Uhr / Faszination Anne-Sophie Mutter
Ein Film von Anca-Monica Pandelea
Dokumentation, Deutschland, 2015, ZDF 52 Min.
Regie: Anca-Monica Pandelea
Mit: Anne-Sophie Mutter
Online verfügbar von 18/08 bis 17/09

Sie zählt zu den Besten ihres Fachs: die Violinistin Anne-Sophie Mutter. Viel stärker als andere deutsche Künstler ihrer Generation verkörpert sie Tugenden, die tief mit der Musik unseres Kulturkreises verbunden sind. Bereits vor 40 Jahren stand sie unter der Obhut Karajans auf den größten Bühnen. Der Film begleitet Anne-Sophie Mutter ein Jahr lang bei Proben und Aufführungen, trifft auf Weggefährten und vermittelt in ausführlichen Interviews das musikalische Lebensziel der Ausnahmekünstlerin, das, wie sie selbst sagt, lautet „… Interpretationen zu schaffen, die so zeitlos wie möglich sind“.

Anne-Sophie Mutter – eine Interpretin, die Maßstäbe gesetzt hat und auch heute noch setzt. Ein Jahr lang begleitet der Film die Violinistin, die auf der Suche nach Perfektion eine künstlerische Sonderstellung erreicht hat. Seit 40 Jahren steht das einstige Wunderkind auf den größten Bühnen der Welt. Der Film dokumentiert mit seltenen Archivaufnahmen die faszinierende Entwicklung einer Jahrhundertbegabung – vom Schützling Karajans zu einer der weltweit größten Instrumentalistinnen. Wichtige Bühnenauftritte, wie bei den Salzburger Sommerfestspielen mit Riccardo Muti und den Wiener Philharmonikern oder intensive Proben für das ihr gewidmete Violinkonzert von André Previn in London, geben Einblicke in den künstlerischen Alltag eines reisenden Weltstars. Abgesehen von ihren eigenen Streichkünsten stehen auch neue musikalische Projekte mit Nachwuchstalenten und jungen Künstlern ihrer Stiftung im Mittelpunkt. Darüber hinaus thematisiert der Film den außergewöhnlichen sozialen Einsatz der engagierten Künstlerin, die sich immer vehementer der musikalischen Themen unserer Zeit annimmt und zahlreiche internationale Benefizaktivitäten zu ihrer Aufgabe macht. Ergänzt wird das Porträt durch ein Gespräch mit einem Neurowissenschaftler, der sich mit der Wirkung von Musik auf die Menschwerdung befasst.

Sonntag, 18.08. / 00.40 Uhr / Young Euro Classic 2018: Tschaikowskis Symphonie Nr. 5 – Mit dem European Union Youth Orchestra
Musik, Deutschland, 2018, ZDF 56 Min.
Regie: Torben Jacobsen
Dirigent: Gianandrea Noseda
Mit: Diverse
Online verfügbar von 18/08 bis 17/09
Erstausstrahlung

Bereits zum 19. Mal fand im Sommer 2018 die Young Euro Classic in Berlin statt – das Gipfeltreffen der besten Jugendorchester der Welt. Einer der vielen Höhepunkte war der Auftritt des European Union Youth Orchestra, kurz: EUYO. ARTE zeigt die begeisternde Aufführung von Tschaikowskys 5. Symphonie in voller Länge!

