TV-Tipps arte:


Samstag, 14.09. / Schwerpunkt: Klimawandel – Die globale Herausforderung / arte

Sonntag, 15.09. / 06:05 Uhr / Mumbai High ~ Eine Schule im Slum / Ein Musical
Dokumentation, Großbritannien, 2015, ZDF 52 Min.
Regie: Brian Hill, Sam Benstead
Online verfügbar von 14/09 bis 15/10

Dharavi in Mumbai ist das größte Slumgebiet in ganz Asien. Niemand weiß genau, wie viele Menschen dort leben, Schätzungen lauten auf bis zu eine Million. Eine der wenigen Schulen in Dharavi ist der Schauplatz des Films. Viele der Kinder, die hier zur Schule gehen, leben auf der Straße oder in baufälligen Hütten, schlafen auf dem Boden zwischen Müll und Ratten. Und dennoch: Auch in dieser Schule bündeln sich wie an allen Schulen der Welt die Hoffnungen der Kinder und Jugendlichen auf ihr zukünftiges Leben. Sie sind die Protagonisten dieses Films, clever, aufgeweckt, smart – und das Überraschende ist: Sie singen! Der Film ist ein dokumentarisches Musical, das das alltägliche Leben und teilweise dramatische Schicksal von einigen der Kinder und Jugendlichen erzählt, ihren täglichen Kampf ums Überleben und wie Kultur dabei einen Hoffnungsschimmer birgt: Ihren tristen Alltag verarbeiten sie mit Musik und Tanz. In ihren eigenen Liedern, von Bollywood-Komponisten neu komponiert, singen sie über ihre Hoffnungen und Sehnsüchte. Es geht nicht um die Kinder und Jugendlichen als Opfer, sondern um Teenager, die versuchen, ihre Hoffnungen und Träume zu verwirklichen. In den „Straßen“ von Dharavi läuft die Kanalisation offen ab, es gibt im Schnitt eine Toilette für 1.500 Menschen. Die Familien mit meist zehn und mehr Mitgliedern leben zusammen in einem Zimmer in baufälligen Hütten. Für einige wenige gibt es eine Schule, und manche erhalten dort das Rüstzeug für ein Leben außerhalb des Slums.

Zusatzinfo:
Ein Film über das unstillbare Verlangen, Widerstände zu überwinden und niemals die Hoffnung zu verlieren. In einer Schule mitten im Slum ist eine Dokumentation voller Farben, Klänge und Bewegung entstanden – eine aus Kinderaugen erzählte Geschichte mitten aus dem heutigen Indien.

Sonntag, 15.09. / 12:00 Uhr / Die Abenteurer der modernen Kunst ~Libertad! (1930-1939)
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2015, ARTE F 53 Min.
Regie: Amélie Harrault, Valérie Loiseleux
Online verfügbar von 15/09 bis 23/09

Mit Archivmaterial und den Mitteln der Fiktion erzählt die Dokumentationsreihe die Geschichte der Künstler und Intellektuellen von den Anfängen der modernen Kunst in der bohèmienhaften Idylle des Montmartre bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs.

Anfang der 1930er Jahre zwingt der aufkommende Faschismus die Künstler dazu, politisch Farbe zu bekennen. Europa ist zerrissen zwischen rechter Ideologie und Kommunismus. Ab 1936 sorgt der Spanische Bürgerkrieg für Zündstoff. 1937 lässt sich Picasso durch das Massaker von Gernika zu seinem berühmten Gemälde inspirieren. Der Bürgerkrieg endet mit dem Sieg Francos, und ein weiterer Krieg steht vor der Tür.

Die Zwischenkriegszeit steht im Zeichen der kommunistischen Versuchung und des aufkommenden Faschismus. Louis Aragon ist begeistert von Stalin und verrät die Surrealisten 1930 auf dem internationalen Schriftstellerkongress in Charkiw, als er der kommunistischen Partei die Treue schwört. 1935 kommt es auf dem Internationalen Schriftstellerkongress zur Verteidigung der Kultur zum endgültigen Bruch zwischen Breton und Aragon.

Im Juni 1936 reist André Gide nach Moskau, wo er mit großem Pomp empfangen wird. Angesichts der sowjetischen Realität ist ihm der Prunk eher unangenehm. Kurz nachdem er nach Paris zurückgekehrt ist, trifft er sich mit André Malraux, der gerade aus Spanien eingetroffen ist, das sich im Bürgerkrieg befindet. Malraux hat die Fliegerstaffel „España“ aufgebaut und kämpft auf der Seite der Republikaner gegen Franco. Gide möchte den Reisebericht „Retour de l’U.R.S.S.“ veröffentlichen, der hart mit Moskau ins Gericht geht, doch seine Freunde und Malraux halten den Zeitpunkt für ungünstig. Der Aufstieg des Faschismus erfordere es, die UdSSR als einziges Bollwerk gegen den Nationalsozialismus zu unterstützen. Das Buch erscheint dennoch. Die Sowjets sind außer sich, die Deutschen jubeln.

Fotografen, Journalisten und Schriftsteller aus der ganzen Welt zieht es nach Spanien. George Orwell, Pablo Neruda und Ernest Hemingway engagieren sich gegen Franco, Fotos von Robert Capa und Gerda Taro erscheinen in internationalen Tageszeitungen. 1937 malt Picasso in Paris das Monumentalbild „Guernica“, eine Anklage gegen die Gewalt des Franco-Regimes und den Faschismus. Weihnachten 1938 ist die Republik am Ende. Der Spanische Bürgerkrieg ist Vergangenheit, doch der Zweite Weltkrieg steht bevor.

Sonntag, 15.09. / 12:55 Uhr / Die Abenteurer der modernen Kunst ~ Mitternacht in Paris (1939-1945)
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2015, ARTE F 53 Min.
Regie: Amélie Harrault, Valérie Loiseleux
Online verfügbar von 15/09 bis 23/09

Mit Archivmaterial und den Mitteln der Fiktion erzählt die Dokumentationsreihe die Geschichte der Künstler und Intellektuellen von den Anfängen der modernen Kunst in der bohémienhaften Idylle des Montmartre bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs.

Der Zweite Weltkrieg bricht aus. Im Juni 1940 wird Frankreich besetzt, viele Künstler und Intellektuelle verlassen Europa. Wer bleibt, versucht sich irgendwie über Wasser zu halten und ein Zeichen gegen die Besatzer zu setzen. Einige kollaborieren, andere leisten Widerstand, viele arrangieren sich und manche bezahlen ihr Engagement mit dem Leben.

1939 bricht der Zweite Weltkrieg aus. Robert Desnos, Louis Aragon und Paul Eluard ziehen an die Front. Dalí flieht in die USA, Breton geht nach New York. Am 14. Juni 1940 marschieren die Deutschen in Paris ein. Die meisten Künstler arrangieren sich mit den Besatzern, manche kollaborieren, andere leisten Widerstand.

Desnos wird ausgemustert und kehrt nach Paris zurück. Er überlebt, indem er seine Zeichnungen an die Tageszeitung „Aujourd’hui“ verkauft. Er gibt Informationen, die er dort aufschnappt, heimlich an die Résistance weiter.

Picasso setzt seine Arbeit in Paris fort. Seine Tür bleibt für alle verschlossen, die mit den Besatzern gemeinsame Sache machen. Soutine, der als staatenloser Jude und entarteter Künstler verfolgt wird, flieht in den nicht besetzten Teil Frankreichs.

Die Künstler treffen sich im Café de Flore in Saint-Germain-des-Prés. Auch Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre sind dort regelmäßig zu Gast. Sartre will eine Widerstandsbewegung ins Leben rufen und versucht vergeblich, Gide und Malraux dafür zu gewinnen. Der Dichter René Char geht in den Untergrund und kämpft aktiv gegen die Deutschen.

Im November 1942 wird Frankreich vollständig besetzt. Louis Aragon und Elsa Triolet veröffentlichen in verbotenen Zeitschriften ebenso wie Eluard, dessen Gedicht „Liberté“ 1942 mit Fallschirmen über Frankreich abgeworfen wird.

Am 27. Mai 1943 werden in Paris Werke von Picasso, Paul Klee, Soutine und anderen Künstlern öffentlich verbrannt. Soutine stirbt schwer erkrankt am 9. August 1943. Max Jacob wird im Februar 1944 festgenommen und erliegt am 5. März 1944 im Sammellager Drancy einer Lungenentzündung. Kurz vorher wird auch Desnos festgenommen und deportiert. Er stirbt am 8. Juni 1945 im Konzentrationslager Theresienstadt, einen Monat nach Ende des Zweiten Weltkriegs.

Sonntag, 15.09. / 15:35 Uhr / Pergamon in Gips
Dokumentation, Deutschland, 2019, RB 52 Min.
Regie: Grit Lederer
Online verfügbar von 15/09 bis 22/09
Erstausstrahlung

Aus Anlass ihres 200-jährigen Bestehens wird der Berliner Gipsformerei eine umfassende Jubiläumsausstellung in der neu eröffneten James-Simon-Galerie auf der Berliner Museumsinsel gewidmet. Kunstwerke oder Menschen, ob lebend oder tot, in Gips abzuformen, galt im 19. Jahrhundert als hohe Kunst. Die Berliner Gipsformerei verfügt über einen weltweit einzigartigen Bestand von über 7.000 Formen. Erstmals porträtiert eine Dokumentation diese älteste Institution der Berliner Museen, die aktive Manufaktur wie wertvolle Sammlung ist.

Die Berliner Gipsformerei verfügt über einen Bestand von über 7.000 Formen, sie hat sich zudem auf besonders großformatige Gipsabgüsse spezialisiert. Darunter befinden sich ein Mastermodell des David des Renaissancekünstlers Donatello oder Abformungen des Pergamon-Frieses. 40 laufende Meter dieses weltweit berühmten antiken Frieses werden nun als Kopie neu gegossen. Ein Millionenauftrag für die Berliner Gipsformerei. Die ARTE-Dokumentation begleitet diesen anspruchsvollen Herstellungsprozess ein Jahr lang und beobachtet die Gipskunstformer in der Werkstatt bei der Ausübung dieses selten gewordenen traditionellen Handwerks.

Im 19. Jahrhundert galten Gipskopien als eigenständige Kunstwerke: Wilhelm von Humboldt oder Johann Wolfgang von Goethe haben sie gesammelt und in ihren Privathäusern präsentiert, der Maler Adolph von Menzel hat sie gleich in mehreren Gemälden verewigt: Gipsabgüsse von antiken Statuen oder Totenmasken berühmter Persönlichkeiten. Heute erlebt der Gips eine Renaissance. Zeitgenössische Künstler wie Jeff Koons oder Stella Hamberg erstellen Skulpturen aus dem strahlend weißen Material.

Zudem wirft die Dokumentation einen genauen Blick auf die wertvolle Sammlung: Darunter befinden sich auch Lebendabgüsse von Menschen aus der Kolonialzeit, die nun erstmals wissenschaftlich untersucht werden. Diese sogenannten anthropologischen Gesichtsabformungen wurden um 1880 von Forschungsreisenden in Afrika, Asien und Ozeanien erstellt, um Menschen zu typologisieren. Die Berliner Gipsformerei stellt sich – als aktive Manufaktur wie Hort einer wertvollen Sammlung – auch diesem viel diskutierten Erbe.

Sonntag, 15.09. / 16:30 Uhr /16:30 Kunst in der Wüste (3/4): New Mexico
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2019, SRRB 26 Min.
Regie: Claudia Müller
Online verfügbar von 14/09 bis 14/12
Erstausstrahlung

Der Kunsttrip quer durch den Westen der USA stellt Künstlerinnen und Künstler vor, die dort leben und wirken. Die Wüste spielt in ihren Werken eine zentrale Rolle: als Inspirationsquelle und Sehnsuchtsort, aber auch als Ort, der von Ausbeutung und Klimawandel bedroht ist.

In dieser Folge des Roadtrips durch die Wüsten in den südwestlichen Staaten der USA zählen die Orte Santa Fe und Taos zu den Reiseetappen und führen auf die Spuren der berühmtesten Malerin der USA, Georgia O’Keeffe, die dort in der kargen Wüstenlandschaft viele Motive für ihre Bilder fand.

Für die abstrakte Malerin Agnes Martin hingegen war die Wüste der Auslöser dafür, ihren Blick nach innen zu kehren und ihre Gefühle auf die Leinwand zu übertragen.

Außerdem steht ein Treffen mit dem jungen Künstler Cannupa Hanska Luger auf dem Programm, der mit seiner Kunst den Blick auf die indigenen Kulturen hinterfragt, die diese Landstriche so sehr geprägt haben.

Zusatzinfo:

Die vierteilige Dokumentationsreihe „Kunst in der Wüste“ ist ein Kunsttrip quer durch den Westen der USA. Sie stellt Künstlerinnen und Künstler vor, die dort leben und gewirkt haben. Die Wüste spielt in ihren jeweiligen Werken eine zentrale Rolle: als Inspirationsquelle und Sehnsuchtsort, aber auch als Ort, der oft romantisiert wurde und längst von Ausbeutung und Klimawandel bedroht ist. Das Licht, die Stille, die unendliche Weite und die Unberührtheit dieser kargen und extremen Landschaften und ihre Geschichte hat Künstlerinnen und Künstler seit Jahrhunderten angezogen, um dort ihre Visionen zu verwirklichen.

Sonntag, 15.09. / 17:00 Uhr / Metropolis ~ Warna
Magazin, Deutschland, 2019, SWR 43 Min.
Online verfügbar von 15/09 bis 15/10
Erstausstrahlung

(1): Metropole: Warna
(2): Istanbul-Biennale
(3): Neues Bauhaus-Museum in Dessau
(4): 60 Jahre Nederlands Dans Theater
(5): David Lehmann

(1): Metropole: Warna
Die Hafenstadt am Schwarzen Meer gilt als lebendiges Kulturzentrum Bulgariens. „Metropolis“ trifft Jazz-Musiker, Streetart-Künstler und Fotografen.

(2): Istanbul-Biennale
Kunst in politisch aufgeladenen Zeiten: Der Franzose Nicolas Bourriaud kuratiert die 16. Istanbul-Biennale.

(3): Neues Bauhaus-Museum in Dessau
Im 100. Gründungsjahr des Bauhauses eröffnet in Dessau ein neues Museum für die Designsammlung.

(4): 60 Jahre Nederlands Dans Theater
Wichtige Impulse für den modernen Tanz gingen vom Nederlands Dans Theater in Den Haag aus. Ein neues Programm feiert das Jubiläum.

(5): David Lehmann
Atelierbesuch bei David Lehmann in Berlin. Er beteiligt sich an der Ausstellung „Jetzt! Junge Malerei in Deutschland“.

Sonntag, 15.09. / 17:45 Uhr / Tschaikowskis Violinkonzert mit Stella Chen
Gewinnerin Königin-Elisabeth-Wettbewerb 2019
Musik, Frankreich, Belgien, 2019, ARTERTBF 43 Min.
Regie: Benoît Vlietinck
Komponist: Peter Tschaikowsky
Dirigent: Hugh Wolff
Orchester: Belgian National Orchestra
Mit: Stella Chen (Violine)
Online verfügbar von 08/09 bis 15/10
Erstausstrahlung

Der erste Preis des Königin-Elisabeth-Wettbewerbs 2019 für Violine ging an Stella Chen. Die junge Amerikanerin hat nicht damit gerechnet, als Gewinnerin aus dem internationalen Musikwettbewerb hervorzugehen. Drei Tage nach der Bekanntgabe der Juryentscheidung konnte sie ihr Glück immer noch kaum fassen. Der Showcharakter großer Wettbewerbe ist eigentlich nicht ihre Sache. Vielmehr liebt sie es, beim Spielen ganz aufs eigene Herz zu hören und ihre Gefühle über romantische Phrasen mit dem Publikum zu teilen.

Stella Chen ist im kalifornischen Palo Alto geboren und hat viele Dinge ausprobiert, bevor sie sich für die Geige entschied. Ihre Eltern wollten, dass sie in möglichst viele Bereiche hereinschnuppert: Klavier, Eiskunstlauf, Schach – die junge Stella hat praktisch nichts ausgelassen. Dann, im Alter von sieben Jahren, hörte sie ein Violinkonzert und ihre Entscheidung stand fest. Was sie an der Geige so schätzt, ist ihr melodischer Charakter. Außerdem lassen sich die Töne im Gegensatz zum Klavier durch die eigene Bogenführung viel besser kontrollieren.

Stella Chen beschreibt sich selbst als introvertiert, aber offen für Wagnisse, wenn sie wirklich für eine Sache brennt. So hat das Studium der Geige ihr geholfen, sich auch persönlich weiterzuentwickeln. Die glückliche Gewinnerin erhielt für vier Jahre die Huggins-Stradivari aus dem Jahr 1708 als Leihgabe der Nippon Music Foundation. Ein neues Instrument, an das sie sich erst herantasten muss – gleichzeitig aber auch eine sehr emotionale Annäherung an die Geschichte dieser besonderen Geige. Im Finale präsentierte Stella Chen das Violinkonzert in D-Dur von Tschaikowsky. Es ist eines der ersten Werke, in das sie sich verliebt hat, weil es direkt zum Herzen spricht.

Sonntag, 15.09. / 23:45 Uhr / Leidenschaft und Pflicht und Liebe ~ Die drei Leben der Clara Schumann
Dokumentation, Deutschland, 2019, MDR 56 Min.
Regie: Maria Stodtmeier, Andreas Morell
Mit: Gabriela Montero, Renaud Capuçon
Online verfügbar von 15/09 bis 14/12
Erstausstrahlung

Clara Schumanns Lebensgeschichte ist zur Legende geworden. Ihre entsagungsreiche Kindheit, ihr außergewöhnliches Talent, ihre großen Erfolge als Pianistin, die frühe, gegen den Vater durchgesetzte Liebe zum Komponisten Robert Schumann und die Erziehung von sieben Kindern liefern genug Stoff für Mythen und Klischees: vom Wunderkind zum Idealweib romantisch verklärter Liebesvorstellungen, von der vorbildlichen Mutter bis hin zur verkannten Komponistin. Aber wer war Clara Schumann wirklich?

Die Dokumentation nähert sich Clara Schumanns Persönlichkeit aus verschiedenen Blickwinkeln – über ihre Briefe und Tagebücher, über ihre Kompositionen und über Musikerinnen und Musiker, die sich intensiv mit ihr auseinandergesetzt haben: als Interpreten ihrer Musik, als Suchende in ihrer Biografie, als Zeitreisende.

Dabei sollen wichtige Fragen zu den „drei Leben“ der Clara Schumann beantwortet werden: als Tochter eines strengen und ehrgeizigen Vaters, als Ehefrau eines berühmten Komponisten, als äußerst erfolgreiche Künstlerin. Wie gestaltete sich das Zusammenleben in ihren Beziehungen? Wie wurde sie gesehen, wie sah sie sich selbst? Was hat sich mit ihr und durch sie verändert? Was verdanken wir Clara Schumann heute?

Die Fragen werden aus dem gesellschaftlichen Kontext der Zeit heraus beantwortet, gleichzeitig wird immer der Bogen in die Neuzeit gespannt, um das Profil ihrer Persönlichkeit als Pianistin, Komponistin, Konzertmanagerin, als Herausgeberin schlussendlich als herausragende Frau des 19. Jahrhunderts zu schärfen.

Sonntag, 15.09. / 00:40 Uhr / Kosmonaut Festival 2019
Musik, Deutschland, 2019, ZDF 75 Min.
Regie: N.N.
Mit: Fettes Brot, Die Fantastischen Vier, Marteria
Online verfügbar von 14/09 bis 14/12
Erstausstrahlung

Montag, 16.09. / 04:36 Uhr / Bilder allein zuhaus: Marilyn Monroe, Andy Warhol, „Schieß nochmal, Dorothy!“
Fernsehserie, Frankreich, 2018, ARTE F 2 Min.
Regie: Pablo Munoz Gomez
Online verfügbar von 16/09 bis 26/08
Erstausstrahlung

„Bilder allein zuhaus“ nimmt Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. In der zweiten Staffel der etwas anderen Museumsserie liefern zehn weltberühmte Bilder neuen Stoff für 30 neue Folgen. Von Jan Vermeers „Mädchen mit dem Perlohrgehänge“ bis hin zu Edward Hoppers „Sommerabend“ werden in der Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Dorothy Podber ist zurück! Bei den vier seriell auf dem Warhol-Bild abgebildeten Marilyns ist Panik angesagt, denn sie befürchten, dass Dorothy wieder auf sie schießt. Jede versucht auf ihre Art, eine Lösung zu finden … Denn sie wissen: Die wahre Factory-Besucherin und Performance-Künstlerin Dorothy Podber schoss 1964 tatsächlich auf vier Warhol-Werke mit dem Porträt von Marilyn Monroe, die von da an „The Shot Marilyns“ hießen.

Donnerstag, 19.09. / 19:40 Uhr / Re: Theater im Knast ~ Wie die Römer mit Häftlingen umgehen
Frankreich, 2019, ARTE 33 Min.
Regie: Marie David
Produktion: Hikari
Online verfügbar von 12/09 bis 19/10
Erstausstrahlung

Es ist ein ungewöhnliches Theater – umzäunt von Maschendraht. Auch die Schauspieler sind ungewöhnlich: Mafiosi, Diebe, Vergewaltiger.Das Theater im Hochsicherheitsgefängnis Rebibbia in Rom besuchten in den letzten Jahren 50.000 Zuschauer. Seit 2002 führen Häftlinge dort Theaterstücke auf. Die Rückfallquote der ehemaligen Teilnehmer am Gefängnis-Theaterkurs liegt nach der Haftentlassung bei sagenhaft niedrigen 3 Prozent. Doch warum ist das so?

Laura Salerno ist die Regisseurin des Theaters im Hochsicherheitsgefängnis Rebibbia in Rom. Von 1500 Häftlingen verbringen 150 ihre Tage allein in ihrer Zelle. Sie sind Mafiosi, Diebe, Vergewaltiger. Zweimal in der Woche gehen 20 von ihnen zur Theaterprobe. Manche haben hier mit Shakespeare lesen gelernt und wohl auch durch ihn begriffen, wie sie ihre Gewaltausbrüche besser im Zaum halten könnten. Fabio und Nazario gehören zu den vielversprechendsten Talenten in der Truppe.Roberto hingegen ist schon lange raus aus dem Gefängnis: Dort entdeckte er seine Liebe zum Theater. Draußen ließ er sich dann zum Beleuchter umschulen.Theater im Knast, noch dazu im Hochsicherheitstrakt: Zuerst war es nur eine vage Idee – doch die Zahlen überzeugen. In Italien werden 70 % der Häftlinge, die nicht arbeiten dürfen, rückfällig, und 19 Prozent der Häftlinge, die in der Haft beschäftigt wurden. Bei den Theater-Häftlingen sind es nur 3 Prozent.

Freitag, 20.09. / 21:45 Uhr / Die sieben Leben des Elvis Presley
Dokumentarfilm, Großbritannien, 2017, ARTE F 90 Min.
Regie: David Upshal
Online verfügbar von 13/09 bis 20/10

Unverfälscht und rebellisch: Elvis alias der „King“ war in der Nachkriegszeit die absolute Ikone der beginnenden Popkultur. Er prägte den Rock ’n’ Roll als erste reine Jugendkultur maßgeblich mit; viele seiner Songs wie „Jailhouse Rock“, „In the Ghetto“ oder „Love Me Tender“ wurden zu echten Evergreens. Die Dokumentation zeichnet anhand von umfangreichem Archivmaterial ein hautnahes Porträt von Elvis Aaron Presley (1935-1977) aus der Sicht seiner künstlerischen und persönlichen Wegbegleiter.

Mit „Jailhouse Rock“, „In the Ghetto“ oder „Love Me Tender“ hat Elvis Presley Musikgeschichte geschrieben. Bis heute ist er der King of Rock ’n’ Roll, eine unvergängliche Ikone der Popkultur. Presley wurde in Tupelo im US-Bundesstaat Mississippi als Sohn eines Gelegenheitsarbeiters und einer Näherin in ärmlichen Verhältnissen geboren. Als er zehn Jahre alt wurde, schenkten ihm die Eltern statt des erhofften Fahrrads eine Gitarre. Die Familie wohnte trotz strenger Rassentrennungsgesetze zeitweise in einem Stadtviertel Tupelos, in dessen unmittelbarer Nachbarschaft viele Afroamerikaner lebten. Als Evis‘ Familie nach Memphis gezogen war, kam er in der East Trigg Baptist Church in Kontakt mit Gospelmusik und machte heimliche Ausflüge in die Beale Street – bekannt für ihre Bars, Bordelle und Kneipen für Afroamerikaner. Bei seinem allerersten öffentlichen Auftritt sang Elvis „Old Shep“ bei der jährlichen Landwirtschaftsausstellung von Mississippi im Oktober 1945. 1954 erscheint mit „That’s All Right“ seine erste erfolgreiche Platte. Sein Song „Heartbreak Hotel“ katapultierte ihn 1956 ins brandneue Medium Fernsehen; er schoss direkt auf Platz eins der Charts und blieb dort sieben Wochen lang. Presley wird im Laufe seiner Karriere in mehr als 30 Filmen mitspielen, mit drei Grammys ausgezeichnet werden und insgesamt mehr als eine Milliarde Platten verkaufen. Nach seinem Tod wird er dreimal so viele Platten verkaufen wie zu Lebzeiten. Die Dokumentation folgt den Etappen von Elvis‘ Laufbahn von der schwierigen Südstaatenkindheit während der Wirtschaftskrise über seinen rasanten Aufstieg zum internationalen Megastar und die verheerenden Jahre unablässiger Auftritte in Las Vegas – über 600 Konzerte zwischen 1969 und 1976 – bis hin zum Einbruch seiner Karriere und dem tragischen Tod im August 1977. Er starb mit nur 42 Jahren an Herzversagen in Folge von Fettsucht und jahrelangem Medikamentenmissbrauch. Archivaufnahmen und Erinnerungen von Weggefährten betten die Figur des King in ihren historischen Zusammenhang: So prägte der frühe Kontakt mit der afroamerikanischen Kultur Presleys Werk entscheidend. Die Mischung aus weißer Countrymusik und schwarzem Rhythm and Blues war völlig neu und sollte die Musikwelt für immer verändern.

Freitag, 20.09. / 23:15 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2019, ARTE F 43 Min.
Online verfügbar von 13/09 bis 19/11
Erstausstrahlung

(1): Gabriel Mascaro
(2): Michael Snow
(3): Nicole He
(4): Brujeria
(5): Otim Alpha
(6): Design Futur

(1): Gabriel Mascaro

Der 35-jährige brasilianische Regisseur beschäftigt sich in seinen Filmen mit allen Gesellschaftsschichten seines Heimatlandes. Sein Film „Divino Amor“, der auf dem Sundance Festival lief, versetzt die Zuschauer in eine beunruhigende Zukunft, in der evangelikale Kirche und Staat miteinander verschmelzen.

(2): Michael Snow

Als Pionier des experimentellen Kinos der 60er Jahre stellt Michael Snow mit einem 45-minütigen Zoom-in die Geduld seiner Zuschauer auf die Probe. Der 90-jährige Kamerachoreograph, dem kein Kunstmedium fremd ist, hat eine Vorliebe für verzerrte Bilder und Klänge.

(3): Nicole He

Die Künstlerin und Programmiererin Nicole He wurde 1989 in China geboren und wuchs im Silicon Valley auf. In ihrer Kunst beschäftigt sie sich mit der Interaktion zwischen Mensch und Computer und setzt sich ironisch mit Technologiegläubigkeit auseinander. Sie kreiert unvollkommene Games und Apps, zum Beispiel einen Roboter, der die Feuchtigkeit der Hände misst und so auf Tinder zur wahren Liebe verhelfen soll. 

(4): Brujeria

Die Metaller von Brujeria bezeichnen sich selbst als „Donald Trumps schlimmsten Alptraum“ und lehren das Weiße Haus das Fürchten. Als Angelinos mit mexikanischem Hintergrund verkleiden sich die Mitglieder der Supergroup als maskierte Drogenbarone und zerlegen in ihren Lyrics Politik, Korruption und Polizei.

(5): Otim Alpha

Der ehemalige Boxer und Musiker Otim Alpha und der Produzent Leo Palayeng sind die Erfinder des Musikgenres Acholitronix und kombinieren Hochzeitsklänge der Acholi mit Electro-Sounds. Die beiden Musiker aus Uganda spielten auf Hochzeiten, bevor sie entdeckt wurden und auch auf europäischen Bühnen auftraten.

(6): Design Futur

Die Französin Nelly Ben Hayoun und der Brite James Auger sagen dem Objektdesign den Kampf an: Es lebe das Experience Design! Vom Chip-Telefon im Zahn bis zum Soyuz Chair, der eine Reise zum Mond simuliert: Die Designer spielen mit der Technophobie und verbinden das Nützliche mit dem Witzigen.

Freitag, 20.09. / 00:00 Uhr / Flow Festival 2019
Musik, Finnland, 2019, ARTEYLE 60 Min.
Regie: Kimmo Kajasto
Erstausstrahlung

Musik, Kunst und Vielfalt – das finnische Flow Festival bietet für jeden etwas. Fast 90.000 Musikliebhaber aus der ganzen Welt strömen Jahr für Jahr für ein Wochenende nach Helsinki, um dort eines der besten genreübergreifenden Festivals in Europa mitzuerleben, wie es die „Huffington Post“ nennt. Auch 2019 bietet das Flow Festival wieder drei Tage grandiose Musik auf mehreren Bühnen in einmaliger Atmosphäre. Die ARTE-Livestreams transportieren die magische Atmosphäre des Flow Festivals zu den Zuschauern nach Hause – unter anderem mit Acts wie dem bejubelten Produzenten und Songwriter James Blake, der Indie-Folkpop-Legende Father John Misty, dem Jazz-Drummer und Komponisten Makaya McCraven und der Indie-Rockband The Holy.

Musik, Kunst und Vielfalt in einmaliger Atmosphäre – das finnische Flow Festival bietet für jeden etwas. Das Festivalgelände im ehemaligen Industriegebiet Suvilahti im Nordosten von Helsinki liegt nur einen Steinwurf von der Ostsee entfernt. Was 2004 als kleines alternatives Festival begann, gilt mittlerweile als eines der wichtigsten und coolsten Events in Nordeuropa.

Fast 90.000 Musikliebhaber strömen Jahr für Jahr aus der ganzen Welt für ein Wochenende nach Helsinki, um dort eines der besten genreübergreifenden Festivals in Europa mitzuerleben, wie es die „Huffington Post“ nennt. Und es werden immer mehr. In diesem Jahr bietet das Flow Festival vom 9. bis 11. August drei Tage grandiose Musik auf mehreren Bühnen, unter anderem auf der spektakulären Balloon 360° Stage.

Das musikalische Angebot reicht von Folkpop über World Music bis zu Jazz und glänzt unter dem finnischen Augusthimmel mit einem umfangreichen Line-up nationaler und internationaler Stars. Die ARTE-Livestreams transportieren die magische Atmosphäre des Flow Festivals zu den Zuschauern nach Hause – unter anderem mit Acts wie dem bejubelten Produzenten und Songwriter James Blake, der Indie-Folkpop-Legende Father John Misty, dem Jazz Drummer und Komponisten Makaya McCraven und der Indie-Rockband The Holy.


