TV-Tipps 3sat:


Montag, 09.12. / 12:15 Uhr / sonntags ~ Musik macht glücklich
Moderation: Andrea Ballschuh
(Erstsendung: 08.12.2019)
ZDF

Musik ist über Radio und Internet allgegenwärtig. Auch in der Adventszeit – von der „Weihnachtsbäckerei“ bis hin zu Bachs Oratorien in den Kirchen: Musik macht Menschen offenbar glücklich.

Doch warum ist das so? Und was macht Musik mit den Menschen, die Lieder hören, selbst singen oder Instrumente spielen? „sonntags“ berichtet über das Projekt „SingPause“, übers Klavierspielen mit Parkinson und über einen erfolgreichen Kirchenkantor in der Pfalz.

Montag, 09.12. / 01:40 Uhr / Leverkusener Jazztage ~ Kinga Glyk
Mit Kinga Glyk (Bass), Brett Williams (Keyboards), Pawel Tomaszewski (Keyboards) und Calvin Rodger (Schlagzeug)
Erstausstrahlung
ARD/WDR/3sat

Kinga Glyk ist mit ihren 20 Jahren nicht nur die einzige Frontfrau einer Jazzband in ihrer Heimat Polen, sondern die derzeit größte Jazz-Sensation auf allen sozialen Netzwerken europaweit.

Was andere im Pop und Mainstream Bereich bereits vorgemacht haben, ist im Jazz beispiellos. Und plötzlich ist sie da, eine echte Musikerin, jung, hübsch, hochtalentiert, deren Internet-Klickzahlen durch die Decke schießen.

Eigentlich begann ihre Karriere mit zwölf Jahren, als ihr Vater – selbst Schlagzeuger – ihr Talent entdeckte und sie zum Mitglied des Glyk-Familientrios PIK machte. Heute – mit ihrer neuen bei Warner Music erscheinenden dritten Platte „Dream“ und vielen Konzerten – ist die junge Frau ein Star in ihrem Land und brennt darauf, die europäischen Club- und Festivalbühnen zu erobern.

Auf dem Programm von „Dream“ stehen überwiegend eigene Kompositionen, darüber hinaus eine Duo-Version von Glyks Viral-Hit „Tears in Heaven“, außerdem „Teen Town“, eine Verbeugung vor dem Maestro der Bassgitarre Jaco Pastorius. Es geht viel um Groove, um Spaß, aber auch darum, über die Musik ein persönliches Verhältnis zu den Hörern aufzubauen: „Musik ist für mich mehr als nur ein Klang. Ich versuche, mit den Menschen ganz andere Sachen zu teilen, als nur das Spielen von langsamen und schnellen Noten. Denn ich will Songs schreiben, die etwas mitteilen. Musik ist für mich eine große Reise. Ich mache das, was ich liebe, und es ist wunderbar! Meine Träume erfüllen sich schneller, als ich es jemals erhofft hatte!“ Nicht zuletzt durch ein Album, dem sie den Titel „Dream“ gegeben hat.

Montag, 09.12. / 02:40 Uhr / Leverkusener Jazztage: Bill Evans and the Spy Killers! feat. Wolfgang Haffner
Mit Bill Evans (Saxofon), Wolfgang Haffner (Schlagzeug), Simon Oslender (Keyboards) und Claus Fischer (Bass)
Erstausstrahlung
ARD/WDR/3sat

Bill Evans ist ein erstklassiger, mit dem Grammy Award ausgezeichneter Saxofonist/Sänger und Produzent, der sein Debüt im Alter von 21 Jahren feierte, und zwar mit Miles Davis.

Evans war als Gast mit den Allman Brothers auf Tournee, rockte mit Warren Haynes und tourte mit der „Bill Evans Band“, mit „Bill Evans Soulgrass“ und „Bill Evans und Petite Blonde“ durch Europa.

Das Album „Soulgrass“ (2005) erlangte weltweite Anerkennung bei Jazz- und Rockfans und ist ein Schmelztiegel fundamental amerikanischer Stile, mit denen Bill Evans über elf Jahre auf der ganzen Welt tourte und 2015 eine Pause machte. Bill Evans führte Co-Lead-Touren mit Mike Stern und Robben Ford, Randy Brecker, Simon Phillips – zuletzt im Herbst 2018.

Bill Evans ist ein wahrhaftiger Renaissance-Mann des 21. Jahrhunderts, der nahtlos von Bühne zu Bühne geht. Er sagt: „Ich kann nicht still sitzen und mich auf meinen Lorbeeren ausruhen. Ich liebe es, neue Dinge zu erfahren und die Grenzen der Musik zu überschreiten, die ich mit den verschiedenen Bands spiele, mit denen ich toure. Ich denke, Miles hat mich inspiriert, wenn es darum geht.“

Der Musiker schöpft seine Motivation aus seiner langjährigen Tournee. Im März 2019 bringt er für fünf Sonderkonzerte in Tokio eine Superband mit Robben Ford, James Genus und Keith Carlock mit.

„The Spy Killers!“, „die gefährlichste Band der Welt“, ist Bills jüngster Wurf. „The Spy Killers!“ – Schlagzeuger Wolfgang Haffner, Keyboarder Simon Oslender und Bass-Groove-Meister Gary Grainger – sind ihre eigene Musikmarke. Bei ihnen trifft Soul auf Jazz, Miles Davis auf Elvis. Sie kennen keine Genre-Grenzen. Egal, ob es sich um Sci-Fi-Soul und -Funk oder um Grooves aus einer anderen Galaxie handelt, sie können nicht anders, als in ihre Welt hineinziehen. Ein „Spy Killers!“-Konzert hypnotisiert. ein Beweis dafür ist die Aufnahme des Konzerts im berühmten Jazzklub „Birds Basement“ in Melbourne, Australien, im Oktober 2018, das im Frühjahr 2019 veröffentlicht wurde.

Wolfgang Haffner ist einer der angesehensten Schlagzeuger der Jazzwelt. Er hat bis heute auf 400 Alben Schlagzeug gespielt und 16 Soloalben als Anführer aufgenommen. Bill sagt: „Ich habe jahrelang mit Wolfgang gespielt, und er hat nie aufgehört, mich mit seinen Fähigkeiten, seiner Sensibilität und seinem Groove zu beeindrucken. Er ist ein einzigartiger Drummer und eine großartige Person.“

Simon Oslender ist ein junges B3-Keyboard-Wunder aus Deutschland. Bill über Simon: „Ich habe Simon zum ersten Mal in der Band von Wolfgang Haffners gehört, und ich konnte nicht darüber hinwegkommen, wie großartig er klang, und zwar in einem so jungen Alter. Als wir zum ersten Mal zusammen spielten, hatten wir auf der Bühne eine Beziehung. Er hat sich in Europa bereits einen Namen gemacht und nimmt die Spy Killers! auf eine ganz neue Ebene von Groove.“

Gary Grainger ist einer der funkigsten Bassisten der Welt. In den 1980er-Jahren machte er sich mit John Scofield einen Namen. „Ich habe mit Gary im Mai 2018 eine große Europa-Tournee gemacht, mit meiner Petite Blonde II-Band mit Dennis Chambers und Ulf Wakenius. Gary brachte das Haus jede Nacht zum Beben. Er war ein Naturtalent für die ‚Spy Killers!‘.“

Montag, 09.12. / 03:35 Uhr / Leverkusener Jazztage: 4 Wheel Drive
Mit Nils Landgren (Posaune, Gesang), Michael Wollny (Klavier), Lars Danielsson (Bass, Cello) und Wolfgang Haffner (Schlagzeug)
Erstausstrahlung
ARD/WDR/3sat

Über den Stellenwert dieser vier Künstlerpersönlichkeiten muss man nicht viele Worte verlieren: Nils Landgren, Michael Wollny, Lars Danielsson und Wolfang Haffner spielen zu hören, reicht.

Mit „4 Wheel Drive“ haben sich vier Größen des europäischen Jazz zum Quartett vereinigt, die sich seit Jahren kennen und schätzen. Bekanntlich kreuzten sich die Wege der Musiker schon öfters in verschiedenen Konstellationen.

Man denke an das eindringliche Duo von Landgren und Wollny, Haffner als langjähriges Rückgrat in der Funk Unit oder an Danielssons Präsenz in Haffners Trio. In Reinform gab es diese vier aber noch nie. Nun haben sich die Freunde entschlossen, im Nilento-Studio in Göteborg ein gemeinsames Album aufzunehmen: „4 Wheel Drive“.

Der Albumtitel steht symbolisch für das musikalische Kräfteverhältnis: Jeder der vier lenkt den Kurs des Quartetts gleichermaßen. Gemeinsam nehmen sie als großartige Solisten und Teamplayer Fahrt auf. Neben je einer Eigenkomposition der Protagonisten haben sich Landgren, Wollny, Danielsson und Haffner außerdem auf vier Kreativkräfte der Musikgeschichte verständigt, deren Vorlagen sie interpretieren: Paul McCartney, Billy Joel, Phil Collins und Sting.

Die ausgewählten Klassiker nutzen die 4-Wheel-Drive-Musiker als Startpunkt für eigene Exkursionen: McCartneys „Maybe I’m Amazed“ wird zur heruntergedimmten Jazzballade. Von sämtlichem Beiwerk befreit und durch Wollnys präpariertes Klavier transformiert, entwickelt sich Billy Joels „She’s Always a Woman“ zum geheimnisvoll-entrückten Liebeslied. Das Genesis-Stück „That’s All“ deuten die Musiker zu einer instrumentalen Soundcollage um. Und Stings Songthema über das Loslassen findet bei „If You Love Somebody Set Them Free“ eine musikalisch treffende Entsprechung durch die Freiheit des Jazz, besonders wenn das Stück in Landgrens druckvolle Posaunenimprovisation mündet.

Musik auf der Überholspur rahmt das Album ein: Wollnys rasantes Paradestück, der Opener „Polygon“ und das abschließende, von Danielsson geschriebene Titelstück „4WD“, bei dem er Nirvanas „Smells Like Teen Spirit“ im Hinterkopf hatte. „4 Wheel Drive“, das ist ein Ensemble wie ein leistungsstarker Vierzylindermotor mit perfekt verzahntem Getriebe. Der Treibstoff: Jazz.

Montag, 09.12. / 04:35 Uhr / Leverkusener Jazztage: The Jakob Manz Project
Mit Jakob Manz (Altsaxofon), Hannes Stollsteimer (Klavier), Frieder Klein (Bass) und Paul Albrecht (Schlagzeug)
Erstausstrahlung
ARD/WDR/3sat

Bevor die ACT-Night startet, leitet „The Jakob Manz Project“, Gewinner bei den „Future Sounds 2018“ der „Leverkusener Jazztage“, in den Konzertabend ein.

Im April 2018 erhielt die Band einen 1. Preis sowie den Publikumspreis beim internationalen „Jazzpreis Biberach 2018“. Darüber hinaus ist die Formation 1. Preisträger beim „Musikpreis der Stuttgarter Lions Clubs 2017“.

Bandleader Jakob Manz, der unter anderem schon mit Musikern wie Randy Brecker, Ack van Rooyen und Dusko Goykovich spielte, ist seit 2018 Teil des Bundesjazzorchesters (BuJazzO) der Bundesrepublik Deutschland.

Ende 2017 nahm die Gruppe ihre erste EP „Je suis Paris“ in den Bauerstudios Ludwigsburg auf, welche auf allen modernen Plattformen wie Spotify oder iTunes erhältlich ist.

Die Band spielte bereits bei renommierten Festivals wie den „Leverkusener Jazztagen“, den „Jazzopen Stuttgart“ oder der „Jazznacht Ravensburg“ und war schon in bedeutenden Klubs wie dem „Jazzclub Unterfahrt“ (München), dem „Jazzclub BIX“ (Stuttgart) oder dem „Jazzclub Minden“ zu Gast. Beim „Open Air Jazz Rottenburg 2018“ trat sie als Vorgruppe für das Kenny Garrett Quintet auf.

„The Jakob Manz Project“ lebt von gegenseitiger Inspiration und Spontanität, die im Kollektiv zum Ausdruck gebracht werden und die jungen Musiker immer wieder vor neue Herausforderungen stellen. Dabei kommt nicht nur die Qualität der einzelnen Akteure zum Vorschein, sondern auch deren kreatives Zusammenspiel. Mit sowohl treibenden afroamerikanischen Beats als auch entspannt ruhigen Momenten darf der Zuhörer auf ein energiegeladenes und äußerst dynamisches Erlebnis gespannt sein.


Samstag, 14.12. / 10:00 Uhr / Advent in Vorarlberg
Film von Marion Flatz-Mäser
(Erstsendung: 08.12.2019)
ORF

Bei einer musikalisch, besinnlichen Reise durch Vorarlberg im Advent geht es zunächst zum 2000 Meter hoch gelegenen Lünersee im Brandnertal. Die Sendung steht unter dem Motto „Engel“.

In Stuben geht die Reise ins „Après Post Hotel“ und in den wunderschönen Olga-Festsaal im „Gasthaus Taube“ nach Alberschwende. Pater Johannes Wolf berichtet über Engel aus der Bibel. Danach steht ein Besuch bei Bregenzerwälder Kindern in einer Bastelstube an.

Eine Engel-Sammlerin zeigt ihre Schätze, und ein Schnitzer philosophiert über seine anfänglichen Schwierigkeiten mit Engeln. Viele Schutzengel hatte Lukas Bilgeri, der eine schwere Krankheit überwunden hat. Dudelsackpfeifen, Geigen, Harfen, eine Stubenmusik und ein Bläserensemble sowie zwei Chöre stimmen auf die Adventzeit ein.

Samstag, 14.12. / 19:20 Uhr / Collected Memories
von Felix von Boehm und Constantin Lieb
Erstausstrahlung
3sat

Geraubt, zerlegt und verkauft: Jüdische Kunstsammlungen – oft über Generationen zusammengetragenen – wurden nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland systematisch enteignet.

Anhand ausgewählter Fälle zeigt die Dokumentation, wie der Kunstmarkt nach 1933 von der Zwangslange vieler jüdischer Sammler profitierte und vor welchen Schwierigkeiten die Provenienzforschung bei der Suche nach verlorenen Objekten bis heute steht.

Die Dokumentation „Collected Memories“ erzählt unter anderem das Schicksal der Sammlung von Ernst und Agathe Saulmann, die die jüdischen Textilunternehmer in ihrem Privathaus auf der Schwäbischen Alb, dem Erlenhof bei Reutlingen, einst zusammengetragen hatten. Nach ihrer Flucht ins Exil beauftragten sie ihren langjährigen Kunsthändler Julius Böhler mit dem Verkauf der Sammlung. Während Böhler von diesem und anderen Verkäufen jüdischer Sammlungen profitierte, gingen seine Einlieferer leer aus und wurden 1938 im französischen Konzentrationslager Gurs interniert. Nur wenige Objekte der Sammlung Saulmann konnten bis heute restituiert werden.

Neben zahlreichen renommierten Provenienzforschern kommen in der Dokumentation auch der Saulmann-Erbe Felix de Marez Oyens zu Wort sowie der Enkel Julius Böhlers, der die Kunsthandlung seines Großvaters bis heute leitet und kürzlich das Firmen-Archiv zur Erforschung an das Münchner Zentralinstitut für Kunstgeschichte übergeben hat. Ob sich durch die Digitalisierung dieser wertvollen Quelle weitere Hinweise zum Verbleib verschollener Werke finden lassen, bleibt abzuwarten.

Redaktionshinweis: Über 70 Jahre nach Kriegsende ergeben sich heute durch die vorangetriebene weltweite Vernetzung von Archiven für Provenienzforscher ganz neue Möglichkeiten. Neben der Dokumentation „Collected Memories“ wird es in der Digitalen Kunsthalle von ZDFKultur eine Ausstellung mit ausgewählten Objekten aus vier jüdischen Sammlungen geben, die alle derzeit mühsam rekonstruiert werden: Die bereits erwähnte Sammlung Saulmann aus Reutlingen, die Kunstsammlung Bleichröder aus Berlin, die Porzellansammlung der Familie Klemperer aus Dresden sowie die Bibliothek des Pianisten Arthur Rubinstein.

Anhand von kurzen Filmen und interaktiven Medien werden die Objekte und die Geschichte hinter den Objekten anschaulich erfahrbar gemacht. In Kooperation mit vier renommierten deutschen Kultureinrichtungen – dem Frankfurter Städel, der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz Berlin – wurden die verzweigten Geschichten von einzelnen Kunstwerken, Sammlungen und Bibliotheken, die sich ursprünglich im Eigentum jüdischer Bürger befanden und inzwischen restituiert werden konnten, rekonstruiert und medial aufbereitet.

Samstag, 14.12. / 20:15 Uhr / Hollywood in Vienna
Wiener Konzerthaus, 2019

Ehrengast: Gabriel Yared

Mit Ramón Vargas (Tenor), Judith Hill (Gesang), Drew Sarich (Gesang), Gino Emnes (Gesang), Golnar Shahyar (Gesang), Eleanor Grant (Gesang), Gabriel Yared (Klavier), Marc Shaiman (Gesang und Klavier), Olga Scheps (Klavier), František Janoska (Klavier), Yury Revich (Violine), Rusanda Panfili (Violine), Hamidou Koita (Gesang), Juanjo Mosalini (Bandoneon), Juan Carlos Paniagua Bustamante (Akkordeon und Bandoneon), Thiam, Diabate & Friends (Perkussion), Rocio Murguia (Tangotanz), Martin Acosta (Tangotanz) u.a.
Chor: Cantus Novus Wien
Orchester: ORF Radio-Symphonieorchester
Musikalische Leitung: Keith Lockhart
Moderation: Barbara Rett, Rainer Keplinger
ORF

„Hollywood in Vienna“ steht 2019 unter dem Motto „A Night at the Oscars“. Es spielt das ORF Radio-Symphonieorchester Wien unter der musikalischen Leitung von Keith Lockhart.

Die Gala unternimmt eine glamouröse Zeitreise durch acht Jahrzehnte Filmmusik und rollt den größten Oscar-prämierten Filmen und Kompositionen den roten Teppich aus. Als Ehrengast ist der libanesische Komponist Gabriel Yared geladen.

Yared wurde 1997 mit einem Academy Award für die Filmmusik zu Anthony Minghellas Drama „Der englische Patient“ ausgezeichnet.

Auf dem Programm steht Orchestermusik aus Kultfilmen wie „An American in Paris“, „Casablanca“, „Der Zauberer von Oz“, „Der weiße Hai“, „Jenseits von Afrika“, „Schindlers Liste“ und vielen anderen.

Samstag, 14.12. / 22:10 Uhr / Kunst hoch 2 (6/6)
mit den Keiser-Zwillingen
Erstausstrahlung
SRF/3sat

„Kunst hoch 2“ porträtiert bekannte Künstler im Doppelpack und lässt den einen über den anderen reden. Diese Folge porträtiert die Keiser-Zwillinge.

„Wer kennt sie nicht, die Keiser-Zwillinge?“ ist wohl die falsche Frage, denn Peter und Walter drängen sich nie in den Vordergrund. Lieber wirken sie als Bassist und Schlagzeuger im Hintergrund, sei es bei Sina, Gölä, Andreas Vollenweider oder Gianna Nannini.

Dennoch schrieben sie ein Stück Schweizer Musikgeschichte. Am 1. April 2019 feierten die „Keiser-Twins“, wie sie respektvoll genannt werden, ihren 65. Geburtstag. Nachdem sie jahrzehntelang anderen Musikern den Rücken stärkten, Peter am Bass, Walter am Schlagzeug, liefern sie im selben Jahr ihr eigenes Album „Guestlist“ ab. Instrumental-Songs, Songs verstärkt mit Stimmen von Sandra Studer oder Gölä, rhythmisch, soulig, funkig – kanpp eine Stunde lang ihr Ding.

Jede Folge der Dokumentationsreihe „Kunst hoch 2“ erzählt die Geschichte eines Künstlerduos, das eng miteinander verbunden ist – durch seine Kunst, seine Familienverhältnisse, aus Liebe oder auch aus Freundschaft.

Durch die Paarkonstellation von zweien, die sich sehr gut kennen, deckt die Serie hinter jedem Kunstschaffenden auch seine sonst verborgene, sehr private Seite auf.

Samstag, 14.12. / 22:55 Uhr / zdf@bauhaus ~ Live-Musik mit Tim Bendzko
Moderation: Jo Schück
Erstausstrahlung
3sat

„zdf@bauhaus“ kommt im 100. Jubiläumsjahr des Bauhauses aus Weimar, geht zurück zu den Wurzeln und genau dorthin, wo das Bauhaus 1919 entstand. Die Konzerte werden präsentiert von Jo Schück.

Zwei Nummer-Eins-Alben, acht Hit-Singles, viele Gold- und Platin-Auszeichnungen, unzählige große TV-Shows und ausverkaufte Konzertreisen: Tim Bendzko hat die deutsche Musiklandschaft in den vergangenen Jahren entscheidend mitgeprägt.

Er war einer der ersten jungen Deutschpoeten, dem viele in die Muttersprache folgten. Tim Bendzko hat gezeigt, dass deutschsprachige Popmusik aufregend sein kann und die Massen begeistert.

Jetzt beendet der 34-jährige Berliner mit der Veröffentlichung seines vierten Studio-Albums „Filter“ seine drei Jahre währende Albumpause. Die Single „Hoch“ können die meisten mitsingen, nicht zuletzt weil sie zum dynamischen Soundtrack der ZDF-Trailer für die Deutschen Meisterschaften Finals in Berlin und der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Doha wurde.

Für die Entstehung von „Filter“ nahm sich Tim Bendzko ein ganzes Jahr Zeit. Er reiste nach New York, Mykonos, Kapstadt und Australien, schrieb dort Songs, probierte viel Neues aus. Als Kollaborationspartner holte er sich Rapper Kool Savas und den belgischen Singer-Songwriter Milow ins Studio.

In der Bibliothek der Bauhaus-Universität Weimar steht die Bühne, auf der internationale Künstler in einem intimen Rahmen exklusive Konzerte vor Live-Publikum geben.

Sonntag, 15.12. (3. Advent) / 10:05 Uhr / lesenswert Quartett
Denis Scheck mit Insa Wilke, Ijoma Mangold und Marie Schmidt
(Erstsendung: 12.12.2019)
ARD/SWR

Denis Scheck, Deutschlands scharfzüngiger Literaturkritiker, moderiert die Gesprächsrunde unterhaltsam und mit Niveau vor Publikum im Palais Biron in Baden-Baden.

Seine festen Mitstreiter sind die Literaturkritiker Insa Wilke und Ijoma Mangold. Zu jeder Sendung wird ein Gast eingeladen, der das Quartett vervollständigt. Dieses Mal ist es die Literaturredakteurin und Alfred-Kerr-Preisträgerin 2019 Marie Schmidt.

Sonntag, 15.12. (3. Advent) / 11:05 Uhr / Johann Sebastian Bach: Weihnachtsoratorium (2/2): Kantaten 4 – 6
Herkulessaal der Münchner Residenz, 2010
Mit den Solisten Rachel Harnisch (Sopran), Anke Vondung (Alt), Maximilian Schmitt (Tenor) und Christian Immler (Bass)
Chor: Chor des Bayerischen Rundfunks
Orchester: Akademie für Alte Musik Berlin
Musikalische Leitung: Peter Dijkstra
ARD/BR

Der zweite Teil des Bachschen Oratoriums, die Kantaten 4 bis 6, berichten von Christi Beschneidung und Namensgebung bis zum Besuch der Heiligen Drei Könige bei der Krippe im Stall.

Der Chor des Bayerischen Rundfunks hatte Bachs berühmte Weihnachtsmusik in der Adventszeit 2010 in zwei Konzerten im Herkulessaal der Münchner Residenz aufgeführt. Begleitet wurde der Chor von dem Berliner Orchester „Akademie für Alte Musik“.

Das Besondere an diesem Ensemble: Es hat sich auf die Aufführungspraxis mit historischen Instrumenten spezialisiert.

Bachs Weihnachtsoratorium gehört im deutschen Sprachgebiet fast schon zur Volksmusik. Ob leidenschaftliche Laienchöre oder klanggewaltige Berufschöre: Zur Weihnachtszeit ist es ihre vornehmste Aufgabe, das Weihnachtsoratorium oder Teile daraus aufzuführen. Johann Sebastian Bach legte es in sechs Kantaten an, von denen jede für einen bestimmten Feiertag zwischen dem ersten Weihnachtstag und Epiphanias bestimmt ist.

Für die Fernsehaufnahmen wurde der Herkulessaal mit einem besonderen Lichtkonzept festlich ausgeleuchtet. Außerdem wurde der zweite Teil der Aufzeichnung ergänzt durch Aufnahmen von Gemälden von Friedrich Sustris, Hans Memling und Rogier van der Weyden, die die Ereignisse der Weihnachtszeit darstellen.

Sonntag, 15.12. (3. Advent) / 12:20 Uhr / Die Welt der Brüder Humboldt
Film von Carola Wedel
(Erstsendung: 02.11.2019)
3sat

Alexander und Wilhelm von Humboldt – zwei herausragende Persönlichkeiten, Forscher und Denker der Aufklärung. Und in vielem noch heute erstaunlich modern.

Zum 250. Geburtstag von Alexander von Humboldt zeigt das Deutsche Historische Museum Berlin eine große Ausstellung über beide Brüder. 3sat hat die Kuratoren begleitet und führt zu Orten, an denen sich bereits früh die großen Themen der Brüder erkennen lassen.

Nach ihrer erfolgreichen Schau über Wilhelm und Alexander von Humboldt in Paris 2014 haben die Französin Bénédicte Savoy, Professorin für Kunstgeschichte an der TU Berlin und dem renommierten Collège de France in Paris sowie der Kunsthistoriker und Museologe David Blankenstein eine große Humboldt-Ausstellung in Deutschland kuratiert.

Die Dokumentation „Die Welt der Brüder Humboldt“, eine filmische Entdeckungsreise, fragt nach der Aktualität der beiden Brüder. Ausgehend vom Familienwohnsitz Schloss Tegel führt der Film nach Paris, ins Baskenland sowie nach Freiberg und lässt viele bisher nie gezeigte Objekte und Bezüge entdecken.

So verschieden die beiden Brüder in Charakter und Karriere auch waren – der eine Philosoph, grenzüberschreitender Sprachforscher und preußischer Minister, der andere Naturwissenschaftler, Universalgenie und Feingeist -, so haben sie doch auch zahlreiche, oft überraschende Gemeinsamkeiten: Beide wurden durch die Französische Revolution und ihre zahlreichen Reisen geprägt. Wissensdurst war für sie eine Voraussetzung, die Welt zu begreifen, um dadurch Wege zu sich selbst zu finden. Beide Brüder waren extrem freiheitsliebend, Kosmopoliten, und beide sahen die Welt als Ganzes. Alexanders Credo: „Alles ist Wechselwirkung.“

Wilhelm, der 17 Sprachen sprach und 70 Sprachen erforschte, sagte: „Erst die Summe aller Sprachen bildet die Idee der Menschheit ab.“ Eine Überzeugung, mit der er zur Zeit der Restauration als Politiker dramatisch scheiterte. Heute sind die antirassistischen, ökologischen und antinationalistischen Positionen von Wilhelm und Alexander aktueller denn je.

Sonntag, 15.12. (3. Advent) / 18:30 Uhr / Museums-Check mit Markus Brock: Landesmuseum Zürich
Erstausstrahlung
ARD/SWR

Es ist das meistbesuchte historische Museum der Schweiz: 2016 eröffnete das Landesmuseum Zürich seinen modernen Erweiterungsbau, der kontrovers diskutiert wird.

Markus Brock macht sich im „Museums-Check“ sein eigenes Bild und begrüßt als Gast Melinda Nadj Abonji. Wie es sich anfühlt, in der Schweiz zu leben, erzählt die Schriftstellerin beim Rundgang mit Markus Brock durch das Museum.

