TV-Tipps 3sat:


Montag, 21.10. / 01:45 Uhr / New Pop Festival 2019 (1/11): Picture This
Konzert vom 12.9.2019 im Kurhaus BadenBaden
Erstausstrahlung
ARD/SWR

Das Debütalbum der Band aus Irland ist erfolgreicher gestartet als damals das Debüt von U2! Picture This zählt in Irland zu den erfolgreichsten Acts.

Die Jungs schaffen es, die Arena in Dublin fünf Abende in Folge auszuverkaufen. Angefangen hat alles mit dem Popsong „Take My Hand“. Aus einer Laune heraus schrieb Sänger Ryan Hennessy in nur fünf Minuten das Lied über eine Romanze und lud es auf Facebook hoch.

Der heutige Schlagzeuger Jimmy erkannte das Potenzial und lud Ryan in sein Studio ein. Erst durch den Song ist die Band entstanden. Ihr neues Album heißt „Modern Love“ beziehungsweise „MDRN LV“.

Montag, 21.10. / 02:30 Uhr / New Pop Festival 2019 (2/11): Declan J Donovan
Konzert vom 12.9.2019 im Theater BadenBaden
Erstausstrahlung
ARD/SWR

Declan J Donovan überrascht als Trauzeuge bei der Hochzeitsfeier seines älteren Bruders die Gäste statt mit einer Rede mit seinem ersten selbst geschriebenen Song „Fallen So Young“.

Kurz darauf lädt er eine Demoversion davon auf eine Internetplattform. Die Reaktionen darauf sind enorm. Der Titel wird ganz ohne Promotion einer Plattenfirma in kurzer Zeit über eine Million Mal gestreamt. Inzwischen hat Declan einen Plattenvertrag.

Declan J Donovan wurde auf die wichtigsten Festivals in Großbritannien eingeladen und war schon mit Jake Bugg oder Freya Ridings auf Tour, beides ehemalige und ganz aktuell NewPopActs.

Sein RadioHit „Pieces“ besticht mit einem lässig lockeren Beat und einer unwiderstehlichen Melodie. Auf der Bühne in TrioBesetzung (Gitarre, Keyboard, Schlagzeug) klingt das Set des 22jährigen SingerSongwriters rauer und akustischer, ist eine gut gelungene Mischung zwischen Pop und Rock. Beim LiveAuftritt blitzt bei einem Song der wuchtige Sound von Imagine Dragons oder den Strumbellas auf. Bei einem anderen Titel fühlt man sich dagegen an Tom Walker erinnert.

Montag, 21.10. / 03:15 Uhr / New Pop Festival 2019 (3/11): Dean Lewis
Konzert vom 13.9.2019 im Kurhaus BadenBaden
Erstausstrahlung
ARD/SWR

Dean Lewis ist eine Mischung aus SurferTyp und Ed Sheeran. Er ist ein aufmerksamer Mensch, und genau so ist auch seine Musik. Sehr ehrlich und geradeheraus.

Dean Lewis singt über Dean Lewis, einen Mann mit Fehlern und auch tollen Seiten. Diese authentische Art bringt Dean in seinen Texten und auch live auf der Bühne rüber. Seine Konzerte sind mal eine Party und mal so intim, als würde er nur für sich selbst singen.

Mit seiner perfekt eingespielten Band kommt eine Welle der Energie auf die Fans, und Dean weiß, wie er das Publikum toll einbindet. Nicht er spielt für seine Fans, alle sind gemeinsam an einem Ort, um die Musik zum Leben zu erwecken.

Montag, 21.10. / 04:00 Uhr / New Pop Festival 2019 (4/11): Lewis Capaldi
Konzert vom 13.9.2019 im Festspielhaus BadenBaden
Erstausstrahlung
ARD/SWR

Lewis Capaldi ist eine Art männliche Adele bei ihrem ersten Album. Ein junger Schotte aus einem Pub, der sich gibt, wie er ist. Kein feinpolierter Typ, der allen gefallen will.

Er sagt, was er denkt, und ist authentisch. So was spüren die Fans, auch bei seinem Hit „Someone You Loved“. Er singt am liebsten Balladen, stilistisch irgendwo zwischen Rock und Soul angesiedelt.

Mit seinem intensiven Gesang und seiner Ausdruckskraft hat sich der Sänger in den vergangenen zwei Jahren nicht nur auf der britischen Insel vom Geheimtipp (Breakthrough Artist Of The Year) zum echten Headliner entwickelt.

Montag, 21.10. / 04:45 Uhr / New Pop Festival 2019 (5/11): Justin Jesso
Konzert vom 13.9.2019 im Theater BadenBaden
Erstausstrahlung
ARD/SWR

Monsterstimme und ein SongwriterHändchen für Hits  das ist schon mal die halbe Miete für eine Popkarriere. Für seinen Durchbruch hat Justin Jesso beides eingesetzt.

Erst Hits für andere Stars abliefern und dann selbst als Solokünstler durchstarten. „Stargazing“, der Riesenhit des norwegischen StarDJs Kygo. Den hat Justin nicht nur gesungen, sondern auch „mit ein paar Freunden“ komponiert  an einem langen Abend in Los Angeles.

Einen Tag später ging ein Demo an Kygos Management, weitere zwei Tage später schickte Kygo seine erste Version des Songs zurück, und am Ende der Woche stand fest: Das wird Kygos nächste Single. So schnell kann das gehen mit dem Weltruhm.

Montag, 21.10. / 05:30 Uhr / New Pop Festival 2019 (6/11): Dennis Lloyd
Konzert vom 13.9.2019 im Kurhaus BadenBaden
Erstausstrahlung
ARD/SWR

Eigentlich heißt Dennis Lloyd Nir Tibor. Er ist Israeli, geboren 1993 in Tel Aviv. Sein Künstlername sollte so normal klingen, dass man denkt: „Hab ich irgendwie schon mal gehört.“

Mit acht Jahren nahm er Trompetenunterricht, mit 13 lernte er Gitarre, mit 23 stand er in halb Europa hoch in den Charts, in Deutschland auf Platz drei.
„Nevermind“ heißt der unglaublich ohrwurmige Hit.
Darin singt Dennis Lloyd zu einem langsamen HouseTrack: „What if I left and it made no sense and you tell your friends and they hold your hands, Baby, nevermind, nevermind.“
Das hat aber noch nie jemand wirklich verstanden, weil er es so dermaßen rhythmisch fließen lässt, dass die Stimme wie ein Sample wirkt, wie ein Instrument. Eines, das man immer wieder hören will  400 Millionen Streams auf Spotify sind ein deutliches Zeichen: ein Welthit.

Redaktionshinweis: Fünf weitere Folgen vom „New Pop Festival 2019“ zeigt 3sat am Montag, 4. November, ab 2.00 Uhr.


Samstag, 26.10. / 3satThementag: Österreichs Wasserwelten

Sonntag, 27.10. / 10:05 Uhr / Egon Schiele – Die nackte Wahrheit
Film von Herbert Eisenschenk
(Erstsendung: 19.02.2018)
ORF

Die Dokumentation ergründet den Zusammenhang zwischen der kompromisslosen Unbedingtheit in der Kunst und ihrem anscheinenden Widerpart, dem moralischen Verhaltenskodex der Gesellschaft.

Namhafte Persönlichkeiten und Schiele-Experten vertiefen die verschiedenen Erzählstationen und Darstellungsebenen über Egon Schieles Leben (1890-1918), Werk und Gegenwart zwischen Wien, Paris, Neulengbach, Tulln und Krumau.

In der Filmdokumentation über Egon Schiele und sein Werk kommen zu Wort: Elisabeth und Diethard Leopold, Jane Kallir, Klaus Albrecht Schröder, Jean Clair und Tobias Natter.

Sonntag, 27.10. / 11:00 Uhr / Liederabend Juan Diego Flórez & Vincenzo Scalera
Salzburger Festspiele 2015

Mit Juan Diego Flórez (Tenor) und Vincenzo Scalera (Klavier)

Programm:
– Ruggero Leoncavallo („Aprile“, „Vieni, amor mio“, „Mattinata“)
– Francesco Paolo Tosti („Malìa“, „L’alba separa dalla luce l’ombra“, „Marechiare“)
– Gioachino Rossini („Intesi, ah tutto intesi … Tu seconda“, Rezitativ und Arie des Don Narciso aus der Oper „Il Turco in Italia“)
– Gaetano Donizetti („Partir deggio … T’amo qual s’ama“, Rezitativ und Arie des Gennaro aus der Oper „Lucrezia Borgia“)
– Henri Duparc („Chanson triste“, „Phidylé“, „L’invitation au voyage“, „Le Manoir de Rosemonde“)
– Charles Gounod („Salut, demeure chaste et pure“, Arie des Faust aus der Oper „Faust“)

ORF

Sie sind ein außergewöhnliches Duett der Klassik: der peruanisch-österreichische Startenor Juan Diego Flórez und der italienisch-amerikanische Pianist Vincenzo Scalera.

3sat zeigt den umjubelten Liederabend, den die beiden bei den Salzburger Festspielen 2015 im Großen Festspielhaus gaben. Auf dem Programm standen Stücke von Leoncavallo, Duparc, Donizetti, Gounod und Rossini. Ein Musikgenuss der Extraklasse.

Juan Diego Flórez hat es – als derzeit führender Vertreter der ebenso seltenen wie schwierigen Stimmlage „Tenore di Grazia“ – bereits an die bedeutendsten Bühnen der Welt geschafft, und der Klaviervirtuose Vincenzo Scalera begleitete schon so grandiose Stimmen wie José Carreras, Montserrat Caballé, Andrea Bocelli und Raina Kabaivanska.

Sonntag, 27.10. / 12:30 Uhr / Druckfrisch ~ Neue Bücher mit Denis Scheck
(Erstsendung: 13.10.2019)
ARD/BR/MDR/WDR/NDR

Orientierung im Bücherdschungel verspricht Denis Scheck. Scheck besucht Schriftsteller, stellt Neuerscheinungen vor und spart dabei weder an Lob noch an Kritik.

Seine bissigen und humorvollen Kommentare zu den Büchern der „Spiegel“-Bestenliste aus der Kölner Bücherhalle sind beliebt und gefürchtet. Im persönlichen Gespräch entlockt er Autoren aktueller Bestseller interessante Hintergründe zu ihren Werken.

Sonntag, 27.10. / 18:00 Uhr / kinokino extra: Hofer Filmtage 2019
Das Filmmagazin
Erstausstrahlung
ARD/BR/3sat

Vom 22. bis 27. Oktober 2019 finden in Oberfranken die 53. Internationalen Hofer Filmtage statt. „kinokino“ sucht aus den rund 130 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilmen die Highlights heraus.

Kontinuierlich ist das Filmfestival von seinen bescheidenen Anfängen bis heute gewachsen – an Renommee, Qualität und Quantität des Angebots. Auch 2019 wurde wieder ein vielfältiges Programm aus deutschen und internationalen Filmen zusammengestellt.

Filmemacher wie Maren Ade, Tom Tykwer, Caroline Link, Wim Wenders, Jim Jarmusch, Werner Herzog sowie Peter Jackson haben hier schon ihre Premieren gefeiert und von Hof aus die Filmwelt erobert.

Hof, das heißt nicht nur „Home of Films“, wie es der Regisseur Wim Wenders einmal formulierte, sondern auch „Heinz organisiert Filme“. Der 2016 gestorbene Heinz Badewitz hat das Festival zu dem Film-Fan-Magneten gemacht, das es heute ist. Sein Team, rund um Festivalleiter Thorsten Schaumann, führt sein Erbe weiter.

Auch dieses Jahr erwartet ein aufregendes Programm das ebenso begeisterungsfähige wie kritische Hofer Publikum: neue deutsche Produktionen und internationale Kinohighlights – ob Lang- oder Kurzfilm, Dokumentation oder Spielfilm. „kinokino“ trifft die Filmemacher, stellt Entdeckungen und Trends vor, begleitet Newcomer und etablierte Stars.

Sonntag, 27.10. / 18:30 Uhr / Museums-Check mit Markus Brock: Bauhaus-Museen Weimar und Dessau
Gast: Anna Maria Mühe
Erstausstrahlung
ARD/SWR/3sat

100 Jahre Bauhaus – das Gründungsjubiläum der legendären Kunstschule feiern 2019 gleich zwei neue Museen: das Bauhaus-Museum in Weimar und das in Dessau.

In Weimar ist das Bauhaus-Museum bereits seit April Publikumsmagnet, das in Dessau öffnete am 8. September seine Pforten. Markus Brock checkt beide Museen und begrüßt als Gast in Dessau Anna Maria Mühe.

Die renommierte Schauspielerin konnte der Bauhaus-Ära gerade hautnah nachspüren – am Set der ZDF-Serie „Die neue Zeit“, die im September ausgestrahlt wird. Anna Maria Mühe mimt darin die rebellische Bauhaus-Künstlerin Dörte Helm, die eine Affäre mit Walter Gropius, gespielt von August Diehl, hatte, was allerdings nicht verbrieft ist.

Walter Gropius gründete 1919 in Weimar die Bauhaus-Schule mit dem Ziel, durch Gestaltung die Welt zu verbessern. Er wollte Kunst, Handwerk und später auch Industrie vereinen und gewann für seine Idee illustre Künstler wie Oskar Schlemmer, Paul Klee und Wassily Kandinsky.

Am Ursprungsort des Bauhauses eröffnete nun im April das neue Bauhaus-Museum. Es will an die wichtigste Design- und Kunstschule der Moderne erinnern.

In Weimar werden die Schätze der weltweit ältesten Bauhaus-Kollektion gezeigt und mit den Fragen von morgen verknüpft. Erstmals wird hier umfänglich von den Kindertagen des Staatlichen Bauhauses erzählt (1919-1925). Solange war das Bauhaus in Weimar beheimatet, bis es auf Druck von rechtsnationalen Politikern geschlossen wurde und umziehen musste.

