TV-Tipps 3sat:


Montag, 19.08. / 01.40 Uhr / PULS Open Air 2018 mit Moop Mama
(Erstsendung: 14.09.2018)
ARD/BR

Eine Bühne, ein gespannt wartendes Publikum und ein Vorhang, hinter dem sich der Secret Act des „PULS Open Air 2018“ verbirgt: Moop Mama. Die Band beschreibt ihren Stil als „Urban Brass“.

Frei übersetzt könnte das „Hip-Hop trifft Blaskapelle“ heißen. Eigentlich überraschen Moop Mama ihre Fans gern mit Guerilla-Auftritten in Fußgängerzonen oder sonstigen Hotspots deutscher Städte – so gesehen sind Überraschungsauftritte der Band nichts Neues.

Wer aber auf dem Gelände von Schloss Kaltenberg eine typische Show der zehnköpfigen Truppe um Rapper Keno erwartet, der hat die Rechnung ohne den ein oder anderen Special Guest gemacht. Für eine Freestyle-Session holt sich die Band Unterstützung von den beiden MCs Roger Rekless, auch bekannt als Moderator bei „PULS“, und Maniac, Teil des oberpfälzischen Mundart-Rap-Duos Liquid & Maniac.

Mit der Live-Premiere des Songs „Molotov“ vom vierten Moop-Mama-Album „Ich“ erreicht das Konzert schließlich seinen Höhepunkt. Doch damit nicht genug, endgültig geflasht ist das Publikum, als einige Rapper von Bavarian Squad und Antilopen Gang in Polizeiuniformen die Bühne stürmen.

Statt Handschellen und Haftbefehl gibt es einen ausführlichen Zungenkuss – Polizeiaufgabengesetz mal anders. Zwischen den Live-Songs meldet sich die Band selbst in Interview-Sequenzen zu Wort. Egal ob Songwriting oder Anekdoten aus fast zehn Jahren Bandgeschichte: Moop Mama plaudern aus dem Nähkästchen und können somit wohl auch hartgesottenen Fans noch so einige Infos und Neuigkeiten an die Hand geben.

Montag, 19.08. / 02.40 Uhr / PULS Open Air 2018 mit The Wombats und Granada
(Erstsendung: 21.09.2018)
ARD/BR

Dieser Konzertmitschnitt vom „PULS Open Air 2018“ steht unter dem Motto „Liverpool meets Graz“. Was auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun hat, funktioniert erstaunlich gut.

Zackiger Indie-Rock von der Insel trifft auf Austropop, der nicht nur das Publikum zum Mitsingen bringt. The Wombats heißt das Trio, das den Sprung aus England nach Schloss Kaltenberg gemacht hat. Der Durchbruch gelang den Indie-Rockern vor über zehn Jahren.

Ihr Hit „Let’s Dance To Joy Division“ läuft damals wie heute in jeder halbwegs geschmackssicheren Indie-Disco hoch und runter. Vier Alben und zahlreiche Singles später ist die Band noch immer prägender Bestandteil der Indie-Szene und sorgt für eine gut besuchte Mainstage beim „PULS Open Air 2018“. Versteht sich von selbst, dass das Publikum einen Großteil der Songs in- und auswendig kann.

Aus Österreich angereist sind Granada. Die Band gründet sich 2015, nachdem Frontmann Thomas Petritsch den Auftrag bekommen hat, für einen Film Musik im österreichischen Dialekt zu produzieren. Einige Songs fallen bei dieser Auftragsarbeit weg und legen den Grundstein für das selbst betitelte Debütalbum der Austropopper. Auf dem „PULS Open Air“ geben sie ihre Mundart-Songs nicht nur in klassischer Bandbesetzung zum Besten, sondern bekommen zudem tatkräftige Unterstützung vom Münchener Kneipenchor, der Granada bei einigen Songs stilecht mit Bierflasche in der Hand begleitet.

Montag, 19.08. / 03.40 Uhr / PULS Open Air 2018 mit Blond und Blackout Problems
(Erstsendung: 26.10.2018)
ARD/BR

Blond, das sind die Schwestern Nina und Lotta Kummer sowie Kinderfreund Johann Bonitz. Zu Hause sind die drei in Chemnitz, Heimatort von Kraftklub, zu denen sie ein spezielles Verhältnis haben.

Zum einen tragen Nina und Lotta den gleichen (echten) Nachnamen wie Felix und Till Brummer, außerdem waren Blond 2018 mit Kraftklub auf großer Deutschland-Tour. Dazu haben sie Support-Shows für Zugezogen Maskulin und einen prall gefüllten Festivalsommer hinter sich.

Ein Highlight der Open-Air-Saison war der Auftritt beim „PULS Open Air“ auf dem Gelände von Schloss Kaltenberg, bei dem Blond schon freitagsmittags für den ersten Moshpit sorgten.

Der Erfolg ihres ersten Albums „Holy“ hat die Blackout Problems mit einem „Bäm!“ auf die Bühnen Europas geschleudert. Beim „PULS Open Air 2018“ haben die vier Jungs aus München die Waldbühne angezündet – mit Klassikern und Songs vom zweiten Album „Kaos“. Auf diesem haben sie clever elektronische Elemente in ihren Gitarrensound integriert und sich so neu erfunden, ohne ihre Roots zu vergessen.

Die Blackout Problems machen Musik für Alternative-Rock-Kids, die aus dem Gröbsten raus sind, aber immer noch hin und wieder Teenage-Angst-Rückfälle haben. Die Songs auf „Kaos“ entstanden aus dem Gefühlschaos nach zwei turbulenten Jahren auf Tour und sind somit perfekt geeignet, um sich den Schmerz von der Seele zu hören. Auch die Band selbst hat zugegeben, dass es für sie wie eine Therapie war, das neue Album zu schreiben.

Montag, 19.08. / 04.40 Uhr / Taubertal-Festival 2018 mit Editors und Hot Water Music
(Erstsendung: 27.09.2018)
ARD/BR

Im August 2018 war es wieder richtig laut in Rothenburg ob der Tauber. Dank 15 000 Musikfans und natürlich dank der vielen großartigen Bands aus dem Line-Up.

Wenn man über die britische Band Editors spricht, kommt man nicht an der Stimme von Frontmann Tom Smith vorbei – weil er zu den glücklichen Sängern im Popgeschäft gehört, die eine Baritonstimme haben.

Dementsprechend andächtig war es dann auch im Publikum, als die Editors die Bühne betraten, um ihr mittlerweile sechstes Album „Violence“ live vorzustellen.

„Hot Water Music“ – so heißt eine Sammlung von Geschichten von Charles Bukowski. Nach eben dieser Geschichtensammlung haben sich die Post-Hardcore-Helden von Hot Water Music benannt. Frontmann Chuck Ragan war zwar als Solokünstler schon mal zu Gast, 2018 gab nun endlich auch die komplette Band beim Taubertal-Festival ihre Premiere.


Samstag, 24.08. / 20:15 Uhr / 3satFestspielsommer: Daniel Barenboim und das West-Eastern Divan Orchestra
Von den Salzburger Festspielen
Großes Festspielhaus, August 2019

Mit Martha Argerich (Klavier)

Programm:
– Franz Schubert: Symphonie Nr. 7 h-Moll D 759, „Unvollendete“
– Peter Iljitsch Tschaikowski: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 b-Moll, op. 23
– Witold Lutoslawski: Konzert für Orchester

Orchester: West-Eastern Divan Orchestra
Musikalische Leitung: Daniel Barenboim
Erstausstrahlung

3sat

Im Mittelpunkt des diesjährigen Konzerts von Daniel Barenboim und dem West-Eastern Divan Orchestra in Salzburg steht das erste Klavierkonzert in b-Moll von Peter Iljitsch Tschaikowski.

Solistin ist die unvergleichliche Martha Argerich. Umrahmt wird das Programm von Franz Schuberts „unvollendeter“ Sinfonie in h-Moll und dem „Konzert für Orchester“ von Witold Lutosławski. 3sat zeigt eine Aufzeichnung aus dem Großen Festspielhaus vom 14. August 2019.

Martha Argerich ist eine Ikone und eine der der größten Pianistinnen unserer Zeit. Kritiker rühmen ihre mühelose, scheinbar intuitive Beherrschung des Klaviers, die eher wie eine angeborene Fähigkeit als eine erworbene Technik wirkt. Seit mehr als 60 Jahren spielt sie auf allerhöchstem Niveau und hat mit praktisch allen großen Dirigenten und Instrumentalisten zusammengearbeitet. Besonders mit Daniel Barenboim, der wie sie aus Buenos Aires stammt, verbindet sie eine jahrzehntelange Freundschaft.

Das Klavierkonzert Nr. 1 in b-Moll von Pjotr Iljitsch Tschaikowski ist das wohl populärste Klavierkonzert aller Zeiten. Tschaikowski wollte es eigentlich seinem Freund, dem Pianisten Nicola Rubinstein, widmen. Doch der lehnte zunächst entrüstet ab. Das Konzert sei „trivial, wertlos und völlig unspielbar“. Rubinstein hatte bald allen Grund, seine Meinung zu ändern. Denn nach der Uraufführung 1875 in Boston wurde das Konzert zu einem weltweiten, geradezu sensationellen Erfolg. Bis heute hat es nichts von seiner Wirkung verloren.

Das Anfang der 1950er-Jahre entstandene „Konzert für Orchester“ ist das bekannteste Werk des polnischen Komponisten Witold Lutoslawski, der sich hier noch weitgehend in den Grenzen der traditionellen Harmonik bewegt und deutlich von der äußerst melodischen Folklore seiner Heimat inspiriert ist.

Redaktionshinweis: 3sat setzt den diesjährigen „3satFestspielsommer“ um 21.55 Uhr mit „Klassik am Dom – Martin Grubinger: Heimspiel 4.0“ fort. Am Samstag, 31. August, um 20.15 Uhr, folgt die Oper „Simon Boccanegra“.

Samstag, 24.08. / 21:55 Uhr / 3satFestspielsommer: Klassik am Dom – Martin Grubinger: Heimspiel 4.0
Linzer Domplatz, Österreich 2019
Bildregie: Felix Breisach
ORF

Sein „Heimspiel 4.0“ am 4. Juli 2019 unter freiem Himmel vor dem Linzer Mariendom stellt Multi-Percussionist Martin Grubinger unter das Motto „Von John Williams bis Bach“.

Mit John Williams interpretiert Martin Grubinger berühmte Filmmusiken wie die zu „Star Wars“, „E.T.“ oder „Indiana Jones“. Sie verpassen diesen den traditionellen Percussive-Planet-Sound, gewürzt mit einer Mischung aus Funk und Fusion bis zu Salsa, Rock und Pop.

Außerdem begibt sich Martin Grubinger mit „Rituals“ auf die Spurensuche nach den Wurzeln des einmaligen Komponisten Igor Strawinsky und seinem wohl berühmtesten Werk „Le Sacre du Printemps“.

Ebenfalls auf dem Programm steht an diesem Abend eine musikalische Reminiszenz an Johann Sebastian Bach. „Seine Musik wird ganz klar und pur im Innenraum des Linzer Doms zu hören sein, und gleichzeitig werden wir diesen ‚Improvisateur‘ auch in einer ganz anderen Klangsprache feiern und hochleben lassen. Bach im Original, Bach neu interpretiert, Bach improvisiert, Bach atomisiert!“, erklärt Martin Grubinger.

Sonntag, 25.08.: 3satThementag: Geheimnisvoller Ozean

Montag, 26.08. / 2:00Uhr / Kulturpiloten
ZDF

Das digitale Kulturangebot des ZDF präsentiert ein Best-of seiner Formate – von Musik und Theater über Kino, Gaming, Design und Literatur bis hin zu aktuellen Debatten.

Künstler führen durch ihre Städte und lassen neue Kunstwerke entstehen. Musiker bieten einen Einblick hinter die Kulissen, und Schauspieler inszenieren bekannte Stücke in radikaler Kurzform. Was die Gesellschaft bewegt, wird auf Augenhöhe diskutiert.

Die „Kulturpiloten“ bringen Kultur spielerisch in den Alltag – ohne zu belehren.


Samstag, 31.08. / 19:20 Uhr / Mythos Suhrkamp (1/2:) Die Republik – ihre Diskurse – ihr Verlag
Film von Sigfried Ressel
Erstausstrahlung
3sat

Autoren vor allem des Suhrkamp-Verlags begleiten seit der Verlagsgründung 1950 die Geschicke beider deutscher Republiken. Verlagsgeschichte- und deutsche Geschichte sind eng verwoben.

Suhrkamp versammelt unter seinem Dach die wichtigsten Intellektuellen aus West und Ost. Sie stoßen wichtige Debatten an und prägen das geistig-kulturelle Leben. Vor allem die Diskurse zur geistigen Erneuerung Nachkriegsdeutschlands gehen von Suhrkamp aus.

Gleich zu Beginn steht die schwierige und konfliktvolle Frage nach der Aufarbeitung des Zivilisationsbruchs durch Nazi-Deutschland, verbunden mit der Suche nach einer neuen Positionierung. Die intellektuellen Reflektionen über die deutsche Teilung, den Kalten Krieg oder die Wiederbewaffnung. Der Generationskonflikt um „68“, der die Frage nach der Schuld der Väter stellt, und in Gewalt eskaliert. Immer wieder sind es Suhrkamp-Autoren, die politische und gesellschaftliche Fragen aufwerfen und diskutieren. Konstante des Verlagsprogramms ist auch die Bewahrung jüdisch-deutschen Geisteslebens. Und der Blick über die Mauer durch die Herausgabe der Texte vieler wichtiger DDR-Autoren.

Redaktionshinweis: 2019 feiert Deutschland 70 Jahre Grundgesetz und 30 Jahre Mauerfall. Das Jahr lenkt den Blick zurück auf die bewegte Geschichte Deutschlands von der Nachkriegsära bis in die jüngste Gegenwart. Welche Themen haben Deutschland in diesen 70 Jahren bewegt und erschüttert? Darauf blickt 3sat mit fünf Kulturdokumentationen aus unterschiedlichen Perspektiven, mit unterschiedlichen Ansätzen. Die ersten beiden Folgen beschäftigen sich mit dem Suhrkamp-Verlag. Den zweiten Teil zeigt 3sat am Samstag, 7. September, um 19.20 Uhr. Am Samstag, 14. September, um 19.20 Uhr, folgt „Die empörte Republik“, am Samstag, 21. September, um 19.20 Uhr, „Auferstanden aus Platinen“, und am Samstag, 28. September, ebenfalls um 19.20 Uhr, „Generationen-Wende“.

Samstag, 31.08. / 20:15 Uhr / 3satFestspielsommer: Simon Boccanegra von den Salzburger Festspielen 2019
Oper von Giuseppe Verdi (1813-1901)
Melodramma in einem Prolog und drei Akten (1857/1881),
Großes Festspielhaus
ORF/3sat

Simon Boccanegra: Luca Salsi
Amelia Grimaldi: Marina Rebeka
Jacopo Fiesco: René Pape
Gabriele Adorno: Charles Castronovo
Paolo Albiani: André Heyboer
Pietro: Antonio Di Matteo
u. a.

Dramaturgie: Julia Weinreich
Libretto: Francesco Maria Piave
Bühnenbild: Harald B. Thor
Kostüme: Tanja Hofmann
Chor: Konzertvereinigung Wiener, Staatsopernchor
Chorleitung: Ernst Raffelsberger
Orchester: Wiener Philharmoniker
Musikalische Leitung: Valery Gergiev
Regie: Andreas Kriegenburg
Erstausstrahlung

Düstere Stimmung, politische Machtkämpfe, familiäre Dramen, das ist die Oper „Simon Boccanegra“ von Giuseppe Verdi – ein fatalistisches Geschichtsdrama von beklemmender Aktualität.

3sat zeigt die Neuinszenierung von den Salzburger Festspielen 2019. Unter der Leitung des russischen Stardirigenten Valery Gergiev spielen die Wiener Philharmoniker.

Giuseppe Verdis „Simon Boccanegra“ gilt unter Kennern als Geheimtipp mit beklemmender Aktualität: Männer machen Geschichte, Frauen sind die Opfer. Bei der Uraufführung in Venedig erlebte das Werk 1857 ein Fiasko. Nach einer umfassenden Überarbeitung erfolgte eine Wiederaufführung am 24. März 1881 im Teatro alla Scala in Mailand, die großen Beifall fand. Die Oper wird heute meist in dieser überarbeiteten zweiten Fassung aufgeführt. Dramaturgie und Musik sind geprägt durch diese Zeitdifferenz, der Bruch ist deutlich hörbar.

