TV-Tipps arte:



Samstag, 23.03. / 16:35 Uhr / Stadt Land Kunst Spezial 2019 (12/26): Madrid
Magazin, Frankreich, 2019, ARTE F 38 Min.
Regie: Fabrice Michelin
Online verfügbar von 23/03 bis 22/05
Erstausstrahlung

„Stadt Land Kunst Spezial“ – das sind drei spannende Entdeckungen an einem Ort. Jeden Samstagnachmittag entführt Linda Lorin ins Wochenende mit tollen Reisetipps, die von Freiheit und Romantik erzählen. In 38 Minuten will das Magazin Lust auf einen Ort irgendwo auf der Welt machen: Lissabon, Miami, Andalusien, Patagonien, Kenia, Brüssel oder Korsika – Linda Lorins Reiseprogramm hält so einiges Überraschendes bereits. Immer samstags ab 16 Uhr beleuchtet das Magazin eine Destination aus dreierlei Perspektiven: Im ersten Teil geht es um einen Künstler, der mit dem Ort in Verbindung steht: Hier hat er gelebt, geliebt, gelitten, gemalt oder komponiert, sich neu erfunden oder manchmal auch verloren. Ohne New York hätte Lou Reed niemals seine unvergleichlichen Songs geschrieben. Ohne Tanger hätte Eugène Delacroix den Orient nicht auf diese Art gemalt, ohne Brüssel gäbe es weder Tim noch Struppi. Linda Lorin lässt die Inspiration nachempfinden, die an diesen Plätzen Meisterwerke hervorgebracht hat. Im zweiten Teil stellt Linda Lorin Menschen vor, die den Ort geprägt und seine Geschichte geschrieben haben. Es geht um Bauwerke, Kulturlandschaften, Städte, Musik, kulinarische Spezialitäten, aber auch um Eroberungen und Kriege – das Mexiko der Konquistadoren, das Patagonien der Banditen, Mississippi und Blues. Der dritte Teil zeigt touristische Highlights in neuem Licht: die Klassiker, die man auf keinen Fall verpassen darf und will. Linda Lorin erzählt, was nicht in den Reiseführern steht: sie verrät unbekannte, oft unglaubliche Begebenheiten aus der Geschichte des Ortes, manche davon sind streng geheim.

(1): Madrid, die Movida von Pedro Almodóvar
Im Herzen der Iberischen Halbinsel liegt Madrid, die monumentale und erzkatholische Hauptstadt Spaniens. Hinter der strengen Fassade verbirgt sich jedoch eine ganz andere Stadt: Das lebenslustige Madrid, das gerne mit Tabus bricht – und das Pedro Almodóvar 1967 noch während der Franco-Diktatur kennenlernte. Der künftige Vorzeigevertreter der Movida Madrileña entdeckte dort sein Faible für Kitsch und durchgeknallte Inszenierungen.

(2): Das prachtvolle Madrid der Bourbonen
Majestätische Paläste, prächtige Gärten, extravagante Brunnen: In der spanischen Hauptstadt Madrid und ihrer Umgebung finden sich königliche Bauten der französischstämmigen Bourbonen-Dynastie. Als der letzte spanische Habsburger 1700 ohne Nachkommen verstarb, stieg Philipp V., Enkel von Ludwig XIV., auf den Thron. Die Bourbonen modernisierten das Reich, das sich im Niedergang befand, und prägten es bis heute.

(3): Das absolute Muss: Der Prado in Madrid
Das Museo del Prado ist eine der bedeutendsten Pinakotheken der Welt. Hier hängen „Las Meninas“ von Velázquez und zahlreiche Arbeiten der spanischen Meister El Greco und Goya, aber auch berühmte Werke von Raffael, Caravaggio und Rubens. Jahr für Jahr strömen drei Millionen Besucher in das Museum – ohne zu ahnen, dass viele der kostbaren Gemälde eine schier unglaubliche Evakuierung mitgemacht haben.

Samstag, 23.03. / 23:55 Uhr /Square für Künstler: Carte Blanche für Reza, Fotograph
Magazin, Frankreich, 2018, ARTE 26 Min.
Erstausstrahlung

Samstag, 23.03. / 00:25 Uhr / Kurzschluss – Das Magazin ~ Schwerpunkt „Das Festival von Aubagne – Musik im Film“
Magazin, Frankreich, 2018, ARTE F 58 Min.
Online verfügbar von 23/03 bis 29/01
Erstausstrahlung

„Kurzschluss – Das Magazin“ zeigt die neuesten Kurzfilme aus aller Welt – und wirft einen Blick hinter die Kulissen: mit Porträts, Drehberichten, aktuellen Festival- und Filmtipps und vielen spannenden Interviews. Mehr Infos unter: arte.tv/kurzschluss

(1): Death Van
Musikclip von Michael Enzbrunner, Kanada 2017
Das fiktive Space-Rock-Duo Death Van ist auf Tournee in einer Miniaturwelt, die von seltsamen Kreaturen bewohnt wird. Diese werden von einem bedrohlichen Wesen mit bösen Absichten verfolgt und in Angst und Schrecken versetzt.
Der Film lief 2018 im Wettbewerb des Trickfilmfestivals von Annecy.

(2): Zoom – Death Van
Im Juni 2018 hat „Kurzschluss – Das Magazin“ auf dem Trickfilmfestival von Annecy den Filmemacher Michael Enzbrunner getroffen. Er spricht über seinen fantasievollen Musikclip „Death Van“.

(3): Wächterinnen
Kurzfilm von Adeline Picault, Frankreich 2016
Acha und Myriam sind beide 15 und wohnen in Sozialwohnungen im gleichen Hochhaus-Wohnblock. Sie langweiligen sich fast zu Tode, als der Anführer einer Jungenbande, Sam, sie darum bittet, den Eingang eines Wohnblocks für ihn zu bewachen. Die Mädchen fühlen sich geschmeichelt und willigen gegen Bezahlung ein. Als sie sich vor dem Eingang von Wohnblock C postieren, sind sie überzeugt, an einem aufregenden Drogen-Deal teilzunehmen.

(4): Postkarte – Durch Mühsal zu den Sternen
Franck Dion, der Regisseur der Animationsfilme „Nicht mehr ganz da“ und „Edmond, der Esel“, schickt erste Bilder seines neuen Kurzfilms „Durch Mühsal zu den Sternen“.

(5): Make it Soul
Animationsfilm von Jean-Charles Mbotti Malolo, Frankreich 2018
Chicago, Winter 1965. Das Regal Theater begrüßt James Brown und seine Band sowie als Special Guest Solomon Burke, der sich kurz zuvor selbst zum „King of Soul Music“ ernannt hat. Aber hinter den Kulissen ist die Stimmung zunehmend angespannt, denn eines ist klar: Auf der Bühne kann es nur einen „King of Soul“ geben.
Jean-Charles Mbotti Malolo arbeitet als Filmemacher und Choreograph. Er studierte an der Kunsthochschule Emile Cohl in Lyon, wo er 2007 im Fach Autorenfilm seinen Abschluss machte.

(6): Privatvorführung – Make it Soul
Sébastien Danchin ist Historiker und Spezialist für afroamerikanische Kultur. Er spricht über die geschichtlichen Hintergründe der berühmten Winternacht 1965 in Chicago, als die Spannung hinter der Bühne zwischen dem „King of Rock and Soul“ und dem „Soul Brother No. 1“ zum Schneiden war.

(7): Geschafft
Animationsfilm von Marion Ichard, Frankreich 2017
Carrelux ist nicht mehr die Nummer 1 im Kachelgeschäft. Herr Icard, Chef von Carrelux, verfällt in Panik. Was sollen nur die Aktionäre denken? Aber zum Glück hat die Personalabteilung eine Geheimwaffe, um geschaffte Arbeitnehmer wieder in Form zu bringen: Heimlich blasen sie sie wieder auf. Damit sollte man es ja wohl wieder schaffen, die Nummer 1 zu werden!

(8): Begegnung – Aurélien Peyre
„Kurzschluss – Das Magazin“ hat Aurélien Peyre getroffen, den Regisseur des Kurzspielfilms „Die Augenweide“, der direkt im Anschluss an die Sendung zu sehen ist. Er erläutert und kommentiert seinen Film.

Sonntag, 24.03. / 13:20 Uhr / Elisabeth I. – Die Mörderin auf dem Thron
Dokumentation, Großbritannien, 2010, ZDF 48 Min.
Regie: Tom Cholmondeley
Online verfügbar von 24/03 bis 31/03

Zahlreiche Geschichten ranken sich um die berühmte englische Monarchin Elizabeth I. Doch ein Ereignis wird besonders kontrovers diskutiert, und zwar die Affäre der Königin mit Robert Dudley und der mysteriöse Tod seiner Frau Amy Robsart im September 1560. Bis heute ist nicht zweifelsfrei bewiesen, ob Amy Robsart bei einem Unfall starb, wie es damals gerichtliche Untersuchungen nahelegten, oder Opfer eines Gewaltverbrechens wurde. Die Dokumentation taucht in das Hofleben des Elisabethanischen Zeitalters ein, in dem Verschwörungen und Mord an der Tagesordnung waren.

Amy Robsarts plötzlicher Tod versetzte im Jahr 1560 ganz England in Aufruhr. Nicht einmal einen Monat zuvor hatte es Gerüchte gegeben, dass Queen Elizabeth I. Amy Robsart vergiften wolle, weil die Königin eine Affäre mit Amy Robsarts Ehemann Robert Dudley habe. Kaum jemand glaubte also an einen Zufall, als Amy Robsart eine Treppe herabstürzte und sich dabei tödliche Verletzungen zuzog. Die gerichtliche Untersuchung kam damals zu dem Schluss, es sei ein Unfall gewesen. Dudley und Elizabeth I. wurden von jedem Verdacht freigesprochen. Doch die Gerüchte über einen Selbstmord aus Verzweiflung oder einen Mord im Auftrag von Königin Elizabeth wollten nicht verstummen.

Die Unterlagen, die damals dem Gericht vorlagen, sind widersprüchlich. Sie lassen neben der Unfallvermutung auch die Mordtheorie zu. Filmemacher Tom Cholmondeley erzählt mit seiner Dokumentation einen Kriminalfall, der nie vollständig aufgeklärt wurde. Geleitet werden die Untersuchungen von dem jungen Historiker Chris Skidmore. Er präsentiert neue Quellen und Dokumente, die vielleicht beweisen können, was im Herbst 1560 wirklich geschah. Pathologen, Ärzte und Forensiker begutachten und bewerten die Indizien, die Skidmore in jahrelanger Recherche zusammengetragen hat.

Sonntag, 24.03. / 15:35 Uhr / Josephine Baker, Ikone der Befreiung
Schwerpunkt: Unabhängig, weiblich, stark
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE F 53 Min.
Regie: Ilana Navaro
Online verfügbar von 24/03 bis 31/03
Erstausstrahlung

Im Jahr 1925 verließ die junge schwarze Varieté-Tänzerin Josephine Baker die USA und machte sich auf den Weg nach Europa. Sie entfloh der Rassentrennung und versuchte ihr Glück in Paris. In nur einer Nacht wurde sie zum Liebling der französischen Metropole. Ihr „Danse sauvage“ sorgte für Furore auf dem alten Kontinent. Doch jedes Mal, wenn sie in ihr Heimatland zurückkehrte, stieß sie auf Rassentrennung und Rassismus. Eine Dokumentation über ihr politisches Erwachen.

Hundert Jahre vor Beyoncé lebte Josephine Baker. Sie wuchs in armen Verhältnissen in Missouri auf, wurde in Frankreich zur berühmten Tänzerin und Sängerin, setzte sich im Zweiten Weltkrieg an der Seite von General de Gaulle für die Résistance ein und adoptierte zwölf Kinder aus verschiedenen Teilen der Welt. Ihr Leben klingt wie ein Roman. Doch das ist nur die eine Hälfte der Wahrheit und sich damit zu begnügen, würde ihr nicht gerecht. Wer Josephine Baker wirklich verstehen will, muss ihre Ursprünge kennen. Ihr unstillbares Verlangen, alles zu verändern, ist einer Kindheit geschuldet, in der Gewalt und harscher Rassismus Alltag waren. Als Josephine Baker zur Welt kam, lag die Sklaverei erst 40 Jahre zurück. Im Mittleren Westen der USA, wo Baker aufwuchs, wurden Schwarze immer noch behandelt wie Menschen zweiter Klasse. Sie wohnten in Elendsvierteln und wurden regelmäßig von Weißen angegriffen, die den Ausgang des Bürgerkriegs nicht verkraften konnten. Aus dieser Situation floh Josephine Baker. Doch jedes Mal, wenn sie in ihre Heimat zurückkehrte, holten sie Hass und Rassismus wieder ein. Ihre USA-Reisen waren leidvolle Erfahrungen, die sie nachhaltig prägten. Fortan und bis ans Ende ihres Lebens nutzte Josephine Baker ihre Berühmtheit, um für ihre Ideale zu kämpfen. Die Dokumentation zeigt die Entwicklung von der Tänzerin im Bananenröckchen zur politischen Figur, die 1963 beim Marsch auf Washington als einzige Frau an der Seite Martin Luther Kings das Wort ergriff. Es ist die Geschichte des politischen Erwachens des ersten schwarzen Superstars.

Sonntag, 24.03. / 16:25 Uhr Künstlerinnen ~ Berlinde de Bruyckere kuratiert
Schwerpunkt: Unabhängig, weiblich, stark
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2018, NDRWDRSR 26 Min.
Regie: Claudia Müller
Online verfügbar von 24/03 bis 22/06
Erstausstrahlung

Die Künstlerin/Kuratorin dieser Folge ist die belgische Künstlerin Berlinde de Bruyckere. Das zentrale Thema in ihrem Werk ist Vergänglichkeit. In ihren brutal poetischen Objekten und Skulpturen verwischen die Grenzen zwischen Mensch, Tier und Natur. In ihrer virtuellen Ausstellung stellt Berlinde de Bruyckere die Kunst der Berberfrauen vor, Werke von Cristina Iglesias, Edith Dekyndt, Kara Walker, Artemisia Gentileschi sowie Gedichte von Patti Smith.

Die Serie „Künstlerinnen kuratieren“ liefert einen Überblick über die Vielfalt weiblichen Kunstschaffens in Geschichte, Gegenwart und weltweit. In jeder Folge lernen die Zuschauer die weibliche Kunstgeschichte durch die Augen einer bekannten Künstlerin kennen und erleben die Entstehung einer virtuellen Ausstellung.

Die Kuratorin dieser Folge ist die belgische Künstlerin Berlinde de Bruyckere. Das zentrale Thema in ihrem Werk ist Vergänglichkeit. Ihre brutal poetischen Objekte und Skulpturen verwischen die Grenzen zwischen Mensch, Tier und Natur. Es sind im Moment eingefangene Transformationen, die die Schönheit des Körpers feiern und den Verfall und die Endlichkeit schon in sich tragen.

Die Tochter eines Fleischers arbeitet meist mit präparierten Tierkadavern, die sie mit Kunstharz, Stoffen und Holz zu Objekten verarbeitet. Ihre Themen haben oft mythologische oder christliche Bezüge. Sie wuchs in einem katholischen Internat auf, wo sie unter anderem die klassische Ikonographie der Kunstgeschickte studierte und sich vor allem mit den christlichen Leidensdarstellungen beschäftigte.

Ihre Objekte vermitteln eine große emotionale Kraft und irritieren, weil hier Vertrautes auf Bedrohliches prallt. In ihrer virtuellen Ausstellung stellt Berlinde de Bruyckere die Kunst der Berberfrauen vor, Werke der spanischen Künstlerin Cristina Iglesias, der belgischen Konzeptkünstlerin Edith Dekyndt, der Afroamerikanerin Kara Walker, der lange in Vergessenheit geratenen Malerin Artemisia Gentileschi sowie Gedichte von Patti Smith.

Sonntag, 24.03. / 16:55 Uhr / Metropolis
Magazin, Deutschland, 2019, HR 43 Min.
Online verfügbar von 24/03 bis 22/06
Erstausstrahlung

(1): Weiblicher Blick auf den Krieg
(2): Weltstars machen Hausmusik: Tamar Halperin und Andreas Scholl

(1): Weiblicher Blick auf den Krieg
Der Krieg ist männlich, aber es gibt auch den weiblichen Blick darauf. Wie die Fotografinnen Lee Miller, Catherine Leroy oder Anja Niedringhaus auf Akteure und Opfer blicken, zeigt die Ausstellung „Fotografinnen an der Front. Von Lee Miller bis Anja Niedringhaus“, die vom 8. März bis 10. Juni im Kunstpalast Düsseldorf zu sehen ist.

(2): Weltstars machen Hausmusik: Tamar Halperin und Andreas Scholl
Die israelische Pianistin Tamar Halperin und der deutsche Countertenor Andreas Scholl treten als Solisten und Interpreten klassischer Liederabende international auf. Ihre jüngste CD begann als Hausmusik: Volkslieder aus ihren Heimatregionen, „The Family Songbook“.

Sonntag, 24.03. / 17:40 Uhr / Stars von morgen ~ Präsentiert von Rolando Villazón
Musik, Deutschland, 2018, ZDF 44 Min.
Regie: Elisabeth Malzer
Dirigent: Marie Jacquot
Orchester: Junge Sinfonie Berlin

Mit: Eldbjørg Hemsing (Violine), Johannes Kammler (Bariton), Tamás Pálfalvi (Trompete), Adriana Babin (Panflöte)

Online verfügbar von 24/03 bis 22/06
Erstausstrahlung

Rolando Villazón ist auf allen Bühnen der Welt und in der internationalen Musikszene zu Hause – und dabei immer auf der Suche nach außergewöhnlichen Talenten. Dieses Mal präsentiert er im Berliner Theater im Delphi vier junge Solistinnen und Solisten aus Norwegen, Deutschland, Ungarn und Moldawien.

Eldbjørg Hemsing, geboren in einem kleinen Dorf in Norwegen, spielte bereits mit sechs Jahren für die königliche Familie ihres Heimatlandes, mit elf hatte sie ihr Solodebüt mit dem Bergen Philharmonic Orchestra. Weltweite Aufmerksamkeit erreichte sie 2012 mit ihrem Auftritt bei der Verleihung des Friedensnobelpreises in Oslo. Auf ihrer wertvollen Violine von Guadagnini aus dem Jahr 1754 spielt sie das von ihr wiederentdeckte Konzert ihres Landsmanns Hjalmar Borgstrøm.

Von den Augsburger Domsingknaben zu den Salzburger Festspielen: Nach bedeutenden Wettbewerbserfolgen, etwa bei den Neuen Stimmen 2017 oder bei Plácido Domingos Operalia 2018, ist Johannes Kammler auf dem Weg zur internationalen Karriere. Mit der gleichnamigen Arie aus Lortzings „Wildschütz“ bringt der sympathische Bariton „Heiterkeit und Fröhlichkeit“ ins Studio.

So jung und doch schon musikalische Botschafterin ihres Heimatlandes Moldawien: Adriana Babin. Mit verblüffender Virtuosität und betörender Klangschönheit bringt sie zum ersten Mal eine Panflöte auf die Bühne der „Stars von morgen“ und spielt die mitreißend exotischen „Rumänischen Volkstänze“ von Bela Bartok.

Er gilt als der „junge Wilde“ und Genie unter den Trompetern: Tamas Palfalvi mischt mit stupender Technik und Spielfreude die Bläserszene auf. Der junge Ungar spielt das hochvirtuose Trompetenkonzert von Alexander Arutjunjan.

Sonntag, 24.03. / 23:30 Uhr / Damia – Chansonette in Schwarz
Schwerpunkt: Unabhängig, weiblich, stark
Dokumentation, Frankreich, 2015, ARTE F 52 Min.
Regie: Carole Wrona
Online verfügbar von 24/03 bis 31/03

„Damia – Chansonette in Schwarz“ erzählt die Geschichte einer Sängerin, die kurz nach dem Ersten Weltkrieg in den französischen Chansonhimmel aufstieg. Ihre besondere Verbindung zum Publikum und ihre ungewöhnliche Bühnenpräsenz – ganz in Schwarz, im Scheinwerferspot – verliehen ihr etwas Tragisches und inspirierten große Sängerinnen wie Edith Piaf, Barbara, Juliette Gréco und Catherine Sauvage.

Eine Frau im schwarzen Kleid steht vor einem schwarzen Vorhang und deklamiert ein französisches Seemannslied. Mit ihrer Eleganz, ihrer aufrechten Haltung und ihrer statuesken Schönheit gibt sie dem realistischen Lied eine ganz neue, tragische Dimension …

Damia wusste, wie man das Publikum berührte. Sie sang ihre Lieder nicht nur, sondern inszenierte sie in einer Show, bei der Licht und Gestik eine entscheidende Rolle spielten. In einem einfachen schwarzen Kleid stand sie vor einen schwarzen Samtvorhang, während die Scheinwerfer ihre Silhouette hervorhoben und ihren Bewegungen folgten. So machte sie den Chanson zu einer visuellen Kunst – und wurde selbst zum Inbegriff der tragischen Chansonsängerin nach dem Ersten Weltkrieg.

Ein halbes Jahrhundert lang wurde Damia in der ganzen Welt als moderne Ikone gefeiert; ihr Spiel und ihr Repertoire beeinflussten große Sängerinnen wie Edith Piaf, Lucienne Boyer, Juliette Gréco, Barbara, Catherine Sauvage, Cora Vaucaire und Juliette. Der Film beginnt 1889, als der Eiffelturm erbaut wurde und Damia das Licht der Welt erblickte. Er schildert die revolutionären Ideen einer Künstlerin, die stets mit ihrer Zeit ging, und die rasanten technischen Entwicklungen, die ihr Schaffen und das ihrer Kollegen beeinflussten. Denn der Eiffelturm, den Damia liebevoll als ihren „Zwilling“ bezeichnete, stand praktisch wie symbolisch für die Erfindung von Rundfunk und Fernsehen. So zeigt die Dokumentation anhand ihrer illustren Hauptfigur auch, wie sich die französische Chansonkultur im Laufe der Jahre gewandelt hat.

Sonntag, 24.03. / 00:25 Uhr / Ella Fitzgerald & Trio
Live auf dem Montreux Jazz Festival 1975
Schwerpunkt: Unabhängig, weiblich, stark
Musik, Schweiz, 1975, ARTE F 47 Min.
Regie: Norman Granz
Mit: Ella Fitzgerald, Tommy Flanagan Trio
Online verfügbar von 24/03 bis 01/05

Sie war die First Lady of Jazz und Schöpferin des Scat, bei dem sie ihre Stimme in freier Improvisation über Jazz-Akkorde wandern ließ: Ella Fitzgerald hat diese Stimme schon sehr früh zu einem virtuosen Instrument ausgebaut und gehört mit 13 Grammys und mehr als 40 Millionen verkauften Alben zweifellos zu den größten Stars der Jazzgeschichte. Bei diesem atemberaubenden Konzert, aufgenommen in Montreux am 17. Juli 1975, bewies sie in Begleitung des renommierten Tommy Flanagan Trios einmal mehr ihre unglaubliche Wandlungsfähigkeit.

