TV-Tipps 3sat:

arte und 3sat übertragen in ihrem umfangreichen Programmen regelmäßig Dokumentationen über Künstler und Kulturereignisse, dazu Konzerte (von Klassik über Pop & Rock bis Heavy Metal), Musicalfilme, Opern-, Tanz- und Theatervorstellungen.
Diese Seite informiert über bevorstehende interessante Ausstrahlungstermine auf 3sat aus dem Kulturbereich.


Kalenderwoche 09:

Montag, 01.03. / 02:10 Uhr / PULS Open Air 2019: BHZ und Serious Klein
(Erstsendung: 01.05.2020)
ARD/BR

Drei Tage, sechs Bühnen, rund 60 Musik-Acts: Das “PULS Open Air” auf Schloss Kaltenberg (30.5.-1.6.2019) war auch im vierten Jahr das Highlight des bayerischen Festivalsommers.

Mit dabei: BHZ und Serious klein. BHZ, eine Abkürzung für Bananahaze, sind fünf Deutschrapper aus Berlin-Schöneberg. Sie bringen in ihren Songs immer wieder nostalgische Elemente unter und feierten damit Erfolge.

Mit insgesamt fünf MCs und zwei DJs sorgen BHZ für ständigen Output, der immer besser wird.

Serious Klein ist eindeutig seiner Zeit voraus. Der MC kommt ursprünglich aus dem Örtchen Oer-Erkenschwick in Nordrhein-Westfalen. International und vor allem in den USA sorgt er mit seinem englischsprachigen Hip-Hop für immer mehr Hype und hat sicher eine große Karriere vor sich. 2018 ist sein Debütalbum “You Should’ve Known” erschienen.

Montag, 01.03. / 03:10 Uhr / PULS Open Air 2020 Spezial: Die Orsons
(Erstsendung: 03.07.2020)
ARD/BR

Nach vier unvergesslichen Festivals auf Schloss Kaltenberg konnte das “PULS Open Air” im Corona-Jahr 2020 nicht regulär stattfinden. Zum Trost der Fans gab es ein besonderes Streaming-Event.

Eines der Highlights: das einstündige Konzert der gut gealterten Deutschrap-Boygroup Die Orsons. Auch wenn das Setting ohne direkten Publikumskontakt anfangs ungewöhnlich war, sind Maeckes, Tua, Kaas und Bartek zu Höchstform aufgelaufen.

Im Interview mit “PULS”-Host Fridl Achten haben die vier Schwaben zuvor von der Produktion ihres sechsten Studioalbums “Tourlife4life” und ihren Stimmungsschwankungen während der Corona-Krise berichtet.

Montag, 01.03. / 04:10 Uhr / PULS Open Air 2019: Dicht & Ergreifend
(Erstsendung: 12.07.2019)
ARD/BR

Dass Dialekt und Rap-Flow so gut zusammenpassen wie Pommes und Ketchup, wollte zwar anfangs nicht jeder erkennen, mittlerweile aber hat Mundart-Rap es auf die großen Bühnen geschafft.

Im Laufe ihres Auftritts beim “PULS Open Air 2019” haben Dicht & Ergreifend die Arena auf Schloss Kaltenberg in einen Hexenkessel verwandelt – unterstützt von DJ Spliff sowie einem Trompeter, einer Tubistin und zwei crowdsurfenden Gummitieren.

Richtig überzeugend ist das Genre auch, wenn man wie Dicht & Ergreifend Tuba und Akkordeon auf die Beats draufpackt. Michael “Mike” Huber alias George Urkwell und Fabian Frischmann alias Lef Dutti haben mit ihrem Sound Niederbayern auf die Deutschrap-Karte gebracht und es – mit viel Humor, aber auch mit ernsten politischen Themen – geschafft, den Hip-Hop-Fans im ganzen Land zu zeigen: Bazi-Rap ist der Shit!

“Ghetto mi nix o”, das Nachfolgealbum von “Dampf der Giganten”, hat das Duo selbst produziert, selbst vermarktet – und es damit sogar weit in den Charts geschafft. Nun erfreuen sich die beiden Musiker auch auf jeder Tour an ausverkauften Hallen.

Montag, 01.03. / 05:10 Uhr / Startrampe ~ Unterwegs mit der Post-Wave-Band Fibel aus Mannheim
(Erstsendung: 24.01.2020)
ARD/BR

Die Band Fibel fällt auf – mit dunklen Klamotten und düsteren Texten, in denen viel gelitten wird und Themenbereiche wie Mord und Tristesse verhandelt werden.

Grund genug für “Startrampe”-Host Fridl Achten, das Spaßpotenzial der Band zu testen – und die Jungs in einem Vergnügungspark zum Interview und Achterbahnfahren zu treffen. Außerdem hat Fridl Fibel zu einem umjubelten Konzert in ihrer Heimatstadt Mannheim begleitet.

An der dortigen Popakademie haben sich Jonas, Dennis, Lukas und Noah kennengelernt. Klanglich irgendwo zwischen Post-Punk, Wave und NDW, bezeichnen sich Fibel selbst als “Post-Wave-Band”. 2018 ist die Debüt-EP der Band erschienen, 2020 sollte ein Album folgen.


Kalenderwoche 10:

Samstag, 06.03. / 19:20 Uhr / My Body – My Art: Frauen. Körper. Kunst.
Film von Lisa-Marie Schnell
Erstausstrahlung
3sat

Die Kulturdokumentation “My Body – My Art” stellt internationale Künstlerinnen vor, die sich intensiv mit dem weiblichen Körper befassen und ihn in neue Kontexte setzen.

Die Darstellung des Körpers der Frau hat einige Veränderungen durchgemacht. Doch meist muss er vollkommen, makellos und verführerisch sein. Für jegliche “realistische” Darstellung weiblicher Nacktheit abseits des Ideals gilt: zu nah, zu echt, zu viel Information.

Dieser Missstand spiegelt sich auch in der Kunstwelt wider. Weltweit haben es sich zahlreiche Künstlerinnen und Aktivistinnen unterschiedlicher Generationen daher zum Ziel gesetzt, die Wirkung des weiblichen Körpers für sich und für jede andere Frau zurückzugewinnen. Ihre Kunst ist manchmal überspitzt, manchmal konfrontativ, nicht nur wegweisend, aber immer politisch. Doch viele Kritikerinnen und Kritiker sehen sie erstmal als Provokation an.

Wie können Frauen die Deutungshoheit über ihren Körper und seine Vielfalt für sich beanspruchen? Sind der weibliche Körper und seine realistische Darstellung per se provokativ, anstößig, herausfordernd? Und welche Grenzüberschreitungen sind für die Loslösung von Schönheitsidealen notwendig? Seit den 1960er-Jahren sind diese Fragen bezogen auf weibliche Körper in der Kunst existent. Es werden Ausdrucksformen gesucht, die dort ansetzen, wo Sprache und Empörung nicht mehr ausreichen und es ganz eigener Darstellungen bedarf.

Der weibliche Körper wird nicht immer als Gesamtobjekt besprochen oder optimiert, sondern häufig werden einzelne Aspekte herausgepickt, die besonders groß, klein, sexy, schlaff, vernachlässigt oder optimierungswürdig erscheinen. Körperteile, auf die Mädchen und Frauen bis zum heutigen Tag immer wieder reduziert, anhand derer sie be- und verurteilt werden.

Die Kulturdokumentation “My Body – My Art” nähert sich dem Bild des weiblichen Körpers mithilfe beeindruckender Künstlerinnen verschiedener Generationen, von Performance-Kunst bis Netz-Aktivismus, wie ORLAN, Deborah De Robertis, Annique Delphine und Joséphine Sagna. Es geht ihnen allen um Selbstermächtigung und Empowerment: “My Body – My Choice!”: Ein Ausspruch, der es von Demonstrationen und Hashtags bald ins kollektive Bewusstsein der Gesellschaft geschafft hat. Und was auf der Straße zum Thema gemacht wird, das hat die Kunstszene meist schon längst angefasst und aufgeworfen.

Samstag, 06.03. / 20:15 Uhr / Harnoncourt dirigiert Mozart
Stefaniensaal, “styriarte Klangwolke”, Graz 2014

Programm:
Wolfgang Amadeus Mozart:
– Symphonie in Es, KV 543
– Symphonie in g, KV 550
– Symphonie in C, KV 551 (“Jupiter-Symphonie”)
Orchester: Concentus Musicus Wien
Musikalische Leitung: Nikolaus Harnoncourt
Bildregie: Volker Grohskopf
ORF

Zehn Wochen des Sommers 1788 genügten Wolfgang Amadeus Mozart, um die Trias seiner letzten Symphonien zu vollenden. Für Nikolaus Harnoncourt waren sie mehr als drei einzelne Meisterwerke.

Er sah sie als geschlossenen Zyklus, als “Oratorium ohne Worte”, die Überhöhung der Symphonie zum quasi-sakralen Ereignis und dramaturgisch gebundenen Ganzem, das von der langsamen Einleitung der Es-Dur- bis zum fugierten Finale der “Jupiter”-Symphonie reicht.

Unter der Leitung von Nikolaus Harnoncourt (1929-2016) führte der Concentus Musicus Wien am 5. Juli 2014 im Rahmen der “styriarte”, der sommerlichen Musikfestspiele Steiermark, die letzten drei Symphonien von Wolfgang Amadeus Mozart im Grazer Stefaniensaal auf: die Symphonie in Es-Dur, KV 543, die Symphonie in g-moll, KV 550, sowie die Symphonie in C-Dur, KV 551, die “Jupiter-Symphonie”.

Ganz Österreich konnte das Hochkulturereignis aus der Steiermark, die “Klangwolke 2014”, wieder im Radio und Fernsehen verfolgen. Die “styriarte”-Aufführung wurde außerdem auch zum Klangereignis im öffentlichen Raum: Public-Viewings auf öffentlichen Plätzen im gesamten österreichischen Bundesland luden zum kostenlosen Live-Kulturgenuss ein.

Redaktionshinweis: 3sat zeigt “Harnoncourt dirigiert Mozart” zum fünften Todestag von Nikolaus Harnoncourt am 5. März. Aus demselben Anlass folgt im Anschluss, um 22.05 Uhr, das Porträt “Nikolaus Harnoncourt – Die Musik meines Lebens”, für das der österreichische Musiker und Dirigent selbst die für ihn bedeutendsten musikalischen Werke zusammenstellte.

Samstag, 06.03. / 22:05 Uhr / Nikolaus Harnoncourt – Die Musik meines Lebens
Film von Günter Schilhan
(Erstsendung: 07.12.2014)
ORF

Der Musiker und Dirigent Nikolaus Harnoncourt (1929-2016) stellte für dieses Porträt selbst eine Werkauswahl der für ihn bedeutendsten Musik seines Lebens zusammen.

Von der Kindheit bis zur Gegenwart reicht diese musikalische Biografie, die anhand von Konzertausschnitten, Probenarbeiten und persönlichen Kommentaren des Stardirigenten einen Bogen über sein Leben und gleichzeitig über die Musikgeschichte spannt.

Dass das Leben von Nikolaus Harnoncourt, geboren am 6. Dezember 1929, seit frühester Kindheit von Musik geprägt war, ist kein großes Geheimnis. Weitgehend unbekannt ist jedoch, dass bestimmte Komponisten und sogar einzelne Musikstücke verschiedene Lebensphasen Harnoncourts bestimmten oder ihnen eine entscheidende Wendung gaben. Seine frühen Kindheitserinnerungen waren geprägt von den Melodien George Gershwins, die sein Vater für die Familie am Klavier im Grazer Palais Meran intonierte. Eine Radioübertragung von Beethovens 7. Symphonie gab 1947 den entscheidenden Impuls für seinen Berufswunsch: Er wollte Cellist in einem Orchester werden.

Seine Karriere als Orchestermusiker beendete er abrupt nach einer Aufführung von Mozarts g-Moll-Symphonie, die nach der Meinung Harnoncourts völlig falsch interpretiert worden war. In den folgenden Jahrzehnten erschuf sich Harnoncourt, zuerst noch als Cellist, dann als Dirigent, seinen eigenen musikalischen Kosmos. Er folgte nur den Leitgestirnen der Musikgeschichte: Monteverdi, Bach, Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert, Offenbach, Strauss, Bizet, Smetana, Dvorak oder auch Gershwin im beginnenden 20. Jahrhundert. Musikhistorisch und biografisch schließt sich hier der Kreis in Harnoncourts Leben.

Samstag, 06.03. / 22:50 Uhr / Die Dirigentin Marin Alsop – Botschafterin der Musik
Film von Bernadette Wegenstein
(Erstsendung: 03.11.2019)
ORF

Seit September 2019 steht Marin Alsop als erste Frau dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien als Chefdirigentin und musikalische Leiterin vor. – Ein Porträt der Ausnahmekünstlerin.

Die Filmemacherin Bernadette Wegenstein begleitet Marin Alsop während verschiedener musikalischer Aufführungen. Außerdem zeichnet sie den Werdegang der US-amerikanischen Dirigentin nach, deren Mentor und Lehrer der Komponist Leonard Bernstein war.

Neben privatem Videomaterial zeigt der Film Interviews mit Musikerinnen und Musikern diverser Orchester sowie Mitgliedern des ORF Radio-Symphonieorchesters Wien. Außerdem kommt die Dirigentin Sylvia Caduff zu Wort, ohne deren Vorbild die “Frau am Pult” wohl nicht so mutig ihren beruflichen Weg beschritten hätte. Schließlich ist Marin Alsop auch als Lehrerin im Gespräch mit jungen Dirigierstudentinnen zu erleben.

Samstag, 06.03. / 01:10 Uhr / lebensArt
(Erstsendung: 01.03.2021)
ORF

Peter Schneeberger und Clarissa Stadler präsentieren Inhalte, die nicht nur vom Kulturkalender, sondern auch von gesellschaftlichen und kulturpolitischen Entwicklungen bestimmt werden.

Neue und andere Sichtweisen erleichtern den Zugang zu Literatur und Musik, Film und Theater, Architektur und Bildender Kunst. Das Kulturmagazin ist feuilletonistisch, hintergründig und reflexiv.

Sonntag, 07.03. / 3satThementag: Märchenhaft

Montag, 08.03. / 19:20 Uhr / Kulturzeit extra: Jahrhundert der Frauen
Moderation: Nina Mavis Brunner
Erstausstrahlung
3sat

Am 100. Jahrestag des Internationalen Frauentags befasst sich das 3sat-Kulturmagazin “Kulturzeit” in einer “extra”-Ausgabe mit dem “Jahrhundert der Frauen”.

Redaktionshinweis: Am 8. März jährt sich der Internationale Frauentag zum 100. Mal. Aus diesem Anlass zeigt 3sat vom 8. bis zum 13. März insgesamt acht Programmbeiträge, die Frauen in ihrem Alltag, im Beruf und in ihrem Kampf um Selbstbestimmung begleiten. Den Auftakt macht “Kulturzeit extra: Jahrhundert der Frauen”. Um 22.30 Uhr folgt der Schweizer Dokumentarfilm “Aus der Küche ins Bundeshaus”.

Montag, 08.03. / 02:00 Uhr / Startrampe Spezial: Die schönsten Live Sessions von PULS
(Erstsendung: 24.04.2020)
ARD/BR

“PULS” hat wegen der Corona-Krise die Initiative “Support your local Lieblingsact” ins Leben gerufen und bringt exklusive Live-Sessions ins Fernsehen.

Mit: Dicht & Ergreifend, ERRdeKa feat. Oliver Gottwald, Lilly Among Clouds, Blackout Problems, Badchieff, Bruckner feat. Keno, Cosma Joy, Kytes, Tiger Tiger, Ferge X Fisherman, Bavarian Squad, Granada & Münchner Kneipenchor, Voodoo Jürgens, Elena Steri, BBou, Blond.

Die Corona-Pandemie stellt auch das Kulturleben völlig auf den Kopf. Um die weitere Ausbreitung des Virus zu verzögern, ist es notwendig, Abstand zu den Mitmenschen zu halten. Das bedeutet auch, dass von kleinen Clubs bis zu großen Konzerthallen alles geschlossen bleibt. Viele Künstler mussten ihre Touren absagen und haben deshalb deutlich weniger Einnahmen. Fans müssen sich damit abfinden, dass sie Livemusik momentan nur am Bildschirm genießen können.

Egal ob am Kulturstrand, im Pflanzenparadies oder im holzvertäfelten Orchesterstudio: “PULS” lädt immer wieder Bands und Solokünstlerinnen und -künstler ein, besondere Live-Sessions aufzuzeichnen. Einige Highlights zeigt diese Sendung.

Montag, 08.03. / 03:00 Uhr / Startrampe Spezial: Die schönsten Live Sessions von PULS
(Erstsendung: 01.05.2020)
ARD/BR

“PULS” hat wegen der Corona-Krise die Initiative “Support your local Lieblingsact” ins Leben gerufen und bringt exklusive Live-Sessions ins Fernsehen.

Diesmal mit dabei: Mine, Leoniden und Alli Neumann, M.O.L.A., ENDLICH RUDERN, FIBEL, Some Sprouts, Telquist, KeKe, UMME BLOCK, Woman, Ami Warning, Das Ding ausm Sumpf sowie Liquid & Maniac.

Die Corona-Pandemie stellt auch das Kulturleben völlig auf den Kopf. Um die weitere Ausbreitung des Virus zu verzögern, ist es notwendig, Abstand zu den Mitmenschen zu halten. Das bedeutet auch, dass von kleinen Clubs bis zu großen Konzerthallen alles geschlossen bleibt. Viele Künstler mussten ihre Touren absagen und haben deshalb deutlich weniger Einnahmen. Fans müssen sich damit abfinden, dass sie Livemusik momentan nur am Bildschirm genießen können.

