TV-Tipps 3sat:


Sonntag, 26.01. / 3satThementag: Mythos Habsburg

Montag, 27.01. / 01:35 Uhr / PULS Festival 2018 mit Cosma Joy und Impala Ray
(Erstsendung: 22.03.2019)
ARD/BR

Die Gitarre beziehungsweise Ukulele bildet eigentlich die einzige musikalische Begleitung für die 18-jährige Singer-Songwriterin Cosma Joy. Mehr Beiwerk braucht die Münchnerin nicht.

Lieber am Meer oder in den Bergen leben? Wer sich mit der Antwort auf diese Frage schwertut, ist bei der Musik von Impala Ray richtig. Denn der Bayer Rainer Gärtner und seine Band verstehen es, Beach-Vibes mit traditionell bayerischen Instrumenten zusammenzubringen.

Cosma Joys Stimme trägt einen Grad an Reife und Selbstbewusstsein in sich, der sie locker mit Folk-Lieblingen wie Julien Baker oder Phoebe Bridgers mithalten lässt. Trotzdem hat Cosma Joy in ihrer Stimme eine Entspanntheit, die die Geschichten aus ihrem Alltag immer mit einem leicht verklärten Sehnsuchtsgefühl anreichert. Beim „PULS Festival 2018“ durfte Cosma Joy ihre zarten Songs mit dem Münchner Rundfunkorchester aufbereiten. Herausgekommen ist ein eindrucksvoll-einnehmendes Konzert.

Die entstehende, warme Folk-Musik der Münchner Band Impala Ray funktioniert breit produziert genauso gut wie akustisch. Für ihr drittes Album „Jangwar Summers“ (2019) hat sich die Band von urbanen Sounds aus Afrika inspirieren lassen.

Montag, 27.01. / 02:35 Uhr / PULS Festival 2018 mit Whiskey Foundation und Me + Marie
(Erstsendung: 08.03.2019)
ARD/BR

Der psychedelische Blues-Rock von The Whiskey Foundation lebt von der rauchigen Stimme von Frontmann Murat Kaydirma und einem großzügig dosierten Sixties-Vibe.

Trotz des offensichtlichen Rückbezugs auf Bands wie The Doors fehlt es der fünfköpfigen Münchner Band nicht an Frische. Vor allem live präsentieren The Whiskey Foundation dank treibender Drums und ausufernder Improvisationspassagen ein tanzbares Spektakel.

Das hat ihnen sogar schon die Ehre eingebracht, als Support von Rock-Urgesteinen wie AC/DC und Deep Purple aufzutreten. Ihr Konzert beim „PULS Festival 2018“ im BR-Funkhaus in München wurde für die Band zum umjubelten Heimspiel.

Beim Duo Me + Marie treffen Gegensätze aufeinander: Die Italienerin Maria de Val ließ es bisher musikalisch ruhiger angehen, während der Schweizer Roland Scandella vorher in einigen Rockbands unterwegs war. Diese scheinbaren Unterschiede gehen in ihrem gemeinsamen Projekt soundtechnisch aber voll auf. Ihr mal rougher, mal atmosphärischer verspielter Italo-Grunge-Pop verbindet auch zwei Vorlieben der beiden: Marias Affinität für italienische Musik und Rolands Faszination für Western. Das variationsreiche Wechselspiel macht vor allem live Spaß. Beim „PULS Festival 2018“ haben Me + Marie Songs aus ihren beiden Alben „Double Purpose“ und „One Eyed Love“ präsentiert.

Montag, 27.01. / 03:35 Uhr / Startrampe ~ Live 2018 mit Alice Merton & Rikas
(Erstsendung: 22.02.2019)
ARD/BR

In ihrem Hit „No Roots“ hat Alice Merton die Heimatlosigkeit besungen, die sie als Tochter einer Deutschen und eines Iren oft erlebte. Mittlerweile ist die Sängerin vollends angekommen.

Ortstechnisch ist sie in Berlin zuhause, musikalisch im Pop-Olymp. Ihre natürliche und authentische Art hat sie dabei keineswegs abgelegt: Auf ihrem Debütalbum „Mint“ trifft reflektierte Reife auf selbstironische Naivität. Und alle Songs haben Ohrwurmpotenzial.

Davon konnte man sich auch bei „Startrampe Live“ am 8. September 2018 in der Münchner Muffathalle überzeugen. Da Alice Merton in ihrer Jugend auch zeitweise in München gelebt hat, war das Konzert für sie eine Art Heimspiel.

Maultaschen mit Mai Tai oder Poke mit Riesling – hierbei handelt es sich nicht um die unfassbarsten Food-Drink-Kombinationen aus „Worst of Chefkoch“, sondern um den Versuch, den Stilmix der Rikas zu fassen. Die Stuttgarter Band vereint in ihrem „Swabian Samba“ nämlich tanzbare Beats mit Indie, Funk und Pop, schreckt aber nicht davor zurück, das Heimatbundesland als zentrales Element in den Genreneologismus zu packen. Der ist auch titelgebend für die 2018 erschienene Debüt-EP geworden. Wie mitreißend die Gute-Laune-Songs der vier Schwaben live rüberkommen, hat ihr fulminanter Auftritt bei „Startrampe Live“ gezeigt. Die Rikas gewinnen jedes Publikum für sich. Kein Wunder, hat ihre gemeinsame Geschichte doch beim gemeinsamen Reisen und Musikmachen auf Europas Straßen ihren Anfang genommen.


Samstag, 01.02. / 19:20 Uhr / Architekten des Klangs ~ Bauen für den perfekten Ton
Film von Günter Atteln
(Erstsendung: 09.03.2019)
3sat

Wie schafft man einen Raum, dessen Klang Publikum und Musiker gleichermaßen begeistert? Einen Saal, der Architektur mit Klang verwebt – und damit selbst zum Instrument wird?

Star-Akustiker feilen auf der Suche nach dem perfekten Sound mit Hightech am Raumklang von Konzertsälen in aller Welt. Sounddesign bestimmt auch unser Erleben im Alltag. In dem Film gewähren einige der besten Akustiker Einblick in ihre Hexenküche der „Klangwunder“.

Bei der Eröffnung der Elbphilharmonie in Hamburg wurde neben der spektakulären Architektur auch ihre herausragende Akustik gefeiert – und Yasuhisa Toyota wurde zum Liebling der Medien. Von der „ZEIT“ zum „Dr. Sound“ geadelt, ist der sympathische Japaner einer der weltweit gesuchten Stars unter den Akustikern. Neben Yasuhisa Toyota zählen dazu vor allem Jürgen Reinhold oder auch Martijn Vercammen, der in der im Oktober 2017 wiedereröffneten Berliner Staatsoper Daniel Barenboims Herzenswunsch nach einer besseren Akustik des prachtvollen Gebäudes hat Wirklichkeit werden lassen.

Filmemacher Günter Atteln lässt sich von den Raumakustikern in einigen der bedeutendsten Konzert- und Opernhäusern die Besonderheiten – und Probleme – dieser Räume erklären, besucht mit Valery Gergiev den Rohbau der neuen Philharmonie in Moskau und beobachtet die Maßnahmen zur Klang-Korrektur in der ehrwürdigen Mailänder Scala. Die Cellistin Anastasia Kobekina demonstriert, wie sich die unterschiedlichen Akustiken von Konzerträumen nicht nur auf den Klang ihres Instruments, sondern auch auf sie selbst und ihre Spielweise auswirken.

Wie sehr uns Klangeindrücke nicht nur im Konzertsaal, sondern auch in alltäglichsten Situationen beeinflussen, zeigen Exkurse in das weite Feld des Produkt-Klangdesigns: vom „fetten“ Sound einer schließenden Autotür über das satte Klicken eines Blinkerhebels bis zum richtigen „Crunch“ von Cornflakes und dem knackig klingenden Biss von Würstchen: Psychoakustik und Sounddesign bestimmen unser oft unterbewusstes Erleben – und unsere Emotionen.

Samstag, 01.02. / 20:15 Uhr / Cristian Macelaru dirigiert Mahler und Dvorák
Philharmonie Köln, September 2019

Mit Simona Saturova (Sopran) und Michael Nagy (Bariton)

Programm:
– Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 4 G-Dur für Orchester und Sopransolo
– Antonin Dvorák: Te Deum op. 103 für Soli, Chor und Orchester

Chor: Rundfunkchor des Bayerischen, Rundfunks, WDR Rundfunkchor
Orchester: WDR Sinfonieorchester
Musikalische Leitung: Cristian Macelaru
ARD/WDR

Festliche Paukenschläge als Auftakt zu einer neuen Ära: das Antrittskonzert von Cristian Măcelaru, neuer Chefdirigent des WDR Sinfonieorchesters. – 3sat zeigt eine Aufzeichnung des Konzerts.

Für seinen Einstand wählte Cristian Măcelaru neben Gustav Mahlers Sinfonie Nr. 4 das kontrastreiche „Te Deum“ von Antonin Dvořák – komponiert 1892 zur 400-Jahr-Feier der – angeblichen – Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus.

Der jubelnde Lobgesang ist keineswegs frei von aggressiven Zügen; auch das im Finale der Mahler-Sinfonie besungene „himmlische Leben“ aus seinen „Wunderhorn“-Liedern ist ziemlich irdisch.

Seit 2012 hat der gebürtige Rumäne Cristian Macelaru in den USA den Ruf eines Senkrechtstarters. Er war kurzfristig für Pierre Boulez beim Chicago Symphony Orchestra eingesprungen. Zuvor hatte er Violine studiert und wurde mit 19 der jüngste Konzertmeister in der Geschichte des Miami Symphony Orchestra. Danach studierte er Orchesterleitung und dirigierte unter anderem das Los Angeles Philharmonic und das New York Philharmonic.

Ab 2013 war er drei Spielzeiten Conductor-in-residence des Philadelphia Orchestra und regelmäßig Gastdirigent in Europa – wie beim Concertgebouw Orchestra Amsterdam, beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und dem Gewandhausorchester Leipzig.

Der Funke und seine Begeisterung für Musik springen bei Cristian Macelaru direkt über. Dass er für seinen neuen Posten als Chefdirigent von Philadelphia an den Rhein zieht und unbedingt Deutsch lernen will – neben den Sprachen Rumänisch, Englisch, Französisch und Italienisch, die er bereits beherrscht – ist für ihn eine Selbstverständlichkeit.

Cristian Macelaru folgt dem finnischen Chefdirigenten Jukka-Pekka Saraste, der das WDR Sinfonieorchester neun Jahre lang geleitet hat. Um den 1980 geborenen Nachfolger kennenzulernen, stellt ihn Marion Ammicht in einem Porträt vor – dafür hat sie ihn auch in seiner Geburtsstadt Temeswar besucht.

Samstag, 01.02. / 21:40 Uhr /Vollendeter Klang – Das Holz der Bogenmacher
Film von Peppo Wagner
Erstausstrahlung
ORF/3sat

Exklusive Bögen für Streichinstrumente werden seit mehr als 200 Jahren aus dem brasilianischen Fernambukholz hergestellt. Doch das wertvolle Holz zählt heute zu den geschützten Arten.

Was macht Fernambukholz so einzigartig, und warum ist ein guter Bogen so wichtig für den vollendeten Klang eines Streichinstrumentes? Der Film gewährt Einblicke in die Kunst der Bogenmacher und befragt Musiker zur Bedeutung des Streichbogens für die Klangqualität.

Jede Geige hat ihren ganz eigenen, unverwechselbaren Klang. Und das gilt auch für alle anderen Streichinstrumente. Nicht nur der Korpus des jeweiligen Instruments ist dafür verantwortlich – obwohl man das meinen könnte, wenn von der herausragenden Qualität einer „Stradivari“ oder „Guarneri“ geschwärmt wird. Auch der Geigenbogen, beziehungsweise dessen Beschaffenheit, hat einen wesentlichen Anteil am Klang des Instruments.

Wertvolle Materialien wie Perlmutt, Elfenbein, Gold, Silber, Ebenholz, Walfischknochen und Schildpatt wurden und werden dabei verarbeitet. Die Herstellung exklusiver Streichbögen ist immer noch echte Handwerkskunst, fast alle Arbeitsschritte werden in Handarbeit ausgeführt. Für die Stange wird seit mehr als 200 Jahren das brasilianische Fernambukholz verwendet.

Doch Bogenmacher wie Thomas Gerbeth aus Wien müssen für neue Bögen seit Jahren von ihren Lagerbeständen zehren, denn seit Fernambukholz – das auch „Pernambuco“ oder „Pau Brasil“ genannt wird – auf die CITES-Liste der bedrohten Arten gesetzt wurde, ist es fast unmöglich, legal an Nachschub zu kommen. Der Großteil der Spezies, die ausschließlich in der Mata Atlantica heimisch ist, wurde bereits ab dem 16. Jahrhundert von den Portugiesen abgeholzt und als rotes Färbemittel verwendet.

