TV-Tipps 3sat:


Dienstag, 11.12. / 23:10 Uhr / Das blaue Sofa ~ Im Gespräch mit Christopher Clark
Erstausstrahlung
3sat

Herausragende Autoren und prominente Moderatoren finden sich zum Gespräch auf dem „blauen Sofa“ ein und stellen die wichtigsten literarischen Neuerscheinungen vor.


Samstag, 15.12. / 19:20 Uhr / Tanzwelten (1/2): Flamenco & Capoeira
Präsentiert von Annabelle Mandeng
Film von Alexandra Hardorf und Lisa Marie Schnell
Erstausstrahlung
3sat

Die zweiteilige Doku „Tanzwelten“ geht der Seele des Tanzes auf den Grund: Sie begibt sich zu den Ursprüngen weltweit tradierter Tanzformen. In Teil eins geht es um Flamenco und Capoeira.

Tanz fasziniert und fesselt das Auge. Doch Tanz ist viel mehr als nur ein visuelles Feuerwerk   es ist eine der ältesten Ausdrucksformen des Menschen. So erzählt jeder Stil auch Geschichten von der Kultur einer Region, von Menschen und ihren Leidenschaften.

Viele Tänze entstanden dort, wo sich Menschen gegen Unterdrückung auflehnten. Was offenbaren diese Tanzformen über die Mentalität und die Kultur eines Landes? Welche gesellschaftlichen und politischen Themen spielen eine Rolle? Und welche Bedeutung hat Tanz auch heute noch für die Menschen?

Flamenco begann einst mit Gesang und Klatschen, bevor erst später der Tanz hinzukam. Die Entstehung des Tanzes ist untrennbar mit der historischen, sozialen und kulturellen Entwicklung Andalusiens verbunden. Auf seinem Weg aus den kleinen Dörfern auf die großen Bühnen dieser Welt wird der Flamenco Symbol spanischer Lebensart.

Capoeira ist als der brasilianische Kampftanz ebenso eng mit der Geschichte seines Landes verbunden. Der Tanz entstand in der Kolonialzeit und wurde von den aus Afrika verschleppten Sklaven praktiziert. In ihm vermischen sich Elemente afrikanischer Tänze und brasilianischer Kampfkunst. Heute unterscheiden sich die Formen Capoeira Regional und Capoeira Angola.

Annabelle Mandeng macht sich für „Tanzwelten“ auf den Weg nach Spanien und Brasilien, wo Flamenco und Capoeira entstanden sind. Dort trifft sie Menschen, die sich diesen Tänzen verschrieben haben. Außerdem tanzt die leidenschaftliche Tänzerin den Flamenco und Capoeira auch selbst, um diesen beiden Tanzstilen auf den Grund zu gehen und deren Seele am eigenen Leib zu erfahren.

Redaktionshinweis: Der zweite Teil der Reihe „Tanzwelten“ beschäftigt sich mit Wiener Walzer und Swing und ist am Samstag, 22. Dezember, um 19;20 Uhr in 3sat zu sehen.

Samstag, 15.12. / 20:15 Uhr / Galakonzert ~ 100 Jahre The Cleveland Orchestra
Franz Welser Möst und Lang Lang

Programm:
  W. A. Mozart: „Klavierkonzert No. 24“
  Richard Strauss: „Die Frau ohne Schatten“ (Symhonic Fantasy)
  Johann Strauss jr.: Walzer „Wiener Blut“ (op. 354)
  Maurice Ravel: „La Valse“

Mit Lang Lang (Klavier)
Musikalische Leitung: Franz Welser Möst
Erstausstrahlung
ARD/BR/3sat

Seit 100 Jahren existiert das Cleveland Orchestra im US Bundesstaat Ohio und gehört seit jeher zu den Top Orchestern des Landes. 3sat zeigt das Jubiläumskonzert vom September 2018.

Zu diesem Festkonzert hat der österreichische Chefdirigent Franz Welser Möst den Klaviersuperstar Lang Lang eingeladen. Gemeinsam spielen sie das „Klavierkonzert Nr. 24“ von Mozart. Außerdem spielen sie Werke von Richard Strauss, Johann Strauss jr. und Ravel.

Samstag, 15.12. / 21:30 Uhr / Weinberg oder Schuhkarton? Die Suche nach der perfekten Akustik
Film von Günter Atteln
Mit Yasuhisa Toyota (Akustiker), Martijn Vercammen (Akustiker),Valery Gergiev, Daniel Barenboim, Anastasia Kobekina (Cellistin) u.a.
Erstausstrahlung
ZDF/3sat

Wie schafft man einen Raum, dessen Klang Publikum und Musiker gleichermaßen begeistert? Einen Saal, der Architektur mit Klang verwebt   und damit selbst zum Instrument wird?

Star Akustiker feilen auf der Suche nach dem perfekten Sound mit Hightech am Raumklang von Konzertsälen in aller Welt. Sounddesign bestimmt auch unser Erleben im Alltag. In dem Film gewähren einige der besten Akustiker Einblick in ihre Hexenküche der „Klangwunder“.

Bei der Eröffnung der Elbphilharmonie in Hamburg wurde neben der spektakulären Architektur auch ihre herausragende Akustik gefeiert   und der japanische Akustiker Yasuhisa Toyota wurde zum Liebling der Medien. Von der „ZEIT“ zum „Dr. Sound“ geadelt, ist der sympathische Japaner einer der weltweit gesuchten Stars unter den Akustikern. Neben Yasuhisa Toyota zählt dazu vor allem auch Martijn Vercammen. In der im Oktober 2017 wiedereröffneten Berliner Staatsoper hat er Daniel Barenboims Herzenswunsch nach einer besseren Akustik des prachtvollen Gebäudes Wirklichkeit werden lassen.

Filmemacher Günter Atteln lässt sich von den Raumakustikern in einigen der bedeutendsten Konzert  und Opernhäusern die Besonderheiten   und Probleme   dieser Räume erklären, besucht mit Valery Gergiev den Rohbau der neuen Philharmonie in Moskau und beobachtet die Maßnahmen zur Klang Korrektur in der ehrwürdigen Mailänder Scala. Die Cellistin Anastasia Kobekina demonstriert, wie sich die unterschiedlichen Akustiken von Konzerträumen nicht nur auf den Klang ihres Instruments, sondern auch auf sie selbst und ihre Spielweise auswirken.

Wie sehr uns Klangeindrücke nicht nur im Konzertsaal, sondern auch in alltäglichsten Situationen beeinflussen, zeigen Exkurse in das weite Feld des Produkt Klangdesigns: vom „fetten“ Sound einer schließenden Autotür und dem satten Klicken eines Blinkerhebels bis zum richtigen „Crunch“ von Cornflakes und dem knackig klingenden Biss von Würstchen: Psychoakustik und Sounddesign bestimmen unser oft unterbewusstes Erleben   und unsere Emotionen.

Sonntag, 16.12. ( 3. Advent) / 11:20 Uhr / Die große Literatour ~ John Steinbecks USA
Film von André Schäfer und Jascha Hannover
(Erstsendung: 05.04.2017)
RBB/RB/WDR/MDR/SWR

Im Jahr 1960 begibt sich der Literaturnobelpreisträger John Steinbeck auf eine elfwöchige Reise quer durch die USA und stößt kulturell wie landschaftlich auf eine ungeahnte Vielfalt.

Steinbecks ironische Beobachtungen und skurrile Begegnungen seines einzigartigen Reisebuchs visualisiert der Film   immer auch mit dem Blick auf die USA heute   zu einem unverstellten Blick auf das Innere Amerikas.

Die Reihe „Die große Literatour“ begibt sich auf die Spuren der spannendsten Reiseschriftsteller der Geschichte, folgt ihren Reisen und zeigt die Länder aus ihren Blickwinkeln. Eine literarische Zeitreise, die Vergangenheit und Gegenwart miteinander verschränkt.

Redaktionshinweis: 3sat zeigt „Die große Literatour   John Steinbecks USA“ zum 50. Todestag des US amerikanischen Schriftstellers am 20. Dezember.

Sonntag, 16.12. ( 3. Advent) / 12:15 Uhr / Heinrich Böll, Ansichten eines Anarchisten
Film von Norbert Busé
(Erstsendung: 02.12.2017)
3sat

Am 21. Dezember 2017 wäre Heinrich Böll 100 Jahre alt geworden. Der Film schaut aus diesem Anlass noch einmal neu auf den Nobelpreisträger und engagierten Repräsentanten des 20. Jahrhunderts.

Mithilfe von bisher unveröffentlichten Auszügen aus Kriegstagebüchern und Briefen Bölls geht der Film der Frage nach, was der große Mahner mit der Baskenkappe uns heute noch zu sagen hat. Dabei erlebt der Zuschauer einen erstaunlich modernen Dichter und Denker.

Heinrich Böll, ein Mann von gestern? Jedenfalls ein Schriftsteller Tycoon, der im Laufe seines Lebens schon mehrere Tode gestorben ist: den des Antifaschisten, Antimilitaristen und Antibourgeois. In der Erinnerung scheint er alt, grau und verstaubt. Kannte den Schriftsteller Böll Anfang der 1970er Jahre laut einer Umfrage fast jeder Deutsche, ist er heute so gut wie vergessen. Schon lange sei er aus der Zeit gefallen, spötteln Kritiker, und in der Schule gehört er seit einiger Zeit nicht mehr zur Pflichtlektüre.

„Bei zukünftigen Demonstrationen könnte er vielleicht wieder eine Rolle spielen“, meint dagegen der Theaterregisseur Thomas Jonigk. „Seine Stimme bietet mir auch heute noch eine Orientierung“, so Jonigk weiter. Seine Theaterfassung von Bölls „Ansichten eines Clowns“ feierte Anfang 2017 große Erfolge in Köln.

Haben die, die Heinrich Böll bereits zu Grabe trugen, vielleicht etwas Wichtiges übersehen? Die Dokumentation sucht in seinen Kriegstagebüchern nach Antworten. Die Dokumente wurden 2017 erstmals veröffentlicht   eine kleine Sensation. Heinrich Böll wollte sie zeitlebens unter Verschluss halten. Warum nur? Es reicht, nur ein paar Zeilen darin zu lesen, dann ereignet sich etwas, was Generationen zuvor fasziniert haben muss: Bölls einzigartige Sprache.

Und sofort wird der am 16. Juli 1985 gestorbene Autor wieder aktuell: Wie übersteht man psychisch einen Krieg, wenn man ihn überlebt hat? In Anbetracht so vieler Kriege weltweit eine ganz wichtige Frage. Eine, auf die es keine einfachen Antworten gibt. Die Tagebücher Heinrich Bölls aus den letzten beiden Jahren des Zweiten Weltkriegs zeigen, was den jungen Soldaten beschäftigte: „Ich habe Angst vor dem Leben und stelle fest, dass ich die Menschen hasse! 155 Tage Hölle.“ „Durch den Krieg wurde ich zum Verächter der Männlichkeit“, gibt Böll später in einem Interview zu. Auch die 2001 veröffentlichten „Briefe aus dem Krieg“ an seine Frau Annemarie dokumentieren eindrucksvoll, wie sehr aus einem naiven Mitläufer ein überzeugter Kriegsgegner wurde.

„Neben Thomas Mann war der Nobelpreisträger Heinrich Böll der geistige Repräsentant des 20. Jahrhunderts“, so sein Biograf Ralf Schnell. Bis heute steht er emblematisch für den „guten Deutschen“, den „linken Protest“ und den „politischen Dichter“. Doch so einfach einem diese Zuschreibungen einfallen, bei genauerer Betrachtung verdecken sie den anderen Böll. Den, der sich in den Tagebüchern und den Briefen an seine Frau lange versteckt hielt und nur selten offen über seine Überzeugungen sprach. Man konnte es aber ahnen, aus welcher Quelle Böll schöpfte, wenn er sich mit Konrad Adenauer auseinandersetzte, dem politischen Protagonisten der jungen Bonner Republik   und eine Art Gegenfigur zu Böll. Dann zeigte sich nämlich sein tiefer christlicher Glaube.

Bis heute stehen Böll und Adenauer für die verschiedenen Pole Deutschlands nach dem Krieg, für seine komplementären Vertreter, den „rechten und den linken Schuh der jungen Demokratie“. Durch die 1950er Jahre hindurch kämpft der christliche Pazifist Böll leidenschaftlich gegen Adenauers Wiederbewaffnung, Aufrüstung und das Konzept der atomaren Teilhabe. Unermüdlich stellt er sich gegen Militär und Krieg. „Wann gab es einen Fall gerechter Verteidigung? Wer will je herausfinden, wo Verteidigung anfängt oder Angriff aufhört?“ In seinem Radio Essay „Brief an einen jungen Katholiken“ beklagt er 1958 eine Kirche, die den Moralbegriff nur als Sexualmoral verhandelt, anstatt mit ihm Gewalt und Soldatentum zu befragen. Damals war das ein Skandal, sodass der katholische Intendant des Süddeutschen Rundfunks den Beitrag kurz vor der Ausstrahlung aus dem Programm nahm.

Und heute? Heinrich Böll sah die Rolle, die Künstler in der deutschen Gesellschaft einnehmen sollten, ganz klar: Die Kunst muss, frei von jeder kommerziellen Verwertbarkeit, in einem grenzfreien Raum, eine Gesellschaft infrage stellen dürfen. In seinen Widersprüchen, Ängsten und geglückten Formen kann Kunst zur Katharsis führen und frei machen, das eigene Leben besser zu beurteilen. „Die Kunst muss anarchisch sein“, formulierte Böll in den 1970er Jahren, „Anarchie ist der Wunsch nach Herrschaftslosigkeit und auch der Wunsch, selber nicht zu herrschen.“

Die Anarchie in der Kunst, die in der Sprache ihren Ausdruck findet, ist heute zumindest in Deutschland selbstverständliches Kulturgut, musste nach dem Krieg aber erst errungen werden. Das wird gerne übersehen. Auch, dass Böll einer der Ersten war, der unter großen persönlichen Opfern bereit war, für diese Freiheit zu kämpfen. Böll wollte nach dem Zweiten Weltkrieg einen christlichen Neustart, eine Gesellschaft mit menschlicherem Antlitz. Vieles, was uns heute selbstverständlich scheint, nahm mit ihm seinen Anfang. Zu den heute immer wieder aufkommenden Fragen zum Thema „Deutsche Leitkultur“ hätte er sicher Streitbares beizutragen. Das zeigt, welche Relevanz er auch heute noch hat.

Sonntag, 16.12. ( 3. Advent) / 18:00 Uhr / Buchzeit
Talkrunde über literarische Neuerscheinungen im Szenelokal Oosten im Frankfurter Osthafen
Moderation: Gert Scobel
Erstausstrahlung
3sat

Weihnachtszeit ist Lesezeit. Gert Scobel diskutiert mit den Literaturexpertinnen Barbara Vinken, Sandra Kegel und Katrin Schumacher im Frankfurter Oosten über ausgewählte Neuerscheinungen.

Lange Abende laden zum Lesen ein. Und mit dem richtigen Buch verschenkt man Gefühle von Romantik bis Spannung und im besten Falle auch Erkenntnisse. Doch wie soll man solche Bücher finden? Das „Buchzeit“ Team hat vorsortiert und präsentiert seine Favoriten.

Eine Kleinstadt in Illinois. Die Pulitzerpreisträgerin Elizabeth Strout entwirft ganz normale Menschen, die dort ihr ganz normales Leben miteinander teilen. Und doch entwickelt sich in ihrem Roman „Alles ist möglich“ der ganze Kosmos menschlicher Gefühle.

Jon ist Staatssekretär in London und geschieden. Seine romantische Seite lebt er schreibend aus, als Autor von Liebesbriefen, die er im Auftrag von Frauen verfasst. So trifft er eines Tages auf Meg, die sich gerade von ihrer Sucht erholt. „Süßer Ernst“ der britischen Autorin A. L. Kennedy ist ein Roman über das vibrierende London und die Möglichkeit der Liebe.

Lion Feuchtwanger schrieb sein Leben lang Tagebuch. Sehr intime Texte, die nun veröffentlicht sind. Es sind Einblicke in „Ein möglichst intensives Leben“, die dem Leser gewährt werden.

„Das große Experiment“ ist der erste Band mit Erzählungen des Amerikaners Jeffrey Eugenides. Der Autor, bekannt durch epische Romane, beweist sich in der kurzen Erzählform mit Geschichten über Menschen, die Probleme haben, meist Paarprobleme.

Barbara Vinken ist Kulturwissenschaftlerin, Professorin für Romanistik und Autorin; Sandra Kegel ist Redakteurin der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) für Literatur und literarisches Leben; Katrin Schumacher ist Literaturkritikerin und Redaktionsleiterin Literatur/Bühne/Film im MDR.

Sonntag, 16.12. ( 3. Advent) / 00:20 Uhr / M   Eine Stadt sucht einen Mörder
Spielfilm, Deutschland 1931
ARD

Hans Beckert, der Mörder: Peter Lorre
Der Schränker: Gustaf Gründgens
Inspektor Karl Lohmann: Otto Wernicke
Taschendieb: Paul Kemp
Bauernfänger: Theo Lingen
u. a.
Regie: Fritz Lang
Länge: 108 Minuten

Ein psychopathischer Triebtäter, der bereits acht Kinder auf dem Gewissen hat, versetzt Berlin in Angst und Schrecken. Die Polizei versucht vergeblich, den Mörder zu fassen.

Als Beckert erneut zuschlägt und sich in einem anonymen Bekennerbrief an die Zeitungen wendet, bricht eine Massenhysterie aus: Jeder verdächtigt jeden. Inspektor Karl Lohmann, Kriminalkommissar bei der Mordkommission, setzt Himmel und Hölle in Bewegung.

Seine permanenten Razzien in einschlägigen Etablissements führen nicht zum Erfolg, schrecken aber die Berufsverbrecher auf, die ihre Gaunereien wegen des großen Polizeiaufgebots nicht mehr ungestört durchführen können. Der „Schränker“, ein einflussreicher, wegen mehrfachen Totschlags gesuchter Ganove, setzt sich mit den führenden Köpfen verschiedener Verbrecherorganisationen zusammen und schlägt vor, dass die Unterwelt die Angelegenheit selbst in die Hand nimmt.

Die Organisation der Bettler überzieht die Stadt daraufhin mit einem lückenlosen Spitzelnetz, in dem der Kindermörder sich verfängt, nachdem ein blinder Bettler ihn am Pfeifen einer Melodie wiedererkennt. Nun tritt der inzwischen von der Polizei als Hans Beckert identifizierte Serientäter vor das Tribunal der Unterwelt und versucht verzweifelt zu erklären, er sei ein Getriebener, der hilflos einem Mordimpuls folge. Als die aufgebrachten Ganoven den Psychopathen lynchen wollen, erscheint die Polizei.

Fritz Langs erster Tonfilm zählt zu den Meisterwerken des deutschen Vorkriegskinos. Durch präzise Alltagsbeobachtungen, klare Figurenzeichnungen und die filmisch virtuose Schilderung der Menschenhatz erzeugt der expressionistische Kriminalfilm bis zuletzt atemlose Spannung. Viel mehr als nur ein Porträt eines Psychopathen, schuf der Regisseur ein eindringliches Bild vom Deutschland der 1930er Jahre   in Hinsicht auf die krisenhafte Zeit und das Aufkommen des Nationalsozialismus. Vom ursprünglichen Titel des Films „Mörder sind unter uns“ musste 1931 auf Druck der Nazis abgelassen werden.

Der am 5. Dezember 1890 in Wien geborene Fritz Lang hat mit Filmen wie „M   Eine Stadt sucht einen Mörder“ und „Metropolis“ (1927) deutsche und internationale Filmgeschichte geschrieben. Er war einer der expressionistischen Regisseure, die das deutsche Kino der Weimarer Republik zum größten Konkurrenten Hollywoods machten. Der „Master of Darkness“, wie er in den USA genannt wurde, inspirierte den Film Noir der 1940er  und 1950er Jahre.

Montag, 17.12. / 01:35 Uhr / Adele: Live in New York City
Radio City Music Hall, New York, USA, 2015
Regie: Beth McCarthy Miller
3sat

Am 17. November 2015 tritt Adele in New Yorks Radio City Music Hall vor begeisterten Fans und Ehrengästen auf. Anlass ist ihr Comeback mit ihrem dritten Albums „25“.
Mit ihrer eindrucksvollen Bühnenpräsenz zieht Adele ihr Publikum nach mehrjähriger Pause mühelos in den Bann, präsentiert die aktuelle Single „Hello“, Songs des neuen Albums wie „All I Ask“ und „When We Were Young“ und die Klassiker „Someone Like You“ und „Skyfall“.

Montag, 17.12. / 02:20 Uhr / Tina Turner: Rio ’88
Maracana Stadium, Rio de Janeiro, Brasilien, 1988
3sat

Am 16. Januar 1988 tritt Tina Turner in Rio im Rahmen der „Break Every Rule World Tour“ auf. 180 000 Fans kommen zu dem inzwischen historischen Konzert mit einer Sängerin in Bestform.

Von März 1987 bis Ende März 1988 absolviert Tina Turner die bestbesuchte Tournee aller Zeiten einer weiblichen Künstlerin und tritt vor vier Millionen Fans auf. Angekündigt als „Turners letzte Tour“ spielt sie in 13 Ländern und will danach nur noch Filme drehen.

Montag, 17.12. / 03:05 Uhr / Foreigner: Live from New York
Capitol Theatre, Port Chester, New York, USA, 2015
3sat

Im Februar 2015 geben Foreigner in New York ein Best of Konzert ihrer über 40 jährigen Karriere mit Hits wie „Juke Box Hero“, „Cold as Ice“, „Urgent“ und „I Want to Know What Love Is“.

„Es ist aufregend, dass unser Auftritt in New York zeitgleich live in den USA übertragen wird“, sagt Gründungsmitglied Mick Jones, der früher bei George Harrison, Peter Frampton und Spooky Tooth Gitarre gespielt hat und der letzte der Ur Besetzung von 1976 ist.

Montag, 17.12. / 04:05 Uhr / Journey: Live in Manila
Mall of Asia, Bay City, Manila, Philippinen, 2009
3sat

Am 14. März 2009 präsentieren Journey in Manila vor 30 000 Fans ihren neuen Sänger Arnel Pineda, den Gitarrist Neal Schon im Internet entdeckt hat   als Sänger einer Journey Coverband.

2007 stehen Journey nach dem Abgang von Steve Augeri ohne Sänger da. Der philippinische Sänger Arnel Pineda ist nach Gregg Rolie, Robert Fleischmann, Steve Perry, Steve Augeri und Jeff Scott Soto der sechste Sänger des Quartetts, das 1973 in San Francisco gegründet wird.

Montag, 17.12. / 05:05 Uhr / Def Leppard: And there will be a next time
DTE Energy Music Theatre, Detroit, USA, 2016
3sat

Am 17. Juli 2015 spielen Def Leppard in Detroit: Sänger Joe Elliott, die Gitarristen Vivian Campbell und Phil Collen, Bassist Rick Savage und Drummer Rick Allen präsentieren ihre großen Hits.