Das 1898 eröffnete historische Gebäude des Zürcher Landesmuseums mutet mit seinen Türmchen und Zinnen wie eine märchenhafte Burg an. In bewusstem Kontrast dazu thront daneben der skulpturale, fast fensterlose Anbau, entworfen vom Basler Architektenduo Christ & Gantenbein. Als hermetischer Betonbunker wird er von Kritikern bezeichnet. Doch im Innern sind jahrtausendealte Schätze zu finden.

Das Archäologie-Museum versammelt rund 1400 Exponate von Pfahlbauern, Kelten, Römern und Alemannen, ob Schmuck, Keramik oder Jagdwerkzeug. Archäologie wird hier interaktiv erlebbar. So können sich Schulklassen etwa einen „Archäologiekoffer“ ausleihen – „Geschichte zum Auspacken“. Zu den Highlights des Museums zählen eine der ältesten erhaltenen Türen Europas und die ältesten Schriftstücke der Schweiz. Im Tessin und im Misox-Tal fand man 2500 Jahre alte Schriftzeugnisse einer keltischen Sprache.

Die Sprache war es auch, durch die Melinda Nadj Abonji in der Schweiz eine neue Heimat fand. „Mit dem Erlernen der neuen Sprache fing ich an, mich zu Hause zu fühlen“, sagt sie. Geboren 1968 in Serbien als Angehörige einer ungarischen Minderheit, kam sie mit fünf Jahren in die Schweiz. Von Anfang an faszinierte sie insbesondere die hochdeutsche Sprache.

Nach ihrem Studium der Germanistik und Geschichte veröffentlichte sie 2004 ihren ersten Roman „Im Schaufenster im Frühling“. 2010 gewann sie mit „Tauben fliegen auf“ den Deutschen und den Schweizer Buchpreis. Eine Tatsache, die Melinda Nadj Abonji als Migrantin nie für möglich gehalten hatte.

Beim gemeinsamen Rundgang durch das Landesmuseum Zürich stoßen die Schriftstellerin und Markus Brock auch auf die neu inszenierte Dauerausstellung „Geschichte Schweiz“. Die Zeitreise durch 550 Jahre beginnt im späten Mittelalter und reicht bis zu unserer globalisierten Gegenwart mit aktuellen Themen wie Klimawandel, Migration und Robotik.

Mittwoch, 18.12. / 20.15 Uhr / Dynastie Knie – 100 Jahre National Circus (1/2)
Film von Greg Zglinski
(Erstsendung: 24.11.2019)
SRF

Das zweiteilige Doku-Drama erzählt die 100-jährige Geschichte der Zirkus-Familie Knie. Hinter der schillernden Fassade eröffnen sich bewegende und dramatische Geschichten.

Die Knies feiern Erfolge, überwinden interne Familienkonflikte, trotzen dem Existenzkampf und finanziellen Problemen. Der Zweiteiler erzählt Geschichten von Leidenschaft, Liebe, Generationenkonflikten und Disziplin und zeigt das harte Leben des Zirkusalltags.

Um der Vielschichtigkeit der Geschichte der Dynastie Knie gerecht zu werden, wurde die komplexe Form des Doku-Dramas genutzt. Die Filmerzählung setzt sich zusammen aus Archivmaterial, fiktionalen Szenen sowie Stimmen von Zeitzeugen und dokumentarischer Begleitung der Protagonisten.

Im fiktionalen Teil steht die Figur von Margrit Knie-Lippuner im Mittelpunkt. Sie ist die Großmutter der Cousins Fredy Knie junior, Rolf Knie, Franco Knie senior und Louis Knie. In ihrer Lebensgeschichte spiegeln sich wichtige Herausforderungen, die sich auch in späteren Generationen der Knies bis in die heutige Zeit wiederholen, wider.

Die Hauptrolle spielt Mona Petri als Margrit Knie-Lippuner. In weiteren Rollen sind neben anderen Simon Käser, Ilja Baumeier, Samuel Weiss, Anna Schinz, Elisa Plüss und Esther Gemsch zu sehen.

Regie führte Greg Zglinski, der für „Tout un hiver sans feu“ den Schweizer Filmpreis gewann. Das Drehbuch des fiktionalen Teils zu „Dynastie Knie – 100 Jahre National Circus“ stammt von Domenico Blass.

Der erste Teil fokussiert einerseits auf die Gründungsjahre des Circus Knie und zeigt die harten Jahre während des Zweiten Weltkriegs. Es waren vier Brüder, die sich gegen den Willen ihrer Mutter durchgesetzt und ein Zelt auf Pump gekauft haben. 1919 stand dieses Zelt zum ersten Mal in Bern und begründet somit auch den Start des Schweizer Nationalzirkus Knie. In den Kriegsjahren musste sich der Zirkus mit wenigen Tieren durchkämpfen, da die Pferde von der Armee eingezogen wurden. Tierschutz im Zirkus ist ebenfalls ein Thema.

Redaktionshinweis: Die Geschichte des Schweizer Nationalzirkus Knie begann 1919 und ist ein wichtiger Teil der Schweizer Vergangenheit. Mit „Dynastie Knie – 100 Jahre National Circus“ feiert 3sat den 100. Geburtstag der Schweizer Institution und wirft einen Blick auf die zurückliegenden Jahre.

Mittwoch, 18.12. / 21.55 Uhr / Dynastie Knie – 100 Jahre National Circus (2/2)
Film von Greg Zglinski
(Erstsendung: 25.11.2019)
SRF

Teil zwei begleitet den Circus Knie auf einer Tournee durch die Schweiz. Das Zusammenleben von Menschen verschiedener Ethnien, Religionen und Kulturen auf engstem Raum ist oft nicht leicht.

Zu Wort kommen berühmte Freunde der Knies, darunter Géraldine Chaplin, Masha Dimitri und Stéphanie von Monaco. Sie erzählen über ihre Beziehungen und Erlebnisse mit der Familie. Hinter der schillernden Zirkusfassade spielten sich bewegende Geschichten ab.

Die Knies feiern Erfolge, überwinden interne Familienkonflikte, trotzen dem Existenzkampf und finanziellen Problemen. Das Doku-Drama erzählt Geschichten von Leidenschaft, Liebe, Generationenkonflikten und Disziplin und zeigt das harte Leben des Zirkusalltags.

Um der Vielschichtigkeit der Geschichte der Dynastie Knie gerecht zu werden, wurde die komplexe Form des Doku-Dramas genutzt. Die Filmerzählung setzt sich zusammen aus Archivmaterial, fiktionalen Szenen sowie Stimmen von Zeitzeugen und dokumentarischer Begleitung der Protagonisten.

Im fiktionalen Teil steht die Figur von Margrit Knie-Lippuner im Mittelpunkt. Sie ist die Großmutter der Cousins Fredy Knie junior, Rolf Knie, Franco Knie senior und Louis Knie. In ihrer Lebensgeschichte spiegeln sich wichtige Herausforderungen, die sich auch in späteren Generationen der Knies bis in die heutige Zeit wiederholen, wider.

Die Hauptrolle spielt Mona Petri als Margrit Knie-Lippuner. In weiteren Rollen sind neben anderen Simon Käser, Ilja Baumeier, Samuel Weiss, Anna Schinz, Elisa Plüss und Esther Gemsch zu sehen.

Regie führte Greg Zglinski, der für „Kein Feuer im Winter“ den Schweizer Filmpreis gewann. Das Drehbuch des fiktionalen Teils zu „Dynastie Knie – 100 Jahre National Circus“ stammt von Domenico Blass.


Samstag, 21.12. / 20:15 Uhr / Le Corsaire
Ballett in drei Akten
Wiener Staatsoper, 2016
ORF

Médora: Maria Yakovleva
Conrad: Robert Gabdullin
Gulnare: Liudmila Konovalova
Lanquedem: Kirill Kourlaev
Birbanto: Davide Dato
Zulméa: Alice Firenze
Seyd Pascha: Mihail Sosnovschi
Tänzer: Wiener Staatsballett
Choreografie: Marius Petipa, Manuel Legris, u. a.
Orchester: Wiener Staatsoper
Musikalische Leitung: Valery Ovsyanikov
Inszenierung: Manuel Legris
Bildregie: François Roussillon

Manuel Legris, ehemaliger Danseur Étoile des Ballettensembles der Pariser Oper und heute Direktor des Wiener Staatsballetts, hat „Le Corsaire“ in spektakulären Bildern neu inszeniert.

In der Manier einer exotischen Mantel- und Degengeschichte erzählt Legris, wie der Freibeuter Conrad die als Sklavin verkaufte Médora aus dem Palast des türkischen Paschas Seyd entführt.

„Le Corsaire“ (1856) gilt als choreografischer Meilenstein in der Ballettgeschichte des 19. Jahrhunderts. Der „Pas de deux“ machte Rudolf Nurejew und Margot Fonteyn Anfang der 1960er-Jahre zur Legende. Seit seiner Uraufführung am 23. Januar 1856 an der Pariser Oper zählt das Werk zu den eindrucksvollsten Handlungsballetten des 19. Jahrhunderts. Besondere Popularität gewann das Werk durch die Fassungen von Jules Perrot (1858) und Marius Petipa (1863) sowie durch Dame Margot Fonteyn und Rudolf Nurejew, die dem „Pas de deux“ aus „Le Corsaire“ zu weltweiter Bekanntheit verhalfen.

Die Handlung ist an Lord Byrons Verserzählung „The Corsair“ angelehnt und schildert die Abenteuer des Freibeuters Conrad, der nach einem erfolgreichen Beutezug die Pläne des Seyd Pascha durchkreuzt: Am Meeresstrand geht Lanquedem, Herr eines Basars, mit seinen Häschern auf die Jagd nach neuen Sklavinnen. Médora und Gulnare geraten in seine Gefangenschaft und so in den Harem von Seyd Pascha.

Conrad verliebt sich in die schöne Médora und ist wild entschlossen, die Dame seines Herzens aus dem Palast des Paschas zu befreien. Nach Conrads erfolgreichem Kampf mit einer Gruppe vermummter Freibeuter kann Médora ihrem Geliebten an Bord seines Schiffs folgen, das jedoch auf hoher See in ein dramatisches Unwetter gerät.

Das Stück wartet mit märchenhaft anmutenden Bildern auf: opulente Haremsszenen und die verwunschene Atmosphäre des Palastes wie aus „1001 Nacht“, ein Schiff in Seenot und eine grandiose Feuersbrunst haben das Ballett berühmt gemacht.

Neben dem berühmten „Pas de deux“ sind einige Tanzpassagen als echte Juwelen ins klassische Repertoire eingegangen, so „Le jardin animé“, der berühmte „Pas d’esclave“, der „Pas de trois des Odalisques“.

Samstag, 21.12. / 22:15 Uhr / Anna Karenina
Spielfilm, Großbritannien/Frankreich 2012
3sat

Anna Karenina: Keira Knightley
Fürst Alexej Karenin: Jude Law
Graf Wronskij: Aaron Taylor-Johnson
Kitty: Alicia Vikander
Levin: Domhnall Gleeson

Regie: Joe Wright
Länge: 125 Minuten

Russland Ende des 19. Jahrhunderts: Die verheiratete Adlige Anna Karenina verliebt sich leidenschaftlich in einen Offizier, für den sie ihre Familie und ihren Status aufs Spiel setzt.

Nach einem Drehbuch des englischen Dramatikers Tom Stoppard inszenierte Joe Wright Leo Tolstois berühmte Ehebruchgeschichte noch einmal neu: mit den britischen Stars Keira Knightley in der Titelrolle und Jude Law als ihrem Gatten Fürst Karenin.

Anna Karenina gehört zur Oberschicht des russischen Zarenreichs. Sehr jung mit dem angesehenen Fürsten Alexej Karenin verheiratet, lebt sie als Mutter eines kleinen Sohnes in Sankt Petersburg das saturierte, wenn auch etwas langweilige Leben einer ehrbaren Ehefrau. Um die Ehe ihres Bruders Stiwa Oblonskij zu retten, dessen Frau Dolly nach einem weiteren Seitensprung ihres Mannes die Scheidung fordert, reist Anna nach Moskau.

Als sie dort jedoch den attraktiven Frauenliebling Graf Wronskij kennenlernt, ist es um ihren Seelenfrieden geschehen: Obwohl sie sich gegen ihre neuen Gefühle wehrt, beginnt sie eine leidenschaftliche Affäre mit dem Offizier. Dass auch Kitty, Dollys jüngere Schwester, in Wronskij verliebt ist, trübt nicht nur ihr Verhältnis zu der von ihr bewunderten Anna, sondern lässt sie auch den Heiratsantrag des Gutsbesitzers Lewin zurückweisen. Gekränkt zieht sich Lewin auf sein Gut zurück, um Kitty vergessen zu können.

Währenddessen leidet Annas bisher so untadeliger Ruf als Ehefrau eines hohen Regierungsbeamten, dessen gesellschaftliche Stellung der Klatsch über ihre Untreue gefährdet. Zerrissen zwischen der Loyalität zu ihrem spröden Ehemann und der Leidenschaft für ihren schönen Liebhaber entscheidet sich Anna schließlich für letzteren – obwohl sie dafür ihren geliebten kleinen Sohn bei seinem Vater zurücklassen muss. Es ist der erste Schritt in eine Tragödie, an deren Ende das Leben aller Beteiligten in Trümmern liegt.

Leo Tolstois berühmter Roman über den Konflikt zwischen Individuum und Gesellschaft in der streng hierarchisierten Gesellschaftsordnung des zaristischen Russland ist bereits mehrfach für das Kino verfilmt worden. In der Titelrolle brillierten Darstellerinnen wie Greta Garbo, Vivien Leigh und Sophie Marceau.

Keira Knightley, die zuvor schon in „Stolz und Vorurteil“ (2005) und „Abbitte“ (2007) mit Regisseur Joe Wright zusammengearbeitet hatte, spielt ihre Version der Anna Karenina in einem außergewöhnlich und sehr raffiniert stilisierten Drama, das die Romanhandlung ästhetisch in den Rahmen einer Theateraufführung setzt. Dabei agieren sämtliche Figuren ganz konkret auf einer gesellschaftlichen Bühne, die ihnen kaum Raum für ihre persönlichen Wünsche und Gefühle lässt, sondern sie als Träger einer festgelegten Rolle in prachtvoller Ausstattung öffentlich ausstellt.

Samstag, 21.12. / 01:15 Uhr / Das Geheimnis der Meister – Rembrandt
Film von Jaap van der Werff und Finbarr Wilbrink
(Erstsendung: 02.01.2019)
3sat

Ein Experten-Team geht unter der Leitung des Künstlers und Moderators Jasper Krabbé auf Spurensuche: Es rekonstruiert bedeutende Werke der niederländischen Malerei.

Auf der Suche nach den originalen Farben, dem Pinselstrich, der Lichtstimmung und Farbgebung – kurz: nach dem Ausdruck des berühmten Bildes – lernt man das Werk ganz neu kennen. Bei Rembrandt geht es um ein Selbstporträt aus den jungen Jahren des Malers.

Warum ist das Porträt so dunkel, wie erzeugte Rembrandt die magische Stimmung auf diesem Gesicht? Filmregisseur Peter Greenaway stellt den Lichteinfall mit Kamera und Lampen nach und kommt zu einem erstaunlichen Ergebnis.

Samstag, 21.12. / 01:55 Uhr / Das Geheimnis der Meister – Vermeer
(Erstsendung: 22.12.2017)
3sat

Ein Experten-Team geht unter der Leitung des Künstlers und Moderators Jasper Krabbé auf Spurensuche: Es rekonstruiert bedeutende Werke der niederländischen Malerei.

Auf der Suche nach den originalen Farben, dem Pinselstrich, der Lichtstimmung und Farbgebung – kurz: nach dem Ausdruck des berühmten Bildes – lernt man das Werk ganz neu kennen. Bei Vermeer geht es um das „Mädchen mit dem Perlenohrgehänge“.

Warum fesselt uns der Blick des Mädchens seit Jahrhunderten? Wie hat Vermeer das gemacht?

Sonntag, 22.12. (4. Advent) / 06:15 Uhr / Norwegen lesen!
Frankfurter Buchmesse 2019
Film von Lotar Schüler und Stefan Gagstetter
(Erstsendung: 12.10.2019)
3sat

Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2019 ist Norwegen. Die „Kulturzeit“-Autoren Lotar Schüler und Stefan Gagstetter begeben sich auf literarische Spurensuche im Land der Fjorde.

Norwegische Schriftsteller sind deutschsprachigen Lesern nicht unbekannt, Karl Ove Knausgård feiert Erfolge beim Publikum, Klassiker der norwegischen Literatur wie Henrik Ibsen haben großen Einfluss auf die europäische Kultur ausgeübt.

Lotar Schüler und Stefan Gagstetter widmen sich dem hohen Norden, wo Knut Hamsun geboren wurde, genauso wie der Hauptstadt Oslo, sie sprechen mit Dramatikern und mit Erzählern, fragen nach dem Platz Norwegens in der prekären europäischen Gegenwart sowie nach dem Eigensinn der Bewohner des Landes. Nicht zuletzt sind die Beziehungen zwischen Norwegen und Deutschland ein Thema der Sendung.

Sonntag, 22.12. (4. Advent) / 10:10 Uhr / Gottschalk liest?
(Erstsendung: 10.12.2019)
ARD/BR

Im oberbayerischen Kolbermoor nehmen auf dem Sofa neben dem Kabarettisten und Autor Gerhard Polt die Schriftstellerin Jackie Thomae und der Journalist und Erfolgsautor Jan Weiler Platz.

Gerhard Polt hat kein Buch dabei, ist aber als Sprachkünstler und Literaturliebhaber ein Thomas Gottschalk hochwillkommener Gast, der eigene Empfehlungen dabei hat und mit seiner trockenen Sprachakrobatik die aktuelle Literaturszene aufs Korn nimmt.

Jackie Thomae hat es mit ihrem aktuellen Roman „Brüder“ auf die Shortlist für den Deutschen Buchpreis geschafft. Die Schriftstellerin greift das Thema zweier junger Männer auf, die den gleichen Vater haben, aber weder ihn noch sich gegenseitig kennen. Der Roman wirft ein Schlaglicht auf die aktuelle Befindlichkeit in Deutschland, ohne Rassismus zum zentralen Thema zu machen, und stellt die grundsätzliche Frage, wie wir werden, wer wir sind.

Jan Weiler, Bestsellerautor und Journalist, bringt seinen aktuellen Roman „Kühn hat Hunger“ mit, den mittlerweile dritten Teil der Krimireihe um Kommissar Kühn, der in eine männliche Identitätskrise schlittert und mit dem zeitgenössischen Frauenbild hadert.

Sonntag, 22.12. (4. Advent) / 11:00 Uhr / Roter Samt und Bühnenstaub – Die Wiener Staatsoper
Film von Jennifer Rezny
(Erstsendung: 01.06.2019)
ORF

Die Wiener Staatsoper ist einzigartig: Kein anderes Opernhaus der Welt hat so viele Stücke im Repertoire, kaum eines leistet sich heute noch ein so großes Ensemble.

2019 feiert das Haus am Ring sein 150. Jubiläum: ein würdiger Anlass, hinter die Kulissen der Institution Staatsoper zu schauen und alle die zu Wort kommen zu lassen, die das kreative Kraftwerk tagtäglich mit Leben erfüllen – vor und hinter der Bühne.

Die Staatsoper gehört zu Wien wie der grantige Kellner zum Wiener Caféhaus. Seit 150 Jahren ist das Haus am Ring einer der wichtigsten Kulturbetriebe Österreichs und eines der renommiertesten Opernhäuser der Welt. Jedes Jahr kommen Hunderttausende Besucher aus aller Welt und genießen den Zauber dieser ganz besonderen Location.

Um diesen Zauber entstehen zu lassen, arbeiten von früh bis spät fast 1000 Menschen engagiert vor und hinter den Kulissen im Schichtbetrieb. Sie sind der Atem, die Seele, der Pulsschlag des Hauses. Um Chaos zu vermeiden und insgesamt mehr als 50 Opern im Jahr auf die Bühne zu bringen, braucht es ein streng hierarchisches System. Zeitdruck und Lampenfieber sind Alltag – und doch strahlen die meisten Mitarbeiter, von der Sängerin bis zum Bühnenarbeiter, spielerische Gelassenheit aus. Darüber hinaus hat man das Gefühl, einem perfekt organisierten Team zu begegnen, das vor Kreativität sprüht und trotzdem mit Bürokratie und Beamtentum der altehrwürdigen Institution Staatsoper zurechtkommt. Das „erste Haus am Ring“ ist ein schrulliges und überraschend unglamouröses Universum.

Die Dokumentation „Roter Samt und Bühnenstaub – Die Wiener Staatsoper“ taucht anlässlich des 150. Geburtstages der Oper in dieses Universum ein und rückt die Menschen ins Rampenlicht, die mit vereinten Kräften jeden Tag den Mechanismus Staatsoper am Laufen halten. Mit dabei sind unter anderen der musikalische Studienleiter Thomas Lausmann, der frühmorgens das ausgeklügelte Probenplansystem erstellt, mit dem der Arbeitstag in der Oper steht oder fällt, Maestro Suggeritore Mario Perktold, der es sich an seinem winzigen Arbeitsplatz unter der Bühne gern gemütlich macht, Maskenbildnerin Beate Krainer, die nach 25 Dienstjahren immer noch Freude daran hat, Plácido Domingos Kopf zu vermessen, Martin Popp und sein Kollege Hans-Peter Fuchs aus der Herren-Repertoireschneiderei, die wie ein altes Ehepaar sprichwörtlich aus dem Nähkästchen plaudern, Ensemblemitglied und Sopranistin Daniela Fally, die weiß, dass sich hinter dem Ego einer Sängerin manchmal eine kleine Unsicherheit verbirgt, das Dreiergespann vom Schnürboden, genannt Flocke, Schabi und Stefferl, bei denen eigentlich rund um die Uhr der Schmäh rennt, Regieassistent Wolfgang Schilly, dessen größte Liebe die Oper ist und – last but not least – Feuerwehrmann Franz, der mit stoischer Würde seit nunmehr 35 Jahren seine nächtlichen Kontrollrunden dreht.

Sonntag, 22.12. (4. Advent) / 11:45 Uhr / Galakonzert mit Lang Lang, Mariss Jansons und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Herkulessaal München, 2018

Mit Lang Lang (Klavier)

Programm:
– W. A. Mozart: Andante aus dem Klavierkonzert KV 467
– Leonard Bernstein: Ouvertüre zu „Candide“

Orchester: Symphonieorchester des, Bayerischen Rundfunks
Musikalische Leitung: Mariss Jansons

Ein Feuerwerk aus klingenden Kostbarkeiten präsentieren Mariss Jansons und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks 2019 bei ihrem Galakonzert aus dem Münchner Herkulessaal.

Die musikalische Reise führt durch Europa, Amerika und Asien und spannt den Bogen von Brahms und Dvořák über Mascagni bis zum diesjährigen Jubilar Leonard Bernstein und dessen „Candide“-Ouvertüre. Stargast des Abends ist der chinesische Pianist Lang Lang.

Er bringt das Publikum mit dem Andante aus Mozarts Klavierkonzert KV 467 zum Träumen, hat aber auch eine mitreißende Kostprobe eines populären Klavierkonzerts aus seiner Heimat im Gepäck.

Auch anschließend bleiben Jansons und die Musiker des Symphonieorchesters des BR in Fernost und spielen einen japanischen Männertanz. Weitere Programm-Highlights sind ein melodienseliges Intermezzo von Mascagni, der „Ungarische Tanz“ von Brahms, eine spanische Zarzuela von Chapí und rumänische Folklore von Ligeti.

Sonntag, 22.12. (4. Advent) / 14:10 Uhr / Billy Elliot – I Will Dance
Spielfilm, Großbritannien 2000
ZDF

Billy Elliot: Jamie Bell
Mrs. Wilkinson: Julie Walters
Vater Elliot: Gary Lewis
Tony Elliot: Jamie Draven
Großmutter: Jean Heywood

Regie: Stephen Daldry
Länge: 101 Minuten

1984: In Durham im Nordosten Englands lebt der elfjährige Billy mit Vater, Bruder und Großmutter in Eintracht zusammen, bis er seine Leidenschaft und sein Talent für das Tanzen entdeckt.

Das emotional bewegende, hervorragend gespielte Regiedebüt von Stephen Daldry ist ein gelungenes Wechselspiel von Rührung und Komik, Poesie und Realismus.

Es ist eine Männerwelt, die Welt der Bergarbeiter. Sie streiken, liegen im Clinch mit der Thatcher-Regierung, die die Macht der Gewerkschaften ein für alle Mal brechen will. Hier lebt der elfjährige Billy mit seinem Vater Jackie, seinem Bruder Tony und der Großmutter. Die Mutter starb früh. Regelmäßig schickt der Vater Billy ins Boxtraining, obwohl die 50 Pence dafür eigentlich schon zu viel für die am Rand des Existenzminimums lebende Bergarbeiterfamilie sind.

In der Halle, in der die Jungen boxen, trainiert Mrs. Wilkinson auch ihre Ballettschülerinnen. Billy fühlt sich angezogen von den rhythmischen, eleganten, disziplinierten Bewegungen – eigentlich soll er nur einen Schlüssel abgeben, doch das Tanzen fasziniert ihn.

Mrs. Wilkinson erkennt sein Talent und lässt ihn in ihrer Gruppe mitmachen. Seinem Vater verheimlicht Billy seine neue Leidenschaft – offiziell geht er weiter zum Boxen. Bestärkt in seinem Wunsch, Tänzer zu werden, fühlt sich der Junge durch die Erinnerung an seine Mutter, die seine musische Neigung förderte, und die Großmutter, die – leicht verwirrt – immer von sich behauptet, auch sie wäre beinahe eine große Tänzerin geworden.

Doch in der übersichtlichen Kommune, in der jeder jeden kennt, bleibt Billys „unmännliches“ Treiben nicht ewig verborgen. Der Vater verbietet den Ballettunterricht: Tanzen ist in seinen Augen nur etwas für Frauen und Schwule. Mrs. Wilkinson jedoch ist Testosteron-geschwängerten Auftritten aufgebrachter Männer gegenüber resistent. Sie lässt sich nicht einschüchtern, ermutigt den Jungen, seinem Herzen zu folgen, und gibt ihm heimlich Privatstunden.

Unterdessen spaltet ein Streik die Kommune in zwei Teile. Die Auseinandersetzungen zwischen den streikenden Gewerkschaftlern, Streikbrechern aus den eigenen Reihen und der Polizei werden immer erbitterter.

Montag, 23.12. / 06:00 Uhr / Weihnachtssingen in Raitenhaslach
Mit Duschlhof G’sang, Gerzkopf Geigenmusi, In Hofer Dreigesang, Soatntriologie, Bläser der Schladl-Musi und Chor des Münchner Advent

Musikalische Leitung: Otto Dufter
(Erstsendung: 24.12.2018)
ARD/BR

In Burghausen an der Salzach kann man außer der längsten Burganlage Europas auch eine der schönsten Barockkirchen Bayerns, die zum Zisterzienserklosters Raitenhaslach gehörte, bewundern.

Für den Heiligen Abend gestalten hier traditionsbewusste Sänger und Musikanten aus Oberbayern, Niederbayern und dem Salzburger Land ein festliches Weihnachtssingen mit alpenländischen Liedern und Weisen, die anders anmuten als kommerzielle Weihnachtslieder.

Die musikalische Leitung übernimmt Otto Dufter, selbst Volksmusikant und Leiter der Musikschule Grassau, die als Talentschmiede für den Volksmusik-Nachwuchs gilt.

Der Schauspieler und BR-Sprecher Peter Weiß trägt dazu Texte des Schriftstellers Gerd Holzheimer vor, die sich dem Sinn der Weihnachtszeit aus einem ungewohnten Blickwinkel nähern und damit auch Menschen ansprechen, die sich mit religiösen Themen schwer tun.