Auch durch die spätere Entdeckung von Anilin kam die Abholzung nicht zum Ende. Und selbst wenn Brasilholz schon lange nicht mehr an erster Stelle steht, sein einziges Habitat fällt bis heute dem Profitstreben einer globalisierten Wirtschaft zum Opfer. Vom Atlantischen Regenwald, der sich einst vom Amazonas bis nach Argentinien erstreckte, finden sich nur noch kleinste Fragmente.

Weltweit schlossen sich daher 250 Bogenmacher zu der internationalen Initiative IPCI zusammen, die den Fernambukbaum durch Wiederaufforstung retten soll. Mit unermüdlichem Einsatz gelang es IPCI, zahlreiche Widerstände zu überwinden und bis heute 250 000 Setzlinge auszupflanzen – nach vorsichtigen Schätzungen entspricht dies der zehnfachen Menge an Fernambukbäumen, die seit Beginn des modernen Bogenbaus im 18. Jahrhundert weltweit in den Werkstätten verarbeitet wurde.

Doch wie gedeihen die jungen Fernambukbäume? Im Oktober 2019 besucht eine Gruppe österreichischer und deutscher IPCI-Mitglieder erstmals die brasilianische Mata Atlantica, um das zu überprüfen.

Samstag, 01.02. / 22:30 Uhr / Iconic Couples ~ Lauren Bacall und Humphrey Bogart
Film von Bertrand Tessier
ARD/WDR/3sat

Erstausstrahlung

Humphrey Bogart ist mit seinem Regenmantel und dem Fedora-Hut der Inbegriff des Film noir. Er gilt als der größte männliche Star des amerikanischen Kinos. 1944 traf er seine große Liebe.

Regisseur Howard Hawks besetzte ihn in diesem Jahr für seinen Kinofilm „Haben und Nichthaben“. Er spielte die Hauptrolle neben einem jugendlichen Modell aus der Modewelt, das es im Jahr zuvor auf das Cover von „Harper’s Bazaar“ geschafft hatte: Lauren Bacall.

Die junge Frau hatte dadurch die Aufmerksamkeit des Regisseurs Hawks auf sich gezogen, der sie anschließend unter seine Fittiche nahm. Die Chemie zwischen dem 44-jährigen Bogart und der 19-jährigen Lauren Bacall stimmt sofort. Sie verlieben sich und bleiben bis zu Bogarts Tod ein legendäres Paar. Die Filme „Tote schlafen fest“, „Die schwarze Natter“ und „Gangster in Key Largo“ krönen die Schauspielkarriere dieses Kultpaares.

Der 1949 geborene Sohn des Paares, Stephen Bogart, gewährte dem Filmemacher Bertrand Tessier Zugang zum Familienarchiv und lässt so den Mann und die Frau hinter der Legende entdecken.

In dem Film aus der Reihe „Iconic Couples“ sind Filmausschnitte aus „Der versteinerte Wald“, „Entscheidung in der Sierra“, „Der Malteser Falke“, „Casablanca“, „Haben und Nichthaben“, „Tote schlafen fest“, „Die schwarze Natter“, „Gangster in Key Largo“ und „Wie angelt man sich einen Millionär?“ zu sehen. Mitwirkende sind Stephen Bogart, Eric Lax, Eddie Muller, Marc Wanamaker, Philippe Labro, Juliette Michaud und François Guérif.

Samstag, 01.02. / 23:25 Uhr / Iconic Couples ~ Ali MacGraw und Steve McQueen
Film von Bertrand Tessier
Erstausstrahlung
ARD/WDR/3sat

Ali MacGraw beginnt ihre Karriere als Model und verleiht Chanel No. 5 ihr Gesicht. Sie trifft Steve McQueen bei den Dreharbeiten zu Sam Peckinpahs Film „Getaway“.

McQueen war damals mit Neile Adams verheiratet, der Mutter seiner beiden Kinder, die seine notorischen Seitensprünge hinnahm. Aufgrund seiner Filme wie „Gesprengte Ketten“, „Die glorreichen Sieben“ und „Bullitt“ galt er als Superstar.

Ali MacGraw war zu der Zeit mit Robert Evans, dem Leiter von Paramount, verheiratet und hatte mit „Love Story“ einen Kassenerfolg erzielt.

Sie und Steve McQueen verliebten sich auf den ersten Blick, und der einzige Film, den sie je gemeinsam gedreht haben, ist voller Erotik. Als sie ein Paar wurden, bestand er darauf, dass seine Frau zu Hause blieb und ihre Karriere aufgab. Er brachte sie zum Drogen- und Alkoholmissbrauch, und es kam zu gewalttätigen Szenen, bevor er sie ziemlich plötzlich vor die Tür setzte. Sie bekam kaum die Zeit, ihre Sachen zu packen – aber sie hatte ihre persönliche „Love Story“ gelebt.

Mitwirkende des Films aus der Reihe „Iconic Couples“ sind unter anderen Neile Adams, die erste Frau von Steve McQueen, Chad McQueen, ihr gemeinsamer Sohn, David Foster, der Produzent von „Getaway“, John McKenna, der Regisseur von „The Man and Le Mans“, ein Dokumentarfilm über die Dreharbeiten zu dem Film „Le Mans“, der zur Trennung von McQueen und Neile Adams führte, Brett Morgen, der Regisseur von „The Kid Steps in the Picture“, ein Dokumentarfilm über Robert Evans, genannt „The Kid“, den Produzenten von „Love Story“ und zweiten Ehemann von Ali MacGraw, Marc Eliot, der Autor von „Steve McQueen. A Biography“, Anna Wintour, die Chefredakteurin der „Vogue“, Lisa Immerdino Vreeland, die Regisseurin von „Diana Vreeland – Das Auge muss reisen“.

Sonntag, 02.02. / 11:05 Uhr / Der Kunstflüsterer
Film von Marion Kolbach
(Erstsendung: 24.07.2019)
ARD/NDR

Er kümmert sich um die verrückten Ideen und Materialien der Künstler: der New Yorker Star-Restaurator Christian Scheidemann. Der Film begleitet den „Kunstflüsterer“ bei der Arbeit.

Wer sich um die Haltbarkeit seiner Skulptur aus Eierschalen und seines Gemäldes aus Elefantendung oder Kaugummi sorgt, landet automatisch in seinem Studio. Hier stehen Kunstwerke der namhaftesten Künstler Schlange und warten auf ihre Behandlung.

Heute sind es Arbeiten von Andy Warhol und Joseph Beuys, morgen von Paul McCarthy und Robert Gober. Wie ein geschickter, einfühlsamer Arzt behandelt Scheidemann sie bei Unfällen – er begleitet sie ihr Leben lang, von der Schöpfung bis zum Totalschaden – und ist so zentrale Anlaufstelle für Künstler, Sammler und Museen.

Der Film führt in die faszinierende Materialwelt der zeitgenössischen Kunst, in der mit seltenen Schmetterlingen, verwesender Schokolade oder spektakulären Betonkonstruktionen gearbeitet wird. Der Zuschauer erlebt, wie Scheidemann Wüstenstaub auf einer Skulptur des amerikanischen Post-Pop-Künstlers Paul McCarthy unter dessen Augen in seinem Studio in Los Angeles konserviert. Scheidemanns Expertenblick erforscht die aufregende Materialsprache eines jungen aufstrebenden Künstlers in Brooklyn, berät die Performance-Künstlerin Carolee Schneemann, die gerade den Goldenen Löwen der Biennale in Venedig erhalten hat, oder besichtigt das einzigartige Schaulager in Basel, das für den Film seine Ausstellungsräume mit Kunst von Matthew Barney, Katharina Fritsch und Robert Gober öffnet.

Der Film lässt an den sensiblen Momente im Leben eines Kunstwerks teilhaben: beim Transport, in der Galerie, in einer privaten Sammlung, bei der Vorbereitung zu einer Ausstellung, aber auch, wenn ein Bild nach einem Schaden für unrettbar verloren erklärt wird.

Sonntag, 02.02. / 11:55 Uhr / Kunsthändler ~ Gerd Harry Lybke
Film von Grit Lederer
(Erstsendung: 06.05.2018)
ARD/RB

Die Welt des Kunsthandels ist eine wenig transparente Welt: Gemälde werden für über Hundert Millionen Dollar verkauft, obwohl der Materialwert selbst nur wenige Dollar ausmacht.

Die Reihe „Kunsthändler“ wirft einen Blick hinter die Kulissen des schillernden Kunstbetriebs. Von Berlin, Paris, Basel, London bis Hongkong – über ein Jahr hat die Filmemacherin und Kunsthistorikerin Grit Lederer Händler und Galeristen begleitet.

Einer von ihnen ist Gerd Harry Lybke. Er versteht sich eher als Galerist denn als Kunsthändler, da er Künstler von Beginn ihrer Karriere an begleitet und aufbaut. Lybke betrieb bereits eine private Galerie in Leipzig zu DDR-Zeiten, als darauf noch Gefängnis stand: Private Galerien waren zu DDR-Zeiten verboten.

In persönlichen Worten erzählt der mutige Sachse, was es vor dem Mauerfall 1989 bedeutete, eine Galerie zu betreiben, und welche raffinierten Taktiken er anwendete, um Künstlern, die nicht vom Staat gewollt waren, eine Ausstellungsmöglichkeit zu bieten.

Die Galerie „Eigen + Art“ Gerd Harry Lybkes ist heute renommiert und nimmt an den wichtigsten Kunstmessen in Basel, Paris und London teil. Bekannt ist das Programm der Galerie für die Künstler der Leipziger Schule wie Neo Rauch. Dessen Werke erzielen heute Millionensummen. In offenen Worten beschreibt Lybke, wie Preise auf dem Kunstmarkt generiert werden und welcher Vorarbeit es von Seiten des Galeristen bedarf, einen Künstler am Markt zu etablieren.

Sonntag, 02.02. / 12:30 Uhr / Druckfrisch ~ Neue Bücher mit Denis Scheck
(Erstsendung: 26.01.2020)
ARD/WDR

Orientierung im Bücherdschungel verspricht Denis Scheck. Scheck besucht Schriftsteller, stellt Neuerscheinungen vor und spart dabei weder an Lob, noch an Kritik.

Seine bissigen und humorvollen Kommentare zu den Büchern der Spiegelbestenliste aus der Kölner Bücherhalle sind beliebt und gefürchtet. Im persönlichen Gespräch entlockt er Autoren aktueller Bestseller interessante Hintergründe zu ihren Werken.

Sonntag, 02.02. / 18:30 Uhr / Internationale Note – Die Tonkünstler ~ Niederösterreich on tour
Film von Benedikt Fuchs
(Erstsendung: 15.09.2019)
ORF

Das Tonkünstler Orchester Niederösterreich prägt seit Jahren die kulturelle Landschaft Niederösterreichs und zählt international zu den wichtigsten musikalischen Botschaftern des Landes.

Die Dokumentation zeigt den Alltag hinter den Kulissen des traditionsreichen Orchesters ebenso wie Bühnenauftritte der Musiker. Mit dem Wiener Musikverein, dem Festspielhaus St. Pölten und Grafenegg hat das Tonkünstler Orchester gleich drei Residenzen.

Damit ist es schon innerhalb Österreichs ein regelrechtes „Tour-Orchester“. Dazu sind unter dem japanischen Chefdirigenten Yutaka Sado internationale Auftritte immer wichtiger geworden. So absolvierten die Tonkünstler in den letzten Jahren unter anderem eine Großbritannien-, eine Japan- und eine Deutschlandtournee; Höhepunkt dabei war 2019 ein – schon Monate zuvor ausverkaufter – Abend in der neuen Hamburger Elbphilharmonie, der mit Standing Ovations des Publikums endete.

Der Film zeigt die Vorbereitungen für das umjubelte Konzert in der Elbphilharmonie und bisher unbekannte Blickwinkel und Räumlichkeiten dieses imposanten Bauwerks. Neben den Auftritten in renommierten Konzerthallen dokumentiert der Film auch das Tournee-Leben abseits der Bühne – von der komplexen Transportlogistik bis zum Golfspielen mit dem Stardirigenten.

Schließlich sprechen die langjährigen Orchestermitglieder Susanne Masetti (Erste Violine) und Christoph Peham (Solohornist) über die offene Philosophie und die Entwicklung der Tonkünstler. Geschäftsführer Frank Druschel gibt Einblicke in das herausfordernde Management und in die programmatischen Konzertplanungen. Und er erzählt, welche neuen Kulturmärkte er mit Touren des Orchesters erschließen möchte.

Montag, 03.02. / 02:10 Uhr / PULS Open Air 2019 mit AnnenMayKantereit
(Erstsendung: 22.08.2019)
ARD/BR

Von der Straßenmusik zur YouTube-Sensation – und ab in den Pop-Olymp: Keine deutsche Band hat in den letzten Jahren einen solch explosionsartigen Aufstieg hingelegt wie AnnenMayKantereit.

Das Kölner Quartett hat sich in den Charts und Arenen einen Platz gesichert. Beim „PULS Open Air 2019“ auf Schloss Kaltenberg sorgten AnnenMayKantereit für eine volle Arena und abwechselnd für Gänsehaut- oder Tanzattacken.