In Dessau fand das Bauhaus ab 1925 eine neue Wirkungsstätte und erlebte bis 1932 seine Blütezeit. Die Bauhaus-Schule von damals steht noch immer. Da sie für museale Zwecke technisch und klimatisch ungeeignet ist, wurde im Stadtzentrum ein Neubau für die Sammlung der Stiftung Bauhaus Dessau errichtet.

Markus Brock macht mit seinem Gast Anna Maria Mühe einen Rundgang, entdeckt originale Möbel, Leuchten und Kunstwerke, erfährt, wie hier gelernt und experimentiert wurde und wie leidenschaftlich die Bauhäusler für ihre revolutionären Ideen kämpften. Unter dem Druck der Nationalsozialisten löste sich das Bauhaus 1933 dennoch selbst auf.

In Dessau befinden sich bis heute die weltweit meisten erhaltenen Bauhaus-Bauten, dazu zählt die 1926 fertiggestellte Meisterhaussiedlung. Dahinter stand die Vision, das Bauen zu industrialisieren. Markus Brock besucht das frisch renovierte Doppelhaus, in dem Kandinsky und Klee einst Tür an Tür wohnten. Von außen schlicht weiß und nüchtern, gleicht es innen einem begehbaren Gemälde, mit 100 verschiedenen Farbtönen gestrichen, von Rot über Blattgold bis hin zu Schwarz.

Montag, 28.10. / 02:00 Uhr / Kulturpiloten
ZDF

Das digitale Kulturangebot des ZDF präsentiert ein Best-of seiner Formate – von Musik und Theater über Kino, Gaming, Design und Literatur bis hin zu aktuellen Debatten.

Künstler führen durch ihre Städte und lassen neue Kunstwerke entstehen. Musiker bieten einen Einblick hinter die Kulissen, und Schauspieler inszenieren bekannte Stücke in radikaler Kurzform. Was die Gesellschaft bewegt, wird auf Augenhöhe diskutiert.

Die „Kulturpiloten“ bringen Kultur spielerisch in den Alltag – ohne zu belehren.

Freitag, 01.11. / 3satThementag: Auf Schienen um die Welt


Samstag, 02.11. / 20:15 Uhr / Bésame mucho: Juan Diego Flórez
Liederabend aus dem Wiener Konzerthaus, 2018

Mit Juan Diego Flórez (Tenor), Pablo Rojas (Klavier), Carlos PinoQuintana (Kontrabass), Carlos Ayala (Gitarre), Algy Wu (Bandoneon), Dominik Fuss (Trompete), Markus Pechmann (Trompete), Hidan Mamudov (Klarinette), Laura Valbuena (Klarinette), Gustavo Ovalles (Perkussion), Leonardo „Gigio“ Parodi (Perkussion), Victor Fuentes (Perkussion) und Jonathan Bolivar (Gitarre)

Musikalische Leitung: Jonathan Bolivar

Erstausstrahlung
ORF

Romantisch wie dramatisch, zutiefst persönlich und zum Mitsingen: Der gefeierte Startenor Juan Diego Flórez interpretiert lateinamerikanische Popularmusik.

Auf dem Programm stehen Welthits wie „Guantanamera“, „Volver“ und natürlich „Bésame mucho“. Es sind die Klänge seiner Kindheit und eine musikalische Reise durch Lateinamerika.  3sat zeigt einen Liederabend aus dem Wiener Konzerthaus aus dem Jahr 2018.

Flórez‘ Vater war ein in Peru bekannter Volkssänger mit einer besonderen Liebe zum kreolischen Walzer der Komponistin Chabuca Granda. In der Bar seiner Mutter ist der junge Flórez mit Gitarre aufgetreten, um das Publikum mit Popularmusik zu unterhalten.

Heute zählt Juan Diego Flórez zu den weltweit bekanntesten und besten OpernInterpreten. Sein Debüt gab er 1996 beim RossiniOpernfestival in Pesaro. Damals beeindruckte er nicht nur die Fachwelt. Luciano Pavarotti soll ihn als würdigen Thronfolger bezeichnet haben. Flórez gastiert regelmäßig an allen renommierten Opernhäusern der Welt. Mit seiner Familie lebt er überwiegend in Wien, 2012 wurde er zum österreichischen Kammersänger ernannt.

Der Kontakt zu seiner Heimat bleibt trotz Weltkarriere jedoch erhalten. So gründete Flórez 2011 das Sozialprojekt „Sinfonía por el Perú“. Dabei unterstützt er benachteiligte Kinder und Jugendliche, indem er sie für Musik begeistert.

2018 widmet Flórez seiner Heimat ein eigenes Album: „Bésame mucho“. Im Wiener Konzerthaus verleiht der Startenor gemeinsam mit seiner Band südamerikanischen Schlagern eine besondere Note. Gekonnt vermischt er immer wieder Oper und Popularmusik. Kein Wunder, sind doch in seiner Heimat Peru die Grenzen zwischen den unterschiedlichen Musikrichtungen weitaus weniger starr als hierzulande. Von Tango über Walzer bis zu pathetischen Liebeserklärungen, Flórez singt wie gewohnt mit höchster Präzision und einem verführerischen samtenen Timbre.

Mitsingen war bei diesem Konzert erlaubt, was bei dem einen oder anderen Welthit auch tatsächlich passierte.

Samstag, 02.11. / 21:50 Uhr / Kunst hoch 2 (1/6): mit Mario und Alberto Venzago
Erstausstrahlung
SRF/3sat

„Kunst hoch 2“ porträtiert bekannte Künstler im Doppelpack und lässt den einen über den anderen reden. Teil eins mit Mario und Alberto Venzago  zwei Brüder wie Licht und Schatten.

Mario Venzago ist ein international bekannter Dirigent und bezeichnet sich als Intellektueller mit Herz. Sein zwei Jahre jüngerer Bruder Alberto ist ein gefeierter Fotograf und Filmemacher und sagt, dass er stets vom Dunklen angezogen wird.

Aufgewachsen als Migrantenkinder in der Schweiz direkt nach dem Zweiten Weltkrieg, haben sich die Söhne eines katholischen Italieners und einer jüdischen Deutschen stets in unterschiedlichen Kulturen und Traditionen bewegt. Die Freude an der Vielfalt ist ihnen in die Wiege gelegt worden, und so verwundert es nicht, dass sie heute in ganz unterschiedlichen Kunstrichtungen erfolgreich sind.

Die Liebe zur Musik verbindet sie. Der Vater spielte Violine, Mario Klavier und Alberto Klarinette. „Bei Auftritten des Familientrios hat sich Alberto mit dem Rücken zum Publikum gestellt, da er immer lachen musste, wenn das Publikum vor Rührung weinte.“ Doch das scheinbar idyllische Familienleben hat auch seine Schattenseiten.

Mario und Alberto Venzago leben für ihre Passion und ihre Kunst. In den seltenen gemeinsamen Momenten spürt man die brüderliche Vertrautheit und das starke Band zwischen ihnen.

Redaktionshinweis: 3sat zeigt fünf weitere Folgen der sechsteiligen Dokumentationsreihe „Kunst hoch 2“ jeweils samstags, am 9., 16. und 30. November sowie am 7. und 14. Dezember, gegen 22.00 Uhr beziehungsweise um 22.30 Uhr.

Samstag, 02.11. / 22:35 Uhr / Mariss Jansons, das BRSO und Diana Damrau mit Werken von Strauss und Brahms
Aufzeichnung, Oktober 2019
Mit der Solistin Diana Damrau
Orchester: Symphonieorchester des, Bayerischen Rundfunks
Musikalische Leitung: Mariss Jansons
Erstausstrahlung
ARD/BR/3sat

Die WeltklasseSopranistin Diana Damrau interpretiert zusammen mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und Chefdirigent Mariss Jansons sechs Lieder von Richard Strauss.

Mit einigen der schönsten Melodien aus dem kostbaren Liederschatz von Strauss bezaubert Diana Damrau das Publikum, mal hymnisch aufrauschend, mal zärtlich verträumt, mal tragisch umflort. 3sat zeigt eine Aufzeichnung vom Oktober 2019.

Ihre Auswahl beschließt sie mit dem bekannten „Morgen“  das verzückte Liebeslied gehört zu jenem kleinen Zyklus, den Strauss 1894 seiner Frau, der Sopranistin Pauline de Ahna, als Hochzeitsgeschenk überreichte.

Sein Ehe und Familienleben hat Strauss 20 Jahre nach der „Sinfonia domestica“ als Sechzigjähriger noch einmal auf die Schippe genommen  in der bürgerlichen Komödie „Intermezzo“. Die vier symphonischen Zwischenspiele daraus, reizvolle Genrestücke zwischen turbulenten und idyllischen Bühnensituationen, stellte Jansons an den Anfang seines Programms.

Und den Schlusspunkt setzt die „Vierte Symphonie“ von Johannes Brahms, in der dieser die Summe seines Schaffens zog und die er mit einer Passacaglia von geradezu niederschmetternder Gewalt krönte.

Sonntag, 03.11.: 3satThementag: Abenteuer Wüste


Sonntag, 03.11. / 20:15 Uhr / Lawrence von Arabien
(Lawrence of Arabia)
Spielfilm, Großbritannien 1962
3sat

T.E. Lawrence: Peter O’Toole
Auda Abu Tayi: Anthony Quinn
Sherif Ali Ibn El Kharisch: Omar Sharif
Prinz Faisal: Alec Guinness

Regie: David Lean
Länge: 209 Minuten
Der Brite T.E. Lawrence wird im Ersten Weltkrieg nach Ägypten versetzt, wo die arabischen Stämme gegen die Türken kämpfen. Dem Offizier wird klar, dass er sich mit den Arabern verbünden muss.

Der Monumentalfilm von David Lean gewann 1963 sieben Oscars.

Sein profaner Tod scheint seines Lebens unwürdig: Colonel Thomas Edward Lawrence verunglückt tödlich bei einem Motorradunfall. Bei der Beerdigung wird auf sein Leben und seine Leistungen zurückgeschaut: Im Ersten Weltkrieg soll Lawrence als britischer Offizier den Kriegsschauplatz Osmanisches Reich beobachten. Schnell wird dem ebenso intelligenten wie sprachkundigen Lawrence klar, dass er die Unterstützung der Araber braucht, um die Türken besiegen zu können.

Zuerst zieht er Prinz Faisal auf seine Seite, der ihm Sherif Ali Ibn El Kharisch als Führer seines Stammes zur Seite stellt. Zusammen mit ihm schmiedet Lawrence einen tollkühnen Plan: Die strategisch wichtige Hafenstadt Akaba soll erobert werden  nicht von der See aus, wo sie durch zahlreiche türkische Kanonen geschützt wird, sondern über den Landweg. Lawrence wagt mit 50 Freiwilligen den endlosen Marsch durch die Wüste, wohl wissend, dass er mit seiner winzigen Truppe kaum etwas ausrichten kann. Aber sein Charisma und sein unbefangener Umgang mit den Streitigkeiten unter den arabischen Stammesfürsten helfen ihm, das Lager der Araber zu einen.

Der Aufstand der Araber gegen das Osmanische Reich kann beginnen. Doch im weiteren Verlauf der Ereignisse wird es für Lawrence immer schwieriger, zwischen der Loyalität zu seinem Land und der Freundschaft zu seinen arabischen Kampfgefährten einen gangbaren Weg zu finden. Mit der Eskalation des Krieges verändert sich die Persönlichkeit des nun „El Aurens“ genannten Offiziers. Grausam gegenüber Freund und Feind, verliert er allmählich die Aura des tapferen Befreiers von Arabien.

Regisseur David Lean und Drehbuchautor Robert Bolt sahen von heroisierenden Eingriffen in das historische Material ab und stellen Lawrence nicht als strahlenden Helden dar, sondern als zutiefst zerrissenen Mann, dessen Ziele und Motivationen bis zuletzt zweifelhaft bleiben. Aufgrund der meisterhaften Kameraarbeit und der epischen Wüsten und Kampfszenen gilt der Film mit seiner handwerklichen Perfektion bis heute als Meisterwerk.

Montag, 04.11. / 12:45 Uhr / Schätze der Welt  Erbe der Menschheit
Das PlantinMoretusMuseum in Antwerpen, Belgien
Eine Dynastie macht Druck
Film von Horst Brandenburg
(Erstsendung: 08.10.2006)
ARD/SWR

Antwerpen um 1570: Mit der Drucklegung der „Biblia Polyglotta“, einem typografischen Meisterwerk des 16. Jahrhunderts, beginnt der Aufstieg der Verlegerfamilie PlantinMoretus.

Am „Freitagsmarkt“ in Antwerpen, der größten Stadt nördlich der Alpen, wird hart gearbeitet. Der gebürtige Franzose Christoffel Plantin kontrolliert den Stand der Produktion. Die „Biblia Polyglotta“ erscheint in fünf Sprachen. Etwas Derartiges gab es noch nie.

Ende des 16. Jahrhunderts rattern hier die Druckerpressen. 16 sind gleichzeitig in Betrieb, 32 Drucker, 20 Setzer und diverse Helfer in Aktion. Hauptabnehmer und Auftraggeber für die überwiegend religiösen Werke ist zunächst der spanische König Philipp II.

Plantin und sein nachfolgender Schwiegersohn Moretus werden wohlhabende, einflussreiche Verleger. Das Produktions und Wohnhaus der Familiendynastie PlantinMoretus wird über drei Jahrhunderte Treffpunkt von Geistes und Naturwissenschaftlern, Religionsphilosophen, weltlichen und religiösen Herrschern aus allen Erdteilen.