Sonntag, 22.09. / 05:05 Uhr / Eine Zeichnung von Christian Dior: 1937 ~ Die Hut-Kollektion
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2018, ARTE 2 Min.
Regie: Loïc Prigent
Online verfügbar von 15/09 bis 21/11

Christian Dior war ein genialer Zeichner. Seine Kleider entwarf er stets selbst; die Skizzen dazu verwahrte er an einem sicheren Ort in Paris. Heute erzählen sie die Geschichte eines Mannes, der Anfang 1947 mit seiner allerersten Kollektion die Welt eroberte. So etwas hatte die Modebranche noch nie gesehen. Es war die Geburtsstunde des berühmten „New Look“. Die Reihe lässt ehemalige Mitarbeiter, Freunde, Modehistoriker, aber auch die Schneiderinnen zu Wort kommen, die heute für Christian Dior arbeiten.

Christine Labrune, die Tochter der weltberühmten Hutmacherin Claude Saint-Cyr, erzählt davon, wie Christian Dior ihre Mutter mit seinen raffinierten Aquarellzeichnungen überzeugte.

Sonntag, 22.09. / 05:05 Uhr / Eine Zeichnung von Christian Dior: 1947 ~ Das Bar-Kostüm

Mit seiner ersten Kreation gelang Christian Dior 1947 der Durchbruch in der Modewelt. Das Herzstück der Kollektion: das Bar-Kostüm, das mit seiner engen, akzentuierten Silhouette zum visuellen Symbol des „New Look“ wurde.

Sonntag, 22.09. / 05:05 Uhr / Eine Zeichnung von Christian Dior: 1938 ~ Ein Hauch von Saint Laurent
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2018, ARTE 1 Min.
Regie: Loïc Prigent
Online verfügbar von 15/09 bis 21/11

Bevor Christian Dior sich einen Namen in der Modewelt gemacht hatte, arbeitete er bei der französischen Tageszeitung „Le Figaro“. Mit raffinierten Skizzen gestaltete er dort die Modeseiten für Frauen und entwarf noch vor Yves Saint Laurent einen Hosenanzug für Frauen – ein revolutionärer Schritt in Richtung Emanzipation.

Sonntag, 22.09. / 05:10 Uhr / Eine Zeichnung von Christian Dior: Die ersten Zeichnungen
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2018, ARTE 1 Min.
Regie: Loïc Prigent
Online verfügbar von 15/09 bis 21/11

Mit der Hilfe von zwei befreundeten Zeichnern, Jean Ozenne und Max Kenna, erlernte Christian Dior das Zeichnen innerhalb von zwei Jahren. In seinen Zeichnungen gelang es ihm, die Bewegungen und Gesichtsausdrücke von Frauen mit hoher Präzision einzufangen. Nach Experteneinschätzung rettete ihn seine Fähigkeit als Zeichner vor dem Ruin.

Sonntag, 22.09. / 05:10 Uhr / Eine Zeichnung von Christian Dior: 1952 ~ Die Profillinie
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2018, ARTE 1 Min.
Regie: Loïc Prigent
Online verfügbar von 15/09 bis 21/11

1952 erfand Christian Dior mit der Profillinie einen der ikonischsten Modeschnitte. Dem damaligen Zeitgeist entsprechend erinnert sie an die Silhouette von Automobilen und Flugzeugen. „Marie Antoinette trifft Bauhaus“, findet Historikerin Florence Müller.

Sonntag, 22.09. / 05:10 Uhr / Eine Zeichnung von Christian Dior: 1947 ~ Die erste Kollektion des „New Look“
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2018, ARTE 2 Min.
Regie: Loïc Prigent
Online verfügbar von 15/09 bis 21/11

Der „New Look“ war zwischen der Nachkriegszeit und den 1950er Jahren der vorherrschende Stil in der Damenmode. Christian Diors erste Entwürfe der legendären Modebewegung überzeugten mit dynamischer Strichführung und eleganten Elementen. Charakteristisch für den „New Look“: eine enge Taille, schmale Schultern sowie ein weiter, wadenlanger Rock.

Sonntag, 22.09. / 05:10 Uhr / Eine Zeichnung von Christian Dior: 1949 ~ Das Junon-Kleid
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2018, ARTE 1 Min.
Regie: Loïc Prigent
Online verfügbar von 15/09 bis 21/11

Das Junon-Kleid gilt als das legendärste von Christian Diors Abendkleidern. Das mit aufwendigen, blütenähnlichen Stoffschichten und Stickereien verzierte Kleid ist noch heute ein wahrhaftiger Hingucker bei glamourösen Events.

Sonntag, 22.09. / 05:15 Uhr / Eine Zeichnung von Christian Dior: 1949 ~ Extravagante Kundinnen
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2018, ARTE 1 Min.
Regie: Loïc Prigent

Extravaganz war ein unverkennbares Merkmal von Christian Diors Modelinien. Einige Kundinnen verschrieben sich voll und ganz dieser Devise und bestellten das gleiche Kleid in bis zu 20 Farben, wie sich die ehemalige Atelierleiterin Anne Marie Gossot erinnert.

Sonntag, 22.09. / 05:15 Uhr / Eine Zeichnung von Christian Dior: Die neue Silhouette
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2018, ARTE 2 Min.
Regie: Loïc Prigent
Online verfügbar von 15/09 bis 21/11

Mit seinen revolutionären Modelinien hat Christian Dior die Silhouette der Frau auf vielfache Weise neu definiert. Bei genauerem Hinsehen lässt sich feststellen, dass seine Entwürfe sich an präzisen Formvorstellungen orientieren, die von den Buchstaben des Alphabets inspiriert zu sein scheinen.

Sonntag, 22.09. / 05:15 Uhr / Eine Zeichnung von Christian Dior: Die Bewegung
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2018, ARTE 1 Min.
Regie: Loïc Prigent

Christian Diors Modeskizzen zeichneten sich vor allem durch ihre Dynamik aus. Um den Atelierleiterinnen zu vermitteln, wie er sich die Effekte vorstellte, zeichnete er seine Models häufig in Bewegung, wie etwa bei seiner Modelinie „Envol“, zu Deutsch: „Abflug“.

Sonntag, 22.09. / 05:20 Uhr / Die Zeichnungen des Yves Saint Laurent
Dokumentarfilm, Frankreich, 2017, ARTERTBF 60 Min.
Regie: Loïc Prigent
Online verfügbar von 15/09 bis 22/10

Er war einer der begabtesten Modezeichner aller Zeiten: Yves Saint Laurent. Im Laufe seines Lebens fertigte Yves Saint Laurent Hunderttausende Zeichnungen an, seien es kunstvolle Skizzen, Stilübungen, Aquarelle und Kollektionspläne, die heute im Archiv der Fondation Pierre Bergé – Yves Saint Laurent aufbewahrt werden. Loïc Prigent öffnet die Türen zu diesem bislang unveröffentlichten Schatz und offenbart über Erinnerungen von Yves Saint Laurents ehemaligem Lebensgefährten Pierre Bergé, aber auch von Modehistorikern und einstigen Mitarbeitern eine neue Facette des Modeschöpfers Yves Saint Laurent.

Yves Saint Laurent – das sind Kleider, Skandale, weibliche Ikonen. Der große französische Couturier ist der Schöpfer einer erstaunlichen Anzahl von Modellen, die die Modegeschichte geprägt haben. Von 1962 bis 2002 hat er mit seiner Marke zwei Kollektionen pro Jahr realisiert. All diese Wunderwerke basieren auf Zeichnungen und Skizzen, denn Yves Saint Laurent war einer der talentiertesten Modezeichner aller Zeiten. Loïc Prigent bekommt erstmals exklusive Einblicke in die Fondation Pierre Bergé – Yves Saint Laurent. Sie bewahrt Hunderttausende der legendären Skizzen auf, darunter einige, die noch niemand jemals gesehen hat. Es handelt sich um ein Zeugnis des öffentlichen und privaten Lebens Yves Saint Laurents, von seiner Kindheit bis zu seiner letzten Kollektion. Yves Saint Laurent stirbt am 1. Juni 2008 in Paris. Seine Kleider werden bis heute in der ganzen Welt ausgestellt und kopiert. Es gibt zwei Yves-Saint-Laurent-Museen, eines in Paris, eines in Marrakesch. Die Marke, die er mit Pierre Bergé geschaffen hat, besteht noch heute und produziert Prêt-à-Porter und Accessoires. Mit seinem Namen verbindet sich auch ein regelrechtes Parfüm- und Kosmetik-Imperium. Nach seiner letzten Show im Jahr 2002 hat Yves Saint Laurent keinen Stift mehr in die Hand genommen und kein einziges Kleid mehr gezeichnet. Die Sichtung seiner Zeichnungen durch die Fondation Pierre Bergé – Yves Saint Laurent dauert bis heute an. Die Erinnerungen von Yves Saint Laurents ehemaligem Lebensgefährten Pierre Bergé, aber auch die von Modehistorikern und ehemaligen Mitarbeitern, wie dem berühmten ersten Schneider Monsieur Jean Pierre oder von Madame Catherine, der ersten Damenschneiderin, erfüllen die Zeichnungen von Yves Saint Laurent mit Leben und erzählen die Geschichte der Mode aus einer neuen Perspektive. Für seinen Dokumentarfilm hat Loïc Prigent einige der Zeichnungen animiert und lässt so deren Bewegungsdynamik auf faszinierende Weise lebendig werden.

Sonntag, 22.09. / 12:05 Uhr / Die großen Mythen (1/10): Die Ilias – Der Apfel der Zwietracht
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2018, ARTE F 26 Min.
Regie: Sylvain Bergère
Online verfügbar von 15/09 bis 13/10
Erstausstrahlung

Die Doku-Reihe über das antike Griechenland begibt sich auf eine spannende Suche nach den Gründungsmythen unserer Zivilisation. Paris, der Sohn des trojanischen Königs Priamos, reicht den goldenen Apfel Aphrodite, der schönsten unter den Göttinnen. Im Gegenzug verspricht ihm die Göttin der Liebe die Hand von Helena, der schönsten Frau unter den Sterblichen. Das erregt den Zorn von Helenas Gatten Menelaos und beschwört wenig später den Ausbruch des Trojanischen Kriegs herauf.

Eris, die Göttin der Zwietracht, schickt einen goldenen Apfel zum Olymp, der der schönsten unter den Göttinnen zugedacht ist. Doch wer von Aphrodite, Hera und Athena ist die Schönste? Zeus verfügt, dass ein Sterblicher das Urteil sprechen soll: Paris, der junge Sohn des trojanischen Königs Priamos, reicht den Apfel Aphrodite, die ihm dafür die Liebe der Schönsten aller Frauen verspricht. Wenig später wird Paris zu Menelaos entsandt, dem König von Sparta, und verliebt sich in dessen Gattin Helena. Unter dem Zauber der Liebesgöttin flieht das heimliche Paar nach Troja. Der wütende Menelaos bricht zu seinem Bruder Agamemnon auf, dem König der Könige auf dem Thron von Mykene. Der weise Agamemnon will die Sache zunächst friedlich regeln, wird dann aber von Hera und Athena aufgehetzt. Sie haben Paris die Schmach nicht verziehen, dass er nicht eine von ihnen zur schönsten Göttin gekürt hat. Ihren Einflüsterungen folgend, versammelt Agamemnon alle griechischen Könige, um gegen Troja in den Krieg zu ziehen.

Zusatzinfo:
Die zehnteilige Dokumentationsreihe über das antike Griechenland begibt sich auf eine spannende Suche nach den Gründungsmythen unserer Zivilisation. Die Reise durch die Geschichte zeigt die Abenteuer rund um die Schicksale von Göttern, Helden und anderen bedeutenden Gestalten der Mythologie, die bis heute eine faszinierende Ausstrahlungskraft besitzen.

Sonntag, 22.09. / 12:30 Uhr / Die großen Mythen (2/10): Die Ilias – Die Stunde der Opfer
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2018, ARTE F 26 Min.
Regie: Sylvain Bergère
Online verfügbar von 15/09 bis 13/10
Erstausstrahlung

Die Doku-Reihe über das antike Griechenland begibt sich auf eine spannende Suche nach den Gründungsmythen unserer Zivilisation. Das griechische Heer steht kurz vor dem Aufbruch Richtung Troja. Odysseus und Achilles wollen sich ursprünglich der Schlacht entziehen und schließen sich König Agamemnon erst in letzter Minute an. Damit die Schiffe den Hafen verlassen können, verlangt die verärgerte Göttin Artemis, dass Agamemnon seine Tochter Iphigenie opfert. Der König der Könige fügt sich dem unmenschlichen Schicksal.

Alle griechischen Könige sind mit ihren Armeen Agamemnons Aufruf gefolgt. Alle bis auf zwei: Odysseus gibt vor, den Verstand verloren zu haben, um einem Krieg zu entkommen, an den er nicht glaubt. Doch er wird schnell enttarnt. Auch Achilles, der als größter aller griechischen Krieger gilt, will nicht mit Agamemnon in die Schlacht gegen Troja ziehen, da er den Herrscher von Mykene verabscheut. Die Nymphe Thetis, seine Mutter, bringt ihn ungewollt dazu, seine Meinung zu ändern. Sie enthüllt ihm, dass er sein Schicksal selbst in der Hand hat: Achilles kann entweder im Kampf als junger Held sterben und für alle Zeiten unvergessen bleiben oder aber bis ins hohe Alter glücklich im Kreis seiner Lieben leben. Der Preis dafür wäre allerdings, dass sein Name in Vergessenheit geraten werde. Ohne zu zögern, schließt sich Achilles nun doch der griechischen Armee an. In der Zwischenzeit erkennt der Seher Kalchas, dass die Göttin Artemis die Schiffe am Auslaufen hindert, weil Agamemnon sie verärgert hat. Um die Göttin zufriedenzustellen, sieht sich Agamemnon gezwungen, seine Tochter Iphigenie als Opfer darzubringen, damit die größte jemals zusammengestellte Flotte endlich Richtung Troja in See stechen kann.

Sonntag, 22.09. / 15:30 Uhr / Totems & Tabus ~ Belgiens Kolonialmuseum
Dokumentation, Belgien, Frankreich, 2018, ARTERTBF 53 Min.
Regie: Daniel Cattier
Online verfügbar von 15/09 bis 22/10
Erstausstrahlung

„Totems & Tabus“ erzählt die einerseits prächtige, andererseits düstere und lange Zeit tabuisierte Kolonialgeschichte des von König Leopold II. gegründeten Afrikamuseums im belgischen Tervuren. Nahezu ein ganzes Jahrhundert lang glorifizierte das Museum die „Zivilisierungsmission“ Leopolds II. im Kongo und stellte die kongolesische Bevölkerung als wilden Volksstamm dar. Im Dezember 2018 eröffnet das Museum nach fünfjährigen Renovierungsarbeiten erneut seine Pforten mit einem Versprechen: Das erste Kolonialmuseum zu sein, das sich kritisch mit seiner Geschichte auseinandersetzt. Doch gelingt dies, ohne die eigene Daseinsberechtigung in Frage stellen zu müssen?

Im Dezember 2018 wurde nach einer fünfjährigen Renovierungsphase das Musée Royal d’Afrique Centrale im belgischen Tervuren unter seinem neuen Namen „AfricaMuseum“ wiedereröffnet. ARTE wirft gemeinsam mit den Zuschauern einen Blick auf die koloniale Vergangenheit Belgiens und das gewandelte Ausstellungskonzept des Museums. Ende des 19. Jahrhunderts von König Leopold II. gegründet, besitzt das Museum die weltweit größte Sammlung afrikanischer Kunst. Ein Großteil der Exponate entstammt dem Kongo, einer ehemaligen Kolonie des Königreichs Belgien. Leopold II. hatte das riesige Gebiet 1885 als Freistaat Kongo zu seinem Privatbesitz erklärt. Fast ein Jahrhundert lang wurde die Kolonialherrschaft des Landes in den Mauern des Museums verherrlicht, die oftmals brutalen Hintergründe und Bedingungen, unter denen die Ausstellungsstücke nach Europa gelangten, verschwiegen. Heute sieht sich das AfricaMuseum, ähnlich wie ein Großteil ethnologischer Museen in Europa, mit der Aufarbeitung einstiger Herrschafts- und Ausbeutungsverhältnisse konfrontiert. Mit seiner Neueröffnung versucht es den musealen Blickwinkel zu drehen und ein Bewusstsein für die postkoloniale Debatte sowie einen sensiblen Umgang mit dieser Art von Raubkunst schaffen. Der Ort soll zu einer Plattform werden, welche die koloniale Vergangenheit des Landes umfangreich aufarbeitet und zugleich ein entkolonialisiertes Bild des heutigen Afrikas vermittelt. Der Forderung nach Mitsprache vieler afrikanischer Länder bei der Darstellung der eigenen Geschichte versucht das AfricaMuseum durch Kooperationen etwa mit dem Musée des Civilisations Noires in Dakar und dem Museum in Kinshasa gerecht zu werden.

Sonntag, 22.09. / 16:25 Uhr / Kunst in der Wüste (4/4): Coachella-Wüste und Utah
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2019, SRRB 26 Min.
Regie: Claudia Müller
Online verfügbar von 21/09 bis 21/12
Erstausstrahlung

Die vierteilige Dokumentationsreihe ist ein Kunsttrip quer durch die USA. Sie stellt Künstlerinnen und Künstler vor, die dort leben und wirken. Die Wüste spielt in ihren Werken eine zentrale Rolle: als Inspirationsquelle und Sehnsuchtsort aber auch als Ort, der längst von Ausbeutung und Klimawandel bedroht ist. In dieser Folge werden zunächst zwei bedeutende Werke der Land Art in Utah vorgestellt. Die zweite Station der Reise führt in die Coachella-Wüste, wo seit 2017 alle zwei Jahre das Desert X Festival stattfindet.

Auf dem Roadtrip durch die südwestlichen Bundesstaaten lassen sich ganz unterschiedliche Kunstformen aus so unterschiedlichen Bereichen wie Malerei, Skulptur und Land Art kennenlernen, die dort entstanden sind. Unter anderem werden zwei bedeutende Werke der Land Art in Utah vorgestellt: die „Spiral Jetty“ von Robert Smithson am Great Salt Lake und die „Sun Tunnels“ von Nancy Holt in der Great-Basin-Wüste, die beide Anfang der 1970er Jahre entstanden. Die zweite Station der Reise führt in die Coachella-Wüste, wo seit 2017 alle zwei Jahre das Desert X Festival stattfindet. Zeitgenössische Künstler aus aller Welt verteilen dann dort über ein Areal von 45 Meilen ihre Werke, die sich direkt auf die Landschaft beziehen.

Zusatzinfo:

Die vierteilige Dokumentationsreihe „Kunst in der Wüste“ ist ein Kunsttrip quer durch den Westen der USA. Sie stellt Künstlerinnen und Künstler vor, die dort leben und gewirkt haben. Die Wüste spielt in ihren jeweiligen Werken eine zentrale Rolle: als Inspirationsquelle und Sehnsuchtsort, aber auch als Ort, der oft romantisiert wurde und längst von Ausbeutung und Klimawandel bedroht ist. Das Licht, die Stille, die unendliche Weite und die Unberührtheit dieser kargen und extremen Landschaften und ihre Geschichte hat Künstlerinnen und Künstler seit Jahrhunderten angezogen, um dort ihre Visionen zu verwirklichen.

Sonntag, 22.09. / 16:55 Uhr / Metropolis ~ Prag
Magazin, Deutschland, 2019, NDR 43 Min.
Online verfügbar von 22/09 bis 21/12
Erstausstrahlung

(1): Metropolenreport: Prag
(2): Ulrich Tukur: „Der Ursprung der Welt“

(1): Metropolenreport: Prag
30 Jahre ist es her, dass 5.000 DDR-Bürger, die in die Prager Botschaft der Bundesrepublik geflüchtet waren, nach Monaten endlich in den Westen ausreisen durften – der Beginn der politischen Wende und der Wiedervereinigung Deutschlands. Anlass genug, der Stadt einen Besuch abzustatten.

(2): Ulrich Tukur: „Der Ursprung der Welt“
In wenigen Tagen erscheint der dritte Roman des Schauspielers und Musikers Ulrich Tukur. „Der Ursprung der Welt“ spielt in einem totalitären System der Zukunft.

Sonntag, 22.09. / 17:40 Uhr / Philharmonix – The Berlin Vienna Music Club
Musik, Deutschland, 2019, RBB 43 Min.
Regie: Magdalena Zięba-Schwind

Mit: Noah Bendix-Balgley (Violine), Sebastian Gürtler (Violine), Thilo Fechner (Viola), Stephan Koncz (Cello), Ödön Rácz (Kontrabass), Daniel Ottensamer (Klarinette), Christoph Traxler (Klavier)

Online verfügbar von 22/09 bis 21/12
Erstausstrahlung

Der Kopf muss sich freuen, das Herz jubeln und das Bein zucken. So das Motto von Philharmonix. Gegründet von Mitgliedern der Berliner und Wiener Philharmoniker haben sich die Philharmonix einen wichtigen Code in ihre Ensemble-DNA geschrieben: Sie spielen alles, worauf sie schon immer Lust hatten. Immer trifft dabei Virtuosität und eiserne Disziplin auf unbändige Freude und Leidenschaft für die Musik. Der Film holt die mitreißende Musik der siebenköpfigen Truppe runter von der Bühne und mitten rein ins Leben. Ob Walzer im Waschsalon, „Don’t stop me now“ über den Dächern von Berlin oder transsilvanische Tänze auf einem Floß auf dem Müggelsee.

Gegründet von Mitgliedern der Berliner und Wiener Philharmoniker haben sich die Philharmonix einen wichtigen Code in ihre Ensemble-DNA geschrieben: Sie spielen alles – wirklich ALLES! –, worauf sie schon immer Lust hatten. Und sie spielen es, wo sie wollen. Auf der Brücke oder der Rolltreppe, unter Arkaden oder Unterführungen, am Flussufer, neben dem Riesenrad oder einfach mitten auf der Straße. Nicht alles ist klassische Musik. Aber alles hat musikalische Klasse. Und immer trifft dabei Virtuosität und eiserne Disziplin auf unbändige Freude und Leidenschaft für Musik. Und zwar aller Art: Tristan trifft auf Tango, Strauss’ „Fledermaus“ auf „Don’t stop me now“, der Ragtime „Rose Room“ auf Beethoven.

Es ist Musik, die sie nicht nur mit Leib und Seele spielen, sondern die sie zum großen Teil auch selbst komponiert oder arrangiert haben. Einer der beiden kompositorischen Köpfe ist der Cellist Stephan Koncz. Sein Anspruch: „Du probierst, dass der Kopf sich freut, das Herz jubelt und das Bein zuckt.“ Und das gelingt!

Die Philharmonix sind allesamt Solisten der Spitzenklasse. In ihren Hausorchestern spielen sie auf den Solo-Positionen, Noah Bendix-Balgley ist sogar der Konzertmeister der Berliner Philharmoniker. Und so ist der Berlin Vienna Music Club durchaus auch organisatorisch eine Herausforderung: zwei verschiedene Orchester, die man zusammenbringen muss und viele solistische Tätigkeiten. Doch wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. In diesem Fall sogar gepflastert mit Musik.

Sonntag, 22.09. / 22:25 Uhr / Karajan – Porträt eines Maestros
Dokumentation, Deutschland, 2018, SWR 53 Min.

Regie: Sigrid Faltin

Online verfügbar von 22/09 bis 29/09

Erstausstrahlung

[Kurz]:
Er gilt als einer der bedeutendsten Dirigenten des 20. Jahrhunderts. Sein Name ist auch jenen ein Begriff, die noch nie ein Symphoniekonzert besucht haben: Herbert von Karajan. 2019 jährt sich sein Todestag zum 30. Mal. Anlass für ein Porträt des Maestros, das Höhepunkte und Brüche seines Lebens beleuchtet. Wer war dieser Herbert von Karajan? Welche Klischees über ihn entsprechen der Realität, welche nicht? Der Film befragt langjährige Weggefährten wie Anne Sophie Mutter und Christa Ludwig, Wiener und Berliner Philharmoniker und zeigt bislang unbekanntes oder vergessenes Archivmaterial.

Sein Instrument waren die besten Orchester der Welt. Mit 300 Millionen verkauften Tonträgern hat Herbert von Karajan Musikgrößen wie Michael Jackson, Madonna und die Rolling Stones weit hinter sich gelassen. Nach Mozart gilt er als berühmtester Sohn der Stadt Salzburg. Von Karajans Lebensstil begeisterte die Medien: rasante Autos, Flugzeuge, Segeljachten, seine hübsche, fast 30 Jahre jüngere dritte Frau. Doch hinter dem Glamour versteckte sich ein scheuer Mensch, der jahrzehntelang gegen Schmerzen ankämpfte und der bis zu seinem letzten Atemzug um den perfekten Klang rang. Der Film beleuchtet die Höhepunkte und Brüche seines Lebens, hinterfragt die existierenden Klischees: War Karajan wirklich ein Jetset-Künstler? Ein egozentrischer, macht- und geldgieriger Charakter, der dem Nationalsozialismus nahestand? Oder hat sich der Dirigent doch nur einem politischen System gefügt, ohne dessen Ideologie verinnerlicht zu haben? Langjährige Weggefährten wie Anne Sophie Mutter, die Berliner und Wiener Philharmoniker erinnern sich an den Maestro.

Sonntag, 22.09. / 23:20 Uhr / 23:20 The Unanswered Ives
Dokumentation, Deutschland, 2018, WDR 53 Min.
Regie: Anne-Kathrin Peitz
Komponist: Charles Ives
Online verfügbar von 20/09 bis 21/12
Erstausstrahlung

Paradox: Das ist wohl das Wort, das Charles Ives am besten beschreibt. Denn Charles ist ein Mann der Dissonanzen – und das in fast allen Bereichen seines Lebens. Seit seiner Kindheit gilt seine Liebe dem Spiel mit der Musik. Doch Charles wurde zu einer Zeit geboren, als man klassische Musiker für Memmen hielt. Sein Geld als Musiker verdienen? Schlicht unvorstellbar! Charles wird zum Freizeitkomponisten, der unter der Woche Lebensversicherungen verkauft und mit Verve eine ganze Branche revolutioniert. Auch seine Kompositionen sind revolutionär und treffen nicht immer den Nerv seiner Zeit. Heute gilt er als erster Komponist der Neuzeit in Amerika.

Charles Ives (1874-1954) ist ein Mann der Dissonanzen und steht dazu. Schon als kleiner Junge ist er fasziniert von den Klangexperimenten und musikalischen Basteleien seines Vaters. Als Teenager komponiert er Tanzmelodien und Kirchenlieder und wird mit 14 Jahren zum jüngsten Organisten von Connecticut. Doch Charles wurde zur falschen Zeit geboren. Wer sich für die klassische Musik entschied, galt damals als Memme. Charles schlägt eine Laufbahn als Lebensversicherer ein – und hat Erfolg. Mit Verve revolutioniert er eine ganze Branche. An den Wochenenden jedoch wird er zum Freizeitkomponisten. Im stillen Kämmerlein erdenkt er Kompositionen, mit denen er seiner Zeit weit voraus ist. Dabei versucht er stets, die reale, alltägliche Welt wiederzugeben. Nicht selten baut er dafür akustische Objekte seiner Umgebung ein. Das Rattern der Kaffeemaschinen oder Besteckgeklapper sind genauso zu hören wie das Zapfen von Bier oder das Zischen von Kräutern, die in heißem Öl angedünstet werden. Ives kreiert eine „musikalische Bouillabaisse“, die so manchem Zeitgenossen sauer aufstößt. Er bricht mit Konventionen, verbindet Popmusik mit Klassik, kombiniert Ragtime und Volksmusik mit experimentellen oder traditionellen europäischen Klängen. Seine 4. Symphonie ist ein wildes Klangpanorama, während er in „The Unanswered Question“ den Konzertsaal sprengt und Teile der Streicher hinter der Bühne verbannt. Seine unvollendete „Universe Symphony“ sollte im Freien gespielt werden. Nicht immer trifft sein kreativer Revoluzzergeist den Nerv seiner Zeit. Entsprechend spät wird sein Werk gewürdigt. ARTE zeichnet das Porträt eines widersprüchlichen Mannes, der heute als der erste Komponist der Neuzeit in Amerika gilt.

Sonntag, 22.09. / 00:15 Uhr / Universe, Incomplete ~ Christoph Marthaler inszeniert Charles Ives
Oper, Deutschland, 2018, WDR 130 Min.
Regie: Michael Beyer
Inszenierung: Christoph Marthaler
Komponist: Charles Ives
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten: Anna Viebrock, Thilo Albers
Kostüme: Anna Viebrock
Licht: Phoenix, Andreas Hofer
Dirigent: Titus Engel
Orchester: Bochumer Symphoniker, Rhetoric Project, Schlagquartett Köln
Online verfügbar von 20/09 bis 21/12
Erstausstrahlung

Die Aufführung „Universe, Incomplete“ der Ruhrtriennale 2018 in der Jahrhunderthalle Bochum beschäftigte sich mit dem Torso der „Universe Symphony“ von Charles Ives. Der Regisseur Christoph Marthaler, der Dirigent Titus Engel und die Bühnenbildnerin Anna Viebrock entwickelten ihre ganz eigene Perspektive auf das unvollendet gebliebene Vorhaben des amerikanischen Komponisten, dessen Leerstellen sie mit anderen Kompositionen von Ives ergänzten.

Dem Komponisten Charles Ives war es nicht gelungen, sein Werk „Universe“ zu vollenden. „Für den Fall, dass es mir nicht gelingen sollte, dieses Werk zu vollenden, findet sich vielleicht jemand anderes, der den Versuch unternimmt, meine Gedanken auszuarbeiten. Es könnte sein, dass die von mir erstellten Skizzen viel mehr Sinn ergeben, wenn man sie aus der Perspektive von jemandem betrachtet, der nicht ich selbst bin“, hatte Ives notiert. Von dieser verführerischen Formulierung inspiriert, entwickelten der Regisseur Christoph Marthaler, der Dirigent Titus Engel und die Bühnenbildnerin Anna Viebrock ihre ganz eigene Perspektive auf ein unvollendet gebliebenes Vorhaben des amerikanischen Komponisten. Ausgehend von den tatsächlich komponierten Teilen des Werkes entwarfen sie für die Ruhrtriennale 2018 in der Jahrhunderthalle Bochum einen szenisch-musikalischen Raum, in dem Instrumentalsolistinnen und -solisten sowie die Bochumer Symphoniker und ein aus Schauspielerinnen und Schauspielern, Tänzerinnen und Tänzern sowie Sängerinnen und Sängern bestehendes Ensemble auf einer szenischen und einer klanglichen Ebene aus einer entfernten Zukunft auf das heutige Leben zurückblickten und aus der Gegenwart eine Zukunft fantasierten. Andere, von der „Universe Symphony“ unabhängige Kompositionen von Charles Ives haben dabei die Leerstellen des unvollendeten Universums eingenommen.

Zusatzinfo:
Die Mitschnitte mehrerer Live-Aufführungen dieser spektakulären Inszenierung wurden so bearbeitet, dass sie ungewöhnliche Perspektiven ermöglichen und die Architektur des Raumes eindringlich einfangen. Mitwirkende dieser Aufführungen waren die Bochumer Symphoniker, das Rhetoric Project, das Schlagquartett Köln sowie Schlagzeugstudierende der Musikhochschulen Köln, Detmold und Essen.