Das Debutalbum „Alles nix Konkretes“ schaffte es auf die Eins, der Nachfolger „Schlagschatten“ wurde auch sofort zum Verkaufsschlager. Auch dank der unfassbar berührenden Stimme von Sänger Henning May und Hits wie „Pocahontas“, „Barfuß am Klavier“ oder „Ich geh heut nicht mehr tanzen“.

Montag, 03.02. / 03:10 Uhr / PULS Open Air 2019 mit Dicht & Ergreifend
(Erstsendung: 12.07.2019)
ARD/BR

Dass Dialekt und Rap-Flow so gut zusammenpassen wie Pommes und Ketchup, wollte zwar anfangs nicht jeder erkennen, mittlerweile aber hat Mundart-Rap es auf die großen Bühnen geschafft.

Im Laufe ihres Auftritts beim „PULS Open Air 2019“ haben Dicht & Ergreifend die Arena auf Schloss Kaltenberg in einen Hexenkessel verwandelt – unterstützt von DJ Spliff sowie einem Trompeter, einer Tubistin und zwei crowdsurfenden Gummitieren.

Richtig überzeugend ist das Genre auch, wenn man wie Dicht & Ergreifend Tuba und Akkordeon auf die Beats draufpackt. Michael „Mike“ Huber alias George Urkwell und Fabian Frischmann alias Lef Dutti haben mit ihrem Sound Niederbayern auf die Deutschrap-Karte gebracht und es – mit viel Humor, aber auch mit ernsten politischen Themen – geschafft, den Hip-Hop-Fans im ganzen Land zu zeigen: Bazi-Rap ist der Shit!

„Ghetto mi nix o“, das Nachfolgealbum von „Dampf der Giganten“, hat das Duo selbst produziert, selbst vermarktet – und es damit sogar weit in den Charts geschafft. Nun erfreuen sich die beiden Musiker auch auf jeder Tour an ausverkauften Hallen.

Montag, 03.02. / 04:10 Uhr / PULS Open Air 2019 mit Mine und Alli Neumann
(Erstsendung: 19.07.2019)
ARD/BR

Jasmin Stocker aka Mine ist aktuell eine der bemerkenswertesten Sängerinnen, Songwriterinnen und Produzentinnen Deutschlands. Die gebürtige Schwäbin ist ein absoluter Tausendsassa.

Auf ihrem aktuellen Album „Klebstoff“ und mit ihrem Auftritt beim „PULS Open Air 2019“ zeigt sie, dass Pop tiefgründig und anspruchsvoll und trotzdem eingängig und tanzbar sein kann. Sie singt von Selbstzweifeln, ist aber musikalisch über jeden Zweifel erhaben.

Mine hat Jazzgesang in Mainz studiert, danach Komposition und Produktion an der Popakademie in Mannheim.

Ähnlich wie Mine hat auch Alli Neumann „keinen Bock, eine weitere glattgebügelte, angepasste Frau in unserer Musikindustrie zu sein“. Das sagt die Musikerin aus Flensburg von sich selbst. Sie hat viel Lust auf Krawall und wenig auf Konsum. Alli Neumann hat sich deshalb vorgenommen, zehn Jahre lang keine neuen Klamotten zu kaufen. Bei ihrem Konzert beim „PULS Open Air 2019“ hat sie trotzdem – oder gerade deswegen – mit einem spektakulären Outfit aufgetrumpft. Und natürlich mit den großartigen Songs von ihrer aktuellen EP „Monster“.

Freitag, 07.02. / 06:05 Uhr / Der andere Kick – Amy Liptrots „Nachtlichter“
Film von Gerald Giesecke
(Erstsendung: 23.12.2017)
3sat

„Nachtlichter“ ist ein autobiografisches Buch, in dem sich das Drama des Alkoholismus mit intensiver Naturbeschreibung und der Wiederentdeckung einer einst verhassten Heimat verbindet.

Es ist eine Geschichte von Flucht und Wiederkehr, von Absturz und Heilung. In Großbritannien wurde die Autorin Amy Liptrot damit zur Literaturentdeckung – sie, die Protagonistin ihres Werks.

Dabei beschreibt sie nur, wie sie einst aus der verhassten Enge der Provinz und schwierigen Familienverhältnissen ausbrach, um dann in der Metropole London abzustürzen und erst auf den heimischen Orkney-Inseln wieder zu sich selbst zu finden. Doch wie sie das tut, hat die Literaturwelt überwältigt.

Viele meinen, etwas über die Alkoholsucht zu wissen – aber wie Amy Liptrot ihre Zustände und Abgründe, auch ihr „Trockenwerden“ beziehungsweise „Trockenbleiben“ beschreibt, das fesselt. Dazu die melancholischen, detailreichen Schilderungen dieses „Felsens“, der ebenso verhassten wie für sie als Ex-Trinkerin überlebensnotwendigen Orkney-Inseln, ihrer Natur, Menschen, Geschichten. Trotz aller ihrer persönlichen Widrigkeiten und Härten: Man will da hin.

Die 38-jährige Autorin ist beim Schreiben zuallererst hart mit sich selbst. Mal packend, mal berührend, schildert sie zwei Jahre ihrer mittlerweile sechs Jahre währenden Alkohol-Abstinenz in einem Mix aus Tagebuch und Blog. Vor der Einsamkeit der Orkneys ist sie vor gut 15 Jahren geflüchtet. Nach zehn Jahren in London, in denen sie es nicht schaffte, sich unter den Großstadt-Hipstern zu behaupten, und letztendlich in der Gosse und in Entzugskliniken landete, rettete sie sich zurück auf die winzige Orkney-Insel Papay. Und entdeckte die Einsamkeit für sich. Eine ihrer Ersatzdrogen: das eisige Wasser des Atlantiks mit einer Wassertemperatur von 13 Grad Celsius – im Sommer.


Samstag, 07.02. / 20:15 Uhr / Arthouse Kino: Mängelexemplar
Spielfilm, Deutschland 2016
ARD/RBB

Karo Herrmann: Claudia Eisinger
Mutter Luzy: Katja Riemann
Oma Bille: Barbara Schöne
Anna: Laura Tonke
Max: Maximilian Meyer-Bretschneider
Therapeutin: Maren Kroymann
Philipp: Christoph Letkowski

Regie: Laura Lackmann
Länge: 104 Minuten

Ein Mängelexemplar ist ein Buch, das beschädigt ist oder einen sonstigen Mangel aufweist. Die junge Karo fühlt sich genau wie so ein Mängelexemplar.

Als Karo ihren Job verliert, ihre beste Freundin Anna ihr die kalte Schulter zeigt und ihr Freund Philipp sich von ihr trennt, hat Karo einen Nervenzusammenbruch. Sie fragt sich, ob sie vielleicht tatsächlich so anstrengend sein sollte, wie alle sagen.

In einer Gefühlsachterbahn aus Verlustängsten, Panikattacken und Vergangenheitsbewältigung versucht die überemotionale und abgedrehte Mittzwanzigerin, ihre eigenen Mängel zu finden. Dass ihr ihre Therapeutin Annette rät, gerade nicht an sich rumzudoktern, hält Karo natürlich nicht davon ab, genau das zu tun. Mit einer bunten Mischung aus Klopf-dich-glücklich-Therapie, Familienrollenspielen, Verdrängungsstrategien und Zwiegesprächen mit ihrem inneren Kind macht Karo mit ihrer seelischen Ursachenforschung ihre Umwelt verrückt.

Selbst ihr guter Freund Max kommt bei diesen Gefühlsschwankungen nicht mehr mit. Karo weiß einfach nicht, was sie will. Sie fühlt sich ungeliebt und sucht Gründe für ihren psychischen Knacks in ihrer Kindheit. Schließlich hat ihre Mutter sie vernachlässigt, und ihr Vater glänzte stets mit Abwesenheit.

Als letzten Ausweg lässt sich Karo Antidepressiva verschreiben. Mithilfe ihrer Großmutter und ihrer Mutter, die selbst in Therapie ist und versucht, ihre versäumten Mutterpflichten nachzuholen, scheint es Karo Schritt für Schritt besser zugehen. Als dann aus der Freundschaft mit Max auch noch mehr wird und sie sich mit Anna wieder versöhnt, könnte es Karo fast gut gehen. Aber eben nur fast. Denn letztendlich muss sie sich eingestehen, dass nur sie selbst sich aus ihrem Gefühlssumpf befreien kann.

Mit „Mängelexemplar“ (2015) verfilmt die Regisseurin und Drehbuchautorin Laura Lackmann den gleichnamigen Roman von Sarah Kuttner, der bereits 2009 erschien. Lackmann studierte an der New York Film Academy und an der Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB). Der Film „Mängelexemplar“ ist ihr Langfilmdebüt. Die Schauspielerin Laura Tonke erhielt für ihre Rolle als Anna beim Deutschen Filmpreis 2016 die Lola für die beste weibliche Nebenrolle. Weiterhin prominent besetzt ist der Film mit Katja Riemann als Mutter Luzi und Maren Kroymann als Therapeutin Annette. Die Rolle des Philipp wird von Christoph Letkowski verkörpert, der aus der Fernsehserie „In aller Freundschaft“ bekannt ist und in „Feuchtgebiete“ (2013) eine der Hauptrollen spielte.

Redaktionshinweis: Im Vorfeld der 70. Internationalen Filmfestspiele Berlin (20. Februar bis 1. März 2020) zeigt 3sat vom 8. bis zum 15. Februar in der Reihe „Arthouse Kino“ insgesamt elf Spielfilme der Extraklasse. Den Auftakt macht der Spielfilm „Mängelexemplar“, gefolgt von „Axolotl Overkill“ um 22.00 Uhr. Die Reihe endet am Samstag, 15. Dezember, um 23.35 Uhr mit „Die Hexen von Salem“.

Samstag, 07.02. / 22:00 Uhr / Arthouse Kino: Axolotl Overkill
Spielfilm, Deutschland 2017
ARD/RBB

Mifti: Jasna Fritzi Bauer
Alice: Arly Jover
Anika: Laura Tonke
Ophelia: Marvie Hörbiger
Edmond: Julius Feldmeier
Oli: Hans Löw
Vater: Bernhard Schütz

Regie: Helene Hegemann
Länge: 87 Minuten

Mifti ist 16, sieht aus wie zwölf, verhält sich wie Mitte 30 und lebt seit dem Tod ihrer Mutter mit ihren Halbgeschwistern in einer Berliner WG.

Ihr Vater hält Terrorismus für einen zeitgemäßen Karrierezweig und interessiert sich eher für Kunst als für Menschen. Zur Schule gehen macht in diesem Setting weniger Sinn, als sein Leben zwischen Partys, Drogen, Affären und Küchentischpolemiken zu verbringen.

Mifti ist wild, traurig, vernünftig und verliebt. Die Erwachsenen, auf die sie trifft, sind nur eins: verzweifelt. Entweder, weil bald die Welt untergeht, oder weil sie nicht wissen, was sie anziehen sollen. Also muss Mifti selbst erwachsen werden, auf die eine oder andere Art.

Mit „Axolotl Overkill“ verfilmte Helene Hegemann ihren eigenen Bestsellerroman „Axolotl Roadkill“ und legte damit auch ihr Langspielfilm-Debüt als Regisseurin vor. Der Film erlebte seine Uraufführung 2017 auf dem renommierten Sundance-Film-Festival in Park City, Utah, wo er den Preis für die „Beste Kamera“ erhielt.

Samstag, 07.02. / 23:25 Uhr / Heroes – Aus dem Leben von Comedians
Ususmango trifft Michael Mittermeier und
Die Comedy-Doku-Show
Kawus und Daniel treffen Christian Ulmen
Regie: Lennart Brede
Erstausstrahlung
ZDFkultur/3sat

Ein außergewöhnliches Zusammenspiel aus Stand-up-Comedy und persönlicher Begegnung. „Heroes“ begibt sich auf die Suche nach den Wurzeln der Stand-up-Kultur und begleitet starke Comedians.

In dieser Folge lernt Ususmango von Michael Mittermeier, wie wichtig persönliche Haltung für den Auftritt auf der Bühne ist, während Kawus Kalantar und Daniel Wolfson als Comedy-Duo um eine Rolle in Christian Ulmens Serie „jerks.“ kämpfen.

Höhepunkt jeder „Heroes“-Folge ist ein Stand-up-Auftritt vor großem Publikum, aufgezeichnet im traditionsreichen Berliner Renaissance-Theater.

Samstag, 07.02. / 00:15 Uhr / Heroes – Aus dem Leben von Comedians
Till trifft Josef Hader und
Die Comedy-Doku-Show
Enissa in New York
Regie: Lennart Brede
Erstausstrahlung
ZDFkultur/3sat

Ein außergewöhnliches Zusammenspiel aus Stand-up-Comedy und persönlicher Begegnung. „Heroes“ begibt sich auf die Suche nach den Wurzeln der Stand-up-Kultur und begleitet starke Comedians.

Diesmal erörtert Till Reiners mit Josef Hader die Kunst des Missverständnisses. Enissa Amani dagegen zieht es nach New York, denn die Stadt ist ihr ganz eigener Held. Dort tauscht sie sich mit anderen Comedians über ihr künstlerisches Selbstverständnis aus.