Das European Union Youth Orchestra wurde in den 1970er Jahren in England gegründet, um die Europäische Union als musikalischen Kulturbotschafter zu repräsentieren. Auch wenn das Orchester seinen Sitz mittlerweile nach Italien verlegt hat, hat sich an der kulturellen Zielsetzung des Orchesters nichts geändert – genauso wenig wie an seinem künstlerischen Ehrgeiz. Die Geschichte des Orchesters ist mit den größten Namen der klassischen Musik verbunden, darunter Leonard Bernstein, Herbert von Karajan oder Gründungsmitglied Claudio Abbado. Die mittlerweile mehr als 3.000 Musiker, die im Laufe der Zeit mitgewirkt haben, entstammen sämtlichen Mitgliedsstaaten der EU und zählen zu den jeweils Besten ihres Jahrgangs. Mit Tschaikowskys 5. Symphonie brachten die jungen Musiker ein höchst publikumswirksames Werk der klassischen Musik zu Gehör. Tschaikowsky schrieb das Stück im Jahr 1888 innerhalb nur weniger Wochen. Er selbst schätzte es nicht allzu hoch ein – Kritik und Publikum haben jedoch ein anderes Urteil gefällt, gehört die Fünfte doch zu den beliebtesten Symphonien der klassischen Musik.

Dienstag, 20.08. / 05:00 Uhr / Seven Songs ~ Sahra Wagenknecht
Musik, Deutschland, 2014, ZDF 20 Min.
Mit: Sahra Wagenknecht
Online verfügbar von 20/08 bis 18/11

Vier Prominente aus Film, Musik, Politik und Unterhaltung erzählen von ihren Lieblingsliedern und welche Rollen sie in ihrem Leben gespielt haben. Dabei erfährt der ARTE-Zuschauer nicht nur viel über ihre Erfahrungen mit der Musik, sondern auch etwas über ihr Privatleben. Eine garantiert packende und aufrichtige Sendereihe – mit Lars Eidinger, Sharleen Spiteri, Sahra Wagenknecht und Steve Blame.

Diese Episode von „Seven Songs“ bestreitet Sahra Wagenknecht. Auch sie erzählt von ihren Lieblingsliedern und welche Rolle sie in ihrem Leben gespielt haben. Die Politikerin ist Mitglied der Partei Die Linke und polarisiert immer wieder mit Aussagen außer-, aber auch innerhalb ihrer Partei.

Mittlerweile gehört sie zu den bekanntesten Politikern Deutschlands. So leidenschaftlich sie ihre Arbeit auch ausübt, so groß ist scheinbar auch ihre Liebe zu französischen Chansons. Was genau diese Lieder in ihr wecken und wie sehr sie von deren Texten berührt wird, erzählt sie in „Seven Songs“ – fernab von politischen Gesprächen und kontroversen Themen. Sahra Wagenknecht mal ganz anders.

Mittwoch, 21.08. / 05:00 Uhr / Seven Songs ~ Lars Eidinger
Musik, Deutschland, 2014, ZDF 20 Min.
Mit: Lars Eidinger
Online verfügbar von 21/08 bis 19/11

Vier Prominente aus Film, Musik, Politik und Unterhaltung erzählen von ihren Lieblingsliedern und welche Rollen sie in ihrem Leben gespielt haben. Dabei erfährt der ARTE-Zuschauer nicht nur viel über ihre Erfahrungen mit der Musik, sondern auch etwas über ihr Privatleben. Eine garantiert packende und aufrichtige Sendereihe – mit Lars Eidinger, Sharleen Spiteri, Sahra Wagenknecht und Steve Blame.

Er gehört zu den erfolgreichsten Theaterschauspielern seiner Generation: Lars Eidinger. Nach seiner Ausbildung an der renommierten Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch wurde er Teil des Ensembles der Berliner Schaubühne. Mit seinem kompromisslosen und authentischen Spiel hat er sich an die Spitze der deutschen Theaterszene gearbeitet und ist mittlerweile genau deshalb auch ein gefragter Schauspieler in der deutschen Filmwelt.

Filme wie „Alle anderen“ oder „Die Wolken von Sils Maria“ wurden von Kritikern gelobt und das wohl auch nicht zuletzt wegen Eidingers beeindruckendem Schauspiel. Auch die Musik gehört zu seinen großen Leidenschaften: Als Musiker und DJ veranstaltet er an der Berliner Schaubühne regelmäßig Partys. Bei „Seven Songs“ erzählt er, wie es zu seiner Liebe zur Popmusik gekommen ist, wie sie sein Leben beeinflusst hat und welche Songs für ihn einen hohen Stellenwert haben. Ein interessantes und offenes Interview, in dem Eidinger einfach er selbst ist.