Ella Fitzgerald war die Stimme des Jazz: Im Alter von 17 Jahren gewinnt sie einen Amateur-Wettbewerb im Apollo Theatre in Harlem. In den 30er Jahren wird sie im Orchester von Chick Webb zur jugendlichen Ikone der Swing-Ära. 1938 komponiert sie gemeinsam mit Chick Webb ihren ersten großen Plattenerfolg „A-Tisket, A-Tasket“. Nach dessen Tod 1939 übernimmt Ella Fitzgerald für einige Zeit die Leitung seines Orchesters. Sie arbeitet dann während des Krieges mit mehreren Big Bands und Gruppen, bis Norman Granz, der mit seiner Konzertreihe „Jazz at the Philharmonic“ berühmt geworden war, sie endgültig über praktisch alle anderen Jazz-Sängerinnen hinaushebt. Ihr Repertoire scheint fast unendlich: Neben allen Spielarten des Jazz singt sie Balladen, Calypso, Pop und ihre Spezialität Scat, bei der sie Musik einfach aus Silben ohne Texte schöpft. Bei diesem Auftritt auf dem Montreux Jazz Festival 1975 hatte Ella Fitzgerald schon eine 40-jährige Jazzkarriere hinter sich und wusste ganz genau, wie man mit dem richtigen Swing das Publikum aus der Reserve lockt. In Begleitung von Pianist Tommy Flanagan, Bassist Keter Betts und Schlagzeuger Bobby Durham begeistert die Sängerin bei diesem Konzert mit einer Mischung aus Jazz-Klassikern, Volksweisen und Balladen in ganz eigener, meisterhafter Interpretation. Auch wenn sie die Noten am Ende der Phrasen mit etwas mehr Vibrato als früher hält, geht ihr Gesang immer noch unter die Haut. Flottere Stücke spickt sie mit ihrem schelmischen Scat und fesselt ihr Publikum mit ihrer unglaublichen Energie – so wie bei dem Klassiker „How High the Moon“, der auch an diesem Konzertabend ewig jugendlich wirkt. Der Auftritt in Montreux gehört unumstritten zu den schönsten aus der Spätzeit der Sängerin. Ella Fitzgerald tourte anschließend noch bis in die 90er Jahre über die Bühnen der Welt, bevor sie sich aus gesundheitlichen Gründen aus dem Musikbusiness zurückzog. Die Musiktitel des Konzerts im Überblick: Teach Me Tonight (Sammy Cahn, Gene De Paul); Wave (Antônio Carlos Jobim); It’s All Right with Me (Cole Porter); Let’s Do It, Let’s Fall in Love (Cole Porter); How High the Moon (Nancy Hamilton, Morgan Lewis); The Girl from Ipanema (Vinícius de Moraes, A. C. Jobim)

Sonntag, 24.03. / 01:35 Uhr / Bella Figura
Theater, Deutschland, 2015, ZDF 97 Min.
Regie: Hannes Rossacher
Inszenierung: Thomas Ostermeier
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten: Jan Pappelbaum
Kostüme: Florence von Gerkan
Musik: Malte Beckenbach
Licht: Marie-Christine Soma
Autor: Yasmina Reza

Mit: Nina Hoss (Andrea), Mark Waschke (Boris Amette), Stephanie Eidt (Françoise Hirt), Renato Schuch (Eric Blum), Lore Stefanek (Yvonne Blum)

Online verfügbar von 24/03 bis 31/03

Boris steht das Wasser bis zum Hals. Der verheiratete Mann trifft sich auf dem Parkplatz eines luxuriösen Landgasthofs heimlich mit seiner Geliebten Andrea. Dort eingekehrt, unterläuft ihm ein kleiner Fauxpas: Im Plauderton erzählt er, dass ausgerechnet seine Frau ihm das Restaurant empfohlen hat. Diese unüberlegte Aussage wird den weiteren Verlauf des Abends bestimmen. Regisseur Thomas Ostermeier inszeniert erstmals ein Stück von Yasmina Reza an der Schaubühne Berlin, das die französische Autorin eigens für das Ensemble geschrieben hat.

„Oder wir nehmen ein Zimmer im Ibis und vögeln gleich“, sagt der verheiratete Glasereiunternehmer Boris zu seiner Geliebten Andrea, als er sich am Abend heimlich mit ihr auf dem Parkplatz eines luxuriösen Landgasthofs trifft. Andrea, eine alleinerziehende Mutter und pharmazeutisch-technische Assistentin, sitzt noch im Auto. Boris versucht, sie zum Aussteigen zu überreden. Er hat keine Zeit, denn seine Frau soll ihm nicht auf die Schliche kommen. Auch droht seine Kleinunternehmerexistenz aus den Fugen zu geraten – Boris steht das Wasser bis zum Hals. Und dann unterläuft ihm neben all dem Übel noch ein kleiner Fauxpas: Im Plauderton erzählt er, dass ausgerechnet seine Frau ihm das Restaurant empfohlen hat.

Diese unüberlegte Aussage wird den weiteren Verlauf des Abends bestimmen. Die Situation spitzt sich zu, als das Paar Eric und Françoise mit Erics Mutter Yvonne auftaucht, um den Geburtstag der alten Dame mit einem feinen Essen zu begehen. Binnen kürzester Zeit geraten alle Beteiligten in einen fatalen Strudel aus Vorwürfen, Behauptungen und Beschuldigungen, denn das Schicksal der beiden Paare ist eng miteinander verwoben: Françoise ist eine enge Freundin von Boris Ehefrau. Und auch der Alkohol zeigt seine Wirkung …

So bewegen sich die Figuren wie die Drehbühne im Kreis, zeigen nach und nach ihr wahres Gesicht und gewähren zwangsläufig einen Einblick in ihr Seelenleben, und das nicht nur auf der verglasten Toilette. Thomas Ostermeier inszeniert erstmals ein Stück von Yasmina Reza an der Schaubühne Berlin, das die französische Autorin eigens für das Ensemble geschrieben hat.

Zusatzinfo:
Dramatische Konflikte sind in Yasmina Rezas Texten stets brillant angelegt. Ihre Figuren entstammen dem Milieu der gebildeten, oberen Mittelschicht, deren scheinbar perfekte Fassade nach und nach bröckelt. Rezas Welt ist besiedelt von Menschen, die nicht Herr ihrer selbst sind und unter ihren Zwängen, Wünschen und Lügen leiden. „Bella Figura“ ist mit Nina Hoss und Mark Waschke hochkarätig besetzt. Thomas Ostermeier schafft einen Theaterabend, über den man zuweilen schmunzeln kann, der aber aufgrund der dramatischen Verstrickungen auch immer ein bisschen weh tut.

Sonntag, 24.03. / 03:10 Uhr / Augenschmaus ~ Dienstmagd mit Milchkrug von Jan Vermeer
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2014, ARTE F 26 Min.
Regie: Franck Gombert
Online verfügbar von 24/03 bis 23/05

Die Dokumentationsreihe „Augenschmaus“ bietet kulinarische Ausflüge in die Welt der Kultur: Ausgehend von Kunstwerken, welche die typische Küche einer bestimmten Epoche in Szene setzen, analysieren Kunsthistoriker und Geschichtswissenschaftler die Gastronomie dieser Zeit. Was aßen die Menschen damals? Welche Essgewohnheiten und Rituale hatten sie? Wie sahen Besteck und Geschirr aus? Auch der historische Kontext und die künstlerische Strömung, der das jeweilige Werk angehört, werden beleuchtet. Andere Zeiten, andere (Tisch-)Sitten – in „Augenschmaus“ untersuchen renommierte Fachleute künstlerische und kulinarische Trends von der Steinzeit bis zur Popkultur der Moderne. Außerdem kochen große Küchenchefs die Gerichte in der Sendung nach.

Jan Vermeers Bild „Dienstmagd mit Milchkrug“ (1658) ist im Amsterdamer Rijksmuseum ausgestellt. In dieser Ausgabe von „Augenschmaus“ lädt Marc Veyrat, Sternekoch aus Haute-Savoie, zu einem reichhaltigen Frühstück mit hausgemachten Milchprodukten und Armen Rittern in sein zauberhaftes Chalet in die Berge ein, um mit seinen Gästen die verborgene Symbolik in Jan Vermeers Gemälde zu ergründen.

Die Farbe Weißwirkte auf den berühmten Maler Wassily Kandinsky wie eine große Stille, wie „ein jugendliches Nichts“. Auch für die schneebedeckte Alpenlandschaft der Savoyen, in der Sternekoch Marc Veyrat zu Hause ist, trifft dies zu. Schneeweiß ist auch die Flüssigkeit, die die „Dienstmagd mit Milchkrug“ auf dem 1658 entstandenen Gemälde in die Schüssel gießt. Das Bild zeigt eine einfache Frau aus dem Volk bei einer alltäglichen Arbeit. Das Werk beeindruckt durch einen meisterhaften Einsatz von Farbe und Lichteffekten. Jan Vermeer, der den Beinamen „die Sphinx von Delft“ hatte, gab dem Betrachter mit seinen Bildern Rätsel auf. Vermeer schuf nur wenige solcher Meisterwerke, insgesamt fertige er in einer Schaffenszeit von 20 Jahren nur 45 Gemälde an.
Marc Veyrats Gäste sind in sein Chalet inmitten der Berge gekommen, um bei einem reichhaltigen Frühstück mit hausgemachten Milchprodukten und Armen Rittern mehr über die verborgene Symbolik in Vermeers Gemälde erfahren.

Sonntag, 24.03. / 03:40 Uhr / Augenschmaus ~ Jiro Taniguchi: Der Gourmet
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2014, ARTE F 26 Min.
Regie: Franck Gombert
Online verfügbar von 24/03 bis 23/05

Die Dokumentationsreihe „Augenschmaus“ bietet kulinarische Ausflüge in die Welt der Kultur: Ausgehend von Kunstwerken, welche die typische Küche einer bestimmten Epoche in Szene setzen, analysieren Kunsthistoriker und Geschichtswissenschaftler die Gastronomie dieser Zeit. Was aßen die Menschen damals? Welche Essgewohnheiten und Rituale hatten sie? Wie sahen Besteck und Geschirr aus? Auch der historische Kontext und die künstlerische Strömung, der das jeweilige Werk angehört, werden beleuchtet. Andere Zeiten, andere (Tisch-)Sitten – in „Augenschmaus“ untersuchen renommierte Fachleute künstlerische und kulinarische Trends von der Steinzeit bis zur Popkultur der Moderne. Außerdem kochen große Küchenchefs die Gerichte in der Sendung nach. Der japanische Manga-Autor Jiro Taniguchi widmet sich in seinem Buch „Der Gourmet – Von der Kunst allein zu genießen“ der Küche seines Landes. Zusammen mit Spitzenkoch Kei Kobayashi begibt er sich auf kulinarische Reise – inspiriert von seinem Werk.

Mahlzeiten sind oft Anlass für Geselligkeit. Aber auch alleine lassen sie sich genießen – ähnlich wie die Lektüre eines Buches oder eines Comics, da man dabei zur Ruhe kommt. Der japanische Manga-Autor Jiro Taniguchi widmet sich in seinem Buch „Der Gourmet – Von der Kunst allein zu genießen“ der Küche seines Landes und lässt die Hauptfigur verschiedene traditionelle Gerichte entdecken. Dabei stehen kleine Restaurants und einfache, beliebte Speisen im Vordergrund. Die gleichnamige Serie ist in Japan ein großer Erfolg. Der in Paris lebende Kei Kobayashi gehört zu einer neuen Generation von Spitzenköchen. Er ist gerührt von der Geschichte des einsamen Feinschmeckers und lädt Jiro Taniguchi auf eine kulinarische Reise ins Land ihrer gemeinsamen Ahnen ein. Dabei orientiert er sich an den Gerichten, die Taniguchi in seinem Manga erwähnt. Ein unverhofftes Genusserlebnis, dem sich Jiro Taniguchi gerne hingibt.

Mittwoch, 27.03. / 20:15 Uhr / Paula
Schwerpunkt: Unabhängig, weiblich, stark
Spielfilm, Deutschland, 2016, WDR 114 Min.
Regie: Christian Schwochow
Drehbuch: Stefan Kolditz, Stephan Suschke
Produktion: Pandora Film, Grown Up Films, Alcatraz Films, WDR, ARD Degeto, Radio Bremen, ARTE
Produzent: Ingelore König, Claudia Steffen, Christoph Friedel
Kamera: Frank Lamm
Schnitt: Jens Klüber
Musik: Jean Rondeau

Mit: Roxane Duran (Clara Rilke-Westhoff), Carla Juri (Paula Modersohn-Becker), Joel Basman (Rainer Maria Rilke), Albrecht Abraham Schuch (Otto Modersohn), Stanley Weber (Georges), Nicki von Tempelhoff (Fritz Mackensen), Jonas Friedrich Leonhardi (Heinrich Vogeler), Dominik Weber (Fritz Overbeck)

Online verfügbar von 27/03 bis 03/04
Erstausstrahlung

Worpswede, 1900. Schon bei ihrer ersten Begegnung spüren Paula Becker und Otto Modersohn eine besondere Verbindung. Aus ihrer gemeinsamen Leidenschaft für die Malerei wird die große Liebe; eine Beziehung in satten Farben, reich an Konturen und mit Spuren von Kämpfen. So wie die Gemälde der jungen Frau, die als Paula Modersohn-Becker in die Kunstgeschichte eingehen wird.
Mit „Paula“ erzählt Regisseur Christian Schwochow das faszinierende Leben einer hochbegabten Künstlerin und radikal modernen Frau zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Die Uhr tickt schwer, zwei zarte Hände umklammern ein gerahmtes Bild. Noch hat alles kein Gesicht. Carl Woldemar Becker ist gekommen, um seiner Tochter Paula ins Gewissen zu reden. Der Vater spricht den Satz, den Paula widerlegen wird: „Frauen können keine Malerinnen werden!“

Sie macht sich von Bremen aus auf in die nahegelegene Künstlerkolonie Worpswede, um Künstlerin zu werden. Gerade Fritz Mackensen, der nicht viel von Frauen hält und den malerischen Realismus predigt, wird hier ihr Lehrer. Die Wirklichkeit mit Präzision und Genauigkeit abzubilden, ist, was für ihn zählt. Doch Fräulein Becker malt, was SIE sieht, geht mit Staffelei, Farben und Pinsel ins Moor und ins Armenhaus, fragt Mütter, ob sie mit ihren Kindern Modell stehen würden. In der Bildhauerin Clara Westhoff findet Paula ihre beste Freundin. Die jungen Frauen saugen das Leben in Worpswede auf, auch das Feiern mit den Kolonisten, zu denen sich bald der kauzige Dichter Rainer Maria Rilke gesellt. Er und Clara werden ein Paar, während sich Paula und Otto Modersohn näherkommen.

„Bis 30 will ich es geschafft haben. Mein Leben soll ein Fest sein. Ein kurzes, intensives Fest … Wenn ich drei gute Bilder gemalt habe, dann gehe ich gern. Drei gute Bilder und ein Kind.“ – Fünf Jahre später hat Paula Schatten im Blick, in ihrem Ton ist das Unbeschwerte verloren gegangen. Intensiv sucht sie nach sich als Malerin und formt einen ungewöhnlichen, eigenen Stil, den in Worpswede keiner versteht. An Ihrem 30. Geburtstag bricht sie auf – nach Paris.

Zusatzinfo:
Regisseur Christian Schwochow feiert aktuell Erfolge mit der Serie „Bad Banks“ und ist auch Regisseur der zweiten Staffel von „The Crown“. Mit „Paula“ erzählt er das faszinierende Leben einer hochbegabten Künstlerin und selbstbestimmten Frau zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Voller Sinnlichkeit, zartem Humor und Leichtigkeit ist es auch die Geschichte einer leidenschaftlichen Liebe.

Hauptdarstellerin Carla Juri wurde durch die Verfilmung des Skandalbuchs „Feuchtgebiete“ (2013) von Charlotte Roche bekannt und für ihre darstellerische Leistung für den Bambi und den Deutschen Filmpreis nominiert. Als Paula Modersohn-Becker spielt sie in einem ganz anderen Genre – nicht minder überzeugend.

Mittwoch, 27.03. / 22:10 Uhr / Pigalle ~ Pariser Geschichten
Dokumentarfilm, Frankreich, 2017, ARTE F 60 Min.
Regie: David Dufresne
Online verfügbar von 27/03 bis 26/05
Erstausstrahlung

Zwischen Halbwelt und Avantgarde: das Rotlichtviertel Pigalle, berühmt-berüchtigt für seine Kabaretts und Revuetheater sowie magischer Anziehungspunkt für Maler, Musiker und Schriftsteller. Doch was ist davon in Zeiten der Gentrifizierung geblieben? ARTE spürt dem ganz besonderen Flair des legendären Viertels nach.

Mittwoch, 27.03. / 23:10 Uhr / Wo ist Rocky II?
Dokumentarfilm, Deutschland, 2016, ZDF 85 Min.
Regie: Pierre Bismuth
Online verfügbar von 27/03 bis 03/04
Erstausstrahlung

Es heißt, der renommierte amerikanische Künstler Ed Ruscha habe 1979 ein zugleich originelles und geheimnisvolles Objekt kreiert, einen falschen Felsen mitten in der Mojave-Wüste. Jahre später begibt sich Oscar-Preisträger, Künstler und Filmemacher Pierre Bismuth auf die Suche nach diesem sagenumwobenen Werk.

Kennen Sie Rocky II? Sie denken an den Sylvester-Stallone-Film? Richtig, aber Rocky II ist auch ein Kunstwerk des weltbekannten, amerikanischen Pop-Art-Künstlers Ed Ruscha. Ein Felsen, den er aus Kunstharz gegossen und irgendwo in der riesigen kalifornischen Mojave-Wüste versteckt hat. Eine rätselhafte Arbeit, die niemals öffentlich besprochen wurde und auch nicht in Ruschas Werkkatalog gelistet ist. Der Regisseur, Künstler und erfolgreiche Oscar-Preisträger Pierre Bismuth wird erstmalig durch eine BBC-Dokumentation auf Rocky II aufmerksam und begibt sich auf die Suche nach dem geheimnisvollen Artefakt. Er konfrontiert Ed Ruscha bei einer Ausstellungseröffnung in London mit der Frage nach dem Verbleib des mysteriösen Felsens, aber der Künstler bleibt ihm eine Antwort schuldig. Damit entsteht die Idee zu einem Filmprojekt.

Von Anfang an ist klar, dass Bismuth diese außergewöhnliche Geschichte nicht mit herkömmlichen Mitteln erzählen kann. Er engagiert also einen Privatdetektiv und zwei renommierte Drehbuchautoren, die der Spur auf ihre jeweils eigene Art nachgehen. In ihren Theorien vermengen sie dabei die wenigen bekannten Fakten mit hochplausibler und spannender „falscher Fiktion“. Diese einfallsreiche und völlig einzigartige Kunstsuche präsentiert sich somit als genauso geheimnisvoll wie das gesuchte Werk selbst.

Mittwoch, 27.03. / 00:35 Uhr / 4 x Paris – Paula Modersohn-Becker
Schwerpunkt: Unabhängig, weiblich, stark
Dokumentation, Deutschland, 2016, RB 27 Min.
Autor: Corinna Belz
Online verfügbar von 27/03 bis 03/04

Bis zu ihrem frühen Tod im Alter von 31 Jahren im Jahre 1907 hatte Paula Modersohn-Becker zwei große Lieben: die Kunst und die Stadt Paris. Die Dokumentation zeigt die deutsche Malerin im Paris der Belle Epoque. Ihre feinfühligen, humorvollen Briefe erzählen von ihren Entdeckungen in der damals bedeutendsten Kunstmetropole der Welt.

Eine einzigartige Stadt im Dialog mit einer jungen Frau: Bis zu ihrem frühen Tod im Alter von 31 Jahren im Jahre 1907 hatte Paula Modersohn-Becker zwei große Lieben: die Kunst und die Stadt Paris. Mit großer Lust und Entschlossenheit erkundete sie beides. Zwischen 1900 und 1906 war sie viermal für längere Zeit in Paris, insgesamt verbrachte sie zwei Jahre in der französischen Hauptstadt. Wie ein Schwamm saugt die junge Deutsche die modernen Kunstströmungen auf. Sie entdeckt Cézanne, trifft Rodin, besucht Kurse in privaten Akademien, zeichnet täglich im Louvre. Seherfahrungen, die immer noch zu machen sind.

Im April 2016 zeigt das Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris eine große Retrospektive des Werks Paula Modersohn-Beckers mit mehr als 80 Gemälden und Zeichnungen, die erste umfassende Präsentation ihrer Arbeiten in Frankreich überhaupt. Mehr als 100 Jahre werden also vergangen sein, bis ihre Bilder nach Paris zurückkehren werden, in die Stadt, die sie so sehr faszinierte.

Mit Ausschnitten aus den bildreichen und humorvollen Briefen Paula Modersohn-Beckers erzählt die Dokumentation vom pulsierenden Leben im Paris der Belle Epoque, von den Orten und Künstlern, die Paula Modersohn-Becker für sich entdeckte und die sie inspirierten, und vom Werden ihrer eigenen Kunst, die unter dem Einfluss der Stadt Paris zu einem beeindruckenden Werk wuchs. Ein Film über die Liebe zu Paris und über den Mut und Eigensinn einer jungen Künstlerin, die als erste lebensgroße Selbstakte und malte und damit zu einer Pionierin der Moderne wurde.

Freitag, 29.03. / 05:00 Uhr / Wanda – Das Hauskonzert
Musik, Deutschland, 2014, ZDF 60 Min.
Regie: Stefan Mathieu
Online verfügbar von 29/03 bis 05/04

Wanda blicken seit ihrem Debütalbum „Amore“ von 2014 auf einen kometenhaften Aufstieg zurück. Mit Ohrwürmern wie „Bologna“ und „Bussi Baby“, aber vor allem mit ihren Live-Qualitäten erspielten sich die Wiener Rocker schnell eine riesige Fangemeinde. Nun kehren sie zu ihren Wurzeln zurück und spielen im intimen Rahmen direkt bei ihren Fans, die sich zuvor bei ARTE um die Ausrichtung des Konzerts bewerben konnten.

Die österreichische Band blickt seit ihrem Debütalbum „Amore“ von 2014 auf einen kometenhaften Aufstieg zurück. Mit Ohrwürmern wie „Bologna“ und „Bussi Baby“, aber vor allem mit ihren Live-Qualitäten erspielten sich die Wiener Rocker schnell eine riesige Fangemeinde. Innerhalb eines Jahres wuchsen die Spielstätten der Band von Club- auf Arenagröße an. Nahezu alle Termine ihrer „Bussi“-Tour durch Deutschland und Österreich waren ausverkauft.

Bevor die ersten Headlinerslots auf den großen Sommer-Festivals anstehen, geht es für Wanda nochmal „back to the roots“: ARTE schickt Wanda für die Hauskonzert-Reihe direkt zu ihren Fans nach Hause. Diese konnten sich zuvor darum bewerben, das Konzert bei sich auszurichten. Im intimen Rahmen werden die Wiener Rekord- und Herzensbrecher beweisen, dass ihre Songs genauso gut aus 100 wie aus 10.000 Kehlen gesungen klingen.

Wanda reihen sich damit in die bunte Folge der ARTE-Hauskonzert-Gäste ein: Panda-Rapper Cro spielte in einer kleinen schwäbischen Gärtnerei, der Berliner MC Fitti in einer Kneipe tief in der Pfalz und die Indie-Helden Maxïmo Park in einer WG in Rostock. Beim ARTE-Hauskonzert heißt es für die Musiker: auftreten, improvisieren und mit jeder Menge Überraschungen, durchknallenden Sicherungen, WG-Wahnsinn und ungenierten Fragen fertig werden. Definitiv ein Konzert-Erlebnis der besonderen Art.

Freitag, 29.03. / 21:40 Uhr / Jayne Mansfield – Glanz und Elend einer Blondine
Dokumentation, Frankreich, 2013, ARTE F 53 Min.
Regie: Patrick Jeudy
Online verfügbar von 29/03 bis 05/04

Sie war wie Marilyn Monroe eines der Sexsymbole der 50er Jahre und die meistfotografierte Darstellerin in Hollywood: Jayne Mansfield. Die US-Schauspielerin mit der großzügigen Oberweite kämpfte ihr Leben lang gegen ihr Image als dummes Blondchen. Sie gewann immer wieder bei Misswahlen, später ließ sie sich als vollbusiges Playmate vermarkten. In ihrem ersten Film „Female Jungle“ spielte sie eine Nymphomanin. Im Alter von nur 34 Jahren verstarb die fünffache Mutter bei einem Autounfall. Die Dokumentation taucht in das Hollywood der 50er Jahre ein und erzählt die wahre Geschichte der Jayne Mansfield.

Am 29. Juni 1967 verstarb Jayne Mansfield im Alter von 34 Jahren bei einem Autounfall. Sie war mit ihrem Verlobten Sam Brody und drei ihrer fünf Kinder auf der Heimreise, als der Chauffeur Ronnie Harrison mit dem blauen Buick Electra in einen Lkw fuhr. Nur die Kinder überlebten. Die Hollywoodschauspielerin, die das Leben so sehr liebte, starb einen frühen Tod. Doch Schlagzeilen machte Jayne, mit richtigem Namen Vera Jayne Palmer, schon lange nicht mehr. Die Schauspielerin mit dem großzügigen Dekolleté und dem hübschen Gesicht setzt alles daran, ein Star zu werden. Sie versteht es, sich in Szene zu setzen und wird schließlich die meistfotografierte Darstellerin in Hollywood: Zwischen 1956 und 1957 werden mehr als 2.500 Fotos in Zeitschriften veröffentlicht. Von der Presse wird sie bald als „blonde Sexbombe“ gefeiert. In ihrem ersten Film „Female Jungle“ spielt sie eine Nymphomanin. Sie leidet darunter, dass Hollywood sie nur wegen ihrer Kurven zu schätzen weiß und kämpft ein Leben lang gegen ihr Image als dummes Blondchen: Sie will die Heldin eines Films sein, der die wahre Jayne Mansfield zeigt. Dennoch akzeptiert Jayne Mansfield den Schritt von der Filmikone zum Playmate. Sie beschreitet den klassischen Casting-Parcours der Stars und Sternchen und nimmt auch kleine Rollen in der Hoffnung an, endlich entdeckt zu werden. Obwohl ihr schließlich der große Durchbruch gelingt, ist ihr Leben ein ständiger Wettbewerb. Sie liebt Misswahlen und sie verdient damit ihr Geld – genau wie ihr zweiter Ehemann, der zum Mister Universum gekürt wurde. Jayne Mansfield lehnt kein Angebot ab. Marilyn Monroe und Jayne Mansfield – zwei Seiten derselben Medaille. Beide ereilt das Schicksal eines tragischen Todes. Monroe steht auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs als Schauspielerin, wird von allen vergöttert, gilt als klug und nimmt sich trotzdem das Leben. Die fünffache Mutter Jayne Mansfield stirbt bei einem Autounfall, als sie noch um Anerkennung kämpft. Zuletzt nimmt sie LSD, hat selbstzerstörerische Panikattacken und verkörpert auf der Bühne nur noch das Wahrzeichen eines alten Hollywoods. Ihr Leben endet auf den schäbigen Klatschseiten einer Provinzzeitung.