Egal ob am Kulturstrand, im Pflanzenparadies oder im holzvertäfelten Orchesterstudio: “PULS” lädt immer wieder Bands und Solokünstlerinnen und -künstler ein, besondere Live-Sessions aufzuzeichnen. Einige Highlights zeigt diese Sendung.

Montag, 08.03. / 04:05 Uhr / Startrampe Spezial: Support your local Lieblingsfestival
(Erstsendung: 10.07.2020)
ARD/BR

Unter dem Motto “Support your local Lieblingsfestival” geht “Startrampe”-Host Fridl Achten auf Bayern-Tour und besucht gemeinsam mit einer Band die Locations einiger schöner Festivals.

In dieser Folge trifft er Patrick Jung und Clemens Wieser, die Verantwortlichen vom “Modular”-Festival in Augsburg. 2020 hätte das Festival zum zweiten Mal auf dem Gelände des alten Gaswerks stattfinden sollen – dem neuen Kreativquartier der Stadt.

Clemens und Patrick erzählen im Interview, was sie für 2021 planen. Im Fokus der Sendung steht die Regensburger Indieband Some Sprouts, die 2020 auf dem “Modular” hätte spielen sollen. Der tiefenentspannte Slacker-Dream-Pop der fünf Jungs eignet sich perfekt als Soundtrack für einen lauen Sommerabend. Und auch wenn es mit dem Auftritt vor großem Publikum vorerst nichts wird – für Startrampe spielen die Some Sprouts auf dem Festivalgelände eine kleine Session, unter anderem ihren neuen Song “Summer Daze”. Und sie erzählen, wie sie die durch Corona erzwungene Pause nutzen, wie es sich in Regensburg lebt und wie sie den Sprung nach England geschafft haben.

Das Coronavirus hat die Kultur- und Musikszene hart erwischt. Viele Veranstaltungen und Konzerte mussten abgesagt werden. Um die heimischen Festivalveranstalter und Bands zu unterstützen und den Musikfans den ausgefallenen Festivalsommer 2020 ein kleines bisschen zu versüßen, hat “PULS” sich mit “Support your local Lieblingfestival” etwas ganz Besonderes ausgedacht.

Montag, 08.03. / 05:05 Uhr / Startrampe Spezial: Support your local Lieblingsfestival
(Erstsendung: 07.08.2020)
ARD/BR

Im Sommer 2020 hätte erstmals das “Zauberberg Open Air” stattfinden sollen. Wegen Corona ist die Premiere erst 2021. “Startrampe”-Host Fridl Achten war trotzdem in Niederbayern.

In dieser Folge trifft er Valentin Michetschläger, Fabian Hölzlberger und Marlies Resch, die Verantwortlichen vom “Zauberberg Open Air” in Perlesreut. Im Fokus der Sendung steht die ambitionierte Münchner Indie-Pop-Band Matija, die Teil des Festival-Line-ups war.

Die drei Jungs veröffentlichten im Oktober 2020 ihr neues Album “byebyeskiesofyesterday” beim Hamburger Label “Clouds Hill”. “Startrampe”-Host Fridl erfüllt der Band im Rahmen der Sendung einen kleinen Traum: Sie dürfen im renommierten Münchner Museum Brandhorst eine Live-Session spielen – umrahmt von den großformatigen Gemälden des amerikanischen Malers Cy Twombly.

Das Coronavirus hat die Kultur- und Musikszene hart erwischt. Viele Veranstaltungen und Konzerte mussten abgesagt werden. Um die heimischen Festivalveranstalter und Bands zu unterstützen und den Musikfans den ausgefallenen Festivalsommer 2020 ein kleines bisschen zu versüßen, hat “PULS” sich etwas ganz Besonderes ausgedacht. Unter dem Motto “Support your local Lieblingsfestival” geht “Startrampe”-Host Fridl Achten auf Tour durch Bayern und besucht jeweils gemeinsam mit einer Band die Locations einiger schöner Festivals.


Kalenderwoche 11:

Samstag, 13.03. / 19:20 Uhr / Muslimisch. Modern. ~Frauen auf der Arabischen Halbinsel
Film von Nadja Frenz
Erstausstrahlung
3sat

Wer in europäischen Breiten an muslimische Frauen denkt, hat meist die Unterdrückung der Frau im Kopf. Muslimisch und modern – geht das überhaupt zusammen, wenn es um Frauen geht? Ja!

Jenseits des klischeehaften Bildes gibt es auf der Arabischen Halbinsel emanzipierte und aktive Künstlerinnen, Autorinnen und Bloggerinnen. Zum 100. Jubiläum des Internationalen Frauentags am 8. März 2021 nimmt der Film Frauen aus der Golf-Region in den Fokus.

Auch wenn viele Frauen im Nahen Osten noch weit entfernt von gesellschaftlicher und ökonomischer Gleichberechtigung leben, sind gerade sie dort oft die Aktivsten. In kleinen und großen Nischen bewegen sie sich, klären und mischen auf und revolutionieren aus dem Alltag heraus. In den Golfstaaten gibt es zwar keine klassische Frauenbewegung, doch findet man überall Frauen, die sich für die Emanzipation in den Bereichen Arbeit, Gesellschaft und Kultur stark machen, wenn auch nicht vergleichbar mit Nordafrika oder Europa, wo es durchaus muslimische Frauenbewegungen gibt.

Besonders die sozialen Medien haben dazu beigetragen, dass Frauen, die in den Golfstaaten leben, sichtbar geworden sind: Nirgendwo sonst gibt es so viele Influencerinnen in den Bereichen Mode, Reisen und Kunst wie dort – sie verdienen damit Geld, haben Einfluss und können ihre Meinung verbreiten.

Die Dokumentation stellt Autorinnen, Künstlerinnen und Influencerinnen vor, die auf der Arabischen Halbinsel die Gesellschaft um- und mitgestalten. Unter anderen Maitha Abdulla, die nach ihrem Sprachstudium in London ihre Liebe zur visuellen Kunst entdeckte. An der Hochschule für Kunst und Kreativität der Zayed University in Abu Dhabi machte sie mit bildender Kunst, Schwerpunkt Malerei und Mischtechnik, weiter. Sie gehört zu den jungen arabischen Frauen, die reisen konnten und über ihren Tellerrand schauen durften. In anderen Ländern sammelte sie die Inspiration für ihre Kunst.

Maitha Abdulla ist eine der Gründerinnen von “Bait 15”, einer kürzlich eröffneten und von Künstlerinnen und Künstlern geführten Galerie und einem Studio in Abu Dhabi. Sie spielt eine aktive Rolle in der zeitgenössischen Kunstszene in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Zurzeit arbeitet sie an einer neuen Serie von Bildern und Mixed-Media-Arbeiten, die sich auf familiäre Beziehungen und die Idee der “Erzählhandlungen” konzentriert, ähnlich wie die eines Theaterstücks.

Hamida Issa ist eine junge und erfolgreiche Filmemacherin in Katar. Dort haben Frauen tatsächlich die Chance, in dieser Branche Karriere zu machen – anders als in der westlichen Welt, wo immer noch häufiger Männer die Regie übernehmen. Das zeigt sich auch auf regionalen Filmfestivals: Derzeit stammen über die Hälfe der Filme von Frauen. Und viele thematisieren die weibliche Welt. Männer kommen oftmals nur am Rande vor. Hamida Issa widmet sich in ihrer Arbeit jedoch auch den großen Menschheitsthemen wie Umweltzerstörung, Spiritualität, dem Schutz und der Erhaltung unseres Planeten und der Corona-Pandemie.

Ashley Al Busmait ist eine aufstrebende arabisch-mexikanische Modeexpertin von Modest-Fashion. Dass Muslime weltweit jährlich Milliarden für Kleidung und Accessoires ausgeben, wissen nur die Wenigsten. Der Mode-Markt, vor allem in den arabischen Ländern, explodiert geradezu. Al Busmaits Blog “Mirage d’Ash” ist ihr visuelles Tagebuch, in dem sie ihre Musen, ihren kulturellen Hintergrund und ihre Interpretation arabischer Mode in ihrer Wahlheimat Dubai vorstellt. In den Vereinigten Arabischen Emiraten ist sie mittlerweile nicht nur eine gefeierte Influencerin, sondern auch eine Modeschöpferin. Vor etwa vier Jahren gründete sie eine Modeseite. Erst zögerte sie, denn: “Es galt damals als Tabu für eine Frau, öffentlich in sozialen Medien gesehen zu werden, und ich wollte negative Konsequenzen vermeiden”, sagt sie. Sie traute sich trotzdem. Der Erfolg gibt ihr Recht.

Redaktionshinweis: Mit der Dokumentation “Muslimisch. Modern.” beendet 3sat sein Programm zum 100. Jahrestag des Internationalen Frauentags am 8. März.

Samstag, 13.03. / 20:15 Uhr / Carmen ~ aus der Wiener Staatsoper, 2021
(aus der ORF-III-Reihe “Erlebnis Bühne”)
ORF

Carmen: Anita Rachvelishvili
Don José: Charles Castronovo
Escamillo: Erwin Schrott
Micaëla: Olga Kulchynska

Libretto: Henri Meilhac, Ludovic Halévy
Chor: Wiener Staatsoper
Orchester: Wiener Staatsoper
Musikalische Leitung: Andrés Orozco-Estrada
Regie: Calixto Bieito

Ein Highlight aus der Wiener Staatsoper: die für das Wiener Publikum neue, hochkarätig besetzte Produktion von Georges Bizets “Carmen”. 3sat zeigt eine Aufzeichnung vom 7. Februar 2021.

Für die international gefeierte Inszenierung zeichnet Starregisseur Calixto Bieito verantwortlich. Unter der musikalischen Leitung von Andrés Orozco-Estrada singen Publikumslieblinge wie Anita Rachvelishvili, Charles Castronovo, Erwin Schrott und Olga Kulchynska.

Bizets “Carmen” nach der gleichnamigen Novelle von Prosper Mérimée zählt zu den meistgespielten Stücken der Operngeschichte. Doch ihre Pariser Uraufführung im Jahr 1875 war kein großer Erfolg. Erst die Wiener Bearbeitung machte aus dieser Opéra comique auf ein Libretto von Henri Meilhac und Ludovic Halévy ein Evergreen.

Sonntag, 14.03. / 10:05 Uhr / lesenswert Quartett
Denis Scheck im Gespräch mit Insa Wilke und Ijoma Mangold
Gast: Ines Geipel
Erstausstrahlung
ARD/SWR/3sat

Mit Gastgeber Denis Scheck diskutieren im “lesenswert Quartett” die Literaturkritiker Insa Wilke und Ijoma Mangold und ihr Gast Ines Geipel über vier Bücher.

Ines Geipel hat sich vor ihrer schriftstellerischen Karriere als Leichtathletin im Spitzensport und als Doping-Gegnerin einen Namen gemacht. Im Mittelpunkt der Sendung stehen die Bücher.

Ziel ist es, dass die Zuschauerinnen und Zuschauer und potenziellen Leserinnen und Leser am Ende eine klare Vorstellung haben, worum es geht und warum es sich lohnt (oder auch nicht), die Bücher zu lesen. Am Schluss der Sendung empfiehlt jedes Quartett-Mitglied noch ein Buch, das ihm/ihr persönlich am Herzen liegt.

Sonntag, 14.03. / 11:05 Uhr / erLesen
Moderation: Heinz Sichrovsky
(Erstsendung: 02.03.2021)
ORF

In “erLesen” treffen sich Prominente, Star- und Nachwuchsautoren zum etwas anderen Literaturgespräch. Im Fokus stehen zeitgenössische Literatur ebenso wie Krimis, Sachbücher und Ratgeber.

Erfolgsschriftsteller wie Frank Schätzing, Marlene Streeruwitz und Arno Geiger sowie interessante Persönlichkeiten aus dem Kultur- und Literaturbereich wie Sky du Mont, Chris Lohner und Elke Heidenreich präsentieren ihre neuen Romane.

Geplaudert und diskutiert wird über Lieblingslektüre, aktuelles Tagesgeschehen, Historisches und auch über sehr Persönliches.

Heinz Sichrovsky ist einer der profiliertesten Kulturjournalisten Österreichs und profunder Kenner der Literaturszene. Er wartet mit Neuigkeiten und Skurrilem aus der Welt des Buches auf. Seit 2010 moderiert Sichrovsky mit Verve, Charme und einer Prise Ironie die Büchersendung “erLesen”. Was in keiner Sendung fehlen darf: seine pointierten Buchempfehlungen und Neuigkeiten aus der Welt der Literatur.

Sonntag, 14.03. / 11:50 Uhr / Think Big! – Die Künstlerin Katharina Grosse
Film von Claudia Müller
(Erstsendung: 19.12.2020)
3sat

“Think Big!” ist eine Dokumentation über die deutsche Künstlerin Katharina Grosse. Eine Malerin, die die Rolle der Frau in der abstrakten Malerei neu definiert.

Mit Spraypistole und kräftigen Farben verwandelt sie Innen- und Außenräume in begehbare Farblandschaften. In Welten, in denen sie die Grenzen zwischen Zwei- und Dreidimensionalität aufhebt und die Betrachter auffordert, ihre Seh- und Denkgewohnheiten zu revidieren.

Die 1961 in Freiburg geborene Malerin ist in Bochum aufgewachsen und hat an der Düsseldorfer Kunstakademie studiert. Katharina Grosse gehört nicht zu einer Generation unterschätzter Frauen, die lange im Schatten ihrer männlichen Kollegen standen. Sie wurde gefördert und hat davon profitiert, was die vorherige Generation feministischer Künstlerinnen bereits geleistet hat. Dennoch hat sie einen schwierigen Weg gewählt: die Malerei. Kein anderes Feld in der bildenden Kunst ist so sehr mit dem Geniegedanken verknüpft – den “Malerfürsten”.

Katharina Grosses Werk liefert neue Ansätze und Perspektiven auf das, was Malerei sein kann: ein unbegrenztes Feld von Möglichkeiten. Sind das noch Gemälde – oder ist es Vandalismus? Wo beginnen und wo enden die Kunstwerke? Malerei kann infizieren und irritieren und unseren Blick auf die Welt infrage stellen. Genau dort setzt Grosse an.

Ihre Kunstwerke sind ein Angriff auf unsere Wahrnehmung von Begrenzungen, die wir als gegeben hinnehmen. Ihre Bilder und Installationen haben eine visuelle Kraft, die sich aus dem Zusammenspiel von greller Farbigkeit und Hindernissen speist, die von der Bewegung ihrer Spraypistole einfach verschluckt werden. In mehr als 20 Jahren schuf sie ein Œuvre, das im wahrsten Sinne des Wortes Spuren hinterlassen hat.

Die Filmemacherin Claudia Müller begleitet die Künstlerin bereits seit sechs Jahren mit der Kamera. Im Mittelpunkt ihres Films stehen der Schaffensprozess und Grosses immer neue Herangehensweise an Räume, freie Flächen im Außenraum oder die Leinwand. Die Auseinandersetzung mit der Malerei an sich. Als roter Faden zieht sich die Einrichtung von Grosses Installation im Museum Hamburger Bahnhof in Berlin durch den Film, ergänzt durch Material, das bei der Entstehung von Projekten in den USA, Dänemark und Italien entstand. Arbeiten, die zum Teil zu großen Kontroversen und Anfeindungen aus der Bevölkerung geführt haben.

Die Malerei von Katharina Grosse ist ein sinnlich visualisierter Denkprozess, der dazu auffordert, keine Vergleiche zu etwas schon mal Gesehenem anzustellen, sondern eigene Denkräume zu öffnen: Think Big! Größe ist kein Maßstab, sondern ein Anspruch, der sich durch ihr ganzes Werk zieht.

Sonntag, 14.03. / 12:30 Uhr / Druckfrisch ~ Neue Bücher mit Denis Scheck
Literatur, Armin Kratzert
(Erstsendung: 28.02.2021)
ARD/BR/MDR/WDR/NDR

Orientierung im Bücherdschungel verspricht Denis Scheck. Scheck besucht Schriftsteller, stellt Neuerscheinungen vor und spart dabei weder an Lob noch an Kritik.

Seine bissigen und humorvollen Kommentare zu den Büchern der Spiegelbestenliste aus der Kölner Bücherhalle sind beliebt und gefürchtet. Im persönlichen Gespräch entlockt er Autoren aktueller Bestseller interessante Hintergründe zu ihren Werken.

Sonntag, 14.03. / 13:10 Uhr / Die Kunst der Gleichberechtigung: 100 Jahre Kunststudium für Frauen
Film von Susanne Riegler
(aus der ORF-Reihe “Erlebnis Österreich”)
(Erstsendung: 02.08.2020)
ORF

Jahrhundertelang wurde es den Frauen schwer gemacht, Künstlerin zu werden: Man verwehrte ihnen den Zugang zu Ateliers, Ausstellungen und zur akademischen Ausbildung.

In der Dokumentation zeichnen bildende Künstlerinnen dreier Generationen gemeinsam mit einer Museumschefin, einer Rektorin und einer Sammlungsdirektorin ein hintergründiges Bild von der Gleichberechtigung in der Kunst einst und heute.

Als 1920 endlich die ersten Frauen ihr reguläres Kunststudium an der Akademie der Bildenden Künste in Wien aufnehmen durften, bedeutete dies noch lange nicht, dass sie und ihre Werke Anerkennung finden sollten.