„Simon Boccanegra“ beeindruckt durch die seelentiefe Zeichnung der Figuren und eine musikalische Grundfarbe, die von Schmerz, Schwermut und Verlust erfüllt ist. Das Gefühl des Verlustes fasst Fiesco am Ende dieses Theaters des Todes in Worte: „Jede irdische Freude ist trügerischer Zauber.“ Verdi selbst schrieb über seine Oper: „Das Stück ist düster, weil es düster sein muss, aber es ist fesselnd.“

Redaktionshinweis: 3sat setzt den diesjährigen „3satFestspielsommer“ am Samstag, 7. September, um 20.15 Uhr mit dem „Galakonzert der Wiener Philharmoniker in der Mailänder Scala“ fort.

Samstag, 31.08. / 22:50 Uhr / Verdi und die Emilia Romagna
Film von Georg Madeja
(Erstsendung: 07.08.2005)
ORF

Der Film ist ein musikalisch-kulinarisches Porträt Giuseppe Verdis und seiner Heimat zwischen Busseto und Parma mit einem Ausflug zu den Opernfestspielen in Verona.

Giuseppe Verdi war nicht nur Komponist, sondern auch Landwirt und Koch. Bereits mit Mitte 30 zog sich der damals schon weltberühmte Musiker in die Einsamkeit seines Landguts in Sant’Agata in der Nähe seines Geburtsorts Le Roncole zurück, wo er gerne Gäste empfing.

Samstag, 31.08. / 00:55 Uhr / Wildes Venedig
Film von Klaus T. Steindl
(aus der ORF-Reihe „Universum“)
(Erstsendung: 16.12.2014)
ORF

Venedig ist ein Mythos, die prächtigste Kulisse der Welt. Doch die Stadt führt ein Doppelleben – hier die quirlige Lagunenstadt, da die faszinierende Welt der vielen zum Teil unbewohnten Inseln.

Sie vermitteln noch heute den Eindruck jener Zeit, als die ersten Siedler ihre Pfähle in den schlammigen Boden rammten. Mensch und Natur schufen einen gemeinsamen Lebensraum, den sie sich seit Jahrtausenden teilen: die Lagune.

Hinter der malerischen Kulisse aus Palästen, Kirchen und Kanälen existiert ein kaum erforschter Kosmos, bevölkert von einer außergewöhnlichen Menagerie von Lebewesen, allgegenwärtig, aber kaum sichtbar. Sie leben mitten in der Stadt, tauchen unter ihr hinweg oder blicken von hoch oben aus der Luft auf sie herab. Wer hätte in der Lagune von Venedig Korallenriffe vermutet; wer hätte gedacht, dass die Sandbänke und Inseln Lebensraum für eine Vielzahl von Wildtieren sind – von Füchsen über Marder bis hin zu den Abertausenden von Zugvögeln; wer kennt schon die bunte Tierwelt der versteckten Gärten Venedigs?

Die Dokumentation „Wildes Venedig“ erforscht das unbekannte Venedig der Tiere. Sie zeigt anhand der reichen Fischpopulation den Zusammenhang von offenem Meer und Lagunengewässer, sie trifft auf die reiche Vogelpopulation der unbewohnten Laguneninseln, findet Venedigs junge Falken in ihrem gut versteckten Unterschlupf und blickt über die Mauern der geheimen Gärten der Stadt, voll bunter Kleinlebewesen, deren Bestände sich seit dem Rückgang der hohen Zahl an Katzen nun wieder erholen. Es ist auch eine Reise an die versteckten Plätze der Lagune, die Touristen üblicherweise verschlossen bleiben.

Montag, 02.09. / 02:15 Uhr / Evanescence: Synthesis Live
Grand Theater, Foxwoods Resort Casino, Ledyard, CT, USA, 2017
Regie: Paul R. Brown
3sat

2017 präsentiert die amerikanische Sängerin, Pianistin und zweifache Grammy-Preisträgerin Amy Lee die Hits ihrer Band Evanescence im neuen Sound, begleitet von einem Sinfonieorchester.

Der Auftritt in Ledyard, Connecticut, ist Teil ihrer „Synthesis“-Tour mit Konzerten in Nordamerika, Ozeanien und Europa, die im September 2018 zu Ende geht. Nummer-eins-Hits wie „Bring Me to Life“ und „My Immortal“ begeistern genauso wie die neuen Songs.

„Wir sind keine Gothic-Kids. Unsere Musik ist aus einer Vielzahl von Quellen inspiriert, wir lieben Björk, aber mehr als alles andere stehen wir auf orchestrale Musik“, stellt Amy Lee in einem Interview klar. Auch der Vereinnahmung ihrer Musik durch die christliche Musikszene widersetzt sich die charismatische Sängerin, deren Auftritte immer etwas Geheimnisvolles umgibt. Nicht umsonst wählt sie im Gründungsjahr 1995 den Bandnamen „Evanescence“, was „Dahinschwinden“ bedeutet.

Geleitet wird das Sinfonieorchester von Susie Benchasil Seiter, die sich in den USA als Dirigentin für Film, Fernsehen und Videospiele einen Namen gemacht hat. 2013 arrangiert und dirigiert sie den Soundtrack zu „Star Trek – The Video Game“. Jedenfalls kann Amy Lee mit dieser klanggewaltigen Unterstützung ihr Herzensprojekt verwirklichen: die Betonung der Stimme, die Verstärkung der Emotionen und der Geschichten hinter den Songs.

Evanescence wird 1995 von Amy Lee und Gitarrist Ben Moody gegründet. 2003 hat die Band internationalen Erfolg mit „Fallen“. Das Album gewinnt zwei Grammy Awards in den Kategorien „Best New Artist“ und „Best Hard Rock Performance“, wird mit Platin und Gold in mehreren Ländern ausgezeichnet und ist mit zwei Songs Teil des Soundtracks zum Hollywood-Blockbuster „Daredevil“. Mitbegründer Ben Moody verlässt die Band im Herbst 2003. Einige Besetzungswechsel, zwei Alben und eine kreative Auszeit später erscheint im Jahr 2017 „Synthesis“.

Montag, 02.09. / 03:15 Uhr / Marillion: All One Tonight
Royal Albert Hall, London, Großbritannien, 2017
Regie: Tim Sidwell
3sat

Ein königliches Progressive-Rock-Konzert erlebt die Royal Albert Hall am 13. Oktober 2017: Die Band Marillion präsentiert einen Querschnitt ihres Werks in einem atemberaubenden Konzert.

Schon kurz nach der Ankündigung ist das Konzert ausverkauft. Fans aus aller Welt wollen dabei sein, denn der charismatische Sänger Steve Hogarth und seine Musiker versprechen ein großes Konzerterlebnis mit allen Mitteln der Bühnen-, Projektions- und Lichttechnik.

Während im ersten Teil des Konzerts die Songs des Albums „F.E.A.R.“ im Vordergrund stehen, präsentiert die Band im zweiten Teil ausgewählte Songs aus der Post-Fish-Ära. Unterstützt werden sie dabei von einer Streichergruppe, einer Flötistin und einem Hornisten.

1979 im englischen Aylesbury gegründet, wird die Band maßgeblich von Sänger Derek William Dick geprägt, der ab 1981 dabei ist und mit seinem Spitznamen „Fish“ und dem Hit „Kayleigh“ 1984 weltbekannt wird. Marillion klingen in dieser Zeit manchmal wie Genesis und Fish wie Peter Gabriel, was der Band den Beinamen „die zweitbesten Genesis aller Zeiten“ einbringt.

Im September 1988 steigt Fish aus. Er arbeitet an seiner Solokarriere, und Marillion beginnen mit dem Sänger Steve Hogarth ganz von vorn. Der Neo-Prog der ersten Jahre weicht einer am Mainstream orientierten Rock- und Popmusik mit Anklängen an U2, R.E.M. und die Beatles. Die Band verabschiedet sich von den großen Melodiebögen, eingebettet in fette Keyboard-Sounds, und legt nun Wert auf atmosphärische Geschlossenheit, der oft als „New Artrock“ bezeichnet wird.

Montag, 02.09. / 04:15 Uhr / Yes: Live at the Apollo
O2 Apollo, Manchester, Großbritannien, 2017
Regie: Blue Leach
3sat

2017 passiert das Unerwartete: Yes feiern die Wiedervereinigung mit spektakulären Konzerten im ganzen Königreich zum 50. Band-Geburtstag. Sänger Jon Anderson übertrifft alle Erwartungen.

Natürlich spielen Yes ihren 1983er-Megahit „Owner of a Lonely Heart“ so frisch wie vor 35 Jahren. Keyboarder Rick Wakeman steht hinter einer respektablen Keyboard-Burg, eingehüllt in einen königlichen Umhang, und verleiht dem Konzert so etwas Majestätisches.

Der hier spielenden Yes-Besetzung mit Gründungsmitglied Jon Anderson (Gesang, Gitarre, Harfe), Trevor Rabin (Gitarre, Gesang), Rick Wakeman (Keyboards), Lee Pomeroy (Bass) und Lou Molino III (Drums) steht die zweite aktuelle Yes-Formation gegenüber. Sie besteht aus dem Gitarristen Steve Howe und Schlagzeuger Alan White, beides keine Gründungsmitglieder, aber schon seit Urzeiten dabei.

1969 erscheint mit „Yes“ das Debütalbum, geprägt vom Psychedelic Rock im Stil von The Who, den Beatles und Pink Floyd. Mit dem Einstieg des Gitarristen Steve Howe in die Band werden die Kompositionen länger und vielschichtiger. Jon Andersons hohe Stimme und das Solo-orientierte Bass-Spiel von Chris Squire machen den neuen Sound komplett. Yes schaffen 1971 den großen Durchbruch und definieren die Maßstäbe des Progressive Rock. Als dann noch Rick Wakeman als neuer Keyboarder dazustößt, ist die Traumbesetzung komplett. Er sorgt für die klassischen Elemente bei Yes.

Die Punkwelle macht Yes Ende der 1970er-Jahre zu schaffen: Progressive Rock ist nicht mehr gefragt, Yes versuchen sich an kürzeren Arrangements, und die Spannungen in der Band nehmen zu. 1979 verlassen Sänger Jon Anderson und Keyboarder Rick Wakeman die Band. Ab Ende der 1980er-Jahre gibt es zwei Yes-Bands, die sich vor Gericht um die Namensrechte streiten. 1991 raufen sich beide Lager zusammen und gehen mit allen acht Mitgliedern auf eine Welttournee, doch der Burgfrieden hält nicht lange. Bis heute stehen sich zwei Yes-Formationen gegenüber.

Am 27. Juni 2015 stirbt Gründungsmitglied und Bassisten-Legende Chris Squire an Leukämie. Er kann die Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame am 7. April 2017 nicht mehr miterleben.

Montag, 02.09. / 05:15 Uhr / Steven Wilson: Home Invasion
Royal Albert Hall, London, Großbritannien, 2018
Regie: James Russell
3sat

Im März 2018 steht der Brite Steven Wilson drei Tage auf der Bühne der Royal Albert Hall in London und begeistert das Publikum mit seiner Musik und der multimedialen Inszenierung.

Für die britische Presse ist Wilson der erfolgreichste britische Musiker, dessen Name niemand kennt. Der Prog-Rock-Avatar präsentiert überraschende Arrangements, große Melodien und die Gastsängerin Ninet Tayeb, die zu einem unvergesslichen Konzert beiträgt.

Geboren 1967 in Kingston upon Thames, London, wird Steven Wilson 1987 als Gründer, Sänger, Gitarrist und Songwriter der Progressive-Rock-Band Porcupine Tree bekannt. Er arbeitet als Produzent von Marillion, King Crimson und Emerson Lake & Palmer und verlegt auf seinem Platten-Label „Headphone Dust“ Kleinstauflagen. Seit 2010 konzentriert sich Wilson auf seine Solokarriere und widmet sich vor allem Coverversionen seiner musikalischen Vorbilder ABBA, The Cure, Prince und Donovan.

2013 nimmt Wilson sein drittes Soloalbum auf und engagiert dafür den legendären Produzenten Alan Parsons. Sein aktuelles Album „To the Bone“ erscheint im August 2017 und steigt auf Platz 2 der deutschen Charts ein. Musikalisch lässt sich Wilson auch hier nicht eindeutig zuordnen: Ob Artrock, Ambient, New Age, Jazz Rock oder zeitgenössische Musik, der Brite steht über den Stilen.

Mit der israelischen Sängerin Ninet Tayeb arbeitet Wilson seit 2015 zusammen. Geboren 1983 in Israel, gewinnt sie mit 19 Jahren eine israelische Talentshow, spielt von 2004 bis 2006 die Hauptrolle in einer Telenovela und erreicht 2006 mit ihrem ersten Album „Jechefa“ Goldstatus in Israel. International bekannt wird sie 2015 durch ihre erste Zusammenarbeit mit Steven Wilson, die sie 2017 bei „To the Bone“ erfolgreich fortsetzen. Im Konzert ist sie bei drei Songs auf der Bühne und versetzt das Publikum in Begeisterung.

Mittwoch, 04.09. / 22:35 Uhr / SCHULD nach Ferdinand von Schirach (1/6): Der Andere
ZDF

Reihe nach dem gleichnamigen Bestseller, Deutschland 2014

Friedrich Kronberg: Moritz Bleibtreu
Thorsten Paulsberg: Devid Striesow
Lissy Paulsberg: Bibiana Beglau
Rüdiger Timmer: Matthias Matschke
Richterin: Anna Stieblich
u. a.
Drehbuch: Nina Grosse
Regie: Maris Pfeiffer

Ein Ehepaar lässt sich auf ein erotisches Abenteuer ein, entdeckt sich dabei neu. Doch dann taucht ein Problem auf: Ein Machtspiel der beiden lässt sie eine Grenze überschreiten.

Sie schläft mit einem anderen, den er nicht erträgt, trotzdem schaut er tatenlos zu. Nach einem fürchterlichen Streit beschließt das Paar, das Abenteuer aufzugeben. Aber der andere taucht erneut auf. Und diesmal handelt der Ehemann.

Nach der Krimireihe „VERBRECHEN“ setzt die neue Reihe „SCHULD“ nach dem gleichnamigen Bestseller von Ferdinand von Schirach dessen Kurzgeschichten in eine Reihe besonderer Kriminalfilme um. Moritz Bleibtreu spielt den Anwalt Friedrich Kronberg, der seine Mandanten verteidigt, indem er die Rechtslage zu deren Gunsten auslegt. Die Reihe macht deutlich, dass abhängig von den Umständen jeder zum Mörder werden kann.

Redaktionshinweis: 3sat zeigt die Folgen zwei und drei der sechsteiligen Reihe „SCHULD – nach Ferdinand von Schirach“ am Donnerstag, 5. September, ab 22.25 Uhr. Die Folgen vier bis sechs sind am Freitag, 6. September, ebenfalls ab 22.25 Uhr, in 3sat zu sehen.

Mittwoch, 04.09. / 23:20 Uhr / Ferdinand von Schirach – Die Würde des Menschen
Film von Claudio Armbruster
Erstausstrahlung
3sat

Bestsellerautor Ferdinand von Schirach besucht für ihn bedeutsame Orte und Menschen, mit denen er in einen intensiven Austausch über Gerechtigkeit, Leben und Kunst eintritt.

Die filmische Reise führt von Schirach zu Orten seiner Kindheit, in das Jesuitenkolleg St. Blasien. In Südfrankreich besucht er den Künstler Anselm Kiefer, in Venedig trifft er Benjamin von Stuckrad-Barre und an seinem Wohnort Berlin die Influencerin Xenia Adonts.

Ferdinand von Schirach ist derzeit der erfolgreichste und berühmteste Schriftsteller Deutschlands. Seine Geschichten und Romane werden in über 40 Sprachen übersetzt, sein Theaterstück „Terror“ auf der ganzen Welt gespielt. Die Verfilmungen seiner Werke faszinieren regelmäßig ein Millionenpublikum. „Es gibt nur ein Kriterium für Literatur: ob sie den Leser berührt – alles andere ist unwichtig“, sagt von Schirach.