Mittwoch, 21.08. / 05:20 Uhr / Seven Songs ~ Sharleen Spiteri
Musik, Deutschland, 2014, ZDF 21 Min.
Regie: Theo Roos
Mit: Sharleen Spiteri
Online verfügbar von 21/08 bis 19/11

Vier Prominente aus Film, Musik, Politik und Unterhaltung erzählen von ihren Lieblingsliedern und welche Rollen sie in ihrem Leben gespielt haben. Dabei erfährt der ARTE-Zuschauer nicht nur viel über ihre Erfahrungen mit der Musik, sondern auch etwas über ihr Privatleben. Eine garantiert packende und aufrichtige Sendereihe – mit Lars Eidinger, Sharleen Spiteri, Sahra Wagenknecht und Steve Blame.

Sharleen Spiteri gehört wohl zu den bemerkenswertesten Frauen der Musikbranche. Mit ihrer einzigartigen Stimme, unerschütterlichem Ehrgeiz und vor allem ihrer Band Texas ist sie zu einer der erfolgreichsten Musikerinnen Großbritanniens geworden. Ihre emotionalen Texte, mit denen sie immer wieder beweist, dass sie zu den größten Songwriterinnen ihrer Generation gehört, verzaubern Zuhörer in ganz Europa. Nachdem sie jahrelang als Friseurin arbeitete, gründete sie Ende der 80er Jahre die Band Texas. Trotz anfänglicher Rückschläge etablierte sie sich mit ihr als ganz großer Act in der Rock- und Popwelt. „I Don’t Want A Lover“, „Say What You Want“ und „Summer Son“ sind nur ein paar der größten Erfolge der Band. Und auch solo hat sich Spiteri bislang mit zwei Studioalben eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Gerade The Clash und Marvin Gaye waren für die Sängerin musikalisch höchst inspirierend und vor allem lebensverändernd. Welche Musik und Songs sie noch beeinflusst haben, erzählt sie in dieser Folge von „Seven Songs“ – ein ungewöhnliches, fesselndes Interview.

Mittwoch, 21.08. / 22:10 Uhr / Kirill Serebrennikov ~ Kunst und Macht in Russland
Dokumentation, Deutschland, 2018, ZDF 52 Min.
Regie: Katja Fedulova
Online verfügbar von 21/08 bis 19/11
Erstausstrahlung

Kirill Serebrennikov ist einer der produktivsten Film- und Theaterregisseure Russlands. Er wurde gerade erst aus dem Hausarrest entlassen, doch auch das hatte ihn nicht von erfolgreichen Neuinszenierungen abhalten können. Der Film erzählt, wie Serebrennikov mit seinen Werken die Bruchstellen der russischen Gesellschaft aufspürt und wie seine Karriere auch ein Spiegel der russischen Kulturpolitik der letzten zehn Jahre ist.  

Kirill Serebrennikov ist einer der produktivsten Film- und Theaterregisseure Russlands. Zuletzt musste er fast zwei Jahre in Moskau im Hausarrest verbringen. Der Vorwurf: finanzielle Unregelmäßigkeiten bei einem seiner Kunstprojekte. Der Prozess, in dem viele eher ein Verfahren gegen die Freiheit der Kunst sehen, dauert noch an, der Hausarrest wurde mittlerweile aufgehoben.

Doch Serebrennikov versteht sich nicht als Dissident. Bei der künstlerischen Freiheit geht er allerdings keine Kompromisse ein. Mit seinen Arbeiten hat er immer wieder seismographisch die Bruchstellen der russischen Gesellschaft aufgespürt – oftmals zum Missfallen konservativer Kreise. Und doch erfreute sich der Regisseur auch lange Zeit der Fürsprache des Kremls.