Geschäftssinn, Weitblick und Weltoffenheit erweist die Familie auch durch das Verlegen von Landkarten, Seekarten, Lexika und Enzyklopädien. Mehr Präzision und technische Qualität kann bereits Christoffel Plantin durch die Einführung des Kupferstiches bei den Illustrationen erreichen, eine Revolution in der Druckerei. Besonders Mediziner und Naturwissenschaftler gewinnen dadurch einen besseren Einblick. Der markanteste Buchillustrator heißt Peter Paul Rubens. Er wird der größte Maler der Epoche und bleibt ein Leben lang ein enger Freund der Verlegerfamilie.

Die Editionen, die von hier aus ganz Europa und Teile der damals zivilisierten Welt erreichen, beeinflussen Lehre und Denken, Gesellschaft und Kultur vieler Länder. Bücher werden durch die hohen Auflagen der Antwerpener Verleger populär, verfügbarer und auch erschwinglicher.

Mehr sehen, mehr lernen, mehr wissen, mehr an der Welt teilnehmen und sie öffnen für mehr Menschen. Die Drucker und Verleger PlantinMoretus haben mit Enthusiasmus und Geschick Wissen und Erkenntnisse durch Publikationen verbreitet. Sie haben dadurch nicht nur die Ideale des Humanismus gefördert. Sie haben auch erstmals durch Massenauflagen und Meinungsvielfalt das eingeleitet, was heute mit allzeit verfügbarem Zugang zu Wissen als Teil der Freiheit in einer Mediengesellschaft selbstverständlich ist.

Montag, 04.11. / 02:00 Uhr / SWR3 New Pop Festival 2019: Christopher
Festspielhaus BadenBaden, September 2019
Erstausstrahlung
ARD/SWR/3sat

Der 27jährige Däne ist kein typischer Newcomer. Schon als Teenager stand Christopher auf der Bühne. Mit 20 veröffentlichte er sein Debütalbum „Colours“.

Er schafft es mit diversen Singles schon bis ganz nach vorne in den Charts seiner Heimat. Spätestens seit seinem Hit „Irony“ ist er auch bei uns in Deutschland mehr als nur ein Geheimtipp. In seiner Heimat Dänemark gilt Christopher als kommender Superstar.

Auch in Asien, vor allem in China und Südkorea, ist das so. Seine Auftritte in chinesischen TVShows bescherten den Machern teilweise bis zu 700 Millionen Zuschauer.

Montag, 04.11. / 02:45 Uhr / SWR3 New Pop Festival 2019: Dermot Kennedy
Kurhaus BadenBaden, September 2019
Erstausstrahlung
ARD/SWR/3sat

Die Wucht seiner Stimme haut einen um. Dermot Kennedy aus Irland hat noch nicht mal ein Album draußen, trotzdem können bei seinen ausverkauften Konzerten alle die Songs mitsingen.

Und er wirkt, als könne er das alles selbst noch nicht fassen. Geboren ist Dermot Kennedy im irischen Rathcoole, einem Vorort von Dublin. Mit zehn lernte er Gitarre, entdeckte aber erst mit 17 sein Talent als Songwriter.

Unterstützt wurde er dabei von seinen Eltern, die ihn zu Auftritten und BandWettbewerben in Dublin und Umgebung fuhren und ihm ermöglichten, nach der Schule klassische Musik zu studieren. 2016, mit 24, machte er dann ernst und veröffentlichte seine Songs bei diversen StreamingPlattformen. Mit Erfolg: Inzwischen hat er einen Plattenvertrag, macht tollen SingerSongwriterPop mit HipHopEinflüssen und ist schon durch die USA, Australien und Europa getourt.

Montag, 04.11. / 03:25 Uhr / SWR3 New Pop Festival 2019: The Faim
Festspielhaus BadenBaden, September 2019
Erstausstrahlung
ARD/SWR/3sat

The Faim, das sind: Josh Raven (Gesang), Stephen Beerkens (Bass, Keyboards), Sam Tye (Gitarre) und Linden Marissen (Schlagzeug, Percussion).

Im Musikunterricht haben sie sich kennengelernt  an der Highschool in Perth, Australien. Wahrscheinlich tauschten sie sich außer über MollTonleitern auch viel über Metallica, Fall Out Boy oder Panic! at the Disco aus.

Denn nach deren Vorbild schrieben sie ihre ersten Songs zusammen  beeinflusst noch von ihren ganz unterschiedlichen sonstigen Vorlieben von Jazz über Pop bis Indierock und Punk. Die Texte sollten auch nicht doof sein, beschlossen sie, und so geht es etwa in ihrem Hit „Summer Is A Curse“ um das „Risiko, einen Schritt ins Ungewisse zu machen“.

Montag, 04.11. / 04:10 Uhr / SWR3 New Pop Festival 2019: Freya Ridings
Theater BadenBaden, September 2019
Erstausstrahlung
ARD/SWR/3sat

Freya Ridings ist so etwas wie das britische Wunderkind der vergangenen zwölf Monate. Geboren und aufgewachsen ist die rothaarige und groß gewachsene Sängerin/Songwriterin in London.

Ihre Ballade „Lost Without You“ schaffte es als erste Single einer IndependentKünstlerin seit Langem wieder in die Top 10 der britischen Charts. Ihre Stimme erinnert an Kate Bush oder Tori Amos.

Von ihrem Vater, Schauspieler Richard Ridings, lernte sie schon als kleines Kind Gitarre, nur indem sie ihm beim Spielen zuschaute. Wenig später nahm sie Klavierunterricht und begann, ihre ersten eigenen Songs zu schreiben.

Freya Ridings hatte Probleme in der Schule und konnte nur sehr schlecht lesen und schreiben. Als Kind war sie sehr schüchtern, und es fiel ihr schwer, mit Menschen zu sprechen. Dann entdeckte sie, dass sie die Dinge, die sie nicht sagen, singen konnte. Musik wurde ihr Anker.

Sie schrieb sich an der renommierten BRIT School For Performing Arts ein, wo auch schon ehemalige NewPopActs wie Katie Melua, Amy Winehouse oder Jessie J ihr musikalisches Handwerk gelernt hatten.

Ihr Debütalbum vereint in zwölf Songs all die Vorzüge dieser außergewöhnlichen Künstlerin: eine faszinierend warm und voll klingende Stimme, hoch emotionale Texte und wunderschöne PopMelodien. Kein Wunder, dass sie schon jetzt an Größen wie Kate Bush, Tori Amos oder Regina Spektor erinnert. Live überzeugt die 25Jährige mit einer perfekt eingespielten Band und einer schon jetzt erstaunlichen Bühnenpräsenz.

Montag, 04.11. / 04:55 Uhr / SWR3 New Pop Festival 2019: Sam Fender
Kurhaus BadenBaden, September 2019
Erstausstrahlung
ARD/SWR/3sat

Mit dem Titel „Play God“ hat sich Sam Fender einen Namen als Newcomer gemacht. Inzwischen ist er einer der angesagtesten Sänger Englands. Für manche ist er der neue Bruce Springsteen.

Sam Fender steht für energiegeladene, treibende Gitarrenmusik mit schlauen und gesellschaftskritischen Texten, wie solchen, die sich mit Tabuthemen wie der hohen Selbstmordrate bei jungen Männern in England beschäftigen oder wie wir Menschen Gott spielen.

Bei den BRIT Awards wurde er 2019 mit dem Critics‘ Choice Award ausgezeichnet. Damit steht er jetzt in einer Reihe mit Adele, Sam Smith oder Rag’n’Bone Man.

Montag, 04.11. / 05:40 Uhr / Startrampe ~ Die KYTES und ihre „Frisbee“EP
Film von Katrin Focke
(Erstsendung: 01.02.2019)
ARD/BR

Die KYTES sind zurück. Zwei Jahre haben die vier Jungs aus München an neuer Musik gearbeitet und im Januar 2019 ihre neue EP „Frisbee“ veröffentlicht.

Songs wie „Take It Easy“ sind wieder verspielte IndiePopOhrwürmer in KYTESManier. Wer neue Musik veröffentlicht, braucht auch neue Musikvideos. Bereits vor einiger Zeit haben die Jungs ihre Vorliebe dafür entdeckt, in ihren Videos in Rollen zu schlüpfen.

Das haben sie bei der ersten neuen Single „Remedy“ schon ausprobiert. Dieses Mal wollen sie für „Take It Easy“ noch einen draufsetzen: Das Video soll als One Shot produziert werden. Das heißt, das Video wird an einem Stück ohne Unterbrechung gedreht und nicht geschnitten. Sänger Michi soll eine surreale Taxifahrt erleben, bei der ihn seine Bandkollegen in unterschiedlichen Rollen begleiten  von Bankräuber über Nonne bis zu einem Elefanten ist alles dabei.

Die Kostüme besorgen sich die KYTES zusammen mit „Startrampe“Moderator Fridl Achten im Kostümfundus des Bayerischen Rundfunks. Der Tag des VideoDrehs bedeutet vor allem für Bassist Thommy, Drummer Tim und Gitarrist Kerim eine Menge Stress: Jeder muss mindestens dreimal ein und aussteigen, sich dazwischen in eine neue Kluft werfen und zur nächsten Station rennen. Und dann geht auch noch das FilmAuto kaputt.

Mit ihrer ersten EP „On The Run“ haben sich die KYTES 2015 in die Herzen der IndieFans gespielt. Nach dem „Startrampe“Roadtrip im Oktober 2015 folgten die Veröffentlichung des Albums „Heads And Tales“ sowie Auftritte beim PULS Festival und beim PULS Open Air. 2017 gewannen die Jungs den New Music Award, den NewcomerPreis der jungen ARDSender. Für ihre neue EP „Frisbee“ haben die KYTES den österreichischen Produzenten Filous ins Boot beziehungsweise in den Probenraum geholt  denn genau dort haben sie die Songs produziert. Nebenbei haben sie ein eigenes Label gegründet und gehen nun eigenständige Wege. Und genauso klingt „Frisbee“  ganz anders, unabhängig, aber trotzdem noch nach KYTES.


Samstag, 09.11. / 19:20 Uhr / Soundtrack der Freiheit
Musik-Dokumentation zum Mauerfalljubiläum
Film von Katarina Schickling
(Erstsendung: 08.11.2019)
3sat

Musik aus Ost und West beflügelte den Aufbruch zur Zeit des Mauerfalls 1989. Die Dokumentation spürt den Hymnen und Hoffnungen von damals nach und fragt, was daraus wurde.

Anna Loos erzählt erstmals von ihrer Flucht als 17-Jährige im Jahr 1988. Mit dabei sind Musiklegenden wie Silly, Uschi Brüning, Wolfgang Niedecken und Klaus Meine, der junge Shootingstar Felix Jaehn sowie Lenny Kravitz.

Als in der Nacht des 9. November 1989 die Mauer zwischen den beiden deutschen Staaten fiel, glaubten die Menschen an eine neue Zeit: an Freiheit und an Frieden über alle Grenzen hinweg. Es waren Musiker, Rockstars aus Ost und West, die die Kräfte dieser Zeit ausdrückten, die Menschen verbanden – ein Soundtrack der großen Hoffnungen. 30 Jahre später jedoch sind Mauern nicht verschwunden. Und in Deutschland sind „Ost“ und „West“ noch immer nicht nur Himmelsrichtungen.

Was waren die Hoffnungen der Musiker und Musikerinnen damals, im Herbst ’89? Was wurde daraus? Welche Rolle können ihre Hymnen heute spielen? Und wie sehen Millennials die alten und neuen Mauern?

Die Dokumentation „Soundtrack der Freiheit“ erzählt Geschichten von verlorenen Träumen, aber auch von neuen Visionen und davon, was Musik erreicht, wo Worte ins Leere laufen. Sie spürt der Sehnsucht nach Freiheit in großen Songs und intensiven Gesprächen nach. Anna Loos erzählt ihre deutsch-deutsche Geschichte und führt durch „ihr Berlin“.

Samstag, 09.11. / 20:15 Uhr / Carmina Burana aus der Verbotenen Stadt, Peking 2018
Mit Aida Garifullina (Sopranistin), Toby Spence (Tenor) und Ludovic Tézier (Bariton)
Chor: Wiener Singakademie, Shanghai Spring, Childrens Choir
Orchester: Shanghai Symphony Orchestra
Musikalische Leitung: Long Yu
Regie: Tiziano Mancini
ORF

Die geheimnisvolle, exotische Atmosphäre der Verbotenen Stadt in Peking und das monumentale Chorwerk „Carmina Burana“ sorgen für einen Musik-Event mit Seltenheitswert.

Erstmals seit vielen Jahren findet wieder ein klassisches Konzert auf dem Platz vor dem berühmten Kaiserlichen Ahnentempel Taimiao statt. Mit „Carmina Burana“ in Peking präsentiert sich die Wiener Singakademie einmal mehr einem internationalen Publikum.

Die Solopartien übernimmt ein internationales Starensemble mit der russischen Sopranistin Aida Garifullina, dem britischen Tenor Toby Spence sowie dem französischen Bariton Ludovic Tézier. Long Yu dirigiert das Shanghai Symphony Orchestra. „Carmina Burana“ in der Verbotenen Stadt – das ist die Verbindung von chinesischer und europäischer Kultur zu einem umfassenden visuellen und musikalischen Erlebnis.

Orffs Kantate beruht auf den Texten einer mittelalterlichen Liedersammlung, die 1803 im Kloster Benediktbeuern entdeckt wurden. Sie erzählen von den fundamentalen Themen, die über alle Zeiten und Kulturkreise hinweg ewig aktuell bleiben: von Liebe und Lebensfreude, von Glück und Leid. Orff hat dazu eine Musik komponiert, die sich aufs Beste mit dem archaischen Duktus der lateinischen und mittelhochdeutschen Texte verbindet. Nicht umsonst gehört „Carmina Burana“ heute zu den bekanntesten Werken der Musik des 20. Jahrhunderts überhaupt.