Freitag, 27.09. / 00:20 Uhr / Tracks
Magazin, Deutschland, 2019, ZDF 43 Min.
Produzent: Kobalt productions
Online verfügbar von 26/09 bis 26/12
Erstausstrahlung

Folgende Themen sind für diese „Tracks“-Ausgabe geplant: Jack White gibt sich in Berlin mit seiner Allstar-Band The Raconteurs die Ehre / Die ukrainische Rapperin alyona alyona zeigt uns ihre Heimat / Der herausragende Filmemacher und 3D-Animationsdesigner Jeron Braxton gibt Einblick in seine Schaffenswelt.

(1): Jack White gibt sich in Berlin mit seiner Allstar-Band The Raconteurs die Ehre

Jack White ist wohl der Mann, der den Rock ‘n‘ Roll ins neue Jahrtausend gerettet hat. Mit den White Stripes und „Fell in Love With a Girl“ überrannte er erst die Indie-Discos der Welt, später mit dem Megahit „Seven Nation Army“ die internationalen Fußballstadien. Dazu kommen regelmäßige Releases seiner Allstar-Bands The Dead Weather und The Raconteurs, mehrere erfolgreiche Solo-Alben, ein James Bond-Titelsong und sein eigenes Label samt Vinyl-Fabrik in Nashville. „Tracks“ trifft den vielleicht „hardest working man in showbiz“ vor seinem Auftritt mit den Raconteurs in Berlin.

(2): Die ukrainische Rapperin alyona alyona zeigt ihre Heimat

Alyona Savranenko hat so ziemlich jeden Gelegenheitsjob angenommen, bevor sie in ihrem Heimatdorf Baryschiwka unweit der ukrainischen Landeshauptstadt Kiew Kindergärtnerin wurde. Von da an hätte es sich die studierte Psychologin bequem einrichten können, wenn nicht ihr altes Hobby über Nacht zum neuen Beruf geworden wäre. Die ersten Rap-Musikvideos über Alltag, Heimatliebe und Body-Empowerment gingen in Windeseile viral. Plötzlich war alyona alyona über ihre Landesgrenze hinaus bekannt und spielt nun auf internationalen Festivals. „Tracks“ trifft die sympathische Rapperin in ihrem Heimatdorf Baryschiwka und lässt sich ihre Orte der Inspiration zeigen.

(3): Der herausragende Filmemacher und 3D-Animationsdesigner Jeron Braxton gibt Einblick in seine Schaffenswelt

Der junge amerikanische Filmemacher und 3D-Animationsdesigner Jeron Braxton erschafft farbenfrohe, videogameartige Welten in oldschooliger Playstation-2-Optik – und setzt sich dabei in Crashkurs-Geschwindigkeit mit gesellschaftlichen Themen wie der Diskriminierung von Schwarzen in den USA auseinander. Seine Werke sind auf der Art Basel und in den Museen der Welt genauso zu Hause wie im bunten Pop-Universum. Seine Achterbahnfahrten durch Polizeigewalt, gesellschaftliche Missstände, kombiniert mit cleverem Storytelling, fettem Soundtrack und 80er-Jahre-Ästhetik, machen ihn zu einem der gefragtesten 3D-Designer seiner Generation.

Freitag, 27.09. / 01:05 Uhr / Gims in Concert
Musik, Deutschland, 2019, ZDF 60 Min.
Regie: Silke Stubenvoll
Mit: Gims
Online verfügbar von 26/09 bis 26/11
Erstausstrahlung

Seine Karriere beginnt einst im Untergrund. Heute ist Maître Gims ein internationaler Superstar. Seine Songs werden milliardenfach geklickt –in Europa, den USA und seinem Heimatland Afrika. Seine Hits schießen an die Spitze der Charts und seine Online-Followerschaft geht in die Millionen – Zahlen, von denen andere Künstler nur träumen können. Gims ist ein globales Phänomen: geboren im Kongo, aufgewachsen in Paris. Auch musikalisch ist er in jedem Genre zu Hause, egal ob Dark Beats, jamaikanische Klänge oder R’n’B. ARTE zeigt seinen Auftritt in der Frankfurter „Batschkapp“.

Er ist der Sänger mit der Opernstimme und dem Talent für eingängige Partyrhythmen: Maître Gims. Einst Rapper im Pariser Untergrund, ist das Gesangstalent mit den kongolesischen Wurzeln heute ein international gefeierter Superstar. Maître Gims vermag es, das Traditionelle und Moderne, das Schwarze und Weiße, das Junge und Alte gleichermaßen zum Klingen zu bringen. Egal ob in Paris, Brüssel oder Dakar: Maître Gims rappt und singt sich in die Gehörgänge des Publikums und landet einen Hit nach dem nächsten.

Das Gefühl für eingängige Rhythmen und Melodien wurde dem Chartstürmer quasi in die Wiege gelegt. Auch sein Vater Djuna Djanana ist Sänger und war einst Bandmitglied des legendären kongolesischen Rumba-Stars Papa Wemba. „Als Kind habe ich in der Kultur der kubanischen Rumba gebadet“, sagt er selbst über sich. Ein Bad, das musikalische Spuren hinterlassen hat. Immer wieder verarbeitet Gims Einflüsse kongolesischer Musik in seinen Songs. „Sapés comme jamais“, das er mit dem ebenfalls aus dem Kongo stammenden Sänger Niska aufgenommen hat, wurde 2016 zum Hit und bei den Victoires de la Musique ausgezeichnet.

Doch Gims ist nicht nur der Mann für wilde Partynächte, sondern beherrscht auch die leiseren Töne. Bestes Beispiel dafür ist wohl „Malheur, Malheur“, in dem er ganz im Stil eines französischen Chansons von seiner Migrationsgeschichte singt.

Erste Erfolge im Musikgeschäft hatte bereits er als Mitglied der Pariser Hip-Hop-Crew Sexion d‘Assaut. Es folgte eine beeindruckende Solokarriere.

ARTE zeigt sein Konzert aus der „Batschkapp“ in Frankfurt, bei der Gims neben seinem DJ auch vom Ausnahmegitarristen Haïlé Jno-Baptiste begleitet wird.

Freitag, 27.09. / 04:41 Uhr / Bilder allein zuhaus: Selbstbildnis im Pelzrock, Albrecht Dürer, „Gottes Ermahnung“
Fernsehserie, Frankreich, 2018, ARTE F 2 Min.
Regie: Pablo Munoz Gomez
Online verfügbar von 27/09 bis 06/09
Erstausstrahlung

„Bilder allein zuhaus“ nimmt Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. In der zweiten Staffel der etwas anderen Museumsserie liefern zehn weltberühmte Bilder neuen Stoff für 30 neue Folgen. Von Jan Vermeers „Mädchen mit dem Perlohrgehänge“ bis hin zu Edward Hoppers „Sommerabend“ werden in der Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Dürers „Selbstbildnis im Pelzrock“ zeigt ihn in einer geradezu hierarchischen Pose, die bis dato Königen und Christus vorbehalten war. Auch Gott bleibt das nicht verborgen. Er nimmt sich den Künstler zur Brust …


Samstag, 28.09. / 00:05 Uhr / Square für Künstler ~ Carte Blanche für Costanza Macras
Magazin, Frankreich, 2019, ARTE 26 Min.
Regie: Constanza Macras
Erstausstrahlung

Sonntag, 29.09. / 06:05 Uhr / Der erstaunliche Monsieur Piccoli
Dokumentation, Frankreich, 2015, ARTE F 55 Min.
Regie: Yves Jeuland
Online verfügbar von 29/09 bis 28/11

Michel Piccoli – das sind 70 Jahre Theater, Film und Fernsehen und fast 200 Spielfilme. Ob als leidenschaftlicher und romantischer Liebhaber, eiskalter Mörder oder verzweifelter Künstler – in seiner knapp 70-jährigen Karriere avancierte der Schauspieler zu einer Ikone des französischen Kinos, die immer wieder überraschte. Die Dokumentation beleuchtet seine ungewöhnliche Laufbahn anhand der Filme von Marco Ferreri, Claude Sautet und Luis Buñuel – dreier großer Cineasten, die Piccolis Wegbegleiter waren und das Kino der 70er und 80er Jahre mit ihrer eigenen Handschrift prägten.

Das breite Publikum liebt ihn, und doch war er immer wieder in Autorenfilmen zu sehen: die französische Kino-Ikone Michel Piccoli. Er gehört zu den begnadeten Schauspielern, die mit Mimik und wenigen Gesten überzeugen. Exzentrisch und experimentierfreudig schlüpft Piccoli in seiner 70-jährigen Karriere bei Theater, Film und Fernsehen immer wieder in neue Gewänder. Ob als leidenschaftlicher und romantischer Liebhaber, eiskalter Mörder oder verzweifelter Künstler – Piccoli hat unzählige Rollen gespielt. Er gab häufig den Typ des kultivierten Großbürgers, hinter dessen gut aussehender Fassade Abgründe und Geheimnisse lauern. „Piccoli ist der einzige Schauspieler, der aussieht wie Don Juan, aber auch Dreckskerle spielt“, sagte Claude Sautet einmal über Piccoli. Piccoli ist der Sohn einer Musikerfamilie italienischer Herkunft. Sein Vater war Violinist, seine Mutter Pianistin. Nach einem Schauspielstudium folgten Auftritte an verschiedenen Bühnen und ab 1960 Filme mit Stars wie Brigitte Bardot, Romy Schneider und Regisseuren wie Alfred Hitchcock, Luis Buñuel und Jean-Luc Godard. „Der erstaunliche Monsieur Piccoli“ beleuchtet die Laufbahn des Schauspielers anhand der Werke von Luis Buñuel, Marco Ferreri und Claude Sautet. Die drei Cineasten, die das Kino der 70er und 80er Jahre revolutionierten, waren enge Freunde und filmische Wegbegleiter Piccolis. Die Dokumentation von Yves Jeuland zeigt Archivaufnahmen und Ausschnitte aus Klassikern und Skandalfilmen, wie etwa „Das große Fressen“ oder „Themroc“. Das Porträt beschreibt einen großartigen Künstler, der immer auf der Suche nach neuen Abenteuern war, der sein Publikum immer wieder mit seinen Gewagtheiten, Farcen und Extravaganzen überraschte.

Zusatzinfo:

Am 30. Mai 1992 ging ARTE erstmals auf Sendung. Der deutsch-französische Kulturkanal feiert sein 25-jähriges Bestehen eine Woche lang – mit einer Vielzahl an herausragenden Programmen. Im Internet bietet ARTE außerdem ein Best-of der letzten 25 Jahre: arte.tv/25jahre

Sonntag, 29.09. / 10:55 Uhr / Die großen Mythen (3/10): Die Ilias – Der Zorn des Achilles
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2018, ARTE F 26 Min.
Regie: Gaëtan Chabanol
Online verfügbar von 22/09 bis 20/10
Erstausstrahlung

Die Doku-Reihe über das antike Griechenland begibt sich auf eine spannende Suche nach den Gründungsmythen unserer Zivilisation. Nach zehn Jahren Krieg leistet Troja noch immer Widerstand. Als Achilles erfährt, dass Apollon die Pest über das Lager der Griechen geschickt hat, weil Agamemnon die Priestertochter Chryseis gefangen hält, verlangt er deren Freilassung. Doch im Gegenzug fordert Agamemnon von Achilles, er solle sich von seiner Konkubine Briseis trennen. Voller Zorn schwört Achilles, nicht mehr in die Schlacht gegen die Trojaner zu ziehen.

Zehn Jahre sind vergangen, seit das griechische Heer vor der Küste Trojas anlegte, aber die Stadt leistet noch immer Widerstand. Hektor, der älteste Sohn des Herrschers, wirft seinem Bruder Paris vor, den nicht enden wollenden Krieg verschuldet zu haben. Doch Paris hält an seiner Liebe zu Helena fest. Im Lager der Griechen grassiert eine mysteriöse Krankheit. Der Seher Kalchas weissagt den versammelten Königen, es handle sich um die Strafe Apollons, weil Agamemnon die schöne Chryseis gefangen halte. Deren Vater, ein Priester des Gottes, hat von Apollon Rache erbeten. Achilles fordert Agamemnon auf, die junge Frau ihrem Vater zurückzugeben. Agamemnon willigt ein, verlangt aber von Achilles, er solle ihm dafür seine Konkubine Briseis überlassen. Wutentbrannt schwört Achilles daraufhin, nicht mehr unter Agamemnon in die Schlacht zu ziehen. Achilles‘ Mutter Thetis geht zu Zeus und bittet ihn, ihrem Sohn zu helfen. In Erinnerung seiner Liebe zu Thetis beschließt der oberste olympische Gott, den Trojanern beizustehen, und sendet Agamemnon einen Traum, um ihm eine Falle zu stellen.

Zusatzinfo:

Die Dokumentationsreihe über das antike Griechenland begibt sich auf eine spannende Suche nach den Gründungsmythen unserer Zivilisation. Die Reise durch die Geschichte zeigt die Abenteuer rund um die Schicksale von Göttern, Helden und anderen bedeutenden Gestalten der Mythologie, die bis heute eine faszinierende Ausstrahlungskraft besitzen.

Sonntag, 29.09. / 11:20 Uhr / Die großen Mythen (4/10): Die Ilias – Das Blut der Göttin
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2018, ARTE F 26 Min.
Regie: Sébastian Rancourt
Online verfügbar von 22/09 bis 20/10
Erstausstrahlung

Die Doku-Reihe über das antike Griechenland begibt sich auf eine spannende Suche nach den Gründungsmythen unserer Zivilisation. Menelaos, der Gatte der schönen Helena, steht Paris gegenüber, der Helena nach Troja entführt hat. Paris fordert Menelaos zum Zweikampf heraus – und droht zu verlieren. Aphrodite bricht das Verbot des Zeus, sich in den Kampf der Menschen einzumischen, und rettet Paris vor dem sicheren Tod. Daraufhin manipuliert Athena den jungen Diomedes so, dass er Aphrodite und den Kriegsgott Ares verletzt.

Agamemnon hat einen Traum: Heute wird Troja fallen! Schon stürmt das griechische Heer auf die Stadtmauern zu. Die Schlacht tobt. Mitten im Getümmel erkennen sich zwei Männer: Menelaos, der Gatte der schönen Helena, steht Paris gegenüber, der seine Frau entführt hat. Paris fordert Menelaos zum Zweikampf heraus – und droht zu verlieren. Aphrodite bricht das Verbot des Zeus, sich in den Kampf der Menschen einzumischen, und rettet Paris vor dem sicheren Tod. Zeus schäumt vor Wut, ist aber machtlos: Schon kehrt Athena aufs Schlachtfeld zurück und verleiht dem jungen Diomedes die Gabe, die Götter zu sehen. Diomedes verwandelt sich in einen wilden Stier und greift Aphrodite an, die gekommen war, um ihren Sohn Aeneas zu verteidigen. Er verletzt sie am Arm und nimmt sich dann des Kriegsgottes Ares an, der Aphrodite rächen will. Nur einen lässt das kriegerische Geschehen kalt: Achilles sitzt in seinem Zelt und spielt lächelnd auf seiner Leier.

Sonntag, 29.09. / 15:25 / August der Starke ~Kunst und Pracht im Absolutismus
Dokumentation, Deutschland, 2019, MDR 52 Min.
Regie: André Meier
Online verfügbar von 29/09 bis 06/10
Erstausstrahlung

Dresden – das barocke Kleinod ist eine Kunst- und Kulturmetropole von europäischem Rang. Mit dem sinnesfreudigen Wettiner August dem Starken begann eine glanzvolle Ära, die mit dem Tod seines Thronerben August III. ihr jähes Ende fand. Die Dokumentation zeichnet ein Porträt der beiden unterschiedlichen Herrscher und zeigt, wie stark die Monarchen durch ihre Reisen an die großen Höfe und kulturellen Zentren Europas geprägt wurden. ARTE zeigt die Dokumentation zum 300. Jubiläum der Hochzeitsfeierlichkeiten des Kronprinzen Friedrich August mit der österreichischen Kaisertochter Maria Josepha. Hierfür wurden aktuell auch die eigens für die Hochzeitsfeier eingerichteten Paraderäume des Dresdner Schlosses originalgetreu rekonstruiert.

Dresden ist ein barockes Kleinod im Herzen Deutschlands, eine Kunst- und Kulturmetropole von europäischem Rang. Die Frauenkirche, die Hofkirche, das Schloss, der Zwinger und natürlich die Engel zu Füßen von Raffaels Sixtinischer Madonna. Seit über 300 Jahren strömen die Besucher in die Stadt, um die von Canaletto gemalte Silhouette Dresdens zu bestaunen.

Es ist vor allem der Herrschaftsanspruch eines Mannes, der hier an der Elbe in Öl, Stein, Porzellan und Gold verewigt wurde: August der Starke, sächsischer Kurfürst und König von Polen. Mit dem sinnesfreudigen Wettiner begann eine glanzvolle Ära, die mit dem Tod seines Thronerben August III. ihr jähes Ende fand.

Nur knapp sieben Jahrzehnte währte dieses Augusteische Zeitalter. Doch das genügte, um das Selbstwertgefühl der Sachsen und das Antlitz Dresdens bis in unsere Tage zu prägen. Die Dokumentation zeichnet ein Porträt der beiden so unterschiedlichen Herrscher und zeigt, wie stark die Monarchen durch ihre Reisen an die großen Höfe und kulturellen Zentren Europas geprägt wurden.

1719 traf sich im Dresdner Schloss der europäische Hochadel, um der Hochzeit beizuwohnen. Das von August maßgeblich konzipierte Fest gilt heute als das größte Spektakel des europäischen Spätbarocks und als Paradebeispiel für kulturelle und politische Vernetzung Sachsens. Eigens für das Fest ließ August der Starke im Dresdner Schloss eine ganze Flucht von repräsentativen Empfangsräumen einrichten – das sogenannte Paradeappartement. Die im Zweiten Weltkrieg komplett zerstörten Räume wurden pünktlich zum 300. Jubiläum der Hochzeitsfeierlichkeiten originalgetreu rekonstruiert.

Sonntag, 29.09. / 16:20 Uhr / Das kleine Schwarze
Dokumentation, Deutschland, 2016, NDR 26 Min.
Regie: Adolfo Conti
Online verfügbar von 19/09 bis 29/10

Das kleine Schwarze ist einer der großen Klassiker der Damenmode. 1926 war es zum ersten Mal in der US-Ausgabe der „Vogue“ zu sehen. Coco Chanel, die das Kleid populär machte, nannte es eine „Uniform für alle Frauen mit Geschmack“. Die Dokumentation huldigt dem kleinen Schwarzen und fragt nach der kreativen Essenz des zeitlosen Kleidungsstücks.

1926: In der amerikanischen „Vogue“ wird, zusammen mit extravaganten farbigen Kleidern und aufwendigen Stickereien, zum ersten Mal ein ungewöhnlich schlichtes Kleid abgebildet: das kleine Schwarze. Es trägt die Unterschrift von Coco Chanel: „It will become a sort of uniform for women all over the world“ – so kommentierte das renommierte Magazin das kompromisslose Design. Von keinem anderen Kleidungsstück würde es so viele Varianten geben.

Nach Chanel machten etliche Hollywoodstars das kleine Schwarze zum idealen Kostüm, um ihre Weiblichkeit zu zeigen: Rita Hayworth, Lauren Bacall oder Marilyn Monroe. Bis dann 1961 Audrey Hepburn das perfekte Modell von Givenchy in „Frühstück bei Tiffany“ präsentierte. Auch wenn in den 70er Jahren Feminismus und die Rebellion der jungen Generation das kleine Schwarze mehr oder minder ignorierten, hat das Kleid alle Zeiten überdauert und stellt auch heute für jeden Designer den Test der eigenen Kreativität dar.

Der zeitlose Klassiker wird konstant neu erfunden: Es wird minimalistisch bei Jil Sander, ein Mix aus Tradition und Experiment bei Karl Lagerfeld oder extrem dekonstruiert bei Yamamoto. 1994 erschuf Gianni Versace eine neue gewagte Variante: zusammengehalten mit Sicherheitsnadeln und mit hohen seitlichen Schlitzen.

Die Dokumentation zeigt auch die mediterrane Version des wandelbaren Kleides von Dolce & Gabbana und wie die junge holländische Designerin Iris van Herpen sich von traditionellen Stoffen löst und mittels 3D-Druckern das kleine Schwarze der Zukunft kreiert. „Das kleine Schwarze“ feiert den Klassiker der Mode in opulenten Bildern.

Sonntag, 29.09. / 16:50 Uhr / Metropolis ~ Warschau
Magazin, Deutschland, 2019, ZDF 43 Min.
Regie: N.N.
Online verfügbar von 27/09 bis 28/12
Erstausstrahlung

Anlässlich der Wahlen in Polen unternimmt „Metropolis“ einen Streifzug durch Warschau und widmet sich dem Kulturkampf in einem Land, das mit umstrittenen Justizreformen, Zensurversuchen und Einschränkung der Presse- und Kunstfreiheit zu kämpfen hat.

Im Herbst wird in Polen gewählt. Dass die rechtskonservative Regierung des Landes abgewählt wird, gilt jedoch als unwahrscheinlich. Und das trotz umstrittener Justizreform und Einschränkung der Presse- und Kunstfreiheit. Insbesondere Polens Kulturszene ist von den Zensurversuchen betroffen. Liberalen Institutionen werden Gelder gestrichen, kritische Kunst-und Kulturschaffende verlieren reihenweise ihre Jobs. „Metropolis“ unternimmt einen Streifzug durch Warschau und will wissen: Wie frei ist die Kunst in Polen?

Sonntag, 29.09. / 17:35 Uhr / Rachmaninow mit R. Chailly & D. Matsuev
Lucerne Festival 2019
Musik, Frankreich, Schweiz, 2019, ARTESSR 50 Min.
Regie: Ute Feudel
Komponist: Sergej Rachmaninow
Dirigent: Riccardo Chailly
Orchester: Lucerne Festival Orchestra
Mit: Denis Matsuev (Klavier)
Online verfügbar von 29/09 bis 06/10
Erstausstrahlung

Chefdirigent Riccardo Chailly widmet sich mit dem Lucerne Festival Orchestra zur Eröffnung des Sommerfestivals 2019 dem russischen Komponisten Sergej Rachmaninow. Den Solistenpart in Rachmaninows 3. Klavierkonzert übernimmt Denis Matsuev. In diesem Konzert erklingen außerdem die Orchesterfassung der „Vocalise“ op. 34 Nr. 14 und die 3. Symphonie, die der Komponist 1936 in seiner Villa Senar in Hertenstein bei Luzern vollendete.

Nach 1917 war alles anders für Sergej Rachmaninow. Mit der Oktoberrevolution sah er sich gezwungen, seine russische Heimat zu verlassen und ins westliche Exil zu ziehen. Um das notwendige Geld zu verdienen, musste er fortan vor allem als Klaviervirtuose auftreten, unentwegt auf Tournee durch Europa und Amerika. Zum Komponieren aber blieb ihm kaum mehr die Zeit. Das Programm, mit dem Riccardo Chailly und sein Lucerne Festival Orchestra das Sommerfestival eröffnen, umkreist diesen Wendepunkt in Rachmaninows Leben: Mit dem legendären 3. Klavierkonzert, das 1909 noch in Russland entstand, und mit der wehmütigen 3. Symphonie, die er in der Emigration schuf, 1935/36 in Hertenstein bei Luzern. Wen es um Sergej Rachmaninows Klaviermusik geht, dann ist der russische Pianist Denis Matsuev eine allererste Adresse. So empfand es auch der Enkel des Meisters, Alexander Rachmaninow: Er lud den russischen Pianisten ein, die Werke seines Großvaters auf dessen eigenem Flügel einzuspielen, einem ungewöhnlich langen, großen Steinway, der sich bis heute in Rachmaninows Villa „Senar“ am Vierwaldstättersee befindet. Mit dem 3. Klavierkonzert nimmt sich Matsuev den schwersten Brocken aus dem Rachmaninow-Repertoire vor, das berüchtigte „Konzert für Elefanten“, wie es der Komponist selbst nannte.Sowohl das Klavierkonzert, als auch die Sinfonie bezeugen Rachmaninows Talent für eingängige Melodien. „Tatsächlich ist sein wahres Markenzeichen sein harmonisches Denken. Du brauchst nur drei Akkorde zu hören und schon kannst du sein kreatives Genie erkennen.“, so der Dirigent des Abends, Maestro Riccardo Chailly.

Sonntag, 29.09. / 20:15 Uhr / Die Spaziergängerin von Sans-Souci
(La passante de Sans-Souci)
Spielfilm, Frankreich, Deutschland, 1982, ARTE F 111 Min.
Regie: Jacques Rouffio
Drehbuch: Jacques Kirsner, Jacques Rouffio
Autor: Joseph Kessel
Produktion: CCC Filmkunst, Elephant Production, Films A2
Produzent: Raymond Danon, Artur Brauner
Kamera: Jean-Bernard Penzer
Schnitt: Anna Ruiz
Musik: Georges Delerue

Mit: Romy Schneider (Elsa Wiener/Lina Baumstein), Michel Piccoli (Max Baumstein), Helmut Griem (Michel Wiener), Maria Schell (Anna Hellwig), Wendelin Werner (Max Baumstein als Kind), Gérard Klein (Maurice Bouillard), Dominique Labourier (Charlotte Maupas), Mathieu Carrière (Ruppert von Leggaert/Federico Lego), Jacques Martin (Marcel Turco)

Der Präsident einer humanitären Organisation erschießt im Paris der 80er Jahre einen südamerikanischen Diplomaten deutscher Abstammung. Der Prozess enthüllt ein Drama aus der Nazizeit.

Romy Schneider ist in ihrem letzten Film in einer bewegenden Doppelrolle zu sehen. An ihrer Seite spielt Michel Piccoli.

Max Baumstein, Präsident der humanitären Hilfsorganisation „Solidarité Internationale“, begeht in Paris ein spektakuläres Attentat: Bei einem Treffen mit dem Botschafter Paraguays wirft er diesem vor, 1933 unter dem Namen Ruppert von Leggaert Mitglied der deutschen Botschaft in Paris gewesen zu sein und Beziehungen zu einer jungen Frau namens Elsa Wiener gehabt zu haben. Als der Diplomat das zögernd bejaht, zieht Baumstein eine Pistole und erschießt ihn. Danach stellt er sich der Polizei.

In der Untersuchungshaft vertraut Baumstein seiner fassungslosen Frau Lina an, warum er den Botschafter getötet hat. Im anschließenden Prozess erfährt Lina Baumstein das ganze Ausmaß der furchtbaren Erlebnisse, die 1933 in der Kindheit ihres Mannes in Berlin begannen: Dort bekam der junge Max den Terror der an die Macht gekommenen Nazis grausam zu spüren, bevor sich das Ehepaar Wiener des misshandelten jüdischen Jungen annahm.

Elsa Wiener suchte bald darauf mit Max Zuflucht in Paris. Bevor ihr Mann Michel seinen Verlag verkaufen konnte, um ihnen ins Exil zu folgen, wurde er jedoch von den Nazis ins KZ deportiert.

Um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, musste seine Frau als Sängerin in einem Cabaret auftreten. Dort sah Ruppert von Leggaert sie und nutzte Elsas Angst um ihren Mann schamlos aus …

Das alles erfährt Lina Baumstein während der Gerichtsverhandlung – und sie erfährt auch, dass sie das Ebenbild jener unglücklichen Elsa Wiener ist.

Zusatzinfo:

Als „Die Spaziergängerin von Sans-Souci“ im November 1982 in die deutschen Kinos kam, war Romy Schneider schon fast ein halbes Jahr tot. In der eindrucksvollen Doppelrolle konnte sie zum letzten Mal ihr großartiges schauspielerisches Können zeigen.
Die deutsche Kinofassung des Films wurde seinerzeit gekürzt. ARTE zeigt den Film in der Originallänge und in einer 2017 in 4K neu restaurierten Fassung.

Sonntag, 29.09. / 22:05 Uhr / Joseph Kessel – Reporter, Reisender, Romancier
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE F 53 Min.
Regie: Marie Brunet-Debaines
Online verfügbar von 22/09 bis 28/11
Erstausstrahlung

Joseph Kessel ist vor allem für seine Bestseller „Patricia und der Löwe“ und „Die Steppenreiter“ bekannt. In jungen Jahren will er eigentlich Schauspieler werden. Doch seine besten Rollen findet er später im wirklichen Leben: als großer Reporter, Schriftsteller und Widerstandskämpfer in der französischen Résistance. Joseph Kessel ist der Weltreisende schlechthin: Er verbringt sein Leben damit, die Welt zu erkunden, aus Leidenschaft für seinen Beruf, aus Lust am Abenteuer und vor allem, weil er das Leben liebt. Viele seiner Bücher werden erfolgreich verfilmt, unter anderem auch „Die Spaziergängerin von Sans-Souci“, den ARTE vor diesem Porträt zeigt.

Joseph Kessel (1898-1979), der aus einer jüdisch-russischen Familie stammt, trägt das Reisen in sich, er kommt nie und nirgends zur Ruhe –ein leidenschaftlicher Abenteurer und der Weltreisende schlechthin. Geboren wird er in Argentinien, seine frühe Kindheit verbringt er in der russischen Steppe; in Frankreich lässt sich die Familie nieder, als er zehn Jahre alt ist.

Kessel will zunächst Schauspieler werden, doch der Erste Weltkrieg zwingt ihn dazu, seinen Traum vom Theater aufzugeben. Mit 16 Jahren meldet er sich zur französischen Armee und absolviert eine Ausbildung als Luftaufklärer. Der Selbstmord seines 21-jährigen Bruders Lazare, der nach dem Krieg wie er am Konservatorium für dramatische Kunst in Paris studierte, veranlasst ihn schließlich, das Schauspiel aufzugeben. Das in Flammen stehende 20. Jahrhundert setzt andere Prioritäten.

Im Deutschland der 30er Jahre berichtet Kessel im Auftrag der französischen Presse über den Aufstieg Hitlers. Nach dem Waffenstillstand von 1940 und der Besetzung Frankreichs durch die Deutschen geht er in den Widerstand. Als der Krieg vorbei ist, berichtet er über die Nazi-Prozesse.

In den Genres Abenteuerroman und Reisebericht verarbeitet er gekonnt seine eigenen Erfahrungen, oft am Rande der Gesellschaft. Mit 60 Jahren landet er schließlich seinen größten Erfolg: den Roman „Patricia und der Löwe“, den er von seinen Abenteuern in Kenia mitgebracht hat. Die Leser in Frankreich und den USA reißen sich gleichermaßen darum. Viele seiner Bücher wurden erfolgreich verfilmt, darunter „Belle de Jour – Schöne des Tages“ (Luis Buñuel, 1967), „Armee im Schatten“ (Jean-Pierre Melville, 1969), „Die Steppenreiter“ (John Frankenheimer,1971) und „Die Spaziergängerin von Sans-Souci“ (Jacques Rouffio, 1982). Joseph Kessel blieb bis zu seinem Lebensende ein sensibler Zeitzeuge und begeisterter Reisender, der stets seinem Herzen folgte.