Montag, 23.12. / 06:45 Uhr / Weihnachten in aller Welt
Aus der Klosterkirche Rohr

Mit dem Gaststar Franco Fagioli
Chor: Chor des Bayerischen Rundfunks
Orchester: Münchner Rundfunkorchester
Musikalische Leitung: Howard Arman
Moderation: Judith Milberg
(Erstsendung: 24.12.2017)
ARD/BR

Eine ebenso festliche wie abwechslungsreiche Weihnachtssendung präsentieren der Chor des Bayerischen Rundfunks und das Münchner Rundfunkorchester unter der Leitung von Howard Arman.

Als Gaststar konnte der auf den großen Bühnen der Welt gefeierte argentinische Countertenor und Ausnahmekünstler Franco Fagioli gewonnen werden. Auf dem Programm steht eine musikalische Reise mit Weihnachtsliedern und -melodien aus aller Welt.

Überall, wo das christliche Weihnachtsfest gefeiert wird, haben sich über die Jahrhunderte hinweg andere regionale Bräuche ausgebildet, die jedoch eines eint: das Singen, Spielen und Hören von weihnachtlicher Musik. Die Sendung führt von Deutschland über England, Frankreich, Italien, Polen, Russland und Griechenland bis nach Nord- und Südamerika. Traditionelle Volkslieder wie „Noche anunciada“ und „Tochter Zion“ sind dabei ebenso zu hören wie barocke Meisterwerke, darunter Vivaldis „Gloria“ oder die berühmte Arie „Rejoice, rejoice“ aus Händels Oratorium „Messiah“. Die Musik der Romantik ist mit Werken von Berlioz und Rebikow vertreten.

Die Aufzeichnung findet in der Klosterkirche der Benediktinerabtei Rohr in Niederbayern statt. Sie ist ein Werk des Baumeisters, Bildhauers und Stuckateurs Egid Quirin Asam, der zu den bedeutendsten Künstlern des Barock zählt. Sein frei im Raum stehender, plastisch gestalteter Hochaltar mit eindrucksvollen Skulpturen war für damalige Zeit gewagt und gilt als kunsthistorische Besonderheit.

Dienstag, 24.12. (Heiligabend) / 11:50 Uhr / Oh du Fröhliche ~ Die Geschichte eines Weihnachtsliedes
Film von Andeas Heineke
(Erstsendung: 15.12.2018)
ARD/NDR

„O du Fröhliche“ gehört zu den bekanntesten Weihnachtslieder weltweit. Geschrieben wahrscheinlich im Jahr 1815 in Weimar. Das Heer Napoleons ist gerade besiegt, neue Hoffnung bricht an.

Auch für die Kriegswaisen, um die sich der Schriftsteller und Laientheologe Johannes Daniel Falk kümmert und für die er dieses Lied schreibt. Der Film begleitet Moderator Julian Sengelmann auf einer Zeitreise nach Weimar zu Beginn des 19. Jahrhunderts.

Die Folgen des Krieges sind überall noch spürbar. Auch in der Familie von Johannes Daniel Falk, der vor 250 Jahren geboren wurde. Vier seiner eigenen Kinder sterben. Er und seine Frau Caroline öffnen den Kriegswaisen ihr Haus. In Hamburg tut Johann Hinrich Wichern später dasselbe und gründet das „Rauhe Haus“. Das ist der Beginn der sozialen Arbeit der Kirchen.

In Weimar und Hamburg spürt Julian Sengelmann der Geschichte von „O Du Fröhliche“ nach und spricht dabei mit prominenten Gesprächspartnern – Orte, in denen das Lied entstanden ist, in denen es gesungen und dadurch weltbekannt wurde.

Dienstag, 24.12. (Heiligabend) / 20:15 Uhr / Die 3 Tenöre – Das Weihnachtskonzert
Wiener Konzerthaus, 1999

Mit Plácido Domingo, Luciano Pavarotti und José Carreras

Chor: Gumpoldskirchner Spatzen
Orchester: Wiener Symphoniker
Musikalische Leitung: Elisabeth Ziegler, Steven Mercurio

Regie: David Mallet
ORF

3sat zeigt das Weihnachtskonzert, das Plácido Domingo, Luciano Pavarotti und José Carreras am Vorabend des Weihnachtsfests 1999 vor begeistertem Publikum im Wiener Konzerthaus gaben.

Begleitet wurden die drei Tenöre vom Kinderchor Gumpoldskirchner Spatzen und den Wiener Symphonikern unter der Leitung von Steven Mercurio. Regie führte der britische Topregisseur David Mallet, der unter anderem mit Queen erfolgreich zusammengearbeitet hat.

Auf dem Programm stehen Weihnachts-Hits wie „White Christmas“, „Jingle Bells“, „Feliz Navidad“ und „Stille Nacht“ sowie Wiegenlieder von Johannes Brahms und Richard Strauss.

Dienstag, 24.12. (Heiligabend) / 21:35 Uhr / Christmas in Vienna
Wiener Konzerthaus, 2018

Mit Valentina Nafomita (Sopran), Angela Denoke (Sopran), Carlos Osuna (Tenor) und Adrian Eröd (Bariton)

Chor: Wiener Singakademie, Wiener Sängerknaben
Orchester: ORF Radio-Symphonieorchester, Wien
Musikalische Leitung: Christian Arming

Regie: Felix Breisach
ORF

Das jährlich stattfindende Adventskonzert „Christmas in Vienna“ aus dem Wiener Konzerthaus bietet einen musikalischen Ausflug in weihnachtliche Traditionen aus aller Welt.

Das Konzert versammelt ein Quartett von international renommierten Sängergrößen: die beiden Sopranistinnen Valentina Nafornita und Angela Denoke, den Tenor Carlos Osuna und den Bariton Adrian Eröd.

Das musikalische Programm erstreckt sich dabei vom klassischen Repertoire über traditionelle Weihnachtslieder aus aller Welt bis hin zu populären Weihnachtsliedern.

Neben der Wiener Singakademie sind auch die Wiener Sängerknaben wieder mit dabei. Begleitet werden sie vom ORF Radio-Symphonieorchester Wien unter der Leitung von Christian Arming.

Das Adventskonzert beweist immer wieder aufs Neue, dass Weihnachten eine Zeit des Miteinanders ist und Menschen nicht nur musikalisch über die Grenzen hinweg miteinander verbindet.

Dienstag, 24.12. (Heiligabend) / 23:10 Uhr / Das ewige Lied – Stille Nacht
Fernsehfilm, Österreich/Deutschland 1997
ORF

Josef Mohr: Tobias Moretti
Franz Gruber: Heio von Stetten
Nöstler: Erwin Steinhauer
Schlagerer: Michael Mendl
Burgschwaiger: Jörg Hube

Buch: Franz Xaver Bogner
Regie: Franz Xaver Bogner
Länge: 119 Minuten

Hilfspfarrer Josef Mohr kommt 1818 nach Oberndorf bei Salzburg. In einer Zeit politischer Umbrüche und wirtschaftlicher Not schreibt er zusammen mit dem Lehrer Franz Gruber ein Weihnachtslied.

Die Hauptrollen in Franz Xaver Bogners fiktiver Entstehungsgeschichte des wohl berühmtesten Weihnachtslieds der Welt „Das ewige Lied“ spielen Tobias Moretti, Heio von Stetten und Erwin Steinhauer.

Auf dem Wiener Kongress hat Europa eine Neuordnung erfahren. Im Zuge dieser Ereignisse verliert das geistliche Fürstentum Salzburg seine Selbständigkeit. Ein Teil Salzburgs kommt 1816 zu Bayern und der größere Teil, darunter auch Oberndorf, zu Österreich. Die Salzach wird zur Staatsgrenze. Der Fluss war jahrhundertelang die Grundlage für Wohlstand: Die Bevölkerung lebte von der Fluss-Schifferei, dem Schiffbau und insbesondere dem Salz-Transport, auf dem sie ein Monopol sind. Doch seit Oberndorf zu Österreich gehört, sind die Zölle entfallen, wodurch es den Menschen zunehmend schlechter geht.

Darüber hinaus unternimmt der skrupellose Kaufmann Burgschwaiger alles, um auch noch das Monopol zu brechen. Zwischen ihm und den Bewohnern herrscht Krieg, denn Burgschwaiger versucht, die Schiffer durch den Bau einer Eisenbahntrasse entlang der Salzstraße um ihre Existenz zu bringen. Der junge Priester Mohr stellt sich auf die Seite der armen Schiffer, selbst als seine Stelle auf dem Spiel steht. Gemeinsam mit dem Lehrer und Organisten Franz Gruber versucht er, der Not leidenden Bevölkerung zu helfen. In diesen Wirren schreiben die beiden das „Ewige Lied“ für die Christmette als Symbol friedlichen Miteinanders. Später wird es als „Stille Nacht, heilige Nacht“ weltberühmt.

Mittwoch, 25.12. (1. Weihnachtsfeiertag) / 10:25 Uhr / Nussknacker und Mausekönig
Opernhaus Zürich, 2017
Bühnenbild: Rufus Didwiszus
Choreografie: Christian Spuck
SRF

Mit der fantasievollen Musik Tschaikowskis gehört der „Nussknacker“ zu einem der beliebtesten Werke des Ballett-Repertoires. Der Handlung liegt ein Märchen von E. T. A. Hoffmann zugrunde.

Hoffmanns meisterhafte Märchen-Erzählung springt virtuos hin und her zwischen Traum und Wirklichkeit und verschachtelt mehrere Erzählebenen ineinander. Auf dem Weg zum Ballett-Libretto hat seine Geschichte viel von ihrer schwarzromantischen Fantastik verloren.

Der zweite Akt des Balletts etwa besteht im Libretto von Alexandre Dumas und Marius Petipa, dem die Ballett-Produktionen seit der Uraufführung folgen, nur noch aus einem weitgehend handlungsfreien Divertissement, das eine bunte Folge von Tänzen und Ausstattungseffekten aneinanderreiht.

Der deutsche Choreograf Christian Spuck unternimmt nun in seiner „Nussknacker“-Version für das Ballett Zürich den Versuch, sich von der Dumas/Petipa-Version abzusetzen und die literarische Ursprungserzählung wieder in den Mittelpunkt zu stellen. Spuck interessiert sich mehr für E. T. A. Hoffmanns unheimliche Fantastik als für das zuckersüße Weihnachtsballett. So holt er etwa das Märchen von der in ein Nussmonster verwandelten Prinzessin Pirlipat zurück in die Handlung, das in E. T. A. Hoffmanns Version als Vorgeschichte zum Nussknacker erzählt wird.

Im Bühnenbild von Rufus Didwiszus wird die Werkstatt des Paten Drosselmeier zu einem alten Revue-Theater, in dem die Figuren des Balletts zu neuem Leben erwachen. Spucks Choreografie spielt mit dem überbordenden Figurenreichtum von E. T. A. Hoffmanns Erzählkosmos, der Skurrilität und dem überdrehten Witz, der ihnen innewohnt, aber er blickt auch in die düsteren Abgründe der Romantik.

Mittwoch, 25.12. (1. Weihnachtsfeiertag) / 20:15 Uhr / Charles Dickens‘ Weihnachtsgeschichte
(A Christmas Carol)
Fernsehfilm, Großbritannien 1984
ARD/SWR

Ebenezer Scrooge: George C. Scott
Tiny Tim: Anthony Walters
Bob Cratchit: David Warner
Mrs. Cratchit: Susannah York
Mrs. Dilber: Liz Smith

Literarische Vorlage: Charles Dickens
Buch: Roger O. Hirson
Regie: Clive Donner
Länge: 97 Minuten

Der skrupellose Geschäftsmann Scrooge verabscheut Weihnachten, weil er seinem Gehilfen einen freien Tag bezahlen muss. Von christlicher Nächstenliebe hält er nichts.

Doch diese Christnacht soll für Scrooge unvergesslich werden. Dem alten Geizhals erscheint der Geist seines verstorbenen Geschäftspartners Marley, der ihn zum Umdenken bewegen will. – Verfilmung der gleichnamigen Erzählung von Charles Dickens.

Der alte Ebenezer Scrooge ist ein hartherziger Geizkragen, wie man ihn im ehrwürdigen London wohl kaum ein zweites Mal antrifft. Für seine bedürftigen Mitmenschen hat er nur Geringschätzung übrig, und Weihnachten hält er für geld- und zeitverschwendenden Humbug.

In der Nacht zum 25. Dezember jedoch erhält er unerwarteten Besuch. Der Geist seines verstorbenen Geschäftspartners Jacob Marley sucht ihn auf, um ihn vor einem schrecklichen Schicksal zu warnen. Die schaurige Erscheinung ist an eine lange, schwere Eisenkette gefesselt. Jene Kette, die er sich mit seiner Hartherzigkeit, seiner Gier und seinem Geiz im Leben selbst geschmiedet hat. Marley bietet Scrooge nun eine Möglichkeit, sich zu bessern und seine eigene, jetzt noch unsichtbare Kette abzustreifen. Dazu werden ihn drei Geister aufsuchen.

Zunächst erscheint Scrooge tatsächlich der Geist der vergangenen Weihnacht und nimmt ihn mit auf eine Reise in seine eigene Vergangenheit, wo er sich selbst als einsamen und verlassenen Knaben sieht, da sein Vater ihm nicht vergeben konnte, dass seine Mutter bei seiner Geburt im Kindbett gestorben war. Auch zeigt der Geist ihm seine große Liebe Belle wieder, deren Gunst er durch seinen damals aufkeimenden Geiz verloren hat.

Verwirrt fällt Scrooge in unruhigen Schlaf, als ihm der zweite angekündigte Besucher, der Geist der gegenwärtigen Weihnacht, erscheint. Der riesenhafte Geselle führt Scrooge durch den Weihnachtstag all seiner direkten Mitmenschen: seinem Angestellten Cratchit mit seinem kranken Sohn Tiny Tim, seinem Neffen Fred und seiner Familie – und auch in die Armenviertel. Überall sorgt die Weihnachtszeit für feierliche Stimmung, Scrooge aber wird mit seinen hartherzigen Aussagen konfrontiert, dass es doch für solche Menschen Gefängnisse und Arbeitshäuser gebe.

Kurz darauf erscheint auch noch der Geist der zukünftigen Weihnacht, eine durch und durch düstere Erscheinung, die ihm vor Augen führt, was Geiz und Gier in dieser Welt alles anrichten können. Als Scrooge dann auch noch auf dem Friedhof mit seinem eigenen kargen, ungepflegten Grab konfrontiert wird, bricht er zusammen und gelobt auf seinen Knien, sich zu bessern und Weihnachten in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in seinem Herzen zu bewahren.

Plötzlich befindet Scrooge sich am Morgen des 25. Dezembers wieder in seinem Schlafzimmer, als wäre er nie weg gewesen. Erleichtert springt er durch das Zimmer, voll guter Vorsätze für sein „neues Leben“. Und Scrooge wird seinem Schwur vor den Geistern mehr als gerecht.

Die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens ist eine der am häufigsten für Theater und Film adaptierten Texte der Literaturgeschichte und erfreut sich jedes Jahr wieder äußerster Beliebtheit. Diese 1984 von Regisseur Clive Donner in England fürs Fernsehen produzierte Version zählt zu einer der besten Verfilmungen. Dies liegt nicht zuletzt an der kongenialen Besetzung des Geizkragens Ebenezer Scrooge mit George C. Scott. Der Oscar-prämierte Amerikaner (1971 als General „Patton“ ausgezeichnet) verkörpert perfekt die dunkle Seite des geschäftstüchtigen alten Einzelgängers, der erst durch Geistererscheinungen an seine menschliche Seite erinnert wird. Generationen von Fans liegen nicht falsch: Hier finden sie die perfekte Weihnachtsbotschaft.

Donnerstag, 26.12. (2. Weihnachtsfeiertag) / 09:10 Uhr / Weihnachtskonzert mit Telemann und Händel
Diego Fasolis dirigiert das Orchester „I Barocchisti“
Erstausstrahlung
SRF

Weihnachtszeit ist Musikzeit! Dabei bilden Georg Philipp Telemanns Kantaten ein ideales Weihnachtsoratorium. Das Adventskonzert steht unter der Leitung von Diego Fasolis.

Der arbeitsame Georg Philipp Telemann soll Zeit seines Lebens rund 1700 Kantaten komponiert haben. Er war eine der prägenden Gestalten des europäischen Barocks. Gespielt wird das Adventskonzert von den Barocchisti, einem Barockensemble aus dem Tessin.

Die Barocchisti genießen einen ausgezeichneten Ruf für Aufführungen Alter Musik auf historischen Instrumenten. Begleitet werden sie vom Schweizerischen Rundfunkchor.

Donnerstag, 26.12. (2. Weihnachtsfeiertag) / 10:50 Uhr / Winterklang Werfenweng: Michael Schade singt Bach
Pfarrkirche Werfen, Österreich 2018

Mit Michael Schade, Sophie Karthäuser, Christian Immler u.a.

Chor: Salzburger Bachchor
Orchester: Bach Consort Wien
Musikalische Leitung: Rubén Dubrovsky

An der Seite von Star-Tenor Michael Schade singen Sophie Karthäuser, Christian Immler, Katharina Magiera und der Salzburger Bachchor in der Pfarrkirche Werfen im Bezirk St. Johann im Pongau.

Die Musik aus dem Weihnachtsoratorium wird vom Bach Consort Wien unter der Leitung von Rubén Dubrovsky gespielt. Die unverwechselbare Musik von Johann Sebastian Bach untermalt dabei die Impressionen der winterlichen Landschaft von Werfenweng.

Wie keine andere ist die Zeit um Weihnachten mit Erwartungen und Sehnsüchten verknüpft. Unabhängig von jeder religiösen Zugehörigkeit suchen Menschen nach Ruhepolen um sich herum und in sich, nach Authentizität, Gemeinschaft und einer spirituellen Konzentration auf das Wesentliche. Dabei ist keine Zeit des Jahres mehr als diese von Hektik, oberflächlicher Konsumüberflutung, Kitsch, Aggression und Verlorenheit geprägt. Die Herbergssuche der Weihnachtsgeschichte stößt die Suche an nach der Herberge in sich selbst und bei anderen, in einer täglich unbegreiflicher werdenden Wirklichkeit.

Die Mitwirkenden der Aufführung werden, ebenso wie das Publikum, zu Repräsentanten dieser Suche: Was als mehr oder weniger alltägliche vorweihnachtliche Konzertreise beginnt, wird zur gemeinsamen Reise in eine elementare, eindrucksvolle Natur- und Kulturlandschaft. Die Pfarrkirche Werfen wird dabei zur Arche oder – zeitgemäßer ausgedrückt – zum „Raumschiff“, in dem Musik und Handlung des Oratoriums sich verbinden mit den visuellen Eindrücken der Region.

Die „Passagiere“ des Raumschiffs, deren Lebenstempo durch die Geschwindigkeit von Kommunikations- und Transportmitteln geregelt ist, lassen sich nicht nur auf den Rhythmus der Musik ein, sondern auch auf den der Natur, ihr – für Vegetation und Tierwelt überlebensnotwendiges – Innehalten. In der Aufführung selbst wird die klassische „frontale“ Konzertsituation behutsam aufgelockert, durch Andeutungen von szenischer Interaktion und durch eine Lichtregie, die Beziehungsinseln zwischen den Akteuren oder auch zwischen Musikern und Publikum schafft.

Freitag, 27. 12.: 3satThementag: Heitere Aussichten

Freitag, 27.12. / 23.10 Uhr / Das große Comeback
Fernsehfilm, Deutschland 2011
ZDF

Hansi Haller: Uwe Ochsenknecht
Ute Meier-Thiel: Andrea Sawatzki
Heike Plausen: Valerie Niehaus
Henning Silvester: Konstantin Wecker
Horst Büggel: Michael Brandner

Buch: Mark Werner: Regie: Tomy Wigand
Länge: 88 Minuten

Schlagersänger Hansi Haller ist am Tiefpunkt seiner Karriere. Sein Hit „Oh-La-La-Larissa“ liegt über 20 Jahre zurück, sein Plattenvertrag ist gekündigt. Nun soll er abserviert werden.

Die Agentur überlegt, wie sie den Altstar entsorgen kann. Aber dann kommt die Frau vom Fernsehen: Ute Meier-Thiel. Sie arbeitet seit 21 Jahren beim Sender TL4. Doch auch ihre Tage sind gezählt: Junge Konkurrenz rückt nach. Nun hofft sie auf eine Chance.

Als sie zufällig in ihrer Stammkneipe das Gespräch zwischen den Agenten Schwens & Dreher über den gescheiterten Schlagerstar Hanis Haller belauscht, kommt ihr die rettende Idee: Sie will Hansi Haller als größenwahnsinnigen Ex-Schlagerstar bei seinem scheiternden Comeback hautnah mit der Kamera begleiten und ihren Sender TL4 mit dem voyeuristischen Reality-Format wieder auf Erfolgskurs bringen.

Schauplatz der Fernseh-Doku soll Bad Böhlen sein, tief in der Eifel mit der zweifelhaften Auszeichnung als das einzige Hansi-Haller-Fandorf Deutschlands. Doch Ute hat ihre Rechnung ohne Hansi und seine treuen Fans gemacht.


Samstag, 28.12. / 3satThementag: Liebeslustig
Samstag, 28.12. / 20:15 Uhr / Blondinen bevorzugt
(Gentlemen Prefer Blondes)
Spielfilm, USA 1953
ARD/BR

Lorelei Lee: Marilyn Monroe
Dorothy Shaw: Jane Russell
Sir Francis Beekman: Charles Coburn
Ernie Malone: Elliott Reid
Gus Edmond Jr.: Tommy Noonan
Henry Spofford III: George Winslow

Regie: Howard Hawks:
Länge: 88 Minuten

Die beiden Tänzerinnen Lorelei Lee und Dorothy Shaw, die eine blond, die andere brünett, stammen aus der amerikanischen Kleinstadt Little Rock. Lorelei möchte den reichen Gus Esmond heiraten.

Mit einem Dampfer reisen beide von den Vereinigten Staaten nach Europa, wo in Paris die Hochzeit stattfinden soll. Doch Gus‘ Vater ist gar nicht begeistert und engagiert den Privatdetektiv Malone, der die jungen Frauen beobachten und die Hochzeit verhindern soll.

Malone und Dorothy entwickeln eine Zuneigung zueinander. Da die blonde Braut aber unterwegs wohlhabenden Männern und teuren Edelsteinen nur schwer widerstehen kann, gibt es viele tumultartige Verwechslungen, verliebte Millionäre, eifersüchtige Ehefrauen und Missverständnisse, bevor endlich eine Doppelhochzeit stattfinden kann.

Howard Hawks Kultkomödie „Blondinen bevorzugt“ bot Marilyn Monroe eine Paraderolle. Songs wie „Diamonds Are a Girl’s Best Friend“ wurden zum Klassiker.

Samstag, 28.12. / 21:45 Uhr / Wie klaut man eine Million?
(How to Steal a Million)
Spielfilm, USA 1966
ARD/BR

Nicole Bonnet: Audrey Hepburn
Simon Dermott: Peter O’Toole
Davis Leland: Eli Wallach
Charles Bonnet: Hugh Griffith
DeSolnay: Charles Boyer

Regie: William Wyler
Länge: 118 Minuten

Als Kunstliebhaber und Besitzer wertvollster Meisterwerke hat es Charles Bonnet zu Ruhm gebracht. Der Pariser verheimlicht der internationalen Kunstszene nur ein winziges Detail.

Er malt die berühmten Werke selbst. Der überaus agile und hochbegabte Fälscher bringt mit seiner heimlichen Leidenschaft Tochter Nicole immer wieder zur Verzweiflung. Vergeblich versucht sie, ihren eigenwilligen Vater davon abzuhalten, seinen neuesten Coup zu landen.

Er will die Cellini-Venus – die in Wirklichkeit Nicoles Großvater nach dem Abbild der Großmutter geformt hat – dem Pariser Museum als Leihgabe für eine internationale Ausstellung überlassen. Als das wertvolle Stück für eine Million Dollar versichert werden soll, droht Bonnets Schwindel aufzufliegen, denn ein Schweizer Fachmann ist angehalten, die Originalität der Venus zu überprüfen.

Nicole, die ihren Vater unter allen Umständen vor einer Blamage bewahren will, bittet den ungewöhnlich charmanten Einbrecher Simon Demott um Hilfe. Gemeinsam versuchen sie das Unmögliche: die falsche Venus aus dem Museum zu stehlen, bevor der Schweizer Experte dem Betrug auf die Schliche kommen kann.

Meisterregisseur William Wyler erzählt in der amüsanten Gaunerkomödie „Wie klaut man eine Million?“, wie eine junge Frau mithilfe eines cleveren Diebes versucht, ihren Vater davor zu bewahren, als Fälscher einer berühmten Venusstatue entlarvt zu werden. In den Hauptrollen glänzen Audrey Hepburn und Peter O’Toole.

Sonntag, 29.12. / 3satThementag: Wilde Western
Montag, 30. 12. / 3satThementag: Kabarett & Comedy


Dienstag, 31. 12. / 3satThementag: Pop around the Clock

06:45 Uhr: John Fogerty: My 50 Year Trip – Live at Red Rocks

Red Rocks Amphitheatre, Morrison, Colorado (USA), 2019
Regie: Jeff Richter
Erstausstrahlung
3sat

Am 20. Juni 2019 feiert John Fogerty im Red-Rocks-Amphitheater Geburtstag: 50 Jahre Woodstock und 50 Jahre Hits wie „Proud Mary“, „Bad Moon Rising“ und „Who’ll Stop the Rain“, alle von 1969.

Nur fünf Jahre dauert die Erfolgsgeschichte von John Fogerty und Creedence Clearwater Revival. Im Dezember 1967 ist der Name gefunden, 1968 feiert die Band mit Songs wie „Suzie Q.“ und „I Put a Spell on You“ erste Erfolge und spielt 1969 auf dem Woodstock-Festival.

Ihre Musik ist der „Swamp-Rock“, einer Mischung aus Blues, Folk, Rock ’n‘ Roll und Cajun-Musik, die klingt, als ob die Band aus Louisiana und nicht aus Kalifornien stammt. Leider erscheint der Auftritt von CCR weder auf der Woodstock-Platte noch im Woodstock-Film: Fogerty findet den Auftritt, der nachts um 3.00 Uhr stattfindet, zu schlecht, um veröffentlicht zu werden. Erst im August 2019 erscheint der legendäre Auftritt zum ersten Mal vollständig auf Tonträgern.

Mit dem Hit „Fortuante Son“ werden CCR im November 1969 politisch: Gegenstand der Verachtung ist der „rücksichtlose Wohlhabende“, der die Macht für seine Zwecke ausnutzt. Ein klarer Verweis auf den Vietnamkrieg und die Möglichkeit, sich dem Kriegsdienst durch einen reichen Vater zu entziehen. Mit „Looking Out My Back Door“ erreichen CCR im Sommer 1970 den Höhepunkt ihrer Karriere und schaffen im Dezember 1970 mit „Hey Tonight“ einen Nummer-eins-Hit in Deutschland. Doch in der Band gärt es: John Fogerty ist inzwischen der alleinige Song-Lieferant, und sein Bruder Tom scheidet im Februar 1971 aus der Band aus. Im Juli 1972 lösen sich CCR auf, John Fogerty startet seine Solokarriere, schreibt 1975 den Hit „Rockin‘ All Over the World“, der zwei Jahre später durch Status Quo zum Welterfolg wird, und steht 2019 mit 74 Jahren auf der Bühne des Red-Rocks-Amphitheaters.

Die Kritiker sind begeistert. Die lokale Zeitung „Denver Westword“ schreibt: „Wenn sie ein Fan amerikanischer Musik sind, dann sind sie ein Fan von Creedence Clearwater Revival. Die pure Kraft und Authentizität von Fogertys Songwriting, Gesang und oftmals unterschätztem Gitarrenspiel kann nur als zeitlos bezeichnet werden.“ Ein schwedischer Kritiker schreibt: „Fogerty zählt heute zu einer raren Spezies an Künstlern, die auf der Bühne mit über 70 Jahren besser sind als vor 20 Jahren.“

07:30 Uhr: Toto: 40 Tours Around the Sun
Ziggo Dome, Amsterdam (Niederlande), 2018
Regie: Nigel Dick
Erstausstrahlung
3sat

„Für mich sind Toto die besten Musiker auf dem Planeten“, sagt Gitarrist Eddie Van Halen. 1978 erscheint ihr Debütalbum. 2018 feiern sie 40 Jahre mit einem Best-of-Album und einer Welttournee.