Für die monumentalen Chorpartien zeichnet die Wiener Singakademie verantwortlich. Der Chor des Wiener Konzerthauses wurde 1858 gegründet und war bei den großen Maestros immer schon beliebt. Johannes Brahms leitete ihn, Gustav Mahler und Richard Strauss schätzten die Zusammenarbeit, Edvard Grieg und Anton Rubinstein traten ans Dirigierpult, um ihre Werke gemeinsam in Erstaufführungen dem Wiener Publikum zu präsentieren.

Samstag, 09.11. / 21:25 Uhr / Kunst hoch 2 (2/6): Mit den Riklin-Zwillingen
Erstausstrahlung
SRF/3sat

„Kunst hoch 2“ porträtiert bekannte Künstler im Doppelpack und lässt den einen über den anderen reden. Diese Folge erzählt die Geschichte des Zwillingspaares Frank und Patrik Riklin.

Als Konzeptkünstler rütteln die eineiigen St. Galler seit 20 Jahren in ihrem „Atelier für Sonderaufgaben“ an Systemen des Alltags und gründen neue Wirklichkeiten. Für beide gilt: „Dort, wo alle gehen, wächst kein Gras. Nicht der Kunde, sondern der Inhalt ist König.“

Doch wo beginnt die Abgrenzung des einen Bruders zum anderen, und wo unterscheiden sie sich? Der Film zeichnet den Weg von zwei spannenden Persönlichkeiten nach – von der gemeinsamen familiären Prägung über die persönliche Abgrenzung und Identitätsfindung hin zum Wiederzusammenfinden in der gemeinsamen Kunst.

Frank ist neun Minuten älter als sein Zwillingsbruder Patrik. Geboren sind sie am 17. Dezember 1973 in St. Gallen, wo sie auch heute noch leben und arbeiten. Für sie gilt: „Die beste Kunst ist diejenige, die man gar nicht als Kunst wahrnimmt und die zu einem Teil der Gesellschaft wird.“ Mit dem Projekt und der Schaffung der Marke „Null Stern Hotel“ haben sie 2008 weltweit für Aufsehen gesorgt. Für die Übernahme der Marke boten ihnen Investoren genügend Geld an, um ein Leben lang sorglos zu sein. Die Entscheidung fiel den Zwillingen nicht schwer.

Die Bildung von unüblichen Gemeinschaften ist eine Kernidee des „Ateliers für Sonderaufgaben“, und diese regt bei Frank und Patrik Riklin die Fantasie an. Daraus entstehen dann ihre ungewöhnlichen Ideen und Konzepte.

Samstag, 09.11. / 22:10 Uhr / Cecilia Bartoli & Friends – eine Diva im Dienst der Rolle
(Erstsendung: 13.01.2019)
SRF

Cecilia Bartoli bringt Kritiker und Publikum ins Schwärmen. Die Leuchtkraft ihres Mezzosoprans wurde hundertfach gefeiert. Der Film begleitet die Wahlschweizerin eine Saison lang.

Eines zeichnet Cecilia Bartoli besonders aus: die Fähigkeit, ihre ganze Persönlichkeit in jedes Wort zu legen, das sie singt. Cecilia Bartoli, so beschreibt es der Dirigent Antonio Pappano, hat die Gabe, ein Orchester während der gemeinsamen Probe zu verändern.

Sie tut alles, um eine Rolle möglichst gemäß der Idealvorstellung des Komponisten auszufüllen.

Der Film von Fabio de Luca dokumentiert die wichtigsten Auftritte Cecilia Bartolis, die im Januar 2019 ihr 30-jähriges Jubiläum am Opernhaus Zürich feierte. In dem Film stehen ihre Kollegen Schlange, um ihr Loblied zu singen: Daniel Barenboim, Gustavo Dudamel, Martha Argerich sowie die Opernregisseure Moshe Leiser und Patrice Caurier.

Samstag, 09.11. / 01:00 Uhr / lebensArt
(Erstsendung: 04.11.2019)
ORF

Martin Traxl und Clarissa Stadler präsentieren Inhalte, die nicht nur vom Kulturkalender, sondern auch von gesellschaftlichen und kulturpolitischen Entwicklungen bestimmt werden.

Neue und andere Sichtweisen erleichtern den Zugang zu Literatur und Musik, Film und Theater, Architektur und bildender Kunst.

Samstag, 09.11. / 02:00 Uhr / lesArt Buch Wien
Moderation: Christian Ankowitsch
(Erstsendung: 04.11.2019)
ORF

Bereits zum zwölften Mal findet vom 6. bis 10. November 2019 mit der BUCH WIEN die größte Literaturveranstaltung Österreichs auf dem Gelände der Messe Wien statt.

Hierbei eingebettet ist eine Lesefestwoche, die Veranstaltungsorte in der ganzen Stadt mit einschließt. Anlässlich der BUCH WIEN sind bei Christian Ankowitsch in der „lesArt“ zu Gast: Gustav Ernst und Nell Zink. Darüber hinaus gibt es Buchtipps von Katja Gasser.

Sonntag, 10.11. / 11:30 Uhr / T. C. Boyle – Rockstar der amerikanischen Literatur
Film von Adrian Stangl und Isabelle Hinteregger
(Erstsendung: 06.02.2019)
ARD/NDR

Früher nahm T. C. Boyle Drogen, war Hippie und Punk. Heute ist er engagierter Umweltaktivist und einer der herausragenden amerikanischen Schriftsteller der Gegenwart.

Der am 2. Dezember 1948 geborene Autor entstammt einer Arbeiterfamilie. Beide Eltern waren Alkoholiker ohne Schulabschluss. Nach einigen wilden Jahren fand Boyle seine Bestimmung in der Literatur. Der biografische Film stellt den Kultautor vor.

T. C. Boyle hat inzwischen einen Doktortitel und ist emeritierter Professor an der University of Southern California, Los Angeles. Die roten Converse-Schuhe und die Punk-Frisur sind seine Markenzeichen und haben ihn zur unverwechselbaren Ikone des internationalen Literaturbetriebs gemacht. Mit viel Sarkasmus, Humor und emotionaler Sozialkritik erforscht der Schriftsteller in seinen Werken die Ängste und Abgründe seiner Heimat, den Vereinigten Staaten. Genau deshalb lieben ihn seine Fans auf der ganzen Welt, auch und gerade in Deutschland.

Der Film gibt T. C. Boyle eine Stimme und macht deutlich, wofür der „Rockstar der amerikanischen Literatur“ steht. Der bodenständige Autor, der sich nie zu fein ist für den direkten Kontakt mit seinen Fans, lässt das Filmteam an seinem Alltag teilhaben – als Schriftsteller, Tierfreund und Privatmann. Er spricht über sich selbst und über sein Amerika. Mal kontrovers, mal zynisch, mal mitfühlend, mal humorvoll – aber immer authentisch und unterhaltsam – typisch T. C. Boyle.

Literarische Zitate werden in dem Film mit aufwendig bearbeiteten Graphic-Novel-Elementen inszeniert und geben Einblick in die vielschichtigen literarischen Welten T. C. Boyles. Angefangen bei früheren Werken wie dem Roman „World’s End“, für den er den PEN/Faulkner Award erhielt, bis hin zu seinem literarischen Klassiker „América“ von 1995, der heute aktueller ist denn je.

Sonntag, 10.11. / 12:25 Uhr / Druckfrisch ~ Neue Bücher mit Denis Scheck
(Erstsendung: 03.11.2019)
ARD/BR/MDR/WDR/NDR

Orientierung im Bücherdschungel verspricht Denis Scheck. Scheck besucht Schriftsteller, stellt Neuerscheinungen vor und spart dabei weder an Lob, noch an Kritik.

Seine bissigen und humorvollen Kommentare zu den Büchern der Spiegelbestenliste aus der Kölner Bücherhalle sind beliebt und gefürchtet. Im persönlichen Gespräch entlockt er Autoren aktueller Bestseller interessante Hintergründe zu ihren Werken.

Sonntag, 10.11. / 18:15 Uhr / Der Deutsche Theaterpreis DER FAUST
Zusammenfassung der Preisverleihung aus dem Staatstheater Kassel
Regie: Catharina Kleber
Erstausstrahlung
3sat

Der Deutsche Theaterpreis DER FAUST wird jährlich in einer anderen Stadt verliehen – 2019 bereits zum 14. Mal. Gastgeber der festlichen Gala ist diesmal das Staatstheater Kassel.

Der Deutsche Theaterpreis würdigt die Leistungs- und Innovationskraft der deutschen Theaterlandschaft, eine der produktivsten, richtungsweisendsten und damit bedeutendsten weltweit. Der Film fasst die wichtigsten und emotionalsten Momente der Preisverleihung zusammen.

Neben den Nominierten werden wie in den vergangenen Jahren zahlreiche prominente Gäste aus Theater, Film und Fernsehen erwartet. Erst am Abend der festlichen Verleihung am 9. November werden die Namen der Gewinner bekanntgegeben. Die Vergabe erfolgt in acht Kategorien, unter anderem Regie, Choreografie und Bühne/Kostüm. Außerdem wird der Preis für das Lebenswerk vergeben. Er geht in diesem Jahr an Roberto Ciulli. „Seit fast vierzig Jahren schafft es Roberto Ciulli am Theater an der Ruhr in Mülheim – als Leiter, Regisseur und Schauspieler – sich immer weiter zu entwickeln, mit Humor, Menschenkenntnis, Ernst und Liebe“, heißt es in der Jurybegründung.

Die fünfköpfige Jury, die über die FAUST-Gewinner entscheidet, besteht aus Mitgliedern der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste.

Durch den Abend führt nach 2008 bereits zum zweiten Mal die Schauspielerin Wiebke Puls, die an diesem Schicksalsdatum der deutschen Geschichte vor allem die zahlreichen Grenzgänger in den Fokus rücken möchte, die das deutsche Theater bereichern.

Redaktionshinweis: Die gesamte Preisverleihung ist am Samstag, 9. November, ab 20.00 Uhr auf 3sat.de als Livestream zu sehen.

Montag, 11.11. / 02:45 Uhr / Rockpalast Crossroads (1/8): Pascow
Mit Alex Pascow (Gitarre, Gesang), Swen Pascow (Gitarre), Flo Pascow (Bass) und Ollo Pascow aka Oliver Thomé (Schlagzeug)
Erstausstrahlung
ARD/WDR/3sat

Seit 1998 machen Pascow Punkrock, anfangs an den Misfits und den Ramones orientiert, später am rauen Rock ’n‘ Roll der Gluecifer- oder Turbonegro-Schule. – Ein Konzert vom Herbst 2019.

Musikalisch wurden Pascow bei aller Brachialgewalt zuletzt vielseitiger, lassen Ausflüge in Spaghetti-Western zu oder experimentieren mit Instrumentals. Ihre aufgewühlten Texte stehen in einer Reihe mit denen deutschsprachiger Punks wie Turbostaat oder Dackelblut.

Wutschnaubender Zorn verschafft sich in ihnen Raum, Haltung und Dringlichkeit sind bei ihnen nicht lediglich wohlfeile Gesten.

„Pascow spielen Punkrock der Postmoderne, und das mit Biss“, befand das Online-Magazin „laut.de“.

Montag, 11.11. / 03:30 Uhr / Rockpalast Crossroads (2/8): Velvet Volume
Mit Noa Lachmi (Gitarre, Gesang), Naomi Lachmi (Bass, Gesang) und Nataja Lachmi (Schlagzeug)
Erstausstrahlung
ARD/WDR/3sat

Velvet Volume kommen aus Århus in Dänemark und versprühen den unruhigen Glanz und die aufrührerische Kraft der Jugend. – 3sat zeigt ein Konzert vom Herbst 2019.

Die Zwillinge Noa und Naomi und ihre jüngere Schwester Nataja haben mit ihrem Sound, der an Veruca Salt, The Donnas und teilweise an Sleater-Kinney erinnert, sowie mit ausverkauften, überschäumenden Live-Auftritten eine große Aufmerksamkeitswelle erzeugt.

Der „Rolling Stone“ zählte sie zu den „besten neuen Bands 2018“ und sieht in ihnen „drei junge Krawallfrauen, irgendwo zwischen den Runaways, Blondie und Sleater-Kinney. (Sie sind) Riot Grrrls mit Benzin im Blut!“.

Um wirklich zu verstehen, worum es bei Velvet Volume geht, ist eine Zeitreise nötig. Sie wuchsen mit den Rolling Stones, Jimi Hendrix, David Bowie, Siouxsie & the Banshees auf, später wurden Jack White, George Michael und Haim zu großen Inspirationen für sie. Wie sie all diese Einflüsse in einen eigenen, nicht an brachialer Wildheit sparenden Rock-Entwurf überführen, hat große Klasse. Zum Live-Erlebnis trägt auch ihre stets sehr charismatische Bühnenpräsenz bei. „The Line of Best Fit“ urteilte: „Sie platzen vor Haltung und Stil!“

Montag, 11.11. / 04:15 Uhr / Rockpalast Crossroads (3/8): De Staat
Mit Jop van Summeren (Bass, Gesang), Rocco Hueting (Keyboards, Percussion, Gesang), Special FX Vedran Mircetic (Gitarre), Tim van Delft (Schlagzeug) und Torre Florim (Gesang, Gitarre)
Erstausstrahlung
ARD/WDR/3sat

De Staat, eine der spannendsten Rockformationen der Niederlande, entwickelten sich vom Ein-Mann-Projekt zu einer von Gitarren angetriebenen Rockband. – 3sat zeigt ein Konzert vom Herbst 2019.

Die Band polarisiert mit visuell eindrucksvollen Videos und hat einen unverkennbar eigenen Sound im Alternative-Rock-Genre entwickelt. 2009 wurden sie von Masters-of-Reality-Boss und Produzent Chris Goss auf dem „Lowlands Festival“ entdeckt.

