TV-Tipps 3sat:

arte und 3sat übertragen in ihrem umfangreichen Programmen regelmäßig Dokumentationen über Künstler und Kulturereignisse, dazu Konzerte (von Klassik über Pop & Rock bis Heavy Metal), Musicalfilme, Opern-, Tanz- und Theatervorstellungen.
Diese Seite informiert über bevorstehende interessante Ausstrahlungstermine auf 3sat aus dem Kulturbereich.


Kalenderwoche 48:

Montag, 23.11. / 02:40 Uhr / INXS: Live Baby Live
Wembley Stadium, London, Großbritannien, 1991
Regie: David Mallet
3sat

Im Juli 1991 begeistern INXS im Rahmen ihrer “Summer XS Tour” 74 000 Fans im Londoner Wembley Stadium. Sänger Michael Hutchence hat die Fans im Griff. Keiner ahnt, dass er 1997 sterben wird.

“Hutchence war der archetypische Rock-Showman. Er strahlte mit seinen wallenden Locken und seiner geschmeidigen, unbändigen Bühnenperformance eine offenkundig sexuelle und männliche Coolness aus”, schreibt Musikwissenschaftler Ian McFarlane über den Sänger.

1977 gründen die drei Farriss-Brüder die Band “The Vegetables” in Sydney: Tim spielt Gitarre, Andrew Keyboard und Jon Schlagzeug. Dazu kommen Michael Hutchence als Sänger, Garry Gary Beers am Bass und Kirk Pengilly als Gitarrist und Saxofonist. Ab 1979 nennt sich die Band INXS und veröffentlicht 1980 das gleichnamige Debütalbum.

Internationale Aufmerksamkeit erreichen INXS 1987 mit ihrem Album “Kick” und Hits wie “New Sensation”, “Devil Inside” und “Need You Tonight”. Die Band stürmt die Hitparaden und wird 1988 mit dem MTV Video Music Award für “Need You Tonight” ausgezeichnet.

INXS sind im Sommer 1991 auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Ihr im September 1990 veröffentlichtes Album “X” mit Hits wie “Suicide Blonde”, “By My Side” und “Disapper” erreicht weltweit Top-Platzierungen, Hutchence gewinnt bei den Brit Awards die Kategorie “Best International Artist”, und INXS werden dort mit dem 1. Platz in der Bandkategorie ausgezeichnet.

Im August 1992 nimmt die Katastrophe im Leben von Michael Hutchence seinen Anfang: Im Streit mit einem Taxifahrer stürzt der Sänger zu Boden und zieht sich einen Schädelbruch zu, der einige Tage unbehandelt bleibt. Die Folgen sind schwerwiegend: Michael Hutchence verliert seinen Geruchs- und Geschmackssinn und gerät in eine Depression, verbunden mit einer erhöhten Aggressionsbereitschaft.

Mitte der 1990er-Jahre verliebt sich Hutchence in Paula Yates, die zu dieser Zeit noch mit Live-Aid-Organisator und Sänger Bob Geldof verheiratet ist. Schnell bekommen die Medien Wind davon und hetzen das Paar – worauf Hutchence einen Fotografen attackiert. Im Mai 1996 lassen sich Yates und Geldof scheiden. Am 22. Juli bringt Yates das mit Hutchence gemeinsame Kind, Heavenly Hiraani Tiger Lily, zur Welt.

Im April 1997 gehen INXS auf Welttournee zur Bewerbung ihres neuen Albums “Elegantly Wasted”. Im November und Dezember gastieren INXS in Australien. Paula Yates plant mit dem Baby und ihren drei Kindern nach Australien zu reisen, doch Bob Geldof kann das mit rechtlichen Mitteln verhindern. Am Morgen des 22. Novembers 1997 wird Michael Hutchence tot im Ritz-Carlton Hotel in Double Bay, Sydney, aufgefunden. Schauspielerin Kym Wilson ist die letzte, die den Sänger nach einer Partynacht lebend sieht. Die Autopsie ergibt, dass Hutchence unter Einfluss von Alkohol und Drogen Selbstmord begangen hat. Er wird am 27. November in Sydney beigesetzt, Nick Cave singt dazu seinen Song “Into My Arms” und verbietet dem Fernsehen die Übertragung.

Paula Yates stirbt am 17. September 2000 an einer Überdosis Heroin. Sie wird von der vierjährigen Tochter mit Michael Hutchence gefunden, die später von Bob Geldof adoptiert wird. INXS werden 2001 in die Aria Hall of Fame Australiens aufgenommen und lösen sich 2012 auf.

3sat präsentiert die Höhepunkte des Konzertfilms in einer bild- und tonoptimierten Fassung. 17 Kameras am Boden und eine Kamera im Helikopter fangen das historische Konzert auf 35 Millimeter Film ein. Gitarrist Tim Farriss sagt dazu: “Wir waren doch nur sechs Typen aus Australien, die den Wembley-Stadium-Auftritt wie einen weiteren Gig in einem Pub angingen. Wir kamen mit unserer Beschallungsanlage, ein paar Lampen und spielten uns den Arsch ab. Keine Rampen, keine Chorsänger, keine Pyrotechnik, kein Konzertflügel und so weiter. Nur wir sechs, und das Publikum war aus dem Häuschen. Das war alles was wir brauchten.”

Montag, 23.11. / 04:00 Uhr / Little Steven and The Disciples of Soul: Soulfire Live
Diverse Locations, USA, Europa, 2017
Regie: Ryan Celli
3sat

2017 geht Steven Van Zandt mit seiner Band “The Disciples of Soul” auf Nordamerika- und Europatournee. Regisseur Ryan Celli dreht an mehreren Orten und veröffentlicht 2019 seinen Konzertfilm.

Unter seinem Spitznamen “Little Steven” wird Steven Van Zandt als Sideman von Bruce Springsteen bekannt und kann auch als Schauspieler in den Serien “Die Sopranos” und “Lilyhammer” überzeugen. Sein Markenzeichen ist ein Kopftuch, um Narben eines Autounfalls zu verbergen.

Zusammen mit Bruce Springsteen und anderen gilt Little Steven als Mitbegründer des “Jersey Shore Sound”, der vom Rock ‘n’ Roll und Rhythm ‘n’ Blues beeinflusst wird und sich mit dem täglichen Leben der normalen Leute beschäftigt. 1975 steigt Little Steven in Springsteens “E Street Band” ein und verlässt die Gruppe 1984 wieder, um mit den “Disciples of Soul” weiterzumachen.

Auch politisch ist Little Steven aktiv: Er gründet 1985 die Initiative “Artists United Against Apartheid”, die gegen den Freizeit- und Vergnügungspark “Sun City” kämpft. An seiner Seite hat Little Steven Kollegen wie Bruce Springsteen, Bono, Bob Dylan und Run-D.M.C., die mit ihm den Song “Sun City” aufnehmen, in dem die Künstler versichern, niemals dort aufzutreten.

1999 steigt Little Steven wieder in Springsteens “E Street Band” ein und übernimmt die Rolle des Silvio Dante in der US-Fernsehserie “Die Sopranos”, der als Stripclub-Besitzer und Mitglied der Mafia von New Jersey zu den engsten Freunden des Bosses, Tony Soprano, gehört.

Little Steven gewinnt dafür mehrere Film- und Fernsehpreise und beginnt 2002 als Radiomoderator seine dritte Karriere: Er beschäftigt sich in der Radiosendung “Little Steven’s Underground Garage” mit Garagenrock und allen weiteren Aspekten der Rockmusik. 2012 wird Little Steven wieder zum Gangster: In der norwegisch-amerikanischen TV-Serie “Lilyhammer” spielt er einen Mafiaboss, der im Rahmen eines Zeugenschutzprogramm in Norwegen versteckt wird.

Montag, 23.11. / 04:45 Uhr / Blackberry Smoke: Homecoming
The Tabernacle, Atlanta, Georgie, USA, 2018
Regie: Ted Roach, Lagan Sebert
3sat

Im November 2018 feiern die Südstaatenrocker Blackberry Smoke mit ihren Fans ihr traditionelles “Homecoming”-Event, mit deren Erlösen die Band seit sechs Jahren krebskranke Kinder unterstützt.

“Southern-Rock ohne Redneck-Mief”, schreibt ein Kritiker über die Band aus Atlanta mit ihrer Mischung aus Rock, Country und Soul. Bisher als Geheimtipp gehandelt, veröffentlicht die Gruppe im Dezember 2019 ihr neues Album “Homecoming” und tourt mit Guns N’ Roses.

Mehr als 350 000 US-Dollar können Blackberry Smoke in den letzten sechs Jahren wohltätigen Organisationen spenden. Sie kehren dafür an jedem Freitag nach Thanksgiving in ihre Heimatstadt Atlanta zurück. Im November 2018 zeichnen sie das Konzert erstmals auf. Sänger und Gitarrist Charlie Starr sagt dazu: “Wir freuen uns wirklich sehr, dass bald jeder die ‘Atlanta-Homecoming-Show’ im Tabernacle selbst erleben kann. Mit diesem Live-Album und Film haben wir versucht, diese besondere Energie einzufangen. Wir finden, dass ‘Homecoming’ Euch fühlen und hören lässt, wie viel Spaß wir bei dieser Show haben.”

Das Konzert findet im Tabernacle statt, einem neoklassizistischen Bau mitten in Atlanta, 1911 als Kirche eingeweiht und 1996 zum Konzertsaal umgebaut, ohne dass die besondere Atmosphäre des Ortes zerstört wird. “Charlie Starr und Blackberry Smoke halten eine Predigt, wie man verdammt gut Gitarre spielt”, schreibt ein Kritiker über das Konzert.


Kalenderwoche 49:

Samstag, 28.11. / 19:20 Uhr / Bedrohte Schätze im Depot
Die dunklen Flecken großer Museen und kleiner Sammlungen
Film von Frank Vorpahl
Erstausstrahlung
3sat

Ethnologische Sammlungen gibt es seit der Kolonialzeit in vielen deutschen und europäischen Museen. Doch meist wird nur ein kleiner Teil der Objekte der Öffentlichkeit gezeigt.

Der Großteil dagegen liegt versteckt im Depot und bekommt nicht die konservatorische Aufmerksamkeit, die den Pretiosen in den Ausstellungen zuteilwird. Frank Vorpahls Dokumentation nimmt eine kritische Bestandsaufnahme der desolaten Lage in Sammlungs-Depots vor.

Ratten und Insekten, Wasser und Klimadruck – in den Depots lauern zahlreiche Gefahren für Objekte, die es in ihren Ursprungsländern oft nicht mehr gibt und die für die Herkunftsgesellschaften von großem Wert wären.

Im Wiener Weltmuseum sind es 90 Prozent der Objekte aus Afrika, Asien und Ozeanien, die seit über 100 Jahren in Regalen im dunklen Untergeschoss lagern. In Berlin werden von einer halben Million Artefakte nur rund 10 000 im neuen Humboldt Forum öffentlich sichtbar. Der Rest lagert in Berlin-Dahlem im Depot, wo infolge baulicher Mängel “knöcheltief” Wasser eindrang. Ob in Berlin, Stuttgart, München, Hamburg, Bremen oder Wörlitz – nirgends wird gern und wenn nur verschämt über den desolaten Zustand der Depots gesprochen. Es ist die schiere Zahl von Sammlungsobjekten – der amerikanische Historiker Glenn Penny spricht von “Sammelwut und Sammelwahn der europäischen Weltenbummler” –, die dazu zwingt, unendlich vieles und auch wissenschaftlich kaum Erfasstes im Keller einzuschließen, wo es oft vergammelt und dann entsorgt werden muss. “Passives Entsammeln” nennt das der Museumsforscher Dirk Heisig.

Die Dokumentation nimmt eine kritische Bestandsaufnahme der desolaten Lage in Sammlungs-Depots vor und macht deutlich, dass die Gefährdungen für die ethnologischen Sammlungen nicht das Ergebnis von Schlamperei oft sehr engagierter Museumsmitarbeiter sind, sondern ein strukturelles Problem: einer Überforderungssituation, die einen deutlichen Zuwachs an Ressourcen, Forschung, Austausch, Offenheit und Transparenz erforderlich macht.

Samstag, 28.11. / 20:15 Uhr / Festliche Operngala – Die Highlights
für die Deutsche AIDS-Stiftung
Deutsche Oper Berlin, November 2020
Chor: Deutsche Oper Berlin
Orchester: Deutsche Oper Berlin
Erstausstrahlung
ARD/RBB/3sat

Seit über 25 Jahren gehört die “Festliche Operngala” für die Deutsche AIDS-Stiftung in der Deutschen Oper Berlin zu den bedeutendsten Charity-Events in Deutschland.

2020 muss die Gala aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen. 3sat zeigt die Highlights der vergangenen 26 Jahre mit beliebten Opernarien, berühmten Sängerinnen und Sängern, großen Dirigenten und eloquentem Wortwitz aus der Feder von Loriot und Max Raabe.

Marcelo Álvarez, Piotr Beczała, Montserrat Caballé, Marianne Crebassa, Elsa Dreisig, Christiane Karg, Simone Kermes, Jochen Kowalski, Olga Peretyatko, Thomas Quasthoff, Matti Salminen, Peter Seiffert, Nina Stemme, Rolando Villazón oder Pretty Yende – sie alle waren schon bei der Operngala dabei.

Das zentrale Anliegen der Gala ist das Sammeln von Spendengeldern, um Menschen mit HIV und Aids zu helfen. Die Deutsche AIDS-Stiftung ist die größte Aids-Hilfsorganisation Deutschlands und unterstützt seit über 30 Jahren betroffene Menschen in Notlagen.

Samstag, 28.11. / 21:45 Uhr / Kunst hoch 2 (4/6)
Mit Michael und Andreas Haefliger
Erstausstrahlung
SRF/3sat
3sat/die woche 49/20

Die Dokumentationsreihe “Kunst hoch 2” porträtiert bekannte Künstler im Doppelpack. Diese Folge erzählt die Geschichte der Brüder Michael und Andreas Haefliger.

Als Söhne des berühmten Schweizer Tenors Ernst Haefliger sind die Wege der beiden fast klar: Mit 16 Jahren gehen die talentierten Jungen nach New York an die Juilliard School of Music. Michael Haefliger spielt Geige, sein ein Jahr jüngerer Bruder Andreas Klavier.

Während Andreas, der Künstler durch und durch, beinahe leichtfüßig seiner Berufung folgt und erfolgreicher Pianist wird, stellt sich für Michael der Weg zum Konzertgeiger als steinig heraus. Er hängt die Geige an den Nagel und wird Intendant. Heute ist er als Leiter des “Lucerne Festival” einer der einflussreichsten Männer in der klassischen Musikbranche.

Zum ersten Mal wohnen beide Brüder gleichzeitig in der Schweiz – am jeweils anderen Ende des Vierwaldstättersees. Andreas baut im Kanton Uri sein eigenes Haus auf 1700 Metern Höhe. Michael holt sich seine Inspiration in Davos, in der Heimat des Vaters. Auf den ersten Blick gibt es viele Parallelen im Leben der Haefligers. Auf den zweiten Blick wird deutlich, wie extrem anders und doch tief verbunden die beiden Brüder sind.

Die zweite Staffel von “Kunst hoch 2” porträtiert folgende Kunstpaare: die Starmusikerinnen Patricia Kopatchinskaja und Sol Gabetta, die Designer-Brüder Daniel und Markus Freitag, das Künstlerpaar Pascale Wiedemann und Daniel Mettler, Pianist Andreas Haefliger mit Bruder und Intendant Michael Haefliger, Künstlerin Kazuyo Okushiba mit Ehemann und Maler Conrad Jon Godly sowie Regisseurin Meret Matter und Schauspielerin Grazia Pergoletti.

Samstag, 28.11. / 22:30 Uhr / zdf@bauhaus ~ Live-Musik mit Philipp Poisel
Moderation: Jo Schück
Erstausstrahlung
3sat

Philipp Poisel zählt aktuell zu den spannendsten deutschen Singer-Songwritern und hat mit seinen Songs den deutschen Musikmarkt deutlich belebt. Begonnen hat alles in Fußgängerzonen.

Seine Alben haben Goldstatus, und seine Singles finden sich weit oben in den Charts wieder. Poisel hält ganz glaubwürdig die Balance zwischen Authentizität und Kunstsinn. Seine Texte sind häufig melancholisch, manchmal besinnlich, aber niemals negativ.

Der Singer-Songwriter verarbeitet seine persönlichen Erfahrungen, fasst sie in tiefgründige Worte und findet dafür eine vielschichtige Musik, die er mit viel Herz vorträgt.

Er wirkt dabei stets etwas in sich gekehrt. Und Obwohl Philipp Poisel, Jahrgang 1983, noch recht jung ist, spürt man in seinen Stücken stets eine Nachdenklichkeit und eine gewisse Schwermut. Seine Texte gefallen nicht allen. Doch diejenigen, die sich auf sie einlassen, sind schlichtweg begeistert. Nur wenige seiner Songs passen in ein kommerzielles Radioprogramm. Einer davon ist “Wie soll ein Mensch das ertragen”, der es sogar in die deutschen Top 10 geschafft hat. Zu seinen großen Erfolgen zählt auch “Eiserner Steg”, der im Soundtrack von “What a Man”, dem ersten selbst produzierten Film von Matthias Schweighöfer, zu hören ist.

Bei Herbert Grönemeyers Label “Grönland” genießt er als Songwriter uneingeschränkte künstlerische Freiheit, um aufrichtige Stücke zu schreiben, die ihm zu 100 Prozent entsprechen. Gerade diese Authentizität ist es, die Philipp Poisel auszeichnet.

Internationale Künstler geben für die Konzertreihe “zdf@bauhaus” in einem intimen Rahmen exklusive Konzerte vor Live-Publikum. Präsentiert werden die Konzerte von Moderator Jo Schück.

Sonntag, 29.12. (1. Advent) / 10:05 Uhr / Literaturclub
SRF

„Literaturclub” diskutiert die neuesten literarischen Entdeckungen und gibt Orientierungshilfe im Buchmarkt.

In der Gesprächssendung werden jeweils vier bis fünf Neuerscheinungen besprochen.

Sonntag, 29.12. (1. Advent) / 11:20 Uhr / erLesen
Moderation: Heinz Sichrovsky
(Erstsendung: 24.11.2020)
ORF

In “erLesen” treffen sich Prominente, Star- und Nachwuchsautoren zum etwas anderen Literaturgespräch. Im Fokus stehen zeitgenössische Literatur ebenso wie Krimis, Sachbücher und Ratgeber.

Erfolgsschriftsteller wie Frank Schätzing, Marlene Streeruwitz und Arno Geiger sowie interessante Persönlichkeiten aus dem Kultur- und Literaturbereich wie Sky du Mont, Chris Lohner und Elke Heidenreich präsentieren ihre neuen Romane.

Geplaudert und diskutiert wird über Lieblingslektüre, aktuelles Tagesgeschehen, Historisches und auch über sehr Persönliches.

Heinz Sichrovsky ist einer der profiliertesten Kulturjournalisten Österreichs und profunder Kenner der Literaturszene. Er wartet mit Neuigkeiten und Skurrilem aus der Welt des Buches auf. Seit 2010 moderiert Sichrovsky mit Verve, Charme und einer Prise Ironie die Büchersendung “erLesen”. Was in keiner Sendung fehlen darf: seine pointierten Buchempfehlungen und Neuigkeiten aus der Welt der Literatur.

Sonntag, 29.12. (1. Advent) / 12:05 Uhr / Wo Bücher die Welt bedeuten
USA, Portland – mit Laura Moulton und Ben Hodgson
Film von Michael Bernstein
(Erstsendung: 16.10.2019)
ARD/BR

Ein Fahrrad mit einer Kiste Büchern darauf bringt in Portland, Oregon, Bücher zu Menschen, die auf der Straße leben. 2011 gründete Laura Moulton ihre Fahrradbibliothek “Street Books”.

Wie in vielen amerikanischen Städten gibt es auch in Portland immer mehr Menschen, die sich die Mieten nicht mehr leisten können und keinen festen Wohnsitz haben. Weil aber auch sie ein Bedürfnis nach Literatur haben, wurde “Street Books” gegründet.

Mit zwei Fahrrädern, die über dem Vorderrad eine große Kiste voll mit Büchern tragen, ist “Street Books” mit insgesamt sieben Freiwilligen jede Woche in der Stadt unterwegs. Zu festen Zeiten und an bestimmten Orten verleiht “Street Books” Bücher an Obdachlose. Einer der ersten Kunden ist Ben Hodgson, den alle “Hodge” nennen. Früher lebte auch er auf der Straße. Jetzt gehört er zum festen Kern der Initiative und fährt selbst mit dem Fahrrad die Bücher aus.

Dabei versteht sich “Street Books” ausdrücklich nicht als Initiative, die Menschen zurück in geordnete Verhältnisse bringen will. Es geht um Bücher, ums Lesen und um den Austausch darüber, von Mensch zu Mensch. Durch diesen respektvollen Umgang mit den Kunden genießt “Street Books” ein hohes Ansehen.

Einige Leser freuen sich besonders, wenn “Street Books” ihnen spezielle Bücherwünsche erfüllen kann. Ihre Erfahrungen mit dieser ungewöhnlichen Bibliothek verarbeiten Laura und Hodge gerade literarisch und schreiben gemeinsam ein Buch darüber.

Sonntag, 29.12. (1. Advent) / 12:30 Uhr / Druckfrisch ~ Neue Bücher mit Denis Scheck
(Erstsendung: 08.11.2020)
ARD/WDR

Orientierung im Bücherdschungel verspricht Denis Scheck. Scheck besucht Schriftsteller, stellt Neuerscheinungen vor und spart dabei weder an Lob, noch an Kritik.

Seine bissigen und humorvollen Kommentare zu den Büchern der Spiegelbestenliste aus der Kölner Bücherhalle sind beliebt und gefürchtet. Im persönlichen Gespräch entlockt er Autoren aktueller Bestseller interessante Hintergründe zu ihren Werken.

Sonntag, 29.12. (1. Advent) / 16:55 Uhr / Die Trapp-Familie – Ein Leben für die Musik
(The Trapp Family – A Life of Music)
Spielfilm, Deutschland/Österreich 2015
ZDF

Georg von Trapp: Matthew Macfadyen
Agathe von Trapp (jung): Eliza Bennett
Agathe von Trapp (alt): Rosemary Harris
Maria Gustl von Trapp: Yvonne Catterfeld
Konrad: Cornelius Obonya
Lotte Lehmann: Annette Dasch

Regie: Ben Verbong
Länge: 91 Minuten

Die Trapp-Familie war und ist eine der berühmtesten Familien der Welt. Ihr Gesang machte sie unsterblich. Der Spielfilm erzählt, wie alles begann.

Die historischen Ereignisse sind in einer Rahmenhandlung verpackt, die in der Gegenwart spielt. Dabei erzählt Agathe ihrer Nichte die dramatische Geschichte der Familie vor der Emigration in die USA. Gedreht wurde der Film an Originalschauplätzen in und um Salzburg.

In den 1920er-Jahren feiert Familie Trapp in ihrem riesigen Haus in Zell am See Weihnachten. Vater Georg Trapp, in der untergegangenen Donau-Monarchie ein hoher Marineoffizier, der im Ersten Weltkrieg kämpfte, hat sechs Kinder. Obwohl sich alle um Normalität und schöne Festtage bemühen, liegt ein Schatten über der Familie: Die Mutter liegt schwer krank im Bett. Kurz nach den Feierlichkeiten stirbt sie.

Die älteste Tochter Agathe, die der Mutter besonders nahestand, wird quasi Vorstand des großen Haushalts, zu dem neben der Familie auch Dienstpersonal gehört. Vor dem Tod der Mutter hat Agathe leidenschaftlich gern gesungen, doch mit deren Tod verstummt das Mädchen für ganze zehn Jahre.

Die Familie zieht nach Salzburg, wo Vater Trapp die junge Novizin Maria Gustl als Kinderfrau einstellt. Bald gibt Maria das Klosterleben ganz auf und heiratet Georg, mit dem sie ein weiteres Kind, ein Mädchen, bekommt.

Agathe ist von der neuen Frau an der Seite des Vaters nicht begeistert. Sie fürchtet um die Erinnerung an die geliebte Mutter. Doch Maria ist keine böse Märchen-Stiefmutter. Sie behandelt alle Kinder fair und bemüht sich auch um Agathe.

Am politischen Horizont ziehen dunkle Wolken auf. In Deutschland haben die Nationalsozialisten die Macht übernommen, Österreich steht der Anschluss an Deutschland bevor, es ist nur noch eine Frage der Zeit. Es kursieren Gerüchte darüber, dass nach dem Anschluss den jüdischen Mitbürgern ein schreckliches Schicksal droht.

Maria ist sehr beunruhigt. Doch Georg will seine Heimat nicht verlassen. Sein Chauffeur Konrad bekennt sich offen zu den Nazis. Georg verliert sein Vermögen, das er von London nach Salzburg transferiert hatte, weil er es in Österreich für sicherer hielt. Er muss Konrad und zahlreiche andere Angestellte entlassen, behält aber das Haus.

Sigi, Agathes bester Freund aus Kinder- und Jugendtagen in Zell am See, arbeitet mittlerweile in Salzburg als Lehrling für eine linksgerichtete Arbeiterzeitung. Eines Nachts wird er beim Plakatieren von einer Gruppe Nazi-Schläger zu Tode geprügelt. Die hilflose Agathe muss alles mit ansehen.

Auch die Salzburger Festspiele sind bedroht. Sie seien jüdisches Machwerk, die Nazis in Österreich rufen die Bevölkerung zum Boykott der Veranstaltung auf.

Im Sommer 1937, noch vor Sigis Tod, macht Agathe durch einen Zufall die Bekanntschaft der berühmten Sopranistin Lotte Lehmann. Lotte fördert Agathes musikalisches Talent und das der Geschwister. Die gesamte Familie, auch Mutter Maria und Patriarch Georg, sollen zu einem gemeinsamen Auftritt zusammenkommen. Lotte gibt Georg deutlich zu verstehen, dass sie danach mit ihrer Familie das Land Richtung USA verlassen wird, da sie um die Sicherheit ihrer Lieben fürchtet.

In der Not und in Opposition zum sturen Familienoberhaupt kommen sich Agathe und Maria endlich näher. Gemeinsam besuchen sie das Grab von Agathes Mutter. Der Auftritt der Familie bei den Salzburger Festspielen wird ein großer Erfolg.

Kurze Zeit später, 1938, verlässt die gesamte Familie Trapp nachts heimlich ihr Haus, mit nur wenigen Habseligkeiten bepackt. Sie fliehen in die USA. Noch in derselben Nacht verwüstet ein Schlägertrupp unter Konrads Führung das Gebäude.

Der Film von Regisseur Ben Verbong basiert auf der Autobiografie von Agathe von Trapp.

Sonntag, 29.12. (1. Advent) / 18:30 Uhr / Museums-Check mit Markus Brock: Bauhaus Museum Dessau
Gast: Anna Maria Mühe
(Erstsendung: 27.10.2019)
ARD/SWR

100 Jahre Bauhaus – das Gründungsjubiläum der legendären Kunstschule feiern 2019 gleich zwei neue Museen: das Bauhaus-Museum in Weimar und das in Dessau.

In Weimar ist das Bauhaus-Museum bereits seit April Publikumsmagnet, das in Dessau öffnete am 8. September seine Pforten. Markus Brock checkt beide Museen und begrüßt als Gast in Dessau Anna Maria Mühe.

Die renommierte Schauspielerin konnte der Bauhaus-Ära bereits hautnah nachspüren – am Set der ZDF-Serie “Die neue Zeit”. Anna Maria Mühe mimt darin die rebellische Bauhaus-Künstlerin Dörte Helm, die eine Affäre mit Walter Gropius, gespielt von August Diehl, hatte – was allerdings nicht verbrieft ist.

Walter Gropius gründete 1919 in Weimar die Bauhaus-Schule mit dem Ziel, durch Gestaltung die Welt zu verbessern. Er wollte Kunst, Handwerk und später auch Industrie vereinen und gewann für seine Idee illustre Künstler wie Oskar Schlemmer, Paul Klee und Wassily Kandinsky.