Höhepunkt jeder „Heroes“-Folge ist ein Stand-up-Auftritt vor großem Publikum, aufgezeichnet im traditionsreichen Berliner Renaissance-Theater.

Sonntag, 08.02. / 10:05 Uhr / lesenswert ~ Denis Scheck im Gespräch mit …
(Erstsendung: 30.01.2020)
ARD/SWR

Mit diesen Büchern liest es sich besser – und diese Moderatoren sagen Ihnen, weshalb: Felicitas von Lovenberg oder Denis Scheck moderieren 14-täglich die Sendung für Bücherfreunde.

Sie stellen aktuelle Autoren und ihre Bücher vor – im ausführlichen Gespräch, in kurzen Steckbriefen, im schnellen Frage-Antwort-Spiel – charmant, spitzzüngig, schlagfertig.

Außerdem kommen interessante Zeitgenossen zu Wort, die erzählen, welche drei Bücher ihr Leben beeinflusst oder geprägt haben.

Sonntag, 08.02. / 10:35 Uhr / The Chinese Lives of Uli Sigg
The Man Who Collected Contemporary China
Dokumentarfilm von Michael Schindhelm, Schweiz 2016
Länge: 53 Minuten
SRF

Er entdeckte Ai Weiwei, brachte chinesische Kunst an die Biennale von Venedig und besitzt heute die weltweit bedeutendste Sammlung chinesischer Gegenwartskunst: Uli Sigg.

Sigg ist Unternehmer, Diplomat und Kunstsammler. Michael Schindhelm setzt dem Brückenbauer ein filmisches Denkmal und gibt einen Einblick in das außergewöhnliche Leben von Uli Sigg im Spannungsfeld der chinesischen Gesellschaft und Künstler der letzten 40 Jahre.

Uli Sigg gründete Ende der 1970er-Jahre das erste Joint Venture eines westlichen Industriekonzerns mit einem chinesischen Staatsbetrieb. Er gilt als großer Kenner Chinas, hat er doch viele Jahre seines Lebens in diesem Land verbracht. Erst als Unternehmer, danach als Schweizer Botschafter. In den 1980er-Jahren erwachte sein Interesse für zeitgenössische Kunst, deren Entwicklung er bis heute begleitet.

Zahlreiche Gegenwartskünstler vertrauten ihm seine Werke an, um sie vor der willkürlichen Zerstörung der Autoritäten zu schützen. Nun übergibt Sigg einen großen Teil seiner Sammlung dem Museum M+ in Hongkong.

Sonntag, 08.02. / 11:40 Uhr / Markt der Masken
Film von Peter Heller
(Erstsendung: 19.06.2019)
ARD/NDR

Der Markt für traditionelle afrikanische Kunst – besonders für Masken – boomte lange Zeit. Alte Kunst aus Afrika war eine beliebte Geldanlage. Jetzt kommt dieser Markt zum Erliegen.

Sammler und Direktoren internationaler Museen müssen sich rechtfertigen für ihre Schätze aus Afrika. Entfacht ist eine Debatte über die Restitution von Kunst aus der Kolonialzeit. – Eine filmische Spurensuche bei Händlern und Museen in Westafrika, den USA und Europa.

Was bedeuten afrikanische Masken? Welche Rolle spielen sie bei uns – und welche spielten sie ursprünglich in ihrem Herkunftsland? Auf welchem Wege und unter welchen Umständen kamen sie in unsere Museen und Galerien? Und was waren und sind die Motive der Sammler? auf der Suche nach Antworten führt der Film zu den schönen Alltags- und Kultgegenständen, den geheimnisvollen Fetischen und Masken unseres Nachbarkontinents – zu scheinbar „primitiven“ Kunstobjekten in schicken Galerien und Privatwohnungen leidenschaftlicher Sammler und Völkerkundemuseen.

In 200 Jahren wurde Afrika von seinen kulturellen Schätzen leergeräumt. Zu Tausenden gehortet finden sie sich in Museen, privaten Sammlungen und Galerien wieder. Gerade deutsche Völkerkundemuseen verbergen im Fundus die reichsten Kollektionen aus Afrika. Neue Ausgrabungen im Lande der Nok in Nigeria zeugen von jahrtausendealter Kunst in Königreichen, die ohne Schriftkultur in Vergessenheit geraten waren. Die reichen Funde aus dem Lande der Nok erstrahlen heute in Museen von Boston bis Brüssel und sogar in Tirol.

Seit der französische Präsident Emmanuel Macron ankündigte, zu Unrecht entführte Kunst- und Kultgegenstände aus Afrika an die Ursprungsländer zurückzuführen, tobt eine Debatte. Geschichtsbewusste Afrikaner klagen Museumsdirektoren der „Raubkunst“ an. Aber was ist unrechtmäßig, was legal erworben? Fragen wie diese richten sich an die Verantwortlichen des Musée Quai Branly in Paris und des Humboldt Forums in Berlin.

Der Kunsthistoriker Dr. Romuald Tchibozzo aus Benin und die Politologin und Panafrikanistin Dr. Aissa Halidou aus Niger führen durch den Film. Sie vermitteln einen eigenen, persönlichen Zugang zur traditionellen Kunst ihres Kontinents und hinterfragen die Motive der Europäer – den „Blick der Weißen“ von der Vergangenheit bis in die Gegenwart.

Der Film berichtet von verkannter Kultur und Geschichte und der Gier der Sammler im Norden der Welt.

Sonntag, 08.02. / 12:30 Uhr / Kunsthändler ~ Paul Cassirer
Film von Grit Lederer
(Erstsendung: 13.05.2018)
ARD/RB

Die Welt des Kunsthandels ist eine wenig transparente Welt: Gemälde werden für über Hundert Millionen Dollar verkauft, obwohl der Materialwert selbst nur wenige Dollar ausmacht.

Wie entstehen diese Preise? Und wer sind die Menschen, die dahinter stecken? Die Reihe „Kunsthändler“ wirft einen Blick hinter die Kulissen des schillernden Kunstbetriebs.

Von Berlin, Paris, Basel, London bis Hongkong – ein Jahr hat die Filmemacherin und Kunsthistorikerin Grit Lederer Händler und Galeristen begleitet.

Einer von ihnen hat den Kunstmarkt um 1900 ganz wesentlich geprägt: Paul Cassirer. Der Sohn aus einer vermögenden jüdischen Familie gründete damals die wichtigste Galerie für zeitgenössische Kunst in Europa. Als Pionier etablierte Cassirer die Impressionisten in Berlin, in einer Zeit, als diese Malerei noch von Kaiser Wilhelm II. als „Rinnstein-Kunst“ bezeichnet wurde. Edouard Manets „Frühstück im Grünen“ („Le déjeuner sur l’herbe“) oder Vincent van Goghs „Sonnenblumen“ (1888) – heute Ikonen der Moderne – gingen durch die Hände von Paul Cassirer.

Wie stemmte der Kunsthändler 1914 eine Ausstellung mit 150 Werken von Vincent van Gogh? Die Autoren und Verleger Walter Feilchenfeldt, dessen Vater einst der Geschäftspartner von Paul Cassirer war, und Bernhard Echte geben Auskunft. Sie haben mehrere Bände zu Cassirers Berliner Kunstsalon zwischen 1901 und 1914 herausgegeben. Giovanna Bertazzoni, die Chefin für Moderne beim Auktionshaus Christie’s London, wiederum erläutert, wie heute die hohen Verkaufspreise für diese gefragten Werke der Impressionisten entstehen.

Sonntag, 08.02. / 22:15 Uhr / Arthouse Kino ~ Inside Llewyn Davis
Spielfilm, USA 2013
ZDF

Llewyn Davis: Oscar Isaac
Jean: Carey Mulligan
Jim: Justin Timberlake
Roland Turner: John Goodman

Regie: Ethan Coen, Joel Coen
Länge: 101 Minuten

Odyssee mit Gitarre: Pleite und ohne Mantel oder Schlafplatz schnorrt sich der erfolglose Folksänger Llewyn Davis 1961 im New Yorker Winter durch die Clubszene von Greenwich Village.

Der begabte, aber sperrige Einzelkämpfer ist der Held einer authentischen Momentaufnahme der New Yorker Folkszene vor der Ära Bob Dylans. Inszeniert von den Coen-Brüdern und mit Oscar Isaac, Carey Mulligan, Justin Timberlake und John Goodman kongenial besetzt.

Ein Tiefschlag nach dem anderen: Völlig abgebrannt und ohne einen Platz zum Schlafen hat der Musiker Llewyn Davis im New Yorker Winter von 1961 nichts zu lachen. In der Musikszene von Greenwich Village vor Bob Dylan ist Llewyn ein sperriger Individualist, der für eine Folkmusik lebt, von der er selbst leider nicht leben kann. Also schnorrt er sich ohne Mantel oder eine eigene Wohnung bei Freunden und Bekannten durch, für deren Gästecouch er auch schon mal seine Selbstachtung strapaziert.

Als bei einer seiner Übernachtungen durch eine Nachlässigkeit die Katze seiner Gastgeber entwischt, beginnt für den glücklosen Llewyn auf der Suche nach Job und Katze eine Odyssee durch New York. Zu allem Übel hat er auch noch versehentlich die scharfzüngige Jean, Duo-Partnerin und Frau seines besten Freundes Jim, geschwängert und nun für eine heimliche Abtreibung zu bezahlen.

Verzweifelt nimmt Llewyn eine Mitfahrgelegenheit nach Chicago an, um Bud Grossman in dessen legendärem Club vorzuspielen und so dem großen Durchbruch näherzukommen. Doch schon die Fahrt nach Chicago an der Seite des exzentrischen Jazzmusikers Roland Turner und dessen maulfaulen Fahrers Johnny Five wird zu einem Abenteuer-Trip, der denen der Helden seiner Folksongs in keiner Hinsicht nachsteht.

Wie ein abgehalfterter Odysseus mit Katze mäandert Protagonist Llewyn Davis durch sein auseinanderfallendes Leben: „Inside Llewyn Davis“ ist ein Coen-Film der Extraklasse, detailgenau und skurril. Eine Momentaufnahme der New Yorker Folkszene von 1961 – mit einem Helden, dem nur eine Zutat zum Erfolg fehlt: Glück. Es ist die Zeit vor einer neuen Ära, die die Regisseure Joel und Ethan Coen („The Big Lebowski“, „No Country for Old Men“) in dieser hintersinnigen Tragikomödie authentisch wieder aufleben lassen – mit live eingespielten, von Hauptdarsteller Oscar Isaac perfekt gesungenen Folksongs.

Isaac, als Sohn einer guatemaltekischen Mutter und eines kubanischen Vaters in Florida aufgewachsen und Absolvent der berühmten Juilliard School in New York, hatte mit der Rolle des Llewyn Davis so etwas wie den internationalen Durchbruch.

Montag, 10.02. / 02.20 Uhr / PULS Festival 2018 mit MGMT
(Erstsendung: 28.03.2019)
ARD/BR

Legenden, Indie-Helden, Nu-Rave-Pioniere – diesen Status hat die Band MGMT aus New York erreicht, obwohl sie es ihrem Publikum nicht immer leicht gemacht hat.

Sie zeichnen für einige der größten Hits der 2000er-Jahre verantwortlich („Kids“, „Time to Pretend“, „Electric Feel“), aber sie haben ihren Fans mit Album Nummer zwei und drei auch einiges abverlangt und mit jeglichen Erwartungen gebrochen.

Andrew VanWyngarden und Ben Goldwasser sind eben Künstler und keine Hitfabrik. Nachdem es einige Jahre recht still um sie geworden war, haben sie mit „Little Dark Age“ eines der anspruchsvollsten und besten Indie-Pop-Alben des Jahres 2018 veröffentlicht.

Beim „PULS Festival 2018“ sind sie erstmals seit 2013 wieder im Süden von Deutschland aufgetreten – mit einer großartigen Band und atemberaubenden Visuals!

Montag, 10.02. / 03.20 Uhr / PULS Festival 2018 mit Leoniden und Ilgen-Nur
(Erstsendung: 04.04.2019)
ARD/BR

Genreakrobaten, Stimmungsmacher, Social-Media-Profis: Die Leoniden haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Talente bewiesen und gezeigt, für was sie stehen. Vor allem für Ekstase.

Die Angst vor dem Erwachsenwerden, die Orientierungslosigkeit oder das ermüdende Übermaß an allem und jedem sind Themen in den Texten der Wahlhamburgerin Ilgen-Nur. Sie setzt auf die Einfachheit und Ungeschliffenheit der Gitarrenmusik.

Die fünf Kieler der Band Leoniden waren auf Dauertour, haben währenddessen noch ihre zweite Platte „Again“ rausgebracht und trotzdem keinerlei Anzeichen von Energieverlust durchscheinen lassen. Ganz im Gegenteil: Gefühlsmäßig werden die Leoniden von live immer noch stärker. Beim „PULS Festival 2018“ haben sie das volle Potenzial ihres Uptempo-Indie-Pop-Punks im Funkhaus des Bayerischen Rundfunks entladen.