Gegründet 1977 in England, schaffen Def Leppard 1983 mit dem Studioalbum „Pyromania“ den internationalen Durchbruch und erhalten für den zehnfachen Platinverkauf des Albums in den USA den Diamond Award. Ihr viertes Album „Hysteria“ (1987) übertrifft diesen Erfolg.

 


Samstag, 22.12. / 10:00 Uhr / Adventsingen aus Grafenegg 2017
Lesung: Folke Tegetthoff
Chor: Chorszene Niederösterreich, Kinderchor Krems
Moderation: Dorit Draxler, Edgar Niemeczek
(Erstsendung: 20.12.2017)
ORF

Im malerischen Grafenegg wird die Adventzeit ganz klassisch zelebriert. Mit dem traditionellen „Adventsingen aus Grafenegg“ geht es ganz besinnlich auf Weihnachten zu.

Auch 2017 erwartet das Publikum ein abwechslungsreiches Programm mit stimmungsvollen Liedern und weihnachtlichen Weisen. Lesungen des Schriftstellers und Erzählers Folke Tegetthoff runden das Programm ab. Durch den Abend führen Dorli Draxler und Edgar Niemeczek.

Es singen und spielen der Chor der Chorszene Niederösterreich, die Mostviertler BlechMusikanten, der Kinderchor Krems, D’Schlofhaumbuam, die Ybbstaler Lehrermusi und die Rossatzer Bläser.

Samstag, 22.12. / 11:25 Uhr / Vorarlberger Weihnachtskrippen – Von der Entstehung kleiner Kunstwerke
Film von Marion Flatz-Mäser
Erstausstrahlung
ORF/3sat

Krippen haben nicht nur zu Weihnachten Saison: Vorarlberger Krippenbauer fertigen das ganze Jahr über verschiedenste Modelle an – von Heimatkrippen bis zu Ausführungen im orientalischen Stil.

Materialien wie Wurzeln, Moos und Flechten oder selbst geschnitzte Figuren aus Zirbenholz geben den Krippen eine persönliche Note. Zur Dokumentation dieser Tradition haben Krippenbauvereine für das Vorarlberg Museum 20 Weihnachtskrippen angefertigt.

Jede Krippe ist einzigartig und erzählt ihre eigene Geschichte. In die Gestaltung der Krippen fließen heimatliche Gefühle ebenso ein wie die Geschichte Jesu. So steht einmal die schwangere Maria auf Herbergssuche im Vordergrund, eine andere Krippe zeigt hingegen die Flucht nach Ägypten. Auch markante Gebäude einzelner Gemeinden sowie Geschichten, die eine Ortschaft über Generationen geprägt haben, werden nachgebaut. In manchen Krippen finden sich traditionelle Trachten oder Berge der Umgebung wieder.

Krippenbaumeister behaupten, dass dieses Handwerk süchtig machen kann. Viele unter ihnen haben bereits mehrere solcher Kunstwerke gebaut. Die Ausstellungsleiterin des Vorarlberg Museums, Theresia Anwander, möchte dieses Brauchtum für die Nachwelt festhalten. Von Kastenkrippen bis Wurzelkrippen werden alle Krippentypen gesammelt und ausgestellt.

Die Vorarlberger sind wahre Krippen-Fans. In Dornbirn etwa steht Österreichs einziges Krippenmuseum. Die jüngste Errungenschaft ist eine 21 Meter lange Krippe, die 16 Stationen aus dem Leben Jesu zeigt. Der Meister, Antonio Pigozzi, hat beinahe ein ganzes Jahr daran gearbeitet.

Die Dokumentation zeigt das Krippenbaugeschehen in Vorarlberg, wirft aber auch einen Blick auf die Tradition dieses jahrhundertealten Brauchtums in ganz Österreich.

Samstag, 22.12. / 19:20 Uhr / Tanzwelten (2/2): Wiener Walzer & Swing
Präsentiert von Annabelle Mandeng
Film von Alexandra Hardorf und Lisa-Marie Schnell
Erstausstrahlung
3sat

Die zweiteilige Reihe „Tanzwelten“ geht der Seele des Tanzes auf den Grund: Sie begibt sich zu den Ursprüngen weltweit tradierter Tanzformen. In Teil zwei geht es um Walzer und Swing.

Kaum zu glauben, selbst der sehr elitär und konservativ wirkende Wiener Walzer entstammt einer kleinen Rebellion gegen die Obrigkeit: Es handelte sich anfangs um einen volkstümlichen Drehtanz, der wegen der engen Körperhaltung als unmoralisch und anrüchig galt.

Trotzdem hat er sich bald auch in den gehobenen gesellschaftlichen Schichten von Wien durchsetzen können. Kurz nach dem Wiener Kongress um 1815 eroberte der Wiener Walzer die Welt. Bis heute zählt er zu den beliebtesten Tanzformen des Standard- und Paartanzes.

Fast zeitglich entstand in New Yorks Ballsälen ein Tanzstil, der wie kein anderer das Lebensgefühl der 1920er- und 1930er-Jahre transportiert: der Swing. Ein Tanz, ursprünglich aus der schwarzen Community, der dafür sorgte, dass das Swing-Fieber auf die gesamte Bevölkerung übersprang – in der Swing-Musik verschmelzen schwarze Afrorhythmen und weiße Marschmusik. Erstmals tanzten Schwarze und Weiße nebeneinander. Swing wurde zum Markenzeichen eines gesellschaftlichen und kulturellen Aufbruchs in Amerika.

Annabelle Mandeng macht sich für „Tanzwelten“ auf den Weg nach Wien und New York, wo Walzer und Swing entstanden sind. Dort trifft sie Menschen, die sich diesen Tänzen verschrieben haben. Außerdem tanzt die leidenschaftliche Tänzerin den Wiener Walzer und Swing auch selbst, um diesen beiden Tanzstilen auf den Grund zu gehen und deren Seele am eigenen Leib zu erfahren. zu aktuellen Themen und Entwicklungen.

Samstag, 22.12. / 20:15 Uhr / Nussknacker und Mausekönig
Opernhaus Zürich, 2017
Erstausstrahlung
SRF/3sat

Mit der fantasievollen Musik Tschaikowskis gehört der „Nussknacker“ zu einem der beliebtesten Werke des Ballett-Repertoires. Der Handlung liegt ein Märchen von E. T. A. Hoffmann zugrunde.

Hoffmanns meisterhafte Märchen-Erzählung springt virtuos hin und her zwischen Traum und Wirklichkeit und verschachtelt mehrere Erzählebenen ineinander. Auf dem Weg zum Ballett-Libretto hat seine Geschichte viel von ihrer schwarzromantischen Fantastik verloren.

Der zweite Akt des Balletts etwa besteht im Libretto von Alexandre Dumas und Marius Petipa, dem die Ballett-Produktionen seit der Uraufführung folgen, nur noch aus einem weitgehend handlungsfreien Divertissement, das eine bunte Folge von Tänzen und Ausstattungseffekten aneinanderreiht.

Der deutsche Choreograf Christian Spuck unternimmt nun in seiner „Nussknacker“-Version für das Ballett Zürich den Versuch, sich von der Dumas/Petipa-Version abzusetzen und die literarische Ursprungserzählung wieder in den Mittelpunkt zu stellen. Spuck interessiert sich mehr für E. T. A. Hoffmanns unheimliche Fantastik als für das zuckersüße Weihnachtsballett. So holt er etwa das Märchen von der in ein Nussmonster verwandelten Prinzessin Pirlipat zurück in die Handlung, das in E. T. A. Hoffmanns Version als Vorgeschichte zum Nussknacker erzählt wird.

Im Bühnenbild von Rufus Didwiszus wird die Werkstatt des Paten Drosselmeier zu einem alten Revue-Theater, in dem die Figuren des Balletts zu neuem Leben erwachen. Spucks Choreografie spielt mit dem überbordenden Figurenreichtum von E. T. A. Hoffmanns Erzählkosmos, der Skurrilität und dem überdrehten Witz, der ihnen innewohnt, aber er blickt auch in die düsteren Abgründe der Romantik.

Sonntag, 23. 12. (4. Advent) / 10:05 Uhr / Christmas Carols zur Adventszeit
Gaisburger Kirche, Stuttgart
Chor: SWR Vokalensemble
Musikalische Leitung: Marcus Creed
(Erstsendung: 16.12.2018)
ARD/SWR

In seinem traditionellen Weihnachtskonzert am 1. Dezember 2018 präsentiert das SWR Vokalensemble populäre Christmals Carols aus England, der Heimat des Chefdirigenten Marcus Creed.

Es sind wunderschöne, meist beschwingte und sehr eingängige Lieder und Tänze, die in England jedes Kind kennt und deren Wurzeln zum Teil bis in die Volksmusik des Mittelalters und der Renaissance zurückreichen.

Sonntag, 23. 12. (4. Advent) / 11:05 Uhr / Advent in Vorarlberg
Film von Marion Flatz-Mäser
Regie: Nikolai Dörler
Moderation: Martina Köberle
(Erstsendung: 08.12.2018)
ORF

Die musikalisch besinnliche Reise durch Vorarlberg führt zu einem außergewöhnlichen Gasthaus in Zug am Arlberg, an einen wunderschönen Aussichtsplatz in Bürserberg und nach Feldkirch.

Die zweitgrößte Stadt in Vorarlberg feiert 2018 ihr 800-Jahr-Jubiläum. Die Sendung steht unter dem Motto „Tannenbaum“ und stellt eine Bregenzerwälderin vor, die Tannenbaumkerzen gießt. Außerdem erfährt der Zuschauer, wie man mit Tannennadeln räuchert und kocht.

Jagdhorn- und Alphornbläser, ein Stubenmusiktrio, die Feldkircher Saitenhüpfer und ein Bläserensemble sowie zwei Chöre stimmen auf die Adventzeit ein.

Außerdem erzählt der Film die berührende Geschichte der zwei Monate alten Paula, die von einer Krisenmama zwar nur vorübergehend, aber mit Herz und Seele betreut wird.

Sonntag, 23. 12. (4. Advent) / 12:00 Uhr / Adventskonzert aus Dresden
Dresdner Frauenkirche, Dezember 2018

Mit Daniel Hope (Violine) und Hannah-Elisabeth Müller (Sopran)
Orchester: Staatskapelle Dresden
Musikalische Leitung: Lorenzo Viotti
Regie: Elisabeth Malzer

Der Rahmen ist festlich, die Musik besonders stimmungsvoll, wenn zum jährlichen ZDF-Adventskonzert mit internationalen Künstlern die Dresdner Frauenkirche in ihrem barocken Glanz erstrahlt.

Die Kirche, nicht nur Gotteshaus, sondern auch Ort für Versöhnung und Friedensarbeit, ist seit über 15 Jahren Schauplatz des Adventskonzerts. Die Solisten sind diesmal der weltbekannte Geiger Daniel Hope und die junge Sopranistin Hanna-Elisabeth Müller.

Daniel Hope zählt zu den bekanntesten Künstlerpersönlichkeiten in der Klassikszene. Er arbeitete eng mit Yehudi Menuhin, einem der großen Geiger des vergangenen Jahrhunderts, zusammen und war das jüngste Mitglied im legendären Beaux Arts Trio. Als Solist ist er weltweit gefragt. Darüber hinaus ist er als Pädagoge, Schriftsteller und Moderator tätig. Ende des vergangenen Jahres wurde Daniel Hope zum neuen Künstlerischen Leiter der Frauenkirche Dresden ernannt.

Hanna-Elisabeth Müller ist auf dem besten Weg, eine große internationale Karriere zu machen. Von einer Fachzeitschrift 2014 als „Nachwuchskünstlerin des Jahres“ ausgezeichnet, hat sich die deutsche Sopranistin seither als Opern-, Konzert- und Liedsängerin einen Namen gemacht. Auftritte an der Bayerischen Staatsoper München, der Metropolitan Opera in New York, der Mailänder Scala oder bei den Salzburger Festspielen belegen dies eindrucksvoll.

Die musikalische Leitung des Adventskonzerts liegt in den Händen von Lorenzo Viotti. Der junge Schweizer zählt zu den besten und vielseitigsten Dirigenten der jungen Generation. Mit dem Orchester des Abends, der Sächsischen Staatskapelle Dresden, hat er bereits zusammengearbeitet.

Beim vorweihnachtlichen Programm wirken außerdem der Sächsische Staatsopernchor und der Kammerchor der Frauenkirche mit.

Sonntag, 23. 12. (4. Advent) / 13:05 Uhr / Mythos und Geschichte – 200 Jahre „Stille Nacht, Heilige Nacht“
Film von Kurt Liewehr
(aus der ORF-Reihe „Österreich-Bild“)
(Erstsendung: 16.12.2018)
ORF

24. Dezember 1818: Das Weihnachtslied „Stille Nacht, Heilige Nacht“ wird in der Kirche St. Nikola in Oberndorf aufgeführt. Das 100. Jubiläum ist Anlass für mehrere Sonderausstellungen.

Gleich neun Museen und Orte schließen sich zur Landesausstellung „200 Jahre ‚Stille Nacht! Heilige Nacht!'“ zusammen, darunter das Salzburg Museum sowie die Stille-Nacht-Museen in Arnsdorf, Oberndorf, Hallein, Wagrain und im Lungau.

Hintersee, wo Joseph Mohr ein Jahrzehnt lang als Pfarrvikar gewirkt hat, lädt ein, den neuen Themenweg rund um die Geschichte des Ortes, die Bewahrung der Schöpfung und den Klang in der Natur zu erleben.

Über die Salzburger Landesgrenzen hinweg sind auch Hochburg-Ach in Oberösterreich, der Geburtsort von Franz Xaver Gruber, sowie Fügen mit dabei, denn vom Zillertal nahm die internationale Verbreitung des Liedes seinen Ausgang.

Das Besondere an diesem Konzept ist die Vielfalt der Mitwirkenden – vom großen Salzburg Museum in der Stadt Salzburg bis hin zu den kleineren Regionalmuseen mit ihren spezifischen Besonderheiten und der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit Tirol und Oberösterreich.

Dieser Film zeigt die Geschichten rund um die beiden Schöpfer Franz Xaver Gruber und Joseph Mohr, die Entstehung und Verbreitung des Liedes, das historische Umfeld, die Verbreitung und Mythisierung des Liedes.

Redaktionshinweis: Die Landesausstellung „200 Jahre ‚Stille Nacht! Heilige Nacht!'“ ist noch bis zum 3. Februar 2019 zu sehen.

Montag, 24.12. (Heiligabend) / 11:25 Uhr / Joy to the world ~ Songs und Lieder zur Weihnachtszeit

Mit Pavol Breslik (Solo-Tenor)

Chor: Chor des Bayerischen Rundfunks
Orchester: Münchner Rundfunkorchester
Musikalische Leitung: Howard Arman
Moderation: Howard Arman
(Erstsendung: 23.12.2018)
ARD/BR

Das Weihnachtskonzert des Chors des Bayerischen Rundfunks ist auch 2018 eine musikalische Reise in verschiedene Gebiete der Welt. Die Botschaft: Freude für die Welt und überall in der Welt.

Auf dem Programm stehen beliebte Christmas-Songs aus England und den USA, aus Lateinamerika, Spanien und Dänemark. Und natürlich die Hits des deutschen Sprachraums, darunter „O Tannenbaum“ und „O du fröhliche“ – in modernen Arrangements von Howard Arman.

Opernstar Pavol Breslik setzt drei Mal solistische Highlights. Die filmische Umsetzung stammt von dem bekannten Dokumentarfilmer Alexander Saran. Er hat sich das Studio1 des BR-Funkhauses in München weihnachtlich eingerichtet und das Programm mit einigen Überraschungen ausgestattet. Durch das Programm führt der Dirigent Howard Arman – höchstpersönlich und mit britischem Humor.

Montag, 24.12. (Heiligabend) / 20:15 Uhr / Cenerentola
Musikfilm, Italien 2013
ORF

Cenerentola: Lena Belkina
Don Ramiro: Edgardo Rocha
Clorinda: Anna Kasyan
Tisbe: Annunziata Vestri
Don Magnifico: Carlo Lepore
Dandini: Simone Alberghini
Alidoro: Lorenzo Regazzo
u. a.

Orchester: Orchestra Sinfonica Nazionale, della RAI
Musikalische Leitung: Gianluigi Gelmetti
Regie: Carlo Verdone
Länge: 124 Minuten

Die Fassung des französischen Dichters Charles Perrault „Cendrillon“ diente 1817 Gioachino Rossini als Vorlage für seine Oper „La Cenerentola“, die kurze Zeit später zum Publikumshit wurde.

Heute ist sie fester Bestandteil des klassischen Opern-Repertoires. Der für Original-Schauplätze und Live-Opern-Welterfolge bekannte Produzent Andrea Andermann wählte Ballsäle, Parks und finstere Gemäuer im realen Turin.

Gianluigi Gelmetti hat die musikalische Leitung inne. Edgardo Rocha fasziniert in seiner Paraderolle als Don Ramiro, und Lena Belkina schleudert als Angelina/Cenerentola Koloratur-Feuerwerke in die echte Luft des Piemont. Auch das Poetische erfährt eine Steigerung durch fantastische Animationen von Annalisa Corsi und Maurizio Forestieri.

So erscheint das Gesellschaftsspiel der karnevalesken Lust an Rollenwechseln und Rauschzuständen aller Art noch bunter, noch aufregender. Dazwischen traut sich die Regie eine moderne Spur „Film noir“. „La Cenerentola“ versammelt verschiedene Figuren aus der „Welt des Komischen“ – einen philosophischen Zauberer, einen gefühlsverwirrten Prinzen, einen ehrgeizigen Stiefvater mit zwei heiratswütigen Töchtern und einen aufrührerischen Diener in Prinzenkleidung – zu einem aufklärerischen Märchen. Am Ende wird der Untertitel der Oper eingelöst, und es triumphiert „La bontà in trionfo“, der Sieg der Herzensgüte. Diese besondere Version des Opernklassikers macht den Opernfilm zu einem wahren Märchenfilm, der Jung und Alt bezaubert.

Montag, 24.12. (Heiligabend) / 22:20 Uhr / Christmas in Vienna 2017
Großer Saal des Konzerthauses
Chor: Wiener Singakademie, Wiener Sängerknaben
Orchester: ORF Radio-Symphonieorchester, Wien
Musikalische Leitung: Stefan Gottfried
Bildregie: Felix Breisach
(Erstsendung: 24.12.2017)
ORF

Beim traditionellen Adventkonzert „Christmas in Vienna“ im Wiener Konzerthaus sang auch 2017 ein Quartett nationaler und internationaler Sängergrößen Weihnachtslieder aus aller Welt.

Solisten waren Olga Peretyatko-Mariotti, Anne Sofie von Otter, Juan Diego Flórez und Günter Haumer. Mit dabei waren neben der Wiener Singakademie und den Wiener Sängerknaben das ORF Radio-Symphonieorchester Wien. Die musikalische Leitung hatte Stefan Gottfried.

Dienstag, 25.12. (1. Weihnachtsfeiertag) / 09.05 Uhr / Weihnachten in aller Welt (mit Franco Fagioli)

Aus der Klosterkirche Rohr

Mit dem Gaststar Franco Fagioli

Chor: Chor des Bayerischen Rundfunks
Orchester: Münchner Rundfunkorchester
Musikalische Leitung: Howard Arman
Moderation: Judith Milberg
(Erstsendung: 24.12.2017)
ARD/BR

Eine ebenso festliche wie abwechslungsreiche Weihnachtssendung präsentieren der Chor des Bayerischen Rundfunks und das Münchner Rundfunkorchester unter der Leitung von Howard Arman.

Als Gaststar konnte der auf den großen Bühnen der Welt gefeierte argentinische Countertenor und Ausnahmekünstler Franco Fagioli gewonnen werden. Auf dem Programm steht eine musikalische Reise mit Weihnachtsliedern und -melodien aus aller Welt.

Überall, wo das christliche Weihnachtsfest gefeiert wird, haben sich über die Jahrhunderte hinweg andere regionale Bräuche ausgebildet, die jedoch eines eint: das Singen, Spielen und Hören von weihnachtlicher Musik. Die Sendung führt von Deutschland über England, Frankreich, Italien, Polen, Russland und Griechenland bis nach Nord- und Südamerika. Traditionelle Volkslieder wie „Noche anunciada“ und „Tochter Zion“ sind dabei ebenso zu hören wie barocke Meisterwerke wie Vivaldis „Gloria“ oder die berühmte Arie „Rejoice, rejoice“ aus Händels Oratorium „Messiah“; die Musik der Romantik ist mit Werken von Berlioz und Rebikow vertreten.

Die Aufzeichnung findet in der wunderschönen Klosterkirche der Benediktinerabtei Rohr in Niederbayern statt. Sie ist ein Werk des Baumeisters, Bildhauers und Stuckateurs Egid Quirin Asam, der zu den bedeutendsten Künstlern des Barock zählt. Sein frei im Raum stehender, plastisch gestalteter Hochaltar mit eindrucksvollen Skulpturen war für damalige Zeit gewagt und gilt als kunsthistorische Besonderheit.

Dienstag, 25.12. (1. Weihnachtsfeiertag) / 17.00 Uhr / Das ewige Lied – Stille Nacht
Fernsehfilm, Österreich/Deutschland 1997
ORF

Josef Mohr: Tobias Moretti
Franz Gruber: Heio von Stetten
Nöstler: Erwin Steinhauer
Schlagerer: Michael Mendl
Burgschwaiger: Jörg Hube
u. a.
Buch: Franz Xaver Bogner
Regie: Franz Xaver Bogner
Länge: 120 Minuten

Hilfspfarrer Josef Mohr kommt 1818 nach Oberndorf bei Salzburg. In einer Zeit politischer Umbrüche und wirtschaftlicher Not schreibt er zusammen mit dem Lehrer Franz Gruber ein Weihnachtslied.

Die Hauptrollen in Franz Xaver Bogners fiktiver Entstehungsgeschichte des wohl berühmtesten Weihnachtslieds der Welt „Das ewige Lied“ spielen Tobias Moretti, Heio von Stetten und Erwin Steinhauer.

Auf dem Wiener Kongress hat Europa eine Neuordnung erfahren. Im Zuge dieser Ereignisse verliert das geistliche Fürstentum Salzburg seine Selbständigkeit. Ein Teil Salzburgs kommt 1816 zu Bayern und der größere Teil, darunter auch Oberndorf, zu Österreich. Die Salzach wird zur Staatsgrenze. Der Fluss war jahrhundertelang die Grundlage für Wohlstand: Die Bevölkerung lebte von der Fluss-Schifferei, dem Schiffbau und insbesondere dem Salz-Transport, auf dem sie ein Monopol sind. Doch seit Oberndorf zu Österreich gehört, sind die Zölle entfallen, wodurch es den Menschen zunehmend schlechter geht.