Zuletzt sorgte seine „Nurejew“-Inszenierung am Bolschoi-Theater für Furore, Serebrennikov war kurz vor der Premiere verhaftet worden. Auch bei der Premiere seines Filmes „Leto“ in Cannes 2018 konnte er nicht dabei sein. Doch die besondere Produktivität des Künstlers konnte auch der Hausarrest nicht stoppen: Mit Hilfe seines Regieteams brachte Serebrennikov von Moskau aus erfolgreiche Operninszenierungen in Zürich und Hamburg auf die Bühne.

Der Film zeigt, wie Serebrennikov in seinen Werken von den ersten Erfolgen im Theater bis zu den Spielfilmen auf aktuelle Entwicklungen in Russland reagiert. Und wie Aufstieg und Fall des Regiestars auch ein Spiegel der russischen Kulturpolitik ist, von der kurzen Blüte der Kunstfreiheit unter Medwedew zu einer zunehmend konservativ geprägten Kultur, die auch mit autoritären Maßnahmen durchgesetzt wird.

Freitag, 23.08. / 00:15 Uhr / Trans Is Beautiful!
Schwerpunkt: Summer of Freedom
Dokumentation, Frankreich, 2016, ARTE F 53 Min.
Regie: Stéphanie Cabre, Claire Duguet
Online verfügbar von 23/08 bis 18/09

Transmenschen waren lange Zeit an den Rand der Gesellschaft verbannt, heute stehen sie selbstbewusst im Rampenlicht. Wie vollzog sich in nicht einmal hundert Jahren der Wandel vom Sonderfall zum allgegenwärtigen Mainstream-Star? Die Dokumentation geht auf eine Zeitreise zu den Ursprüngen der Trans*-Revolution: angefangen von der Pariser Cabaret-Ikone Coccinelle bis hin zu den US-Stars Caitlyn Jenner und Laverne Cox, von den Laufstegen der Modewelt zu Film- und Serienhelden.

Es ist der 24. April 2015, und der amerikanische Zehnkämpfer, Goldmedaillengewinner bei Olympia 1976, Nationalheld, Republikaner, internationales Sexsymbol und Patriarch des Kardashian-Clans Bruce Jenner outet sich zur Primetime vor 17 Millionen amerikanischen Fernsehzuschauern als Transfrau. Von nun an gilt: Call her Caitlyn! Der Slogan geht um die Welt. Das Ereignis ist ein historischer Meilenstein. Transmenschen waren lange an den Rand der Gesellschaft verbannt. Mehr und mehr zeigen sie sich selbstbewusst in Medien, Mode und Werbung. Wie erklärt sich der Wandel der öffentlichen Wahrnehmung transsexueller und transidenter Menschen vom Sonderfall zum Mainstream-Star in nicht einmal hundert Jahren? Die Dokumentation beleuchtet erstmals die Geschichte von Transmenschen in der Popkultur. Sie zeigt die Ursprünge und den langen Weg der Trans*-Revolution, gepflastert mit Enttäuschungen und Überraschungserfolgen: von den Pionierinnen der Pariser Cabarets in den 50er Jahren zum ESC-Sieg der Popsängerin Dana International 1998; von den Musen in Andy Warhols Factory hin zu YouTubern in der Transition; von den Ikonen des Kampfs um Transrechte zum Netflix-Star Laverne Cox, die 2014 auf dem Titel des „Time Magazine“ prangte; vom „Danish Girl“ Lili Elbe oder zu den Schwestern Lilly und Lana Wachowski, ehemals Brüder und Regisseure von „Matrix“. Die Dokumentation „Trans Is Beautiful!“ von Stéphanie Cabre und Claire Duguet vereint umfangreiches Archivmaterial und Interviews mit Trans-Promis aus den USA und Europa: unter anderem Zackary Drucker, Buck Angel, Stéphanie Michelini, Katastrophe, Balian Buschbaum, Bambi und Jen Richards erzählen über ihren Beitrag zur Transkultur und die Entwicklung bis zur heutigen Sichtbarkeit.