Mit ihren Coming-of-Age-Songs erreicht und überzeugt Ilgen-Nur nicht nur die von der Quarter-Life-Crisis heimgesuchten Millennials: Ihre entwaffnende Coolness und ihr lässiges Understatement machen auch ihre Konzerte aus. 2017 hat Ilgen-Nur ihre erste EP „No Emotions“ auf Kassette veröffentlicht, 2019 folgte das Debütalbum.

Montag, 10.02. / 04.15 Uhr / PULS Festival 2018 mit Dream Wife und L.A. Salami
(Erstsendung: 14.03.2019)
ARD/BR

Was ursprünglich mal als einmaliges „Fake-Girlband“-Projekt für eine Kunsthochschul-Performance angedacht war, hat sich bei der Band Dream Wife als vielgebuchtes Live-Spektakel etabliert.

Als Zwölfjähriger hat der Londoner Musiker L.A. Salami die Musik von Bob Dylan entdeckt und beschlossen, sein Leben auch mit melancholischer Poesie im Musikformat zu gestalten. Aber auch Gesellschaftskritik bringt er in seinem leichtfüßigen Blues-Folk-Rock unter.

Dream Wife aus London haben sich bei ihrem rotzigen Punk-Rock von der Riot-Grrrl-Bewegung inspirieren lassen und diese direkt weitergedacht. Schon der ironische Bandname spielt auf die Objektivierung der Frau und überholtes Gender-Rollendenken an. Dazu kommen dann noch Zeilen wie „I am not my body. I am somebody“ und die unbeschreibliche Power, mit der Dream Wife ihre Message proklamieren. Auf dem „PULS Festival 2018“ ist diese Energie direkt aufs Publikum im Münchner BR-Funkhaus übergesprungen.

Tiefgehende Gesellschaftskritik ist insbesondere auf dem zweiten Album von L.A. Salami, „The City of Bootmakers“, nachzuhören. Spannenderweise war sein einziges Instrument, bis er 21 Jahre alt war, nicht das Klavier oder die Gitarre, sondern die Mundharmonika. Die kommt bis heute regelmäßig live zum Einsatz – beim „PULS Festival 2018“ natürlich auch.

Montag, 10.02. / 05.20 Uhr / Startrampe ~ Live 2018 mit Mine & Fatoni
(Erstsendung: 14.02.2019)
ARD/BR

Mine und Fatoni – eine verrückte Kombi: Mine, ursprünglich aus der Nähe von Stuttgart, studierte Jazzgesang und macht ihre eigene Version von Deutschpop. Fatoni aus München ist Rapper.

Er schreibt die originellsten und zynischsten Texte, die man sich vorstellen kann, zu hören beispielsweise auf seinem Album „Yo, Picasso“. 2017 haben Mine und Fatoni zusammen ein großartiges Album über die Liebe gemacht: „Alle Liebe nachträglich“.

Die Songs wurden von Kritikern gefeiert und stellten die beiden vor allem live vor einige Herausforderungen. Sie mussten sich jeweils auf ein neues Publikum einstellen und ihre Komfortzonen verlassen.

Bei „Startrampe“ im Münchner Muffatwerk haben Mine und Fatoni am 8. September 2018 ihr letztes gemeinsames Konzert gespielt. Ein hoch emotionales Finale für ein spannendes Projekt!

Mittwoch, 12.02. / 22:25 Uhr / Arthouse Kino: Frantz
Spielfilm, Frankreich/Deutschland 2016
ZDF

Adrien Rivoire: Pierre Niney
Dr. Hans Hoffmeister: Ernst Stötzner
Magda Hoffmeister: Marie Gruber
Kreutz: Johann von Bülow
Anna: Paula Beer
Frantz: Anton von Lucke

Regie: François Ozon
Länge: 110 Minuten

Quedlinburg 1919: Ein Jahr, nachdem ihr Verlobter Frantz als Soldat im Ersten Weltkrieg in Frankreich gefallen ist, lernt die trauernde Anna an seinem Grab den jungen Franzosen Adrien kennen.

Auch er trauert um Frantz, seinen Freund aus gemeinsamen Studienzeiten in Paris. Als Adrien Kontakt zu Frantz‘ noch immer untröstlichen Eltern sucht, weichen die Fronten zwischen den trauernden Deutschen und dem melancholischen Franzosen allmählich auf.

Am Grab ihres vor einem Jahr im Ersten Weltkrieg gefallenen Verlobten Frantz trifft Anna auf den Franzosen Adrien, der fast genauso um den jungen Toten zu trauern scheint wie sie. Im Quedlinburg des Jahres 1919 ist Adrien kein gern gesehener Gast, die „Erbfeindschaft“ zwischen Deutschen und Franzosen hat zu große Lücken in die Familien gerissen.

Gegen anfängliche Widerstände der Eltern ihres Verlobten, den Arzt Hans Hoffmeister und seine Frau Magda, gelingt es Anna nach einiger Zeit, Adrien als mit immer größerer Zuneigung gesehenen Gast in das Haus der Hoffmeisters einzuführen. Denn Adrien stellt sich als guter Freund des Gefallenen aus gemeinsamen Studienzeiten vor dem Krieg in Paris vor. Selber Berufsmusiker, spielt Adrien für seine Gastgeber auf der Geige des Verstorbenen und ist ein feinnerviger Gesprächspartner.

Anna, die eigentlich seit einiger Zeit von dem wohlsituierten Konservativen Kreutz umworben wird, ist fasziniert von dem sensiblen Franzosen. Doch Adrien wird von einem schweren Schuldgefühl niedergedrückt. Als er Anna sein quälendes Geheimnis anvertraut, bricht eine Welt für sie zusammen.

Der französische Regisseur François Ozon („Unter dem Sand“, „Jung & schön“, „8 Frauen“) bezieht sich mit seinem vielschichtigen Schuld- und Sühnedrama auf ein Bühnenstück von Maurice Rostand aus den 1920er-Jahren, das Ernst Lubitsch wiederum 1932 unter dem Titel „Broken Lullaby – Der Mann, den sein Gewissen trieb“ verfilmt hatte. Ozon allerdings modernisiert die Geschichte. Er ändert das Ende und die Erzählperspektive des Films, indem er ihn aus dem Blickwinkel der jungen deutschen Frau erzählt, von Paula Beer („Transit“, „Bad Banks“) kongenial gespielt.

Dass Ozon den Film größtenteils in Schwarz-Weiß drehte, begründete er mit dem dadurch erreichten realistischeren Eindruck von der Zeit, in der er spielt – eine künstlerische Entscheidung, die an Michael Hanekes „Das weiße Band“ erinnert, den man in gewisser Weise als Vorläufer von „Frantz“ betrachten könnte. Dennoch gibt es in Ozons Film farbige Sequenzen, deren Bedeutung jeder Zuschauer für sich entschlüsseln muss.

Donnerstag, 13.02. / 22:25 Uhr / Arthouse Kino ~ Moonlight
Spielfilm, USA 2016
3sat

Chrion: Ashton Sanders
Chrion als Little: Alex R. Hibbert
Chiron als Black: Trevante Rhodes
Juan: Mahershala Ali
Terrence: Shariff Earp
Azu: Duan Sanderson
Teresa: Janelle Monáe
Paula: Naomie Harris

Deutsche Free-TV-Premiere
Regie: Barry Jenkins
Länge: 111 Minuten

Der zehnjährige Chiron wächst in einem Problembezirk von Miami auf. Die Crack-Sucht seiner Mutter und die Schikanen durch andere Kinder belasten sein Leben – bis er den Drogendealer Juan trifft.

Barry Jenkins Film erzählt die berührende Geschichte des Afroamerikaners Chiron. Er begleitet entscheidende Momente in Chirons Leben, in denen dieser sich selbst entdeckt, für seinen Platz in der Welt kämpft, seine große Liebe findet und sie wieder verliert.

Den jungen Chiron nennen alle nur spöttisch „Little“. Als er Juan und dessen Freundin Teresa begegnet, werden beide zu Chirons Ratgebern und Beschützern. Juans zur Schau getragene Männlichkeit wird ein Leben lang die Selbstwahrnehmung des sensiblen Jungen prägen.

Einige Jahre später hat Chiron mit der Liebe zu seinem Schulkameraden Kevin zu kämpfen. Hin- und hergerissen zwischen Kevin und seinem Vorbild Juan, gelingt es Chiron nicht, sich zu seinen Gefühlen zu bekennen. Ein traumatischer Zwischenfall auf dem Schulhof verändert schließlich sein Leben nachhaltig.

Das dritte Kapitel des Films folgt dem mittlerweile erwachsenen Chiron – jetzt bekannt unter seinem Gangnamen „Black“ -, der sich in Atlanta ein neues Leben aufgebaut und sich dabei von seinen Mitmenschen abgeschottet hat. Erst ein Anruf aus der Vergangenheit bringt Bewegung in Blacks Leben. In einem Diner kommt es zu einem unerwarteten Wiedersehen mit Kevin.

„Moonlight“ ist ein mit Preisen überschüttetes Glanzstück des internationalen Kinos. Regisseur Barry Jenkins („Beale Street“) erzählt eine autobiografisch gefärbte Geschichte darüber, wie die Suche nach unserem Platz in der Welt, unsere Umgebung, die eigene Familie und die erste Liebe uns ein Leben lang prägen.

Der herausragend fotografierte und gespielte Film, ausgezeichnet unter anderem mit vielen Schauspieler-Preisen sowie mit dem Oscar und einem Golden Globe als Bester Film beziehungsweise Bestes Drama, ist als Triptychon unterschiedlicher Lebensphasen angelegt. Er besticht durch seine Sensibilität ebenso wie durch sein Gespür für die Lebenswelt seiner Figuren, wobei er präzise Milieuschilderung mit dem Sinn für die Schönheit des Lebens verbindet.

Donnerstag, 13.02. / 05:15 Uhr / El Greco und die Moderne
Film von Werner Raeune
(Erstsendung: 20.05.2012)
3sat

Der Maler El Greco zählt zu den bedeutendsten und teuersten Alten Meistern der Kunstgeschichte. 1541 in Griechenland geboren, machte er in Spanien als Hofmaler bei Philipp II. Karriere.

Doch aufgrund seiner eigenwilligen Interpretation religiöser Themen und seines außergewöhnlichen Mal-Stils hatte der Künstler immer wieder Schwierigkeiten mit seinen Auftraggebern und Zeitgenossen.

Seine dünnen, in die Länge gezogenen, verzerrten Darstellungen der Menschen, seine ungewöhnlich grelle Farbgebung – heute sein Markenzeichen – sorgten damals für Skandale, ließen ihn in Ungnade fallen. Als der Künstler 1614 starb, wurde seinem Werk wenig Wertschätzung zuteil. Viele seiner Kirchenbilder wurden ins Ausland verkauft, über die ganze Welt verstreut. Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde El Greco von Kunsthistorikern wiederentdeckt, nahmen Avantgarde-Künstler wie Pablo Picasso sowie die Expressionisten August Macke, Franz Marc und Max Beckmann seine „moderne Auffassung von Malerei“ zum Vorbild für ihre Kunst.

Freitag, 14.02. / 22:25 Uhr / Arthouse Kino ~ Einer nach dem anderen
(Kraftidioten)
Spielfilm, Norwegen 2014
ZDF

Nils Dickman: Stellan Skarsgård
Papa: Bruno Ganz
„Der Graf“ Ole Forsby: Pål Sverre Valheim Hagen
Marit: Birgitte Hjort Sørensen
„Junior“ Aron Horowitz: Jakob Oftebro
„Strike“ Stig Erik Smith: Kristofer Hivju
Egil Dickman: Peter Andersson

Regie: Hans Petter Moland
Länge: 113 Minuten

Nach dem Tod seines Sohnes startet Nils einen wahnwitzigen Rachefeldzug, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen – koste es, was es wolle. Seine Gegner sind Gangster und Mafiosi.

Mit tiefschwarzem Humor und skurrilen Charakteren sorgt die norwegische Komödie für beste Unterhaltung.

Die kleine norwegische Gemeinde ist stolz auf ihn: Jeden Tag nimmt Nils Dickman hoch motiviert die Arbeit mit seinem Schneepflug auf und schaufelt die Straßen frei. Für diese verantwortungsvolle Tätigkeit wird er eines Tages sogar zum Bürger des Jahres gewählt. Es herrscht eitel Sonnenschein im hohen Norden – bis plötzlich die Leiche von Nils‘ Sohn aufgefunden wird.

Schnell wird klar, dass der gewaltsame Tod die Folge einer Verwechslung seitens der Mafia war. Und dieser fatale Betriebsunfall in der kriminellen Organisation lässt den ehemaligen Vorzeigebürger Nils zum ruhelosen Racheengel mutieren. Um jeden Preis will er die Hintergründe des Verbrechens aufklären und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen.

Doch dieses Vorhaben wird zusätzlich erschwert, da der lokale Gangsterboss, genannt „Der Graf“, und Papa, der Pate der serbischen Mafia, gerade jetzt einen gestandenen Drogenkrieg ausfechten wollen. Schon bald färbt sich der Schnee in der skandinavischen Provinz blutrot, denn nun gilt: Auge um Auge, Sohn um Sohn!