Darüber hinaus unternimmt der skrupellose Kaufmann Burgschwaiger alles, um auch noch das Monopol zu brechen. Zwischen ihm und den Bewohnern herrscht Krieg, denn Burgschwaiger versucht, die Schiffer durch den Bau einer Eisenbahntrasse entlang der Salzstraße um ihre Existenz zu bringen. Der junge Priester Mohr stellt sich auf die Seite der armen Schiffer, selbst als seine Stelle auf dem Spiel steht. Gemeinsam mit dem Lehrer und Organisten Franz Gruber versucht er, der Not leidenden Bevölkerung zu helfen. In diesen Wirren schreiben die beiden das „Ewige Lied“ für die Christmette als Symbol friedlichen Miteinanders. Später wird es als „Stille Nacht, heilige Nacht“ weltberühmt.

Redaktionshinweis: Am 24. Dezember 1818 erklang erstmalig „Stille Nacht, heilige Nacht“ in der Kirche St. Nikolaus in Oberndorf bei Salzburg. Heute gilt es als das berühmteste Weihnachtslied der Welt. Aus Anlass des 200-jährigen Jubiläums zeigt 3sat den Fernsehfilm „Das ewige Lied – Stille Nacht“ um die Entstehung dieses weltbekannten Liedes.

Dienstag, 25.12. (1. Weihnachtsfeiertag) / 03.00 Uhr / Bregenzer Advent 2007
Festspielhaus Bregenz, 2007
Sendung von Walter Fink
Bearbeitung: Anita Dollmanits

Mit dem Chor Cantores Brigantini („Ach mein Seel“), Wildschönauer Dreigesang („Still, o Himmel“), Die flotten Dreiviertler („Wolfurter Weihnachtsstückle“), Gitarrentrio Diabellissimo („Adventweisen“) und Quartett Laseyer („Da mitten in der Nacht“)
ORF

Mittwoch, 26.12. (2. Weihnachtsfeiertag) / 09:25 Uhr / Weihnachtssingen in der Klosterkirche Schäftlarn
Mit den Perlseer Dirndln, Starnberger Fischerbuam, Flintsbacher Saitenbläsern, Bayerisch-Kärntnerischen Saitenmusi, Moosboch-Bläsern und dem Isura Madrigal Chor
Sprecher: Peter Weiß
Musikalische Leitung: Otto Dufter
(Erstsendung: 24.12.2015)
ARD/BR

Ein Weihnachtssingen sorgt an Heiligabend für festliche Stimmung und zeigt auch ein Stück Heimat: diesmal in der Klosterkirche der Benediktinerabtei Schäftlarn südlich von München.

Die jungen Sängerinnen und Musikanten aus Oberbayern, die das Programm gestalten, fühlen sich der alpenländischen Musiktradition verbunden, erfüllen sie mit frischem Leben und präsentieren sie niveauvoll. Die musikalische Leitung hat Otto Dufter.

Er ist Leiter der Musikschule Unterwössen im Achental, die als Talentschmiede für den Volksmusik-Nachwuchs gilt.

Zum Konzertprogramm hat der Schriftsteller Gerd Holzheimer Texte geschrieben, die aus einem ganz besonderen Blickwinkel nach dem tieferen Sinn des Weihnachtsfests fragen – vorgetragen von dem Schauspieler und Sprecher Peter Weiß.

Donnerstag, 27.12.: Wild auf Natur – Ein 3sat Thementag
Freitag, 28. 12.: Trauminseln – Ein 3sat Thementag


Samstag, 29.12. / Wilde Western – Ein 3sat Thementag

Sonntag, 30.12. Kabarett & Comedy – Ein 3sat Thementag

Montag, 31.12. (Silvester) / Pop around the Clock – Ein 3sat Thementag

06:45 Uhr: Norah Jones ~ Live at Ronnie Scott’s
London, Großbritannien, 2017
Regie: Nick Wickham
Erstausstrahlung
3sat

Im Herbst 2017 tritt die amerikanische Sängerin und Pianistin Norah Jones an vier Abenden im legendären Londoner „Ronnie Scott’s Jazz Club“ auf, begleitet von Bass und Schlagzeug.

Die mehrfache Grammy-Preisträgerin verzichtet auf jeden Glamour und zieht die Zuhörer mit ihren Kompositionen und ihrer unvergleichlichen Stimme in den Bann. Keine Solos, keine Übertreibungen, Norah Jones überzeugt mit zeitlosen Songs auf engstem Raum.

Auf dem Programm des Konzerts in dem 1959 eröffneten Club, in dem die letzten Auftritte von Jimi Hendrix stattfanden, stehen große Hits wie „Don’t Know Why“, „Out on the Road“ und „After the Fall“, aber auch der Neil-Young-Coversong „Don’t be Denied“, den die Tochter des indischen Sitar-Virtuosen Ravi Shankar hypnotisch interpretiert, stilsicher begleitet vom Bassisten Chris Thomas und Schlagzeuger Brian Blade.

Geboren am 30. März 1979 in Brooklyn, New York, lernt Norah Jones früh Klavier spielen, erhält schon während der Schulzeit Preise für Gesang und Kompositionen und wird 2003 für ihr Album „Come Away With Me“ mit fünf Grammy Awards ausgezeichnet. 2007 gibt sie ihr Schauspieldebüt im Roadmovie „My Blueberry Nights“ des Regisseurs Wong Kar-Wai.

07:30 Uhr: Foreigner ~ Live – 40th Anniversary
Kongresszentrum Luzern, Schweiz, 2017
Regie: Skip Masters
Erstausstrahlung
3sat

Im Mai 2017 starten Foreigner ihre „40th Anniversary Tour“ mit zwei ausverkauften Konzerten im schweizerischen Luzern, begleitet vom 21st Century Symphony Orchestra und Chor.

Gründungsmitglied Mick Jones hat mit dem Komponisten Dave Eggar die beliebtesten Foreigner-Songs neu arrangiert und zusammen mit Dirigent Ernst van Tiel für das 58-köpfige Orchester und den 60-köpfigen Chor eingerichtet. Die Fans sind begeistert.

Das 21st Century Symphony Orchestra ist eines der größten Orchester der Schweiz und spezialisiert auf Filmmusik. 2007 arbeiten die Musiker zusammen mit dem Komponisten Howard Shore und gehen 2008 mit der kompletten Live-Aufführung seiner „Der Herr der Ringe“-Filmmusik auf Welttournee. Daran anschließend folgen Tourneen mit der Musik der Blockbuster „Fluch der Karibik“ und „Star Trek“.

„Juke Box Hero“, „Cold as Ice“ und „I Want to Know What Love Is“ sind nur drei Beispiele für Foreigner-Welthits, die sich 1976 in New York um Gitarrist Mick Jones und Sänger Lou Grammatico aka Lou Gramm formieren. Gleich die ersten beiden Alben „Foreigner“ und „Double Vision“ machen aus der Band in den USA die Stars des Mainstream-Rocks. Mit ihrem vierten Album „4“ schaffen sie auch den internationalen Durchbruch, und 1984 stürmt die Single „I Want to Know What Love Is“ alle Hitparaden. Ende der 1980er-Jahre glaubt Lou Gramm an einen Soloerfolg und verlässt die Band. Reumütig kommt er 1994 zurück, aber die Musikszene hat sich verändert: Grunge und Britpop bestimmen nun die Hitparaden. 2003 verlässt Sänger Lou Gramm die Band ein zweites Mal und wird zwei Jahre später vom Ex-Hurricane-Shouter Kelly Hansen ersetzt, der sich schnell zur neuen Stimme Foreigners entwickelt.

08:30 Uhr: Marillion ~ All One Tonight
Royal Albert Hall, London, Großbritannien, 2017
Regie: Tim Sidwell
Erstausstrahlung
3sat

Ein königliches Progressive-Rock-Konzert erlebt die Royal Albert Hall am 13. Oktober 2017: Die Band Marillion präsentiert einen Querschnitt ihres Werks in einem atemberaubenden Konzert.

Schon kurz nach der Ankündigung ist das Konzert ausverkauft. Fans aus aller Welt wollen dabei sein, denn der charismatische Sänger Steve Hogarth und seine Musiker versprechen ein großes Konzerterlebnis mit allen Mitteln der Bühnen-, Projektions- und Lichttechnik.

Während im ersten Teil des Konzerts die Songs des Albums „F.E.A.R.“ im Vordergrund stehen, präsentiert die Band im zweiten Teil ausgewählte Songs aus der Post-Fish-Ära. Unterstützt werden sie dabei von einer Streicher-Gruppe, einer Flötistin und einem Hornisten.

1979 im englischen Aylesbury gegründet, wird die Band maßgeblich von Sänger Derek William Dick geprägt, der ab 1981 dabei ist und mit seinem Spitznamen „Fish“ und dem Hit „Kayleigh“ 1984 weltbekannt wird. Marillion klingen in dieser Zeit manchmal wie Genesis und Fish wie Peter Gabriel, was der Band den Beinamen „die zweitbesten Genesis aller Zeiten“ einbringt.

Im September 1988 steigt Fish aus. Er arbeitet an seiner Solokarriere, und Marillion beginnen mit dem Sänger Steve Hogarth ganz von vorn. Der Neo-Prog der ersten Jahre weicht einer am Mainstream orientierten Rock- und Popmusik mit Anklängen an U2, R.E.M. und die Beatles. Die Band verabschiedet sich von den großen Melodiebögen, eingebettet in fette Keyboard-Sounds, und legt nun Wert auf atmosphärische Geschlossenheit, der oft als New-Art-Rock bezeichnet wird.

09:30 Uhr: Yes ~ Live at the Apollo
O2 Apollo, Manchester, Großbritannien, 2017
Regie: Blue Leach
Erstausstrahlung
3sat

2017 passiert das Unerwartete: Yes feiern die Wiedervereinigung mit spektakulären Konzerten im ganzen Königreich zum 50. Band-Geburtstag. Sänger Jon Anderson übertrifft alle Erwartungen.

Natürlich spielen Yes ihren 1983er-Megahit „Owner of a Lonely Heart“ so frisch wie vor 35 Jahren. Keyboarder Rick Wakeman steht hinter einer respektablen Keyboard-Burg, eingehüllt in einen königlichen Umhang, und verleiht dem Konzert so etwas Majestätisches.

Der hier spielenden Yes-Besetzung mit Gründungsmitglied Jon Anderson (Gesang, Gitarre, Harfe), Trevor Rabin (Gitarre, Gesang), Rick Wakeman (Keyboards), Lee Pomeroy (Bass) und Lou Molino III (Drums) steht die zweite aktuelle Yes-Formation gegenüber. Sie besteht aus dem Gitarristen Steve Howe und Schlagzeuger Alan White, beides keine Gründungsmitglieder, aber schon seit Urzeiten dabei.

1969 erscheint mit „Yes“ das Debütalbum, geprägt vom Psychedelic Rock im Stil von The Who, den Beatles und Pink Floyd. Mit dem Einstieg des Gitarristen Steve Howe in die Band werden die Kompositionen länger und vielschichtiger. Jon Andersons hohe Stimme und das Solo-orientierte Bass-Spiel von Chris Squire machen den neuen Sound komplett. Yes schaffen 1971 den großen Durchbruch und definieren die Maßstäbe des Progressive Rock. Als dann noch Rick Wakeman als neuer Keyboarder dazustößt, ist die Traumbesetzung komplett. Er sorgt für die klassischen Elemente bei Yes.

Die Punkwelle macht Yes Ende der 1970er-Jahre zu schaffen: Progressive Rock ist nicht mehr gefragt, Yes versuchen sich an kürzeren Arrangements, und die Spannungen in der Band nehmen zu. 1979 verlassen Sänger Jon Anderson und Keyboarder Rick Wakeman die Band. Ab Ende der 1980er-Jahre gibt es zwei Yes-Bands, die sich vor Gericht um die Namensrechte streiten. 1991 raufen sich beide Lager zusammen und gehen mit allen acht Mitgliedern auf eine Welttournee, doch der Burgfrieden hält nicht lange. Bis heute stehen sich zwei Yes-Formationen gegenüber.

Am 27. Juni 2015 stirbt Gründungsmitglied und Bassisten-Legende Chris Squire an Leukämie. Er kann die Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame am 7. April 2017 nicht mehr miterleben.

10:30 Uhr: Steven Wilson ~ Home Invasion
Royal Albert Hall, London, Großbritannien, 2018
Regie: James Russell
Erstausstrahlung
3sat

Im März 2018 steht der Brite Steven Wilson drei Tage auf der Bühne der Royal Albert Hall in London und begeistert das Publikum mit seiner Musik und der multimedialen Inszenierung.

Für die britische Presse ist Wilson der erfolgreichste britische Musiker, dessen Name niemand kennt. Der Prog-Rock-Avatar präsentiert überraschende Arrangements, große Melodien und die Gastsängerin Ninet Tayeb, die zu einem unvergesslichen Konzert beiträgt.

Geboren 1967 in Kingston upon Thames, London, wird Steven Wilson 1987 als Gründer, Sänger, Gitarrist und Songwriter der Progressive-Rock-Band Porcupine Tree bekannt. Er arbeitet als Produzent von Marillion, King Crimson und Emerson Lake & Palmer und verlegt auf seinem Platten-Label „Headphone Dust“ Kleinstauflagen. Seit 2010 konzentriert sich Wilson auf seine Solokarriere und widmet sich vor allem Coverversionen seiner musikalischen Vorbilder ABBA, The Cure, Prince und Donovan.

2013 nimmt Wilson sein drittes Soloalbum auf und engagiert dafür den legendären Produzenten Alan Parsons. Sein aktuelles Album „To the Bone“ erscheint im August 2017 und steigt auf Platz 2 der deutschen Charts ein. Musikalisch lässt sich Wilson auch hier nicht eindeutig zuordnen: Ob Artrock, Ambient, New Age, Jazz Rock oder zeitgenössische Musik, der Brite steht über den Stilen.

Mit der israelischen Sängerin Ninet Tayeb arbeitet Wilson seit 2015 zusammen. Geboren 1983 in Israel, gewinnt sie mit 19 Jahren eine israelische Talentshow, spielt von 2004 bis 2006 die Hauptrolle in einer Telenovela und erreicht 2006 mit ihrem ersten Album „Jechefa“ Goldstatus in Israel. International bekannt wird sie 2015 durch ihre erste Zusammenarbeit mit Steven Wilson, die sie 2017 bei „To the Bone“ erfolgreich fortsetzen. Im Konzert ist sie bei drei Songs auf der Bühne und versetzt das Publikum in Begeisterung.

11:30 Uhr: Evanescence ~ Synthesis Live
Grand Theater, Foxwoods Resort Casino, Ledyard, CT, USA, 2017
Regie: Paul R. Brown
Erstausstrahlung
3sat

2017 präsentiert die amerikanische Sängerin, Pianistin und zweifache Grammy-Preisträgerin Amy Lee die Hits ihrer Band Evanescence im neuen Sound, begleitet von einem Sinfonieorchester.

Der Auftritt in Ledyard, Connecticut, ist Teil ihrer „Synthesis“-Tour mit Konzerten in Nordamerika, Ozeanien und Europa, die im September 2018 zu Ende geht. Nummer-1-Hits wie „Bring Me to Life“ und „My Immortal“ begeistern genauso wie die neuen Songs.

„Wir sind keine Gothic-Kids. Unsere Musik ist aus einer Vielzahl von Quellen inspiriert, wir lieben Björk, aber mehr als alles andere stehen wir auf orchestrale Musik“, stellt Amy Lee in einem Interview klar. Auch der Vereinnahmung ihrer Musik durch die christliche Musikszene widersetzt sich die charismatische Sängerin, deren Auftritte immer etwas Geheimnisvolles umgibt. Nicht umsonst wählt sie im Gründungsjahr 1995 den Bandnamen „Evanescence“, was „Dahinschwinden“ bedeutet.

Geleitet wird das Sinfonieorchester von Susie Benchasil Seiter, die sich in den USA als Dirigentin für Film, TV und Videospiele einen Namen gemacht hat. 2013 arrangiert und dirigiert sie den Soundtrack zu „Star Trek – The Video Game“. Jedenfalls kann Amy Lee mit dieser klanggewaltigen Unterstützung ihr Herzensprojekt verwirklichen: die Betonung der Stimme, die Verstärkung der Emotionen und der Geschichten hinter den Songs.

Evanescence wird 1995 von Amy Lee und Gitarrist Ben Moody gegründet. 2003 hat die Band internationalen Erfolg mit „Fallen“. Das Album gewinnt zwei Grammy Awards in den Kategorien „Best New Artist“ und „Best Hard Rock Performance“, wird mit Platin und Gold in mehreren Ländern ausgezeichnet und ist mit zwei Songs Teil des Soundtracks zum Hollywood-Blockbuster „Daredevil“. Mitbegründer Ben Moody verlässt die Band im Herbst 2003. Einige Besetzungswechsel, zwei Alben und eine kreative Auszeit später erscheint im Jahr 2017 „Synthesis“.

12:30 Uhr: U2 ~ Live in London
Abbey Road Studios, London, Großbritannien, 2017
Regie: Richard Valentine
Erstausstrahlung
3sat

Seit über 40 Jahren dominieren U2 die Hitparaden und Konzertarenen. 2017 machen sie es eine Nummer kleiner: Sie spielen zusammen mit einem Orchester in den Londoner Abbey Road Studios.

Natürlich lassen es sich die 22-fachen Grammy-Gewinner nicht nehmen, über den legendären Zebrastreifen zu laufen, den die Beatles einst berühmt gemacht haben. Auf dem Programm stehen Songs des 14. Albums „Songs of Experience“ und einige der großen Hits.

Bono beginnt das Konzert mit einem fast demütigen Gang durch die Gänge des Studios bis zum Konzertsaal. Hier haben viele Musikgeschichte geschrieben: die Beatles, Pink Floyd, Amy Winehouse und andere mehr.

„Das ist schon etwas maßlos von uns“, kommentiert Bono den Einsatz von einem kompletten Orchester und einem Chor. „Schon als 20-Jährige spielten wir vor 70 000 Zuschauern, aber diese seltene Intimität von Abbey Road schüchtert uns schon ein“, sagt Bono vor dem Konzert. Doch dann beginnt es, und die Musik zieht das Publikum sofort in ihren Bann. Bono singt zart, verletzlich, fast vergehend und fasziniert das Publikum mit Hits wie „With or Without You“, „Stuck in a Moment“ und „Lights of Home“ im orchestralen Sound.

13:15 Uhr: Sam Smith ~ Live in London
Abbey Road Studios, London, Großbritannien, 2017
Regie: Simon Staffurth
Erstausstrahlung
3sat

Ende 2017 steht Sam Smith auf der Bühne der legendären Abbey Road Studios in London und präsentiert zusammen mit Band, Chor und Streichern ein stilsicheres Best-of-Konzert seiner Hits.

1992 in einem kleinen Dorf in England geboren, wird Sam Smith schon früh musikalisch von seinen Eltern gefördert. Mit 18 Jahren zieht er nach London, jobbt in einer Bar, arbeitet an Song-Ideen und hofft auf den großen Durchbruch.

Seine Idole sind Whitney Houston und Chaka Khan. Dann geht alles sehr schnell: 2013 lernt Sam den Songwriter Jimmy Napes kennen. Zusammen veröffentlichen sie im gleichen Jahr seine erste Single „Lay Me Down“. Sam arbeitet parallel zusammen mit dem Duo „Disclosure“ und schafft im gleichen Jahr mit dem DJ und Produzenten Naughty Boy und dem Song „La La La“ den internationalen Durchbruch. Spätestens jetzt gibt es für Sam Smith kein Zurück mehr. Mit der Veröffentlichung seines Debüt-Minialbums „Nirvana“ im Oktober 2013 katapultiert sich der Sänger endgültig in den Fokus der Öffentlichkeit. Ganz Großbritannien ist aus dem Häuschen, Sam Smith erhält einen Brit Award.

Im Mai 2014 bekennt sich Sam Smith zu seiner Homosexualität. In einem Interview aus Anlass der Veröffentlichung seines ersten Soloalbums „In the Lonely Hour“ bekennt er, dass sein Album von seiner Liebe zu einem Mann handelt, die nicht erwidert wird. Die tiefe Emotionalität des Songs begeistert Fans und Kritiker: Bei den Grammy Awards 2015 gewinnt Sam Smith vier Auszeichnungen und bedankt sich bei seinem Ex-Freund: „I would like to thank the man that I fell in love with last year – the man who this album is about. Thank you so much for breaking my heart, because you got me four Grammys!“

Wer Sam Smith bis dahin nicht kennt, hört ihn spätestens beim Kinostart des 24. James-Bond-Films „Spectre“. Mit dem Titelsong „Writing’s on the Wall“ gewinnt Sam Smith 2016 den Oscar in der Kategorie „Bester Song“ und widmet ihn der Lesbian-, Gay-, Bisexual- und Transgender-Bewegung.

14:00 Uhr: Jennifer Rostock ~ Bleibt
Columbia Halle, Berlin, Deutschland, 2018
Regie: Frank Machel
Erstausstrahlung
3sat

Nach zehn Jahren und einer Best-of-Tour machen Jennifer Rostock nicht Schluss, sie machen Pause. Die Band um die stimmgewaltige Frontfrau Jennifer Weist haut noch einmal auf die Pauke.

Vor ihrem Goodbye auf Zeit gibt die Band drei ausverkaufte Konzerte in der Berliner Columbiahalle. Die Band um die Powerfrau und ihren kreativen Kopf, Keyboarder Joe Walter, spielt ein abwechslungsreiches Hit-Programm zwischen krachend laut und bewegend zart.

Von Rock bis Punk, von Pop bis Elektro, Jennifer Rostock präsentieren eine mitreißende musikalische Bandbreite, getragen von griffigen Texten mit Tiefgang, geprägt von Haltung und garantierter Sofortwirkung.

Sängerin Jennifer Weist und Keyboarder Johannes Walter wachsen auf der Insel Usedom auf, lernen sich im Kindergarten kennen, spielen zusammen in einer Schülerband und ziehen nach dem Abitur nach Berlin mit dem Ziel, Musiker zu werden. In Berlin lernen sie die drei zukünftigen Bandmitglieder Alex, Christoph und Baku kennen und geben 2007 erste Konzerte in Berliner Clubs. Schnell werden die Plattenfirmen auf die Band aufmerksam, und schon im Februar 2008 erscheint die Debütsingle „Kopf oder Zahl“. Es folgen Konzerte in Deutschland, Österreich und der Schweiz, 2009 entsteht ein Dokumentarfilm über die Band, und für ihre Liedtexte werden Weist und Walter für den Deutschen Musikautorenpreis der GEMA in der Kategorie „Nachwuchs“ nominiert.

Aufmerksamkeit erregen Jennifer Rostock am 28. Januar 2013 unmittelbar nach dem Auftritt in Hamburg. Die Musiker erklären bei Facebook, dass sie auf den T-Shirts von Besuchern ihrer Konzerte die Namen der Böhsen Onkelz und Frei.Wild nicht lesen wollen. Es folgten Proteste auf Facebook, was zur Folge hat, dass sich die Gruppe in einer zweiten Stellungnahme davon distanziert, dass alle Fans der beiden Gruppen automatisch Nazis seien. Inzwischen hatte sich auch der Bassist der Band Böhse Onkelz, Stephan Weidner, im Fachmagazin „Metal Hammer“ zu Wort gemeldet und die Gruppe scharf kritisiert.