ZDF-Kulturredakteur Claudio Armbruster hat ihn ein Jahr lang begleitet. Nach Barjac, wo er im warmen Licht Südfrankreichs mit Anselm Kiefer über die Kunst, das Rauchen und Deutschland philosophiert. Nach Venedig, wo sein Schriftsteller-Kollege und Freund Benjamin von Stuckrad-Barre und von Schirach ungewohnt ernst und schonungslos offen über ihre Einsamkeit und Fremdheit mit der Welt sprechen – Antrieb zum Schreiben für beide. Und in Berlin, seinem Wohnort, wo er mit der Influencerin Xenia Adonts über die Einflüsse und Abgründe der sozialen Medien diskutiert.

In den Gesprächen und Interviews erzählt von Schirach von seiner Suche nach Wahrheit und Glück, seiner Kindheit, seinem Großvater Baldur von Schirach und davon, wie all dies sein Schreiben beeinflusst. Der rote Faden, der sich durch sein Leben, seine Arbeit als Strafverteidiger und als Schriftsteller zieht, ist seine Auseinandersetzung mit der Würde des Menschen. „Wenn meine Bücher eine Bedeutung haben sollten, dann liegt sie darin, dass sie versuchen, die Würde des Menschen zu verteidigen. Die Würde, die Freiheit und die Vielfalt des Menschen.“

Ein Film über das Leben, das Leiden und das Schreiben des Ferdinand von Schirach.

Donnerstag, 05.09. / 11:45 Uhr / Aufgetischt: Linz
Film von Katharina Heigl
(Erstsendung: 22.04.2019)
ORF

Ein Filmteam reist in die oberösterreichische Landeshauptstadt, um herauszufinden, was es dort außer der Linzer Torte sonst noch zu entdecken gibt.

Im Ars Electronica Center etwa arbeitet man daran, „digital und analog“ zu verbinden. „Aufgetischt“ wandert zwischen beiden Welten, schaut auf analoges Handwerk und erforscht Grenzgebiete, wo menschliches Können und Computertechnik verschmelzen und Kunst entsteht.

Küchenchef Philipp Lukas versucht sich im Restaurant „Verdi“, das sein Urgroßvater gegründet hat, daran, kulinarisch Neues mit oberösterreichischer Note zu schaffen.

Kulturwissenschaftlerin Kristina Maurer lässt im Ars Electronica Center Computer und Roboter mittels künstlicher Intelligenz selbst forschen.

Gefühl für Bewegung und das richtige Timing nutzt die junge Dirigentin Katharina Müllner noch im rein analogen Sinn, in einem hochkomplexen Umfeld. Um Kraft und Ruhe zu tanken, sucht und findet sie in Linz Kaffeeraritäten.

Bei der Illustratorin Bettina Wolfsegger und dem Buchdrucker Rio Roither wird das Digitale zum Werkzeug, das altes Handwerk ergänzt.

Im Geigenbau hat sich die Technik in den letzten 300 Jahren kaum verändert. Geigenbaumeister Franz Übelhör liebt es, den Gründen für traditionsverwurzelte Arbeitstechniken auf den Grund zu gehen. Er betreibt einen Blog, in dem er sein Wissen mit Kollegen aus der ganzen Welt teilt.

Donnerstag, 05.09. / 22.25 Uhr / SCHULD nach Ferdinand von Schirach (2/6): Schnee
Reihe nach dem gleichnamigen Bestseller, Deutschland 2014
ZDF

Das MEK stürmt eine Wohnung in Berlin, in der Drogen gestreckt und verpackt worden sind. Sie treffen den Mieter an und nehmen ihn fest: ein alter Mann, der nicht zu dem Verbrechen passt.

Die Indizienlage ist erdrückend. Aber der Mann will sich nicht verteidigen lassen. Er schweigt, weil ihm das Glück doch noch einmal begegnet ist: in Gestalt einer jungen, schwangeren Frau. Diese würde für ihren arabisch-stämmigen Freund alles tun.

Nach der Krimireihe „VERBRECHEN“ setzt die neue Reihe „SCHULD“ nach dem gleichnamigen Bestseller von Ferdinand von Schirach dessen Kurzgeschichten in eine Reihe besonderer Kriminalfilme um.

Moritz Bleibtreu spielt den Anwalt Friedrich Kronberg, der seine Mandanten verteidigt, indem er die Rechtslage zu deren Gunsten auslegt. Die Reihe legt nahe, dass abhängig von den Umständen jeder zum Mörder werden kann. Sie fesselt, weil sie besondere Kriminalfälle in einer neuen Erzählweise zeigt.

Donnerstag, 05.09. / 23:10 Uhr / SCHULD nach Ferdinand von Schirach (3/6): Ausgleich
Reihe nach dem gleichnamigen Bestseller, Deutschland 2014
ZDF

Ein Mann fängt an, seine Frau zu misshandeln. Über Jahre schlägt und vergewaltigt er sie, demütigt sie systematisch. Sie erträgt es stillschweigend aus Angst um die gemeinsame Tochter.

Doch dann droht er ihr offen den Missbrauch der Tochter an. Er wird kurz darauf erschlagen aufgefunden. Sie gesteht die Tat, was es für Friedrich Kronberg umso schwerer macht, die drohende Verurteilung zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe abzuwenden.

Freitag, 06.09. / 22.25 Uhr / SCHULD nach Ferdinand von Schirach (4/6): Die Illuminaten
Reihe nach dem gleichnamigen Bestseller, Deutschland 2014
ZDF

Eine Gruppe von Jugendlichen in einem Internat denkt sich immer neue Methoden aus, um einen Außenseiter zu traktieren, der eigentlich nur eins will: dazugehören.

Der Junge, ein künstlerisches Genie, ist bereit, dafür auch Grenzen zu überschreiten. Im Rahmen eines mysteriösen Rituals kommt er beinahe ums Leben. Seine Kunstlehrerin rettet ihn – womit ihm gleichzeitig die letzte Lebenshoffnung genommen zu sein scheint.

Freitag, 06.09. / 23.10 Uhr / SCHULD nach Ferdinand von Schirach (5/6): DNA
Reihe nach dem gleichnamigen Bestseller, Deutschland 2014
ZDF

Ein junges Obdachlosen-Pärchen tötet in Panik einen alten Mann und bestiehlt ihn. Sie kommen frei und finden mithilfe des gestohlenen Geldes zu einem geordneten Leben.

Über 15 Jahre später ist die forensische Wissenschaft so weit: Sie müssen einen neuen DNA-Test machen. Sie gehen zu spät zum Anwalt. Ein Leben lang hatten sie nur einander. Jetzt droht die alte Schuld, ihnen auch das zu nehmen.

Freitag, 06.09. / 23.50 Uhr / SCHULD nach Ferdinand von Schirach (6/6): Volksfest
Reihe nach dem gleichnamigen Bestseller, Deutschland 2014
ZDF

Während eines Volksfests vergewaltigen die betrunkenen Angehörigen einer Musikgruppe eine junge Bedienung. Einer der neun Männer ist unschuldig, es bleibt unklar, welcher.

Die Ermittlungsarbeit erschweren gravierende Mängel in der Beweismittelsicherung. Es ist der erste große Fall des jungen Berliner Anwalts Friedrich Kronberg. Er wird ihn nie vergessen, denn er erfährt das Spannungsverhältnis von Recht und Gerechtigkeit.


Samstag, 07.09. / 19:20 Uhr / Mythos Suhrkamp (2/2): Die Republik – ihre Diskurse – ihr Verlag
Film von Sigfried Ressel
Erstausstrahlung
3sat

Autoren vor allem des Suhrkamp-Verlags begleiten seit der Verlagsgründung 1950 die Geschicke beider deutscher Republiken. Verlagsgeschichte- und deutsche Geschichte sind eng verwoben.

Suhrkamp versammelt unter seinem Dach die wichtigsten Intellektuellen aus West und Ost. Sie stoßen wichtige Debatten an und prägen das geistig-kulturelle Leben. Vor allem die Diskurse zur geistigen Erneuerung Nachkriegsdeutschlands gehen von Suhrkamp aus.

Gleich zu Beginn steht die schwierige und konfliktvolle Frage nach der Aufarbeitung des Zivilisationsbruchs durch Nazideutschland, verbunden mit der Suche nach einer neuen Positionierung. Die intellektuellen Reflektionen über die deutsche Teilung, den Kalten Krieg oder die Wiederbewaffnung. Der Generationskonflikt um „68“, der die Frage nach der Schuld der Väter stellt, und in Gewalt eskaliert. Immer wieder sind es Suhrkamp-Autoren, die politische und gesellschaftliche Fragen aufwerfen und diskutieren. Konstante des Verlagsprogramms ist auch die Bewahrung jüdisch-deutschen Geisteslebens. Und der Blick über die Mauer durch die Herausgabe der Texte vieler wichtiger DDR-Autoren.

Wie kein anderer Verlag prägte Suhrkamp die deutsche Nachkriegskultur. Der Gründer Peter Suhrkamp und sein Nachfolger Siegfried Unseld bauten eine Institution auf, die ihresgleichen sucht: die ideale personelle Konstellation aus engagierten, kenntnisreichen Lektoren und den wichtigsten deutschsprachigen Autoren, die zu Teilen auch als Herausgeber und Berater für den Verlag tätig waren, schuf die „Suhrkamp Kultur“. Kernstück dieser Kultur war die Taschenbuchreihe edition suhrkamp, die Unseld gemeinsam mit dem Designer Willy Fleckhaus „erfand“. Hier kamen auf einzigartige Weise Inhalt und Ästhetik zusammen: In der regenbogenfarbigen Taschenbuchreihe wurden Texte aus Literatur, Geisteswissenschaft, Theorie, Philosophie und Theaterstücke unter einem Dach herausgegeben.

Herausragend für dieses Crossover stehen Namen wie Theodor W. Adorno, Jürgen Habermas, Hans Magnus Enzensberger, Max Frisch, Martin Walser, Friederike Mayröcker, Thomas Bernhard, Volker Braun, Ulrich Plenzdorf, Hans Mayer, Uwe Johnson, Ralf Rothmann, Thomas Hettche, Rainald Götz, Angela Krauß, Durs Grünbein, Ingeborg Bachmann, Peter Bichsel und Ulla Berkéwicz – um nur einige wenige zu nennen. Die Gesamtausgaben von Bertolt Brecht, Theodor W. Adorno, Georg Wilhelm Friedrich Hegel oder Walter Benjamin sind beispiellose editorische Leistungen. Diese intellektuelle Wucht bildet naturgemäß die Entwicklung der deutschen Nachkriegskultur spiegelbildlich ab, mehr noch: Der Verlag prägte diese in seinen besten Zeiten argumentativ und meinungsbildend.

Die Verlagsgeschichte ist durchwoben von Legenden und Diskursen, die Aufsehen erregten und/oder gesellschaftliche Umbrüche versinnbildlichten: Da gibt es zum Beispiel den sogenannten Lektorenaufstand von 1968 in dem – ganz Zeitgeist – vom Patriarchen Unseld die Vergesellschaftung des Verlages gefordert wurde; die Einladung des damaligen Bundeskanzlers Helmut Schmidt an Siegfried Unseld und Max Frisch zum Meinungsaustausch auf dem zeitlichen Höhepunkt des Deutschen Herbstes von 1978; zu nennen ist der auf publizistischer Ebene ausgefochtene Historikerstreit zwischen Nolte und Habermas, die prophetische und gleichwohl umstrittene Hinterfragung der deutschen Teilung durch Martin Walser in den 1980er-Jahren sowie dessen öffentliche Selbstbefragung zu Auschwitz in seiner Rede in der Paulskirche 1998, die in seiner Umstrittenheit wiederum verdeutlichte, dass sich der Ungeheuerlichkeit des Holocaust immer wieder neu zu stellen ist.

In idealer Weise bot der Suhrkamp Verlag eine kommunikative analoge Plattform, auf der Autoren, Theoretiker, Literaten, Stückeschreiber, Lyriker, Wissenschaftler und Publizisten mit den Lesern in Dialog getreten sind. Dieses Zwiegespräch ebbt mit dem Schwinden der Funktion des Intellektuellen in der Gesellschaft ab; die öffentlichen tiefgreifenden intellektuellen Diskurse bleiben zunehmend aus. Kurzatmiges Twittern ist angesagt. Interessanterweise wird dieser Prozess relativ zeitnah mit dem Tod von Siegfried Unseld 2002 zunehmend spürbar.

Auf alle Fälle bleibt der „Mythos Suhrkamp“. Um ihn neu zu entdecken, sammelt die zweiteilige Dokumentation Reflektionen, Stimmen und Geschichten von ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten, die aus verschiedensten Perspektiven etwas zu Suhrkamp zu sagen haben: die Autoren Angela Krauß, Hans Magnus Enzensberger, Martin Walser, Ralf Rothmann, Peter Bichsel, Volker Braun und Durs Grünbein, die Lektoren Rudolf Rach, Karlheinz Braun und Thorsten Ahrend sowie die Literaturwissenschaftler Thedel von Wallmoden, Jan Bürger und Jörg Magenau. Komplettiert wird diese filmische Suche nach dem „Mythos Suhrkamp“ durch Fernseh-Archivschätze aus vier Jahrzehnten.

Redaktionshinweis: 2019 feiert Deutschland 70 Jahre Grundgesetz und 30 Jahre Mauerfall. Das Jahr lenkt den Blick zurück auf die bewegte Geschichte Deutschlands von der Nachkriegsära bis in die jüngste Gegenwart. Welche Themen haben Deutschland in diesen 70 Jahren bewegt und erschüttert? Darauf blickt 3sat mit fünf Kulturdokumentationen aus unterschiedlichen Perspektiven, mit unterschiedlichen Ansätzen. Die ersten beiden Folgen beschäftigen sich mit dem Suhrkamp-Verlag. Am Samstag, 14. September, um 19.20 Uhr, folgt „Die empörte Republik“, am Samstag, 21. September, um 19.20 Uhr, „Auferstanden aus Platinen“, und am Samstag, 28. September, ebenfalls um 19.20 Uhr, „Generationen-Wende“.

Samstag, 07.09. / 20:15 Uhr / 3satFestspielsommer: Galakonzert der Wiener Philharmoniker in der Mailänder Scala
Orchester: Wiener Philharmoniker
Musikalische Leitung: Gustavo Dudamel, Plácido Domingo
Erstausstrahlung
3sat

In der beeindruckenden Kulisse der Mailänder Scala bieten die Wiener Philharmoniker zusammen mit weltberühmten Künstlern einen unvergesslichen Musikgenuss.

Die Musikalische Leitung teilen sich Plácido Domingo und Gustavo Dudamel. Beide sind gern gesehene Gastdirigenten der Wiener Philharmoniker. Solisten sind Yuja Wang, Sonya Yoncheva, Juan Diego Flórez und Jonas Kaufmann.

Auf dem Programm stehen der 1. Satz des romantischen Klavierkonzertes a-Moll von Robert Schumann und berühmte Arien aus bekannten Opern, die in die Welt der Liebe und der großen Gefühle entführen.

Die chinesische Pianistin Yuja Wang fasziniert immer wieder durch ihre Virtuosität gepaart mit charismatischer Bühnenpräsenz. Die bulgarische Sopranistin Sonya Yoncheva gilt als eine der führenden Sängerinnen ihrer Generation. Sie gastiert regelmäßig an den international renommiertesten Opernhäusern. Sowohl Jonas Kaufmann als auch Juan Diego Flórez werden als Star-Tenöre weltweit gefeiert.

Die Wiener Philharmoniker gelten zu Recht als prominenter Exportartikel Österreichs im Kulturbereich. Das Orchester bietet mit seinen Reisekonzerten immer einen besonderen Klassikgenuss.

Redaktionshinweis: Als nächster Beitrag des „3satFestspielsommers“ folgt am Samstag, 14. August, 20.15 Uhr, „Anne-Sophie Mutter auf dem Münchner Königsplatz“. Mit dem „Jukka-Pekka Saraste Abschiedskonzert“, das 3sat im Anschluss, um 21.45 Uhr, sendet, endet der diesjährige Festspielsommer in 3sat.

Samstag, 07.09. / 22:05 Uhr / Der Klang der Stimme – von der Magie der urmenschlichen Begabung
Film von Bernhard Weber
(Erstsendung: 19.04.2019)
SRF

Bernard Webers prämierter Film zeigt vier Menschen, bei denen der Klang der Stimme im Zentrum ihres Lebens steht. Alle vier gehen dabei an Grenzen.

Regula Mühlemann, der aufsteigende Schweizer Sopranstar, erfährt die Grenzen des Machbaren bei einer CD-Aufnahme. Vokalakrobat Andreas Schaerer bewegt sich auf riskanten Pfaden von menschlichem Ausdruck und Klangerzeugung.