Zusatzinfo:
Wer würde heute in der Lage sein, Jayne Mansfield auf der Leinwand zu verkörpern? Wie damals Jayne antworteten im Jahr 2014 zahlreiche Frauen auf die Anzeige des Regisseurs Patrick Jeudy, um in Los Angeles bei einem Casting für eine Reality-Show mitzumachen. Die Dokumentation zeigt Ausschnitte aus dem Casting, daneben Filmausschnitte und Archivaufnahmen der echten Jayne Mansfield. Ausgehend von ihrer Biografie gewährt das Porträt auch Einblicke in die Traumfabrik Hollywood der 50er Jahre, die der heutigen in vielem ähnelt. Mehr im Internet unter: cinema.arte.tv

Freitag, 29.03. / 22:35 Uhr / Tracks
Magazin, Deutschland, 2019, ZDF 43 Min.
Online verfügbar von 29/03 bis 27/06
Erstausstrahlung

(1): The New South
(2): „Tracks“-Plattencheck mit Dendemann
In dieser Woche entdeckt „Tracks“ den neuen Südstaatenrock der USA. Und Rap-Gott Dendemann gibt sich die Ehre beim Plattencheck.

(1): The New South
Rednecks und Mackerrock – dieses Vorurteil gegenüber Rockmusik aus dem Süden der USA ist längst überholt. Der moderne Südstaatenrock ist aufmüpfig, multikulti und kein bisschen konservativ.

(2): „Tracks“-Plattencheck mit Dendemann
Dende is back! Für viele ist er der beste Rapper Deutschlands – und das, obwohl oder gerade weil er auf Sexismen und dicke Hose verzichtet. Nach acht Jahren kommt nun sein neues Album – und Dendemann wühlt zur Feier des Tages in der „Tracks“-Plattenkiste.

Freitag, 29.03. / 23:20 Uhr / Baloise Session 2017: Alicia Keys
Schwerpunkt: Unabhängig, weiblich, stark
Musik, Schweiz, 2017, ZDF 64 Min.
Regie: Roli Bärlocher
Online verfügbar von 29/03 bis 28/04

Seit ihrem Debütalbum „Songs in A Minor“ aus dem Jahr 2001 ist die New Yorker Sängerin und Pianistin Alicia Keys ein Superstar und mittlerweile längst nicht nur im Soul und R&B unterwegs. Die Ausnahmekünstlerin hat bislang sechs Alben veröffentlicht und 15 Grammys gewonnen und ist unter anderem als Schauspielerin und Bestsellerautorin erfolgreich. In Basel gibt die Allrounderin ein intensives Konzert in intimem Rahmen – ARTE zeigt das Highlight der Baloise Session 2017.

ARTE präsentiert mit dem Auftritt von Alicia Keys das Highlight der Baloise Session 2017. Seit ihrem Debütalbum „Songs in A Minor“ (2001) ist die New Yorker Musikerin Alicia Keys ein Superstar. Gekonnt vermengt sie R&B, Soul, Hip-Hop, Jazz und sogar Klassik zu einem eigenen, fantastischen Sound, auf den ihre Heimatstadt New York seit jeher einen starken Einfluss hat. Dazu kommen ihre einzigartige Stimme und ihr erstklassiges Klavierspiel. Die Ausnahmekünstlerin hat bislang sechs Alben veröffentlicht sowie 15 Grammys gewonnen und sich dabei stets weiterentwickelt. Der siebte Longplayer ist in Arbeit. Auch abseits von Bühne und Studio ist Alicia Keys nicht untätig und hat unter anderem als Schauspielerin, Bestsellerautorin und Jurorin bei „The Voice“ reüssiert, darüber hinaus engagiert sie sich stark im sozialen Bereich, besonders im Kampf gegen Aids. In Basel gibt die Allrounderin ein intensives Konzert in einem intimen Rahmen – mit den stärksten Tracks ihrer Karriere. ARTE zeigt einen Mitschnitt vom November 2017.


Samstag, 30.03. / 20:15 Uhr / 20:15 Mona Lisa, ein lächelndes Rätsel
Dokumentation, Großbritannien, 2015, ARTE F 52 Min.
Regie: Ian Leese
Online verfügbar von 30/03 bis 07/04

Ihr Lächeln ist wohl das berühmteste der Welt: Vor rund 500 Jahren malte Leonardo da Vinci die „Mona Lisa“. Doch trotz zahlreicher Theorien bleibt ihre Identität bis heute ein Geheimnis. Wer ist die Frau auf dem Renaissancegemälde? Warum malte da Vinci sie? Existieren frühere Versionen des Bildes? Diesen Fragen, versucht die Dokumentation auf den Grund zu gehen. Mittels umfassender Recherchen und dank eines Exklusivzugangs zum Stadtarchiv von Florenz deckt Kunsthistoriker Andrew Graham-Dixon spannende Erkenntnisse zu Leonardo da Vincis berühmtestem Werk auf.

Für Millionen von Menschen weltweit ist das Porträt der Mona Lisa ein Kunstwerk ohnegleichen. Wahrscheinlich handelt es sich um das bekannteste, meistgesehene und meistkopierte Gemälde aller Zeiten. Über 500 Jahre lang galt Leonardo da Vincis Meisterwerk als ebenso einzigartig wie rätselhaft. Kein anderes Werk hat Kunsthistoriker je in gleichem Maße dazu motiviert, seine Geheimnisse zu ergründen. Denn das Porträt wirft viele Fragen auf: Wer war das Modell? Gibt es von dem Bild mehrere Versionen? Wann wurde es in Auftrag gegeben, und wann wurde es fertiggestellt? Bislang wurde angenommen, bei der auf dem Gemälde dargestellten Dame handle es sich um Lisa del Giocondo, die Frau eines florentinischen Kaufmanns. Doch entspricht diese Annahme den historischen Tatsachen? Umfassende Recherchen und innovative Techniken förderten jetzt neue Erkenntnisse zutage. Dank eines Exklusivzugangs zum Stadtarchiv von Florenz konnten erstmals lange unbeachtet gebliebene Dokumente ausgewertet werden, und die Technologie erlaubte eine faszinierende Entdeckung: Unter dem allseits bekannten Bild liegen weitere, dem Auge verborgene Farbschichten. Im Verlauf einer spannenden Ermittlungsarbeit beginnt der Kunsthistoriker Andrew Graham-Dixon die Geheimnisse der Mona Lisa aufzudecken. Die Schlussfolgerungen könnten alles infrage stellen, was man über Leonardo da Vinci und die von ihm geschaffene Kunstikone zu wissen glaubte. Wer ist die Dame auf dem Renaissancegemälde wirklich? Ist es möglich, dass die „echte“ Mona Lisa unter der Oberfläche des Bildes versteckt ist?

Samstag, 30.03. / 21:05 Uhr / Leonardo da Vinci ~ Das Geheimnis der schönen Prinzessin
Dokumentation, Großbritannien, 2011, ARTE F 52 Min.
Regie: David Murdock
Online verfügbar von 30/03 bis 07/04

Sensationeller Fund oder täuschend echte Fälschung? Dieser Frage geht die Dokumentation nach. Sie erzählt von der aufwendigen Untersuchung einer Zeichnung, die 1998 dem Kunstkenner Peter Silverman auffiel und die er neun Jahre später erwerben konnte. Die Expertise sollte klären, ob das Werk von Leonardo da Vinci stammt oder eine ausgezeichnet gemachte Fälschung ist.

Im Jahr 1998 stieß der kanadische Sammler Peter Silverman bei einer Versteigerung des Aktionshauses Christie’s auf die Zeichnung eines anonymen Künstlers, die unter dem Titel „Junges Mädchen im Profil und in Renaissancekleidung“ angeboten wurde. Das Bildnis in zarten, leicht verblichenen Ockertönen weckte sofort sein Interesse. Der Kunstkenner witterte, dass sich hinter dem unspektakulären Porträt mehr verbergen könnte, als die Katalogangabe „deutsch, frühes 19. Jahrhundert“ vermuten ließ. Doch zunächst hatte Silverman Pech, denn das Werk ging an einen Höherbietenden. 2007 konnte er die Zeichnung schließlich zu der von ihm damals gebotenen Kaufsumme von 19.000 Dollar erwerben. Da das Bild ihm weiterhin Rätsel aufgab, beauftragte er ein hochkarätiges Expertenteam mit einem Gutachten. Die Untersuchungen sollten trotz aufwendiger Technik mehrere Jahre dauern und zu einer heftigen Kontroverse führen. Die Dokumentation schildert den Streit um die unscheinbare Zeichnung und die langwierige und hochkomplexe Expertise, die Silvermans Intuition, es handle sich um ein Werk Leonardo da Vincis, immer wieder entweder bestätigte oder entkräftete. Anekdoten über unerwartete Funde, Fälschungen und deren Urheber verdeutlichen, wie viel bei solchen umstrittenen „Wahrheitsfindungen“ auf dem Spiel steht. Die Leistung eines Fälschers liegt nicht nur darin, den Eindruck zu erwecken, das Werk stamme von einem berühmten Meister, sondern auch darin, dass es nahezu alle chemischen und physikalischen Tests des gerichtsmedizinischen Gutachtens besteht.

Samstag, 30.03. / 22:00 Uhr / Mord im Hause Medici ~ Der Stern von Florenz
Dokumentation, Deutschland, 2012, ZDF 53 Min.
Regie: Judith Voelker
Online verfügbar von 30/03 bis 06/04

Die Familie Medici bildet eines der spannendsten forensischen Forschungskapitel der jüngsten Zeit. Ein europäisches Forscherteam hat insgesamt 28 Mitglieder der mächtigen italienischen Dynastie in der Familienkrypta in Florenz exhumiert und über zehn Jahre lang untersucht – zuletzt im Herbst 2012. Mit der Exhumierung von Anna Maria Luisa de‘ Medici aus ihrer Grabstätte fand das Medici-Forschungsprojekt seinen abschließenden Höhepunkt.

Das Doku-Drama greift gezielt zwei Episoden des 16. Jahrhunderts heraus. Historiker, Rechtsmediziner und Bioarchäologen äußern sich zu der Ära, in der die Nachfahren Cosimos des Alten und Lorenzos des Prächtigen längst aus dem Florentiner Bürgertum zu Herrschern der Toskana aufgestiegen waren und in die führenden Königshäuser Europas eingeheiratet hatten.
Im Mittelpunkt des ersten Teils stehen Aufstieg und Fall der Isabella de‘ Medici, der Tochter des Herzogs Cosimo I., die als eine der brillantesten Frauen ihrer Epoche galt.

Als „Stern am Hof der Medici“ und „Freigeist“ wird Isabella de‘ Medici in ihrer Zeit gerühmt. Doch in einer von Männern beherrschten Welt sorgt ihre Ausnahmestellung auch für Neid und Missgunst – sogar in der eigenen Familie. Nach dem Tod ihrer Mutter steigt Isabella, die geliebte Tochter Cosimos I., zur Ersten Dame von Florenz auf. Die strahlend schöne, charmante und kluge Isabella wird die engste Vertraute ihres Vaters, erfolgreich leitet sie den Familienbetrieb, glänzend repräsentiert sie die Dynastie. Neiderfüllt muss der Thronfolger, Isabellas Bruder Francesco, dem Aufstieg seiner Schwester zusehen.

Alles ändert sich, als Cosimo I. 1574 stirbt. Von nun an setzt der neue Herrscher Francesco in der Nachfolge seines Vaters seine Macht ohne Skrupel ein. Er sorgt dafür, dass Isabella das Erbe Cosimos I. nicht erhält. Er fordert sie auf, zu ihrem Mann zurückzukehren, und er macht sie für das schlechte Benehmen ihrer Cousine Dianora verantwortlich. Doch Isabella wehrt sich. Sie ist bereit, für ihr Recht und ihre Freiheit zu kämpfen. Als eine Verschwörung gegen Francesco aufgedeckt wird und Dianora einem der Beschuldigten zur Flucht verhilft, wird die Situation für Isabella und ihre lebenslustige Cousine schwierig.

Der erste Teil des Doku-Dramas begibt sich auf die Suche nach den sterblichen Überresten Isabella de‘ Medicis und rekonstruiert ihre dramatische Lebensgeschichte. Kann nach mehr als 400 Jahren der verschwundene Leichnam Isabellas endlich identifiziert werden? Und warum versuchte man damals, die Erinnerung an den „Stern von Florenz“ für immer zu tilgen? Die Wissenschaft hat es sich zum Ziel gesetzt, diese Fragen zu beantworten.

Zusatzinfo:
Ein europäisches Forscherteam hat insgesamt 28 Familienmitglieder der Medici, der mächtigsten Dynastie Italiens, in der Familienkrypta in Florenz exhumiert und über zehn Jahre lang untersucht – zuletzt im Herbst 2012. ARTE zeigt die Ergebnisse in einem zweiteiligen Doku-Drama exklusiv und crossmedial.Das Doku-Drama lässt zwei Episoden des 16. Jahrhunderts aus der Zeit der Medici-Großherzöge der Toskana lebendig werden. Diese für die Familiengeschichte glanzvolle Epoche steht in der Wahrnehmung meist im Schatten des Aufstiegs und ersten Blüte der Familie mehr als ein Jahrhundert zuvor. Doch wie schon im 15. Jahrhundert geht es auch hier um Liebe und verbotene Leidenschaft, um Verrat und Gier nach Macht. Das verbindet die vielen Etappen der Familiengeschichte bis zum Tod von Anna Maria Luisa de‘ Medici 1743. Über die bisher unerzählte Geschichte der Kinder Cosimos I. samt ihrer Liebhaber, Ehefrauen und Mätressen begibt sich der Zweiteiler auf Spurensuche im engsten Familienkreis.

Durch die parallele Montage von dokumentarischen Elementen und szenischen Darstellungen klärt das Doku-Drama drei bisher ungelöste Mordfälle. Was Historiker bisher nur vermutet haben, können die Wissenschaftler jetzt belegen: Getrieben von Liebe und Leidenschaft, Hass und Neid, Intrigen und Eifersucht schrecken die Geschwister vor nichts zurück. Das Interesse der Experten gilt vor allem der Suche nach der Identität von fünf unbekannten, weiblichen Skeletten aus der Familiengruft der Medici – Gebeine, die bis jetzt keinen historischen Persönlichkeiten zugeordnet werden konnten. Die Forscher fanden nun heraus, inwiefern unter den Skeletten auch die Überreste von Isabella de‘ Medici sind. Gezeigt wird die Gen-Analyse ebenso wie die Gesichtsrekonstruktion, die den wissenschaftlichen Beweis zur Identifizierung liefern soll.

Samstag, 30.03. / 22:55 Uhr / Mord im Hause Medici ~ Karriere einer Mätresse
Dokumentation, Deutschland, 2012, ZDF 51 Min.
Regie: Judith Voelker
Online verfügbar von 30/03 bis 06/04

Die Familie Medici bildet eines der spannendsten forensischen Forschungskapitel der jüngsten Zeit. Ein europäisches Forscherteam hat insgesamt 28 Mitglieder der mächtigen italienischen Dynastie in der Familienkrypta in Florenz exhumiert und über zehn Jahre lang untersucht – zuletzt im Herbst 2012. Mit der Exhumierung von Anna Maria Luisa aus ihrer Grabstätte fand das Medici-Forschungsprojekt seinen abschließenden Höhepunkt.Der zweite Teil rückt Bianca Cappello ins Zentrum der Betrachtung. Die schöne Mätresse Francesco de‘ Medicis stand der Machtgier von dessen jüngerem Bruder Ferdinando im Wege.

In jungen Jahren lernt der künftige Großherzog Francesco de‘ Medici die schöne Bianca Cappello kennen. Doch für ihn ist bereits eine Ehe mit der Kaiser-Tochter Johanna von Österreich arrangiert. Er fügt sich dem Wunsch seines Vaters Cosimo I. und heiratet die hochmütige Habsburgerin, hält aber auch während dieser freudlosen Ehe an seiner Mätresse Bianca fest. Sein jüngerer Bruder Ferdinando hat wenig Verständnis für die Gefühle Francescos und intrigiert gegen Bianca. Ferdinando weiß um die Bedeutung, die eine Verbindung mit dem österreichischen Kaiserhaus der Familie Medici einbringt.Doch für Ferdinando geht es noch um mehr. Er neidet seinem Bruder die Privilegien des Erstgeborenen. Als Zweitgeborener ist es sein Schicksal, als Kardinal in Rom die Interessen der Familie zu vertreten – eine Aufgabe, die ihm nicht liegt. Als Johanna von Österreich stirbt, heiratet Francesco seine langjährige Geliebte. Johannas Sohn folgt seiner Mutter bald darauf ins Grab. Damit ist der einzige legitime Nachfolger tot. Ferdinando muss fürchten, dass Bianca ihr eigenes Kind als Erben auf den Thron befördern will. Also muss er handeln, bevor der illegitime Sohn volljährig wird. Nur so kann er selbst noch auf den Herzogsthron gelangen. Er schließt Frieden mit seinem Bruder.Doch kurze Zeit später sind Francesco und Bianca tot. Ferdinando wird der neue Großherzog. Während Francesco mit allen Ehren in der Begräbniskirche der Medici bestattet wird, fehlt von dem Leichnam Bianca Cappellos bis heute jede Spur.Nun hat sich ein europäisches Forschungsteam um Donatella Lippi auf die Suche nach den sterblichen Überresten Biancas und den wahren Todesursachen gemacht. Nach mehr als 400 Jahren werden Wissenschaftler nun beweisen, was die Zeitgenossen der Medici nur vermuten konnten.

Sonntag, 31.03. / 05:15 Uhr / Der Kampf des Belarus Free Theatre
Dokumentation, Deutschland, 2015, ZDF 53 Min.
Regie: Friedemann Hottenbacher
Online verfügbar von 31/03 bis 30/04

In Weißrussland hat sich eine Gruppe von Künstlern daran gemacht, der verstummten Gesellschaft durch Theater eine neue Stimme zu verleihen: das Belarus Free Theatre. Eine furchtlose Gruppe von Künstlern, die unter der permanenten Gefahr politischer Verfolgung offiziell tabuisierte gesellschaftliche Themen auf die Bühne bringt. Geheimhaltung und Sicherheitsvorkehrungen gehören zum Alltag. Die unsichtbare Allgegenwart des übermächtigen KGB-Apparates schafft eine Atmosphäre der Lethargie, Angst und Selbstzensur. Ständig muss auch das Belarus Free Theatre mit Razzien rechnen.

In Weißrussland, der letzten Diktatur Europas, hat sich eine Gruppe von Künstlern daran gemacht, der verstummten Gesellschaft durch Theater eine neue Stimme zu verleihen: das Belarus Free Theatre. Die Theaterkompanie ist eine furchtlose Gruppe von Künstlern, die unter der permanenten Gefahr politischer Verfolgung, offiziell tabuisierte gesellschaftliche Themen auf die Bühne bringt.

Am Stadtrand von Minsk ist eine unscheinbare Plattenbauwohnung Probenraum und Aufführungsort zugleich. Sie wurde heimlich angemietet, um dort das neue Stück „Time of Women“ zu erarbeiten und aufzuführen. Es handelt von drei Frauen in KGB-Haft und ihren tagelangen Verhören durch den Geheimdienst. Es basiert auf wahren Begebenheiten, die sich im Jahr 2010 abspielten. Zehntausende unschuldige Bürger wurden damals bei der brutalen Niederschlagung von Demonstrationen verhaftet. Auslöser waren die gefälschten Präsidentschaftswahlen des Autokraten Alexander Lukaschenko.

Auch die Führung des Belarus Free Theatre, Nicolai Khalezin und seine Frau Natalia, mussten fliehen und leben nun im Exil in London. Filmemacher Friedemann Hottenbacher zeigt, unter welchen Bedingungen das Belarus Free Theatre im Untergrund und aus dem Exil arbeiten muss: Regie geführt wird per Skype. Geheimhaltung und Sicherheitsvorkehrungen gehören zum Alltag. Zuschauer werden erst kurzfristig per SMS zum aktuellen Aufführungsort gelotst. Die unsichtbare Allgegenwart des KGB-Apparates schafft eine Atmosphäre der Lethargie, Angst und Selbstzensur. Ständig muss auch das Belarus Free Theatre bei seinen Aufführungen mit Razzien rechnen.

Sonntag, 31.03. / 15:35 Uhr / Rot! Kunst in Zeiten der Sowjets
Dokumentation, Frankreich, 2018, ARTE F 52 Min.
Regie: Pierre-Henri Gibert
Online verfügbar von 31/03 bis 30/05
Erstausstrahlung

Im Russland der 1910er Jahre revolutioniert eine Gruppe visionärer Maler die ästhetischen Normen ihrer Zeit und wählt die radikale Abstraktion. In den Jahren zwischen der Machtergreifung der russischen Bolschewisten und dem Stalinismus der 30er Jahre entwickeln die Avantgardisten eine neue Form der Kunst, welche die Moderne einläutet und zugleich vom Bestreben der Künstler zeugt, sich mit den Zwängen des Regimes zu arrangieren, ohne dabei ihre eigene politische und künstlerische Botschaft aufzugeben.

Im Russland der 1910er Jahre bricht eine kleine Gruppe visionärer Maler mit der Vergangenheit, wirft die ästhetischen Normen ihrer Zeit über Bord und wählt die radikale Abstraktion. Die vom Kubismus beeinflussten Künstler Kasimir Malewitsch und Wladimir Tatlin erschaffen eine neue Form der Kunst, die jedweder Gegenständlichkeit entsagt.

In ihrem Gefolge nutzt eine ganze Generation innovativer Künstler die gewaltige Aufbruchsstimmung, die das Land im Revolutionsjahr 1917 erfasst hat. Nach der Machtergreifung der Bolschewisten wenden sich Lissitzkij, Rodtschenko und Stepanowa oder auch Kluzis von der Malerei ab und experimentieren in den Bereichen Architektur, Grafik und Fotomontage mit neuen Ausdrucksformen.

Mit ihren Werken will die Avantgarde zum gesellschaftlichen Wandel und zum Aufbau des Sozialismus beitragen. Damit wird sie zum Aushängeschild der UdSSR im Ausland. Unter Stalin erstirbt diese Freiheit. Im Namen des sozialistischen Realismus müssen die Künstler zu massentauglichen Alltagsthemen zurückkehren und ihre Kunst in den Dienst der Propaganda stellen; dennoch gelingt es einigen Künstlern, wie etwa Alexander Dejneka, sich mit den Vorgaben des Regimes zu arrangieren, ohne die eigene künstlerische und politische Botschaft aufzugeben. In ihren Werken, die Hoffnung, Begeisterung, aber auch Desillusion zum Ausdruck bringen, zeigen sich der Reichtum und die utopische Dimension der Kunst zu Zeiten der Sowjets.

Sonntag, 31.03. / 16:30 Uhr / Hommage an das Schaufenster ~ Devanture
Dokumentation, Deutschland, 2018, NDR 26 Min.
Regie: Bernd Boehm
Online verfügbar von 31/03 bis 29/06
Erstausstrahlung

Der Regisseur Bernd Boehm erweckt die einmalige Sammlung historischer Fotografien Werner Bokelbergs vom Paris des Fin de Siècle zum Leben und gibt den Menschen jenseits von Sorglosigkeit, Cabarets und Salons eine Bühne. Er zeichnet ein facettenreiches Sittenbild der Hauptstadt des Einzelhandels und dokumentiert mit Fotokarten des „petit commerce“ den Alltag der kleinen Leute. Der Zuschauer erhält Einblick in die Entstehung eines neuen fotografischen Genres und die Entwicklung der Konsumkultur im 19. Jahrhundert. Das Gesellschaftsporträt wird von Fotohistorikern und Kuratoren diskutiert.

Der Regisseur Bernd Boehm erweckt die einmalige Sammlung historischer Fotografien Werner Bokelbergs vom Paris des Fin de Siècle zum Leben und gibt den Menschen jenseits von Sorglosigkeit, Cabarets und Salons eine Bühne. Er zeichnet ein facettenreiches Sittenbild der Hauptstadt des Einzelhandels und dokumentiert mit Fotokarten des „petit commerce“ den Alltag der kleinen Leute.