Sonntag, 29.09. / 23:00 Uhr / Das Testament des Alexander McQueen
Dokumentation, Frankreich, 2015, ARTE 52 Min.
Regie: Loïc Prigent
Online verfügbar von 08/09 bis 29/10

Exzentrisch, genial und antagonistisch – er war einer der talentiertesten britischen Modedesigner seiner Generation: Alexander McQueen (1969-2010). Die Dokumentation schildert seine letzten beiden Lebensjahre und wirft einen Blick auf seine drei letzten großen Kollektionen. Archivaufnahmen von seinen Modeschauen sowie unveröffentlichte Interviews geben Einblicke in die Welt des Modeschöpfers, zeigen seine Inspirationsquellen und Obsessionen. Von den ersten Schritten in England über die Jahre bei Givenchy und seinen Sinn für Gewalt und Erhabenheit bis hin zu seiner Liebe zur Natur und seiner ungewöhnlichen Weltsicht.

Mal präsentierte er nach einer Schau seinen blanken Hintern, mal schockte er mit blutverschmierten Models oder zerfetzten Kleidern – Alexander McQueen galt als Bad Boy der Mode, er schockte um des Schockens willen. In seiner Show „The Horn of Plenty“, einer Metapher auf die Modewelt, überzeichnete er den klassischen Pariser Chic und übte Kritik an unserer Überflussgesellschaft. Seine Mode war immer auch kapitalismuskritische Interpretation unserer heutigen Welt. Er hat sein Publikum dabei niemals gelangweilt, seine Shows waren atemberaubende, illusionistische Spektakel. „Das Testament des Alexander McQueen“ dokumentiert die drei letzten Modenschauen des berühmten britischen Designers und zeigt, wie er seine Kreationen erschuf. Ein Jahr vor seinem Freitod präsentierte der Modemacher in der Pariser Bercy-Arena eine Kollektion, die alle Codes seines Gesamtwerkes wieder aufnahm: Mit grotesk-morbiden Stücken stellte er die Modewelt an den Pranger. Sechs Monate später enthüllte er seine Frühjahrs- und Sommerkollektion „Plato’s Atlantis“, die von der Kritik als visionäres Werk gefeiert wurde. Inszenierte seine vorherige Kollektion noch einen Planeten, der von einem Abfallberg zugemüllt war, so prophezeite er nun ein absurdes Universum im Glanz der bevorstehenden Apokalypse. Er entführte in eine Welt, die nach dem Abschmelzen der Gletscher nicht so abwegig scheint: eine neue Welt der Amphibien. Die Frauen seiner früheren Shows trugen Masken, kamen aus der Fremde. Diesmal entstammten sie wieder einer neuen Dimension: Es waren Fisch-Frauen. Am 18. Januar 2010, nur drei Wochen vor seinem Selbstmord, präsentierte Alexander McQueen dann sein letztes Runway-Event unter dem Titel „The Bone Collector“ („der Totengräber“). Die Kulisse war einem Beinhaus nachempfunden und der Bestseller ein Totenkopf-Schal. Die Männerkollektion ist ein makabrer Höhepunkt seines Schaffens, wie ein Countdown zum Tode.

Zusatzinfo:

Loïc Prigent setzt sich anhand dieser drei großen Modenschauen und unveröffentlichtem Archivmaterial mit der Laufbahn und der Persönlichkeit des britischen Designers auseinander. Er erklärt die makabre, religiöse Symbolik seiner Entwürfe, seine Liebe zur Natur und die Brüche in seiner Biografie. Während die Stücke des Modemachers heute gesammelt und in ausverkauften Ausstellungen bewundert werden, versucht „Das Testament des Alexander McQueen“, seinen selbst gewählten Abschied zu verstehen.

Sonntag, 29.09. / 23:55 Uhr / Le Nozze di Figaro
Oper, Frankreich, Schweiz, 2017, ARTERTS 182 Min.
Fernsehregie: Andy Sommer
Inszenierung: Tobias Richter
Dirigent: Marko Letonja
Orchester: Orchestre de la Suisse Romande
Chor: Choeur du Grand Théâtre de Genève
Komponist und Autor: Wolfgang Amadeus Mozart
Libretto: Lorenzo Da Ponte
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten: Ralph Koltaï
Kostüme: Sue Blane
Licht: Linus Fellbom

Mit: Regula Mühlemann (Susanna), Avery Amereau (Cherubino), Monica Bacelli Marcellina), Bruce Rankin (Don Basilio), Fabrice Farina (Don Curzio), Balint Szabo (Bartolo), Ildebrando d’Arcangelo (Le Compte Almaviva), Nicole Cabell (La Comtesse Almaviva), Seraina Perrenoud (Barbarina), Guido Loconsolo (Figaro)
Online verfügbar von 22/09 bis 29/10
Erstausstrahlung

Ildebrando D’Archangelo als adliger Schürzenjäger, Regula Mühlemann als sein auserkorenes Opfer Susanna, Guido Loconsolo, der als Figaro seinen Boss bloßstellt – Tobias Richter und Marko Letonja liefern eine spritzige Fassung von Mozarts Opernklassiker, zu dem Beaumarchais mit seiner politisch hochbrisanten Komödie die Vorlage lieferte.

Heute würde es in die Kategorie „sexuelle Belästigung“ fallen, wenn der Graf Almaviva der Zukünftigen seines Bediensteten Figaro bis ins Schlafzimmer nachstellt. Zu Mozarts Zeiten waren so verkommene Adlige und zu intelligente Diener auf der Bühne nicht erwünscht. „Die Hochzeit des Figaro“ kam am 1. Mai 1786 in Wien zur Uraufführung, genau zwei Jahre nach der Premiere des Stücks von Beaumarchais.

Der Librettist Lorenzo Da Ponte trug mit seiner Adaptation maßgeblich zur Entstehung des Werks bei und umging geschickt die Zensur. Mozart entblößt meisterhaft die menschliche Seele in all ihrer Tiefe und Komplexität. Der Herr lässt seinen Diener leiden, indem er dessen Verlobte Susanna umwirbt. Um dem lüsternen Grafen zu entkommen, verbündet sich die listige Susanna mit der melancholischen, vom untreuen Gatten verlassenen Gräfin. Wird es den beiden gelingen, den Grafen umzustimmen und dessen Ehe mit der Gräfin zu retten?

Ein Ränkespiel der Liebe und des Zufalls, voller Verwechslungen und theatraler Wendungen – bei ARTE in einer Inszenierung von Tobias Richter aus dem Grand Théâtre de Genève.

Musikalische Höhepunkte sind die von den Streichern getragene Ouvertüre mit Holzbläserparts und natürlich die berühmten Arien wie Cherubinos „Voi che sapete“ und Figaros spöttisches „Non più andrai“. Der slowenische Dirigent Marko Letonja führt im Orchestergraben der Genfer Oper den Stab. Den Figaro spielt Guido Loconsolo, seine Verlobte verkörpert Susanna von Regula Mühlemann und als Graf Almaviva und dessen Gattin Rosina glänzen Ildebrando D’Arcangelo und Nicole Cabell.

Zusatzinfo:

Der Slowene Marko Letonja, geb. 1961, arbeitet europaweit als Symphonie- und Operndirigent. Er arbeitete schon früh in Australien und Neuseeland. Seit der Spielzeit 2018/19 ist er Generalmusikdirektor der Bremer Philharmoniker.

Der Schweizer Tobias Richter, geb. 1953, war 1974-1977 persönlicher Assistent von Götz Friedrich und begann 1981 seine internationale Karriere. Er unterrichtet regelmäßig an der Universität Zürich. Im Herbst 2019 endet seine zehnjährige Amtszeit als Generaldirektor des Grand Théâtre de Genève.

Der italienische Bassbariton Ildebrando D’Arcangelo, geb. 1969, singt an namhaften Opernhäusern der Welt. Sein Repertoire umfasst vor allem klassische Rollen. Als Solist veröffentlichte er Alben mit Händel- und Mozart-Arien (Deutsche Grammophon).

Nicole Cabell ist eine 1976 in Kalifornien geborene Opernsängerin mit afro-asiatisch-amerikanischen Wurzeln. Ihr Repertoire umfasst ein breites Rollenspektrum (Pamina, Giulietta, Adina, Mimi, die Gräfin Almavia, Bess), das sie auf internationalen Bühnen darbietet.

Die Schweizer Opernsängerin Regula Mühlemann, geb. 1986, bekam den Opus Klassik als Nachwuchskünstlerin des Jahres 2018 und wurde bereits als „Schweizer Maria Callas“ bezeichnet.

Der italienische Sänger Guido Loconsolo singt nach einer anfänglichen Zeit an der Mailänder Scala im Programm für junge Künstler (bis 2007) an führenden Opernhäusern der Welt. In der Spielzeit 2017/18 gab er sein Debüt am Grand Théâtre de Genève in der Titelrolle von „Le Nozze di Figaro“.

Die in Florida geborene Opern- und Konzertsängerin Avery Amereau hat sich bereits auf internationalen Bühnen durchgesetzt. Ein Schwerpunkt ihres Repertoires ist die Barockmusik, die sie unter der Leitung von Helmut Rilling, William Christie und Masaaki Suzuki interpretiert.

Nach Anfängen in seiner britischen Heimat startete Bruce Rankin (1952-2017) eine internationale Karriere. Mit dem Beginn der Spielzeit 1998/99 wurde er festes Mitglied des Ensembles der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf/Duisburg, dem er fast 20 Jahre, bis zu seinem Tode, angehörte.

Montag, 30.09. / 04:47 Uhr / Bilder allein zuhaus: Sommerabend, Edward Hopper, „Zurück zu den Wurzeln“
Fernsehserie, Frankreich, 2018, ARTE F 2 Min.
Regie: Pablo Munoz Gomez
Online verfügbar von 30/09 bis 09/09
Erstausstrahlung

„Bilder allein zuhaus“ nimmt Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. In der zweiten Staffel der etwas anderen Museumsserie liefern zehn weltberühmte Bilder neuen Stoff für 30 neue Folgen. Von Jan Vermeers „Mädchen mit dem Perlohrgehänge“ bis hin zu Edward Hoppers „Sommerabend“ werden in der Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Dem jungen New Yorker Ehepaar in Edward Hoppers „Sommerabend“ (1947) fällt es nicht gerade leicht, sich in dem neuen Haus auf dem Land einzuleben. Wie war das noch mit dem amerikanischen Traum …?

Mittwoch, 02.10. / 04:29 Bilder allein zuhaus: Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge, Johannes Vermeer, „Pose halten“
Fernsehserie, Frankreich, 2018, ARTE F 2 Min.
Regie: Pablo Munoz Gomez
Online verfügbar von 02/10 bis 11/09
Erstausstrahlung

„Bilder allein zuhaus“ nimmt Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. In der zweiten Staffel der etwas anderen Museumsserie liefern zehn weltberühmte Bilder neuen Stoff für 30 neue Folgen. Von Jan Vermeers „Mädchen mit dem Perlohrgehänge“ bis hin zu Edward Hoppers „Sommerabend“ werden in der Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Vermeer entschließt sich, sein „Mädchen mit dem Perlenohrgehänge“ (1665) zu überarbeiten, denn er ist es leid, dass sie stets als „Mona Lisa des Nordens“ bezeichnet wird. Mit seinem ausgeprägten flämischen Akzent gelingt es ihm jedoch nur mühselig, der jungen Dame verständlich zu machen, in welche Richtung sie ihren Kopf neigen soll …

Donnerstag, 03.10. / 05:00 Uhr / Berlin Live: The Kills
Musik, Deutschland, 2016, ZDF 58 Min.
Regie: Rossacher, Hannes, Stefan Mathieu
Online verfügbar von 03/10 bis 02/11

Berlin Live holt dieses Mal ein Duo der besonderen Art auf die Bühne: The Kills. Fünf Jahre mussten sich Fans der Rockminimalisten gedulden. Das Warten hat sich allerdings gelohnt. Der Londoner Jamie Hince und die US-Amerikanerin Alison Mosshart präsentieren sich mit ihrem neuen Studioalbum „Ash & Ice“ so emotional und aufrichtig wie noch nie. Fans und die, die es noch werden wollen, dürfen sich auf ein grandioses Berlin Live Konzert freuen.

Fünf Jahre hat es gedauert bis The Kills ihr neues Studioalbum „Ash & Ice” veröffentlichten konnten. Nachdem das Duo bereits 2011 anfing an der Platte zu arbeiten, zog sich Jamie Hince eine schwere Handverletzung zu, die es ihm unmöglich machte, seinen Mittelfinger zu benutzen. Nach sechs Operationen musste er sich das Gitarre spielen neu beibringen. Ein Umstand, den man dem neuen Album allerdings nicht anhört. Gekonnt wie immer musizieren Hince und seine musikalische Seelenverwandte Alison Mosshart auf „Ash & Ice”, und zwar so emotional und aufrichtig wie noch nie. Nach vier Alben und über 15 gemeinsamen Jahren war es sicherlich auch Zeit für einen Neuanfang. Und der hat sich gelohnt: Die Rockminimalisten zeigen sich in ihrer Bestform.

Donnerstag, 03.10. / 04:47 Bilder allein zuhaus: Shot Marilyns, Andy Warhol, „Quiz-Show“
Fernsehserie, Frankreich, 2018, ARTE F 2 Min.
Regie: Pablo Munoz Gomez
Online verfügbar von 03/10 bis 12/09
Erstausstrahlung

„Bilder allein zuhaus“ nimmt Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. In der zweiten Staffel der etwas anderen Museumsserie liefern zehn weltberühmte Bilder neuen Stoff für 30 neue Folgen. Von Jan Vermeers „Mädchen mit dem Perlohrgehänge“ bis hin zu Edward Hoppers „Sommerabend“ werden in der Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Quizfrage: Welcher 1928 geborene amerikanische Künstler wurde nach einer brillanten Karriere als Werbezeichner zum Begründer der Pop-Art-Bewegung der 1960er Jahre? Den vier Marilyn Monroes aus Andy Warhols „Shot Marilyns“ (1964) fällt es gar nicht so leicht, ihren Schöpfer zu erraten.

Freitag, 04.10. / 21:50 Uhr / Forever and a Day: Scorpions
Dokumentarfilm, Deutschland, 2015, ZDF 98 Min.
Regie: Katja von Garnier
Online verfügbar von 04/10 bis 11/10

Nach knapp 50 Jahren Bühnenpräsenz sollte Schluss sein. Die Scorpions haben nach einer beispiellosen Weltkarriere alles erreicht, was sich eine angehende Rockband zum Ziel setzt: mehr als 100 Millionen verkaufte Platten, legendäre Auftritte vor ausverkauften Häusern – vom Madison Square Garden in New York bis zum Bercy in Paris – und Charterfolge in aller Welt. Auf ihrer gigantischen Farewell-Tour wurden sie von der Regisseurin Katja von Garnier („Bandits“, „Ostwind“) begleitet. Am Ende steht ein emotionaler Dokumentarfilm, der die (Rock-)Geschichte von einer anderen Seite zeigt.

Nach knapp 50 Jahren Bühnenpräsenz sollte Schluss sein. Die Scorpions haben nach einer beispiellosen Weltkarriere alles erreicht, was sich eine angehende Rockband zum Ziel setzt: mehr als 100 Millionen verkaufte Platten, legendäre Auftritte vor ausverkauften Häusern – vom Madison Square Garden in New York bis zum Bercy in Paris – und Charterfolge in aller Welt.

In der Karriere der Scorpions gibt es viele historische Momente: 1983 der Auftritt vor 325.000 Fans im San Bernardino Valley, 1990 die Veröffentlichung des Welthits „Wind of Change“, der in 78 Ländern in die Charts aufstieg, 1991 die Begegnung mit dem letzten amtierenden Staatschef der UdSSR, Michail Gorbatschow, oder das gemeinsame Album mit den Berliner Philharmonikern im Jahr 2000.

Zu Hause waren sie nicht immer die Lieblinge des deutschen Feuilletons. Es schien so, als sei den deutschen Kritikern der weltweite Erfolg der Hannoveraner Jungs etwas unheimlich. Die Rockfans in Deutschland und anderswo aber wussten es besser. Ausgerechnet im Mutterland des Rock ’n‘ Roll, den USA, begann der große, internationale Aufstieg der Scorpions. Auf dem härtesten Pflaster der Welt sind die Scorpions nun seit mehr als 30 Jahren Superstars. Mit „No One Like You“ lieferten die Hannoveraner 1983 sogar den meistgespielten Song in den US-Radios. Und am Ende ihrer gigantischen Farewell-Tour fragen sich schließlich die Bandmitglieder: Warum aufhören auf dem Höhepunkt? Besonders dann, wenn man noch mit so viel Spaß auf der Bühne steht und der Enthusiasmus der Fans ungebrochen ist?

Freitag, 04.10. / 23:30 Uhr / Tracks
Nachrichten, Frankreich, 2019, ARTE F 43 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Online verfügbar von 27/09 bis 03/12
Erstausstrahlung

Freitag, 04.10. / 00:15 Uhr / Roger Waters – The Wall – Live in Berlin
Schwerpunkt: 30 Jahre Fall des Eisernen Vorhangs
Musik, Großbritannien, 1990, ARTE 110 Min.
Regie: Ken O’Neill, Roger Waters

Mit: Bryan Adams, The Band, Tim Curry, Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Roger Waters, Cyndi Lauper, James Galway, Joni Mitchell, Albert Finney, Van Morrison, Sinead O’Connor, The Scorpions, Rick Danko, Levon Helm, Andy Fairweather Low, Paul Carrack, Jerry Hall, Garth Hudson

Online verfügbar von 27/09 bis 03/11

Auf dem ehemaligen Todesstreifen zwischen Ost- und Westberlin spielte Pink-Floyd-Mitbegründer Roger Waters zur Feier des Mauerfalls ein Konzert, welches seinem legendären Doppelalbum „The Wall“ aus dem Jahr 1979 gewidmet war. Der pompöse Auftritt seiner Rockoper ging als historisches Ereignis in die Konzertgeschichte ein. Der große Erfolg war nicht zuletzt den Gastauftritten von unter anderem Cyndi Lauper, Bryan Adams und Joni Mitchell zu verdanken.

Vor knapp 30 Jahren brachte Roger Waters anlässlich des Falls der Berliner Mauer – eines der finstersten und symbolträchtigsten Bauwerke der Menschheitsgeschichte – seine eigene „Wall“ nach Deutschland. Am 21. Juli 1990 führte der Komponist und Pink-Floyd-Bandleader das legendäre Doppelalbum „The Wall“ aus dem Jahr 1979 in voller Länge auf – ein Stück Konzertgeschichte mit zahlreichen Gaststars wie Bon Jovi, Scorpions, Bryan Adams, Sinéad O’Connor, Cyndi Lauper, Garth Hudson, Thomas Dolby, Joni Mitchell, Marianne Faithfull, Levon Helm, Rick Danko, Garth Hudson und Van Morrison.Dieses besondere Konzert mit Showeinlagen von Schauspielern wie Tim Curry war von Waters und Produzent Tony Hollingsworth zur Feier des Mauerfalls und seiner weltweiten Bedeutung geplant worden. Es fand auf unbebautem Gelände zwischen Potsdamer Platz und Brandenburger Tor statt, das Teil des ehemaligen Todesstreifens zwischen Ost- und Westberlin war. Auf der größten jemals errichteten Bühne stand eine 168 Meter lange und 25 Meter hohe Mauer. Der Großteil dieser Mauer war vor der Show errichtet worden, der Rest wurde im ersten Teil des Konzerts gebaut, um dann im Finale effektvoll abgerissen zu werden.Während des Kalten Krieges war „The Wall“ – ursprünglich als Rockoper zum Thema Entfremdung konzipiert – zum Soundtrack der Eiszeit zwischen Ost und West geworden, die in der Berliner Mauer symbolisch ihren Niederschlag gefunden hatte. Nach Pink Floyds legendärer „The-Wall“-Tour 1980 und 1981 hatte Waters angesichts der wachsenden Differenzen zwischen den Bandmitgliedern 1989 in einem Interview in der Radiosendung „In Studio with Redbeard“ erklärt, dass er „The Wall“ nur dann noch einmal live aufführen würde, „wenn die Berliner Mauer fällt“. Nur vier Monate später war es soweit.

Freitag, 04.10. / 04:46 Uhr / Bilder allein zuhaus: Jean-Baptiste Belley, Anne-Louis Girodet, „Lebenslauf“
Fernsehserie, Frankreich, 2018, ARTE F 2 Min.
Regie: Pablo Munoz Gomez
Online verfügbar von 04/10 bis 13/09
Erstausstrahlung

„Bilder allein zuhaus“ nimmt Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. In der zweiten Staffel der etwas anderen Museumsserie liefern zehn weltberühmte Bilder neuen Stoff für 30 neue Folgen. Von Jan Vermeers „Mädchen mit dem Perlohrgehänge“ bis hin zu Edward Hoppers „Sommerabend“ werden in der Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Jean-Baptiste Belley ist auf Arbeitssuche. Doch trotz seines gloriosen Werdegangs vom ehemaligen Sklaven bis hin zum französischen Revolutionär und ersten schwarzen Abgeordneten des französischen Nationalkonvents scheinen seine Möglichkeiten aufgrund seiner Hautfarbe begrenzt zu sein, wie er im Probe-Bewerbungsgespräch mit Abbé Raynal feststellt.


Samstag, 05.10. / 06:35 Der Mann, der Udo Jürgens ist
Dokumentarfilm, Deutschland, 2014, WDR 89 Min.
Regie: Hanns-Bruno Kammertöns, Michael Wech
Online verfügbar von 05/10 bis 12/10

Es war ein Gedanke, der ihn quälte, aber Udo Jürgens versuchte nicht, ihm aus dem Weg zu gehen. Nach mehr als sechzig Jahren auf der Bühne sagte er über seine Zukunftspläne: „Wenn du ein Abschiedslied, ein richtig gutes machst, dann muss man den Tod durchhören durch das Lied. Und darüber kann ich jetzt nicht singen in diesem Moment.“ Nein, loslassen wollte er nicht. Im September 2014 feierte Udo Jürgens seinen 80. Geburtstag. Er verstarb am 21. Dezember 2014.

Er hat mit seinen Konzerten die ganze Welt bereist: Er ist in Brasilien aufgetreten, hat in China und Südafrika gespielt. Shirley Bassey, Sammy Davis Jr. – die ganz Großen sangen seine Kompositionen. Wer war dieser Mann, den Frauen anhimmeln und Männer wegen seiner Lässigkeit beneiden? Wie blickt Udo Jürgens auf ein Leben zurück, das ihn zum reichen Mann gemacht hat, das ihm unvergessliche Momente auf der Konzertbühne geschenkt hat? Was waren die Tiefpunkte, in denen auch einer wie er nicht mehr weiterwusste? Ohne Scheu erinnert sich Udo Jürgens an die quälenden Zweifel seiner Anfangsjahre. Auch seine Amouren sind Thema: „Treue ist keine Frage des Charakters, sondern der Gelegenheiten.“ Er sei zweimal verheiratet gewesen: „Ich wollte eine gute Ehe führen, habe es aber nicht geschafft.“ Was macht ein glückliches Leben aus? Habe ich die Zeit genutzt? Diese Fragen stellte sich Udo Jürgens häufig. Keiner hat über die Liebe und die Einsamkeit eindringlicher gesungen als er. Was bleibt? Udo Jürgens verstarb am 21. Dezember 2014 im Alter von 80 Jahren. Seine Tochter Jenny Jürgens und Sohn John sowie Weggefährten wie Joachim Fuchsberger und seine Manager zeichnen ein Bild von dem „Mann, der Udo Jürgens ist“.

Sonntag, 06.10. / 11:40 Uhr / Die großen Mythen (5/10): Die Ilias – Das Schwert und die Waage
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2018, ARTE F 26 Min.
Regie: Nathalie Amsellem
Online verfügbar von 29/09 bis 27/10
Erstausstrahlung

Die Doku-Reihe über das antike Griechenland begibt sich auf eine spannende Suche nach den Gründungsmythen unserer Zivilisation. Nach den anfänglichen griechischen Siegen gewinnen die Trojaner mit Zeus‘ Hilfe die Oberhand. Sogar Hektor ist wieder zuversichtlich. Die Griechen appellieren an ihren großen Helden Achilles. Agamemnon ist bereit, sich bei ihm zu entschuldigen.

Der Konflikt zwischen Griechen und Trojanern erfasst die Götterwelt. Zeus verfügt, dass jeder, der eines der beiden Lager unterstützt, vom Blitz getroffen wird. Auf dem Schlachtfeld drängen die Trojaner die Griechen zurück. Diese beschließen, ihr Lager und ihre Schiffe mit einer Mauer zu schützen. Hektor, der älteste Sohn des trojanischen Königs, ist voller Zuversicht; seine Schwester Kassandra zeigt sich weniger optimistisch. Sie weiß seit jeher, dass Paris das trojanische Schicksal besiegeln wird, und drängt ihre Mutter Hekuba zu dieser Einsicht. Indessen geht die Schlacht weiter. Poseidon und Zeus schalten sich ein – Poseidon auf der griechischen, Zeus auf der trojanischen Seite. Die Griechen spüren, dass sie ohne ihren großen Held Achilles nicht gewinnen können. Agamemnon schickt eine Delegation zu ihm, die ihn ersuchen soll, in den Kampf zurückzukehren.

Zusatzinfo:
Die Dokumentationsreihe über das antike Griechenland begibt sich auf eine spannende Suche nach den Gründungsmythen unserer Zivilisation. Die Reise durch die Geschichte zeigt die Abenteuer rund um die Schicksale von Göttern, Helden und anderen bedeutenden Gestalten der Mythologie, die bis heute eine faszinierende Ausstrahlungskraft besitzen.

Sonntag, 06.10. / 12:05 Uhr / Die großen Mythen (6/10): Die Ilias – Die List der Hera
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2018, ARTE F 26 Min.
Regie: Camille Dalbéra
Online verfügbar von 29/09 bis 27/10
Erstausstrahlung

Die Doku-Reihe über das antike Griechenland begibt sich auf eine spannende Suche nach den Gründungsmythen unserer Zivilisation. Ohne Achilles erleiden die Griechen eine Niederlage nach der anderen. Die Könige werden verwundet, die Mauer zum Schutz ihrer Schiffe zerstört. Da ersinnt Hera eine List, um Zeus einzuschläfern und Poseidon zum Eingreifen zu bewegen. Die Griechen schlagen erfolgreich zurück. Hektor wird verletzt und stirbt.

Odysseus und Aias versuchen, Achilles zum Weiterkämpfen zu bewegen, doch der Krieger weigert sich hartnäckig. Er will zurück nach Griechenland. Auf dem Schlachtfeld wird erst Agamemnon, dann Diomedes und schließlich sogar der listige Odysseus verwundet. Die von den Griechen errichtete Mauer zum Schutz ihrer Schiffe droht zu fallen. Hera zürnt, weil sie nicht einschreiten kann. Sie ersinnt daher eine List und verführt ihren Mann Zeus mit Hilfe des Zaubergürtels der Aphrodite. Während der König des Olymps schläft, redet sie mit Poseidon, der ebenfalls ein Eingreifen zugunsten der Griechen befürwortet und sich dem Willen Zeus‘ nicht fügen will. Poseidon stachelt das griechische Lager auf, das erfolgreich zurückschlägt. Hektor, der älteste Sohn des trojanischen Königs, wird im Kampf verletzt. Zeus erwacht und sieht entsetzt, dass Hektor im Sterben liegt.

Sonntag, 06.10. / 15:30 Uhr / Degas ~ Der Maler und die Oper
Dokumentation, Frankreich, 2019, ARTE F 52 Min.
Regie: Blandine Armand
Online verfügbar von 29/09 bis 05/12
Erstausstrahlung

Der berühmte französische Maler Edgar Degas war Naturalist und Impressionist mit einem Lieblingsthema: die Pariser Oper. Über sein gesamtes Schaffen hinweg, von Beginn der 1860er Jahre bis zu seinem Tod im Jahr 1917, erscheinen deren Bühne und Tanzsaal, die Tänzer, das Orchester und die Zuschauer in seinen Werken. Die Dokumentation unternimmt einen Streifzug durch das renommierte Pariser Opernhaus und lässt Degas in Zitaten selbst zu Wort kommen. ARTE zeigt diese Sendung anlässlich der Ausstellung „Degas in der Oper“, die das Pariser Musée d’ Orsay vom 24. September 2019 bis 19. Januar 2020 zeigt.

Edgar Degas war einer der bedeutendsten Künstler und Maler des 19. Jahrhunderts und eine wichtige Figur in der impressionistischen Bewegung, obwohl er selbst diese Bezeichnung ablehnte. Er entdeckte die Pariser Oper bereits als junger Künstler und sie sollte ihn nicht mehr loslassen. In dem pulsierenden Zentrum des kulturellen und gesellschaftlichen Pariser Lebens im 19. Jahrhundert fand Degas Motive, die er in seiner Kunst verarbeitete. Mit Passion, künstlerischem Anspruch und einem kompromisslosen Blick machte er die Tänzerinnen zum Gegenstand seiner Arbeit.

Die Dokumentation spürt Degas‘ Oeuvre anhand von Bildern des Künstlers und Filmaufnahmen aus der heutigen Opéra Garnier nach. Sie begibt sich auf seine Spuren hinter die Kulissen des Opernhauses und lässt den Zuschauer den Ort mit den Augen des Künstlers entdecken.

Edgar Degas wehrte sich gegen das Etikett des „Malers der Tänzerinnen“ – diese waren für ihn bloß ein Vorwand. Seine künstlerische Suche am Opernhaus war viel tiefgründiger: Mit seinen Bildern stellte er die akademische Malerei seiner Zeit infrage und entwarf neue Kunstformen – auch auf die Gefahr hin, mit seiner Modernität zu verstören. Die Oper war in all den Jahren sein „Werkzeugkasten“, aus dem er sich bediente, um seine Kunst zu perfektionieren.

Mit Zitaten von Degas selbst zeichnet die Dokumentation seine Beziehung zur Pariser Oper nach. Dabei entsteht auch das Bild des Malers, der sich in keine Schublade stecken ließ, sowie der Opéra Garnier als Dreh- und Angelpunkt eines Paris, in dem damals eine radikal neue Kunst geboren wurde.

Sonntag, 06.10. / ab 16:25 Uhr / Schwerpunkt: 30 Jahre Fall des Eisernen Vorhangs

Nachdem Ost und West jahrzehntelang geteilt und im Kalten Krieg von einer Politik der Abgrenzung geprägt waren, nimmt das lange unmöglich Geglaubte zunehmend Gestalt an. In den 80er Jahren bekommt der Eiserne Vorhang erste Löcher und auch die Risse in der Berliner Mauer sind kurz darauf nicht mehr zu leugnen. „Habt keine Angst!“, ruft Johannes Paul II. Er gibt schon 1979 in Polen einen entscheidenden Anstoß für die bevorstehenden Umbrüche. In Warschau finden sich Abend für Abend Menschen an den Blumenkreuzen zusammen und singen für die Freiheit („Tauwetter – Der Mauerfall begann in Polen“). Der Pianist Vladimir Horowitz reist nach 61 Jahren im Exil erstmals wieder nach Russland. Obwohl nur ein einziges Plakat dafür wirbt, erscheinen Massen zu seinem legendären Konzert („Sternstunden der Musik – Horowitz in Moskau 1986“) .Es ist die Zeit, in der Michail Gorbatschow die Weichen für den Wandel stellt („Gorbatschow. Eine Begegnung“). Während im Palast der Republik der 40. Geburtstag der DDR gefeiert wird, entdeckt das Volk die eigene Kraft („Palast der Gespenster – 7. Oktober 1989: Der letzte Tag der Republik“). Wenige Tage nach dem Mauerfall spielen die Berliner Philharmoniker ein symbolträchtiges Konzert für beide Teile der lange gespaltenen Stadt, das inzwischen selbst historischen Rang hat („Sternstunden der Musik – Das Mauerfallkonzert: Berliner Philharmoniker (12.11.89)“). Im Folgejahr findet mit „Roger Waters: The Wall Live in Berlin“ eine spektakuläre Performance auf der innerdeutschen Grenze statt, die kurz zuvor noch unüberwindbar schien und für viele zur Todesfalle wurde („Berlin – oder: Die Kunst der Flucht“). „Sonnenallee“, „Das Leben der Anderen“ und „Himmel ohne Sterne“ greifen die deutsche Teilung, Unterdrückung und Flucht ebenso auf wie Umbruch, Mut und Zuversicht. 1989 weht der „Wind of Change“ die Angst davon – und bringt die Freiheit.