Am 30. August 2016 veröffentlicht die Band auf ihrer Facebook-Seite ein Musikvideo, das sich wenige Tage vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern gegen die rechtspopulistische AfD richtet. Das Video wird innerhalb weniger Tage mehrere Millionen Mal angeklickt, und Jennifer Weist erhält daraufhin einen Drohbrief.

Aufsehen erregt 2016 der Song „Hengstin“, der sich stilistisch stark von den meisten Songs der Band abhebt und Feminismus und Gleichberechtigung von Frauen thematisiert. Das Musikvideo zeigt die Sängerin zum Teil unbekleidet. Jennifer Weist sagt dazu in einem Interview: „Ich bin in jedem Video schon halbnackt gewesen und niemanden interessiert’s. Dann machst du ein Ding wie ‚Hengstin‘, wo es um Feminismus und starke Frauen im Showgeschäft geht, und da sieht man nix anderes. Wenn du mich im Prinzip am Strand siehst, sehe ich genauso aus. Dann wird eine riesen Diskussion daraus gemacht, das kann man im Vorhinein gar nicht absehen.“

Am 15. November 2017 verkündet die Band einvernehmlich eine Pause unbestimmter Dauer: „Es braucht etwas Luft zum Durchatmen, damit wir uns künftig wieder mit voller Hingabe dem Projekt Rostock widmen können“ lässt die Band verlauten – und hinterlässt mit ihrer Musik aus Glam-Punk, Elektro-Pop und Hauptstadt-Rock eine große Lücke.

15:00 Uhr: Samy Deluxe x MTV Unplugged
Museumsschiff „MS Bleichen“, Hamburger Hafen,
Deutschland, 2018
Regie: Felix Paul
Erstausstrahlung
3sat

Im April 2018 ist es endlich so weit: „MTV Unplugged“ lädt Rapper Samy Deluxe zum Konzert ein. Damit steht er in einer Reihe mit Stars wie Paul McCartney, Nirvana, Jay Z und Eric Clapton.

Samy Deluxe überrascht mit ungewöhnlicher Location: Er tritt im Bauch des Museumsschiffs „MS Bleichen“ im Hamburger Hafen auf. Unter dem Motto „Flagge hissen/Anker lichten“ präsentiert er ein Best-of, begleitet von seiner Band, Streichern, Chor und Gästen.

Mit an Bord sind jede Menge Weggefährten von Samy Deluxe, unter anderen die Rapper Kool Savas, Megaloh, Jan Delay, Eko Fresh, Max Herre und die Pop-Ikone Nena zusammen mit ihrer Tochter Larissa. Bei 3sat heißt es „Leinen los“ für „SaMTV Unplugged“!

Mit über einer Million verkaufter Tonträger ist Samy Deluxe einer der erfolgreichsten deutschen Rapper. Das Schaffen des 1977 in Hamburg geborenen Musikers dokumentieren mehr als ein Dutzend Alben als Solokünstler und mit Bands wie Dynamite Deluxe und ASD. Am Anfang seiner Karriere pflegt Samy Deluxe in seinen Texten vor allem sein Image als Gangster-Rapper, doch mit der Zeit werden die Lyrics tiefgründiger. Politische Themen, die Auseinandersetzung mit dem eigenen Migrationshintergrund, das Dasein als Künstler und die Suche nach dem Sinn des Lebens verarbeitet der Wortakrobat mit der schnellen Zunge zu gesellschaftsrelevanten Texten. Außerdem ist Samy Deluxe Musikproduzent und Restaurantbesitzer und engagiert sich für benachteiligte Jugendliche.

16:00 Uhr: Herbert Grönemeyer ~ Tumult – Live
Radialsystem V, Berlin, Deutschland, 2018
Regie: Hannes Rossacher
Erstausstrahlung
3sat

Am 9. November hat das Warten ein Ende: Herbert Grönemeyer ist mit seinem 15. Studioalbum zurück. Vier Jahre hat er sich Zeit genommen und präsentiert mit „Tumult“ ein Werk, das Mut macht.

Hoffnung statt Hass, Verteidigung der Freiheit, miteinander auskommen, noch nie ist es für Grönemeyer so wichtig gewesen, laut zu sein: „Das Land ist nervös, die Zeiten sind nervös, und wir müssen lernen, Haltung zu zeigen, den Mund aufzumachen und laut zu werden.“

„Mein ganzes Album handelt von der Zeit, in der wir uns befinden. Das hat mich inspiriert. Leute wie wir, die nicht morgens bis abends im Internet ihre Meinung abgeben, müssen lernen, anders laut zu werden, entspannt laut zu werden.“ Aber Herbert Grönemeyer singt auch von dem, was unverändert bleibt: von der Liebe und vom Geliebt werden, vom Glück der kleinen Momente und von der Euphorie des Neuanfangs.

3sat zeigt das Konzert des 62-jährigen Sängers, Musikers, Komponisten, Dichters und Schauspielers mit seinen neuen Songs und großen Hits.

17:00 Uhr: Sheryl Crow ~ Live at the Capitol Theatre
Port Chester, New York, USA, 2017
Regie: Mark Ritchie
Erstausstrahlung
3sat

Am 10. November 2017 beendet die amerikanische Sängerin und mehrfache Grammy-Preisträgerin Sheryl Crow ihre ausverkaufte „Be Myself“-Tour im Capitol Theatre in Port Chester, New York.

Die Sängerin, Multiinstrumentalistin und Komponistin präsentiert Songs aus ihrem neuen Studioalbum und viele ihrer großen Hits wie „All I Wanna Do“, „Run Baby Run“, „I Shall Believe“, „Leaving Las Vegas“ und den Cat-Stevens-Song „The First Cut Is the Deepest“.

Die Karriere der 1962 in Kennett, Missouri, geborenen Sheryl Crow beginnt 1987 mit einem Paukenschlag: Michael Jackson engagiert sie als Background-Sängerin für seine erste Welttournee. Es folgen Chorsänger-Jobs bei den Eagles, bei Rod Stewart und Bob Dylan. 1993 gründet sie ihre eigene Band „Tuesday Music Club“ und veröffentlicht ihr Debütalbum mit dem weltweiten Single-Hit „All I Wanna Do“. 1995 wird sie mit drei Grammy Awards ausgezeichnet, es folgen weitere in den kommenden Jahren, und sie steht als Gastsängerin regelmäßig mit den Rolling Stones auf der Bühne, die sie als „unsere kleine Schwester“ bezeichnen.

1997 mischt sie auch im Filmgeschäft mit: Sie komponiert und interpretiert den Titelsong des James-Bond-Films „Tomorrow Never Dies“. Eine Brustkrebserkrankung zwingt Sheryl Crow Mitte der 2000er-Jahre zu einer Pause. Sie erholt sich, veröffentlicht weitere Alben und festigt ihren Ruf als Sängerinnen-Ikone ihrer Generation. Ihr Vorbild ist Joni Mitchell, aber Sheryl erreicht mit ihrem großen Stimmvolumen und ihrer facettenreichen Stimme eine andere Ebene.

In die Regenbogenpresse gerät sie wegen ihrer prominenten Partner wie dem Gitarrengott Eric Clapton, Radrennfahrer Lance Armstrong und Schauspieler Owen Wilson. 2012 wird bekannt, dass Crow unter einem Hirntumor leidet. Den als gutartig diagnostizierten Tumor macht Crow für aufgetretene Gedächtnislücken verantwortlich.

18:00 Uhr: The Rolling Stones ~ No Security Tour – Live
San Jose Arena, San Jose, USA, 1999
Regie: Jim Gable
Erstausstrahlung
3sat

Im April 1999 spielen die Stones während ihrer „No Security“-Tour in San Diego, Kalifornien. Im Mittelpunkt der Tour durch die USA, Europa und Kanada stehen Songs des gleichnamigen Albums.

Nach der gigantischen „Bridges to Babylon“-Tour mit Konzerten vor über 100 000 Menschen will die Band kleinere Auftritte und weniger Spezialeffekte, um die Musik wieder mehr ins Zentrum zu rücken. Nach zwölf Tagen Probe starten sie am 25. Januar 1999 in Oakland.

Diese bisher unveröffentlichte Konzertaufzeichnung wird 2018 im Rahmen der „From the Vault“-Reihe aus dem Stones-Archiv geholt und restauriert. Die siebte Veröffentlichung dieser Art nach den Tourneen von 1971, 1975, 1981, 1982, 1990 und 2015 ist wieder ein Fest für alle Stones-Fans: Das Konzert bietet alles, was sich ein Stones-Fan wünscht: „Jumpin‘ Jack Flash“, „Honky Tonk Woman“, „Paint It Black“, „Start Me Up“, „Brown Sugar“ und „Sympathy for the Devil“ sowie zwei Songs im Rockabilly-Sound auf einer kleinen Bühne in der Mitte des Publikums sorgen für beste Unterhaltung.

19:00 Uhr: Bryan Adams ~ Unplugged – Live at Sydney Opera House
Sydney, Australien, 2011
Regie: Bryan Adams
Erstausstrahlung
3sat

Im September 2010 steht Bryan Adams auf der Bühne des Sydney Opera House. Nur er, seine Gitarre und sein Pianist geben ein Hit-gespicktes Unplugged-Konzert im Rahmen der „Bare Bones“-Tour.

Die Tour beginnt im Februar 2010 in den USA, macht Station in Europa, Südafrika, dem Mittleren Osten, Australien, Indien und vielen weiteren Ländern und endet im Oktober 2014 in New York. In Sydney ist Adams besonders gut gelaunt, scherzt mit Fans und erzählt Anekdoten.

Die Zeitschrift „Stereo“ schreibt: „Rockklassiker wie ‚Heaven‘ und ‚Run to You‘ verlieren ihre Wirkung im Unplugged-Format nicht. Klasse Songs funktionieren eben in jedem Rahmen.“ Und das Fachmagazin „Audio“ ergänzt: „25 Songs laden zum Schwelgen in alten Erinnerungen und zum entspannten Genießen ein und ergänzen sich zu einer Retrospektive seines Schaffens als Musiker und Songwriter.“

Bryan Adams lässt für die Auswahl der Songs seine Fans per Twitter zu Wort kommen: „Die Idee lautete, einfach nur mit meiner Akustikgitarre aufzutreten. Als mich die Fans dann immer wieder ansprachen, weil sie genau diese Versionen auch zu Hause hören wollten, fasste ich den Entschluss, ein paar Testaufnahmen zu machen“. Damit wird „Bare Bones“ zum inoffiziellen Nachfolger seines grandiosen Unplugged-Albums, das 1997 erscheint und sich weltweit über fünf Millionen Mal verkauft.

20 Songs der „Bare Bones“-Tour werden mitgeschnitten und kommen aufs Livealbum. Nur sein Pianist Gary Breit, den Adams schelmisch als „This is the Band“ vorstellt, begleitet den stromlosen Rocker, der mit seinen Gitarren-Riffs und seiner kratzigen Stimme für Gänsehaut sorgt.
20:00 Uhr: Elton John & Friends ~ I’m Still Standing – A Grammy Salute
Theater at Madison Square Garden, New York, USA, 2018
Regie: Leon Knoles
Erstausstrahlung
3sat

Am 30. Januar 2018 ehrt die Welt-Elite der Musikszene Sir Elton John und seinen Texter Bernie Taupin mit einer Gala. Geladen hat die Recording Academy, die alljährlich den Grammy verleiht.

Lady Gaga, Miley Cyrus, Chris Martin, Ed Sheeran, John Legend und viele andere interpretieren Elton-John-Hits wie „Candle in the Wind“, „Daniel“, „Your Song“ und „Rocket Man“, bis „der Meister“ selbst auf die Bühne kommt und beweist: „He is still standing“.

Im Rahmen des Konzerts werden Elton John und Bernie Taupin mit dem „Recording Academy President’s Merit“-Award als eines der erfolgreichsten, inspirierendsten und beständigsten Komponisten-Teams in der Geschichte der Popmusik und in Anerkennung ihrer 50-jährigen ununterbrochenen Spitzenleistung ausgezeichnet.

Wenige Tage vor der Show kündigt Elton John an, dass er ab September 2018 auf seine letzte, dreijährige weltweite Tournee „Farewell Yellow Brick Road“ gehen wird: „Meine Prioritäten haben sich geändert, nachdem David Furnish und ich Eltern zweier Kinder sind.“ Weiter sagt er: „Es wird ein wunderbarer Weg sein, um mich beim Publikum zu bedanken. Ich höre mit einem großen Knall auf. Ich bin nicht der Typ, der wimmernd aufhört.“ Elton John, der seit seinem 17. Lebensjahr „on the Road“ ist, fügt hinzu: „Ich kann dieses viele Reisen aus körperlichen Gründen nicht mehr. Außerdem möchte ich bei meinen Kindern zu Hause sein.“

Elton John und David Furnish heiraten 2014. Zuvor bringt eine Leihmutter im Jahr 2010 und 2013 die beiden Söhne Zachary und Elijah zur Welt. Beide kommen als leibliche Väter infrage, sie selbst wissen nicht, wer es ist. Patentante beider Kinder ist Lady Gaga. Elton John ergänzt: „Ich hätte nie gedacht, dass ich nichts so lieben kann wie meine beiden Söhne. Dachte ich doch, dass ich niemals Vater sein könnte, weil ich so egoistisch und auf mich bezogen lebte.“

21:15 Uhr: Coldplay ~ Live in São Paulo
Allianz Parque, São Paulo, Brasilien, 2017
Regie: Mat Whitecross
Erstausstrahlung
3sat

Am 7. und 8. November 2017 spielen Coldplay im ausverkauften Allianz Parque in São Paulo. Mit ihrer „A Head Full of Dreams“-Tour zeigen sie, dass sie weltweit die Nummer-1-Popband sind.

Die Tour beginnt am 31. März 2016 im argentinischen La Plata und endet dort am 15. November 2017. Es ist die siebte Tournee der Briten mit den Songs des gleichnamigen Studioalbums und allen Hits ihrer Karriere in einer ausgefeilten multimedialen Inszenierung.

Nach fast 122 Shows wirken Coldplay in São Paulo, als ob sie gerade das erste Konzert gäben: Über 96 000 Zuschauer sind im Stadion und feiern die wie entfesselt aufspielende Band um den charismatischen Sänger Chris Martin. „Ich glaube, wir sind nun an einem Punkt in unserer Karriere, wo wir ein Konzert ohne schwache Songs spielen können“, sagt Chris Martin in einem Interview.

Die Band spielt auf drei wechselnden Bühnen und verbindet Teile ihrer Videos durch raffiniert eingesetzte Projektionen zu den live gespielten Songs.

22:45 Uhr: Rammstein ~ Paris
Palais Omnisports, Paris-Bercy, Frankreich, 2012
Moderation: Jonas Åkerlund
Erstausstrahlung
3sat

Im März 2012 spielen Till Lindemann, Richard Kruspe, Paul Landers, Oliver Riedel, Christoph Schneider und Flake Lorenz für zwei ausverkaufte Konzerte im Palais Omnisports in Paris.

Regie führt der Schwede Jonas Åkerlund, der schon mehrere Rammstein-Videos in Szene gesetzt hat und in Paris mit seinen über 70 Kamerapositionen jedes Detail der atemberaubenden Inszenierung zeigt. Zwei Jahre sitzt Åkerlund am Schnitt: ein Fest der Bilder!

Am 16. März 2017 feiert der Film seine Kinopremiere in der Volksbühne Berlin in Anwesenheit der Band und des Regisseurs. Im Oktober 2017 wird das Werk in London mit dem UK Music Video Award 2017 ausgezeichnet, der besonders kreative, innovative oder technisch hochwertige Musikfilm- und Musikvideoproduktionen würdigt.

„Der Film ist eine andere Art des Erlebnisses“, sagt Regisseur Jonas Åkerlund im Rahmen der Kinopremiere. Es war toll, mit den Berlinern zu arbeiten. Guck sie dir doch an: Sie sind so ganz anders als viele Künstler, die ich kenne. Voller Integrität.“ Während der „Spiegel“ den Konzertfilm als „knallende und qualmende Überwältigungsästhetik“ bewertet, sehen das die Fans ganz anders: Rammstein verdrängen Helene Fischer von der Spitze der Album-Charts, und Schauspieler Tom Schilling schwärmt am Abend der Kinopremiere: „Rammstein sind so kompromisslos, Till ist ein fantastischer Texter. Im Grunde ist das sehr romantische Musik!“

00:25 Uhr: Pet Shop Boys ~ Inner Sanctum
Royal Opera House, London, Großbritannien, 2018
Regie: David Barnard
Erstausstrahlung
3sat

Im Juli 2018 gehört das Royal Opera House in London für vier Konzerte den Pet Shop Boys. Sie präsentieren ihre neue Show „Inner Sanctum“ mit Welt-Hits wie „West End Girls“ und „Go West“.

„Es tut mir leid, heute Abend gibt es kein Ballett oder eine Oper“, sagt Sänger Neil Tennant auf der Bühne im Royal Opera House, „nur Pop-Kids!“ Bescheiden angesichts einer 30-jährigen Karriere, in der die Pet Shop Boys Popmusik und Kunst miteinander verschmelzen.

Konzipiert und inszeniert von der britischen Künstlerin und Designerin Esmeralda Devlin, präsentiert sich „Inner Sanctum“ in vier Akten: Nacht, Sonne, Innen und Euphorie. Sie bilden den Rahmen für einige der inzwischen 42 Chart-Hits und verblüffen das Publikum mit den modernen Mitteln der Bühnen- und Lichttechnik. Dazu gesellen sich Aliens und Tänzer zu einem pulsierenden farbenprächtigen Spektakel.

Auch einige Songs des neuen Albums „Super“ sind Teil der Show und beweisen, das sich der 62-jährige Neil Tennant und der 56-jährige Chris Lowe allen Pop-Konventionen verweigern. Alterslos steht Keyboarder Lowe wie immer regungslos hinter seinem Keyboard, während Tennant in funkelnden Kostümen alle Blicke auf sich zieht.

01:40 Uhr: Take That ~ Wonderland
O2 Arena, London, Großbritannien, 2017
Regie: Matt Askem
Erstausstrahlung
3sat

Im Juni 2017 spielen Take That sechs ausverkaufte Konzerte in London im Rahmen ihrer „Wonderland Live“-Tour. Über 100 000 Fans sind von dem farbenprächtigen Hit-Spektakel angetan.

Die Tour zum Album „Wonderland“ beginnt im Mai 2017 in Birmingham, führt durch England, Irland, Australien, Neuseeland, Israel und die Vereinigten Arabischen Emirate, wo die ausverkaufte Tour der drei Take-That-„Überlebenden“ im November 2017 endet.

Nach 25 Jahren im Musikgeschäft wissen Take That genau, wie sie eine Show präsentieren. Seit 2014 zu dritt, steht Gary Barlow im Mittelpunkt des Konzerts, während Howard Donald und Mark Owen sichtlich zufrieden in der zweiten Reihe tanzen und singen. Zusammen verwandeln sie die O2 Arena mit allen Mitteln der modernen Licht- und Bühnentechnik in einen mystischen Ort mit wechselnden Szenen voller Fantasie. Besonders beeindruckt ihr Akustik-Set mit Tabla-Spielern und akustischen Instrumenten. Und die drei verbliebenen Musiker von Take That scheinen sich näher denn je zu stehen. Alles wirkt harmonisch und voller Freude. Man vergisst, dass Robbie Williams jemals dabei war.

1990 gründen fünf junge Männer Take That: Gary Barlow, Howard Donald, Jason Orange, Mark Owen und Robbie Williams. Mit ihrem Debüt-Album „Take That & Party“ von 1992 beginnt die bahnbrechende Karriere der Popgruppe. Bis heute hat sie über 48 Millionen Tonträger verkauft und stürmt mit ihren Alben und Singles regelmäßig die internationalen Charts. 1996 löst sich die Band auf, sehr zur Bestürzung der vielen jungen, hauptsächlich weiblichen Fans. Umso größer ist die Freude, als sich Take That 2005 wiedervereinigen, allerdings ohne Robbie Williams, der erst 2010 wieder zu seinen früheren Kollegen dazustößt.

Nach einer erneuten Auszeit veröffentlichen Gary Barlow, Howard Donald und Mark Owen 2014 ein neues Album zu dritt, da sich Jason Orange aus der Band zurückzieht und Robbie Williams pausiert. Bis heute besteht Take That in dieser Trio-Besetzung und ist nach wie vor überaus erfolgreich.

02:40 Uhr: Simply Red ~ Symphonica in Rosso
Ziggo Dome, Amsterdam, Niederlande, 2017
Regie: Job Robbers
Erstausstrahlung
3sat

Im Oktober 2017 ist Simply Red Gast bei „Symphonica in Rosso“ in Amsterdam. Seit 2006 treten dort Superstars wie Sting, Lionel Richie und Diana Ross mit einem Symphonieorchester auf.

Die Farbe Rot ist das Erkennungsmerkmal der aufwendigen Show, die mit Mick Hucknall alias Simply Red den Großmeister des Blue-Eyed-Soul-Pop präsentiert. Das Publikum feiert den Sänger und seine Hits wie „Holding Back the Years“ und „Something Got Me Started“.

1984 gründet Sänger Mick Hucknall die Band Simply Red und macht mit seinem Blue-Eyed-Soul-Pop Weltkarriere. Er wird mit zwei Brit Awards ausgezeichnet und hat bisher 50 Millionen Tonträger verkauft. 2010 soll damit Schluss sein, die Band geht auf große Abschiedstour, und Mike Hucknall erhält die Goldene Kamera für sein Lebenswerk. 2014 kommt überraschend der Rücktritt vom Rücktritt, Simply Red gehen auf Welttournee und veröffentlichen 2015 das Album „Big Love“.

Zum zehnten Jubiläum der „Symphonica in Rosso“-Reihe ist der rothaarige Mick Hucknall natürlich ein äußerst passender Gast. Auf die Frage, was für ihn das Besondere bei der Zusammenarbeit mit einem Orchester sei, sagt Mick Hucknall 2016 in einem Interview im niederländischen Fernsehen: „It’s the Magic of the Sound. So when you’re standing in front, you just hear this huge sound. It’s just so beautiful.“

03:25 Uhr: Culture Club ~ Live at Wembley
SSE Arena Wembley, London, Großbritannien, 2016
Regie: Mark Ritchie
Erstausstrahlung
3sat

In Originalbesetzung präsentieren Culture Club im Dezember 2016 in London die Hits ihrer Karriere wie „Karma Chameleon“, „Do You Really Want to Hurt Me“ und „I’ll Tumble 4 Ya“.

Erst 2015 kommen Culture Club nach einer langen Pause zurück. „Das letzte Mal, als ich hier spielte, war ich angezogen wie eine Eisprinzessin. Das Korsett war die Hölle“, erinnert sich Boy George, der gut gelaunt das Publikum in seinen Bann zieht.

„Ihr seht prächtig aus“, ruft Boy George seinen Fans zu, die in Partystimmung sind und ihr Pop-Idol feiern, als sei es 1984. Dabei überrascht die Band mit neuen Arrangements, die Elemente aus Funk, Soul, Reggae, Blues und Rock verknüpfen. Und Boy George, der vor neun Jahren den Drogen und dem Alkohol abschwört, ist bestens bei Stimme, die inzwischen einen warmen und souligen Charakter hat.