Der Forscher Matthias Echternach will das Geheimnis der Klangerzeugung im Körper ergründen. Die Stimmtherapeutin Miriam Helle sucht mit Menschen den Weg zu ihrem persönlichen Klang.

Bernard Webers Film berührt mit seiner Nähe zu den Protagonisten und mit starken klanglichen Erlebnissen. Bei den Solothurner Filmtagen 2018 erhielt er den Publikumspreis.

Samstag, 07.09. / 22:55 Uhr / Brecht und das Berliner Ensemble ~ Erinnerung an einen Traum
Film von Heinrich Breloer
(Erstsendung: 22.03.2019)
ARD/WDR

Eine „Insel“ im Kalten Krieg und der Ort, an dem Bertolt Brecht innerhalb weniger Jahre das Theater revolutionierte: Das war das Berliner Ensemble.

Heinrich Breloer hat die letzten Zeitzeugen nach ihren Erinnerungen an Brecht und diese außergewöhnliche Zeit befragt. Die Dokumentation konzentriert sich auf die Zeitspanne von 1949 bis 1956, die Zeit der Rückkehr Brechts und Helene Weigels aus dem Exil.

In diesen wenigen Jahren wurde Bertolt Brecht endgültig zu dem Dichter und Regisseur, der das Theater revolutioniert hat, nicht nur in Deutschland. Schon seine ersten Inszenierungen, unter anderem der „Mutter Courage“, lösten begeisterten Zuspruch aus, erregten aber auch den Unmut der sozialistischen Kulturfunktionäre, die sein episches Theater ideologisch kritisierten.

In Begegnungen mit Zeitzeugen geht Filmemacher Heinrich Breloer auf die Suche nach dem Menschen und Künstler Brecht. Die Schauspielerin Regine Lutz, die Regieassistenten B. K. Tragelehn, Peter Voigt (1933-2015), Charly Weber und die Dramaturgie-Assistentin Uta Birnbaum erinnern sich neben anderen Weggefährten an die gemeinsame Arbeit auf der Bühne, an die intensive Atmosphäre der Proben, an Brecht als Regisseur und Lehrer, an ihr Theater als Insel im Spannungsfeld zwischen marxistischen Idealen und real existierender DDR, an Anfeindungen durch die Partei und an große Erfolge im Ausland.

Mit der Ausbürgerung durch die Nationalsozialisten hatte Brecht seine Leser, seine Zuschauer, seinen Namen und seinen Ruhm verloren. Mit der Rückkehr gelang es ihm, in wenigen Jahren viel von dem, was ihm genommen war, zurückzugewinnen. Er konnte seine im Exil verfassten Dramen in eigenen Inszenierungen auf die Bühne bringen und damit in der kurzen Spanne von sieben Jahren die Spielweise der Theater weltweit revolutionieren.

Brecht wollte mit seinem Theater an der Veränderung der Welt mitarbeiten. Wie weit ihm das auch in der Fernwirkung durch die Jahrzehnte gelungen ist, bleibt als Frage offen.

Sonntag, 08.09. / 10:20 Uhr / Frühlingslied
Spielfilm, Schweiz 1954
SRF

Wolfgang Fabricius: Oliver Grimm
Elisabeth Lauber: Anne-Marie Blanc
Vreni: Elsbeth Sigmund
Eduard Fabricius: René Deltgen
Onkel Abegg: Heinrich Gretler
u.a.
Regie: Hans Albin
Länge: 102 Minuten

Der Konzertmeister Eduard Fabricius will mit seinem sechsjährigen Neffen Wolfgang die Konzertsäle der Welt erobern und fordert ihm viel ab.

Als der kleine Junge endlich einmal Ferien in den Schweizer Bergen machen darf, erschließt sich ihm eine neue Welt. – Eine anrührende Wunderkind-Geschichte mit René Deltgen, Oliver Grimm und Anne-Marie Blanc.

Der kleine Wolfgang Fabricius hat schon mit drei Jahren seine Eltern verloren. Seitdem zieht sein Onkel Eduard den Jungen auf. Als ehemaliger Konzertmeister hat er erkannt, wie talentiert sein Neffe ist. Der Sechsjährige muss täglich mehrere Stunden am Klavier üben und glänzt schon auf renommierten Musikfesten.

Als Eduard sich nach einem Konzert in Luzern ein Bein bricht und ins Krankenhaus muss, lässt er sich dazu überreden, Wolfgang einige unbeschwerte Ferienwochen im Berner Oberland zu gönnen. Auf Gut Eggishof schließt man den kleinen Jungen rasch ins Herz. Bald ist Wolfgang auch gut Freund mit der elfjährigen Heidi und dem gleichaltrigen Jöggi. Als Wolfgang einen jungen Hund aus einem Wildbach rettet, holt er sich allerdings eine Lungenentzündung, und Frau Elisabeth muss um sein Leben bangen.

Kaum ist er wieder gesund, holt sein Onkel ihn wieder zu sich. Eine anstrengende Konzerttournee beginnt. Eines Tages bricht der Junge am Klavier zusammen: Eduard Fabricius erkennt, dass er seinen kleinen Neffen überfordert hat.

Sonntag, 08.09. / 12:25 Uhr / Bühnenzauber – Hinter den Kulissen der Berliner Staatsoper
Film von Roland May
Erstausstrahlung

Wie funktioniert eigentlich Oper? Was lassen sich Musiker, Regisseure, Bühnenbildner und Techniker einfallen, um dem Publikum ein packendes Theaterereignis auf die Bühne zu zaubern?

Eric Mayer nimmt die Zuschauer mit in die Werkstätten, Garderoben und Probenräume der Berliner Staatsoper und lässt sie hautnah erleben, wie in wochenlanger Arbeit aus ersten Ideen und Bühnenskizzen ein mitreißendes Gesamtkunstwerk entsteht.

Sonntag, 08.09. / 18:30 Uhr / Museums-Check mit Markus Brock ~ Deutsches Historisches Museum Berlin
(Erstsendung: 22.04.2018)
ARD/SWR

Der „Museums-Check“ feiert Jubiläum! Für die 50. Folge „checkt“ Markus Brock das Deutsche Historische Museum in Berlin und begrüßt als Gast den Berliner Schauspieler Ulrich Matthes.

Ulrich Matthes war auch Gast in der ersten Sendung am 30. Mai 2010. Als leidenschaftlicher Museumsgänger kennt Matthes natürlich auch das Flaggschiff unter den deutschen Geschichtsmuseen gut.

Rund eine Million Objekte zählt die Sammlung des Deutschen Historischen Museums in Berlin. Beheimatet ist das Museum in einem ebenso geschichtsträchtigen Bau: im Zeughaus, dem bedeutendsten Barockbau Berlins und ältesten Gebäude Unter den Linden.

Einen anschaulichen Einblick in rund 1500 Jahre deutscher Vergangenheit vermittelt die Dauerausstellung. Die Ausstellungsstücke – darunter mittelalterliche Rüstungen, Herrscher-Büsten, technische Geräte, Textilien und historische Filme – erzählen von Menschen, Ideen und bedeutenden Ereignissen. Bei ihrem Rundgang begegnen Markus Brock und Ulrich Matthes Persönlichkeiten wie Karl dem Großen auf einem Dürer-Gemälde oder dem Reformator Martin Luther. Geschichte begeistert Ulrich Matthes nicht nur privat, auch beruflich setzt er sich gern mit historischen Stoffen auseinander. So spielte er unter anderem Joseph Goebbels in dem Film der „Der Untergang“ (2004) oder verkörperte in dem ARD-Zweiteiler „Die Puppenspieler“ (2017) die Rolle von Papst Alexander VI. zur Zeit der Renaissance.

Das Deutsche Historische Museum soll vor allem ein Ort sein, „in dem man historische Urteilskraft entwickeln kann“, sagt Direktor Raphael Gross, „dass man hier vor dem Hintergrund der Geschichte lernt nachzudenken und mit dem umzugehen, womit wir derzeit konfrontiert sind“. 2017 hat der Schweizer die Leitung des Museums übernommen und steht Markus Brock im „Museums-Check“ Rede und Antwort: Wie wurden die Deutschen zu dem, was sie heute sind? Verändert sich der Blick auf die Geschichte? Und kann man aus der Geschichte etwas lernen?

Die Gründung des Deutschen Historischen Museums fiel selbst mit einem geschichtlich bahnbrechenden Ereignis zusammen: Initiiert anlässlich der 750-Jahr-Feier der Stadt Berlin am 28. Oktober 1987, sollte es eigentlich einen Museums-Neubau auf dem Gelände des heutigen Kanzleramts bekommen, im damaligen Westberlin. 1989 veränderte der Fall der Berliner Mauer aber alle Planungen, und so wurde im Zuge der Wiedervereinigung das Zeughaus 1990 zum Sitz eines gemeinsamen Deutschen Museums.

Zwischenzeitlich wurde das Zeughaus umfangreich saniert und erhielt 2003 einen Neubau des Architekten Ieoh Ming Pei für Sonderausstelllungen.

Montag, 09.09. / 01:40 Uhr/ 25 Jahre SWR3 New Pop Festival – Die lange Nacht
(Erstsendung: 07.09.2019)
ARD/SWR

In einer „langen Nacht“ zeigt 3sat mit Rag ’n‘ Bone Man, Alice Merton, Milow, Amy McDonald, Welshly Arms, Namika, Joris und anderen Top-Acts die Highlights aus 25 Jahren New-Pop-Geschichte.

Das „SWR3 New Pop Festival“ verwandelt Baden-Baden einmal im Jahr in eine Musikmetropole. Weltstars wie Alanis Morissette, Bruno Mars und Sam Smith haben hier ihre ersten Erfolge in Deutschland gefeiert. 2019 findet das legendäre Festival zum 25. Mal statt.

Anders als bei klassischen Festivals gibt es beim „SWR3 New Pop Festival“ nicht nur eine Bühne, sondern drei ganz besondere Venues für die exklusiven Auftritte, verteilt quer durch die Stadt: Die Konzerte finden im berühmten Baden-Badener Festspielhaus, im Kurhaus sowie im stilvollen Theater statt. In diesen ganz besonderen Locations verwandeln sich die Auftritte der Newcomer in ein außergewöhnliches Gesamterlebnis.

Das Konzept geht auf, die Besucher können die Stars von morgen hautnah erleben – hier wurden sogar schon Weltkarrieren gestartet: „Nationale und internationale Nachwuchskünstler zu fördern und ihnen eine Bühne zu geben – das ist für uns Anspruch und kulturelle Verpflichtung zugleich, und das macht das ‚SWR3 New Pop Festival‘ bereits im 25. Jahr. Das Publikum kann aufstrebende Stars am Anfang ihrer Karriere erleben – und das live und multimedial. Für Künstler wie Amy Winehouse, Mark Forster oder Ed Sheeran war das Festival ein Sprungbrett“, so SWR3-Programmchef Thomas Jung.


Samstag, 14.09. / 20:15 Uhr / 3satFestspielsommer: Anne-Sophie Mutter spielt Filmmusik
Vom Münchner Königsplatz
live zeitversetzt

Orchester: Royal Philharmonic Orchestra
Musikalische Leitung: David Newman
Regie: Ladislaus Kiraly
3sat

Star-Geigerin meets Star Wars: Anne-Sophie Mutter spielt Musik des großen Filmkomponisten John Williams. Das Konzert auf dem Münchner Königsplatz ist ihr erster Open-Air-Auftritt überhaupt.

Auf dem Programm stehen Soundtracks aus internationalen Blockbustern wie „Harry Potter“, „Dracula“, „Superman“, „Jurassic Park“ – und natürlich „Star Wars“. Das Besondere daran: John Williams hat viele seiner Kompositionen extra für Anne-Sophie Mutter neu arrangiert.

Die Ausnahme-Geigerin ist immer wieder für Überraschungen gut. Waren es zuletzt ihre Clubkonzerte in Berliner Szenevierteln, zu denen auch viele junge Leute kamen, begibt sie sich bei ihrer Open-Air-Premiere auf neues musikalisches Terrain. Und das aus gutem Grund, denn mit dem mehrfachen Oscar- und Grammy-Gewinner John Williams ist sie seit vielen Jahren befreundet.

„Es gibt nur einen John Williams“, erklärt Anne-Sophie Mutter. „Was er schreibt, ist unvergleichlich. Wenn ich einen seiner Filme sehe und darin eine Geige oder ein Cello erklingt, denke ich jedes Mal, das würde ich gern selbst spielen! Und jetzt stehen mir seine wunderbaren Arrangements für all diese Kult-Filmmusiken zur Verfügung.“ Für Williams wiederum ist Anne-Sophie Mutter „die größte Geigerin, die Deutschland in den letzten 100 Jahren hervorgebracht hat“.

Beim Konzert auf dem Münchner Königsplatz wird Anne-Sophie Mutter vom Royal Philharmonic Orchestra unter der Leitung von David Newman begleitet.

Samstag, 14.09. / 21:45 Uhr / 3satFestspielsommer: Jukka-Pekka Saraste Abschiedskonzert
Aufzeichnung vom Juli 2019

Programm:
Ludwig van Beethoven/Felix Weingartner:
Streichquartettsatz B-Dur „Große Fuge“ op. 133 (1825)
Bearbeitung für Streichorchester
Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 5 cis-Moll (1901-1902)

ARD/WDR

Orchester: WDR Sinfonieorchester
Musikalische Leitung: Jukka-Pekka Saraste

Nach neun Jahren als Chefdirigent verabschiedet sich Jukka-Pekka Saraste vom WDR Sinfonieorchester. Er dirigiert Mahlers 5. Sinfonie und Beethovens Große Fuge in Streichorchesterfassung.

Das „deutsche Repertoire“ der Klassik und Romantik hat es dem Finnen angetan. Wie ein roter Faden zieht sich Gustav Mahler durch Sarastes Kölner Amtszeit. Auch die Aufnahme aller Beethoven-Sinfonien war ein großer Erfolg, den er zum Abschied nachklingen lässt.

Seit 2010 hat Jukka-Pekka Saraste das WDR Sinfonieorchester geleitet und mit großer Detailverliebtheit und sprichwörtlicher nordischer Kühle geprägt. Die Inszenierung der eigenen Person und der große Auftritt sind nicht das Ziel des Finnen, auch nicht in der Musik. Sie beginnt unter seinem Taktstock kontrolliert, entfaltet sich dann aber schnell zu erzählerischen Bögen und überraschenden Energiebahnen. Saraste ist kein Musik-„Darsteller“ mit großen Gesten und kokettem Hüftschwung, sondern versteht sich als Musik-„Ermöglicher“, dem es auf den großen Atem ankommt.

Das Abschiedsprogramm von Jukka-Pekka Saraste ist ein echt rheinisches: Gustav Mahlers 5. Sinfonie wurde 1904 in Köln uraufgeführt, Mahler hatte das Gürzenich-Orchester selbst dirigiert. Sie beginnt mit einem Trauermarsch, doch am bekanntesten ist sicher der Anfang des 4. Satzes: Das Adagietto – ursprünglich als Liebeserklärung an Alma komponiert – spielen nur Streicher und Harfe. Luchino Visconti hat es 1971 in seiner Verfilmung von „Tod in Venedig“ genutzt.

Und bei der Musik eines Bonners erklingen ausschließlich Streicher: Saraste dirigiert Ludwig van Beethovens Große Fuge für Streichquartett in einer Streichorchesterfassung von Felix Weingartner. Hier erscheinen die sich kreuzenden Melodielinien und Dissonanzen noch kompromissloser und faszinierender.

Jukka-Pekka Saraste hatte zunächst Violine studiert und war Geiger im Finnischen Radiosinfonieorchester. So schließt sich am Ende seiner Kölner Zeit der Kreis – nicht als Solist, aber bei der Musikauswahl.

Redaktionshinweis: Mit dem Abschiedskonzert von Jukka-Pekka Saraste endet der diesjährige „3satFestspielsommer“. Am Sonntag, 15. September, folgt um 10.35 Uhr „Der Klangsucher Jukka-Pekka Saraste“, eine Dokumentation über den finnischen Stardirigenten.

Sonntag, 15.09. / 10:05 Uhr / lesenswert ~ Denis Scheck im Gespräch mit …Andrea Wulf und Oliver Lubrich
(Erstsendung: 12.09.2019)
ARD/SWR

Denis Scheck spricht mit Andrea Wulf und Oliver Lubrich über Alexander von Humboldt: Naturwissenschaftler, Visionär, Universalgenie und eine der spannendsten Figuren des 19. Jahrhunderts.