Am 17. März 2018 gastieren Toto in Amsterdam und begeistern mit ihren Hits 18 000 Fans. Kritiker Jan Vogel schreibt in „laut.de“: „Bühne frei für eine Band mit Pop-Rock-Kulturerbe-Format, die trotz Radio-Tauglichkeit große songwriterische Finesse offenbaren.“

Die Bühne ist schlicht, es gibt keine Projektionen, keine Inszenierungen, keine Pyrotechnik, nur Musik. Im Publikum versammeln sich mehrere Generationen, ein neunjähriger hält ein Plakat hoch, er sei Drummer und Toto-Fan. Der Kult lebt, man ist in die Jahre gekommen, aber die Band präsentiert ein Programm mit Songs für die Ewigkeit: „Hold the Line“, „Rosanna“, „Georgy Porgy“ und viele andere mehr, zum Teil akustisch arrangiert. Der Titel für die Jubiläumstour bezieht sich auf Totos ersten eigenen Song von 1976, „Miss Sun“.

Gitarrist Steve Lukather stellt dazu fest: „David, Steve, Joseph und ich freuen uns über den langjährigen Erfolg der Band und sind gleichzeitig etwas ehrfürchtig. Die Tour zum 40. Geburtstag wird für uns und alle Fans die dabei sind, eine Besondere werden.“

Die x-fachen Grammy-Gewinner gehören allerdings auch zu den meist gehassten Bands in der Progressive-Szene. Auf ihren Instrumenten Weltmeister, sind sie für einige nur schnöde Hit-Lieferanten fürs Radio. Einig sind sich aber die Meisten, das Toto zu den ganz wenigen Bands gehören, die die Perfektion ihrer Studioaufnahmen 1:1 live auf der Bühne wiedergeben können.

08:30 Uhr: The Who: Live at Kilburn
Gaumont State Theatre, Kilburn (Großbritannien), 1977
Regie: Jeff Stein
Erstausstrahlung
3sat

Im Dezember 1977 filmen 35mm-Kameras The Who für den Jeff-Stein-Film „The Kids Are All Right“ in Kilburn. Nur zwei Ausschnitte landen im Film, der Rest bleibt bis 2008 unveröffentlicht.

Am 7. September 1978, nur wenige Monate nach dem Auftritt in Kilburn, stirbt Schlagzeuger Keith Moon. Der geniale Witzbold der Band, der zusammen mit Gitarrist Pete Townshend für Exzesse zuständig ist, etabliert das Schlagzeug als Solo-Instrument in der Rockmusik.

Gefürchtet als „Moon the Loon“ – „Moon, der Irre“ -, zerlegt er unter Drogen und Alkohol stehend Hotel- und Wohnungseinrichtungen und ganz viele Drumsets. Um vom Alkohol wegzukommen, nimmt er ein verordnetes Beruhigungsmittel ein und vergreift sich am 7. September 1978 in der Dosis. 2004 wird er vom britischen Musikmagazin „Q“ zum „größten Rowdy der Rockmusik“ gewählt, und der „Rolling Stone“ setzt Moon im Jahr 2016 auf Platz zwei der 100 besten Schlagzeuger der Welt, hinter John Bonham von Led Zeppelin und vor Ginger Baker von Cream.

2002 wird das Konzert-Material entdeckt. Es sind die letzten Liveaufnahmen des originalen Line ups der Band. Während die PR-Abteilung vom „Heiligen Gral“ spricht, kursiert das Gerücht von einem schlechten Auftritt, der komplett wiederholt wurde. Sicher ist, dass die Band am Anfang noch nicht ganz warm gespielt ist, aber spätestens ab „Baba O’Riley“ wird Kilburn zu einem magischen Konzert. Gitarrist Pete Townshend bearbeitet mit Windmühlenarmen seine Les Paul, Sänger Roger Daltrey ist mit Löwenmähne und knappem Shirt über dem muskulösen Oberkörper der mikrofonwirbelnde optische Mittelpunkt, während Bassist John Entwistle den Songs das virtuose Fundament verleiht und Schlagzeuger Keith Moon sein kreatives Drumming auslebt – und nebenbei den genervten Townshend aufzieht.

09:30 Uhr: Beth Hart: Live at the Royal Albert Hall
Royal Albert Hall, London (Großbritannien), 2018
Regie: Nigel Dick
Erstausstrahlung
3sat

„Brillant, ob Schrei oder Soul“, schreibt „laut.de“ zum Beth-Hart-Konzert in London, dass am 4. Mai 2018 spektakulär beginnt: Die Sängerin geht a-cappella-singend durchs Publikum.

Von Hardrock über Blues, Rock ’n‘ Roll, Gospel und Soul reicht das Repertoire der Amerikanerin, die 1993 durch eine Castingshow bekannt wird und für viele die Janis Joplin unserer Zeit ist. 2001 spielt Beth Hart im Musical „Love, Janis“ die Rolle der Sängerin.

Ihr Markenzeichen ist ihre große markante raue Stimme, die Beth Hart mühelos in ein leises zittriges Vibrato hinabgleiten lassen kann. 1972 geboren, studiert Beth Hart zunächst Cello und Gesang in Los Angeles. 1996 arbeitet sie an ihrem ersten Album – und ist bereits gezeichnet von ihrer Alkohol- und Drogensucht, mit der sie sich auf dem 1999er-Album „Screamin‘ for My Supper“ musikalisch auseinandersetzt.

Auch das 2003er-Album „Leave the Light On“ kreist um die dunklen Stunden von Beth Hart und bringt den erhofften Durchbruch in den USA und in Europa. Inzwischen ist klar, dass Beth Hart unter einer bipolaren Störung leidet. Die Sängerin geht offen damit um und sagt 2018 im Interview mit „laut.de“: „Es fühlt sich für mich selbst einfach gut an, darüber zu sprechen. Psychische Erkrankung ist ein großer Teil meiner Geschichte, einer der größeren Kämpfe meines Lebens. Aber es hat mich nicht umgebracht. Im Endeffekt wurde ich dadurch wahrscheinlich dankbarer und mitfühlender gegenüber anderen. Ich schäme mich nicht dafür. Und vielleicht weil ich mich nicht dafür schäme, fühlt es sich so gut an, darüber zu reden.“

Auch ihre Lebensgewohnheiten auf Tour und zu Hause verändert Beth Hart, um zu überleben: Kein Alkohol, Training im Fitnessstudio, Yoga und eine gesunde Ernährung. Trotzdem verschwinden die Stimmungsschwankungen nicht vollständig, und Beth Hart gibt im Interview offen zu: „Vorgestern habe ich den ganzen Vormittag geheult. Dafür hatte ich am Abend die beste Show der ganzen Tour! Ich bin älter geworden, kein Kind mehr, und habe über die Jahre verstanden, dass das bei einer bipolaren Störung einfach dazugehört. Es ist ein ständiges Auf und Ab, aber ich kann das überstehen. Vor allem: Ich kann das friedlich überstehen. Natürlich tut es weh, aber ein bisschen Schmerz wird mich nicht umbringen. Das ist meine Taktik.“

Begleitet wird Beth Hart vom Gitarristen John Nichols, dem Bassisten Bob Marinelli um dem Schlagzeuger Bill Ransom, die über 100 Songs für dieses Konzert vorbereitet haben, weil die Sängerin sehr gerne ihr Programm noch kurz vor der Show umbaut. Ob Cover- oder Eigenkompositionen, Beth Hart liefert sich dem Publikum aus und fällt am Ende in die Arme ihres Partners, der die glückliche und erschöpfte Sängerin von der Bühne trägt.

10:30 Uhr: The Doobie Brothers: Live from the Beacon Theatre
Beacon Theatre, New York (USA), 2018
Regie: Kerry Asmussen
Erstausstrahlung
3sat

Im November 2018 präsentieren die Doobie Brothers ihre Erfolgsalben „Toulouse Street“ und „The Captain and Me“ live im New Yorker Beacon Theatre.

Bühne frei für Harmoniegesang und Rock ’n‘ Roll: „Listen to the Music“, „Jesus Is Just Alright“ und „Long Train Runnin'“ sind nur einige der Hits, die die Band mit Unterstützung einer Bläsersektion im historischen Beacon Theatre interpretieren.

2010 ist das Theater Kulisse für den Rolling-Stones-Film „Shine a Light“.

1969 noch unter dem Namen „Pud“ gegründet, nennt sich die Band ab 1970 „The Doobie Brothers“. Doobie ist die umgangssprachliche Bezeichnung für einen Zwei-Blatt-Joint. Mit ihrem zweiten Album „Toulouse Street“ und dem Song „Listen to the Music“ werden die Doobie Brothers 1972 bekannt und erreichen mit dem 1973er-Nachfolgealbum „The Captain and Me“ und dem Song „Long Train Runnin'“ den ersten Top-Ten-Hit. Die Band erlebt zahlreiche Umbesetzungen und erweitert das musikalische Spektrum ab 1975 mit Keyboarder Michael McDonald in Richtung Soul und Jazz-Rock. Er ist der Ersatz für Sänger und Gründungsmitglied Tom Johnston, der die Doobies verlässt und 1988 nach dem Weggang von Michael McDonald wieder in die Band zurückkehrt.

Im Rahmen des Beacon-Theatre-Konzerts spielen die Doobie Brothers auch den Song „Black Water“, der 1974 zunächst etwas versteckt als B-Seite einer Single erscheint. Gitarrist und Sänger Patrick Simmons kann sich noch gut an die Entstehung erinnern. Er saß im Studio und spielte in einer Pause so vor sich hin, bis ihn Produzent Ted Templeman fragte: „Was spielst Du da?“. „Ach, das ist nur so ein Riff“, antwortet Simmons. „Ich liebe das“, antwortet Templeman und fügt hinzu: „Du solltest einen Song mit diesem Riff schreiben.“ Simmons schreibt „Black Water“ in New Orleans zu Ende, wo er seine musikalischen Wurzeln hat und immer wieder in das „French Quarter“ und seiner Musiktradition zwischen Blues, Jazz und Dixieland abtaucht.

Auch seine kindlichen Leseerfahrungen mit „Tom Sawyer und Huckleberry Finn“ verarbeitet Simmons im Song, der von akustischen Gitarren und einer Violine geprägt ist. Eine überraschende A-cappella-Chorpassage macht „Black Water“ schließlich unverkennbar. Bei den Aufnahmen mit dabei ist auch Singer-Songwriter Arlo Guthrie, der das Windspiel und eine Kastenzither spielt.

11:30 Uhr: The Cure: Anniversary – Live in Hyde Park
Hyde Park, London (Großbritannien), 2018
Regie: Tim Pope
Erstausstrahlung
3sat

Am 7. Juli 2018 feiern The Cure im Londoner Hyde Park ein Bühnenjubiläum: Fast auf den Tag genau vor 40 Jahren spielt die Band am 9. Juli 1978 zum ersten Mal in einem Club in Sussex.

In London begeistert die Band um den charismatischen Sänger und Gitarristen Robert Smith 65 000 Zuschauer mit einem Trip durch 40 Jahre Bandgeschichte: „Friday I’m in Love“, „Boys Don’t Cry“ und „Lullaby“ sind nur einige der unvergänglichen Meisterwerke.

Inszeniert hat das Konzert Tim Pope, der die meisten Videos der ikonischen Band gestaltet hat und 1986 Regie im preisgekrönten Film „The Cure in Orange“ führt. Im Interview sagt Pope, der die Band seit 1981 begleitet: „Ich war am Tag vor der Show in einem sehr beengten Studio bei den Proben und saß in der Mitte der Gruppe, als sie die Songs durchgingen. Ich wusste, dass die einzige Möglichkeit, den Leuten die wahren Cure zu zeigen, darin bestand, nicht nur die großartige, epische Dimension ihrer Bühnenshow einzufangen, sondern auch die enge, intime Seite dieser Band zu zeigen, die einfach zusammen Musik macht. Nie hat Robert so gut gesungen, nie haben The Cure leidenschaftlicher, straffer und kraftvoller gespielt.“

Und Robert Smith resümiert nach dem Konzert: „Dies war wirklich die perfekte Art, um 40 Jahre der Band zu feiern. Es war ein großartiger Tag, den keiner von uns jemals vergessen wird.“

1976 im südenglischen Crawley als „Malice“ gegründet, nennt sich die Band ab 1978 „The Cure“. Identifikationsfigur, Bandleader, Komponist und Sänger ist Robert Smith, der mit toupierten Haaren und geschminktem Gesicht die Blicke auf sich zieht. 1979 erscheint das Debütalbum „Three Imaginary Boys“ mit der Single „Boys Don’t Cry“, die in den USA zu einem kleinen Hit wird. Die englische Musikzeitschrift „Melody Maker“ stellt fest: „The 80’s start here“. Die immer düster werdenden Songs gipfeln 1982 im Album „Pornography“, einer Reise „den Berg hinab, direkt in ewig-dunkle Schatten“, schreibt Musikjournalist Adam Sweeting.

1988 heiratet Robert Smith seine langjährige Freundin Mary Poole und erreicht 1989 mit dem Album „Disintegration“ Platz drei der britischen Album-Charts. Smith widmet die Single „Lovesong“ seiner Frau als Hochzeitsgeschenk und erreicht damit Platz zwei in den US-Singlecharts: The Cure sind auf dem Höhepunkt des weltweiten Ruhms und präsentieren 1992 mit „Friday I’m in Love“ einen regelrechten Gute-Laune-Sommerhit. Robert Smith sagt dazu: „Es ist schon paradox, dass die Leute uns unter Gothic-Band abgespeichert haben. Das sind wir ganz und gar nicht. Ich bin der Typ der lieber ‚Friday I’m in Love‘ singt als ‚Shake Dog Shake‘.“

Im Hyde Park wird Robert James Smith vom Bassisten Simon Gallup, Keyboarder Roger O’Donnell, Schlagzeuger Jason Cooper und Gitarrist Reeves Gabrels begleitet, die im März 2019 in die Rock and Hall of Fame aufgenommen werden.

12:30 Uhr: Metallica: S&M
The Berkeley Communiy Theater, Berkeley (USA), 1999
Regie: Wayne Isham
3sat
Erstausstrahlung

1999 überraschen Metallica-Fans und Kritiker mit zwei Cross-Over-Konzerten: Zusammen mit dem San Francisco Symphony Orchestra präsentieren Metallica ihre Songs in neuen Arrangements.

Das Livealbum trägt den Titel „S&M“, eigentlich die Abkürzung für „Sadomasochismus“. Als Wortspiel gedacht bedeutet es „Symphony and Metallica“. Die Idee dazu hat Komponist Michael Kamen, der sich einen Namen als Arrangeur für Cross-Over-Projekte gemacht hat.

Michael Kamens Genie ist es zu verdanken, dass die Metallica-Songs vom Orchester nicht nur im Hintergrund begleitet werden. Kamen modelliert den Metallica-Sound, arbeitet Melodien noch stärker heraus, verleiht den Beats Tiefe und schafft immer wieder fließende Übergänge. Metallica wissen genau, warum sie Michael Kamen beauftragen: Seine Kooperationen mit David Bowie, Eric Clapton, Bob Dylan, Pink Floyd, Queen und Queensr?che empfehlen ihn als Spezialisten für solche Projekte. Umso tragischer ist es, dass Michael Kamen, ausgezeichnet mit je einem Grammy für die Filmmusik von „Brazil“ und „Lethal Weapon“, nur vier Jahre nach „S&M“ im Alter von 55 Jahren an einem Herzinfarkt stirbt.

Den Filmfans ewig in Erinnerung wird Michael Kamen mit seinen beiden Hits „(Everything I Do) I Do It For You“ in Zusammenarbeit mit Bryan Adams zum Kevin-Costner-Epos „Robin Hood“ und „All For Love“ für den Abenteuerfilm „Die Drei Musketiere“ bleiben, den er zusammen mit Bryan Adams, Sting und Rod Stewart schreibt. Auch Kamens dritte Zusammenarbeit mit Bryan Adams ist erfolgreich: „Have You Ever Really Loved a Woman“ aus dem Film „Don Juan de Marco“ mit Johnny Depp wird ein Hit und für den Grammy nominiert.

13:30 Uhr: Pink Floyd: Live in Venice
Canal Grande, Venedig (Italien), 1989
Regie: Wayne Isham, Egbert van Hees
Erstausstrahlung
3sat

Am 15. Juli 1989 erreichen Pink Floyd im Rahmen ihrer „A Momentary Lapse of Reason-Tour“ Venedig. Es ist das vorletzte Konzert der Tour und stellt die Band vor große Herausforderungen.

Pink Floyd spielen 197 Konzerte vor 5,5 Millionen Fans und planen mit der weltweiten Liveübertragung des Konzerts in Venedig Großes. Doch es gibt Probleme: Die Band muss auf eine schwimmende Plattform ausweichen, weil die Stadt Schäden an den Bauwerken befürchtet.

Sänger und Gitarrist David Gilmour sagt dazu: „Das war ein spezieller Auftritt für das italienische Fernsehen und die gleichzeitige weltweite TV-Übertragung. Aufgrund von Zeitvorgaben konnten wir einige Songs nicht spielen und mussten andere kürzen. Wir hatten zwar viel Spaß, aber es war angespannt und nervenzerreibend. Wir mussten aufgrund der Satellitenübertragung eine genaue Länge der Show einhalten.“ Aus ganz Europa strömen die Fans nach Venedig.

Es ist Urlaubszeit, und das Konzert ist gratis. Um 22.00 Uhr beginnt das Konzert vor geschätzten 200 000 bis 350 000 Zuschauern. Doch die magische Nacht bleibt nicht ohne Folgen: Nach heftiger Kritik der venezianischen Bürger tritt die Stadtregierung zurück. Keine sanitäre Anlagen, keine Versorgungsstationen, kein Müllkonzept, machen aus dem historischen Zentrum eine stinkende Müllhalde.

Dabei will die Stadtregierung mit dem Konzert in Venedig Werbung in eigener Sache machen: „Venedig muss offen für neue Trends sein, eingeschlossen der Rockmusik“, berichtet die „Washington Post“. Noch bevor ein Ton gespielt wird, beschweren sich die Bürger von Venedig und befürchten, dass die Vibrationen Schäden an den historischen Gebäuden verursachen: „Wenn sie Rock wollen, lasst sie das in einem Fußballstadion machen, aber nicht auf der Piazza San Marco“, zitiert die „New York Times“ einen früheren Tourismusmanager Venedigs.

Pink Floyd drosseln aus Verbundenheit zur Lagunenstadt die Lautstärke von 100 auf 60 Dezibel und weichen auf eine schwimmende Bühne auf dem Canal Grande aus. Doch es ist nicht die Lautstärke, die Venedig schadet, sondern 300 Tonnen Müll und 500 Kubikmeter an leeren Flaschen, die aus Venedig eine Toilette machen. Die TV-Übertragung dagegen ist ein großer Erfolg: Geschätzte 100 Millionen Zuschauer sehen das Konzert zu Hause und staunen über die aufwendige Inszenierung in gewohnt perfektem Pink-Floyd-Sound ohne Gründungsmitglied und Bassist Roger Waters, der ein Jahr später vor der Berliner Mauer und vor geschätzten 300 000 Fans „The Wall“ inszeniert.

14:30 Uhr: Paul Simon’s Concert in the Park
Central Park, New York (USA), 1991
Regie: Louis J. Horvitz
Erstausstrahlung
3sat

Am 15. August 1991 schreibt Paul Simon Geschichte: Vor geschätzten 600 000 Zuschauern steht er im New Yorker Central Park auf einer Open-Air-Bühne und gibt ein Konzert bei freiem Eintritt.

Das live im US-TV übertragene Konzert ist ein Zwischenstopp im Rahmen seiner „Born at the Right Time“-Tour. Begleitet wird er von seiner Band um den Saxofonisten Michael Brecker und Schlagzeuger Steve Gadd sowie der brasilianischen Percussion-Truppe Olodum.

Im Mittelpunkt des stimmungsvollen Konzerts stehen die Songs seiner Alben „Graceland“ und „Rhythm of the Saints“ sowie die großen Hits aus seiner Zeit mit Art Garfunkel. Zehn Jahre zuvor, am 19. September 1981, stehen Paul Simon und Art Garfunkel an gleicher Stelle im Central Park. Das 1981er „Concert in Central Park“ scheint ein unwiederholbarer Erfolg zu sein, doch Paul Simon beweist 1991, wie man vertraute Songs erfolgreich im neuen Sound präsentieren kann.

Trotzdem hätten sich viele Fans zumindest einen Gastauftritt von Art Garfunkel gewünscht. Am Abend vor dem Konzert sagt Art Garfunkel in einem Interview der „New York Times“, dass „er wohl nicht gut genug sei“ um eingeladen zu werden. Immerhin wünscht Art Garfunkel seinem ehemaligen Duo-Partner alles Gute und verlässt die Stadt. Zwei Jahre später stehen Simon & Garfunkel wieder vereint auf der Bühne des New Yorker Paramount Theatre und beenden die Querelen der 1980er-Jahre.

Eingeladen zum Konzert im Central Park wird aber Filmschauspieler Chevy Chase, der zusammen mit Paul Simon eine umwerfend komische Tanzeinlage zum Song „You Can Call Me Al“ hinlegt, obwohl Paul Simon die Tanzschritte durcheinanderbringt. Beide haben im Musikvideo zu „You Can Call Me Al“ zusammengearbeitet: Chevy Chase tritt als Sänger auf, während Paul Simon ein Instrument nach dem anderen in den Raum bringt und spielt. Dazwischen tanzen die beiden.

15:45 Uhr: The Rolling Stones: Bridges to Bremen
Weserstadion, Bremen (Deutschland), 1998
Regie: Jim Gable, Dick Carruthers
Erstausstrahlung
3sat

Im September 1997 brechen die Rolling Stones zu ihrer „Bridges to Babylon“-Welttournee auf. Sie spielen 97 Konzerte und machen dabei am 2. September 1998 Station im Bremer Weserstadion.

40 000 Fans im Stadion und Millionen Fernsehzuschauer feiern die Stones in der europaweiten TV-Liveübertragung. 21 Jahre verschwindet das Konzert im Stones-Archiv und kursiert als Bootleg. Im Juni 2019 erscheint das langersehnte Konzert, bild- und tonoptimiert.

Im Mittelpunkt des Konzerts stehen die großen Stones-Klassiker und die Songs des Albums „Bridges to Babylon“, das schon kurz nach der Veröffentlichung im September 1997 Platin-Status in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA erreicht.

Außerdem überraschen die Stones ihre Fans mit einer Premiere: Die Stones auf zwei Bühnen innerhalb eines Konzerts – das gab es noch nie. Keith Richards geht es nach seinem angeblichen Sturz von einer Leiter in seiner Bibliothek auch wieder gut, was er eindrucksvoll beim Auftakt-Song „Satisfaction“ beweist: Mit Eidechsen-Sonnenbrille und Leopardenmantel fegt die Gitarrenlegende über die Bühne.

Andere Probleme haben die Stones mit ihrer neuen Single „Anybody Seen My Baby“. Die Ähnlichkeit zu K.d. langs „Constant Craving“ ist nicht zu überhören. Die Stones nehmen K.d. lang und ihren Co-Komponisten Ben Mink in die Komponisten-Credits zum Song auf und lösen das Problem. Auch das Video zum Song macht den Stones Sorgen: Angelina Jolie spielt darin eine Stripperin, die vor der Band auftritt, verschwindet und verzweifelt von Mick Jagger gesucht wird. Es halten sich Gerüchte, dass Jagger mit Jolie eine Affäre hat, und manchem ist die Bildsprache zu explizit: Zu viel nackte Haut und zu viel Leid auf der Straße. Viele Journalisten haben aber noch eine ganz andere Frage: Ist das die letzte Tour? Keith Richards sagt dazu: „This and the next five“.

Das Klima in der Band und auf der Bühne ist prima. Vergessen sind die Streitigkeiten der 1980er-Jahre zwischen Mick Jagger und Keith Richards, als Jagger 1985 und 1987 Soloalben veröffentlicht und Richards als Reaktion 1988 seine Soloplatte vorstellt. Vorbei sind auch die Zeiten der Gigantonomie: Für die 1990er-Europatournee „Urban Jungle“ braucht es noch zwei „Boeing 747“, um das Equipment zu transportieren. 1993 verlässt Bill Wyman die Band, und 1994 folgt der letzte Akt des Gigantismus: die „Vodoo-Lounge“-Tour. Mit „Bridges to Bremen“ konzentrieren sich die Rolling Stones wieder auf Musik ohne Brimborium.

17:00 Uhr: Dixie Chicks: DCX MMXVI World Tour
Los Angeles (USA), Hamilton (Kanada), Calgary (Kanada), Melbourne (Australien), 2016
Regie: Sophie Muller, Max Benjamin
3sat

Im April 2016 gehen die berühmtesten ehemaligen Straßenmusikerinnen aus Texas auf ihre fünfte Konzerttour durch Europa, USA, Australien und Neuseeland: die Dixie Chicks.

Die Dixie Chicks haben sich verändert: Die Country-Girls präsentieren sich nun moderner und viel rockiger als jemals zuvor. Doch sie vergessen nicht ihre Wurzeln und spielen einige Hits auch im vertrauten akustischen Bluegrass-Sound mit perfektem mehrstimmigem Gesang.

Die Schwestern Emily Robison und Martie Maguire gründen 1989 zusammen mit Laura Lynch und Robin Lynn Macy in Dallas, Texas, die Dixie Chicks. Mit ihrem mehrstimmigen Satzgesang, eingebettet im Mainstream-Country-Sound, verkauft die Band bis heute mehr als 30 Millionen Alben in den USA.

Als sich das Quartett vom Bluegrass entfernt, verlässt erst Robin Lynn Macy 1992 die Band und drei Jahre später Laura Lynch. Die neue Leadsängerin wird Natalie Maines. Das neu formierte Trio wird zum Vorreiter des New Country. „Wide Open Spaces“ und „Fly“, die beiden Alben der Jahre 1998 und 1999, erreichen Spitzenplatzierungen in den Charts.

In ihren Texten greift das Trio auch gesellschaftlich strittige Themen auf. In dem Song „Goodbye Earl“ etwa geht es um die Rache zweier Freundinnen an einem prügelnden Ehemann. Internationales Aufsehen erregt Sängerin Natalie Maines im Frühjahr 2003, als sie während eines Konzerts in London äußert, „die Band sei beschämt, dass der Präsident der Vereinigten Staaten aus Texas stamme“.

Konservative Country-Fans boykottieren daraufhin die Band, sodass Maines sich genötigt fühlt, sich bei Präsident Bush öffentlich zu entschuldigen. Damit gehen die Diskussionen um die Band, die Beistand von Bruce Springsteen und Madonna bekommt, erst richtig los. Die Musikerinnen lassen sich den Mund nicht verbieten und gehen weiter offensiv mit ihren persönlichen Auffassungen um. Der 2006 erschienene Dokumentarfilm „Dixie Chicks: Shut Up and Sing“ beschäftigt sich ausführlich mit dem Thema.

Die Dixie Chicks gönnen sich eine Auszeit von der Musik, werden Mütter und verändern ihren musikalischen Stil, nicht zuletzt aufgrund der Blockade durch viele Country-Fans: weg vom Country, hin zu Rock und Pop, so wie es Shania Twain und LeAnn Rimes vorgemacht haben. Produzentenlegende Rick Rubin verpasst dem Trio 2006 einen neuen Sound, und das neue Album wird 2007 mit fünf Grammys ausgezeichnet.

Auf ihrer „DCX MMXVI World Tour“ zeigen sich die Dixie Chicks in Höchstform: Wuchtige Drums und verzerrte E-Gitarren liefern die Basis für Banjo und Fiddle. Damit steht das Trio sinnbildlich für die aktuelle Country-Szene, die zu einem Schmelztiegel der Stile geworden ist.