Sonntag, 25.08. / 11:25 Uhr / Kunst muss raus ~ Global und real
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2018, BRNDRWDR 26 Min.
Regie: Jörg Jung
Online verfügbar von 25/08 bis 24/09
Erstausstrahlung

Kunst im öffentlichen Raum beschränkt sich nicht darauf, die Welt unter freiem Himmel zu besetzen. Auch das Netz ist ein öffentlicher Raum. Und der ist nicht weniger real, nur weil er digital ist. Cao Fei, Chinas berühmteste Künstlerin, gründet eine Stadt im Second Life und lädt Besucher aus aller Welt ein, dort eine zweite Realität zu schaffen. Wer bin ich und wer will ich sein? Britta Thie entlarvt in ihren Webserien das trügerische Versprechen einer optimierten Selbstdefinition in den sozialen Medien. Und Achim Mohné unterläuft mit seinen Aktionen die Kontrollmacht der großen Netzanbieter, indem er subversive Botschaften gen Himmel sendet, die unfreiwillig via Google Earth jeden Haushalt erreichen. „Kunst muss raus“ entführt in die unendlichen Weiten der Kunst im öffentlichen Raum.

Die chinesische Künstlerin Cao Fei gründet eine Stadt im Second Life und lädt Besucher aus aller Welt ein, mit ihren Avataren dort eine zweite Realität zu schaffen. Ihre Stadt „RMB City“ wird ein Treffpunkt der internationalen Kunstszene. Sogar Kunstausstellungen werden dort digital realisiert. Ihre Identität als „China Tracy“ im Netz macht Cao Fei binnen kurzer Zeit zur berühmtesten Künstlerin Chinas.

Wer bin ich und wer will ich sein? Britta Thie reagiert auf die Dominanz der sozialen Medien in der Beziehungskultur der jüngeren Generationen, der sogenannten Digital Natives. In ihren Webserien entlarvt sie das trügerische Versprechen einer optimierten Selbstdefinition im Netz. Schon als Kind experimentierte sie mit mehreren Versionen ihres Selbst vor der Videokamera. Als Künstlerin machte sie dann Furore mit ihrer Webserie „Translantics“. Jetzt schuf sie mit Teenagern aus einer mittelkleinen deutschen Stadt den Piloten einer neuen Serie und gewann sogar einen globalen Elektronikdiscounter als Präsentationsort für die Kunst.

Im Netz wird Macht neu verhandelt. Achim Mohné unterläuft mit seinen Aktionen, die Kontrollmacht der großen Netzanbieter, indem er mit Farbe und Pinsel auf großen Flächen subversive Botschaften gen Himmel sendet, die unfreiwillig von Satelliten gespeichert und via Google Earth jeden Haushalt erreichen. Parallel zur Weltklimakonferenz schuf er zur Mahnung an die Verletzlichkeit unseres Planeten, ein grobes Mosaik des ersten Fotos der Erde von der Apollo-Mission 1968, das nur von Satelliten gelesen werden kann. Kunst kennt keine Grenzen. ARTE entführt in die unendlichen Weiten der Kunst im öffentlichen Raum.

Sonntag, 25.08. / 12:35 Uhr / Woodstock
Dokumentarfilm, USA, 1969, ZDF 215 Min.
Regie: Michael Wadleigh
Kamera: Michael Wadleigh, Richard Pearce, Don Lenzer, David Myers
Schnitt: Martin Scorsese, Michael Wadleigh, Thelma Schoonmaker, Jere Huggins, Stanley Warnow, Yeu-Bun Yee
Produktion: Wadleigh-Maurice
Produzent: Bob Maurice
Moderation: Uschi Obermaier, Jane Birkin

Mit: Joan Baez, Joe Cocker, Country Joe and the Fish, Stills and Nash, Jimmy Hendrix, Jefferson Airplane, Canned Heat, Richie Havens, The Who, Santana, Ten Years After, Crosby, Stills and Nash
Wiederholung vom 16.08.