Der Zuschauer erhält Einblick in die Entstehung eines neuen fotografischen Genres und die Entwicklung der Konsumkultur im 19. Jahrhundert. Er lernt Arbeitswelt, Ethos und Kultur der Ladenbesitzer und ihrer Mitarbeiter kennen, die sich ernst und voller Selbstbewusstsein vor ihren Geschäften fotografieren ließen. Zwar sollten die historischen Aufnahmen als Werbeträger für die Läden und ihre Produkte fungieren, doch die Faszination dieser Fotografien entsteht vorwiegend durch die Menschen.

Sie verleihen ihnen Ausdruck und rücken die Schaufenster, die mit ihren Geschäftsauslagen an eine Warenbühne erinnern, in den Hintergrund. Sie verkörpern den optimistischen Zeitgeist der Belle Epoque und erzählen von dem harten, entbehrungsreichen Alltag, von der Würde der Arbeit und der Rechtschaffenheit ihres Standes. Die Cartes Photos erlauben eine intime Sichtweise, die bislang eher aus der Interpretation Intellektueller jener Zeit, Malern und Schriftstellern, bekannt war. Die Sammlung versteht sich als eine Chronik einer vergessenen Zeit und liefert ein soziologisch interessantes und authentisches Gesellschaftsporträt, das von Fotohistorikern und Kuratoren diskutiert und in den soziokulturellen Kontext eingeordnet wird.

Sonntag, 31.03. / 16:55 Uhr / Metropolis ~ Odessa
Magazin, Deutschland, 2019, ZDF 43 Min.
Online verfügbar von 31/03 bis 29/06
Erstausstrahlung

(1): Metropole: Odessa – Eine Stadt zwischen den Fronten

(1): Metropole: Odessa – Eine Stadt zwischen den Fronten
Am Tag der Präsidentschaftswahlen in der Ukraine blickt „Metropolis“ nach Odessa, der einst quirligen Hafenstadt am Schwarzen Meer. Gegenwärtig ist die Lage angespannt. Euromaidan, 48 tote prorussische Aktivisten bei einer Brandkatastrophe in Odessa, die Annexion der Krim und der Krieg in der Ostukraine. Die Fronten zwischen Russen und Ukrainern sind verhärtet, die Stadt zutiefst gespalten. Als „Metropolis“ Odessa 2013 besuchte, fragte der Film Kulturschaffende: Sehen Sie Odessa als russische oder ukrainische Stadt? Konsens war, dass Nationalität keine Rolle spiele. Heute unvorstellbar.
Deshalb besucht „Metropolis“ Odessas Kulturszene erneut und will herausfinden, was in der Zwischenzeit passiert ist und wie sich die Einstellung der Menschen dort in den letzten Jahren verändert hat. Wie lebt es sich in einer Stadt, in der sich die Menschen auf zwei Seiten eines blutigen Konfliktes wiederfinden? Und was erhoffen sich Kunst- und Kulturschaffende von den Wahlen? Ist eine Entspannung der Lage nach der Wahl denkbar?

Sonntag, 31.03. / 17:40 Uhr / Violinkonzert von Wolfgang Amadeus Mozart
Musik, Deutschland, 2018, RB 43 Min.
Regie: Henning van Lil
Komponist: Wolfgang Amadeus Mozart
Dirigent: Paavo Järvi
Orchester: Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen
Mit: Christian Tetzlaff (Violine)
Erstausstrahlung

„Das Faszinierende an diesen Stücken ist, dass es perfekte kleine Edelsteine sind.“ So schwärmt der Dirigent Paavo Järvi, wenn er von den Violinkonzerten Wolfgang Amadeus Mozarts spricht. Jetzt nehmen er und Christian Tetzlaff den Zuschauer mit auf eine ganz besondere Reise: Zusammen mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen spielen sie das Violinkonzert Nr. 3 in G-Dur (KV 216), ein Meilenstein in Mozarts Werk. Christian Tezlaff, Paavo Järvi und die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen – eine Kombination, die ein ganz besonderes Konzerterlebnis verspricht.

„Das Faszinierende an diesen Stücken ist, dass es kleine Edelsteine sind. Perfekte, kleine Edelsteine.“ So kommt der Dirigent Paavo Järvi ins Schwärmen, wenn er über die Violinkonzerte von Wolfgang Amadeus Mozart spricht. Für ARTE nehmen er und Christian Tetzlaff den Zuschauer mit auf eine ganz besondere Reise. Zusammen mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen haben sie alle fünf Violinkonzerte von Mozart aufgeführt. Das Violinkonzert Nr. 3 in G-Dur (KV 216) gilt historisch als besonderer Meilenstein Mozarts, der es im Alter von nur 19 Jahren komponiert hat.

„Der langsame Satz, reine Magie auf einem wiegenden Orchesterteppich, Melodien von unendlicher Schönheit“, urteilt der Violinist Christian Tetzlaff. Der international gefragte Solist hat vor über 20 Jahren schon einmal die Violinkonzerte zusammen mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen für eine CD eingespielt. „Und dieses Orchester“, so Tetzlaff, „ist wie eine Familie.“ Auch Paavo Järvi kennt den Klangkörper schon seit über 20 Jahren: „Wir haben schon mehr Zeit damit verbracht, auf unser Gepäck zu warten, als andere Musiker auf der Bühne stehen und Musik machen“.

Eine besondere Wiederholung nach über zwei Jahrzehnten also und dann auch noch mit Paavo Järvi an seiner Seite – für Christian Tetzlaff etwas ganz Besonderes: „Wenn ich Paavo neben mir habe, ist das ein zusätzliches Glück, weil wir sehr im selben Takt schwingen.“ Eine Kombination, die ein ganz besonderes Konzerterlebnis verspricht und auch eingefleischte Mozart-Fans neue Entdeckungen machen lässt.

Sonntag, 31.03. / 22:05 Uhr / Peter Falk versus Columbo
Dokumentation, Frankreich, 2015, ARTE F 52 Min.
Regie: Jean-Philippe Amar
Online verfügbar von 31/03 bis 07/04

Für viele ist er vor allem der schusselige und gleichzeitig scharfsinnige Ermittler, der im zerknautschten Trenchcoat die Mächtigen in ihren Luxusvillen überführt. Doch Peter Falk verkörperte nicht nur den unnachahmlichen Inspektor Columbo, sondern arbeitete als erstklassiger Schauspieler auch mit bedeutenden Regisseuren wie Frank Capra, Sydney Pollack und Blake Edwards zusammen. Und natürlich mit seinem Freund John Cassavetes, für den er an der Seite von Cassavetes Frau Gena Rowlands im Independent-Film „Eine Frau unter Einfluss“ von 1975 spielte. Die Dokumentation zeigt den Mann hinter der ikonischen TV-Figur und beleuchtet das Leben eines einzigartigen Schauspielers.

Ein abgetragener Trenchcoat – ein alter grauer Peugeot 403 auf dem Hollywood Boulevard – eine angekaute Zigarre – ein depressiver Hund – eine unsichtbare, doch omnipräsente Ehefrau – und ach, eine Frage hätte ich da noch … Über zwei Milliarden Fernsehzuschauer auf der ganzen Welt werden bei diesem Steckbrief sofort an Inspektor Columbo denken: Die gleichnamige TV-Serie, für die er mit einem Golden Globe und mehreren Emmys ausgezeichnet wurde, war ein Welterfolg. Der erste Antiheld in der Geschichte der Fernsehserie begleitete seine Zuschauer von 1968 bis 2003, und sein Name war mit Sicherheit berühmter als der seines Darstellers.

Doch Peter Falk war mehr als der sympathische, nachlässig gekleidete Ermittler aus Los Angeles. Der Film- und Theaterschauspieler spielte unter der Regie einiger der bedeutendsten Filmemacher des 20. Jahrhunderts, darunter Nicholas Ray, Frank Capra, Blake Edwards und William Friedkin.

Für seine ersten beiden Auftritte auf der Kinoleinwand in „Unterwelt“ (1960) und in „Die unteren Zehntausend“ (1961) wurde er für den Oscar nominiert. Außerdem gehörte er zu den Lieblingsschauspielern des unkonventionellen Independent-Regisseurs John Cassavetes, der ihm 1970 in „Ehemänner“ und 1975 in „Eine Frau unter Einfluss“ an der Seite von Gena Rowlands zu seinen sicher beeindruckendsten Rollen verhalf.

Mit Columbo gelang Falk, was nur wenigen Schauspielern gelingt: Er machte eine TV-Serienfigur zur internationalen Ikone. 1987 spielte er in „Der Himmel über Berlin“ von Wim Wenders eine auf ihn zugeschnittene Rolle, die mit den Berührungspunkten von Peter Falk und Columbo spielt. Die Dokumentation geht dem großen Erfolg der TV-Serienfigur auf den Grund – und dem legendären Schauspieler, der sie verkörperte.

Sonntag, 31.03. / 22:55 Uhr / Jonas Kaufmann singt Don Carlos
Oper, Frankreich, 2017, ARTE F 233 Min.
Regie: Stéphane Metge
Komponist: Giuseppe Verdi
Inszenierung: Krzysztof Warlikowski
Dirigent: Philippe Jordan
Orchester: Orchestre National de Paris
Chorleitung: José Luis Basso
Chor: Choeurs de l’Orchestre National de Paris
Libretto: Joseph Méry, Camille du Locle
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten: Małgorzata Szczęśniak
Kostüme: Małgorzata Szczęśniak
Licht: Felice Ross

Mit: Jonas Kaufmann (Don Carlos), Elina Garanča ( Prinzessin Eboli), Sonya Yoncheva (Elisabeth de Valois), Ludovic Tézier (Rodrigue), Dmitry Belosselskiy (Großinquisitor), Ildar Abdrazakov (Philippe II.), Eve-Maud Hubeaux (Thibault), Julien Dran (Graf von Lerme), Krzysztof Baczyk (Mönch), Hyun-Jong Roh (Königlicher Herold)

Online verfügbar von 31/03 bis 07/04
Erstausstrahlung

Die italienische Fassung ist die bekanntere, doch die Pariser Bastille-Oper hat die Spielzeit 2017/18 mit der französischen Originalfassung von Verdis “Don Carlos” eröffnet. Die großartig besetzte Inszenierung versammelt mit Jonas Kaufmann, Sonya Yoncheva, Ludovic Tézier, Elīna Garanča und IldarAbdrazakov fünf herausragende Stimmen. Eine Produktion mit internationaler Starbesetzung, dafür ist die Inszenierung des namhaften polnischen Regisseurs Krzysztof Warlikowski umso schlichter. Er stellt das persönliche Drama der Figuren in den Mittelpunkt. Die musikalische Leitung hat Philippe Jordan.

Nach seiner Abdankung im Jahr 1556 zieht sich Karl V. in das Kloster San Jerónimo de Yuste zurück; sein Sohn Philipp II. tritt die Nachfolge an. Spanien und Frankreich stehen seit Jahrzehnten im Krieg. Die Verlobung von Don Carlos, dem spanischen Thronfolger, mit Elisabeth de Valois, der Tochter Heinrichs II. und Katharinas von Medici, soll den Frieden herbeiführen. Bei einem heimlichen Treffen im Wald von Fontainebleau hatten sich die beiden ineinander verliebt. Doch Philipp II. beschließt, Elisabeth selbst zu heiraten …Vor dem Hintergrund des Spanisch-Französischen Krieges erzählt das Werk die tragische Geschichte seines melancholischen Helden, der auf der Suche nach Trost und Vergessen den Blick nach Flandern richtet …Der polnische Regisseur Krzysztof Warlikowski zählt zu den faszinierendsten Regisseuren seiner Generation. Für diese neue Regiearbeit verwendet er das für die Académie impériale de Musique de Paris geschriebene französische Original der Oper, verzichtet also auf die Ballettszenen. Diese Fassung von „Don Carlos“ war seit über 20 Jahren nicht mehr zu sehen; zuletzt wurde sie 1996 in der Regie von Luc Bondy am Pariser Théâtre du Châtelet aufgeführt.Krzysztof Warlikowski verschlankt die Tragödie auf das Wesentliche und lässt Raum für intime Gefühle inmitten eines imaginären Freskos, das letztlich näher an der Wahrheit ist als die Geschichtsschreibung selbst. Mit Philippe Jordan am Dirigentenpult kann das Publikum diese große Oper in fünf Akten in ihrer allerersten Fassung entdecken, deren französische Textvorlage Verdi für die Uraufführung im Jahr 1867 selbst bearbeitete.

Montag, 01.04. / 05:00 Uhr / Die Berliner Philharmoniker mit Simon Rattle aus Luzern
Musik, Deutschland, 2015, ZDF 91 Min.
Regie: Michael Beyer
Komponist: Wolfgang Amadeus Mozart, Joseph Haydn
Dirigent: Sir Simon Rattle
Orchester: Berliner Philharmoniker
Mit: Daishin Kashimoto (Violine), Amihai Grosz (Viola)
Online verfügbar von 01/04 bis 01/05

Die Berliner Philharmoniker bereisen die ganze Welt und gastieren in einigen der bedeutendsten Konzerthäusern, in New York, Paris, Wien, Florenz und Tokio. Der Ausnahmedirigent Sir Simon Rattle wird jedoch ab 2017 beim London Symphony Orchestra erwartet. Grund genug, noch einmal auf die Sommertournee 2015 zurückzublicken. Diese brachten die Berliner Philharmoniker bei den Festspielen in Luzern zu einem gelungenen Ende. Auf dem Programm stand eine Eigenkreation von Simon Rattle: „Une symphonie imaginaire“ nach Joseph Haydn.

Seit Jahren gehört es zur Tradition: Auf ihrer Sommertournee, nach dem Salzburger Auftritt, beehren die Berliner Philharmoniker auch die Festspiele in Luzern mit ihrem Besuch. Im Jahr 2015 betätigt sich Sir Simon Rattle als Chefkoch: Er serviert dem Publikum ein „Haydn-Pasticcio“, eine musikalische „Pastete“ also, die er aus verschiedenen Zutaten kreiert und fein abgeschmeckt hat.

Zehn der originellsten und avantgardistischsten Instrumentalsätze des musikalischen Humoristen Joseph Haydn hat er zu einer „Symphonie imaginaire“ zusammengestellt, zu einer Haydn-Symphonie, wie es sie noch nie gab. Er führt den Zuhörer zurück zur Stunde null der Schöpfung, lässt die Erde erbeben, bringt ihn auf eine einsame Insel, präsentiert ihm die stürmische See oder auch die lieblichen Wellen. Vor allem aber stellt er den vermeintlich biederen „Papa Haydn“ als schrägen Vogel vor, der in den Finalsätzen seiner Symphonien mit skurrilen Ideen verblüfft – vom scheinbaren Nachstimmen der Instrumente bis zum Abzug aller Musiker vom Podium. Und sogar der MP3-Player der Wiener Klassik kommt zum Einsatz: eine musikalische Flötenuhr, die über eine mechanische Orgelwalze Haydns Musik reproduziert.

Der Engländer scheint mit den Berliner Philharmonikern das passende Orchester für eine solch impulsive Interpretation an seiner Seite gehabt zu haben. Unlängst schwärmte er über die beispiellose Dynamik unter den Musikern. Es ist wohl auch das unermüdliche Wesen der Metropole Berlin, das da auf die Musiker abgefärbt hat.

Dienstag, 02.04. / 05:00 Uhr / Epochen der Musikgeschichte ~ Barock
Dokumentarfilmreihe, Deutschland, 2014, ZDF 90 Min.
Regie: Nicole Kraack
Online verfügbar von 02/04 bis 02/05

In vier Teilen zeigt die Dokumentationsreihe „Epochen der Musikgeschichte“ die bewegte Geschichte der klassischen Musik. In der Musik der unterschiedlichen Epochen spiegeln sich im Verlauf der Jahrhunderte auch die jeweiligen Zeitläufte. Die vierteilige Dokumentationsreihe erzählt 400 Jahre Musikgeschichte als Soundtrack zur Geschichte Europas, beginnend mit dem Barock.

In der Renaissance noch der Singstimme streng zugeordnet, behauptet nun die Instrumentalmusik im Barock ihre Selbstständigkeit. Zur Ehre Gottes und seiner absolutistischen Stellvertreter auf der Erde schaffen Komponisten wie Vivaldi, Lully, Händel und Monteverdi ihre Werke. Mit Johann Sebastian Bach vollendet sich die Musik einer Epoche, die schon weit über den Barock hinausweist.

Die Maxime des Barock „Mach es grandioser, reicher, bunter!“ gilt auch für die Musik. In der Renaissance noch der Singstimme streng zugeordnet, behauptet nun die Instrumentalmusik ihre Selbstständigkeit. Zur Ehre Gottes und seiner absolutistischen Stellvertreter auf der Erde schaffen die Komponisten ihre Werke. Vivaldi wird zum ersten großen Star, Monteverdi erfindet die Oper, Lully feiert den Sonnenkönig, Händel macht Karriere in London, und mit der Musik von Johann Sebastian Bach vollendet sich eine Epoche, die schon weit über den Barock hinausweist.

Um die Faszination der Musik und ihre Veränderungen auch dem ungeübten Ohr nahezubringen, wird in jeder Folge dieser Dokumentationsreihe ein Musiker an den Flügel eines Musikstudios gebeten, um in kurzen Beispielen seine Liebe zur Epoche hörbar und erlebbar zu machen. In dieser Folge zeigt der junge Pianist Francesco Tristano, weshalb das Barock auch das „Generalbass-Zeitalter“ heißt, woher die Fuge kommt und warum wir heute im Neobarock leben.

Die Geschichte dieses Zeitalters der Extreme wird in Graphic Novels und Spielfilmausschnitten lebendig: Dramatische Kriegsverwüstungen haben verheerende Folgen für die Menschen, und gleichzeitig wird das Leben an den Fürstenhöfen zu einem Rausch der Sinne – mehr Protz, Pomp und Üppigkeit hatte die Welt bis dahin nicht gesehen.

Zusatzinfo:
Ebenso unterhaltsam wie informativ wird die Sendereihe im Internet auf ARTE Concert ergänzt durch ausführliche Klassik-Sessions mit Cameron Carpenter, Francesco Tristano, Gabriela Montero und Chilly Gonzales sowie mit Graphic-Novel-Elementen und kompletten Aufzeichnungen von Schlüsselwerken der Epochen.

Mittwoch, 03.04. / 05:00 Uhr / Epochen der Musikgeschichte ~ Die Romantik
Dokumentarfilmreihe, Deutschland, 2015, ZDF 89 Min.
Regie: Dag Freyer
Online verfügbar von 03/04 bis 03/05

In vier Teilen zeigt die Dokumentationsreihe „Epochen der Musikgeschichte“ die bewegte Geschichte der klassischen Musik. In der Musik der unterschiedlichen Epochen spiegeln sich im Verlauf der Jahrhunderte auch die jeweiligen Zeitläufte. Die vierteilige Dokumentationsreihe erzählt 400 Jahre Musikgeschichte als Soundtrack zur Geschichte Europas, beginnend mit dem Barock.

In dieser Folge führt der Musik-Entertainer Chilly Gonzales durch die Musik der Romantik. Sie umfasst die Musik des 19. Jahrhunderts, einer Zeit, aus deren brillanten Ideen und tragischen Irrtümern unser heutiges Europa entstand.

„Epochen der Musikgeschichte“ erzählt in vier Folgen die Geschichte der klassischen Musik vor dem Hintergrund der wechselvollen Zeitläufte. In dieser Folge führt der Musik-Entertainer Chilly Gonzales durch die Musik der Romantik. Ergänzt wird sein unerschrockener Umgang mit der sonst so respektvoll zelebrierten klassischen Musik durch ausdrucksstarke Graphic Novels, Konzertausschnitte und Experteninterviews. Die Reihe ist eine lebendige Hinführung zu den unterschiedlichen Formen klassischer Musik.

Nach den Übervätern Beethoven und Mozart besinnt sich die Nachfolgegeneration auf die kleine musikalische Form: Das Kunstlied wird perfektioniert, und die Möglichkeiten des Klaviers werden durch Komponisten und Virtuosen extrem gesteigert. Die Oper wird zum Musikdrama, und in den Biografien und Werken Giuseppe Verdis und Richard Wagners spiegelt sich der unterschiedliche Weg Italiens und Deutschlands zum Nationalstaat: Musik wird zum Ausdruck nationaler Identität.

Die Dokumentation zeigt auch, wie einflussreich das Konzept der Romantik als Lebensgefühl noch heute ist. Der Entertainer und Komponist Chilly Gonzales führt mit den Musikern des Kaiser Quartetts durch die Sendung und zeigt am Flügel, warum für ihn Spannung das Wesensmerkmal romantischer Musik ist. Ferner erklärt er seine Liebe zu Brahms und spricht über Wagners gestörte Persönlichkeit – und bekennt sich selbst als hoffnungsloser Romantiker.

Mittwoch, 03.04. / 01:00 Uhr / André Téchiné – Filmregisseur mit Leidenschaft
Dokumentation, Frankreich, 2018, ARTE F 53 Min.
Regie: Thierry Klifa
Online verfügbar von 03/04 bis 02/06
Erstausstrahlung
„Barocco“, „Begegnung in Biarritz“, „Rendez-vous“, „Meine liebste Jahreszeit“, „Wilde Herzen“, „Wir waren Zeugen“ sind einige der bedeutendsten Filme im Werk des französischen Regie-Altmeisters André Téchiné. Die Liebe und die Gründe ihres Scheiterns stehen im Mittelpunkt seiner Filme. Die Hauptrolle spielen bei ihm oft die Frauen und damit auch seine Schauspielerinnen wie Catherine Deneuve, Isabelle Huppert, Juliette Binoche, Isabelle Adjani oder Emmanuelle Béart. Der 75-jährige Regisseur, der zur zweiten Generation der französischen Nouvelle Vague gehört, bekennt sich in dem Porträt zu seinem absoluten Engagement für die Kunst. Wenn er eins an die junge Generation weitergeben wollte, so Téchiné, dann wäre es der Mut zum Ungehorsam.

André Téchiné, der in der Nähe von Lyon in Valence geboren wurde, gilt als Einzelgänger unter den französischen Regisseuren. Er hat rund 25 Langfilme gedreht, darunter auch seinen aufsehenerregenden Debütfilm „Paulina haut ab“ aus dem Jahr 1969. Der zurückhaltende Filmemacher steht lieber im Hintergrund als im Rampenlicht: Fernsehkameras geht er nach Möglichkeit aus dem Weg und lässt stattdessen seine Filme für sich sprechen.

In Thierry Klifas Film, dem es gelang, eines der wenigen Porträts von Téchiné zu realisieren, spricht der französische Regie-Altmeister offen über seine Herkunft aus der „engstirnigen“ Bourgeoise der französischen Provinz, über die enge Beziehung zu seiner Mutter, seine Neurosen, sein Verhältnis zur Religion, seine Zeit bei der Filmzeitschrift „Cahiers du Cinéma“, die prägende Begegnung mit Roland Barthes, über Pariser Nächte, Psychoanalyse, seine offen gelebte Homosexualität – und schließlich über seine Leidenschaft für das Kino, die zweifellos bedeutendste Geschichte seines Lebens. Die Dokumentation schildert den Werdegang des jungen Mannes aus dem Südwesten Frankreichs, der eines Morgens Anfang der 60er Jahre im Bahnhof Gare d’Austerlitz aus dem Zug stieg, um in Paris sein Studium zu absolvieren – und davon träumte, Filme zu drehen.

Präzise und feinfühlig erfassen seine Filme die Widersprüche in der Gesellschaft und der Gefühlswelt der Menschen, die Qualen seiner Generation und die Erwartungen der heutigen Jugend. In poetischer Sprache und Optik thematisieren Téchinés Werke brisante Themen unserer Zeit: Er erzählt aus dem Leben von Exilanten und von verpassten Lebenschancen, in „Weit weg“ beziehungsweise „Changing Times“, vom Aufkommen der Immunschwächekrankheit Aids in den 80er Jahren in „Wir waren Zeugen“, von männlicher Prostitution in „Ich küsse nicht“ oder von der schmerzlichen Suche nach politischer, sexueller und beruflicher Identität vor dem Hintergrund des Algerienkriegs in „Wilde Herzen“. Seinen größten Erfolg feierte er 1985 mit „Rendez-vous“, einer temporeichen Liebes- und Selbstfindungsgeschichte mit Juliette Binoche in der weiblichen Hauptrolle, für die er auf dem Festival von Cannes mit dem Preis für die beste Regie ausgezeichnet wurde.

Die Dokumentation verbindet Archivaufnahmen, zahlreiche Filmausschnitte, persönliche Dokumente, O-Töne seiner Drehbuchautoren Olivier Assayas und Cédric Anger sowie seiner Schauspielerinnen und Schauspieler – darunter Catherine Deneuve, Isabelle Adjani, Sandrine Kiberlain, Juliette Binoche, Emmanuelle Béart, Guillaume Canet und Daniel Auteuil – zu einem packenden Porträt, das aus Téchinés Leben erzählt, das vor allem aber auch eine Liebeserklärung an das Kino ist.