Am Ursprungsort des Bauhauses eröffnete nun im April das neue Bauhaus-Museum. Es will an die wichtigste Design- und Kunstschule der Moderne erinnern.

In Weimar werden die Schätze der weltweit ältesten Bauhaus-Kollektion gezeigt und mit den Fragen von morgen verknüpft. Erstmals wird hier umfänglich von den Kindertagen des Staatlichen Bauhauses erzählt (1919-1925). Solange war das Bauhaus in Weimar beheimatet, bis es auf Druck von rechtsnationalen Politikern geschlossen wurde und umziehen musste.

In Dessau fand das Bauhaus ab 1925 eine neue Wirkungsstätte und erlebte bis 1932 seine Blütezeit. Die Bauhaus-Schule von damals steht noch immer. Da sie für museale Zwecke technisch und klimatisch ungeeignet ist, wurde im Stadtzentrum ein Neubau für die Sammlung der Stiftung Bauhaus Dessau errichtet.

Markus Brock macht mit seinem Gast Anna Maria Mühe einen Rundgang, entdeckt originale Möbel, Leuchten und Kunstwerke, erfährt, wie hier gelernt und experimentiert wurde und wie leidenschaftlich die Bauhäusler für ihre revolutionären Ideen kämpften. Unter dem Druck der Nationalsozialisten löste sich das Bauhaus 1933 dennoch selbst auf.

In Dessau befinden sich bis heute die weltweit meisten erhaltenen Bauhaus-Bauten, dazu zählt die 1926 fertiggestellte Meisterhaussiedlung. Dahinter stand die Vision, das Bauen zu industrialisieren. Markus Brock besucht das frisch renovierte Doppelhaus, in dem Kandinsky und Klee einst Tür an Tür wohnten. Von außen schlicht weiß und nüchtern, gleicht es innen einem begehbaren Gemälde, mit 100 verschiedenen Farbtönen gestrichen, von Rot über Blattgold bis hin zu Schwarz.

Montag, 30.11. / 02:15 Uhr / Kulturpiloten
ZDF

Das digitale Kulturangebot des ZDF präsentiert ein Best-of seiner Formate – von Musik und Theater über Kino, Gaming, Design und Literatur bis hin zu aktuellen Debatten.

Künstler führen durch ihre Städte und lassen neue Kunstwerke entstehen. Musiker bieten einen Einblick hinter die Kulissen, und Schauspieler inszenieren bekannte Stücke in radikaler Kurzform. Was die Gesellschaft bewegt, wird auf Augenhöhe diskutiert.

Die “Kulturpiloten” bringen Kultur spielerisch in den Alltag – ohne zu belehren.

Freitag, 04.12. / 05:20 Uhr / Rainald Grebe: Das Münchhausenkonzert
3satFestival, September 2020
Regie: Volker Weicker
3sat

Rainald Grebe hat sich Inspiration aus der Vergangenheit geholt. Beim Blick ins Geschichtsbuch des legendären Lügenbarons stellt er fest: So viel hat sich seitdem gar nicht geändert.

Und so singen und erzählen beide von Fake News, gefühlten Wahrheiten und phantasievollen Geschichten mit zeitloser Aktualität – beim 3satFestival 2020 aus der Festhalle Frankfurt.

Rainald Grebe singt und schafft Geschichten. Hat man ein Lied von ihm zu Ende gehört, meint man, man habe ein ganzes Buch gelesen, ein Hörspiel gehört, sei selbst bei seinen ganzen Erlebnissen dabei gewesen. Mit seinen Liedtexten schafft er es, zehn Minuten Musik so voller Bilder und Leben zu füllen, dass sie sich anfühlen wie eine Reise, von der man voller neuer Erkenntnisse und ein wenig verändert wiederkehrt.

Bei seinem neuen Solo-Programm “Das Münchhausenkonzert” übernimmt er die Rolle des Reiseleiters durch die gesellschaftlichen Landschaften unserer Zeit. Hochmusikalisch und bis ins Detail durchdacht präsentiert der Liedermacher Wahrheiten. Die Wahrheit über das Zusammenleben, die Wahrheit über das Lügen und die Wahrheit über die Wahrheit. Als Alleinunterhalter versucht er monologisch die Welt zu erklären. Zumindest behauptet er das.

Der Kabarettist schafft es, seine Zuschauer lauthals zum Lachen zu bringen und sie dennoch nachdenklich nach Hause gehen zu lassen. Mit einfachen Worten kratzt er an den Oberflächen gesellschaftlicher Problematiken und trifft sein Publikum dabei ganz tief.


Kalenderwoche 50:

Samstag, 05.12. / 11:15 Uhr / Wiener Blut
Spielfilm, Österreich/Deutschland 1942
ORF
Spielfilm

Ludwig: Fred Liewehr
Wolkersheim: Willy Fritsch
Melanie: Maria Holst
Knöpfel: Hans Moser
Jean: Theo Lingen

Regie: Willi Forst
Länge: 104 Minuten

Graf Wolkersheim und seine Frau sind in Wien, um am Wiener Kongress teilzunehmen. Da dieser nicht tagt, sondern tanzt, lockt beide das vergnügliche Fest – mit jeweils anderem Partner.

Als sich eine Ehekrise anbahnt, versuchen die beiden Diener Jean und Knöpfel, ihre Herrschaften wieder zu versöhnen. Doch der Schuss geht zunächst nach hinten los. – Im Film von Willi Forst aus dem Jahr 1942 glänzen unter anderen Fred Liewehr und Willy Fritsch.

In Johann Strauß’ letzter Operette wurde wie in kaum einer anderen die heiter schwebende Wiener Atmosphäre ebenso typisch wie bezaubernd eingefangen. Schauplatz ist Wien zur Zeit des Wiener Kongresses.

Samstag, 05.12. / 20:15 Uhr / Vincenzo Bellini: I Capuleti e I Montecchi
Romeo & Julia aus dem Opernhaus Zürich
SRF/3sat

Romeo: Joyce DiDonato (Mezzosopran)
Giulietta: Anita Hartig (Sopran)

Musikalische Leitung: Fabio Luisi
Regie: Christof Loy

Erstausstrahlung

Eine “Romeo und Julia”-Oper ohne “Balkonszene” und eine Frau, die den Romeo singt: Vincenzo Bellinis Deutung des Shakespeare’schen Stoffes ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert.

Nicht zuletzt auch deshalb, weil der junge Komponist mit seiner Oper “I Capuleti e i Montecchi” seinem Publikum die vielleicht bewegendste Schlussszene im bisherigen Opernrepertoire schenkte: Romeo und Julia dürfen gemeinsam sterben.

Das Opernhaus Zürich hat für das berühmteste Liebespaar der Welt formidable Stimmen gewinnen können: In der neuen Bellini-Inszenierung ist mit Joyce DiDonato als Romeo eine Mezzosopranistin der Extraklasse zu hören. An ihrer Seite stellt sich die junge rumänische Sopranistin Anita Hartig als Giulietta vor.

Generalmusikdirektor Fabio Luisi und Regisseur Christof Loy setzen ihren Bellini-Zyklus nach “La Straniera” mit diesem ergreifenden Werk des Belcanto fort.

Samstag, 05.12. / 22:35 Uhr / Kunst hoch 2 (5/6): Kazuyo Okushiba und Conrad Jon Godly
Erstausstrahlung
SRF/3sat

Die sechsteilige Dokumentationsreihe “Kunst hoch 2” porträtiert bekannte Künstler im Doppelpack. Diese Folge erzählt die Geschichte von Kazuyo Okushiba und Conrad Jon Godly.

Seit 2014 sind die beiden verheiratet. Kennengelernt haben sich die Japanerin und der Bündner in Kyoto, wo Conrad gerade eine Ausstellung präsentierte. Als Conrad die um zwei Köpfe kleinere Kazuyo sah, war es um ihn geschehen.

Doch die japanischen Gepflogenheiten forderten ihn. Er musste einen Weg finden, sie standesgemäß anzusprechen. Bald darauf kam Kazuyo auf einen Blitzbesuch in die Schweiz, wo sie nach kurzer Zeit heirateten. Lachend sagt die zierliche Japanerin heute, sie hätte es am Anfang bereut, schließlich kannte sie Conrad überhaupt nicht. Nur zweimal hat sich das Paar in Kyoto gesehen.

Kazuyo Okushiba liebt lange Spaziergänge in der freien Natur. Sie sagt, sie hätte erst in der Schweiz zu sich und zur Kunst gefunden. Während der Ausflüge pflückt sie Blumen und arrangiert diese in den japanischen Vasen, die Conrad sammelt. Diese Kreationen fotografiert sie vor einem schwarzen Hintergrund, ohne die Farben am Computer zu bearbeiten. Diese Fine-Art-Prints finden bald den Weg in verschiedene Galerien. Doch trotz des Erfolgs entscheidet sich Okushiba, mit dieser Kunstform aufzuhören. Sie will die Blumen, die sie mittlerweile als Lebewesen betrachtet, nicht länger in eine Vase zwängen. Seither schafft die Künstlerin Collagen aus Blei, Messing und Holz.

Conrad Godly weiß seit er ein Kind ist, dass Zeichnen sein Ding ist. Sein Portfolio öffnete ihm die Tür zur Kunstschule Basel. Gleich im Anschluss der Ausbildung stellt er das erste Mal aus. Mit dem Erlös reist er nach New York, mit im Gepäck auch seine Fotoausrüstung. Seine Fotos gefallen und bescheren ihm zufälligerweise Jobs als Modefotograf. Diese Chance nutzt er. Während seiner Zeit als Fotograf reist er um die ganze Welt und fotografiert Persönlichkeiten, Filmstars und alle namhaften Models der 1990er-Jahre. Nach 17 Jahren hat er aber genug vom Reisen und den immer jünger werdenden Models. Er kehrt in die Schweiz zurück, verkauft seine Kamera und beginnt wieder zu malen. Seither hat sich Conrad einen Namen als Maler gemacht. Sein Thema sind die Berge, allerdings bezeichnet er sich nicht als Bergmaler. Ihn fasziniert die Energie der Berge, die immer aus seiner Fantasie entstehen.

Die zweite Staffel von “Kunst hoch 2” porträtiert folgende Kunstpaare: die Starmusikerinnen Patricia Kopatchinskaja und Sol Gabetta, die Designer-Brüder Daniel und Markus Freitag, das Künstlerpaar Pascale Wiedemann und Daniel Mettler, Pianist Andreas Haefliger mit Bruder und Intendant Michael Haefliger, Künstlerin Kazuyo Okushiba mit Ehemann und Maler Conrad Jon Godly sowie Regisseurin Meret Matter und Schauspielerin Grazia Pergoletti.

Sonntag, 06.12. (2. Advent) / 10:05 Uhr / Vinocour plays: Claude Debussy – Clair de Lune
Erstausstrahlung
SRF/3sat

Sonntag, 06.12. (2. Advent) / 10:10 Uhr / Vinocour plays: George Gershwin/ Frédérique Chopin
Erstausstrahlung
SRF/3sat

Sonntag, 06.12. (2. Advent) / 10:20 Uhr / Ludwig van Beethoven: Mondscheinsonate
Erstausstrahlung
SRF/3sat

Sonntag, 06.12. (2. Advent) / 10:35 Uhr / Vinocour plays: Chopin – Zwei Walzer
(Erstsendung: 25.12.2018)
SRF

Sonntag, 06.12. (2. Advent) / 10:40 Uhr / Vinocour plays: George Gershwin: The man I Love
Erstausstrahlung
SRF/3sat

Sonntag, 06.12. (2. Advent) / 11:40 Uhr / Vinocour Im Bann der Magie – Die europäische Kulturhauptstadt Galway
Film von Matthias Widter und Siegfried Steinlechner
(Erstsendung: 04.05.2020)
ORF

Im Jahr 2020 ist Galway gemeinsam mit Rijeka Europäische Kulturhauptstadt. Die irische Kleinstadt an der rauen Westküste Irlands gilt als die heimliche Hauptstadt Irlands.

Man hat sich viel vorgenommen, die gesamte Region rund um Galway wurde mit einbezogen, und mehrere künstlerische Großprojekte waren geplant. Die Corona-Pandemie hat allerdings auch die Pläne der Kulturhauptstadt-Organisatoren in Galway torpediert.

Die Theaterkunst sollte überall Einzug halten – Musik, Tanz, Literatur und Poetik sollten auch in abgelegene Landstriche wandern. Einige Projekte konnten noch vor dem ersten Shutdown realisiert werden, darunter “Savage Beauty”. Die gigantische Lichtinstallation an der Küste von Connemara im County Galway wurde vom finnischen Künstler Kari Kola konzipiert. Von den insgesamt geplanten 157 Programmen, verteilt auf 2000 verschiedene Veranstaltungen, musste ein Großteil abgesagt oder verschoben werden, vor allem Programme mit internationalen Künstlern.

Galway und Rijeka sollen nun auf Vorschlag der EU-Kommission bis 30. April 2021 “Kulturhauptstadt Europas” bleiben und so Zeit bekommen, Veranstaltungen doch noch nachzuholen. Die Natur des Landes und seine Traditionen bilden bei allen Projekten die Basis, auf der gesellschaftlich hochaktuelle und zukunftsweisende Fragen aufgeworfen werden.

Die mit 80 000 Einwohnern relativ kleine Stadt Galway ist eine von Irlands engagiertesten Metropolen für junge Kultur. Der Bogen spannt sich von Pop-up-Restaurants über Kunstforen bis hin zu Seiltanz-Workshops. Galway ist kultiviert, künstlerisch und unkonventionell. Die leuchtend bemalten Pubs pulsieren zu traditioneller Livemusik.

Sonntag, 06.12. (2. Advent) / 12:15 Uhr / Neuschwanstein – vom Mythos zur Marke
Film von Gabriele Pfaffenberger
(Erstsendung: 02.09.2019)
ARD/BR

Es ist eine der bekanntesten Ikonen der Welt: Schloss Neuschwanstein wurde tausendfach auf Souvenirs und Werbeartikeln abgedruckt und sogar mehrfach nachgebaut.

Für die einen ist es ein romantischer Sehnsuchtsort, für die anderen vor allem eine lukrative Marke. Der Film geht der Frage nach, warum ausgerechnet Schloss Neuschwanstein zu einem derart beliebten Besuchermagneten wurde, aber auch zum Kitsch.

Bis zu 7000 Touristen werden in der Hochsaison täglich durch das Schloss geschleust. Bereits wenige Wochen nach dem Tod König Ludwigs II. wurde es geöffnet, obwohl der Bauherr immer strikt dagegen war. Der märchenhafte Erfolg ist heute Fluch und Segen zugleich ist. Die Region um Hohenschwangau lebt von den Touristenmassen, aber sie bedeuten gleichzeitig puren Stress. Auch das Schloss selbst leidet unter ihnen, denn durch die vielen Besucher verfällt es immer mehr.

Die Dokumentation stellt Menschen vor, die ihr Leben dem Schloss gewidmet haben und manchmal auch mit ihm hadern – etwa einen Schlossführer, der eigentlich Industriemechaniker ist, dann aber durch Zufall auf Neuschwanstein seinen Traumjob gefunden hat. Einen erfolgreichen Souvenirladenbesitzer, der zum letzten Mal vor über 30 Jahren im Schloss war, weil es ihm dort nicht gefällt. Und Restauratoren, die die einmalige Gelegenheit haben, nachts die Prunkräume ganz für sich allein zu haben.

Montag, 07.12. / 01:45 Uhr / Leverkusener Jazztage (1/4): Nils Wülker
Mit Nils Wülker (Trompete, Flügelhorn), Arne Jansen (Gitarre), Maik Schott (Klavier), Edward Maclean (Bass) und Felix Lehrmann (Schlagzeug)
Erstausstrahlung
ARD/WDR/3sat

Eins ist für Nils Wülker immer klar: Der Nährboden, auf dem sein kreatives Schaffen gedeiht, ist Jazz. So eindeutig diese Klangbasis definiert ist, so bunt ist die Spielwiese drumherum.

Wenn der studierte Trompeter Wülker komponiert und produziert, macht er die rhythmischen und harmonischen Finessen des Jazz mit den melodiösen und groovebetonten Elementen von Funk, Rock, Pop, Hip-Hop und Elektronik bekannt.

Das Ergebnis dieses Freidenkertums hat Nils Wülker mittlerweile auf drei Studioalben gebannt. Auf “Up” machte Wülker Jazz mit Pop familiär, während er auf dem Nachfolgealbum “On” Jazz mit Hip-Hop kombinierte. Auf “Go”, seinem aktuellen Werk, lässt Nils Wülker Jazz mit eleganter Elektronik flirten. Neugierig und offen ist der Musiker aber nicht nur auf seinen Alben – auch live gilt: Allerhand ist möglich.

Der vielfach prämierte Trompeter – unter anderem ausgezeichnet mit dem “Echo Jazz” und dem “German Jazz Award” – spielte unter anderen schon mit Gregory Porter, Omara Portuondo, Ute Lemper, Marteria und Samy Deluxe zusammen.

Montag, 07.12. / 02:45 Uhr / Leverkusener Jazztage (2/4): The Jakob Manz Project
Mit Jakob Manz (Saxofon), Hannes Stollsteimer (Klavier), Frieder Klein (Bass) und Paul Albrecht (Schlagzeug)
Erstausstrahlung
ARD/WDR/3sat

Wunderkinder gibt es immer wieder. So klischeebeladen und strapaziert diese Kategorie auch ist: Auf Jakob Manz, geboren 2001 in Bad Urach, trifft sie unbedingt zu.

Bereits in jungen Jahren kann der Musiker eine bemerkenswerte Vita vorweisen. Im Alter von fünf bekam Jakob Manz Schlagzeugunterricht, als Achtjähriger kam die Blockflöte dazu, und seit 2011 ergänzt das Saxofon die Palette seines musikalischen Könnens.

Das Besondere dabei: Beim Bundeswettbewerb “Jugend musiziert” gewann Jakob Manz mit allen drei Instrumenten Preise.

Im Alter von 15 Jahren gründete Manz eine Band, die er nach sich benannt hat. Mit “The Jakob Manz Project” gewann der Baden-Württemberger, der seit 2016 Jungstudent für Jazz-Saxofon an der Musikhochschule Stuttgart ist, 2018 bei den Leverkusener Jazztagen den 1. Preis bei den “Future Sounds”; außerdem ist Jakob Manz Musiker im Bundesjazzorchester.

Als jüngstes Mitglied und zugleich kreativer Kopf seiner Band spielt Manz mit Musikern seiner Generation – keiner ist älter als 25 – neben Jazz vor allem Funk und Soul. Inspiriert von Künstlern wie Herbie Hancock, Marcus Miller und David Sanborn interpretiert “The Jakob Manz Project” Stücke der Vorbilder und hat auch eigene Kompositionen im Repertoire.

Im Frühjahr 2020 erschien mit “Natural Energy” das Debüt der Formation. Was für den musikalischen Überflieger etwas ganz Besonderes war: “Das erste Album in der Hand zu halten, das ist schon ein Riesengefühl”, so Jakob Manz. “Natural Energy” ist vom ersten bis zum letzten Ton ein Gemeinschaftsprojekt: “Da ist kein einziges Stück drauf, an dem wir als Band nicht noch zusammen gearbeitet haben, alle haben mit komponiert”.

Doch ganz gleich, ob Jakob Manz und seine drei Bandmitglieder covern oder eigene Sounds auf die Bühne bringen: Ihr Zusammenspiel ist immer energiegeladen, dynamisch, funky und ausgestattet mit einer Extraportion Groove.

Montag, 07.12. / 03:45 Uhr / Leverkusener Jazztage (3/4): Tingvall Trio
Mit Martin Tingvall (Klavier), Omar Rodriguez Calvo (Kontrabass) und Jürgen Spiegel (Schlagzeug)
Erstausstrahlung
ARD/WDR/3sat

Das Tingvall Trio besteht aus dem schwedischen Pianisten Martin Tingvall, dem kubanischen Kontrabassisten Omar Rodriguez Calvo und dem deutschen Schlagzeuger Jürgen Spiegel.

So unterschiedlich ihre Herkunft ist, so eindeutig ist ihre gemeinsame Sprache: Musik. Zu Hause, in der gemeinsamen Wahlheimat Hamburg, loten die drei Musiker mit großer Spielfreude die Möglichkeiten des Genres Jazz immer wieder aufs Neue aus.

Dabei verarbeiten sie konsequent ihre musikalischen Sozialisationen. Martin Tingvall, Namensgeber des Trios und Komponist sämtlicher Stücke, setzt dabei auf die melodische Eleganz von skandinavisch geprägtem Jazz. Kontrabassist Omar Rodriguez ist im Klangkonzept der Combo zuständig für die farbenfrohen und leichten Latin-Sounds. Und dem druckvollen Schlagzeugspiel hört man bei jedem Beat an, aus welcher Quelle es sich speist: Jürgen Spiegel fühlt sich in der Rockmusik pudelwohl und sorgt für die kernige Komponente beim Tingvall Trio.

Was aus der Summe der einzelnen Elemente entsteht, ist ein unverwechselbarer, homogener Gruppensound. “Musik”, so die drei Musiker aus drei Ländern, “ist die größte Sprache der Welt”. Dass das Tingvall Trio diese so lust- wie humorvoll interpretiert, zeigt auch ein Beispiel aus der Welt der internationalen Kulinarik inklusive Begleitgetränk. “Was wir machen, sind schwedische Fleischbällchen mit deutschem Sauerkraut”, erklärt Martin Tingvall, “dazu gibt es einen gut gemixten Mojito.” Na dann: Wohl bekomm’s – und natürlich: Cheers, Tingvall Trio!

Montag, 07.12. / 04:45 Uhr / Leverkusener Jazztage (4/4): Jan Prax
Mit Jan Prax (Sopran- und Altsaxofon), Martin Sörös (Klavier), Tilman Oberbeck (Kontrabass) und Michael Mischl (Schlagzeug)
Erstausstrahlung
ARD/WDR/3sat

Es kommt nicht allzu oft vor. Aber manchmal passiert es doch, dass sich in einem Lob ein paar Dinge auf einmal wiederfinden. Anerkennung. Respekt. Und eine klitzekleine Portion Neid.

Jan Prax, heute Ende 20, hat ein solches Lob von Saxofonist David Sanborn bekommen, als dieser ihn 2013 bei den Leverkusener Jazztagen live erlebt hatte: “Du bist so jung und spielst so großartig. Ich hasse dich!”, sagte Sanborn.

Seit David Sanborn, ohne Frage seit Jahrzehnten selbst ein Großer seiner Zunft, den jungen Kollegen so klar wie komplex lobte, ist allerhand passiert. Jan Prax, Jahrgang 1992, hat 2019 an der Hochschule für Musik und Theater München seinen Master-Abschluss als Saxofonist gemacht. Er wurde bei zahlreichen nationalen und internationalen Wettbewerben mit Preisen bedacht – und er spielte unter anderem zusammen mit Jazz-Größen wie Klaus Doldinger, Randy Brecker und Alex Blake.

Ganz gleich, ob live oder auf Alben: Prax, der neben Saxofon auch Klavier und Querflöte spielt – und diese Instrumente auch unterrichtet -, interpretiert Jazz mit dem Jan Brax Quartett so virtuos wie spielfreudig. Und kann als vielseitig begabter Künstler auch erklären, warum das Saxofon sein Lieblingsinstrument geworden ist. “Ich finde die Zusammensetzung von Rhythmus, Harmonie und Improvisation extrem elektrisierend. Saxofon kann sehr individuell sein. Es hat viele klangliche Möglichkeiten. Es reizt mich, meine eigene Stimme auf dem Instrument zu finden.”

Dienstag, 08.12. / 23:00 Uhr / Im Vorzimmer der Beatles – Ich war die Sekretärin der berühmtesten Band der Welt
Dokumentarfilm von Ryan White, USA 2013
Länge: 82 Minuten
ARD/SWR

Alles beginnt in einem Kellerclub in Liverpool. Vier noch recht unbekannte junge Musiker suchen eine Sekretärin. 1962 bekommt die 17-jährige Highschool-Absolventin Freda K. ihren Traumjob.

Die Beatles, die damals noch vor ihrem internationalen Durchbruch stehen, engagieren sie. Für Freda beginnt mit dem neuen Job das Abenteuer ihres Lebens. Zum ersten Mal erzählt sie in diesem Dokumentarfilm, was sie im Vorzimmer der Beatles erlebt hat.

Im Liverpooler “Cavern Club” sieht Freda die Beatles zum ersten Mal. Zu dieser Zeit hat sie noch einen normalen Job in einem Schreibbüro. Beatles-Manager Brian Epstein wird auf die junge Frau aufmerksam und bietet ihr einen Job als Sekretärin der Gruppe an. Sie übernimmt die Organisation des Fanclubs, der bald über 70 000 Mitglieder hat. Da sie selbst der größte Fan der Beatles ist, weiß sie, wie die Fans der Rockband denken und fühlen. Sie beantwortet nicht nur die Fanpost, sondern schreibt auch Geschichten und Hintergrund-Storys über die Pilzköpfe aus Liverpool. Freda achtet darauf, die Privatsphäre der Bandmitglieder nicht zu verletzen und nie zu viel preiszugeben.

Das Vertrauensverhältnis führt dazu, dass Freda immer einen Zugang zu den Bandmitgliedern hat und vieles mitbekommt, was hinter den Kulissen passiert. Freda erlebt die größten Erfolge mit, aber auch die allmähliche Auflösung der Band – zu der Zeit, als jeder der Musiker beginnt, eigene Wege zu gehen. Die Sekretärin der Beatles bleibt in all diesen Jahren des Erfolgs immer bodenständig, charmant und bescheiden. Sie wird gleichermaßen von der Band wie auch von den Fans respektiert. Sie versucht nie, ihren eigenen Vorteil aus ihren intimen Kenntnissen zu schlagen.

Dass sie jetzt ihre Geschichte in einem Dokumentarfilm erzählt, erklärt sie so: Sie wolle ihrem Enkel klarmachen, dass seine Oma “cool” und Teil der Rockgeschichte sei. “Im Vorzimmer der Beatles” ist ein einmaliges historisches Zeugnis der jüngeren Musikgeschichte und eine Fundgrube für selten gezeigte Fotos und Dokumente der Beatles.

Donnerstag, 10.12. / 22:55 Uhr / Die Retter von Notre Dame
Film von Stéphane Milliere
(Erstsendung: 13.04.2020)
ARD/NDR/SWR/WDR/BR

In den frühen Morgenstunden des 16. April 2019 wachte Paris im Schock auf: Die Kathedrale Notre-Dame war durch ein Feuer schwer beschädigt und einsturzgefährdet.

Die Berichterstattung über den kolossalen Brand löste eine weltweite Welle von Solidarität und Trauer über die Schäden an der 800 Jahre alten Kathedrale aus. Der Film dokumentiert, was in den Stunden, Tagen, Wochen und Monaten nach dem Brand geschah.

Ein Jahr lang begleiteten Kamerateams die Anstrengungen, Notre-Dame vor dem Einsturz zu retten. Mit nahezu ungehindertem Zugang zur Baustelle zeigt der Film, wie Architekten, Archäologen, Ingenieure und besonders spezialisierte Handwerker sich der Aufgabe stellen, das Weltkulturerbe zu stabilisieren. Es ist eine ungeheure Mission, jeden Tag stellen sie sich neuen Herausforderungen, die schier unmöglich erscheinen.

Die Dokumentation “Die Retter von Notre Dame” erzählt die berührenden Geschichten der Retter von Notre-Dame, die sich das Ziel gesetzt haben, dieses einmalige, historische Gebäude der Nachwelt zu erhalten.


Kalenderwoche 51:

Samstag, 12.12. / 19:20 Uhr / Countdown Humboldt Forum ~ Jahrhundertprojekt Museumsinsel
Film von Stephan Merseburger und Carola Wedel
Erstausstrahlung
3sat

Es ist das größte und strittigste Kulturprojekt Deutschlands: das Humboldt Forum im rekonstruierten Berliner Schloss. Mehrfach wurde die Eröffnung verschoben, jetzt ist es soweit.