1981 gründen Sänger Boy George, Bassist Mikey Craig, Schlagzeuger Jon Moss und Gitarrist Roy Hay die Band Culture Club. Mit der Single „Do You Really Want to Hurt Me“ aus dem 1982er-Debütalbum „Kissing to be Clever“ kommt der schnelle Erfolg: Das Lied wird Nummer 1 in England, und der androgyne Boy George zur Kultfigur mit farbenfrohem Make-up und extravaganter Kleidung. Im Dezember 1982 spielen Culture Club in den USA und werden als „Second British Invasion“ gehandelt, eine Anspielung auf die „Beatlemania“ in den 1960er-Jahren.

„Ohne mich und Prinzessin Diana wäre die Regenbogenpresse aufgeschmissen“, erklärt Boy George 1985 in einem Interview mit dem Magazin „Playboy“, das ihn zum „König oder Königin der Popmusik“ kürt. Ähnlich wie die Beatles lösen Culture Club hysterische Fan-Reaktionen aus. Mit dem Song „Karma Chameleon“ erreicht der Erfolg Ende 1983 und 1984 seinen Höhepunkt: Ausgezeichnet mit einem Brit Award für den Song und einem Grammy Award in der Kategorie „Beste neue Popgruppe“.

Mit dem Album „Waking Up with the House on Fire“ beginnt Ende 1984 der Abstieg: Die Platte enttäuscht, Boy George füllt die Schlagzeilen mit Eskapaden, kämpft mit Gewichtsschwankungen und hat Drogenprobleme. Die Bandmitglieder trennen sich Ende 1986, versuchen 1989 und 1998 ohne großen Erfolg erneut zurückzukommen und überraschen am 2. Juli 2015 mit einem Auftritt in der Originalbesetzung in der amerikanischen „Today Show“. Culture Club gehen auf Tournee und veröffentlichen im Juli 2018 die Vorab-Single zum neuen Album „Let Somebody Love You“. Sie sind wieder da.

04:10 Uhr: Yello ~ Live in Berlin
Kraftwerk Berlin, Deutschland, 2017
Regie: Gerd F. Schultze
Erstausstrahlung
3sat

Im Oktober 2016, nach über 35 Jahren, geben die Elektropop-Pioniere Yello im ausverkauften Kraftwerk Berlin ein für die Band seltenes Livekonzert in einer multimedialen Inszenierung.

Das Schweizer Duo ist mit fünf Bläsern, Schlagzeug, Percussion, E-Gitarre und drei Backgroundsängerinnen verstärkt. Der 71-jährige Frontmann Dieter Meier steht konzentriert im Rampenlicht, während sein kongenialer Partner Boris Blank die Sampler bedient.

Als Überraschung begrüßt Dieter Meier auch die beiden Sängerinnen Malia und Fifi Rong, die der Show eine weitere Facette verleihen und eine willkommene Abwechslung zu Meiers tiefem Sprechgesang liefern.

Boris Blank komponiert und entwickelt Geräusche und Klänge, bearbeitet die Tracks mit elektronischen und akustischen Instrumenten und krönt das Ganze mit Dieter Meiers markantem Sprechgesang. 1978/1979 in Zürich gegründet werden Yello 1985 für ihr Album „Stella“ mit einer Goldenen Schallplatte in der Schweiz ausgezeichnet und schaffen 1988 in Deutschland mit „The Race“ den endgültigen Durchbruch.

„The Race“ wird die Titelmusik der Musikvideosendung „Formel Eins“, das Lied „Oh Yeah“ untermalt unter anderem bei den „Simpsons“ den Auftritt des Duffman, und „Jungle Bill“ liefert den Sound zum finalen Rennen im Film „Manta, Manta“. 2014 erhalten die beiden Musiker den ECHO Pop für ihr Lebenswerk.

05:10: Guns N‘ Roses ~ Appetite for Democracy – Live at the Hard Rock Casino
The Joint, Hard Rock Casino, Las Vegas, USA, 2012
Regie: Kerry Asmussen
Erstausstrahlung
3sat

Im November 2012 treten Guns N‘ Roses im Rahmen ihrer „Appetite for Democracy“-Tour im legendären „Hard Rock Casino“ in Las Vegas auf. Sänger Axl Rose präsentiert alle Hits der Band.

Der Konzertmitschnitt ist der erste der „Gunners“ seit 1992. Urmitglieder Axl Rose und Dizzy Reed (Keyboard) haben sich eine exzellente Band zusammengestellt und spielen Hits wie „Welcome to the Jungle“, „November Rain“, „Paradise City“ und „Sweet Child O‘ Mine“.

Axl Rose singt fast wie in alten Zeiten, wurde er doch lange als „World’s Greatest Singer“ bezeichnet. Er selbst sagt dazu 2014: „Wenn ich gefragt werden würde, wer der beste Sänger oder Sängerin sei, würde ich sagen, dass ich Freddie Mercury, Elvis Presley, Paul McCartney, Janis Joplin, Michael Jackson, Elton John, Frank Sinatra, Johnny Cash und ganz viele andere sehr gerne höre, jedenfalls viel lieber, als mir selbst zuzuhören.“

Das Konzert in Las Vegas wird begeistert aufgenommen. So schreibt das Online-Musikportal „antiMusic“: „Die Kombination aus exzellenten Musikern, hypnotisierender Rock-’n‘-Roll-Bühnenpräsenz und überragender Filmproduktion springen den Zuschauer geradezu an.“ Tänzerinnen und jede Menge Feuerwerk erhöhen die Schauwerte.

Dienstag, 01.01. (Neujahr) / 09:55 Uhr / Die Magie der Farben (1/2: Von Höhlenrot bis Göttergelb
Film von Christian Schidlowski und Sigrun Laste
(aus der ZDF-Reihe „Terra X“)
(Erstsendung: 18.10.2015)
ZDF

Ob Ocker, Rot, Gelb, Grün oder Blau: Hinter jedem Farbton verbergen sich ungeahnte Geschichten und erstaunliche Fakten. Warum haben sie seit jeher eine so große Bedeutung für den Menschen?

Nur wer erkennt, ob eine Frucht reif oder giftig ist, kann überleben. Alle Farben in der Natur dienen einem biologischen Zweck, und jedes Lebewesen hat seine Wahrnehmung darauf spezialisiert. Aber allein der Mensch stellt Farben her und verleiht ihnen Symbolkraft.

„Terra X“ taucht in die wechselvolle Geschichte unserer Farbcodes – von den Anfängen bis in die Gegenwart. Kulturgeschichten und Naturphänomene werden miteinander verwoben und führen zu verblüffenden Erkenntnissen. Inwieweit steuern Farben noch heute unser Verhalten, ohne dass wir es merken? Wie funktioniert dieser evolutionäre Code?

Diesem Rätsel sind Wissenschaftler seit Jahrhunderten auf der Spur. Die erste wegweisende Entdeckung macht Isaac Newton 1730 und schockiert damals die Welt. In seinem Versuch mit einem Glasprisma und Licht entdeckt er, dass es Farben gar nicht wirklich gibt. Eine unfassbare Erkenntnis.

Denn bereits vor 100 000 Jahren unternahmen Menschen große Anstrengungen, um Farbe in ihr Leben zu holen. Das entdecken Archäologen 2008 in der Blombos-Höhle an der Küste Südafrikas. Sie finden Ockerstücke und Muscheln, die Steinzeitmenschen in der Höhle versteckt haben. Es ist die älteste Farbwerkstatt der Menschheit. Plötzlich gab es eine Möglichkeit, sein Äußeres zu verändern, mit Farbe ein individuelles Kennzeichen zu setzen. Ein Meilenstein in unserer Geschichte.

Bis heute heben sich viele Naturvölker mit Körperbemalung von anderen ab, von den Massai in Afrika bis zu den Aborigines in Australien. Und wir machen etwas ganz Ähnliches fast täglich – wenn wir uns schminken, bunt kleiden oder die Haare färben. Mit Farben individualisieren wir uns oder zeigen an, zu welcher Gruppe wir gehören.

Wie kam die Farbe überhaupt in die Welt? War sie schon immer bunt? Erst vor 200 Millionen Jahren entsteht die erste Farbe: das Grün der Pflanzen. Weil sie die älteste und lange Zeit die wichtigste Farbe für alle Lebewesen war, können Menschen bis heute im Grün die meisten Farbnuancen erkennen.

Für den Siegeszug des Homo sapiens war allerdings eine andere Farbe entscheidend: Vor rund 35 Millionen Jahren entsteht das magische Rot. Der amerikanische Neurowissenschaftler Jay Neitz fand heraus, dass die Fähigkeit, Rot zu sehen, zur Schlüsselkompetenz wurde. Seine Experimente mit bizarren Artverwandten, den Totenkopfäffchen, erlauben verblüffende Einblicke in die evolutionäre Entwicklung.

Bis heute wirkt Rot als Signal- und Alarmfarbe, weil unsere Augen sich zu Rotspezialisten weiterentwickelt haben und Rot am schnellsten von allen Farben wahrnehmen können.

Lange war das Blau des Himmels und des Meeres für den Menschen nicht greifbar, bis um 8000 vor Christus Bergarbeiter im Hindukusch einen leuchtenden Stein finden: Lapislazuli, wörtlich das „Blau des Himmels“. Das erste Blau auf Erden. Schnell wird er in der ganzen Welt begehrt und forciert die beginnende Globalisierung. Die Ägypter versuchen vergeblich, aus Lapis auch ein Malpigment herzustellen, und entdecken durch Zufall ihren eigenen Farbstoff – der Startschuss zu einer bunten Epoche.

Immer größer werden die Anstrengungen, die Menschen unternehmen, um leuchtende Farben zu gewinnen. Warum üben Farben eine solche Faszination auf uns aus? Experimente mit Babys zeigen, dass uns ein Farbprogramm schon in die Wiege gelegt ist. Farben sind eine Sprache der Natur und das größte Kommunikationssystem der Welt.

Dienstag, 01.01. (Neujahr) / 10:40 Uhr / Die Magie der Farben (2/2): Von Königspurpur bis Jeansblau
Film von Susanne Rostosky und Sigrun Laste
(aus der ZDF-Reihe „Terra X“)
(Erstsendung: 25.10.2015)
ZDF

Seit Jahrtausenden bestimmen Farben unser Leben. Diese Folge fokussiert deren wechselvolle Geschichte von der Antike bis zur Neuzeit, zeigt, wie der Mensch ihnen Symbolkraft und Magie verleiht.

Warum haben die Farbcodes so eine große Bedeutung für den Menschen? „Terra X“ verknüpft Kulturgeschichte, Wissenschaft und Naturphänomene und kommt zu verblüffenden Antworten.

Um die Zeitenwende tragen die Farben maßgeblich dazu bei, die Gesellschaften zu ordnen. Seit dem Mittelalter spielen sie eine ungeahnte Rolle bei der Entdeckung der Welt. Welch große Wirkung Farben auf das Leben der Menschen hatten, zeigt sich spätestens, als Goethe und Newton sich intensiv diesem Phänomen von unterschiedlichen Standpunkten her nähern.

1810 veröffentlicht Johann Wolfgang von Goethe seine rund 2000 Seiten umfassende Farbenlehre. Er schrieb den Farbtönen übergeordnete Eigenschaften zu. Ihrer Wirkung können wir uns in keinem Lebensbereich entziehen.

Umso größer das Rätsel, auf das der Archäologiestudent Vinzenz Brinkmann Anfang der 1980er Jahre stößt. Denn im Unterschied zu allen anderen Epochen gilt die griechische Antike lange als „weißes Zeitalter“ – Bauten und Bilder kommen anscheinend ohne Farben aus. Als Brinkman mit den Untersuchungen der antiken Statuen beginnt, ahnt er noch nicht, dass seine Geschichte sich zu einem wahren Krimi entwickelt.

Auch die chinesische Terrakottaarmee war nicht immer Grau in Grau. Aber ihre Farben blättern nach der Ausgrabung der Figuren binnen Sekundenbruchteilen ab. Der Archäologin Catharina Blänsdorf gelingt es trotzdem, ihr Geheimnis zu entschlüsseln. Sie findet heraus, dass die Soldaten nicht nur bunt dekoriert waren, sondern der chinesische Kaiser Qin Shi Huang Di sein Riesenreich tatsächlich mithilfe von Farben einte.

Wer welche Farben tragen darf, regeln Kleiderordnungen in vielen Epochen. Sie sollen für gesellschaftliche Stabilität und Frieden sorgen. Im Rom der Kaiserzeit kennzeichnen sich erstmals auch Sportbewegungen und Fangruppen im Kolosseum mit Farben. Der Vorläufer der heutigen Parteienfarben.

Aber warum eignen sie sich so gut als Ordnungsprinzip für uns? Daran forscht die Psychologin Alexandra Gradison vom Surrey Baby Lab. Mit vier Monate alten Babys kann sie nachweisen, wie tief unsere Verbindung zu Farben verankert ist. Sie untersucht, ob wir sogar schon in Farbkategorien denken, bevor wir überhaupt sprechen lernen. Farben ermöglichen Orientierung in Millisekunden. Diese Erkenntnisse werden erfolgreich genutzt, vor allem dort, wo es sehr schnell gehen muss. Zum Beispiel in der Notaufnahme.

Farbinformationen verwerten zu können, war überlebenswichtig. Schon zu der Zeit der Einzeller, die nach dem Licht der Sonne – Rot am Morgen, Blau am Tag – ihren Fress- und Ruhe-Rhythmus steuerten. Der Neurowissenschaftler Jay Neitz kann mit Fischen zeigen, dass der gleiche Effekt unsere innere Uhr steuert.

Die psychologische Wirkung von Farben, die Goethe postuliert, wird wissenschaftlich erklärbar. Warum Rot im Schlafzimmer tatsächlich anregt, und warum wir bei Blau frieren. Warum die Olympiamannschaft, die Rot trug, mehr gewann. Selbst, dass Essen und Wein mit dem Licht ihren Geschmack ändern, erklärt sich durch die unschlagbare Logik der Natur.

Dienstag, 01.01. (Neujahr) / 11:25 Uhr / Dal Teatro La Fenice di Venezia: Neujahrskonzert 2017
Mit Rosa Feolla (Sopran) und John Osborn (Tenor)
Chor: Teatro La Fenice
Orchester: Teatro La Fenice
Musikalische Leitung: Fabio Luisi
ARD/WDR

Im 1. Januar 2017 hat Fabio Luisi, der als einer der führenden Dirigenten italienischer Opern gilt, das traditionelle Neujahrskonzert aus dem Teatro La Fenice in Venedig dirigiert.

Auf dem Programm standen Arien und Ouvertüren aus den großen italienischen Opern, allen voran die von Giuseppe Verdi. Als Solisten wirkten die Sopranistin Rosa Feola und der Tenor John Osborn mit. Die Einstudierung des Chores übernahm Claudio Marino Moretti.

Der zweite Teil des Konzertes ist traditionsgemäß dem großen Opernrepertoire gewidmet. Fixe Bestandteile des Konzertes sind der Gefangenenchor aus „Nabucco“ und „Libiamo ne’lieti calici“, der berühmteste musikalische Trinkspruch der Opernbühne, mit dem in „La Traviata“ rauschende Feste gefeiert werden. Tanzeinlagen heben die festliche Stimmung hervor.

Fabio Luisi wurde für seine Aufnahmen mehrfach mit internationalen Schallplattenpreisen wie dem ECHO Klassik und dem Grammy Award ausgezeichnet.

Das Gran Teatro La Fenice di Venezia ist eines der schönsten und bedeutendsten Opernhäuser Europas. Ab 1790 wurde es unter der Leitung des Architekten Gian Antonio Selva im klassizistischen Stil erbaut und im Jahr 1792 eröffnet.

Donnerstag, 03.01. / 06:05 Uhr / Jean-Michel Basquiat – Ikone des New Yorker Post-Punks
Film von Marion Skalski
(Erstsendung: 28.04.2018)
3sat

Ende der 1970er-Jahre eroberte Jean-Michel Basquiat als multidisziplinäres Wunderkind der New Yorker Kreativszene des Post-Punk-Undergrounds die Kunstwelt.

Der Film von Marion Skalski nimmt die Ausstellung „Jean-Michel Basquiat. Boom for Real“, 2018 in der Schirn Kunsthalle Frankfurt, zum Anlass, sich der Person Basquiat vor dem Hintergrund der freigeistigen Aufbruchstimmung der New Yorker Post-Punk-Ära zu nähern.

Seine Graffitis waren satirische Angriffe auf die Banalität der amerikanischen Kultur, sein spielerisch-rhythmischer Umgang mit Sprache unverwechselbar: Von der zeitgenössischen Presse als „Maskottchen“ des Pop-Art-Papstes Andy Warhol verhöhnt, zählt der in Brooklyn aufgewachsene Autodidakt mit haitianischen Wurzeln heute zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Nach seinem frühen Tod Ende der 1980er-Jahre zum Mythos avanciert, erzielen seine explosiven Gemälde inzwischen auf dem internationalen Kunstmarkt Höchstpreise.

Donnerstag, 03.01. / 06:20 Uhr / Das Geheimnis der Meister – Rembrandt
Film von Jaap van der Werff und Finbarr Wilbrink
(Erstsendung: 02.01.2019)
3sat

In der Reihe geht ein Experten-Team unter der Leitung des Künstlers und Moderators Jasper Krabbé auf Spurensuche: Es rekonstruiert bedeutende Werke der niederländischen Malerei.

Bei dieser Spurensuche nach den originalen Farben, dem Pinselstrich, der Lichtstimmung und Farbgebung – kurz: nach dem Ausdruck des berühmten Bildes – lernt man das Werk ganz neu kennen. Bei Rembrandt geht es um ein Selbstporträt aus den jungen Jahren des Malers.

Warum ist das Porträt so dunkel, wie erzeugte Rembrandt die magische Stimmung auf diesem Gesicht? Filmregisseur Peter Greenaway stellt den Lichteinfall mit Kamera und Lampen nach und kommt zu einem erstaunlichen Ergebnis.

Donnerstag, 03.01. / 07:00 Uhr / Peter Paul Rubens – auf den Spuren eines Malergenies
Film von Werner Raeune
(Erstsendung: 27.10.2012)
3sat

Peter Paul Rubens (1577-1640) war nicht nur einer der bedeutendsten Maler aller Zeiten, er reiste als Diplomat auch im Auftrag der Habsburger durch Europa. – Eine Spurensuche.

Weil er für die verschiedenen Fürstenhöfe malte, gelang es ihm, als Unterhändler in schwierigen Missionen zu wirken. So versuchte er, den Achtzigjährigen Krieg zu beenden und den Dreißigjährigen Krieg zu verhindern.

Die Dokumentation „Peter Paul Rubens – auf den Spuren eines Malergenies“ geht auf Spurensuche in Antwerpen, wo Rubens aufwuchs und arbeitete. Sie zeigt die wichtigsten Gemälde an ihren Originalschauplätzen in Kirchen, Klöstern und im Rubenshaus, die bis heute erhaltene Druckerei, in der Rubens seine Stiche drucken ließ, sowie die Bauten des Architekten Rubens in der flandrischen Hafenmetropole.

Donnerstag, 03.01. / 19:20 Uhr / Das Geheimnis der Meister – Van Gogh
Film von Jaap van der Werff und Finbarr Wilbrink
Erstausstrahlung
3sat

In dieser Folge spüren die Experten anhand eines Selbstbildnisses dem vibrierenden Licht des Südens nach, den wilden Strichen des Meisters Vincent van Gogh.

Ein Computertrick zeigt das Selbstporträt schließlich als eine Fotografie des Meisters. Selbst die brutale Zerstörung des Gemäldes durch Messerschnitte eines psychisch Gestörten wiederholen die Meisterdetektive, um das Bild originalgetreu zu rekonstruieren.

In der Reihe „Das Geheimnis der Meister“ geht ein Experten-Team unter der Leitung des Künstlers und Moderators Jasper Krabbé auf Spurensuche: Es rekonstruiert bedeutende Werke der niederländischen Malerei.

Bei dieser Spurensuche nach den originalen Farben, dem Pinselstrich, der Lichtstimmung und Farbgebung – kurz: nach dem Ausdruck des berühmten Bildes – lernt man das Werk ganz neu kennen.

Freitag, 04.01./ 06:05 Uhr / Neo Rauch – vom alptraumhaften Rausch des Malens
Film von Kerstin Edinger
(Erstsendung: 28.04.2018)
3sat

Wie kein Zweiter hat der Maler Neo Rauch den Begriff „Neue Leipziger Schule“ geprägt. Seine figurativen Bilder sind ebenso rätselhaft wie zeitlos und entziehen sich jeder Interpretation.

Kerstin Edinger hat den zurückgezogen lebenden Malerstar anlässlich seiner Retrospektive „Dromos“ 2018 im niederländischen Zwolle getroffen und zu seinem Werk befragt. In Deutschland beachtet und bewundert, ist er in den USA längst ein von Sammlern begehrter Star.

Seine Bilderwelt von leuchtender Farbigkeit soll nach eigener Aussage das Böse bannen und die Welt verzaubern.

Freitag, 04.01./ 06:20 Uhr / Das Geheimnis der Meister – Van Gogh
Film von Jaap van der Werff und Finbarr Wilbrink
(Erstsendung: 03.01.2019)
3sat

In dieser Folge spüren die Experten anhand eines Selbstbildnisses dem vibrierenden Licht des Südens nach, den wilden Strichen des Meisters Vincent van Gogh.

Ein Computertrick zeigt das Selbstporträt schließlich als eine Fotografie des Meisters. Selbst die brutale Zerstörung des Gemäldes durch Messerschnitte eines psychisch Gestörten wiederholen die Meisterdetektive, um das Bild originalgetreu zu rekonstruieren.

In der Reihe „Das Geheimnis der Meister“ geht ein Experten-Team unter der Leitung des Künstlers und Moderators Jasper Krabbé auf Spurensuche: Es rekonstruiert bedeutende Werke der niederländischen Malerei.

Bei dieser Spurensuche nach den originalen Farben, dem Pinselstrich, der Lichtstimmung und Farbgebung – kurz: nach dem Ausdruck des berühmten Bildes – lernt man das Werk ganz neu kennen.

Freitag, 04.01./ 07:00 Uhr / El Greco und die Moderne
Film von Werner Raeune
(Erstsendung: 20.05.2012)
3sat

Der Maler El Greco zählt zu den bedeutendsten und teuersten Alten Meistern der Kunstgeschichte. 1541 in Griechenland geboren, machte er in Spanien als Hofmaler bei Philipp II. Karriere.

Doch aufgrund seiner eigenwilligen Interpretation religiöser Themen und seines außergewöhnlichen Mal-Stils hatte der Künstler immer wieder Schwierigkeiten mit seinen Auftraggebern und Zeitgenossen.