Sonntag, 14.03. / 18:00 Uhr / Buchzeit
Erstausstrahlung
3sat

Der Bücherfrühling lockt mit einer Fülle toller Neuerscheinungen. Gert Scobel stellt mit den Literaturexpertinnen Barbara Vinken, Sandra Kegel und Katrin Schumacher ausgewählte Romane vor.

Lesen war selten so relevant wie heute, und ein gutes Buch hat sicher schon manchem durch die Krise geholfen. Die Buchproduktion läuft trotz Pandemie auf Hochtouren, und es gibt eine Vielzahl interessanter Werke zu entdecken. “Buchzeit” hat vorsortiert.

Und das sind die Neuerscheinungen in der heutigen Sendung:

Die chinesische Autorin Fang Fang, in ihrem Land schon lang eine der wichtigsten literarischen Stimmen, wurde 2020 bei uns durch ihr aktuelles Wuhan-Tagebuch bekannt. Jetzt erscheint auf Deutsch ihr Roman “Weiches Begräbnis”, der ein Trauma chinesischer Geschichte thematisiert: die Ermordung von Millionen Chinesinnen und Chinesen nach der Landreform 1948. Als der Roman 2016 in China erschien, wurde er als literarisches Ereignis gefeiert – und verschwand sofort vom Markt.

Sie glaubt, in einer glücklichen Familie mit Ehemann und zwei Söhnen zu leben. Bis sie erfährt, dass ihr Mann sie betrügt. Ein seltsames Agreement soll die Ehe retten, dreimal darf sie ihren Ehemann nach ihren Vorstellungen bestrafen: Die britische Autorin Megan Hunter beschreibt in ihrem Debut “Die Harpyie” die unheilvolle Verwandlung einer Frau.

Helga Schubert wurde für ihren Roman “Vom Aufstehen” 2020 mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet. Da war sie 80 Jahre alt. Die DDR hatte ihr frühere Teilnahmen stets untersagt. Ihre Auszeichnung bezeichnete sie deshalb als “kleinen Sieg über die Diktatur”. In ihrem Roman verwebt sie artistisch Erinnerungen an den Krieg und die DDR mit der Lebensgeschichte ihrer Mutter und ihrer eigenen.

“Identitti” ist der Titel des Romandebuts der deutschen Autorin Mithu Sanyal. Eine Professorin für Postkolonialismus in Düsseldorf entpuppt sich darin als Weiße, obwohl sie sich selbst immer als “Person of Colour” bezeichnet hatte. Damit hatte sie sich zur Leitfigur der Debatten über Herkunft und Identität inszeniert. Nun ist ein Skandal entfesselt, die Professorin wird mit Shitstorms überschüttet, und Demonstrierende fordern ihre Entlassung. Eine Identitätssuche, rasant und komisch beschrieben.

Auch die Leipziger Buchmesse ist noch von der Pandemie bestimmt und wurde vorsorglich vom März in den Mai 2021 verschoben. Die “Buchzeit” wird im Mainzer Zentrum für Kunst und Wissenschaft CADORO aufgezeichnet.

Montag, 15.03. / 02:05 Uhr / Beth Hart: Live at the Royal Albert Hall
Royal Albert Hall, London, Großbritannien, 2018
3sat

Regie: Nigel Dick

“Brillant, ob Schrei oder Soul”, schreibt “laut.de” zum Beth-Hart-Konzert in London, dass am 4. Mai 2018 spektakulär beginnt: Die Sängerin geht a-cappella-singend durchs Publikum.

Von Hardrock über Blues, Rock ‘n’ Roll, Gospel und Soul reicht das Repertoire der Amerikanerin, die 1993 durch eine Castingshow bekannt wird und für viele die Janis Joplin unserer Zeit ist. 2001 spielt Beth Hart im Musical “Love, Janis” die Rolle der Sängerin.

Ihr Markenzeichen ist ihre große markante raue Stimme, die Beth Hart mühelos in ein leises zittriges Vibrato hinabgleiten lassen kann. 1972 geboren, studiert Beth Hart zunächst Cello und Gesang in Los Angeles. 1996 arbeitet sie an ihrem ersten Album – und ist bereits gezeichnet von ihrer Alkohol- und Drogensucht, mit der sie sich auf dem 1999er-Album “Screamin’ for My Supper” musikalisch auseinandersetzt.

Auch das 2003er-Album “Leave the Light On” kreist um die dunklen Stunden von Beth Hart und bringt den erhofften Durchbruch in den USA und in Europa. Inzwischen ist klar, dass Beth Hart unter einer bipolaren Störung leidet. Die Sängerin geht offen damit um und sagt 2018 im Interview mit “laut.de”: “Es fühlt sich für mich selbst einfach gut an, darüber zu sprechen. Psychische Erkrankung ist ein großer Teil meiner Geschichte, einer der größeren Kämpfe meines Lebens. Aber es hat mich nicht umgebracht. Im Endeffekt wurde ich dadurch wahrscheinlich dankbarer und mitfühlender gegenüber anderen. Ich schäme mich nicht dafür. Und vielleicht weil ich mich nicht dafür schäme, fühlt es sich so gut an, darüber zu reden.”

Auch ihre Lebensgewohnheiten auf Tour und zu Hause verändert Beth Hart, um zu überleben: Kein Alkohol, Training im Fitnessstudio, Yoga und eine gesunde Ernährung. Trotzdem verschwinden die Stimmungsschwankungen nicht vollständig, und Beth Hart gibt im Interview offen zu: “Vorgestern habe ich den ganzen Vormittag geheult. Dafür hatte ich am Abend die beste Show der ganzen Tour! Ich bin älter geworden, kein Kind mehr, und habe über die Jahre verstanden, dass das bei einer bipolaren Störung einfach dazugehört. Es ist ein ständiges Auf und Ab, aber ich kann das überstehen. Vor allem: Ich kann das friedlich überstehen. Natürlich tut es weh, aber ein bisschen Schmerz wird mich nicht umbringen. Das ist meine Taktik.”

Begleitet wird Beth Hart vom Gitarristen John Nichols, dem Bassisten Bob Marinelli um dem Schlagzeuger Bill Ransom, die über 100 Songs für dieses Konzert vorbereitet haben, weil die Sängerin sehr gerne ihr Programm noch kurz vor der Show umbaut. Ob Cover- oder Eigenkompositionen, Beth Hart liefert sich dem Publikum aus und fällt am Ende in die Arme ihres Partners, der die glückliche und erschöpfte Sängerin von der Bühne trägt.

Montag, 15.03. / 03:05 Uhr / The Doobie Brothers: Live from the Beacon Theatre
Beacon Theatre, New York, USA, 2018
Regie: Kerry Asmussen
3sat

Im November 2018 präsentieren die Doobie Brothers ihre Erfolgsalben “Toulouse Street” und “The Captain and Me” live im New Yorker Beacon Theatre.

Bühne frei für Harmoniegesang und Rock ‘n’ Roll: “Listen to the Music”, “Jesus Is Just Alright” und “Long Train Runnin'” sind nur einige der Hits, die die Band mit Unterstützung einer Bläsersektion im historischen Beacon Theatre interpretieren.

2010 ist das Theater Kulisse für den Rolling-Stones-Film “Shine a Light”.

1969 noch unter dem Namen “Pud” gegründet, nennt sich die Band ab 1970 “The Doobie Brothers”. Doobie ist die umgangssprachliche Bezeichnung für einen Zwei-Blatt-Joint. Mit ihrem zweiten Album “Toulouse Street” und dem Song “Listen to the Music” werden die Doobie Brothers 1972 bekannt und erreichen mit dem 1973er-Nachfolgealbum “The Captain and Me” und dem Song “Long Train Runnin'” den ersten Top-Ten-Hit. Die Band erlebt zahlreiche Umbesetzungen und erweitert das musikalische Spektrum ab 1975 mit Keyboarder Michael McDonald in Richtung Soul und Jazz-Rock. Er ist der Ersatz für Sänger und Gründungsmitglied Tom Johnston, der die Doobies verlässt und 1988 nach dem Weggang von Michael McDonald wieder in die Band zurückkehrt.

Im Rahmen des Beacon-Theatre-Konzerts spielen die Doobie Brothers auch den Song “Black Water”, der 1974 zunächst etwas versteckt als B-Seite einer Single erscheint. Gitarrist und Sänger Patrick Simmons kann sich noch gut an die Entstehung erinnern. Er saß im Studio und spielte in einer Pause so vor sich hin, bis ihn Produzent Ted Templeman fragte: “Was spielst Du da?”. “Ach, das ist nur so ein Riff”, antwortet Simmons. “Ich liebe das”, antwortet Templeman und fügt hinzu: “Du solltest einen Song mit diesem Riff schreiben.” Simmons schreibt “Black Water” in New Orleans zu Ende, wo er seine musikalischen Wurzeln hat und immer wieder in das “French Quarter” und seiner Musiktradition zwischen Blues, Jazz und Dixieland abtaucht.

Auch seine kindlichen Leseerfahrungen mit “Tom Sawyer und Huckleberry Finn” verarbeitet Simmons im Song, der von akustischen Gitarren und einer Violine geprägt ist. Eine überraschende A-cappella-Chorpassage macht “Black Water” schließlich unverkennbar. Bei den Aufnahmen mit dabei ist auch Singer-Songwriter Arlo Guthrie, der das Windspiel und eine Kastenzither spielt.

Montag, 15.03. / 04:05 Uhr / The Who: Live at Kilburn
Gaumont State Theatre, Kilburn, Großbritannien, 1977
Regie: Jeff Stein
3sat

Im Dezember 1977 filmen 35mm-Kameras The Who für den Jeff-Stein-Film “The Kids Are All Right” in Kilburn. Nur zwei Ausschnitte landen im Film, der Rest bleibt bis 2008 unveröffentlicht.

Am 7. September 1978, nur wenige Monate nach dem Auftritt in Kilburn, stirbt Schlagzeuger Keith Moon. Der geniale Witzbold der Band, der zusammen mit Gitarrist Pete Townshend für Exzesse zuständig ist, etabliert das Schlagzeug als Solo-Instrument in der Rockmusik.

Gefürchtet als “Moon the Loon” – “Moon, der Irre” -, zerlegt er unter Drogen und Alkohol stehend Hotel- und Wohnungseinrichtungen und ganz viele Drumsets. Um vom Alkohol wegzukommen, nimmt er ein verordnetes Beruhigungsmittel ein und vergreift sich am 7. September 1978 in der Dosis. 2004 wird er vom britischen Musikmagazin “Q” zum “größten Rowdy der Rockmusik” gewählt, und der “Rolling Stone” setzt Moon im Jahr 2016 auf Platz zwei der 100 besten Schlagzeuger der Welt, hinter John Bonham von Led Zeppelin und vor Ginger Baker von Cream.

2002 wird das Konzert-Material entdeckt. Es sind die letzten Liveaufnahmen des originalen Line-ups der Band. Während die PR-Abteilung vom “Heiligen Gral” spricht, kursiert das Gerücht von einem schlechten Auftritt, der komplett wiederholt wurde. Sicher ist, dass die Band am Anfang noch nicht ganz warm gespielt ist, aber spätestens ab “Baba O’Riley” wird Kilburn zu einem magischen Konzert. Gitarrist Pete Townshend bearbeitet mit Windmühlenarmen seine Les Paul, Sänger Roger Daltrey ist mit Löwenmähne und knappem Shirt über dem muskulösen Oberkörper der mikrofonwirbelnde optische Mittelpunkt, während Bassist John Entwistle den Songs das virtuose Fundament verleiht und Schlagzeuger Keith Moon sein kreatives Drumming auslebt – und nebenbei den genervten Townshend aufzieht.

Montag, 15.03. / 05:05 Uhr / INXS: Live Baby Live
Wembley Stadium, London, Großbritannien, 1991
Regie: David Mallet
3sat

Im Juli 1991 begeistern INXS im Rahmen ihrer “Summer XS Tour” 74 000 Fans im Londoner Wembley Stadium. Sänger Michael Hutchence hat die Fans im Griff. Keiner ahnt, dass er 1997 sterben wird.

“Hutchence war der archetypische Rock-Showman. Er strahlte mit seinen wallenden Locken und seiner geschmeidigen, unbändigen Bühnenperformance eine offenkundig sexuelle und männliche Coolness aus”, schreibt Musikwissenschaftler Ian McFarlane über den Sänger.

1977 gründen die drei Farriss-Brüder die Band “The Vegetables” in Sydney: Tim spielt Gitarre, Andrew Keyboard und Jon Schlagzeug. Dazu kommen Michael Hutchence als Sänger, Garry Gary Beers am Bass und Kirk Pengilly als Gitarrist und Saxofonist. Ab 1979 nennt sich die Band INXS und veröffentlicht 1980 das gleichnamige Debütalbum.

Internationale Aufmerksamkeit erreichen INXS 1987 mit ihrem Album “Kick” und Hits wie “New Sensation”, “Devil Inside” und “Need You Tonight”. Die Band stürmt die Hitparaden und wird 1988 mit dem “MTV Video Music Award” für “Need You Tonight” ausgezeichnet.

INXS sind im Sommer 1991 auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Ihr im September 1990 veröffentlichtes Album “X” mit Hits wie “Suicide Blonde”, “By My Side” und “Disapper” erreicht weltweit Top-Platzierungen, Hutchence gewinnt bei den Brit Awards die Kategorie “Best International Artist”, und INXS werden dort mit dem 1. Platz in der Bandkategorie ausgezeichnet.

Im August 1992 nimmt die Katastrophe im Leben von Michael Hutchence seinen Anfang: Im Streit mit einem Taxifahrer stürzt der Sänger zu Boden und zieht sich einen Schädelbruch zu, der einige Tage unbehandelt bleibt. Die Folgen sind schwerwiegend: Michael Hutchence verliert seinen Geruchs- und Geschmackssinn und gerät in eine Depression, verbunden mit einer erhöhten Aggressionsbereitschaft.

Mitte der 1990er-Jahre verliebt sich Hutchence in Paula Yates, die zu dieser Zeit noch mit Live-Aid-Organisator und Sänger Bob Geldof verheiratet ist. Schnell bekommen die Medien Wind davon und hetzen das Paar – worauf Hutchence einen Fotografen attackiert. Im Mai 1996 lassen sich Yates und Geldof scheiden. Am 22. Juli bringt Yates das mit Hutchence gemeinsame Kind, Heavenly Hiraani Tiger Lily, zur Welt.

Im April 1997 gehen INXS auf Welttournee zur Bewerbung ihres neuen Albums “Elegantly Wasted”. Im November und Dezember gastieren INXS in Australien. Paula Yates plant mit dem Baby und ihren drei Kindern nach Australien zu reisen, doch Bob Geldof kann das mit rechtlichen Mitteln verhindern. Am Morgen des 22. Novembers 1997 wird Michael Hutchence tot im Ritz-Carlton Hotel in Double Bay, Sydney, aufgefunden. Schauspielerin Kym Wilson ist die letzte, die den Sänger nach einer Partynacht lebend sieht. Die Autopsie ergibt, dass Hutchence unter Einfluss von Alkohol und Drogen Selbstmord begangen hat. Er wird am 27. November in Sydney beigesetzt, Nick Cave singt dazu seinen Song “Into My Arms” und verbietet dem Fernsehen die Übertragung.

Paula Yates stirbt am 17. September 2000 an einer Überdosis Heroin. Sie wird von der vierjährigen Tochter mit Michael Hutchence gefunden, die später von Bob Geldof adoptiert wird. INXS werden 2001 in die ARIA Hall of Fame Australiens aufgenommen und lösen sich 2012 auf.

3sat präsentiert die Höhepunkte des Konzertfilms in einer bild- und tonoptimierten Fassung. 17 Kameras am Boden und eine Kamera im Helikopter fangen das historische Konzert auf 35 Millimeter Film ein. Gitarrist Tim Farriss sagt dazu: “Wir waren doch nur sechs Typen aus Australien, die den Wembley-Stadium-Auftritt wie einen weiteren Gig in einem Pub angingen. Wir kamen mit unserer Beschallungsanlage, ein paar Lampen und spielten uns den Arsch ab. Keine Rampen, keine Chorsänger, keine Pyrotechnik, kein Konzertflügel und so weiter. Nur wir sechs, und das Publikum war aus dem Häuschen. Das war alles was wir brauchten.”


Kalenderwoche 12:

Samstag, 20.03. / 19:20 Uhr / Die letzten Tage von Beirut
Kulturdokumentation von Daniel Böhm
Erstausstrahlung
3sat

Samstag, 20.03. / 20:15 Uhr /Sir Simon Rattle dirigiert Mahler und Ravel
Philharmonie im Gasteig, München, Juli 2020
Mit Magdalena Kožená

Programm:
– Gustav Mahlers Rückert-Lieder
– Maurice Ravel: “Ma mère l’oye” (Ballettmusik)
Orchester: Symphonieorchester des, Bayerischen Rundfunks
Musikalische Leitung: Sir Simon Rattle
ARD/BR

Mit Sir Simon Rattle am Pult des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks waren im Sommer 2020 in München trotz Corona-bedingter Kompromisse unverhoffte Konzerthighlights erlebbar.

Was damals vor einem notgedrungen exklusiven Kreis von 100 Zuhörern stattfand, ist nun noch einmal nachzuerleben: Magdalena Koženás Interpretation der Rückert-Lieder von Gustav Mahler sowie Maurice Ravels brillante Ballettmusik “Ma mère l’oye”.

Dieser Märchenbilder-Zyklus der “Mutter Gans” begeisterte von Anfang an Jung und Alt und gehört bis heute zu den beliebtesten Werken des Impressionismus, sei es in der Fassung für Klavier wie auch in der sprühend farbigen Ballettfassung für Orchester, für die Ravel einige verbindende Zwischenmusiken hinzukomponierte.