Mittwoch, 03.04. / 02:25 Uhr / Die Freiheit führt die Kunst
Von David bis Monet: Maler im Angesicht der Macht
Dokumentation, Frankreich, 2015, ARTE F 53 Min.
Regie: Jean-Baptiste Péretié
Online verfügbar von 03/04 bis 11/04

Im Jahr 2016 feiert das Pariser Musée d’Orsay sein 30-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass führt der Dokumentarfilm anhand exemplarischer Exponate aus der Sammlung durch die Geschichte des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, durch seine Revolutionen in Politik, Industrie, Wissenschaft und Kunst. ARTE erzählt anhand von Werken bedeutender Künstler wie David, Delacroix, Daumier, Courbet und Monet von einer Entwicklung, die von den letzten Historienbildern über die Erfindung von Fotografie und Film bis hin zu modernen Kunstströmungen wie Symbolismus und Kubismus führte.

Die Kunst war jahrhundertelang ein Instrument der Machthaber, die sich in Porträts verewigen ließen und die bedeutendsten Momente ihrer Herrschaft in prächtigen Gemälden festhielten. So schufen die Maler regelrechte Ikonen, die in die offizielle Geschichtsschreibung eingingen. Von Napoleon bis Clemenceau, von den letzten Historienbildern über die Erfindung von Fotografie und Film bis zur modernen Kunst: Der Dokumentarfilm erzählt anhand von Werken bedeutender Künstler wie David, Delacroix, Daumier, Courbet und Monet von den Entwicklungen des 19. und frühen 20 Jahrhunderts. „Bonaparte beim Überschreiten der Alpen am Großen Sankt Bernhard“ von Jacques-Louis David wurde zu einem propagandistischen Meisterwerk; „Die Freiheit führt das Volk“ von Eugène Delacroix zeigt einen blutigen Revolutionstag während der Volksaufstände von 1830, und für „Ein Begräbnis in Ornans“ verwandelte Gustave Courbet eine ländliche Bestattungsszene in ein geniales Historienbild aus der späten Zweiten Republik. Das Ende der Historienmalerei kam mit dem Impressionismus und seinen Vertretern wie Caillebotte, Degas, Cézanne und Monet, die sich nicht für den Adel und das Großbürgertum interessierten und das moderne Zeitalter einläuteten. Fotografische und kinematografische Techniken befreiten die Künstler schließlich aus dem objektiven Realismus und ebneten den Weg für Symbolismus, Fauvismus und Kubismus. Es scheint, als hätte sich die Verbindung von Kunst und Macht somit endgültig aufgelöst.

Donnerstag, 04.04. / 05:00 Uhr / Epochen der Musikgeschichte ~ Die Moderne
Dokumentarfilmreihe, Deutschland, 2015, ZDF 90 Min.
Regie: Lena Kupatz, Axel Brüggemann
Online verfügbar von 04/04 bis 04/05

In vier Teilen zeigt die Dokumentationsreihe „Epochen der Musikgeschichte“ die bewegte Geschichte der klassischen Musik. In der Musik der unterschiedlichen Epochen spiegeln sich im Verlauf der Jahrhunderte auch die jeweiligen Zeitläufte. Die vierteilige Dokumentationsreihe erzählt 400 Jahre Musikgeschichte als Soundtrack zur Geschichte Europas.

Das 20. Jahrhundert ist eine Epoche der Extreme, der technischen und politischen Revolutionen – und die Musik spiegelt all das wider, von der Zwölftonmusik über den Jazz bis zu den Megastars aktueller Klassik-Events.

Der aktuelle Teil der Reihe fächert das Kaleidoskop des 20. Jahrhundert auf: ein Jahrhundert der Extreme, der technischen und politischen Revolutionen. Zwei Weltkriegen zum Trotz wagte die Musik immer wieder den Tanz auf dem Vulkan, von der Zwölftonmusik zum Jazz, vom Impressionismus bis zur Filmmusik der Hollywood-Blockbuster, von Strawinskys „Le Sacre du Printemps“ bis zu den heutigen Stars der Klassik.

Das 20. Jahrhundert ist auch die Zeit der dirigierenden Halbgötter und Klassikstars von Toscanini bis Karajan, von Callas bis Netrebko, von Caruso bis Pavarotti. Als sichere Wegbegleiter durch das Dickicht der vermeintlich so schwierigen „modernen Musik“ nehmen der Orgel-Virtuose Cameron Carpenter und der Kabarettist Serdar Somuncu den Zuschauer an die Hand. Carpenter demonstriert in lockerer Improvisation am Klavier einen Song aus der Dreigroschenoper ebenso leicht verständlich wie die Prinzipien der Zwölftontechnik und des Minimalismus – und plötzlich verliert die Avantgarde jeden Schrecken.

Somuncu beleuchtet Schlüsselepisoden der Epoche – vom Skandal um die Uraufführung des „Sacre du Printemps“ über die Verfolgung der entarteten Musik während des Dritten Reichs bis hin zum gemeinsamen Tennisspiel von George Gershwin und Arnold Schönberg. Bildstark, witzig und pointiert bringen auch immer wieder Graphic-Novel-Elemente die entscheidenden Wendepunkte auf den Punkt.

Freitag, 05.04. / 05:00 Uhr / Berlin Live: Stereophonics
Musik, Deutschland, 2015, ZDF 61 Min.
Regie: Hannes Rossacher
Online verfügbar von 05/04 bis 05/05

Die Stereophonics zählen zu den besten britischen Bands überhaupt. Neben den Beatles, Led Zeppelin, Abba, Oasis, Genesis, Blur und U2 gehören sie zu jenen Bands, denen es mit fünf aufeinanderfolgenden Alben gelungen ist, Platz eins der UK-Charts zu belegen. Bei „Berlin Live“ erobern die Songs von Frontmann Kelly Jones mal wieder alle Herzen im Sturm.

Die Stereophonics gehören neben den Beatles, Led Zeppelin, Abba, Oasis, Genesis, Blur und U2 zu jenen Bands, denen es mit fünf aufeinanderfolgenden Alben gelungen ist, Platz eins der UK-Charts zu belegen.

Sie zählen zu den besten britischen Bands überhaupt. Und mit ihrem Frontmann Kelly Jones haben sie einen der besten Songwriter der Insel. Im Verlauf ihrer über 20-jährigen Karriere haben sie einen Albumklassiker nach dem nächsten veröffentlicht – und auch ihr Album „Keep the Village Alive“ bildet da keine Ausnahme. Die Songs zu dem Album sind laut Kelly fast von alleine entstanden:

„Ich lasse die Gitarre eigentlich meist in der Ecke stehen, bis es wieder an der Zeit ist, neue Sachen zu schreiben. Wenn ich dann aber wieder zur Gitarre greife, geht es fast wie von allein. Ich versuche nie, mich zu zwingen. Ich bin dann einfach ganz schön begeistert, wenn ich wieder spiele.“

Und begeistert hat die Band auch bei „Berlin Live“ ihr Publikum mit einer energetischen Show der Extraklasse.

Freitag, 05.04. / 21:45 Uhr / Chuck Berry
Dokumentarfilm, Großbritannien, 2018, ZDF 98 Min.
Regie: Jon Brewer
Online verfügbar von 05/04 bis 04/07
Erstausstrahlung

Chuck Berry gilt als Urvater und Impulsgeber des Rock ’n‘ Roll. Er beeinflusste Künstler wie John Lennon, Bruce Springsteen und Keith Richards. Das Porträt wirft einen Blick hinter die Fassade des absoluten Ausnahmekünstlers, der mit einer einzigartigen Verbindung von Talent und Charisma atemberaubende Songs erschuf.

Das Wort „Ikone“ wird heutzutage viel zu leichtfertig benutzt. Doch wenn es um den Mann geht, der als „Pionier des Rock ’n‘ Roll“ bezeichnet wird und dessen berühmte Liveperformances in den 1950er Jahren das „Rock-’n‘-Roll-Fieber“ bei Jugendlichen verschiedenster Herkunft entfachte, dann ist es wirklich die einzig passende Beschreibung für ihn. Chuck Berry, geboren 1926 und 2017 gestorben, beglückte Generationen von Fans und beeinflusste die Musikwelt wie ansonsten vielleicht nur noch Elvis Presley. Der mehrfach ausgezeichnete Filmemacher Jon Brewer führt bei diesem Porträt der Rock-’n‘-Roll-Legende Regie. Dabei blickt er hinter die Fassade und beleuchtet den Menschen abseits des Legendenstatus. Er zeigt Chuck Berrys abenteuerliches und manchmal tragisches Leben ganz im Zeichen des Rock ’n‘ Roll, und er versucht zu ergründen, was Chuck Berry dazu befähigt hat, einige der besten Rocksongs aller Zeiten zu schreiben, und welche Höhen und Tiefen er dabei durchlebte.

Freitag, 05.04. / 23:25 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2018, ARTE F 43 Min.
Online verfügbar von 05/04 bis 04/06
Erstausstrahlung

Freitag, 05.04. / 00:10 Uhr / Berlin Live: Boy George & Culture Club
Musik, Deutschland, 2018, ZDF 54 Min.
Regie: N.N.
Online verfügbar von 05/04 bis 05/05
Erstausstrahlung

Die 80er waren das Jahrzehnt von Culture Club und ihrem Frontmann Boy George. „Do You Really Want To Hurt Me“ und „Karma Chameleon“ stürmten die Charts und Clubs und sind bis heute unvergessene Hits der Popmusik. Nach der Trennung der Band folgten bei Boy George zwei Jahrzehnte musikalischer Experimente, persönlicher Tragödien und Exzesse. Und jetzt das erneute Comeback mit brandaktueller, viel gelobter Platte und einer ausgedehnten Tour erstmals mit Culture Club in der Originalbesetzung von 1981: Am Bass Mikey Craig, an Gitarre und Keyboard Roy Hay und am Schlagzeug Jon Moss.

„Berlin Live“ goes KULT! Boy George geht auf seiner ausgedehnten Comeback-Tour mit neuer Platte und der Originalbesetzung seiner Band Culture Club so richtig ab. Auf der Bühne mit 13 Musikern und Background-Chor schließt er mit seinen neuen Arrangements nahtlos an die guten alten Tage in den 80ern an. Die Band eröffnet das Konzert mit den funkigen Sounds von David Bowies „Let’s Dance“ – das Motto des Abends.Der Durchbruch gelang Culture Club 1982 mit dem Song „Do You Really Want To Hurt Me“, der auch bei „Berlin Live“ das Publikum zum Mitsingen und Tanzen anheizt. Die neuen Songs ganz in der Tradition seines unverkennbaren Stils überzeugen, vor allem mit dem Titelsong „Let Somebody Love You“. Auch mit seinem Auftreten macht der Paradiesvogel mit glitzerndem Hut und extravagantem Make-up seinem Ruf alle Ehre – mit seiner auffälligen Erscheinung war er schon immer das optische Aushängeschild der Band.Die Zeiten seines Absturzes scheinen vorbei, in denen Drogen sein Leben regierten. Auf der Bühne sieht man einen strahlenden Boy George vereint mit seinen früheren Kumpanen: Am Bass Mikey Craig, an Gitarre und Keyboard Roy Hay und am Schlagzeug Jon Moss, der mit dem Sänger in den 80ern eine langjährige Beziehung führte.Boy George und Culture Club geben „Berlin Live“ die Ehre und liefern im Berliner Club SchwuZ ein mitreißendes Konzert ab, das nicht besser hätte enden können: Die Kultband gibt ihren Dauerbrenner „Karma Chameleon“ zum Besten – Ohrwurm natürlich vorprogrammiert.


Samstag, 06.04. / 23:50 Uhr / Square für Künstler ~ Häkeln für die Unabhängigkeit – Carte Blanche für Meret Becker
Magazin, Frankreich, Deutschland, 2015, ARTE 27 Min.
Online verfügbar von 06/04 bis 13/04

Für „Square Künstler“ wird die Berliner Schauspielerin und Sängerin Meret Becker zur Filmregisseurin. Sie stellt uns in einem Dokumentarfilm die Modedesignerin Ann-Kathrin Carstensen und ihr Label „Rita in Palma“ vor. Das Besondere an diesem Projekt: Türkische Frauen häkeln Haute Couture und erlangen dadurch ein Stück Unabhängigkeit.

Für „Square” wird die Berliner Schauspielerin und Sängerin Meret Becker zur Filmregisseurin! Sie stellt die Modedesignerin Ann-Kathrin Carstensen und ihr Label „Rita in Palma” in ihrem Dokumentarfilm vor. Das Besondere an diesem Projekt: Türkische Frauen häkeln Haute Couture und erlangen dadurch ein Stück Unabhängigkeit. Ann-Kathrin Carstensens Showroom im multikulturellen Berlin-Neukölln ist zugleich Atelier und Häkelstube. Hier trifft sich täglich der Häkelclub. Immer mehr türkische Frauen, die die Kunst des Häkelns in unterschiedlichen Techniken beherrschen, kommen hierher. Für ihre kunstvolle Handarbeit bekommen sie nicht nur einen angemessenen Lohn, sondern haben auch die Möglichkeit, sich auszutauschen, sich zu helfen, Deutsch zu lernen und dem von Männern dominierten Alltag für ein paar Stunden zu entfliehen. Ann-Kathrin Carstensen bietet ihren „Häkelköniginnen”, wie sie sie nennt, weit mehr als nur einen Job. Hier erfahren sie Wertschätzung und nehmen sogar an der Berliner Fashion Week teil: Ihr Entwurf ist ein weiß-schwarzes Brautkleid – sicher nicht ganz ohne Provokation! Vielleicht weckt das ja die Neugier von Chanel – nur zu gerne würden die Frauen ihre wertvollen Arbeiten auch einmal in Paris vorstellen.

Samstag, 06.04. / 03:30 Uhr / Augenschmaus ~ Dienstmagd mit Milchkrug von Jan Vermeer
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2014, ARTE F 26 Min.
Regie: Franck Gombert
Online verfügbar von 06/04 bis 05/06

Die Dokumentationsreihe „Augenschmaus“ bietet kulinarische Ausflüge in die Welt der Kultur: Ausgehend von Kunstwerken, welche die typische Küche einer bestimmten Epoche in Szene setzen, analysieren Kunsthistoriker und Geschichtswissenschaftler die Gastronomie dieser Zeit. Was aßen die Menschen damals? Welche Essgewohnheiten und Rituale hatten sie? Wie sahen Besteck und Geschirr aus? Auch der historische Kontext und die künstlerische Strömung, der das jeweilige Werk angehört, werden beleuchtet. Andere Zeiten, andere (Tisch-)Sitten – in „Augenschmaus“ untersuchen renommierte Fachleute künstlerische und kulinarische Trends von der Steinzeit bis zur Popkultur der Moderne. Außerdem kochen große Küchenchefs die Gerichte in der Sendung nach. Jan Vermeers Bild „Dienstmagd mit Milchkrug“ (1658) ist im Amsterdamer Rijksmuseum ausgestellt. In dieser Ausgabe von „Augenschmaus“ lädt Marc Veyrat, Sternekoch aus Haute-Savoie, zu einem reichhaltigen Frühstück mit hausgemachten Milchprodukten und Armen Rittern in sein zauberhaftes Chalet in die Berge ein, um mit seinen Gästen die verborgene Symbolik in Jan Vermeers Gemälde zu ergründen.

Die Farbe Weißwirkte auf den berühmten Maler Wassily Kandinsky wie eine große Stille, wie „ein jugendliches Nichts“. Auch für die schneebedeckte Alpenlandschaft der Savoyen, in der Sternekoch Marc Veyrat zu Hause ist, trifft dies zu. Schneeweiß ist auch die Flüssigkeit, die die „Dienstmagd mit Milchkrug“ auf dem 1658 entstandenen Gemälde in die Schüssel gießt. Das Bild zeigt eine einfache Frau aus dem Volk bei einer alltäglichen Arbeit. Das Werk beeindruckt durch einen meisterhaften Einsatz von Farbe und Lichteffekten. Jan Vermeer, der den Beinamen „die Sphinx von Delft“ hatte, gab dem Betrachter mit seinen Bildern Rätsel auf. Vermeer schuf nur wenige solcher Meisterwerke, insgesamt fertige er in einer Schaffenszeit von 20 Jahren nur 45 Gemälde an. Marc Veyrats Gäste sind in sein Chalet inmitten der Berge gekommen, um bei einem reichhaltigen Frühstück mit hausgemachten Milchprodukten und Armen Rittern mehr über die verborgene Symbolik in Vermeers Gemälde erfahren.

Sonntag, 07.05. / 05:10 Uhr / Die Bibliothek von Exeter von Louis I. Kahn
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2015, ARTE F 26 Min.
Regie: Richard Copans
Online verfügbar von 07/04 bis 06/06

Die Bücherei der Phillips Exeter Academy im US-amerikanischen New Hampshire, ein spätes Meisterwerk des amerikanischen Architekten Louis Isadore Kahn, beeindruckt mit ihren klaren Formen und ihrer ungewöhnlichen Geometrie. Alle Lesenischen sind in Fensternähe platziert, und das riesige Atrium wird dank gekonnt angeordneter Öffnungen in natürliches Licht getaucht. Das Bauwerk in der Mitte des Campus ist ein gelungener Kompromiss aus architektonischem Geschick und Zweckmäßigkeit, eine Hommage an Wissen und Verstand.

Die 1971 fertiggestellte Bücherei der kleinen Phillips Exeter Academy im US-amerikanischen New Hampshire ist ein Tempel der Lektüre. Geschaffen wurde sie vom Architekten Louis I. Kahn, der sich bei der Planung eine Aufgabe gestellt hatte: Alle Leser sollten an eigenen kleinen Schreibtischen aus Eichenholz sitzen und durch nahe Fenster vom Tageslicht profitieren. So entstanden viele kleine „Räume im Raum“, wie der Architekt es selbst formulierte – an allen vier Fensterseiten des blockartigen Gebäudes, auf allen acht Etagen. Ein ungewöhnlicher Lesesaal! Die Bücher sind nicht weit; sie stehen im Halbdunkel auf der inneren Seite der Lesegalerien auf Metallregalen, welche die ganze Höhe des Gebäudes einnehmen. Türen gibt es keine, was den sofortigen Zugriff auf alle Bücher gewährleistet. In der Mitte des Gebäudes erstreckt sich bis in den sechsten Stock das riesige, lichtdurchflutete Atrium. Mit seiner Höhe, seiner Dekoration aus Holz und Beton und seinen Lichtspielen ist das Atrium ein regelrechtes Werk im Werk – ein Meisterstück der Geometrie und die Erfüllung aller architektonischen Ambitionen Kahns. Lesesäle, Atrium und Bücherlager liegen nah beieinander, fungieren aber als ganz eigene Räume, was durch unterschiedliche Baumaterialien veranschaulicht wird. Der Aufbau der Bücherei ist klar und sofort ersichtlich; die drei Gebäudeteile sind ineinandergefügt wie eine Matrjoschka. Zusammen ergeben sie eine Struktur, deren Elemente sich gegenseitig stützen. Mit ihren klaren Formen und ihrer ungewöhnlichen Geometrie ist das architektonische Meisterwerk auch eine Hommage an das Zeitalter der Aufklärung: an Lesen, Wissen und Vernunft.

Sonntag, 07.05. / 16:10 Uhr / Liebe am Werk ~ Jeanne Hebuterne und Amedeo Modigliani
Dokumentation, Frankreich, 2018, ARTE F 26 Min.
Regie: Delphine Deloget
Online verfügbar von 07/04 bis 06/06
Erstausstrahlung

Liebe, Kunst und Leidenschaft: Von Amedeo Modigliani und Jeanne Hébuterne, über Man Ray und Lee Miller bis hin zu Paula Becker und Otto Modersohn. Die fünfteilige Dokumentationsreihe erzählt in einer ganz neuartigen Mischung aus echter Biografie und kreativer Archivcollage vom Leben legendärer Künstlerpaare vor dem Hintergrund ihrer Zeit. Eine Liebesbeziehung hinterlässt immer Spuren. Und wenn die Liebe zwei Künstlerseelen zusammenführt, finden diese großen Gefühle auch oft in den jeweiligen Werken ihren Ausdruck. Ganz gleich, ob die Liebe in schöpferischer Erfüllung oder amouröser Enttäuschung endet.

Jeanne Hébuterne entstammt einer bürgerlichen Familie. Sie wird von ihren Eltern gefördert, die ihr ein Privatstudium der Malerei ermöglichen. Die schöne junge Frau mit den Katzenaugen, die bereits Muse zahlreicher Künstler war, lernt 1917 im Pariser Café de la Rotonde den italienischen Maler Amedeo Modigliani kennen und verliebt sich in ihn. Der deutlich ältere Modigliani kann von seiner Kunst nicht leben; sein gesundheitlicher Zustand ist so schlecht, dass er beginnt, Rauschgift zu nehmen und zu trinken. Jeanne wird sein bevorzugtes Modell. Das Paar malt in Modiglianis Atelier in Montparnasse, doch sie verkaufen nichts. Die beiden inspirieren sich gegenseitig, privat wie künstlerisch. Am 3. Dezember 1917 veranstaltet die Mäzenin Berthe Weill eine Ausstellung mit Werken von Modigliani in ihrer Galerie, doch die Aktbilder verstoßen gegen die Moral der Zeit. Die Polizei verlangt sogar, dass einige Arbeiten abgehängt werden. Im März 1918 flieht das Paar vor den deutschen Bombardements von Paris nach Nizza; am 29. November bringt Jeanne ein kleines Mädchen zur Welt. Als die beiden nach Paris zurückkehren, sind sie aus finanziellen Gründen gezwungen, das Kind bei einer Amme aufwachsen zu lassen. Modigliani verlobt sich mit Jeanne, als sie mit einem zweiten Kind schwanger ist. Doch zu einer Heirat soll es nicht mehr kommen, denn Modigliani bekommt Tuberkulose und verstirbt am 24. Januar 1920. Jeanne stürzt kurz darauf aus einem Fenster im fünften Stock, ihr ungeborenes Kind stirbt mit ihr. Modiglianis berühmtes Gemälde „Liegender Akt (auf der linken Seite)“ von 1917, das in der Galerie von Berthe Weill für einen Skandal gesorgt hatte, zählt heute zu den teuersten Gemälden der Welt; es wurde für umgerechnet rund 132 Millionen Euro versteigert. Erst im Jahr 1992, als ihre Bilder in einem Keller gefunden wurden, erhält auch Jeanne Hébuterne Anerkennung als Künstlerin, die einen eigenständigen Stil entwickelt hat.

Sonntag, 07.05. / 16:40 Uhr / Metropolis ~ Metropole Riga
Magazin, Deutschland, 2019, NDR 43 Min.
Erstausstrahlung

(1): Metropole: Riga
(2): Eröffnung des Nationalmuseums von Katar

(1): Metropole: Riga Vor 100 Jahren behauptete sich die junge Nation Lettland in den Unabhängigkeitskriegen. Deshalb steht in der Hauptstadt Riga 2019 alles unter dem Motto „Heldentum“. Die meiste Zeit war das Land Teil der Sowjetunion und erst kürzlich wurden die KGB-Akten geöffnet – Stoff für den Theaterregisseur Alvis Hermanis. Der Stadtteil Moskauer Vorstadt erlebt gerade eine Gentrifizierung: Sollen die historischen Holzhäuser abgerissen oder bewahrt werden?

(2): Eröffnung des Nationalmuseums von Katar Keine zwei Jahre nach der Einweihung des Louvre Abu Dhabi hat der französische Architekt Jean Nouvel das Nationalmuseum von Katar fertiggestellt – noch größer, noch spektakulärer. Das Gebäude ist der Form der regional typischen Wüstenrose nachempfunden: schräge Scheiben, die sich zu einer organisch wirkenden Raumfolge überlagern.

Sonntag, 07.05. / 17:25 Uhr / Konzert auf dem Mailänder Domplatz
Martha Argerich, Riccardo Chailly, Orchester der Mailänder Scala
Musik, Italien, Frankreich, 2016, ARTERAI 59 Min.
Regie: Patrizia Carmine
Dirigent: Riccardo Chailly
Orchester: Orchestre de la Scala
Komponist und Autor: Paul Dukas, Maurice Ravel, Nino Rota
Mit: Martha Argerich (Klavier)
Online verfügbar von 07/04 bis 06/07

Der Mailänder Dom – mit seiner imposanten Fassade aus weißem Marmor – ist das bedeutendste gotische Bauwerk Italiens. Nur einen Steinwurf vom Domplatz entfernt, auf der anderen Seite der Galleria Vitttorio Emanuele II, steht die Mailänder Scala. Alljährlich zieht das Orchester des ehrwürdigen Opernhauses für einen Sommerabend vor dem Dom, für ein Konzert unter freiem Himmel, dem Concerto per Milano.Der Eintritt ist frei, und bis zu 50.000 Zuschauer finden sich auf der Piazza di duomo ein, wenn Chefdirigent Riccardo Chailly den Auftakt zu Paul Dukas‘ „Zauberlehrling“ gibt. Das Programm ist französisch geprägt. Nach Dukas geht es weiter mit Maurice Ravels Klavierkonzert in G-Dur. Den Solopart bestreitet eine legendäre Interpretin ihres Instrumentes, die argentinische Pianistin Martha Argerich. Mit Ravels berühmtesten Werk, dem „Boléro“, findet das „concerto“ einen fulminanten Abschluss.