Die Fassade lässt Preußens Glanz und Gloria wiederauferstehen, dahinter verbirgt sich ein funktionaler Neubau. Das Berliner Stadtschloss mit Kuppel samt umstrittenem Kreuz steht wieder so da, wie es Mitte des 19. Jahrhunderts Berlins Stadtbild prägte.

Innen aber hält das 21. Jahrhundert in all seinen Widersprüchen Einzug.

Der Film lässt die bewegte Geschichte des Ortes Revue passieren – vom Kaiserreich über Schloss-Sprengung und Bau des Palasts der Republik in der DDR bis hin zu dessen Abriss nach der Wende. Im neu gebauten Schloss werden künftig Berlins ethnologische Sammlungen zu sehen sein: Objekte der Kulturen der Welt, auch hoch umstrittene Exponate aus der Zeit des Kolonialismus wie die Benin-Bronzen. Die Erwartungen an das Haus sind riesig. Es soll Wissen über die Geschichte des Ortes vermitteln, sich den deutschen Kolonialverbrechen stellen und zugleich ein Ort für weltweiten Dialog der Kulturen werden.

Kurz vor der Eröffnung des Humboldt Forums im Dezember 2020 werfen die Filmautoren einen Blick hinter die Kulissen und geben erste Einblicke in die geplanten Ausstellungen. Zeitgeistig im Stil der Urban Art zielt vor allem die Berlin-Etage auf ein junges, weltoffenes Publikum. Gemeinsam mit maßgeblichen Akteuren wie Generalintendant Hartmut Dorgerloh erkunden die Filmemacher das neue Gebäude, treffen prägende Künstler und lassen auch Kritiker des Humboldt Forums zu Wort kommen.

Samstag, 12.12. / 20:15 Uhr / Fidelio
Nach Ludwig van Beethoven
Gefangenentheater, JVA Berlin Tegel, Februar 2020
Orchester: Berliner Philharmoniker
Musikalische Leitung: Simon Rössler
Regie: Peter Atanassow
ARD/RBB

Als Kooperation der Berliner Philharmoniker und des Gefängnis-Theaters aufBruch fand am 19. Februar 2020 in der JVA Tegel eine besondere Inszenierung von “Fidelio” statt.

Im Geiste der Französischen Revolution verhandelt Beethovens Oper die Überwindung von Willkür und Tyrannei durch die todesmutige Frau Leonore. Ihr gelingt es, als Mann verkleidet und unter dem Decknamen “Fidelio”, ihren eingekerkerten Mann Florestan zu befreien.

Damit stellt das Werk eine Grundfrage menschlichen Freiheitsstrebens: Was muss man tun, um das schier Unmögliche zu erreichen?

Zum 250. Geburtstag des großen deutschen Komponisten Ludwig van Beethoven präsentiert aufBruch in Zusammenarbeit mit dem Education-Programm der Berliner Philharmoniker nach “Parsifal” im Jahr 2018 erneut einen klassischen Opernstoff in der leerstehenden Teilanstalt III. der Justizvollzugsanstalt Tegel.

Den Stoff in einem Gefängnis aufzuführen, gibt dem Spiel um Freiheit und Treue, um Recht und Würde eine bezwingende Unmittelbarkeit. Das Gefangenensemble spielt eine sprachlich modernisierte Libretto-Fassung – kombiniert mit ausgewählten Arien der Oper und Kompositionen Beethovens, die auf besondere Weise die rebellische Weite und die visionäre Kraft seines Werkes offenbaren. Alle Rollen wurden von männlichen Gefangenen gespielt.

Die letzten Vorstellungen im März 2020 mussten wegen der Corona-Krise abgesagt werden.

Samstag, 12.12. / 22:05 Uhr / Kunst hoch 2 (6/6): Mit Grazia Pergoletti und Meret Matter
Erstausstrahlung
SRF/3sat

Die sechsteilige Dokumentationsreihe “Kunst hoch 2” porträtiert bekannte Künstler im Doppelpack. Diese Folge erzählt die Geschichte von Grazia Pergoletti und Meret Matter.

“Die musst du dir merken”, sagte ein Bekannter von Schauspielerin Grazia Pergoletti und deutete auf eine junge Frau, die sich im Tigerbikini in einer Berner Badeanstalt sonnte, “das ist Meret Matter”. Bald darauf realisierten die Frauen zusammen ein Theaterstück.

Pergoletti hatte sich eine unglückliche Liebesgeschichte von der Seele geschrieben, Matter führte Regie. Zusammen mit einer Mitstreiterin gründeten sie daraufhin den “Club 111”, heute eine der ältesten freien Theatergruppen.

Ihr nächstes gemeinsames Stück war eine Theaterserie, “Spaceship Galuga”, angelehnt an die Fernsehserie “Raumschiff Enterprise” – und ein fulminanter Erfolg. Jeden Abend wurde eine neue Folge gespielt, jeden Abend standen die Menschen draußen Schlange, und aus Deutschland reisten Theatergrößen an, um sich das Phänomen anzusehen.

Grazia Pergoletti ist Tochter einer Kioskverkäuferin und eines italienischen Einwanderers, eines Kommunisten, der mangels Alternativen in der Schweiz als Koch arbeitete. Meret Matter ist Tochter einer Politikerin und eines Anwalts, der nebenbei auch noch der bekannteste Liedermacher war, den die Schweiz je hatte: Mani Matter ist heute so etwas wie ein nationales Monument, seine Lieder kennt jedes Kind.

Seit über 30 Jahren schreiben und inszenieren Grazia Pergoletti und Meret Matter mit dem “Club 111” ihre eigenen Stücke. Die beiden ungleichen Frauen verbindet neben der Arbeit auch eine Freundschaft, die alle Hochs und Tiefs überstanden hat. 2020 realisieren sie ihr Jubiläumsstück: Es spielt in einem U-Boot. Doch Corona hat diesem Jahr seinen Stempel aufgedrückt: So zeigt der Film auch, wie Freundschaft über Existenzängste und Krisen hinweghilft.

Die zweite Staffel von “Kunst hoch 2” porträtiert folgende Kunstpaare: die Starmusikerinnen Patricia Kopatchinskaja und Sol Gabetta, die Designer-Brüder Daniel und Markus Freitag, das Künstlerpaar Pascale Wiedemann und Daniel Mettler, Pianist Andreas Haefliger mit Bruder und Intendant Michael Haefliger, Künstlerin Kazuyo Okushiba mit Ehemann und Maler Conrad Jon Godly sowie Regisseurin Meret Matter und Schauspielerin Grazia Pergoletti.

Samstag, 12.12. / 22:50 Uhr / Precht
(Erstsendung: 29.11.2020)
ZDF

Richard David Precht sucht zusammen mit einem prominenten Gast aus Politik, Gesellschaft oder Kultur Antworten auf die großen Fragen unserer Zeit. “Precht” ist lebensnah philosophisch.

Samstag, 12.12. / 01:15 Uhr / lebensArt
(Erstsendung: 07.12.2020)
ORF

Martin Traxl und Clarissa Stadler präsentieren Inhalte, die nicht nur vom Kulturkalender, sondern auch von gesellschaftlichen und kulturpolitischen Entwicklungen bestimmt werden.

Neue und andere Sichtweisen erleichtern den Zugang zu Literatur und Musik, Film und Theater, Architektur und bildender Kunst.

Samstag, 12.12. / 03:40 Uhr / Sam Smith: Live in London
Abbey Road Studios, London, Großbritannien, 2017
Regie: Simon Staffurth
3sat

Ende 2017 steht Sam Smith auf der Bühne der legendären Abbey Road Studios in London und präsentiert zusammen mit Band, Chor und Streichern ein stilsicheres Best-of-Konzert seiner Hits.

1992 in einem kleinen Dorf in England geboren, wird Sam Smith schon früh musikalisch von seinen Eltern gefördert. Mit 18 Jahren zieht er nach London, jobbt in einer Bar, arbeitet an Song-Ideen und hofft auf den großen Durchbruch.

Seine Idole sind Whitney Houston und Chaka Khan. Dann geht alles sehr schnell: 2013 lernt Sam den Songwriter Jimmy Napes kennen. Zusammen veröffentlichen sie im gleichen Jahr seine erste Single “Lay Me Down”. Sam arbeitet parallel zusammen mit dem Duo “Disclosure” und schafft im gleichen Jahr mit dem DJ und Produzenten Naughty Boy und dem Song “La La La” den internationalen Durchbruch. Spätestens jetzt gibt es für Sam Smith kein Zurück mehr. Mit der Veröffentlichung seines Debüt-Minialbums “Nirvana” im Oktober 2013 katapultiert sich der Sänger endgültig in den Fokus der Öffentlichkeit. Ganz Großbritannien ist aus dem Häuschen, Sam Smith erhält einen Brit Award.

Im Mai 2014 bekennt sich Sam Smith zu seiner Homosexualität. In einem Interview aus Anlass der Veröffentlichung seines ersten Soloalbums “In the Lonely Hour” bekennt er, dass sein Album von seiner Liebe zu einem Mann handelt, die nicht erwidert wird. Die tiefe Emotionalität des Songs begeistert Fans und Kritiker: Bei den Grammy Awards 2015 gewinnt Sam Smith vier Auszeichnungen und bedankt sich bei seinem Ex-Freund: “I would like to thank the man that I fell in love with last year – the man who this album is about. Thank you so much for breaking my heart, because you got me four Grammys!”

Wer Sam Smith bis dahin nicht kennt, hört ihn spätestens beim Kinostart des 24. James-Bond-Films “Spectre”. Mit dem Titelsong “Writing’s on the Wall” gewinnt Sam Smith 2016 den Oscar in der Kategorie “Bester Song” und widmet ihn der Lesbian-, Gay-, Bisexual- und Transgender-Bewegung.

Samstag, 12.12. / 04:25 Uhr / Josh Groban: Bridges – In concert
from Madison Square Garden
3sat
Madison Sqare Garden, New York, USA, 2018
Regie: Joe Thomas

Am 18. November 2018 feiert Bariton Josh Groban sein Tournee-Finale im ausverkauften Madison Square Garden. Er präsentiert das Beste seiner 20-jährigen Karriere sowie große Musical-Hits.

Begleitet wird Groban von seiner Band, Chor und Orchester sowie den Sängerinnen Jennifer Nettles, bekannt aus dem New-Country-Duo Sugarland, und Idina Menzel, die 2013 durch ihre Interpretation des Songs “Let It Go” aus dem Film “Die Eiskönigin” weltweit bekannt wird.

Geboren 1981 in Los Angeles, springt der damals noch unbekannte Sänger als Ersatz für Andrea Bocelli bei der Grammy-Verleihung 1999 ein und singt ein Duett mit Céline Dion. Josh Groban wird über Nacht weltberühmt, bekommt 2000 eine Gastrolle in der Fernsehserie “Ally McBeal”, veröffentlicht 2001 sein vierfach Platin-ausgezeichnetes Debütalbum, singt auf der Abschlussfeier der Olympischen Winterspiele 2002 in Salt Lake City und tritt 2008 im Londoner Hyde Park im Rahmen des Geburtstagskonzerts zu Ehren von Nelson Mandela auf.

Nach weiteren Alben und Gastrollen vor der Kamera spielt Josh Groban 2016 die Titelrolle im Broadway-Musical “Natasha, Pierre & The Great Comet of 1812”, wird dafür mit einem Tony-Award ausgezeichnet und ist im September 2018 bei Netflix in der Krimiserie “The Good Cop” an der Seite von Tony Danza zu sehen.

Immer wieder tritt der Sänger, Komponist, Filmschauspieler und Moderator im Rahmen von Benefizkonzerten auf und gründet 2004 die “Josh Groban Foundation”, die bedürftige Kinder unterstützt und inzwischen “Find Your Light Foundation” heißt.

Samstag, 12.12. / 05:10 Uhr / Joni 75: A Birthday Celebration
Dorothy Chandler Pavilion, Los Angeles, USA, 2018
Regie: Martyn Atkins
3sat

Im November 2018 ehrt Los Angeles Joni Mitchell zu ihrem 75. Geburtstag mit einem Geburtstagskonzert: Norah Jones, Diana Krall, Seal, Kris Kristofferson und viele andere geben sich die Ehre.

Tief bewegt verfolgt die Singer-Songwriterin das Konzert, trotz der Folgen der Morgellons-Krankheit und eines Schlaganfalls. Mit ihrem drei Oktaven umfassenden Sopran und ihren Texten war sie die Personifikation des Folks der 1960er- und 1970er-Jahre.

Als Kind erkrankt Joni Mitchell an Kinderlähmung. Ihre linke Hand bleibt leicht gelähmt, trotzdem lernt sie Gitarre zu spielen und verwendet offene Stimmungen, die ihr erlauben, die linke Hand zu schonen. Dazu sagt sie: “Meine linke Hand ist etwas ungeschickt wegen der Kinderlähmung. Ich musste die Akkorde für die linke Hand vereinfachen, aber ich sehnte mich nach Akkordfolgen, die ich nicht mit der Standard-Stimmung ohne eine extrem gelenkige linke Hand erreichen konnte.”

Die gebürtige Kanadierin studiert Kunst und ist sich der Problematik ihrer Ausstrahlung schon früh bewusst: “Das Leben ist schwer, wenn du schön bist. Du bist besser dran, wenn du durchschnittlich aussiehst. Und du hast eine größere Chance, wahre Liebe zu finden.” Die junge und hilflose Studentin bringt mit 22 Jahren in Toronto ein Kind zur Welt, erleidet eine postnatale Depression und gibt das Mädchen zur Adoption frei. Im Song “My Child’s a Stranger” verarbeitet sie 1982 dieses Trauma. Ende der 1990er-Jahre finden sich Mutter und Tochter wieder, doch ihre Beziehung bleibt kompliziert. Trost findet Joni Mitchell in kurzen Beziehungen zu Neil Young, Leonard Cohen und Graham Nash. Nach dem Ende der Liason mit Jackson Browne unternimmt sie einen Suizidversuch.

1969 soll sie auf dem Woodstock-Festival auftreten, doch sie erreicht wegen des Verkehrschaos die Bühne nicht und widmet dem Festival später den Song “Woodstock”. In den 1970er-Jahren feiert sie mit ihren fast jährlich erscheinenden Alben große Erfolge, fühlt sich in den 1980er-Jahren “wie die Zellophanhülle einer Zigarettenschachtel, durchsichtig, benutzbar” und hat am 21. Juli 1990 ihren großen Auftritt beim Berliner Live-Konzert “The Wall”: Sie singt “Goodbye Blue Sky” und begeistert die 300 000 Zuschauer auf dem ehemaligen Todesstreifen.

Danach widmet sich Joni Mitchell wieder verstärkt der Malerei, veröffentlicht 2002, inspiriert von den Anschlägen des 11. September, ein Doppelalbum und überrascht ihre Fans nach einem angekündigten Rücktritt aus der Öffentlichkeit 2007 mit einem neuen Album. Zu ihrer Doppelbegabung sagt sie: “Ich bin eine Malerin, die Lieder schreibt. Meine Songs sind sehr visuell. Die Wörter erschaffen Szenen – in Cafés und Bars – in düsteren kleinen Zimmern – an vom Mond beschienenen Ufern – in Küchen – in Krankenhäusern und auf Rummelplätzen. Sie ereignen sich in Fahrzeugen – Flugzeugen und Zügen und Autos.”

3sat präsentiert das Geburtstagskonzert der dreifachen Grammy-Preisträgerin, dem Mitglied der Rock and Hall of Fame und der Trägerin des Ehren-Grammy für ihr Lebenswerk mit vielen ihrer großen Hits wie “Both Sides Now”, der von Seal atemberaubend interpretiert wird.

Sonntag, 13.12. (3. Advent) / 10:05 Uhr / lesenswert Quartett ~ Denis Scheck im Gespräch mit Alice Schwarzer
(Erstsendung: 03.12.2020)
ARD/SWR

Mit Gastgeber Denis Scheck diskutieren im “lesenswert Quartett” die Literaturkritiker Insa Wilke und Ijoma Mangold und ihr Gast Sigrid Löffler über vier Bücher.

Vier Bücher – vier Meinungen: Nicht immer sind sich die Quartett-Teilnehmer einig. Lobend und tadelnd, lebhaft und impulsiv, aber auch sachlich und analytisch nehmen sie sich vier Neuerscheinungen auf dem Büchermarkt vor.

Sonntag, 13.12. (3. Advent) / 10:35 Uhr / Renaissance von altem Handwerk
Film von Marion Flatz-Mäser
Erstausstrahlung
ORF/3sat

Ob Küfer, Orgelbauer, Lehmbaupionier, Schellenriemenmacher, Maßschuhmacherin, Keramikerin oder Restauratorin: Geschickte Handwerker erzeugen formschöne und solide Produkte, die lange leben.
Und sie leisten Aufsehenerregendes.
Was fasziniert diese Menschen an ihrem Beruf, wie kamen sie dazu, worauf kommt es an? Die Filmemacherin wirft einen Blick in Werkstätten, macht einen Rundgang auf Baustellen und ist zu Besuch bei den Orgelbauern im Stephansdom.

Eine Vorarlberger Orgelbaufirma baut die neue Riesenorgel im Stephansdom mit fast 8600 Pfeifen, ein Lehmbaupionier lotet die Grenzen des Werkstoffs aus, eine Maßschuhmacherin leitet die Schuhmacherwerkstätte bei den Salzburger Festspielen und trägt dazu bei, dass sich die Solistinnen und Solisten auf der Bühne wohlfühlen.

Sonntag, 13.12. (3. Advent) / 10:45 Uhr / Esel, Ochs’ und Kind – Weihnachtskrippen in Europa
Film von Anita Lackenberger
(Erstsendung: 25.12.2019)
ORF/3sat

Der Film lädt zu einer weihnachtlichen Krippen-Tour durch Österreich, Deutschland, die Schweiz und Italien ein. Im Südtiroler Gröden werden Krippen und Figuren gern aus Zirbenholz geschnitzt.

In Stans in Tirol entstehen Krippen-Unikate aus besonders interessant geformten Wurzeln. Weiter geht die filmische Reise ins niederösterreichische Maria Taferl. Dort werden aufwendige mechanische Krippen mit bis zu 300 bewegten Figuren vorgestellt.

Diese bringen den Betrachtern nicht nur die Weihnachtsgeschichte, sondern auch die historische Lebenswelt der Menschen näher. Die ersten mechanischen Krippen sind Ende des 19. Jahrhunderts entstanden. Im fränkischen Forchheim hat der Vergoldermeister Georg Fuchs einst ein sehenswertes Exemplar geschaffen, das nach wie vor besichtigt werden kann.

Im Schweizer Schloss Schwarzenburg nahe Bern leben und arbeiten die Schwestern Charlotte Zwahlen und Kathrin Fischer, die bei der Herstellung ihrer Krippenfiguren besonderen Wert auf Stoffe legen. Und in Ebensee im österreichischen Salzkammergut gibt es fast in jedem Haushalt eine Krippe, die häufig mit selbst gesammelten und getrockneten Pflanzenteilen aus Moos oder von Sträuchern bestückt und damit jedes Jahr anders gestaltet wird.

Als “Vater der Weihnachtskrippen” gilt Franz von Assisi, der im italienischen Dorf Greccio die christliche Herbergssuche nachgespielt hat. Der Legende nach hat Franz von Assisi im Jahr 1223 gemeinsam mit den Bewohnern von Greccio eine “lebende Krippe” aufgestellt und dabei seine Weihnachtspredigt gehalten. Bis heute wird die Geschichte rund um die Geburt von Jesus Christus in Greccio auf diese Weise dargeboten. Nach dem Krippenspiel wird Weihnachtsfrüchtebrot gereicht.

Sonntag, 13.12. (3. Advent) / 11:30 Uhr / Adventsingen aus Grafenegg 2018
Mit den Rossatzer Bläsern, den Mostviertler Blech Musikanten, dem Ensemble Rohrblatt, dem Dreigesang Dorli Draxler/ Barbara Monitzer/Konstanze Jäger, dem Jugendensemble Pfiffikus sowie Schauspielerin Ulrike Beimpold (Lesung)
Chor: Chorszene Niederösterreich
Moderation: Dorli Draxler, Edgar Niemeczek
ORF

Besinnlich durch den Advent mit traditionellen Weisen aus dem reichen niederösterreichischen Liederschatz: Das “Grafenegger Adventsingen” ist aus der Brauchtumspflege nicht wegzudenken.

2018 sangen und spielten der Chor der Chorszene Niederösterreich, die Rossatzer Bläser, die Mostviertler BlechMusikanten, das Ensemble Rohrblatt, der Dreigesang Dorli Draxler, Barbara Monitzer und Konstanze Jäger sowie das Jugendensemble Pfiffikus.

Auf dem Programm stand außerdem eine Lesung von Schauspielerin Ulrike Beimpold mit besinnlichen und heiteren Geschichten zum Advent.

“Wir möchten mit dem Niederösterreichischen Adventsingen den Menschen ein paar ruhige Momente in der hektischen Vorweihnachtszeit schenken und gleichzeitig aufzeigen, welche Lieder und Bräuche unser Bundesland ausmachen. Bekannte Lieder, überlieferte Weisen und so manche Kostbarkeit aus dem Volksliedarchiv bilden das vorweihnachtliche Programm, das von der Verkündigung über die Herbergssuche bis zur Anbetung der Hirten die Weihnachtsgeschichte auf faszinierende Art und Weise erzählt”, beschreibt “Volkskultur Niederösterreich”-Chefin Dorli Draxler die Besonderheiten des Niederösterreichischen Adventsingens.

Sonntag, 13.12. (3. Advent) / 18:00 Uhr / Buchzeit
Erstausstrahlung
3sat

Vierteljährlich, anlässlich der Buchmessen in Frankfurt und Leipzig, zu Beginn der Sommerferien und zu Weihnachten, stellt “Buchzeit” literarische Neuerscheinungen vor.

Im Frankfurter Szenelokal „Oosten“ diskutiert Gert Scobel mit der Autorin und Philologin Barbara Vinken, der Literaturwissenschaftlerin Katrin Schumacher sowie der Literaturkritikerin und Journalistin Sandra Kegel über die jeweiligen Werke.

Montag, 14.12. / 02:10 Uhr / Kulturpiloten
ZDF

Das digitale Kulturangebot des ZDF präsentiert ein Best-of seiner Formate – von Musik und Theater über Kino, Gaming, Design und Literatur bis hin zu aktuellen Debatten.

Künstler führen durch ihre Städte und lassen neue Kunstwerke entstehen. Musiker bieten einen Einblick hinter die Kulissen, und Schauspieler inszenieren bekannte Stücke in radikaler Kurzform. Was die Gesellschaft bewegt, wird auf Augenhöhe diskutiert.

Die “Kulturpiloten” bringen Kultur spielerisch in den Alltag – ohne zu belehren.

Dienstag, 15.12. / 17:00 Uhr / Burgen und Schlösser zur Weihnachtszeit
Film von Catherine von Westernhagen und Sabine Keller
(Erstsendung: 23.12.2018)
ARD/SWR

Weihnachten auf Burgen und Schlössern im Südwesten – das bedeutet riesige Weihnachtsbäume, festlich geschmücktes Mauerwerk und Nostalgie pur, die Besucher in Weihnachtsstimmung versetzt.

Die Filmautorinnen Catherine von Westernhagen und Sabine Keller haben Schloss- und Burgbesitzer besucht, die sich bei ihren ganz privaten Weihnachtsbräuchen über die Schulter schauen ließen und mit unterschiedlichen und spannenden Veranstaltungen aufwarteten.

Einige von ihnen pflegen in der Adventszeit die Traditionen ihrer Vorfahren und erinnern sich in dieser emotionalen Zeit auch an historische “Weihnachtsgeschichten”, die ihre Eltern rund um den Zweiten Weltkrieg auf ihren Schlössern erlebt haben.

Schloss Sigmaringen am südlichen Rand der Schwäbischen Alb sieht in der Weihnachtszeit wie ein Märchenschloss aus – festlich beleuchtet und mit viel Weihnachtsdekoration. Der Stammsitz der schwäbischen Linien der Fürsten von Hohenzollern ist für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Beim Weihnachtszauber erfahren sie, wie dort früher Weihnachten gefeiert wurde. Von den ganz persönlichen Bräuchen der fürstlichen Familie erzählt Fürst Karl Friedrich von Hohenzollern. Seine Familie musste im Zweiten Weltkrieg das Schloss verlassen, als die französische Vichy-Regierung in Sigmaringen einquartiert wurde.

Weihnachtlich geht es auch bei einer der Verwandten des Fürsten am Rhein zu. Prinzessin Heide von Hohenzollern öffnet am ersten Advent ihr weihnachtlich geschmücktes Schloss für Besucherinnen und Besucher: Kaffee trinken im Spiegelsaal, Kunsthandwerk im Rittersaal. Der musikalische Auftakt, das Adventssingen im Burghof, ist für die Prinzessin der schönste Moment der Vorweihnachtszeit auf Schloss Burg Namedy.

Auf Schloss Kewenig in der Südeifel findet ein Weihnachtsmarkt im ganz großen Stil statt. Die Schlossherren Denise und Francy Weyrich-Zenner haben das marode Anwesen gekauft und in kleinen Schritten liebevoll saniert. In der Vulkaneifel bereitet sich Burgherr Hans-Günter Hoffmann von Guretzky-Cornitz von der Burg Dreis auch schon auf Weihnachten vor. Ein Malermeister, der für das Burgcafé die Kuchen und Torten höchstpersönlich backt, möchte in der Vorweihnachtszeit gemeinsam mit den Nachbarinnen und Nachbarn der Burg, mit sozial Benachteiligten und Menschen mit Behinderung aus der Umgebung eine große Backaktion starten.

Dienstag, 15.12. / 22:55 Uhr / Oh Tannenbaum – Das große Geschäft mit Weihnachten
Film von Christiane Henningsen
(Erstsendung: 09.12.2019)
ARD/NDR

Der Handel mit Weihnachtsbäumen ist ein knallhartes Geschäft: Etwa 30 Millionen Nadelbäume werden jedes Jahr in Deutschland verkauft, bis zu 25 Euro zahlen die Käufer für jeden Meter.

Dafür soll der Baum kerzengrade und saftig grün sein, kaum Nadeln verlieren, und die wiederum sollen nicht piksen. Fast 80 Prozent der Käufer entscheiden sich für eine Nordmanntanne. Die Samen dafür werden im Kaukasus unter schwierigen Bedingungen gepflückt.

Wie hoch ist der Preis für den perfekten Weihnachtsbaum? Einfach “wachsen” dürfen die meisten Weihnachtsbäume schon lange nicht mehr: Die Top-Stop-Zange zwickt die Tannenspitze und verhindert, dass sie lang und kahl wird. Mit der Motorsäge werden Zweige in Form gebracht. Düngemittel und Pestizide sollen für Idealmaße sorgen. Trotzdem enden fast 40 Prozent aller Bäume als Ausschussware und zerkleinertes Grünzeug.

Tannenbaum-Produzent Wolf-Oliver Graf von Baudissin aus Osdorf in Schleswig-Holstein versucht, die hohen Erwartungen seiner Kunden zu erfüllen. “Regional ist mein bio”, sagt er – und steckt viel Mühe und Liebe in seine Plantage. “Wenn dann eine Familie hier bei uns ihren Baum schlägt und in ihr Wohnzimmer stellt, ist das für mich ein tolles Gefühl.” Frost und Schädlinge sind seine größten Feinde. Den Einsatz von Chemie versucht er dennoch so gering wie möglich zu halten. Doch das handhaben nicht alle so. Regelmäßig werden bei Untersuchungen auf Weihnachtsbäumen gesundheitsschädliche Pestizide nachgewiesen.

Bei Biobauer Wolfgang Schnau aus Brebel in Schleswig-Holstein sind chemische Spritzmittel und Wachstumsbeschleuniger tabu. Dafür gibt es bei ihm auch nur wenige perfekte Bäume. Statt lästiges Unkraut unter den Bäumen mit Spritzmittel zu töten, setzt er Schafe ein oder mäht selbst. Schäden durch Insekten oder Pilze nimmt der Biolandwirt in Kauf. Nicht alle seine Bäume sehen daher aus wie gemalt. Viel Geld kann er auch nicht mit ihnen verdienen. Doch bei der Baumart unterscheiden sich Schnaus Bäume nur wenig von der konventionellen Konkurrenz. Auch auf dem Biofeld thront vor allem die unangefochtene Königin unter den Weihnachtsbäumen: die Nordmanntanne. Die Samen für ihre Zucht kaufen die meisten deutschen Tannenbaumproduzenten in Georgien.