Samstag, 20.03. / 21:10 Uhr / Herbert Blomstedt dirigiert Brahms 4. Symphonie
Joseph-Keilberth-Saal, Konzerthalle in Bamberg, Juli 2020
Orchester: Bamberger Symphoniker
Musikalische Leitung: Herbert Blomstedt
ARD/BR

Der Ehrendirigent der Bamberger Symphoniker, Herbert Blomstedt, feierte am 11. Juli 2020 seinen 93. Geburtstag. Das Orchester spielte ihm zu Ehren “Viel Glück und viel Segen”.

Als einen Programmpunkt des zwei Werke umfassenden Konzertes “schenkte” sich Herbert Blomstedt eine der vielschichtigsten und tiefgründigsten Kompositionen der romantischen Symphonik: die Symphonie Nr. 4 e-Moll von Johannes Brahms.

Es ist ein sehr inniges, feingliedrig angelegtes Werk, das in seinen vier Sätzen den Hörer nicht überwältigt oder mitreißt. Es wendet sich an Kenner der musikalischen Formen, es verlangt nach Konzentration und sorgfältigem Hinhören.

Zeitgenossen, sogar Freunde von Brahms, waren irritiert. Seine Freundin Elisabeth von Herzogenberg schrieb kurz vor der Uraufführung an den Komponisten: “Es ist mir … als wäre es eine kleine Welt für die Klugen und Wissenden.” Für Herbert Blomstedts Interpretation von Brahms’ Vierter erwies es sich als günstig, dass die “Bamberger” wegen der Corona-Abstände nicht in voller Besetzung auf die Bühne des Joseph-Keilberth-Saals durften. So erlebt der Zuhörer eine sehr transparente, ins genaue Detail durchhörbare, mit der Kraft der Ruhe gestaltete Aufführung des Werkes, die ganz im Glanz des Klanges und Kunst der Bamberger Musiker leuchtet.

Dieses Konzert war ein besonderes Ereignis für die Bamberger Symphoniker: Zum einen war es das erste Konzert vor Publikum nach der Zwangspause durch den Lockdown am Beginn der Corona-Pandemie 2020. Zum anderen dürfte es für Herbert Blomstedt ein schönes Geschenk gewesen sein, der seit 2006 Ehrendirigent der Bamberger Symphoniker ist.

Sonntag, 21.03. / 18:30 Uhr / Museums-Check mit Markus Brock: Futurium Berlin
(Erstsendung: 23.02.2020)
ARD/SWR

Humanoide Roboter, begrünte Hochhäuser und fliegende Autos – das im Herbst 2019 eröffnete “Futurium Berlin” zeigt vielfältige Zukunftsvisionen und wurde damit sofort zum Publikumsmagneten.

Wie wollen wir in Zukunft leben? Das ist die zentrale Frage, die das Futurium Berlin stellt. Markus Brock checkt das “Haus der Zukünfte” und begrüßt als prominenten Gast die Moderatorin Dunja Hayali.

Schon von außen mutet der asymmetrische gläsern schimmernde Bau am nördlichen Spreeufer futuristisch an. Von drinnen hat man einen Panoramablick auf das Kanzleramt. Doch wie stellt man Zukunft überhaupt aus?

Das “Futurium” möchte “die Menschen zum Mitgestalten der Zukunft ermuntern”, sagt Direktor Stefan Brandt. Es versteht sich nicht als klassisches Museum, sondern als Haus, das informiert und zum Nachdenken anregt. In den drei großen “Denkräumen” zu den Themen Mensch, Natur und Technik können die Besucher Zukunftsvisionen hautnah erleben und im “Futurium Lab” selbst eigene Ideen ausprobieren. Wie wird die rasant fortschreitende Digitalisierung das Arbeiten verändern, wie können wir den Klimawandel aufhalten, und wie wollen wir künftig als Gesellschaft zusammenleben?

Themen, die auch die Journalistin Dunja Hayali umtreiben. Privat engagiert sich die Wahl-Berlinerin gegen Rassismus und wurde 2018 für ihr Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Beim Rundgang durch das “Futurium” mit Markus Brock staunt Dunja Hayali über die von Künstlern gestalteten Zukunftsobjekte. Johanna Schmeer zeigt in gläsernen Terrarien mögliche Ökosysteme des Jahres 2100. Und der Architekt und Künstler Philip Beesley imitiert in seinen Werken biologische Prozesse, um das Zusammenspiel des Lebens zu erforschen. Seine begehbare “lebendige” Installation “Noosphere”, ein feines Netz aus verwobenem Stahl und Acyrl, reagiert auf Bewegung mit Vibrationen, Lichtmustern und Klängen und nimmt immer neue Formen an.


Kalenderwoche 13:

Samstag, 27.03. / 3satThementag: Romanwelten

Samstag, 27.03. / 07:10 Uhr / Spiel im Morgengrauen
3satThementag: Romanwelten
Fernsehfilm, Österreich 2001
ORF

Steffi: Birgit Minichmayr
Wilhelm Kasda: Fritz Karl
Wilhelm Kasda (Kind): Aaron Karl
Konsul Schnabel: Karlheinz Hackl
Mutter Kasda: Brigitte Karner

Literarische Vorlage: Arthur Schnitzler
Buch: Götz Spielmann
Regie: Götz Spielmann
Länge: 89 Minuten

Österreich in den letzten Jahren der Monarchie: Wilhelm Kasda, Leutnant der Infanterie, lebt das Leben eines jungen Offiziers. Dazu gehören kurz Affären wie die mit Steffi. Die Folgen hat.

Regisseur Götz Spielmann verfilmte erstmals einen literarischen Stoff mit historischem Rahmen und schrieb selbst das Drehbuch. Die Fülle spannender Charaktere, die Arthur Schnitzlers gleichnamige Novelle bietet, ist bis in die Nebenrollen hochkarätig besetzt.

Steffi ist eine einfache junge Frau. Kasda bemerkt nicht, dass deren Hingabe wirkliche Liebe ist. Nach einer gemeinsamen Nacht im Hotel legt Kasda ihr einen Geldschein hin und verschwindet. Ein paar Jahre später, im Juni 1914, wird Kasda von einem ehemaligen Kameraden, Oberleutnant von Bogner, aufgesucht. Er musste vor Jahren wegen Spielschulden seinen Abschied nehmen, ist nun verheiratet, arbeitet als Kassier in einem Büro und hat Geld veruntreut. Vor der bevorstehenden Geschäftsinventur benötigt er dringend 1000 Kronen. Kasda scheint seine letzte Rettung zu sein. Der aber ist selbst fast ohne Mittel, nimmt sich jedoch vor, am Abend beim Kartenspiel sein Glück zu versuchen. Doch als der Morgen dämmert, hat er 11 000 Kronen Schulden. Kasdas Existenz steht auf dem Spiel. Seine einzige Hoffnung ist sein reicher Onkel Robert. Doch der Onkel hat sein gesamtes Vermögen seiner jungen Frau überschrieben: Steffi. Sie ist nun die Einzige, die Kasda noch retten kann. Doch Steffi nutzt die Chance, sich für Kasdas schmachvolles Verhalten zu rächen.

Samstag, 27.03. / 08:40 Uhr / Drei Männer im Schnee
3satThementag: Romanwelten
Spielfilm, Österreich 1955
ARD/Degeto

Geheimrat Schlüter: Paul Dahlke
Dr. Fritz Hagedorn: Claus Biederstaedt
Johann Kesselhut: Günther Lüders
Frau Kunkel, Hausdame: Margarete Haagen
Hilde Schlüter: Nicole Heesters
Direktor Kühne: Hans Olden
Portier Polter: Fritz Imhoff
Toni: Franz Muxeneder
Frau Casparius: Eva Maria Meineke

Literarische Vorlage: Erich Kästner
Regie: Kurt Hoffmann
Länge: 90 Minuten

Geheimrat Schlüter, ein Großindustrieller mit jugendlichem Vergnügen an handfesten Streichen, nimmt unter falschem Namen an einem Gewinnspiel seiner eigenen Firma teil.

Prompt erzielt er den zweiten Preis: ein Luxusurlaub in einem alpinen Nobelhotel. Um zu erleben, wie man dort weniger gut betuchte Zeitgenossen behandelt, reist der Geheimrat mit einer billigen Pudelmütze, Ohrenschützern und einem abgetragenen Koffer an.

Begleitet wird er von seinem servilen Diener Johann, der in die Rolle eines reichen Reeders schlüpft. Schlüters Tochter Hilde behagt dieses Versteckspiel gar nicht. Sie informiert den Hoteldirektor, provoziert dadurch aber erst recht eine Verwechslung: Fritz Hagedorn, ein arbeitsloser Werbefachmann, der als Gewinner des ersten Preises im selben Hotel logiert, wird für den Millionär gehalten und mit einer Suite beehrt.

Schlüter dagegen muss mit einer trostlosen Mansarde ohne Heizung vorliebnehmen. Trotz dieser Klassenunterschiede versteht Hagedorn sich prächtig mit Schlüter, die beiden werden dicke Freunde. Als Hilde anreist und sich in den vermeintlichen Millionär verliebt, ist das Chaos komplett.

Die literarische Vorlage zu dieser Verwechslungskomödie stammt von Erich Kästner, der den Stoff 1934 aufgrund seines Publikationsverbotes unter dem Namen Robert Neuner veröffentlichen musste. Seither wurde “Drei Männer im Schnee” schon mehrfach für die Leinwand adaptiert. Kurt Hoffmanns stimmige Verfilmung von 1955 besticht durch ihre markant gezeichneten Figuren.

Paul Dahlke als bodenständiger Millionär mit Herz, Günther Lüders als serviler Kammerdiener und Claus Biederstaedt als grundehrlicher Kerl treiben das Versteckspiel um Konventionen und soziale Identität liebevoll auf die Spitze.

Dank Kästners Drehbuch sprühen auch die Dialoge vor schelmischem Wortwitz: “Und vergessen Sie beim Reden nicht, Luft zu holen”, sagt Günther Lüders als Butler zu Margarete Haagen in der Rolle der überspannten Haushälterin.

Samstag, 27.03. / 10:10 Uhr / Krambambuli
Fernsehfilm, Österreich 1998
ORF
3satThementag: Romanwelten

Wolf Pachler: Tobias Moretti
Georg Walch: Gabriel Barylli
Johanna: Christine Neubauer
Martha: Nina Franoszek
Christina: Anne-Marie Bubke

Literarische Vorlage: Marie von Ebner-Eschenbach
Buch: Felix Mitterer
Regie: Xaver Schwarzenberger
Länge: 93 Minuten

Der neue Oberförster Georg Walch will den Wilderern das Handwerk legen. Im Glauben, das Tier werde zu ihm zurückkehren, überlässt ihm der Wilderer Wolf Pachler seinen Jagdhund Krambambuli.

Der Spielfilm “Krambambuli” basiert auf der gleichnamigen Novelle von Marie von Ebner-Eschenbach, die Drehbuchvorlage lieferte Felix Mitterer. Die Hauptrollen spielen Tobias Moretti, Gabriel Barylli und Christine Neubauer.

Samstag, 27.03. / 11:40 Uhr / Heidi
Spielfilm, Schweiz 1952
SRF

Heidi: Elsbeth Sigmund
Geißenpeter: Thomas Klameth
Alpöhi: Heinrich Gretler
Klara Sesemann: Isa Günther
Herr Sesemann: Willy Birgel

Literarische Vorlage: Johanna Spyri
Regie: Luigi Comencini
Länge: 97 Minuten

Das Waisenmädchen Heidi lebt mit seinem verbitterten Großvater, dem Alpöhi, auf der Alm. Am liebsten verbringt Heidi ihre Zeit mit dem Ziegenhirten Peter. Doch dann ändert sich ihr Leben.

Der 1952 in Schwarz-Weiß gedrehte Spielfilm “Heidi” nach der Erzählung “Heidis Lehr- und Wanderjahre” von Johanna Spyri gilt noch heute als beste Adaption des Kinderbuchs.

Eines Tages taucht Heidis Tante Dete auf der Alm auf. Sie steht in Frankfurt bei der vornehmen Familie Sesemann im Dienst. Die Tochter des Hauses, Klara, ist gehbehindert. Unter einem Vorwand entführt die Tante die ahnungslose Heidi, damit sie dem Mädchen Gesellschaft leistet. Bald gewinnt Heidi Klaras Zuneigung. Klara blüht auf und überwindet sogar ihre Krankheit. Vielmehr noch gewinnt Heidi die Sympathie des ganzen Hauses, mit Ausnahme der strengen Gouvernante Fräulein Rottenmeier. Doch Heidi hat starkes Heimweh.

Samstag, 27.03. / 13:20 Uhr / Heidi und Peter
3satThementag: Romanwelten
Spielfilm, Schweiz 1955
SRF

Heidi: Elsbeth Sigmund
Geißenpeter: Thomas Klameth
Alpöhi: Heinrich Gretler
Klara Sesemann: Isa Günther
Herr Sesemann: Willy Birgel

Literarische Vorlage: Johanna Spyri
Regie: Franz Schnyder
Länge: 89 Minuten

Heidi ist wieder in den Bergen bei ihrem geliebten Alpöhi. Sie haben sich den Winter über im Dorf bei Peters Mutter einquartiert. Die Sesemanns aus Frankfurt wollen sie besuchen kommen.

In den Sommerferien soll es endlich klappen. Doch Herr Sesemann macht wieder einen Rückzieher. Das freut Fräulein Rottenmeier und lässt Klara in Tränen ausbrechen. Da übernimmt Großmutter Sesemann kurzerhand die Reiseleitung.

Doch im “Dörfli” hat der schusselige Peter vergessen, Heidi den Brief von Klara zu übergeben. Als sie die freudige Nachricht endlich liest, stehen die Frankfurter bereits vor der Alphütte. Heidi und Klara, die wegen eines Rückfalls wieder den Rollstuhl benötigt, sehen einem unbeschwerten Sommer entgegen. Nur Peter, der heimlich in Heidi verliebt ist, hat eine harte Zeit. Eines Tages zerstört er aus Eifersucht Klaras Rollstuhl. Dieser Racheakt hat ungeahnte Folgen.

Samstag, 27.03. / 14:50 Uhr / Schellen-Ursli
Spielfilm, Schweiz 2015
SRF
3satThementag: Romanwelten

Eva: Tonia Maria Zindel
Schellen-Ursli: Jonas Hartmann
Linard: Marcus Signer
Armon: Leonardo Nigro
Annina: Sarah Sophia Meyer

Regie: Xavier Koller
Länge: 100 Minuten

Nach einem harten Winter voller Entbehrungen und Ungerechtigkeiten bekommt der Bauernbub Uorsin für den jährlichen Chalandamarz-Umzug auch noch die kleinste Glocke.

Als er von allen als “Schellen-Ursli” verspottet wird, reicht es ihm. Er will die große Glocke aus dem Maiensäss holen und wagt ein waghalsiges Abenteuer. Die Handlung basiert auf dem Bilderbuch “Schellen-Ursli” von Selina Chönz und Alois Carigiet aus dem Jahr 1945.

Uorsin verbringt den Sommer mit seinen Eltern auf der Alp und hütet die Ziegen. Sein besonderer Stolz ist das junge Zicklein Zila, bei dessen Geburt er dabei war. Im Verlauf des Sommers freundet er sich mit Seraina vom benachbarten Maiensäss an.

Auf der Alpabfahrt geht wegen einem Unfall ein Teil der Heuernte und des Käses verloren. Vater Linard macht sich Sorgen, dass sie mit dem Rest nicht über den Winter kommen. An eine Rückzahlung der Schulden beim reichen Ladenbesitzer Armon ist nicht zu denken. Armon nützt die Notsituation der Familie schamlos aus, da er seit Jahren ein Auge auf das Maiensäss der Familie geworfen hat.

Und dessen Sohn Roman bringt seinen Vater dazu, für ihn Uorsins Ziege als Pfand einzufordern. Uorsin muss verzweifelt mitansehen, wie nun Roman Zila bekommt und Seraina für sich zu gewinnen scheint.

Beim Verteilen der Glocken für den jährlichen Chalandamarz-Umzug erhält Ursli zum Gespött aller auch noch die kleinste Glocke und wird von Roman als “Schellen-Ursli” gehänselt. Nun entschließt er sich, es allen zu zeigen. Er wagt das Unmögliche und macht sich auf, trotz Schnee und Eis die große Glocke aus dem Maiensäss zu holen.

Die Handlung basiert auf dem Bilderbuch “Schellen-Ursli” von Selina Chönz und Alois Carigiet aus dem Jahr 1945. Da die eigentliche Handlung der Buchvorlage für die Länge eines Spielfilms zu wenig hergab, wurde die Geschichte von Stefan Jäger und Xavier Koller um wesentliche Teile erweitert; die Glockengeschichte, die im Buch erzählt wird, findet nur in den letzten 20 Minuten des Films statt.

Den Kinderbuchklassiker hat Oscarpreisträger Xavier Koller im Unterengadin verfilmt. Dazu wurden in Sur En, einem kleinen Dorf gegenüber von Ardez, extra einige zusätzliche Häuser im Dorfkern sowie etwas außerhalb das Schellen-Ursli-Haus als Kulissen gebaut.