Sonntag, 06.10. / 16:25 Uhr / Das Rote Erbe – Künstler und die sozialistische Vergangenheit
Der Sturz – Deutschland
Schwerpunkt: 30 Jahre Fall des Eisernen Vorhangs
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2019, MDR 26 Min.
Regie: Claudia Kuhland
Erstausstrahlung

30 Jahre nach dem Mauerfall wird in den ehemaligen Ländern des Ostblocks die Erinnerung an den Kommunismus offiziell eher verdrängt. Ganz anders die Künstler – sie setzen sich mit dem sozialistischen Erbe auseinander, legen den Finger in die Wunden, loten Unausgesprochenes aus, spüren verlorenen Sehnsüchten nach und spiegeln damit auch die Vielfalt der Umwandlungsprozesse in ihren Heimatländern.

Anders als jedes andere Land des Ostblocks wurde die ehemalige DDR einfach einem bereits existierenden Staat einverleibt, der Werte und Identität für alle vorgibt. 30 Jahre nach der Wende brechen Narben des Zusammenbruchs wieder auf. Die Künstler verarbeiten diesen radikalen Umbruch und ergründen Identitätsprobleme.

Die Dokumentation begleitet den Maler Norbert Bisky, der die Gespenster seiner sozialistischen Vergangenheit zu prallen Gemälden verarbeitet. Zeigt, wie der Künstler Jörg Herold auf Dinge aufmerksam macht, die in Vergessenheit geraten sind oder gerade vergessen werden. Und er begleitet die Fotografin Margret Hoppe, die immer dann mit ihrer Kamera da ist, wenn wieder ein Kunstwerk aus der DDR abgetragen wird; ihre Arbeit ist ein Archiv des Verschwindens.

Sonntag, 06.10. / 16:55 Uhr / Metropolis ~ Göteborg
Magazin, Deutschland, 2019, WDR 43 Min.
Erstausstrahlung

(1): Metropolenreport Göteborg
(2): David Diops Weltkriegsdrama: „Nachts ist unser Blut schwarz“

(1): Metropolenreport Göteborg
Das Wasser bestimmt das Stadtbild Göteborgs, seine Architektur und sein Lebensgefühl und ist das kreative Potenzial der Metropole am Kattegat. Urban und naturnah, umweltbewusst und gentrifiziert: Mit einer halben Millionen Einwohner ist Göteborg die zweitgrößte Stadt Schwedens, steht für Lebensfreude und Gelassenheit und wurde mehrfach ausgezeichnet als eine der nachhaltigsten Städte der Welt in einem Land, das in Umweltfragen schon immer die Nase vorn hatte und mit Greta Thunberg eine Ikone für den Klimaschutz hat. Wie sieht eine ökologische, mobile und kulturell vielfältige Zukunft in Göteborg in Zeiten des Klimawandels, der gesellschaftlichen Spaltung und des Rechtsrucks aus? Architekten, Designer, Künstler und Musiker in Göteborg geben Antworten.

(2): David Diops Weltkriegsdrama: „Nachts ist unser Blut schwarz“
In der Literatur kamen sie bisher nicht vor: die vergessenen Opfer Afrikas, die als Rekruten an der Seite der französischen Kolonialmacht in den Schützengräben des Ersten Weltkriegs kämpften. An die 200.000 dieser „tirailleurs sénégalais“ dienten im französischen Heer. An dieses historische Kapitel erinnert der 1966 in Paris geborene, im Senegal aufgewachsene und heute als Literaturwissenschaftler an der Universität Pau lehrende Schriftsteller David Diop in seinem preisgekrönten Antikriegsroman „Frère d’âme“, der jetzt unter dem Titel „Nachts ist unser Blut schwarz“ auch in Deutschland erscheint. Aus der Perspektive eines senegalesischen Scharfschützen, der in Lothringen gegen die Deutschen kämpft, erzählt Diop vom Grauen des Krieges und welche Verwüstungen er in den Seelen der Soldaten anrichtet.

Sonntag, 06.10. / 17:40 Uhr / Sternstunden der Musik
Das Mauerfallkonzert: Berliner Philharmoniker (12.11.89)
Schwerpunkt: 30 Jahre Fall des Eisernen Vorhangs
Musik, Deutschland, 2018, ZDF 43 Min.
Regie: Eric Schulz
Komponist: Ludwig van Beethoven
Dirigent: Daniel Barenboim
Orchester: Berliner Philharmoniker
Online verfügbar von 05/10 bis 05/11
Erstausstrahlung

Es war das ergreifendste Konzert im Europa der Nachkriegszeit. Am Tag drei nach dem Mauerfall spielten die Berliner Philharmoniker spontan für die Bürger der DDR, deren Ausweispapiere als Eintrittskarte galten. Der Film lässt das historisch einmalige Konzert Revue passieren, Mitwirkende und Gäste von damals erinnern sich und kommentieren das hoch emotionale Ereignis mit dem Blick von heute.

„DAS Konzert“ – so schlicht und doch so bezeichnend wird es bei den Berliner Philharmonikern intern heute genannt. Das sogenannte Mauerfallkonzert vom 12. November 1989 ist das wahrscheinlich ergreifendste Konzert im Europa der Nachkriegszeit. Es ist Tag drei nach der Maueröffnung. Kurzentschlossen geben die Berliner Philharmoniker mit nur einer kleinen Anspielprobe unmittelbar vor Saalöffnung ein Konzert exklusiv für Bürger der DDR. Als Eintrittskarte gelten die Ausweispapiere. Ab fünf Uhr morgens stehen die Menschen vor der Philharmonie Schlange, manche übernachten sogar in ihren Trabis auf dem Parkplatz. Der SFB überträgt live im Fernsehen. Zwei Werke von Ludwig van Beethoven stehen auf dem Programm: das Erste Klavierkonzert und die Siebte Symphonie. Im Pauseninterview bricht der Orchestervorstand Alexander Wedow vor laufender Kamera in Tränen aus. Auch unzählige Zuschauer lassen ihren Tränen freien Lauf. Die Ovationen im Saal nehmen kein Ende. Daniel Barenboim erinnert sich: „Am Freitag, dem 10. November, kamen die beiden Orchestervorstände zu mir und fragten mich, ob ich bereit wäre, ein Konzert zum Mauerfall zu dirigieren. Ich sagte natürlich sofort zu, und es war ein unvergessliches, einmaliges Konzert. Anschließend überreichte mir eine Frau mit zitternder Hand Blumen, neben ihr stand ein junger Mann. Es war ihr Sohn. Als Baby hatte ihr Mann ihn mit den Westen genommen. Seit damals hatte sie ihr Kind nicht wiedergesehen. Durch den Fall der Mauer hatten sie nun endlich zusammengefunden.“

Zusatzinfo:
Nach der TV-Sendung auf ARTE ist das Mauerfallkonzert in ganzer Länge im Internet unter arteconcert.com abrufbar.

Sonntag, 06.10. / 00:15 Uhr / Mstislaw Rostropowitsch ~ Der ungezähmte Bogen
Dokumentarfilm, Frankreich, 2016, ARTE F 78 Min.
Schwerpunkt: 30 Jahre Fall des Eisernen Vorhangs
Regie: Bruno Monsaingeon
Online verfügbar von 29/09 bis 05/12

Zum 10. Todestag von Mstislaw Rostropowitsch widmete der französische Musiker und Regisseur Bruno Monsaingeon dem russischen Cellisten ein filmisches Porträt. Der Dokumentarfilm erzählt Rostropowitschs bewegtes Leben anhand von seltenen Archivaufnahmen und Gesprächen mit seinen Töchtern Olga und Elena, seinen Freunden Natalja und Ignat Solschenizyn, Marta Casals Istomin, Gennadi Roschdestwenski und dem jungen Cellisten Aleksey Shadrin.

Der Russe Mstislaw Rostropowitsch (1927-2007) gilt neben dem Spanier Pablo Casals (1876-1973) als wichtigster Cellist des 20. Jahrhunderts und als einer der vielseitigsten Musiker überhaupt. Rostropowitsch, der bereits in der Nachkriegszeit Bedeutung in der Musikwelt erlangte, zeigte sich solidarisch mit dem verfemten Schriftsteller Alexander Solschenizyn, der aufgrund seines Romans „Der Archipel Gulag“ aus der UdSSR verbannt wurde, und geriet so 1971 in Konflikt mit den sowjetischen Behörden. Rostropowitsch fiel bei dem Regime in Ungnade und emigrierte 1974 nach Paris. Die Sowjetunion erkannte ihm und seiner Frau 1978 die Staatsbürgerschaft ab. Rostropowitsch war auch als Dirigent international anerkannt. Von 1977 bis 1994 leitete er das National Symphony Orchestra (NSO) in Washington. 1989 feierte Mstislaw Rostropowitsch das Ende des Regimes, das ihn zur Emigration zwang, auf seine Weise: Zwei Tage nach dem Fall der Berliner Mauer setzt er sich inmitten des Trubels am Checkpoint Charlie und spielte tief in sich versunken Cellostücke von Bach. Wenig später bekamen Rostropowitsch und seine Frau das Angebot, die Staatsbürgerschaft ihres Heimatlandes wieder zurückzuerhalten. Nach der Rückkehr nach Russland baute das Ehepaar ein Netzwerk wohltätiger Organisationen zur Förderung von Musikern und Sängern auf. Im Laufe seiner Karriere und seines bewegten Lebens begegnete Rostropowitsch so bedeutenden Musikern wie Prokofjew, Schostakowitsch und Dutilleux und inspirierte sie zu Kompositionen, die heute fester Bestandteil des Cello-Repertoires sind. Cellist, Pianist, Dirigent, Pädagoge und Humanist: Mstislaw Rostropowitsch verschrieb sein Leben der Kunst und der Politik. Solschenizyn nannte ihn den „unzähmbaren Bogen“. Der Dokumentarfilm erzählt sein bewegtes Schicksal anhand von seltenen Archivaufnahmen und Gesprächen mit seinen Töchtern Olga und Elena, seinen Freunden Natalja und Ignat Solschenizyn, Marta Casals Istomin, Gennadi Roschdestwenski und dem jungen ukrainischen Cellisten Aleksey Shadrin.

Sonntag, 06.10. / 01:35 Uhr / Bobby McFerrin: Circlesongs à la Salle Pleyel
Musik, Frankreich, 2018, ARTE F 57 Min.
Regie: Patrick Savey
Online verfügbar von 29/09 bis 04/03
Erstausstrahlung

Der zehnfache Grammy-Preisträger Bobby McFerrin hat mit seinen Stimmexperimenten und dem millionenfach angeklickten Welthit „Don’t Worry, Be Happy“ den Gesang neu erfunden. Am 16. November 2018 trat er mit seiner A-cappella-Band auf Europatournee im Pariser Konzerthaus Salle Pleyel auf. Bei seiner denkwürdigen Bühnenshow war wie immer auch das Publikum zum Mitmachen aufgefordert.

Wie kein Zweiter beherrscht der Improvisationskünstler Bobby McFerrin die Technik seines „Instruments“, der Stimme: Mit einem Tonumfang von vier Oktaven und der Fähigkeit, zwei Stimmen gleichzeitig zu singen, ersetzt er eine komplette Orchestrierung vom Bass bis zur führenden Stimme. Dabei imitiert er den Klang verschiedenster Instrumente und gibt mit Body Percussion und Beatboxing selbst den Rhythmus vor.

McFerrin, Spezialist für A-cappella-Kompositionen und Arrangements diverser Genres von Jazz über Pop bis Klassik, verwischt stilistische Grenzen. Er geht mit Bach-Präludien ebenso souverän um wie mit Beatles-Melodien oder Gospel-Songs.

Mit seinen Stimmexperimenten und dem Welthit „Don’t Worry, Be Happy“– hat der zehnfache Grammy-Preisträger den Gesang neu erfunden und A-cappella-Gruppen, Beatboxer sowie Sängerinnen und Sänger aller Stilrichtungen inspiriert.

Mit seiner Technik und seinem Innovationsgeist begeistert er die Welt des Jazz ebenso wie die Klassikszene. Davon zeugen zahlreiche Kooperationen – legendär sind etwa seine Bühnenauftritte mit dem Cellisten Yo-Yo Ma, den Pianisten Chick Corea und Herbie Hancock oder den Wiener und den New Yorker Philharmonikern.

2018 stand Bobby McFerrin in der Pariser Salle Pleyel mit seiner A-cappella-Band auf der Bühne. Beim einzigen Frankreichauftritt ihrer Europatour brachten die Meister der Improvisation „Circlesongs“ zu Gehör: Melodien und Rhythmen wandern von einer Stimme zur anderen und unterliegen dabei ständigem Wandel. Mit großer musikalischer Freiheit und einem immer wieder neuen Repertoire liefert McFerrin Bühnenauftritte, die im Gedächtnis bleiben.

Mittwoch, 09.10. / 22:05 Uhr / André Malraux – Schriftsteller, Politiker, Abenteurer
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE F 54 Min.
Regie: Xavier Villetard
Online verfügbar von 02/10 bis 08/12
Erstausstrahlung

André Malraux war so viel: Schriftsteller, Filmregisseur, Abenteurer, Politiker und ohne Frage einer der bedeutendsten französischen Intellektuellen der 30er Jahre. Die Begegnung mit Charles de Gaulle Ende des Zweiten Weltkriegs hatte etwas von einer Liebe auf den ersten Blick und prägte seine Karriere fortan entscheidend. Am Ende des Treffens willigt Malraux zum ersten Mal in seinem Leben ein, sich hinter jemandem einzureihen, und wird Informationsminister der Dreiparteienregierung. Während de Gaulles 15 Jahre dauernden Rückzugs aus der Politik arbeiteten er und Malraux weiter eng zusammen. Nach dem erneuten Regierungsantritt des Generals im Jahr 1958 ernannte er den „genialen Freund“ zum ersten Kulturminister der Fünften Republik. Das neue Ministerium galt anfangs als kurzlebig, doch der abenteuerlustige Malraux konnte es entgegen aller Widerstände fest in der politischen Landschaft Frankreichs verankern.

Dennoch hatte er als Politiker viele Feinde. Bei der Linken galt der ehemalige Weggefährte der Kommunistischen Partei als Verräter, und noch stärker wurde er von den französischen Intellektuellen angefeindet. Im eigenen, dem gaullistischen Lager, hatte der berühmte „Überläufer“ den Ruf, auch als Minister impulsiv und unkontrollierbar zu sein.

Der Film legt den Schwerpunkt auf jene Lebensphasen, die André Malraux in der Nähe der Macht verbrachte, und ergründet alle Aspekte seiner zwanghaften Besessenheit: Wie gelang Malraux die Verschmelzung von Wort und Tat, von Kunst und Politik? Was gewann, was verlor er? Welche Ambivalenzen, Legendenbildungen und Widersprüche gingen damit einher? Um dieses letzte Geheimnis des Schriftstellers zu ergründen, befragt Regisseur Xavier Villetard zum einen Malrauxʼ Adoptivsohn, zum anderen maßgebliche Zeitzeugen wie Olivier Todd, Catherine Tasca, Charles-Louis Foulon, Maryvonne de Saint Pulgent, Pascal Ory, François de Saint-Chéron und Vincent Martigny.

Mittwoch, 09.10. / 04:23 Uhr / Bilder allein zuhaus: Das Frühstück im Grünen, Edouard Manet, „Echt oder falsch?“
Fernsehserie, Frankreich, 2018, ARTE F 2 Min.
Regie: Pablo Munoz Gomez
Online verfügbar von 09/10 bis 18/09
Erstausstrahlung

„Bilder allein zuhaus“ nimmt Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. In der zweiten Staffel der etwas anderen Museumsserie liefern zehn weltberühmte Bilder neuen Stoff für 30 neue Folgen. Von Jan Vermeers „Mädchen mit dem Perlohrgehänge“ bis hin zu Edward Hoppers „Sommerabend“ werden in der Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Seit Edouard Manet sie 1863 in seinem „Frühstück im Grünen“ verewigt hat, möchte Victorine in einen der Äpfel im Gemälde beißen. Dieser entpuppt sich jedoch als Kunstapfel – schließlich hat Manet die vier Personen in einem Studio gemalt, und sich zudem etwas mit den Maßstäben vertan. Nicht jedoch mit den Körperproportionen der Frauen …

Donnerstag, 10.10. / 04:40 Uhr / Bilder allein zuhaus: Narziss, Caravaggio, „Narziss-Mythos“
Fernsehserie, Frankreich, 2018, ARTE F 2 Min.
Regie: Pablo Munoz Gomez
Online verfügbar von 10/10 bis 19/09
Erstausstrahlung

„Bilder allein zuhaus“ nimmt Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. In der zweiten Staffel der etwas anderen Museumsserie liefern zehn weltberühmte Bilder neuen Stoff für 30 neue Folgen. Von Jan Vermeers „Mädchen mit dem Perlohrgehänge“ bis hin zu Edward Hoppers „Sommerabend“ werden in der Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Narziss‘ Spiegelbild ist ratlos: Warum starrt Narziss seit 1598 auf seine Spiegelung in einer Wasserpfütze? Daraufhin erzählt ihm der eitle Narziss seine tragische Geschichte…

Freitag, 11.10. / 22:25 Uhr / David Bowie ~ Die ersten fünf Jahre
Dokumentarfilm, Großbritannien, 2018, ARTE F 90 Min.
Regie: Francis Whately
Online verfügbar von 04/10 bis 18/10
Erstausstrahlung

Ob Glamrock, Funk, Soul, Pop, Disco, Jazz oder Electro – das überaus wandlungsfähige Genie David Bowie schlüpfte im Laufe seiner Karriere in unzählige Rollen und war so immer seiner Zeit voraus. Allerdings begann Bowies Schaffenszeit nicht erst mit „Ziggy Stardust“, dem Song, der ihm mit den „Spiders from Mars“ 1972 zum Durchbruch verhalf. Mitten in der psychedelischen Periode und lange, bevor er David Bowie wurde, experimentierte der junge David Robert Jones auf der Suche nach sich selbst mit Folk und Pop. Die Dokumentation wirft mit ehemaligen Weggefährten einen Blick auf diese bisher noch nicht dokumentierte Zeitspanne seiner künstlerischen Entwicklung: auf die Anfangsjahre, bevor Bowie zum internationalen Superstar wurde.

Die ersten Jahre in David Bowies Laufbahn sind bis heute wenig bekannt. Doch gerade diese frühen Erfahrungen beeinflussten David Bowies Musik, mit der ihm der internationale Durchbruch gelang. Der Tod von David Bowie im Januar 2016 bedeutete einen Einschnitt in der Musikgeschichte. Er war einer der einflussreichsten Künstler seiner Generation. Viele seiner Songs wie „Life on Mars“, „Heroes“, „Starman“ und „Let’s Dance“ sind aus dem Repertoire des musikalischen Kulturerbes nicht mehr wegzudenken.

Aber kaum einer erinnert sich an den David Robert Jones vor der Erschaffung der Bühnenfigur David Bowie und ihres Alter Egos Ziggy Stardust. Die Dokumentation beleuchtet die fünf Jahre, die Bowies Selbstfindungs- und Experimentierzeit gedauert hat, vom Ende der 60er Jahre bis ins Jahr 1973, in dem er Ziggy Stardust auf der Bühne symbolisch zu Grabe tragen ließ. Der faszinierende Film zeigt, wie viele Ideen aus diesen Jahren weiter keimten und reiften, bis sie ihren Weg in Bowies künstlerisches und kommerziell erfolgreiches Wirken fanden. Bisher unveröffentlichte Interviews mit Bowies ersten Wegbegleitern bieten erstmalig einen Einblick in die Anfangsjahre des späteren Superstars.

Freitag, 11.10. / 00:00 Uhr / Ziggy Stardust and the Spiders from Mars
Musik, USA, 1982, RBB 86 Min.
Regie: D.A. Pennebaker

Freitag, 11.10. / 01:25 Uhr / Tracks: Remix – BERLIN
Magazin, Deutschland, 2019, ZDF 43 Min.
Online verfügbar von 10/10 bis 09/01
Erstausstrahlung

Berlin, 30 Jahre nach dem Mauerfall. Diese Woche geht es um die Untergrundszene in Ost-Berlin zu Zeiten der DDR und was davon in der Popkultur erhalten geblieben ist. „Tracks“ bleibt drei Tage wach und zieht ein Feierwochenende lang mit Berlinern durch die Straßen der Stadt. Im Gespräch mit Westbam erfährt „Tracks“ von den Ursprüngen der Technoszene in West-Berlin in den 80er-Jahren und spricht über Kreativität und Größenwahn.

(1): Einstufung & Erdbeerfolie – Underground in der DDR:
Für viele immer noch schwer vorstellbar: Die DDR war auch cool. Schräg. Avantgardistisch. Es gab eine Untergrundszene, es gab Punks, verbotene Musik, nicht-konforme Mode. Ob Bands wie Feeling B, Sandow oder Herbst in Peking, Fotografen wie Sven Marquardt oder Robert Paris, Mode und Performance-Gruppen wie Allerleirauh oder Malerinnen wie Cornelia Schleime – sie alle haben in der DDR etwas geschaffen, was es offiziell nicht gab. Was davon ist in der Popkultur erhalten geblieben?

(2): Drei Tage wach – Das Clubleben Berlins:
Nirgendwo in Deutschland feiert es sich so exzessiv und lange wie in der Hauptstadt. Irgendwo in der Stadt gibt es immer noch eine After Hour von der After Hour. Doch die Berliner Partyszene plagt 2009 das diffuse Gefühl der Verdrängung. Die Berliner Behörden entziehen Clubs mit Abriss-Charme die Lizenzen und ein großes Bauvorhaben beerdigt die angesagteste Party-Location der Stadt. „Tracks“ bleibt wach und zieht ein Feierwochenende lang mit Berlinern durch die Straßen der Stadt.

(3): Westbam, Techno und das Berlin der 80er:
Ungefähr zur gleichen Zeit, als Rick Smith und Karl Hyde sich zum ersten Mal über den Weg liefen, zog auch ein gewisser Maximilian Lenz aus der Provinz nach Berlin. Der 17-Jährige spielte gegen alle Regeln Platten nicht nur hintereinander ab, sondern mischte sie ineinander. Aus den 80ern wurden die 90er, aus Herrn Lenz wurde Westbam und aus seiner Regelverletzung die größte Jugendbewegung des 20. Jahrhunderts: Techno! „Tracks“ spricht mit Westbam über Kreativität und Größenwahn.


Samstag, 12.10. / 23:35 Uhr / ARTE Concert Festival 2019
Musik, Frankreich, 2019, ARTE F, 60 Min.
Regie: David Ctiborsky
Erstausstrahlung

Samstag, 12.10. / 01:05 Uhr / Square für Künstler ~ Carte Blanche für Jasmila Zbanic
Magazin, Frankreich, 2019, ARTE, 26 Min.
Online verfügbar von 05/10 bis 11/11
Erstausstrahlung

Sonntag, 13.10. / 05:05 Uhr / Die große Literatour ~ Hans Christian Andersens Orient
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2016, SWR, 49 Min.
Regie: Andrew Davies, Markus Augé
Online verfügbar von 13/10 bis 11/01

„Die große Literatour“ begibt sich auf die Spuren der spannendsten Reiseschriftsteller der Geschichte und lässt den Zuschauer die Länder durch die Augen der Dichter sehen. Eine literarische Zeitreise, die auf einzigartige Weise Vergangenheit und Gegenwart miteinander verschränkt.
In dieser Folge zeigt die Reihe den Orient durch die Augen eines der großen Reisenden seiner Zeit: Hans Christian Andersen. Die Reise nach Konstantinopel markiert einen Wendepunkt in seiner Karriere; nach seiner Rückkehr wird er zum weltberühmten Märchenerzähler.

Hans Christian Andersen war einer der großen Reisenden seiner Zeit. Der dänische Schriftsteller soll in seinem Leben über 30 Reisen durch ganz Europa getätigt und 29 Länder in Europa und Nordafrika besucht haben. Im Jahr 1841 machte der 36-jährige Andersen die längste und abenteuerlichste Fahrt seines Lebens, sein Ziel war der Orient. Für den jungen Dramatiker ist Griechenland – die Wiege der Poesie und der Dramen – ein Sehnsuchtsort.
Halb Reporter, halb Dichter bereiste Andersen die Region in einer Zeit der politischen und gesellschaftlichen Umbrüche. Griechenland war damals ein junger Staat, der gerade erst von der osmanischen Besatzung befreit wurde. Es herrschten ärmliche und chaotische Zustände, aber Andersens Interesse galt vor allem der Akropolis und den Idealen der Antike.
Das eigentliche Ziel seiner Reise war jedoch Konstantinopel, das Zentrum des Osmanischen Reiches. Andersen beschreibt die Stadt als so multiethnisch, bunt und aufregend wie man sie auch heute noch erlebt: die Minarette der Moscheen, die Basare, Derwische, Kaffeehäuser, überfüllten Gassen und die Schönheit des Bosporus.
Erst auf seiner Rückfahrt fasste er den Entschluss, das Erlebte niederzuschreiben. In seinem Tagebuch notierte er: „Noch hat kein Buch ein wahres Bild von Griechenland und dem, was ich im Orient gesehen habe, gegeben.“ Sein Buch „Eines Dichters Basar“ ist ein einzigartiges Zeitdokument, in dem Andersen messerscharfe Beobachtungen und idealisierende Beschreibungen miteinander verbindet.

Sonntag, 13.10. / 05:55 Uhr / Die große Literatour ~Heinrich Bölls Irland
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2015, WDR, 52 Min.
Regie: André Schäfer, Jonas Niewianda
Online verfügbar von 13/10 bis 11/01

„Die große Literatour“ begibt sich auf die Spuren der spannendsten Reiseschriftsteller der Geschichte und lässt den Zuschauer die Länder durch die Augen der Dichter sehen. Eine literarische Zeitreise, die auf einzigartige Weise Vergangenheit und Gegenwart miteinander verschränkt.
Diese Episode folgt Heinrich Böll nach Irland und auf die größte irische Insel Achill Island, wo er 1954 einige Monate verbringt. Er verfasst Reiseberichte, die später unter dem Namen „Irisches Tagebuch“ erscheinen. Böll sichert der bis dahin in Deutschland unbekannten Insel einen Platz in der Weltliteratur zu und macht sie und Irland zu einem Sehnsuchtsort der Deutschen.

Auf der Suche nach Ruhe und Erholung reist der Bestsellerautor Heinrich Böll 1954 für einige Monate nach Irland. Seit diesem ersten Besuch ist Böll wahlverwandtschaftlich verbunden mit diesem Land, seiner unberührten Natur und den tüchtigen Menschen. Böll beschreibt es als ein urtümliches Land, das den Elementen ausgeliefert ist. Die zähen und unerschütterlichen Iren faszinieren ihn. Er beobachtet ihre Lebensweise genau und lauscht ihren Geschichten in den Pubs.

Insbesondere Achill Island – die größte Insel Irlands im äußersten Westen – hat es ihm angetan. Als zunehmend erfolgreicher Schriftsteller kann er es sich leisten, mit seiner Familie im Urlaub zurückzukommen. Später kauft er sich dort ein Cottage. Es ist mehr als ein Ferienhaus, es ist eine zweite Heimat: Im Laufe seines Lebens wird Böll 14 Mal nach Irland fahren.

Seine dort verfassten Reiseberichte erscheinen zunächst in Zeitungen. Einige der Reportagen, die er im Laufe seiner ersten drei Irlandreisen geschrieben hat, veröffentlicht der spätere Literaturnobelpreisträger 1957 unter dem Namen „Irisches Tagebuch“. In Deutschland ist Achill Island damals so gut wie unbekannt. Es ist Heinrich Böll, der der Insel einen Platz in der Weltliteratur zusichert und sie und Irland schließlich zu einem Sehnsuchtsort der Deutschen macht. Sein „Irisches Tagebuch“ löst einen wahren Touristenboom aus.

„Es gibt dieses Irland: wer aber hinfährt und es nicht findet, hat keine Ersatzansprüche an den Autor“, schreibt Böll in seinem Buch. Die Filmemacher nehmen den Autor beim Wort: Sie fahren hin, mit dem „Irischen Tagebuch“ im Gepäck, suchen Bölls Irland und finden auch das Irland von heute – in dem sich Vergangenheit und Gegenwart überschneiden: das kehlige Keltisch, der goldene Tee, die katholischen Priester, die Pubs, die Schafe, die an der dünnen Grasnarbe nagen, die rauen Klippen und das Meer und viele Iren, die sich noch heute sehr gerne an Böll erinnern.

Sonntag, 13.10. / 11:55 Uhr / 11:55 Die großen Mythen (7/10): Die Ilias – Patroklos und die Myrmidonen
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2018, ARTE F 26 Min.
Regie: Gaëtan Chabanol
Online verfügbar von 06/10 bis 03/11
Erstausstrahlung

Die Doku-Reihe über das antike Griechenland begibt sich auf eine spannende Suche nach den Gründungsmythen unserer Zivilisation. Nach der Rettung Hektors bereiten sich die Trojaner darauf vor, die Schiffe der Griechen in Brand zu setzen. Achilles erlaubt es seinem Kindheitsfreund Patroklos, seine Armee an seiner Stelle anzuführen. Patroklos drängt die Trojaner erfolgreich zurück, wird jedoch von Hektor mit dem Speer lebensbedrohlich verletzt. In seiner Verzweiflung schwört Achilles, den Tod des Freundes zu rächen.

Nach der wundersamen Rettung durch Apollon zieht Hektor wieder in den Kampf und führt die Trojaner zu den Schiffen der Griechen. Die Flotte droht in Flammen aufzugehen. Daher eilt Patroklos zu seinem Kindheitsfreund Achilles und fleht ihn an, den Kampf gegen die Trojaner wieder aufzunehmen. Achilles lehnt ab. Schlussendlich erlaubt er Patroklos, seine Rüstung zu tragen und an seiner Stelle die Armee der Myrmidonen anzuführen, um die Griechen zu retten. Als die Trojaner glauben, Achilles zu erspähen, ziehen sie sich zurück. Patroklos marschiert selbstbewusst nach Troja, nachdem er Sarpedon, einen Sohn des Zeus, getötet hat. Doch dann drängt Apollon Patroklos zurück, und Hektor, der älteste Sohn des Königs Priamos, verwundet ihn tödlich. Als Achilles davon erfährt, bricht er zusammen und schwört, seinen Freund zu rächen. Seine Mutter Thetis verspricht ihm, am nächsten Morgen bei Sonnenaufgang die notwendigen Waffen bereitzustellen.