Wer die Ökonomie der Weihnachtsbäume verstehen will, muss also weit nach Osten fahren. Für viele Zapfenpflücker ist die Saatguternte eine der wenigen Einnahmequellen im ganzen Jahr. Dass der Job in 20 bis 40 Metern Höhe riskant ist, nehmen sie in Kauf. Unter welchen Bedingungen arbeiten die Pflücker, und wie wird die Ernte in diesem Jahr ausfallen? Der Film folgt der Spur der Weihnachtsbäume vom Kaukasus bis in Deutschlands Wohnzimmer.

Dienstag, 15.12. / 23:40 Uhr / Wie geht das? Weihnachtssterne
Film von Ann-Kristin Danzenbächer
(Erstsendung: 04.12.2019)
ARD/NDR

Nach Orchideen sind Weihnachtssterne die meistgekauften blühenden Zimmerpflanzen in Deutschland. Und das, obwohl sie nur wenige Wochen im Jahr zur Adventszeit angeboten werden.

Doch sie erhalten ihre leuchtend roten Blätter nur, wenn sie über Wochen etwa zwölf Stunden lang täglich im Dunkeln stehen. Aber nur damit ist es bei der Aufzucht vom Weihnachtsstern nicht getan. Denn bis zum Verkauf haben sie einen weiten Weg hinter sich.

Stecklinge werden von sogenannten Mutterpflanzen, meist in Ostafrika, gewonnen und kommen im Frühjahr per Flugzeug nach Deutschland. In Spezialbetrieben wird dann für die Bewurzelung gesorgt. Und in Gärtnereien wie der von Lars Dehne in Wiesmoor, der in diesem Jahr rund 400 000 Weihnachtssterne produziert, werden sie anschließend monatelang herangezogen, getopft, gerückt und beschnitten. Ohne diese Prozeduren, vor allem den Schnitt, würden sich die Pflanzen kaum verzweigen und nicht genug farbige Blätter, die sogenannten Brakteen, bilden.

Diese Folge aus der Reihe “Wie geht das?” wirft einen Blick in die Gärtnereien und gibt Tipps, wie man mit wenigen Kniffen über Jahre Freude am Weihnachtsstern haben kann. Dazu gehört auch, dass man die Verkaufsstände im Freien, an denen Weihnachtssterne angeboten werden, eher meiden sollte. Denn die tropischen Pflanzen sind sehr kälteempfindlich.

Donnerstag, 17.12. / 20:15 Uhr / Abschlusskonzert des Beethovenjahres 2020 aus der Oper Bonn
Beethovens 5. Sinfonie op. 67 in c-Moll, Beethovens Klavierkonzert Nr. 3 op. 37 in c-Moll
(Solist Daniel Barenboim)
Orchester: West-Eastern Divan Orchestra
ARD/WDR/3sat

Musikalische Leitung: Daniel Barenboim
Moderation: Daniel Hope

Erstausstrahlung

Zum Ende des diesjährigen Beethovenjahres zeigt 3sat das “Abschlusskonzert des Beethovenjahrs 2020” aus der Oper Bonn.

Unter der Leitung von Daniel Barenboim spielt das West-Eastern Divan Orchestra unter anderem Beethovens Sinfonie Nr. 5 cis-Moll, die sogenannte Schicksalssinfonie. Durch den Abend führt Violinist Daniel Hope.


Kalenderwoche 52:

Samstag, 19.12. / 10:45 Uhr / Advent in Vorarlberg
Film von Marion Flatz-Mäser
Moderation: Martina Köberle
(Erstsendung: 08.12.2020)
ORF

Schauplätze für den Vorarlberger Advent sind ein märchenhaft verschneiter Garten in Ludescherberg, eine mittelalterliche Burg in Feldkirch und eine Montafoner Stube im Schrunser Heimatmuseum.

Moderatorin Martina Köberle lädt zu einer musikalisch besinnlichen Reise durch das winterliche Vorarlberg ein. Der Film zeigt auch den Bau von Alphörnern, eine über 20 Quadratmeter große Krippe und das Leben der Menschen in der Schattenburg in früheren Zeiten.

Die Alphornbläser Raggal, der Männerchor Walgaustimmen, Mia Luz, Thomas Ruez und Toni Eberle, der Kinder- und Jugendchor Mitanand sowie das Mittelalterensemble Gauckeley bereichern die Sendung musikalisch.

Samstag, 19.12. / 15:30 Uhr / Glocken – Klang zwischen Himmel und Erde
Film von Helge Reindl
(Erstsendung: 28.03.2016)
ORF

Glocken gibt es schon seit mindestens 3600 Jahren: Sie rufen zum Gebet und verkünden den Frieden. Die Dokumentation geht den kulturgeschichtlichen Wurzeln der Klangkörper auf den Grund.

Glocken wurden zu Kriegsgerät verschmolzen und danach Symbol des Wiederaufbaus. Sie vermelden Freude ebenso wie das Sterben eines Menschen. In China wurden Glocken als Folterinstrumente eingesetzt, für Christen sind sie Verkünder von Zeit und Vergänglichkeit.

Es ist nicht der Wohlklang allein, der die Wahrnehmung des Glockenklangs bestimmt, wie die Professoren Bernhard Tschofen, Roland Girtler und August Schmidhofer erläutern. Die Musikhistorikerin Birgit Lodes aus München berichtet von Richard Wagners Plänen, Glocken in seinen Werken einzusetzen, und verrät, wie menschliche Stimmen eine Glocke im Konzert nachahmen können.

Samstag, 19.12. / 19:20 Uhr / THEATER.MACHER.INNEN ~ Wie gleichberechtigt ist das Theater?
Film von Kathrin Schwiering
Erstausstrahlung
3sat

Wie steht es um die Rolle der Frau auf und hinter den Bühnen deutschsprachiger Theater? Die Kulturdokumentation “THEATER.MACHER.INNEN” begibt sich auf eine vielschichtige Spurensuche.

Die Theaterbühne gilt als politischer und sozialkritischer Raum, aber über Machtstrukturen oder möglichen Machtmissbrauch innerhalb des Systems wird selten gesprochen. Der Film hinterfragt die Gleichberechtigung am Theater und stellt Lösungsansätze vor.

Viele Texte, die man dem klassischen Theaterkanon zuordnet, vermitteln kein modernes Frauenbild – was in der Natur der Sache liegt, wurden doch die meisten Klassiker vor Hunderten von Jahren geschrieben. Aber häufig werden diese Geschlechterklischees auf der Bühne nicht aufgehoben und neu interpretiert, sondern reproduziert. Das liegt nicht nur am “Male Gaze”, dem männlichen Blick auf den Text und die darin handelnden Frauen, sondern auch an den Strukturen am Theater, an Macht und Machtmissbrauch und an der Geschlechterungerechtigkeit hinter der Bühne: Rund 80 Prozent der Intendanten und Intendantinnen und 70 Prozent der Regisseure und Regisseurinnen sind männlich.

Das Bewusstsein für Gleichberechtigung am Theater ist nicht erst seit der #metoo-Debatte vorhanden – aber wie sieht es konkret im Arbeitsalltag aus? Gibt es Handlungsbedarf? Und wenn ja: Welche Lösungsmöglichkeiten werden vorgeschlagen und diskutiert?

Wenn mehr Frauen Theater leiten würden und das letzte Wort über Budgetverteilung und Personalfragen hätten, gäbe es dann auch eine größere Geschlechtergerechtigkeit an deutschen Bühnen? Wenn es eine Frauenquote gäbe, würden dann mehr Frauen als Regisseurinnen und nicht mehr nur als Regieassistentinnen arbeiten? Ginge es gerechter zu, wenn sich die Macht auf mehrere Schultern verteilten würde?

Theaterschaffende wie Dagmar Manzel, René Pollesch, Marlene Streeruwitz oder Milo Rau erzählen ihre Sicht der Dinge, sprechen von ihren persönlichen Erfahrungen, dem Status quo und unterschiedlichen Lösungsansätzen – von polarisierend und radikal bis hin zu moderat und kompromissbereit.

Die Dokumentation “THEATER.MACHER.INNEN” präsentiert und diskutiert die Rolle der Frau am Theater im Jahr 2020, auf, vor und hinter der Bühne und zeigt an Beispielen, wie vorherrschende Geschlechterungerechtigkeiten gelöst werden könnten. Eine neue Generation an Theatermacherinnen und Entscheiderinnen steht in den Startlöchern, um ein theoretisches Umdenken tatsächlich auch in die Praxis umzusetzen.

Samstag, 19.12. / 20:15 Uhr / Winterklang – Nationalpark Hohe Tauern mit Michael Schade
Mit Michael Schade (Kammersänger)
Orchester: Bach Consort Wien
Musikalische Leitung: Rubén Dubrovsky
Regie: Volker Werner
ORF/3sat

Der Film verknüpft die atemberaubende Hochgebirgslandschaft des Nationalparks Hohe Tauern mit einem der bedeutendsten Werke der österreichischen Musikgeschichte: Schuberts “Winterreise”.

Michael Schade selbst wird zum Wanderer durch die atemberaubende Hochgebirgslandschaft des Nationalparks Hohe Tauern, in dessen Zentrum sich der höchste Berg Österreichs, der Großglockner, befindet. Die wilde Natur wird zur imposanten Kulisse für Schuberts Lieder.

Der Wanderer erlebt die Einsamkeit und wilde Schönheit der rauen Natur, aber auch gastfreundliche Begegnungen, und immer wieder verliert er sich in Erinnerungen an heitere, goldene Herbsttage.

1827, im Jahr vor seinem Tod, hat Franz Schubert die Texte von Wilhelm Müller vertont. Die “Winterreise” besteht aus 24 Liedern für Singstimme und Klavier. Sie bildet das musikalische Herzstück von Michael Schades Wanderung durch den Nationalpark Hohe Tauern. Am Ende seiner Reise wird Schade freundlich in der Runde des Bachchors Salzburg und Bach Consort Wien unter Rubén Dubrovsky aufgenommen, um gemeinsam Schuberts Lied “Nachthelle” zu singen.

Die Einspielung der “Winterreise” findet im Auditorium Schloss Mittersill statt, ohne Publikum, als Dialog zwischen Sänger und Pianist. Kammersänger Michael Schade wird von Christoph Hammer am Hammerflügel begleitet. Das Bach Consort Wien und der Bachchor Salzburg unter Rubén Dubrovsky musizieren in der Pfarrkirche St. Leonhard in Mittersill Kammermusik und Chorgesänge von Franz Schubert, in diesem besonderen Jahr 2020 ebenfalls ohne Publikum.

Samstag, 19.12. / 22:15 Uhr / Think Big! – Die Künstlerin Katharina Grosse
Film von Claudia Müller
Erstausstrahlung
3sat

“Think Big!” ist eine Dokumentation über die deutsche Künstlerin Katharina Grosse. Eine Malerin, die die Rolle der Frau in der abstrakten Malerei neu definiert.

Mit Spraypistole und kräftigen Farben verwandelt sie Innen- und Außenräume in begehbare Farblandschaften. In Welten, in denen sie die Grenzen zwischen Zwei- und Dreidimensionalität aufhebt und die Betrachter auffordert, ihre Seh- und Denkgewohnheiten zu revidieren.

Die 1961 in Freiburg geborene Malerin ist in Bochum aufgewachsen und hat an der Düsseldorfer Kunstakademie studiert. Katharina Grosse gehört nicht zu einer Generation unterschätzter Frauen, die lange im Schatten ihrer männlichen Kollegen standen. Sie wurde gefördert und hat davon profitiert, was die vorherige Generation feministischer Künstlerinnen bereits geleistet hat. Dennoch hat sie einen schwierigen Weg gewählt: die Malerei. Kein anderes Feld in der bildenden Kunst ist so sehr mit dem Geniegedanken verknüpft – den “Malerfürsten”.

Katharina Grosses Werk liefert neue Ansätze und Perspektiven auf das, was Malerei sein kann: ein unbegrenztes Feld von Möglichkeiten. Sind das noch Gemälde – oder ist es Vandalismus? Wo beginnen und wo enden die Kunstwerke? Malerei kann infizieren und irritieren und unseren Blick auf die Welt infrage stellen. Genau dort setzt Grosse an.

Ihre Kunstwerke sind ein Angriff auf unsere Wahrnehmung von Begrenzungen, die wir als gegeben hinnehmen. Ihre Bilder und Installationen haben eine visuelle Kraft, die sich aus dem Zusammenspiel von greller Farbigkeit und Hindernissen speist, die von der Bewegung ihrer Spraypistole einfach verschluckt werden. In mehr als 20 Jahren schuf sie ein Œuvre, das im wahrsten Sinne des Wortes Spuren hinterlassen hat.

Die Filmemacherin Claudia Müller begleitet die Künstlerin bereits seit sechs Jahren mit der Kamera. Im Mittelpunkt ihres Films stehen der Schaffensprozess und Grosses immer neue Herangehensweise an Räume, freie Flächen im Außenraum oder die Leinwand. Die Auseinandersetzung mit der Malerei an sich. Als roter Faden zieht sich die Einrichtung von Grosses Installation im Museum Hamburger Bahnhof in Berlin durch den Film, ergänzt durch Material, das bei der Entstehung von Projekten in den USA, Dänemark und Italien entstand. Arbeiten, die zum Teil zu großen Kontroversen und Anfeindungen aus der Bevölkerung geführt haben.

Die Malerei von Katharina Grosse ist ein sinnlich visualisierter Denkprozess, der dazu auffordert, keine Vergleiche zu etwas schon mal Gesehenem anzustellen, sondern eigene Denkräume zu öffnen: Think Big! Größe ist kein Maßstab, sondern ein Anspruch, der sich durch ihr ganzes Werk zieht.

Samstag, 19.12. / 23:00 Uhr / zdf@bauhaus – Livemusik mit Amy Macdonald
Moderation: Jo Schück
Erstausstrahlung
3sat

Amy Macdonald arbeitet immer irgendwo. Die preisgekrönte schottische Singer-Songwriterin mit ihren vielen Hits im Radio schafft es nur selten, eine richtige Auszeit zu nehmen.

Denn entweder wird sie gebeten, ihre Nation bei Großveranstaltungen zu vertreten, oder sie schreibt neue Songs. Amy Macdonald ist eine Musikerin, die ein absolut natürliches Melodiegespür hat, deren nächster Hit ihr quasi immer schon auf den Lippen zu liegen scheint.

Es stimmt zwar, dass Amy Macdonald inzwischen auf ein ganzes erfolgreiches Jahrzehnt in der Musikwelt zurückblicken kann. Aber man darf nicht vergessen, dass sie erst Anfang 30 ist. Sie ist in allen Ecken der Welt erfolgreich, hat Welttourneen vor 3,3 Millionen Menschen gespielt, wurde über 200 Millionen mal auf Spotify gestreamt, kann vier Top-5-Alben, sechs Millionen verkaufte Alben insgesamt und den überwältigenden Hit “This Is the Life”, der in zehn Ländern die Charts anführte, vorweisen.

Im Oktober 2020 veröffentlicht sie nun ihr fünftes Album “The Human Demands”. Produziert von Jim Abbiss (Arctic Monkeys, Kasabian) führt das neue Album zu ihren frühen Indie-Wurzeln zurück. Stets präsent ist ihre bekanntermaßen umwerfende und kraftvolle Alt-Stimme. In ihren Texten geht es ums Älterwerden, den Umgang mit Depressionen oder das Verliebtsein in jemanden, mit dem man den Rest seines Lebens verbringen möchte. “Viele der Songs auf diesem Album handeln davon, wie es ist, älter zu werden, was einem angesichts der Tatsache, dass ich erst Anfang 30 bin, lächerlich erscheinen mag”, erklärt Macdonald. “Aber ich habe meinen ersten Plattenvertrag mit 18 unterschrieben, was sich anfühlt, als wäre es eine Ewigkeit her.”

2021 wird Amy Macdonald voraussichtlich eine große Europa-Tournee unternehmen. Ganz im Gegensatz zu den großen Bühnen der Festivals präsentiert sie ihr aktuelles Album für “zdf@bauhaus” jedoch ganz intim, in besonderem Ambiente und ohne Publikum fast wie in einer Bandprobe-Deluxe.

Internationale Künstler geben für die Konzertreihe “zdf@bauhaus” in einem intimen Rahmen exklusive Konzerte vor Live-Publikum. Präsentiert werden die Konzerte von Moderator Jo Schück.

Sonntag, 20.12. (4. Advent) / 09:05 Uhr / Bénédicte Savoy – Gebt die Kulturgüter zurück!
(aus der SRF-Gesprächsreihe “Sternstunde Philosophie”)
(Erstsendung: 11.10.2020)
SRF

Europas Museen sind voll davon: Raubkunst aus kolonialer Zeit. Die französische Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy fordert eine bedingungslose Rückgabe dieser Kulturgüter.

Historische Notwendigkeit oder weltfremde Narretei? Im Gespräch mit Wolfram Eilenberger legt Bénédicte Savoy ihre Vision einer neuen, gerechteren Museumskultur dar. Ein Gespräch über eine Aufgabe, die derzeit nicht nur die Kunstwelt spaltet.

Über 90 Prozent der afrikanischen Kulturgüter befinden sich in europäischen Sammlungen, die direkt auf die Kolonialzeit zurückgehen. Dies gilt auch für Schweizer Museen. Die französische Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy plädiert entschieden für eine umfassende Rückgabe der Werke an die Ursprungsländer. Im Jahre 2018 veröffentlichte sie – gemeinsam mit Felwine Sarr – eine von Emmanuel Macron in Auftrag gegebene Studie zur Restitution afrikanischer Kulturgüter. Doch die politischen, rechtlichen und logistischen Hürden sind hoch.

Wie umfassend war der Kunstraub einstiger Kolonialmächte? Welche Folgen zeitigt er bis heute in den afrikanischen Herkunftsländern?

Sonntag, 20.12. (4. Advent) / 10:05 Uhr / lesenswert Quartett
Denis Scheck im Gespräch mit Insa Wilke und Ijoma Mangold und als Gast Sandra Kegel
(Erstsendung: 17.12.2020)

ARD/SWR

Mit Gastgeber Denis Scheck diskutieren im “lesenswert Quartett” die Literaturkritiker Insa Wilke und Ijoma Mangold und ihr Gast Sigrid Löffler über vier Bücher.

Vier Bücher – vier Meinungen: Nicht immer sind sich die Quartett-Teilnehmer einig. Lobend und tadelnd, lebhaft und impulsiv, aber auch sachlich und analytisch nehmen sie sich vier Neuerscheinungen auf dem Büchermarkt vor.

Sonntag, 20.12. (4. Advent) / 11:05 Uhr / Thomas Hürlimann über die Odyssee des Lebens
(aus der SRF-Reihe “Sternstunde Religion”)
SRF

Olivia Röllin spricht in “Sternstunde Religion” mit dem Schweizer Schriftsteller Thomas Hürlimann.

Die Gesprächsreihe “Sternstunde Religion” ordnet ein, fragt nach und schafft Zusammenhänge – in Form von Dokumentarfilmen oder Gesprächen.

Redaktionshinweis: 3sat zeigt “Thomas Hürlimann über die Odyssee des Lebens” zum 70. Geburtstag des Schweizer Schriftstellers am 21. Dezember. Im Anschluss, um 11.30 Uhr, folgt die Verfilmung von Hürlimanns Bestseller “Der große Kater”.

Sonntag, 20.12. (4. Advent) / 11:30 Uhr / Der große Kater
Fernsehfilm, Schweiz/Deutschland 2010
SRF

Kater: Bruno Ganz
Dr. Stotzer, gen. “Pfiff”: Ulrich Tukur
Marie: Marie Bäumer
Dr. Bässler: Christiane Paul
Nuntius: Edgar Selge
Magun: Justus von Dohnányi

nach dem Roman von: Thomas Hürlimann
Regie: Wolfgang Panzer
Länge: 85 Minuten

Der “große Kater” ist als Schweizer Bundespräsident auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Mit lässiger Nonchalance hat er es zum höchsten Amt des Landes gebracht und sonnt sich in der Macht.

Doch am Vortag des offiziellen Staatsbesuchs des spanischen Königspaars kann er die Wolken am Horizont nicht mehr ignorieren. Seine Popularitätswerte sind im Keller, und in der Partei wendet sich die Stimmung gegen ihn. Privat wie beruflich geht es für ihn bergab.

Kater entschließt sich kurzerhand, den Staatsbesuch durch seinen Pressechef Magun zu einem Medienspektakel aufbauschen zu lassen. Das sollte Kater für die bevorstehende Wiederwahl ins richtige Licht rücken. Doch im Hintergrund braut sich ein viel größeres Gewitter zusammen. Katers engster Verbündeter, Fraktionschef Doktor Stotzer alias Pfiff, plant mithilfe des päpstlichen Nuntius eine perfide Intrige. Kater und Pfiff kennen sich seit ihrer Jugend, gemeinsam kamen sie nach oben. Doch seit dem Tag, als Kater Marie heiratete, die ursprünglich mit Pfiff verlobt war, ist ihre Freundschaft getrübt.

Nun sieht Pfiff die Möglichkeit zur Rache gekommen. Er verleitet die Präsidentengattin zum Glauben, Kater habe persönlich einen Besuch am Spitalbett ihres krebskranken Sohnes als Teil des offiziellen Damenprogramms angeordnet. Marie ist untröstlich. Sie glaubt, Kater wolle politischen Kredit aus der medialen Ausschlachtung der bisher geheim gehaltenen Krankheit ihres Sohnes schlagen. Vergeblich versucht Kater, Marie zu beschwichtigen. Aus Protest bleibt sie dem offiziellen Empfang am Abend fern. Bis kurz vor dem Galadiner kann Kater das Schlimmste abwenden und das Fehlen seiner Gattin dem König und der Königin gegenüber charmant überspielen.

Doch immer noch fehlt jede Spur von Marie. Der diplomatische Eklat und damit Katers endgültiges Ende stehen kurz bevor. Doch da erscheint Marie in letzter Sekunde. Zu spät realisiert Kater, dass sie nicht gekommen ist, um den Abend zu retten. Mit einer Tirade mitten im Diner wirft sie ihm vor, seine eigene Familie zu zerstören. Der Skandal ist perfekt. Kater befindet sich im freien Fall.

Bruno Ganz glänzt mit eindrucksvoller Präsenz und Glaubhaftigkeit im “großen Kater” in der Rolle eines Schweizer Bundespräsidenten, der sich mit aller Kraft und List gegen die intriganten Pläne seiner Feinde wehrt. Die schweizerisch-deutsche Koproduktion wartet mit einem renommierten internationalen Cast auf. Neben Bruno Ganz spielen Marie Bäumer, Ulrich Tukur, Christiane Paul, Edgar Selge, Marek Kondrat, Justus von Dohnányi, Martin Rapold, Stefan Gubser, Walo Lüond und andere. “Der große Kater” basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von Thomas Hürlimann. Der 1998 erschienene Roman ist nach wie vor hochaktuell. Das ist ein Grund, weshalb die filmische Umsetzung in die heutige Zeit übertragen wurde.

Brisant ist der autobiografische Hintergrund: Thomas Hürlimanns Vater war selbst Bundesrat und empfing in seinem Präsidialjahr das spanische Königspaar zu einem Staatsbesuch.

Sonntag, 20.12. (4. Advent) / 18:30 Uhr / Museums-Check mit Markus Brock
Landesmuseum Württemberg, Stuttgart
Erstausstrahlung
ARD/SWR/3sat

Wer entscheidet eigentlich, was “in” oder “out” ist? Das beleuchtet das Landesmuseum Württemberg in der Sonderausstellung “Fashion?! Was Mode zu Mode macht”. Diesmal zu Gast: Nina Siewert.

Zu sehen sind Modeklassiker von den 1950er-Jahren bis heute, darunter Entwürfe von Coco Chanel, Jean Paul Gaultier und Vivienne Westwood. Außerdem zeigt die Schau Modefotografie, Alltagskleider und Outfits von Stil-Ikonen wie Marlene Dietrich und David Bowie.

Ein historischer Krimi lässt sich auch im Landesmuseum Württemberg erleben, in der Schausammlung “LegendäreMeisterWerke. Kulturgeschichte(n) aus Württemberg”. Für das Projekt “Heilige und Halunken” produzierte das Museum aufwendig eine Virtual-Reality-Kulisse. Mittels VR-Brille kann man ins Mittelalter eintauchen und einem Kunstdieb virtuell an die Fersen heften.

Reale Geschichten aus dem Leben der Bewohner Württembergs erzählen mehr als 1500 hochkarätige Exponate: ob Spangenhelm, Kettenhemd oder das vornehme Porträt von Kronprinzessin Olga aus dem Jahr 1856.

Ein weiteres Highlight ist die europaweit einmalige Sammlung der Kelten mit Prunkgräbern des 7. bis 5. Jahrhunderts vor Christus. Einzigartig ist der “Krieger von Hirschlanden”. Die um 500 vor Christus erschaffene Sandsteinstatue gilt als die älteste mitteleuropäische Großplastik in Menschengestalt, ausgestattet mit Hüftgürtel, Dolch und Hut.

Die gebürtige Stuttgarterin Nina Siewert steht seit ihrer Schulzeit vor der Kamera. Ihr Schauspielstudium absolvierte sie an der Hochschule für Musik und Theater “Felix Mendelssohn Bartholdy” Leipzig. Seit 2017 ist sie am Schauspiel Stuttgart engagiert und arbeitet parallel für Film und Fernsehen. In der ZDF-Serie “SOKO Stuttgart” mimt sie die junge, zielstrebige Kriminalkommissarin Nele Becker.

Montag, 21.12. / 19:15 Uhr / Das Geheimnis der Meister – Bosch
Film von Jaap van der Werff und Finbarr Wilbrink
(Erstsendung: 21.12.2017)
3sat

Warum fesselt uns der Blick des Mädchens mit dem Perlenohrring seit Jahrhunderten? Wie hat Vermeer das gemacht? Und wodurch entsteht die suggestive Kraft im Werk von Hieronymus Bosch?

Warum hat er besonders schnell gemalt, woran erkennt man seinen Mut? Ein kleines Team von Künstlern, Handwerkern und Wissenschaftlern erkundet die kleinen Geschichten hinter den großen Werken der holländischen Meister.

Um Geheimnissen auf die Spur zu kommen, rekonstruieren sie in jeder Folge ein Werk der weltberühmten Kunst detailversessen in nur fünf Wochen. “Das Geheimnis der meister” begleitet sie auf ihrer detektivischen Suche nach der perfekten Nachbildung zu Händlern historischer und giftiger Farben, Glasbläsern, Experten und in verstaubte Archive. Und verfolgen die Entstehung der Kopie. Unterhaltsam und spannungsreich ist neu zu entdecken, was wir eigentlich zu kennen glaubten: die größten Meisterwerke der niederländischen Kunst.

Dienstag, 22.12. / 06:00 Uhr / Das Geheimnis der Meister – Appel
Film von Jaap van der Werff und Finbarr Wilbrink
(Erstsendung: 04.01.2019)
3sat

Eine eigene Herausforderung ist die Rekonstruktion des Künstlers Karel Appel. Der Friseursohn machte in der Nachkriegszeit mit an Kinderzeichnungen erinnernden Motiven Furore.

Gerade die scheinbare Schlichtheit setzt den ambitionierten Nachahmern zu. In Paris gehen sie auf Spurensuche und lassen sogar Kinder das scheinbar simple Bild nachahmen. Warum das nicht gelingen kann, erklärt ein wichtiges Geheimnis des Meisters.

In der Reihe “Das Geheimnis der Meister” geht ein Experten-Team unter der Leitung des Künstlers und Moderators Jasper Krabbé auf Spurensuche: Es rekonstruiert bedeutende Werke der niederländischen Malerei.

Bei dieser Spurensuche nach den originalen Farben, dem Pinselstrich, der Lichtstimmung und Farbgebung – kurz: nach dem Ausdruck des berühmten Bildes – lernt man das Werk ganz neu kennen.