Dies führte zu einem weltweiten Plattenvertrag und bisher fünf Studio-Alben sowie einem Live-Album. Mit ihrem virtuellen Hit „Witch Doctor“ vom 2013-Werk „I_CON“, üblicherweise der Schluss-Song eines De-Staat-Konzertes, bewegt sich das Quintett aus Nijmegen mittlerweile sogar fast in Kultstatus-Regionen.

Sie sind eine der größten niederländischen Hoffnungen im Rock-Bereich und wurden bereits mit Preisen und großartigen Kritiken überhäuft, unter anderem mit den in ihrer Heimat renommierten „3voor12 Award“. Live sind sie stets ein Spektakel.

Montag, 11.11. / 05:00 Uhr / Rockpalast Crossroads (4/8): Jett Rebel
Mit Jett Rebel (Gesang, Gitarre), Willem van der Krabben (Schlagzeug) und Peter Peskens (Bass)
Erstausstrahlung
ARD/WDR/3sat

Jelte Steven Tuinstra, bekannt als „Jett Rebel“, ist ein niederländischer Singer-Songwriter, Komponist und Multi-Instrumentalist. – 3sat zeigt ein Konzert vom Herbst 2019.

Er ist in den letzten Jahren zum holländischen Top-Act gereift, mischt scharfe und kantige Melodien mit seiner tiefen Liebe zur Vintage-Popmusik, die an Prince oder Jamiroquai erinnert. Auf der Bühne ist er ein energiegeladener Act und Tausendsassa.

Jett Rebel ist immer unterwegs, er droht vor Energie zu bersten und entflammt mit charmantem Enthusiasmus die Begeisterung der Band und der Zuschauer.

Die Nürnberger Nachrichten jubeln: „[…] was wir so oft vermissen im zeitgenössischem Pop: ungeheure Musikalität, Virtuosität, Funkyness, Spontanität, Action, Witz, Wagemut und eine unerschöpfliche Spielfreude.“

Auch alle niederländischen Medien lieben ihn und vergleichen Jett Rebel mit den größten Namen in der Geschichte der Popmusik. In den letzten zwei Jahren spielte er über 150 Festivals und vier ausverkaufte Clubtouren.

Mittwoch, 13.11. / 20:15 Uhr / 3satThema: Die große Nachkriegsshow ~ Kulenkampffs Schuhe
Dokumentarfilm von Regina Schilling, Deutschland 2018
Länge: 93 Minuten
ARD/SWR/HR

Hans-Joachim Kulenkampff, Peter Alexander und Hans Rosenthal waren die Fernsehhelden der 1960er- und 1970er-Jahre. Ihre Shows versprachen leichte Unterhaltung, heile Welt.

Der Dokumentarfilm von Regina Schilling eröffnet eine ganz neue Sicht auf das Unterhaltungsfernsehen der Bundesrepublik Deutschland: Es war angetreten, eine ganze Nation von ihren Kriegstraumata zu therapieren, ein unverzichtbarer Ruhepol.

Der Dokumentarfilm „Kulenkampffs Schuhe“, der vollständig aus Archivmaterial besteht, zeigt anhand von zahlreichen Show-Ausschnitten von damals, Interviews, privatem Super-8-Material, historischen Dokumenten und Fotos Nachkriegsgeschichte auf überraschende, ungewöhnliche und berührende Art und Weise. Ein Film, der generationsübergreifend erforscht, wie die Deutschen wurden, was sie sind.

Mit Einschaltquoten von 80 Prozent erlebte das Fernsehen in den der 1960er- und 1970er-Jahren goldene Zeiten. Die Familie saß am Samstagabend im Wohnzimmer, alle freuten sich auf „Einer wird gewinnen“ mit Hans-Joachim Kulenkampff oder die „Peter-Alexander-Show“.

Hans-Joachim Kulenkampff und Peter Alexander waren auch die großen Helden der Familie von Regisseurin Regina Schilling. Und natürlich, etwas später, Hans Rosenthal mit „Dalli Dalli“. Die Quizshows verhießen Entspannung – und die hatte Schillings Vater nötig. Er arbeitete rund um die Uhr in seiner eigenen Drogerie. Eine Drogerie im Nachkriegsdeutschland? Kaum etwas wurde mehr gebraucht: aufräumen, Wunden heilen, reparieren, saubermachen, Schädlinge bekämpfen.

Was sahen die Väter der Kinder, die da im Schlafanzug vor dem Fernseher saßen, in den Showmastern? Wussten sie, dass Kulenkampff sich an der Ostfront vier Zehen eigenhändig amputiert hatte? Fragten sie sich, ob Peter Alexander wohl auch bei der Hitlerjugend gewesen war? Bei der Wehrmacht, in Kriegsgefangenschaft – wie die meisten jungen Männer dieser Generation? Hatten sie davon gehört, dass Hans Rosenthal jüdisch war, sich in den Kriegsjahren als Vollwaise in einer Berliner Laube versteckte und jeden Moment damit rechnen musste, deportiert zu werden?

Die Showmaster gehörten wie Regina Schillings Vater einer sehr besonderen Generation an: erst missbraucht vom Nationalsozialismus, dann eingespannt in das Hamsterrad der Nachkriegszeit, die von Traumatisierungen nichts wusste oder nichts wissen wollte.

Redaktionshinweis: Leichte Unterhaltung gegen die Folgen des Krieges – die Fernsehunterhaltung half einer ganzen Generation bei der Überwindung ihrer Kriegstraumata. Kaum ein Film hat das so brillant thematisiert wie der mit dem Grimme-Preis ausgezeichnete Dokumentarfilm „Kulenkampffs Schuhe“ von Regina Schilling, den 3sat als Auftakt des 3satThemas „Die große Nachkriegsshow“ zeigt.

Im Anschluss diskutiert „Kulturzeit“-Moderatorin Cécile Schortmann unter anderen mit Harald Jähner (Autor des Buches „Wolfszeit: Deutschland und die Deutschen 1945 – 1955“) und Hugo Egon Balder über die Shows der Nachkriegszeit und ihre Showstars und fragt: vergessen, verdrängen oder doch eher lachen und über die Vergangenheit reden? Die Folge der Kulenkampff-Show „Einer wird gewinnen“, die in Regina Schillings Film thematisiert wird, sowie eine Folge von Hans Rosenthals Show „Dalli Dalli“ lassen das Fernsehpublikum ab 22.15 Uhr die Stars der damaligen Zeit noch einmal unmittelbar erleben.

Mittwoch, 13.11. / 21:45 Uhr / 3satThema: Die große Nachkriegsshow ~ Der 3satThema Talk
Fernseh-Show und Nazi-Trauma: Sprechen, Verdrängen, Unterhalten
Moderation: Cécile Schortmann
Erstausstrahlung
3sat

Wie funktioniert kulturelles Gedenken, wie funktioniert Verdrängung? Und welche prägende Rolle spielt dabei das Fernsehen bis heute? Ein „3satThema Talk“ zu Fernsehshow und Nazi-Trauma.

Zu Gast sind Regina Schilling, Regisseurin und Autorin von „Kulenkampffs Schuhe“, Hugo Egon Balder, Moderator, Fernsehproduzent, Musiker, Kabarettist, sowie Harald Jähner, Journalist und Autor des Buches „Wolfszeit. Deutschland und die Deutschen 1945-1955“.

Hans-Joachim Kulenkampff und Hans Rosenthal zählen zu den Großen der deutschen Fernsehunterhaltung in der Nachkriegsära. Was kaum jemand wusste: Beide brachten in ihren Shows das eigene Trauma der Nazi-Zeit zur Sprache – oder lächelten es weg. Der Holocaust-Überlebende Hans Rosenthal genauso wie der Wehrmachtssoldat Kulenkampff. Moderatoren, die mit ihrer Geschichte, mit ihren Fernseh-Geschichten, zur Identifikationsfigur einer ganzen, vom Krieg und den Nachkriegswehen gezeichneten Generation wurden.

Mittwoch, 13.11. / 22:15 Uhr / 3satThema: Die große Nachkriegsshow ~ Einer wird gewinnen
Das große Europa-Quiz mit Hans-Joachim Kulenkampff und Teilnehmern aus acht Ländern
Aufzeichnung aus der Wiesbadener Rhein-Main-Halle, März 1966
Regie: Ekkehard Böhmer, Georg Martin Lange
ARD/HR

Hans-Joachim Kulenkampff hat als deutscher Showmaster Fernsehgeschichte geschrieben. 3sat zeigt eine Folge der Kulenkampff-Show „Einer wird gewinnen“ aus dem Jahr 1966.

Von 1964 bis 1987 liefen 82 Folgen der beliebten Quizsendung über die Bildschirme. Seine „zum Prinzip erhobene Kunst der plaudernden Improvisation“, mit der Kulenkampff regelmäßig die vorgeschriebene Sendezeit überschritt, machte ihn zum „Kuli der Nation“.

Erste Bühnenengagements nach dem Krieg ernährten den hungerschlanken Mimen in Bremen, Frankfurt am Main und Zürich so schlecht, dass ihm Hörfunkangebote als Conférencier nur recht sein konnten. Zum Publikumsliebling aber wurde Hans-Joachim Kulenkampff als charmanter und schlagfertiger Showmaster beim Fernsehen. 1953 hatte er sein erstes TV-Quiz „Wer gegen wen?“ gestartet.

Mittwoch, 13.11. / 00:00 Uhr / 3satThema: Die große Nachkriegsshow ~ Dalli Dalli
Moderation: Hans Rosenthal
(Erstsendung: 09.11.1978)
ZDF

Insgesamt 153 Ausgaben von „Dalli Dalli“, dem von Hans Rosenthal moderierten „Ratespiel für Schnelldenker“, liefen von 1971 bis 1986 als Samstagabend-Show im deutschsprachigen Fernsehen.

3sat zeigt die 75. Ausgabe der Quiz-Sendung „Dalli Dalli“ vom 9. November 1978. Hans Rosenthal hatte im Vorfeld versucht, diesen Sendetermin, der auf den 40. Jahrestag der Novemberpogrome 1938 fiel, zu verschieben. Dieses Ansinnen wurde vom ZDF jedoch abgelehnt.

Hans Rosenthal gab nach und moderierte die Sendung, trug darin allerdings schwarze Kleidung. In den Ratepausen wurde statt Schlagern Opernmusik gespielt.


Samstag, 16.11. / 11:40 Uhr / Eine Nacht in Venedig
Spielfilm, Österreich 1953
ORF

Annina: Jeanette Schultze
Caramello: Peter Pasetti
Barbara: Marianne Schönauer
Herzog von Urbino: Hans Olden
Ciboletta: Lotte Lang

Regie: Georg Wildhagen
Länge: 77 Minuten

Im Palazzo Urbino herrscht große Aufregung. Sehr zur Freude der Damen wird der Herzog erwartet, der als Don Juan bekannt ist. Doch weniger erfreut über sein Kommen sind die Männer der Stadt.

Senator Delagua beschließt daher, seine bildschöne Gattin in einem Kloster zu verbergen und dem Herzog das Kammermädchen als seine Frau vorzustellen. Als sich auch des Herzogs Kammerdiener eine List überlegt, scheinen die Verwicklungen kein Ende zu nehmen.

Der österreichische Spielfilm „Eine Nacht in Venedig“ von 1953 basiert auf der gleichnamigen Operette von Johann Strauss (Sohn).

Samstag, 16.11. / 19:20 Uhr / Kulturkampf von rechts ~ Ist die Freiheit der Kunst in Gefahr?
Film von Carsten Gravert
(Erstsendung: 27.07.2019)
3sat

„Wir befinden uns zweifellos in einem Kulturkampf“, sagt der kulturpolitische Sprecher der AfD im Bundestag, Marc Jongen, und bestätigt, was Kulturschaffende in Deutschland befürchten.

Die Kultur gerät immer mehr unter politischen Druck – von rechts. Im Mai 2019 gingen Hunderte deutschsprachige Kulturinstitute auf die Straße. Sie warnten: Die Kunstfreiheit in Deutschland sei in Gefahr. Was haben Kulturschaffende konkret zu befürchten?

Wie zeigen sich die ersten Auswirkungen? Ist die Freiheit der Kunst wirklich bedroht? Oder ist das, was die AfD plant, nur eine andere Kulturpolitik, wie man sie jeder demokratisch legitimierten Partei zugestehen muss?

Mit Anzeigen gegen Kulturschaffende, mit zermürbenden Anfragen in den Parlamenten und mit Androhungen, die Mittel zu kürzen, macht die AfD Politik. Sie will eine Renationalisierung der Kultur, welche „die Deutsche Identität“ stärkt. Sollte die AfD einmal an die Macht kommen, dann könnte ein nationalistischer Umbau der Kultur anstehen, wie ihn zum Beispiel die rechtspopulistische PiS-Partei in Polen bereits wahr macht. Ulrich Khuon, Vorsitzender des Deutschen Bühnenvereins, mahnt: „Wenn die AfD erst einmal einen Ministerpräsidenten stellt, dann wird man sagen: ‚Ja, habt Ihr das denn nicht kommen sehen?'“ Und der Philosoph Peter Sloterdijk warnt entschieden vor einer zukünftigen ideologischen Zensur: „Gruppierungen dieses Typs suchen die Macht ja nur, um danach den demokratischen Mechanismus zu schwächen, durch dessen Ausnutzung sie nach oben gekommen sind. Das ist ein fast gesetzmäßiger Zusammenhang.“

Die Dokumentation von Karsten Gravert beleuchtet den Kulturkampf erstmals ausführlich im deutschen Fernsehen. Sie zeigt, in welcher Weise die AfD gegen Theater vorgeht und welche Versuche es bisher gab, die Kunstfreiheit einzuschränken – etwa den Fall des „Zentrums für politische Schönheit“, einer Gruppe von Aktionskünstlern, gegen die ein offenbar AfD-naher Staatsanwalt wegen Bildung einer „kriminellen Vereinigung“ ermitteln ließ. Sie thematisiert auch die Farce um die Leipziger Jahresausstellung, von der ein mit der AfD sympathisierender Maler ausgeschlossen wurde. Hierin sieht wiederum die AfD einen Angriff auf die Freiheit der Kunst.