Sonntag, 07.05. / 21:55 Uhr / Grace – Filmstar und Fürstin
Dokumentation, Frankreich, 2006, SR 59 Min.
Regie: Patrick Jeudy

Anhand von Archivaufnahmen zeigt die Dokumentation die „Jahrhunderthochzeit“ der Schauspielerin Grace Kelly mit Rainier, Fürst von Monaco, die im Mai 1956 ein bewegendes gesellschaftliches Ereignis war und gleichzeitig Grace Kellys Abschied von der Leinwand bedeutete.

Seit der Filmemacher Patrick Jeudy am 14. September 1982 in einem New Yorker Taxi zum ersten Mal vom tragischen Unfalltod Grace Kellys hörte, wollte er einen Film über die früh verstorbene Hollywood-Schauspielerin und Fürstin von Monaco drehen. Entstanden ist eine Dokumentation, die auf den Zeitraum eines Jahres blickt – von Mai 1955 bis Mai 1956 – von der Idylle bis zur glanzvollen Eheschließung von Grace Kelly und Fürst Rainier von Monaco. Die Dokumentation erinnert an das Ereignis und verwendet dabei zahlreiche Archivaufnahmen.

Sonntag, 07.05. / 23:00 Uhr / Traviata – Ihr verdient eine bessere Zukunft
Theater, Frankreich, 2017, ARTE F 131 Min.
Regie: Corentin Leconte
Inszenierung: Benjamin Lazar
Komponist: Giuseppe Verdi
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten: Adeline Caron
Kostüme: Julia Brochier
Licht: Maël Iger
Dirigent: Florent Hubert, Paul Escobar

Mit: Judith Chemla (Violetta Valéry), Damien Bigourdan (Alfredo Germont), Jérôme Billy (Giorgio Germont), Elise Chauvin (Flora Bervoix/Annina), Florent Baffi (Arzt), Marie Salvat (Violine), Myrtille Hetzel (Cello), Axelle Ciofolo de Peretti (Klarinette), Renaud Charles (Flöte), Bruno le Bris (Kontrabass), Gabriel Levasseur (Akkordeon), Benjamin Locher (Baron Douphol/ Horn), Sébastien Llado (Posaune)
Online verfügbar von 07/04 bis 06/07
Erstausstrahlung

Am Pariser Théâtre des Bouffes du Nord hat Benjamin Lazar die Dialoge aus Alexandre Dumas‘ „Kameliendame“ und die Musik aus Guiseppe Verdis „La Traviata“ zu einem faszinierenden Musiktheaterstück arrangiert. Es erzählt in traumhaften Bildern vom Paris der 1840er Jahre und von den „Abwegen“ der legendären Lebedame Marie Duplessis sowie ihrer Alter Egos, zu der auch Verdis Violetta Valéry zählt. Als Marie Duplessis mit 15 Jahren zu Verwandten nach Paris geschickt wird, verschafft sie sich Zugang zu besseren Kreisen, in denen die Männer der Kurtisane bald zu Füßen liegen. An Tuberkulose erkrankt, stirbt sie im zarten Alter von 23 Jahren. In der Hauptrolle der viel gelobten Inszenierung brilliert Judith Chemla als Sängerin, Schauspielerin und am Klavier.

„Sempre libera“ – „Auf ewig frei“ – lautet die Losung, die den ersten Akt der Verdi-Oper beschließt und die sich auch Regisseur Benjamin Lazar, Schauspielerin Judith Chemla und Musiker Florent Hubert für ihr ungewöhnliches Bühnenstück auf die Fahnen geschrieben haben. In ihrer neuen Produktion am Pariser Théâtre des Bouffes du Nord verbinden sie die weltbekannte Musik aus „La Traviata“ mit Dialogen aus Alexandre Dumas‘ Roman „Die Kameliendame“ sowie Elementen aus dem spleenigen Paris von Charles Baudelaire und Théophile Gautier. In diesem Mikrokosmos, in dem die Schauspieler abwechselnd Sänger, Musiker und Sprecher sind, entfalten sich die unzähligen Facetten der berühmt-berüchtigten Hauptfigur Alphonsine Plessis, genannt Marie Duplessis oder – wie bei Verdi – Violetta Valéry. Ihren wahren Namen gibt die tuberkulosekranke Kurtisane, in Literatur und Theater oft zur märtyrerischen Heldin erhoben, auch bei Benjamin Lazar nicht preis. Schwere Opiumschwaden, betörender Blumenduft und weiße Gazeschleier schaffen einen diffusen Raum, in dem das liebesreuige Halbweltmädchen ihrem Lebensdrang freien Lauf lassen kann. Benjamin Lazar bewahrte die pulsierenden Rhythmen der Verdi-Musik mit ihrer frenetischen Energie, aber auch mit ihrer schlichten Einfachheit. Das auf ein Minimum reduzierte Orchester wirft ein neues Licht auf die weltbekannten Verdi-Melodien. Und in der Inszenierung erklingen immer wieder die bitteren Worte, die das allzu kurze Leben der skandalträchtigen Protagonistin nur zu gut zusammenfassen: „Traviata – Ihr verdient eine bessere Zukunft“.

Sonntag, 07.05. / 01:10 Uhr / The High Road to Kilkenny ~ Tänze und Lieder aus Irland
Musik, Frankreich, 2016, ARTE F 43 Min.
Regie: Benjamin Bleton
Dirigent: François Lazarevitch
Orchester: Les Musiciens de Saint-Julien
Komponist und Autor: Turlough O’Carolan

Mit: Robert Getchell (Tenor), David Greenberg (Violine), Lucile Boulanger (Gambe), Eric Bellocq (Laute, Orpheoreon), Marie Bournisien (Barockharfe), Bill Taylor (Clàrsach – Keltische Harfe), Caitlín Nic Gabhann (Stepptanz), Liam Scanlon (Stepptanz), Mick O’Brien (Irischer Dudelsack)

Online verfügbar von 07/04 bis 14/04

Kaum ein anderes Volk ist so von Legenden umwoben wie die Kelten. Zum keltischen Kulturkreis gehören auch zahlreiche begabte Sänger und Musiker. Das französische Ensemble Les Musiciens de Saint-Julien geht auf musikalische Entdeckungsreise durch das irische und schottische Repertoire des 17. und 18. Jahrhunderts, dessen Vielfalt auch in seiner Heimat lange verkannt wurde. François Lazarevitch und sein Ensemble spielen mit ihrem Ensemble vor der herrlichen Landschaftskulisse Irlands, an geschichtsträchtigen Orten, die sie bereist haben – von den Seen von Connemara bis zum berühmten Pub namens „The Salmon Pool“ in Thomastown.

Die Dokumentation schildert den Lebensweg des irischen Komponisten und Harfenspielers Turlough O’Carolan, der nach einer Pockenerkrankung mit 18 Jahren erblindete und bei seinen anschließenden Reisen durch ganz Irland mehr als 200 Melodien zusammentrug. Obwohl er manche der wunderschönen Gegenden als Kind mit eigenen Augen gesehen hatte, nutzte er als Erwachsener seine Fantasie, um dieses Handicap wettzumachen. In seiner Musik verband er die beide wichtigsten Einflüsse seiner Zeit: die gelehrte Barockmusik der Aristokratie und die traditionelle Volksmusik. Nicht immer lässt sich leicht entscheiden, welche Teile seiner Kompositionen wovon inspiriert sind. Die Dokumentation ordnet die musikalischen Werke in ihren geografischen und historischen Kontext ein. Die vielen Facetten der keltischen Musik illustriert sie mit poetischen Bildern von den weiten Naturlandschaften Irlands. François Lazarevitch und sein Ensemble stellen in ihren Stücken viele geschichtsträchtige Orte vor, die sie bereist haben – darunter die Seen von Connemara, Claregalway Castle, Jerpoint Park oder Thomastown mit seinem berühmten Pub „The Salmon Pool“.

Donnerstag, 11.04. / 05:00 Uhr / Zum 150. Geburtstag von Jean Sibelius: Symphonie Nr. 1
Musik, Deutschland, 2015, ZDF 42 Min.
Regie: Helen Mansfield
Komponist: Jean Sibelius
Dirigent: Sir Simon Rattle
Orchester: Berliner Philharmoniker
Online verfügbar von 11/04 bis 11/05

Unter den zahlreichen Veranstaltungen, die im Jahr 2015 mit Sonderprogrammen weltweit den 150. Geburtstag des finnischen Komponisten feierten, war ohne Zweifel die Aufführung aller Sibelius-Symphonien in nur drei Tagen in der Londoner Barbican Hall ein außergewöhnliches Ereignis. Und das lag nicht zuletzt an den Interpreten: den Berliner Philharmonikern und ihrem Musikchef Sir Simon Rattle.

Unter den zahlreichen Veranstaltungen, die im Jahr 2015 mit Sonderprogrammen weltweit den 150. Geburtstag des finnischen Komponisten feierten, war ohne Zweifel die Aufführung aller Sibelius-Symphonien in nur drei Tagen ein außergewöhnliches Ereignis. Und das lag nicht zuletzt an den Interpreten: den Berliner Philharmonikern und ihrem Musikchef Sir Simon Rattle. Ein Déjà-vu-Erlebnis für das Londoner Publikum, denn hier feierte Rattle mehr als 25 Jahre zuvor mit seinem damaligen Orchester, dem City of Birmingham Symphonie Orchestra, und einem Sibelius-Zyklus einen seiner früheren Erfolge. Und es ist nicht überraschend, dass er auch die treibende Kraft hinter diesem jetzigen Projekt war. Seine Leidenschaft für Sibelius, für seine musikalische Sprache, hat offensichtlich auch die Berliner Musiker angesteckt. Es ist ein großes künstlerisches Vergnügen, all die einzigartigen Solobläser dieses Orchesters zu erleben, allein der Beginn der ersten Symphonie mit dem langen Klarinettensolo, gespielt von Andreas Ottensamer, wird unübertrefflich bleiben. Der romantische, an Tschaikowsky erinnernde Sound der Interpretation ist die Stärke dieser Aufnahme. Nicht nur die Leistung der Solobläser mit Emmanuel Pahuds Flöte oder Albrecht Mayers Oboe sind Weltklasse, auch der strahlende, brillante Klang der Streicher machen diese Aufführung zu einem künstlerischen Ereignis. Und so wurde dieser Sibelius-Zyklus, alle sieben Symphonien gespielt an drei Abenden in der Londoner Barbican Hall, erneut zu einem Triumph für Sir Simon Rattle.

Freitag, 12.04. / ab 21:45 Uhr / Schwerpunkt: Hip-Hop Kultur
Schwerpunkt, ARTE84 Min.

Bei ARTE steht der April ganz im Zeichen des Hip-Hop: mit über 15 Konzerten, mit dabei aktuelle Acts wie Tyler, The Creator und der französische Rapper Jok’Air. Außerdem im Programm: Der erste Langfilm von Fotografie-Star David LaChapelle, „Rize“. In der schwindelerregenden Tanz-Dokumentation porträtiert er die Krumping-Community im Los Angeles der 90er Jahre, die einen kreativen Gegenentwurf zu ihrer brutalen Umwelt bot. Für alle Hip-Hop-Fans alter Schule gibt es einen Meilenstein der Popgeschichte wiederzuentdecken: John Singletons Ghetto-Drama „Boyz n the Hood – Jungs im Viertel“, in dem Ice Cube sein Leinwanddebüt gab. Ergänzt wird der Schwerpunkt durch fünf neue Webserien, die die Geschichte des Hip-Hop von seinen New Yorker Anfängen bis zum Europa von heute erzählen. Besonderer Fokus liegt auf der extrem vielfältigen und stilprägenden französischen Hip-Hop-Szene. Rapper, Graffer und Breakdancer jeder Couleur tummeln sich auch auf ARTE Concert – so trifft sich die Crème de la Crème des Hip-Hop beim Festival Hip Opsession – live und im Replay auf arteconcert.com. Auch nicht zu versäumen: „Dans le Club“, das Format, das Hip-Hop-Künstler der aktuellen Szene des frankophonen Raps präsentiert. „Hip Hop don’t stop on top!“ – auch auf ARTE Concert!

Freitag, 12.04. / 21:45 Uhr / Rize
Schwerpunkt: Hip-Hop Kultur
Tanz, USA, 2005, ARTE F 84 Min.
Regie: David LaChapelle
Online verfügbar von 12/04 bis 03/05

Dieser atemberaubende Kinotanzfilm erzählt die Geschichte des in einer afroamerikanischen Gemeinde von Los Angeles ins Leben gerufenen Tanzstils Krumping. Rasante, schnelle Schritte und Bewegungen bei großer Dynamik und Aggressivität – Krumping ist weit mehr als Streetdance: Es ist ein Lebensstil und ein sozialkritisches Statement gegen Gewalt und Diskriminierung. „Rize“ von David LaChapelle ist Rhythmus pur und ein visuelles Meisterwerk.

Freude, Ekstase, Befreiung: „Rize“ bringt ein urbane Tanzkultur in ihrer ganzen Körperlichkeit auf die Leinwand: das Krumping, das ab 2004 in Los Angeles förmlich explodierte und sich über die amerikanische Ostküste ausbreitete. Bei den Dreharbeiten für das Video „Dirrty“ von Christina Aguilera kam David LaChapelle über die Backgroundtänzer erstmals mit den verrückten Moves und Turns des Krumping in Kontakt. Er begab sich in die ärmsten und gefährlichsten „Schwarzenviertel“ der USA, wo 1965 die Watts-Unruhen und 1992 die Aufstände nach dem Rodney-King-Skandal losbrachen. Hier filmte er die Jungs und Mädchen mit einer Handkamera. Der aggressive, visuell eindrucksvolle Tanzstil, entstanden aus afrikanischen Stammestänzen als Alternative zum herkömmlichen Hip-Hop, zeichnet sich durch unglaubliche schnelle und komplexe Moves und Schritte aus. „Rize“ verfolgt diese Entwicklung anhand der Geschichte von Tommy the Clown aus dem Bezirk South Central in Los Angeles, der den Tanz als Reaktion auf die Unruhen 1992 nach der Polizeigewalt gegen den Afroamerikaner Rodney King ins Leben rief. Er malte sich das Gesicht an und setzte eine regenbogenfarbene Perücke auf, um die Kids zum Krumping einzusammeln und so eine Gegenkultur zur Gewalt zu schaffen. Tommy the Clown hat die „battle zones“ auf den Straßen etabliert, in denen die Jugendlichen nicht gegeneinander kämpfen, sondern in atemberaubend aggressiven Performances gegeneinander tanzen. David LaChapelle hat eine furiose Mischung aus Sozialstudie, Musikclip und Tanzfilm geschaffen. Die visuelle Ausdruckskraft der Bilder ist überwältigend, weshalb man kaum glauben kann, dass die Bildsequenzen nicht beschleunigt worden sind. Der Dokumentarfilm lief auf zahlreichen Festivals, unter anderem 2005 beim Sundance und beim Tribeca Film Festival sowie beim Festival des amerikanischen Films in Deauville.

Freitag, 12.04. / ab 21:45 Uhr / 23:10 N.E.R.D in Concert ~ Paris Summer Jam
Schwerpunkt: Hip-Hop Kultur
Musik, Frankreich, 2018, ARTE F 75 Min.
Regie: Sebastien Lefebvre
Erstausstrahlung

Pharrell Williams gehört zweifellos zu den wichtigsten Künstlern des 21. Jahrhunderts. Am 24. August 2018, acht Jahre nach dem letzten Auftritt seiner Band N.E.R.D in Europa, besuchte er mit ihr endlich wieder den alten Kontinent: Auf dem Paris Summer Jam in der Paris La Défense Arena präsentierten sie ihr fünftes Album „No_One Ever Really Dies“, das Ende 2017 erschien.

Chartstürmer und Ohrwurmfabrikant: Pharrell Williams ist einer der wichtigsten Popkünstler der 2000er Jahre! Der Sänger und Produzent vereint seit 20 Jahren kommerziellen Erfolg und künstlerischen Anspruch und verwischt fröhlich die Grenzen zwischen Mainstream und Underground. In Europa machte sich Pharrell Williams mit seiner Band N.E.R.D und dem Debütalbum „In Search of …“ aus dem Jahr 2001 einen Namen. Zuvor hatte er mit seinem Jugendfreund Chad Hugo das Produzententeam The Neptunes gegründet, das unter anderem mit Kelis, Jay-Z, Britney Spears, Nelly, Justin Timberlake, Gwen Stefani, Snoop Dogg und Madonna zusammenarbeitete. 2013 war das Durchbruchjahr des Sängers Williams: Zusammen mit Daft Punk veröffentlichte er den Sommerhit „Get Lucky“, gefolgt vom weiteren Erfolg „Blurred Lines“ mit Robin Thicke und T.I. – beide Songs hielten sich wochenlang in den internationalen Charts. Doch damit nicht genug: Am Ende des Jahres brachte er den Dauerohrwurm „Happy“ heraus, zum Soundtrack „Ich – Einfach unverbesserlich 2“. Der Song mutierte zum Spitzenreiter und wurde sogar für einen Oscar nominiert. Ende 2017 erschien das fünfte Album von N.E.R.D unter der ausgeschriebenen Version des Bandnamens „No_One Ever Really Dies“, für das unter anderem Rihanna, M.I.A., André 3000 (vom Duo Outkast), Ed Sheeran und Kendrick Lamar ins Boot geholt wurden. Am 24. August 2018, acht Jahre nach dem letzten Auftritt der Band in Europa, präsentierten sie die Songs ihrer jüngsten Platte auf der ersten Ausgabe des Paris Summer Jam in der Paris La Défense Arena in Nanterre.

Freitag, 12.04. / ab 21:45 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2018, ARTE F 43 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Journalist: David Combe, Jean-Marc Barbieux
Online verfügbar von 12/04 bis 11/06
Erstausstrahlung


Sonntag, 14.04. / 16.30 Uhr / Liebe am Werk ~ Gerda Taro & Robert Capa
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2018, ARTE F 26 Min.
Regie: Delphine Deloget
Online verfügbar von 14/04 bis 13/06
Erstausstrahlung

Liebe, Kunst und Leidenschaft: Von Amedeo Modigliani und Jeanne Hébuterne über Man Ray und Lee Miller bis hin zu Paula Becker und Otto Modersohn. Die fünfteilige Dokumentationsreihe erzählt in einer ganz neuartigen Mischung aus echter Biografie und kreativer Archivcollage vom Leben legendärer Künstlerpaare vor dem Hintergrund ihrer Zeit. Eine Liebesbeziehung hinterlässt immer Spuren. Und wenn die Liebe zwei Künstlerseelen zusammenführt, finden diese großen Gefühle auch oft in den jeweiligen Werken ihren Ausdruck. Ganz gleich, ob die Liebe in schöpferischer Erfüllung oder amouröser Enttäuschung endet.

Er war der Begründer des Fotojournalismus: Robert Capa. Für ein gutes Bild war der Kriegsfotograf bereit, jedes Risiko einzugehen und sich mitten ins Kampfgeschehen zu begeben. Die junge, talentierte und ehrgeizige Fotografin Gerda Taro war eine der ersten weiblichen Fotoreporterinnen. Als Jüdin polnischer Abstammung opponiert sie 1933 gegen Hitlers Machtübernahme. Da sie in Leipzig Flugblätter verteilt, wird sie festgenommen, aber aufgrund ihrer polnischen Staatsangehörigkeit wieder auf freien Fuß gesetzt. Weil sie sich weiterhin überwacht fühlt, flieht sie nach Paris, wo sie den jungen Robert Capa kennenlernt, der in Ungarn der kommunistischen Partei nahestand und gegen das repressive Regime kämpfte. Die beiden glühenden Antifaschisten verlieben sich ineinander. Aus Liebe zu Capa beginnt Gerda Taro ebenfalls zu fotografieren. Beide sind überzeugt, dass eine Fotografie eine Waffe sein und den Lauf der Geschichte verändern kann. Als der Militärputsch in Spanien 1936 die Welt in Atem hält, beschließen die beiden nach Spanien zu gehen. Zusammen mit Robert Capa dokumentiert Gerda Taro die Gräuel des Spanischen Bürgerkriegs und ist damit die erste Frau, die an einer Kriegsfront fotografiert. Capas Aufnahme eines tödlich getroffenen republikanischen Soldaten wird zur Ikone und begründet die Legende Robert Capa. Als sie nach Paris zurückkommen, sind ihre Fotos Tagesgespräch. Im Sommer 1937 geht Gerda Taro noch einmal alleine nach Spanien zurück. Sie fotografiert im Schützengraben – auch unter Beschuss. Als Gerda Taro auf dem Trittbrett eines Lkws mitfährt, der die Verletzten von der Front in ein Lazarett bringt, wird der Lkw von einem Panzer gerammt. Noch in der gleichen Nacht stirbt die 27-Jährige an ihren schweren Verletzungen. Sie wird nach Paris überführt, wo sie auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise beigesetzt wird. Der Trauerzug, angeführt von Pablo Neruda und Louis Aragon, gleicht einer gigantischen Demonstration gegen den Faschismus. Aber ihre Arbeit und ihr Engagement geraten nach und nach in Vergessenheit. Capa stirbt 1954, im Alter von 40 Jahren, als er im Indochina-Krieg auf eine Mine tritt.

Sonntag, 14.04. / 16.55 Uhr / Metropolis ~Saint-Etienne
Magazin, Deutschland, 2019, SWR 43 Min.
Erstausstrahlung

(1): Metropole: Saint-Etienne
(2): Bauhaus-Museum Weimar
(3): Stuttgarter Ballett zum Bauhausjahr

(1): Metropole: Saint-Etienne Von der Kohle zum Design: Saint-Etienne, Hauptstadt des französischen Département Loire, hat sich in den letzten Jahrzehnten von der Arbeiterstadt zur Designhochburg verwandelt. 2010 wurde die Metropole von der UNESCO zur „City of Design“ ernannt. UNESCO-ausgezeichnet ist auch Firminy, eine Industriesiedlung vor den Toren der Stadt. Es ist der größte Komplex des Architekten Le Corbusier in Europa, entstanden zwischen 1964 und 1969 und heute Welterbe. „Metropolis“ geht auf Entdeckungstour und besucht auch die internationale Design-Biennale von Saint-Etienne.

(2): Bauhaus-Museum Weimar 2019 hat Weimar doppelt Anlass zu feiern: 100 Jahre Gründung des Bauhauses und Unterzeichnung der Weimarer Verfassung. Ein Highlight ist am 6. April die Eröffnung des Bauhaus-Museums Weimar. Am Ursprungsort des Bauhauses will es an die bedeutendste Design- und Kunstschule des 20. Jahrhunderts erinnern. Erstmals werden hier die Schätze der weltweit ältesten Bauhaus-Kollektion umfassend gezeigt und mit den Fragen von morgen verknüpft.

(3) Stuttgarter Ballett zum Bauhausjahr „Aufbruch!“ – Unter diesem Titel widmet das Stuttgarter Ballett in Koproduktion mit dem Deutschen Nationaltheater Weimar dem Bauhaus-Jubiläum einen Ballettabend mit gleich drei Uraufführungen. Die Choreographen Nanine Linning, Katarzyna Kozielska und Edward Clug haben sich von den bahnbrechenden Ereignissen im Aufbruchsjahr 1919 inspirieren lassen und sie in tänzerische Gesamtkunstwerke übersetzt. Premiere ist am 28. März in Stuttgart, danach geht „Aufbruch!“ nach Weimar.

Sonntag, 14.04. / 17.40 Uhr / Sabine Meyer und die Klarinette
Mozart: Konzert für Bassettklarinette und Orchester
Musik, Deutschland, 2019, NDR 44 Min.
Regie: Andreas Morell
Komponist: Wolfgang Amadeus Mozart, Niccolò Paganini
Dirigent: Giovanni Antonini
Orchester: Kammerorchester Basel
Mit: Sabine Meyer (Klarinette)
Online verfügbar von 14/04 bis 13/07
Erstausstrahlung

Sabine Meyer hat als führende Klarinettistin unserer Zeit den Triumphzug ihres Instruments erst möglich gemacht. Mozarts legendäres Klarinettenkonzerts war ihr dabei ein treuer Begleiter. Rund um das Konzert in der Hamburger Laeiszhalle mit dem Kammerorchester Basel unter der Leitung von Giovanni Antonini wird erfahrbar, was es bedeutet, ein so oft gespieltes Stück immer wieder neu zu erfinden, welche speziellen Herausforderungen das Instrument in sich trägt und wie es Sabine Meyer gelang, ihren ganz eigenen Ton zu finden.