Dienstag, 22.12. / 06:40 Uhr / Das Geheimnis der Meister – Rembrandt
Film von Jaap van der Werff und Finbarr Wilbrink
(Erstsendung: 02.01.2019)
3sat

Ein Experten-Team geht unter der Leitung des Künstlers und Moderators Jasper Krabbé auf Spurensuche: Es rekonstruiert bedeutende Werke der niederländischen Malerei.

Auf der Suche nach den originalen Farben, dem Pinselstrich, der Lichtstimmung und Farbgebung – kurz: nach dem Ausdruck des berühmten Bildes – lernt man das Werk ganz neu kennen. Bei Rembrandt geht es um ein Selbstporträt aus den jungen Jahren des Malers.

Warum ist das Porträt so dunkel, wie erzeugte Rembrandt die magische Stimmung auf diesem Gesicht? Filmregisseur Peter Greenaway stellt den Lichteinfall mit Kamera und Lampen nach und kommt zu einem erstaunlichen Ergebnis.

Dienstag, 22.12. / 19:20 Uhr / Das Geheimnis der Meister – Vermeer
(Erstsendung: 22.12.2017)
3sat

Ein Experten-Team geht unter der Leitung des Künstlers und Moderators Jasper Krabbé auf Spurensuche: Es rekonstruiert bedeutende Werke der niederländischen Malerei.

Auf der Suche nach den originalen Farben, dem Pinselstrich, der Lichtstimmung und Farbgebung – kurz: nach dem Ausdruck des berühmten Bildes – lernt man das Werk ganz neu kennen. Bei Vermeer geht es um das “Mädchen mit dem Perlenohrgehänge”.

Warum fesselt uns der Blick des Mädchens seit Jahrhunderten? Wie hat Vermeer das gemacht?

Dienstag, 22.12. / 21:45 Uhr / kinokino ~ Shortcuts
Erstausstrahlung
ARD/BR/3sat

Was läuft aktuell im Kino? Welches sind die neuesten Hits auf der Leinwand? “kinokino” stellt die wichtigsten Neustarts und Themen aus der Filmwelt vor.

Das Magazin zeigt Porträts und Interviews mit Schauspielern und Regisseuren. Welche Filme lohnen sich? Welche sollte man lieber meiden? “kinokino” kritisiert die Tops und Flops und berichtet von den spannendsten Festivals.

Mittwoch, 23.12. / 06.00 Uhr / Weihnachten in aller Welt
Aus der Klosterkirche Rohr, Dezember 2017

Mit dem Gaststar Franco Fagioli

Chor: Chor des Bayerischen Rundfunks
Orchester: Münchner Rundfunkorchester
Musikalische Leitung: Howard Arman
Moderation: Judith Milberg
ARD/BR

Eine ebenso festliche wie abwechslungsreiche Weihnachtssendung präsentieren der Chor des Bayerischen Rundfunks und das Münchner Rundfunkorchester unter der Leitung von Howard Arman.

Als Gaststar konnte der auf den großen Bühnen der Welt gefeierte argentinische Countertenor und Ausnahmekünstler Franco Fagioli gewonnen werden. Auf dem Programm steht eine musikalische Reise mit Weihnachtsliedern und -melodien aus aller Welt.

Überall, wo das christliche Weihnachtsfest gefeiert wird, haben sich über die Jahrhunderte hinweg feste Bräuche ausgebildet. Sie sind regional unterschiedlich, doch eines eint sie: das Singen, Spielen und Hören von weihnachtlicher Musik. “Weihnachten in aller Welt” führt von Deutschland über England, Frankreich, Italien, Polen, Russland und Griechenland bis nach Nord- und Südamerika. Traditionelle Volkslieder wie “Noche anunciada” und “Tochter Zion” sind dabei ebenso zu hören wie barocke Meisterwerke, darunter Vivaldis “Gloria” und die berühmte Arie “Rejoice, rejoice” aus Händels Oratorium “Messiah”. Die Musik der Romantik ist mit Werken von Berlioz und Rebikow vertreten.

Die Aufzeichnung fand in der Klosterkirche der Benediktinerabtei Rohr in Niederbayern statt. Sie ist ein Werk des Baumeisters, Bildhauers und Stuckateurs Egid Quirin Asam, der zu den bedeutendsten Künstlern des Barock zählt. Sein frei im Raum stehender, plastisch gestalteter Hochaltar mit eindrucksvollen Skulpturen war für damalige Zeit gewagt und gilt heute als kunsthistorische Besonderheit.

Mittwoch, 23.12. / 06.45 Uhr / Weihnachtssingen in Raitenhaslach
Mit Duschlhof G’sang, Gerzkopf Geigenmusi, In Hofer Dreigesang, Soatntrilogie, Bläser der Schladl-Musi und Chor des Münchner Advent
Musikalische Leitung: Otto Dufter
(Erstsendung: 24.12.2018)
ARD/BR

In Burghausen an der Salzach kann man außer der längsten Burganlage Europas auch eine der schönsten Barockkirchen Bayerns, die zum Zisterzienserklosters Raitenhaslach gehörte, bewundern.

Für den Heiligen Abend gestalten hier traditionsbewusste Sänger und Musikanten aus Oberbayern, Niederbayern und dem Salzburger Land ein festliches Weihnachtssingen mit alpenländischen Liedern und Weisen, die anders anmuten als kommerzielle Weihnachtslieder.

Die musikalische Leitung übernimmt Otto Dufter, selbst Volksmusikant und Leiter der Musikschule Grassau, die als Talentschmiede für den Volksmusik-Nachwuchs gilt.

Der Schauspieler und BR-Sprecher Peter Weiß trägt dazu Texte des Schriftstellers Gerd Holzheimer vor, die sich dem Sinn der Weihnachtszeit aus einem ungewohnten Blickwinkel nähern und damit auch Menschen ansprechen, die sich nicht als religiös bezeichnen würden.

Mittwoch, 23.12. / 19.20 Uhr / Das Geheimnis der Meister – Rembrandt
Jeremia trauert um die Verwüstung
Erstausstrahlung
3sat

Ein berühmtes biblisches Thema von einem der bedeutendsten Maler in der Reihe “Das Geheimnis der Meister” ist Rembrandts “Jeremia trauert um die Zerstörung Jerusalems” von 1630.

Das Bild berührt durch den besonderen Ausdruck der Wehmut, die der alte Prophet vermittelt. Der Vater Rembrandts soll als Modell gedient haben. Wie genau, mit welchen Details Rembrandt das Kunstwerk gelingen konnte, sind Experten aus Amsterdam auf der Spur.

Donnerstag, 24.12. (Heiligabend) / 09:15 Uhr / Weihnachtssingen in München
Mit Ensemble Münchner Advent, Munich Brass Connection Montini-Chor, Sagschneider Dreigesang und Weintröpfe-Gsang
Regie: Elisabeth Malzer
(Erstsendung: 24.12.2019)
ARD/BR

Namhafte Sänger und Musikanten stimmen mit einem ganz besonderen Programm aus der Pfarrkirche St. Michael im Münchner Stadtteil Berg am Laim auf den Heiligen Abend ein.

Die musikalische Leitung übernimmt Otto Dufter, selbst leidenschaftlicher Volksmusikant und Leiter der Musikschule Grassau, die als Talentschmiede für den Volksmusik-Nachwuchs gilt. Dazu trägt Schauspieler Peter Weiß Texte des Schriftstellers Gerd Holzheimer vor.

Diese fragen ohne Sentimentalität und Klischees aus einem eigenen Blickwinkel nach dem tieferen Sinn der Weihnachtszeit und sprechen damit auch Zuschauer an, die sich nicht als religiös bezeichnen würden.

Die Pfarrkirche St. Michael im Münchner Stadtteil Berg am Laim wurde von namhaften Barock- und Rokoko-Künstlern wie Johann Michael Fischer und Johann Baptist Zimmermann im Auftrag der Wittelsbacher gebaut und ausgestaltet. Nach einer langjährigen, aufwendigen Renovierungszeit erstrahlt sie wieder in frischem Glanz.

Donnerstag, 24.12. (Heiligabend) / 19:15 Uhr / Barocke Weihnachten
Film von Anita Lackenberger
Erstausstrahlung
ORF/3sat

Die Dokumentation lässt mit Spielszenen in historischen Gewändern auf Schloss Hof und Schloss Niederweiden im niederösterreichischen Marchfeld die barocken Weihnachtstraditionen wieder aufleben.

Dazu zählen auch kulinarische Besonderheiten. Am Tag der Heiligen Katharina, dem 25. November, wird mit dem Kathreinstanz der Advent eingeleitet. Dann müssen die Bauern ihre Abgaben an die Gutsbesitzer leisten – zum Teil in Naturalien wie etwa Geflügel oder Eier.

Die adeligen Anwesen sollen für den Winter vorbereitet und Nahrungsmittel haltbar gemacht werden. Händler aus dem Süden bringen kostbare Zitrusfrüchte und Gewürze in die Österreichisch-Ungarische Monarchie.

In der Barockzeit kommt nicht das Christkind mit Geschenken, sondern auch der Heilige Nikolaus. Er übergibt polierte Äpfel, vergoldete Nüsse, Lebkuchen, Orangen, aber auch lebende Tiere wie ein kleines Huhn oder einen zahmen Hasen, die dann auf dem Gutshof versorgt werden.

Während der Nikolaus, Gräfin und Graf an die Kinder des Schlosses Geschenke verteilen, feiert das Gesinde seinen eigenen Nikolaustag – mit Bedacht, weil die Fastenzeit ja eigentlich nicht unterbrochen ist. Eine wärmende Fischsuppe, zum Beispiel mit Karpfen aus den Gewässern der March-Auen, passt da gut.

Krapfen sind ebenfalls ein beliebtes Essen am Nikolaustag. Schmalzgebackenes wird jedoch genauso an kargen Adventtagen aufgetischt. Die Formen und Rezepte sind vielfältig, immer gehaltvoll und leicht zuzubereiten.

Frisches Fleisch ist eine Kostbarkeit in einer Zeit ohne Kühlmöglichkeit, wie wir sie heute kennen. Selbst auf dem kleinsten Bauernhof versucht man, ein Schwein zu halten. Das Fleisch hilft, den Winter zu überstehen oder kann gegen das eine oder andere notwendige Gut eingetauscht werden. Die wichtigsten Formen, Schweinefleisch haltbar zu machen, sind das Einpökeln und Selchen.

Im Barock entsteht eine beliebte Wurst, die damals wie heute gerne gegessen wird: die Bratwurst. Mit reichlich Zimt und Pfeffer gewürzt, schmeckt auch nicht mehr ganz frisches Fleisch noch länger gut. Geselchte und getrocknete Varianten werden gerne als Vorräte angelegt, während frische Bratwürste für das Schlachtfest vor Weihnachten vorgesehen sind.

Der 24. Dezember ist bis zur Mette ein strenger Fasttag, aber danach darf geschlemmt werden – wie an den folgenden Feiertagen auch. Im Barock gibt es noch keinen Weihnachtsbaum und keine Plätzchen.

Reiche Haushalte gönnen sich feine Limonikrapfen, Marzipantorten oder das neueste Modegetränk: eine “heiße Schokolade”, dick eingekocht und gezuckert. Ein Stück Christstollen sollte jeder bekommen – mit Zucker-Butter-Belag ist er allerdings nur der Herrschaft vorbehalten.

Was seit dem Mittelalter zu den Weihnachtsspeisen gehört, ist Lebkuchen. Er bleibt für einige Monate frisch, zerbricht nicht, gilt als guter Reiseproviant und als kostbares Gastgeschenk. Je mehr Gewürze beigefügt werden, desto wohlhabender ist der Haushalt, aus dem er stammt.

Donnerstag, 24.12. (Heiligabend) / 20:15 Uhr / Die 3 Tenöre – Das Weihnachtskonzert
Wiener Konzerthaus, 1999
Mit Plácido Domingo, Luciano Pavarotti und José Carreras
ORF

Chor: Gumpoldskirchner Spatzen
Orchester: Wiener Symphoniker
Musikalische Leitung: Steven Mercurio, Elisabeth Ziegler
Regie: David Mallet

3sat zeigt das Weihnachtskonzert, das Plácido Domingo, Luciano Pavarotti und José Carreras am Vorabend des Weihnachtsfests 1999 vor begeistertem Publikum im Wiener Konzerthaus gaben.

Begleitet wurden die drei Tenöre vom Kinderchor Gumpoldskirchner Spatzen und den Wiener Symphonikern unter der Leitung von Steven Mercurio. Regie führte der britische Topregisseur David Mallet, der unter anderem mit Queen erfolgreich zusammengearbeitet hat.

Auf dem Programm stehen Weihnachts-Hits wie “White Christmas”, “Jingle Bells”, “Feliz Navidad” und “Stille Nacht” sowie Wiegenlieder von Johannes Brahms und Richard Strauss.

Donnerstag, 24.12. (Heiligabend) / 21:35 Uhr / Christmas in Vienna
Wiener Konzerthaus, 2019

Mit Marianne Crebassa (Mezzosopran), Michael Schade (Tenor),Bo Skovhus (Bariton) und Beate Ritter (Sopran) Chor: Wiener Sängerknaben, Wiener Singakademie
Orchester: ORF Radio Symphonie, Orchester Wien
Musikalische Leitung: Sascha Goetzel

Bildregie: Felix Breisach
Moderation: Barbara Rett
ORF

Die Weihnachtsgala “Christmas in Vienna” aus dem Wiener Konzerthaus bezaubert alljährlich mit einem musikalischen Ausflug in weihnachtliche Traditionen aus aller Welt.

Gemeinsam mit den Wiener Sängerknaben und der Wiener Singakademie stimmen 2019 Marianne Crebassa, Michael Schade, Bo Skovhus und Beate Ritter musikalisch auf Weihnachten ein. Es spielt das ORF Radio Symphonieorchester Wien unter der Leitung von Sascha Goetzel.

Die Solistinnen und Solisten präsentieren neben klassischen Werken wie Franz Schuberts “Intende voci”, interpretiert von Michael Schade, auch traditionelle Weihnachtslieder wie “Still, still, still”, gesungen von Beate Ritter, sowie musikalische Grüße aus der jeweiligen Heimat wie das dänische Weihnachtslied “Højt fra træets grønne top” von Bo Skovhus oder das französische Lied “Baïlèro” von Marianne Crebassa. Neben Solostücken stehen auch Duette auf dem Konzertprogramm.

Den musikalischen Ausklang des Weihnachtskonzerts, das auch für die Rückbesinnung auf die traditionelle österreichische Weihnacht steht, bildet alle Jahre wieder “Stille Nacht, heilige Nacht”, 2019 ganz traditionell mit Gitarrenbegleitung eingeleitet.

Freitag, 25.12. (1. Weihnachtsfeiertag) / 12:30 Uhr / Christbaumschmuck aus Lauscha – Illusionen aus Glas
Film von Kathrin Welzel
(Erstsendung: 02.12.2014)
ARD/MDR

Kaum einer kann sich dem Zauber des gläsernen Christbaumschmucks entziehen. An ihm hängen Kindheitserinnerungen, Familientraditionen und das Wohl eines kleinen Thüringer Dörfchens – Lauscha.

Vor gut 170 Jahren begannen Lauschaer Glasbläser, Kugeln vor Gasflammen zu formen. Ein Industriezweig entstand. In fast jedem Haus wurde das Wohnzimmer zur Arbeitsstube. Jeder musste mit ran, um die Illusionen aus Glas zu fertigen – vom Kind bis zur Großmutter.

Lauschaer Christbaumschmuck eroberte die Welt, hing an deutschen, englischen und vor allem amerikanischen Weihnachtsbäumen. Lauscha wurde zum Synonym für den festlich geschmückten Baum. Was das mit dem örtlichen Gaswerk und dem Amerikaner Woolworth zu tun hat, mit Botenfrauen und Verlegern, mit Perlen und Blei, mit Spießkistlquote und Lampe, das verrät dieser Film.

Freitag, 25.12. (1. Weihnachtsfeiertag) / 21:40 Uhr / Das ewige Lied – Stille Nacht
Fernsehfilm, Österreich/Deutschland 1997
ORF

Josef Mohr: Tobias Moretti
Franz Gruber: Heio von Stetten
Nöstler: Erwin Steinhauer
Schlagerer: Michael Mendl
Burgschwaiger: Jörg Hube

Buch: Franz Xaver Bogner
Regie: Franz Xaver Bogner
Länge: 119 Minuten

Hilfspfarrer Josef Mohr kommt 1818 nach Oberndorf bei Salzburg. In einer Zeit politischer Umbrüche und wirtschaftlicher Not schreibt er zusammen mit dem Lehrer Franz Gruber ein Weihnachtslied.

Die Hauptrollen in Franz Xaver Bogners fiktiver Entstehungsgeschichte des wohl berühmtesten Weihnachtslieds der Welt “Das ewige Lied” spielen Tobias Moretti, Heio von Stetten und Erwin Steinhauer.

Auf dem Wiener Kongress hat Europa eine Neuordnung erfahren. Im Zuge dieser Ereignisse verliert das geistliche Fürstentum Salzburg seine Selbständigkeit. Ein Teil Salzburgs kommt 1816 zu Bayern und der größere Teil, darunter auch Oberndorf, zu Österreich. Die Salzach wird zur Staatsgrenze. Der Fluss war jahrhundertelang die Grundlage für Wohlstand: Die Bevölkerung lebte von der Fluss-Schifferei, dem Schiffbau und insbesondere dem Salz-Transport, auf dem sie ein Monopol sind. Doch seit Oberndorf zu Österreich gehört, sind die Zölle entfallen, wodurch es den Menschen zunehmend schlechter geht.

Darüber hinaus unternimmt der skrupellose Kaufmann Burgschwaiger alles, um auch noch das Monopol zu brechen. Zwischen ihm und den Bewohnern herrscht Krieg, denn Burgschwaiger versucht, die Schiffer durch den Bau einer Eisenbahntrasse entlang der Salzstraße um ihre Existenz zu bringen. Der junge Priester Mohr stellt sich auf die Seite der armen Schiffer, selbst als seine Stelle auf dem Spiel steht. Gemeinsam mit dem Lehrer und Organisten Franz Gruber versucht er, der Not leidenden Bevölkerung zu helfen. In diesen Wirren schreiben die beiden das “Ewige Lied” für die Christmette als Symbol friedlichen Miteinanders. Später wird es als “Stille Nacht, heilige Nacht” weltberühmt.


Kalenderwoche 53:

Sonntag, 27. 12. / 3satThementag: Clevere Helden

Sonntag, 27. 12. / 18:45 Uhr / Der Hauptmann von Köpenick
Spielfilm, BRD 1956
3sat

Wilhelm Voigt: Heinz Rühmann
Mathilde Obermüller: Hannelore Schroth
Dr. Obermüller: Martin Held
Hauptmann von Schlettow: Erich Schellow
Friedrich Hoprecht: Willy A. Kleinau

Regie: Helmut Käutner
Länge: 89 Minuten

Dem vorbestraften Dokumentenfälscher Wilhelm Voigt stehen in der gebrauchten Uniform eines Hauptmanns plötzlich alle Türen offen. Er wittert die Chance, endlich einen neuen Pass zu erlangen.

Die Verfilmung des Carl-Zuckmayer-Stücks “Der Hauptmann von Köpenick” mit Heinz Rühmann stellt auf wunderbare und entlarvende Weise naives Obrigkeitsdenken und die Macht des äußeren Scheins bloß. Der Film wurde im In- und Ausland ein großer Erfolg.

Wilhelm Voigt hat viele Jahre seines Lebens hinter Zuchthausmauern verbracht. Wegen Posturkundenfälschung bekam er schon als junger Mann 15 Jahre Zuchthaus, später versuchte er sein Glück im Ausland, aber das Heimweh trieb ihn zurück. Ein Passvergehen brachte ihn erneut hinter Gitter.

Nach seiner Entlassung versucht er nun, als Schuhmacher eine neue Existenzgrundlage zu finden. Dabei gerät er in einen wahren Teufelskreis: Ohne Papiere erhält er keine Arbeit, und ohne Arbeitsnachweis keine Papiere. Am liebsten würde er deshalb Deutschland wieder verlassen, aber dazu braucht er einen Pass.

Neben “Der Hauptmann von Köpenick” mit Heinz Rühmann inszenierte Helmut Käutner (1908-1980) einige der wichtigsten deutschen Spielfilme vor allem der 40er und 50er Jahre, darunter “Große Freiheit Nr. 7” (1943), “Unter den Brücken (1945), “Die letzte Brücke” (1953) und “Des Teufels General” (1955).

Montag, 28.12. / 3satThementag: Liebeslustig
Montag, 28.12. / 05:55 Uhr / Fabergé – Magie aus Gold und Edelsteinen
Film von Patrick Mark
(Erstsendung: 25.12.2015)
3sat

Die prachtvollen Fabergé-Eier sind ein Inbegriff höchster Goldschmiedekunst und ein Symbol für Luxus. Ihr Schöpfer war der russische Goldschmied und Juwelier Peter Carl Fabergé.

Seine Schmuckstücke zeichneten sich durch kaum zu überbietende handwerkliche Raffinesse und Schönheit aus. Seine Kundschaft, wohlhabende Europäer und Russen – unter ihnen auch Kaiser Alexander III. -, ließ ihn bekannt und reich werden. Dann folgte der Abstieg.

Die Oktoberrevolution bedeutete das Ende für Fabergés Handwerkskunst. Er floh über Finnland zunächst nach Wiesbaden und starb 1920 am Genfer See. Die Firma wurde von seinen Söhnen übernommen – relativ erfolglos. 1989 gingen die Markenrechte an einen Großkonzern. Der Name Fabergé stand von da an für Düfte und Pflegeprodukte. 2007 übernahm ein amerikanischer Investor den Namen für exklusive Schmuckherstellung.

Dienstag, 29.12. / 3sat Thementag: Wilde Western

Mittwoch, 30.12. / 3satThementag: Kabarett und Comedy

Mittwoch, 30.12. / 11:45 Uhr / Verleihung Deutscher Kleinkunstpreis 2020
Mainzer Forum-Theater unterhaus, März 2020
Moderation: Urban Priol
3sat

Der Deutsche Kleinkunstpreis ehrt herausragende Künstler des Jahres in verschiedenen Kategorien. 3sat zeigt die Preisverleihung 2020 aus dem Mainzer “unterhaus”, moderiert von Urban Priol.

Die Preisträger des Jahres 2020 sind: Sebastian Pufpaff (Kabarett), Suchtpotenzial (Musik), Alfons (Kleinkunst), Christoph Fritz (Förderpreis) und Gerburg Jahnke (Ehrenpreis des Landes Rheinland-Pfalz).

Er ist heiß begehrt und gehört zu den wichtigsten Auszeichnungen, die man auf deutschsprachigen Bühnen erhalten kann: der Deutsche Kleinkunstpreis. Seit 1972 wählt eine vom Mainzer Forum-Theater “unterhaus” berufene Fachjury die preiswürdigen Künstler in verschiedenen Kategorien.

Die Jury würdigt 2020 den Preisträger Sebastian Pufpaff in der Sparte “Kabarett” als “Meister der Widersprüche, der sich vom Teleshopping bis auf die große Kabarettbühne gespielt hat. Als gut gelaunter Zyniker beleuchtet er die Welt am liebsten von ihrer dunklen Seite und zwingt sein Publikum aus der moralischen Komfortzone. Er ist der Kabarettist, den diese Zeit verdient.”

Suchtpotenzial erhält den Deutschen Kleinkunstpreis in der Sparte “Chanson/Lied/Musik”. Das Berliner Duo singe dem Sexismus den Kampf an, so die Jury. “Julia Gámez-Martin und Ariane Müller rappen gegen den Paygap, jammern übers Gendern und rocken die Emanzipation. Ihre Songs sind Botschaften mit Haltung, provokant getextet, leidenschaftlich dargeboten und brillant komponiert.”

In der Sparte “Kleinkunst” wird mit Alfons ein Künstler ausgezeichnet, der “der Gesellschaft als medialer Eulenspiegel unterhaltsam wie entlarvend den Spiegel vorhält. Seine Kunstfigur lässt dem Franzosen Emmanuel Peterfalvi entwaffnend die Herzen seines Publikums zufliegen und erforscht mit kindlicher Neugier auch die abgelegensten Gefilde des deutschen Wesens”, so die Fachjury.

Den Förderpreis der Stadt Mainz erhält Christoph Fritz für sein Erstlingswerk “Das jüngste Gesicht”. Die Jury stellt fest: “Seine zurückhaltende, jugendliche Erscheinung lässt Naivität vermuten. Zerschmettert werden die äußeren Eindrücke jedoch durch die Wucht, mit der seine tabulosen, mit knallharten Pointen gespickten Texte daherkommen.”

Der Ehrenpreis des Landes Rheinland-Pfalz schließlich geht an Gerburg Jahnke, die “First Lady des Kabaretts”. Schon in den 1980er-Jahren hat sie mit dem Duo “Missfits” eine neue Form weiblichen Humors etabliert, “rotzfrech, emanzipiert, klug, witzig und mit Haltung”, so die Jury. Mit ihren TV-Sendungen und Bühnenshows beförderte sie neben der eigenen Karriere stets “charmant und nachhaltig Künstlerinnen dorthin, wo auch sie seit über 30 Jahren zu Recht steht: auf die deutschsprachigen Bühnen und in die Herzen der Zuschauer.”

Mittwoch, 30.12. / 00:10 Uhr / Rainald Grebe: Das Münchhausenkonzert
3satFestival, September 2020
Regie: Volker Weicker
3sat

Rainald Grebe hat sich Inspiration aus der Vergangenheit geholt. Beim Blick ins Geschichtsbuch des legendären Lügenbarons stellt er fest: So viel hat sich seitdem gar nicht geändert.

Und so singen und erzählen beide von Fake News, gefühlten Wahrheiten und fantasievollen Geschichten mit zeitloser Aktualität – beim 3satFestival 2020 aus der Festhalle Frankfurt.

Rainald Grebe singt und schafft Geschichten. Hat man ein Lied von ihm zu Ende gehört, meint man, man habe ein ganzes Buch gelesen, ein Hörspiel gehört, sei selbst bei seinen ganzen Erlebnissen dabei gewesen. Mit seinen Liedtexten schafft er es, zehn Minuten Musik so voller Bilder und Leben zu füllen, dass sie sich anfühlen wie eine Reise, von der man voller neuer Erkenntnisse und ein wenig verändert wiederkehrt.

Bei seinem neuen Solo-Programm “Das Münchhausenkonzert” übernimmt er die Rolle des Reiseleiters durch die gesellschaftlichen Landschaften unserer Zeit. Hochmusikalisch und bis ins Detail durchdacht präsentiert der Liedermacher Wahrheiten. Die Wahrheit über das Zusammenleben, die Wahrheit über das Lügen und die Wahrheit über die Wahrheit. Als Alleinunterhalter versucht er monologisch die Welt zu erklären. Zumindest behauptet er das.

Der Kabarettist schafft es, seine Zuschauer lauthals zum Lachen zu bringen und sie dennoch nachdenklich nach Hause gehen zu lassen. Mit einfachen Worten kratzt er an den Oberflächen gesellschaftlicher Problematiken und trifft sein Publikum dabei ganz tief.

Mittwoch, 30.12. / 05:30 Uhr / Bob Dylan: The Other Side of the Mirror
Newport Folk Festival, Rhode Island, USA, 1963 – 1965
3sat

Zwischen 1963 und 1965 spielt Bob Dylan auf dem “Newport Folk Festival” und wandelt sich vom schüchternen Folksänger mit akustischer Gitarre zum charismatischen Rockpoeten mit Band.

Regisseur Lerner verzichtet auf Interviews und konzentriert sich auf Dylans Auftritte. Er sagt dazu: “Im Laufe der drei Newport-Auftritte wird sich Bob Dylan immer mehr seiner Ausstrahlung bewusst. Er weiß, er kann nun ein großes Publikum mit Poesie erreichen.”