Zusatzinfo:

Die Dokumentationsreihe über das antike Griechenland begibt sich auf eine spannende Suche nach den Gründungsmythen unserer Zivilisation. Die Reise durch die Geschichte zeigt die Abenteuer rund um die Schicksale von Göttern, Helden und anderen bedeutenden Gestalten der Mythologie, die bis heute eine faszinierende Ausstrahlungskraft besitzen.

Sonntag, 13.10. / 12:25 Uhr / Die großen Mythen (8/10): Die Ilias – Die Rache des Achilles
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2018, ARTE F 26 Min.
Regie: Sébastien Rancourt
Online verfügbar von 06/10 bis 03/11
Erstausstrahlung

Die Doku-Reihe über das antike Griechenland begibt sich auf eine spannende Suche nach den Gründungsmythen unserer Zivilisation. Ausgestattet mit den beeindruckenden Waffen des Hephaistos zieht Achilles los, um Patroklos zu rächen. Auf trojanischer Seite beruhigt Hektor seine Frau Andromache, die ihn anfleht, dem Kampf fernzubleiben. Achilles ist außer sich vor Wut. Der Fluss Skamandros begehrt gegen das Gemetzel auf und reißt Achilles mit.
Thetis hat Hephaistos, den Gott der Schmiede, gebeten, neue Waffen für ihren Sohn Achilles anzufertigen. Im Morgengrauen findet die Übergabe statt, obwohl sie weiß, dass diese Waffen ihm den Tod bringen werden. Achilles aber ist fest entschlossen zu kämpfen. Agamemnon und die griechischen Könige, die alle im Kampf verletzt wurden, entschuldigen sich bei ihm. Andromache, Hektors Frau, ist sich darüber im Klaren, dass Achilles‘ Rückkehr ihren Gatten gefährdet. Sie fleht ihn an, nicht am Kampf teilzunehmen, aber Hektor zieht seinem Schicksal entgegen. Auf griechischer Seite ist Achilles außer sich vor Wut. Die Götter entschließen sich, der Schlacht ebenfalls beizuwohnen, um ihr jeweiliges Lager zu verteidigen. Achilles hat den Fluss Skamandros erreicht, den das Blut der trojanischen Krieger inzwischen rot färbt. Der Fluss begehrt gegen Achilles auf und reißt ihn mit. Hera ist wie vom Schlag getroffen und bittet Hephaistos, Achilles zu retten.

Sonntag, 13.10. / 15:30 Uhr / Das andere Bauhaus ~ Die Designerin Charlotte Perriand
Dokumentation, Frankreich, 2018, ARTE F 53 Min.
Regie: Stéphane Ghez
Online verfügbar von 06/10 bis 12/12
Erstausstrahlung

Mit ihren revolutionären Möbelentwürfen prägte die französische Designerin und Architektin Charlotte Perriand das Design des 20. Jahrhunderts. Die Dokumentation beleuchtet ihr Leben: vom künstlerischen Kampf der Avantgarde um Le Corbusier in den 1930er Jahren über die anschließende kulturelle Entdeckung Japans bis in die 1960er Jahre in Frankreich. Es entsteht das Porträt einer engagierten Mitstreiterin der Moderne und einer Pionierin der Kunst des Wohnens.

Die französische Designerin und Architektin Charlotte Perriand prägte das Alltagsdesign des 20. Jahrhunderts. Seit den 1920er Jahren entwarf die freigeistige, engagierte Frau revolutionäre Möbel, die heute Ikonen des zeitgenössischen Designs sind. Charlotte Perriand kämpfte unermüdlich für die Moderne, deren Einfluss weit über die Welt des Designs hinausgeht. Sie war zudem Pionierin einer Kunst des Wohnens, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt und harmonisch mit seiner Wohnumgebung verbindet.

Mit Hilfe unveröffentlichter Tonaufnahmen präsentiert die Dokumentation in Form eines Erinnerungstagebuchs ein ganzes Leben im Zeichen der Kreativität und lässt den Zuschauer eine außergewöhnliche Persönlichkeit entdecken.

Als Teil der Avantgarde-Bewegung erlebte Charlotte Perriand zentrale Momente des 20. Jahrhunderts mit. Die Dokumentation beleuchtet wichtige Stationen ihres Lebens – von der Zusammenarbeit mit Le Corbusier in den 1930er Jahren über den fruchtbaren Kulturschock eines mehrjährigen Japanaufenthalts bis zu ihrer Liebe zu den Bergen und den Entwürfen für die Skistation Les Arcs. Mit ihrem vielfältigen Engagement – für die Befreiung der Frau, günstigen Wohnraum, die Freizeitgesellschaft oder Bausatzmöbel zum Selbstmontieren – hat Charlotte Perriand ihren Beitrag zu einer Reflexion über die Zukunft unserer Gesellschaft geleistet, die bis heute anhält.

Sonntag, 13.10. / 16:25 Uhr / Das Rote Erbe – Künstler und die sozialistische Vergangenheit
Zurück zur Avantgarde – Russland
Schwerpunkt: 30 Jahre Fall des Eisernen Vorhangs
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2019, MDR 26 Min.
Regie: Cordula Echterhoff
Erstausstrahlung

30 Jahre nach dem Mauerfall setzen sich Künstler mit dem sozialistischen Erbe auseinander. Wie das Gestern auf das Heute wirkt, interessiert die Künstler. Relikte aus der Sowjetzeit werden als Symbole russischer Großmachtbestrebungen umgenutzt. Dem setzen die Künstler Ideale und Utopien der frühsowjetischen Avantgarde oder magische Fantasiewelten entgegen.

30 Jahre nach dem Mauerfall wird in den ehemaligen Ländern des Ostblocks die Erinnerung an den Kommunismus offiziell eher verdrängt. Ganz anders die Künstler: Sie setzen sich mit dem sozialistischen Erbe auseinander, legen den Finger in die Wunden, loten Unausgesprochenes aus, spüren verlorenen Sehnsüchten nach und spiegeln damit auch die Vielfalt der Umwandlungsprozesse in ihren Heimatländern. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion haben in Russland Kapitalismus und Nationalismus das Ruder übernommen. Relikte aus der Sowjetzeit werden als Symbole russischer Großmachtbestrebungen umgenutzt. Dem setzen die Künstler Ideale und Utopien der frühsowjetischen Avantgarde oder magische Fantasiewelten entgegen. So erschafft der Künstler Pavel Pepperstein märchenhafte Universen, in denen etwa Lenin zu einer Art Traum-Gottheit mutiert. Arseny Zhilyaev verarbeitet in seiner Kunst die Theorien der frühen Kosmisten und Kommunisten. Und die Petersburger Künstler von Chto Delat leben und arbeiten als Kollektiv, orientieren sich an den Ideen der russischen Avantgarde. Die Dokumentation zeigt, wie die Künstler aus dem sozialistischen Erbe Ideen für die Zukunft ziehen.

Sonntag, 13.10. / 16:55 Uhr / Metropolis ~Värmland
Magazin, Deutschland, 2019, ZDF 43 Min.
Regie: N.N.
Online verfügbar von 11/10 bis 11/01
Erstausstrahlung

Sonntag, 13.10. / 17:40 Uhr / Sternstunden der Musik ~Vladimir Horowitz – Das Moskau-Konzert (1986)
Schwerpunkt: 30 Jahre Fall des Eisernen Vorhangs
Musik, Deutschland, 2018, ZDF 43 Min.
Regie: Philipp Quiring, Holger Preuße
Online verfügbar von 12/10 bis 12/11
Erstausstrahlung

1986 kehrt Vladimir Horowitz, der bekannteste Pianist der Welt, nach gut 60 Jahren Exil in seine russische Heimat zurück und gibt ein bewegendes Konzert in Moskau. Es ist ein internationales Medienereignis, ganz im Zeichen der beginnenden Perestroika, der Öffnung des Ostens zum Westen hin. Stars wie Martha Argerich und Beteiligte von damals kommentieren das Konzert aus heutiger Sicht.

Im April 1986 kehrt Vladimir Horowitz, der berühmteste Pianist des vergangenen Jahrhunderts, in seine russische Heimat zurück. 61 Jahre lang war er nicht mehr in der kommunistischen Sowjetunion gewesen – einer der auszog, um Karriere zu machen. Doch jahrelang gab er keine Konzerte – künstlerische Krisen und Depressionen waren der Grund. Sein Auftritt in Moskau gleicht für viele Menschen einem Wunder. Die Menschen kampieren auf der Straße, um ein Ticket zu ergattern. Für sie ist Horowitz mehr als ein begnadeter Pianist: Er ist ein lebendes Zeichen dafür, dass die Grenzen zwischen Ost und West nicht unüberwindlich sind. Doch das Konzert ist auch ein Zeichen dafür, dass Horowitz seine eigene Krise überwunden hat. Nicht einmal sein Manager Peter Gelb wettet noch einen Cent auf eine weitere künstlerische Großtat von Horowitz. Zu tief ist dieser in psychische Probleme und die Abhängigkeit von Tabletten verstrickt. Mit über 80 Jahren ist er außerdem in einem Alter, in dem sich andere längst zur Ruhe gesetzt haben. Aber Horowitz zeigt es allen: mit einem Konzert, das höchste Virtuosität mit tänzerischer Leichtigkeit verbindet, äußersten Spielwitz mit zu Tränen rührender Poesie. Die Sendung lässt das Konzert Revue passieren: Weltstars wie Martha Argerich oder Daniil Trifonov, stete Bewunderer von Horowitz, kommentieren sein Spiel; Besucher und Beteiligte von damals erinnern sich an die Ereignisse um das Konzert.

Zusatzinfo:
Für alle, die das Horowitz-Konzert in Moskau in ganzer Länge nacherleben wollen: Nach der Fernsehausstrahlung auf ARTE ist es im Internet unter arteconcert.com abrufbar.

Sonntag, 13.10. / 23:55 Uhr / 23:55 C.W. Gluck, Orphée & Eurydice in Paris
Oper, Frankreich, 2018, ARTE F 99 Min.
Regie: François Roussillon
Komponist: Christoph Willibald Gluck
Inszenierung: Aurélien Bory
Dirigent: Raphaël Pichon
Orchester: Ensemble Pygmalion
Chor: Ensemble Pygmalion
Libretto: Pierre-Louis Moline
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten: Aurélien Bory, Pierre Dequivre
Licht: Arno Veyrat

Mit: Marianne Crebassa (Orphée), Hélène Guilmette (Eurydice), Lea Desandre (Amour)

Online verfügbar von 06/10 bis 20/10
Erstausstrahlung

Marianne Crebassa in der Rolle des Orpheus, Hélène Guilmette als Eurydike und Léa Desandre als Amor – für seine Inszenierung in der Opéra Comique in Paris hat Aurélien Bory eine wahre Traumbesetzung zusammengestellt. Der Regisseur verbindet Theater, Tanz, Zirkus- und Videokunst und macht aus Orpheus‘ Reise in die Unterwelt eine fabelhafte Odyssee. Das Orchester leitet Raphaël Pichon.

Orpheus beweint auf der Trauerfeier seine verstorbene Frau Eurydike. Die Götter sehen den Kummer des jungen Helden und gewähren ihm die Chance, seine Geliebte aus der Unterwelt zurückzuholen – unter einer Bedingung: Er darf ihr auf dem Rückweg nicht in die Augen schauen … Nach Monteverdi nahm sich Christoph Willibald Gluck im Jahr 1774 des mythischen Stoffes an und verarbeitete ihn zu einem Meisterwerk mit eindringlichen Repliken, ausdrucksstarkem Orchester und einem spektakulär eingesetzten Chor. Hector Berlioz gestaltete 1859 auf Wunsch der berühmten Altistin Pauline Viardot, die in der Rolle des Orpheus auftreten wollte, eine Neufassung der Oper mit einem französischen Libretto. Seine Fassung fand sofort großen Anklang und wurde fortan regelmäßig an der Opéra Comique aufgeführt. Für Begeisterung bei Publikum und Kritik sorgte auch die jüngste Produktion von 2018, die François Roussillon mit der Kamera festhielt. Aurélien Bory inszeniert die tragische Geschichte vor einer beeindruckenden Kulisse in Form eines riesigen Rahmens, der sich um sich selbst dreht und mal verspiegelt, mal transparent wird – je nachdem, ob die Szene gerade im Diesseits oder im Totenreich spielt. Ergänzt wird die gelungene Produktion durch die herausragende Arbeit von Chor und Orchester (Ensemble Pygmalion) unter dem jungen Dirigenten Raphaël Pichon und einer herzzerreißenden Marianne Crebassa als Orpheus an der Seite von Hélène Guilmette als Eurydike und Lea Desandre als Amor.

Montag, 14.10. / ab 17:10 Uhr / Schwerpunkt: Bücherherbst ~ Die Frankfurter Buchmesse auf ARTE
Schwerpunkt, ARTE26 Min.

Anlässlich der Frankfurter Buchmesse steht auch ARTE mit einem vielfältigen Programmangebot ganz im Zeichen des Buches. Neben Literaturverfilmungen und zahlreichen Dokumentationen überträgt ARTE im Rahmen des Bücherherbstes Gesprächsrunden, die der Kultursender gemeinsam mit der Frankfurter Buchmesse veranstaltet. Mehr im Internet unter: arte.tv/buchmesse

Anlässlich der Frankfurter Buchmesse (16. bis 20. Oktober 2019) steht auch ARTE mit einem vielfältigen Programmangebot ganz im Zeichen des Buches. Nicht überall auf der Welt ist der Griff zum Buch so selbstverständlich wie bei uns. Davon erzählt die fünfteilige Doku-Serie „Wo Bücher die Welt bedeuten“. Die Doku-Fiktion „Gutenberg – Genie und Geschäftsmann“ schildert das Leben des Erfinders des modernen Buchdrucks.

Brennende Fragen unserer Zeit wie KI, Nachhaltigkeit und Bildungspolitik sind Thema bei der diesjährigen Frankfurter Buchmesse. Darum geht es in Gesprächsrunden unter dem Motto „Create Your Revolution“, die ARTE gemeinsam mit der Buchmesse veranstaltet. Online ab dem 18. September unter arte.tv/buchmesse

Ein Höhepunkt der Frankfurter Buchmesse ist jedes Jahr die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels. 2019 geht der Preis an den brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado. ARTE zeigt deshalb Wim Wenders‘ oscarnominiertes Porträt „Das Salz der Erde“.

Mit der Buchmesse beginnt auch die ARTE-Kollektion „Große Romane“: Werke, die uns bis heute beschäftigen und die wir zum Kanon der Weltliteratur zählen, doch deren Entstehungs- und Publikationsgeschichte alles andere als selbstverständlich war.

Zum Auftakt erzählt die Dokumentation „Der Prozess der Lady Chatterley – Orgasmus und
Klassenkampf in einem englischen Garten“ die Geschichte des Ehebruch- und Liebesromans von D. H. Lawrence. Das wegen Obszönität in England verbotene Buch erschien dort in ungekürzter Fassung erst 30 Jahre nach dem Tod des Autors, nach einem international aufsehenerregenden Prozess.

Der Film „Früchte des Zorns – Klassiker der Weltliteratur“ lässt den Roman von John Steinbeck wiederaufleben, mit dem er den Finger tief in die Wunde der amerikanischen Gesellschaftspolitik zur Zeit der Großen Depression legte. Dafür erhielt er Morddrohungen, aber der spätere Literaturnobelpreisträger schrieb weiter und schuf ein sozialkritisches Meisterwerk von höchster Brisanz.

„Ich lade Sie zu meiner Hinrichtung ein – Der Fall Doktor Schiwago“ beschreibt eine wenig bekannte Seite des weltberühmten Romans, der in der UdSSR erst 30 Jahre nachdem Boris Pasternak dafür den Literaturnobelpreis erhalten hatte, erscheinen konnte. In „Salman Rushdie – Den Tod im Nacken“ erzählt der Schriftsteller von der Wirkungsgeschichte seines aus heutiger Sicht prophetischen Romans. Er musste 30 Jahre lang unter der wegen Blasphemie gegen ihn erhobenen Fatwa leben – mit Polizeischutz und im Exil.

Schließlich erzählt die Dokumentation „Das Verhängnis des Doktor Frankenstein“ vom Traum der menschlichen Unsterblichkeit, der heute aktueller ist denn je. Der Film entdeckt Mary Shelleys Roman und seine unzähligen Verarbeitungen in Theater, Film und Literatur wieder. ARTE wünscht einen schönen Bücherherbst!

Montag, 14.10. / 17:10 Uhr / Wo Bücher die Welt bedeuteten
Karibik, St. Vincent und die Grenadinen – Mit Micha Roggensinger
Schwerpunkt: Bücherherbst
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2018, BR 26 Min.
Regie: Michael Bernstein
Online verfügbar von 14/10 bis 21/10
Erstausstrahlung

In der südlichen Karibik ist ein Schiff unterwegs, das es so nicht noch einmal gibt: die „Logos Hope“ – voller Bücher und voller Freiwilliger, die diese Bücher unter die Leute bringen. Wenn das Schiff nicht gerade im Hafen von Kingstown, der Hauptstadt von St. Vincent und den Grenadinen, liegt, bereist es die ganze Welt. Das Missionswerk „Operation Mobilisation“ trägt seit den 70er Jahren Bücher auf Schiffen in die Welt. Die „Logos Hope“ ist das größte Schiff der evangelikalen Organisation.

Die Inseln der südlichen Karibik sind ein beliebtes touristisches Ziel. In ihrer Geschichte waren sie mal in französischer, mal in britischer Hand. Heute sind sie unabhängig und gehören zumeist zum Commonwealth. Die „Logos Hope“ liegt seit gut einer Woche im Hafen von Kingstown, der Hauptstadt von St. Vincent und den Grenadinen. Auf dem Schiff, das von der evangelikalen Organisation „Operation Mobilisation“ geführt wird, dreht sich alles um Bücher. Ein ganzes Deck der ehemaligen Fähre ist ein ausgedehnter Bücherladen mit etwa 5.000 verschiedenen Titeln. Im Deck darunter befindet sich das Bücherlager, in dem bis zu 800.000 Bücher verstaut sind. Von außen besehen ist es ein ganz normales Schiff. Doch die Besatzung ist ungewöhnlich. Etwa 400 Freiwillige aus 60 Nationen halten den Betrieb an Bord am Laufen. Und sie tun das nicht nur unentgeltlich, sie zahlen auch noch bis zu 25 Euro pro Tag. Einer von ihnen ist Micha Roggensinger, ein gebürtiger Schweizer, den wir in Kingstown auf St. Vincent und ein paar Tage später auf der Insel Grenada begleiten.

Zusatzinfo:

Mobile Bibliothekare unterwegs. Sie bringen Bücher dorthin, wo Menschen am Rand oder im Abseits leben und das nächste Buch einfach zu weit weg ist. Sie nehmen uns mit auf ihren Wegen und machen uns bekannt mit der Welt ihrer Leser.

Montag, 14.10. / 04:31 Uhr / Bilder allein zuhaus: Töchter der Revolution, Grant Wood, „Kreuzfahrt“
Magazin, Frankreich, 2018, ARTE F 2 Min.
Regie: Pablo Munoz Gomez
Online verfügbar von 14/10 bis 23/09
Erstausstrahlung

„Bilder allein zuhaus“ nimmt Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. In der zweiten Staffel der etwas anderen Museumsserie liefern zehn weltberühmte Bilder neuen Stoff für 30 neue Folgen. Von Jan Vermeers „Mädchen mit dem Perlohrgehänge“ bis hin zu Edward Hoppers „Sommerabend“ werden in der Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Die Dame mit dem weißen Haar, die auf Grant Woods Gemälde „Töchter der Revolution“ zu sehen ist, möchte alles hinter sich lassen und eine Kreuzfahrt mit George Washington machen. Bei dem Gedanken, dass sie im Mittelmeer auf Flüchtlingsboote stoßen könnten, verlässt sie dann doch der Mut …

Dienstag, 15.10. / 17:10 Uhr / Wo Bücher die Welt bedeuteten: Kolumbien, Bogotá – Mit José Alberto Gutiérrez
Schwerpunkt: Bücherherbst
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2018, BR  26 Min.
Regie: Michael Bernstein
Online verfügbar von 15/10 bis 22/10
Erstausstrahlung

Als „Herr der Bücher“ versorgt José Alberto Gutiérrez das kolumbianische Bogotá und angrenzende Regionen mit Büchern, die er als Müllwagenfahrer aus den Abfällen der Stadt rettet. Mit fast acht Millionen Einwohnern ist Bogotá der größte städtische Ballungsraum und das wichtigste Wirtschafts- und Kulturzentrum des Landes. Ein Großteil der Bewohner lebt aber in den wildwachsenden Elendsvierteln der Peripherie. Eine Bibliothek, wie sie José Alberto Gutiérrez im Stadtteil Nueva Gloria für die Stadtbewohner aufgebaut hat, ist hier einmalig.

Bogotá, die Hauptstadt Kolumbiens, ist eine der am schnellsten wachsenden Metropolen Südamerikas. Gleichzeitig ist die Millionenstadt das wichtigste Wirtschafts- und Kulturzentrum des Landes.

José Alberto Gutiérrez ist bei der städtischen Müllabfuhr als Müllwagenfahrer angestellt. Vor knapp 20 Jahren entdeckt er auf seinen Fahrten durch die Stadt das erste Mal eine Bücherkiste und beginnt von da an Bücher zu „retten“. Für ihn sind diese Funde ein Glück, und um dieses Glück mit anderen zu teilen, gründet er 2004 die Stiftung „La Fuerza de las Palabras“ („Die Macht der Worte“) und richtet in seinem Haus eine kleine Bibliothek ein. Die Kinder seines Viertels kommen zu ihm, machen Hausaufgaben und sind vor den Gefahren der südamerikanischen Metropole hier gut geschützt.

Die Öffentlichkeit wird auf ihn aufmerksam und José bekommt kistenweise Bücher geschenkt. Jetzt platzt sein Haus aus allen Nähten. José und seine Frau Luz Mery Gutiérrez verdanken den Büchern viel. Angeregt durchs viele Lesen machen beide, die nur die Grundschule besucht haben, mit Mitte 50 ihr Abitur. Wir begleiten sie auf ihren Fahrten in weit im tropischen Regenwald versteckte Dörfchen, wo sie Bücher verteilen, was von Jung und Alt begeistert aufgenommen wird. Gutiérrez weiß, dass er nicht nur etwas Wertvolles schenkt, sondern auch eine Chance gibt.

Mittwoch, 16.10. / 17:10 Wo Bücher die Welt bedeuteten: USA, Portland – Mit Laura Moulton und Ben Hodgson
Schwerpunkt: Bücherherbst
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2018, BR 26 Min.
Regie: Michael Bernstein
Online verfügbar von 16/10 bis 23/10
Erstausstrahlung

Ein Fahrrad mit einer Kiste Büchern darauf bringt seit einigen Jahren in Portland, Oregon, Bücher zu Menschen, die auf der Straße leben. Wie in vielen amerikanischen Städten gibt es auch in Portland immer mehr Menschen, die sich die enorm gestiegenen Mieten nicht mehr leisten können und daher keinen festen Wohnsitz haben. Die Fahrradbibliothek „Street Books“ wurde gegründet, damit die Welt der Bücher diesen Menschen nicht verschlossen bleiben muss.

Portland ist eine Stadt im Nordwesten der USA im Bundesstaat Oregon. Wie in vielen amerikanischen Städten gibt es auch hier immer mehr Menschen, die sich die enorm gestiegenen Mieten nicht mehr leisten können und auf der Straße leben. Weil aber auch diese Menschen ein Bedürfnis nach Lesen und Literatur haben, gründet Laura Moulton 2011 ihre Fahrradbibliothek „Street Books“.

Mit zwei Fahrrädern, die über dem Vorderrad eine große Kiste voll mit Büchern tragen, ist „Street Books“ mit insgesamt sieben Freiwilligen jede Woche in der Stadt unterwegs. Zu festen Zeiten und an bestimmten Orten verleiht „Street Books“ Bücher an Menschen, die draußen leben. Einer der ersten Kunden ist Ben Hodgson, den alle Hodge nennen. Damals lebt er noch auf der Straße. Jetzt gehört er zum festen Kern der Initiative und fährt selbst mit dem Fahrrad die Bücher aus. Dabei versteht sich „Street Books“ ausdrücklich nicht als Initiative, die Menschen weg von der Straße und zurück in geordnete Verhältnisse bringen will. Es geht um Bücher, ums Lesen und den Austausch darüber von Mensch zu Mensch. Durch diesen respektvollen Umgang mit den Kunden genießt „Street Books“ ein hohes Ansehen. Mit Laura und Hodge lernen wir verschiedene Leser kennen, die sich besonders freuen, wenn „Street Books“ ihnen spezielle Bücherwünsche erfüllen kann. Ihre Erfahrungen mit dieser ungewöhnlichen Bibliothek verarbeiten Laura und Hodge gerade literarisch und schreiben gemeinsam ein Buch darüber.

Mittwoch, 16.10. / 20:15 Uhr / Lady Chatterley
(Lady Chatterley)
Schwerpunkt: Bücherherbst
Spielfilm, Belgien, Frankreich, Großbritannien, 2005, ARTE F 168 Min.
Regie: Pascale Ferran
Drehbuch: Roger Bohbot, Pascale Ferran, Pierre Trividic
Autor: D.H. Lawrence
Produktion: Gilles Sandoz, Kristina Larsen, Maïa Films, Saga Film, Zephyr Films
Kamera: Julien Hirsch
Schnitt: Mathilde Muyard, Yann Dedet
Musik: Béatrice Thiriet

Mit: Marina Hands (Constance Chatterley), Hippolyte Girardot (Sir Clifford Chatterley), Jean-Louis Coulloc’h (Olivier Parkin)

Online verfügbar von 16/10 bis 15/11

Im Oktober 1921 kehrt Sir Clifford Chatterley schwer versehrt aus dem Ersten Weltkrieg zurück. Nun muss Constance ihrem Mann Gesellschaft leisten und ihn pflegen. Doch ihr monotones Leben deprimiert sie zusehends, so dass sie nach Wegen sucht, dieser Eintönigkeit zu entfliehen. Sie lernt den Wildhüter Parkin kennen und es entsteht eine sexuelle Beziehung zwischen den beiden, die Constance helfen wird, sich zu emanzipieren und wieder Gefallen am Leben zu finden.

Wragby Hall ist das herrschaftliche Anwesen des Ehepaars Chatterley in England. Im Oktober 1921 kehrt Sir Clifford Chatterley schwer versehrt aus dem Ersten Weltkrieg zurück. Nun muss Constance, auch Connie genannt, ihrem Mann Gesellschaft leisten und ihn gleichzeitig pflegen. Doch ihr monotones Leben bekümmert sie zutiefst, so dass ihr bald eine Depression diagnostiziert wird. Connie beginnt ihre Kur mit Waldspaziergängen und fühlt sich sofort mit der Natur verbunden. Im Wald stößt sie auf eine Hütte, die dem Wildhüter Parkin gehört. Dieser zeigt anfangs wenig Verständnis für ihr Eindringen. Nach und nach lernen die beiden sich jedoch kennen und es entsteht eine sexuelle Beziehung – mitten in der Natur. Diese Liaison wird Connie helfen, sich zu emanzipieren und wieder Gefallen am Leben zu finden.

Zusatzinfo:

„Lady Chatterley“ wurde bei der César-Preisverleihung von 2007 gleich fünf Mal ausgezeichnet: darunter für den besten Film und die beste Hauptdarstellerin. Das Drama basiert auf dem gleichnamigen Roman von D.H. Lawrence aus dem Jahr 1928, der wegen der expliziten Sex-Szenen und der Liebesgeschichte zwischen einem Mann der Arbeiterklasse und einer Aristokratin einen Skandal auslöste.

Mittwoch, 16.10. / 23:05 Uhr / Der Prozess der Lady Chatterley
Orgasmus und Klassenkampf in einem englischen Garten
Schwerpunkt: Bücherherbst
Dokumentation, Frankreich, 2019, ARTE F 53 Min.
Regie: Mathilde Damoisel
Erstausstrahlung

Im berühmten Obszönitätsprozess erhob die Britische Krone 1960 Klage gegen den Taschenbuchverlag Penguin, um die Publikation eines als aufrührerisch, skandalös und pornographisch verrufenen Liebesromans zu verbieten: „Lady Chatterley“ von D. H. Lawrence, erschienen im Jahr 1928. Sechs Tage lang debattierten Staatsanwalt und Verteidiger vor einem Geschworenengericht über den literarischen Wert des Buches, das ohne Tabu die Sexualität zwischen zwei Menschen beschreibt. Der Dokumentarfilm stützt sich auf Archivaufnahmen vom Prozess und ergründet den literarischen Mythos um „Lady Chatterley“, der auch in der heutigen Gesellschaft noch Resonanz findet.

Als Constance Chatterley in den Armen von Oliver Mellors, ihrem Wildhüter, die Lust entdeckt, verstößt sie gegen die Moral und die gesellschaftlichen Normen ihrer Zeit. Vor allem aber entdeckt sie ihre eigene Stärke, entkommt ihrem Schicksal und nimmt ihr Leben in die Hand – eine Emanzipationsgeschichte. Die Zensoren hingegen reduzierten den von D. H. Lawrence 1928 geschriebenen Roman auf die anrüchige Geschichte einer wollüstigen außerehelichen Beziehung zwischen einer frustrierten Aristokratin und einem Proletarier. 1960 war das Buch in England noch immer verboten, als der Taschenbuchverlag Penguin beschloss, sich über die Zensur hinwegzusetzen und „Lady Chatterley’s Lover“ zu veröffentlichen. Die Britische Krone strengte auf der Grundlage des „Gesetzes über obszöne Publikationen“ einen Prozess gegen den Verlag an. Aber was ist obszön an einer mutig-radikal formulierten Darstellung von geschlechtlicher Liebe? An einem mit derselben Leidenschaft gehaltenen Plädoyer für die Natur als Metapher menschlicher Sinnlichkeit? Handelt es sich nicht eher, wie der Bischof von Woolwich im Zeugenstand aussagte, um einen „Text, den alle Christen lesen sollten“? Was genau wirft man Constance Chatterley vor: ihre sexuelle Befreiung oder die scharfe Kritik an der britischen Gesellschaft? Im Verlauf des Prozesses entsteht Stück für Stück ein anderes Porträt von Lady Chatterley als eine Frau ihrer Zeit, die den ihr zugewiesenen Platz der Ehefrau und Adligen ablehnt und Freiheit anstrebt. Nach sechs Verhandlungstagen waren sich die Geschworenen einig: nicht schuldig! Binnen weniger Monate gingen über drei Millionen Exemplare von „Lady Chatterley’s Lover“ über die Ladentische. Ein Rückblick auf die Geschichte zeigt, dass dieser „Jahrhundertprozess“ die sexuelle Revolution mit in Bewegung brachte, die in den 60er Jahren erst England und schließlich ganz Europa erfassen sollte.

Mittwoch, 16.10. / 00:00 Uhr / Das Salz der Erde
Schwerpunkt: Bücherherbst
Dokumentarfilm, Frankreich, 2017, SWRARTE 106 Min.
Regie: Juliano Ribeiro Salgado, Wim Wenders
Online verfügbar von 16/10 bis 23/10

Der preisgekrönte Film präsentiert Leben und Arbeit des weltberühmten Fotografen Sebastião Salgado aus der Perspektive zweier Regisseure: der seines Sohnes Juliano Ribeiro Salgado, der seinen Vater in den vergangenen Jahren oft mit der Filmkamera begleitete, und der von Wim Wenders, Bewunderer von Salgados Fotokunst, selbst Fotograf und einer der großen Filmemacher unserer Zeit.