Samstag, 27.03. / 16:30 Uhr / Das fliegende Klassenzimmer
3satThementag: Romanwelten
Spielfilm, BRD 1973
ARD

Dr. Johannes Bökh: Joachim Fuchsberger
Dr. Robert Uthofft: Heinz Reincke
Schwester Beate: Diana Körner
Prof. Kreuzkamm: Otto Bolesch
Theodor Laban: Bernd Herzsprung
Uli von Simmern: Daniel Müller
Rudi Kreuzkamm: Thomas Ecker
Frau Kreuzkamm: Annemarie Wernicke

Literarische Vorlage: Erich Kästner
Regie: Werner Jacobs
Länge: 88 Minuten

Das Leben in einem Internat ist für die Gymnasiasten nicht nur von Schularbeit bestimmt: Zwischen Streichen und familiären Problemen führen sie einen Kleinkrieg gegen die Realschüler.

Erich Kästner (1899-1974) gehört zu den meistgelesenen Kinder- und Jugendbuchautoren, er schrieb aber auch Erwachsenenliteratur. Viele seiner Bücher wurden verfilmt, darunter “Fabian”, “Emil und die Detektive”, “Das doppelte Lottchen” und “Drei Männer im Schnee”.

Theodor Laban kommt sich schon sehr erwachsen vor, wenn er Johnny Trotz und dessen Freunde morgens im Internat aus den Betten scheucht. Schließlich ist der “schöne Theodor” Primaner, die anderen gehen erst in die zweite Klasse. Johnny, Sebastian, Matz und ihre Gefährten nehmen ihm das nicht weiter übel, sie haben ganz andere Sorgen – zum Beispiel ihren ständigen Kleinkrieg mit den Realschülern, der besonders heftig aufflackert, als diese Rudi Kreuzkamm gefangen nehmen.

Wie so oft zeigt Klassenlehrer Dr. Johannes Bökh auch in diesem Fall Verständnis für die Jungen. “Justus”, wie sie ihn nennen, wird von den Schülern als Freund betrachtet, genauso wie der “Nichtraucher”, der in einem ausrangierten Eisenbahnwagen lebt. Mit ihm hat es eine besondere Bewandtnis, aber das erfährt die fröhliche Horde erst, als die Ferien nahen und die Jungen eifrig für eine Aufführung zur Abschlussfeier proben. Das Stück dafür hat Johnny geschrieben, es heißt “Das fliegende Klassenzimmer” und demonstriert, wie aufregend der Erdkundeunterricht wäre, wenn man ihn mithilfe eines Flugzeugs betreiben könnte.

Samstag, 27.03. / 17:55 Uhr / Emil und die Detektive
Spielfilm, BRD 1954
ARD/MDR
3satThementag: Romanwelten

Emil: Peter Finkbeiner
Herr Grundeis: Kurt Meisel
Großmutter: Margarete Haagen
Anna Tischbein: Heli Finkenzeller
Oberwachtmeister Jescke: Wolfgang Lukschy
Pony Hütchen: Claudia Schäfer
Anni Wandel: Ruth Nimbach
der kleine Dienstag: Roland Kaiser

Literarische Vorlage: Erich Kästner
Regie: Robert A. Stemmle
Länge: 91 Minuten

Der zwölfjährige Emil Tischbein lebt in Neustadt. In den Sommerferien soll Emil ein paar Tage bei seinen Verwandten in Berlin verbringen. Mit 140 Mark für die Großmutter geht er auf die Reise.

Im Zug macht er Bekanntschaft mit dem zwielichtigen Herrn Grundeis, der Emil, als er schläft, das Geld stiehlt. Bei der Jagd nach dem Dieb lernt Emil “Gustav mit der Hupe” kennen. Der schlagfertige Berliner Junge und erklärt sich sofort bereit, Emil zu helfen.

Dem zwölfjährigen Emil Tischbein wird im beschaulichen Neustadt die Ehre zuteil, Mitglied der Kinderclique “Geheimbund Störtebeker” zu werden. Doch vorher muss er eine Mutprobe bestehen: Er soll einen kleinen Seehund aus dem Lagerraum des ortsansässigen Fischhändlers befreien, der ihn verkaufen will. Zwar glückt die Aktion, doch die Jungs werden erwischt und bestraft. Nur Emil kommt unerkannt mit einem Schrecken davon. Allerdings plagt ihn fortan die Angst, dass ihm Polizeioberwachtmeister Jeschke doch noch auf die Spur kommt.

Seiner Mutter Anna verschweigt er die Tat, denn sie hat ohnehin schon genug Sorgen. Die Friseurin betreibt in der Kleinstadt einen bescheidenen häuslichen Salon und kommt mühsam allein für sich und ihren Sohn auf. Da sie auch in den anstehenden Sommerferien arbeiten muss, soll Emil ein paar schöne Tage bei seinen Verwandten in Berlin verbringen dürfen. Mit 140 Mark für die Großmutter in der Tasche begibt er sich auf die Reise.

Im Zug macht der wohlerzogene Junge Bekanntschaft mit dem zwielichtigen Herrn Grundeis, der Emil, als er schläft, das Geld stiehlt. Doch das bemerkt Emil erst, als der Zug schon in Berlin einfährt. Immer noch in Angst vor der Polizei nimmt er allein die Verfolgung auf. Unterdessen warten seine besorgte Großmutter und die adrette Cousine Pony Hütchen vergebens am Bahnhof auf ihn.

Während Emil Herrn Grundeis beschattet, lernt er den gleichaltrigen “Gustav mit der Hupe” kennen. Die beiden sind sich auf Anhieb sympathisch, und der schlagfertige Berliner Junge erklärt sich sofort bereit, bei der Wiederbeschaffung des Geldes zu helfen. Verstärkung bekommen sie von Gustavs Freunden aus dem Kiez. Unter der Losung “Parole Emil!” schmieden die Kinder einen abenteuerlichen Plan, um den dreisten Gauner dingfest zu machen.

1954 verfilmte der renommierte Regisseur Robert A. Stemmle den Jugendbuchklassiker “Emil und die Detektive” von Erich Kästner erstmals in Farbe. Stark angelehnt an Billy Wilders Drehbuch der Erstverfilmung von 1931, besticht der spannungsreiche Kinder-Krimi vor allem durch einen starken zeitgeschichtlichen Bezug. Erich Kästner bringt sich mit einem Cameo-Auftritt in den humorvollen Familienfilm ein.

Samstag, 27.03. / 19:30 Uhr / Heinrich Mann, der unbekannte Rebell
Film von Nobert Busè
Erstausstrahlung
3sat
3satThementag: Romanwelten

Heinrich Mann (1871-1950) war Beobachter und Kommentator politisch-gesellschaftlicher Vorgänge seiner Zeit. Gerade heute lohnt es, die Botschaften des Humanisten neu zu betrachten.

Viele Essays lesen sich wie aktuelle Kommentare – sei es zu Hate-Speeches in Sozialen Medien oder zum Aufflammen von Antisemitismus oder deutschnationalem Geraune. Der Film begibt sich auf die Spuren des Schriftstellers. Ulrich Tukur interpretiert Heinrich Manns Texte.

Heinrich Mann war ein Humanist, eine moralische Instanz, dessen Botschaften uns gerade heute wieder viel zu sagen haben. Neben seinen berühmten Werken wie “Professor Unrat”, “Der Untertan” oder seinen beiden “Henri Quatre”-Romanen hat Mann über 1000 Essays verfasst, die sich zwischen romantischer Verklärung politischer Utopien und exzellenten, hellwachen Analysen von Fehlentwicklungen bewegen. Er wurde nicht müde, für Freiheit und Gerechtigkeit einzutreten.

In seinen Essays äußerte er sich zunehmend besorgt über die deutschnationale Rechte, plädierte für ein starkes, geeintes Europa mit einer deutsch-französischen Achse und positionierte sich gegen jeden nationalen Chauvinismus. Schon im Ersten Weltkrieg gehört Heinrich Mann zu den großen Mahnern und Pazifisten und hat sich damit ganz gegen seinen kriegsbegeisterten und deutschnationalen Bruder Thomas gestellt. 1914 vollendet er seinen Roman “Der Untertan” über einen typischen Opportunisten im Kaiserreich. Erst nach Kriegsende kann der Roman erscheinen und verkauft sich sofort rasant. Heinrich Mann gehört in dieser Zeit zu den populärsten Autoren Deutschlands. Aber auch zu den streitbarsten. Er engagiert sich für den Sozialismus, für soziale Gerechtigkeit als Basis für eine funktionierende Gesellschaft.

1933 steht sein Name auf der ersten Ausbürgerungsliste der Nazis, seine Bücher werden verbrannt, und Heinrich Mann emigriert in die USA. Nach dem Zweiten Weltkrieg wird er in der jungen Bundesrepublik mit Ressentiments betrachtet, die DDR hingegen wählt ihn 1949 zum Präsidenten der Deutschen Akademie der Künste in Ostberlin. Kurz vor seiner Abreise aus den USA stirbt Heinrich Mann.

Für die Dokumentation “Heinrich Mann, der unbekannte Rebell” interpretiert Schauspieler Ulrich Tukur Texte von Mann, die den Nöten der Zeit, ihrer Zerrissenheit und den Konflikten in einer Gesellschaft nachspüren, die sich auf geradem Weg in den nächsten Krieg befindet.

Die Texte erhalten auch intime Einblicke in Heinrich Manns private Beziehungen zu Frauen aus der Boheme, die den Autor mehr als nur literarisch beschäftigt haben. Schauspielerinnen, Tänzerinnen und Prostituierte erscheinen bei Heinrich Mann als “starkes Geschlecht” und nicht, wie sonst in dieser Zeit üblich, als bloßes Interieur einer bürgerlichen Welt. Inwieweit er vielleicht in seinen Beziehungen aber auch nur literarischen Ausbeutungsinteressen gefolgt ist, wird ebenfalls Thema.

Zu Wort kommen außerdem die Heinrich-Mann-Fans Claudia Roth (MdB/ Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags) und Martin Schulz (Friedrich-Ebert-Stiftung).

Redaktionshinweis: 3sat zeigt “Heinrich Mann, der unbekannte Rebell” zum 150. Geburtstag des Schriftstellers Heinrich Mann am 27. März. Aus demselben Anlass folgt im Anschluss, um 20.15 Uhr, mit “Der Untertan” eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von Heinrich Mann. Außerdem zeigt 3sat am Sonntag, 28. März, um 11.15 Uhr die Tragikomödie “Der blaue Engel”, entstanden nach der Romanvorlage “Professor Unrat”.

Samstag, 27.03. / 20:15 Uhr / Der Untertan
Spielfilm, DDR 1951
3sat

Diederich Heßling: Werner Peters
Regierungspräsident von Wulckow: Paul Esser
Agnes Göpel: Sabine Thalbach
Guste Daimchen: Renate Fischer
Pastor Zillich: Ernst Legal
Mahlmann: Hans-Georg Laubenthal

Regie: Wolfgang Staudte
Länge: 104 Minuten

Diederich Heßling, Sohn eines autoritären Papierfabrikanten im wilhelminischen Deutschland, lernt von früh auf, sich der Macht zu beugen und Schwächere zu unterdrücken.

Nach seiner Zeit als Korpsstudent und beim Militär übernimmt er die Firma des Vaters. Eine patriotische Rede gegen einen liberalen Geschäftskonkurrenten in einem Prozess wegen Majestätsbeleidigung macht auch seine politische Karriere scheinbar unaufhaltsam.

Schließlich kommt sein größter Tag: Diederich ist ausgewählt, die Festrede bei der Enthüllung eines Kaiserdenkmals zu halten.

Mit “Der Untertan”, einer Adaption des berühmten gleichnamigen Heinrich-Mann-Romans, schuf Wolfgang Staudte (1906-1984), dessen Biografie und Werk die politische Situation des geteilten Deutschland widerspiegeln, eine brillante Satire auf einen Volkscharakter und seine politischen Folgen.

Redaktionshinweis: 3sat zeigt “Der Untertan” zum 150. Geburtstag des Schriftstellers Heinrich Mann am 27. März.

Samstag, 27.03. / 22:00 Uhr / Die Wasserfälle von Slunj
Fernsehfilm, Österreich 2002
ORF
3satThementag: Romanwelten

Robert Clayton: Edgar Selge
Donald Clayton: Alan Cox
Josef Chwostik: Karl Markovics
Erzähler: Ignaz Kirchner
Gräfin Ergoletti: Barbara Wallner
Monica Bachler: Karin Giegerich

Literarische Vorlage: Heimito von Doderer
Drehbuch: Alfred Paul Schmidt
Regie: Peter Patzak
Länge: 103 Minuten

Wien um die Jahrhundertwende: Der Engländer Robert Clayton ist Inhaber einer Maschinenfabrik und genießt die schönen Seiten des Lebens. Nach dem gleichnamigen Roman von Heimito von Doderer.

Das Geschäft des Briten Robert Clayton floriert, und als sein Sohn Donald das richtige Alter erreicht, wird er zum Teilhaber. In dem Kanzleivorstand und Prokuristen Josef Chwostik haben die Claytons eine unersetzliche Hilfe und einen Freund gefunden.

Doch allmählich wird der Prokurist in das Privatleben von Vater und Sohn hineingezogen. Eine geordnete Welt – zumindest scheint es so. Man macht Karriere, unterhält Geschäftsbeziehungen, gewinnt oder verliert eine Geliebte – und will die Risse und Hohlräume im Fundament der Gesellschaft nicht sehen.

Heimito von Doderers 1963 erstmals erschienener Gesellschaftsroman “Die Wasserfälle von Slunj”, 2001 von Peter Patzak verfilmt, zählt zu den größten Werken der österreichischen Nachkriegsliteratur.

Samstag, 27.03. / 23:40 Uhr / Der Kameramörder
Spielfilm, Schweiz 2010
SRF
3satThementag: Romanwelten

Eva: Ursina Lardi
Sonia: Dorka Gryllus
Thomas: Merab Ninidze
Heinrich: Andreas Lust

Regie: Robert Adrian Pejo
Länge: 95 Minuten

Zwei befreundete Paare verbringen das Osterwochenende am Neusiedlersee. Dort taucht ein mysteriöses Snuff-Video auf, in dem drei Kinder in unmittelbarer Nähe des Hauses gequält werden.

Die emotionalen Spannungen des Quartetts schlagen zusehends in offene Feindseligkeit um. Gegenseitiges Misstrauen und Anschuldigungen verwandeln das idyllische Wochenende der Freunde in einen Albtraum.

Thomas und seine neue Freundin Sonia verbringen Ostern am Neusiedlersee. Sie haben ein zweites Paar eingeladen: Heinrich, ein alter Freund von Thomas und dessen Frau Eva, mit der Thomas offenbar mehr als eine langjährige Freundschaft verbindet. Nach der Ankunft der Gäste weichen unverbindliche Freundlichkeiten bald einer zunehmend gereizten Stimmung. Als der benachbarte Bauer erzählt, dass die drei Kinder seiner Schwester spurlos verschwunden sind, schlagen die emotionalen Spannungen des Quartetts zusehends in offene Feindseligkeit um.

Bei einem Spaziergang in der näheren Umgebung ihres Hauses hat Sonia beobachtet, wie Heinrich in einem Gebüsch etwas Rotes gefunden hat. Wieder zu Hause will sie wissen, was es war. Heinrich gibt zu, dass er die Stelle im Gebüsch aus einem Snuff-Video wiedererkannt hat, das er neulich im Internet gesehen hat. Ja, er schaue sich hin und wieder solche Videos an, aber er sei deswegen noch kein Kindesentführer. Der Abend klingt aus, es wird gespielt, gescherzt, getrunken.

Am anderen Morgen wird Heinrich wegen des Videos von der Polizei vernommen und darf den Ort vorläufig nicht verlassen. Als kurz darauf Sonia im Schuppen eine Videokamera findet, fällt der Verdacht auf Thomas. Es kommt zu einem Schlagabtausch zwischen den zwei Freunden – bis aus der Nachbarschaft die Meldung kommt, dass der Kindesentführer gefasst und geständig sei. Kurz darauf werden die vermissten Kinder von Tauchern tot aus dem See gezogen.

Heinrich und Eva fahren nach Hause. Am Fernsehen wird berichtet, dass es sich beim vermeintlichen Täter um jemanden handle, der ein falsches Geständnis abgelegt habe, um sich wichtig zu machen. Sonia erkennt im Video, das nochmals gezeigt wird, die Turnschuhe des Täters, sie hat sie beim Aufräumen unter dem Bett gefunden. Als Thomas sich Sonia nun nähert, kriegt sie Angst, kehrt den Spieß jedoch um und schlägt Thomas Versteckspielen vor. Er geht darauf ein und beginnt, von 100 zurückzuzählen. Sonia läuft so schnell sie kann vom Haus weg.

Samstag, 27.03. / 01:15 Uhr / Krambambuli
Fernsehfilm, Österreich 1998
ORF
3satThementag: Romanwelten

Wolf Pachler: Tobias Moretti
Georg Walch: Gabriel Barylli
Johanna: Christine Neubauer
Martha: Nina Franoszek
Christina: Anne-Marie Bubke

Literarische Vorlage: Marie von Ebner-Eschenbach
Buch: Felix Mitterer
Regie: Xaver Schwarzenberger
Länge: 93 Minuten

Der neue Oberförster Georg Walch will den Wilderern das Handwerk legen. Im Glauben, das Tier werde zu ihm zurückkehren, überlässt ihm der Wilderer Wolf Pachler seinen Jagdhund Krambambuli.

Der Spielfilm “Krambambuli” basiert auf der gleichnamigen Novelle von Marie von Ebner-Eschenbach, die Drehbuchvorlage lieferte Felix Mitterer. Die Hauptrollen spielen Tobias Moretti, Gabriel Barylli und Christine Neubauer.