18:00 Uhr: Elvis: Aloha from Hawaii
Convention Center, Honolulu, Hawaii (USA), 1973
Regie: Marty Pasetta
Erstausstrahlung
3sat

Am 14. Januar 1973 schreibt Elvis Presley Musikgeschichte: Sein Konzert auf Hawaii wird via Satellit in über 40 Länder live übertragen. Das hatte noch kein Solokünstler vor ihm gewagt.

Mit 2,5 Millionen Dollar ist es die bis dahin teuerste Konzertproduktion mit Einschaltquoten bis zu 90 Prozent. Elvis betritt im weißen Aloha-Eagle-Jumpsuit, verziert mit dem Motiv des amerikanischen Adlers und bestückt mit 6500 Nieten und Schmucksteinen, die Bühne.

Elvis Manager, Colonel Tom Parker, der eigentlich Andreas Cornelis van Kuijk heißt, sieht 1972 im Fernsehen die Livebilder des Staatsbesuchs von Richard Nixon in China. Das bringt ihn auf die Idee einer Livekonzertübertragung aus Hawaii, deren Einnahmen noch dazu einer Krebsstiftung für den verstorbenen hawaiianischen Komponisten Kui Lee zugutekommen.

Elvis ist in Höchstform und präsentiert mit der typisch hawaiianischen Blumengirlande um den Hals geschwungen die ganze Bandbreite seines künstlerischen Schaffens, von „Blue Suede Shoes“ bis „Something“ von den Beatles. Er ist 38 Jahre, und alle glauben, dass das in den kommenden Jahren so weitergeht. Doch Schmerzmittel und Schlafmittel bestimmen in den Monaten nach Hawaii das Leben des „King“, der am 16. August 1977 stirbt.

19:00 Uhr: Elvis: All-Star Tribute
Universal Studios, Culver City, Los Angeles (USA), 2019
Regie: Ken Ehrlich
Erstausstrahlung
3sat

Am 17. Februar 2019 feiert Amerika Elvis mit der Ausstrahlung eines starbesetzten TV-Specials mit Jennifer Lopez, Ed Sheeran, Shawn Mendes, John Legend, Keith Urban, Alessia Cara und anderen.

Am 3. Dezember 1968 schafft Elvis mit einem US-TV-Special sein Comeback. Produzent Ken Ehrlich lässt diese legendäre Nacht neu aufleben. Er verpflichtet die Stars der Musikszene für eine Aufzeichnung im Oktober 2018 und landet mit der Ausstrahlung einen TV-Hit.

„Wir hätten heute keine Popmusik ohne Elvis“, sagt der musikalische Leiter und Bassist der Erfolgsshow, Don Was, und ergänzt: „Elvis hat nicht nur alles was vor ihm war auf seine eigene Weise verarbeitet, sondern beeinflusste alle, die nach ihm kamen.“ Produzent Ken Ehrlich baut den gleichen Boxring auf, der Elvis als Bühne diente, und adaptiert alle weiteren Elemente des Bühnendesigns von damals, als Elvis acht Jahre nach seinem letzten Auftritt vor Publikum sein Comeback wagt.

John Fogerty, Sänger und Gitarrist von Creedance Clearwater Revival, sieht das Elvis Special 1968 selbst am TV-Schirm. Er ist bei der Neuauflage von 2018 mit dabei und sagt: „Das Comeback-Special von Elvis war 1968 von großer Bedeutung. Da war Elvis wieder, unser lange verloren geglaubter Freund, gut aussehend und gut singend. Es war toll, ihn zurückzuhaben.“

Auch Country-Rocker Keith Urban, der beim „All-Star Tribute“ mitwirkt, hat eine besondere Beziehung zur Musik von Elvis Presley: „Mein Vater hat Elvis in ohrenbetäubender Lautstärke gehört. Es ist als sei er immer hier gewesen, so wie Coca Cola.“ Eingeladen zur großen Elvis-Gala ist auch der Regisseur des 68er-Comeback-Specials Steve Binder, der sich noch sehr gut an sein erstes Gespräch mit Elvis zu dem Projekt erinnert: „Was glauben Sie“, fragte Elvis, „wo stehe ich zurzeit mit meiner Karriere?“ „Die ist in der Toilette“, antwortet Binder, und nach kurzer Schockstarre lacht Elvis und sagt: „Endlich spricht mit mir mal jemand Klartext.“

20:15 Uhr: Sting: Live at the Olympia Paris
Olympia, Paris (Frankreich), 2017
Regie: Alexandre Buisson
Erstausstrahlung
3sat

Am 12. und 13. April 2017 spielt Sting im ausverkauften Pariser Konzertsaal Olympia. Mit seiner Band präsentiert er ein karriereumspannendes Set mit großen Hits und Songs des neuen Albums.

Sting und sein Gitarrist Dominic Miller haben besondere Unterstützung auf der Bühne des 1888 erbauten Olympia-Saals: Ihre Söhne Joe Sumner und Rufus Miller begeistern die 2000 Zuschauer als Sänger und Gitarrist in der ältesten noch existierenden Pariser Music Hall.

Paris erlebt eine musikalische Sternstunde: Sting und seine Band sind seit Februar 2017 auf ihrer „57th & 9th Tour“ und bestens eingespielt. Schlagzeuger Josh Freese und Akkordeonist Percy Cardona vervollständigen mit den Chorsängern Diego Navaira und Jerry Fuentes, bekannt als „The Last Bandoleros“, die Band. Im Mittelpunkt steht natürlich der durchtrainierte Sting in schwarzer Jeans und grauem T-Shirt. Seine 66 Jahre sieht man ihm nicht an, der „Beau mit dem abgeranzten Bass“, wie ihn der „Rolling Stone“ 2016 beschreibt, ist körperlich topfit, seine Stimme ist stark und klar und vor allem in der Höhe noch immer makellos.

Mit Paris verbindet den Briten ein besonderes Erlebnis: Am 12. November 2016 tritt Sting zur Wiederöffnung des „Bataclan“ auf, der Ort, an dem ein Jahr zuvor 130 Menschen ihr Leben bei den Pariser Terroranschlägen verlieren.

Dass Sting eigentlich Gordon Matthew Thomas Sumner heißt, haben viele Fans vergessen, denn bereits 1971 wird aus Gordon Sting: Seine damalige Freundin strickt für den College-Studenten einen Sweater mit schwarzen und gelben Streifen, den er während einer Probe mit der Newcastle Big Band „Phoenix Jazzmen“ trägt. Posaunist Gordon Solomon fühlt sich an eine Biene erinnert und nennt seinen Mitmusiker und Bassisten „Sting“ – „Stachel“.

An der Spitze der langen Liste seiner Auszeichnungen stehen bis 2019 25 American Music Awards, 17 Grammy Awards und zwei MTV Video Musiv Awards. Doch sein wertvollster Preis ist ein Frosch: 1994 wird ein in Kolumbien beheimateter Laubfrosch auf den Namen „Hyla stingi“ getauft, in Anerkennung seines Regenwald-Engagements. Sting sagt dazu 2011: „Das war doch mal eine nette Auszeichnung, zumal es nicht irgendein Frosch ist, sondern eine Art psychedelische Kröte. Wenn du an seinem Rücken leckst, wirst du high. Es ist wie ein Drogentrip. Ich hab’s mal probiert, allerdings nicht mit dieser Spezies, sondern mit einer anderen.“

21:30 Uhr: Ariana Grande: Live in London
BBC-Studios, London (Großbritannien), 2018
Regie: Richard Valentine
Erstausstrahlung
3sat

Im September 2018 ist Ariana Grande Gast in den Londoner BBC-Studios. Begleitet von einem Orchester präsentiert die zurzeit erfolgreichste Popsängerin ihr Grammy-Album „Sweetener“.

Es ist Arianas erster Auftritt in England nach dem „One Love Manchester“-Gedenkkonzert im Juni 2017. Am 22. Mai 2017 sterben 22 Fans durch einen Anschlag nach einem Grande-Konzert in Manchester. „Mein Herz ist gebrochen“, twittert Ariana nach dem Attentat.

Bis heute leidet Ariana Grande unter einer posttraumatischen Belastungsstörung und ermutigt ihre Fans, die psychische Probleme haben, darüber zu reden und Hilfe zu suchen. Und Fans hat Ariana Grande genug: Sie ist mit über 158 Millionen Abonnenten ihres Instagram-Kanals die weibliche Nummer Eins.

22:15 Uhr: Coldplay: Live
Stade de France, Paris (Frankreich), Glastonbury Festival (Großbritannien), Centre Bell, Montreal (Kanada), 2012
Regie: Paul Dugdale
Erstausstrahlung
3sat

2011 und 2012 gehen Coldplay auf ihre „Mylo Xyloto Tour“. Regisseur Paul Dugdale begleitet sie nach Paris, Glastonbury und Montreal und präsentiert 2012 seinen atemberaubenden Konzertfilm.

Ein wesentliches Gestaltungsmittel der Konzerte ist das Xyloband, ein Stoff-Armband, das mit LEDs und einem Funkempfänger bestückt ist. Die LEDs im Armband werden von einer Software gesteuert und ermöglichen das Blinken im Takt des jeweiligen Songs.

Während die Bänder 2012 noch einfarbig leuchten, benutzen Coldplay seit 2016 RGB-Xylobänder, die ihre Farbe wechseln können. Erfinder Jason Regler hat die Idee zu einem solchen Band während eines Coldplay-Konzerts. Die „Washington Post“ beschreibt den Effekt als „Psychedelikatesse von sich bewegenden, vielfarbigen Lichtern.“

Beate Wild schreibt in der „Süddeutschen Zeitung“: „Ganz egal, was man von der Band und ihren Songs halten mag – in einem vollen Stadion kann man sich der Magie der Balladen, der gut inszenierten Lichtshow und der Gefühlsduselei kaum entziehen. Coldplay sind Meister der Bühnenshow.“

23:15 Uhr: Marteria: Live im Ostseestadion
Ostseestadion, Rostock (Deutschland), 2018
Regie: Paul Ripke
Erstausstrahlung
3sat

Im September 2018 geht für Marteria ein Kindheitsraum in Erfüllung: Vor 32 000 Fans spielt er im ausverkauften Ostseestadion in Rostock und füllt als erster deutscher Rapper ein Stadion.

Hier hat der Sänger als kleiner Junge seinem Verein Hansa Rostock zugejubelt, wird Kapitän der Jugendmannschaft und spielt im U-17 Nationalteam: „Ich habe mir immer gewünscht, einmal im Ostseestadion zu spielen. Das ist die schönste Nacht meines Lebens.“

„Plattentests.de“ schreibt dazu: „Denn so kitschig diese Erfolgsgeschichte auch klingen mag, ist ‚Live im Ostseestadion‘ doch in seiner Gesamtheit ein bemerkenswertes Werk geworden – ein antifaschistischer Hip-Hop-Künstler verkauft das Stadion einer Stadt in der ostdeutschen Provinz aus, die von DDR-Vergangenheit und Nazi-Problematik gebeutelt ist – und Du glaubst nicht an Wunder?“

Am Ende des Konzerts hüllt sich Marteria in die Rostock-Flagge, schaut fast ungläubig auf die Fans, die ihn frenetisch feiern, schlägt die Hände vors Gesicht und zieht die Flagge über den Kopf. So sieht es aus, wenn coole Jungs Gefühle zeigen. Jetzt ist er der erste Rapper, der ein eigenes Stadion gefüllt hat: „Wir haben Geschichte geschrieben, hier in Mecklenburg Vorpommern, hier in Rostock. Das ist unsere Geschichte“, ruft Marteria seinen Fans zu.

00:15 Uhr: U2: eXPERIENCE Live – Berlin
Mercedes-Benz Arena, Berlin (Deutschland), 2018
Regie: Matt Askem
Erstausstrahlung
3sat

Am 13. Dezember 2018 hebt sich der Vorhang zum Finale: U2 beenden in Berlin ihre „eXPERIENCE + iNNOCENCE“-Tour nach 60 Konzerten in Amerika, Kanada und Europa mit knapp einer Million Besuchern.

Ein spektakuläres Bühnenbild: Eine Hauptbühne, verbunden mit einer runden Nebenbühne und riesiger Projektionsfläche lassen Platz für die aufwendige Inszenierung. Spezialeffekte erlauben Sänger Bono, seinen Charakter „MacPhisto“ live auf der Bühne anzunehmen.

Die Crew besteht aus 90 Mitarbeitern, die jeweils vor Ort von 120 Bühnenhelfern unterstützt werden, die in zehn Stunden die Bühne aufbauen, welche danach wieder in 27 Lastwagen verpackt wird. Eigentlich sollte die Tour schon früher beginnen, doch das Brexit-Referendum, die 2016er-US-Wahl und die weltweite Tendenz zu nationalkonservativen Regierungen veranlassen U2, den Inhalt der Konzerte neu zu überdenken.

Als die Tour Europa erreicht, schreibt Bono in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, „dass er die Europäische Union unterstützen wird und in jedem Konzert die Europäische Flagge schwenken wird.“ Am 31. August und 1. September 2018 spielen U2 in Berlin, doch am zweiten Abend muss Sänger Bono das Konzert nach fünf Songs abbrechen: Er hat seine Stimme verloren und verspricht, das Konzert zu wiederholen. Es wird der 13. November.

Die Kritiker bewerten die Tour positiv. Jennifer O’Brien von der „Times“ gefällt, dass die Band für Toleranz eintritt und das politische Klima anklagt. Dave Egan schreibt im „Irish Independent“ von der „mutigsten, kraftvollsten und überhaupt zornigsten Performance, die U2 je geliefert haben.“ Und Roy Trasskin schreibt in „Variety“, dass sich U2 nicht auf die Nostalgie verlassen haben und viele Songs der letzten beiden Alben spielen.

Die „Nashville Scene“ vergleicht die U2-Konzerte mit Filmen von Steven Spielberg als „Star-Wars-Sized Events of Rock“, und Dave Simpson vom „The Guardian“ schreibt: „Es ist nicht unbedingt ihre beste Show, aber mit Sicherheit ihre Menschlichste.“

01:30 Uhr: Muse: Drones World Tour
Ziggo Dome, Amsterdam (Niederlande), Mediolanum Forum Mailand (Italien), Mercedes-Benz Arena Berlin, (Deutschland), 2016
Regie: Tom Kirk, Jan Willem Schram
Erstausstrahlung
3sat

Von Mai 2015 bis August 2016 gehen Muse auf Welttournee. In Amsterdam, Mailand und Berlin lässt die Band die Konzerte aufzeichnen. Nach aufwendigem Schnitt kommt der Film im Juli 2018 ins Kino.

Eine runde Bühne ist Mittelpunkt der Show, die mit ausgeklügelter Lichttechnik und schwebenden Drohnen für Staunen sorgt. Videoeffekte verfeinern das Gesamtkunstwerk des Trios um Frontmann Matt Bellamy, Bassist Chris Wolstenholme und Drummer Dominic Howard.

Zur Inszenierung sagt Sänger, Pianist und Gitarrist Matt Bellamy: „Die Symbiose zwischen Mensch und Technik hat mich schon immer interessiert. Drohnen scheinen eine sehr interessante moderne Metapher dafür zu sein. Du möchtest die Leute dazu anregen, dass sie selbst die Frage nach der Rolle der Technologie in unserem Leben stellen und ob es eine gute oder eine schlechte Sache ist.“

Muse gehören zu den letzten großen Rockbands der Welt. Ihre Musik erinnert an Pink Floyd, Queen und Metallica, ihre Konzerte loten die Grenzen der Bühnentechnik aus. Die „New York Times“ beschreibt die Muse-Live-Erfahrung unlängst als „eine unendliche Steigerung, die auf einen Höhepunkt nach dem anderen zusteuert – das ist, was ein Muse-Konzert mit allen verfügbaren Mitteln leisten will. Mehr Entertainment, mehr Musik, mehr Pathos kann man wirklich nicht verlangen.“

02:55 Uhr: INXS: Live Baby Live
Wembley Stadium, London (Großbritannien), 1991
Regie: David Mallet
Erstausstrahlung
3sat

Im Juli 1991 begeistern INXS im Rahmen ihrer „Summer XS Tour“ 74 000 Fans im Londoner Wembley Stadium. Sänger Michael Hutchence hat die Fans im Griff. Keiner ahnt, dass er 1997 sterben wird.

„Hutchence war der archetypische Rock-Showman. Er strahlte mit seinen wallenden Locken und seiner geschmeidigen, unbändigen Bühnenperformance eine offenkundig sexuelle und männliche Coolness aus“, schreibt Musikwissenschaftler Ian McFarlane über den Sänger.

1977 gründen die drei Farriss-Brüder die Band „The Vegetables“ in Sydney: Tim spielt Gitarre, Andrew Keyboard und Jon Schlagzeug. Dazu kommen Michael Hutchence als Sänger, Garry Gary Beers am Bass und Kirk Pengilly als Gitarrist und Saxofonist. Ab 1979 nennt sich die Band INXS und veröffentlicht 1980 das gleichnamige Debütalbum.

Internationale Aufmerksamkeit erreichen INXS 1987 mit ihrem Album „Kick“ und Hits wie „New Sensation“, „Devil Inside“ und „Need You Tonight“. Die Band stürmt die Hitparaden und wird 1988 mit dem MTV Video Music Award für „Need You Tonight“ ausgezeichnet.

INXS sind im Sommer 1991 auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Ihr im September 1990 veröffentlichtes Album „X“ mit Hits wie „Suicide Blonde“, „By My Side“ und „Disapper“ erreicht weltweit Top-Platzierungen, Hutchence gewinnt bei den Brit Awards die Kategorie „Best International Artist“, und INXS werden dort mit dem 1. Platz in der Bandkategorie ausgezeichnet.

Im August 1992 nimmt die Katastrophe im Leben von Michael Hutchence seinen Anfang: Im Streit mit einem Taxifahrer stürzt der Sänger zu Boden und zieht sich einen Schädelbruch zu, der einige Tage unbehandelt bleibt. Die Folgen sind schwerwiegend: Michael Hutchence verliert seinen Geruchs- und Geschmackssinn und gerät in eine Depression, verbunden mit einer erhöhten Aggressionsbereitschaft.

Mitte der 1990er-Jahre verliebt sich Hutchence in Paula Yates, die zu dieser Zeit noch mit Live-Aid-Organisator und Sänger Bob Geldof verheiratet ist. Schnell bekommen die Medien Wind davon und hetzen das Paar – worauf Hutchence einen Fotografen attackiert. Im Mai 1996 lassen sich Yates und Geldof scheiden. Am 22. Juli bringt Yates das mit Hutchence gemeinsame Kind, Heavenly Hiraani Tiger Lily, zur Welt.

Im April 1997 gehen INXS auf Welttournee zur Bewerbung ihres neuen Albums „Elegantly Wasted“. Im November und Dezember gastieren INXS in Australien. Paula Yates plant mit dem Baby und ihren drei Kindern nach Australien zu reisen, doch Bob Geldof kann das mit rechtlichen Mitteln verhindern. Am Morgen des 22. Novembers 1997 wird Michael Hutchence tot im Ritz-Carlton Hotel in Double Bay, Sydney, aufgefunden. Schauspielerin Kym Wilson ist die letzte, die den Sänger nach einer Partynacht lebend sieht. Die Autopsie ergibt, dass Hutchence unter Einfluss von Alkohol und Drogen Selbstmord begangen hat. Er wird am 27. November in Sydney beigesetzt, Nick Cave singt dazu seinen Song „Into My Arms“ und verbietet dem Fernsehen die Übertragung.

Paula Yates stirbt am 17. September 2000 an einer Überdosis Heroin. Sie wird von der vierjährigen Tochter mit Michael Hutchence gefunden, die später von Bob Geldof adoptiert wird. INXS werden 2001 in die Aria Hall of Fame Australiens aufgenommen und lösen sich 2012 auf.

3sat präsentiert die Höhepunkte des Konzertfilms in einer bild- und tonoptimierten Fassung. 17 Kameras am Boden und eine Kamera im Helikopter fangen das historische Konzert auf 35 Millimeter Film ein. Gitarrist Tim Farriss sagt dazu: „Wir waren doch nur sechs Typen aus Australien, die den Wembley-Stadium-Auftritt wie einen weiteren Gig in einem Pub angingen. Wir kamen mit unserer Beschallungsanlage, ein paar Lampen und spielten uns den Arsch ab. Keine Rampen, keine Chorsänger, keine Pyrotechnik, kein Konzertflügel und so weiter. Nur wir sechs, und das Publikum war aus dem Häuschen. Das war alles was wir brauchten.“

04:10 Uhr: Little Steven and The Disciples of Soul: Soulfire Live
Diverse Locations, USA, Europa, 2017
Regie: Ryan Celli
Erstausstrahlung
3sat

2017 geht Steven Van Zandt mit seiner Band „The Disciples of Soul“ auf Nordamerika- und Europatournee. Regisseur Ryan Celli dreht an mehreren Orten und veröffentlicht 2019 seinen Konzertfilm.

Unter seinem Spitznamen „Little Steven“ wird Steven Van Zandt als Sideman von Bruce Springsteen bekannt und kann auch als Schauspieler in den Serien „Die Sopranos“ und „Lilyhammer“ überzeugen. Sein Markenzeichen ist ein Kopftuch, um Narben eines Autounfalls zu verbergen.

Zusammen mit Bruce Springsteen und anderen gilt Little Steven als Mitbegründer des „Jersey Shore Sound“, der vom Rock ’n‘ Roll und Rhythm ’n‘ Blues beeinflusst wird und sich mit dem täglichen Leben der normalen Leute beschäftigt. 1975 steigt Little Steven in Springsteens „E Street Band“ ein und verlässt die Gruppe 1984 wieder, um mit den „Disciples of Soul“ weiterzumachen.

Auch politisch ist Little Steven aktiv: Er gründet 1985 die Initiative „Artists United Against Apartheid“, die gegen den Freizeit- und Vergnügungspark „Sun City“ kämpft. An seiner Seite hat Little Steven Kollegen wie Bruce Springsteen, Bono, Bob Dylan und Run-D.M.C., die mit ihm den Song „Sun City“ aufnehmen, in dem die Künstler versichern, niemals dort aufzutreten.

1999 steigt Little Steven wieder in Springsteens „E Street Band“ ein und übernimmt die Rolle des Silvio Dante in der US-Fernsehserie „Die Sopranos“, der als Stripclub-Besitzer und Mitglied der Mafia von New Jersey zu den engsten Freunden des Bosses, Tony Soprano, gehört.

Little Steven gewinnt dafür mehrere Film- und Fernsehpreise und beginnt 2002 als Radiomoderator seine dritte Karriere: Er beschäftigt sich in der Radiosendung „Little Steven’s Underground Garage“ mit Garagenrock und allen weiteren Aspekten der Rockmusik. 2012 wird Little Steven wieder zum Gangster: In der norwegisch-amerikanischen TV-Serie „Lilyhammer“ spielt er einen Mafiaboss, der im Rahmen eines Zeugenschutzprogramm in Norwegen versteckt wird.

04:55 Uhr: Blackberry Smoke: Homecoming
The Tabernacle, Atlanta, Georgie (USA), 2018
Regie: Ted Roach, Lagan Sebert
Erstausstrahlung
3sat

Im November 2018 feiern die Südstaatenrocker Blackberry Smoke mit ihren Fans ihr traditionelles „Homecoming“-Event, mit deren Erlösen die Band seit sechs Jahren krebskranke Kinder unterstützt.

„Southern-Rock ohne Redneck-Mief“, schreibt ein Kritiker über die Band aus Atlanta mit ihrer Mischung aus Rock, Country und Soul. Bisher als Geheimtipp gehandelt, veröffentlicht die Gruppe im Dezember 2019 ihr neues Album „Homecoming“ und tourt mit Guns N‘ Roses.

Mehr als 350 000 US-Dollar können Blackberry Smoke in den letzten sechs Jahren wohltätigen Organisationen spenden. Sie kehren dafür an jedem Freitag nach Thanksgiving in ihre Heimatstadt Atlanta zurück. Im November 2018 zeichnen sie das Konzert erstmals auf. Sänger und Gitarrist Charlie Starr sagt dazu: „Wir freuen uns wirklich sehr, dass bald jeder die ‚Atlanta-Homecoming-Show‘ im Tabernacle selbst erleben kann. Mit diesem Live-Album und Film haben wir versucht, diese besondere Energie einzufangen. Wir finden, dass ‚Homecoming‘ Euch fühlen und hören lässt, wie viel Spaß wir bei dieser Show haben.“

Das Konzert findet im Tabernacle statt, einem neoklassizistischen Bau mitten in Atlanta, 1911 als Kirche eingeweiht und 1996 zum Konzertsaal umgebaut, ohne dass die besondere Atmosphäre des Ortes zerstört wird. „Charlie Starr und Blackberry Smoke halten eine Predigt, wie man verdammt gut Gitarre spielt“, schreibt ein Kritiker über das Konzert.


Mittwoch, 01.01. (Neujahr) / 3satThementag: TATATATAAA – 250 Jahre Beethoven

06:05 Uhr: Rock the Classic – Mad Sin
Film von Pino Aschwanden, Barbara Seiler und Béla Batthyany
(Erstsendung: 30.07.2019)
SRF
Was würde Beethoven wohl denken, wenn er erfahren würde, dass eine Punkband sich seiner fünften Symphonie bemächtigt hätte? Genau das tat die Psychobilly-Band Mad Sin aus Berlin.

Angestachelt zu dieser musikalischen Kühnheit wurden sie durch Wigald Boning und dem Schweizer Klassikexperten Beat Blättler. Heißt es diesmal „Rock the Classic“ oder eher „Shock the Classic“?

Sie sei „unkaputtbar“, heißt es. Die Fünfte von Beethoven verfüge über einen derart starken und eigenständigen musikalischen Körper, dass niemand ihr ernsthaft etwas anhaben könne. Immerhin gehört das Einführungsmotiv zum wohl bekanntesten Riff der gesamten Musikgeschichte. Kein Wunder, trugen die interstellaren Raumsonden der „Voyager“-Mission 1977 den ersten Satz der Symphonie ins Weltall hinaus – als Kulturbotschaft an die Außerirdischen.

Es mag für viele ein musikalischer Frevel sein, dieses Meisterwerk der Klassik in harten Punk-Sound zu verwandeln. Sei’s drum: Es ist jedenfalls ein höchst extravagantes und amüsantes Erlebnis, dabei zu sein, wenn die Berliner Band Mad Sin Beethovens Fünfte in ihre DNA überführt. Die Band, 1987 gegründet, macht mit spektakulären Auftritten in den USA, in Asien und Europa Furore. Immer noch dabei, ungestüm wie eh und je, ist der charismatische Frontmann Köfte DeVille, Hirn, Herz und Hoden von Mad Sin. Markenzeichen der Band ist ein entfesselter Hochgeschwindigkeits-Punk-’n‘-Roll, der sich in gewaltigen akustischen Sturzfluten ergeht.

Was die Energie betrifft, passt ihre Musik zur 5. Symphonie. Sie strotzt nur so vor Dynamik und Vitalität. „Rock the Classic“ begleitet Mad Sin bei der Umsetzung. Die Sendung zeigt auch, wer und was hinter Band steckt. Sie fragt zum Beispiel bei Köfte DeVille nach, wie man mit 47 Jahren noch immer derart authentisch im Punk-Modus lebt.

„Beethovens Fünfte“ à la mode de Mad Sin: Das Resultat präsentieren sie an einem sehr speziellen Ort, in den Beelitzer Heilstätten. Es ist ein längst verlassenes Sanatorium, das gern als „Deutschlands gruseligstes Krankenhaus“ etikettiert wird. Wie heilsam sich der morbide Charme der Anlage auf die Interpretation auswirkt, zeigt erhellend „Rock the Classic“.

Redaktionshinweis: Mit dem Thementag „TATATATAA – 250 Jahre Beethoven“ stimmt 3sat auf das Beethoven-Jahr 2020 ein.