Das Absurde an diesem Kulturkampf scheint: Die Freiheit der Kunst ist in aller Munde, und jeder proklamiert sie erst einmal für sich selbst.

Samstag, 16.11. / 20:15 Uhr / Konzert der Wiener Philharmoniker aus Macau
Aufzeichnung, Oktober 2019
Mit Yuja Wang (Klavier)

Programm:
– Sergej Rachmaninow: Konzert für Klavier Nr. 3 d-Moll op. 30
– Antonín Dvorák: Symphonie Nr. 9 e-Moll op. 95 „Aus der neuen Welt“

Orchester: Wiener Philharmoniker
Musikalische Leitung: Andrés Orozco-Estrada
Moderation: Thomas Reichart
Erstausstrahlung
3sat

Einen besonderen Klassik-Genuss bieten die Wiener Philharmoniker in Macau. Zusammen mit der chinesischen Star-Pianistin Yuja Wang präsentieren sie ihre Musik als völkerverbindende Kraft.

Die Wiener Philharmoniker gelten zu Recht als prominenter Exportartikel Österreichs im Kulturbereich. Das Orchester tritt mit seinen Reisekonzerten immer an besonderen Orten auf. In Macau übernimmt Andrés Orozco-Estrada die musikalische Leitung.

Andrés Orozco-Estrada wurde in Kolumbien geboren und in Wien ausgebildet. Er zählt zu den international gefragtesten Dirigenten seiner Generation. Es ist nicht leicht, sich als musikalischer Leiter zu behaupten. Doch Orozco-Estrada hat es geschafft, als Star immer wieder für Furore zu sorgen. Er ist Garant für ausverkaufte Konzerte, pompöse Rezensionen und eine Menge Gesprächsstoff. Denn er zeigt etwas ganz Besonderes am Dirigentenpult: Charisma und eine unfassbare Energie. Sein Dirigat und seine Mimik erzählen die Geschichte der Musik mit. Er tanzt dort oben. Und seine Orchester tanzen mit.

Diese Energie wird auch durch die Star-Solistin Yuja Wang spürbar werden. Ihre erstaunliche Virtuosität und technische Beherrschung auf dem Flügel sind bemerkenswert. Auch die Frische ihrer Interpretation und ihre charismatische Bühnenpräsenz werden stets gelobt.

Samstag, 16.11. / 21:55 Uhr / Kunst hoch 2 (3/6)
mit Silvia Gertsch und Xerxes Ach
Erstausstrahlung
SRF/3sat

„Kunst hoch 2“ porträtiert bekannte Künstler im Doppelpack und lässt den einen über den anderen reden. Diese Folge erzählt die Geschichte des Künstlerpaars Silvia Gertsch und Xerxes Ach.

Seit 27 Jahren haben sie keinen Tag ohne den anderen verbracht – Silvia Gertsch und Xerxes Ach leben das, was für die meisten Paare undenkbar wäre: Sie teilen sich ihr Atelier und das Bett und widmen ihr Leben ausschließlich der Malerei und ihrer Beziehung.

Die Faszination für Licht und Farbe eint das Künstlerpaar, das vom Auftreten und auch von seinen Werken her nicht unterschiedlicher sein könnte. Während Silvia als Tochter des berühmten Malers Franz Gertsch in einer antiautoritären Künstlerfamilie aufwuchs, kommt Xerxes aus einer Familie, in der strenge Zucht und Ordnung herrschten und Kunst keine Rolle spielte.

Der Erfolg des berühmten Vaters Franz Gertsch wirft einen großen Schatten, dient aber auch als Inspirationsquelle für das Künstlerpaar. Zwischen Bewunderung und Abgrenzung hin- und hergerissen, sind Silvia Gertsch und Xerxes Ach vor ein paar Jahren in das Dorf gezogen, in dem auch Silvias Eltern wohnen.

Die Dokumentationsreihe „Kunst hoch 2“ erzählt die Geschichte eines Künstlerduos, das eng miteinander verbunden ist – durch seine Kunst, seine Familienverhältnisse, aus Liebe oder auch aus Freundschaft. Durch die Paarkonstellation von Zweien, die sich sehr gut kennen, deckt die Serie hinter jedem Kunstschaffenden auch seine sonst verborgene, sehr private Seite auf.

Samstag, 16.11. / 22:40 Uhr / KlassiXS – die großen Dramen in jungen Kurzfilmen (1/3): Kaiser
Nach „Des Kaisers neue Kleider“ von Hans Christian Andersen
Kurzfilm, Deutschland 2019
3sat

Mit Fred Costea, Gisa Flake, Michael Sideris, Maria Wördemann, Klara Wördemann, Béla Gabor Lenz, Friederike Frerichs, Silke Geertz und Michael Lämmermann

Regie: Jannis Alexander Kiefer
Länge: 29 Minuten
Erstausstrahlung

In Zusammenarbeit von 3sat und der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf schuf Jannis Alexander Kiefer einen Film zum Thema „Macht und Hierarchien in der dramatischen Weltliteratur“.

„Des Kaisers neue Kleider“ in einem neuen Gewand: „Kaiser“ versetzt Hans Christian Andersens Märchen in eine Firma des 21. Jahrhunderts und erzählt eine dystopische, aber dennoch bunte Geschichte über Macht, Hierarchien und unsichtbare Seidenspinner-Raupen.

In „Kaiser“ geht es um das Thema Macht im Hamsterrad einer Firma. Die fleißigen Arbeiter scheinen allein nur für die Arbeit zu existieren, die Firma Kaiser ist ihr Lebensinhalt. An die Stelle von Selbstverwirklichung tritt die Selbstaufgabe, aus individuellen Menschen werden namenlose Werkzeuge. Im Mittelpunkt des Films steht ein Sicherheitsmann: Gerade neu eingestellt und für den Kaiser, Chef der Firma, verantwortlich, bringt er unbeabsichtigt die herrschenden Regeln des Betriebs ins Wanken – bis die Geschichte in einem absurden Szenario ihren Abschluss findet.

Regisseur Jannis Alexander Kiefer überträgt das bekannte Märchen von Hans Christian Andersen mit einem skurrilen Setdesign und einer durchkomponierten Filmsprache in einen modernen Kontext. Trotz humorvoller Tonalität zeigt der Film die Trostlosigkeit der Entindividualisierung des Einzelnen durch arbeitsökonomische Strukturen.

Samstag, 16.11. / 23:10 Uhr / KlassiXS – die großen Dramen in jungen Kurzfilmen (2/3): Dreck
Nach dem Theaterstück „Dreck“ von Robert Schneider
Kurzfilm, Deutschland 2019
3sat

Sad: Steven Sowah

Regie: Ali Tamim
Länge: 29 Minuten
Erstausstrahlung

In einer Zusammenarbeit von 3sat und der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf schuf Regisseur Ali Tamim einen Film zum Thema „Macht und Hierarchien in der dramatischen Weltliteratur“.

Das Theaterstück „Dreck“ von Robert Schneider dient als Grundlage für den gleichnamigen Kurzfilm. Die Geschichte handelt von dem jungen Iraker Sad, einem Einwanderer. Er spricht in einem Monolog von sich und seiner Heimat, Erinnerungen, Träumen und Hoffnungen.

Der 20-jährige Iraker Sad sitzt in Deutschland in Abschiebehaft. Um sich zu behaupten, verfällt er in einen Monolog. Er redet und redet und präsentiert dem Zuschauer einen Zerrspiegel der Ausländerfeindlichkeit – mit ungewöhnlichen Ansätzen und einer gänzlich anderen Perspektive. Der illegale Einwanderer vermischt seine Schimpftiraden mit kurzen, sentimentalen Erinnerungen an seine Heimat.

Der Film zeigt Macht aus zweierlei Perspektiven: zunächst die Macht der sich überlegen fühlenden Menschen gegenüber den Eingewanderten, die diese Macht benutzen, um zu demütigen. Weniger offensichtlich, doch nicht weniger schmerzhaft, dann auch die kalten Mechanismen einer Bürokratie, in der man nur Sicherheit findet, wenn man beweisen kann, dass man woanders erschossen würde.

Der Schriftsteller Robert Schneider, Autor des berühmten Romans „Schlafes Bruder“, hat mit dem Iraker Sad eine verblüffende Figur geschaffen. Verblüffend, weil der Leser, die heutzutage weithin verbreiteten Vorurteile aus dem Munde des potenziellen Opfers hört. Zweifelsohne hat sich Sad die Anschuldigungen zur Genüge anhören müssen, er spürt die Ablehnung und fürchtet sich vor Gewalt. Das Stück „Dreck“ aus dem Jahr 1991 ist ein Plädoyer für Menschlichkeit und zeigt auf bedrückende Weise, was Nationalismus und Diskriminierung mit einer Menschenseele machen kann – ein Thema, das heute aktueller ist denn je.

Regisseur Ali Tamim hat auf dieser Grundlage einen bedrückend-emotionalen Kurzfilm geschaffen, der die Unsicherheiten und Ängste vor einer drohenden Abschiebung eindrucksvoll vor Augen führt. Der Film lebt durch und von seinem Darsteller Steven Sowah, der die Figur des Sad mit erschütternder Authentizität verkörpert.

Samstag, 16.11. / 23:40 Uhr / KlassiXS – die großen Dramen in jungen Kurzfilmen (3/3): Apollo und Artemisia
Kurzfilm, Deutschland 2019
3sat

Mit Artur Moskvitin, Irene Della Casa, Sienna Brinkmann, Matteo Forni, Hans-Jürgen Alf, Bettina Ratschew und Johanna Allin-Lundh

Regie: Savio Debernardis
Länge: 25 Minuten
Erstausstrahlung

In Zusammenarbeit von 3sat und der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf schuf Regisseur Savio Debernardis einen Film zum Thema „Macht und Hierarchien in der dramatischen Weltliteratur“.

Grundlage des Films sind zwei Figuren aus der griechischen Mythologie, versetzt in die heutige Zirkuswelt: Um der Leere seines Lebens im Zirkus Stramm zu entfliehen, erschafft sich Apollo mithilfe seiner Freundin Artemisia eine eigene Realität.

Apollo, Sohn der neuen Revuetänzerin Francesca, verbringt eine unkonventionelle Kindheit in einer Zirkus-Gemeinschaft, die geprägt ist von skurrilen Figuren, starren Hierarchien und Machtmissbrauch. Seine Mutter Francesca versucht, unter allen Umständen in der Zirkustruppe Fuß zu fassen und als Tänzerin zu reüssieren.

Für Apollo und seine Bedürfnisse bleibt nur wenig Zeit und Raum. So erschafft er sich mithilfe seiner Freundin Artemisia eine ganz eigene Welt, in der die Realität und seine Fantasie eins werden.

Regisseur Savio Debernardis hat einen Kurzfilm geschaffen, der ein hierarchisch strukturiertes System repräsentiert, mit eigener Moral und Zwängen, vergiftet durch die Machtspiele der darin agierenden Akteure.

Sonntag, 17.11. / 10:05 Uhr / Johannes Brahms: Sinfonie Nr. 1 c-Moll, op. 68
Das Orchestra della Svizzera Italiana spielt Brahms
Erstausstrahlung
SRF/3sat

Unter der Leitung des deutschen Dirigenten Markus Poschner spielt das Orchestra della Svizzera italiana die Sinfonie Nr. 1 c-Moll von Brahms in der neuen Konzerthalle in Lugano (LAC).

Johannes Brahms wurde schon zu Lebzeiten gelegentlich als „legitimer Nachfolger Beethovens“ bezeichnet. Hans von Bülow bemerkte, die erste Sinfonie von Brahms sei „die Zehnte“ von Beethoven.

Es brauchte 14 Jahre, bis Johannes Brahms die erste Sinfonie in C-Moll zur Uraufführung brachte. Zu mächtig schien ihm der Übervater Beethoven. In Sassnitz auf Rügen schließlich vollendete Brahms sein Werk.

Sonntag, 17.11. / 10:50 Uhr / Johannes Brahms: Sinfonie Nr. 2 D-Dur, op. 73
Das Orchestra della Svizzera Italiana spielt Brahms
Erstausstrahlung
SRF/3sat

Während Brahms sich die erste Sinfonie über Jahre geradezu abgerungen hat, fiel ihm das Komponieren der Zweiten umso leichter. Seine zweite Sinfonie gilt eigentlich als seine Heiterste.

Am schönen Wörthersee, meinte Brahms, flögen die Melodien geradezu in der Luft herum. Trotzdem schrieb er an seinen Verleger: „Die neue Sinfonie ist so melancholisch, dass Sie es nicht aushalten. Ich habe noch nie so was Trauriges, Molliges geschrieben.“

Unter der Leitung von Markus Poschner macht das Orchestra della Svizzera italiana die komplexe Variationstextur dieser Sinfonie hörbar.

Sonntag, 17.11. / 11:35 Uhr / Johannes Brahms: Sinfonie Nr. 3 F-Dur, op. 90
Das Orchestra della Svizzera Italiana spielt Brahms
Erstausstrahlung
SRF/3sat

Die beliebteste der Brahms-Sinfonien ist auch die kürzeste. In nur vier Monaten hat er sie komponiert. Ein Werk, das die Leichtigkeit einatmet, die diese Periode seines Lebens kennzeichnete.

Johannes Brahms hat sie 1883 in seinen Sommerferien in Wiesbaden fertiggestellt. Kritiker und Musikerkollegen lobten sie als das Beste, was Brahms bisher geschaffen hatte. Antonín Dvořák sagte über Brahms‘ 3. Sinfonie: „Das Herz geht einem dabei auf“.