Samstag, 27.03. / 03:50 Uhr / Der Kameramörder
Spielfilm, Schweiz 2010
SRF
3satThementag: Romanwelten

Eva: Ursina Lardi
Sonia: Dorka Gryllus
Thomas: Merab Ninidze
Heinrich: Andreas Lust

Regie: Robert Adrian Pejo
Länge: 95 Minuten

Zwei befreundete Paare verbringen das Osterwochenende am Neusiedlersee. Dort taucht ein mysteriöses Snuff-Video auf, in dem drei Kinder in unmittelbarer Nähe des Hauses gequält werden.

Die emotionalen Spannungen des Quartetts schlagen zusehends in offene Feindseligkeit um. Gegenseitiges Misstrauen und Anschuldigungen verwandeln das idyllische Wochenende der Freunde in einen Albtraum.

Thomas und seine neue Freundin Sonia verbringen Ostern am Neusiedlersee. Sie haben ein zweites Paar eingeladen: Heinrich, ein alter Freund von Thomas und dessen Frau Eva, mit der Thomas offenbar mehr als eine langjährige Freundschaft verbindet. Nach der Ankunft der Gäste weichen unverbindliche Freundlichkeiten bald einer zunehmend gereizten Stimmung. Als der benachbarte Bauer erzählt, dass die drei Kinder seiner Schwester spurlos verschwunden sind, schlagen die emotionalen Spannungen des Quartetts zusehends in offene Feindseligkeit um.

Bei einem Spaziergang in der näheren Umgebung ihres Hauses hat Sonia beobachtet, wie Heinrich in einem Gebüsch etwas Rotes gefunden hat. Wieder zu Hause will sie wissen, was es war. Heinrich gibt zu, dass er die Stelle im Gebüsch aus einem Snuff-Video wiedererkannt hat, das er neulich im Internet gesehen hat. Ja, er schaue sich hin und wieder solche Videos an, aber er sei deswegen noch kein Kindesentführer. Der Abend klingt aus, es wird gespielt, gescherzt, getrunken.

Am anderen Morgen wird Heinrich wegen des Videos von der Polizei vernommen und darf den Ort vorläufig nicht verlassen. Als kurz darauf Sonia im Schuppen eine Videokamera findet, fällt der Verdacht auf Thomas. Es kommt zu einem Schlagabtausch zwischen den zwei Freunden – bis aus der Nachbarschaft die Meldung kommt, dass der Kindesentführer gefasst und geständig sei. Kurz darauf werden die vermissten Kinder von Tauchern tot aus dem See gezogen.

Heinrich und Eva fahren nach Hause. Am Fernsehen wird berichtet, dass es sich beim vermeintlichen Täter um jemanden handle, der ein falsches Geständnis abgelegt habe, um sich wichtig zu machen. Sonia erkennt im Video, das nochmals gezeigt wird, die Turnschuhe des Täters, sie hat sie beim Aufräumen unter dem Bett gefunden. Als Thomas sich Sonia nun nähert, kriegt sie Angst, kehrt den Spieß jedoch um und schlägt Thomas Versteckspielen vor. Er geht darauf ein und beginnt, von 100 zurückzuzählen. Sonia läuft so schnell sie kann vom Haus weg.

Sonntag, 28.03. / 10:05 Uhr / lesenswert
Denis Scheck im Gespräch mit Juli Zeh und Harald Martenstein
(Erstsendung: 25.03.2021)
ARD/SWR

Mit diesen Büchern liest es sich besser – und diese Moderatoren sagen Ihnen, weshalb: Felicitas von Lovenberg oder Denis Scheck moderieren die Sendung für Bücherfreunde.

Sie stellen aktuelle Autoren und ihre Bücher vor – im Gespräch, in Steckbriefen, im Frage-Antwort-Spiel – charmant, spitzzüngig, schlagfertig. Außerdem kommen interessante Zeitgenossen zu Wort, die erzählen, welche Bücher ihr Leben beeinflusst haben.

Sonntag, 28.03. / 10:35 Uhr / Stefan George – Das geheime Deutschland
Film von Ralf Rättig
(Erstsendung: 07.07.2018)
3sat

Der Dichter Stefan George (1868-1933) hat Spuren hinterlassen. Sie reichen bis zum Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944. Wer war Stefan George? Was war seine politische Vision?

Stefan George sah sich als Repräsentant eines “geheimen Deutschlands”. Er hatte die Macht, Menschen an sich zu binden und zu formen. Am Beispiel Stefan Georges entwickelte Max Weber die Theorie der charismatischen Herrschaft, die später den Aufstieg Hitlers erklärte.

Über kaum einen Dichter des 20. Jahrhunderts wurde so gerätselt wie über Stefan George. Noch immer umgibt ihn das Mysterium, das er selbst schuf. Aber wer war er wirklich?

Vor 150 Jahren, am 12. Juli 1868, wurde Stefan George in Büdesheim bei Bingen geboren. Mit seinen zunächst symbolistischen, dann zunehmend prophetischen Gedichten gehört er, neben Rainer Maria Rilke und Hugo von Hofmannsthal, zu den bedeutendsten Dichtern der Jahrhundertwende. Er war auch eine der einflussreichsten kulturellen Persönlichkeiten seiner Zeit.

Unzählige junge Soldaten marschierten mit seinen Gedichten im Tornister in den Ersten Weltkrieg. Er war der unumstrittene charismatische Führer einer Freundesgruppe. Mit seinem Kreis – seinem “Staat”, wie er ihn nannte – wollte George das “geheime Deutschland” schaffen, ein neues Reich, aufgebaut auf einen “geistigen Adel”, den er und seine Jünger verkörperten.

Seine Anhänger fand Stefan George unter jungen Männern, die er nach griechischem Vorbild mit pädagogischem Eros an sich band. Männer wie die Brüder Stauffenberg. Als 1928 Georges letzter Gedichtband “Das Neue Reich” erschien, glaubte George schon nicht mehr an eine politische Umsetzung seiner Ideale. Was ihn nicht davor feite, von den Nationalsozialisten vereinnahmt zu werden. Er entzog sich und starb im Dezember 1933 im selbstgewählten schweizerischen Exil.

Vieles aus Georges Welt hat weiter gewirkt bis in unsere jüngste Gegenwart – von der Odenwaldschule zur gerade wieder aufflammenden Diskussion um die Bedeutung Deutschlands bis zur Frage, welche Rolle das Charisma heute in der Politik spielen soll.

Die Dokumentation stellt diese Verbindungen Georges zur Gegenwart her, unter anderem mit der Philosophin Svenja Flaßpöhler, der Pädagogin Meike Sophia Baader und dem Schriftsteller Simon Strauß. Der George-Biograf Thomas Karlauf begleitet das Filmteam an wichtige Stationen von Georges Leben, vom Elternhaus bis zum Lago Maggiore, wo George gestorben ist.

Sonntag, 28.03. / 11:15 Uhr / Der blaue Engel
Spielfilm, Deutschland 1930
3sat

Professor Immanuel Rath: Emil Jannings
Lola-Lola: Marlene Dietrich
Zauberkünstler Kiepert: Kurt Gerron
Guste Kiepert: Rosa Valetti
Mazeppa: Hans Albers
Clown: Reinhold Bernt
Schuldirektor: Eduard von Winterstein
Pedell: Hans Roth

Regie: Josef von Sternberg
Länge: 104 Minuten

Der Gymnasialprofessor Rath ist empört, dass seine Schüler Fotos der Tingeltangel-Sängerin Lola Lola bei sich haben. Als er im Varieté “Der blaue Engel” auf die Schöne trifft, verfällt er ihr.

Josef von Sternbergs deutscher Filmklassiker mit Marlene Dietrich und Emil Jannings nach dem Roman von Heinrich Mann.

Immanuel Rath ist Gymnasialprofessor in einer deutschen Kleinstadt. Seine Schüler nennen den respektablen, aber auch selbstgefälligen und pedantischen Mann “Professor Unrat”. Eines Tages fällt ihm während des Unterrichts das Bild einer Tingeltangel-Sängerin in die Hände, die in dem Hafen-Varieté “Der blaue Engel” ein Gastspiel gibt.

Rath will der Künstlerin ins Gewissen reden und sucht sie in ihrer Garderobe auf, wo sich Lola Lola, so der Künstlername der Sängerin, gerade für ihre nächste Nummer umzieht. Aber auch Rath erliegt dem Charme der lasziven, etwas ordinären Schönheit. Nach einem Abend im “Blauen Engel” und einer gemeinsam verbrachten Nacht quittiert er den Dienst und heiratet die Sängerin.

Nachdem sein kleines Vermögen aufgebraucht ist, verliert Lola Lola das Interesse an ihm. Rath verkommt zusehends, bringt es aber nicht fertig, sich von seiner Frau zu trennen. Als die Truppe wieder einmal in seiner Heimatstadt gastiert und Rath, der mittlerweile in einer entwürdigenden Clownsnummer auftritt, beobachtet, wie Lola Lola mit dem Artisten Mazeppa anbändelt, kommt es zum Eklat.

Josef von Sternbergs Verfilmung von Heinrich Manns Roman “Professor Unrat” erzählt die Geschichte vom Fall eines bigotten Kleinbürgers und gehört zu den größten Leistungen des deutschen Films – ein stilistisch brillanter, vom Expressionismus beeinflusster Klassiker.

“Der blaue Engel” machte Marlene Dietrich berühmt und begründete zugleich ein Rollenprofil, das auch ihre späteren, amerikanischen Arbeiten mit Sternberg prägen sollte: das der Verführerin, die aber auch Opfer ihrer Sinnlichkeit ist.

Emil Jannings, Stummfilmstar und Oscarpreisträger der ersten Verleihung überhaupt (1929 für “Der Weg allen Fleisches”, “Sein letzter Befehl”), konnte sich mit seinem denkwürdigen Auftritt als spießiger Gymnasiallehrer im neuen Medium etablieren.

Der Komponist Friedrich Hollaender, der Lola Lolas Songs schrieb – “Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt” -, machte schließlich wie Sternberg und Dietrich in Hollywood Karriere.

Redaktionshinweis: 3sat zeigt “Der blaue Engel” zum 150. Geburtstag des Schriftstellers Heinrich Mann am 27. März.

Montag, 29.03. / 02:00 Uhr / Kulturpiloten
ZDF

Das digitale Kulturangebot des ZDF präsentiert ein Best-of seiner Formate – von Musik und Theater über Kino, Gaming, Design und Literatur bis hin zu aktuellen Debatten.

Künstler führen durch ihre Städte und lassen neue Kunstwerke entstehen. Musiker bieten einen Einblick hinter die Kulissen, und Schauspieler inszenieren bekannte Stücke in radikaler Kurzform. Was die Gesellschaft bewegt, wird auf Augenhöhe diskutiert.

Die “Kulturpiloten” bringen Kultur spielerisch in den Alltag – ohne zu belehren.

Karfreitag, 02.04. / 09:05 Uhr / Haitink dirigiert Brahms Requiem
Aufzeichnung aus der Philharmonie im Gasteig in München,
März 2018
Johannes Brahms: Ein Deutsches Requiem nach Worten der Heiligen Schrift für Soli, Chor und Orchester (Orgel ad lib.), op. 45

Chor: Chor der Bayerischen Rundfunks
Orchester: Symphonieorchester des, Bayerischen Rundfunks
Musikalische Leitung: Bernhard Haitink

ARD/BR

Bernard Haitink ist zu Gast bei Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Auf dem Programm: “Ein deutsches Requiem” von Johannes Brahms.

Der niederländische Dirigent gilt als ausgewiesene Autorität gerade auf dem Gebiet der Romantik. Solisten des Konzerts sind Camilla Tilling, Sopran, und Hanno Müller-Brachmann, Bassbariton.

Schon einige Male war Bernard Haitink zu Gast beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Wenige Tag nach seinem 89. Geburtstag hat er am 9. März 2018 in der Münchner Philharmonie Chor und Symphonieorchester mit Johannes Brahms’ “Ein deutsches Requiem” dirigiert: zweifellos ein Saison-Höhepunkt.

Karfreitag, 02.04. / 20:15 Uhr / Krieg und Frieden
(War and Peace)
Spielfilm, USA/Italien 1956
3sat

Graf Pierre Bezukow: Henry Fonda
Natascha Rostowa: Audrey Hepburn
Prinz Andrej Bolkonski: Mel Ferrer
Helene Kuragina: Anita Ekberg
Anatol Kuragin: Vittorio Gassman
Napoleon: Herbert Lom

Regie: King Vidor
Länge: 200 Minuten

Als Napoleons Grande Armée 1812 auf Moskau zumarschiert, wirbelt diese Katastrophe auch das Leben des russischen Hochadels durcheinander. Schicksalhafte Wochen stehen bevor.

King Vidors Verfilmung des weltberühmten Literaturklassikers von Leo Tolstoi mit Audrey Hepburn und Henry Fonda in den Hauptrollen besticht immer noch durch große Gefühle und real inszenierte Kampfszenen mit Tausenden von Komparsen.

Rauschende Feste prägen die Sommer des russischen Hochadels Anfang des 19. Jahrhunderts. Doch am westlichen Horizont ballen sich Gewitterwolken zusammen. Napoleon Bonaparte überzieht ganz Europa mit Kriegen und marschiert im Juni 1812 mit seiner Grande Armée auch in Russland ein. Im September erobern die Truppen des französischen Kaisers Moskau.

Der “Vaterländische Krieg” erschüttert nicht nur das Russische Reich, sondern auch das Leben der Familie Rostow in ihren Grundfesten. Doch nicht nur auf den Feldern der Ehre werden Schlachten geschlagen: Die Tochter der Familie, Natascha, kann sich mit der geplanten Vernunftheirat mit Prinz Andrej Bolkonski nicht anfreunden. Ihr Herz gehört Anatol Kuragin. Doch auch Graf Pierre Bezukow hat ein Auge auf die hübsche Aristokratin geworfen. Der Krieg gegen Napoleon schlägt tiefe Wunden und wirbelt die Schicksale aller Beteiligten durcheinander.

Leo Tolstois epischer Romanklassiker über die russische Gesellschaft zur Zeit der napoleonischen Kriege galt lange Zeit als unverfilmbar. Der Film von King Vidor imponiert durch beachtliche Leistungen bei der Inszenierung einer Fülle von Einzelschicksalen und durch Maßstäbe setzende Massenszenen. 65 Jahre nach seinem Entstehen ist er auch dank seiner herausragenden Besetzung unübertroffen und wurde wie der Roman ein zeitloser Klassiker.

Karfreitag, 02.04. / 05:40 Uhr / Glockenguss – Das bronzene Handwerk
Film von Frank Grevsmühl
(Erstsendung: 24.08.2017)
3sat

Seit 1599 baut die Familie Grassmayr Glocken. Doch der neue Auftrag bedeutet die größte Herausforderung der Firmengeschichte: der Guss der schwersten frei schwingenden Glocke der Welt.

Beauftragt wurden die Grassmayrs vom Patriarchen der rumänisch-orthodoxen Kirche, Daniel I., dessen Konterfei auf der Glocke verewigt ist. Der Film begleitet den Herstellungsprozess der Glocke für die neue Kathedrale in Bukarest bis zum ersten Anschlagen.

Bei allen Berechnungen zu Statik, Wandstärke und Klangvolumen helfen heute modernste Computerprogramme, doch die Herstellung bleibt in vielen Bereichen ein archaischer Vorgang mit Materialien und Werkzeugen, die sich seit Jahrhunderten kaum verändert haben.


Kalenderwoche 14:

Samstag, 03.04. / 10:40 Uhr / Eine Riesenorgel für den Stephansdom
Film von Rainer Keplinger
(Erstsendung: 16.12.2019)
ORF

Von 1991 bis 2020 wurde sie nicht mehr bespielt – die Riesenorgel im Wiener Stephansdom. Ab Juli 2018 wurde das größte bisher in Österreich hergestellte Musikinstrument restauriert.

Am Ostersonntag, am 12. April 2020 – am Tag genau 75 Jahre nach dem verheerenden Brand im Stephansdom am Ende des Zweiten Weltkriegs – hätte die neue Orgel geweiht werden sollen. Doch es kam anders: Durch die Corona-Krise musste die Orgelweihe verschoben werden.

Ein halbes Jahr später ist die Pandemie immer noch nicht überstanden. Das Instrument konnte aber dennoch fertiggestellt, von Kardinal Christoph Schönborn geweiht und seiner Bestimmung übergeben werden.

Insgesamt wurden 12 554 Pfeifen und Flöten für die Orgelanlage gebaut, restauriert oder bearbeitet. Es sind Klangfarben entstanden, die es weltweit nur im Stephansdom gibt. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Firma Rieger Orgelbau aus Vorarlberg haben in dieses Projekt 40 000 Arbeitsstunden investiert.

Von der Werkstatt in die Kathedrale, von der Luft zum Klang: Der Filmemacher Rainer Keplinger hat die Bauarbeiten jahrelang begleitet und zeigt in seiner Dokumentation “Eine Riesenorgel für den Stephansdom” nicht nur den Abbau und die Restauration von mehr als 500 Kilogramm schweren Pfeifen, sondern auch den Aufbau der neuen Orgel.