Die preisgekrönte Humboldt-Biographin Andrea Wulf und der Literaturwissenschaftler Oliver Lubrich von der Universität Bern beschäftigen sich seit über zehn Jahren mit Alexander von Humboldt, dessen Geburtstag sich am 14. September zum 250. Mal jährt.

1799 brach Alexander von Humboldt mit dem Botaniker und Arzt Aimé Bonpland zu einer Forschungsreise durch Südamerika auf, die fünf Jahr dauern sollte. Er erforschte und kartografierte den Amazonas, bestieg Vulkane, katalogisierte Pflanzen, erstellte Bevölkerungsstatistiken. Er war nicht nur Naturwissenschaftler sondern untersuchte auch politische und gesellschaftliche Verhältnisse: Er verurteilte die Sklaverei und den Kolonialismus. Und – hochaktuell – stellte damals bereits in seinen Briefen und Schriften fest, dass der Mensch die Natur vergewaltige.

Andrea Wulf hat die Reise Humboldts nach Südamerika mit der New Yorker Illustratorin Lillian Melcher zu einer Graphic Novel verdichtet: „Die Abenteuer des Alexander von Humboldt“. Die grafische Gestaltung basiert auf Humboldts Tagebuchaufzeichnungen, in denen er Skizzen, Karten, Zeichnungen anfertigte, die ihn auch als Künstler zeigen.

Oliver Lubrichs neues Buch „Der Andere Kosmos“ besteht aus 70 Texten aus genau 70 Jahren, die an 70 verschiedenen Orten zu Humboldts Lebenszeit erschienen sind. Lubrich gilt als Humboldt-Experte und lehrt an der Uni Bern. Dort wurde ein Editionsprojekt der Gesamtausgabe von Humboldts Schriften fertiggestellt. Diese Berner Ausgabe erschließt die zu einem großen Teil unzugänglichen Schriften Humboldts in zehn Bänden.

Redaktionshinweis: 3sat erinnert mit der Gesprächssendung „lesenswert“ an den 250. Geburtstag des berühmten Naturforschers und Weltreisenden Alexander von Humboldt am 14. September. Aus demselben Anlass folgt ab 14.30 Uhr die zweiteilige Dokumentation „Expedition Humboldt“.

Sonntag, 15.09. / 10:35 Uhr / Der Klangsucher Jukka-Pekka Saraste
Film von Daniel Finkernagel und Alexander Lück
(Erstsendung: 28.08.2011)
ARD/WDR

Die Filmemacher Daniel Finkernagel und Alexander Lück haben den Dirigenten Jukka-Pekka Saraste bei seiner Klangsuche zu Fuß, im Auto oder auf Sarastes 300 PS-starkem Schnellboot begleitet.

Beispielsweise in den Landschaften seiner Kindheit in Finnland, wo plötzlich Mozarts Klavierkonzert in d-Moll ein überwältigendes erstes Klangereignis wurde. Der Film versucht, den Geheimnissen der finnischen Seele auf die Spur zu kommen.

Diese zeigt sich in uralten Sagenwelten – und immer wieder in den Klangorgien von Sarastes Hausgott Jean Sibelius. In der finnischen Natur findet Saraste seine Inspirationsquellen und Klangwelten, welche der Film in beeindruckende Naturaufnahmen zeigt: zu Lande und zu Wasser.

In Köln dokumentiert das Filmteam um Daniel Finkernagel Sarastes Proben zu seinem offiziellen Antrittskonzert als neuer Chefdirigent des WDR Sinfonieorchesters. In eindrucksvollen Sequenzen zeigen sie, wie Saraste nach immer neuen Klängen in Strawinsky „Feuervogel“ sucht.

Der Film bietet auch die ein oder andere humorige Sequenz, wenn zum Beispiel Saraste bei einer Virtuosen-Persiflage selbst zur Geige greift. Für sein ureigenstes Anliegen findet der schweigsame Finne am Ende starke und leidenschaftliche Worte, wenn es um die Rolle von Musik geht: „Es geht mir darum, wie wir andere Menschen behandeln, andere Religionen, andere Kulturen. Wenn wir zeigen wollen, wie wichtig unser westlicher Humanismus ist – wie können wir das beweisen? Wie können wir andere von unserem Lebensstil, unseren Denk- oder Verhaltensmustern überzeugen? Ohne die großen Meisterwerke unserer Kultur wird das nur schwer zu erklären sein.“

Sonntag, 15.09. / 11:35 Uhr / Moderne Zeiten
(Modern Times)
Spielfilm, USA 1936
3sat

Arbeiter: Charles Chaplin
Gamine: Paulette Goddard
Cafébesitzer: Henry Bergman
Fabrikbesitzer: Allan Garcia
u. a.
Regie: Charles Chaplin
Länge: 84 Minuten

Charlie, der Tramp, arbeitet am Fließband einer Fabrik und gerät unter dem sich steigernden Leistungsdruck schließlich selbst ins Getriebe der Maschine.

Verrückt geworden landet er im Irrenhaus und später als vermeintlicher Arbeiterführer im Gefängnis. – Charlie Chaplins berühmte, sarkastisch-kritische Tragikomödie über den Menschen im Räderwerk von Kapitalismus und moderner Technik.

Der Fließbandarbeiter Charlie schnappt eines Tages über, demoliert seine Arbeitsstätte und landet in einer Nervenheilanstalt. Wieder entlassen wird er wegen Teilnahme an einer Demonstration verhaftet. Nach guter Führung lässt ihn der Gefängnisdirektor frei und gibt ihm sogar ein Empfehlungsschreiben für einen Job in einer Werft. Doch schon sein erster Arbeitstag endet mit einer Katastrophe, und Charlie ist wieder auf der Flucht. Dabei beschützt er ein Mädchen, das wegen Brotdiebstahls verhaftet werden soll. Charlie lässt sich für sie verhaften, doch das Schicksal führt beide wieder zusammen. Später arbeitet Charlie als singender Kellner in dem Tanz-Café, in dem seine Freundin als Tänzerin auftritt. Er erntet großen Erfolg, aber die beiden müssen wieder fliehen, als die Fürsorge das Mädchen festnehmen will.

In „Moderne Zeiten“ passte Charlie seine Tramp-Rolle den veränderten gesellschaftlichen Verhältnissen an. Aus dem armen Wanderarbeiter wurde ein Arbeitsloser, der im Zeitalter der Massenindustrie um sein Überleben kämpft. Im Vergleich zu den früheren Filmen ist die Figur des Tramp vielschichtiger geworden, und am Ende steht er nicht allein da: Charlie und seine Freundin machen sich gemeinsam auf den Weg in eine bessere Zukunft. Paulette Goddard, die Darstellerin des Mädchens, wurde kurz nach den Dreharbeiten für sechs Jahre Chaplins dritte Ehefrau.

Sonntag, 15.09. / 14:30 Uhr / Expedition Humboldt (1/2): Ein deutsches Genie in Lateinamerika
Film von Thomas Aders und Stefan Schaaf
(Erstsendung: 01.01.2011)
ARD/SWR

Er war ein Superstar seiner Zeit: Alexander von Humboldt (1769-1859), Forschungsreisender, Universalgelehrter, Denker und Technikbegeisterter.

Thomas Aders und Stefan Schaaf reisen auf den Spuren Alexander von Humboldts durch Lateinamerika – durch Kuba, Venezuela, Kolumbien, Ecuador, Peru und Mexiko. Die Reise beginnt in Cumaná und folgt der Route, die Humboldt auf dem Orinoco mit dem Kanu zurücklegte.

Am 16. Juli 1799 beginnt Alexander von Humboldt in Begleitung des französischen Naturforschers Aimé Bonpland in Cumaná, Venezuela, eine fünfjährige Forschungsreise durch Süd- und Mittelamerika.

Die Expedition beginnt in Venezuela, in Cumaná. Vor der Höhle der Guacharo-Vögel, die nur nachts diesen „ungeheuren Schlund der Hölle“ verlassen, liegt heute ein Parkplatz mit Kassenhäuschen. Humboldt schreibt vom „widrig kreischenden Geschrei der Vögel“, gut 200 Jahre später ist der Lärm dieser Tiere genauso ohrenbetäubend. Tief im Berg beeindruckt die Furchtlosigkeit Humboldts.

Der Begleiter des Film-Teams, Luis Caripe, ein Chaima-Indianer, ist ein echter Humboldt-Fan. „Humboldt hat sich immer für uns Chaima eingesetzt. Er hat gezeigt, dass wir für unser Land und unsere Rechte kämpfen und dass wir uns gegen Misshandlung wehren müssen.“ Für die Chaima liegt die wahre Bedeutung dieses Deutschen in seiner Humanität. Die bewies er auch am Orinoco, wo er die Missionare für ihre Verachtung der einheimischen Kultur heftig kritisierte. Die Expedition folgt der Route, die Humboldt auf dem Orinoco mit dem Kanu zurücklegte, bedroht vom „ungeheuren Toben des Wassers in den Katarakten“ und anderen Gefahren: „Vier Monate hindurch schliefen wir in Wäldern, umgeben von Krokodilen, Boas und Jaguaren“. Sie ernährten sich von Reis, Ameisen, Orinoco-Wasser und bisweilen Affen.

In Cartagena, Kolumbien, taucht das Team mit Unterwasser-Archäologen hinunter in die Bucht. Auf einem Schiffsfriedhof mit mehr als tausend alten Wracks werden auch Briefe aus der Feder Alexander von Humboldts vermutet. Und wieder geht es auf einen Fluss, den Rio Magdalena. Für Humboldt war es eine Höllenfahrt, auf der er acht seiner Ruderer verlor. Heute ist der Rio Magdalena ein Beispiel für Umweltzerstörung: Abholzung am Ufer, Schwermetalle im Wasser. In Kuba wird Alexander als Nationalheiliger verehrt, gewissermaßen als Pate der Revolution von Fidel Castro und Che Guevara. Humboldt prangerte den damals florierenden Menschenhandel an.

Sonntag, 15.09. / 15:30 Uhr / Expedition Humboldt (2/2): Ein deutsches Genie in Lateinamerika
Film von Thomas Aders und Stefan Schaaf
(Erstsendung: 01.01.2011)
ARD/SWR

Der zweite Teil des Films über Alexander von Humboldts Lateinamerika-Expedition führt auf den Vulkan Chimborazo in Ecuador, den Humboldt-Strom in Peru und nach Mexico.

Am 23. Juni 1802 bestiegen Alexander von Humboldt und sein französischer Reisegefährte Aimé Bonpland den Vulkan Chimborazo in Ecuador. Er galt damals mit 6319 Metern als der höchste Berg der Welt. Auf Humboldts Spuren besteigt ihn das Film-Team zwei Mal.

Beim ersten Aufstieg begleitet es Balthazar, den letzten „Hielero“. Auf rund 4500 Metern hackt er 60 Kilo schwere Blöcke aus dem Eis, die er wie vor 200 Jahren mit Maultieren ins Tal befördert und auf dem Markt zur Kühlung von Fruchtsaft verkauft. Den zweiten Aufstieg wagt das Film-Team mit Marco Cruz, dem berühmtesten Bergsteiger Ecuadors. Zusammen mit Reinhold Messner hat er die genaue Stelle berechnet und erstiegen, bis zu der Humboldt, trotz Schneesturms und nur mit Straßenstiefeln und einer leichten Uniform bekleidet, einst vorgedrungen war.

Wieder auf Meereshöhe, folgt die filmische Expedition Fischern und Meeresforschern auf dem Humboldt-Strom vor Perus Hauptstadt Lima. Das Ökosystem des Flusses wird heute durch eine gewaltige Fischfangflotte zerstört. Bereits Alexander von Humboldt hatte erkannt, dass der Mensch das Klima verändert. Nächste Station ist die Insel Macabi im Norden Perus. Hier wird Guano abgebaut. Eine Arbeit unter menschenunwürdigen Bedingungen, von 4.30 Uhr morgens bis kurz vor Sonnenuntergang, für umgerechnet neun Euro am Tag. Ohne Schutz atmen die Arbeiter Ammoniak-Dämpfe und Guano-Staub ein. Verhältnisse, wie sie schon Humboldt immer wieder anprangerte.

Besonders verehrt wird Alexander von Humboldt in Mexiko, wo das Fernseh-Team eine Ur-Ur-Ur-Nichte Humboldts trifft. Als Gabriele von Humboldt als Kind in Mexiko-Stadt eine Depesche beim Telegrafenamt aufgab, merkte sie, was für einen berühmten Namen sie trug. „Der Postbeamte sah mich erstaunt an und fragte überrascht, als er die Adresse sah: „Humboldt, Humboldt, ja lebt der denn immer noch?“ erinnert sich die heute 85-Jährige, „An seiner Reaktion spürte ich, dass in Mexiko der Name Humboldt etwas ganz Besonderes ist.“

Sonntag, 15.09. / 16:30 Uhr / Music of the Heart
Spielfilm, USA 1999
ARD

Roberta: Meryl Streep
Brian: Aidan Quinn
Isabelle: Gloria Estefan
Janet: Angela Bassett
Dorothea: Jane Leeves
u. a.

Regie: Wes Craven
Länge: 116 Minuten

Die ambitionierte Musiklehrerin Roberta baut mitten in einem Getto in Harlem eine Geigenklasse auf. Mit Geduld und pädagogischem Geschick vollbringt Roberta ein kleines Wunder.

Roberta Guaspari ist 51, als ihr Mann sie wegen einer anderen verlässt. Für ihre Ehe hat die hoch talentierte Violinistin ihre Karriere geopfert, jetzt steht sie vor dem Nichts. Händeringend sucht sie eine Stelle als Musiklehrerin, doch niemand gibt ihr einen Job.

Janet Williams, Rektorin einer Public School in East Harlem, würde der alleinerziehenden Mutter eine Chance geben. Doch ihre Schüler stammen aus einem sozialen Brennpunkt, ein teures Instrument wie eine Geige ist für die meisten Kinder unerschwinglich.

Roberta hat eine Idee: Nach einer gescheiterten Geschäftsgründung ist sie auf 50 Violinen sitzen geblieben – die nun zum Einsatz kommen. Die neue Lehrerin muss gegen Widerstände und Vorurteile kämpfen, denn die „Musik der Weißen“ passt scheinbar gar nicht in ein schwarzes Getto. Doch allen Unkenrufen zum Trotz begeistert die resolute Lehrerin ihre Schüler für das ungewöhnliche Projekt. Kids, die normalerweise kaum eine Minute still sitzen können, entdecken bei ihr die Faszination der Musik. In zehn Jahren bringt Roberta über 1500 Kindern das Violinspiel bei. Nach einer Kürzung der öffentlichen Mittel droht ihrem erfolgreichen Programm überraschend das Aus. Doch so schnell gibt Roberta nicht auf.

Roberta Guasparis bewegende Geschichte wurde schon 1996 in dem Oscar-nominierten Dokumentarfilm „Small Wonders“ erzählt. Die zweistündige Spielfilm-Version inszenierte ausgerechnet Wes Craven, der das Publikum mit seiner blutrünstigen „Scream“-Reihe das Fürchten lehrte – in „Music Of The Heart“ zeigt der Horrorspezialist sich von einen ganz anderen Seite. Feinsinnig und mit überraschendem Blick für Details zeichnet Craven das Schicksal einer Frau nach, die sich aus der Fixierung auf ihren Mann löst und ihren ganz eigenen Weg findet. Dank Meryl Streeps differenziertem Spiel erhält die Figur der engagierten Musiklehrerin große Glaubhaftigkeit.

Sonntag, 15.09. / 18:25 Uhr / Matera – Von der Steinzeit in den Cyberspace
Film von Hansjürgen Schmölzer
(Erstsendung: 25.03.2019)
ORF

Matera in Süditalien ist im Jahr 2019 Kulturhauptstadt Europas. Die Stadt zählt zu den am längsten dauerhaft von Menschen besiedelten Orten der Welt.

Die Sassi, die Höhlenwohnungen von Matera, werden seit 9000 Jahren bewohnt und haben den Ort auch zu einer beliebten Film-Location für große internationale Filmproduktionen gemacht.

Während Armut, Verfall, die Abwanderung der Jugend und organisierte Kriminalität Italiens Süden prägen, wird in Matera eine gegenläufige Entwicklung spürbar.