06:45 Uhr: Die Akte Beethoven
Film von Ralf Pleger und Hedwig Schmutte
ARD/WDR

Beethoven: Lars Eidinger
Josephine von Brunswick: Pheline Roggan

Regie: R. Pleger, H. Schmutte
(Erstsendung: 21.01.2015)

Als Beethoven im Alter von 56 Jahren in Wien stirbt, taucht ein Testament auf, das er 25 Jahre vor seinem Tod verfasst hat. Es offenbart: Bereits mit 31 Jahren ist Beethoven praktisch taub.

Noch bevor er die meisten seiner bahnbrechenden Werke komponiert und Musikgeschichte geschrieben hat. Ein tauber Komponist? Wie ist so etwas möglich? Der Film geht diesem Rätsel nach und ergründet die Zusammenhänge zwischen Krankheit und Werk des Musikgenies.

Was gibt Beethoven die Kraft, den Kampf gegen seine fortschreitende Krankheit aufzunehmen? Inwiefern spiegelt sich sein außergewöhnliches Schicksal in seiner Musik wider, und welchen Einfluss hat die Taubheit auf sein Werk?

Aufbrausend, jähzornig, griesgrämig – das ist das gängige Bild von Ludwig van Beethoven, dem Komponisten mit der wilden Löwenmähne. Doch „Die Akte Beethoven“ zeigt: Es gibt auch einen anderen Beethoven – jung, sprühend vor Witz und Temperament, lebenslustig und vor allen Dingen kämpferisch.

Beethoven-Experten wie der Biograf Jan Caeyers, die Dirigentin Simone Young, der Pianist Lars Vogt und die Musikwissenschaftlerin Julia Ronge vom Beethoven-Haus Bonn kommentieren die außergewöhnliche Schaffenswut, mit der Beethoven auf seine Diagnose reagiert, und geben Einblicke in die engen Verknüpfungen zwischen Leben, Leiden und Werk des Komponisten.

In aufwendig inszenierten Spielszenen schlüpft Lars Eidinger („Alle Anderen“, „Was bleibt“) in die Rolle des jungen Beethoven, begleitet von Pheline Roggan („Soul Kitchen“), die zur „unsterblichen Geliebten“ wird. Der gesamte Film ist ausschließlich mit Musik von Ludwig van Beethoven vertont und macht „Die Akte Beethoven“ so nicht nur zu einem außergewöhnlichen Seherlebnis, sondern auch zu einer Hommage an die Musik Beethovens.

Abgerundet wird der Film durch hochwertige Animationen, umgesetzt von Ali Soozandeh („The Green Wave“, „Camp 14“), die die wichtigsten Stationen der Krankengeschichte Beethovens illustrieren. Der Kulturkrimi „Die Akte Beethoven“ ist Teil der Reihe „Die Kulturakte“, die Hochkultur neuartig und für ein breites Publikum erzählt. Zusätzlich zum Film entstanden eine Graphic Novel sowie eine App, die die eindrucksvolle Lebensgeschichte Beethovens quer durch die Medien erlebbar machen.

07:15 Uhr: Sonate für zwei „Beethoven“
Mit Lev Vinocour und Nina Mavis Brunner
(Erstsendung: 20.10.2012)
SRF

In „Sonate für zwei“ will es Moderatorin Nina Mavis Brunner von Pianist Lev Vinocour genau wissen: Warum wurde ausgerechnet Beethovens „Mondscheinsonate“ zum bekanntesten Evergreen der Klassik?

Kaum ein Klavierwerk ist so bekannt wie dieses. Doch welche musikalischen Neuerungen hat es gebracht und welche Geschichten stecken hinter dem Meisterwerk? Die Sonate führt die beiden an den Vierwaldstättersee, ohne den sie ihren markanten Namen nicht hätte.

Mit dabei: der Konzertflügel, an dem Vinocour im Gespräch mit Nina Marvis Brunner das „Opus 27, Nr. 2“ ergründet. Außerdem lässt Vinocour unterschiedliche Interpretationsweisen des Werks erklingen, das sowohl als „Faust“-Komposition aber auch als musikalische Adaption von „Romeo und Julia“ verstanden wurde.

Es geht um musikalische Innovationen, Leitmotive, kompositorische Details, und die Frage, was das Werk die Menschen heute noch angeht.

07:55 Uhr / Ludwig van Beethoven – Die Klavierkonzerte
Klavierkonzert Nr. 1
Wiener Musikverein 2011
Mit Rudolf Buchbinder (Klavier)
Orchester: Wiener Philharmoniker
Musikalische Leitung: Rudolf Buchbinder
ORF

Rudolf Buchbinder führte im Mai 2011 mit den Wiener Philharmonikern an zwei Tagen alle fünf Klavierkonzerte Ludwig van Beethovens auf. Der Zyklus wird eröffnet mit dem Klavierkonzert Nr. 1.

Buchbinder, der Beethovenspezialist, war nicht nur Solist, sondern dirigierte auch das Wiener Orchester. 3sat zeigt eine Aufzeichnung des Konzerts aus dem Wiener Musikverein.

08:35 Uhr: Ludwig van Beethoven – Die Klavierkonzerte
Klavierkonzert Nr. 2
Großer Saal, Wiener Musikverein 2011
Mit Rudolf Buchbinder (Klavier)
Orchester: Wiener Philharmoniker
Musikalische Leitung: Rudolf Buchbinder
ORF

Rudolf Buchbinder führte im Mai 2011 mit den Wiener Philharmonikern an zwei Tagen alle fünf Klavierkonzerte Ludwig van Beethovens auf. 3sat zeigt eine Aufzeichnung des Klavierkonzerts Nr. 2.

Buchbinder, der Beethovenspezialist, war nicht nur Solist, sondern dirigierte auch das Wiener Orchester. Das Konzert im Wiener Musikverein wurde vom Publikum mit Standing Ovations honoriert.

09:10 Uhr: Ludwig van Beethoven – Die Klavierkonzerte
Klavierkonzert Nr. 3
Großer Saal, Wiener Musikverein 2011
Mit Rudolf Buchbinder (Klavier)
Orchester: Wiener Philharmoniker
Musikalische Leitung: Rudolf Buchbinder
ORF

Rudolf Buchbinder führte im Mai 2011 mit den Wiener Philharmonikern an zwei Tagen alle fünf Klavierkonzerte Ludwig van Beethovens auf. 3sat zeigt eine Aufzeichnung des Klavierkonzerts Nr. 3.

Buchbinder, der Beethovenspezialist, war nicht nur Solist, sondern dirigierte auch das Wiener Orchester. Das Konzert im Wiener Musikverein wurde vom Publikum mit Standing Ovations honoriert.

Das dritte Klavierkonzert widmete Beethoven Prinz Louis Ferdinand von Preußen. Es wurde am 5. April 1803 mit Beethoven als Solist uraufgeführt.

09:45 Uhr: Ludwig van Beethoven – Die Klavierkonzerte
Klavierkonzert Nr. 4
Großer Saal, Wiener Musikverein 2011
Mit Rudolf Buchbinder (Klavier)
Orchester: Wiener Philharmoniker
Musikalische Leitung: Rudolf Buchbinder
ORF

Rudolf Buchbinder führte im Mai 2011 mit den Wiener Philharmonikern an zwei Tagen alle fünf Klavierkonzerte Ludwig van Beethovens auf. 3sat zeigt eine Aufzeichnung des Klavierkonzerts Nr. 4.

Buchbinder, der Beethovenspezialist, war nicht nur Solist, sondern dirigierte auch das Wiener Orchester. Das Konzert im Wiener Musikverein wurde vom Publikum mit Standing Ovations honoriert.

10:25 Uhr: Ludwig van Beethoven – Die Klavierkonzerte
Klavierkonzert Nr. 5
Großer Saal, Wiener Musikverein 2011
Mit Rudolf Buchbinder (Klavier)
ORF

Orchester: Wiener Philharmoniker
Musikalische Leitung: Rudolf Buchbinder

Rudolf Buchbinder führte im Mai 2011 mit den Wiener Philharmonikern an zwei Tagen alle fünf Klavierkonzerte Ludwig van Beethovens auf. 3sat zeigt eine Aufzeichnung des Klavierkonzerts Nr. 5.

Buchbinder, der Beethovenspezialist, war nicht nur Solist, sondern dirigierte auch das Wiener Orchester. Das Konzert im Wiener Musikverein wurde vom Publikum mit Standing Ovations honoriert.

Beethovens 5. Klavierkonzert zählt zu den meist aufgeführten Klavierkonzerten weltweit und beeinflusste nachhaltig spätere Komponisten sowie die Weiterentwicklung der Gattung.

11:05 Uhr: Mythos Beethoven (1/6): Der Revolutionär
Film von Thomas von Steinaecker
(Erstsendung: 03.12.2016)
3sat

Ludwig van Beethoven ist der berühmteste Komponist der Welt. Aber was wissen wir wirklich über ihn? Die Reihe erforscht sechs Geheimnisse um Beethoven. Teil eins widmet sich dem Revolutionär.

Voller Wut schreibt Beethoven 1802, im Entstehungsjahr der „Sturm-Sonate“, an seinen Freund und Förderer Fürst Lichnowsky: „Fürst! Was Sie sind, sind Sie durch Zufall und Geburt. Was ich bin, bin ich durch mich!“. Beethovens Zorn kommt nicht von ungefähr.

Er verehrt Napoleon und die Ideale der französischen Revolution „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“. Als der nur um ein Jahr ältere Napoleon sich 1804 zum Kaiser krönt, sieht Beethoven seine Ideale verraten. Er tritt in offene Konfrontation mit Lichnowsky, der ihn zwingen will, vor geladenen französischen Offizieren zu spielen. Beethoven flieht durch Nacht und Regen, zertrümmert zu Hause eine Büste des Fürsten und schreibt seine Wut in besagtem Brief nieder. Er, Beethoven, ist bereit für einen neuen Weg, auch musikalisch. Und so weicht die Sturm-Sonate deutlich von den alten Mustern der Sonate ab, lässt poetische Ideen zu und ist hochexpressiv. Beethoven wird der Prometheus der Musik – er bringt den Menschen das Feuer.

11:35 Uhr: Mythos Beethoven (2/6): Der Verliebte
Film von Georg Wübbolt
(Erstsendung: 03.12.2016)
3sat

Mit der „Mondscheinsonate“ schreibt Beethoven eines der romantischsten Stücke der Wiener Klassik. Er widmet sie seiner 17-jährigen Klavierschülerin Gräfin Julie Guicciardi.

Beethoven ist damals knapp über 30 und wieder einmal unglücklich verliebt. Als in seinem Nachlass der legendäre Brief an die „unsterbliche Geliebte“ auftaucht, gerät auch Julie in Verdacht. Doch war sie wirklich die einzig große Liebe Beethovens?

Er ist der berühmteste Komponist der Welt. Die fünfte Sinfonie und die Mondscheinsonate sind fast jedem bekannt. Aber was wissen wir wirklich über Ludwig van Beethoven und sein Leben? Die Reihe erforscht sechs Geheimnisse um den Wiener Klassiker, der eigentlich Rheinländer war.

Redaktionshinweis: Die Teile drei und vier der sechsteiligen Reihe „Mythos Beethoven“ zeigt 3sat ab 13.25 Uhr, die Teile fünf und sechs folgen ab 17.00 Uhr.

12:05 Uhr: Ludwig van Beethoven: Missa Solemnis D-Dur, op. 123
Aufzeichnung einer Aufführung aus der Berliner Philharmonie,
1985

Mit Lella Cuberli (Sopran), Trudeliese Schmidt (Alt), Vinson Cole (Tenor), José van Dam (Bass), Leon Spierer (Violine) und David Bell (Orgel)
Chor: Singverein der Gesellschaft, der Musikfreunde in Wien
Chorleitung: Helmut Froschauer
Orchester: Berliner Philharmoniker
Musikalische Leitung: Herbert von Karajan
ORF

In der Berliner Philharmonie entstand 1985 diese Aufzeichnung von Beethovens „Missa Solemnis“ op. 123, von der der Komponist selbst sagte, er halte sie für sein größtes Werk.

Entsprechend hoch ist der Stellenwert, den das Werk heute neben Beethovens neun Symphonien hat. Herbert von Karajan dirigierte die Berliner Philharmoniker und den Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde.

Karajan übernahm 1954 von Wilhelm Furtwängler die Leitung der Berliner Philharmoniker. Die Partnerschaft sollte drei Jahrzehnte dauern und eine der engsten werden, die sich zwischen einem Orchester und einem Dirigenten je entwickelt hat. Karajan drückte den Musikern seinen unverwechselbaren Stempel auf, der noch heute dafür sorgt, dass sich seine Einspielungen besser verkaufen als die aller anderen lebenden Dirigenten.

Die Fernsehaufzeichnung dieser „Missa“, die wie Karajans ganze Arbeit von perfektionistischen Ansprüchen getragen war, ging in der detailversessen Nachbearbeitung von Bildregisseur Ernst Wild in den Nachlass des 1989 verstorbenen Dirigenten ein. Die Originalbänder dieses Vermächtnisses liegen im ORF zur archivarischen Verwahrung.

Die Endfassung dieser Konzertaufzeichnung gibt Zeugnis von einem der großen Höhepunkte in der drei Jahrzehnte währenden Partnerschaft zwischen den Berliner Philharmonikern und Herbert von Karajan.

13:25 Uhr : Mythos Beethoven (3/6): Der Virtuose
Film von Georg Wübbolt
(Erstsendung: 10.12.2016)
3sat

Um sich in Wien durchzusetzen, muss sich Beethoven beweisen. Es ist diese Virtuosität, die auch seine populärste Sonate, die von ihm selbst so genannte „Pathétique“, zur Schau stellt.

Oder wie es der Kritiker Joachim Kaiser auf den Punkt bringt: „ … etwas bebend und selbstbewusst Neues: nämlich Musik mit Muskeln, mit gespannt hervortretenden Adern.“

Er ist der berühmteste Komponist der Welt. Die fünfte Sinfonie und die Mondscheinsonate sind fast jedem bekannt. Aber was wissen wir wirklich über Ludwig van Beethoven und sein Leben? Die Reihe erforscht sechs Geheimnisse um den Wiener Klassiker, der eigentlich Rheinländer war.

13:55 Uhr: Mythos Beethoven (4/6): Der Kranke
Film von Thomas von Steinaecker
(Erstsendung: 10.12.2016)
3sat

Das „Heiligenstädter Testament“ ist eines der ergreifendsten Beethoven-Dokumente. Verzweifelt beklagt Beethoven darin seinen zunehmenden Gehörverlust.

Er schreibt: „Es fehlte wenig, und ich endigte selbst mein Leben – nur sie die Kunst, sie hielt mich zurück“. Zur Zeit der Entstehung der „Hammerklaviersonate“ passiert es dann: Das Gehör ist weg. Ist das der Grund, dass dieses Werk viele Jahre als unspielbar galt?

Beethoven wusste genau, was er tat. An einen Schüler schreibt er: „Da haben Sie eine Sonate, die den Pianisten zu schaffen machen wird“.

Er ist der berühmteste Komponist der Welt. Die fünfte Sinfonie und die Mondscheinsonate sind fast jedem bekannt. Aber was wissen wir wirklich über Ludwig van Beethoven und sein Leben? Die Reihe erforscht sechs Geheimnisse um den Wiener Klassiker, der eigentlich Rheinländer war.

14:25 Uhr: Beethoven: 1. Sinfonie
Andrés Orozco-Estrada und das hr-Sinfonieorchester in der
Alten Oper Frankfurt
Erstausstrahlung
ARD/HR/3sat

Der 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens wird im Jahr 2020 weltweit gefeiert. 3sat würdigt den großen Komponisten mit zwei musikalischen Geniestreichen, den Sinfonien Nr. 1 und Nr. 7.

Wie lebendig diese Musik auch heute noch klingen kann, beweist das hr-Sinfonieorchester Frankfurt unter der Leitung seines Chefdirigenten Andrés Orozco-Estrada in zwei Konzertaufnahmen aus der Alten Oper Frankfurt.

Ludwig van Beethoven, am 17. Dezember 1770 in Bonn geboren, lieferte mit seinen insgesamt neun Sinfonien nicht nur das künstlerische Abbild einer von revolutionären Umbrüchen und gesellschaftlichen Neuorientierungen gekennzeichneten Epoche, seine Musik ist zudem ein unmissverständlicher Appell für Freiheit und Menschlichkeit.

14:55 Uhr: Karajan dirigiert Ludwig van Beethoven
Symphonie Nr. 3, Es-Dur, op. 55 „Eroica“
Philharmonie Berlin, 1971
ORF

Herbert von Karajan und die Berliner Philharmoniker teilen eine langjährige gemeinsame Vergangenheit. Am 8. April 1938 dirigierte er mit 31 Jahren zum ersten Mal das Berliner Orchester.

Nach dem Ton seines großen Vorbilds Wilhelm Furtwängler wurde Karajan 1956 zum Chefdirigent der Berliner Philharmoniker bestellt. Eine Zusammenarbeit, die über 33 Jahre andauert und das Orchester zu Weltruhm führte.

Mit seiner Unterstützung wurde 1963 auch die Philharmonie Berlin, eines der berühmtesten Konzerthäuser weltweit, eröffnet.

3sat zeigt eine Archivaufnahme aus dem Jahr 1971: In der Philharmonie Berlin dirigiert Karajan Ludwig van Beethovens Symphonie Nr. 3, Es-Dur, op. 55, die „Eroica“.

15:45 Uhr: Karajan dirigiert Ludwig van Beethoven
Symphonie Nr. 5, c-Moll, op. 67, „Schicksalssymphonie“
Philharmonie Berlin, 1972
ORF

Zum ersten Mal im Fernsehen ist eine neue – in HD – abgetastete Archivaufnahme des großen Maestros Herbert von Karajan von 1972 aus der Philharmonie Berlin zu sehen.

Der Salzburger Dirigent bestreitet mit den Berliner Philharmonikern die äußerst schwierige 5. Symphonie von Beethoven. Sein Rat an jüngere Kollegen lautete: „Ihre ersten hundert 5. können Sie wegwerfen!“

Mal energisch, mal mit einem verschmitzten Lächeln und immer wieder über längere Passagen mit geschlossenen Augen dirigiert Herbert von Karajan Beethovens Schicksalssymphonie wie kein zweiter.

16:15 Uhr: Beethoven: 7. Sinfonie
Andrés Orozco-Estrada und das hr-Sinfonieorchester in der Alten Oper Frankfurt
Erstausstrahlung
ARD/HR/3sat

Als Beethoven 1812 seine Sinfonie Nr. 7 fertigstellte, war seine Taubheit schon so weit fortgeschritten, dass er fast nur noch über „Konversationshefte“ schriftlich kommunizieren konnte.

Trotzdem gelang ihm ein musikalischer Geniestreich. Wie lebendig diese Musik auch heute noch klingt, beweist das hr-Sinfonieorchester Frankfurt unter der Leitung seines Chefdirigenten Andrés Orozco-Estrada in zwei Konzertaufnahmen aus der Alten Oper Frankfurt.

Ludwig van Beethoven, am 17. Dezember 1770 in Bonn geboren, lieferte mit seinen insgesamt neun Sinfonien nicht nur das künstlerische Abbild einer von revolutionären Umbrüchen und gesellschaftlichen Neuorientierungen gekennzeichneten Epoche, seine Musik ist zudem ein unmissverständlicher Appell für Freiheit und Menschlichkeit.

17:00 Uhr: Mythos Beethoven (5/6): Der Unternehmer
Film von Carl von Karstedt
(Erstsendung: 17.12.2016)
3sat

Als Beethovens Testament geöffnet wird, stellt sich heraus, dass der Mann, der zeitlebens über Geldnöte klagte, zu den reichsten Einwohnern Wiens gehört. Der Reichtum kommt nicht von ungefähr.

Denn Beethoven ist ein gewiefter Unternehmer. Seine Sonate in G-Dur verspricht er gleich mehreren Verlegern. Und obwohl er immer eine feste Anstellung als Kapellmeister anstrebt, wird er zum ersten finanziell erfolgreichen freischaffenden Künstler.

Dabei wusste Beethoven genau, was er tat. An einen Schüler schreibt er: „Da haben Sie eine Sonate, die den Pianisten zu schaffen machen wird“.

Er ist der berühmteste Komponist der Welt. Die fünfte Sinfonie und die Mondscheinsonate sind fast jedem bekannt. Aber was wissen wir wirklich über Ludwig van Beethoven und sein Leben? Die Reihe erforscht sechs Geheimnisse um den Wiener Klassiker, der eigentlich Rheinländer war.

17:30 Uhr: Mythos Beethoven (6/6): Der Unsterbliche
Film von Carl von Karstedt
(Erstsendung: 17.12.2016)
3sat

20 000 Menschen sind auf den Beinen als Beethoven zu Grabe getragen wird. Die Schulen bleiben geschlossen. Das Militär muss eingreifen, damit es nicht zur Massenpanik kommt.

1822 schreibt Beethoven seine letzte Klaviersonate op. 111. Sie wird sein Sonaten-Vermächtnis. Da ist er längst zum Mythos verklärt.

Er ist der berühmteste Komponist der Welt. Die fünfte Sinfonie und die Mondscheinsonate sind fast jedem bekannt. Aber was wissen wir wirklich über Ludwig van Beethoven und sein Leben? Die Reihe erforscht sechs Geheimnisse um den Wiener Klassiker, der eigentlich Rheinländer war.

18:00 Uhr: Fidelio
Oper in zwei Aufzügen op. 72 von Ludwig van Beethoven
Großes Festspielhaus, Salzburger Festspiele 2015
ORF

Florestan: Jonas Kaufmann
Leonore: Adrianne Pieczonka
Don Fernando: Ludovic Tézier
Don Pizarro: Tomasz Konieczny
Rocco: Hans-Peter König
Marzelline: Olga Bezsmertna
Jaquino: Norbert Ernst
Pizarro Schatten: Paul Lorenger
Leonore Schatten: Nadia Kichler

Libretto: Joseph Sonnleithner, Stephan von Breuning, Georg Friedrich Treitschke
Bühnenbild: Christian Schmidt
Kostüme: Christian Schmidt
Chor: Konzertvereinigung Wiener, Staatsopernchor
Orchester: Wiener Philharmoniker
Musikalische Leitung: Franz Welser-Möst
Inszenierung: Claus Guth

„Fidelio“ ist Ludwig van Beethovens einzige Oper. In Salzburg ist das beliebte und aufwühlende Werk des großen Komponisten mit Stars wie Jonas Kaufmann und Adrianne Pieczonka besetzt.

Das berühmte Singspiel nach realen Motiven um die schöne Leonore, die ihren zu Unrecht inhaftierten Mann Florestan als Mann namens Fidelio verkleidet aus dem Gefängnis befreien will, hat bis heute nichts von seiner Aktualität verloren.

Im Rahmen der Salzburger Festspiele inszeniert Claus Guth die Befreiungsoper zum Thema Machtmissbrauch und Freiheitsdrang mit den Wiener Philharmonikern unter der Leitung von Franz Welser-Möst. Der Münchner Startenor Jonas Kaufmann sang 1998 zunächst die Rolle des Jaquinoin in „Fidelio“, doch schon bald brillierte er als Florestan: nach Zürich, Luzern und Paris jetzt in Salzburg. Adrianna Pieczonka, die den Part der Leonore singt, ist eine kanadische Top-Sopranistin.

Zur Zeit der Französischen Revolution: Der Frau eines politischen Häftlings gelingt es, als Mann verkleidet in das Gefängnis einzudringen, in dem Jakobiner ihren Mann gefangen halten. Sie versteht es, das Vertrauen des Kerkermeisters zu gewinnen und ihren Gatten zu befreien. Eine Sensation, die die Gemüter Ende des 18. Jahrhunderts heftig bewegte. Jean-Nicolas Bouilly, Zeuge dieser Tat, formte daraus ein Opernlibretto. In der Vertonung von Pierre Gavenaux gelangte es 1798 in Paris zur Uraufführung. Wenige Jahre später griff Ferdinando Paër auf dieses Libretto zurück und feierte mit seiner Oper „Leonora ossia L’amor coniugale“ ab 1804 große Erfolge, zunächst in Dresden, dann auch in Wien.

Zu jener Zeit, in den Jahren 1803 und 1804, bewohnte Beethoven eine Dienstwohnung im Theater an der Wien, sollte er doch im Auftrag der Operndirektion eine Oper nach einem Libretto von Emanuel Schikaneder komponieren: Vestas Feuer. Auch wenn dieser Stoff seinen an der Antike orientierten Idealen entgegenkam, verlor er bald das Interesse daran und ließ sich stattdessen von Joseph Sonnleithner, dem damaligen Leiter des Theaters an der Wien, Bouillys Textbuch ins Deutsche übertragen. Von dessen Handlung war er als Mensch ebenso betroffen wie als Komponist begeistert, enthielt sie doch das „Sittliche, Erhebende“, das er sich von einem Opernstoff erwartete. Von der kleinbürgerlichen Welt des Kerkermeisters Rocco im ersten Akt über den vom tyrannischen Gouverneur des Staatsgefängnisses beherrschten zweiten Akt steigerte sich der dritte Akt zur Feier der ehelichen Liebe als Sieg gegen Willkürherrschaft.

Allerdings war diesem Plädoyer für Menschlichkeit und Gerechtigkeit im Gewand einer Befreiungs- und Rettungsoper, deren erste Skizzen mit der Komposition der „Eroica“ zusammenfielen, kein Erfolg beschieden. Es kostete Beethoven zehn Jahre intensiven Arbeitens, bis 1814 jene Fassung zur Uraufführung kam, die unter dem Titel „Fidelio“ zum Synonym der Befreiungsoper schlechthin wurde.

Im Unterschied zur „Ur-Leonore“ durchdringen sich in dieser auf zwei Aufzüge verdichteten Fassung von Anfang an die unterschiedlichen Sphären; die durchaus von Egoismus bestimmte Sehnsucht nach Glück kennt keine Standesunterschiede. In das singspielhafte Beginnen des ersten Aufzugs mischen sich mit dem kontemplativen Quartett „Mir ist so wunderbar“ oder auch dem Gefangenenchor „O welche Lust“ jene Töne, mit denen Beethoven eine Utopie heraufbeschwört, die schließlich in einem beglückenden, nur allzu kurzen Moment greifbar wird.

Wenn Leonore ihrem Florestan die Ketten abnimmt, heben sich zu den Worten „O Gott, welch ein Augenblick“ Utopie und Realität in der Musik auf, um dann vom rasenden finalen Freudentaumel hinweggefegt zu werden.

„Wie nirgends sonst wird aber Musik hier Morgenrot, kriegerisch-religiöses, dessen Tag so hörbar wird, als wäre er schon mehr als bloße Hoffnung. Sie leuchtet als reines Menschenwerk, als eines, das in der ganzen von Menschen unabhängigen Umwelt Beethovens noch nicht vorkam.“ (Ernst Bloch)

20:15 Uhr: „Diesen Kuss der ganzen Welt“ – Beethoven heute
Film von Lisa-Marie Schnell und Alexandra Hardorf
Erstausstrahlung
3sat

Das meistgespielte, beispiellose Komponisten-Genie: Was bedeutet Ludwig van Beethoven jungen Leuten in aller Welt heute? Eine Abenteuerreise auf den Spuren Beethovens rund um den Globus.

Das Filmteam trifft biertrinkende Beethoven-Fans in Australien, singende Zehntausend in Japan, einen virtuosen Nachwuchs-Pianisten in Indien, einen jungen Geiger in Namibia und begeisterte Tänzer in Kolumbien. Was passiert da, wenn Beethovens Werke erklingen?

Welche Wirkung entfalten sie im digitalen, globalen 21. Jahrhundert? Was machen Millennials in völlig unterschiedlichen Kulturen heute aus dem Titanen der deutschen Klassik: „Lebt“ Beethoven – oder bleibt er auf dem wohletablierten Sockel der Verehrung?

Dass schon der scheinbar unnahbare „Titan“ mit seiner Musik die ganze Welt umarmen wollte, hört man im mächtigen Chorklang seiner 9. Sinfonie: „Diesen Kuss der ganzen Welt!“ – ein Welthit der musikalischen Völkerverständigung.