Seine dünnen, in die Länge gezogenen, verzerrten Darstellungen der Menschen, seine ungewöhnlich grelle Farbgebung – heute sein Markenzeichen – sorgten damals für Skandale, ließen ihn in Ungnade fallen. Als der Künstler 1614 starb, wurde seinem Werk wenig Wertschätzung zuteil. Viele seiner Kirchenbilder wurden ins Ausland verkauft, über die ganze Welt verstreut. Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde El Greco von Kunsthistorikern wiederentdeckt, nahmen Avantgarde-Künstler wie Pablo Picasso sowie die Expressionisten August Macke, Franz Marc und Max Beckmann seine „moderne Auffassung von Malerei“ zum Vorbild für ihre Kunst.



Samstag, 05.01. / 19:20 Uhr / Champions der Charts ~ Hinter den Kulissen der Musikindustrie
Film von Katarina Schickling
Erstausstrahlung
3sat

Wie entsteht ein Superhit? Hitgaranten wie Felix Jaehn verraten überraschende Geheimnisse. Insider, Produzenten und eine Newcomerin erzählen ihre Sicht der Hitmaschinerie.

Sommer 2018: Ed Sheeran rockt Europas Bühnen. Ein Mann, eine Gitarre, eine Idee – so einfach soll der junge Brite seit 2012 die Charts dominieren. Die Dokumentation nimmt die Zuschauer mit hinter die Kulissen der Musikindustrie und zeigt, wie es dort wirklich zugeht.

Eine filmische Entdeckungsreise: DJ-Star Felix Jaehn erzählt, wie seine Songs entstehen, Wolfgang Niedecken sowie Michi Beck von Fanta 4 vergleichen ihre Anfänge mit der heutigen Szene, Newcomerin Marie Bothmer kämpft sich mit ihrem neuen Song ins Business. In einer Zeit, in der die deutsche Musikindustrie sich mit ihrem wichtigsten Pop-Preis neu definiert und in der der Tod des jungen schwedischen DJ-Stars Avicii seine strahlenden Erfolge hinterfragen lässt, wirkt die Frage, wie heute Hits gemacht werden, umso brisanter. Welche Rolle spielen die Musiker, deren Songs auf Spotify reüssieren? Wie suchen Produzenten den nächsten Chartstürmer? Wie laufen Songwriters Sessions, wo Profis fremde Songs puschen? Der Film begleitet Produzenten und Musiker bei ihrer Suche nach dem nächsten Superhit in einer Welt, die Zuschauern und Fans sonst verborgen bleibt.

Weltstar Felix Jaehn aus Hamburg berichtet, wie er die Erfolge der DJs erlebt – „‚Cheerleader‘ war nicht einfach nur Recycling – da ist außer den Vocals nicht viel vom Original übrig geblieben. Das ist, als ob man um einen Motor herum ein komplett neues Auto baut.“ Das Team trifft Wolfgang Niedecken in Köln, dem die „Hits aus der Retorte“ gegen den Strich gehen. 1990 war es ein Skandal, dass Frank Farian die internationalen Hits von Milli Vanilli nicht nur produziert, sondern auch gesungen hatte. Leslie Mandoki, mit Dschinghis Khan einst selbst Chartstürmer und inzwischen Betreiber eines der gefragtesten Tonstudios Europas, findet die Arbeitsweise heute ehrlicher: „Wichtig ist am Ende doch vor allem, ob ein Song seine Hörer erreicht!“

In den großen US-Hitfabriken ist es heutzutage Standard, dass Songs aus Fragmenten vieler verschiedener Schöpfer bestehen. Der preisgekrönte Journalist John Seabrook in New York hat jahrelang in der Musikszene recherchiert und entlarvt, wie Labels das schnelle Geld mit Sternchen puschen, wo früher versucht wurde, Künstler aufzubauen. Auch Michi Beck, der mit dem WM-Song „Zusammen“ gemeinsam mit Clueso im Sommer 2018 in den deutschen Charts ganz weit oben ist, kennt diese Strategie als Juror für „The Voice of Germany“: „Es geht um Einzigartigkeit. Das braucht man nicht nur, um in der Show zu bestehen, sondern auch in der Musikwelt. Viele können singen, aber die singen nur einen Song nach. Nicht jeder Ton muss unbedingt sitzen. Style geht vor Können.“ Doch auch seine beiden Schützlinge, die „The Voice of Germany“ 2014 und 2015 gewonnen haben, sind nach ein, zwei Hits wieder in der Versenkung verschwunden.

Die Newcomerin Marie Bothmer schrieb schon als Teenager Songs. Seit sie einen Plattenvertrag mit einem Major Label hat, lernt sie, wie sehr sich das Musikgeschäft von der romantischen Vision des Künstlers, der mit der Gitarre in der Hand seine Geschichte erzählt, unterscheidet. Bei Spotify analysiert der Playlist-Manager für Deutschland, ob Marie Bothmers geplante Single Hit-Potenzial hat. Dazu erklärt Markus Kavka, warum der Einfluss von Spotify zu einer Vereinfachung der Musik und zu weniger Vielfalt – und weniger Independents – führt.

Eine ganze Industrie sucht den richtigen Beat, die eingängige „Hookline“, die perfekte „Bridge“ – jene Elemente, die im digitalen Zeitalter den Marsch an die Spitze der Charts ermöglichen. Wie funktioniert die Jagd nach dem Nummer-Eins-Hit? Die Doku geht der Frage „backstage“ nach, im wahrsten Sinne des Wortes.

Samstag, 05.01. / 20.15 Uhr / Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker 2019
Wiener Musikverein
Orchester: Wiener Philharmoniker
Musikalische Leitung: Christian Thielemann
(Erstsendung: 01.01.2019)
ORF

Die Wiener Philharmoniker präsentieren zum Jahresbeginn 2019 wieder ein heiteres und zugleich besinnliches Programm aus dem Repertoire der Strauß-Dynastie und deren Zeitgenossen.

Christian Thielemann dirigiert zum ersten Mal das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker. Der Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle und Künstlerischer Leiter der Osterfestspiele Salzburg ist seit 2000 den Wiener Philharmonikern musikalisch verbunden.

Christian Thielemann begann seine berufliche Laufbahn 1978 als Korrepetitor an der Deutschen Oper Berlin. Nach Stationen in Gelsenkirchen, Karlsruhe und Hannover trat er 1985 das Amt des Ersten Kapellmeisters an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf an, ehe er 1988 jüngster Generalmusikdirektor Deutschlands in Nürnberg wurde. 1997 kehrte er in derselben Position für sieben Jahre an die Deutsche Oper Berlin zurück, von 2004 bis 2011 wirkte er als Generalmusikdirektor der Münchner Philharmoniker. Seit Beginn der Spielzeit 2012/2013 leitet Christian Thielemann als Chefdirigent die Sächsische Staatskapelle Dresden. Seit 2013 ist er zudem auch Künstlerischer Leiter der Osterfestspiele Salzburg.

Die Kooperation der Wiener Philharmoniker mit den Wiener Stadtgärten zur floralen Gestaltung des Musikvereins besteht schon seit einigen Jahren. Gemeinsam mit den österreichischen Gärtnern und Floristen werden diesmal wieder die Wiener Stadtgärten den Goldenen Saal im Musikverein in einem Blütenmeer erstrahlen lassen. Die Arbeit der Meister-Floristinnen und Meister-Floristen startet bereits am 27. Dezember, damit rechtzeitig alles bereit ist für dieses weltweite Kulturereignis.

Die traditionellen Neujahrskonzerte erfreuen sich nicht nur im Musikvereinssaal in Wien großer Beliebtheit, sondern genießen durch die weltweite Fernsehübertragung, die mittlerweile über 90 Länder erreicht, auch ein hohes Maß an Bekanntheit und Popularität im In- und Ausland.

Montag, 07.01. / 07:00 Uhr / Peter Paul Rubens – auf den Spuren eines Malergenies
Film von Werner Raeune
(Erstsendung: 27.10.2012)
3sat

Peter Paul Rubens (1577-1640) war nicht nur einer der bedeutendsten Maler aller Zeiten, er reiste als Diplomat auch im Auftrag der Habsburger durch Europa. – Eine Spurensuche.

Weil er für die verschiedenen Fürstenhöfe malte, gelang es ihm, als Unterhändler in schwierigen Missionen zu wirken. So versuchte er, den Achtzigjährigen Krieg zu beenden und den Dreißigjährigen Krieg zu verhindern.

Die Dokumentation „Peter Paul Rubens – auf den Spuren eines Malergenies“ geht auf Spurensuche in Antwerpen, wo Rubens aufwuchs und arbeitete. Sie zeigt die wichtigsten Gemälde an ihren Originalschauplätzen in Kirchen, Klöstern und im Rubenshaus, die bis heute erhaltene Druckerei, in der Rubens seine Stiche drucken ließ, sowie die Bauten des Architekten Rubens in der flandrischen Hafenmetropole.

Montag, 07.01. / 01:45 Uhr / Joan Baez: Live in New York – 75 Birthday Celebration
3sat
Beacon Theatre, New York, USA, 2016
Regie: David Horn

Am 27. Januar 2016 feierte Joan Baez ihren 75. Geburtstag in New Yorks historischem Beacon Theatre mit David Crosby, Paul Simon und weiteren Musik-Legenden mit einem Unplugged-Konzert.

Ein Jahr zuvor würdige Amnesty International Joan Baez mit dem höchsten Preis der Menschenrechtsorganisation, dem „Ambassador of Conscience Award“ („Botschafter des Gewissens“) in Berlin. Den Preis erhielt sie für ihren Kampf für Menschenrechte.

Montag, 07.01. / 02:30 Uhr / Carole King: Tapestry – Live
Hyde Park, London, Großbritannien, 2016
Regie: Marcus Viner
3sat

Am 3. Juli 2016 gibt die amerikanische Singer-Songwriterin Carole King ein Konzert vor 65 000 Fans im Hyde Park. Im Mittelpunkt steht das Album „Tapestry“, 45 Jahre nach dem Erscheinen.

1971 erscheint „Tapestry“, eines der erfolgreichsten Alben der Popgeschichte mit Evergreens wie „You’ve Got a Friend“, „It’s Too Late“ und „Natural Woman“. Mit vier Grammys ausgezeichnet, verkauft sich das Album zwischen Blues, Soul und Jazz über 25 Millionen Mal.

Auf „Tapestry“ erzählt die 1942 in Manhattan, New York, geborene Künstlerin vom Ankommen in einem neuen Jahrzehnt nach den turbulenten Sechzigern. Es geht um den Abschied von der Jugend, um zerbrochene Lieben, um Zweifel und Enttäuschungen. Carole King trifft mit ihrer Sehnsucht nach Geborgenheit, nach Sicherheit, nach jemandem, auf den man sich verlassen kann, den Nerv der Zeit.

Im Rahmen ihres Konzerts in London feiert Carole King den 45. Jahrestag des Erscheinens ihres wegbereitenden Albums und wird unter anderen von Gitarrist Danny Kortchmar begleitet, der schon auf dem Originalalbum mitgespielt hat.

Montag, 07.01. / 03:15 Uhr / Paul Simon: The Concert in Hyde Park
Hyde Park, London, Großbritannien, 2012
Regie: Matthew Amos
3sat

Im Juli 2012 begeistert Folklegende Paul Simon im Rahmen des „Hard Rock Calling“-Festivals mit großen Hits auf der Open-Air-Bühne im Londoner Hyde Park vor malerischer Kulisse.

Paul Simon präsentiert karriereumspannende Klassiker wie „Graceland“, „The Sound of Silence“ und „The Boxer“, interpretiert mit musikalischen Gästen wie Country-Star Jerry Douglas und der A-capella-Gruppe Ladysmith Black Mambazo vom „Graceland“-Album.

Mit Open-Air-Konzerten kennt sich Paul Simon aus: 1981 feiert er im New Yorker Central Park eine grandiose Wiedervereinigung mit Art Garfunkel, steht 1991 an gleicher Stelle solo auf der Freiluft-Bühne und lässt 2012 im Londoner Hyde Park vor 60 000 Zuschauern seine Karriere Revue passieren.

2017 werden die Aufnahmen veröffentlicht und dokumentieren ein denkwürdiges Konzert mit einem entspannten Paul Simon, der bei „The Sound of Silence“ ganz allein mit seiner Gitarre auf der Bühne steht und das Publikum in seinen Bann zieht. Auf der Liste der 100 besten Songwriter aller Zeiten des „Rolling Stone“ belegt Paul Simon den 8. Platz, direkt hinter Carole King und ihrem Liedtexter Gerry Goffin.

Montag, 07.01. / 04:00 Uhr / Michael McDonald: Live on Soundstage
WTTW Grainger Studio, Chicago, USA, 2017
Regie: Joe Thomas
3sat

Im Mai 2017 steht Soul-Legende Michael McDonald im Rahmen der „Soundstage“-Konzertserie in Chicago auf der Bühne und präsentiert ein mitreißendes Set mit alten und neuen Hits.

Ausgezeichnet mit fünf Grammys als Sänger und Komponist, kennt ihn die Welt als Stimme der Doobie Brothers. Sein größter Hit ist „What a Fool Believes“, geschrieben von ihm und Kenny Loggins, der 1980 als Song und Schallplattenaufnahme des Jahres ausgezeichnet wurde.

Michael McDonalds Karriere beginnt 1975 als Backgroundsänger von Steely Dan. Schon ein Jahr später wird er festes Mitglied der Doobie Brothers und schreibt für das 1976er-Album den gleichnamigen Titelsong „Takin‘ It to the Streets“ und den Hit „It Keeps You Runnin'“. McDonald tut sich am Anfang etwas schwer, glaubt, er sei nicht der Richtige: „Die Doobies suchten nach einem, der die Hammond-Orgel und jede Menge Keyboards bedienen kann. Dabei war ich doch nur dieser typische Liedermacher am Flügel.“ Doch seine Stimme prägt die Band, und Michael McDonald wird zum willkommenen Gastsänger bei Alben von Bonnie Raitt, Kenny Loggins, Elton John, Christopher Cross und anderen.

1982 beginnt er seine Solokarriere, schreibt mit „I Keep Forgettin'“ seinen nächsten Hit und erreicht 1986 im Duett mit Patti LaBelle und dem Song „On my Own“ Platz 1 der Hitparade in den USA und Kanada.

Seine großen Hits und seine unvergleichliche soulige, leicht raue Stimme, die bis in höchste Register reicht, sind bis heute unverzichtbarer Teil der Hörfunkprogramme weltweit.

Montag, 07.01. / 04:45 Uhr / Kenny Loggins and Friends: Live on Soundstage
WTTW Grainger Studio, Chicago, USA, 2016
Regie: Joe Thomas
3sat

Im August 2016 begeistert der amerikanische Sänger, Gitarrist und Komponist Kenny Loggins seine Fans im Rahmen eines Konzerts in Chicago. Mit seinen Gästen ist er bei „Soundstage“.

Weltweit bekannt wird Loggins 1984 mit dem Hit „Footloose“. Der Song steht drei Wochen auf Platz 1 der Billboard-Hitparade, erhält eine Oscar-Nominierung und verliert knapp gegen Stevie Wonders „I Just Called to Say I Love You“.

Neben seinen musikalischen Gästen David Foster und Michael McDonald, begrüßt Kenny Loggins auf der Bühne auch Jim Messina, seinen früheren Duo-Partner, mit dem er von 1970 bis 1976 als „Loggins and Messina“ erfolgreich zusammenarbeitet.

Ab 1977 startet Kenny Loggins seine Solokarriere und erlaubt sich immer wieder Zeit für Duette mit anderen Stars, wie dem Top-10-Hit „Whenever I Call You Friend“ mit Stevie Nicks von Fleetwood Mac und dem Hit „This Is It“ aus dem Jahr 1979 zusammen mit Michael McDonald von den Doobie Brothers. Für den Ohrwurm „What a Fool Believes“, komponiert von Kenny Loggins und Michael McDonald, erhält er 1980 den Grammy.

Montag, 07.01. / 05:30 Uhr / Mika: Sinfonia Pop
Teatro Sociale di Como, Italien, 2015
Regie: Luigi Antonini
3sat

Begleitet von einem sinfonischen Orchester und einem 16-köpfigen Chor, tritt Mika im Oktober 2015 im klassizistischen Teatro Sociale im italienischen Como auf und präsentiert seine Hits.

Seine Vorbilder sind so unterschiedlich wie seine Kostüme: Jacques Brel, Leonard Cohen und Freddie Mercury haben den libanesisch-britischen Sänger auf seinem Weg bis zu seinem grandiosen Debütalbum „Life in Cartoon Motion“ im Jahr 2007 wesentlich beeinflusst.


Samstag, 12.01. / 10:00 Uhr / Die Gräfin in der Geige
Film von Gabi Schiller
(Erstsendung: 15.07.2018)
ORF

Mit Peter Edelmann beginnt 2018 in Mörbisch eine neue Seefestspiele-Ära. Das Bühnenbild soll künftig eine größere Rolle spielen. So auch in der Operettenproduktion „Gräfin Mariza“.

Eyecatcher in Emmerich Kálmáns mitreißender Operette ist eine riesige Geige. In ihr verbirgt sich die gesamte Kulisse. Der zuletzt oft ausgeblendete Blick auf den See bleibt erhalten und trägt zur Gesamtwirkung bei. Der Film setzt sich mit diesem Bühnenbild auseinander.

Die „Gräfin Mariza“ gehört zu den meistgespielten Operetten in Mörbisch. Aber noch nie ist Manja, die Zigeunerin, in 14 Metern Höhe an der Spitze eines Geigenhalses erschienen. Titeldarstellerin Mila Janevska erzählt in der Dokumentation „Die Gräfin in der Geige“, wie es ihr bei der „Erstbesteigung“ ergangen ist und wie sie die ungewöhnliche Bühne erlebt.

Während Ondrej Janoska die echte Geige spielt, dirigiert Guido Mancusi das Orchester. Sein Ziel: 2018 will er wieder Schwung in den Walzer bringen und zusammen mit Regisseur Karl Absenger für ein Riesenspektakel sorgen.

Absenger feierte 2018 ein kleines Jubiläum: Seit zehn Jahren bringt er immer wieder Publikumshits wie die Operette „Im weißen Rössl“, das Musical „Anatevka“ und die „komische Operette“ „Eine Nacht in Venedig“ auf die Seebühne.

Samstag, 12.01. / 10:30 Uhr / Leo Fall – Vergessenes Enfant Terrible der Wiener Operette
Film von Thomas Macho
(Erstsendung: 23.09.2012)
ORF/ARD/WDR

Leo Fall (1873-1925), neben den Konkurrenten Lehár und Kálmán der wichtigste Operettenkomponist im Wien des beginnenden 20. Jahrhunderts, erzählt in einem fiktiven Gespräch aus seinem Leben.

Mit der Sopranistin Annette Dasch sinniert er über seinen unglaublichen Reichtum ebenso wie über seine Verschwendungs- und Spielsucht. Er erinnert außerdem an seine Triumphe zwischen Wien, Berlin, London, New York und Buenos Aires.

Leo Fall gibt tiefe Einblicke in sein Privatleben, das auch eine uneheliche Tochter, seine Entmündigung und eine lebensuntüchtige, kokainsüchtige Ehefrau beinhaltete.

Begleitet von Kommentaren der in alle Welt verstreuten Nachfahren Leo Falls, gewürzt mit Anmerkungen von Musik-Kennern wie Robert Herzl und mit Ausschnitten unter anderem aus der Operette „Madame Pompadour“ an der Wiener Volksoper entwickelt Regisseur Thomas Macho ein faszinierendes Bild eines Komponisten, der vom gegenwärtigen Musiktheater nach und nach wiederentdeckt wird.

Samstag, 12.01. / 11:15 Uhr / Wiener Blut
Spielfilm, Österreich/Deutschland 1942
ORF

Ludwig: Fred Liewehr
Wolkersheim: Willy Fritsch
Melanie: Maria Holst
Knöpfel: Hans Moser
Jean: Theo Lingen
Liesl: Dorit Kreysler
u. a.
Regie: Willi Forst
Länge: 104 Minuten

Graf Wolkersheim und seine Frau sind in Wien, um am Wiener Kongress teilzunehmen. Da dieser nicht tagt, sondern tanzt, lockt beide das vergnügliche Fest – mit jeweils anderem Partner.

Als sich eine Ehekrise anbahnt, versuchen die beiden Diener Jean und Knöpfel, ihre Herrschaften wieder zu versöhnen. Doch der Schuss geht zunächst nach hinten los. – Im Film von Willi Forst aus dem Jahr 1942 glänzen unter anderen Fred Liewehr und Willy Fritsch.

Samstag, 12.01. / 19:00 Uhr / Kaminer Inside: Semperoper
Film mit Wladimir Kaminer
(Erstsendung: 20.10.2018)
3sat

Der Schriftsteller Wladimir Kaminer blickt für 3sat hinter die Kulissen der Dresdner Semperoper. Er begleitet die Arbeit an einer Inszenierung von den ersten Ideen bis zur Premiere.

Wie beginnt die Arbeit an einer Inszenierung, und welche großen und kleinen Katastrophen passieren auf dem Weg zur Premiere? Er begleitet die Regisseurin Elisabeth Stöppler, die vor der schwierigen Aufgabe steht, zwei Opern an einem Abend auf die Bühne zu bringen.

„Ödipus Rex“ von Igor Strawinsky und den Einakter „Il Prigioniero“ von Luigi Dallapiccola, ein zeitgenössisches Werk, das für Wladimir Kaminer so brachial klingt, als „sei ein Panzer über die Noten gefahren“.

Wladimir Kaminer ist dabei, als am Wohnzimmertisch die Ideen für das Bühnengeschehen entstehen. Er fiebert mit, weil einer der Hauptdarsteller ausfällt und als während der wichtigen ersten Bühnenprobe plötzlich die gesamte Oper evakuiert werden muss.

Auf dem Weg zur Premiere taucht Kaminer tief ein in den Opernkosmos. Er hilft in der Schneiderei bei der Anprobe und fährt mit dem Logistik-Team Bühnenbilder quer durch die Stadt in die Außenlager. An der Semperoper entsteht ständig so viel Neues – dem Schriftsteller kommt es vor, als könnte man bald ganz Dresden mit den Bühnenbildern ausfüllen.

Der südafrikanische Nachwuchstenor Khanyiso Gwenxane arbeitet hart für seinen Auftritt in Stöpplers Inszenierung, aber für ihn geht es in dieser Spielzeit um noch viel mehr: Er kämpft um seine berufliche Zukunft und muss nebenbei verschiedene Vorsingen vorbereiten. Ob er ein Anschluss-Engagement an einer anderen Oper bekommt oder ob er doch zurück muss nach Südafrika, das ist am Anfang der Dreharbeiten völlig unklar. Und Wladimir Kaminer hat seine Zweifel, dass der junge Sänger es tatsächlich schaffen kann, das schwere Kostüm, das er für die neue Produktion der Semperoper verpasst bekommt, zum Leben zu erwecken. Am Anfang der Proben sieht das nach einer unerfüllbaren Mission aus.

Dass am Premierenabend trotz aller Schwierigkeiten tatsächlich „der Lappen hochgeht“, wie die Opernleute sagen, ist für den Schriftsteller aus Berlin am Ende ein genauso großes Wunder wie für die, die tagtäglich daran arbeiten.