Samstag, 03.04. / 19:20 Uhr / Young. Black. British.
Stormzy, Lianne LaHavas und „Black Lives Matter“

Film von Diana Zimmermann
(Erstsendung: 12.09.2020)
3sat
Corona und der Brexit beuteln die Briten. In diesem Chaos demonstrieren junge schwarze Briten für eine bessere Zukunft. Darunter: Superstar Stormzy und Singer-Songwriterin Lianne La Havas.
Noch immer sind Familien schwarzer Menschen ärmer, schlechter ausgebildet und selten in wichtigen Positionen. Und sie sterben früher als Weiße. “Corona ist weniger tödlich als Rassismus”, steht auf Plakaten der “Black Lives Matter”-Demonstrationen im Juni 2020.
Auf einer dieser BLM-Demonstrationen wurde auch Stormzy, “King of Grime”, gesichtet. Der Superstar spricht den Rassismus im Land offen an, in seinen Liedern und im Interview: “Als Schwarzer weißt Du immer: Es gibt Dinge, die sind nicht für dich, Orte, an denen du dich besser nicht blicken lässt.” Neben Stormzy erzählt die Musikerin Lianne La Havas, wie sehr die “Black Lives Matter”-Demonstrationen sie bewegt haben. “Tausende von Londonern, aber von überall in der Welt, saßen vor dem Innenministerium. Ganz friedlich. Alle trugen Masken. Es fühlte sich historisch an. Und ich dachte: Vielleicht ändert sich jetzt wirklich etwas.”
Zum ersten Mal hat Melanie Onovo Oxford im Fernsehen gesehen. Da war sie sieben Jahre alt und beschloss: Dort werde ich studieren. Nun ist die 19-Jährige am Christ Church College – und schockiert von dem dort herrschenden Rassismus. “In London habe ich darüber nicht viel nachgedacht, ich konnte mir auch nicht vorstellen, dass Leute solche Positionen ganz offen vertreten, ausgerechnet hier, wo unsere Politiker studiert haben.” Der britische Rassismus, so Danny Dorling, Professor für Geografie in Oxford, war die Voraussetzung für das Empire, und er ist noch immer sehr einflussreich – gerade an dieser berühmten Universität, an der seit Jahrzehnten die Elite des Landes ausgebildet wird.
“Ich bin so stolz auf sie”, sagt Justina, Melanies Mutter, die vor 30 Jahren aus Nigeria gekommen ist und als Kinderkrankenschwester arbeitet. “Damals war es mit dem Rassismus natürlich noch viel schlimmer, aber ich finde es großartig, wie Melanie kämpft. Und ich kann allen sagen: Wenn sie sich in den Kopf setzt, damit Schluss zu machen, dann schafft sie es.” Es ist Sommer in Britannien.

Samstag, 03.04. / 20:15 Uhr / Platée
Theater an der Wien, 2020
ORF

Platée: Marcel Beekman
La Folie: Jeanine de Bique
Mercure/Thespis: Cyril Auvity
Cithéron/Momus: Marc Mauillon
Jupiter: Edwin Crossley-Mercer
Clarine/Amour: Emmanuelle de Negri
Junon: Emilie Renard

Ausstattung: Gideon Davey
Chor: Arnold Schönberg Chor
Orchester: Les Arts Florissants
Musikalische Leitung: William Christie
Inszenierung: Robert Carsen

Der notorisch untreue Göttervater Jupiter umwirbt zum Schein die einfältige und hässliche Nymphe Platée. Er hofft, mithilfe dieser Intrige seine eifersüchtige Frau besänftigen zu können.
Dieser antike Mythos ist die Basis für Jean-Philippe Rameaus erste komische Oper. Der kanadische Regisseur Robert Carsen hat die Geschichte von Liebe, Eifersucht und Intrige in seiner Inszenierung in die Pariser Modewelt des 20. Jahrhunderts verlegt.
Göttervater Jupiter stolziert als Karl Lagerfeld durch das Fegefeuer der Eitelkeiten, seine Gattin Juno ist unverkennbar Coco Chanel. Die Nymphe Platée ist eine Travestierolle, im Theater an der Wien wird sie vom niederländischen Tenor Marcel Beekman verkörpert. Platée ist das Opfer der Geschichte, von den Göttern als Witzfigur missbraucht, von der oberflächlichen Partygesellschaft grausam bloßgestellt: In Robert Carsens Inszenierung ist sie ein “Fashion Victim” im wahrsten Sinne des Wortes.
Die Wiederaufnahme der Produktion von 2014 musste im Dezember 2020 Corona-bedingt im Theater an der Wien für das Opernpublikum abgesagt werden. Für die TV-Ausstrahlung wurde das Werk jedoch aufgezeichnet und bietet so einen poppig-bunten Opernabend für zu Hause.
“Platée” wurde 1745 in Versailles anlässlich der Hochzeit des französischen Thronfolgers uraufgeführt.

Samstag, 03.04. / 22;35 Uhr / 48 Stunden in Georgien ~ Mit Khatia Buniatishvili und Zubin Mehta
(Erstsendung: 14.10.2018)
ARD/WDR

Sie kennen sich lange und haben viele Konzerte miteinander gespielt: die Pianistin Khatia Buniatishvili und der Dirigent Zubin Mehta. Der Film begleitet beide Musiker 48 Stunden in Georgien.

Er ermöglicht einen außergewöhnlichen Einblick in die Kunst der Interpretation und in eines der großartigsten Konzerte der Musikgeschichte. Die Proben und die Aufführung von Robert Schumanns Klavierkonzert in a-Moll finden mit dem Israel Philharmonic Orchestra statt.

Samstag, 03.04. / 01:00 Uhr / lebensArt
(Erstsendung: 29.03.2021)
ORF

Peter Schneeberger und Clarissa Stadler präsentieren Inhalte, die nicht nur vom Kulturkalender, sondern auch von gesellschaftlichen und kulturpolitischen Entwicklungen bestimmt werden.

Neue und andere Sichtweisen erleichtern den Zugang zu Literatur und Musik, Film und Theater, Architektur und Bildender Kunst. Das Kulturmagazin ist feuilletonistisch, hintergründig und reflexiv.

Ostersonntag,04.04. / 19:15 Uhr / Die Osterglocken läuten – Von Klostergeheimnissen und kulinarischen Köstlichkeiten
Film von Anita Lackenberger
Erstausstrahlung
ORF/3sat

Anita Lackenberger führt durch Tirol, Südtirol und das Trentino, auf der Spur nach den vielfältigen Osterglocken, ihren Klängen und Geschichten – und zu regionalen österlichen Gaumenfreuden.

In den Alpen und besonders auch in Tirol gibt es einen reichen “Glockenschatz” – viele Glocken haben die Kriege überstanden und läuten immer noch wie vor 100 und mehr Jahren – mit ihren eigenen Melodien, die auch für das Osterfest geschaffen worden sind.

Vielen Menschen ist gar nicht bewusst, dass Ostern auch ein Fest der Töne und Geräusche ist – des Summens, Surrens und vor allem des Läutens an den Feiertagen. Zuvor, am Gründonnerstag, “fliegen die Glocken nach Rom” – und stellen das Läuten ein. Mit der “Auferstehung Christi” beginnen die Glocken wieder zu läuten – und läuten das ganze Wochenende. Das Fasten in der Karwoche ist zu Ende, jetzt finden die großen Feiern mit ihren mannigfaltigen Brauchtümern statt.

Glocken sind wesentliche Begleiter im Tongeschehen einer Stadt oder einer Gemeinde. Sie gehören zum Alltag und zu den Festtagen. Im Klang der Glocken wird auch im kulinarischen Sinne gefeiert: etwa mit “Osterbrot” oder “Fochaz”, der Südtiroler Variante. In Trient ist die “Colomba Pasquale” gern gesehen auf dem Ostertisch. In einigen Klöstern wird noch selbst gebacken, bei anderen gibt es angeschlossene Bäckereien, in denen die kulinarischen Spezialitäten erworben werden können.

Am Ostersonntag kommt oft Lammfleisch auf den Klostertisch, in Trient schon junges Gemüse wie wilder Spargel. Schinken mit Kren, gebacken in Brot- oder Ölteig, wird zu den Osterjausen gereicht. Verschiedenste Ostereier-Rezepte helfen bei der Verwertung der bunten Köstlichkeiten. Jedes Kloster, jeder Orden – ob Jesuiten, Franziskaner, Kapuziner oder Serviten – hat seine eigenen Ostertraditionen und Geschichten. Anita Lackenberger taucht in eine oft fremde Welt ein, die jedoch die Grundlage für das so wesentliche Frühlingsfest – das Osterfest – ist.

Ostermontag,05.04. / 11:40 Uhr / Glocken – Klang zwischen Himmel und Erde
Film von Helge Reindl
(Erstsendung: 15.03.2013)
ORF

Glocken gibt es schon seit mindestens 3600 Jahren: Sie rufen zum Gebet und verkünden den Frieden. Die Dokumentation geht den kulturgeschichtlichen Wurzeln der Klangkörper auf den Grund.

Glocken wurden zu Kriegsgerät verschmolzen und danach Symbol des Wiederaufbaus. Sie vermelden Freude ebenso wie das Sterben eines Menschen. In China wurden Glocken als Folterinstrumente eingesetzt, für Christen sind sie Verkünder von Zeit und Vergänglichkeit.

Es ist nicht der Wohlklang allein, der die Wahrnehmung des Glockenklangs bestimmt, wie die Professoren Bernhard Tschofen, Roland Girtler und August Schmidhofer erläutern. Die Musikhistorikerin Birgit Lodes aus München berichtet von Richard Wagners Plänen, Glocken in seinen Werken einzusetzen, und verrät, wie menschliche Stimmen eine Glocke im Konzert nachahmen können.


Kalenderwoche 15:

Samstag, 10.04. / 10:00 Uhr / Der Musikverein für Steiermark
Film von Werner Goger
(Erstsendung: 29.03.2020)
ORF

Der 1815 gegründete Musikverein für Steiermark ist der größte Konzertveranstalter der Stadt Graz und gehört zu den traditionsreichsten Konzertveranstaltern überhaupt.

Die Dokumentation zeigt, wie lebendig ein so traditionsreicher Konzertveranstalter in der Gegenwart sein kann und wie wichtig es ist, junge Musiker zu fördern und jungen Besuchern ein hochqualitatives Musikerlebnis näherzubringen.

Im prächtigen Stefaniensaal in Graz, einem der akustisch herausragendsten Konzertsäle der Welt, veranstaltet der Musikverein für Steiermark international hochkarätig besetzte Orchester-, Kammer- und Solistenkonzerte sowie Liederabende.

Bereits in seiner Gründungsphase wurden berühmte Musiker wie Ludwig van Beethoven und Franz Schubert zu Ehrenmitgliedern ernannt. In jüngerer Zeit kamen Musikgrößen wie György Ligeti, Alfred Brendel, Nikolaus Harnoncourt und Elīna Garanča hinzu.

Samstag, 10.04. / 11:20 Uhr / Die Wiener Sängerknaben – Wege in die Ferne
Film von Curt M. Faudon
(Erstsendung: 23.12.2008)
ORF

Ausgangspunkt für Curt M. Faudons Film über das Leben, die Arbeit und die Träume der Wiener Sängerknaben war ein Weltmusikprojekt des Chores mit Liedern von der alten Seidenstraße.

Der Film zeigt die Wiener Sängerknaben während ihrer Ausbildung im Palais Augarten, begleitet sie auf ihren Welt-Tourneen, zeigt die anstrengende Arbeit, aber auch die Abenteuer während der aufwendigen Dreharbeiten zu den Auftritten entlang der Seidenstraße.

Die jungen Sänger demonstrieren die große Bandbreite ihres Könnens – von der Zeit der Motetten bis hin zur Moderne, von der westeuropäischen Musik bis hin zu den Liedern der Seidenstraße, die aus Feldforschungen verschiedener Musikethnologen von 1911 bis heute stammen. Die Lieder werden von Originalinstrumenten begleitet und in Originalsprache gesungen.

Curt M. Faudon hat drei Monate für diesen Film gedreht, davon zwei Monate im Ausland, vorwiegend entlang der Seidenstraße in China, Indien und Usbekistan. Faudon begleitete die Chöre aber auch während ihrer Auslandstourneen in die USA, nach Japan, Australien und Korea. Entstanden ist eine Mischung aus Dokumentation, Musik und Kostümfilm.

Samstag, 10.04. / 17:00 Uhr / Sanssouci von oben
Film von Franziska Schulz und Jörg Johow
(Erstsendung: 14.05.2015)
ARD/RBB

Der Film zeigt brillante Eindrücke von den vertrauten historischen Orten im Schlosspark Sanssouci, aufgenommen mit einer fliegenden Kamera.

Hartmut Dorgerloh, Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten führt vom terrassierten Weinberg, über das Lustschloss und das Neue Palais aus der Zeit Friedrich des Großen bis zur Orangerie und Schloss Charlottenhof von Friedrichs Nachfahren.

Mit den neuen Fluggeräten eröffnet sich die Sicht auf Formen und Strukturen des Parks, die Blumenpracht der Gärten und beeindruckende Nahaufnahmen von Fontänen, Sichtachsen und Kuppeln. Dabei schwebt der Oktokopter manchmal haarscharf an Turmspitzen und Springbrunnen vorbei, gleitet senkrecht an Fassaden und Statuen empor oder rast im Nu durch das Dickicht des Rehgartens.

Samstag, 10.04. / 19:20 Uhr / Countdown Humboldt Forum ~ Jahrhundertprojekt Museumsinsel
Film von Stephan Merseburger und Carola Wedel
(Erstsendung: 12.12.2020)
3sat

Es ist das größte und strittigste Kulturprojekt Deutschlands: das Humboldt Forum im Berliner Schloss. Nach einigen Terminverschiebungen fand die Eröffnung am 17. Dezember 2020 statt – digital.

Die Fassade lässt Preußens Glanz und Gloria wiederauferstehen, dahinter verbirgt sich ein funktionaler Neubau. Das Berliner Stadtschloss mit Kuppel samt umstrittenem Kreuz steht wieder so da wie Mitte des 19. Jahrhunderts.

Der Film lässt die bewegte Geschichte des Ortes Revue passieren – vom Kaiserreich über Schloss-Sprengung und Bau des Palasts der Republik in der DDR bis hin zu dessen Abriss nach der Wende.

Im neu gebauten Schloss werden künftig Berlins ethnologische Sammlungen zu sehen sein: Objekte “fremder”, oft vergangener Kulturen. Auch hoch umstrittene Exponate aus der Zeit des Kolonialismus wie die Benin-Bronzen. Die Erwartungen an das Haus sind riesig. Es soll Wissen über die Geschichte des Ortes vermitteln, sich den deutschen Kolonialverbrechen stellen und zugleich ein Ort für Dialog, Wissenschaft und Unterhaltung sowie Begegnung sein.

Kurz vor der Eröffnung des Humboldt Forums werfen Carola Wedel und Stephan Merseburger einen Blick hinter die Kulissen und geben erste Einblicke in die geplanten Ausstellungen. Zeitgeistig im Stil der Urban Art zielt vor allem die Berlin-Etage auf ein junges, weltoffenes Publikum. Gemeinsam mit maßgeblichen Akteuren, wie Generalintendant Hartmut Dorgerloh, SPK Präsident Hermann Parzinger und Paul Spies (Berlin Museum) erkunden sie das neue Gebäude, treffen spannende Künstler unter anderen Cynthia Schimming und Jermain Raffington und lassen Kritiker des Humboldt Forums wie Gregor Gysi oder Benedicte Savoy zu Wort kommen.

Samstag, 10.04. / 20:15 Uhr / Alan Gilbert und Igor Levit
Aus der Elbphilharmonie Hamburg, 2020

Mit Igor Levit (Klavier) und Pedro Miguel Freire (Trompete)

Programm:
– Thomas Adès: Chamber Symphony
– Dmitri Schostakowitsch: Konzert für Klavier, Trompete und Streichorchester op. 35
– Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 4 B-Dur op. 60

Orchester: NDR Elbphilharmonie Orchester
Musikalische Leitung: Alan Gilbert

ARD/NDR

Am 26. Juni 2020 dirigiert Alan Gilbert das NDR Elbphilharmonie Orchester zum virtuellen Saisonabschluss im Großen Saal der Elbphilharmonie. Als Solist ist Pianist Igor Levit eingeladen.

Im September 2019 tritt Alan Gilbert seinen neuen Posten als Chefdirigent des NDR Elbphilharmonie Orchesters an. Der sprühenden Aufbruchstimmung macht die Corona-Pandemie bereits nach wenigen Monaten einen gewaltigen Strich durch die Rechnung.

Lange Zeit können Gilbert und das Orchester nicht zusammenarbeiten. Doch am 26. Juni darf wieder gemeinsam musiziert werden – mit den gebotenen Abstands- und Hygienemaßnahmen und ohne Publikum, dafür als besonderes Erlebnis für die Zuschauer zu Hause.

Als Solist tritt Starpianist Igor Levit auf, der während des Corona-Aufführungsstopps mit seinen gestreamten Hauskonzerten für Furore sorgte und damit einmal mehr zeigte, dass die Kunst sehr wohl auch einem perfiden Virus trotzen kann.

Samstag, 10.04. / 21:35 Uhr / Dekadenz – Sehnsucht nach Lust und Verfall
Film von Wilfried Hauke
(Erstsendung: 30.09.2020)
ARD/RB

Erst die Orgie, dann der Untergang: Dekadenz ist der Anfang vom Ende, lautet der Verdacht – für Zivilisationen und auch für Kulturepochen.

Der Film führt zurück in die Welt der alten Römer, erzählt von ihren Gelagen und Gelüsten und folgt dem Mythos vom Untergang der Kulturen über die Kunstepoche der Décadence und des Fin de Siècle bis in die Gegenwart.

Das ausschweifende Leben von Reichen und Privilegierten ist nur eine Seite der Medaille: Dekadenz und Zerfall reizen in Literatur und bildender Kunst seit Jahrhunderten auch durch ästhetische Widerspruchskraft und die ironische Brechung von Tabus.