Im Verlauf des Films begegnen den Zuschauenden unter anderen Joan Baez, Pete Seeger, Peter, Paul and Mary und die Paul Butterfield Blues Band, die Bob Dylan beim Skandalkonzert 1965 begleiten. Sie schocken die Folkgemeinde mit einem elektrischen Auftritt. Doch 1963 ist noch alles in bester Ordnung: Bob Dylan sieht aus wie ein Schuljunge in Arbeitskleidung und wird in zwei Jahren zu einem Rockstar mit Sonnenbrille, schicken Klamotten und großer Entourage.

Besonders eindrücklich ist sein berührendes Duett “With God on Our Side” mit Joan Baez beim Festival 1963 oder “Blowin’ in the Wind” mit den Freedom Singers, Peter, Paul and Mary und Joan Baez. 1964 wirkt Bob Dylan schon wesentlich selbstbewusster, als er “Mister Tambourine Man” singt, und 1965 hat er seine Metamorphose abgeschlossen und steht als Rockpoet mit Elektrogitarre auf der Bühne.

Donnerstag, 31.12. (Silvester) / 3satThementag: Pop around the Clock

06:30 Uhr Bob Dylan: The 30th Anniversary Concert Celebration
Madison Square Garden, New York, USA, 1992
3sat

Im März 1962 erscheint das Debütalbum von Bob Dylan bei Columbia Records. 30 Jahre danach ist Dylan immer noch bei Columbia, die ihrem Star am 16. Oktober 1992 ein Geburtstagsgeschenk machen.

Alles was Rang und Namen in der Musikwelt hat, kommt in den Madison Square Garden, um Bob Dylans Songs zu interpretieren. Mit dabei sind Tom Petty, Roger McGuinn, Eric Clapton, George Harrison, Neil Young, Stevie Wonder, Chrissie Hynde und viele andere mehr.

Viele der 20 000 Fans wissen sicherlich schon vor dem Konzert, dass sie etwas Besonderes erleben werden. Die Hausband des Abends ist Booker T. & The M.G.’s mit Booker T. an der Orgel, dem Bassisten Donald “Duck” Dunn, dem Gitarristen Steve Cropper sowie den Schlagzeugern Anton Fig und Jim Keltner. Neil Young erklärt im Verlauf des Abends das Ganze als “Bobfest” und trifft damit genau die Stimmung des Abends.

Nachdem alle Stars die Songs von Bob Dylan interpretiert haben, kommt Dylan selbst auf die Bühne – nicht sonderlich gut gelaunt, aber er kommt. Und alle spielen zum großen Finale “My Back Pages”.

07:30 Uhr: Ringo Starr & His All-Starr Band: Live at the Greek Theatre
Greek Theatre, Los Angeles, USA, 2019
Erstausstrahlung
3sat

Am 1. September 2019 spielt Ex-Beatle Ringo Starr zusammen mit seiner All-Starr Band das Abschlusskonzert seiner 2018/2019er-Tournee im Greek Theatre, der Freiluftarena nahe Hollywood.

1989 gründet Ringo Starr seine Supergroup, die inzwischen in der 14. Besetzung spielt. Jedes Mitglied kommt aus einer berühmten Band, und auf den Set Lists stehen Beatles-Songs und Hits der Mitmusiker. Das Motto: “Everybody on stage is a star in their own right”.

Im Greek Theatre stehen neben Ringo Starr Men-at-Work-Gitarrist Colin Hay, Average-White-Band-Bassist Hamish Stuart, David-Lee-Roth-Schlagzeuger Gregg Bissonette, Toto-Gitarrist Steve Lukather, Santana-Keyboarder Gregg Rolie und Kansas-Saxofonist Warren Ham auf der Bühne. Und es ist Tradition, dass Ringos Supergroup seine Tournee immer Anfang September im Greek Theatre beendet, seit 1989.

Auch 2019 weiß Ringo zusammen mit seiner Band, das Publikum mit einer Hitparade zu begeistern, die man nur dort zu hören bekommt: von Totos “Rosanna” über den Beatles-Klassiker “Yellow Submarine” bis zu Santanas “Evil Ways” und Men at Works “Who Can It Be Now”.

Zum großen Finale begrüßt Ringo zu “With a Little Help from my Friends” noch weitere Weggefährten auf der Bühne wie Joe Walsh von den Eagles, Nils Lofgren von der E Street Band, Schlagzeuglegende Jim Keltner, Eric Carmen von den Raspberries sowie Edgar Winter und Richard Page von Mr. Mister.

Doch im Mittelpunkt des Konzerts steht Ringo Starr, der sympathisch und charmant durch das Programm führt und am Schlagzeug mit seinem unkonventionellen Spiel begeistert. George Martin, der langjährige Beatles-Produzent, hatte 1962 im Rahmen der ersten Aufnahme-Sessions noch Zweifel an Ringos Fähigkeiten, doch 1994 schreibt er in seinem Buch “Summer of Love”: “Ringo schaffte und schafft es stets, seinem Schlagzeug einen einzigartigen Klang zu entlocken, ein Klang, der so unverwechselbar ist wie seine Stimme. […] Ringo kann auf seinen Trommeln einen so lockeren tiefen Klang erzeugen, der einzigartig ist. […] Diese genaue Beachtung der Klangfarbe seiner Trommeln ist ein Grund von Ringos Brillanz. Ein weiterer ist, dass, obwohl Ringo das Tempo nicht so exakt wie ein Metronom hält, er ein unerreichtes Gefühl für ein Lied hat. Wenn sein Tempo schwankt, dann ausnahmslos an der richtigen Stelle, zur richtigen Zeit, dabei dafür sorgend, dass der Titel die passende Stimmung und ein felsenfestes Fundament erhält.”

Am 7. Juli 2020 feierte der Ex-Beatle Ringo Starr seinen 80. Geburtstag.

08:30 Uhr / Rod Stewart: Live at the Royal Albert Hall
Royal Albert Hall, London, Großbritannien, 2004
3sat

Am 13. Oktober 2004 begeistert Rod Stewart die Fans in der ausverkauften Royal Albert Hall, begleitet vom BBC Concert Orchestra, dem London Community Gospel Choir, seiner Band und Gästen.

Neben seinem Freund aus “Faces”-Tagen, dem Rolling-Stones-Gitarristen Ron Wood, begrüßt Rod Stewart die Sängerin Chrissie Hynde, mit der er den Klassiker “As Time Goes By” interpretiert. Sein Überraschungsgast ist die schottische Sängerin Amy Belle.

Zusammen singen Amy und Rod den Stewart-Klassiker “I Don’t Want to Talk About It”. Das Duett wird ein Hit, der bis im Herbst 2020 über 345 Millionen Mal auf YouTube angeklickt wird. Mit seinem Programm für die Royal Albert Hall trifft Rod Stewart den Nerv des Publikums. Die Mischung aus Hits der frühen 1970er-Jahre mit Klassikern des “Great American Songbook” kommt an, genauso wie seine wechselnden ausgefallenen Kostüme und seine launigen Moderationen.

Rod Stewart feierte am 10. Januar 2020 seinen 75. Geburtstag. Er gehört zu den erfolgreichsten britischen Sängern und wird vom “Rolling Stone” auf Rang 59 der “100 besten Sänger aller Zeiten” geführt. Erst 2019 wird bekannt, dass Rod Stewart seit Jahrzehnten ein begeistertet Modelleisenbahn-Fan ist und seine Modellanlage überwiegend selbst entworfen und gebaut hat.

Geboren wird Rod Stewart als Sohn schottischer Einwanderer in London. Er hat mit 16 Jahren einen Vorvertrag als Profifußballer in der Tasche, jobbt als Totengräber, bedruckt Seidenstoffe, nimmt 1964 seine erste Single auf, singt 1967 bei der Jeff Beck Group und wechselt mit Gitarrist Ron Wood 1969 zu den Faces. Seine Markenzeichen sind seine struppige Frisur und seine rauchig-sanfte Stimme. Weltberühmt wird Rod Stewart 1971 mit seinem Soloalbum “Every Picture Tells a Story” und dem Hit “Maggie May”. 1972 erobert er mit dem Song “Sailing” auch die Fans in Deutschland.

Seine Wandlungsfähigkeit und sein Gespür für die richtigen Songs beweist Rod Stewart 2002 mit einer Sammlung von Jazz-Standards unter dem Titel “It Had to Be You – The Great American Songbook”. Er hat gerade seine Erkrankung an Schilddrüsenkrebs aus dem Jahr 1999 überwunden und muss das Singen wieder neu erlernen. Das Wagnis gelingt und wird mehrfach mit Platin ausgezeichnet.

Die höchste Auszeichnung erhält er im Juni 2016 für seine Erfolge als Sänger und seinen Einsatz für wohltätige Zwecke: Elisabeth II. adelt ihn zum Knight Bachelor. Von Prinz William erhält er am 11. Oktober 2016 den Ritterschlag und darf den Zusatz “Sir” seinem Namen voranstellen.

09:30 Uhr: Elvis: ’68 Comeback Special
The Burbank Studios, Burbank, Kalifornien, USA, 1968
3sat

Am 3. Dezember 1968 kommt Elvis nach sieben Jahren ohne Auftritt mit einem Paukenschlag in die Wohnzimmer Amerikas: Für den Sender NBC steht er für ein “Comeback Special” vor den Kameras.

Nach Ausflügen ins Filmgeschäft präsentiert sich Elvis in drei Settings: Der Sit-Down-Section als Unplugged-Session mit Band, der Stand-Up-Section mit großem, aber unsichtbarem Orchester und zwei Bühnen-Szenen. Presleys Management will eine Show für junge Zuschauer.

Die Proben und Dreharbeiten beginnen im Juni 1968 in den NBC-Studios in Burbank in der Nähe von Los Angeles, und was alle hoffen, passiert: Die Show wird zu einem TV-Event in den USA und erreicht Rekord-Quoten. Elvis macht es sichtlich Spaß, wieder als Sänger und Entertainer aufzutreten. Sein letzter Auftritt liegt sieben Jahre zurück, und er ist froh, keine seichten Filmrollen mehr übernehmen zu müssen, in die ihn sein Manager immer wieder drängt.

Zunächst ist Elvis gar nicht begeistert, als er 1967 von den Plänen zu einem ursprünglich geplanten Christmas-Special im TV erfährt. Er hat keine Lust auf Weihnachtslieder. Doch der Produzent Bob Finkel überzeugt Elvis mit seinem Konzept einer ganz auf Elvis zugeschnittenen Show mit unterschiedlichen Musikstilen. Der geplante Weihnachtssong wird zwar aufgezeichnet, fliegt aber in der endgültigen Fassung raus.

Elvis ist schon nach den ersten Proben begeistert, lässt seinen Manager zu sich kommen und verkündet, dass er wieder auf Tour gehen will. 1969 nimmt Elvis das Album “From Elvis in Memphis” auf, unterschreibt einen Vertrag über mehrere Liveauftritte in Las Vegas und geht ab 1970 nach 13 Jahren Pause wieder auf eine Tournee durch die USA.

10:25 Uhr: Stevie Nicks: 24 Karat Gold Tour
Bankers Life Fieldhouse, Indianapolis und PPG Paints Arena, Pittsburgh, USA, 2017
Erstausstrahlung
3sat

Im März 2017 filmen Kameras die Auftritte von Stevie Nicks in Indianapolis und Pittsburgh im Rahmen ihrer “24 Karat Gold Tour”, die im Oktober 2016 beginnt und im November 2017 endet.

Im Oktober 2020 kommt der Zusammenschnitt weltweit für zwei Tage in die Kinos und bezeugt Stevie Nicks einzigartige Stimme und Ausstrahlung. Begleitet von ihrer Band präsentiert Nicks eigene Songs und Hits von Fleetwood Mac wie “Landslide” und “Rhiannon”.

“Die ’24 Karat Gold Tour’ war meine Lieblingstournee aller Zeiten. Ich liebe es, dieses Konzert mit meinen Fans zu teilen. Von mir für sie – 24 Karat Gold”, erklärt Stevie Nicks. Die zweifache Rock-and-Roll-Hall-of-Fame-Ikone ist mit sechs Top-Ten-Alben und acht Grammy-Nominierungen eine der wichtigsten Frauenstimmen in der Rockmusik.

1948 in Phoenix, Arizona, als Stephanie Lynn “Stevie” Nicks geboren, gründet sie 1968 zusammen mit Lindsey Buckingham die Band Fritz, die es immerhin bis zur Vorgruppe von Jim Hendrix, Janis Joplin und Creedence Clearwater Revival schafft. 1975 steigen Stevie und Lindsey bei Fleetwood Mac ein: Aus der Bluesband wird eine der erfolgreichsten Rock-Pop-Bands der kommenden Jahre. Das 1977er-Album “Rumours” gilt als Meisterwerk und ist bis heute eines der meistverkauften Alben weltweit.

Anfang der 1980er-Jahre startet Stevie Nicks parallel zu Fleetwood Mac ihre Solokarriere, muss aber 1986 eine Pause einlegen, um sich im Betty Ford Center wegen ihrer Kokainsucht behandeln zu lassen. “Alle von uns (bei Fleetwood Mac) waren drogenabhängig, aber ich war am schlimmsten dran”, sagt Stevie Nicks im März 2020 in einem Interview. Schon 1982 kennt Nicks ihre Dämonen und sagt: “Da ist diese wilde und diese gediegene Seite in mir. Und diese wilde Seite akzeptiert keine Disziplin in meinem Leben, und ich versuche diese beiden Pole auszugleichen, damit Menschen mit mir klarkommen.”

Bis zu ihrem Aufenthalt in der Klink ist Stevie Nicks Anfang der 1980er-Jahre im Gegensatz zu Fleetwood Mac als Solokünstlerin sehr erfolgreich und schreibt zusammen mit Prince den Song “The Wild Heart”. Doch auch nach dem Klinikaufenthalt hat die Sängerin gesundheitliche Probleme, ist abhängig von Beruhigungsmitteln und leidet unter dem Fatigue-Syndrom. “Sie haben mich sehr sehr krank gemacht”, sagt sie damals in einem Interview. Ihrer Stimme scheint das alles wenig geschadet zu haben. Von samtweich-heiser und ziemlich tief bis sehr hoch und strahlend klar reicht ihre unvergleichliche Mezzosopran-Stimme, die bis heute Fans weltweit begeistert. Auch 2017 verkörpert sie auf der Bühne die glamouröse und geheimnisvolle Hippie-Sängerin, der viele schon immer zutrauten, in Wahrheit eine Hexe zu sein.

Der “Rolling Stone” führt sie 2015 als eine von wenigen Frauen auf Rang 53 der “100 besten Songwriter aller Zeiten”.

11:30 Uhr / Prince: Sign o’ the Times
The Ahoy, Rotterdam, Niederlande, Sportpalais, Antwerpen, Niederlande, Paisley Park Studios, Chanhassen, Minnesota, USA, 1987
3sat

Im Juni 1987 lässt Prince die letzten Konzerte seiner Europatournee filmen, die mit später zusätzlich gedrehten Szenen in seinem Studio zusammengeschnitten werden.

1987 hat der Film Kinopremiere. Beim Publikum hat er mäßigen Erfolg, aber die Kritiker sind begeistert. Für den “Rolling Stone” sind “Prince und Band in Höchstform”, und für das britische Magazin “Sky” ist der Film “der größte Konzertfilm aller Zeiten”.

Die “Philadelphia Daily News” vergleicht Prince mit Elvis. Eigentlich sollte Prince die “Sign o’ the Times”-Tournee im Sommer 1987 auf Wunsch seiner Plattenfirma Warner Bros. Records fortsetzen. Doch darauf hat der Superstar keine Lust und beschließt, mehrere Konzerte aufzuzeichnen. Schlecht gelaunt ruft er seine Toningenieurin an: “Susan, ich brauche für morgen einen Lkw mit mobilem Tonstudio, und zwar zügig. Das muss klappen, wir nehmen das Konzert auf, und es muss perfekt sein, sonst werden Leute gefeuert!”

Ein britisches Filmteam zeichnet drei Konzerte in Rotterdam und das Abschlusskonzert in Antwerpen zwischen dem 26. und 29. Juni 1987 auf. Doch als das Material auf dem Schneidetisch liegt, stellt Prince schnell fest, dass der Sound nicht überzeugend aufgezeichnet wurde und auch das Filmmaterial Schwächen hat. Prince ruft seine Band zusammen, spielt das Konzert komplett in seinem Studio nach und stellt für die Kameras im Juli 1987 auch einige Szenen nach. Gegen den Willen von Warner bringt Prince den Film im November 1987 in die Kinos der USA und 1988 auch nach Deutschland.

Das Lexikon des internationalen Films urteilt: “Konzertmitschnitt der Europa-Tournee des Popmusikers Prince. Ein durch seine filmische Geschlossenheit, musikalische Bandbreite und mitreißende Rhythmen überzeugender Film, dessen Akteure durch Spielwitz und -freude für sich einnehmen. Für Fans zeitgenössischer und zukunftsweisender Rockmusik hörens- und sehenswert.”

12:55 Uhr / Prince: Rave un2 the Year 2000
Paisley Park Studios, Chanhassen, Minnesota, USA, 1999
3sat

Am 18. Dezember 1999 produziert Prince in seinen Paisley Park Studios eine legendäre Silvestershow, die am 31. Dezember 1999 ausgestrahlt wird und das Millennium einläutet.

Nach allen großen Hits endet das fulminante Konzert mit dem Song “1999”, dessen Zeilen zum Motto des unvergesslichen Abend werden: “Party Like it’s 1-9-9-9”. Prince steht mit seiner Band New Power Generation und zahlreichen Gästen auf der Bühne.

Mit dabei sind George Clinton, Lenny Kravitz, der Saxofonist Maceo Parker, die Sängerin Rosie Gaines, der Bassist Larry Graham und viele andere mehr. Prince ist wie elektrisiert, singt, tanzt und spielt Gitarre, als ob es das letzte Konzert seines Lebens wäre. Der Hintergrund der Bühne wird von der überlebensgroßen Darstellung des “Love Symbols #2” bestimmt, seinem Protest gegen seine Plattenfirma, die 1993 von Prince eine Schaffenspause verlangt und ein Greatest-Hits-Album herausbringen will.

Prince sieht sich in seiner künstlerischen Freiheit eingeschränkt und gibt an seinem 35. Geburtstag, am 7. Juni 1993, per Pressemitteilung bekannt, dass sein Künstlername nun das unaussprechbare Symbol sei. In den Medien wird er nun “The Artist Formerly Known as Prince” genannt. Er selbst schreibt sich das Wort “Sklave” auf die Wange und erklärt: “Wenn einem die eigenen Master nicht gehören, gehört man dem Master.”

Warner Bros. Records gehören damals die Urheberrechte an seinen Songs, die er für das Label aufnimmt. 1994 beendet Warner die Zusammenarbeit mit Prince, und am 31. Dezember 1999 endet der Vertrag zwischen Prince und Warner. Am 16. Mai 2000 heißt Prince dann wieder Prince, der Albtraum ist vorbei.

16 Jahre später, am 14. April 2016, verliert Prince auf dem Rückflug von einem Konzert in Atlanta das Bewusstsein. Er hat eine Überdosis eines Schmerzmittels eingenommen und wird nach einer Notlandung in Moline, Illinois, ins Krankenhaus gebracht. Prince kann das Krankenhaus am 15. April wieder verlassen. Doch am 21. April 2016 wird Prince in einem Fahrstuhl seines Studios leblos aufgefunden und um 10.07 Uhr mit 57 Jahren für tot erklärt.

Als Todesursache wird die Überdosis eines Schmerzmittels diagnostiziert, das sich Prince selbst verabreicht hat: Die Medikamentenpackung hat einen anderen Inhalt als angegeben, nämlich gefälschte Schmerzmittel. Von wem der Musiker die gefälschten Medikamente erhalten hat, wird nie geklärt.

14:00 Uhr: Chaka Khan: Homecoming
Harris Theatre, Chicago, Illinois, USA, 2019
Erstausstrahlung
3sat

20. Juli 2019 kehrt die mit zehn Grammys ausgezeichnete Sängerin Chaka Khan in Begleitung einer zwölfköpfigen Band für ein Konzert in ihre Heimatstadt Chicago zurück.

Geboren 1953 als Yvette Marie Stevens bekommt sie von der Black Panther Party den Spitznamen “Chaka” für ihre Hilfe beim kostenlosen Frühstücksprogramm. Stevie Wonder begleitet Chakas Karriere, die 1984 mit “I Feel for You”, geschrieben von Prince, bekannt wird.

Mit ihrer Band Rufus hat die “Queen of Funk” einige Hits wie “Ain’t Nobody” aus dem Jahr 1983, aber auch solo feiert sie Erfolge wie mit “I’m Every Woman” aus ihrem 1978er-Solodebütalbum “Chaka”. Doch nach den Erfolgen der 1970er- und 1980er-Jahre kämpft Chaka Khan mit ihrer Drogen- und Alkoholsucht, die sie erst in 2000er-Jahren übersteht: “Ich fühle mich geehrt durch die Liebe, die Unterstützung und die Güte meiner Fans weltweit und die Unterstützung meiner Kolleginnen und Kollegen durch die ganzen Jahre. In meiner Karriere bin ich einige Male durch die Hölle gegangen, aber ich bin immer noch hier als lebendes Beispiel für Gottes Liebe und Güte”, sagt Chaka Khan rückblickend.

2002 singt sie zusammen mit der Hip-Hop-Band De La Soul, erhält 2004 die Ehrendoktorwürde des Berklee College of Music und wird 2005 mit Gold für die Kompilation “The Best of Chaka Khan” ausgezeichnet. In den Folgejahren covert sie sehr erfolgreich den Prince-Song “Sign o’ the Times” und arbeitet mit Michael McDonald und Anastacia zusammen. Für “Funk This” gewinnt sie 2008 gleich zwei Grammys, einen für das beste R&B-Album und einen für den Song “Disrespectful” im Duett mit Mary J. Blige. Im Oktober 2016 singt Chaka Khan im Rahmen eines Tribute-Konzerts für den im April 2016 verstorbenen Sänger Prince im Xcel Energy Center in Saint Paul.

Chaka Khan lebt in Los Angeles und hatte in den 1990er-Jahren einen festen Wohnsitz in Mannheim, wo sie mit dem Schlagzeuger Ralf Gustke und dessen Band Zebra zusammenarbeitet. Miles Davis sagte einmal über Chaka Khan: “Sie singt, wie meine Trompete klingt”, und Aretha Franklin meinte: “Sie ist eine einzigartige, erstklassige Sängerin.”

14:45 Uhr: Eric Clapton: Crossroads Guitar Festival 2019
American Airlines Centre, Dallas, Texas, 2019
Erstausstrahlung
3sat

Im September 2019 lädt Eric Clapton zur fünften Ausgabe seines “Crossroads Guitar Festival” nach Dallas. Die besten Gitarristen kommen zugunsten des “Crossroads Centre Antigua”.

1998 wird auf der Karibikinsel Antigua eine Einrichtung zur Rehabilitation von Alkohol- und Drogenabhängigen eröffnet. Clapton ist Miteigentümer und Geldgeber. Selbst ehemals abhängig, schafft Eric Clapton einen Ort, an dem internationale Experten Patienten behandeln.

Nach 2004 in Dallas, 2007 und 2010 in Chicago und 2013 in New York kehrt das “Crossroads”-Event nach Dallas zurück. Mit dabei sind Sheryl Crow, Bonnie Raitt, Albert Lee, Derek Trucks, Doyle Bramhall II, Jeff Beck, Peter Frampton und Citizen Cope, aber auch viele junge Künstler wie Pedro Martins, Daniel Santiago und Lianne La Havas. Wenn Eric Clapton ruft, kommen alle. Er ist der einzige Künstler, der drei Mal in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen wird.

Im Rahmen seiner unzähligen Auszeichnungen dürfte sich der Brite besonders über die Ernennung zum “Officer des Order of the British Empire” gefreut haben: 1994 erhält er die Auszeichnung aus den Händen von Königin Elisabeth II. für seinen Beitrag zur Musikgeschichte.

16:00 Uhr: Metallica: S&M 2 – Together Again Live
Chase Center, San Francisco, USA, 2019
Erstausstrahlung
3sat

Am 6. und 8. September 2019 feiern Metallica 20 Jahre “Symphony & Metallica”. Das mehrfach ausgezeichnete Crossover-Projekt war ein Erfolg, den die Band mit der Fortsetzung wiederholt.

Wieder werden Metallica vom San Francisco Symphony Orchestra begleitet, diesmal unter der Leitung von Edwin Outwater und Michael Tilson Thomas. Im August 2020 wird “S&M 2” veröffentlicht und begeistert die Fans.

Wayne Isham, der Regisseur des 1999er-“Classic meets Metallica”-Konzerts, führt wieder die Kameras an beiden ausverkauften Abenden mit insgesamt 40 000 Zuschauern. Die Kritiker fragen sich: “Erwartet uns nur ein Aufguss aus dem Jahr 1999?”.

Erwartungsgemäß spielen Metallica die großen Hits, und die Setlist ähnelt dem 1999er-Auftritt. Doch diesmal ist die Halle viel größer, Metallica und das 80-köpfige Orchester stehen in der Mitte, umringt von einem frenetischen Publikum, dass mitsingt und sich kaum beruhigen lässt. Auch sind die Arrangements wesentlicher ausgefeilter als 1999. Das Orchester ist diesmal nicht nur eine Ergänzung, sondern es ist eine Symbiose aus Metal und Klassik.

Neben den Superhits wie “One”, “Master of Puppets”, “Nothing Else Matters” und “Enter Sandman” überraschen Metallica mit dem Song “All Within My Hands” mit akustischen Gitarren und satter Streicherbegleitung.

17:00 Uhr: Bon Jovi: 2020
Nashville, USA, 2020
Erstausstrahlung
3sat

Am 2. Oktober 2020 erscheint Bon Jovis neues Album “2020” und überrascht mit politischen Themen wie Waffengewalt, Gewalt gegen Schwarze und Corona. Bon Jovi will wachrütteln, ohne zu spalten.

“Wenn du nicht tun kannst, was du tust, dann tust du, was du kannst”, singt Jon Bon Jovi in seinem Song “Do What You Can”. Zusammen mit seiner Ehefrau gründet der 58-Jährige eine Tafel, um Menschen in Not zu helfen. “Schürze statt Lederjacke”, schreibt die dpa.

Im Mai 2020 soll eigentlich das neue Album erscheinen – und wird aufgrund der Corona-Pandemie auf den 2. Oktober verschoben. Das Cover zeigt den ergrauten Sänger nachdenklich und mit Sonnenbrille, in der sich die Flagge der USA spiegelt. Die Partyrock-Zeiten sind vorbei, Jon Bon Jovi ist ausgleichender geworden: “Ich habe mich mehr als je zuvor bemüht, in den Songs keine Partei zu ergreifen, um die politische Spaltung Amerikas nicht noch mehr anzuheizen”, sagt er im dpa-Interview.

3sat präsentiert Bon Jovi mit den Songs des neuen Albums – und natürlich auch mit einigen der großen Hits in einem Studio-Konzert, dass im Spätsommer 2020 unter Corona-Bedingungen in Nashville produziert wurde und einen veränderten Jon Bon Jovi zeigt: Als Singer-Songwriter mit eingängigen Melodien, inspiriert von Bruce Springsteen und Bob Dylan und mit dem unverwechselbaren Schmelz in der Stimme.

17:45 Uhr: Roger Waters: Us + Them
Ziggo Dome, Amsterdam, Niederlande, 2018
Erstausstrahlung
3sat

Über zwei Millionen Fans sind 2017 und 2018 bei 156 Konzerten dabei, als Roger Waters auf seine “Us + Them”-Welttournee geht. Im Juni 2018 werden vier Auftritte in Amsterdam aufgezeichnet.

Das Ergebnis wird im September 2019 auf den Internationalen Filmfestspielen von Venedig uraufgeführt. Die “Filmstarts”-Redaktion urteilt: “Ein mitreißender Konzertfilm und ein Kino-Pflichtbesuch für alle Fans.” “Variety.com” schreibt: “The film looks and sounds fantastic.”

Roger Waters, Gründungsmitglied von Pink Floyd, dokumentiert 1979 mit seinem Konzeptalbum “The Wall”, dass Popmusik auch Erfolg haben kann, wenn die Texte politisch und gesellschaftskritisch sind. 2018 bezaubert der meinungsstarke Bassist Amsterdam mit einer atemberaubenden Inszenierung aus Musik, Videoprojektionen, Filmsequenzen und einem aufwendigem Lichtdesign.