Der Dirigent Markus Poschner brachte dieses innovative Werk zusammen mit dem Orchestra della Svizzera italiana in der Konzerthalle in Lugano (LAC) zur Aufführung.

Sonntag, 17.11. / 12:20 Uhr / „Ich habe kein Talent zum Hassen“ ~ Eva Menasse im Gespräch mit Schriftsteller Robert Schindel
Erstausstrahlung
3sat

Bekannte Schriftsteller oder Schriftstellerinnen gestalten ein Fernsehprojekt: die Mainzer Stadtschreiberin Eva Menasse trifft den großen österreichischen Schriftsteller Robert Schindel.

Eva Menasse kennt Robert Schindel, der ein Freund ihrer Familie ist, von Jugend an. Das ist die Basis für ein intensives Gespräch über gemeinsame und unterschiedliche Erfahrungen mit jüdischer Herkunft, kollektivem Gedächtnis, Politik und literarischer Betrachtung.

„Ich habe kein Talent zum Hassen, aber verachten kann ich schon“, sagt Robert Schindel und erzählt aus seinem politischen und künstlerischen Leben in Österreich zwischen 1944 und heute. Im Gespräch mit Eva Menasse im Spätsommer 2019 in Wien entfalten die beiden auch unerwartete Perspektiven auf Europa im 20. Jahrhundert und auf aktuelle Entwicklungen in Österreich.

Was für ein Leben: Robert Schindels Eltern kämpfen als jüdische Kommunisten gegen die Nationalsozialisten, ihr Sohn, in den späten 1960er-Jahren Anführer der Wiener Studentenproteste, wird später zum bedeutenden, preisgekrönten Lyriker und undogmatischen Beobachter seiner Heimat. Robert Schindel wird nicht müde, Antisemitismus und Rassismus in der Gesellschaft zu benennen – aber seine Sprache, ob in seinen Gedichten, Essays oder Romanen, ist stets poetisch, nie programmatisch. Er ist ein politisch wacher Dichter, aber kein politischer Dichter.

Die preisgekrönte Schriftstellerin Eva Menasse, 1970 in Wien geboren, lebt in Berlin und 2019 auch immer wieder als Stadtschreiberin in Mainz. Zu dieser Ehrung von ZDF, 3sat und der Stadt Mainz gehört eine Dokumentation nach freier Themenwahl. Eva Menasse, die nach ihrem Studium der Germanistik und Geschichte an der Universität Wien zunächst als Journalistin unter anderem bei der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ arbeitete, bevor ihr 2005 mit dem österreichisch-jüdischen Familienepos „Vienna“ ein fulminantes Debut als Schriftstellerin gelang, hat sich für das klassische Genre eines Fernsehgesprächs entschieden.

Als große Menschenerzählerin, die mit feiner Empathie und scharfsinnigem Humor über fragile Beziehungen schreibe, sei sie ein Glücksfall für das Amt der Mainzer Stadtschreiberin, so die Jury. Denn sie mische sich zugleich öffentlich ein, streite wirkungsvoll für Grundrechte im digitalen Zeitalter und wende sich engagiert gegen Diskriminierung und rechte Hetze. Auch in ihrem Debüt als Fernsehautorin schwingt ihr Blick auf diese großen Themen unserer Zeit immer mit.

Der 1944 geborene Robert Schindel entgeht als kleines Kind nur knapp der Ermordung durch die Nationalsozialisten. Sein Vater wird kurz vor Kriegsende in Dachau erschossen. Als Halbwaise wird Schindel von seiner Mutter, einer Auschwitz-Überlebenden, im Geist der kommunistischen Partei erzogen und schließt sich in den frühen 1970er-Jahren erst der Studentenbewegung, dann der maoistischen Linken an. Schindel befreit sich von allen Dogmen durch begeisterte Lektüre der Weltliteratur ebenso wie durch die relativ späte Beschäftigung mit seiner jüdischen Herkunft, die er schließlich als kulturelles Erbe, wenn schon nicht als religiöses Bekenntnis annehmen kann.

Es ist ein Lebensweg, der beispielhaft ist für viele seiner Altersgenossinnen und Altersgenossen. Zugleich ist es ein einzigartiger Weg, denn aus seinen Wandlungen und Brüchen hat Robert Schindel starke, sinnliche Literatur gemacht, ist zu einem der bedeutendsten deutschsprachigen Lyriker geworden, der, wie Marcel Reich-Ranicki einmal schrieb, „sich ganz ungeniert an die Tradition“ halte.

Als Prosaautor hat er in seinem Erfolgsroman „Gebürtig“, der auch verfilmt wurde, beispielhaft für ganz Europa jenes Wien porträtiert, in dem die Nachkommen von Opfern und Tätern sich krampfhaft gegenseitig jene Normalität vorspielen müssen, die ein halbwegs friedliches Zusammenleben wohl erfordert. In der Fortsetzung „Der Kalte“ beschreibt er die Zeit und die Gesellschaft, in der Kurt Waldheim zum Bundespräsidenten gewählt werden konnte. So wie Waldheim über seine Verstrickung in den Nationalsozialismus log und täuschte, hätte es das ganze Land gerne gemacht; mit Waldheims Wahl aber flog die verdrängte Geschichte von Tätern wie Nachkommen auf.

Sonntag, 17.11. / 18:30 Uhr / Museums-Check mit Markus Brock: Kunsthalle Mannheim
(Erstsendung: 05.08.2018)
ARD/SWR

Am 1. Juni 2018 öffnete die Kunsthalle Mannheim nach eineinhalb Jahren Schließzeit ihre Türen. Markus Brock checkt Alt- und Neubau des Museums und begrüßt dazu Christian Chako Habekost.

Zur großen Wiedereröffnung präsentiert das Museum eine Neuinszenierung der renommierten Sammlung und die erste große Sonderausstellung „Jeff Wall. Appearance“. Jeff Wall gilt als Pionier der Fotokunst und wurde 2002 mit dem Hasselblad Award ausgezeichnet.

Ausgewählt hat ihn die Kunsthalle Mannheim auch, weil der Kanadier in seiner Arbeit Bezug nimmt auf die Kunstgeschichte, wie etwa auf den Maler Édouard Manet. Von ihm besitzt das Museum eines der wichtigsten Gemälde: „Die Erschießung Kaiser Maximilians von Mexiko“ (1868-69), eine Ikone des Hauses, das außerdem Werke von Caspar David Friedrich, August Rodin, Francis Bacon und Henry Moore besitzt.

Als eines der wenigen deutschen Museen hat sich die Kunsthalle Mannheim schon immer auch auf zeitgenössische Kunst konzentriert, sagt Museumsdirektorin Ulrike Lorenz, wie etwa 1925 mit der legendären Ausstellung „Die neue Sachlichkeit“, die einer ganzen Stilrichtung ihren Namen gab. Ulrike Lorenz‘ Vision für die Neueröffnung ist, das Museum für die Zukunft zu positionieren. Eigens dafür hat die Kunsthalle Mannheim eine digitale Bilderwand entwickelt, auf der die Besucher im Museumsfoyer sämtliche Werke der Sammlung interaktiv anschauen können.

„Kunst für alle“ – unter diesem Motto öffnete die Kunsthalle Mannheim 1909 im Jugendstilbau von Hermann Billing ihre Pforten. Dieser Anspruch prägt das Museum bis heute. Das Hamburger Büro „gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner“ hat das historische Haus um einen spektakulären Neubau erweitert, der von einem bronzefarbenen Metallgewebe umhüllt ist. Rund 70 Millionen Euro investierten private Mäzene, die Stadt Mannheim und Stiftungen in eine innovative Architektur. Konzipiert als „Stadt in der Stadt“, gruppieren sich um das 22 Meter hohe Licht-Atrium mehrere Gebäudeteile, verbunden über Treppen und Brücken. Entstanden ist so eine offene Museumsstadt mit Galerien, Schaudepot, Restaurant und Museums-Shop. Panoramafenster eröffnen Ausblicke auf die Stadt und den berühmten Wasserturm.

Montag, 18.11. / 01:50 Uhr / Rockpalast Crossroads (5/8): Colour Haze
Mit Stefan Koglek (Gitarre, Gesang), Philipp Rasthofer (Bass), Manfred Merwald (Schlagzeug) und Jan Faszbender (Keyboard)
Erstausstrahlung
ARD/WDR/3sat

Colour Haze aus München sind eine Institution der deutschen Psychedelic-&-Heavy-Rock-Szene. 2019 feiern sie ihr 25-jähriges Bühnenjubiläum. – Ein „Crossroads“-Konzert vom Herbst 2019.

Die Musiker verstehen es, mit ihrer Musik Bilder zu malen und erschaffen Klanglandschaften: Da schweben sanftmütige, leise Melodien durch den Raum, werden intensiver. Entspannte Rhythmen werden bestimmter, es entsteht ein Groove, der das Publikum packt.

Die Gitarre, eben noch verträumt und zärtlich, wird zorniger, lauter, intensiver. Die Stücke entladen ihre Spannung in brodelnden, wuchtig brummenden Hardrock-Eruptionen, nur um dann wieder in sich selbst zusammenzufallen.

Anfänglich stark von Black Sabbath beeinflusst, finden heute bevorzugt warme, Trance-lastige Melodien und tief verzerrte Riffparts Verwendung – wie auch komplexe Songstrukturen, Jazz-Elemente und Jams. Liedmonumente von epischer Länge werden durch weltmusikalische Zutaten aufgebrochen, Stefan Kogleks Gesang ist zurückgenommen und wirkt oft eher als zusätzliches Melodieinstrument denn als erzählerische Kraft.

Colour Haze geben dem Progressive-Rock das Progressive zurück. Sie sind in der langen „Crossroads“-Geschichte erst die fünfte Band, die bereits zum zweiten Mal eingeladen wurde, in der Reihe aufzutreten.

Montag, 18.11. / 02:35 Uhr / Rockpalast Crossroads (6/8): Laura Carbone
Mit Laura Carbone (Gesang, Gitarre), Jeff Collier (Schlagzeug, Gesang), Brodie White (Bass, Gesang) und Mark Lewis (Gitarre, Gesang)
Erstausstrahlung
ARD/WDR/3sat

Sie wirkt, als wäre sie einem David-Lynch-Film entstiegen: Laura Carbone ist auf der dunklen Seite des Pop zuhause. Da teilt sich jemand mit. – Ein „Crossroads“-Konzert vom Herbst 2019.

Ihre düsteren Songs scheinen teils kühl gesetzt, teils voller ungezügelter Rock-’n‘-Roll-Attitüde. Laura Carbones Songs sind hin- und mitreißend. Melancholisch und lebensgebeutelt im einen, schartig und patzig im nächsten Moment, bittersüß und dynamisch.

Das klingt zuweilen nach Ikonen wie PJ Harvey oder Nick Cave, verweilt auch bei Mazzy Star oder The Breeders, bricht in Noise-Rock aus und hat dann wieder die schmachtende Eleganz eines Chris Isaak.

Montag, 18.11. / 03:20 Uhr / Rockpalast Crossroads (7/8): Sven Hammond
Mit Ivan Peroti (Gesang), Glenn Gaddum (Bass), Joost Kroon (Schlagzeug), Tim Eijmaal (Gitarre) und Sven Figee (Hammond-Orgel)
ARD/WDR/3sat

Sven Hammond sind in ihrer niederländischen Heimat derzeit eine gefeierte Bands Ihre Songs sind vielfältig, oft „catchy“, zugänglich. – Ein „Crossroads“-Konzert vom Herbst 2019.

Live sind Sven Hammond spektakulär. Die fünf Musiker wissen, wie man mit pulsierenden Beats eine energiegeladene und rhythmische Stimmung aufbaut. Sie spielen mit dem Publikum, lassen Rock-’n‘-Roll-Energie mit dem Groove der Hammond-Orgel kollidieren.

Mal rau wie ein Achtzehntonner auf einer Schotterpiste, an anderer Stelle wendig wie eine Segeljacht, sind Sven Hammond bekannt für ihren kochend heißen Soul-Rock, der zum Tanzen anregt. Die Musikpresse nennt Sven Hammond eine „mean and lean fighting machine“.

Montag, 18.11. / 04:00 Uhr / Rockpalast Crossroads (8/8): The Black Sorrows
Mit Joe Camilleri (Gesang, Saxofon, Gitarre, Harmonika), Claude Carranza (Gitarre, Gesang), Mark Gray (Bass, Gesang), John McCall (Keyboards, Gesang) und Angus Burchall (Schlagzeug)
Erstausstrahlung
ARD/WDR/3sat

The Black Sorrows sind im Blues ebenso heimisch wie im Rock oder im Old School R&B. Auch Einflüsse von Jazz, Country und Pop sind zu vernehmen. – Ein „Crossroads“-Konzert vom Herbst 2019.

Es ist eine von Australiens Bands, die ständig auf Welttournee sind und sich als dynamischer Live-Act beweisen. The Black Sorrows haben als „Beste Band“ den australischen Musikpreis ARIA gewonnen und mehr als zwei Millionen Alben verkauft.

Sie stehen und fallen mit Joe Camilleri – er ist Herz und Hirn der seit 1984 bestehenden Band. Im Januar 2017 wurde Camilleri vom „Rolling Stone“-Magazin als „Living Legend“ ausgezeichnet. Künstler wie Elvis Costello und John Denver haben Cover-Versionen seiner Songs aufgenommen.

Montag, 18.11. / 04:45 Uhr / Heimatsound Concerts – Flut
aus dem Passionstheater Oberammergau
(Erstsendung: 06.12.2018)
ARD/BR

Beim „Heimatsound Festival 2018“ im berühmten Oberammergauer Passionstheater ist diesmal die junge Band Flut aus Wien mit feinstem Austropop dabei.