Hans Petter Molands ebenso lustige wie bitterböse Krimi-Groteske „Einer nach dem anderen“ hat zweifelsohne das Potenzial zum Kultfilm – ein Fest für Freunde des schwarzen Humors: Nach einem ruhigen Beginn steigert sich die Handlung in Sachen absurder Gewalt immer weiter, und die skurrilen Charaktere manövrieren sich konsequent in eine bizarre Situation nach der anderen.

Getragen wird der Film von einem tollen Ensemble, das von Lars von Triers Lieblingsschweden Stellan Skarsgård („Breaking the Waves“, „Dogville“) angeführt wird. Er spielt die Hauptfigur mit genau der richtigen Mischung aus verbittertem Ernst und humoristischem Understatement. Auch die Antagonisten wissen zu überzeugen: Ein gewohnt routinierter Bruno Ganz („Der Himmel über Berlin“, „Der Untergang“) und ein absolut durchgeknallter Pål Sverre Valheim Hagen („Kon-Tiki“, „Erlösung“) sind die i-Tüpfelchen der unterhaltsamen Genre-Achterbahnfahrt.

Redaktionshinweis: 3sat zeigt den Spielfilm „Einer nach dem anderen“ zum ersten Todestag von Bruno Ganz am 16. Februar. Aus demselben Anlass folgt am Mittwoch, 19. Februar, um 22.25 Uhr mit „Satte Farben vor Schwarz“ ein weiterer Spielfilm mit Bruno Ganz.


Samstag, 15.02. / 10:25 Uhr / Johann Strauß – Wien, Stadt der Musik
Film von Patrick Pleisnitzer
(Erstsendung: 12.02.2019)
ORF

Als inoffizielle österreichische Hymne hat es der Walzer „An der schönen blauen Donau“ mitsamt seinem Komponisten Johann Strauss (Sohn) zu weltweiter Anerkennung gebracht.

Als „Walzerkönig“ heiß begehrt reiste der Spross der Strauss-Dynastie auf seinen Tourneen durch ganz Europa und bis nach Amerika. Rechtzeitig zur Ballsaison folgt Karl Hohenlohe dem Takt des Ausnahmekomponisten und ergründet Wien als die Stadt der Musik.

Samstag, 15.02. / 11:10 Uhr / Johann Strauß – Der König ohne Krone
Spielfilm, Österreich/BRD/Frankreich 1986
ORF

Johann Strauß: Oliver Tobias
Adele: Mary Crosby
Lily: Audrey Landers
Eduard: Mathieu Carrière
Marie: Dagmar Koller

Regie: Franz Antel
Länge: 106 Minuten

Dem gefeierten Walzerkönig Johann Strauß bleibt die künstlerische Anerkennung des österreichischen Kaiserhauses verwehrt. Auch die Suche nach privatem Glück gestaltet sich schwierig.

Früh verwitwet von seiner ersten Ehefrau Jetty, lässt er sich von der ihm untreu gewordenen Angelika „Lily“ Dittrich scheiden. Schließlich findet er in Adele die Liebe seines Lebens. Eine Heirat scheint in der Wiener Gesellschaft jedoch nicht möglich zu sein.

Samstag, 15.02. / 19:20 Uhr / Kino Kanak. Warum der deutsche Film Migranten braucht
Film von Memo Jeftic und David Assmann
Erstausstrahlung
3sat

Warum hat die deutsche Film- und Fernsehindustrie bisher keinen natürlichen Umgang mit Menschen mit Migrationshintergrund gefunden? Die Dokumentation geht auf vielschichtige Spurensuche.

Die Rollenangebote für Schauspieler mit Migrationshintergrund bedienen meist Stereotype und sind oftmals klischeehaft: Kriminelle, Zuhälter, Gangster, Asylbewerber. Warum ist die Branche heute nicht schon weiter? Und wo könnten die Ursachen dafür liegen?

Schauspieler und Filmemacher mit Migrationshintergrund können in der deutschen Film- und Fernsehindustrie kaum vorurteilsfrei Fuß fassen. Und das, obwohl die meisten von ihnen in Deutschland aufgewachsen sind und leben, teilweise sogar schon in dritter Generation.

Viele Rollen spiegeln nicht die gegenwärtige Realität wider, und auch hinter den Kulissen ist Diversität noch keine Selbstverständlichkeit. Gleichzeitig findet auch dann stereotypisches Denken statt, wenn es um die Besetzung von vermeintlich typisch „weißen“ Figuren geht. Ein Zustand, die eine Unzufriedenheit befördert, nicht nur bei den betroffenen Personen.

Die Dokumentation „Kino Kanak. Warum der deutsche Film Migranten braucht“ geht dieser Schieflage nach und sucht Antworten auf die Fragen, warum die deutsche Film- und Fernsehlandschaft im Jahr 2020 noch nicht gelernt hat, deutsch-migrantische Darsteller und Macher realistisch abzubilden und adäquat mit ihnen umzugehen?

Schauspieler, Drehbuchautoren und Filmemacher berichten von ihren Erfahrungen in der Filmindustrie und sprechen über mögliche Ursachen. Wie steht es um die Perspektiven in diesem hart umkämpften Markt? Die Debatten um Diversität haben gerade erst begonnen, und der Weg, komplexe Figuren unabhängig ihres biografischen Hintergrunds zu besetzen, scheint noch weit entfernt. Doch eine neue Generation an Machern und Entscheidern steht in den Startlöchern, die tatsächlich ein Umdenken befördern könnten.

Samstag, 15.02. / 23:30 Uhr / Arthouse Kino: Die Hexen von Salem
(Les sorcieres de Salem)
Spielfilm, Frankreich/DDR 1957
ARD/RBB

Elisabeth Proctor: Simone Signoret
John Proctor: Yves Montand
Abigail Williams: Mylène Demongeot
Parris: Jean Debucourt
Danforth: Raymond Rouleau

Buch: Jean-Paul Sartre
Regie: Raymond Rouleau
Länge: 110 Minuten

In Salem, einer Kleinstadt im Massachusetts des 17. Jahrhunderts, verliebt sich die 16-jährige Abigail Williams in ihren Hausherrn John Proctor, der mit Elisabeth verheiratet ist.

Zwischen John und seiner sehr auf Tugend und religiösen Anstand bedachten Frau besteht zwar eine emotionale Verbindung, seit einigen Monaten aber keine körperliche Nähe mehr. Der verheiratete Mann lässt sich daher auf die junge Abigail ein.

Als Elisabeth die Liebesbeziehung zwischen ihrem Mann und Abigail entdeckt, wirft sie das Mädchen aus dem Haus. Auch John wendet sich von seiner Geliebten ab. Abigails Liebe zu dem verheirateten Mann wird hingegen zur Obsession.

Als sie in der Sabbatnacht mit anderen Frauen des Dorfs obskure dämonische Riten abhält, wird die Bevölkerung von Salem auf den Hexenkult aufmerksam. Abigail entwickelt daraufhin einen perfiden Plan: Sie klagt Elisabeth der Hexerei an und beflügelt so die Ängste und Hysterie der puritanischen Gemeinde, die nun zahlreiche Frauen als Hexen verfolgt.

Elisabeth hat es zunehmend schwer, sich gegen die Anschuldigungen der Hexerei zu wehren, auch wen sich John tatkräftig für sie einsetzt, um sie vor dem Scheiterhaufen zu bewahren. Doch was wird das Gericht zu Johns Untreue sagen? Wird das Ehepaar sich aus der moralischen Zwickmühle befreien können, oder werden beide wegen ihrer vermeintlichen Vergehen gehängt?

Der dramatische Klassiker von Raymond Rouleau gewann 1958 mit Simone Signoret als Elisabeth Proctor den britischen BAFTA für die beste ausländische Schauspielerin. Ebenfalls an sie sowie an Yves Montand und Mylène Demongeot gingen die Schauspielpreise beim „Internationalen Filmfestival Karlovy Vary“ 1957. Vorlage für „Die Hexen von Salem“ war Arthur Millers Drama „Hexenjagd“ aus dem Jahr 1953, das Jean-Paul Sartre im Drehbuch mit ausdrucksvollen und wortgewaltigen Dialogen grandios hinterlegt hat.

Sonntag, 16.02. / 3satThementag: Ab in die Sonne

Montag, 17.02. / 01:50 Uhr / Heimatsound Concerts – Buck Roger & The Sidetrackers und Express Brass Band
aus dem Passionstheater in Oberammergau
(Erstsendung: 30.11.2018)
ARD/BR

Beim „Heimatsound-Festival 2018“ spielten zum sechsten Mal die bekanntesten Vertreter der alpenländischen Musikszene auf der legendären Bühne des Passionstheaters in Oberammergau.

Mit dabei: Buck Roger & The Sidetrackers und die Express Brass Band. Stimmgewaltig, variabel, unberechenbar – das ist der Sound von Buck Roger & The Sidetrackers, der den Rock ’n‘ Roll zitiert und gleichzeitig Brassmusik und Mundart-Pop Raum lässt.

Für seine Geigenbaulehre hat es Buck Roger nach Mittenwald verschlagen, in den schönen „Middlewood Forest“ – wie auch der Wettbewerb-Siegertitel heißt. Die Mitglieder des Musikerkollektivs kommen aus aller Herren Länder: Venezuela, Litauen, Schweden, Texas, Österreich – und natürlich auch aus Bayern!

Das Doppel-Konzert wird komplettiert von einem weiteren Münchner Kollektiv, der bereits 1999 gegründeten Express Brass Band. Die Musiker zelebrieren seit über einer Dekade im Geiste des Sun Ra Arkestras oder des Art Ensembles of Chicago einen unverwechselbaren Brassband-Stil – tief verwurzelt im Jazz, Soul, Afrobeat und mit Einflüssen orientalischer Musik vom Maghreb bis Afghanistan. Die „Süddeutsche Zeitung“ beschreibt den Sound der Band als „eine rattenfängerische Art von Musik – vital und mitreißend“. Das kann das Festival-Publikum im Passionstheater bestätigen.

Montag, 17.02. / 02:50 Uhr / Heimatsound Concerts – Scheibsta und die Buben
aus dem Passionstheater in Oberammergau
(Erstsendung: 19.09.2019)
ARD/BR

Beim „Heimatsound-Festival 2019“ spielten zum siebten Mal die bekanntesten Vertreter der alpenländischen Musikszene im Passionstheater in Oberammergau. Mit dabei: Scheibsta und die Buben.

„Scheibsta“ alias Philipp Scheiblbrandner ist bei der Salzburger Band zuständig für den Sprechgesang. Seine „Buben“ sind Virtuosen an Gitarre, Schlagzeug, Bass, Trompete und Keybord.

Von Jazz bis Hip-Hop, vom 3/4- zum 6/10-Takt, von Politik über persönliche Erfahrungen werden quasi alle Musikstile und Themen aufgegriffen, die den Künstlern gerade in den Sinn kommen und zur jeweiligen Stimmung passen. Ein absolutes Vergnügen, ihnen dabei zuzusehen, wie sie ihre Geschichten erzählen und musikalisch lebendig werden lassen.

Montag, 17.02. / 03:50 Uhr / Heimatsound Concerts – Hadé + Felix Kramer
aus dem Passionstheater in Oberammergau
(Erstsendung: 26.09.2019)
ARD/BR

Beim „Heimatsound Festival 2019“ spielten zum siebten Mal die bekanntesten Vertreter der alpenländischen Musikszene im Passionstheater in Oberammergau. Mit dabei: Hadé und Felix Kramer.

Die Musik von Hadé lässt sich nicht einfach auf die bayerische Sprachkultur reduzieren. In den zwei bisher erschienenen Alben lassen sich auch Rock-, Rap- und Pop-Elemente finden. Geprägt ist der Stil von Melancholie bis hin zu purer Lebensfreude.

Die Palette reicht von unglaublicher Vielfalt bis zum Minimalismus. Die Musiker im Alter von 19 bis 21 Jahren durften sich unter anderem schon die Bühne mit Keller Steff, Pam Pam Ida und Claudia Koreck teilen. Als Gewinner des Heimatsound-Wettbewerbs 2019 eröffneten sie im Juli das Festival in Oberammergau.

Das Doppelkonzert wird komplettiert durch Felix Kramer. Er ist österreichischer Liedermacher einer neuen Generation. Der Wiener Singer-Songwriter wird häufig in einem Atemzug mit großen Namen wie Georg Kreisler oder Ludwig Hirsch genannt. Dies gibt ihm eine Aura, als sei er aus der Zeit gefallen oder trage eine alte Seele in einem jungen Körper.

In alter Tradition der Wiener Liedermacher bildet er mit seinen Liedern seine persönliche Wahrnehmung der Wirklichkeit ab. In kleinen Geschichten erzählt er von den Menschen, der Welt – und entzieht sich nicht, wenn es darum geht, politisch Position zu beziehen.