Die filmische Reise beginnt in Australien, wo Beethoven gerade in einer großen Umfrage zum nationalen Lieblingskomponisten gewählt wurde. In Brisbane trifft das Filmteam Alondra de la Parra, die Chefdirigentin des Queensland Symphony Orchestra. Geboren wurde sie 1980 in New York, aufgewachsen ist sie in Mexico City. In der Männerdomäne des Dirigierens hat sie sich schon jung einen Namen gemacht. Ihr Orchester in Brisbane spielt im Film die 6. Sinfonie, die „Pastorale“. Über Beethoven sagt Alondra de la Parra, dass er in der DNA jedes Musikers sei – auch in ihrer eigenen. Musikalisch gesehen sei er so etwas wie ihr bester Freund, wenn sie auch mit seiner Persönlichkeit hadert: „Ich stehe mit diesem Mann in solch einem Konflikt, dass ich ihn nicht hätte kennenlernen wollen. Es reicht mir, ihn durch seine Musik zu treffen.“

Vom großen Meister schwärmen auch die junge Sopranistin, die alljährlich im „Chor der 10 000“ im japanischen Naruto die „Ode an die Freude“ schmettert oder der 13-jährige indische Starpianist Lydian Nadhaswaram, der nicht nur die „Mondscheinsonate“ genial und neu interpretiert.

Eine ungeahnte Rolle spielt Beethoven bei einem Kulturprojekt mit kolumbianischen Straßenkindern oder beim jungen Orchestermusiker Ronaldo Kandume in der Namibischen Wüste: jenseits der großen Bühnen, im Alltag der Menschen und in den großen Landschaften, in denen sie leben. In Beethovens Heimat schließlich bringt der Berliner Musikproduzent Moguai Beethoven und Techno zusammen – und Zehntausende zum Jubeln und Feiern. Was verbinden die jungen Elektrofans mit Beethoven? Und was verbindet Beethoven mit Europa? Ein neuer Blick auf die „Ode an die Freude“.

Auf ihrer Weltreise in Sachen Beethoven finden die Filmemacher in jeder Zeitzone, an jedem besuchten Ort eine spannende, ungewöhnliche, anrührende, virtuose oder coole Beethoven-Story. Authentische Geschichten junger Leute, in deren Leben Beethoven und sein Werk aus verschiedenen Gründen eine entscheidende Bedeutung hat. Wie kann das deutsche Komponisten-Genie mit seiner Musik auch 250 Jahre nach seiner Geburt Menschen auf allen Kontinenten berühren, beschäftigen und nachhaltig beeinflussen?

21:15 Uhr: Klang der Stille
(Copying Beethoven)
Spielfilm, USA 2006
3sat

Ludwig van Beethoven: Ed Harris
Anna Holtz: Diane Kruger
Martin Bauer: Matthew Goode
Schlemmer: Ralph Riach

Regie: Agnieszka Holland
Länge: 101 Minuten

Eine ehrgeizige und talentierte Musikstudentin bekommt die Chance, für Ludwig van Beethoven zu arbeiten. Daraus entwickelt sich eine schwierige Beziehung.

Schließlich hilft sie dem Komponisten bei der Uraufführung der 9. Symphonie. – Die polnische Regisseurin Agnieszka Holland inszeniert die fiktive Zusammenarbeit als platonische Liebesgeschichte und opulentes Historiendrama mit Starbesetzung.

Die junge Musikstudentin Anna Holtz bekommt als Kopistin die große Chance, mit Ludwig van Beethoven zusammenzuarbeiten. Für die Partituren der gerade beendeten 9. Symphonie braucht er einen Kopisten, der von dem, was er säuberlich abschreibt, auch etwas versteht. Wenig begeistert allerdings ist der Meister von der Aussicht, seine kostbaren Noten in die Hände einer Frau zu legen. Dass Anna es dazu noch wagt, das Genie zu beraten und sogar zu kritisieren, macht die Beziehung zwischen dem cholerischen Künstler und der selbstbewussten Studentin nicht einfacher.

Beethoven ist alt, krank und beinahe taub. Sein einziger Besuch aus der Außenwelt ist sein geliebter Neffe Karl, ein Spieler, der seinen Onkel nur besucht, wenn er seine Schulden nicht mehr bezahlen kann. Als Anna dem aufgrund seiner Taubheit als Orchesterleiter überforderten Beethoven jedoch entscheidend hilft, die Uraufführung seiner Symphonie zu dirigieren, beginnt Beethoven zu begreifen, was er an Anna hat.

Das schwierige Genie und die junge Schöne – oder auch des Widerspenstigen Zähmung: Die polnische Regisseurin Agnieszka Holland inszenierte Beethovens fiktive Zusammenarbeit mit einer begabten Musikstudentin im Wien der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit Starbesetzung und viel Atmosphäre. „Klang der Stille“ ist das Porträt der letzten Jahre des großen Künstlers und bietet nicht nur Verehrern von Beethovens Musik, sondern auch Romantikern mit einem Sinn für stimmiges Zeitkolorit Grund zum Schwelgen.

Nach unzähligen Erfolgen als Schauspieler („Die Truman Show“, „Apollo 13“) gab Ed Harris, häufig als „Sexsymbol der denkenden Frau“ bezeichnet, 2000 sein Regiedebüt mit dem Künstlerfilm „Pollock“, in dem er selbst den Maler Jackson Pollock spielte. Als Ludwig van Beethoven auf den ersten Blick nicht ganz so leicht zu erkennen, gelingt es ihm, den Komponisten als genialen Einsamen zu entwerfen. Das genaue Kontrastprogramm zu Harris gibt – hübsch und sanft – die blonde Diane Kruger, die seit 2002 eine erstaunliche Karriere machte („Troja“, „Inglourious Basterds“, „Aus dem Nichts“).

„‚Klang der Stille‘ ist von einer großen, bewegenden Emotionalität, die glücklicherweise zu keinem Zeitpunkt in Pathos, Kitsch und Klischees umkippt. Hollands Inszenierung ist feinfühlig und behutsam, ihre beiden Hauptdarsteller Ed Harris und Diane Kruger laufen zu Hochform auf.“ („Filmecho“)

22:55 Uhr: Berliner Philharmoniker Open Air: Beethovens 9. Sinfonie
Saisoneröffnung mit Kirill Petrenko
Brandenburger Tor, Berlin 2019
Programm: Ludwig van Beethoven: 9. Sinfonie d-Moll op. 125

Mit den Solisten Marlis Petersen, Elisabeth Kulman, Benjamin Bruns und Kwangchul Youn

Orchester: Berliner Philharmoniker
Musikalische Leitung: Kirill Petrenko

ARD/RBB

Am 24. August 2019 eröffneten die Berliner Philharmoniker ihre Konzertsaison 2019/2020 vor dem Brandenburger Tor mit einem Konzert für jedermann.

Unter der Leitung ihres neuen Chefdirigenten Kirill Petrenko spielten die Berliner Philharmoniker die 9. Symphonie von Ludwig van Beethoven. Solistin Marlis Petersen gab gleichzeitig ihren Einstand als „Artist in Residence“ der Saison 2019/2020.

Mit den Berliner Philharmonikern kam ein hochkarätiges Solistenensemble auf die Bühne vor Berlins wichtigstem Wahrzeichen: Marlis Petersen (Sopran), Elisabeth Kulman (Mezzosopran), Benjamin Bruns (Tenor) und Kwangchul Youn (Bass) sowie der Rundfunkchor Berlin unter der Leitung seines Chefdirigenten Gijs Leenaars.

00:05 Uhr: Die Akte Beethoven
Film von Ralf Pleger und Hedwig Schmutte
ARD/WDR

Beethoven: Lars Eidinger
Josephine von Brunswick: Pheline Roggan
Regie: R. Pleger, H. Schmutte
(Erstsendung: 30.10.2013)

Als Beethoven im Alter von 56 Jahren in Wien stirbt, taucht ein Testament auf, das er 25 Jahre vor seinem Tod verfasst hat. Es offenbart: Bereits mit 31 Jahren ist Beethoven praktisch taub.

Noch bevor er die meisten seiner bahnbrechenden Werke komponiert und Musikgeschichte geschrieben hat. Ein tauber Komponist? Wie ist so etwas möglich?
Der Film geht diesem Rätsel nach und ergründet die Zusammenhänge zwischen Krankheit und Werk des Musikgenies.

Was gibt Beethoven die Kraft, den Kampf gegen seine fortschreitende Krankheit aufzunehmen? Inwiefern spiegelt sich sein außergewöhnliches Schicksal in seiner Musik wider, und welchen Einfluss hat die Taubheit auf sein Werk?

Aufbrausend, jähzornig, griesgrämig – das ist das gängige Bild von Ludwig van Beethoven, dem Komponisten mit der wilden Löwenmähne. Doch „Die Akte Beethoven“ zeigt: Es gibt auch einen anderen Beethoven – jung, sprühend vor Witz und Temperament, lebenslustig und vor allen Dingen kämpferisch.

Beethoven-Experten wie der Biograf Jan Caeyers, die Dirigentin Simone Young, der Pianist Lars Vogt und die Musikwissenschaftlerin Julia Ronge vom Beethoven-Haus Bonn kommentieren die außergewöhnliche Schaffenswut, mit der Beethoven auf seine Diagnose reagiert, und geben Einblicke in die engen Verknüpfungen zwischen Leben, Leiden und Werk des Komponisten.

In aufwendig inszenierten Spielszenen schlüpft Lars Eidinger („Alle Anderen“, „Was bleibt“) in die Rolle des jungen Beethoven, begleitet von Pheline Roggan („Soul Kitchen“), die zur „unsterblichen Geliebten“ wird. Der gesamte Film ist ausschließlich mit Musik von Ludwig van Beethoven vertont und macht „Die Akte Beethoven“ so nicht nur zu einem außergewöhnlichen Seherlebnis, sondern auch zu einer Hommage an die Musik Beethovens.

Abgerundet wird der Film durch hochwertige Animationen, umgesetzt von Ali Soozandeh („The Green Wave“, „Camp 14“), die die wichtigsten Stationen der Krankengeschichte Beethovens illustrieren. Der Kulturkrimi „Die Akte Beethoven“ ist Teil der Reihe „Die Kulturakte“, die Hochkultur neuartig und für ein breites Publikum erzählt. Zusätzlich zum Film entstanden eine Graphic Novel sowie eine App, die die eindrucksvolle Lebensgeschichte Beethovens quer durch die Medien erlebbar machen.

00:55 Uhr: Beethoven: 1. Sinfonie
Andrés Orozco-Estrada und das hr-Sinfonieorchester in der
Alten Oper Frankfurt
(Erstsendung: 01.01.2020)
ARD/HR

Der 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens wird im Jahr 2020 weltweit gefeiert. 3sat würdigt den großen Komponisten mit zwei musikalischen Geniestreichen, den Sinfonien Nr. 1 und Nr. 7.

Wie lebendig diese Musik auch heute noch klingen kann, beweist das hr-Sinfonieorchester Frankfurt unter der Leitung seines Chefdirigenten Andrés Orozco-Estrada in zwei Konzertaufnahmen aus der Alten Oper Frankfurt.

Ludwig van Beethoven, am 17. Dezember 1770 in Bonn geboren, lieferte mit seinen insgesamt neun Sinfonien nicht nur das künstlerische Abbild einer von revolutionären Umbrüchen und gesellschaftlichen Neuorientierungen gekennzeichneten Epoche, seine Musik ist zudem ein unmissverständlicher Appell für Freiheit und Menschlichkeit.

01:25 Uhr: Karajan dirigiert Ludwig van Beethoven
Symphonie Nr. 3, Es-Dur, op. 55 „Eroica“
Philharmonie Berlin, 1971
ORF

Herbert von Karajan und die Berliner Philharmoniker teilen eine langjährige gemeinsame Vergangenheit. Am 8. April 1938 dirigierte er mit 31 Jahren zum ersten Mal das Berliner Orchester.

Nach dem Ton seines großen Vorbilds Wilhelm Furtwängler wurde Karajan 1956 zum Chefdirigent der Berliner Philharmoniker bestellt. Eine Zusammenarbeit, die über 33 Jahre andauert und das Orchester zu Weltruhm führte.

Mit seiner Unterstützung wurde 1963 auch die Philharmonie Berlin, eines der berühmtesten Konzerthäuser weltweit, eröffnet.
3sat zeigt eine Archivaufnahme aus dem Jahr 1971: In der Philharmonie Berlin dirigiert Karajan Ludwig van Beethovens Symphonie Nr. 3, Es-Dur, op. 55, die „Eroica“.

02:15 Uhr: Karajan dirigiert Ludwig van Beethoven
Symphonie Nr. 5, c-Moll, op. 67, „Schicksalssymphonie“
Philharmonie Berlin, 1972
ORF

Zum ersten Mal im Fernsehen ist eine neue – in HD – abgetastete Archivaufnahme des großen Maestros Herbert von Karajan von 1972 aus der Philharmonie Berlin zu sehen.

Der Salzburger Dirigent bestreitet mit den Berliner Philharmonikern die äußerst schwierige 5. Symphonie von Beethoven. Sein Rat an jüngere Kollegen lautete: „Ihre ersten hundert 5. können Sie wegwerfen!“

Mal energisch, mal mit einem verschmitzten Lächeln und immer wieder über längere Passagen mit geschlossenen Augen dirigiert Herbert von Karajan Beethovens Schicksalssymphonie wie kein zweiter.

02:45 Uhr: Beethoven: 7. Sinfonie
Andrés Orozco-Estrada und das hr-Sinfonieorchester in der Alten Oper Frankfurt
(Erstsendung: 01.01.2020)
ARD/HR

Als Beethoven 1812 seine Sinfonie Nr. 7 fertigstellte, war seine Taubheit schon so weit fortgeschritten, dass er fast nur noch über „Konversationshefte“ schriftlich kommunizieren konnte.

Trotzdem gelang ihm ein musikalischer Geniestreich. Wie lebendig diese Musik auch heute noch klingt, beweist das hr-Sinfonieorchester Frankfurt unter der Leitung seines Chefdirigenten Andrés Orozco-Estrada in zwei Konzertaufnahmen aus der Alten Oper Frankfurt.

Ludwig van Beethoven, am 17. Dezember 1770 in Bonn geboren, lieferte mit seinen insgesamt neun Sinfonien nicht nur das künstlerische Abbild einer von revolutionären Umbrüchen und gesellschaftlichen Neuorientierungen gekennzeichneten Epoche, seine Musik ist zudem ein unmissverständlicher Appell für Freiheit und Menschlichkeit.

03:35 Uhr: Fidelio
Oper in zwei Aufzügen op. 72 von Ludwig van Beethoven
Großes Festspielhaus, Salzburger Festspiele 2015
ORF

Florestan: Jonas Kaufmann
Leonore: Adrianne Pieczonka
Don Fernando: Ludovic Tézier
Don Pizarro: Tomasz Konieczny
Rocco: Hans-Peter König
Marzelline: Olga Bezsmertna
Jaquino: Norbert Ernst
Pizarro Schatten: Paul Lorenger
Leonore Schatten: Nadia Kichler

Libretto: Joseph Sonnleithner, Stephan von Breuning, Georg Friedrich Treitschke
Bühnenbild: Christian Schmidt
Kostüme: Christian Schmidt
Chor: Konzertvereinigung Wiener, Staatsopernchor
Orchester: Wiener Philharmoniker
Musikalische Leitung: Franz Welser-Möst
Inszenierung: Claus Guth

„Fidelio“ ist Ludwig van Beethovens einzige Oper. In Salzburg ist das beliebte und aufwühlende Werk des großen Komponisten mit Stars wie Jonas Kaufmann und Adrianne Pieczonka besetzt.

Das berühmte Singspiel nach realen Motiven um die schöne Leonore, die ihren zu Unrecht inhaftierten Mann Florestan als Mann namens Fidelio verkleidet aus dem Gefängnis befreien will, hat bis heute nichts von seiner Aktualität verloren.

Im Rahmen der Salzburger Festspiele inszeniert Claus Guth die Befreiungsoper zum Thema Machtmissbrauch und Freiheitsdrang mit den Wiener Philharmonikern unter der Leitung von Franz Welser-Möst. Der Münchner Startenor Jonas Kaufmann sang 1998 zunächst die Rolle des Jaquinoin in „Fidelio“, doch schon bald brillierte er als Florestan: nach Zürich, Luzern und Paris jetzt in Salzburg. Adrianna Pieczonka, die den Part der Leonore singt, ist eine kanadische Top-Sopranistin.

Zur Zeit der Französischen Revolution: Der Frau eines politischen Häftlings gelingt es, als Mann verkleidet in das Gefängnis einzudringen, in dem Jakobiner ihren Mann gefangen halten. Sie versteht es, das Vertrauen des Kerkermeisters zu gewinnen und ihren Gatten zu befreien. Eine Sensation, die die Gemüter Ende des 18. Jahrhunderts heftig bewegte. Jean-Nicolas Bouilly, Zeuge dieser Tat, formte daraus ein Opernlibretto. In der Vertonung von Pierre Gavenaux gelangte es 1798 in Paris zur Uraufführung. Wenige Jahre später griff Ferdinando Paër auf dieses Libretto zurück und feierte mit seiner Oper „Leonora ossia L’amor coniugale“ ab 1804 große Erfolge, zunächst in Dresden, dann auch in Wien.

Zu jener Zeit, in den Jahren 1803 und 1804, bewohnte Beethoven eine Dienstwohnung im Theater an der Wien, sollte er doch im Auftrag der Operndirektion eine Oper nach einem Libretto von Emanuel Schikaneder komponieren: Vestas Feuer. Auch wenn dieser Stoff seinen an der Antike orientierten Idealen entgegenkam, verlor er bald das Interesse daran und ließ sich stattdessen von Joseph Sonnleithner, dem damaligen Leiter des Theaters an der Wien, Bouillys Textbuch ins Deutsche übertragen. Von dessen Handlung war er als Mensch ebenso betroffen wie als Komponist begeistert, enthielt sie doch das „Sittliche, Erhebende“, das er sich von einem Opernstoff erwartete. Von der kleinbürgerlichen Welt des Kerkermeisters Rocco im ersten Akt über den vom tyrannischen Gouverneur des Staatsgefängnisses beherrschten zweiten Akt steigerte sich der dritte Akt zur Feier der ehelichen Liebe als Sieg gegen Willkürherrschaft.

Allerdings war diesem Plädoyer für Menschlichkeit und Gerechtigkeit im Gewand einer Befreiungs- und Rettungsoper, deren erste Skizzen mit der Komposition der „Eroica“ zusammenfielen, kein Erfolg beschieden. Es kostete Beethoven zehn Jahre intensiven Arbeitens, bis 1814 jene Fassung zur Uraufführung kam, die unter dem Titel „Fidelio“ zum Synonym der Befreiungsoper schlechthin wurde.

Im Unterschied zur „Ur-Leonore“ durchdringen sich in dieser auf zwei Aufzüge verdichteten Fassung von Anfang an die unterschiedlichen Sphären; die durchaus von Egoismus bestimmte Sehnsucht nach Glück kennt keine Standesunterschiede. In das singspielhafte Beginnen des ersten Aufzugs mischen sich mit dem kontemplativen Quartett „Mir ist so wunderbar“ oder auch dem Gefangenenchor „O welche Lust“ jene Töne, mit denen Beethoven eine Utopie heraufbeschwört, die schließlich in einem beglückenden, nur allzu kurzen Moment greifbar wird.

Wenn Leonore ihrem Florestan die Ketten abnimmt, heben sich zu den Worten „O Gott, welch ein Augenblick“ Utopie und Realität in der Musik auf, um dann vom rasenden finalen Freudentaumel hinweggefegt zu werden.

„Wie nirgends sonst wird aber Musik hier Morgenrot, kriegerisch-religiöses, dessen Tag so hörbar wird, als wäre er schon mehr als bloße Hoffnung. Sie leuchtet als reines Menschenwerk, als eines, das in der ganzen von Menschen unabhängigen Umwelt Beethovens noch nicht vorkam.“ (Ernst Bloch)


Donnerstag, 02.01. / 19:20 Uhr / Das Geheimnis der Meister – Bosch
Film von Jaap van der Werff und Finbarr Wilbrink
(Erstsendung: 21.12.2017)
3sat

Warum fesselt uns der Blick des Mädchens mit dem Perlenohrring seit Jahrhunderten? Wie hat Vermeer das gemacht? Und wodurch entsteht die suggestive Kraft im Werk von Hieronymus Bosch?

Warum hat er besonders schnell gemalt, woran erkennt man seinen Mut? Ein kleines Team von Künstlern, Handwerkern und Wissenschaftlern erkundet die kleinen Geschichten hinter den großen Werken der holländischen Meister.

Um Geheimnissen auf die Spur zu kommen, rekonstruieren sie in jeder Folge ein Werk der weltberühmten Kunst detailversessen in nur fünf Wochen. Wir begleiten sie auf ihrer detektivischen Suche nach der perfekten Nachbildung zu Händlern historischer und giftiger Farben, Glasbläsern, Experten und in verstaubte Archive. Und verfolgen die Entstehung der Kopie. Unterhaltsam und spannungsreich ist neu zu entdecken, was wir eigentlich zu kennen glaubten: die größten Meisterwerke der niederländischen Kunst.

Freitag, 03.01. / 19:20 Uhr / Das Geheimnis der Meister – Van Gogh
Film von Jaap van der Werff und Finbarr Wilbrink
(Erstsendung: 03.01.2019)
3sat

In dieser Folge spüren die Experten anhand eines Selbstbildnisses dem vibrierenden Licht des Südens nach, den wilden Strichen des Meisters Vincent van Gogh.

Ein Computertrick zeigt das Selbstporträt schließlich als eine Fotografie des Meisters. Selbst die brutale Zerstörung des Gemäldes durch Messerschnitte eines psychisch Gestörten wiederholen die Meisterdetektive, um das Bild originalgetreu zu rekonstruieren.

In der Reihe „Das Geheimnis der Meister“ geht ein Experten-Team unter der Leitung des Künstlers und Moderators Jasper Krabbé auf Spurensuche: Es rekonstruiert bedeutende Werke der niederländischen Malerei.

Bei dieser Spurensuche nach den originalen Farben, dem Pinselstrich, der Lichtstimmung und Farbgebung – kurz: nach dem Ausdruck des berühmten Bildes – lernt man das Werk ganz neu kennen.

Freitag, 03.01. / 20:15 Uhr / Der große Rudolph
Fernsehfilm, Deutschland/Tschechien 2018
ARD/BR/WDR

Rudolph Moshammer: Thomas Schmauser
Else Moshammer: Hannelore Elsner
Eva-Maria: Lena Urzendowsky
Dudu / Funki: Robert Stadlober
Yogi Darchinger: Daniel Christensen
Gerdi: Sunnyi Melles
Toni: Hanns Zischler
Mr. Fröschl: Pavel Travnicek
Mrs. Seidel: Franziska Schlattner
Dolly: Lara Mandoki

Buch: Alexander Adolph
Regie: Alexander Adolph
Länge: 89 Minuten

Autor und Regisseur Alexander Adolph erzählt eine fiktive Geschichte, angelehnt an das Leben des 2005 verstorbenen Modemachers Rudolph Moshammer.

Im München der 1980er-Jahre ist Rudolph Moshammer der prominenteste Modemacher. Das reicht seinen stillen Teilhabern und Finanziers aber nicht mehr aus. Sie wollen, dass der Laden in der Maximilianstraße auch die Reichsten der Reichen als Kunden gewinnt.

Deshalb sucht Rudolph Moshammer – zum Entsetzen seiner Mutter Else – für den Verkauf eine junge, verführerische Frau. Er findet die auf den ersten Blick nicht besonders auffallende und ungeschickte Evi, eine junge Fußpflegerin aus Augsburg. Aus ihr, so erklärt Rudolph, werde er eine aufregende Frau machen. Ein Ereignis. Und tatsächlich: Mit Evis Hilfe gewinnt Moshammer Herzen und Geldbörsen der wahrhaft Reichen – wäre da nicht seine Mutter, die im Hintergrund Intrigen schmiedet.

Eine erfundene Geschichte, die von Schönheit, Geld und Glamour handelt, aber auch von der Freundschaft zweier Außenseiter im leuchtenden, glamourösen München des Jahres 1983.

Freitag, 03.01. / 05:45 Uhr / Can Can und Champagner – Das Moulin Rouge
Film von Susanne Freitag
(Erstsendung: 18.05.2015)
3sat

Das „Moulin Rouge“ ist das wohl bekannteste Revuetheater der Welt. 1889 gegründet, galt es zunächst als frivole und unschickliche Lasterhöhle, in der sich die Pariser Bohème traf.

Heute ist es ein knallhart durchstrukturiertes Unternehmen: 400 Mitarbeiter bereiten täglich das Amüsierprogramm vor, 1700 Gäste kommen jeden Abend, das Theater gilt als größter Champagner-Konsument ganz Frankreichs.

In eigenen Werkstätten werden Schuhe gefertigt, die Federräder und Kostüme genäht. Größe und Gewicht der Tänzerinnen sind vorgeschrieben – nur so lässt sich der perfekte Can Can tanzen, der das „Moulin Rouge“ weltberühmt machte.


Samstag, 04.01. / 20:15 Uhr / Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker 2020
Wiener Musikverein
Orchester: Wiener Philharmoniker
Musikalische Leitung: Andris Nelsons
ORF

Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker ist das musikalische Highlight zum Jahresauftakt. Auch 2020 zeigt 3sat das Konzert aus dem Wiener Musikverein. Es dirigiert erstmals Andris Nelsons.

Gespielt werden wieder heitere und zugleich besinnliche Werke der Strauss-Dynastie und ihrer Zeitgenossen. Das Orchester versteht sich als musikalischer Botschafter Österreichs und möchte einen von Hoffnung, Freundschaft und Frieden Neujahrsgruß übermitteln.

Im Herzen von Wien interpretiert das Wiener Staatsballett zwei Choreografien: Im Winterpalais von Prinz Eugen von Savoyen tanzen Paare eine Choreografie zu „Seid umschlungen, Millionen“, einem der berühmtesten Walzer des „Walzerkönigs“ Johann Strauss Sohn. Das barocke Palais diente Prinz Eugen als Winterresidenz, die Sommermonate verbrachte er im Schloss Belvedere.

Am Fuße des bekannten Wiener Nussbergs liegt der Nussdorfer Pfarrplatz. Ein romantischer Ort, der dem Staatsballett eine hervorragende Bühne bietet für Contretänze von Ludwig van Beethoven. Beide Choreografien hat der spanische Choreograf José Carlos Martínez geschaffen.

Im Februar 2018 hat Andris Nelsons das Amt des 21. Kapellmeisters des Leipziger Gewandhausorchesters angetreten, bereits seit 2014 ist er Chefdirigent des Boston Symphony Orchestra. Mit den Musikern der Wiener Philharmoniker verbindet den lettischen Dirigenten eine langjährige, erfolgreiche Zusammenarbeit auf Bühnen in der ganzen Welt.

Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker ist das größte klassische Musikereignis der Welt. Es wird in mehr als 90 Länder übertragen und von mehr als 50 Millionen Menschen in der ganzen Welt mitverfolgt.

Samstag, 04.01. / 22:45 Uhr / Iconic Couples ~ Richard Burton und Elizabeth Taylor
Film von Bertrand Tessier
Erstausstrahlung
ARD/WDR/3sat

Richard Burton und Elizabeth Taylor waren gleich zweimal miteinander verheiratet – und ließen sich zweimal voneinander scheiden.

Beim Dreh des Historienepos „Kleopatra“ lernte Liz Taylor, Star des großen Studios MGM und ins Showbusiness hineingeboren, den charismatischen Waliser kennen, der sich aus ärmlichen Verhältnissen über die Bühnen des Londoner West End bis nach Hollywood gespielt hatte.

Ihre stürmische Beziehung hielt und brach und hielt von 1963 bis zu Burtons Tod im August 1984. Filme wie „Kleopatra“, „Die Stunde der Komödianten“, „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ oder „… die alles begehren“ leben von der Leidenschaft und der Präsenz der beiden Ausnahmeschauspieler.