Seine Themen sind das Schicksal der Flüchtenden in Europa, die Gier der Reichen und die Figur des Donald Trump, an dem sich Roger Waters explizit abarbeitet. Dazu lässt er mitten im Publikum eine riesige Fabrik aus dem Boden entstehen, überrascht mit einer verblüffenden Weltall-Szenerie und spielt dazu mit seiner Band die Hits aus alten Pink-Floyd-Tagen und aus seinem neuen Album “Is This the Life We Really Want?”. “Musikreviews.de” schreibt: “Waters ist nicht nur leidenschaftlicher, perfekter Musiker, sondern auch ein lauthalser Mahner, der aus voller pazifistischer Überzeugung handelt und diejenigen anprangert, die die Verantwortung für die derzeit so hasserfüllten Zustände tragen.”

Roger Waters wird am 6. September 1943 in England geboren. Sein Vater fällt 1944 im italienischen Anzio im Kampf gegen die deutsche Wehrmacht, ein Verlust, der Roger Waters nach eigenen Aussagen bis heute belastet und den er in vielen seiner Songs thematisiert. Er ist Fan von Bob Dylan und John Lennon und gründet 1965 während seines Architekturstudiums seine erste Band zusammen mit Keyboarder Richard Wright, Schlagzeuger Nick Mason und Sänger und Gitarrist Syd Barrett.

1968 verlässt Syd Barret die Band, Roger Waters wird zum kreativen Kopf und verlässt 1985 Pink Floyd. Am 21. Juli 1990 steht er mit vielen Stars der internationalen Musikszene auf dem ehemaligen Todesstreifen mitten in Berlin vor über 250 000 Zuschauenden und präsentiert sein Meisterwerk “The Wall”. Waters will wachrütteln, kritisiert die Entfremdung der Menschen durch ökonomische Zwänge und prangert Shows und Musicals an, die die Menschen nur ruhigstellen und nicht zum Mitdenken anregen.

Am 2. Juli 2005 steht er im Rahmen des von Bob Geldof organisierten “Live Aid”-Konzerts in London erstmals seit 24 Jahren wieder gemeinsam mit Pink Floyd auf der Bühne. Auch am 12. Mai 2011 tritt Roger Waters wieder mit David Gilmour und Nick Mason in London auf, doch eine Vereinigung von Pink Floyd steht nicht bevor.

Mit seinem 2017er-Album “Is This the Life We Really Want?” erreicht er erstmals als Solokünstler die Nummer 1 der Musikcharts und geht auf die “Us + Them”-Welttournee. Die für 2020 geplante Nordamerika-Tournee wird aufgrund der COVID-19 Pandemie um ein Jahr verschoben.

19:15 Uhr: Mariah Carey: Daydream World Tour
Tokyo Dome, Japan, 1996
3sat

1995 erscheint Mariah Careys Studioalbum “Daydream”. Damit geht sie 1996 auf die “Daydream World Tour” mit Stationen in Japan, Deutschland, den Niederlanden, Frankreich und England.

Das japanische Fernsehen überträgt ihr Konzert in Tokio im März 1996 live und dokumentiert die Diva auf dem Höhepunkt ihrer frühen Karriere vor einem zurückhaltend begeisterten Publikum, dass staunend an den Lippen der Fünf-Oktaven-Sängerin hängt.

“Hat sie am 27. März 2020 nun ihren 50. Geburtstag gefeiert – oder nicht?”: Diese Frage beschäftigt die Fans weltweit. Der 27. März gilt als sicher, aber war es 1969 oder 1970? Ihre Mutter erzählt Talkmasterin Oprah Winfrey jedenfalls, dass Mariah 1970 geboren wurde. “People” und die “Los Angeles Times” berichten jedoch, dass Mariah Carey wohl doch bereits 1969 geboren sein muss, weil sie 1987 ihre Highschool abschloss und deshalb schon 18 Jahre alt gewesen sein müsse. Bilder ihres Ausweises und ihres Führerscheins sollen das Jahr 1969 tragen.

Mariah Carey sagt dem “Observer” 2014: “Zunächst mal: Rundet niemals auf, sondern immer ab. Ich zähle keine Jahre und weigere mich, sie ernst zu nehmen. Ich habe Jahrestage, keine Geburtstage, weil ich das Leben feiere, Darling. Ich bin ewig zwölf Jahre alt.”

Ihre Mutter Patricia ist ehemalige Opernsängerin und Vocal Coach. Sie führt Mariah ohne großen Druck in die Welt der Musik ein, macht sie bekannt mit Billie Holiday, Sarah Vaughn, Stevie Wonder, Gladys Knight und Aretha Franklin. Mariah interessiert sich dazu für Hip-Hop und Rap, hört die Musik von der Sugarhill Gang, dem Wu-Tang Clan und The Notorious B.I.G. Sie sammelt weitere musikalische Erfahrungen in Long Island und zieht nach New York, wo sie sich mit Nebenjobs über Wasser hält.

1988 kann sie auf einer Gala der Plattenfirma CBS dem Chef, Tommy Mottola, ihr Demotape zustecken. Der hört die Cassette im Auto und lässt seinen Fahrer sofort umdrehen, um Mariah noch auf der Gala zu verpflichten. Doch Mariah hat die Veranstaltung schon verlassen, und Mottola lässt zwei Wochen nach ihr suchen, zumal eine andere Plattenfirma ebenfalls Interesse an ihr hat. Mottolla ist schneller und steckt eine Million Dollar in das Debütalbum “Mariah Carey”.

Die Investition lohnt sich, Mariah Carey wird bei den “33. Annual Grammy Awards” mit dem Grammy in der Kategorie “Best New Artist” und in der Kategorie “Best Female Pop Vocal Performance” für den Song “Vision of Love” ausgezeichnet. Das Album ist 1991 die meistverkaufte Platte in den USA und wird weltweit über 15 Millionen Mal verkauft.

Im September 1991 folgt das Album “Emotions”, und alle Welt wartet auf eine Live-Tour. Doch Mariah Carey leidet unter Lampenfieber, und schnell kommt der Verdacht auf, sie könne live gar nicht ihre fünf Oktaven umfassenden Songs singen. Ihr Management entscheidet, dass sie am 16. März 1992 im Rahmen eines MTV-Unplugged in New York aller Welt zeigt, dass sie wirklich singen kann. Der Coup gelingt, die Welt liegt ihr zu Füßen.

In den folgenden Jahren feiert die Diva weitere Erfolge mit Hits wie “Hero”, “All I Want for Christmas Is You”, “Fantasy” und “One Sweet Day”, einer Zusammenarbeit mit der R&B-Gruppe Boyz II Men, und steht 1996 als Weltstar auf der Bühne in Japan. In nur drei Stunden ist der Tokyo Dome ausverkauft. Damit übertrifft sie den Rekord der Rolling Stones.

Auch 2020 spielt Mariah Carey in der Top-Liga der Popstars. Sie wird am 11. Juni 2020 in die Songwriters Hall of Fame aufgenommen und nimmt an mehreren Wohltätigkeitskonzerten für den Kampf gegen COVID-19 teil. Im September 2020 erscheint ihre Biografie “The Meaning of Mariah Carey”, und am 2. Oktober 2020 legt die Diva nach und veröffentlicht ihr neues Album “The Rarities”.

20:15 Uhr: Avicii: Tribute Concert – In Loving Memory of Tim Bergling
Friends Arena, Stockholm, Schweden, 2019
Erstausstrahlung
3sat

Am 20. April 2018 schockiert die Nachricht vom Tod des Musikers Avicii die Musikwelt. Im Rahmen eines Gedenkkonzerts am 5. Dezember 2019 in Stockholm nehmen Fans und Stars Abschied.

Sandro Cavazza, Aloe Blacc, Zak Abel, Johanna Söderberg, Audra Mae, Vargas & Lagola, MishCatt und Rita Ora sind nur einige der Mitwirkenden des Konzerts der Tim Bergling Foundation, die alle Erlöse an Stiftungen für mentale Gesundheit und Suizidprävention spendet.

Avicii alias Tim Bergling wird am 20. April 2018 nach seinem Selbstmord in Maskat, Oman, tot aufgefunden. Seine Familie hat sich zum Ziel gesetzt, im Rahmen ihrer Stiftung über die Behandlung psychischer Erkrankungen und über Suizidprävention aufzuklären. Im Juni 2019 erscheint das posthume Studioalbum “Tim”. Gleichzeitig beginnen die Vorbereitungen zum Gedenkkonzert. Eine 30-köpfige Band und viele Weggefährtinnen und Weggefährten machen den Traum von Tim Bergling wahr: Schon immer wollte Avicii seine im Studio produzierte Musik live mit einer großen Band aufführen. Die 50 000 Eintrittskarten sind innerhalb von 30 Minuten ausverkauft.

Im Publikum mit dabei sind Prinzessin Sofia und Carl Philip von Schweden und feiern die Musik und das Andenken des schwedischen DJs, Remixers und Musikproduzenten, der als “Gott” in Sachen Produktion von elektronischer Tanzmusik galt.

21:45 Uhr: Shakira: In Concert – El Dorado World Tour
The Forum, Inglewood, Los Angeles, USA, 2018
Erstausstrahlung
3sat

2018 geht Shakira von Juni bis November auf ihre sechste Welttournee durch Europa, Asien, Nordamerika und Lateinamerika. Am 3. September filmen Kameras die mitreißende Show in Inglewood.

Eigentlich soll die Tour am 8. November 2017 in Köln beginnen, doch eine Blutung am rechten Stimmband zwingt Shakira, die Tour ins folgende Jahr zu verlegen. In Los Angeles ist sie in Bestform und präsentiert alle Hits wie “Underneath your Clothes” und “Waka Waka”.

Bei ihrer sechsten Welttournee überlässt die kolumbianische Sängerin Shakira nichts dem Zufall: Sie ist in alle Entscheidungen mit eingebunden und führt auch Co-Regie bei der Konzertaufzeichnung. Über ihre sozialen Netzwerke lässt sie die Fans darüber entscheiden, welche Songs im Konzert gespielt werden sollen. Shakira stellt ihr gewohntes Team zusammen und lässt die verschiedenen Bühnenoutfits vom französischen Modelabel Balmain, dem Designer Brian Lichtenberg sowie den Labels Black Majesty und Agent Provocateur anfertigen.

Die Presse ist begeistert. So vergibt die “Times” in London fünf von fünf Sternen für die Show und beschreibt Shakira als “scharfe Rockbraut” und “feurige Verführerin”. Auch der englische “Guardian” ist begeistert von Shakiras Fähigkeit, auch noch nach drei Jahrzehnten im Popgeschäft Arenen zu füllen und ihre lateinamerikanischen Fans mit englischsprachigen Songs zu begeistern. Weitere Presse-Superlative wie “Queen of Stage”, “Global Superstar” und “Queen of Latin Pop” begleiten die Tour. Die “Los Angeles Times” gar fühlt sich erinnert an “die Rückkehr einer Heldin”, und Lucas Villa von “AXS.com” schreibt nach der Show in Anaheim: “Anstatt sich allein auf eine große Produktion zu verlassen, nützt Shakira ihr bestes Instrument, ihren Körper, um das Publikum in ihren Bann zu ziehen, um im Gold-Standard eines Darstellers zu funkeln.”

Einen Schreckmoment übersteht Shakira bei ihrem Auftritt in Mexico City: Ein Fan stürmt am Ende der Show auf die Bühne. Shakira bleibt gelassen, umarmt den Fan und macht sogar noch ein Foto mit ihm, während ihn die Security von der Bühne abführt.

22:45 Uhr: Christina Aguilera: Stripped Live in the U.K.
Wembley Arena London, Großbritannien, 2003
3sat

Im November 2003 ist Christina Aguilera im Rahmen ihrer “Stripped Live”-Tour für drei Konzerte Gast im Londoner Wembley-Stadion und begeistert die Fans mit einem Best-of-Programm.

Eigentlich soll die Tournee am 10. November 2003 im britischen Newcastle und ab Mai 2004 in Nordamerika weitergehen, doch Christina Aguilera muss alle Termine wegen einer Stimmbandentzündung absagen. Zum Glück lässt Xtina die Show im Wembley-Stadion aufzeichnen.

Die “New York Times” schreibt von einer “spektakulären Show”, und der britische Kritiker Peter Martin lobt “die Ausstattung, die Choreografien und Aguileras stimmliche Fähigkeiten”. Die 1,59 Meter große Sängerin hat das Publikum in London von Beginn an fest im Griff. Begleitet von Tänzern und zahlreichen Kostümwechseln präsentiert Christina Aguilera mit ihren Songs ihr neues Image: Rockig, gefühlvoll, erwachsen. Ihren Fans ruft sie im Wembley-Stadion zu: “Ich danke Euch so sehr, dass Ihr gekommen seid. Es ist ein Segen. Ja, ich bin etwas erwachsener geworden. Ich bin nun 22 Jahre alt und so glücklich, dass Ihr mit mir gewachsen seid.”

Geboren am 18. Dezember 1980 in Staten Island in New York schafft es Christina Aguilera 1993 in den “New Mickey Mouse Club” und steht neben Justin Timberlake, Britney Spears und Ryan Gosling als Kindermoderatorin im Fernsehstudio. 1998 singt sie für den Disney-Film “Mulan” den Song “Reflection”, erreicht 1999 mit ihrem selbst betitelten Debütalbum die Spitzenposition der Billboard-Charts und wird im Februar 2000 in der Kategorie “Best New Artist” mit einem Grammy ausgezeichnet.

Den weltweiten Durchbruch schafft Christina Aguilera 2002 mit der Single “Beautiful” und einer Message für alle Mädchen: “Du bist schön, ganz egal, was sie sagen.” In Jeans und T-Shirt beendet sie 2003 das Konzert in London mit diesem Hit, der zur Hymne der LGBT-Bewegung wird. In London präsentiert Christina Aguilera auch ihr neues Alter Ego “Xtina” – schwarzhaarig, provokativ, gepierct und leicht bekleidet.

Inzwischen ausgezeichnet mit fünf Grammy Awards, einem Latin Grammy Award und einem Stern auf dem Hollywood Walk of Fame, führt sie der “Rolling Stone” auf Platz 58 der 100 größten Sängerinnen und Sänger aller Zeiten. Mit geschätzten 100 Millionen verkaufter Alben gehört sie zu den erfolgreichsten Künstlerinnen und Künstlern aller Zeiten. Zusammen mit Whitney Houston und Mariah Carey gehört die Vier-Oktaven-Sängerin zu den großen drei der 1980er- und 1990er-Jahre, die bis heute unerreicht sind.

23:45 Uhr: Prince: Let’s Go Crazy – The GRAMMY Salute
Los Angeles Convention Centre, USA, 2020
Erstausstrahlung
3sat

Am 21. April 2020 würdigen Künstler wie Gary Clark junior, Earth, Wind and Fire, Sheila E., Chris Martin, Susanna Hoffs, Mavis Staples, Usher und andere Prince in einer USA-weiten TV-Show.

Die “Recording Academy” hat nach Los Angeles eingeladen, um die Musik des am 21. April 2016 verstorbenen Musikgenies Prince zu feiern. Begleitet von der Prince-Band The Revolution interpretieren die Gäste die größten Hits des unvergessenen Jahrhundertkünstlers.

Gastgeberin des Abends, der am 28. Januar 2020 aufgezeichnet wird, ist die Schauspielerin Maya Rudolph, die weitere Gäste wie Supermodel Naomi Campbell, Schauspieler und Komiker Fred Armisen, Sängerin Alicia Keys und die Primaballerina Misty Copeland begrüßt. Im Mittelpunkt der Show steht die Musik des 38-fachen Grammy-Nominierten und siebenfachen Grammy-Gewinners. “Für mich ist Prince Musik. Wer Prince liebt, der liebt Musik. Er hatte so viel zu erzählen und dann ist er viel zu früh gegangen”, sagt Maya Rudolph.

Die musikalische Leitung der Sendung liegt in den Händen der Prince—Schlagzeugerin Sheila E. und den Prince-Produzenten Jimmy Jam und Terry Lewis. Sie berücksichtigen auch den Bangles-Hit “Manic Monday”, der 1985 veröffentlicht wird. Im Rahmen der Prince-Gala interpretieren Bangles-Sängerin Susanna Hoffs und Coldplay-Sänger Chris Martin den Song in einer berührenden Unplugged-Fassung.

Oscarpreisträger John Legend nimmt sich den Sinead-O’Connor-Hit “Nothing Compares 2 U” vor, und der siebenfache Grammy-Preisträger Beck begeistert mit seiner Version von “Raspberry Beret”. Blues-Ikone Mavis Staples sorgt mit ihrer Version von “Purple Rain” für Gänsehaut, und Prince-Schlagzeugerin Sheila E. bringt mit einem Medley das begeisterte Publikum zum Tanzen. “Er war und ist der beste Gitarrist der Welt”, sagt Gitarrist und Sänger Gary Clark junior über Prince. Er eröffnet die Gala mit dem Prince-Hit “Let’s Go Crazy”.

01:00 Uhr: Alice Cooper: A Paranormal Evening at the Olympia Paris
Olympia, Paris, Frankreich, 2017
Erstausstrahlung
3sat

Am 7. Dezember 2017 lässt Alice Cooper das Abschlusskonzert seiner “Paranormal Welttournee” in Paris aufzeichnen und begeistert das Publikum mit seinen Hits in einem aufwendigen Bühnenspektakel.

Kraftvoll und souverän singt sich der Schock-Rocker mit Kultstatus durch ein Best-of-Programm. Die Kritik schreibt: “Cooper präsentiert sich hier einmal mehr als der geborene Entertainer, wie man ihn kennt und liebt.”

Begleitet wird Alice Cooper von der Gitarristin Nita Strauss, dem Bassisten Chuck Garric, dem Schlagzeuger Glen Sobel und den beiden weiteren Gitarristen Tommy Henriksen und Ryan Roxie. Wenige Wochen nach dem Auftritt im Olympia sagt Cooper dem Nachrichtensender ntv: “Solange die Musik wirklich gut ist, kannst du alles sein, was Du willst: Dann kannst du die Musik auf die Bühne bringen und mit allem dekorieren, was du willst. Aber das Lied steht an erster Stelle. Der Kuchen kommt vor der Glasur. Und ich habe halt einen Kuchen mit sehr viel Glasur.”

Alice Cooper wird am 4. Februar 1948 in Detroit, Michigan, als Vincent Damon Furnier geboren. Sein Markenzeichen werden seine raue Stimme und seine Bühnenshows mit Pyrotechnik, Guillotinen, Theaterblut und Würgeschlangen. Er wird zum “Godfather des Schock-Rocks” und macht auch als Schauspieler eine große Karriere. Sein Vater war Evangelist in der “Church of Jesus Christ”, sein Großvater war Pastor in derselben Kirche.
Mit 16 Jahren beginnt Alice Cooper seine Karriere in einer Schulband, und 1969 erscheint sein erstes Album “Pretties for You”. Den Ruf als “Schock-Rocker” erhält Alice Cooper durch einen Zufall: Während eines Konzerts im September 1969 in Toronto verirrt sich ein Huhn auf die Bühne. Cooper nimmt an, dass das Huhn fliegen kann, und wirft es in die Luft. Das Huhn fällt ins Publikum und wird dort zerrissen. Der Vorfall geht als “Chicken Incident” in die Bandgeschichte ein. Am nächsten Tag sind die Zeitungen voll und schreiben fälschlicherweise, dass Cooper dem Huhn den Kopf abgebissen und sein Blut getrunken habe.

Frank Zappa ruft bei Alice Cooper an und will wissen, ob die Geschichte stimmt. Cooper erklärt ihm, dass alles erstunken und erlogen sei, doch Zappa rät ihm: “Nun, was immer Du auch tust, erzähl’ niemandem, dass Du es nicht getan hast.”

Während Love-and-Peace-Hippie-Bands die Szene Anfang der 1970er-Jahre beherrschen, bleibt Cooper mit seiner Band lieber bei “Spaß, Sex, Tod und Geld”. Er fühlt sich als “Holzpflock, der durch das Herz der Love-Generation getrieben wird”. In den nächsten Jahren baut er einen elektrischen Stuhl in seine Inszenierungen ein und lässt sich Glam-Rock-Kostüme schneidern. 1972 wird er mit der Single “School’s Out” über Nacht weltberühmt. In den USA erreicht der Song Platz 2 der Hitparade, in England stürmt der Song auf Platz 1. 1973 macht das Album “Billion Dollar Babies” Alice Cooper zum Superstar, zum gern gesehenen Gast in TV-Shows und zum Schauspieler: 1974 spielt er einen “Satanic Cult”-Sänger.

1977 weist sich Alice Cooper selbst in eine Entzugsklinik ein, sein übermäßiger Alkoholkonsum zwingt ihn dazu. Bis heute steht Alice Cooper auf den Konzertbühnen und vor den Filmkameras. Er spielt 1987 im Horror-Schocker “Prinz der Finsternis” unter der Regie von John Carpenter, wird 1988 bei einem Bühnenunfall fast stranguliert, geht auf Tourneen mit seiner Band und singt als Gast bei dem Guns-N’-Roses-Album “Use your Illusion 1”. 1992 spielt er sich selbst in der Komödie “Wayne’s World”, bekommt 2003 seinen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame, hat ab 2004 seine eigene Radioshow “Nights with Alice Cooper”, erhält 2006 den “Classic Rock Roll of Honour Award” in der Kategorie “Lebende Legende” und wird am 15. Dezember 2010 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

2015 macht Alice Cooper weltweit Schlagzeilen: Zusammen mit Schauspieler Johnny Depp und Aerosmith-Gitarrist Joe Perry gründet er die Supergruppe “Hollywood Vampires”. Nebenbei spielt Alice Cooper begeistert Golf und soll ein Handicap von zwei haben.

02:00 Uhr: Muse: Simulation Theory
O2 Arena, London, Großbritannien, 2019
Erstausstrahlung
3sat

Mit “Simulation Theory” bringen Muse das Genre des Musikfilms auf eine neue Ebene: Livekonzert und eine Science-Fiction-Geschichte verschmelzen zu einem optischen und akustischen Erlebnis.

Im September 2019 inszeniert Regisseur Lance Drake zwei Muse-Konzerte in der Londoner O2 Arena und verbindet in der Nachbearbeitung die Konzertteile mit einer Rahmenhandlung: Wissenschaftler untersuchen die Ursache einer weltweit auftretenden paranormalen Anomalie.

Im August 2020 kommt der Film in die Kinos. Regisseur Drake sagt dazu: “Ziel der Simulation Theory war es, den Umfang der elektrisierenden Liveshow festzuhalten und ihre Verbindung zur DNA der Welt, die wir in den vergangenen drei Jahren in unseren Musikvideos aufgebaut haben, zu erweitern. Unheimlicherweise begann die alternative Realität des Films, sich in unser eigenen zu spiegeln.”

Das Thema des gleichnamigen Albums, das im November 2018 erscheint, ist die Simulationshypothese, entwickelt im Jahre 2003 vom Philosophen Nick Bostrom. Er nimmt an, dass die meisten gegenwärtigen Menschen Simulationen sind und keine real existierenden Menschen. Menschen leben demnach in einer Computersimulation, die eine Vorgängergeneration erschaffen hat. 2019 gehen Muse damit auf Welttournee. “Aus Fantasie wird Wirklichkeit”, umschreibt Sänger und Gitarrist Matthew Bellamy das Thema der Tour, des Films und des Albums, dessen Cover, designt von Paul Shipper, an “Star Wars”- und “Avengers”-Plakate erinnert.

“Filmstarts.de” schreibt dazu: “Muses bislang theatralischste Tournee verwischt die Grenzen zwischen Erzähl- und Konzertfilm, virtuell und realistisch und führt den Betrachter durch ein übernatürliches Spektakel, das die Welt um uns herum infrage stellt”.

03:30 Uhr: Biffy Clyro: Live at the Barrowlands
Barrowland Ballroom, Glasgow, Großbritannien, 2020
Erstausstrahlung
3sat

Am 15. August 2020 präsentiert das Trio Biffy Clyro sein neues Album “A Celebration of Endings” in einem weltweiten Livestream aus dem berühmten Tanzklub “Barrowland Ballroom” in Glasgow.

Unter Corona-Bedingungen, ohne Publikum, haben sich die pfiffigen Schotten etwas ganz Besonderes ausgedacht: Auf fantasievoll ausgestatteten und geheimnisvoll beleuchteten Spielflächen führt die Band die Zuschauer durch ihr Album, begleitet von einem Streichorchester.

Das Album erscheint bereits einen Tag früher, am 14. August 2020, und schafft direkt den Sprung an die Spitze der britischen Album-Hitparade. Die Website “Metacritic” schreibt: “Biffy Clyro liefern ein Album von ruheloser Fantasie, Inhalt und Stil, dass sich wie ein Sprühregen über die trockenen Weiten des traurigsten aller Sommer legt.” Der “Independent” schreibt: “Ein gutes Album, das beruhigt, bewegt und bei jeder Wendung überrascht.”

Den “Barrowland Ballroom” verwandeln die Schotten in eine Traumwelt, spielen auf der Bühne, wandern danach vorbei an rätselhaften Schaufensterpuppen, sanft leuchtenden übergroßen Glühlampen und einem Streichorchester zu einem verspiegelten Glaskasten und spielen dort ihren nächsten Song. Der gesamte Tanzsaal wird zur Bühne, man sieht Kameraleute bei der Arbeit, die die Zuschauer bis in den letzten Winkel mitnehmen. Alles ist perfekt geplant, wie ein Hitchcock-Film ohne Schnitt.

Gegründet 1995 im schottischen Kilmarnock von Sänger und Gitarrist Simon Neil, Bassist James Johnston und seinem Zwillingsbruder, Schlagzeuger Ben Johnston, beginnen Biffy Clyro als Alternative-Rock-Band mit Progressive-Rock-Elementen. In den folgenden Jahren öffnet sich die Band für Popeinflüsse, wird an manchen Stellen fast episch und landet mit dem aktuellen neunten Album das große Werk zwischen Metall, Punk und Pop und dem Hit “Space”, der das Zeug zum weltweiten Hit der Herzen hat.

Donnerstag, 31.12. (Silvester) / 04:15 Uhr / zdf@bauhaus: Live-Musik mit Milow
Universitätsbibliothek der Bauhaus-Universität Weimar, Deutschland, 2020
Moderation: Jo Schück
Erstausstrahlung
3sat

Sänger und Songschreiber Milow aus Belgien besitzt seine ganz eigene und typische Art des Songwritings, in die sich Millionen von Fans gleich zu Beginn seiner Karriere verliebt hatten.

Seine Songs zeichnen sich aus durch eingängige Melodien und ergreifende Texte. Wie sich seine Musik live anhört, zeigt Milow bei “zdf@bauhaus” in Weimar mit seinen beiden langjährigen Begleitungen Nina Babet und Tom Vanstiphout.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich Milows Stil ein wenig vom Akustischen hin zu mehr elektronischen Klangelementen. Aber er schreibt immer Musik mit Herz, und es ist genau dieser Umstand, der unzählige Fans mit dem 2009 veröffentlichten Debütalbum namens “Milow” zu seiner Musik brachte. 2010 hatte Milow in Deutschland, Belgien und der Schweiz bereits Platin-Status und in Frankreich, Österreich und den Niederlanden Gold-Status erreicht und über 500 000 Platten in Kontinentaleuropa und Kanada verkauft. Mit seinem akustischen Cover des Songs “Ayo Technology” von 50 Cent und Justin Timberlake landete er einen viralen YouTube-Hit mit 60 Millionen Klicks und 40 Millionen Streams auf Spotify sowie einem Artikel im “Time Magazine”.

Bei jedem neuen Album stellt sich Milow vor, dass es sein erstes sein könnte: “Jedes von mir aufgenommene Album bedeutet auch immer, dass jemand mich zum ersten Mal hört”, so Milow. “Daran denke ich und frage mich, könnte das ein Debütalbum sein? Sagt es genug über mich aus? Bin das ich? Es geht nichts über den ersten Eindruck.” Immer wieder erschafft Milow lebensechte Momente, tolle Melodien und zeigt, dass er zu den besten Geschichtenerzählern gehört.