Sonntag, 25.08. / 16:15 Uhr / Victor Hugo auf Guernsey ~ Ein Schriftsteller im Exil
Dokumentation, Frankreich, 2018, ARTE F 53 Min.
Regie: Mathilde Deschamps
Online verfügbar von 25/08 bis 24/10
Erstausstrahlung

Victor Hugo, der mit „Die Elenden“ und „Der Glöckner von Notre Dame“ Weltliteratur verfasst hat, hat knapp 15 Jahre auf der britischen Kanalinsel Guernsey im Exil verbracht. Nun wurde das Haus renoviert, das der französische Schriftsteller, Dichter, Zeichner und Publizist (1802-1885) in ein Gesamtkunstwerk verwandelt hat. Hugo hat sein Haus in St. Peter Port nach eigenen, selbst gezeichneten Entwürfen gestaltet und sich dabei auch von seinen Werken inspirieren lassen. ARTE stattet dem wiedereröffneten Hauteville House einen Besuch ab.

Victor Hugo wurde aus Frankreich verbannt, weil er sich gegen den Staatsstreich auflehnte, mit dem es Louis-Napoléon Bonaparte im Dezember 1851 gelang, den Weg für die Wiedereinführung der Monarchie frei zu machen. Als man Hugo des Landes verwies, hofften die Regierenden, er würde Amerika ansteuern. Der „Kanalinselfan“ jedoch flüchtete samt Familie und Geliebter in die unmittelbare Nachbarschaft, wo der Romantiker bald „das Atmen des Meeres“ genoss. In Guernseys Hauptstadt St. Peter Port kaufte der Schriftsteller das verwunschene Hauteville House, in dem er bis 1870 lebte.

Der Schriftsteller liebte die britische Kanalinsel sehr. Der Zuschauer erlebt sie mit Hugos Augen: durch Auszüge aus seinen Werken und in der wilden Schönheit des Ortes. Ob düster oder lichtdurchflutet, blumig-exotisch oder theatralisch-barock – in dem mit viel Liebe zum Detail eingerichteten Wohnsitz hat Hugo seiner Person und seinem Werk ein extravagantes Denkmal gesetzt. Der Direktor der Victor-Hugo-Häuser, Gérard Audinet, verrät, was der Dichter mit seinen zum sehr Teil eigenwilligen Dekorationen beabsichtigte. Außerdem erzählt der Biograf Jean-Marc Hovasse sehr lebendig aus Hugos Leben im anglonormannischen Exil.

Vieles von der Inneneinrichtung hat Hugo selbst entworfen – wie beispielsweise sein Bett, dass er aus 25 Möbelstücken zimmern ließ; überall sind die Initialen V und H angebracht: auf den Holzvertäfelungen, den Delfter Kacheln des Esszimmer-Kamins, im blauen und roten Salon, im Schlafzimmer und der Bibliothek.

Seine Werke schrieb Hugo unter anderem an einem Stehpult im gläsernen Dachatelier, seinem „Kristallpalast“ mit Blick aufs Meer. Die nahe Heimat und die Idylle seines Exils inspirierten Hugo zu einigen seiner bekanntesten Romane wie „Die Elenden“ (1862) und „Die Arbeiter des Meeres“ (1866).

Auf Guernsey entwickelte Hugo seine Gedanken zu Themen wie Exil und Familie, und hier bekräftigte er auch sein politisches Engagement für die Gleichheit der Menschen und für die Republik, gegen die Todesstrafe und gegen das Elend, unter dem das Volk litt. Ein Gedankengut, das auch Hugos Haus auf Guernsey bei diesem Rundgang auf Schritt und Tritt offenbart.