Die Band liefert mit ihrer eigenen klanglichen und visuellen Welt neuen Input zum Österreich-Hype um Bilderbuch und Wanda. Das Quintett haut ein klangliches und visuelles Gesamtkunstwerk raus, das die 1980er-Jahre feiert und soundmäßig trotzdem modern klingt.

Flut haben eine Mission: Die Ehre der 1980er-Jahre retten – und den Austropop am besten gleich mit. Vokuhilas und Bomberjacke, das sieht nach Bad-Taste-Party aus, ist aber einfach nur gnadenlos retro und grandios.

Auf dem „Heimatsound Festival 2018“ gaben sich Flut zum ersten Mal die Ehre, und eines stand ziemlich schnell fest: Das Publikum ließ sich mitreißen.

Dienstag, 19.11. / 23:10 Uhr / Das Blaue Sofa
Moderation: Vivian Perkovic
Erstausstrahlung
3sat

In der James-Simon-Galerie, dem Besucherzentrum der Berliner Museumsinsel, lädt „Das Blaue Sofa“ fünf internationale Star-Architekten zur Diskussion. Es moderiert Vivian Perkovic.

Kurz vor der Eröffnung des Berliner Humboldt-Forums am 30. November und der bevorstehenden Grundsteinlegung zum Museum der Moderne sprechen David Chipperfield, Jacques Herzog, Regine Leibinger, Franco Stella und Hans-Günter Merz über „Kulturelles Bauen“.

Die James-Simon-Galerie ist eines der herausragenden kulturellen Neubauprojekte Berlins. Benannt nach dem bedeutenden jüdischen Unternehmer und Kunstmäzen Henri James Simon, hat sein Architekt David Chipperfield einen Bau geschaffen, der gleichsam die Visitenkarte des einmal größten Universalmuseums der Welt sein soll. Millionen von Besuchern werden in den kommenden Jahrzehnten die James-Simon-Galerie betreten, um dann von hier aus ihren Weg zu den verschiedenen Sammlungen der Museumsinsel anzutreten. Der Anbau ist nicht nur von zentraler Bedeutung für die Infrastruktur der Museumsinsel, sondern ein optisches Erkennungsmerkmal der Stadt – und wirft so die grundsätzliche Frage auf, wie wir als Gesellschaft unsere kulturellen Bauwerke definieren – für die Gegenwart aber auch für die Zukunft.

Wie positionieren wir uns als Kulturnation nicht nur im nationalen, sondern auch im globalen Umfeld, wo das Renommee von Bauwerken und das Prestige ihrer Architekten als entscheidender Standortfaktor gelten? Wie gehen wir mit unserem architektonischen Bestand um, und nach welchen Maßstäben entwickeln wir kulturelles Bauen und unser Architektur-Erbe weiter? Worin liegt das deutsche Alleinstellungsmerkmal in Konkurrenz zu London, Paris, New York und den asiatischen Metropolen? Wie tragen wir als Gesellschaft den Ideen-Diskurs aus, und wie wichtig ist ein breiter Konsens bei Bauwerken überregionaler Bedeutung? Wie vertretbar sind Neuentwürfe heute noch, in Anbetracht explodierender Kosten und vielfacher gesellschaftlicher Skepsis um Prestigebauwerke? Und für welche Zeiträume überhaupt wird heute geplant und gebaut – und ist ein spektakuläres Gebäude von heute auch in 100 Jahren noch von Bedeutung?

Nicht erst der jahrelange, fast ideologisch ausgetragene Streit um den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses und die Proteste gegen den Bau der Hamburger Elbphilharmonie haben gezeigt, wie dringlich ein öffentlicher Diskurs über diese Fragen ist.

Dienstag, 19.11. / 23:55 Uhr / Reporter Wunderkinder: Thierry malt – Die ganz besondere Begabung des Autisten Thierry
Reportage von Helen Arnet
(aus der SRF-Reihe „Reporter“)
(Erstsendung: 22.09.2019)
SRF

Thierry Bouvard ist Autist. Er kann nicht sprechen, aber er kann malen. Und er malt, wo immer er Platz für Papier und Stifte findet. Dabei hat er seine ganz eigene, geniale Technik.

Thierry Bouvard aus dem zürcherischen Dietlikon ist 19 Jahre alt. Als er ein Jahr alt war, verstummte er. Zwei lange Jahre später erhielten seine Eltern die niederschmetternde Diagnose: frühkindlicher Autismus. Es traf sie wie ein Blitz.

Thierrys Eltern, André und Joan Bouvard, nahmen seine Therapie selbst in die Hand, vernetzten sich mit anderen Betroffenen und halfen Thierry, sich in die Gesellschaft zu integrieren. Damals hatten sie noch die Hoffnung, ihr Sohn könne seinen Entwicklungsrückstand aufholen und eine „normale“ Schulkarriere absolvieren.

Diese Hoffnung hat sich inzwischen zerschlagen. Trotzdem hat Thierry enorme Fortschritte erzielt: In jüngeren Jahren warf er sich auf den Boden und schrie lauthals, wenn er im Einkaufscenter von einem Bodenbelag auf einen anderen treten musste. „Er war total unflexibel, kleinste Veränderungen im Alltagstrott warfen ihn völlig aus der Bahn“, erinnert sich André Bouvard. Trotz allem – Joan und André versteckten ihren Sohn nicht.

Thierry malt, wann immer sich die Gelegenheit bietet. Als Vorlage dienen ihm Fotos, Postkarten und Bilder aus dem Internet. Diese interpretiert er auf seine ganz eigene Art: Er malt nicht, sondern setzt einzelne Striche zu Flächen zusammen und interpretiert Farben.

An der Vernissage seiner zweiten Ausstellung traf Reporterin Helen Arnet den Künstler und ehemaligen Kunstdozenten Emil Müller, alias „mülleremil“, der Thierrys Werke als genial bezeichnet: „Seine Zeichnungen haben etwas, das sehr tief geht.“


Samstag, 23.11. / 11:20 Uhr / Sommernachtskonzert Schönbrunn 2019
Mit Yuja Wang (Piano)

Programm:
– Leonard Bernstein, Ouvertüre zu „Candide“
– Johann Strauss (Sohn), „Jubilee Waltz“, o.op.
– George Gershwin, „Rhapsody in Blue“ (Fassung für Klavier und Orchester 1942)
– Max Steiner, „Casablanca-Suite“
– John Philipp Sousa, „Stars and Stripes Forever“
– Samuel Barber, „Adagio for Strings“
– Carl Michael Ziehrer, „Sternenbanner-Marsch“, op. 460
– Antonín Dvorák, Symphonie Nr. 9 in e-Moll, op. 95 „Aus der Neuen Welt“, 4. Satz, Allegro con fuoco
Orchester: Wiener Philharmoniker
Musikalische Leitung: Gustavo Dudamel
3sat
Vor der Traumkulisse von Schloss Schönbrunn laden die Wiener Philharmoniker bei freiem Eintritt zu einem besonderen Open-Air-Ereignis ein: zum „Sommernachtskonzert Schönbrunn 2019“.
Es dirigiert Gustavo Dudamel. Solistin ist Yuja Wang. Die chinesische Pianistin verbindet große Virtuosität mit charismatischer Bühnenpräsenz. Mit Bernsteins „Rhapsody in Blue“ in der Fassung für Klavier und Orchester bringt sie einen Publikumsliebling mit.

Auf dem weiteren Programm stehen unter anderem Werke von Leonard Bernstein, George Gershwin, Anton Dvorák, Johann Strauß (Sohn).

Die musikalische Leitung dieses stimmungsvollen Konzertes übernimmt der weltweit beliebte Stardirigent Gustavo Dudamel. Musik allen Menschen zugänglich machen: Dieses Ideal, für das sich der Venezolaner unermüdlich einsetzt, ist zu seinem Markenzeichen geworden. Durch seine Arbeit als Konzert- und Operndirigent auf vier Kontinenten inspiriert Dudamel Zuhörer aller Altersgruppen. Er ist zudem gern gesehener Gastdirigent der Wiener Philharmoniker.

Die Wiener Philharmoniker gelten als prominenter Exportartikel Österreichs im Kulturbereich. Das Orchester möchte allen Gästen der Stadt genauso wie den Wienern ein musikalisches Live-Erlebnis bieten und knüpft damit an die Erfolge der letzten Jahre an. Etwa 100 000 Besucher waren es allein 2018, die dieses Highlight im Schlosspark genossen.

Sonntag, 24.11. / 10:05 Uhr / lesenswert ~ Denis Scheck im Gespräch mit Katerina Poladjan und Melanie Walz
(Erstsendung: 21.11.2019)
ARD/SWR

Zu Gast bei Denis Scheck sind diesmal Katerina Poladjan und Melanie Walz. Katerina Poladjans dritter Roman „Hier sind Löwen“ stand auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis.

Das Werk erzählt von der Berliner Buchrestauratorin Helen, die nach Armenien reist, um dort besondere Techniken der Erhaltung historischer Werke zu erlernen. Der Aufenthalt in Jerewan führt Helen in ihre eigene Familiengeschichte.

Katerina Poladjan ist eine deutsche Schauspielerin und Schriftstellerin. Sie wurde in der Sowjetunion geboren und kam als Kind Ende der 1970er-Jahre nach Deutschland. Ihr Großvater überlebte den Völkermord an den Armeniern. Katerina Poladjan studierte Angewandte Kulturwissenschaften mit Schwerpunkt Philosophie und Kunst. Sie hat viele Auszeichnungen und Stipendien erhalten. Sie schreibt Romane, Essays und Theatertexte.

Melanie Walz hat gerade ein über 1000-seitiges Werk aus dem Englischen neu übersetzt: „Middlemarch“ ist der berühmteste Roman von Mary Ann Evans, die unter dem Pseudonym „George Eliot“ schrieb. Vor 200 Jahren, am Am 22. November 1819, wurde sie geboren. Das Buch beschreibt die englische Provinz und ihre Bewohner in all ihrer Skurrilität und gilt bis heute als Höhepunkt englischer Romankunst des 19. Jahrhunderts. Denis Scheck unterhält sich mit Melanie Walz über ihre Arbeit als Übersetzerin und über drei Bücher, die sie mitgebracht hat und die sie als ihre „Lebensbücher“ bezeichnet.

Melanie Walz übersetzt seit den 1980er-Jahren Belletristik aus dem Englischen und Französischen ins Deutsche, unter anderem Werke der Schriftstellerinnen Lily Brett, Antonia S. Byatt, Patricia Highsmith und Annie Proulx. 2015 wurde sie mit dem Übersetzerpreis der Landeshauptstadt München ausgezeichnet.

Sonntag, 24.11. / 10:35 Uhr / Literaturclub
SRF

„Literaturclub“ diskutiert die neuesten literarischen Entdeckungen und gibt Orientierungshilfe im Buchmarkt.

In der Gesprächssendung werden jeweils vier bis fünf Neuerscheinungen besprochen.

Sonntag, 24.11. / 11:50 Uhr / Matera – Von der Steinzeit in den Cyberspace
Film von Hansjürgen Schmölzer
(Erstsendung: 25.03.2019)
ORF

Matera in Süditalien ist im Jahr 2019 Kulturhauptstadt Europas. Die Stadt zählt zu den am längsten dauerhaft von Menschen besiedelten Orten der Welt.

Die Sassi, die Höhlenwohnungen von Matera, werden seit 9000 Jahren bewohnt und haben den Ort auch zu einer beliebten Film-Location für große internationale Filmproduktionen gemacht.

Während Armut, Verfall, die Abwanderung der Jugend und organisierte Kriminalität Italiens Süden prägen, wird in Matera eine gegenläufige Entwicklung spürbar.

Der Film begleitet eine Gruppe junger kreativer Menschen, die alle ganz bewusst wieder nach Matera zurückgekommen sind und dort das Co-Living-Kollektiv „Casa Netural“ aufgebaut haben. Sie wollen mit ihren Projekten die Gestaltungsmöglichkeiten aufzeigen, die eine Gesellschaft im Zeitalter des Internet auch in ländlichen Regionen hat.

Sonntag, 24.11. / 12:30 Uhr / kinokino extra: Man spricht Deutsch ~ Segen und Fluch der Synchronbranche
Film von Florian Kummert
Erstausstrahlung
ARD/BR/3sat
Präzises Timing, gepaart mit einer eleganten Eindeutschung: Synchronsprechen ist oft ein Knochenjob, der – so rumort es in der Branche – immer weniger gewürdigt wird.

„kinokino extra“ blickt in die Synchronbranche, in der oft unter hohem Druck gearbeitet wird, und spricht mit Legenden wie Rainer Brandt. In den 1970er-Jahren erhob er Kalauersynchronisieren in Serien wie „Die 2“ oder in Bud-Spencer-Filmen zur Kunstform.

In Deutschland klingt das Kino deutsch – egal aus welchem Land die Filme kommen. Elmar Wepper adelte nicht nur Doris Dörries „Kirschblüten“ als Schauspieler. Auch wenn Mel Gibson auf der Leinwand auftaucht, ist in der deutschen Fassung Elmar Wepper zu hören. Manchmal spricht ein Synchronschauspieler diverse Stars: Thomas Danneberg ist nicht nur Terence Hill, sondern auch Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger.

Durch die weltweit gleichzeitig stattfindenden Kinostarts müssen Synchronsprecher oft unter hohem Druck arbeiten – ohne entsprechende Anerkennung: Sprecher Marcus Off, der in den ersten drei „Fluch der Karibik“-Filmen Johnny Depp synchronisiert hat, musste gegen Disney vor Gericht ziehen, um angemessen vergütet zu werden.


Diese Übersicht wird stets mehrere Wochen vor den jeweiligen Sendeterminen erstellt. Aktuelle Programmänderungen sind u. U. nicht berücksichtigt. Diese finden sich auf www.3sat.de.