Dienstag, 18.02. / 11:30 Uhr / Montmartre – die Seele von Paris
Film von Susanne Freitag
(Erstsendung: 17.03.2013)
3sat

Montmartre ist die höchste Erhebung von Paris. Am Fuß des Hügels liegt Pigalle. „Hier ist es wie auf einem Dorf, hier ist die Seele von Paris“ sagen die Menschen, die dort leben.

Das Viertel ist verrufen, schon immer. Gangster, Zuhälter und Prostituierte gingen einst in denselben Kneipen ein und aus wie Vincent van Gogh, Pablo Picasso und Henri de Toulouse Lautrec. Heute trifft man dort auf einen Mann, der immer blau gekleidet ist: Michou.

Vor über 50 Jahren hat er ein kleines Transvestitenkabarett eröffnet, das zur Kultadresse wurde. Zu seinen Gästen zählten Alain Delon, Charles Aznavour und die Chiracs. Nicht weit davon entfernt trifft eine ganze Armada von Mitarbeitern Vorbereitungen für die Show des Moulin Rouge. Die berühmteste Revue der Welt verfügt über ein eigenes Federatelier, das die Kostüme ausstattet, eine eigene Schneiderei, und die Schuhe für die Tänzer werden maßgeschneidert.

Dienstag, 18.02. / 11:45 Uhr / Das Wiener Riesenrad
Film von Judith Doppler
Moderation: Heinz Marecek, als Johann Radinger
(Erstsendung: 26.10.2019)
ORF

Das Wiener Riesenrad zählt zu den Top drei der Wiener Wahrzeichen, für viele steht es sogar an erster Stelle, so wie der Eiffelturm für Paris. Doch was weiß man wirklich über seine Geschichte?

Etwa, dass es von Engländern für Engländer erbaut worden war? Oder wie es angetrieben wird? Publikumsliebling Heinz Marecek schlüpft in die Rolle des Hausmeisters Johann Radinger und erklärt das Wiener Wahrzeichen, wie es noch niemand erklärt hat.

Dienstag, 18.02. / 12:10 Uhr / Johann Strauß – Wien, Stadt der Musik
Film von Patrick Pleisnitzer
(Erstsendung: 12.02.2019)
ORF

Als inoffizielle österreichische Hymne hat es der Walzer „An der schönen blauen Donau“ mitsamt seinem Komponisten Johann Strauss (Sohn) zu weltweiter Anerkennung gebracht.

Als „Walzerkönig“ heiß begehrt reiste der Spross der Strauss-Dynastie auf seinen Tourneen durch ganz Europa und bis nach Amerika. Rechtzeitig zur Ballsaison folgt Karl Hohenlohe dem Takt des Ausnahmekomponisten und ergründet Wien als die Stadt der Musik.

Donnerstag, 20.02. / 19:20 Uhr / Berlinale 2020: Die Eröffnung
Erstausstrahlung
3sat

Am 20. Februar werden zum 70. Mal die Internationalen Filmfestspiele Berlin eröffnet. 3sat ist live dabei, wenn bei der Gala im Berlinale Palast Jury und Wettbewerbsfilme vorgestellt werden.

Die Berlinale zieht, trotz zuweilen arktischer Temperaturen, die Top-Stars der Filmwelt in die Bundeshauptstadt. Während der zehn Festspieltage wird die Internationale Jury darüber entscheiden, wer Silberne und Goldene Bären für die besten Filme erhalten soll.

Ein besonderes Highlight verspricht die Hommage und Verleihung des Goldenen Ehrenbären für das Lebenswerk an Dame Helen Mirren zu werden. Mit ihr wird eine der bekanntesten und vielseitigsten Schauspielerinnen des britischen und internationalen Kinos ausgezeichnet. Eine der jüngsten Schauspielerinnen, die je an der berühmten Royal Shakespeare Company aufgenommen wurde, besticht sie durch Ausdrucksstärke in unterschiedlichsten Rollen.

Im Rahmen der Preisverleihung zeigt die Berlinale am 27. Februar den Film „The Queen“ (2006, Regie: Stephen Frears) mit Mirren in der Hauptrolle als britische Königin Elisabeth II. Weitere vier Filme aus den Jahren 1980 bis 2019 komplettieren die Reihe.

Gespannt blickt die Filmbranche dieses Jahr nach Berlin, weil erstmals in der 70-jährigen Geschichte der Berlinale eine Doppelspitze die Leitung übernommen hat. Als künstlerischer Leiter steht der Italiener Carlo Chatrian im Rampenlicht, die Niederländerin Mariette Rissenbeek steht ihm als geschäftsführende Leiterin zur Seite.

Bevor die Eröffnungsveranstaltung beginnt, berichtet Rainer Maria Jilg für 3sat live vom roten Teppich, wo die nationalen und internationalen Gäste der Eröffnungsgala vorfahren. Live vor Ort ist auch Cécile Schortmann im Gespräch mit Filmkritikerin Katja Nicodemus.

Voraussichtlich über 300 000 Eintrittskarten werden zwischen dem 20. Februar und 1. März 2020 von den filmbegeisterten Besuchern erworben. Damit ist die Berlinale nicht nur der herausragende Branchentreff, sondern auch weltweit das wichtigste Publikumsfilmfestival: Zehn Tage Filmkunst, Glamour, Party, Ideenaustausch und „Big Business“ begleiten die Filmvorführungen.

Redaktionshinweis: Vom 20. Februar bis zum 1. März ist die Welt des Films wieder zu Gast in Berlin – bei den 70. Internationalen Filmfestspielen. 3sat ist dabei, wenn Berlin zur Filmmetropole wird. Nach der Eröffnung der Berlinale begrüßt um 0.20 Uhr das „Berlinale-Studio“ die Zuschauer aus dem Berlinale Palast. 3sat zeigt das „Berlinale-Studio“ an den kommenden Werktagen – außer mittwochs und samstags – im Nachtprogramm. Ab Freitag, 21. Februar, setzt 3sat seine Berlinale-Berichterstattung in „Kulturzeit“ fort: Werktäglich ab 19.20 Uhr meldet sich das 3sat-Kulturmagazin mit Berichten zur Berlinale. Am Samstag, 29. Februar, 19.00 Uhr, folgt die große Gala der Bärenverleihung, moderiert von Samuel Finzi.

Donnerstag, 20.02. / 21:10 Uhr / Live aus der Wiener Staatsoper: Opernball 2020 ~ Ankunft der Gäste
ORF

Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Kultur gibt sich am 20. Februar ein Stelldichein beim unbestrittenen Höhepunkt der Wiener Ballsaison: dem 64. Wiener Opernball.

Die Damen haben ein „großes, langes Abendkleid“ zu tragen, bei den Herren herrscht Frackzwang – dementsprechend schön ist das Getümmel mit hoher Prominentendichte anzusehen.

Wenn die Aufführungen und die Eröffnung der Debütanten zu Ende sind, heißt es wieder: „Alles Walzer“, und rund 120 Musiker in acht verschiedenen Ballbereichen sorgen für gute Stimmung.

3sat verfolgt das Geschehen am Roten Teppich beim Eintreffen der Gäste.

Redaktionshinweis: Im Anschluss, ab 21.40 Uhr, zeigt 3sat ebenfalls live aus der Wiener Staatsoper „Opernball 2020: Die Eröffnung“ und ab 23.05 Uhr „Opernball 2020: Das Fest“. Dazwischen, gegen 22.55 Uhr, zeigt 3sat eine Ausgabe von „ZIB 2“.

Donnerstag, 20.02. / 21:40 Uhr / Live aus der Wiener Staatsoper: Opernball 2020 ~ Die Eröffnung
ORF

Donnerstag, 20.02. / 23:05 Uhr / Live aus der Wiener Staatsoper: Opernball 2020 ~ Das Fest
ORF


Samstag, 22.02. / 19:20 Uhr / Die Berlinale wird 70 – Glamour, Geschichte, großes Kino
Film von Stephan Merseburger, Nadia Nasser
und Stefanie Hayn
Erstausstrahlung
3sat

2020 eröffnet die Berlinale mit Stars und Gästen aus aller Welt zum 70. Mal. 3sat schaut auf die bewegte Geschichte des Festivals und erinnert an große Kinomomente und heftige Debatten.

Das größte deutsche Filmfestival war von Anfang an ein politisches Festival und ist es geblieben, auch nach dem Ende des Kalten Krieges. In diesem Jahr hat es eine neue Doppelspitze. Bleibt die Berlinale ihrem Ruf als politischstem aller A-Festivals gerecht?

1951 ging es los. Sechs Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs lagen große Teile Berlins noch immer in Trümmern, auch wenn der Wiederaufbau bereits begonnen hatte. Ein neues Filmfestival sollte in der zwischen Ost und West zerrissenen Stadt ein politisches Zeichen setzen und als „Schaufenster der freien Welt“ und „Glamour-Bollwerk gegen den Bolschewismus“ dienen.

Alle waren sie da: James Stewart, Richard Widmark, Sophia Loren, Jane Mansfield, Curd Jürgens, Jean Marais und Gina Lollobrigida. Claude Chabrol, Jean-Luc Godard, Michelangelo Antonioni gewannen Bären. Die Berlinale bewies Gespür für die Kino-Avantgarde. Gleichzeitig bot das Filmfest auch eine Bühne für viele Filme aus der DDR und Osteuropa. Letzteres ist bis heute so geblieben.

Die Filmemacher Stephan Merseburger und Nadia Nasser sprechen mit Wegbegleitern wie Berlinale-Urgestein Ulrich Gregor, mit dem Leiter der Berliner Kinemathek Rainer Rother und dem Skandal-Regisseur Michael Verhoeven – wegen seines Filmes „o.k.“ wurde die Berlinale 1970 abgebrochen. Außerdem kommen Iris Berben, Tom Tykwer und Daniel Brühl zu Wort, sowie internationale Schauspieler, Regisseure und Produzenten, deren Karrieren eng mit dem Filmfest verbunden sind.

Die Berlinale ist das größte Publikumsfestival der Welt, nirgendwo sonst lockt ein Filmfest jährlich mehr als 300 000 Besucher in die Kinos. Die 70. Ausgabe der Berlinale geht mit Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian als neuer Doppelspitze an den Start. Die Erwartungen sind riesig: Nicht weniger als mehr Qualität und ein Neustart werden erhofft. Die 70. Berlinale – bewegte Kino- und Stadtgeschichte mit einer spannenden Zukunft.

Samstag, 22.02. / 20:15 Uhr / Das Land des Lächelns
Seefestspiele Mörbisch, Österreich 2019
ORF

Lisa: Elissa Huber
Prinz Sou-Chong: Won Whi Choi
Graf Ferdinand Lichtenfels: Benno Schollum
Obereunuch: Harald Serafin
Fu Li, Sekretär: Gernot Kranner
Onkel Tschang: Koichi Okugawa

Orchester: Festivalorchester Mörbisch
Musikalische Leitung: Thomas Rösner
Regie: Leonard C. Prinsloo

Unvergessliche Melodien wie „Dein ist mein ganzes Herz“ durchziehen Lehárs erfolgreichste Operette. – 3sat zeigt eine Aufführung von den Seefestspielen Mörbisch 2019.

Es ist eine berührende Liebesgeschichte zwischen dem Wiener Mädl Lisa und dem chinesischen Prinzen Sou-Chong, die im Wiener Prater beginnt und schließlich im Peking von 1912 an Konventionen, gesellschaftlichen Verpflichtungen und Kulturunterschieden scheitert.

Unter der Regie von Leonard Prinsloo singt Won Whi Choi eine der berühmtesten Lieder aus Franz Lehárs romantischer Operette „Dein ist mein ganzes Herz“. Der Tenor vereint mit seinem Gesang und Spiel Liebe und Tragik. Stimmlich ebenso ausdrucksstark ist Elissa Huber in der Rolle seiner Angebeteten Lisa. Das gesamte Ensemble ist stimmlich sehr gut aufgestellt, begleitet vom Festivalorchester Mörbisch unter der Leitung von Thomas Rösner.

Der erste Akt spielt im Wiener Prater vor 100 Jahren – eine Drachenbahn, Plakate aus der Zeit und der Calafati, eines der Wahrzeichen des Wurstelpraters in Wien, sind auf der Bühne zu sehen. Im zweiten und dritten Akt bestimmt dann ein überdimensionaler goldener Drache das Bühnenbild: Allein der Kopf ist 15 Meter hoch und wiegt zwölf Tonnen, aus seinen Nüstern steigt Rauch, seine Augen leuchten gefährlich.

Harald Serafin kehrte sieben Jahre nach dem Ende seiner Intendanz in der Rolle des Obereunuchen auf die Seebühne zurück und sorgt für humorvolle Momente.

Samstag, 22.02. / 22:55 Uhr / Upbeat – Der Karneval der Musiker
Faschingskonzert
Film von Sebastian Leitner
Orchester: Wiener Symphoniker
(Erstsendung: 31.12.2018)
ORF

Wenn das Duo Aleksey Igudesman und Richard Hyung-ki Joo die Bühne betritt, darf man sich auf höchst amüsante Angriffe auf die Lachmuskeln freuen.