Der Film präsentiert Leben und Arbeit des weltberühmten Fotografen Sebastião Salgado aus der Perspektive zweier Regisseure: der seines Sohnes Juliano Ribeiro Salgado, der seinen Vater in den vergangenen Jahren oft mit der Filmkamera begleitete, und der von Wim Wenders, Bewunderer von Salgados Fotokunst, selbst Fotograf und einer der großen Filmemacher unserer Zeit. In den vergangenen 40 Jahren hat der brasilianische Fotograf Sebastião Salgado auf allen Kontinenten die Spuren unserer sich wandelnden Welt und Menschheitsgeschichte dokumentiert. Dabei war er Zeuge wichtiger Ereignisse der letzten Jahrzehnte – von internationalen Konflikten, Kriegen und ihren Folgen, von Hungersnöten, Vertreibung und Leid. Seine beeindruckenden Fotoreportagen haben den Blick auf unsere Welt geformt. Salgado selbst wäre seelisch an dieser Aufgabe fast zugrunde gegangen, wenn er nicht ein neues, ein gigantisches Fotoprojekt begonnen hätte: „Genesis“. Fast die Hälfte unseres Planeten ist bis zum heutigen Tag unberührt. Mit seiner Kamera widmet sich Salgado seit nunmehr fast einem Jahrzehnt diesen paradiesischen Orten unserer Erde, kehrt an den Ursprung allen Lebens zurück und offenbart uns eine wunderbare Hommage an die Schönheit unseres Planeten. „Das Salz der Erde“ ist auch die bewegende Geschichte einer Vater-Sohn-Beziehung. Der Film wurde vielfach prämiert: Er wurde unter anderem mit dem César für den besten Dokumentarfilm 2015 sowie 2014 auf dem Festival in Cannes mit dem Spezialpreis in der Sektion Un Certain Regard ausgezeichnet. 2015 war er für einen Oscar nominiert.

Mittwoch, 16.10. / 02:05 Uhr / The Art of Museums ~ Das Munch-Museum, Oslo
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2018, ZDF 52 Min.
Regie: Sylvie Kürsten
Online verfügbar von 15/10 bis 15/11

„The Art of Museums“ zeigt acht bedeutende Museen aus acht verschiedenen Ländern und ihre bedeutendsten Werke, deren Faszination von prominenten Kunstliebhabern wie Vivienne Westwood, Sasha Waltz, Wolfgang Joop und Karl Ove Knausgård erklärt werden. Das Munch-Museum in Oslo ist einzig dem gleichnamigen Künstler gewidmet. Diese Folge erzählt von Edvard Munchs bewegenden Leben, von der Geschichte des Museums und seinem Neubau im Hafenviertel. Bestseller-Autor Karl Ove Knausgård führt die Zuschauer zu den bekanntesten Werken in Munchs Atelier und in ein geheimes Depot mit dem Bild „Der Schrei“.

Das Munch-Museum in Oslo ist eines der wenigen Museen, das nur einem Künstler gewidmet ist: Edvard Munch, dem Wegbereiter des Expressionismus und Maler eines der berühmtesten Bilder der Welt, „Der Schrei“. Munch vermachte seinen Nachlass der Stadt Oslo, die in den 1960er Jahren in von Geldnot geprägten Zeiten ein bescheidenes Museum errichtete. Als bekanntester Künstler Norwegens wurden Munch und seine Werke bald zu einem wichtigen Teil der norwegischen Identität. Das Museum beherbergt neben seinen Gemälden fast 8.000 Zeichnungen, 500 Druckplatten sowie Tagebücher und Briefe. Mit Geldern aus der Ölförderung versucht das Land aktuell, sich auf der Weltbühne der Kunst neu zu positionieren. Teil dieser Selbsterfindung ist das riesige Kulturzentrum im Osloer Hafen, mit Opernhaus, Bibliothek – und bald mit einem Neubau für den Nationalheiligen. In der Dokumentation führt der Bestseller-Autor Karl Ove Knausgård durch das Museum mit Munchs Werken, in ein geheimes Depot mit dem Meisterwerk „Der Schrei“, sowie nach Ekely, wo Munch die letzten 28 Jahre seines Lebens verbrachte. Knausgård, der auch selbst schon eine Ausstellung im Museum kuratiert hat, schildert vor den Werken „Die Sonne“, „Der Tod im Krankenzimmer“ und „Das Kohlfeld“ seine Eindrücke. Außerdem erzählt Magne Furuholmen von der norwegischen Popgruppe a-ha, welche große Rolle die Natur im Leben und Denken von Munch spielte. Und die Zuschauer erleben zudem Marina Abramovic, die mit 280 Menschen aus Oslo das Bild „Der Schrei“ in einer Performance wiederaufleben lässt.

Mittwoch, 16.10. / 04:34 Uhr / Bilder allein zuhaus: Sebstbildnis im Pelzrock, Albrecht Dürer, „Beauty Tutorial“
 (12) A Musée Vous, A Musée Moi – Saison 2 (12/30)
Fernsehserie, Frankreich, 2018, ARTE F 2 Min.
Regie: Pablo Munoz Gomez
Online verfügbar von 16/10 bis 25/09
Erstausstrahlung

„Bilder allein zuhaus“ nimmt Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. In der zweiten Staffel der etwas anderen Museumsserie liefern zehn weltberühmte Bilder neuen Stoff für 30 neue Folgen. Von Jan Vermeers „Mädchen mit dem Perlohrgehänge“ bis hin zu Edward Hoppers „Sommerabend“ werden in der Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Von wegen Hipster! Dürers „Mann im Pelzrock“ gibt heute auf seinem YouTube-Kanal ein Beauty-Turial: für alle, die wissen möchten, wie man so einen trendy Jesus-Look hinbekommt …

Donnerstag, 17.10. / 17:10 Uhr / Wo Bücher die Welt bedeuteten: Italien, Ferrandina – Mit Antonio La Cava
Schwerpunkt: Bücherherbst
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2018, BR 26 Min.
Regie: Michael Bernstein
Online verfügbar von 17/10 bis 24/10
Erstausstrahlung

Auf der Suche nach neuen Lesern: Mit seinem „Bibliomotocarro“ – einer himmelblauen, zu einem Häuschen umgebauten Ape – tuckert der ehemalige Grundschullehrer Antonio La Cava durch die süditalienische Basilicata und bringt Bücher zu Kindern in kleinen, abgelegenen Orten. Damit hat er sich seinen Traum erfüllt und ist zum Straßenlehrer geworden. Sein Ziel ist es, Kindern das Lesen näherzubringen. Denn das Buch bleibt laut La Cava trotz etlicher neuer Kommunikationsmittel unersetzbar.

Die Basilicata ist eine dünn besiedelte Region zwischen Kalabrien und Apulien in Süditalien. In der Antike hieß dieser karge Landstrich Lukanien. Auf einem Felsen oberhalb des Flusses Basento thront das Städtchen Ferrandina. Hier war Antonio La Cava lange Jahre Maestro, also Grundschullehrer, bevor er in den Ruhestand ging und sich als Lehrer neu erfand.

Mit seinem „Bibliomotocarro“ – einer himmelblauen, zu einem Häuschen umgebauten Ape – tuckert La Cava durch die Region und bringt Bücher zu Kindern in kleinen, abgelegenen Orten. Damit hat er sich seinen Traum erfüllt und ist zum Straßenlehrer geworden.

Seine Tour führt Antonio La Cava auf einen Bauernhof in Putignano in Apulien. Hier warten schon viele Kinder auf das Highlight der Sommerferienspiele, den „Bibliomotocarro“. In Castelmezzano, einem pittoresken Städtchen in den Lukanischen Dolomiten, erfährt der Zuschauer, was es mit den „libri bianchi“, den weißen Büchern, auf sich hat. Der „Bibliomotocarro“ bringt die Bücher von Kinderhand zu Kinderhand, bis nach Matera, in die Provinzhauptstadt, die 2019 Kulturhauptstadt Europas wird – die erste süditalienische Stadt überhaupt, die so einen Titel trägt. Natürlich stattet der Straßenlehrer auch dem Automechaniker Vincenzo Papandrea einen Besuch ab, der den „Bibliomotocarro“ konstruiert hat und sich darum kümmert, dass er läuft.

Donnerstag, 17.10. / 04:22 Uhr / Bilder allein zuhaus: Sommerabend, Edward Hopper, „Zu leicht bekleidet“
 (15) A Musée Vous, A Musée Moi – Saison 2 (15/30)
Fernsehserie, Frankreich, 2018, ARTE F 2 Min.
Regie: Pablo Munoz Gomez
Online verfügbar von 17/10 bis 26/09
Erstausstrahlung

„Bilder allein zuhaus“ nimmt Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. In der zweiten Staffel der etwas anderen Museumsserie liefern zehn weltberühmte Bilder neuen Stoff für 30 neue Folgen. Von Jan Vermeers „Mädchen mit dem Perlohrgehänge“ bis hin zu Edward Hoppers „Sommerabend“ werden in der Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Das Paar, das auf Edward Hoppers Gemälde „Sommerabend“ an die Brüstung einer Terrasse gelehnt ist, streitet: Der Mann möchte mit der Frau ins Restaurant gehen, doch er findet, dass sie dafür einfach zu leicht bekleidet ist …

Freitag, 18.10. / 17:10 Uhr / Wo Bücher die Welt bedeuteten: Indien, Bophal – Mit Muskaan Ahirwar
Schwerpunkt: Bücherherbst
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2018, BR 26 Min.
Regie: Michael Bernstein
Online verfügbar von 18/10 bis 25/10
Erstausstrahlung

In einem Slum in der indischen Stadt Bhopal öffnet die elfjährige Muskaan täglich ihre mobile Bibliothek für die Kinder des Viertels. Die Bibliothek heißt „Kitabi Masti“, übersetzt „Bücherspaß“, und soll andere Kinder zum Lesen anregen. Für ihr Engagement hat Muskaan schon mehrere Auszeichnungen erhalten – denn ihre Bibliothek stellt für die Kinder in ihrem armen Viertel etwas Einzigartiges und Hoffnungsvolles dar.

Bhopal ist die Hauptstadt des zentralindischen Bundesstaates Madhya Pradesh. Noch immer ist der Name dieser Industriestadt, in der fast zwei Millionen Einwohner leben, mit der Chemiekatastrophe von 1984 verbunden. In Durga Basti, einem Slum mitten in der Stadt, hat die elfjährige Muskaan Ahirwar etwas Einzigartiges und Hoffnungsvolles ins Leben gerufen: ihre Bibliothek „Kitabi Masti“, übersetzt „Bücherspaß“.

Muskaan lebt mit ihrer Mutter, ihrer großen Schwester und zwei jüngeren Brüdern in einer kleinen Hütte im Slum. Im einzigen, nur spärlich möblierten Wohnraum, in dem die ganze Familie isst, schläft und sich auch sonst aufhält, steht neben dem klobigen Kühlaggregat ein Blechschrank mit Muskaans Büchern. Jeden Nachmittag trägt Muskaan eine Auswahl ihrer literarischen Schätze hinaus und baut ihre kleine Bibliothek für die anderen Kinder des Slums auf. Denn Muskaan weiß, dass Bildung für sie und die anderen Kinder das Wichtigste ist, um aus der Armut zu kommen. Deswegen möchte Muskaan später auch Regierungsbeamte werden.

Direkt neben dem Slum liegt das Bürogebäude der staatlichen Bildungseinrichtung Rajya Shiksha Kendra. Der Leiter der Medienstelle, Amitabh Anuragi, entdeckte die besonderen Fähigkeiten Muskaans und fördert sie bis heute.

Besonders freuen sich die Kinder, wenn Pankaj kommt. Der Student besucht als Ehrenamtlicher zweimal die Woche den Slum und lernt mit den Kindern. Manchmal macht er auch Ausflüge mit ihnen, damit sie ihre Stadt besser kennenlernen. Und Muskaan und ihre Familie hat er sogar auf die Hochzeit seiner Cousine eingeladen. Natürlich geht Muskaan hin, die Arme kunstvoll verziert mit Henna-Tattoos, den Mehendi.

Freitag, 18.10. / 21:45 Uhr / Strip, Sex & Crime ~ Die Geschichte der Chippendales
Dokumentation, Deutschland, 2019, SWR 52 Min.
Regie: Nicola Graef, Julia Zinke
Online verfügbar von 18/10 bis 17/11
Erstausstrahlung

2019 feiern die Chippendales ihren 40. Geburtstag. Die Dokumentation beobachtet die Truppe und blickt erstmals hinter die Kulissen der erfolgreichen Show. Und sie fragt, was die weibliche Klientel an diesen durchtrainierten Tänzern bis heute fasziniert. Außerdem beleuchtet der Film ein brutales Verbrechen der Anfangsjahre – den Kampf zweier ehrgeiziger Männer um Macht und Geld, der mit einem unaufgeklärten Auftragsmord und dem Suizid des Gründers Somen Banerjee endete.

„Es war Disneyland für Frauen. Ein Ort, wo die Ladys machen konnten, was sie wollten“, erinnert sich Candace Mayeron. Sie spielte lange Zeit eine wichtige Rolle im ersten Club der Welt, in dem Männer sich für Frauen auszogen: bei den Chippendales. Striptease „for ladies only“. Der ehemalige Choreograph und Sänger der Chippendales in Las Vegas, Bryan Cheatham, sagt es auf seine Weise: „Worum geht es am Ende des Tages? Um Sex, jeder liebt Sex.“ Doch was die wenigsten wissen: Hinter der glamourösen Fassade blieb über Jahre ein dunkles Kapitel verborgen. Ein brutaler Kriminalfall, den die Dokumentation beleuchtet. Denn die Geschichte der Chippendales ist durchdrungen von Machtspielen, vom Kampf zweier narzisstischer Männer und von Geldgier. Der ehrgeizige indische Immigrant Somen Banerjee gründet in Los Angeles einen Tanzclub und präsentiert die erste Männer-Striptease-Show für Frauen. Da kommt der Körperkult gerade in Mode. Innerhalb weniger Jahre werden die Chippendales mit ihrem Markenzeichen Fliege und Manschetten zu einer Weltnummer. Dieser Erfolg ist auch dem Choreographen Nick De Noia zuzuschreiben. Doch zwischen ihm und Banerjee entwickelt sich eine gefährliche Konkurrenz um die Deutungshoheit der Marke. Das Drama nimmt seinen Lauf. Banerjee heuert einen Auftragskiller an und lässt De Noia kaltblütig erschießen. Erst Jahre später wird das Verbrechen aufgeklärt. Doch die Chippendales überleben die Krise und das Verbrechen, touren weiter durch die Welt und feiern jetzt ihren 40 Jahre währenden Erfolg. Die Chippendales – ein Film über Sex and Crime, erotische Träume und ein unverwüstliches Erfolgsrezept.

Freitag, 18.10. / 22:40 Uhr / Teddy Pendergrass – If You Don’t Know Me
Dokumentarfilm, Großbritannien, 2018, SWR 102 Min.
Regie: Olivia Lichtenstein
Online verfügbar von 18/10 bis 17/11
Erstausstrahlung

Teddy Pendergrass war einer der erfolgreichsten R&B-Sänger aller Zeiten, bis ein tragischer Unfall sein Leben veränderte. Als erster männlicher afroamerikanischer Künstler bekam er Ende der 70er Jahre fünf Mal hintereinander Platin in den USA, weitere goldene Alben folgten. Unvergessen sind seine Hits „Don’t Leave Me This Way“ und „If You Don’t Know Me By Now“. Schwerverletzt überlebte er 1982 einen tragischen Autounfall. In Pennsylvania war er auf einem Highway mit seinem Rolls-Royce von der Fahrbahn abgekommen. Die Folge war eine Querschnittslähmung. Der damals erst 31 Jahre alte Musiker gab nicht auf, trainierte Stimme und Atmung und erlebte 1985 ein triumphales Comeback, als er beim legendären Live-Aid-Konzert vor weltweit 1,9 Milliarden Menschen auftrat. Viele weitere Alben folgten, bis er 2010 an den Folgen eines Krebs- und Lungenleidens starb.

Der Film dokumentiert den Aufstieg des jungen R&B-Sängers, dessen musikalische Wurzeln in den Gospelchören seiner Heimatstadt Philadelphia lagen. Er erzählt vom harten und von Rassismus geprägten Alltag in den USA der 60er Jahre, vom abrupten Karriereknick und vom Kampf zurück ins Rampenlicht.

Regisseurin Olivia Lichtenstein macht sich auf eine Spurensuche nach dem Ausnahmetalent, spricht mit seiner Familie, mit Freunden und Kollegen sowie mit Branchenlegenden und Produzenten wie Kenny Gamble und Leon Huff. Der Dokumentarfilm präsentiert neben seltenem Archivmaterial die musikalischen Erfolge von Teddy Pendergrass und erzählt die ebenso emotionale wie inspirierende Geschichte des legendären afroamerikanischen Künstlers.

Freitag, 18.10. / 00:20 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2019, ARTE F 43 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Online verfügbar von 11/10 bis 17/12
Erstausstrahlung

Freitag, 18.10. / 01:05 Uhr / Lomepal – Drei Tage Rap im Studio Motorbass
Musik, Frankreich, 2019, ARTE F 62 Min.
Regie: Christophe Charrier
Mit: Lomepal
Online verfügbar von 11/10 bis 14/07
Erstausstrahlung

Lomepal lädt ins Studio ein: Drei Tage lang wurde der französische Rapper bei der Aufnahme seines neuen Akustikalbums im berühmten Pariser Studio Motorbass von einem Kamerateam begleitet. Das Ergebnis: eine packende und einfühlsame Performance, in der 15 Songs der Alben „FLIP“ und „Jeannine“ neu interpretiert wurden – ganz intim und ohne Publikum.

Das berühmte Pariser Studio Motorbass, in dem schon Musikgrößen wie die Bands Franz Ferdinand und Phoenix ihre Songs aufgenommen haben, ist drei Tage lang zum Musiklabor von Rapper Lomepal geworden. Der Franzose hat 15 Songs seiner Alben „FLIP“ (2017) und „Jeannine“ (2018) neu aufgenommen – und zwar akustisch, mit neuen Rhythmen und zusätzlichen Instrumenten. Mit von der Partie ist unter anderem Ambroise Willaume, der sich als Frontsänger der Band Revolver sowie mit seinem Soloprojekt Sage einen Namen in der französischen Musiklandschaft gemacht hat.

ARTE hat die Musiker bei ihrer Arbeit im Studio begleitet. Während Lomepal mit seiner Musik experimentiert, fängt die Kamera seine Emotionen auf und begleitet ihn, wenn er zweifelt, lacht, erzählt und improvisiert.

Das Ergebnis ist ein Musikfilm, der Live-Performances und Work-in-Progress in einer sehr persönlichen und engagierten Arbeitsatmosphäre vereint – und einen völlig neuen Blick auf die Texte und Melodien des Künstlers ermöglicht.

Freitag, 18.10. / 04:06 Uhr / Bilder allein zuhaus: Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge, Johannes Vermeer, „Casting“
(27) A Musée Vous, A Musée Moi – Saison 2 (27/30)
F
ernsehserie, Frankreich, 2018, ARTE F 2 Min.
Regie: Pablo Munoz Gomez
Online verfügbar von 18/10 bis 27/09
Erstausstrahlung

„Bilder allein zuhaus“ nimmt Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. In der zweiten Staffel der etwas anderen Museumsserie liefern zehn weltberühmte Bilder neuen Stoff für 30 neue Folgen. Von Jan Vermeers „Mädchen mit dem Perlohrgehänge“ bis hin zu Edward Hoppers „Sommerabend“ werden in der Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Vermeers „Mädchen mit dem Perlenohrgehänge“ wird als Darstellerin für einen Werbespot von einer Firma für Farben und Lacke gecastet. Diese Gelegenheit nutzt sie, um darauf aufmerksam zu machen, dass Frauen aktuell immer noch weniger verdienen als Männer …


Samstag, 19.10. / 19:30 Uhr / Manege frei: Der Lion Circus Bangladesch
Dokumentation, Deutschland, 2019, ZDF 43 Min.
Regie: Thorsten Thor
Online verfügbar von 18/10 bis 17/01
Erstausstrahlung

Bangladesch gehört zu den am dichtesten besiedelten Ländern der Welt. Eigentlich ein Vorteil für einen Wanderzirkus, doch die Tradition droht auszusterben. Nur noch wenige Große bieten Artistik, Clowns und Tiere unter einem bunten Zirkuszelt – darunter der Lion Circus.

Löwen gibt es hier allerdings schon lange nicht mehr, dafür Elefanten. Wenn die beiden Dickhäuter Fußbälle durch die Manege kicken, jubeln Kinder und staunen Erwachsene. Ein Höhepunkt ist die todesmutige Fahrt im Metallkäfig von Motorradfahrer Ram. Er hat als Clown beim Zirkus angefangen und brauchte drei Jahre, um den Stunt zu beherrschen. Das wichtigste bei all der Routine ist die Konzentration, die man bewahren muss. Nicht immer einfach, bei drei bis vier Vorstellungen täglich. Da bleibt wenig Zeit für andere Dinge im Leben. Noch ein Standort, dann steht Ramadan bevor und da ist für die 70 Zirkusleute Pause.

Der Umzug eines Wanderzirkus ist ein großes Ereignis. Unzählige Teile müssen abgebaut, auf Lastwagen verladen und am neuen Schauplatz wiederaufgebaut werden. Jeder muss mithelfen, auch die Kinder. Diesmal reist der Zirkus ins fast 300 Kilometer entfernte Shahjadpur. Hier wird auch das Neujahrsfest veranstaltet, eine Hoffnung auf viele Besucher, denn bisher lief das Geschäft schleppend. Auch in Bangladesch ist das mediale Unterhaltungsangebot groß und der Zirkus ist nicht wie früher die Attraktion. Doch der Lion Circus und seine engagierten Artisten und Arbeiter spielen und kämpfen weiter, denn sie müssen mit den Einnahmen den auftrittsfreien Ramadan und die einkommensschwache Regenzeit überbrücken.

Samstag, 19.10. / ab 20:15 Uhr / Schwerpunkt: Bücherherbst ~ Die Frankfurter Buchmesse auf ARTE
Schwerpunkt, ARTE85 Min.

Anlässlich der Frankfurter Buchmesse (16. bis 20. Oktober 2019) steht auch ARTE mit einem vielfältigen Programmangebot ganz im Zeichen des Buches. Nicht überall auf der Welt ist der Griff zum Buch so selbstverständlich wie bei uns. Davon erzählt die fünfteilige Doku-Serie „Wo Bücher die Welt bedeuten“. Die Doku-Fiktion „Gutenberg – Genie und Geschäftsmann“ schildert das Leben des Erfinders des modernen Buchdrucks.

Brennende Fragen unserer Zeit wie KI, Nachhaltigkeit und Bildungspolitik sind Thema bei der diesjährigen Frankfurter Buchmesse. Darum geht es in Gesprächsrunden unter dem Motto „Create Your Revolution“, die ARTE gemeinsam mit der Buchmesse veranstaltet. Online ab dem 18. September unter arte.tv/buchmesse

Ein Höhepunkt der Frankfurter Buchmesse ist jedes Jahr die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels. 2019 geht der Preis an den brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado. ARTE zeigt deshalb Wim Wenders‘ oscarnominiertes Porträt „Das Salz der Erde“.

Mit der Buchmesse beginnt auch die ARTE-Kollektion „Große Romane“: Werke, die uns bis heute beschäftigen und die wir zum Kanon der Weltliteratur zählen, doch deren Entstehungs- und Publikationsgeschichte alles andere als selbstverständlich war.

Zum Auftakt erzählt die Dokumentation „Der Prozess der Lady Chatterley – Orgasmus und Klassenkampf in einem englischen Garten“ die Geschichte des Ehebruch- und Liebesromans von D. H. Lawrence. Das wegen Obszönität in England verbotene Buch erschien dort in ungekürzter Fassung erst 30 Jahre nach dem Tod des Autors, nach einem international aufsehenerregenden Prozess.

Der Film „Früchte des Zorns – Klassiker der Weltliteratur“ lässt den Roman von John Steinbeck wiederaufleben, mit dem er den Finger tief in die Wunde der amerikanischen Gesellschaftspolitik zur Zeit der Großen Depression legte. Dafür erhielt er Morddrohungen, aber der spätere Literaturnobelpreisträger schrieb weiter und schuf ein sozialkritisches Meisterwerk von höchster Brisanz.

„Ich lade Sie zu meiner Hinrichtung ein – Der Fall Doktor Schiwago“ beschreibt eine wenig bekannte Seite des weltberühmten Romans, der in der UdSSR erst 30 Jahre nachdem Boris Pasternak dafür den Literaturnobelpreis erhalten hatte, erscheinen konnte. In „Salman Rushdie – Den Tod im Nacken“ erzählt der Schriftsteller von der Wirkungsgeschichte seines aus heutiger Sicht prophetischen Romans. Er musste 30 Jahre lang unter der wegen Blasphemie gegen ihn erhobenen Fatwa leben – mit Polizeischutz und im Exil.

Schließlich erzählt die Dokumentation „Das Verhängnis des Doktor Frankenstein“ vom Traum der menschlichen Unsterblichkeit, der heute aktueller ist denn je. Der Film entdeckt Mary Shelleys Roman und seine unzähligen Verarbeitungen in Theater, Film und Literatur wieder. ARTE wünscht einen schönen Bücherherbst!

Samstag, 19.10. / 20:15 Uhr / Gutenberg – Genie und Geschäftsmann
Dokumentarfilm, Frankreich, 2016, ZDFARTE F 85 Min.
Schwerpunkt: Bücherherbst
Regie: Marc Jampolsky
Online verfügbar von 18/10 bis 18/11

Johannes Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks hat die Welt unumkehrbar verändert. Das Gedankengut der Reformatoren hätte ohne ihn und den Druck mit beweglichen Lettern keine so rasche Verbreitung finden können. Was hat ihn angetrieben, waren es künstlerische Interessen oder ging es ihm eher ums Geschäft? Welche technischen Detailprobleme musste er lösen, bevor er seine 42-zeilige Bibel drucken konnte?

Den Mann des Jahrtausends nannte man ihn: Johannes Gutenberg steht für eine Erfindung, die die Welt unumkehrbar verändert hat. Nicht nur die Schriften der Reformation hätten ohne ihn und den Druck mit beweglichen Lettern nicht so rasch Verbreitung gefunden, auch die Weitergabe von Wissen hat sich durch die neue Technik in ungeahntem Maße beschleunigt. Die Aufklärung und das Zeitalter der Wissenschaft sind ohne Johannes Gutenberg schwer denkbar. Doch was trieb ihn an? Waren es künstlerische Interessen oder ging es ihm eher ums Geschäft? Und welche technischen Detailprobleme musste er lösen, bevor er die 42-zeilige Bibel drucken konnte? Das deutsch-französische Doku-Drama zeichnet den langwierigen, von Versuchen und Rückschlägen geprägten Entstehungsprozess einer epochemachenden Erfindung nach. Die Druckpresse, der Guss der Lettern, die Qualität der Druckerschwärze – Gutenberg musste zahlreiche Detailprobleme lösen, bevor er die ersten Schriften vervielfältigen konnte. In Mainz geboren, ging er früh nach Straßburg, wo er vermutlich seine Versuche startete. Prozesse, die er führte, belegen das. Erst nach seiner Rückkehr nach Mainz erscheinen seine ersten Drucke. In Mainz tut er sich mit Johannes Fust und Peter Schöffer zusammen, um sein schönstes Werk zu drucken: die 42-zeilige Bibel. Das filmische Porträt von Marc Jampolsky zeigt den genialen Erfinder in einem neuen Licht: als einen Mann am Vorabend einer neuen Zeit, der sich nach und nach als hartnäckiger Querulant, wagemutiger und gerissener Geschäftsmann, enthusiastischer Erfinder und genussfreudiger Lebemann entpuppt.

Sonntag, 20.10. / 05:05 Uhr / Das sinnliche Buch
Dokumentation, Deutschland, 2016, NDR 51 Min.
Regie: Katja Duregger
Online verfügbar von 20/10 bis 27/10

Eine Reise durch das Universum der Buchkunst: Das hochwertig gebundene Buch ist ein Gesamtkunstwerk, es soll nicht nur durch den Inhalt bestechen, sondern auch durch Form, Farbe, Illustration, Typographie und Papier. In der Dokumentation bieten bekannte Buchgestalter Einblicke in ihre Werkstatt und stellen die unterschiedlichen Facetten der Buchgestaltung vor.

Das hochwertig gedruckte Buch ist ein Gesamtkunstwerk, das Faszinierende ist neben dem Inhalt auch die Form, die Farbe, die Illustration, die Typographie, die Bilder, das Papier – es ist die Gestaltung von Büchern, die liebevollen Details, die die Leidenschaft groß und das Buch zu einem sinnlichen Erlebnis werden lassen.

Die Dokumentation zeigt die verschiedenen Aspekte der Gestaltung von Büchern. Bekannte Buchmacher wie die holländische Buchgestalterin Irma Boom, der Göttinger Verleger und Drucker Gerhard Steidl, der britische Cover Artist Jon Gray, der Pariser Verleger Gérard Berréby, der Hamburger Buch- und Mediengestalter Rainer Groothuis und der französische Zeichner, Autor und Illustrator Bernard Granger alias Blexbolex bieten einen Einblick in ihre Arbeit und zeigen, welchen zentralen Anteil die gestalterischen Details an unserer Liebe zum Buch haben.

Es ist eine außergewöhnliche Reise durch das Universum der Buchkunst und der Buchgestaltung, die zeigt, dass das Buch auch die digitale Revolution überleben wird.

Sonntag, 20.10. / 11:55 Uhr / Die großen Mythen (09/10): Die Ilias – Sieg oder Tod
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2018, ARTE F 26 Min.
Regie: Nathalie Ansellem
Online verfügbar von 13/10 bis 10/11
Erstausstrahlung

Die Doku-Reihe über das antike Griechenland begibt sich auf eine spannende Suche nach den Gründungsmythen unserer Zivilisation. Bei den Göttern kämpfen beide Lager gegeneinander, während Achilles mit seinem Gemetzel fortfährt. Mit Athenas Hilfe tötet Achilles Hektor und schleift seinen Körper zum Lager der Griechen. König Priamos fleht Achilles an, er möge die sterblichen Überreste seines Sohnes herausgeben. Und Odysseus hat eine zündende Idee, wie die Trojaner endlich besiegt werden können.

Aufgrund der Feuerkugeln des Gottes Hephaistos stehen der Fluss Skamandros und seine Ufer in Flammen. Der Flussgott Skamandros lenkt ein und verschont Achilles, der sogleich erneut zum Angriff stürmt. Selbst die Götter sind von seiner unmenschlichen Wut schockiert. Sie beschimpfen und bekämpfen sich gegenseitig, der Olymp ist kaum wiederzuerkennen. Auf dem Schlachtfeld fürchtet sich Hektor, als er Achilles auf ihn lospreschen sieht. Endlich kommt es zum Duell der beiden Helden. Hektor schleudert seinen Speer auf Achilles, doch Athena lenkt ihn auf dessen Schild. Achilles tötet Hektor, bindet den Leichnam an seinen Wagen und umfährt die Mauern Trojas. Nach Einbruch der Nacht begibt sich der alte König Priamos zu Achilles und fleht ihn an, ihm die sterblichen Überreste seines Sohnes zu überlassen. Achilles ist gerührt und gibt nach. An diesem Abend hat Odysseus eine zündende Idee, wie die Griechen endlich siegen könnten.