Sonntag, 25.08. / 17:10 Uhr / Déjà-Vu ~ Musikplagiate
Magazin, Frankreich, 2019, ARTE F 30 Min.
Regie: Philippe Collin
Online verfügbar von 25/08 bis 24/09
Erstausstrahlung

Die aktuelle Performance eines Künstlers oder die Herausbildung eines Kulturphänomens geht beim Publikum häufig mit einem Déjà-vu-Erlebnis einher. Die gleichnamige Dokumentationsreihe befasst sich mit den Auslösern bestimmter Erinnerungen bei uns und ordnet sie in das Erbe einer früheren Kunstströmung ein.

Diese Woche geht um Song-Diebstähle in der Musikgeschichte, um Saurier- und Mammutskelette, die bei Versteigerungen Millionen erzielen, und nicht zuletzt um ein Urgestein des französischen Kinos: um Gérard Depardieu und die genialen Schauspieler an seiner Seite.

(1): Plagiate in der Musik
Man erinnere sich an Pharrell Williams und Robin Thicke, die zu einer Entschädigungszahlung in Höhe von fünf Millionen US-Dollar an die Erben von Marvin Gaye verdonnert wurden, da ihr Song „Blurred Lines“ verdächtig „Got To Give It Up“ ähnelte. Archivaufnahmen und Hits vergegenwärtigen die kleinen „Anleihen“ und großen juristischen Anfechtungen in der Musikgeschichte. Ob Radiohead, Rihanna, Led Zeppelin oder Nirvana – auch im Musikgeschäft wird gerne mal geklaut. Kein Wunder, dass einem so manch neuer Hit bekannt vorkommt.

(2): Dinos stehen wieder hoch im Kurs
Nach Wein, Kunst und Gold haben Investoren und Sammler eine neue Spezies für sich entdeckt: Fossilien. Allein im Jahr 2018 wurden bei der Versteigerung von Saurier- und Mammutskeletten Millionen gezahlt. Allerdings boomt dieser sonst eher Archäologen und Zoologen vorbehaltene „Markt“ nicht zum ersten Mal, wie ein Blick hinter die Kulissen des Geschäfts mit den Dinos zeigt.

(3): Depardieu im Duo
Dieses Jahr kommen zwei Filme mit Gérard Depardieu in die Kinos. In „Convoi exceptionnel“ von Bertrand Blier ist Depardieu an der Seite von Christian Clavier zu sehen, in „Thalasso“ von Guillaume Nicloux spielt er zusammen mit Michel Houellebecq. Solche Doppelauftritte sind für Depardieu nichts Ungewöhnliches: Ob als Jungstar mit Patrick Dewaere oder später mit Coluche oder auch Pierre Richard – offenbar läuft der Schauspieler erst im Tandem zur Höchstform auf. Ein Rückblick auf die schillerndsten Duos der Filmgeschichte.

Sonntag, 25.08. / 17:40 Uhr / Le Sacre du Printemps von Strawinsky ~ Andris Nelsons und das Gewandhausorchester zu Leipzig
Musik, Deutschland, 2016, MDR 43 Min.
Regie: Ute Feudel
Komponist: Igor Strawinsky
Dirigent: Andris Nelsons
Orchester: Gewandhausorchester Leipzig
Online verfügbar von 25/08 bis 01/09

1913 geriet die Weltordnung der Naturwissenschaften und der Künste ins Wanken. Während Albert Einstein seine Relativitätstheorie vorlegte und Pablo Picasso die Gesetze des Raumes in seiner kubistischen Malerei aufhob, geriet die Uraufführung von Igor Strawinskys „Le sacre du printemps“ in Paris zu einem Skandal, der der neuen Musik ungeahnte Horizonte jenseits spätromantischer Konventionen öffnete.