Samstag, 12.01. / 19:45 Uhr / Jewgeni Kissin – Das Comeback einer Pianisten-Legende
Film von Hannah Kristina Friedrich
(Erstsendung: 21.04.2018)
3sat

Jewgeni Kissin – ein Solitär unter den Pianisten. Filmemacherin Hannah Kristina Friedrich hat ihn in seiner neuen Heimat Prag zu einem seiner seltenen Interviews getroffen.

Er ist das Gegenteil eines Show-Talents wie es etwa Lang Lang ist. Gerade deshalb zieht er das Publikum weltweit in den Bann wie kaum ein anderer Pianist.

Einst als Wunderkind aus der damaligen Sowjetunion von Karajan gefördert, versetzte er die Musikwelt in Verzückung.

Einer, der sich für nichts anderes interessierte als für seine 88 Tasten. Inzwischen ist Jewgeni Kissin ein anderer geworden. Er ist nicht mehr nur mit Mutter und Lehrerin unterwegs, sondern hat geheiratet und interessiert sich plötzlich auch für Politik. Vor allem für Israel, das Land seiner Vorväter. Jetzt hat er sich Beethovens Klavier-Sonaten gewidmet. Und die klingen heute genauso eigenwillig wie makellos.

Samstag, 12.01. / 20:15 Uhr / Anna Netrebko singt „Aida“
Von den Salzburger Festspielen 2017

Aida: Anna Netrebko
Radamès: Francesco Meli
Der König: Roberto Tagliavini
Amneris: Ekaterina Semenchuk

Regie: Shirin Neshat
Fernsehregie: Michael Beyer

Das Highlight der Salzburger Festspiele 2017: Anna Netrebko singt erstmals Aida. Das ZDF zeigt die Höhepunkte der Aufführung vom 12. August 2017.

Die Rolle der versklavten Königstochter, die sich in den feindlichen Heerführer Radamès verliebt, dadurch zur Rivalin ihrer Herrin wird und loyal zu ihrem Vater halten will, ist wie geschaffen für die außergewöhnliche Bühnenpräsenz einer Anna Netrebko.

„Aida“ ist eines der bekanntesten und beliebtesten Opernwerke überhaupt. Seit der Uraufführung an Heiligabend 1871 in Kairo – eine Auftragsarbeit für den ägyptischen Khediven Ismail Pascha – erfreut sich „Aida“ weltweit ungebrochener Popularität und wurde in den unterschiedlichsten Varianten in Szene gesetzt, nicht selten mit größter Opulenz samt leibhaftigen Elefanten und Pferden. Umso spannender nun die konzentrierte Inszenierung von Shirin Neshat mit einer der populärsten Opernsängerinnen der Welt: Anna Netrebko in ihrer Premiere als Aida.

Aus Salzburg erwartet die Zuschauer eine besonders hochkarätige Aufführung. Die Wiener Philharmoniker spielen unter der Leitung des Verdi-Experten Riccardo Muti. Eine weitere spannende Premiere ist die Inszenierung selbst: Shirin Neshat, Filmemacherin, Fotografin und Videokünstlerin, führt zum ersten Mal bei einer Oper Regie. Die Lebenssituation der Titelfigur, in einer fremden Kultur im Exil zu leben, ist ihr durchaus vertraut – sie siedelte in den 1970er Jahren aus dem Iran in die USA über.

Später hat Neshat sich einen Namen gemacht mit ihrer kontrastreichen und verrätselten Kunst, die sich stets mit der Rolle der Frau in der Gesellschaft auseinandersetzt. Das Ringen um Selbstverständnis und mit Hierarchien sowie gesellschaftliche Brüche – nicht nur Themen in Neshats Schaffen, sondern auch in Verdis „Aida“. Dem Komponisten ging es in vielen seiner Opern nicht um musikalisierte Historie, sondern um Kritik an der Gesellschaft, ihrer Menschenverachtung – bei „Aida“ versetzt ins alte Ägypten. Dabei lässt sich „Aida“ durchaus auch als Liebesdrama lesen – ein Mann zwischen zwei Frauen. Mit Francesco Meli, der in Salzburg den Radamès verkörpert, war Anna Netrebko bereits an der Mailänder Scala zu sehen.

Samstag, 12.01. / 22:00 Uhr / Oper ~ L‘Opéra de Paris – der Gewinner des Schweizer Filmpreises 2018
Regie: Jean-Stéphane Bron
Erstausstrahlung
SRF/3sat

Der Dokumentarfilm erschließt das pulsierende Universum der Pariser Oper und zeigt, wie nur durch den Totaleinsatz aller Kräfte eine Traumwelt von Musik und Tanz entstehen kann.

Dem Schweizer Regisseur Jean-Stéphane Bron („Mais im Bundeshuus“) ist mit „Oper – L’Opéra des Paris“ erneut ein Coup gelungen: Sein filmischer Blick ist einzigartig. Brons Dokumentation wurde mit dem Schweizer Filmpreis 2018 ausgezeichnet.

In „Mais im Bundeshuus“ durchleuchtete Jean-Stéphane Bron das Innenleben des Polit-Lobbyings. In „Oper – L’Opéra de Paris“ reist er in den Mikrokosmos des prestigeträchtigen Pariser Musiktempels mit dem Schweizer Chefdirigenten Philippe Jordan. Bron zeigt die Pariser Oper nicht als abgehobene Traummaschine, sondern als Spiegel der Gesellschaft: Streiks lassen um ein Haar Premieren platzen; ein junger Bariton schafft es aus der russischen Provinz ins Rampenlicht; ein echter Stier auf der Bühne lässt Chorsänger erbleichen.

Samstag, 12.01. / 05:30 Uhr / El Greco und die Moderne
Film von Werner Raeune
(Erstsendung: 20.05.2012)
3sat

Der Maler El Greco zählt zu den bedeutendsten und teuersten Alten Meistern der Kunstgeschichte. 1541 in Griechenland geboren, machte er in Spanien als Hofmaler bei Philipp II. Karriere.

Doch aufgrund seiner eigenwilligen Interpretation religiöser Themen und seines außergewöhnlichen Mal-Stils hatte der Künstler immer wieder Schwierigkeiten mit seinen Auftraggebern und Zeitgenossen.

Seine dünnen, in die Länge gezogenen, verzerrten Darstellungen der Menschen, seine ungewöhnlich grelle Farbgebung – heute sein Markenzeichen – sorgten damals für Skandale, ließen ihn in Ungnade fallen. Als der Künstler 1614 starb, wurde seinem Werk wenig Wertschätzung zuteil. Viele seiner Kirchenbilder wurden ins Ausland verkauft, über die ganze Welt verstreut. Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde El Greco von Kunsthistorikern wiederentdeckt, nahmen Avantgarde-Künstler wie Pablo Picasso sowie die Expressionisten August Macke, Franz Marc und Max Beckmann seine „moderne Auffassung von Malerei“ zum Vorbild für ihre Kunst.

Sonntag, 13.01. / 10:05 Uhr / Literaturclub
(Erstsendung: 18.12.2018)
SRF

„Literaturclub“ diskutiert die neuesten literarischen Entdeckungen und gibt Orientierungshilfe im Buchmarkt.
In der Gesprächssendung werden jeweils vier bis fünf Neuerscheinungen besprochen.

Sonntag, 13.01. / 11:20 Uhr / Zu neuen Ufern
Spielfilm, Deutschland 1937
ARD

Gloria Vane: Zarah Leander
Albert Finsbury: Willy Birgel
Henry: Viktor Staal
Dr. Hoyer: Erich Ziegel
Fanny: Hilde von Stolz
Gouverneur: Edwin Jürgensen
Mary: Carola Höhn
Bobby Wells: Robert Dorsay
Violet: Iwa Wanja
u. a.
Regie: Douglas Sirk
Länge: 99 Minuten

Die Sängerin Gloria Vane ist Star des Londoner Adelphi-Theaters. Ihr Geliebter Albert Finsbury lebt gern auf großem Fuß. Als er in Geldnöte kommt, begeht er einen großen Fehler.

Er fälscht einen Scheck seines reichen Freundes Bobby Wells, der ihm immer wieder aus der Patsche geholfen hat. Dann schifft er sich nach Australien ein. Er verspricht Gloria, sie bald nachzuholen. Als die Fälschung entdeckt wird, nimmt Gloria die Schuld auf sich.

Ein Gericht verurteilt sie zu sieben Jahren Deportation in eine Strafanstalt bei Sydney. Die weiblichen Häftlinge dort können vorzeitig freikommen, wenn ein Mann sie heiratet. Dieser Mann könnte für Gloria der junge Farmer Henry sein. Er ist ihr nicht unsympathisch, und doch treibt es sie zu Albert. Aber als sie zu ihm flieht, feiert er gerade Verlobung mit einer Gouverneurstochter.

Zarah Leander und Willy Birgel spielen die Hauptrollen in dem Melodram „Zu neuen Ufern“ von Detlef Sierck, der nach seiner Emigration in die USA unter dem Namen Douglas Sirk in Hollywood Karriere machte.

Sonntag, 13.01. / 18:30 Uhr / Museums-Check mit Markus Brock ~ Wallraf-Richartz-Museum Köln und Max-Ernst-Museum Brühl
Erstausstrahlung
ARD/SWR/3sat

Markus Brock nimmt das älteste Museum Kölns, das Wallraf-Richartz-Museum, unter die Lupe. Außerdem besucht er für den „Museums-Check“ das Max Ernst Museum Brühl.

Bis März 2019 versammelt die Ausstellung „Es war einmal in Amerika“ im Wallraf-Richartz-Museum 300 Jahre US-Kunst mit mehr als 130 Leihgaben aus internationalen renommierten Museen, darunter Werke von Edward Hopper, Mark Rothko und Barnett Newman.

Als prominenten Gast begrüßt Markus Brock diesmal die Schauspielerin Katharina Schüttler. Geboren und aufgewachsen ist die Tochter einer Theaterfamilie in Köln. Mit gerade einmal 26 Jahren wurde sie 2006 zur Schauspielerin des Jahres gewählt – als bislang jüngste Frau. Für den „Museums-Check“ stattet die Wahlberlinerin ihrer alten Heimat einen Besuch ab.

Bei ihrem Rundgang durch das Wallraf-Richartz-Museum treffen Katharina Schüttler und Markus Brock auf viel weibliche Kunst wie die „kölsche Mona Lisa“, Stefan Lochners Meisterwerk „Muttergottes in der Rosenlaube“. Neben der herausragenden mittelalterlichen Sammlung finden sich hier Porträts von Rembrandt, Landschaften von Caspar David Friedrich und Gemälde von Claude Monet bis Edvard Munch.

Für Museumsleiter Marcus Dekiert sind Kunstwerke „Zeitkapseln, die uns ferne Epochen vergegenwärtigen und zugleich zu den Wurzeln der Jetztzeit führen“. Markus Brock fragt nach, worin Dekiert die Aufgabe eines Museums sieht, gerade in Zeiten digitaler Reizüberflutung.

Im nahe gelegenen Brühl besucht Markus Brock das Max Ernst Museum. Es wurde 2005 zu Ehren des berühmten Sohnes der Stadt eröffnet und beherbergt Skulpturen, Grafiken, Gemälde und Fotografien des Surrealisten. 1891 wurde Max Ernst in Brühl geboren. Sein schillerndes Künstlerleben führte ihn von Paris über New York, Arizona und zurück nach Frankreich, wo er 1976 starb. Wie sehr Max Ernst die Künstler bis heute inspiriert, können Besucher in viel gelobten Sonderausstellungen erleben. Die 1949 geborene New Yorker Künstlerin Ruth Marten zeigt bis zum 24. Februar 2019 in der umfassenden Retrospektive „Ruth Marten – Dream Lover“ ihre witzig-subversiven Übermalungen alter Drucke.

Montag, 14.01. / 01:45 Uhr / Heimatsound Concerts – Hans Söllner & Bayaman’Sissdem
Passionstheater in Oberammergau
(Erstsendung: 12.01.2018)
ARD/BR

Die Reihe „Heimatsound Concerts“ stellt junge bayerische und alpenländische Musiker vor – von Newcomern bis hin zu Legenden. Diesmal mit dabei: Hans Söllner & Bayaman’Sissdem.

Beim fünften „Heimatsound Festival“ präsentierte das bayerische Urgestein wieder einmal seine legendären Songs. Mit Kult-Hits wie „Mei Voda hod an Marihuanabaum“ zeigte er, dass er nach wie vor konsequent seine Grundhaltungen vertritt und für sie einsteht.

Söllner setzt sich für die Legalisierung von Marihuana ein und hat unbequeme Botschaften zu Themen wie Flüchtlingspolitik und Massentierhaltung. Seine Erlebnisse verarbeitet er nicht nur in seiner 2015 erschienenen Autobiografie „Freiheit muss weh tun“, sondern auch in seinen zahlreichen Liedern.

Söllner trat 2017 bereits zum zweiten Mal auf dem „Heimatsound Festival“ in Oberammergau auf. Auch diesmal hatte er als Verstärkung wieder die Band Bayaman’Sissdem dabei, mit der er das Publikum im Passionstheater mit seinen kritischen Songs begeisterte.

Montag, 14.01. / 02:45 Uhr / Heimatsound Concerts – Me + Marie
Passionstheater in Oberammergau
(Erstsendung: 15.12.2017)
ARD/BR

Mit ihrem Debütalbum „One Eyed Love“, das sich durch einen melancholischen und zugleich auch ungezähmten Sound auszeichnet, hat das Popduo Me + Marie 2016 den Durchbruch geschafft.

Das besondere an dem Duo – der Schlagzeugerin Maria de Val und dem Gitarristen Roland Scandella – ist ihre Sprache: Der Schweizer Roland schreibt neben englischen Songs auch in seiner Muttersprache Rätoromanisch. Die Südtirolerin Maria singt auch auf Ladinisch.

Mit ihrer Mischung aus Euphorie und Düsterkeit haben Me + Marie das Publikum des fünften „Heimatsound Festivals“ im Sturm erobert.

Die Reihe „Heimatsound Concerts“ stellt junge bayerische und alpenländische Musiker vor – von Newcomern bis hin zu Legenden.

Montag, 14.01. / 03:45 Uhr / Heimatsound Concerts – Gudrun Mittermeier und Liann
Passionstheater in Oberammergau
(Erstsendung: 08.12.2017)
ARD/BR

Liann und Gudrun Mittermeier sorgten beim fünften „Heimatsound Festival“ im berühmten Oberammergauer Passionstheater für eine wunderschöne Stimmung.

Mit seinen gefühlvollen Balladen gelingt es Liann, seine teils ernsten und traurigen Inhalte in poetische Texte zu verwandeln. Und obwohl er sogar schon mit Udo Lindenberg verglichen wird (SZ), hat er den Bezug und die Liebe zu seiner Heimat an der Isar nie verloren.

Die Münchnerin Gudrun Mittermeier ist unter dem Namen „Somersault“ mit ausschließlich englischsprachigen Liedern bekannt geworden. Als sie an ihrem Album „Mitternach“ (2016) arbeitete, spürte sie, dass die Zeit reif war, etwas Neues auszuprobieren. Auf dem Album sind ausschließlich bayerische Songs zu finden, die allesamt mit ihrer Sanftheit und Schwerelosigkeit bestechen.

Auf dem fünften „Heimatsound Festival“ nahm Gudrun Mittermeier die Zuhörer mit auf eine Reise in die Vergangenheit, zurück zu ihren bayerischen Wurzeln. Das Publikum im Passionstheater hat diese Einladung gern angenommen.

Die Reihe „Heimatsound Concerts“ stellt junge bayerische und alpenländische Musiker vor – von Newcomern bis hin zu Legenden.

Montag, 14.01. / 04:45 Uhr / Heimatsound Concerts – Granada
Passionstheater in Oberammergau
(Erstsendung: 01.12.2017)
ARD/BR

Österreichische Künstler wie Seiler und Speer, Wanda oder Voodoo Jürgens rocken derzeit die bayerischen Bühnen. Da darf eine Band nicht fehlen: Granada, eine Mundart-Band aus Graz.

Der Name bezieht sich auf die österreichische Redewendung „glei spüt’s Granada!“ – „gleich setzt es was!“ Charakteristisch für den Sound von Granada ist das Akkordeon, das traditionell sowohl für die Wiener als auch für die Steirische Musik bedeutsam ist.

Eigentlich ist die Band ein Zufallsprodukt. 2015 erhält Sänger Thomas Petritsch den Auftrag, die Titelmusik zum Film „Planet Ottakring“ zu schreiben. In dieser Zeit entstehen viele Song-Skizzen, die Petritsch nicht verwerfen will. Kurzerhand stellt er eine Band zusammen – das Projekt Granada ist geboren. Das gleichnamige Debütalbum steigt direkt in die österreichischen Albumcharts ein, und im Herbst 2016 geht die Band bereits mit den Sportfreunden Stiller auf erfolgreiche Deutschlandtour. Auch das Publikum im Passionstheater konnte Granada komplett mitreißen.

Die Reihe „Heimatsound Concerts“ stellt junge bayerische und alpenländische Musiker vor – von Newcomern bis hin zu Legenden.


Samstag, 29.01. / 17:25 Uhr / … und abends in die Scala
Spielfilm, BRD 1957
ARD
Caterina Duval: Caterina Valente
Robert Mertens: Gerhard Riedmann
Trudchen Putzke: Ruth Stephan
Alfons Spadolini: Hubert von Meyerinck
Silvio: Silvio Francesco
u. a.
Regie: Erik Ode
Länge: 95 Minuten

Jeder kennt die Platten der berühmten Sängerin Yvette de Motestant alias „Gloria del Castro“, doch niemand ihr Gesicht. Das führt bald zu zahlreichen Verwicklungen.

Denn als Yvette erfährt, dass ihr Mann, ein hoher Minister, vor dem sie ihre Karriere zu verbergen sucht, fremdgeht, will sie sich der Öffentlichkeit zeigen. Überglücklich unterzeichnet ihr Manager Spadolini einen hochdotierten Vertrag mit der Berliner Scala.

Doch kurz darauf ist bei Familie Motestant der Familienfrieden wiederhergestellt und Yvette weigert sich, die Bühne zu betreten. Ersatz muss her – und ist in der Pariser Varieté-Künstlerin Caterina auch schnell gefunden. Die bietet in ihrer Show nämlich auch eine Imitation von Gloria del Castro. Nur weiß Caterina nicht, dass sie als Gloria gebucht wird.

Da niemand das wirkliche Gesicht von Gloria del Castro kennt, wird Caterina als Star an der Scala empfangen. Weil sie zudem sehr gut tanzen kann, ist auch Jungregisseur Robert Mertens von ihr begeistert. Caterina erfährt zufällig, dass jeder sie für Gloria del Castro hält und will ihr Engagement sofort abbrechen, da sie nicht als Hochstaplerin gelten will. Erst das gute Zureden Spadolinis lässt sie in Berlin bleiben.

Es folgen die Proben für die große Show. Caterina und Robert verlieben sich. Als Caterinas Brüder Silvio und Nico nach Berlin kommen, sieht Robert Caterina mit einem ihrer Brüder. Ein anderer fährt sie am nächsten Tag zur Arbeit, und als eine Zeitung zudem berichtet, dass Gloria del Castro mit dem Familienminister verheiratet sei, glaubt sich Robert endgültig betrogen. Er behandelt Caterina bei der Probe schlecht, sodass sie schließlich kurz vor der Premiere mit ihren Brüdern abreist und mit ihnen in kleinen Clubs als Trio auftritt. Es gelingt Robert, das Trio ausfindig zu machen, das auf der Bühne gerade eine Clowns-Nummer zeigt. Robert erkennt Caterina im Clowns-Kostüm und gibt vor, sie für einen Mann zu halten. Er erzählt ihr von seiner Liebe zu Caterina und der grundlosen Eifersucht und engagiert das Trio als Ersatz für den ausgefallenen Star Gloria del Castro.

Caterina erscheint zur Show, weil sie nun weiß, dass Robert sie liebt. Der wiederum will sie zwingen, ihre wahre Identität, die er von Spadolini erfahren hat, preiszugeben, und legt den Clowns-Auftritt direkt vor ihren Auftritt als Gloria del Castro. Caterina gelingt es, beide Auftritte zu absolvieren, indem sie ein Double einsetzt. In ihrer Rolle als Gloria del Castro eröffnet sie schließlich dem Publikum, in dem auch Yvette und Pierre de Motestant sitzen, ihre wahre Identität. Das Publikum akzeptiert sie als Caterina Duval, und auch Robert eröffnet ihr, dass er schon lange von ihrer Identität weiß und sie auch ohne berühmten Namen liebt.

Samstag, 29.01. / 19:20 Uhr / Stars gegen Trump – Wächst der Widerstand in NY?
Film von Susanne Becker
Erstausstrahlung
3sat

Hat man sich zwölf Monate nach Donald Trumps Amtseinführung an das neue Amerika gewöhnt? Oder wächst der Widerstand von Stars, Künstlern und Intellektuellen gegen den US-Präsidenten?

Ein Jahr nach ihrem ersten Filmpanorama über die Reaktionen von Hollywood-Stars und anderen prominenten Künstlern in den USA ist Filmemacherin Susanne Becker nach New York zurückgekehrt, um erneut den gesellschaftspolitischen Puls der Kulturszene zu fühlen.

In Form einer filmischen Langzeitbeobachtung zeigt ihre Dokumentation ein dichtes Panorama darüber, wie sich das kulturelle Amerika zu Präsident Trump positioniert.

Im Herbst 2018, ein Jahr nach ihrer letzten Reportage-Reise in die USA, trifft Susanne Becker in New York auf angespannte Stimmung. Star-Schriftsteller Paul Auster äußert sich über die gesellschaftspolitische Entwicklung unter Trump noch schockierter als beim ersten Treffen: „Es ist ein Albtraum“, so Auster, „Stück für Stück zerstören Trump und die Republikaner Amerika.“ Becker besucht ein Clubkonzert der jungen, engagierten Rapperin Sammus, die kritisiert: „Es ist so schlimm, zu sehen, dass Richter wie Brett Kavanaugh das Land im Supreme Court beherrschen, Männer, die noch nicht einmal die grundlegenden Werte des Anstands kennen“, so die Rapperin.

Eine weitere starke Stimme im Film ist der preisgekrönte Journalist und Schriftsteller Andrew Solomon aus Manhattan: „Ich bin entsetzt über die grausame Trennung von Einwandererkindern von ihren Eltern an der Grenze“, so Solomon. „Das ist eine gefährliche, menschenverachtende Entwicklung, die mich an Stalins Russland erinnert, aber auch an die frühen 30er-Jahre in Deutschland.“

Weitere aktuelle Reaktionen geben die „New York Times“-Redakteurin Kathleen Kingsbury, Schriftstellerin Siri Hustvedt und Fotokünstler Shimon Attie. Atties aufsehenerregende Installation „Nightwatch“ – Migranten-Porträts auf einem gewaltigen LED-Screen auf einem Schiff unweit der Freiheitsstatue – ist sein Mahnmal gegen den Zeitgeist: „Widerstand ist tatsächlich die einzige Möglichkeit, zu überleben“, so Attie. „Was hier geschieht, ist ein Anschlag auf die Grundwerte der Menschlichkeit. Und die lassen wir uns von ‚the Donald‘ nicht zerstören.“

Die Dokumentation „Stars gegen Trump. Wächst der Widerstand in NY?“ zeichnet ein stimmungsvolles Bild der Träume und der Abgründe im heutigen New York, der legendären Heimstatt des Freigeists und der liberalen Medien unter US-Präsident Trump.