„Upbeat“ ist die Fortsetzung ihres Erfolgsprogramms „BIG Nightmare Music“ und lädt zu einer stürmischen Fahrt quer durch alle erdenklichen Genres ein. Von Ravel bis hin zu Hip-Hop-Beats, von Klassik bis Pop ist alles dabei.

Gemeinsam mit den Wiener Symphonikern zeigen die beiden Universalkünstler Igudesman & Joo erneut, dass Humor und Virtuosität einander keineswegs ausschließen.

Samstag, 22.02. / 23:50 Uhr / Wiener Zeitgeist – Aufbruch in die 80er
Film von Alexandra Venier
(Erstsendung: 08.12.2019)
ORF

1979: Wien, die einstmals fünftgrößte Stadt der Welt, ist auf 1,5 Millionen Einwohner geschrumpft und scheint sich auf direktem Weg in die Bedeutungslosigkeit zu verabschieden.

Zur selben Zeit nimmt aber etwas Fahrt auf, das mit einer pulsierenden, kunstaffinen Szene und dem so bedeutungsschwangeren Begriff „Zeitgeist“ zu tun hat. Die Dokumentation beleuchtet ein halbes Jahrzehnt, in dem sich Wien als Weltstadt neu erfand.

Mode bekommt eine ebenso politische wie internationale Note, der berühmte Nachtklub U4 lockt internationale Stars wie Sade in den Keller, Designer entwerfen In-Lokale, mit Falco oder Hansi Lang boomt eine neue Musikszene, Kunst und Werbung gehen eine enge Symbiose ein. Und die Zeitschrift „Wiener“ wird zum Zentralorgan des Zeitgeists.

Sonntag, 23.02. / 10:05 Uhr / lesenswert ~Denis Scheck im Gespräch mit Aris Fioretos und Monika Helfer
(Erstsendung: 13.02.2020)
ARD/SWR

Mit diesen Büchern liest es sich besser – und diese Moderatoren sagen Ihnen, weshalb: Felicitas von Lovenberg oder Denis Scheck moderieren 14-täglich die Sendung für Bücherfreunde.

Sie stellen aktuelle Autoren und ihre Bücher vor – im ausführlichen Gespräch, in kurzen Steckbriefen, im schnellen Frage-Antwort-Spiel – charmant, spitzzüngig, schlagfertig.

Außerdem kommen interessante Zeitgenossen zu Wort, die erzählen, welche drei Bücher ihr Leben beeinflusst oder geprägt haben.

Sonntag, 23.02. / 10:35 Uhr / Literaturclub
SRF

„Literaturclub“ diskutiert die neuesten literarischen Entdeckungen und gibt Orientierungshilfe im Buchmarkt.

In der Gesprächssendung werden jeweils vier bis fünf Neuerscheinungen besprochen.

Sonntag, 23.02. / 11:50 Uhr / Dialoge in Südfrankreich: Ferdinand von Schirach trifft Anselm Kiefer
Film von Claudio Armbruster
(Erstsendung: 03.03.2019)
3sat

Die Dokumentation zeigt ein Künstlergespräch zwischen Ferdinand von Schirach und Anselm Kiefer. Mit Humor, Intellekt und Charme – ein Kunst- und Bilderrausch im warmen Licht Südfrankreichs.

Ferdinand von Schirach ist einer der erfolgreichsten Schriftsteller Deutschlands. Anselm Kiefer einer der erfolgreichsten Künstler der Welt. Die beiden verstehen sich auf Anhieb, vergessen die Kamera und reden zwei Tage lang über Kunst, das Leben und Liebe.

Der Grund des Treffens: Im Herbst 2017 schrieb Anselm Kiefer einen Brief an Ferdinand von Schirach. Er schätze seine Bücher und wolle ihn gern kennenlernen. Ferdinand von Schirach antwortete. Sehr gerne – und ob er ein Kamerateam mitbringen dürfe, da gerade eine Dokumentation über ihn gedreht würde. Also trafen sie sich im Herbst 2018 in Barjac, Südfrankreich. In Anselm Kiefers 42 Hektar großem Hort der Kunst, „La Ribaute“.

„La Ribaute“ ist ein für die Öffentlichkeit nicht zugängliches Gelände. Früher war es eine Seidenfabrik – heute ist es für Anselm Kiefer eine Art Spielplatz. Hier entstand ein Großteil seiner Kunst, hier baute er seine Türme, grub er seine Tunnel, hier malte er seine haushohen Bilder, hier goss er seine tonnenschweren Bleibücher und Bleikunstwerke. Das ganze Areal ist ein riesiges Kunstwerk – nur für Kiefer! Und für von ihm eingeladene Gäste.

Allein diesen Ort zu sehen, ist eine Sensation. Schirach und Kiefer begrüßen sich in einer der großen Ausstellungshallen und hören von diesem Zeitpunkt an nicht mehr auf zu reden – es wird sehr viel gelacht und sehr viel geraucht. Stundenlang flanieren sie durch die Kiefersche Kunstwelt und sprechen über intimste Dinge: über ihre Ängste; darüber, wie ihre Kunst entsteht; warum sie so geworden sind, wie sie sind; über Deutschlands Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft; über Liebe, Ehe, Kinder. Und über noch so viel mehr.

Sonntag, 23.02. / 12:30 Uhr / Kunsthändler ~ Larry Gagosian
Film von Grit Lederer
(Erstsendung: 20.05.2018)
ARD/RB
Die Welt des Kunsthandels ist eine wenig transparente Welt: Gemälde werden für über Hundert Millionen Dollar verkauft, obwohl der Materialwert selbst nur wenige Dollar ausmacht.

Wie entstehen diese Preise? Wer sind die Menschen, die dahinterstecken? Die Reihe „Kunsthändler“ wirft einen Blick hinter die Kulissen des schillernden Kunstbetriebs. Diesmal geht es um den US-Amerikaner Larry Gagosian, der seine Karriere als Poster-Verkäufer begann.

Heute gilt Gagosian als der einflussreichste Kunsthändler weltweit. Er betreibt über ein Dutzend Galerien, unter anderem in New York, Los Angeles, Paris, Athen und Hongkong. Er macht mit Kunst einen geschätzten Jahresumsatz von einer Milliarde US-Dollar.

Das Filmteam besucht Larry Gagosian in seiner Galerie in New York. Ausführlich beschreibt er, was es für ihn bedeutet, mit einem der teuersten lebenden Künstler weltweit, mit Jeff Koons, zusammenzuarbeiten. Die Kamera begleitet ihn bei einer von ihm mitfinanzierten Präsentation eines Kunstwerks von Koons am Rockefeller Center in New York. Die blumenbesetzte Variante des „Split-Rockers“ von Jeff Koons war ein Publikumsmagnet im Zentrum der Kunstmetropole New York.

Die Sendung dokumentiert außerdem die jüngsten Messeauftritte der Galerie von Larry Gagosian auf der „Art Basel“ in Hongkong sowie auf der FIAC in Paris. International renommierte Kunstkritiker und Kunsthändler-Kollegen sowie Sammler erläutern ihre Einschätzung der am Kunstmarkt führenden Gagosian Gallery.

Sonntag, 23.02. / 18:30 Uhr / Museums-Check mit Markus Brock ~ Futurium Berlin
(Erstsendung: 23.02.2020)
ARD/SWR

Humanoide Roboter, begrünte Hochhäuser und fliegende Autos – das im Herbst 2019 eröffnete „Futurium Berlin“ zeigt vielfältige Zukunftsvisionen und wurde damit sofort zum Publikumsmagneten.

Wie wollen wir in Zukunft leben? Das ist die zentrale Frage, die das Futurium Berlin stellt. Markus Brock checkt das „Haus der Zukünfte“ und begrüßt als prominenten Gast die Moderatorin Dunja Hayali.

Schon von außen mutet der asymmetrische gläsern schimmernde Bau am nördlichen Spreeufer futuristisch an. Von drinnen hat man einen Panoramablick auf das Kanzleramt. Doch wie stellt man Zukunft überhaupt aus?

Das „Futurium“ möchte „die Menschen zum Mitgestalten der Zukunft ermuntern“, sagt Direktor Stefan Brandt. Es versteht sich nicht als klassisches Museum, sondern als Haus, das informiert und zum Nachdenken anregt. In den drei großen „Denkräumen“ zu den Themen Mensch, Natur und Technik können die Besucher Zukunftsvisionen hautnah erleben und im „Futurium Lab“ selbst eigene Ideen ausprobieren. Wie wird die rasant fortschreitende Digitalisierung das Arbeiten verändern, wie können wir den Klimawandel aufhalten, und wie wollen wir künftig als Gesellschaft zusammenleben?

Themen, die auch die Journalistin Dunja Hayali umtreiben. Privat engagiert sich die Wahl-Berlinerin gegen Rassismus und wurde 2018 für ihr Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Beim Rundgang durch das „Futurium“ mit Markus Brock staunt Dunja Hayali über die von Künstlern gestalteten Zukunftsobjekte. Johanna Schmeer zeigt in gläsernen Terrarien mögliche Ökosysteme des Jahres 2100. Und der Architekt und Künstler Philip Beesley imitiert in seinen Werken biologische Prozesse, um das Zusammenspiel des Lebens zu erforschen. Seine begehbare „lebendige“ Installation „Noosphere“, ein feines Netz aus verwobenem Stahl und Acyrl, reagiert auf Bewegung mit Vibrationen, Lichtmustern und Klängen und nimmt immer neue Formen an.

Montag, 24.02. (Rosenmontag) / 01:25 Uhr / Berlinale-Studio (3/6)
Moderation: Knut Elstermann
(Erstsendung: 24.02.2020)
ARD/RBB

Im „Berlinale Studio“ am Potsdamer Platz begrüßt in diesem Jahr Knut „Kino King“ Elstermann die Zuschauer an sechs Tagen vom Zentrum des Filmfestivals.

Der Moderator spricht im neu gestalteten Studio im Berlinale Palast mit den Stars und Kreativen des Festivals und berichtet über seine eigenen Erlebnisse am roten Teppich. Dazu gibt es das Wichtigste und Unterhaltsamste über die Filme und Menschen der Berlinale.

Montag, 24.02. (Rosenmontag) / 03:20 Uhr / Kulturpiloten
ZDF

Das digitale Kulturangebot des ZDF präsentiert ein Best-of seiner Formate – von Musik und Theater über Kino, Gaming, Design und Literatur bis hin zu aktuellen Debatten.

Künstler führen durch ihre Städte und lassen neue Kunstwerke entstehen. Musiker bieten einen Einblick hinter die Kulissen, und Schauspieler inszenieren bekannte Stücke in radikaler Kurzform. Was die Gesellschaft bewegt, wird auf Augenhöhe diskutiert.

Die „Kulturpiloten“ bringen Kultur spielerisch in den Alltag – ohne zu belehren

Dienstag, 25.02. / 01:05 Uhr / Berlinale-Studio (4/6)
Moderation: Knut Elstermann
(Erstsendung: 25.02.2020)
ARD/RBB

Im „Berlinale Studio“ am Potsdamer Platz begrüßt in diesem Jahr Knut „Kino King“ Elstermann die Zuschauer an sechs Tagen vom Zentrum des Filmfestivals.

Der Moderator spricht im neu gestalteten Studio im Berlinale Palast mit den Stars und Kreativen des Festivals und berichtet über seine eigenen Erlebnisse am roten Teppich. Dazu gibt es das Wichtigste und Unterhaltsamste über die Filme und Menschen der Berlinale.


Regelmäßige Kultursendungen auf 3sat:

Montags – freitags, 19:20 Uhr: Kulturzeit
Das 3sat Kulturmagazin von ZDF, ORF, SRF und ARD
3sat
„Kulturzeit“ ist das werktägliche Kulturmagazin von 3sat.
„Kulturzeit“ mischt sich in kulturelle und gesellschaftspolitische Fragen ein. Das Magazin bietet Hintergrundinformationen, Porträts und Gespräche zu aktuellen und brisanten Fragen.

Samstags, 09:05 Uhr: Kulturplatz

Das Kulturmagazin von Schweizer Radio und Fernsehen, SRF
Hinein ins pralle Leben: „Kulturplatz“ greift auf, was die Menschen beschäftigt, welche Fragen sie sich stellen. Und zeigt, dass die Kultur Antworten gibt.
„Kulturplatz“ findet mitten im Leben statt: im Supermarkt, am Musikfestival, im Wald. Denn Kultur ist viel mehr als Musik, Literatur und Kunst. Kultur durchdringt unser Leben. Wo jemand nachzudenken beginnt, da entsteht Kultur.
Diesem Credo ist „Kulturplatz“ verpflichtet. Die Sendung will für Kultur begeistern und behält dabei die wichtigsten Akteure und Ereignisse des Kulturbetriebes im Blick. „Kulturplatz“ spürt Trends auf und präsentiert Neuentdeckungen.


Diese Übersicht wird stets mehrere Wochen vor den jeweiligen Sendeterminen erstellt. Aktuelle Programmänderungen sind u. U. nicht berücksichtigt. Diese finden sich auf 3sat.de.