Wilfried Hauke erforscht das Dekadente auch als neuen Kampfbegriff der Kulturen. Er trifft dabei auf Kulturhistoriker, Philosophen, Theologen und Soziologen wie Jürgen Wertheimer, Michaël Fœssel und Wolf Eiermann sowie die Tauchlehrerin Cristina Canoro, die den Zuschauer sowohl in die Römertherme von Baia wie nach Neapel, in die Stadt des Untergangs, führt. Und er begleitet neue Décadences bei ihren Akten der Provokation und des Dandyismus.

Der Film zeigt einen radikaler werdenden Moralismus, der aus der eigenen Mitte der westlichen Welt kommt. Selbst im liberalen Mainstream scheint, genährt durch aktuelle Untergangsängste, kein Platz mehr für sittliche Extravaganzen zu sein, für dunkle Genies wie zum Beispiel noch im 19. Jahrhundert Oscar Wilde, Charles Baudelaire und Egon Schiele.

Zudem lauert Ungemach von einer neuen negativen Strömung politischer Dekadenz: Extreme Populisten und Neo-Faschisten beschimpfen den westlichen Lifestyle und die Demokratie als “verdorben” und reden deren Untergang herbei.

Samstag, 10.04. / 22:30 Uhr / Dekadenz – Kampf gegen den Untergang
Film von Wilfried Hauke
(Erstsendung: 30.09.2020)
ARD/RB

Dekadenz ist der Anfang vom Ende, lautet der Verdacht, wenn soziales Verhalten in Egomanie umschlägt und ethische Werte keine Bedeutung mehr haben.

Der Film des preisgekrönten Regisseurs Wilfried Hauke folgt dem Fotografen Vincent Jarousseau nach Denain in Nordfrankreich und erzählt von der Wut der Menschen dort auf die Pariser Elite, von der sie sich seit Jahrzehnten abgehängt und vergessen fühlen.

Er erforscht dabei das Dekadente als neuen Kampfbegriff der Kulturen zwischen politisch nationalistischen und globalen Strömungen. Auch neue Klimabewegungen wie Extinction Rebellion unterstellen dekadentes Verhalten, vor allem den Energiemultis, die unsere Welt aus Profitgier zerstören und den Untergang in Kauf nehmen würden.

Machtgier und egoistische Süchte von Priester und Theologen sowie die Instrumentalisierung der Religionen für politische Zwecke sind für Kardinal Reinhard Marx, den führenden Vertreter der katholischen Kirche in Deutschland, die Ursache für den dekadenten Niedergang der Kirche.

Der Film begleitet aber auch neue Décadences, die ihren Dandyismus und ihr Außenseitertum pflegen. So den Modeblogger David Roth in Berlin oder den Café-Betreiber Frédéric Robert in Straßburg.

Sonntag, 11.04. / 09:15 Uhr / Bas Kast – Die Entscheidungen deines Lebens
(VPS 9.10)
(aus der SRF-Gesprächsreihe “Sternstunde Philosophie”)
(Erstsendung: 29.11.2020)
SRF

Bauch oder Kopf? Sicherheit oder Risiko? Ganz neu beginnen oder in Ruhe weitermachen? Der Weg zu einer gelingenden Existenz führt über selbstbestimmte Entscheidungen.

Bas Kast erklärt, worauf man bei den kleinen und großen Entscheidungen des Lebens achten sollte. Im Gespräch mit Wolfram Eilenberger legt er die Bedingungen eines gelingenden Lebens frei und ermuntert zum Mut, in der Mitte des Lebens noch einmal ganz Neues zu wagen.

“Werde, der du bist!” – leichter gesagt als getan. In seinen Büchern geht der Wissenschaftsjournalist und Bestsellerautor Bas Kast der Frage nach, was eine gute Lebensentscheidung von einer schlechten unterscheidet. Was tun, wenn man sich im eigenen Leben nicht mehr zu Hause fühlt? Wenn das Berufsleben nur noch abgespult und die Beziehung von Routinen regiert wird? Sind es wirklich die großen Entscheidungen wie Ehe oder Berufswahl, an denen sich ein Leben entscheidet? Oder doch eher die kleinen alltäglichen? Bas Kast geht diesen Fragen nicht nur als Wissenschaftsjournalist nach, sondern auch als Erzähler und Romancier.

Sonntag, 11.04. / 10:10 Uhr / erLesen
(Erstsendung: 16.03.2021)
ORF

Heinz Sichrovsky begrüßt diesmal folgende Autoren und Prominente: Regisseur und Autor David Schalko, Dompfarrer Anton “Toni” Faber und Schriftstellerin Anna Baar.

David Schalko hat mit “Bad Regina” eine Erzählung über den Untergang Europas geschrieben. Im Mittelpunkt steht eine Geisterstadt in den österreichischen Alpen. Über die Vorbereitung auf Ostern im nunmehr schon zweiten Pandemie-Jahr spricht Toni Faber.

Anna Baar wiederum macht sich in ihrem neuen Roman “Nil” auf die Suche nach dem Wahren im Ausgedachten.

Sonntag, 11.04. / 11:45 Uhr / Johannes Brahms: Sinfonie Nr. 4 e-Moll op. 98
Das Orchestra della Svizzera italiana spielt Brahms
Konzerthalle Lugano, 2016
Musikalische Leitung: Markus Poschner
Erstausstrahlung
SRF/3sat

Die letzte Sinfonie aus der Feder von Johannes Brahms komponierte er in der Steiermark. 1885 uraufgeführt, zählt sie zu den beliebtesten und meistgespielten Orchesterwerken des Musikers.

Zu Anfang stieß das Werk wegen seines kompromisslosen, dichten Charakters auf Befremden. Johannes Brahms hegte ebenfalls Bedenken. Er verglich sein eigenes Werk zu Beginn mit den Kirschen der Steiermark, die nicht richtig reif werden. Doch seine Zweifel verflogen bald.

Die Symphonie stieß auf große Akzeptanz und erfuhr eine schnelle und große Verbreitung. Unter der Leitung des deutschen Dirigenten Markus Poschner spielt das Orchestra della Svizzera italiana die Sinfonie in der Konzerthalle in Lugano (LAC).

Sonntag, 11.04. / 12:30 Uhr / Druckfrisch ~ Neue Bücher mit Denis Scheck
(Erstsendung: 28.03.2021)
ARD/NDR

Orientierung im Bücherdschungel verspricht Denis Scheck. Scheck besucht Schriftsteller, stellt Neuerscheinungen vor und spart dabei weder an Lob noch an Kritik.

Seine bissigen und humorvollen Kommentare zu den Büchern der Spiegelbestenliste aus der Kölner Bücherhalle sind beliebt und gefürchtet. Im persönlichen Gespräch entlockt er Autoren aktueller Bestseller interessante Hintergründe zu ihren Werken.

Sonntag, 11.04. / 16:25 Uhr / Das Appartement
(The Apartment)
Spielfilm, USA 1960
ARD/SWR

Baxter (Bud): Jack Lemmon
Fran Kubelik: Shirley MacLaine
J. D. Sheldrake: Fred MacMurray
Mr. Dobisch: Ray Walston
Dr. Dreyfuss: Jack Kruschen
Miss Olsen: Edie Adams
Mr. Kirkeby: David Lewis
Sylvia: Joan Shawlee
Margie MacDougall: Hope Holiday
Karl Matuschka: Johnny Seven
Mrs. Dreyfuss: Naomi Stevens

Regie: Billy Wilder
Länge: 120 Minuten

Aus Karrieregründen verleiht ein Angestellter seine Wohnung als Liebesnest an seine verheirateten Chefs. Kompliziert wird es, als er zu Hause auf die Frau trifft, die er heimlich liebt.

Jack Lemmon und Shirley McLaine in einer der besten Komödien Billy Wilders, die im Jahr 1960 fünf Oscars erhielt.

C. C. Baxter, genannt Bud, arbeitet bei einer New Yorker Versicherung. Der kleine Angestellte möchte gern Karriere machen und hofft darauf, bald aufzusteigen, schließlich macht er fast täglich Überstunden – allerdings weniger aus übertriebenem Pflichtgefühl: Vielmehr überlässt Bud reihum vier Abteilungsleitern sein Appartement für heimliche Treffen mit deren Freundinnen.

Als die Herren Bud zur Beförderung vorschlagen, durchschaut Personalchef J. D. Sheldrake das Spiel und verlangt ebenfalls Zugang zu dem Appartement. Bud ahnt nicht, mit wem Sheldrake sich in seiner Wohnung trifft: Es ist Fran Kubelik, die reizende Fahrstuhlführerin, in die er selbst unsterblich verliebt ist.

Buds Karrieredenken gerät in heftigen Konflikt mit seinen Gefühlen, als er Fran eines Abends bewusstlos in seinem Bett vorfindet: Von Sheldrake alleingelassen und enttäuscht, hat sie Schlaftabletten genommen. Bud bekommt vom Arzt die Anweisung, Fran, die sich zum Glück wieder erholt hat, 24 Stunden nicht fortzulassen. Bud ist fest entschlossen, Fran zu heiraten, doch dann tauchen neue Komplikationen auf, und Bud trifft eine folgenschwere Entscheidung.

Billy Wilder inszenierte die Komödie spritzig und pointenreich und erhielt dafür drei der fünf Oscars für “Das Appartement”: Ausgezeichnet wurde er mit den Preisen für Regie, Drehbuch und Produktion.

Redaktionshinweis: Um 21.45 Uhr sendet 3sat mit “Das Mädchen Irma la Douce” einen weiteren Spielfilm des österreichischen Drehbuchautors und Filmregisseurs Billy Wilder mit den Hauptdarstellern Shirley MacLaine und Jack Lemmon.

Sonntag, 11.04. / 18:30 Uhr / Museums-Check mit Markus Brock: Jüdisches Museum Frankfurt
Gast: Marina Weisband
Erstausstrahlung
ARD/SWR/3sat

Nach fünf Jahren Um- und Ausbau öffnete das Jüdische Museum Frankfurt im Oktober 2020 wieder seine Pforten. “Wir sind jetzt”, lautet der Titel der neuen Dauerausstellung.

Ausgehend von der Gegenwart wird hier jüdisches Leben in all seinen Facetten erfahrbar. Markus Brock “checkt” das Museum und begrüßt als Gast die jüdische Publizistin und Politikerin Marina Weisband.

Wie keine andere deutsche Stadt war und ist Frankfurt von der jüdischen Kultur geprägt. Frankfurt war auch die erste Anlaufstation von Marina Weisband, als sie 1994 im Alter von sechs Jahren mit ihrer Familie aus Kiew nach Deutschland kam. Oft sei ihr gesagt worden, dass sie die erste Jüdin wäre, die man kennenlerne. “Wir waren diese Fabelwesen, die man nur aus dem Geschichtsunterricht kannte”, sagt sie.

Heute lebt die Diplom-Psychologin in Münster und erfährt noch immer antisemitische Beleidigungen. Als Publizistin und Politikerin bei Bündnis 90/Die Grünen macht sie auch auf die gegenwärtige Situation der Juden in Deutschland aufmerksam. Außerdem setzt sie sich für die Vermittlung demokratischer Grundwerte an Jugendliche ein. Seit 2014 leitet sie das Projekt “aula – Schule gemeinsam gestalten”. Und wann immer es ihre Zeit erlaubt, arbeitet sie als freischaffende Künstlerin.

Mit Markus Brock erkundet Marina Weisband die beiden Standorte des Jüdischen Museums: das Museum Judengasse und das klassizistische Rothschild-Palais am Mainufer mit dem modernen Lichtbau der “Staab Architekten”. Der weiße Kubus mit großen Fenstern repräsentiert das Neue, Offene im bewussten Kontrast zum denkmalgeschützten Rothschild-Palais, das quasi ein Museum im Museum ist. Hier wohnte einst die berühmte jüdische Bankiersfamilie Rothschild. Ihre Geschichte erzählt beispielhaft von den Traditionen der Juden Frankfurts, von Erfolg, Exil, Gewalt und Gegenwehr.

Der Kinderstuhl von Anne Frank, die 1945 im KZ Bergen-Belsen ermordet wurde, ist eine Ikone des Museums. Das Leben des bekanntesten Opfers des Holocausts wird mit Briefen, Alltagsgegenständen und Fotos veranschaulicht. Auch Kunsthandwerk und Kunst spielen im Jüdischen Museum eine zentrale Rolle, etwa in Zeichnungen und Gemälden über die jüdische Kultur und Werke von jüdischen Malern. Arbeiten zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler sind hier regelmäßig zu sehen.

Im Rahmen der Neueröffnung des Museums zeigt das Jüdische Museum außerdem die Sonderausstellung “Die weibliche Seite Gottes”. Seit der Spätantike spielen Frauen in den monotheistischen Religionen eine wichtige Rolle, was Exponate wie antike Figurinen aus Israel, hebräische Bibelillustrationen und Madonnenbilder verdeutlichen.

Das Jüdische Museum Frankfurt versteht sich als Ort der Zuversicht, der aktiv an einer offenen, toleranten Gesellschaft mitwirken möchte.

Sonntag, 11.04. / 21:45 Uhr / Das Mädchen Irma la Douce
Spielfilm, USA 1962
ARD/SWR

Irma la Douce: Shirley MacLaine
Nestor Patou: Jack Lemmon
Moustache: Lou Jacobi
Inspektor Lefevre: Herschel Bernardi
Annie: Joan Shawlee
Lolita: Hope Holiday
Hippolyte: Bruce Yarnell
Kiki: Grace Lee Whitney
Suzette: Tura Santana
Mimi: Harriet Young
Tätowierter Matrose: Bill Bixby

Regie: Billy Wilder
Länge: 137 Minuten

Der junge Polizist Nestor verliert seinen Job, als er das sündige Treiben in einer Pariser Straße zu stoppen versucht. Dafür gewinnt er die Liebe der süßen Irma.

Jack Lemmon und Shirley MacLaine in Billy Wilders berühmter romantischer Komödie.

Die attraktive Irma la Douce gehört zu den Schönen, die in der Pariser Rue Casanova dem ältesten Gewerbe der Welt nachgehen. Eines Tages taucht Nestor Patou, ein neuer Polizist auf, der entsetzt über die Zustände ist und sich spontan entschließt, in der Rue Casanova wieder Anstand und Sitte herzustellen. Seine eigenmächtige Razzia endet allerdings mit seiner sofortigen Entlassung, weil dem übereifrigen Nestor auch der eigene Chef ins Netz gegangen ist.

Deprimiert kehrt Nestor in das Bistro zurück, in dem die Mädchen verkehren. Eine Prügelei mit Irmas “Beschützer” Hippolyte hat verblüffende Folgen: Die schöne Irma bietet dem verdutzten Nestor an, bei ihr an dessen Stelle zu arbeiten. Da Nestor sich längst in Irma verliebt hat, kommt er auf eine kühne Idee: Er verwandelt sich in den äußerst großzügigen “Lord X” und nimmt Irma das Versprechen ab, künftig keinen anderen Freier mehr zu empfangen, sondern nur noch zweimal wöchentlich mit seiner Lordschaft Patiencen zu legen. Um das finanzieren zu können, muss er allerdings frühmorgens heimlich in den Markthallen schuften. Als Nestor “Lord X” verschwinden lässt, führt das zu neuen Komplikationen.

Billy Wilder (“Manche mögen’s heiß”) hat diese Komödie nach dem gleichnamigen Musical mit Gespür für Parodie und Komik inszeniert, sodass “Das Mädchen Irma la Douce” sofort weltweit zu einem Welterfolg wurde. Einen herausragenden Anteil daran haben die beiden ausgezeichneten Hauptdarsteller Shirley MacLaine und Jack Lemmon.

Montag, 12.04. / 01;35 Uhr / Kulturpiloten
ZDF

Das digitale Kulturangebot des ZDF präsentiert ein Best-of seiner Formate – von Musik und Theater über Kino, Gaming, Design und Literatur bis hin zu aktuellen Debatten.

Künstler führen durch ihre Städte und lassen neue Kunstwerke entstehen. Musiker bieten einen Einblick hinter die Kulissen, und Schauspieler inszenieren bekannte Stücke in radikaler Kurzform. Was die Gesellschaft bewegt, wird auf Augenhöhe diskutiert.

Die “Kulturpiloten” bringen Kultur spielerisch in den Alltag – ohne zu belehren.


Regelmäßige Kultursendungen auf 3sat:

Montags – freitags, 19:20 Uhr: Kulturzeit
Das 3sat Kulturmagazin von ZDF, ORF, SRF und ARD
3sat
“Kulturzeit” ist das werktägliche Kulturmagazin von 3sat.
“Kulturzeit” mischt sich in kulturelle und gesellschaftspolitische Fragen ein. Das Magazin bietet Hintergrundinformationen, Porträts und Gespräche zu aktuellen und brisanten Fragen.

Samstags, 09:05 Uhr: Kulturplatz

Das Kulturmagazin von Schweizer Radio und Fernsehen, SRF
Hinein ins pralle Leben: “Kulturplatz” greift auf, was die Menschen beschäftigt, welche Fragen sie sich stellen. Und zeigt, dass die Kultur Antworten gibt.
“Kulturplatz” findet mitten im Leben statt: im Supermarkt, am Musikfestival, im Wald. Denn Kultur ist viel mehr als Musik, Literatur und Kunst. Kultur durchdringt unser Leben. Wo jemand nachzudenken beginnt, da entsteht Kultur.
Diesem Credo ist “Kulturplatz” verpflichtet. Die Sendung will für Kultur begeistern und behält dabei die wichtigsten Akteure und Ereignisse des Kulturbetriebes im Blick. “Kulturplatz” spürt Trends auf und präsentiert Neuentdeckungen.


Diese Übersicht wird stets mehrere Wochen vor den jeweiligen Sendeterminen erstellt. Aktuelle Programmänderungen sind u. U. nicht berücksichtigt. Diese finden sich auf 3sat.de.