Samstag, 29.01. / 20:15 Uhr / Teodor Currentzis dirigiert: Gustav Mahler, Symphonie Nr. 3
Liederhalle Stuttgart, 20. September 2018

Mit Gerhild Romberger (Alt)

Programm:
Gustav Mahler: Symphonie Nr. 3 d-Moll für Alt, Frauenchor, Knabenchor und Orchester

Chor: MDR Chor (Damen), Knabenchor Collegium Iuvenum, Stuttgart
Orchester: SWR Symphonieorchester
Musikalische Leitung: Teodor Currentzis
Regie: Torben Jacobsen
ARD/SWR

Mit Beginn der Spielzeit 2018/19 wird Teodor Currentzis der erste Chefdirigent des neuen SWR Symphonieorchesters. Er zählt zu den vielseitigsten Dirigenten seiner Generation.

Sein Repertoire mit Werken von der Barockzeit bis zur Avantgarde umfasst sämtliche Epochen. Currentzis ist vor allem für seine intensive Probenarbeit bekannt; für seine richtungsweisenden Interpretationen wurde er vielfach von der Fachwelt ausgezeichnet.

1972 in Athen geboren, studierte er in St. Petersburg bei dem legendären russischen Dirigenten Ilya Mussin. Am größten Opernhaus Sibiriens, dem Staatlichen Akademischen Opern- und Ballett-Theater Nowosibirsk, war Currentzis von 2004 bis 2010 Chefdirigent.

Internationale Anerkennung erhält er nicht zuletzt für das dort von ihm gegründete MusicAeterna Ensemble und den Neuen Sibirischen Sänger-Kammerchor, die er zu weltweiten Erfolgen führt. Seit 2011 ist Currentzis Musikdirektor des Opern- und Ballett-Theaters in Perm.

Für sein offizielles Antrittskonzert als erster Chefdirigent des SWR Symphonieorchesters hat Teodor Currentzis die dritte Sinfonie von Gustav Mahler gewählt. Der erste Satz ist ein Brocken, eine Sinfonie in oder vor der Sinfonie, in der bereits Momente des Kommenden anklingen: Aufbruch und Gegenbewegung vor dem Hintergrund eines aufmarschierenden Sommers.

Heiterkeit und Tragik sind hier nicht so leicht voneinander zu trennen. Dem heroischen Auftakt von mehr als einer halben Stunde folgen Naturbilder. Der Komponist belauscht Wiesen und Wälder bei Tag und bei Nacht, bis die Morgenglocken läuten. Zuletzt spricht die Liebe selbst. Vorsicht ist angebracht, denn hinter den idyllischen Genrebildern lauern schon mal Abgründe. Das instrumentale Theater allein ist nicht genug. Des „Knaben Wunderhorn“ wird aufgerufen, Friedrich Nietzsche kommt zu Wort, der 1895, als diese „Dritte“ sich noch im Planungsstadium befand, das – später wieder verworfene – Motto liefern sollte: „Die fröhliche Wissenschaft“.

Samstag, 29.01. / 22:00 Uhr / Die Sprache unserer Träume ~ Der Dirigent Teodor Currentzis
Film von Andreas Ammer
(Erstsendung: 02.12.2018)
ARD/SWR

Teodor Currentzis gilt als einer der aufregendsten Dirigenten der Gegenwart. Ein Ausnahmetalent, das die Klassikwelt zugleich begeistert und entzweit. Der Film begleitet ihn acht Monate lang.

Currentzis ist berühmt für seine extreme Ausgestaltung klassischer Werke, sein exzentrisches Verhalten und seinen Musikgeschmack. Seit September 2018 ist er der erste Chefdirigent des SWR Symphonieorchesters. Das erste feste Engagement des „Rebellen“ der Alten Welt.

Zurückgezogen in Perm am Ural hat er sich mit seinem Orchester in jungen Jahren den Ruf eines manisch arbeitenden Musikers erworben, dem – obwohl er mit Mozart-Interpretationen bekannt wurde – das Label des „Klassikrebells“ angeheftet wurde.

In Stuttgart, spürt Teodor Currentzis, hat er die Chance zu einem spektakulären Neubeginn. Er will nicht nur ein Orchester leiten, sondern mit dem SWR Symphonieorchester etwas Großes, Neues, Einzigartiges schaffen. Er möchte es nicht nur dirigieren, sondern etwas Besonderes leisten, mit den Musikern einen eigenen Klang schaffen. Er benutzt dazu keinen Taktstock – den nimmt er nicht in die Hand -, er kleidet sich ungewöhnlich – kein Frack – und sucht nicht nur außergewöhnliche Orte um zu musizieren, sondern auch ebensolche Ausdrucksformen.

Teodor Currentzis gilt als besessener Arbeiter mit einer geradezu spirituellen Mission: „Die wichtigste Arbeit findet nicht auf der Bühne statt, sondern überall sonst“, sagt er. Die Reportage zeigt den akribischen Klangforscher im Probenraum, besucht ihn in seiner alten Wirkungsstätte Perm und versucht, ihm im persönlichen Gespräch in seine spirituellen Höhen und musikalischen Tiefen zu folgen.

Es ist ein Weg, der vom äußersten Rand Europas am Ural bis mitten in den Konzertbetrieb nach Wien führt. An seiner Seite ein Orchester, das durch dieses Engagement ein anderes sein wird als zuvor. Wie Markus Hinterhäuser, der Intendant der Salzburger Festspiele, feststellt: „Manche fragen sich ja: Wie gut ist er wirklich? Ich kann ihnen sagen: Er ist verdammt gut!“

Dreh- und Angelpunkt der Reportage sind die intensiven Vorbereitungen und die einzigartigen Probenarbeiten für die Antrittskonzerte des Chefdirigenten im September 2018.

Montag, 21.01. / 01:40 Uhr / Jeff Lynne’s ELO: Wembley or Bust
Wembley Stadium, London, Großbritannien, 2017
Regie: Paul Dugdale
3sat

Im Juni 2017 begeistert Jeff Lynne das ausverkaufte Wembley Stadium in London mit seinem Electric Light Orchestra und Hits auf einer futuristischen Bühne unter einem leuchtenden Raumschiff.

60 000 Zuschauer feiern den 1947 in Birmingham geborenen Musiker, der 1971 das Electric Light Orchestra gründet. Sein Ziel ist es, „dort weiterzumachen, wo die Beatles mit ‚I Am the Walrus‘ aufhörten“: Er vereint klassische Musik und Unterhaltungsmusik.

1972 hat Jeff Lynne mit „10538 Overture“ seinen ersten UK-Top-10-Hit, macht sich später als Produzent einen Namen und gründet 1988 zusammen mit George Harrison, Bob Dylan, Tom Petty und Roy Orbison die Supergruppe „Traveling Wilburys“.

Im September 2014 steht Jeff Lynne nach 28 Jahren wieder live auf einer Bühne: Im Londoner Hyde Park bereiten ihm 50 000 Fans ein triumphales Comeback. 2015 folgen sein neues Album „Alone in the Universe“ und im Juni 2017 sein großer Auftritt im Wembley Stadium – natürlich mit Sonnenbrille, die er oftmals auch innerhalb von Gebäuden trägt. Seit 2014 hat Jeff Lynne die Ehrendoktorwürde der Birmingham City University.

Montag, 21.01. / 03:10 Uhr / Eagles: Farewell I Tour – Live from Melbourne
Rod Laver Arena, Melbourne, Australien, 2004
Regie: Carol Dodds
3sat

Im November 2004 stehen die Eagles ohne Gitarrist Don Felder als Quartett an drei Abenden in Melbourne auf der Bühne. Die begeisterten Fans erleben alle Hits in gewohnt perfektem Sound.

Angekündigt als erste Abschiedstour, wollen die Eagles gar nicht „goodbye“ sagen. „Je länger das dauert, klingen die Songs immer besser. Indem wir es ‚Farewell 1‘ nennen, bedeutet es, dass ‚Farewell 2‘ bald folgen wird,“ sagt damals Glenn Frey, der 2016 stirbt.

Don Felder, 2001 von den Eagles gefeuert, wird in Melbourne durch Steuart Smith ersetzt, der sich bei den Soli sehr nahe an Felder orientiert. „Mit 35 hätte ich nie geglaubt, dass wir immer noch auf der Bühne stehen würden und solche Konzerte wie dieses geben, vor so vielen Zuschauern“, erzählt Don Henley in einem Interview am Ende des Auftritts.

Die Setlist bietet Songs der Supergruppe und Solostücke, die in Melbourne ein nahtloses Gesamtwerk präsentiert. Vorbei sind die Zeiten, in denen sich Don Henley und Glenn Frey als verbitterte Feinde gegenüberstehen.

Montag, 21.01. / 04:25 Uhr / John Mellencamp: Plain Spoken – Live in Chicago
Chicago Theatre, Chicago, Illinois, USA, 2015
Regie: Paul Dugdale
3sat

2014 veröffentlicht John Mellencamp sein 22. Studioalbum „Plain Spoken“, das er ab Januar 2015 auf einer Tour durch die USA und Kanada vorstellt. Im Februar 2015 spielt er in Chicago.

Geboren 1951 in den USA, hat Mellencamp eine schwierige Kindheit und Jugend. Er kommt mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt, wird mit 19 Jahren zum ersten Mal Vater und geht mit 24 Jahren nach New York, ohne Aussicht auf einen Job. Eines weiß er: Er will Musiker werden.

Der Agent von David Bowie verschafft Mellencamp einen Plattenvertrag, doch das 1976-er Debüt wird ein Flop. Mellencamp ist verärgert, weil sein Agent den Musiker auch noch in „Johnny Cougar“ umbenennt. Er zieht 1977 für einige Monate nach England und landet zurück in den USA 1982 mit „Jack & Diane“, den ersehnten Nummer-1-Hit.

Immer noch als John Cougar Mellencamp unterwegs, schafft er 1983 mit „Pink Houses“ seinen größten Hit und entdeckt ab Mitte der 1980er-Jahre den Folk-Rock für sich. Er thematisiert in seinen Liedern nun die Probleme der amerikanischen Land- und Kleinstadtbevölkerung.

Zusammen mit Willie Nelson organisiert er die jährliche Benefizveranstaltung „Farm Aid“, bei der unter anderen auch Neil Young auftritt. Aus dem Unterhaltungsmusik-Rocker wird ein ernsthafter Musiker, der mit 37 Jahren zum ersten Mal Großvater wird und von einem Frauenmagazin zum „Sexiest Grandfather Alive“ gewählt wird. Ab 1987 nutzt er akustische Instrumente wie Geige und Akkordeon und beeinflusst mit diesem neuen Sound Musiker wie Sheryl Crow und Bruce Springsteen.

Nach einem Herzinfarkt ernährt er sich vegetarisch, interpretiert 2003 auf seinem Album „Trouble No More“ amerikanische Folklore-Lieder von Woody Guthrie und entwickelt sich zum politischen Liedermacher. Sein 2007-er Album „Freedom’s Road“ ist sein Kommentar zur politischen Lage im Stil der amerikanischen Protestsongs.

Mellencamp selbst nennt seinen Stil nun „American Folk, so wie es ihn immer gegeben hat“, und nimmt sein 2010-er Album „No Better Than This“ mit nur einem einzigen Raummikrofon auf einer alten Tonbandmaschine auf.
3sat präsentiert das Chicago-Konzert des schillernden Singer-Songwriters, der sich inzwischen wieder John Mellencamp nennt und zusammen mit Madonna 2008 in die Rock and Hall of Fame aufgenommen wird, mit seiner kraftvollen Mischung aus Blues, Country, Rockabilly und Folk-Rock und seinen großen Hits.

Montag, 21.01. / 05:25 Uhr / George Fest: A Night to Celebrate the Music of George Harrison
Fonda Theatre, Los Angeles, USA, 2014
Regie: Justin Mitchell
3sat

Am 28. September 2014 treffen sich viele Prominente auf Einladung von Dhani Harrison im Fonda Theatre in Los Angeles, um die Musik des 2001 verstorbenen George Harrison zu würdigen.

Ein weiterer Anlass für das Festkonzert ist die Veröffentlichung von George Harrisons Solo-Alben „The Apple Years 1968 – 1975“. Auf der Bühne stehen unter anderen Brian Wilson, Norah Jones, Brandon Flowers, Ben Harper, Dhani Harrison und Moderator Conan O’Brien.


Samstag, 26.01. / 20:15 Uhr / Golden Times: Thomas Hampson & The Philharmonics in Concert
Wiener Konzerthaus, 2016
Mit Werken u. a. von Cole Porter, Irving Berlin, George Gershwin und Kurt Weill

Mit Tibor Kovác (Violine), Roman Janoska (Violine), Thilo Fechner (Viola), Stephan Koncz (Violoncello), Ödön Rácz (Kontrabass), Daniel Ottensamer (Klarinette) und Frantisek Janoska (Klavier)
Orchester: The Philharmonics
ORF

Aus dem Jahr 2016 begibt sich Thomas Hampson ins Amerika der 1930er-Jahre. Im Wiener Konzerthaus widmet er sich den Klängen von Cole Porter, Irving Berlin, Goerge Gershwin und Kurt Weill.

Unter dem Motto „Golden Times“ gibt der österreichisch-amerikanische Bariton Songs wie „Summertime“ und „Night and Day“ zum Besten. Das Kammerensemble The Philharmonics ergänzt den einzigartigen Gesang mit reichhaltigen Arrangements.

An diesem Abend im Konzerthaus zeigt sich, dass Thomas Hampson Amerikaner mit Leib und Seele ist. „Alles, was ich im Leben erreicht habe, verdanke ich zunächst einmal meiner Herkunft“, so der Sänger in einem Interview. Aufgewachsen ist der Opernsänger im US-Bundesstaat Washington. Der Liebe wegen lebt er meist in Österreich. 1987 debütierte er an der Wiener Staatsoper, im selben Jahr sang er erstmals an der Metropolitan Opera in New York.

Heute gilt er als einer der bedeutendsten und gefragtesten Opern-, Konzert- und Liedsänger der Gegenwart. Seine Vielseitigkeit spiegelt sich in seinem breiten Repertoire wider, das große Partien des italienischen, deutschen, russischen und französischen Fachs umfasst. Seit einigen Jahren ist Thomas Hampson auch für seine erfolgreiche Lehrtätigkeit bekannt.

Samstag, 26.01. / 21:55 Uhr / Bayerischer Filmpreis 2018
Zusammenfassung der Live-Sendung vom 25.1.2019
Erstausstrahlung
ARD/BR/3sat

Am 25. Januar 2019 wird im Münchner Prinzregententheater zum 40. Mal der Bayerische Filmpreis verliehen, nach dem Deutschen Filmpreis die höchstdotierte Auszeichnung für Kinofilme.

Auch in diesem Jahr werden zahlreiche Prominente aus Film, Fernsehen und Politik zur Gala erscheinen, um die Entscheidungen der Jury über die Vergabe der begehrten „Pierrots“ zu verfolgen. 3sat zeigt eine Zusammenfassung der Gala. Es moderiert Christoph Süß.

Samstag, 26.01. / 05:50 Uhr / Alfred Sisley – Maler des flüchtigen Augenblicks
Film von Werner Raeune
(Erstsendung: 07.10.2012)
3sat

Alfred Sisley, 1839 als Sohn britischer Eltern in Paris geboren, zählt heute neben Monet, Renoir, Degas und Pissarro zu den wichtigsten Vertretern des französischen Impressionismus.

Zu Lebzeiten traf Sisley nicht den Publikumsgeschmack. Er verarmte und starb, psychisch und physisch gebrochen, im Januar 1899. Heute hängen seine Bilder in allen wichtigen Museen der Welt. Das Porträt stellt Leben und Werk des Künstlers vor.

Dem Lyriker unter den Impressionisten gelang es mit einer zarten Licht- und Farbregie, scheinbar unspektakuläre Landschaften in irdische Paradiese zu verwandeln. Vor allem mit seinen Landschaftsbildern, unter anderem von Storr’s Rock, und Bildern von Gebäuden wie der Kirche von Moret, schrieb Sisley Kunstgeschichte.

Sonntag, 27.01. / Unsere Erde – Ein 3sat Thementag

Montag, 28.01. / 01:40 Uhr / Heimatsound Concerts – Fiva x JRBB
Passionstheater in Oberammergau
(Erstsendung: 19.01.2018)
ARD/BR

Die Reihe „Heimatsound Concerts“ stellt junge bayerische und alpenländische Musiker vor – von Newcomern bis hin zu Legenden. Diesmal mit dabei: Fiva x JRBB.

Beim fünften „Heimatsound Festival“ haben Fiva und die Jazzrausch Bigband das Passionstheater gerockt. Fiva ist eine alte Bekannte beim „Heimatsound Festival“: 2013 war sie mit dem Phantom Orchester da, diesmal hat sie die 20-köpfige Bigband im Gepäck.

Gemeinsam mit der Hausband des Münchner Clubs „Harry Klein“ hat sie auf ihrem Album „Keine Angst vor Legenden“ (2016) viele ihrer alten Songs neu interpretiert und noch einige Songs hinzugefügt.

Fiva ist nicht nur Sängerin und Rapperin: Sie kann einfach alles, vor allem aber, sich immer wieder neu erfinden. So kennt man sie auch als Dichterin, Poetry-Slammerin, Radio/TV-Moderatorin und vieles mehr.

Auch was ihre Musik angeht, ist sie vielfältig. Sie rappt sich quer durch Pop-, Soul-, Hip-Hop- und Jazz-Sounds. Ihre Leidenschaft und Liebe gilt allerdings der Sprache. Und dass sie sich mit ihren textgewaltigen Songs direkt in die Herzen ihrer Zuhörer singt, hat sie auf dem „Heimatsound Festival“ 2017 eindrucksvoll bewiesen.

Montag, 28.01. / 02:40 Uhr / PULS Festival 2017
mit Chuckamuck, Be Charlotte und Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi
(Erstsendung: 06.04.2018)
ARD/BR

Surfpunkige Rock-’n‘-Roll-Nummern von Chuckamuck wie „Ostsee“, „Hitchhike“ oder die Single „20 000 Meilen“ vom selbst betitelten dritten Album sind Kleinode des deutschen Lo-Fi-Indie.

Seit die Berliner Indie-Chanson-Kapelle 2011 mit ihrem Debütalbum „Wild for Adventure“ auf dem Traditionslabel Staatsakt landete, beglücken die Jungs um Sänger Oska Wald die Popwelt mit herrlich verhuschtem, eigenbrötlerischem Chaoten-Pop.

Die mit rauer Stimme elegant nuschelnd vorgetragenen Alltagsbeobachtungen und Liebesgeständnisse sowie die typischen Schrammel-Gitarren-Arrangements schunkeln euphorisch vor sich hin, wie man es von den großen Black Lips oder Demon’s Claws kennt.

Als zukünftiger Popstar wird Charlotte Brimner bereits gefeiert. Und das zu Recht: Seit sie 16 Jahre alt ist, schraubt die Sängerin unter dem Pseudonym „Be Charlotte“ an ihrer Musikkarriere. Inzwischen hat Be Charlotte denselben Agenten wie Robbie Williams und Elton John – und spielt Konzerte von ihrer Heimatstadt Dundee bis hin zu Tourneen in Südostasien. 15 Länder in acht Monaten hat Be Charlotte bereist. Sie war beim „South By Southwest“-Festival in Austin und beim berühmten Golfturnier „Solheim Cup“ in Iowa, bei dem sie in 350 Millionen Haushalte weltweit live übertragen wurde.

Dabei stand das Debütalbum von Be Charlotte erst 2018 an. Wenig überraschend bei diesen Songs: Hits wie „Machines That Breathe“ sind beinahe unverschämt eingängig, ohne jemals anbiedernd zu sein. Aber auch sperrigere Tracks wie „One Drop“ erzeugen eine Spannung, die beinahe hypnotisierend wirkt. Be Charlotte ist der nächste Beweis, dass Schottland immer wieder großartige Musicacts hervorbringt. Von Franz Ferdinand über Biffy Clyro hin zu Paolo Nutini. Und jetzt eben Be Charlotte.

Wenn der Begriff „Multitalent“ bloß nicht so anstrengend häufig genutzt werden würde. Aber wie könnte man Robert Gwisdek alias „Käptn Peng“ besser beschreiben? Käptn Peng ist nicht nur Musiker, sondern auch Buchautor und gleich mehrfach prämierter Schauspieler. Also gut: Das Multitalent Käptn Peng und seine Band „Die Tentakel von Delphi“ sind so etwas wie die Könige des (Langzeit-) Studentenraps. Da hat jemand auf jeden Fall schon fünf bis zehn Philosophie-Hauptseminare hinter sich und einige Sommer in der Uni-Bibliothek verbracht.

Heraus kommen pointierte, clevere und witzige Texte mit Hirnschraube. Damit bewegt sich Käptn Peng abseits aller Hipness- oder Zeitgeist-Diskussionen. Käptn Peng und die Tentakel von Delphi sind definitiv einer der obskursten und sehenswertesten Live-Acts im deutschen Hip-Hop. Da gibt es nicht nur den für Rap ziemlich untypischen Kontrabass zu hören, sondern auch einen Perkussionisten, der neben Trommeln auch Kuchenbleche, Koffer und alte Besen dabei hat.

Montag, 28.01. / 03:40 Uhr / Blumentopf 1992-2016 ~ Das Abschiedskonzert in München
(Erstsendung: 30.03.2017)
ARD/BR

Am 22. Oktober 2016 hat sich DIE Münchner Hip-Hop-Band in Rap-Rente verabschiedet: Nach 24 Jahren hat Blumentopf tatsächlich Schluss gemacht. 3sat zeigt die Highlights des Konzerts.

Das finale Konzert im Münchner Zenith war seit 365 Tagen angekündigt und seit 364 Tagen ausverkauft. 7000 Besucher sind angereist, um mit Holunder, Schu, Cajus, Roger und Sepalot ein allerletztes Mal zu springen. Die Fans bekamen eine dreistündige Special-Show geboten.

Montag, 28.01. / 04:40 Uhr / Blumentopf 1992-2016 ~ Niemals wird es wieder so wie es war
(Erstsendung: 22.03.2017)
ARD/BR

Im Oktober 2016 hat sich DIE Münchner Hip-Hop-Band in Rap-Rente verabschiedet. Der Film begleitet die fünf Topf-Mitglieder bei den Vorbereitungen und auf die Bühne.

Er zeigt, was in den Tagen vor dem Konzert in den Bandmitgliedern vorgeht. Dabei wird beiläufig ein Stück Deutschrap-Geschichte erzählt. Der Film spiegelt auch die unprätentiöse Attitüde der Jungs wider, die, bevor sie pathetisch werden, einen Joke reißen.


Diese Übersicht wird stets mehrere Wochen vor den jeweiligen Sendeterminen erstellt. Aktuelle Programmänderungen sind u. U. nicht berücksichtigt. Diese finden sich auf www.3sat.de.