Sabine Meyer gilt als die führende Klarinettistin unserer Zeit. Sie hat den Triumphzug ihres Instruments erst möglich gemacht. Mit ihr hat die oft unterschätzte Klarinette die Konzertpodien als Soloinstrument erobert. Das legendäre Klarinettenkonzert von Wolfgang Amadeus Mozart war Sabine Meyer dabei ein treuer Begleiter. Es gibt wohl kaum eine Musik, die in so vielen anrührenden Filmszenen vorkommt, wie das Thema aus dem zweiten Satz dieses Konzerts. Kein Wunder: Der Schlüssel ist das Instrument. Die Bassettklarinette, für die Mozart das Konzert ursprünglich schrieb, liefert durch ihren großen Tonumfang und ihre tiefen Register diesen besonders warmen, weichen und tiefen Klang. Aber es ist nicht nur das vielzitierte Adagio, das dieses Konzert so einzigartig macht. Vor allem in den Ecksätzen lotet Mozart mit extrem weiten Sprüngen und radikalen Registerwechseln alle technischen Möglichkeiten der Bassettklarinette aus. Gerade wegen dieser enormen technischen Herausforderungen weichen viele Musiker auf die „normale“ Klarinette aus. Nicht so Sabine Meyer. Die Weltklasse-Klarinettistin hält an der Ursprungsidee fest und spielt die Komposition auf der anspruchsvollen Bassettklarinette. Rund um das Konzert in der Hamburger Laeiszhalle mit dem Kammerorchester Basel und Dirigent Giovanni Antonini wird erfahrbar, was es bedeutet, ein so oft gespieltes Stück immer wieder neu zu erfinden, welche speziellen Herausforderungen das Instrument in sich trägt und wie es Sabine Meyer gelang, ihren ganz eigenen Ton zu finden.

Sonntag, 14.04. / 00.00 Uhr / Anoushka Shankar & Ensemble
Ein Abend mit klassischen indischen Ragas
Musik, Deutschland, 2016, RBB 60 Min.
Regie: Thomas Janze

Mit: Patricia Kopatchinskaja (violon), Anoushka Shankar (sitar), Tanmoy Bose (tabla), Pirashanna Thevarajah (mridangam), Kenji Ota (tanpura)

Online verfügbar von 14/04 bis 21/04

Anoushka Shankar verbindet erfolgreich traditionelle indische Klänge mit Popmusik von heute und macht so auch die junge Generation mit den spirituellen Wurzeln ihrer Musik vertraut. Dem Publikum im Berliner Konzerthaus präsentierte die bekannte Sitarspielerin einen Abend voll indischer Musik und klassischen Ragas. Sie widmete das Konzert der Freundschaft ihres Vaters Ravi Shankar mit Yehudi Menuhin, dem wohl berühmtesten Geiger des 20. Jahrhunderts. Menuhins Part übernahm ebenfalls eine weibliche Musikerin: die moldauisch-österreichische Geigerin Patricia Kopatchinskaja.

Anoushka Shankar verbindet erfolgreich traditionelle indische Klänge mit Popmusik von heute und macht so auch die junge Generation mit den spirituellen Wurzeln ihrer Musik vertraut. Dem Publikum im Berliner Konzerthaus präsentierte die bekannte Sitarspielerin einen Abend voll indischer Musik und klassischen Ragas. Sie widmete das Konzert der Freundschaft ihres Vaters Ravi Shankar mit Yehudi Menuhin, dem wohl berühmtesten Geiger des 20. Jahrhunderts. Vor 50 Jahren nahmen die beiden gemeinsam die Platte „West Meets East“ auf, die für 18 Monate die Billboard Charts der Klassik-LPs anführte. Unterstützt wird Anoushka Shankar an diesem Abend von einer weiteren großen Musikerin: der moldauisch-österreichischen Geigerin Patricia Kopatchinskaja.

Sonntag, 14.04. / 01.25 Uhr / Johannespassion
Eröffnungskonzert der Internationalen Orgelwoche Nürnberg 2015
Musik, Deutschland, 2015, BR 116 Min.
Regie: Elisabeth Malzer
Dirigent: Peter Dijkstra
Orchester: Concerto Köln
Chor: Chor des Bayerischen Rundfunks
Komponist und Autor: Johann Sebastian Bach

Mit: Maximilian Schmitt (Evangelist), Tareq Nazmi (Christus), Kresimir Strazanac (Pilatus), Simona Brüninghaus (Magd), Andreas Burkhart (Petrus), Moon Yung Oh (Diener I), Andreas Hirtreiter (Diener II), Christina Landshamer (Sopran), Anke Vondung (Alt), Tilman Lichdi (Tenor)

Online verfügbar von 14/04 bis 21/04

Die Johannespassion ist neben der Matthäuspassion die einzige vollständig erhaltene authentische Passion von Johann Sebastian Bach und zudem sein dramatischstes Werk. Interpretiert vom Chor des Bayerischen Rundfunks, dem Originalklangensemble Concerto Köln sowie exzellenten Solisten unter der Leitung von Peter Dijkstra werden die Zuhörer ins Leipzig des frühen 18. Jahrhunderts entführt, wo die Johannespassion im Jahr 1724 in der Nikolaikirche uraufgeführt wurde.

Johann Sebastian Bach schrieb die Johannespassion für die Karwoche des Jahres 1724 in Leipzig. Sie setzt ein mit der Gefangennahme Jesu im Garten Gethsemane und endet mit der Grablegung des Gekreuzigten. Im Zentrum des Werks steht das Verhör Jesu durch Pontius Pilatus, der keine Schuld an ihm findet und ihn daher nicht verurteilen möchte. Doch aus Furcht vor der aufgebrachten Menge beugt sich Pilatus schließlich dem Willen des Volkes. Die Johannespassion ist neben der Matthäuspassion die einzige vollständig erhaltene authentische Passion von Johann Sebastian Bach und zudem sein dramatischstes Werk. So folgt die Konzertaufzeichnung des Oratoriums aus der hochgotischen Basilika St. Lorenz in Nürnberg einem szenischen Konzept, das die Theatralik der Passion widerspiegelt. Die Solisten singen und agieren auf einem kreuzförmigen Podest, nehmen Blickkontakt zueinander auf und unterstreichen ihre innere Bewegtheit durch minimale Bewegungen und Gesten. Auf diese Weise entsteht eine neue, fesselnde Interpretation der Johannespassion. Für die hohe musikalische Qualität unter der künstlerischen Leitung von Peter Dijkstra sorgen exzellente Solisten und der Chor des Bayerischen Rundfunks sowie Concerto Köln, eines der führenden Originalklangensembles im Bereich der historischen Aufführungspraxis der Musik des 18. und frühen 19. Jahrhunderts.

Dienstag, 16.04. / 02:05 Uhr / Durch die Nacht mit …Till Brönner und Jonathan Jeremiah
Magazin, Deutschland, 2015, ZDF 52 Min.
Regie: Hasko Baumann
Online verfügbar von 16/04 bis 16/05

Las Vegas! Die grelle Spielermetropole in der Wüste Nevadas ist der Schauplatz der neuesten „Durch die Nacht mit …“-Begegnung. Pünktlich zum 100. Geburtstag von Vegas-Legende Frank Sinatra tauchen zwei prominente Musiker und Fans von „Ol‘ Blue Eyes“ in die grell-glitzernde Show-Maschine ein. Der deutsche Jazz-Star Till Brönner trifft auf den britischen Singer-Songwriter Jonathan Jeremiah („Happiness“).

Las Vegas ist die perfekte Begegnungsstätte für „Durch die Nacht mit …“, da hier ausnahmslos jede Nacht zum Tag gemacht wird. Zwischen Spielcasinos und Adult-Entertainment sind die Besucher hier jeden Abend auf der Suche nach dem großen Glück. Auf den Spuren ihres gemeinsamen Idols Frank Sinatra stürzen sich Till Brönner und Jonathan Jeremiah in dieses Dauervergnügen und machen gemeinsam eine musikalische Entdeckungsreise. Sie schauen hinter die Kulissen der Show des deutschen Star-Illusionisten Jan Rouven, genießen ihre Steaks im Traditionsrestaurant Smith & Wollensky und besuchen den berühmten Sinatra-Sänger Bob Anderson in dessen Apartment mit Blick über die Stadt. Ein so skurriler wie rührender Höhepunkt des Abends ist ihr Besuch in der Little White Wedding Chapel, wo sie ein frisch getrautes Brautpaar mit dem Evergreen „Fly me to the Moon“ beglücken. Wo diese zwei Männer sind, ist Musik! Till Brönner gehört seit zwei Jahrzehnten zu den bekanntesten und erfolgreichsten Jazzmusikern Deutschlands und hat sich einen Namen unter Jazzfans auf der ganzen Welt gemacht. Auf seinen Alben geben regelmäßig internationale Weltstars wie Carla Bruni, Annie Lennox, Aimee Mann oder der Brasilianer Sérgio Mendes Gastauftritte. Seit seinem Auftritt als Juror in der Castingshow „X Factor“ ist er auch zum TV-Popstar geworden. Jonathan Jeremiahs Musikgeschmack wurde bereits im Kindesalter maßgeblich von seinen Eltern geprägt, er verehrt Musiker wie Scott Walker und Cat Stevens. Mit seiner tiefen „Crooner“-Stimme und den Arrangements des Heritage Orchestra wandeln seine Kompositionen auf den Pfaden der ganz großen Songwriter und Entertainer der Popgeschichte. Sein Debütalbum „A Solitary Man“ landete in Deutschland auf Platz elf der Charts, der darauf enthaltene Song „Happiness“ wurde zum Ohrwurm und Radio-Hit.

Mittwoch, 17.04. / 23:25 Uhr / Nouvelle Vague & Feminismus
Delphine Seyrig und Carole Roussopoulos
Dokumentarfilm, Frankreich, 2017, ARTE F 69 Min.
Regie: Callisto Mc Nulty
Online verfügbar von 17/04 bis 16/06
Erstausstrahlung

Mit Frauen der Nouvelle Vague verbindet man berühmte Schlüsselfiguren wie Agnès Varda. Weniger bekannt sind die Schweizer Dokumentarfilmregisseurin Carole Roussopoulos und die französische Schauspielerin Delphine Seyrig, beide Feministinnen, die sich in den 70er Jahren kennenlernten und sich der Frauenrechtsbewegung Mouvement de libération des femmes (MLF) anschlossen. Die beiden Frauen filmten mit einer tragbaren Videokamera, einer für die damalige Zeit völlig neuen Technik, und engagierten sich so politisch. Der Dokumentarfilm wurde von Callisto McNulty realisiert, der Enkelin von Carole Roussopoulos.

Der Dokumentarfilm schildert die Begegnung zwischen der Schweizer Videopionierin Carole Roussopoulos und der französischen Schauspielerin Delphine Seyrig in den 70er Jahren. Seyrig spielte unter namhaften Regisseuren wie Luis Buñuel, François Truffaut oder Jacques Demy. Die beiden stellten ihr Engagement für die Rechte der Frau in den Mittelpunkt ihres filmischen Werks. In ihren Videos ging es um das Recht auf Abtreibung, sexuelle Selbstbestimmung oder überholte Frauenbilder im Kino wie in der Gesellschaft. Regisseurin Callisto McNulty zeigt, wie die beiden Feministinnen die gerade neu auf den Markt gekommene Videokamera für ihre subversiven dokumentarischen Statements verwendeten. 1982 gründen Carole Roussopoulos, Delphine Seyrig und Ioana Wieder das Centre audiovisuel Simone de Beauvoir, das es sich zur Aufgabe macht, Material wie Videos und Fotos zur Geschichte der Frauenrechtsbewegung seit ihren Anfängen zu archivieren. Die Enkelin von Carole Roussopoulos verbindet ihren dokumentarischen Ansatz – Ausschnitte aus Spielfilmen, Videoarbeiten und Fernsehinterviews – mit einer persönlichen Sicht auf das Werk und die politischen Visionen ihrer Großmutter. Der Dokumentarfilm ist gleichzeitig die Fortsetzung eines Projekts, das Carole Roussopoulos kurz vor ihrem Tod im Jahr 2009 in Angriff genommen hatte: ein Porträt ihrer feministischen Kampfgenossin Delphine Seyrig. In ihren bereits dazu angefertigten Notizen beschrieb die Regisseurin das geplante Werk als Hommage an eine überzeugte Frauenrechtlerin, deren politisches Engagement damit endlich bekannt und gewürdigt werden sollte.

Gründonnerstag, 18.04. / 22:30 Uhr / Boyz n the Hood – Jungs im Viertel
(Boyz n the Hood)
Schwerpunkt: Hip-Hop Kultur
Fernsehfilm, USA, 1991, ZDF 108 Min.
Regie: John Singleton
Drehbuch: John Singleton
Produktion: Columbia Pictures
Produzent: Steve Nicolaides
Kamera: Charles Mills
Schnitt: Bruce Cannon
Musik: Stanley Clarke

Mit: Cuba Gooding Jr. (Tre Styles), Morris Chestnut (Ricky Baker), Ice Cube (Doughboy), Hudhail Al-Amir (S.A.T. Man), Lloyd Avery II (Ferris‘ Freund), Angela Bassett (Reva Styles), Miya McGhee (Mia Bell), Lexie Bigham (Mad Dog), Kenneth A. Brown (Little Chris), Nicole Brown (Brandi als Kind), Desi Arnez Hines II (Tre als Kind), Donovan McCrary (Ricky als Kind), Baha Jackson (Doughboy als Kind), Laurence Fishburne (Furious Styles)

Die drei Freunde Tre Styles, Doughboy und Ricky wachsen im berüchtigten Stadtteil South Central in Los Angeles auf, wo bewaffnete Banden ihr Unwesen treiben und sich blutige Straßenschlachten liefern. Immer wieder werden sie mit dem gewaltsamen Tod – auch engster Freunde – konfrontiert. Deswegen machen sie sich auf die Suche nach einem Ausweg aus dem Teufelskreis der Gewalt … Der Debütfilm von Regisseur John Singleton war 1992 der erste Spielfilm, für den jemals ein Afroamerikaner in der Kategorie Beste Regie für einen Oscar nominiert wurde.

Zunehmend muss Reva Styles mit ansehen, wie ihr Sohn Tre mit Eintritt in die Pubertät immer stärker unter den Einfluss zweifelhafter Freunde gerät. Nach seiner Verwicklung in eine Schlägerei an der Schule sieht die alleinerziehende Mutter sich seiner Erziehung nicht mehr gewachsen. Sie beschließt, ihn in die strengere Obhut des getrennt von ihr lebenden Vaters zu geben. Der arbeitet als Hypothekenmakler in South Central in Los Angeles, dem Stadtteil, dessen Alltag von Bandenkriegen und Schießereien auf den Straßen geprägt ist. Tres Vater ist ein kluger und verantwortungsbewusster Mann, der trotz der strengen Erziehung ein gutes Verhältnis zu seinem Sohn aufbaut. In seiner neuen Umgebung findet Tre schnell Freunde, von denen Ricky und Doughboy seine engsten werden. Jahre später sind die Freunde immer noch eng verbunden, wobei Ricky von einer Karriere als Footballspieler träumt, während Doughboy es eher mit Drogen und Alkohol hält. Sie versuchen sich jedoch konsequent aus den Streitigkeiten der Straßengangs herauszuhalten. Dennoch leben sie in der latenten Gefahr, in einen bewaffneten Konflikt zu geraten. Als die Gruppe der Freunde doch in einen Bandenkrieg im Viertel verwickelt und Ricky erschossen wird, macht sich auch Tre in einer Mischung aus Entsetzen, Empörung und Rachegefühlen auf, die Täter für diese sinnlose Brutalität bezahlen zu lassen. Regisseur John Singleton weiß, wovon er spricht. Selbst im berüchtigten Stadtteil South Central im Los Angeles der 1970er und 80er Jahre aufgewachsen, kennt er viele der in seinem Film geschilderten Probleme aus eigener Anschauung.

Zusatzinfo: John Singleton hat sein Regiedebüt ausschließlich an Originalschauplätzen im Stadtteil South Central in Los Angeles gedreht, um der Geschichte ein Höchstmaß an Authentizität zu verleihen. Dort aufgewachsen, konnte er zudem aus seiner eigenen Erfahrung schöpfen, ließ sich aber zusätzlich von drei örtlichen Gangmitgliedern beraten, deren Vorschläge in Hinblick auf Kleidung, Sprache und Dialoge sich als unerlässlich für die Glaubwürdigkeit des Films erweisen sollten. Fernab von Hollywood-Klischees ist ihm durch eine herausragende Besetzung mit „Boyz n the Hood“ der Film eines Insiders gelungen.

Gründonnerstag, 18.04. / 00:20 Uhr / Snoop Dogg, Eminem, Dr. Dre, Ice Cube – The Up in Smoke Tour
Schwerpunkt: Hip-Hop Kultur
Musik, USA, 2001, ARTE F 120 Min.
Regie: Philip G. Atwell
Erstausstrahlung

Dr. Dre, Snoop Dogg, Ice Cube, Eminem: Die Dokumentation begleitet die Crème de la Crème der amerikanischen Rap-Szene der 2000er Jahre bei einer epochalen Tournee durch die Vereinigten Staaten. Die „Up in Smoke“-Tour wird als eine der großartigsten Hip-Hop-Shows ever in Erinnerung bleiben. Bis heute schwärmen die Fans von diesen legendären Konzerten.

Eminem, Dr. Dre, Snoop Dogg und Ice Cube auf dem Höhepunkt ihrer Kunst in der größten jemals gefilmten Hip-Hop-Show. Die Dokumentation begleitet die legendäre „Up in Smoke“-Tour, eine fantastische Hip-Hop-Experience, die der Zuschauer gewissermaßen aus der ersten Reihe miterleben kann. Eine vielversprechendere Kombination als Ice Cube, Eminem, Dr. Dre und Snoop Dogg kann es kaum geben, und genau das bewiesen die Rapper bei dieser Amerika-Tournee auf und hinter der Bühne. Der Film enthält zahlreiche Backstage-Aufzeichnungen, in denen man sie streiten, lachen und von weiblichen Fans umlagert sieht. Vor allem aber bietet das Videoalbum großartige Live-Performances der vier Stars und ihrer Gäste. Die DVD der „Up in Smoke“-Tour kam am 2. Dezember 2000 bei Eagle Vision heraus. Gefilmt wurden die Tournee und das Konzert am 20. Juli 2000 in Worcester, Massachusetts, von Philip G. Atwell; Produzent war J. Kevin Swain.

Gründonnerstag, 18.04. / 02:20 Uhr / Tyler, The Creator
splash! 2018
Schwerpunkt: Hip-Hop Kultur
Musik, Deutschland, 2018, ZDF 56 Min.
Regie: Paul Hauptmann
Mit: Tyler, The Creator
Online verfügbar von 18/04 bis 17/07

Über 20 Jahre gibt es das größte Hip-Hop-Festival Deutschlands schon. Auch 2018 lädt das splash! wieder namhafte nationale und internationale Hip-Hop Größen auf die Bühnen des Freilichtmuseums in Ferropolis, der Stadt aus Eisen. ARTE präsentiert Tyler, The Creator vom splash! 2018. Tyler, The Creator gehört sicher zur absoluten Top-Elite des Hip-Hop. Der Kopf von Odd Future beweist mit seinem Album „Flower Boy“ gleich mehrfach, dass er es schafft, melodische und trotzdem experimentelle Sounds zu kreieren. Inhaltlich zeigt sich Tyler dabei so reflektiert wie noch nie zuvor. Das splash! hat er damit begeistert!

Karfreitag, 19.04. / 21:45 Uhr / The Rolling Stones
Crossfire Hurricane
Dokumentarfilm, USA, 2018, BR 111 Min.
Regie: Brett Morgen
Online verfügbar von 19/04 bis 03/05

Im grandiosen Dokumentarfilm „The Rolling Stones – Crossfire Hurricane“ von Brett Morgen erzählen die Rolling Stones die Geschichte ihrer beispiellosen Abenteuerreise von Blues-süchtigen Teenagern in den frühen 60ern zum unumstrittenen Status als Rock-Adlige, die bis heute auf Tour gehen. Wie 2014, als ihre weltweite Tournee „14 ON FIRE“ sie auch wochenlang durch Europa führte. Die heutigen und ehemaligen Mitglieder der Band von Mick Jagger über Charlie Watts, Bill Wyman, Ronnie Wood und Mick Taylor hin zu Keith Richards wurden aktuell und ausführlich interviewt; ihre Kommentare und Erinnerungen spannen den Bogen zwischen Aufnahmen legendärer Auftritte und aufsehenerregenden Berichterstattungen und Interviews. Vieles des in dem Film gezeigten Archivmaterials ist in dieser Form bislang unveröffentlicht. Mit einem Filmtitel, der ein Zitat aus dem Liedtext von „Jumpin‘ Jack Flash“ ist, vermittelt „The Rolling Stones – Crossfire Hurricane“ dem Zuschauer einen sehr intimen Eindruck davon, was es konkret bedeutet, Teil der Rolling Stones und damit quasi Überlebender von Anklagen, Drogen, Meinungsverschiedenheiten und Todesfällen zu sein. Die Arbeiten an diesem Film nahmen mehr als ein Jahr in Anspruch und wurden von den Rolling Stones persönlich mitgestaltet. „The Rolling Stones – Crossfire Hurricane“ ist die ultimative Geschichte einer der größten Rock-Bands der Welt, die während ihrer Bandgeschichte geschätzte 200 Millionen Platten verkaufte. Dieser einzigartige Dokumentarfilm ist ein Rockumentary in Spielfilmqualität.

Zusatzinfo: Mehr im Internet unter: arte.tv/summer

Karfreitag, 19.04. / 23:35 Uhr / Sgt. Pepper live in der Pariser Philharmonie
Ed Harcourt, The Libertines, Supergrass und andere
Musik, Frankreich, 2017, ARTE F 64 Min.
Regie: Sylvain Pierrel
Online verfügbar von 19/04 bis 21/05

Zum 50. Jubiläum des berühmten Beatles-Albums „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ hat der englische Musiker und Komponist Ed Harcourt die größten Stars der britischen Pop- und Rockszene zusammengetrommelt. Pete Doherty, Carl Barât, Gaz Coombes, Danny Goffey und acht Instrumentalisten ehren die legendäre Scheibe in der Pariser Philharmonie.

„Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ gilt als eines der einflussreichsten Alben aller Zeiten; das Magazin „Rolling Stone“ stellte es sogar auf Platz eins der 500 besten Platten weltweit. Mit dem bahnbrechenden Werk beeinflussten die Beatles ihre damaligen Musikerkollegen ebenso wie Generationen von Popkulturfans. Dabei spielten die „Pilzköpfe“ das Album niemals live. Damit die psychedelische Utopie von „Sgt. Pepper“ wenigstens ein Mal Wirklichkeit wird, hat der englische Musiker und Komponist Ed Harcourt, der selbst sechs vielbeachtete Alben veröffentlichte und mit Größen wie Marianne Faithfull, Patti Smith und Erik Truffaz zusammenarbeitete, nun eine „Super-Group“ mit den Stars des britischen Indie-Rock zusammengestellt. Pete Doherty, Carl Barât (The Libertines), Gaz Coombes, Danny Goffey (Supergrass) und acht Instrumentalisten ehren das legendäre Album in der Pariser Philharmonie.


Ostersonntag, 21.04. / 15:45 Uhr / Liebe am Werk ~ Paula Becker & Otto Modersohn
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2018, ARTE F 27 Min.
Regie: Delphine Deloget
Online verfügbar von 21/04 bis 20/06
Erstausstrahlung

Liebe, Kunst und Leidenschaft: Von Amedeo Modigliani und Jeanne Hébuterne über Man Ray und Lee Miller bis hin zu Paula Becker und Otto Modersohn. Die fünfteilige Dokumentationsreihe erzählt in einer ganz neuartigen Mischung aus echter Biografie und kreativer Archivcollage vom Leben legendärer Künstlerpaare vor dem Hintergrund ihrer Zeit. Eine Liebesbeziehung hinterlässt immer Spuren. Und wenn die Liebe zwei Künstlerseelen zusammenführt, finden diese großen Gefühle auch oft in den jeweiligen Werken ihren Ausdruck. Ganz gleich, ob die Liebe in schöpferischer Erfüllung oder amouröser Enttäuschung endet.