Der Film begleitet eine Gruppe junger Kreativer, die ganz bewusst wieder nach Matera zurückgekommen sind und dort das Co-Living-Kollektiv „Casa Netural“ aufgebaut haben. Sie wollen mit ihren Projekten die Gestaltungsmöglichkeiten aufzeigen, die eine Gesellschaft im Zeitalter des Internet auch in ländlichen Regionen hat.

Donnerstag, 19.09. / 02:10 Uhr / Metropolen des Balkans (1/5): Sarajevo
Film von Caroline Haertel und Mirjana Momirovic
(Erstsendung: 04.03.2019)
ZDF/ARTE

Belgrad, Bukarest, Ljubljana, Sofia und Sarajevo – bei diesen europäischen Hauptstädten treffen Orient und Okzident, Religionen und Kulturen, Geschichte und Moderne aufeinander.

Die Reihe stellt diese fünf Städte vor, die eines gemeinsam haben: Sie haben ihre sozialistische Vergangenheit abgeschüttelt und befinden sich im Aufbruch. Teil eins führt nach Sarajevo, die Hauptstadt und zugleich die größte Stadt von Bosnien und Herzegowina.

Sarajevo gilt als Schnittstelle zwischen dem islamisch geprägten Orient und dem christlichen Abendland. In keiner anderen europäischen Stadt haben unterschiedliche Religionen und Kulturen so lange und meist friedlich neben- und miteinander existiert. Moscheen, Synagogen und Kirchen gehören gleichermaßen zur Identität der Balkanmetropole. Multikulturalität ist hier kein Modewort, sondern historisch gewachsene Realität. Daran hat selbst die serbisch-nationalistische Belagerung der Stadt in den 1990er-Jahren kaum etwas geändert.

25 Jahre nach dem Bosnienkrieg hat sich Sarajevo von den Kriegswirren erholt und ist wieder eine kosmopolitische europäische Großstadt mit einem einzigartigen orientalischen Flair. Auch wenn die Stadtbevölkerung inzwischen zu fast 80 Prozent muslimisch ist, sind hier junge Frauen in knappen Miniröcken genauso anzutreffen wie ihre in schwarze Burkas gekleideten Altersgenossinnen. Es ist diese Mischung, die Sarajevo so einmalig macht. Europäisch, orientalisch, muslimisch, christlich, jüdisch, subkulturell, weltoffen, chaotisch und unglaublich herzlich – Sarajevo ist all das zusammen.

So wundert es keinen, dass in Sarajevo, auf 800 Metern Höhe, Arman Galicic Wein anbaut, dass in der Gaststube von Mersiha Hadzibajric schon europäische Könige bosnische Spezialitäten probiert haben und Designerin Emina Hodzic, die selbst ein Kopftuch trägt, reizvolle Abendroben für echte Prinzessinnen und moderne Geschäftsfrauen entwirft.

Donnerstag, 19.09. / 02:55 Uhr / Metropolen des Balkans (2/5): Belgrad
Film von Caroline Haertel und Mirjana Momirovic
(Erstsendung: 05.03.2019)
ZDF/ARTE

Serbien und seine Hauptstadt Belgrad haben bei vielen Europäern noch immer nicht den besten Ruf. Zu nah die Erinnerung an die Balkankriege, zu nationalistisch die Töne der Regierenden.

Doch die Stadt befreit sich gerade von ihrem Stigma. Sie bietet eine bizarre architektonische Mischung und ist voller Kontraste. Auf den ersten Blick grau und eintönig, doch im Inneren bebt es. Immer mehr junge Menschen aus aller Welt zieht es in die Balkanmetropole.

Bröckelnde klassizistische Fassaden, Glanzstücke der Moderne und eindrucksvolle Beispielen des Brutalismus – Belgrad wartet mit einem Architekturstil aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf. Neben prunkvollen Gebäuden und repräsentativen Objekten birgt die Stadt romantische Viertel mit halb verfallenen Häusern, und an vielen Ecken finden sich Zeichen urbaner Subkultur.

Das kreative Zentrum der 1,7 Millionen-Einwohner-Stadt liegt am rechten Ufer der Save im ehemaligen Industrie- und Arbeiterviertel Savamala. Die Kreativen haben vor einigen Jahren dieses verfallene und von der Stadtverwaltung aufgegebene Viertel eingenommen, Clubs und Bars zogen in die verlassenen Lagerhallen und Savamala trug Belgrads Ruf als Partymetropole in die Welt.

Eine Entdeckungstour mit Aleksandar Djordjevic führt zu den besten Graffitis im Szeneviertel, Dusan Cavic und Dusan Saponja zeigen die verborgene Schönheit der Brutalismus-Architektur, und Ivana Orlovic und Janez Kranjc dokumentieren die Unterwasserwelt des Save-Sees.

Belgrad, Bukarest, Ljubljana, Sofia und Sarajevo – bei diesen europäischen Hauptstädten treffen Orient und Okzident, Religionen und Kulturen, Geschichte und Moderne aufeinander. Die Reihe stellt diese fünf Städte vor, die eines gemeinsam haben: Sie haben ihre sozialistische Vergangenheit abgeschüttelt und befinden sich im Aufbruch.

Donnerstag, 19.09. / 03:35 Uhr / Metropolen des Balkans (3/5): Ljubljana
Film von Caroline Haertel und Mirjana Momirovic
(Erstsendung: 06.03.2019)
ZDF/ARTE

„Klein-Venedig“ wird Ljubljana auch gern genannt. Denn viele Brücken schwingen über den Fluss Ljubljanica, und Bauwerke im Jugendstil und italienischem Barock prägen das Stadtzentrum.

Doch für städtebauliche Highlights in der Hauptstadt Sloweniens hat vor allem der Architekt Joze Plecniks gesorgt. Er baute die Stadt um, entwarf Brücken und Gebäude, bei denen er antike und moderne Formelemente auf eine eigene Weise kombinierte.

Plecniks Entwurf gilt als ein weltweit bedeutendes ganzheitliches Kunstwerk des 20. Jahrhunderts.

Ljubljana ist mit seinen 280 000 Einwohnern eine der kleineren Hauptstädte Europas. Seit 2016 trägt sie den Titel „Grüne Hauptstadt Europas“. Damit wurde sie von der EU für ihr herausragendes Nachhaltigkeitskonzept ausgezeichnet. Dazu gehören die vollkommen autofreie Altstadt sowie ein einmaliges menschen- und umweltfreundliches Konzept der kostenlosen Stadtbeförderung.

Ljubljana wirkt nach außen entspannt. Doch hinter den Kulissen herrscht energiegeladene Aufbruchsstimmung, spürt man Innovation und kreative Ideen. Es ist eine grüne und lebendige Metropole, in der sich Alt und Neu wunderbar ergänzen: Der Stadtbauer Andrej Persin bringt jeden Morgen mit einem Handkarren sein Gemüse auf den Zentralmarkt, während der Kavalierfahrer Zoran Stojinovic in einem Elektrocaddy seine Runden durch die Altstadt dreht und Spela Zupanc mit Stand-up-Paddling auf der Ljubljanica die Stadt erkundet.

Belgrad, Bukarest, Ljubljana, Sofia und Sarajevo – bei diesen europäischen Hauptstädten treffen Orient und Okzident, Religionen und Kulturen, Geschichte und Moderne aufeinander. Die Reihe stellt diese fünf Städte vor, die eines gemeinsam haben: Sie haben ihre sozialistische Vergangenheit abgeschüttelt und befinden sich im Aufbruch.

Donnerstag, 19.09. / 04:20 Uhr / Metropolen des Balkans (4/5): Sofia
Film von Caroline Haertel und Mirjana Momirovic
(Erstsendung: 07.03.2019)
ZDF/ARTE

Sofia ist die ärmste, aber angeblich älteste Metropole Europas. Sie ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Bulgariens. 14 Prozent aller Bulgaren leben in der Hauptstadt.

Schon in der Antike war der Ort für seine Mineralwasserquellen bekannt. Im Laufe der Jahrhunderte zogen diese viele Völker an: Thraker, Römer, Byzantiner und Osmanen ließen sich hier nieder. Diese Kulturen spiegeln sich besonders in den Gotteshäusern wider.

Man muss nur ein paar Minuten durch das Stadtzentrum spazieren, schon trifft man auf Häuser aller Religionen und Zeiten. Es ist wie eine Zeitreise durch die Geschichte des Landes, das für seine religiöse Vielfalt und die Toleranz gegenüber Andersgläubigen bekannt ist. Bulgarien war auch das einzige Land, in dem es nach dem Zweiten Weltkrieg sogar mehr Juden gab als davor. Sie wurden von ihren Mitbürgern während der NS-Zeit beschützt.

Trotz der schweren wirtschaftlichen Lage hat sich Sofia in den letzten Jahren stark gewandelt. Die Stadt gilt schon länger als das Silicon Valley Europas. Hochqualifizierte Fachkräfte in der Informationstechnik, schnelle Internetverbindungen, gründerfreundliche Voraussetzungen: Die IT-Branche boomt.

Die Straßenbahnfahrerin Albena Asparukhova fährt mit ihrer grünen Bahn durch die schönsten Bezirke der Metropole, die Architektin Petja Petkova nimmt mit zum Tanz auf dem Platz vor dem Nationaltheater und Hristina Kamenova entdeckt Kvartal, das alte jüdische Viertel, das sich langsam von einem Geheimtipp zu einem Szeneviertel entwickelt.

Belgrad, Bukarest, Ljubljana, Sofia und Sarajevo – bei diesen europäischen Hauptstädten treffen Orient und Okzident, Religionen und Kulturen, Geschichte und Moderne aufeinander. Die Reihe stellt diese fünf Städte vor, die eines gemeinsam haben: Sie haben ihre sozialistische Vergangenheit abgeschüttelt und befinden sich im Aufbruch.

Donnerstag, 19.09. / 05:05 Uhr / Metropolen des Balkans (5/5): Bukarest
Film von Caroline Haertel und Mirjana Momirovic
(Erstsendung: 08.03.2019)
ZDF/ARTE

Bukarest ist keine klassische Schönheit. Man verliebt sich eher auf den zweiten Blick. Während der Diktatur Nicolae Ceausescus erfuhr die Hauptstadt Rumäniens eine brutale Umwandlung.

Historische Viertel wurden abgerissen, Protzbauten errichtet und ganze Kirchen versetzt. Heute ist Bukarest auf der Suche nach einer neuen Identität: lebendig, vielfältig, kreativ. In den vergangenen Jahren ist dort viel passiert.

Die Infrastruktur der Stadt wurde verbessert, Parkanlagen erneuert, zahlreiche Cafés und Restaurants eröffneten entlang der Gassen, und auch eine alternative Kulturszene hat sich allmählich herausgebildet.

Maria Neneciu und ihre Kollegen vom Künstlernetzwerk „The Institute“ organisieren über 60 Veranstaltungen im Jahr und verwandeln dabei stark befahrene Straßen in kreative Fußgängerzonen. Der Unternehmer Dragos Bogdan versucht, das vergessene Nationalgetränk der Rumänen, „Braga“, wieder zu verbreiten.

Radu Ion Nevers ist Silberschmied und Rom. Um sein Handwerk in die Zukunft zu führen, arbeitet er mit internationalen Schmuckdesignern zusammen. Sein Ziel ist es, das Wissen und Talent der Roma-Handwerker bekannt zu machen und zu zeigen, wie wichtig ihr kulturelles Erbe für Rumänien ist.

Cristian Lascu hat es sich wiederum zur Lebensaufgabe gemacht, ein Naturschutzgebiet inmitten der Metropole zu erhalten: In und um die natürlichen Seen des Vacaresti-Naturparks herum leben heute Otter, Frösche, Fische und Schwäne, Enten und zahlreiche andere Vogelarten. Eine Entdeckung mitten in einer Millionenstadt.

Belgrad, Bukarest, Ljubljana, Sofia und Sarajevo – bei diesen europäischen Hauptstädten treffen Orient und Okzident, Religionen und Kulturen, Geschichte und Moderne aufeinander. Die Reihe stellt diese fünf Städte vor, die eines gemeinsam haben: Sie haben ihre sozialistische Vergangenheit abgeschüttelt und befinden sich im Aufbruch.

Freitag, 20.09. / 22:25 Uhr / Lost Highway
Spielfilm, USA 1996
3sat

Fred Madison: Bill Pullman
Renee Madison/Alice Wakefield: Patricia Arquette
Pete Dayton: Balthazar Getty
Dick Laurent/Mr. Eddy: Robert Loggia
Mystery Man: Robert Blake
u. a.

Regie: David Lynch
Länge: 130 Minuten

Der Jazzmusiker Fred Madison steckt in einer tiefen seelischen Krise. Argwöhnisch schaut er auf seine Frau Renee und verdächtigt sie, ihn zu betrügen. Zugleich geschehen mysteriöse Dinge.

Geheimnisvolle Identitätswechsel, mysteriöse, attraktive Frauen und der undurchsichtige Plan gefährlicher Gangster stehen im Mittelpunkt von David Lynchs faszinierendem Psychothriller, der sich jeder voreiligen Interpretation entzieht.

Ein Unbekannter läutet an der Tür und spricht einen Satz in die Gegensprechanlage: „Dick Laurent ist tot“. Außerdem schickt ein geheimnisvoller Voyeur Videokassetten an Fred und Renee, auf denen das Paar in intimster Zweisamkeit zu sehen ist. Und welche Rolle spielt jener kleine Mann mit weißem Gesicht, der glaubhaft versichert, er könne an zwei Orten gleichzeitig sein?

Dann wird Fred plötzlich verhaftet. Er soll Renee auf bestialische Art ermordet haben. Fred, der sich an nichts erinnern kann, wird verurteilt und wandert ins Gefängnis. Als die Wärter eines Morgens die Zellentür öffnen, finden sie nicht Fred, sondern einen verstörten jungen Mann namens Pete.

Pete war zuvor auf ungeklärte Weise verschwunden. Auch er hat keine Erinnerung an das, was geschehen ist. Da man keine Anschuldigungen gegen ihn erheben kann, wird er entlassen. Er versucht, in sein altes Leben als Automechaniker zurückzufinden. Doch bald gerät auch Petes Alltag aus den Fugen.

Regisseur David Lynch („Twin Peaks“, „Blue Velvet“, „Mulholland Drive“) schuf einmal mehr ein geniales Gesamtkunstwerk, das sich durch bloße Inhaltsbeschreibung kaum erfassen lässt: eine Fallstudie über Paranoia und Schizophrenie? Eine surrealistische Love-Story? Ein makabrer, schwarzhumoriger Thriller? Ein postmodernes Spiel mit den Versatzstücken des Film noir?

Der Film fasziniert nicht nur durch seine visuelle Komposition und durch die Leistung seiner Hauptdarsteller Bill Pullman („Während du schliefst“, „Independence Day“), Patricia Arquette („Fast Food Nation“, „Flirting with Desaster“) und Robert Loggia („Die Ehre der Prizzis“). Wichtige Kunstmittel sind auch das Tondesign und der ungewöhnliche Soundtrack, beide werden von David Lynch konsequent als erzählerisches Mittel eingesetzt.

Neben David Bowie, Lou Reed, Marilyn Manson und den Smashing Pumpkins ist auch Rammstein mit zwei Songs zu hören. Die deutsche Band hatte ihre erste CD aufs Geratewohl an David Lynch geschickt, der sich prompt entschied, den düster-teutonischen Extrem-Rock in seinen Soundtrack einzubauen.


Samstag, 21.09. / 20:15 Uhr / Brüder Kühn – Zwei Musiker spielen sich frei
Film von Stephan Lamby
Erstausstrahlung
3sat

Die Brüder Joachim und Rolf Kühn gehören zu den wenigen weltbekannten deutschen Jazzmusikern. Der vielfach ausgezeichnete Autor Stephan Lamby erzählt ihre außergewöhnliche Lebensgeschichte.

Sein Jazz-Film ist auch eine Zeitreise durch die deutsche Geschichte – aus Sicht der beiden Musiker. Er schildert die Anfänge der Kühns als Zirkusfamilie, erzählt von Kriegswirren, Joachims Flucht aus der DDR und den Karrieren der Brüder in den USA und Europa.