Die Uraufführung von Igor Strawinskys „Le sacre du printemps“ geriet 1913 in Paris zu einem Skandal, der der neuen Musik ungeahnte Horizonte jenseits spätromantischer Konventionen öffnete. „Das Frühlingsopfer“, in dem ein Ritual im heidnischen Russland inszeniert wird und das Igor Strawinsky für die „Ballets Russes“ von Sergej Djagilew komponierte, ist mit seinen scharfen Dissonanzen und seinen wuchtig synkopierten Rhythmen eines der Schlüsselwerke des 20. Jahrhunderts. Der Komponist spricht selbst von der „Vision einer großen heidnischen Feier: Alte, angesehene Männer (‚Die Weisen‘) sitzen im Kreis und schauen dem Todestanz eines jungen Mädchens zu, das zufällig ausgewählt wurde und geopfert werden soll, um den Gott des Frühlings günstig zu stimmen“, so der Komponist. Andris Nelsons ist Kapellmeister des Leipziger Gewandhauses. Seit der Spielzeit 2014/15 ist er Chefdirigent des Boston Symphony Orchestra und wird es voraussichtlich bis 2022 bleiben. Mit beiden Engagements wird der Dirigent, der 1978 im lettischen Riga geboren wurde und als ausgesprochener Schostakowitsch- und Mahler-Spezialist gilt, zum Wanderer zwischen den Welten, was sich durchaus fruchtbringend auf das Repertoire auswirken könnte.

Freitag, 30.08. / 00:30 Uhr / Melt Festival 2019
Musik, Deutschland, 2019, ZDF 75 Min.
Regie: Paul Hauptmann
Online verfügbar von 30/08 bis 29/09
Erstausstrahlung

Mit 20.000 Besuchern jährlich, einer einzigartigen Kulisse und Auftritten von Top-Acts aus den Genres Indie, Pop und Elektro ist das Melt eine Institution in der deutschen Festivallandschaft. Das Melt Festival vom 19. bis 21. Juli im Livestream und jederzeit in der Mediathek auf ARTE Concert unter: concert.arte.tv

Nach Ferropolis fahren, die besten Girls und Dudes im Gepäck, Alltag draußen lassen und mit dem Moment verschmelzen. Sich zwischen imposanten Stahlgiganten zu wummernden Beats von Bühne zu Bühne treiben lassen, von Sonnenuntergangsromantik in ein strahlendes Lichtermeer eintauchen bis die Sonne am Horizont des Gremminer Sees wieder auftaucht, ins kühle Nass springen und dann von vorne starten: Das ist das legendäre Melt Festival.

Das Melt ist zudem ein Schmelztiegel neuer, aufstrebender Künstler, die sich anschicken, künftig zu den ganz Großen zu gehören. Wohl kaum ein anderes Festival in Deutschland beweist jedes Jahr aufs Neue diese Geschmackssicherheit und bringt immer wieder genau die Acts in die Stadt aus Eisen, die in der digitalen Welt aktuell den meisten Buzz erzeugen und Trends setzen.

Mit 20.000 Besuchern jährlich, einer einzigartigen Kulisse und Auftritten von Top-Acts aus den Genres Indie, Pop und Elektro ist das Melt eine Institution in der deutschen Festivallandschaft. Dieses Jahr unter anderem mit: Bon Iver, Jorja Smith, Skepta, Solomun, Four Tet, Bilderbuch, Kaytranada, RIN, The Black Madonna, Yung Lean, HVOB, Octavian, Agar Agar, Ama Lou und vielen mehr.

Das Melt Festival vom 19. bis 21. Juli im Livestream und jederzeit in der Mediathek auf concert.arte.tv. Im Fernsehen zeigt ARTE am 30. August 2019 exklusiv das Highlight-Konzert eines Headliners.


Diese Übersicht wird stets mehrere Wochen vor den jeweiligen Sendeterminen erstellt. Aktuelle Programmänderungen sind u. U. nicht berücksichtigt. Diese finden sich auf www.arte.tv.