Im Deutschland des frühen 20. Jahrhunderts verhilft der Maler Otto Modersohn seiner zweiten Frau zu der Anerkennung, die ihr gebührt – heute gilt sie als eine der bedeutendsten Vertreterinnen der Moderne: Paula Modersohn-Becker. Es ist die Geschichte einer Liebe zwischen den Qualen des künstlerischen Schaffens – und überschattet von der Ahnung des nahenden Todes. Paula lebt nördlich von Bremen in einer erstaunlichen Gemeinschaft. Sie besteht aus jungen, komplexfreien und neugierigen Malern, Bildhauern und Dichtern, die im Dorf Worpswede eine Künstlerkolonie gegründet haben. Es ist eine fröhliche Truppe, die den Tumult der Industriestädte hinter sich gelassen hat, um die Landschaft mit einer unverfälschten Malerei in freier Natur zu erobern. Dazu gehört auch ein Künstler, der Paulas besonderes Interesse weckt: der Maler Otto Modersohn, der einer der Mitbegründer der Kolonie ist. Otto ist ebenfalls angetan von der jungen Frau, die so gar nicht typisch für ihre Zeit ist: unabhängig und vor allem überaus sensibel. Drei Monate nach dem Tuberkulose-Tod von Ottos Ehefrau Helene gestehen sich Paula und Otto endlich einander ihre Liebe. Am 25. Mai 1901 heiraten sie. Otto beginnt unter Paulas Einfluss, Menschen zu malen. Er sucht nach einem natürlicheren Stil, erweitert die Palette seiner Farben. Sie beginnt Landschaften zu malen und signiert mit den Anfangsbuchstaben ihres neuen Namens: PMB – Paula Modersohn-Becker. Allein im Jahr 1906 malt sie 80 Bilder, die sich in ihrem Atelier stapeln, darunter 20 Selbstbildnisse. So auch eines ihrer größten Werke: „Selbstbildnis am sechsten Hochzeitstag“. Paula malt die moderne Vision der Frau und befreit sich von den Sehweisen ihrer Epoche. Am 2. November 1907 bringt sie bei einer schweren Geburt ein Mädchen zur Welt, Mathilde. Wenige Tage später stirbt die 31-Jährige an einer Lungenembolie. 1927 wird in Bremen eigens für sie ein Museum gebaut, das weltweit erste, das einer weiblichen Künstlerin gewidmet ist.

Ostersonntag, 21.04. / 16:15 Uhr / Metropolis ~ Tanger
Magazin, Deutschland, 2019, HR 43 Min.
Online verfügbar von 21/04 bis 20/07

(1): Metropolenreport: Tanger
(2): Thomas Ostermeier und die „Gilets jaunes“
(3): „Die Mauer“ von John Lanchester
(4): Miriam Cahn
(5): Asli Erdogan

(1): Metropolenreport: TangerVon Matisse über die Stones bis zu Jim Jarmusch: Die Anderthalb-Millionen-Stadt an der Nordspitze Marokkos zieht Künstler an. Römer, Araber, Berber und Europäer hinterließen hier ihre Spuren. Gerade erfindet sich die junge Metropole an der Grenze zwischen zwei Kontinenten neu.

(2): Thomas Ostermeier und die „Gilets jaunes“Thomas Ostermeier, international gefragter Regisseur und Leiter der Berliner Schaubühne, bringt gerade „Rückkehr nach Reims“ nach Didier Eribon auf die französischen Bühnen. Seine Inszenierung bekommt durch die Proteste der Gelbwesten eine besondere Aktualität.

(3): „Die Mauer“ von John LanchesterEine 10.000 Kilometer lange Mauer schottet ein Großbritannien der Zukunft vor Klimafolgen und Flüchtlingen ab. Der in London lebende Schriftsteller John Lanchester spinnt in seinem Roman weiter, was sich gerade politisch abzeichnet – nicht nur in Großbritannien.

(4): Miriam CahnSie ist streitbar und mit fast 70 eine der wichtigsten Künstlerpersönlichkeiten ihrer Generation. „Metropolis“ trifft sie vor dem Start einer ihrer vielen Ausstellungen „Ich als Mensch“ in ihrem Atelier in den Alpen. Ihre Themen: Flucht, Gewalt, Sex und das Verhältnis der Geschlechter. Ihre Bilder: so verstörend wie schön.

(5): Asli ErdoganSie ist eine der international renommiertesten Schriftstellerinnen ihres Landes und saß monatelang in der Türkei im Gefängnis. Seit eineinhalb Jahren lebt Asli Erdogan in Frankfurt im Exil. Jetzt schreibt sie das erste Mal über ihre Erfahrungen im türkischen Gefängnis.

Ostersonntag, 21.04. / 17:00 Uhr / Anne-Sophie Mutter und Lang Lang in der Philharmonie Berlin
Musik, Deutschland, 2018, ZDF 84 Min.
Regie: Michael Beyer
Komponist: John Williams, Ludwig van Beethoven, Wolfgang Amadeus Mozart
Dirigent: Manfred Honeck
Orchester: Staatskapelle Berlin
Mit: Anne-Sophie Mutter (Violine), Lang Lang (Klavier)
Online verfügbar von 21/04 bis 21/05
Erstausstrahlung

Einst waren sie Wunderkinder, heute sind sie Weltstars und markieren die absolute Spitze an ihrem Instrument – die Violinistin Anne-Sophie Mutter und der Pianist Lang Lang. In der Berliner Philharmonie gaben sie, erstmals gemeinsam, ein exklusives Konzert mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven und John Williams.

Einst waren sie beide Wunderkinder, heute sind sie Weltstars und markieren die absolute Spitze an ihrem Instrument – Anne-Sophie Mutter an der Violine und Lang Lang am Klavier. In der Berliner Philharmonie gaben sie, erstmals gemeinsam, ein exklusives Konzert mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven und John Williams. Anne-Sophie Mutter gewann ihren ersten Wettbewerb im Alter von sieben Jahren, Lang Lang mit fünf. Den internationalen Durchbruch schaffte Mutter mit 14, bei ihrem legendären Debüt bei den Salzburger Festspielen 1977. Lang Lang war 17 Jahre alt, als er die Chance erhielt, für den erkrankten Solisten in einem Konzert des Chicago Symphony Orchestra einzuspringen. „Für mich war die Violine die größte Entdeckung meines Lebens“, sagt Anne-Sophie Mutter. Seit vier Jahrzehnten spielt sie jetzt schon auf allerhöchstem Niveau. Dabei ist sie immer noch auf Entdeckungsreise und neugierig auf neue, spannende Musik. Etliche Komponisten haben Werke für sie geschrieben, darunter auch John Williams, dessen Thema aus „Schindlers Liste“ ein berührender Höhepunkt des Konzertes in der Berliner Philharmonie ist. Auch Lang Langs Wissensdurst ist notorisch. Wenige Superstars stellen sich so dezidiert in eine musikalische Traditionslinie wie er, immer bereit, von erfahrenen Künstlerkollegen Neues zu erfahren. Seit seiner Zusammenarbeit mit dem großen Nikolaus Harnoncourt hat ein Werk einen besonderen Platz in seinem Repertoire: Mozarts Klavierkonzert Nr. 24, mit dem er das Konzert in der Berliner Philharmonie auch eröffnet.

Ostersonntag, 21.04. / 01:05 Uhr / h-Moll-Messe
Eröffnungskonzert der Internationalen Orgelwoche Nürnberg
Musik, Deutschland, 2016, BR 106 Min.
Regie: Elisabeth Malzer
Komponist: Johann Sebastian Bach
Inszenierung: Folkert Uhde
Dirigent: Peter Dijkstra
Orchester: Concerto Köln
Chor: Chor des Bayerischen Rundfunks

Mit: Christina Landshamer (Sopran), Anke Vondung (Alt), Maximilian Schmitt (Tenor), Andreas Wolf (Bass)

Online verfügbar von 21/04 bis 28/04

Johann Sebastian Bachs „h-Moll-Messe“ in einer virtuosen und spannend ins Bild gesetzten Interpretation. Peter Dijkstra leitet die Aufführung in der Nürnberger Lorenzkirche mit dem Chor des Bayerischen Rundfunks, dem Originalklang-Ensemble Concerto Köln und den Solisten Christina Landshamer, Anke Vondung, Maximilian Schmitt und Andreas Wolf.

Obwohl Johann Sebastian Bachs „h-Moll-Messe“ für den lutherischen Gottesdienst nicht vorgesehen war und vom Komponisten aus Werken verschiedener Schaffensperioden zusammengestellt wurde, ist sie doch eines der größten Meisterwerke der Musikgeschichte. Auf besonders berührende Weise drückt sie den ewig menschlichen Zukunftswunsch aus, der in jeder Messe formuliert wird: dass Himmel und Erde, Gott und die Menschen in Einklang kommen. Der Chor des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Peter Dijkstra hat die „h-Moll-Messe“ zusammen mit dem Originalklang-Ensemble Concerto Köln in der gotischen Lorenzkirche Nürnberg aufgeführt. Die Solisten sind Christina Landshamer (Sopran), Anke Vondung (Alt), Maximilian Schmitt (Tenor) und Andreas Wolf (Bass). Mit einer differenzierten Lichtregie, der Einbeziehung von Detailaufnahmen markanter Kunstwerke aus der Lorenzkirche sowie einer wechselnden räumlichen Anordnung der Mitwirkenden geht diese Produktion über hergebrachte Konzertdarbietungen weit hinaus. So erstrahlt der Kirchenraum im „Credo“ erstmals in voller Höhe und in vollem Glanz, während das Licht im folgenden Teil nach und nach schwindet: Das „Crucifixus“ wirkt irdisch und schwer. Mit jedem Paukeneinsatz des Schlusschores „Dona nobis pacem“ kehrt das Licht zurück, bis die Kirche am Ende wieder in aller Schönheit und Feierlichkeit erstrahlt. Ein besonderes Werk in einer besonderen, farbenreichen, virtuosen und spannend ins Bild gesetzten Interpretation.

Ostermontag, 22.04. / 05:00 Uhr / Claudio Monteverdi in Caserta ~ Von Liebe und Krieg
Musik, Frankreich, 2016, ARTE F 43 Min.
Regie: Philippe Beziat
Komponist: Claudio Monteverdi
Dirigent: Rinaldo Alessandrini
Orchester: Concerto Italiano
Online verfügbar von 22/04 bis 29/04

Im Jahr 2017 feiert die Musikwelt Monteverdis 450. Geburtstag. Im prunkvollen barocken Königspalast von Caserta geben Rinaldo Alessandrini und sein Concerto Italiano ein glanzvolles Jubiläumskonzert mit Ausschnitten aus Opern und Monteverdis bedeutendsten Madrigalen, darunter „Der Kampf zwischen Tancredi und Clorinda“. Dabei geht es den Musikern vor allem darum, die menschlichen Leidenschaften in Monteverdis Kompositionen auszuloten und ihre Gefühlstiefe zu ergründen.

Die Musikwelt feiert im Jahr 2017 Claudio Monteverdi anlässlich seines 450. Geburtstags. Die Wiederentdeckung der Werke des italienischen Komponisten Ende der 1960er Jahre ist Dirigenten wie etwa Sir John Eliot Gardiner und Nikolaus Harnoncourt zu verdanken. Doch erst Rinaldo Alessandrini arbeitete die für Monteverdi so typische Rhythmik und Phrasierung heraus und förderte damit die Bedeutung der dieser Musik zugrundeliegenden Texte wieder zutage. In dem Jubiläumskonzert vereint Rinaldo Alessandrini Meisterwerke von Monteverdi, dessen „Orfeo“ aus dem Jahr 1607 als die erste Oper in der Musikgeschichte überhaupt gilt. Den Texten der Werke folgend führt das Konzertprogramm von der Nacht in den Tag, von der Dunkelheit ins Licht. Caserta gilt als das italienische Versailles. Zu dem weitläufigen Palast gehört ein Barocktheater, das noch genauso aussieht wie im 18. Jahrhundert und bis heute auf elektrischen Strom verzichtet. Zwar ist der Palazzo von Caserta bei weitem nicht so alt wie der Herzogspalast von Mantua, der Ort der Uraufführung von „L’Orfeo“, doch in Sachen Prunk steht er ihm gewiss in nichts nach. Genau die richtige Kulisse, um dem Zuhörer Monteverdis Musik in ihrer ganzen Plastizität nahezubringen: vom Degenklirren aus dem „Kampf zwischen Tancredi und Clorinda“ bis hin zum Weinen der Nymphe im „Lamento della Ninfa“. Bei diesem einzigartigen musikalischen Erlebnis geht es den Musikern vor allem darum, die menschlichen Leidenschaften in Monteverdis Kompositionen auszuloten und ihre Gefühlstiefe zu vermitteln.

Dienstag, 23.04. / 05:00 Uhr / Berlin Live: Bob Geldof
Musik, Deutschland, 2015, ZDF 60 Min.
Regie: Hannes Rossacher
Online verfügbar von 23/04 bis 23/05

Bob Geldof ist politischer Aktivist, Songschreiber und Sänger. Weltweite Bekanntheit erlangte er mit der Gründung des Projekts Band Aid und der Initiierung der weltumspannenden „Live Aid“-Konzerte. Bei „Berlin Live“ beweist er nun im intimen Rahmen, was für ein großartiger Musiker er ist und begeistert das Publikum: mit seinen großen Hits, neuen Songs und seiner unglaublich charismatischen und energetischen Bühnenperformance.

Bob Geldof ist politischer Aktivist, Songschreiber und Sänger. Er pendelt stets zwischen den beiden Polen der Musik und der Politik. Weltweite Bekanntheit erlangte er mit der Gründung des Projekts Band Aid, der Komposition von deren Hitsingle „Do they know it’s Christmas?“ und der Initiierung der weltumspannenden „Live Aid“-Konzerte. Ende der 1970er Jahre gelang ihm und seiner Band The Boomtown Rats mit „I don’t like Mondays“ ein Welthit. Auf seinem 2011 erschienenen Album „How to Compose Popular Songs That Will Sell“ feiert er in seinen Liedern die Rückkehr der Liebe. Auch bei diesem Album arbeitete Bob Geldof wieder mit dem Bassisten Pete Briquette zusammen, der schon bei den Boomtown Rats mit ihm zusammenspielte. Bob Geldof kommt immer dann auf Briquette zurück, wenn es ihn in den Fingern juckt und er erste Ideen, Melodiefetzen oder manchmal auch ganze Lieder aufnehmen will – denn Briquette verfügt in seinem Haus über die nötige Ausrüstung für erste Aufnahmen. Zeitpläne, Termine und Deadlines gibt es dort keine. So nimmt ein Album nach und nach Form an. Die Musiker bauen ihre Instrumente im Esszimmer auf, spielen die Stücke live und machen erste Aufnahmen – dann geht’s weiter zu einem anderen Freund, der über ein „richtiges“ Studio verfügt, und es folgen weitere Aufnahmen, das Abmischen – und fertig ist das Album. Bei „Berlin Live“ ist Pete Briquette natürlich mit dabei. Und das Publikum ist begeistert: große Hits, neue Songs und eine charismatische und energetische Bühnenperformance. Ein unglaublich persönliches, direktes und mitreißendes Konzert.

Mittwoch, 24.04. / 05:00 Uhr / Berlin Live: Jacob Whitesides
Musik, Deutschland, 2015, ZDF 56 Min.
Regie: Hannes Rossacher
Online verfügbar von 24/04 bis 24/05

Bei „Berlin Live“ tritt diesmal einer der eindrucksvollsten Selfmade-Stars der letzten Jahre auf – Singer-Songwriter Jacob Whitesides. Mit 18 Jahren hat er schon mehr als fünf Millionen Follower in den sozialen Medien und ging mit seinem Debüt, der EP „A Piece of Me“, direkt auf Platz eins der Singer/Songwriter-Charts auf iTunes. Bei „Berlin Live“ hat er jetzt seine EP „Faces on Film“ dabei – und gewinnt da sicher einige neue Fans für sich!

Auf der „Berlin Live“-Bühne tritt diesmal einer der eindrucksvollsten Selfmade-Stars auf – Singer-Songwriter Jacob Whitesides. Der 18-Jährige hat schon über fünf Millionen Follower in den sozialen Medien und ging mit seinem Debüt, der EP „A Piece of Me“, direkt auf Platz eins der Singer/Songwriter-Charts auf iTunes. Sein Weg nach oben hört sich zunächst klassisch an. Er veröffentlichte im Internet Coversongs, später auch seine eigenen Lieder – und erspielte sich somit langsam eine Fangemeinde. Die wird immer größer, als ein Mitglied der Gruppe One Direction Jacobs Cover von Justin Biebers Song „One Time“ teilt. Jacob Whitesides ist aber mehr als bloß ein Internetphänomen: Seine Songs schreibt er, in der Tradition eines John Mayer oder Jack Johnson, selbst. Darüber hinaus legt er großen Wert auf seine künstlerische Freiheit, weshalb er Chef seines eigenen Labels wurde, Double U Records. Bei „Berlin Live“ hat er jetzt seine EP „Faces on Film“ dabei – und gewinnt da sicher einige neue Fans für sich!

Freitag, 26.04. / 05:00 Uhr / Berlin Live: Dave Stewart
Musik, Deutschland, 2015, ZDF 61 Min.
Regie: Hannes Rossacher
Online verfügbar von 26/04 bis 26/05

Dave Stewart wurde bekannt als musikalisches Mastermind und Gitarrist des Poprock-Duos Eurythmics und hat in seiner Karriere über 100 Millionen Platten verkauft. Vielleicht aber noch wichtiger war er als Produzent und Songschreiber für die ganz Großen des Popgeschäfts. Auf der „Berlin Live“-Bühne spielt er mit seiner Band seine größten Hits und zeigt, warum er zu Recht als der „Musiker für die Musiker“ gilt.

Dave Stewart wurde bekannt als musikalisches Mastermind und Gitarrist des Poprock-Duos Eurythmics („Sweet Dreams [Are Made of This]“), mit dem er gemeinsam mit der Sängerin Annie Lennox zu einem der Superstars der 80er Jahre wurde. In seiner über 30-jährigen Karriere kommt er auf Plattenverkäufe von über 100 Millionen und wurde in die UK Music Hall of Fame aufgenommen. Fast noch wichtiger als Eurythmics-Mitglied war und ist Dave Stewart als Produzent und Songschreiber für die ganz Großen des Popgeschäfts. Er produzierte Platten oder schrieb Songs für Bono, Bryan Ferry, Gwen Stefani, Tom Petty, Stevie Nicks, Katy Perry, Mick Jagger, Sinead O’Connor, Joss Stone und viele andere. Zudem komponierte er Filmmusik für Robert Altman, Paul Verhoeven und Ted Demme. Auf der „Berlin Live“-Bühne spielt er mit seiner Band seine größten Hits und zeigt, warum er zu Recht als der „Musiker für die Musiker“ gilt.

Freitag, 26.04. / 23:35 Uhr / Tracks
Magazin, Deutschland, 2019, ZDF 43 Min.
Online verfügbar von 26/04 bis 25/07
Erstausstrahlung

(1): Weirdcore – Psychedelische Pixelkunst
(2): Chaz Bojórquez – Kalligraffiti der ersten Stunde
(3): Dollhouse – Mit Puppen gegen die Pop-Industrie
(4): Parker Day – Groteske Außenseiterkunst

(1): Weirdcore – Psychedelische Pixelkunst Seit knapp 15 Jahren holt Digitalkünstler Weirdcore mit seinen bewusstseinserweiternden Designs und Animationen surreale, brutale und psychedelische 3D-Bilderwelten aus den Grafikprozessoren seines Computers. Sein Ruf bescherte ihm schon Aufträge von Größen wie Mos Def, Gwen Stefani und M.I.A. und eine langjährige Zusammenarbeit mit Aphex Twin.

(2): Chaz Bojórquez – Kalligraffiti der ersten Stunde Chaz Bojórquez hat Legendenstatus. Der amerikanische Künstler mit mexikanischen Wurzeln gilt als Godfather des sogenannten Cholo-Style. Die Kombination aus Kalligrafie und Graffiti fand durch ihn den Einzug in die globale Popkultur. Inspiriert von den Territoriumsmarkierungen der Chicano-Gangster in LA fängt er 1969 an zu malen und gehört damit zu den ersten Graffitikünstlern Amerikas. Aktiv ist er immer noch, wenn auch nicht mehr illegal auf der Straße. „Tracks“ besucht das Streetart-Urgestein in seinem Studio in Los Angeles.

(3): Dollhouse – Mit Puppen gegen die Pop-Industrie Schauspielerin, Regisseurin, Satirikerin, Performerin, Drehbuchautorin – kurz: „Über-Multitalent“. Nicole Brending ist mit ihrem ersten Spielfilm „Dollhouse: The Eradication of Female Subjectivity from American Popular Culture“ auf dem alternativen Filmfestival Slamdance zu Gast. Und es geht kräftig zur Sache: Erzählt wird die nicht wirklich jugendfreie Geschichte vom Aufstieg und Fall des Kinderstars Junie Spoons. „Tracks“ trifft Nicole Brending zum Interview.

(4): Parker Day – Groteske Außenseiterkunst Die in Los Angeles sesshafte Künstlerin Parker Day fotografiert und inszeniert hyperstilisierte Pop-Porträts von Außenseitern. In der Tradition von David LaChapelle oder Cindy Sherman zelebriert sie in ihren Bildern die glänzende Oberfläche sowie das Groteske und hinterfragt die Konstruktion von Identität. Mittlerweile sind ihre Bilder weltweit in Ausstellungen zu sehen.

Freitag, 26.04. / 00:20 Uhr / Arctic Monkeys auf dem Festival Nuits de Fourvière
Musik, Frankreich, 2018, ARTE F 75 Min.
Regie: Alexandre Buisson
Online verfügbar von 26/04 bis 15/04
Erstausstrahlung

Die Arctic Monkeys gehören zu den großen britischen Rockbands. Doch auf europäischen Bühnen gastieren sie eher selten: Die wenigen Auftritte außerhalb von Festivals sind sofort ausgebucht. Im Frühjahr 2018 gaben sie im Rahmen der Release-Tour ihres sechsten Albums „Tranquility Base Hotel & Casino“ zwei Konzerte im Pariser Zénith und zwei in der Berliner Columbiahalle, anschließend nahmen sie einige Festivaltermine in Deutschland wahr. Am 10. Juli 2018 spielten die Arctic Monkeys dann in Frankreich, bei den Nuits de Fourvière, unter einem sommerlichen Sternenhimmel im AmphitheaterArène de Fourvière auf den Anhöhen über Lyon. Die Formation rund um den charismatischen Frontman Alex Turner bot dort mit rund 20 Songs einen Streifzug durch ihr beachtliches Repertoire.

Die britische Rockband Arctic Monkeys stehen in einer Reihe mit den Beatles, Stones, Sex Pistols, Clash, Cure, New Order, Smiths, Blur, Oasis, Radiohead, Muse, Coldplay und Libertines. Die vier Bandmitglieder stammen aus Sheffield und kennen sich aus Schulzeiten. Sie verfechten echten Indie-Rock, mit fetzigen Gitarrenriffs und eingängigen Refrains. In den zwölf Jahren seit ihrer Gründung brachten die Arctic Monkeys sechs Alben heraus; schon ihr Debütalbum „Whatever People Say I Am, That’s What I Am Not“, erschienen 2006 beim Label Domino (The Kills, Franz Ferdinand …), brachte ihnen den internationalen Durchbruch.Und seither hält der Erfolg an: Das zweite Album mit neuem Bassisten, „Favourite Worst Nightmare“, bestätigte im darauffolgenden Jahr das Talent des Frontmanns, des Singer-Songwriter Alex Turner. Als Nebenprojekt startete dieser 2008 mit dem gleichaltrigen Miles Kane aus Liverpool das Projekt „The Last Shadow Puppets“, aus dem das orchestrierte Pop-Album „The Age of the Understatement“ hervorging.2009 waren die Arctic Monkeys dann wieder da, mit einem dritten Album, das den musikalischen Einfluss ihres kalifornischen Koproduzenten Josh Homme, Galionsfigur der Rockband Queens of the Stone Age, nicht verleugnen konnte.Zwei Jahre darauf folgte das vierte Album „Suck It And See“, und wieder zwei Jahre danach das fünfte, „AM“. Die Fans von „The Last Shadow Puppets“ konnten sich 2016 über „Everything You’ve Come To Expect“ freuen, und die – zahlreicheren – der Arctic Monkeys über „Tranquility Base Hotel & Casino“ im Frühjahr 2018. Dieses Konzert wurde am 10. Juli 2018 für ARTE aufgezeichnet, als die die Arctic Monkeys im Rahmen ihrer Release-Tour beim französischen Festival Nuits de Fourvière in Lyon das Publikum begeisterten.


Diese Übersicht wird stets mehrere Wochen vor den jeweiligen Sendeterminen erstellt. Aktuelle Programmänderungen sind u. U. nicht berücksichtigt. Diese finden sich auf www.arte.tv.