Der Film aus der Reihe „Iconic Couples“ erzählt die Geschichte des Schauspieler-Paares. Dazu erhellen Statements von Edward Meeks, Nathalie Delon, Jacqueline Monsigny, Marc Wanamaker, Patrick Brion und dem Moderator Melvyn Bragg eine Welt jenseits des Rampenlichts, die sich mindestens so spektakulär entwickelte wie die Leinwandauftritte dieses legendären Liebespaares.

Samstag, 04.01. / 23:40 Uhr / Iconic Couples ~ Judy Garland und Vincente Minnelli
Film von Bertrand Tessier
Erstausstrahlung
ARD/WDR/3sat

Judy Garland stammt aus einer Schauspielerfamilie und hatte ihr Debüt bereits mit drei Jahren gemeinsam mit ihren älteren Schwestern, mit denen sie als „Gumm Sisters“ auftrat.

Louis B. Mayer von MGM förderte sie unter anderen neben Elisabeth Taylor. So avancierte Judy Garland zum Kinderstar im „Zauberer von Oz“. Judy Garland traf Vincente Minnelli, der selbst aus einer Schauspielerfamilie stammt, während Dreharbeiten zu „Meet Me in St. Louis“.

Judy Garland wollte dem Druck des Studios entkommen und suchte einen neuen Förderer. Vincente Minnelli hingegen suchte eine neue Muse. Die anfängliche Tochter-Vater-Beziehung veränderte sich zu einer Liebesbeziehung, und so heirateten die beiden 1945. Bereits 1946 wurde die gemeinsame Tochter Liza Minnelli geboren.

Gemeinsam realisierten sie das Musical „Broadway Melodie“ („Ziegfeld Follies“) und wurden danach die „königliche Familie der Musical Comedy in Hollywood“ genannt. Als Judy jedoch entdeckte, dass Vincente eine Affäre mit dem Chauffeur der Familie hatte, endete die Beziehung der beiden. Dennoch blieben sie lebenslang Freunde.

In seiner Dokumentation aus der Reihe „Iconic Couples“ folgt Bertrand Tessier den wichtigsten Stationen im Leben der beiden Schauspieler und zeigt, wie sie sich gegenseitig in ihrer Arbeit inspirierten. Neben Liza Minelli, Lorna und Joey Luft, den Kindern Judy Garlands aus ihrer dritten Ehe, kommen auch Gerald Clarke, der Autor der Biografie „Get Happy: The Life of Judy Garland“, sowie Randy L. Schmidt, der Herausgeber des Buches „Judy Garland on Judy Garland: Interviews und Encounters“, Mark Griffin, Autor der Minnelli-Biografie „A Hundred Or More Hidden Things: The Life and Films of Vincente Minnelli“, Joe McElhaney, der Herausgeber des Buches „Vincente Minnelli. The Art of Entertainment“ und Emanuel Levy, der Autor von „Vincente Minnelli. Hollywood’s Dark Dreamer“ zu Wort.

Sonntag, 05.01. / 3satThementag: Bergfieber


Samstag, 11.01. / 19:20 Uhr / Oper – das knallharte Geschäft
Film von Stefan Braunshausen
(Erstsendung: 29.06.2019)
3sat

Man kennt sie, die großen Stars der Opernwelt, von Anna Netrebko bis Cecilia Bartoli, von Jonas Kaufmann bis Rolando Villazón. Doch wie wird man zum Opernstar?

Sie alle haben mal klein angefangen, irgendwann studiert und dann den großen Sprung geschafft auf die Weltbühnen der Opern- und Konzerthäuser. Doch warum schaffen es die einen, und andere nicht? Der Filmautor Stefan Braunshausen ist diesen Fragen nachgegangen.

Er hat Sängerinnen und Sänger in verschiedenen Stadien ihrer Karriere getroffen, aber auch Regisseure, Dirigenten und Intendanten. Und er hat herausgefunden: Eine gute Stimme allein reicht längst nicht mehr aus, um als Opernsänger erfolgreich zu sein. Nervenstärke und ein gutes Aussehen sind heute mindestens genauso wichtig – und auch die sozialen Netzwerke.

Eine Stelle im Ensemble eines Opernhauses zu ergattern ist dabei wie ein Sechser im Lotto. Dort verdienen Berufsanfänger allerdings gerade mal 2000 Euro brutto – und das nach sechs Jahren Studium. Ein Bühnentechniker verdient mehr. Über den harten Weg an die Spitze sprechen in diesem Film Jonas Kaufmann, Asmik Grigorian, Elsa Dreisig, Brigitte Fassbaender, Antonio Pappano und Bernd Loebe.

Jonas Kaufmann, Tenor: Seine Karriere begann an einem kleineren Haus, am Saarländischen Staatstheater in Saarbrücken. Erst mit Mitte 30 gelang ihm der große Durchbruch, da hatte er schon fast aufgegeben.

Asmik Grigorian, Sopran aus Litauen: Sie war der Star der Salzburger Festspiele 2018, begeisterte Publikum und Kritik gleichermaßen. Doch mit Anfang 30 war sie stimmlich schon fast am Ende.

Elsa Dreisig, dänisch-französische Sopranistin: Der Shootingstar der Berliner Staatsoper erzählt, wie sie durch den Gewinn mehrerer Wettbewerbe ihre Karriere startete, dass es aber durchaus schwer ist, sich als Nachwuchssängerin nicht verheizen zu lassen.

Brigitte Fassbaender, Regisseurin: Die Opernlegende berichtet, was die größten Verführungen für Sänger heute sind und warum es so wichtig ist, „nein“ sagen zu können.

Antonio Pappano, Dirigent: Er arbeitet regelmäßig mit den Stars der Szene wie Jonas Kaufmann und Anna Netrebko zusammen und sagt: Viele Sänger singen zu laut und ruinieren sich so ihre Stimme.

Bernd Loebe, Intendant aus Frankfurt: Er weiß, wie schwierig es ist, deutsche Sänger zu engagieren. Auf den Besetzungslisten deutscher und internationaler Opernhäuser gibt es kaum deutsche Namen. Warum ist das Niveau im Ausland so viel besser als bei uns?

Samstag, 11.01. / 20:15 Uhr / Le nozze di Figaro
Scala in Mailand, Italien, 2016
ORF

Il conte: Carlos Álvarez
La contessa: Diana Damrau
Figaro: Markus Werba
Susanna: Golda Schultz
Cherubino: Marianne Crebassa

Musikalische Leitung: Franz Welser-Möst
Inszenierung: Frederic Wake-Walker
Bildregie: Patrizia Carmine

Die Neuinszenierung von Mozarts „Le nozze di Figaro“ an der Mailänder Scala war 2016 ein großer Erfolg bei Kritik und Publikum. Am Dirigentenpult stand der Österreicher Franz Welser-Möst.

Jahrzehntelang hatte die Scala die legendäre „Figaro“-Inszenierung von Giorgio Strehler im Repertoire. In der Neuproduktion spielt der junge britische Regisseur Frederic Wake-Walker immer wieder mit Versatzstücken auf Strehler an und geht zugleich ganz eigene Wege.

In einem der schönsten Opernhäuser der Welt konnte man 2016 eine eindrucksvolle Neuinszenierung bewundern: Der junge britische Regie-Shootingstar Frederic Wake-Walker nahm sich Wolfgang Amadeus Mozarts Opera buffa „Le nozze di Figaro“ an und lieferte eine intelligente und frische Neu-Interpretation. Seit 1981 war Mozarts „Figaro“ in Mailand in der legendären Inszenierung von Giorgio Strehler im Repertoire. Wake-Walker spielt mit dem berühmten Vorbild: Er stellt mit Kulissen-Versatzstücken und der Einführung einer Strehler-Figur, die die meiste Zeit auf der Bühne sitzt, in der Partitur mitliest, Anmerkungen macht und mit einer Kurbel die Drehbühne bewegt, eine Hommage an Giorgio Strehler zusammen – respektvoll, aber nie devot.

Inhaltlich fokussiert Wake-Walker die Handlung des Stücks auf die Instabilität der Liebe. In der Ausstattung und in den Kostümen zeigt sich der Hauptunterschied zur Strehler-Inszenierung: Bewegte sich diese in einer herausgeputzten Rokoko-Welt, so führen Wake-Walker und McDonald aus einer anfänglich distanziert historischen Welt allmählich in die Gegenwart. Das ist ein raffinierter und sehr innovativer Ansatz. Mozarts Figuren werden allmählich aus ihren (Kleider)-Hüllen herausgeschält und mutieren zu Menschen von heute, zu Liebenden mit den Problemen des 21. Jahrhunderts.

Die Neuinszenierung ist ein Musterbeispiel dafür, dass auch in höchst traditionellen und traditionsbewussten Häusern stilvoll Neues erschaffen werden kann. Für höchstes musikalisches Niveau bürgt der österreichische Stardirigent Franz Welser-Möst bei seinem Debüt an der Mailänder Scala. Die Besetzung ist ebenfalls ausgezeichnet: Carlos Álvarez als Graf, Diana Damrau als Gräfin, Golda Schultz als Susanna und Marianne Crébassa als Cherubino sind stimmlich in Hochform und überzeugen auch schauspielerisch. Ebenso wie der österreichische Tenor Markus Werba in der Titelrolle des „Figaro“.

Sonntag, 12.01. / 10:05 Uhr / Literaturclub
(Erstsendung: 17.12.2019)
SRF

„Literaturclub“ diskutiert die neuesten literarischen Entdeckungen und gibt Orientierungshilfe im Buchmarkt.

In der Gesprächssendung werden jeweils vier bis fünf Neuerscheinungen besprochen.

Sonntag, 12.01. / 11:20 Uhr / Der Boss, Walt Disney und die vergessenen Oscars
Film von Patricia Banzer
(Erstsendung: 26.02.2019)
SRF

Ernst A. Heiniger prägte die Schweizer Fotografie der 1930er-Jahre maßgeblich. Er gewann zwei Oscars und tüftelte an einer neuen Art des Sehens: dem 360°-Film. Und doch blieb er fast unbekannt.

Der Film erzählt ein beinahe in Vergessenheit geratenes Kapitel Schweizer Film- und Fotografie-Geschichte. Und er geht der Frage nach, warum einige Menschen im kulturellen Gedächtnis bleiben, andere wiederum daraus verschwinden.

Virtual Reality, 360°-Optik und Rundumblick: So komplett wie möglich in unbekannten Welten zu versinken, ist heute Trend. Doch wirklich neu ist das alles nicht. Bei Recherchen zu 360°-Filmen stieß Journalistin Patricia Banzer auf einen Mann, der schon im letzten Jahrtausend für die „Expo 64“ im Kreis filmte: Ernst A. Heiniger. Der Traum der totalen Immersion des Zuschauers ging ihm nicht mehr aus dem Kopf. Den Rest seines Lebens tüftelte der gebürtige Thurgauer an einem neuen 360°-System namens „Swissorama“, das die Sehgewohnheiten revolutionieren sollte. Es kam ihm jedoch einiges in den Weg: der Zeitgeist, sein Eigensinn, sein Alter.

Doch Heiniger war weit mehr als nur starrköpfiger 360°-Innovator. Auf der Suche nach seinen Spuren landet das Filmteam in einem Kellerverlies in Texas. Von hier kam Heiningers kreatives Erbe erst 20 Jahre nach seinem Tod zur Fotostiftung Schweiz in Winterthur. Dort wurde es digitalisiert und zeigt nun Ernst A. Heiniger als Vertreter des Neuen Sehens, der mit neuen Perspektiven und ausgezeichneter Detailtreue verblüfft. Das vielseitige Werk gibt tiefe Einblicke in das Schaffen des Mannes, der sich nach der Flucht vom Bauernhof seiner Kindheit und nach seinem Lehrabbruch alles selbst beigebracht hatte.

In Gesprächen mit ehemaligen Mitarbeitern, Disney-Vertretern und seiner Nichte in Texas zeigt sich: Heiniger war Weltmeister der Selbstvermarktung, Mann des guten Geschmacks und Eigenbrötler. Nur seine Frau Jean stand ihm nahe. Mit ihr bereiste er die ganze Welt, nicht zuletzt dank seines guten Freundes Walt Disney. Für ihn drehte er in den glamourösen 1950er-Jahren diverse dokumentarische Filme und gewann zwei Oscars. Von diesen Filmen fehlte zunächst jedoch jede Spur.

Sonntag, 12.01. / 12:15 Uhr / Wo Träume wahr werden ~ 100 Jahre Bavaria Film
Film von Katharina Schickling
(Erstsendung: 15.01.2019)
ARD/BR

Die Bavaria Filmstadt: Alfred Hitchcock war da, Billy Wilder und Bully Herbig. Berühmte Spielfilme wie „Das Boot“, „Die unendliche Geschichte“ und die Krimireihe „Tatort“ entstanden dort.

Mit Ausschnitten, Drehberichten und Interviews erzählt die Dokumentation ein Jahrhundert Filmgeschichte. Mario Adorf, Lilo Pulver und Senta Berger, der langjährige Bavaria-Chef Günter Rohrbach und Regisseur Joseph Vilsmaier berichten vom „bayerischen Hollywood“.

Der bayerische Filmpionier Peter Ostermayr hatte das Studio am 1. Januar 1919 als „Münchener Lichtspielkunst AG“ gegründet und im selben Jahr das Gelände in Geiselgasteig erworben, auf dem in der Folge der legendäre Studiokomplex entstand. Seitdem sind dort Stummfilmexperimente, Ganghofer-Filme, Nazi-Wochenschauen, Dokumentationen und berühmte Spielfilme entstanden.

Aus Erinnerungen, Analysen, berührenden Augenblicken und seltenen Fundstücken entsteht nicht nur eine Fernsehdokumentation über das berühmteste deutsche Filmstudio, sondern auch eine bewegte Skizze des vergangenen Jahrhunderts: ein Stück Zeitgeschichte.

Sonntag, 12.01. / 18:30 Uhr / Museums-Check mit Markus Brock
Wallraf-Richartz-Museum Köln und Max Ernst Museum Brühl
Gast: Katharina Schüttler
(Erstsendung: 13.01.2019)
ARD/SWR

Markus Brock nimmt das älteste Museum Kölns, das Wallraf-Richartz-Museum, unter die Lupe. Außerdem besucht er für den „Museums-Check“ das Max Ernst Museum Brühl.

Bis März 2019 versammelt die Ausstellung „Es war einmal in Amerika“ im Wallraf-Richartz-Museum 300 Jahre US-Kunst mit mehr als 130 Leihgaben aus internationalen renommierten Museen, darunter Werke von Edward Hopper, Mark Rothko und Barnett Newman.

Als prominenten Gast begrüßt Markus Brock diesmal die Schauspielerin Katharina Schüttler. Geboren und aufgewachsen ist die Tochter einer Theaterfamilie in Köln. Mit gerade einmal 26 Jahren wurde sie 2006 zur Schauspielerin des Jahres gewählt – als bislang jüngste Frau. Für den „Museums-Check“ stattet die Wahlberlinerin ihrer alten Heimat einen Besuch ab.

Bei ihrem Rundgang durch das Wallraf-Richartz-Museum treffen Katharina Schüttler und Markus Brock auf viel weibliche Kunst wie die „kölsche Mona Lisa“, Stefan Lochners Meisterwerk „Muttergottes in der Rosenlaube“. Neben der herausragenden mittelalterlichen Sammlung finden sich hier Porträts von Rembrandt, Landschaften von Caspar David Friedrich und Gemälde von Claude Monet bis Edvard Munch.

Für Museumsleiter Marcus Dekiert sind Kunstwerke „Zeitkapseln, die uns ferne Epochen vergegenwärtigen und zugleich zu den Wurzeln der Jetztzeit führen“. Markus Brock fragt nach, worin Dekiert die Aufgabe eines Museums sieht, gerade in Zeiten digitaler Reizüberflutung.

Im nahe gelegenen Brühl besucht Markus Brock das Max Ernst Museum. Es wurde 2005 zu Ehren des berühmten Sohnes der Stadt eröffnet und beherbergt Skulpturen, Grafiken, Gemälde und Fotografien des Surrealisten. 1891 wurde Max Ernst in Brühl geboren. Sein schillerndes Künstlerleben führte ihn von Paris über New York, Arizona und zurück nach Frankreich, wo er 1976 starb. Wie sehr Max Ernst die Künstler bis heute inspiriert, können Besucher in viel gelobten Sonderausstellungen erleben. Die 1949 geborene New Yorker Künstlerin Ruth Marten zeigt bis zum 24. Februar 2019 in der umfassenden Retrospektive „Ruth Marten – Dream Lover“ ihre witzig-subversiven Übermalungen alter Drucke.

Montag, 13.01. / 22:25 Uhr / Meine Welt ist die Musik – Der Komponist Christian Bruhn
3satDokumentarfilmzeit
Dokumentarfilm von Marie Reich, Deutschland 2017
Länge: 80 Minuten
Erstausstrahlung
3sat

Seinen Namen kennen nur wenige. Dabei hat Christian Bruhn quasi die Bundesrepublik vertont. Er ist einer der erfolgreichsten deutschen Komponisten und Musikproduzenten der Schlagerbranche.

Bruhns Musik hingegen ist bekannt: Ob Schlager wie „Marmor Stein und Eisen bricht“, Serienmelodien für „Heidi“, „Timm Thaler“ und „Captain Future“ oder Werbe-Jingles von Maggi bis Milka: Mehr als 2500 Kompositionen hat Christian Bruhn geschrieben.

Der Dokumentarfilm „Meine Welt ist die Musik – Der Komponist Christian Bruhn“ ist das ansteckend beschwingte Porträt eines Mannes, der von Anfang der 1960er-Jahre bis heute generationsübergreifend die Menschen mit seiner Musik begleitet und berührt hat. Im Film gibt der 84-Jährige Einblick in sein vielschichtiges Werk, das einen immer wieder überrascht. Er öffnete sein Archiv für das Filmteam und erzählt auf unterhaltsame Weise aus seinem Leben – oder lässt die Musik es tun.

2019 lief der Dokumentarfilm erfolgreich in den deutschen Kinos. 3sat zeigt ihn nun als TV-Premiere.

Montag, 13.01. / 01:40 Uhr / Heimatsound Concerts – Zitronen Püppies
aus dem Passionstheater in Oberammergau
(Erstsendung: 25.01.2019)
ARD/BR

Beim „Heimatsound Festival“ 2018 spielten zum sechsten Mal die bekanntesten Vertreter der alpenländischen Musikszene im Passionstheater in Oberammergau. Mit dabei: die Zitronen Püppies.

Die Band kommt aus Zwiesel – tief im Bayerischen Wald gelegen. 2010 haben die Musiker das Album „The Silence of the Lemons“ veröffentlicht und sich von gutem deutschen Punk kräftig beeinflussen lassen.

Schon hier hörte man eine Band, die Wert auf Präzision und Arrangements legt, die nicht das Gewollte ausstellt. Was Johannes M. Haslinger, Gitarre und Gesang, Florian Seemann, Bass und Gesang, sowie Alexander Lange, Schlagzeug, stattdessen vorlegen, sind kompakte Pop-Rock-Songs.

Im Juli 2018 standen die „Püppies“ erstmals auf der Bühne des Passionstheaters in Oberammergau und gaben ein großartiges Konzert vor begeistertem Publikum.

Montag, 13.01. / 02:40 Uhr / Heimatsound Concerts – folkshilfe
aus dem Passionstheater in Oberammergau
(Erstsendung: 01.02.2019)
ARD/BR

Beim „Heimatsound Festival“ 2018 spielten zum sechsten Mal die bekanntesten Vertreter der alpenländischen Musikszene im Passionstheater in Oberammergau. Mit dabei: folkshilfe.

Die musikalische Bandbreite der Gruppe ist grandios. Florian Ritt, Paul Slaviczek und Gabriel Haider haben nicht nur ein Gespür für gute Melodien und Arrangements: aus Quetschn, Synthesizer, Gitarre und Schlagzeug entsteht cooler „Quetschn“-Synthi-Pop.

Energiegeladene Hits, die sofort in die Beine fahren, und Balladen, die unter die Haut gehen: folkshilfe macht Popmusik, die zeitgemäßer nicht sein könnte – und doch ganz klar geprägt ist von dem Land aus dem die drei Musiker kommen. Es ist dieser österreichische Schmäh, mit dem sie über das Leben, über die Liebe und über alles, was ebenso daherkommt, singen.

Das Ziel der Band war vor fünf, sechs Jahren, ihre Musik auf die Straße zu bringen. „Es ging uns nicht zwingend um den Musikstil Folk“, sagt Ritt. „Es ging uns um das Gefühl, das mit Straßenmusik verbunden ist, das Gefühl, dass der Folk Hilfe braucht.“ Angelehnt an den österreichischen Sozialverband „Volkshilfe“ nannte sich die Band daher „folkshilfe“.

Bei den Live-Konzerten ist das Energie-Level immer extrem hoch, so auch im Passionstheater beim „Heimatsound Festival“ 2018: Die Euphorie schwappt über die Bühnenkante, und das Publikum ist restlos begeistert.

Montag, 13.01. / 03:35 Uhr / Heimatsound Concerts – Balloon Pilot
aus dem Passionstheater in Oberammergau
(Erstsendung: 18.01.2019)
ARD/BR

Beim „Heimatsound Festival“ 2018 spielten zum sechsten Mal die bekanntesten Vertreter der alpenländischen Musikszene im Passionstheater in Oberammergau. Mit dabei: Balloon Pilot.

Wenige lassen sich so bewusst Zeit mit sich und ihrer Musik wie diese Band. Seit unfassbaren 22 Jahren spielen die fünf Musiker aus Münsing am Starnberger See schon in diversen Formationen zusammen. Die musikalische Reise ging von Punk über Ska zum Indie-Folk.

Ihre Liveperformance benötigt Konzentration und Stille. Ihr Publikum ist eingeladen, sich der inneren Reise der Künstler anzuschließen. Dann ist es für die „Piloten“ und ihr Publikum eine erfüllende Erfahrung, sich auf die Musik einlassen, sich gemeinsam auf die Reise begeben, eben eine Ballonfahrt zu machen.

Auf der Bühne entwickeln die Stücke von Balloon Pilot Dynamik – vom einfach strukturierten Akustikgitarrenlied bis zum ausarrangierten Song mit verschiedensten Instrumenten reicht das Repertoire der Band, die durch Vielseitigkeit glänzt. Balloon Pilot kamen beim Publikum vom „Heimatsound Festival“ 2018 gut an.

Montag, 13.01. / 04:35 Uhr / Heimatsound Concerts – Fanfare Ciocarlia
aus dem Passionstheater Oberammergau
(Erstsendung: 11.01.2018)
ARD/BR

Beim „Heimatsound Festival“ 2018 spielten zum sechsten Mal die bekanntesten Vertreter der alpenländischen Musikszene im Passionstheater in Oberammergau. Mit dabei: Fanfare Ciocarlia.

In ihren Ursprüngen war die zwölfköpfigen Balkan-Brass-Band eine Dorfkapelle. Ihre Erfolgsgeschichte liest sich wie ein Märchen: 1997 lädt ein deutscher Toningenieur die Musiker aus dem rumänischen Roma-Dorf Zece Prãjini zu Auftritten nach Deutschland ein.

Viele von ihnen waren bis dahin nicht einmal in Bukarest. Ihre mitreißenden Live-Shows sind so erfolgreich, dass sich schnell Tourneen durch Städte und Kontinente anschließen. Inzwischen hat die Gruppe viele CDs veröffentlicht und Preise erhalten, darunter den Preis der Deutschen Schallplattenkritik für das beste Weltmusikalbum. Ihr Werdegang inspirierte die BBC zu einer TV-Dokumentation.

Inzwischen hat die Band ihr 20-jähriges Bühnenjubiläum gefeiert – und begeisterte mit ihrem Auftritt im Passionstheater Oberammergau das Festival-Publikum.

Montag, 13.01. / 05:35 Uhr / Startrampe ~ Die KYTES und ihre „Frisbee“-EP
Film von Katrin Focke
(Erstsendung: 01.02.2019)
ARD/BR

Die KYTES sind zurück. Zwei Jahre haben die vier Jungs aus München an neuer Musik gearbeitet und im Januar 2019 ihre neue EP „Frisbee“ veröffentlicht.

Songs wie „Take It Easy“ sind wieder verspielte Indie-Pop-Ohrwürmer in KYTES-Manier. Wer neue Musik veröffentlicht, braucht auch neue Musikvideos. Bereits vor einiger Zeit haben die Jungs ihre Vorliebe dafür entdeckt, in ihren Videos in Rollen zu schlüpfen.

Das haben sie bei der ersten neuen Single „Remedy“ schon ausprobiert. Dieses Mal wollen sie für „Take It Easy“ noch einen draufsetzen: Das Video soll als One Shot produziert werden. Das heißt, das Video wird an einem Stück ohne Unterbrechung gedreht und nicht geschnitten. Sänger Michi soll eine surreale Taxifahrt erleben, bei der ihn seine Bandkollegen in unterschiedlichen Rollen begleiten – von Bankräuber über Nonne bis zu einem Elefanten ist alles dabei.

Die Kostüme besorgen sich die KYTES zusammen mit „Startrampe“-Moderator Fridl Achten im Kostümfundus des Bayerischen Rundfunks. Der Tag des Video-Drehs bedeutet vor allem für Bassist Thommy, Drummer Tim und Gitarrist Kerim eine Menge Stress: Jeder muss mindestens dreimal ein- und aussteigen, sich dazwischen in eine neue Kluft werfen und zur nächsten Station rennen. Und dann geht auch noch das Film-Auto kaputt.

Mit ihrer ersten EP „On the Run“ haben sich die KYTES 2015 in die Herzen der Indie-Fans gespielt. Nach dem „Startrampe“-Roadtrip im Oktober 2015 folgten die Veröffentlichung des Albums „Heads And Tales“ sowie Auftritte beim PULS Festival und beim „PULS Open Air“. 2017 gewannen die Jungs den New Music Award, den Newcomer-Preis der jungen ARD-Sender. Für ihre neue EP „Frisbee“ haben die KYTES den österreichischen Produzenten Filous ins Boot beziehungsweise in den Probenraum geholt – denn genau dort haben sie die Songs produziert. Nebenbei haben sie ein eigenes Label gegründet und gehen nun eigenständige Wege. Und genauso klingt „Frisbee“ – ganz anders, unabhängig, aber trotzdem noch nach KYTES.


Regelmäßige Kultursendungen auf 3sat:

Montags – freitags, 19:20 Uhr: Kulturzeit
Das 3sat Kulturmagazin von ZDF, ORF, SRF und ARD
3sat
„Kulturzeit“ ist das werktägliche Kulturmagazin von 3sat.
„Kulturzeit“ mischt sich in kulturelle und gesellschaftspolitische Fragen ein. Das Magazin bietet Hintergrundinformationen, Porträts und Gespräche zu aktuellen und brisanten Fragen.

Samstags, 09:05 Uhr: Kulturplatz

Das Kulturmagazin von Schweizer Radio und Fernsehen, SRF
Hinein ins pralle Leben: „Kulturplatz“ greift auf, was die Menschen beschäftigt, welche Fragen sie sich stellen. Und zeigt, dass die Kultur Antworten gibt.
„Kulturplatz“ findet mitten im Leben statt: im Supermarkt, am Musikfestival, im Wald. Denn Kultur ist viel mehr als Musik, Literatur und Kunst. Kultur durchdringt unser Leben. Wo jemand nachzudenken beginnt, da entsteht Kultur.
Diesem Credo ist „Kulturplatz“ verpflichtet. Die Sendung will für Kultur begeistern und behält dabei die wichtigsten Akteure und Ereignisse des Kulturbetriebes im Blick. „Kulturplatz“ spürt Trends auf und präsentiert Neuentdeckungen.


Diese Übersicht wird stets mehrere Wochen vor den jeweiligen Sendeterminen erstellt. Aktuelle Programmänderungen sind u. U. nicht berücksichtigt. Diese finden sich auf 3sat.de.