Nicht zuletzt erzählt der Film von der liebevollen Beziehung zweier Brüder, die ihre menschliche und musikalische Freiheit genießen. Joachim Kühn ist 1944 in Leipzig geboren und lebt heute auf Ibiza. Aus seinem Pool hat er schon lange das Wasser gelassen, weil er ohnehin nicht schwimmen geht. Auch mit 75 Jahren konzentriert er sich noch immer voll auf die Musik: „Ich versuche, alles zu eliminieren, was mich im Leben stört, diese Fliege zum Beispiel“, sagt er lachend und verscheucht ein Insekt aus seinem Gesicht. Er versucht, so frei zu leben wie es irgendwie geht. Für „Katzen, Köter, Kinder, Kirche“ habe er keine Zeit. Joachim Kühn ist Pianist, Saxofon spielt er außerdem, beides brillant. Er lebt ganz für die Musik – auf Tour oder zu Hause am Flügel.

Sein 15 Jahre älterer Bruder Rolf Kühn lebt in Berlin. Obwohl er am 29. September 90 Jahre alt wird, hat er nichts von seiner Neugier und seinem Ehrgeiz verloren. Wie Joachim gibt auch er ein Konzert nach dem anderen. Rolf Kühn ist als Klarinettist immer noch sehr gefragt – fast so wie Ende der 1950er-Jahre in seiner Zeit bei Benny Goodman in New York. Aber musikalisch fühlt er sich heute freier als jemals zuvor. Neben der Musik interessiert sich Rolf für Geschichte, auch für die seiner eigenen Familie. So hat er in Leipzig einen Stolperstein verlegen lassen – zum Gedenken an seine Tante, die von den Nationalsozialisten in Auschwitz getötet wurde.

Samstag, 21.09. / 21:45 Uhr / zdf@bauhaus: Live-Musik mit Wanda
Moderation: Jo Schück
Erstausstrahlung
3sat

„zdf@bauhaus“ goes Weimar und wechselt im 100. Jubiläumsjahr des Bauhauses den Produktionsort. Dafür geht es von Dessau zurück zu den Wurzeln an den Ort, an dem das Bauhaus 1919 entstand.

Das Album „Amore“ der österreichischen Band Wanda wird als „ewiger Klassiker“ bezeichnet und hielt sich 102 Wochen in den österreichischen Albumcharts. Als ekstatische Gewalt auf der Bühne spielen Wanda ausverkaufte Konzerte in Österreich, Deutschland und der Schweiz.

Sie haben Auftritte vor Hunderttausenden Zuschauern, achtstellige Wiedergaben im Internet und Tausende Stunden Airplay in Radio und TV. Die letzten Jahre waren für Wanda ein wilder Ritt durch Hallen, Charts und Feuilleton.

Mit Wanda hat man endlich wieder eine Band zum Lieben und zum Hassen. Für die einen „die vielleicht letzte wichtige Rock-’n‘-Roll-Band unserer Generation“ („Musikexpress“), für die anderen reduzierbar auf Kneipe, Alkoholismus und Verfallsmetaphysik. Alles stimmt vermutlich ein wenig. Die musikalische Meisterschaft der Band liefert den roten Teppich, auf dem die raffinierten Texte von Marco Wanda tanzen, flanieren und hinschmettern. Neben Balladen und energiegeladenen Songs finden sich bei Wanda immer auch bezaubernde Elemente aus opulenten Arrangements und dem Wienerlied. „Es gab nie einen Plan B, es gab nur das Leben als Problemstellung, Musik und Erfolg, hin oder her“, brachte Sänger Marco Wanda einen Hauch von Bandphilosophie zum Ausdruck. Die Gruppe wird im September 2019 ihr langersehntes neues Album „CIAO!“ veröffentlichen und hat in Weimar auch Teile des brandneuen Longplayers im Gepäck.

Ein Open-Air-Konzert im Sommer 2019 direkt vor dem Uni-Hauptgebäude bildet den Auftakt für die Zusammenarbeit mit der Bauhaus-Universität Weimar. Die Reihe „zdf@bauhaus“ startet damit exakt dort, wo Walter Gropius 1919 die Sächsische Hochschule für Bildende Kunst und die Kunstgewerbeschulen vereinigte und das Staatliche Bauhaus Weimar gründete, die Bühne steht zwischen den alten Gebäuden der Universität.

Internationale Künstler geben für die Konzertreihe „zdf@bauhaus“ in einem intimen Rahmen exklusive Konzerte vor Live-Publikum. Präsentiert werden die Konzerte von Moderator Jo Schück.

Samstag, 21.09. / 22:45 Uhr / zdf@bauhaus: Live-Musik mit Nico Santos
Moderation: Jo Schück
Erstausstrahlung
3sat

Mit seinem Megahit „Rooftop“ schoss Nico Santos sprichwörtlich durch die Decke. Schon nach kürzester Zeit wurde der Track in Deutschland und Österreich mit einem Platin-Award ausgezeichnet.

Sein folgendes Debütalbum „Streets of Gold“ ist kraftvoll produziert und stilistisch zwischen R ’n ‚B, Rock und Soul changierend. Seine Stimme setzt Nico Santos perfekt ein und intoniert traumwandlerisch sicher.

Santos hat in den vergangenen Jahren mit und für viele deutsche Popstars Hits geschrieben – darunter Größen wie Mark Forster, Helene Fischer, Bushido, Sido, Robin Schulz, Lena Meyer-Landrut, um nur einige zu nennen. Für sein erstes eigenes Album hat er sehr persönliche Songtexte geschrieben, die ihn auch als Mensch haben wachsen lassen. Sein Album bezeichnet er selbst als „in Musik gefasstes Tagebuch“.

Der in Bremen geborene Singer-Songwriter wuchs auf Mallorca auf und machte dort auch sein Abitur. Früh stellte er einige Songs in YouTube ein und konnte sofort einen Überraschungserfolg feiern. Auch für Film und Fernsehen war er erfolgreich, zum Beispiel produzierte er den Soundtrack zu „Fack ju Göhte 2“ mit und schrieb gemeinsam mit anderen den Soundtrack für eine „Tatort“-Folge. Santos kann schon heute internationale Chart-Erfolge in der Schweiz, Deutschland, Österreich und sogar in Portugal und Australien vorweisen.

In Weimar präsentiert er seine Hits auf der Open-Air-Bühne live vor mehreren Tausend Menschen.

Internationale Künstler geben für die Konzertreihe „zdf@bauhaus“ in einem intimen Rahmen exklusive Konzerte vor Live-Publikum. Präsentiert werden die Konzerte von Moderator Jo Schück.

Sonntag, 22.09. / 10:05 Uhr / Otto Wagner – Visionär der Moderne
Film von Rudolf Klingohr
Sprecher: Cornelius Obonya, Eszter Hollosi
Musik: Christian Kolonovits
(Erstsendung: 19.03.2018)
ORF

Am 11. April 2018 jährte sich Otto Wagners Todestag zum 100. Mal. Anlässlich dieses Jubiläums rückt der Film das geniale Werk des Architekten, Stadtplaners und Designers ins Zentrum.

Er spannt einen Bogen von Otto Wagners Frühwerk, das noch dem gefälligen Stil des Historismus verpflichtet ist, hin zu den Meisterwerken, die zu den Juwelen des Jugendstils in Wien zählen.

Sein Privatleben wird nur gestreift: Der Film widmet sich nur jenen Ereignissen und Entwicklungen im Leben Wagners, die das Schaffen des Künstlers beeinflussten.

Sonntag, 22.09. / 11:00 Uhr / Die Bauhaus-Revolution (1/2)
Film von Claudius Gehr
(Erstsendung: 13.04.2019)
3sat

Schnörkellose Strenge, klare Formen, Stahl und Glas: Grundelemente der Bauhaus-Architektur. Zum 100. Geburtstag der renommierten Kunstschule zeigt 3sat eine zweiteilige Dokumentation.

Der erste Teil befasst sich mit dem Zeitraum von 1919 bis 1933 und schildert die Geschichte des historischen Bauhauses an den drei Bauhaus-Standorten Weimar, Dessau und Berlin.

1919 wurde die Architektur- und Designschule von Walter Gropius in Weimar gegründet. Die Bauhaus-Idee, eine geradlinige und damit universelle, industrielle Ästhetik zu entwickeln, die Architektur, Design, Handwerk und Kunst vereint, war sensationell neu. Das Bauhaus wurde schnell zum Brennpunkt modernen Denkens und der Avantgarde. Dazu gehörten auch gesellschaftspolitisch neue Ansätze. So wies das Bauhaus der Frau eine vermeintlich neue, selbstbestimmte Rolle zu.

Die Architektur sollte eine Volksarchitektur sein, das Design, die Möbel erschwinglich für jedermann. Diese Vision verkehrte sich allerdings bald schon in ihr Gegenteil: Längst sind die Möbel und Designerobjekte des Bauhauses Ikonen der klassischen Moderne geworden. Wer sie sich leisten kann, weist sich damit als wohlhabend und stilsicher aus.

Architektur, Design, Kunst, Kunsthandwerk, Lehre: Die Bauhaus-Visionen umspannten alle Lebensbereiche und verbanden sie mit gesellschaftlichen Utopien. Dem spürt die zweiteilige Dokumentation von Claudius Gehr nach. Gehr porträtiert führende Köpfe der Bewegung wie die drei Direktoren des Bauhauses: Walter Gropius, den Intellektuellen, Mies van der Rohe, den Genussmenschen, und Hannes Meyer, den weniger bekannten und politischsten aller Bauhaus-Direktoren. Dabei wird deutlich, dass das Bauhaus keine doktrinär festgelegte Schule war, sondern sich durchaus individuelle Prägungen bildeten. Nicht immer war man sich eins – künstlerisch nicht, und menschlich auch nicht. Ob in Weimar, Dessau oder Berlin. Der Bewegung tat das keinen Abbruch.

Sonntag, 22.09. / 11:45 Uhr / Die Bauhaus-Revolution (2/2)
Film von Claudius Gehr
(Erstsendung: 13.04.2019)
3sat

Der zweite Teil befasst sich mit dem Zeitraum von 1933 bis 2019 und erzählt, wie es mit prominenten Bauhäuslern sowie den Bauhaus-Ideen nach 1933 weiterging.

Die große Zäsur, die Schließung der Bauhaus-Schule 1933 nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten, konnte den Siegeszug dieser Bewegung nicht aufhalten. Im Gegenteil: Viele der führenden Köpfe emigrierten und trugen den Bauhaus-Geist hinaus in die Welt.

Die Bauhaus-Idee wurde weltweit zur internationalen Messlatte für gelungene Architektur und Design.

Die Dokumentation folgt den Spuren des Bauhauses in den USA, Israel, Japan, Frankreich, Spanien und andernorts. Fachleute erläutern die Bewegung Bauhaus, darunter Wolfgang Holler, Generaldirektor Museen Klassik Stiftung Weimar, Claudia Perren, Direktorin Stiftung Bauhaus Dessau, Annemarie Jaeggi, Direktorin Bauhaus-Archiv Berlin, Martin Mäntele, Leiter HfG-Archiv Ulm, sowie Martino Stierli, Chefkurator am Museum of Modern Art (MoMA) in New York.

Sonntag, 22.09. / 12:30 Uhr / Druckfrisch ~ Neue Bücher mit Denis Scheck
(Erstsendung: 15.09.2019)
ARD/BR/MDR/WDR/NDR

Orientierung im Bücher-Dschungel verspricht Denis Scheck. Scheck besucht Schriftsteller, stellt Neuerscheinungen vor und spart dabei weder an Lob noch an Kritik.

Seine bissigen und humorvollen Kommentare zu den Büchern der „Spiegel“-Bestenliste aus der Kölner Bücherhalle sind beliebt und gefürchtet. Im persönlichen Gespräch entlockt er Autoren aktueller Bestseller interessante Hintergründe zu ihren Werken.

Montag, 23.09. / 01:50 Uhr / Best of Hurricane (1/2)
Mit The Cure, den Toten Hosen und Foo Fighters
Erstausstrahlung
ARD/NDR

Obwohl The Cure um Frontmann Robert James Smith für ihren extravaganten Stil immer wieder Kritik ernteten, produzierten sie in unterschiedlichen Musik-Epochen zahlreiche Hits.

Bereits seit 40 Jahren schreibt The Cure Musikgeschichte. Mit hoch toupierten Haaren und einer Mischung aus Punk und New Wave reiht sich die Band nahtlos zwischen Größen wie Black Sabbath und Led Zeppelin ein. Es gibt sie noch, die lebenden Legenden.

Was nach dem Tod von Kurt Cobain als persönliches Therapie-Projekt von Dave Grohl begann, hat sich zu einer der erfolgreichsten Bands im Musikgeschäft entwickelt: die Foo Fighters. Ihre Shows sind legendär, und Frontmann Dave Grohl lässt sich selbst durch ein gebrochenes Bein nicht von einem Auftritt abhalten.

Die Toten Hosen sind eine der ältesten aktiven deutschen Bands. Früher waren sie eine ziemlich kompromisslose Spaß-Punkband – inzwischen sind die Mitglieder alle in der Lebensmitte angekommen und stehen immer noch auf der Bühne. Die Jungs aus Düsseldorf um ihren rastlosen Sänger Campino können mit drei Akkorden und eingängigen Texten ganze Stadien zum Kochen bringen. Eine aufgeklärte, tolerante politische Haltung zu pflegen und den gesunden Menschenverstand zu gebrauchen, das sind die simplen politischen Botschaften an ihre Hörer – und das kommt an.

Montag, 23.09. / 02:50 Uhr / Best of Hurricane (2/2)
Mit Bosse und Mumford & Sons
(Erstsendung: 30.08.2019)
ARD/NDR

Wenn sich die Einwohnerzahl der beschaulichen Gemeinde Scheeßel versechsfacht und auf den Wiesen eine Kleinstadt entsteht, kann das nur eines bedeuten: Es ist „Hurricane Festival“!

Bei der 23. Ausgabe des Musikfestivals haben täglich etwa 68 000 Besucher bei strahlendem Sonnenschein zu insgesamt 90 Acts gefeiert – darunter Kult-Bands wie Die Toten Hosen, The Cure und die Foo Fighters sowie Künstler wie Macklemore und Bosse.

Zu Beginn sieht es noch so aus, als falle auch dieses „Hurricane Festival“ – wie schon so viele vor ihm – buchstäblich ins Wasser. Vor allem die früh angereisten Besucher müssen am Donnerstagabend mit ansehen, wie ein kräftiger Schauer auf die frisch aufgebauten und liebevoll dekorierten Zelte niederprasselt und ein nächtlicher Dauernieselregen den Boden aufweicht. Doch beim „Hurricane Festival 2019“ kommt alles anders als in vergangenen Jahren, in denen die Besucher am Eichenring teils knöcheltief im Schlamm steckten: Von Freitagvormittag bis zum Ende des Festivals in der Nacht von Sonntag auf Montag lässt sich kaum eine Wolke blicken, kein Tropfen fällt vom Himmel. Feucht-fröhlich geht es trotzdem zu: Statt Regen von oben ist Schwitzen angesagt.

Durch die pralle Sonne und Temperaturen, die im Laufe der drei Festivaltage von etwa 20 Grad auf 28 Grad Celsius am Sonntag klettern, verwandeln sich das Campinggelände und das Infield mit den vier Bühnen in eine einzige sommerliche Partymeile. Während die einen sich vormittags auf dem Campingplatz mit kreativen Freizeitbeschäftigungen die Zeit bis zu ihrem ersten Programmpunkt vertreiben, feiern andere, teils in kuriosen Outfits, schon in der prallen Mittagssonne zu Traditions-Kombos wie dem #HurricaneSwimTeam. Dabei heizt sich trotz dunkler werdender Schatten unter den Augen und zunehmend staubiger Luft auch die Stimmung von Tag zu Tag auf.

Dafür sorgen natürlich nicht zuletzt die Künstler auf den vier Bühnen. Nach der Warm-up-Party auf der „Wild Live Stage“ am Donnerstag geht es Freitag ganz offiziell und hochkarätig los: Der Singer-Songwriter Bosse bringt nachdenkliche, zugleich aber tanzbare deutsche Popmusik auf die Bühne, Papa Roach liefern sowohl aktuelle Lieder als auch ihren Hit „Last Resort“, und bei den Toten Hosen und Tame Impala schallen wabernde Gitarrenklänge über das insgesamt 172 Hektar große Gelände.

Als die vier Londoner Mumford & Sons 2008 zum ersten Mal auf dem „Glastonbury Festival“ spielten, hatten sie noch nicht einmal ihr erstes Album veröffentlicht. Weil die Folkband aber vor allem bei Live-Auftritten überzeugt, sorgen sie seit Gründung jedes Jahr für Festival-Stimmung. Und weil sie die so sehr lieben, veranstalten sie seit Jahren auch ihre eigenen Festivals. Dort dürfen Mumford & Sons selbst natürlich im Line-up nicht fehlen.