Zusatzinfo:

Die Dokumentationsreihe über das antike Griechenland begibt sich auf eine spannende Suche nach den Gründungsmythen unserer Zivilisation. Die Reise durch die Geschichte zeigt die Abenteuer rund um die Schicksale von Göttern, Helden und anderen bedeutenden Gestalten der Mythologie, die bis heute eine faszinierende Ausstrahlungskraft besitzen.

Sonntag, 20.10. / 12:20 Uhr / Die großen Mythen (10/10): Die Ilias – Das Trojanische Pferd
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2018, ARTE F 26 Min.
Regie: Camille Dalbéra
Online verfügbar von 13/10 bis 10/11
Erstausstrahlung

Die Doku-Reihe über das antike Griechenland begibt sich auf eine spannende Suche nach den Gründungsmythen unserer Zivilisation. Die Trojaner bemerken, dass die Griechen abgezogen sind und ein Holzpferd am Ufer aufgestellt haben. Priamos lässt es in die Stadt bringen. Nachts kommen die griechischen Krieger aus ihrem Versteck und metzeln die Trojaner nieder. Am nächsten Morgen macht sich Odysseus auf die Heimreise, doch er kann sich über den Sieg nicht freuen.

Die Trojaner bemerken überrascht, dass die Griechen übereilt aufgebrochen sind. Nur ein imposantes, mysteriöses Holzpferd steht noch am Ufer, wo einst ihr Lager war. Jemand wirft eine Lanze in seine Flanke, doch die griechischen Krieger im Inneren rühren sich nicht. Unter ihnen ist auch Odysseus, der sich die List ausgedacht hat. Als die Trojaner davon überzeugt sind, dass das Pferd eine Opfergabe an Athena ist, lässt Priamos es in die Stadt bringen. Nachts verlassen die Griechen ihr Versteck und öffnen die Tore der Stadt. Die übrigen Soldaten stürmen herein und ein furchtbares Gemetzel beginnt. Menelaos begegnet Helena. Paris trifft Achilles‘ Ferse mit einem Pfeil, woraufhin der zusammenbricht. Zeus sind die Hände gebunden. Er versteht, dass die Menschen nach einem solchen Blutbad nicht mehr an die Götter glauben können. Während Troja noch in Flammen steht, macht sich Odysseus mit seinen Gefährten auf den Heimweg. Doch das überschwängliche Siegesgefühl bleibt aus. Zehn Jahre Krieg – aber wer wird sich schon an den Trojanischen Krieg erinnern?

Sonntag, 20.10. / 15:30 Uhr / Toulouse-Lautrec ~ Der Tausendsassa
Dokumentation, Frankreich, 2018, ARTE F 53 Min.
Regie: Gregory Monro
Online verfügbar von 13/10 bis 19/12
Erstausstrahlung

Henri de Toulouse-Lautrec ist berühmt für seine post-impressionistischen Plakate und seine Frauenporträts aus der Halbwelt des Künstlerviertels Montmartre. Wie kein anderer fing er mit nur wenigen Strichen Bewegungen ein. Bis zu seinem Tod im Alter von 37 Jahren fertigte er insgesamt 737 Gemälde, 275 Aquarelle, 369 Lithografien und Plakate sowie über 4.700 Illustrationen. Mit überbordender Energie und ungeachtet seiner Behinderung fand er seine Inspiration in Cabarets, Theatern und anderen Vergnügungsorten. Er brach mit der bürgerlichen Malertradition und war seiner Zeit voraus: Die von ihm geprägten neuen Ausdrucksformen in Illustration und Malerei legten den Grundstein für die moderne Werbung.

Seine Frauenporträts aus der Halbwelt des Künstlerviertels von Montmartre gingen um die Welt. Um Werk und Persönlichkeit des Malers Henri de Toulouse-Lautrec ranken sich zahlreiche Klischees und Halbwahrheiten. Die Dokumentation lässt eine bestimmte Facette von Lautrec aufleben: die des lebensbejahenden, vielseitigen und unersättlichen Tausendsassas. Wegen seiner Behinderung und seines undankbaren Körperbaus wand sich Henri de Toulouse-Lautrec schon früh der Beschäftigung des Malens und Zeichnens zu. Er interessierte sich für alles, nahm jeden zum Modell, skizzierte wie kein anderer Gesichter und Körper in Bewegung, experimentierte mit Techniken und Winkeln, befreite die Malerei von akademischen Regeln, erfand die Lithografie neu und ebnete mit seinen berühmten Plakaten den Weg für die moderne Werbung. Nach einer akademischen Ausbildung, beeinflusst von Degas und Manet und persönlich mit Van Gogh befreundet, wandte er sich von den klassischen Grundsätzen und akademischen Motiven ab und brach mit der Tradition der bürgerlichen Malerei, um seinen eigenen Stil zu finden. Seine Inspiration schöpfte er in den Pariser Cabarets, Theatern und Bordellen, bei seiner Familie und seinem Freundes- und Bekanntenkreis. Was Lautrec vor allem auszeichnete, war sein besonderer Blick auf Situationen und Menschen. Die künstlerische Anerkennung brachte ihm sein originelles Moulin-Rouge-Plakat „La Goulue“. Er frequentierte die Pariser Literaturszene sowie Künstler und Intellektuelle wie Thadée Natanson, Pierre Bonnard, Tristan Bernard und Jules Renard.

Sonntag, 20.10. / 16:25 Uhr / Das Rote Erbe – Künstler und die sozialistische Vergangenheit
Protest auf Ruinen – Bulgarien
Schwerpunkt: 30 Jahre Fall des Eisernen Vorhangs
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2019, MDR 26 Min.
Regie: Susanna Schürmann
Erstausstrahlung

30 Jahre nach dem Mauerfall setzen sich Künstler in den ehemaligen Ostblockstaaten mit dem sozialistischen Erbe auseinander. In Bulgarien revoltiert eine junge Kunstszene. Die Dokumentation begleitet unter anderen den Fotografen Nikola Mihov mit seinem Projekt „Forget Your Past“ und die Filmemacherin Diana Ivanova, die in Archiven Belege für die andauernde Macht der alten Herrscher entdeckt hat. Bei ihrem jährlichen Goatmilk-Festival bringt sie Künstler und Einheimische zusammen, um über das Vergangene zu sprechen.

Bulgarien ist das ärmste EU-Mitglied, der Alltag wird immer noch dominiert von Korruption, Armut und dem langen Arm Russlands. Dagegen revoltiert eine junge Kunstszene. Sie fordert die überfällige Auseinandersetzung mit dem sozialistischen Erbe. Als Bühne dafür dienen oft die allgegenwärtigen Monumente der kommunistischen Ära. Der Fotograf Nikola Mihov dokumentiert in seinem Projekt „Forget Your Past“ eben diese Relikte einer komplexen Vergangenheit. Die Dokumentation begleitet außerdem die Street-Artists von Destructive Creation, die in nächtlichen Guerilla-Aktionen den sowjetischen Giga-Skulpturen einen neuen Look verpassen. Und die Filmemacherin Diana Ivanova hat in Archiven Belege für die andauernde Macht der alten Herrscher entdeckt und bringt in ihrem jährlichen Goatmilk-Festival Künstler und Einheimische zusammen, um über das Vergangene zu sprechen.

Zusatzinfo:
30 Jahre nach dem Mauerfall wird in den ehemaligen Ländern des Ostblocks die Erinnerung an den Kommunismus offiziell eher verdrängt. Ganz anders die Künstler, sie setzen sich mit dem sozialistischen Erbe auseinander, legen den Finger in die Wunden, loten Unausgesprochenes aus, spüren verlorenen Sehnsüchten nach und spiegeln damit auch die Vielfalt der Umwandlungsprozesse in ihren Heimatländern wider.

Sonntag, 20.10. / 16:55 Uhr / Metropolis ~ Oslo
Schwerpunkt: Bücherherbst
Magazin, Deutschland, 2019, HR 43 Min.
Online verfügbar von 20/10 bis 18/01
Erstausstrahlung

(1): Metropolenreport Oslo – Norwegens Hauptstadt träumt grün
(2): Sol Gabetta – Auf der Suche nach dem perfekten Ton

(1): Metropolenreport Oslo – Norwegens Hauptstadt träumt grün
Norwegen ist 2019 Ehrengast der Frankfurter Buchmesse, die Hauptstadt Oslo literarisches Zentrum und Europas Klimahauptstadt. Der Klimawandel und die Artenvielfalt beschäftigt auch die norwegischen Schriftsteller – von Bestsellerautorin Maja Lunde bis zum Krimischriftsteller Lars Lenth. 

(2): Sol Gabetta – Auf der Suche nach dem perfekten Ton
Sie hat eine ganz besonders enge Beziehung zu ihrem Cello: Sol Gabetta. Die Virtuosin umhegt ihr Guadagnini-Cello aus dem Jahre 1759, entlockt ihm unglaubliche Töne, Klänge, Schreie.

Sonntag, 20.10. / 17:40 Uhr / Sternstunden der Musik: Anne-Sophie Mutter und Herbert von Karajan – Das Beethoven-Konzert
Musik, Deutschland, 2019, ZDF 43 Min.
Regie: Eric Schulz
Dirigent: Herbert von Karajan
Orchester: Berliner Philharmoniker, European Union Youth Orchestra
Mit: Anne-Sophie Mutter (Violine)
Online verfügbar von 19/10 bis 19/11
Erstausstrahlung

Anne-Sophie Mutter und Herbert von Karajan machen ihre vielleicht bedeutendste Aufnahme – und keiner bekommt es mit? Zweimal nehmen die beiden Beethovens Violinkonzert auf, beim zweiten Mal nur für die Filmkameras. Der Mitschnitt wird erst nach Karajans Tod veröffentlicht – weitgehend unbemerkt. Anne-Sophie Mutter, Musiker der Berliner Philharmoniker und Stars von heute kommentieren diese Sternstunde der Musik.

In der legendären Zusammenarbeit zwischen Herbert von Karajan und Anne-Sophie Mutter nimmt das Violinkonzert von Beethoven eine Sonderstellung ein. Mit keinem Werk traten die beiden häufiger gemeinsam auf als mit diesem berühmtesten aller Violinkonzerte. 16 Jahre alt war die junge Geigerin bei ihrem Beethoven-Debüt unter Karajan – und 20 beim letzten Durchlauf. Beide Male war kein Publikum im Saal. Während sich das aufsehenerregende Debüt auf Schallplatte in aller Welt verbreitete, blieb die filmisch dokumentierte letzte Aufführung bis über Karajans Tod hinaus unveröffentlicht und anschließend auf Video Disc weitestgehend unbeachtet. Dabei war das die eigentliche Sternstunde! Musiker von heute, darunter die Geigerin Lisa Batiashvili, sowie damals an der Aufnahme beteiligte Musiker der Berliner Philharmoniker und Anne-Sophie Mutter selbst schauen und hören sich das Konzert an. Sie kommentieren die Musik und das menschlich-künstlerische Verhältnis von Dirigent und Solistin, von Herbert von Karajan und Anne-Sophie Mutter. Auch heute, bald vier Jahrzehnte danach, ist Anne-Sophie Mutter mit dem Beethoven-Konzert auf den Konzertpodien der Welt unterwegs. Mit dem Zuschauer erlebt sie diese Sternstunde der Musik nach, deren Geheimnis in der einzigartigen Chemie zwischen dem Jahrhundertdirigenten und dem jungen Ausnahmetalent Anne-Sophie Mutter zu liegen scheint.

Zusatzinfo:
Für alle, die das Konzert vollständig genießen wollen: Ab der Ausstrahlung der Sendung ist es im Internet unter concert.arte.tv abrufbar.

Sonntag, 20.10. / 23:40 Uhr / Die Barenboim-Said Akademie – Jenseits der Musik
Dokumentation, Deutschland, Schweiz, 2019, RBB 52 Min.
Regie: David Bernet
Online verfügbar von 20/10 bis 19/11
Erstausstrahlung

Die neu gegründete Barenboim-Said Musikakademie in Berlin ist ein Experiment. Sie soll vor allem junge Musiker aus dem Nahen Osten zusammenbringen: Juden, Moslems und Christen. Daniel Barenboim wollte für sie einen geschützten Raum schaffen, einen Ort der Begegnung, fernab von Krieg und Krisenalltag. Die Dokumentation porträtiert die Hochschule, in der humanistische Ideale, Musik und Philosophie zu Hause sind.

2019 ist es 20 Jahre her, dass Daniel Barenboim und der Literaturwissenschaftler Edward Said das West-Eastern Divan Orchestra gründeten, in dem junge Musiker aus dem Nahen Osten gemeinsam musizieren. Seitdem ist es nicht nur zu einem weltweit gefeierten Spitzenorchester geworden, sondern auch zu einem wichtigen Symbol für das friedliche Miteinander verschiedener Kulturen. Mit der Eröffnung der Barenboim-Said Akademie in Berlin hat der Geist des Orchesters – rund 15 Jahre nach dem Tod Edward Saids – jetzt seine feste Heimat gefunden. Für Daniel Barenboim ist die Akademie ein Herzensprojekt. Selbst wenn verschiedene Kulturen und politische Ansichten aufeinanderprallen, schaffe Musik doch Verständigung, so Barenboim. Der Filmemacher David Bernet wirft in seiner Dokumentation einen Blick hinter die Kulissen und zeigt eine Hochschule, die höchste Ansprüche an die Kunst wie an die Lernenden und Lehrenden stellt und die dem Humanismus und der Aufklärung verpflichtet ist.

Sonntag, 20.10. / 01:30 Uhr / Eröffnungskonzert Pierre Boulez Saal
Musik, Deutschland, 2017, RBB 94 Min.
Regie: Henning Kasten
Komponist: Jörg Widmann, Pierre Boulez, Alban Berg
Dirigent: Daniel Barenboim
Orchester: Boulez Ensemble

Mit: Jörg Widmann (Klarinette), Karim Said (Klavier), Michael Barenboim (Violine)
Online verfügbar von 20/10 bis 18/01

Der zweite Teil der Eröffnung des neuen Pierre Boulez Saals beginnt mit Alban Bergs Kammerkonzert für Klavier und Geige mit 13 Bläsern. Auf den Klarinettisten und Komponisten Jörg Widmann mit seiner „Fantasie für Soloklarinette“ folgt dann zum Abschluss des Konzertprogramms eine weitere Komposition des Namensgebers Pierre Boulez: „Sur Incises“, ein groß angelegtes Werk für drei Klaviere, drei Harfen und drei Schlagzeuger.
Der vom renommierten Architekten Frank Gehry pro bono, also ohne Honorar, entworfene Pierre Boulez Saal befindet sich im ehemaligen Kulissenlager der Berliner Staatsoper Unter den Linden und ist das Herzstück der Barenboim-Said Akademie, einer von Daniel Barenboim initiierten neuen Hochschule mitten in Berlin. Die Akademie ist dem Geist des West-Eastern Divan Orchestra verpflichtet, einem zu gleichen Teilen aus jungen israelischen und arabischen Musikern bestehenden Orchester, das Daniel Barenboim 1999 gemeinsam mit dem amerikanisch-palästinensischen Literaturwissenschaftler Edward W. Said gründete. Bis zu 90 Studierende aus Israel und den arabischen Ländern sollen an der Barenboim-Said Akademie in Zukunft unterrichtet werden. Neben musikalischem Unterricht stehen auch geisteswissenschaftliche Kurse zu Philosophie, Geschichte und Literatur im Lehrplan des vierjährigen Bachelor-Studiengangs. Geleitet wird die Barenboim-Said Akademie vom ehemaligen Staatsminister für Kultur und Medien, Michael Naumann. Intendant des Pierre Boulez Saals ist Ole Bækhøj, zuvor Intendant des Mahler Chamber Orchestra und des Danish National Symphony Orchestra.

Zusatzinfo:

Das Konzert ist auch im Internet auf ARTE Concert zu sehen unter: concert.arte.tv

Montag, 21.10. / 04:21 Uhr / Bilder allein zuhaus: Marilyn Monroe, Andy Warhol, „Legehennen“
(6) A Musée Vous, A Musée Moi – Saison 2 (6/30)
Fernsehserie, Frankreich, 2018, ARTE F 2 Min.
Regie: Pablo Munoz Gomez
Online verfügbar von 21/10 bis 30/09
Erstausstrahlung

„Bilder allein zuhaus“ nimmt Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. In der zweiten Staffel der etwas anderen Museumsserie liefern zehn weltberühmte Bilder neuen Stoff für 30 neue Folgen. Von Jan Vermeers „Mädchen mit dem Perlohrgehänge“ bis hin zu Edward Hoppers „Sommerabend“ werden in der Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Die vier Marilyn Monroes aus Andy Warhols „Shot Marilyns“ (1964) haben es satt, in ihren Bilderrahmen wie Käfighennen eingesperrt zu sein. Doch glücklicherweise hat Andy Warhol ihnen eine kleine Überraschung hinterlassen …

Mittwoch, 23.10. / 05:00 Uhr / Zubin Mehta – Dirigent und Weltbürger
Dokumentation, Deutschland, 2016, ZDF 53 Min.
Regie: Bettina Ehrhardt
Online verfügbar von 22/10 bis 30/10

Zubin Mehta ist einer der charismatischsten Dirigenten unserer Zeit. Ein Weltbürger, der viele Facetten in seiner Person vereint: indische Kultur und parsische Spiritualität, nordamerikanische Lebensart und europäische Musiktradition. ARTE begleitet ihn an aktuelle Wirkungsstätten und wichtige Stationen seines Lebens.

Spricht man über Zubin Mehta, so ist seine überragende Leistung im klassischen Konzert und in der Oper nur ein Thema – das andere ist sein Engagement für eine bessere Welt. Immer wieder hat er politische Zeichen gesetzt, so als er 1967 im Sechstagekrieg nach Israel eilte und das in Gasmasken spielende Israel Philharmonic Orchestra dirigierte. Oder als er mit dem Bayerischen Staatsorchester in die Krisenregion Kaschmir reiste, als Versöhnungsappell an Indien und Pakistan. Dieses Verantwortungsbewusstsein teilt er mit Daniel Barenboim. Beide verbindet eine lebenslange Freundschaft.

Die Dokumentation begleitet Zubin Mehta an Orte, die eng mit seinem Leben verbunden sind, Mumbai, Israel, Berlin und Florenz – und wirft einen Blick zurück auf eine große Karriere zwischen Europa und Nordamerika. Einer weiten Öffentlichkeit bekannt wurde Zubin Mehta 1990, als er anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft in Italien das erste Konzert der drei Tenöre Carreras, Domingo und Pavarotti dirigierte. Sein Gespür für publikumswirksame Großereignisse führte zu der Idee, Operndramen wie „Tosca“ oder „Turandot“ live an den Orten ihrer Handlung zu verfilmen – in Rom und Peking. Damit schrieb er Fernsehgeschichte.

Zubin Mehta, 1936 in Indien geboren, ist besonders mit dem deutschsprachigen Raum verbunden: 1961 dirigierte er als damals jüngster Dirigent die Berliner Philharmoniker, ist Ehrendirigent des Bayerischen Staatsorchesters sowie der Münchner und der Wiener Philharmoniker.

Zusatzinfo:

Das Programm wird auch auf ARTE Concert begleitet: concert.arte.tv

Mittwoch, 23.10. / 20:15 Uhr / Gemma Bovery – Ein Sommer mit Flaubert
Frankreich, 2013, ARTE F 95 Min.
Regie: Anne Fontaine
Drehbuch: Pascal Bonitzer, Anne Fontaine
Autor: Posy Simmonds
Produktion: Albertine Productions, Ciné@, Gaumont, France 2 Cinéma
Produzent: Philippe Carcassonne, Matthieu Tarot
Kamera: Christophe Beaucarne
Schnitt: Annette Dutertre
Musik: Bruno Coulais

Mit: Fabrice Luchini (Martin Joubert), Gemma Arterton (Gemma Bovery), Jason Flemyng (Charlie Bovery), Isabelle Candelier (Valérie Joubert), Niels Schneider (Hervé de Bressigny), Mel Raido (Patrick), Elsa Zylberstein (Wizzy)

Erstausstrahlung

Martin Joubert hatte genug von seinem Leben als typischer Pariser Hipster und kehrte zurück in sein Heimatdorf in der Normandie. Dort lebt der Literaturliebhaber nun seit einigen Jahren ein ruhiges Leben als Bäcker. Als ein englisches Paar namensCharles und Gemma Bovery ein baufälliges Anwesen in seiner Nachbarschaft erwirbt, ist seine große Vorstellungskraft aktiviert. Ist diese Namensähnlichkeit am Schauplatz von Flauberts berühmtem Roman zufällig? Regelmäßig führt Martin seinen Hund in der Nähe des Hauses der Boverys aus und erfährt dabei zunehmend Details über die Fremden. Er entdeckt unheimliche Parallelen zwischen Gemma und der Hauptperson seines Lieblingsromans „Madame Bovary“ und fühlt sich immer mehr in die Geschichte versetzt. Schließlich verliebt sich der melancholische Martin in Gemma und hofft, dass ihr Leben nicht wie das der Emma Bovary enden wird. Er muss sie warnen, doch Gemma kennt noch nicht einmal diesen Klassiker der Weltliteratur.  

Zusatzinfo:

 „Gemma Bovery“ basiert auf der gleichnamigen, 1999 erschienenen Graphic Novel von Posy Simmonds. Der Film wurde beim Toronto International Film Festival 2014 gezeigt, die Regisseurin Anne Fontaine beim Red Sea International Film Festival im selben Jahr nominiert.

Mittwoch, 23.10. / 21:50 Uhr / Früchte des Zorns, Klassiker der Weltliteratur
Schwerpunkt: Bücherherbst
Dokumentation, Frankreich, 2018, ARTE F 54 Min.
Regie: Priscilla Pizzato
Online verfügbar von 16/10 bis 22/12
Erstausstrahlung

„Es ist erschütternd, wie viele Kinder in unseren Tälern verhungern“, schreibt John Steinbeck seiner Verlegerin 1938, als eine heftige Wirtschaftskrise die USA erschüttert. Ein Jahr später, im März 1939, erscheint „Früchte des Zorns“. Die tragische Odyssee der Familie Joad zählt seitdem zu den Klassikern der Weltliteratur. In dem preisgekrönten Roman geht es um Pächter aus Oklahoma, die während der Großen Depression von ihrem Land vertrieben wurden und von einem neuen Leben in Kalifornien träumen. „Früchte des Zorns“ thematisiert die Auswüchse des Kapitalismus, die Mechanisierung der Arbeit und die Entfremdung des Menschen von der Natur. Außerdem führt Steinbeck dem Leser vor Augen, wie Rassismus und Hass gegen Migranten entsteht. Vor diesem Hintergrund ist der Roman heute wieder aktueller denn je.

Mit einem Paukenschlag zieht im April 1939 „Früchte des Zorns“ in das Pantheon der Literatur ein. Die Amerikaner sind zerstritten angesichts der Odyssee der Familie Joad, Pachtbauern aus Oklahoma, die wie Tausende andere während der Zeit der Großen Depression von ihrem Land vertrieben wurden. Sie folgten der Route 66 und dem Traum von einem neuen Leben in Kalifornien. Auf ihrem Weg wurden sie jedoch ausgebeutet und in Elendslager gesteckt. Sie sahen sich mit Hunger und dem Hass der Einheimischen konfrontiert. Steinbeck zeigt in „Früchte des Zorns“ die verschiedenen Phasen, die zur Entmenschlichung eines großen Teils der Bevölkerung führten. Und wenn er die wichtigsten Gründungsmythen der USA neu betrachtet, dann nur, um ganz nebenbei einige zu widerlegen.

Der Roman wurde eine halbe Million Mal verkauft und durch den 1940 von John Ford gedrehten Film noch berühmter. Es handelt sich um eine amerikanische Geschichte. Tatsächlich bietet das Buch jedoch viel mehr. Es erzählt von den Verdammten dieser Erde, den Binnenmigranten, die auf zynische Ausbeuter und eine feindselige und ängstlich gestimmte Bevölkerung stoßen. Damit scheint er nachfolgenden Generationen einen Spiegel vorzuhalten.

Seit der Veröffentlichung des berühmten Werks sind 80 Jahre vergangen, seit Beginn der Weltwirtschaftskrise 1929 sind es 90 Jahre. Aus diesem Anlass setzt sich die Dokumentation mit der Entstehung des Romans, seinen Themen, seiner erneuten Rezeption während der Finanzkrise im Jahr 2008 auseinander. Dieser Kultroman lässt den Leser nicht nur in die amerikanische Geschichte eintauchen – er regt ihn dazu an, die Welt von heute zu hinterfragen.

Mittwoch, 23.10. / 04:44 Uhr / Bilder allein zuhaus: Jean-Baptiste Belley, Anne-Louis Girodet, „Ich habe einen Traum“
Fernsehserie, Frankreich, 2018, ARTE F 2 Min.
Regie: Pablo Munoz Gomez
Online verfügbar von 23/10 bis 02/10
Erstausstrahlung

„Bilder allein zuhaus“ nimmt Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. In der zweiten Staffel der etwas anderen Museumsserie liefern zehn weltberühmte Bilder neuen Stoff für 30 neue Folgen. Von Jan Vermeers „Mädchen mit dem Perlohrgehänge“ bis hin zu Edward Hoppers „Sommerabend“ werden in der Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Jean-Baptiste Belley aus Anne-Louis Girodets gleichnamigen Gemälde (1797) hatte einen seltsamen Traum von Freiheitskämpfen und Fausthandschuhen, wie er seinem Gemäldekameraden Abbé Raynal mitteilt.

Freitag, 25.10. / 23:50 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2019, ARTE F 43 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Online verfügbar von 18/10 bis 24/12
Erstausstrahlung

Freitag, 25.10. / 00:35 Uhr / Neneh Cherry – Konzert in Paris
Musik, Frankreich, 2019, ARTE F 71 Min.
Regie: Sebastien Lefebvre
Online verfügbar von 18/10 bis 24/11
Erstausstrahlung

In den 80er und 90er Jahren lieferte die schwedische Sängerin mit Songs wie „Buffalo Stance“, „Under My Skin“ oder „Seven Seconds“ Hits am laufenden Band, bevor es eine Zeit lang etwas stiller um Neneh Cherry wurde, doch untätig war sie nicht. Am 28. Februar 2019 stellte sie dem Publikum der Pariser Konzertbühne Trianon und exklusiv auf ARTE Concert ihr fünftes Solo-Album mit dem Titel „Broken Politics“ vor. Das Opus ist soul-lastiger, politischer und engagierter als die Vorgänger. Das Release-Konzert räumte die letzten Zweifel aus: Die großartige Neneh Cherry feiert ihr Comeback.

Die schwedische Sängerin Neneh Cherry ist neben Björk und PJ Harvey eine der weiblichen Pop-Ikonen der 90er Jahre. Die Hip-Hop-Künstlerin mit schwedischer Mutter und afrikanischem Vater, Stieftochter von Jazz-Trompeter Don Cherry, brachte 1989 ihr Debütalbum „Raw Like Sushi“ heraus. Ihr den Zeitgeist treffender Musikstil irgendwo zwischen Rap und Electro verhalf ihr umgehend zum Erfolg.

Die britische Trip-Hop-Band Massive Attack aus der Musikszene in Bristol nennt Neneh Cherry als prägenden musikalischen Einfluss. 1992 bekräftigte die Künstlerin ihren Status als neue Ikone mit dem Album „Homebrew“ und im Duo gesungenen Songs: zusammen mit Guru, der Hälfte der New Yorker Zwei-Mann-Band Gang Starr, und Michael Stipe, dem Sänger der Band R.E.M.

Zwei Jahre später machte sie mit „7 Seconds“ und damit einem weiteren Duo Furore, diesmal mit dem senegalesischen Star Youssou N’Dour. Der Song erreichte Platz eins der Charts in Frankreich – ganze vier Monate lang, damals ein Rekord. Geschwächt durch eine Borreliose musste Neneh Cherry anschließend etwas kürzertreten.

Nach der Jahrtausendwende traten zahlreiche Künstler für gemeinsame Projekte an sie heran, darunter Peter Gabriel, Damon Albarn mit den Gorillaz, Groove Armada, der deutsche DJ Timo Maas, der französische DJ Agoria und erst vor kurzem ihre Landsmännin Robyn.

Ihre Rückkehr ins Musikbusiness blieb jedoch zunächst in der Familie: Aus „CirKus“, einem Trip-Hop-Projekt mit ihrem Mann Cameron McVey, einer ihrer Töchter und deren Partner, entstanden zwei Alben. 2013 produziert Neneh Cherry dann mit Unterstützung des Londoner Produzenten Four Tet ihr viertes Studioalbum „Blank Project“. Aber ihr echtes Comeback besiegelt das im letzten Jahr erschienene Album „Broken Politics“. Die Auskopplung „Kong“, ein mit Robert „3D“ Del Naja von Massive Attack eingespielter, engagierter Song wurde von Kritik und Publikum gleichermaßen gefeiert. Und das Release-Konzert im Pariser Trianon räumte die letzten Zweifel aus: Neneh Cherry is back!

Freitag, 25.10. / 01:45 Uhr / Berlin Live: The Cat Empire
Musik, Deutschland, 2018, ZDF 60 Min.
Regie: Stefan Mathieu
Online verfügbar von 24/10 bis 24/11
Erstausstrahlung

Groovy, funky, tanzbar – The Cat Empire vereint unterschiedlichste Stilelemente wie Hip-Hop, Jazz, Funk, Rock und Reggae in ihren Songs zu einer aufregenden Musik-Mixtur. Die Band lässt sich seit 20 Jahren keinem festen Musikstil zuordnen, und das genau ist die Absicht der Jungs aus Melbourne. Sie überraschen stets mit neuen Sounds und Stil-Fusionen. Mit ihrem neuen Album „Stolen Diamonds“ machen die Australier auf ihrer Tour auch bei „Berlin Live“ halt.

Groovy, funky, tanzbar – The Cat Empire vereint unterschiedlichste Stilelemente wie Hip-Hop, Jazz, Funk, Rock und Reggae in ihren Songs zu einer aufregenden Musik-Mixtur. Die Band lässt sich seit 20 Jahren keinem festen Musikstil zuordnen und das genau wollen die Jungs aus dem australischen Melbourne auch ganz bewusst. Die Musiker um den Leadsänger und Perkussionisten Felix Riebl überraschen von Anfang an stets mit neuen Sounds und Stil-Fusionen. Und das vor allem bei ihren mitreißenden Live-Auftritten, die immer eine ganz große Party sind. Mit ihrem neuen Album „Stolen Diamonds“ machen die Australier auf ihrer ausgedehnten Welttour auch bei „Berlin Live“ im Neuköllner SchwuZ halt.


Diese Übersicht wird stets mehrere Wochen vor den jeweiligen Sendeterminen erstellt. Aktuelle Programmänderungen sind u. U. nicht berücksichtigt. Diese finden sich auf www.arte.tv.