Axel Bosse, auch Aki Bosse genannt, ist Singer, Songwriter, Poet, Rocksänger, Entertainer – und vor allem auf dem Boden geblieben. Seine Songs feiern das Leben, sind modern und machen gute Laune. Bereits sieben Studio-Alben hat er schon veröffentlicht. Er kombiniert immer wieder Charme mit Haltung und positioniert sich öffentlich gegen rechts.

Montag, 23.09. / 03:50 Uhr / Best of Radltour-Konzerte 2018
mit Anastacia, Nik Kershaw und Alphaville
(Erstsendung: 24.08.2018)
ARD/BR

Erstklassige Pop- und Rockkonzerte bei freiem Eintritt: „Best of Radltour-Konzerte 2018“ präsentiert die musikalischen Highlights von Anastacia, Nik Kershaw und Alphaville.

Das erste von drei Konzerten bei der „BR-Radltour 2018“ bestritt Anastacia, der internationale Superstar mit der prägnanten Soulstimme, in Landshut. Im Jahr 2000 erschien ihr erstes Album „Not That Kind“, das zum Millionenseller wurde.

Mit Megahits wie „I’m Outta Love“ und „One Day In Your Life“ stürmte Anastacia die Charts. 2018 ging sie mit ihrem neuesten Album „Evolution“ auf Tour und begeisterte ihre Fans mit ihrer tollen Stimme und einer eindrucksvollen Bühnenshow.

Eine Ikone der 1980er-Jahre rockte die Bühne in Bad Gögging: Nik Kershaw. Der sympathische Brite veröffentlichte 1983 mit „I Won’t Let the Sun Go Down on Me“ seine erste Single und stürmte damit auf Anhieb die Charts. Mit seinem Über-Hit „Wouldn’t It Be Good“ traf er das Lebensgefühl der damaligen Zeit und wurde zum Megastar. Ein Jahr später folgte mit „The Riddle“ der nächste Top-10-Hit. Die dazugehörige Welttournee wurde ein Riesenerfolg, gekrönt vom Auftritt beim „Live Aid“-Konzert 1985.

Noch ein Megastar aus den 1980er-Jahren war in Berching beim Konzert am Start: Marian Gold und seine Band Alphaville. Auf ihrem Debütalbum erschienen Titel wie „Big in Japan“, „Sounds Like a Melody“ und „Forever Young“ – Popklassiker, die auf der ganzen Welt bekannt sind und die auch heute noch häufig im Radio gespielt werden. Das Album wurde 1,5 Millionen Mal verkauft und stand wochenlang in den Charts. Wäre es nach Marian Gold gegangen, hätte es der Megahit „Big in Japan“ beinahe nicht auf das Album geschafft – am Ende landete er sogar in den USA in der Hitparade.

Montag, 23.09. / 04:50 Uhr / PULS Festival 2018
mit Parcels und When Saints Go Machine
(Erstsendung: 12.04.2019)
ARD/BR

Parcels, fünf Musiker aus Australien, haben sich schon in der Schule kennengelernt und sind nach dem Abschluss mit kaum mehr Besitz als den eigenen Instrumenten nach Berlin gezogen.

Dass die Zeiten damals – zu fünft in der kleinen Butze in Neukölln – nicht so rosig waren, schwingt in ihrer Musik in keinem Ton mit. Im Gegenteil: Der fluffig-süße, verträumte Indie-Pop groovt und lässt nichts anderes zurück als gute Laune und Urlaubslust.

Einen Disco-Hit mit Daft Punk, ausverkaufte Konzerthallen und wärmste Lobgesänge für das Debütalbum sind alles Dinge, von denen die meisten Newcomer-Bands nur träumen können. Vor ihrem Vertragsschluss beim französischen Label Kitsuné und dem darauffolgenden Durchbruch 2017 waren Parcels noch in einer ähnlich naiv-erfolglosen Position.

Nach Auftritten bei Festivals wie „Glastonbury“, „Melt“, „MS Dockville“ und Co. haben die Australier auch dem „Puls Festival 2018“ einen Besuch abgestattet und das Publikum mit ihren strahlenden Sommer-Vibes verwöhnt.

Mit When Saints Go Machine war passend dazu auch eine skandinavische Band am Start, die sich der elektronischen Tanzbarkeit verschrieben hat. Dem Synth-Pop der Dänen, der verschiedenste Emotionen und Facetten vereint, fehlt es zudem nicht an düsteren und experimentelleren Momenten und schafft damit die perfekte Festival-Verschnaufpause.

Freitag, 27.09. / 05:30 Uhr / Die Pierre M. Krause Show ~ SWR3 Latenight mit Lena
(Erstsendung: 09.04.2019)
ARD/SWR

Seit Lena Meyer-Landrut den Sensationssieg für Deutschland beim ESC 2010 holte, ist sie in den Charts Stammgast. Ihre Songs sind mindestens so schlagfertig wie sie selbst.

Mit ihrem neuen Album „Only Love“ bringt Lena nur Liebe ins Studio. Die Sängerin und Songwriterin spricht in der „Pierre M. Krause Show“ über große Gefühle und wie sie es schaffte, aus ihrer emotionalen Krise Stärke zu gewinnen.

Und Achtung, Lena-Fans: Wer denkt, Elektropop lasse sich nicht einfach mal so live performen, sollte gut aufpassen: Lena singt ihre neue Single „Don’t Lie To Me“ mit Plastikröhren-Beats exklusiv nur für und mit Pierre auf der Couch! Außerdem verrät sie, wie sie sich auf die Zombie-Apokalypse vorbereitet und welche Rolle Serien dabei spielen. Weil es mit Lena eh schon so wunderbar ist, bleibt sie bis zum musikalische Höhepunkt am Schluss der Show. Und da wird sich zeigen: So schön wie Lena singt keiner.


Samstag, 29.09. / 10:00 Uhr / Musikalisch – Kulinarisch: Wiener Sträusse
Film von Georg Madeja
(Erstsendung: 06.01.2006)
ORF

Die Dokumentation „Wiener Sträusse“ widmet sich dem Wiener Walzer und der altösterreichischen Küche.

Vom Radetzkymarsch bis zum Donauwalzer – kaum jemand prägte das musikalische Leben einer Epoche so nachhaltig wie Vater und Sohn Johann Strauss. Sohn Johann „Schani“ Strauss galt jedoch nicht nur als Walzerkönig, sondern auch als Feinschmecker.

Samstag, 29.09. / 19:15 Uhr / Generationen-Wende ~ Neue Geschichten aus Ostdeutschland
Film von Sabine Jainski und Ilona Kalmbach
Erstausstrahlung
3sat

30 Jahre nach dem Mauerfall scheint die deutsche Wiedervereinigung längst nicht abgeschlossen. Dabei erleben Jung und Alt die vereinte Republik genauso unterschiedlich wie Ost und West.

Deutschland steht unter Druck: Politik- und Elitenfrust äußern sich in Protestwahlen und Demonstrationen. Auf die Begeisterung über die friedliche Revolution und die errungene Demokratie folgte die Enttäuschung über die Abwicklung in den 1990er-Jahren.

Wie können wir heute, 30 Jahre danach, diese Geschichten aufarbeiten? Wie können wir eine gemeinsame Geschichtserzählung finden, in der nicht der „Osten“ der Problemfall ist und der „Westen“ der Feind? Welche Brüche erlebten die verschiedenen Generationen? Warum identifizieren sich auch junge Menschen heute noch als „ostdeutsch“? Der Fall der Mauer hat auch die alte Bundesrepublik verändert – heute spüren viele erst, wie tief diese Veränderung geht.

Die Autorinnen Sabine Jainski und Ilona Kalmbach machen sich auf die Suche nach neuen Erzählungen über (Ost-)Deutschland – in verschiedenen Generationen. Sie porträtieren zivilgesellschaftliche Initiativen, die den Dialog in unserer gespaltenen Gesellschaft wieder in Gang bringen. Mit Kunstprojekten wie „Palast der Republik“ im Haus der Berliner Festspiele (8.-10.3.2019) wird der Stolz auf die friedliche Revolution und den Sturz des DDR-Regimes wieder wachgerufen – und die Erfahrungen für heute nutzbar gemacht.

Die Filmemacherinnen sprechen mit der Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern Manuela Schwesig, mit der Linken-Vorsitzenden Katja Kipping und dem Ostbeauftragten für die neuen Länder, Christian Hirte (CDU). Mit Autoren wie Jana Simon („Unter Druck“) und Ingo Schulze („Peter Holtz“), Musikern wie Sebastian Krumbiegel von den „Prinzen“, den Fotografen Sven Johne und Falk Haberkorn, dem Historiker Marcus Böick („Die Treuhand“) und der Soziologin und ehemaligen Bürgerrechtlerin Kathrin Mahler Walther.

Die Schauspielerin Katrin Sass („Good Bye, Lenin!“) erzählt über ihr Leben und die spannenden Frauenfiguren, die sie damals und heute verkörperte. Die junge Poetry-Slammerin Bonny Lycen berichtet über die Emanzipation von drei Frauengenerationen in ihrer Familie – und erinnert damit an manche Errungenschaften im Osten, die Deutschland heute gut gebrauchen kann. Zugleich betonen Schriftstellerinnen wie Ines Geipel („Umkämpfte Zone“), wie notwendig es ist, die Erfahrungen der Diktaturen in Deutschland aufzuarbeiten, um Wut und Gewalt zu begegnen.

Redaktionshinweis: Mit der Kulturdokumentation „Generationen-Wende“ startet in 3sat eine Reihe von Programmen zum Thema „30 Jahre Mauerfall“. Bis zum „Tag der Deutschen Einheit“ am 3. Oktober präsentiert 3sat mehrere Dokumentationen, die sich mit dem Fall der Mauer, der Wiedervereinigung und der Entwicklung in Ost und West beschäftigen, darunter vier Erstausstrahlungen.

Am Dienstag, 1. Oktober, 22.25 Uhr, zeigt 3sat als Erstausstrahlung die Dokumentation „Der Doppelgänger von Ost-Berlin“. Zwei weitere Erstausstrahlungen folgen am Mittwoch, 2. Oktober: um 20.15 Uhr, die Dokumentation „DDR – die entsorgte Republik“ sowie um 21.15 Uhr die Dokumentation „Deutschland extrem – Extremismus von links und rechts“. „Deutsche Geschichten“ erzählt der „3satThementag“ am Donnerstag, 3. Oktober. Mal ernst, mal humorvoll werfen Fernseh- und Spielfilme einen Blick auf die Erlebnisse und Geschichten der Menschen im geteilten und dann wiedervereinten Deutschland.

Samstag, 29.09. / 22:15 Uhr / 3satFestival 2019 ~ Miss Allie: Mein Herz und die Toilette
3satFestival Mainz, September 2019
Regie: Volker Weicker
Erstausstrahlung
3sat

„Die kleine Singer-Songwriterin mit Herz“ – so beschreibt Miss Allie sich selbst. Körperlich mag das hinkommen, musikalisch ist sie in kürzester Zeit schon bei den Großen angekommen.

Hintersinnig, witzig und frech vertont sie das Leben, selbst wenn es mal weh tut. Immerhin ist die die vermutlich erste Sängerin der Welt, die sich den Leiden eines Mannes mit Menstruationsbeschwerden widmet.

Man könnte Miss Allie schon unterschätzen. Wenn die Singer-Songwriterin mit zierlicher Figur und strahlendem Lächeln barfuß die Bühne betritt, wirkt sie wie die personifizierte Unschuld mit Gitarre. Am Mikrofonständer baumelt ein Herz. Doch dieser erste Eindruck hält nicht lange. Ihre Stimme füllt mit Leichtigkeit jeden Saal, und ihre Texte gehen am liebsten dahin, wo es ein bisschen weh tut. Ihr bislang erfolgreichster Song handelt von Dieter, einem Macho alter Schule, dem eine gute Fee zur Strafe ein paar Menstruationszyklen anhext, bis er die Frauen endlich respektiert.

Miss Allie singt von Ärgertherapien, Rechtspopulisten, Beziehungsproblemen und Schweinesteaks und hört dabei nie auf zu strahlen. Frisch, frech und ungeheuer präsent nimmt sie das Publikum vom ersten Takt an mit. Auf hohem musikalischen Niveau, mit Herz und Haltung und einer satten Portion Ironie. Das Wichtigste, sagt sie selbst, ist ihr größtmögliche Ehrlichkeit: „In meinen Songs verpacke ich meine Erfahrungen oft in einen Wattebausch aus Humor, doch manchmal lass ich auch sehr die Hosen runter. Also im übertragenen Sinne.“

Starke Frau, starke Stimme, starke Texte, starke Melodien: Wer Miss Allie unterschätzt, wird sein blondes Wunder erleben.

Sonntag, 29.09. / 18:30 Uhr / Museums-Check mit Markus Brock: Kunst Museum Winterthur und Fotomuseum Winterthur
(Erstsendung: 18.11.2018)
ARD/SWR

2017 wurden in Winterthur drei Museen vereinigt: das Kunstmuseum, das Reinhart-Museum und die Villa Flora. Sie erhielten den gemeinsamen neuen Namen „Kunst Museum Winterthur“.

Moderator Markus Brock spricht mit Museumsdirektor Konrad Bitterli über seine Visionen. Wie etwa will er mehr Besucher ins Museum locken? Für den „Museums-Check“ besucht Brock auch das Fotomuseum Winterthur. Prominenter Gast ist Schriftsteller Peter Stamm.

Stamm hat gerade seinen neuen Roman „Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt“ veröffentlicht. Für sein umfangreiches Werk ist er jetzt für den alternativen Literaturnobelpreis nominiert – als einziger deutschsprachiger Autor.

Peter Stamm lebt und arbeitet in Winterthur und schätzt die hochkarätige Sammlung des „Kunst Museum Winterthur“. Sie ist aus fünf Privatsammlungen entstanden, unter anderem von Mäzen Georg Reinhart und den Ehepaaren Friedrich-Jelzer und Hahnloser-Bühler. Ihnen sind die reichhaltigen Bestände französischer Kunst und der Klassischen Moderne zu verdanken, darunter Werke von Monet, Bonnard, Mondrian und de Chirico.

Auch die Gegenwartskunst kann mit berühmten Namen wie Gerhard Richter und Isa Genzken aufwarten. Eine Sonderausstellung ist der Künstlerin Karin Sander gewidmet. Sie gibt erstmals einen umfassenden Einblick in ihre lustvoll verspielten Untersuchungen der Kunst. Zu sehen sind auch ihre berühmten „Mailed Paintings“, unbehandelte Leinwände, die unverpackt weltweit auf Reisen durch den Kunstbetrieb gingen. Welche Idee verfolgte Karin Sander damit? Markus Brock fragt nach.

Im Museum Reinhart am Stadtgarten sind insbesondere Gemälde der Frühromantik und des Realismus beheimatet. Ikone des Hauses ist Caspar David Friedrichs „Kreidefelsen auf Rügen“. Die aktuelle Ausstellung „Dutch Mountains. Vom holländischen Flachland in die Alpen“ zeigt bis Januar 2019 Landschaftsmalerei der Alpen, zu deren Wegbereitern niederländische Künstler zählen. Schon im 17. Jahrhundert unternahmen sie Expeditionen ins Schweizer Glarnerland.

Beim „Museums-Check“ in Winterthur besucht Markus Brock auch das international renommierte Fotomuseum Winterthur. 1993 wurde es gegründet und bildet gemeinsam mit der Fotostiftung Schweiz seit 2002 das Fotozentrum. In der Sammlung sind angewandte und künstlerische Fotografien sowie Videos und Computerarbeiten seit den 1960er-Jahren vertreten, etwa von Andreas Gursky, Pipilotti Rist oder Arnold Odermatt.
Zum Jubiläum bereitet das Museum unter dem Titel „25 Jahre! Gemeinsam Geschichte(n) schreiben“ eine ganz besondere Ausstellung vor: 25 Personen aus dem In- und Ausland dürfen eines ihrer Lieblingsstücke aus der Sammlung auswählen und ihre Geschichte dazu erzählen.

Donnerstag, 03.10. / 3sat Thementag „Deutsche Geschichten“


Diese Übersicht wird stets mehrere Wochen vor den jeweiligen Sendeterminen erstellt. Aktuelle Programmänderungen sind u. U. nicht berücksichtigt. Diese finden sich auf www.3sat.de.