Seine aktuelle Single “Whatever It Takes” entstand in Berlin, Antwerpen und Los Angeles. Schuld an dem Hin und Her ist Corona. Aber in diesem Fall hat es nicht geschadet. Vielleicht hat jeder Ort seine Stimmung mit reingebracht. Milow sagt, auch wenn es nur drei Minuten sind, er wollte einen positiven Song rausbringen, der einfach mal von den momentanen Sorgen und Ängsten ablenkt. Er schlägt vor: mitsingen oder tanzen!

Seit 2019 kommt “zdf@bauhaus” aus Weimar, geht zurück zu den Wurzeln und genau dorthin, wo das Bauhaus 1919 entstand. In der Bibliothek der Bauhaus-Universität Weimar steht die Bühne, auf der internationale Künstler in einem intimen Rahmen exklusive Konzerte geben. Präsentiert werden die Konzerte von Moderator Jo Schück.

Donnerstag, 31.12. (Silvester) / 05:15 Uhr / zdf@bauhaus: Live-Musik mit Annett Louisan
Universitätsbibliothek der Bauhaus-Universität Weimar, Deutschland, 2020
Moderation: Jo Schück
Erstausstrahlung
3sat

Selten hat man bei einer deutschsprachigen Künstlerin bereits beim Albumdebüt eine so vielfältige und glaubhaft ausgereifte Mischung aus Koketterie und gleichzeitiger Selbstsicherheit erlebt.

Mit süßer, feenhaft-unschuldiger Stimme intoniert die zierliche Annett Louisan auf ihrer ersten Single “Das Spiel”. Sie steht im Allgemeinen für einen aufregenden Mix aus Chanson, Folkelementen und Jazz, aber jetzt singt sie Coversongs.

Sie hat Freude daran gefunden, Songs, die für sie eine essenzielle Bedeutung haben oder ihr einfach nur Spaß bereiten, neu zu interpretieren. Auslöser war auch ihre Teilnahme an der Sendung “Sing meinen Song”. “Als ich während der Arbeiten zum Album in Berlin war, habe ich festgestellt, dass ich eine musikalische Luftveränderung brauche. Als dann die Versionen aus ‘Sing meinen Song’ rund um die Zeit in Kapstadt zu ganz neuer Wahrnehmung geführt haben, ergab sich fast automatisch die Lust, das Ganze noch auf die Spitze zu treiben. Aus einem Demo wurde der Gedanke: Warum eigentlich nicht? Was für ein Abenteuer, sich mehr oder weniger unvorbereitet Songs zu nähern, die überhaupt nicht naheliegend sind!”

Aus purem Spaß entstanden neue Coverversionen, aber das ist gar nicht so einfach, so Louisan: “Diese Songs liebe ja nicht nur ich, sondern auch Millionen andere, und sie sich zu eigen zu machen, ist eine Herausforderung. Ich wollte mich überraschen lassen. Zusammen mit meinem Produzenten haben wir uns Songs zugeworfen, auf die ich allein nicht gekommen wäre.”

Wie das klingt, hat sie mit ihrer Band für “zdf@bauhaus” in den Räumen der Bauhaus-Universität Weimar vorgeführt.

Seit 2019 kommt “zdf@bauhaus” aus Weimar, geht zurück zu den Wurzeln und genau dorthin, wo das Bauhaus 1919 entstand. In der Bibliothek der Bauhaus-Universität Weimar steht die Bühne, auf der internationale Künstler in einem intimen Rahmen exklusive Konzerte geben. Präsentiert werden die Konzerte von Moderator Jo Schück.

Freitag, 01.01. (Neujahr) / 3satThementag: Klassik nonstop

06:10 Uhr: Liebeslieder für Klavier

Mit Lev Vinocour
Programm:
– Franz Liszt: “Liebestraum” Nr. 3
– Robert Schumann: “Träumerei”
– Frédéric Chopin: Etüde op. 10 Nr. 3 “La Tristesse”
– Ludwig van Beethoven: “Für Elise”
– Gabriel Fauré: “Après un Rêve”
– Edvard Grieg: “Solveigs Lied”
– Claude Debussy: “Clair de Lune”
– George Gershwin: “The Man I Love”
(Erstsendung: 18.02.2018)
SRF

Hohelieder der Liebe, Hits der Herzen für Klavier: Eine Auswahl der schönsten und bekanntesten Liebesmelodien für Klavier, interpretiert von Meisterpianist Lev Vinocour.

Evergreens von Beethoven, Liszt, Chopin, Schumann und anderen. “Oh lieb’, so lang du lieben kannst”: Das Gedicht von Ferdinand Freiligrath inspirierte Liszt zu seinem berühmten “Liebestraum”, ein Werk voller verzückter Sehnsucht und Melancholie.

Auch die anderen von Lev Vinocour interpretierten Meisterwerke klassischer “Lovesongs” sind voller Lebensfreude, verspielter Zauber, rauschende Kaskaden, aufgewühlte Leidenschaft – aber auch voller stiller Momente der Einkehr und Trauer. Ein Klangfest der Liebe in all ihren Facetten.

Lev Vinocour zählt zu den wichtigsten Pianisten der Gegenwart. Ein brillanter Techniker und herausragender Interpret. “Keine Musik ohne Geist”, ist sein Credo. Vinocour kennt nahezu alles über Werk und Komponist, wenn er sich ans Klavier setzt. Ein Pianist voller Esprit und Energie.

06:40 Uhr: Vincenzo Bellini: I Capuleti e I Montecchi
Romeo & Julia aus dem Opernhaus Zürich
SRF

Romeo: Joyce DiDonato (Mezzosopran)
Giulietta: Olga Kulchynska (Sopran)

Musikalische Leitung: Fabio Luisi
Regie: Christof Loy

(Erstsendung: 05.12.2020)

Eine “Romeo und Julia”-Oper ohne “Balkonszene” und eine Frau, die den Romeo singt: Vincenzo Bellinis Deutung des Shakespeare’schen Stoffes ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert.

Nicht zuletzt auch deshalb, weil der junge Komponist mit seiner Oper “I Capuleti e i Montecchi” seinem Publikum die vielleicht bewegendste Schlussszene im bisherigen Opernrepertoire schenkte: Romeo und Julia dürfen gemeinsam sterben.

Das Opernhaus Zürich hat für das berühmteste Liebespaar der Welt formidable Stimmen gewinnen können: In der neuen Bellini-Inszenierung ist mit Joyce DiDonato als Romeo eine Mezzosopranistin der Extraklasse zu hören. An ihrer Seite stellt sich die ukrainische Sopranistin Olga Kulchynska als Giulietta vor.

Generalmusikdirektor Fabio Luisi und Regisseur Christof Loy setzen ihren Bellini-Zyklus nach “La Straniera” mit diesem ergreifenden Werk des Belcanto fort.

08:55 Uhr: Nikolaus Harnoncourt dirigiert den Da Ponte-Zyklus: Così fan tutte
Theater an der Wien, 2014
ORF

Fiordiligi: Mari Eriksmoen
Dorabella: Katja Dragojevic
Guillelmo: Andrè Schuen
Ferrando: Mauro Peter
Despina: Elisabeth Kulman
Don Alfonso: Markus Werba

Libretto: Lorenzo Da Ponte
Musik: Wolfgang Amadeus Mozart
Chor: Arnold Schönberg
Orchester: Concentus Musicus Wien
Musikalische Leitung: Nikolaus Harnoncourt
Moderation: Barbara Rett

3sat zeigt den dritten Teil der Da-Ponte-Trilogie aus dem Theater an der Wien: “Così fan tutte” in einer konzertanten Aufführung. Es dirigiert Nikolaus Harnoncourt.

In “Così fan tutte” demontiert der zynische Alfonso mit einer Treue-Probe die Liebe zweier glücklicher Paare. Dieses letzte Werk von Mozart und Da Ponte ist zugleich das rätselhafteste. Was ist Schein, was ist echt? Darf man einem Liebesversprechen trauen?

Mozarts Zusammenarbeit mit Lorenzo Da Ponte gehört zu den glücklichsten wie ertragreichsten Symbiosen der Operngeschichte. In dem italienischen Abenteurer fand Mozart einen kongenialen Librettisten, gemeinsam definierten sie die Gattung Oper neu.

Niemals zuvor waren die Figuren musikalisch so genau ausgedeutet und als Individuen gestaltet worden. Die etablierte, gesellschaftliche Ordnung wird in politischer, moralischer und emotionaler Hinsicht nur mühsam gekittet – keine der Figuren kann am Ende wirklich bruchlos so weiterleben wie zuvor. Innerhalb von nur vier Jahren schufen Mozart und Da Ponte drei Opernwerke: “Le nozze di Figaro” (1786), “Don Giovanni” (1787) und “Così fan tutte” (1789/90). Alle drei drehen sich um die Liebe.

Treue und Tricks, Verführung und Verwirrung der Gefühle, Liebe, Leidenschaft und Laster: Der Kosmos Mozart – konzertant in hochkarätiger Besetzung!

12:10 Uhr: Die Zauberflöte
Oper in zwei Aufzügen von Wolfgang Amadeus Mozart
Großes Festspielhaus, Salzburger Festspiele, 2018
ORF

Sarastro: Matthias Goerne
Tamino: Mauro Peter
Königin der Nacht: Albina Shagimuratova
Pamina: Christiane Karg
Papageno: Adam Plachetka
Papagena: Maria Nazarova
Alte Papagena: Birgit Linauer
Monostatos: Michael Porter
Großvater: Klaus Maria Brandauer
Sprecher: Tareq Nazmi
Drei Knaben: Wiener Sängerknaben

Libretto: Emanuel Schikaneder
Kostüme: Ursula Kudrna
Chor: Konzertvereinigung Wiener, Staatsopernchor
Orchester: Wiener Philharmoniker
Musikalische Leitung: Constantinos Carydis
Inszenierung: Lydia Steier
Bildregie: Michael Beyer
Moderation: Barbara Rett

39 Mal stand Mozarts “Zauberflöte” auf dem Spielplan der Salzburger Festspiele – zuletzt 2012 unter Nikolaus Harnoncourt. Im Sommer 2018 kehrte die Oper zurück ins Große Festspielhaus.

Dieses Mal unter der musikalischen Leitung von Constantinos Carydis und in der Regie von Lydia Steier, die damit ihr Debüt in Salzburg gab. Klaus Maria Brandauer als Sprecher und Matthias Goerne als Sarastro standen an der Spitze eines jungen Sängerensembles.

Die “Zauberflöte” wird so viel gehört und so häufig aufgeführt wie kaum ein anderes Werk der Operngeschichte. Seit über 200 Jahren wird ihre Rätselhaftigkeit und Vielgestaltigkeit diskutiert. Einmal wird sie als Zauberoper, Singspiel oder heroisch-komische Oper inszeniert, dann wieder als Maschinenkomödie oder gar geheimnisvoll mit Freimaurerritus und ägyptischen Mysterien auf die Bühne gebracht.

14:35 Uhr: Georges Bizet: Carmen
Bregenzer Festspiele, 2017
3sat

Don José: Daniel Johansson
Escamillo: Scott Hendricks
Zuniga: Sébastien Soulès
Carmen: Gaëlle Arquez
Micaela: Elena Tsallagova
Frasquita: Sónia Grané

Orchester: Wiener Symphoniker
Musikalische Leitung: Paolo Carignani
Inszenierung: Kasper Holten

Bizets Oper “Carmen” erlebte bei der Uraufführung 1875 einen skandalumwobenen Misserfolg. Der Komponist starb kurz darauf, angeblich aus Kummer. Heute ist “Carmen” weltberühmt.

Die Seebühne bietet einen idealen Rahmen für die neue “Carmen” der Bregenzer Festspiele. Die besondere Open-Air-Stimmung am Bodensee, die herausragende Sängerbesetzung und die raffinierte Inszenierung von Kasper Holten versprechen einen musikalischen Hochgenuss.

Nicht nur die Musik, auch die Handlung nach der Novelle Prosper Mérimées garantiert einen aufregenden Opernabend. “Carmen” ist pure Dramatik, mit einer Fülle mitreißender Melodien im spanischen Kolorit, darunter Opernhits wie “Habanera” und “Toréador, en garde”.

Die Zigeunerin Carmen, der Archetyp der Femme Fatale, verführt den bodenständigen Soldaten Don José, der nach dem Willen seiner Mutter eigentlich die ebenso bodenständige Micaela heiraten soll. Doch für Carmen desertiert er. Schließlich ermordet er sie, als sie ihn für den Stierkämpfer Escamillo verlassen will.

16:40 Uhr: Rolando Villazón inszeniert Verdi: “La Traviata”
Festspielhaus Baden-Baden, Juni 2015
ARD/SWR/3sat

Violetta Valéry: Olga Peretyatko
Alfredo Germont: Atalla Ayan
Giorgio Germont: Ludovic Tézier
Flora Bervoix: Christina Daletska
Gaston Vicomte: Emiliano Gonzalez Toro
Baron Douphol: Tom Fox
Marquis von Obigny: Konstantin Wolff
Annina: Deniz Uzun
Dr. Grenvil: Walter Fink

Bühnenbild: Johannes Leiacker
Kostüme: Thibault Vancraenenbroek
Chor: Balthasar-Neumann-Chor
Orchester: Balthasar-Neumann-Ensemble
Musikalische Leitung: Pablo Heras-Casado
Regie: Nele Münchmeyer, Rolando Villazón

Erstausstrahlung

„La Traviata”: Verdis tragisches Meisterwerk über die Edelkurtisane Violetta, die aus Liebe zu dem jungen Adeligen Alfredo ihr lasterhaftes Leben beendet, um bei ihrem Geliebten zu sein.

Um Alfredo vor der Enterbung und dem Zorn des Vaters, der die sofortige Trennung verlangt, zu schützen, verlässt Violetta heimlich den Geliebten, obwohl es ihr das Herz zerreißt. Völlig verarmt und todkrank findet Alfredo sie am Sterbebett wieder.

Die neue Baden-Badener “La Traviata”-Inszenierung verlegt die Handlung aus den Pariser Salons des frühen 19. Jahrhunderts in eine zeitlose Manegen-Landschaft. Ausgehend vom Tod Violettas entspinnt sich eine Erzählung in Rückblenden, die – halb Albtraum, halb Revue – immer wieder die Realitätsebene verlässt. Maskerade und Liebesgeschichte werden ineinander verwoben. Gezeigt werden Violettas helle, aber auch ihre dunkle Seite sowie ihre ebenso tragische wie vergebliche Suche nach der erfüllenden und andauernden Liebe.

Nach seinem großen Erfolg mit Donizettis “Liebestrank” kehrt das Regie- und Bühnenbild-Team Rolando Villazón und Johannes Leiacker zu einer Neuinszenierung von Verdis Oper zurück nach Baden-Baden. Villazón bewies bei seinen Regie-Arbeiten in Lyon, Berlin und Baden-Baden, dass er ein überragender Bühnenerzähler ist. Aufgrund seiner eigenen Erfahrungen als Sänger vermag er die Stärken eines Sängerensembles ideal einzusetzen und bedient den Theater-Apparat mit großer Fantasie und erzählerischem Geschick.

Die Violetta dieser Neuinszenierung ist Olga Peretyatko – ein ebenso junger wie erfolgreicher Stern am Opernhimmel. Sie bezaubert das Publikum von New York bis Neapel und konnte im Festspielhaus Baden-Baden als Einspringerin in Villazóns “Liebestrank” ebenso punkten wie in glanzvollen Galakonzerten.

Der junge brasilianische Tenor Atalla Ayan sammelte erste Erfahrungen an der Oper Stuttgart und debütierte mittlerweile am Royal Opera House Covent Garden in London und an der New Yorker Met. Er wird international als DER neue Alfredo gehandelt.

Der spanische Dirigent Pablo Heras-Casado dirigiert Klangkörper wie die Berliner Philharmoniker und das Boston Symphony Orchestra und gilt als große Hoffnung der neuen Dirigenten-Generation. Auch bei Villazóns “Liebestrank” 2012 leitete er das Balthasar-Neumann-Ensemble.

19:00 Uhr: Jonas Kaufmann – Mein Wien
Mit Jonas Kaufmann (Tenor) und Rachel Willis-Sørensen (Sopran)
Orchester: Prague Philharmonia
Musikalische Leitung: Jochen Rieder

(Erstsendung: 22.12.2019)
ZDF/ARTE

Startenor Jonas Kaufmann ist unterwegs in Wien: Auf einem Stadtspaziergang zeigt der Tenor seine liebsten Orte, vom Riesenrad am Prater bis zum Würstelstand.

Das persönliche Wien von Jonas Kaufmann besteht aus Geschichten von Orten und Menschen. Herzstück von “Jonas Kaufmann – Mein Wien” ist ein Konzert im Wiener Konzerthaus – eine Hommage an die weltbekannten Melodien der Hauptstadt von Walzer und Operette.

Arien und Duette aus den Operetten “Ein Nacht in Venedig”, “Die Fledermaus” und “Wiener Blut” von Johann Strauß und “Die lustige Witwe” von Franz Lehár sowie Wiener Lieder von Robert Stolz, Johann Strauß, Emerich Kálmán, Georg Kreisler und weiteren Größen der Wiener Musikgeschichte.

Seine Partnerin für die Duette aus den Operetten “Die Fledermaus”, “Wiener Blut” und “Die lustige Witwe” ist die amerikanische Sopranistin Rachel Willis-Sörensen, die bereits in der Vergangenheit als Duettpartnerin an der Seite von Jonas Kaufmann das Publikum für sich gewinnen konnte.

Begleitet werden die beiden von einem der renommiertesten tschechischen Orchester, der Prague Philharmonia, unter der Leitung von Jochen Rieder.

20:15 Uhr: Anna Netrebko singt “Aida”
Salzburger Festspiele, 2017
ZDF

Aida: Anna Netrebko
Radamès: Francesco Meli
Der König: Roberto Tagliavini
Amneris: Ekaterina Semenchuk

Orchester: Wiener Philharmoniker
Musikalische Leitung: Riccardo Muti
Regie: Shirin Neshat
Fernsehregie: Michael Beyer

Anna Netrebko in ihrer Premiere als Aida war das Highlight der Salzburger Festspiele 2017. 3sat zeigt die Höhepunkte der Aufführung vom 12. August 2017.

Die Rolle der versklavten Königstochter, die sich in den feindlichen Heerführer Radamès verliebt, dadurch zur Rivalin ihrer Herrin wird und loyal zu ihrem Vater halten will, ist wie geschaffen für die außergewöhnliche Bühnenpräsenz einer Anna Netrebko.

“Aida” ist eines der bekanntesten und beliebtesten Opernwerke überhaupt. Seit der Uraufführung an Heiligabend 1871 in Kairo – eine Auftragsarbeit für den ägyptischen Khediven Ismail Pascha – erfreut sich “Aida” weltweit ungebrochener Popularität und wurde in den unterschiedlichsten Varianten in Szene gesetzt, nicht selten mit größter Opulenz samt leibhaftigen Elefanten und Pferden. Umso spannender nun die konzentrierte Inszenierung von Shirin Neshat mit einer der populärsten Opernsängerinnen der Welt: Anna Netrebko in ihrer Premiere als Aida.

Aus Salzburg erwartet die Zuschauer eine besonders hochkarätige Aufführung. Die Wiener Philharmoniker spielen unter der Leitung des Verdi-Experten Riccardo Muti. Eine weitere spannende Premiere ist die Inszenierung selbst: Shirin Neshat, Filmemacherin, Fotografin und Videokünstlerin, führt zum ersten Mal bei einer Oper Regie. Die Lebenssituation der Titelfigur, in einer fremden Kultur im Exil zu leben, ist ihr durchaus vertraut – sie siedelte in den 1970er-Jahren aus dem Iran in die USA über.

Später hat Neshat sich einen Namen gemacht mit ihrer kontrastreichen und verrätselten Kunst, die sich stets mit der Rolle der Frau in der Gesellschaft auseinandersetzt. Das Ringen um Selbstverständnis und mit Hierarchien sowie gesellschaftliche Brüche – nicht nur Themen in Neshats Schaffen, sondern auch in Verdis “Aida”. Dem Komponisten ging es in vielen seiner Opern nicht um musikalisierte Historie, sondern um Kritik an der Gesellschaft, ihrer Menschenverachtung – bei “Aida” versetzt ins alte Ägypten. Dabei lässt sich “Aida” durchaus auch als Liebesdrama lesen – ein Mann zwischen zwei Frauen. Mit Francesco Meli, der in Salzburg den Radamès verkörpert, war Anna Netrebko bereits an der Mailänder Scala zu sehen.

22:00 Uhr: Elina Garanca- Klassik unter Sternen
Stift Göttweig, Österreich 2019

Mit Elina Garanca (Mezzosopran), Alexander Grassauer (Bassbariton), Nadine Sierra (Sopran) und Dmytro Popov (Tenor)

Orchester: Symphonieorchester der, Volksoper Wien
Musikalische Leitung: Karel Mark Chichon
ORF
Moderation: Barbara Rett

Die große Gala “Klassik unter Sternen” mit Operndiva Elīna Garanča und der besonderen Atmosphäre des barocken Stift Göttweig: ein einzigartiger Open-Air-Klassik-Genuss, der Tradition hat.

Hoch über der Donau thront das Stift und bildet die wunderbar mystische Kulisse für die Open-Air-Bühne. Das bunte Programm bietet klassische Opernarien und bekannte internationale Lieder. Highlights, die eingefleischte Opernfans als auch Einsteiger begeistern.

Elīna Garanča und ihr Ehemann Karel Mark Chichon setzen seit Jahren auf Auftritte mit jungen, aufstrebenden Talenten der Opernwelt. Gemeinsam haben sie den Wettbewerb “ZukunftsStimmen” ins Leben gerufen. Der erste Gewinner ist der junge steirische Bassbariton Alexander Grassauer, der bei “Klassik unter Sternen” an der Seite von Garanča singen darf. Der Dirigent ist Karel Mark Chichon.

00:00 Uhr: Tosca
Oper in drei Akten von Giacomo Puccini (1858-1924)
Großes Festspielhaus, Osterfestspiele Salzburg 2018
ORF

Floria Tosca: Anja Harteros
Mario Cavaradossi: Aleksandrs Antonenko
Baron Scarpia: Ludovic Tézier
Cesare Angelotti: Andrea Mastroni
Der Mesner: Matteo Peirone
Spoletta: Mikeldi Atxalandabaso
Sciarrone: Rupert Grössinger
Ein Schließer: Levente Páll

Libretto von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica nach “La Tosca” von Victorien Sardou
Bühnenbild: Renate Martin, Andreas Donhauser
Kostüme: Renate Martin, Andreas Donhauser
Chor: Salzburger Bachchor, Salzburger Festspiele und, Theater Kinderchor
Orchester: Sächsische Staatskapelle, Dresden
Musikalische Leitung: Christian Thielemann
Inszenierung: Michael Sturminger

Die Osterfestspiele Salzburg setzten 2018 auf ein Hauptwerk der italienischen Oper: Giacomo Puccinis “Tosca” wurde von Michael Sturminger neu inszeniert.

Liebe, Eifersucht, Verrat und Tod – diese Zutaten machen die Oper “Tosca” zu einem Dauerbrenner auf den internationalen Opernbühnen. Als “Krimi” und “Groschenroman” charakterisiert Regisseur Sturminger die Handlung, denn sie zeige Menschen in Extremsituationen.

Als größte Herausforderung bei der Inszenierung bezeichnet Sturminger, dass Zeit und Ort des Geschehens eindeutig fixiert sind: Um 1800 versuchte Napoleon, Italien zu “republikanisieren”, die militärischen Auseinandersetzungen in diesem Zusammenhang bilden den historischen Hintergrund der Handlung. Die Schauplätze – die Kirche Sant’Andrea della Valle, der Palazzo Farnese und die Engelsburg – sind heute römische Touristenattraktionen, die jedermann jederzeit besuchen kann, und sie waren auch zum Zeitpunkt der Komposition historische Stätten.

Sturmingers Herangehensweise: “Alles so machen, wie es immer war, und nichts so lassen, wie die Leute es gewohnt sind”. Eine spannende Neudeutung des Opernklassikers also. Musikalisch wird die Neuproduktion von Stardirigent Christian Thielemann geleitet. In einer der bekanntesten Arien der Opernliteratur – “E lucevan le stelle” – erinnert sich der Maler Cavaradossi an seine Liebe zur Sängerin Floria Tosca und beklagt, dass sein Leben so plötzlich enden wird. Der lettische Tenor Aleksandrs Antonenko verkörpert diese Partie in der Neuinszenierung. Die Titelrolle singt Superstar Anja Harteros. Die deutsche Sopranistin hat 2017 bei den Osterfestspielen Salzburg als Sieglinde in Wagners “Walküre” für Jubel gesorgt. Der Franzose Ludovic Tézier singt den Scarpia.

02:00 Uhr: Vincenzo Bellini: I Capuleti e I Montecchi
“Romeo und Julia” aus dem Opernhaus Zürich
SRF/3sat

Romeo: Joyce DiDonato (Mezzosopran)
Giulietta: Olga Kulchynska (Sopran)
Musikalische Leitung: Fabio Luisi
Regie: Christof Loy
(Erstsendung: 05.12.2020)

Eine “Romeo und Julia”-Oper ohne “Balkonszene” und eine Frau, die den Romeo singt: Vincenzo Bellinis Deutung des Shakespeare’schen Stoffes ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert.

Nicht zuletzt auch deshalb, weil der junge Komponist mit seiner Oper “I Capuleti e i Montecchi” seinem Publikum die vielleicht bewegendste Schlussszene im bisherigen Opernrepertoire schenkte: Romeo und Julia dürfen gemeinsam sterben.

Das Opernhaus Zürich hat für das berühmteste Liebespaar der Welt formidable Stimmen gewinnen können: In der neuen Bellini-Inszenierung ist mit Joyce DiDonato als Romeo eine Mezzosopranistin der Extraklasse zu hören. An ihrer Seite stellt sich die ukrainische Sopranistin Olga Kulchynska als Giulietta vor.

Generalmusikdirektor Fabio Luisi und Regisseur Christof Loy setzen ihren Bellini-Zyklus nach “La Straniera” mit diesem ergreifenden Werk des Belcanto fort.

04:20 Uhr: Elina Garanca- Klassik unter Sternen
Stift Göttweig, Österreich 2019

Mit Elina Garanca (Mezzosopran), Alexander Grassauer (Bassbariton), Nadine Sierra (Sopran) und Dmytro Popov (Tenor)

Orchester: Symphonieorchester der, Volksoper Wien
Musikalische Leitung: Karel Mark Chichon
Moderation: Barbara Rett
ORF

Die große Gala “Klassik unter Sternen” mit Operndiva Elīna Garanča und der besonderen Atmosphäre des barocken Stift Göttweig: ein einzigartiger Open-Air-Klassik-Genuss, der Tradition hat.

Hoch über der Donau thront das Stift und bildet die wunderbar mystische Kulisse für die Open-Air-Bühne. Das bunte Programm bietet klassische Opernarien und bekannte internationale Lieder. Highlights, die eingefleischte Opernfans als auch Einsteiger begeistern.

Elīna Garanča und ihr Ehemann Karel Mark Chichon setzen seit Jahren auf Auftritte mit jungen, aufstrebenden Talenten der Opernwelt. Gemeinsam haben sie den Wettbewerb “ZukunftsStimmen” ins Leben gerufen. Der erste Gewinner ist der junge steirische Bassbariton Alexander Grassauer, der bei “Klassik unter Sternen” an der Seite von Garanča singen darf. Der Dirigent ist Karel Mark Chichon.


Kalenderwoche 01:

Samstag, 02.01. / 13:30 Uhr / Album 2020 – Bilder eines Jahres
Mit Anmerkungen von Gert Anhalt
(Erstsendung: 27.12.2020)
ZDF

Die Pandemie hat das Jahr 2020 geprägt und die Welt verändert. Das Virus forderte Hunderttausende Menschenleben, viele Millionen infizierten sich.

Lockdown, Maskenpflicht und Verzicht prägten 2020. Aber auch jenseits von Corona war 2020 ein ereignisreiches Jahr.

Die Präsidentschaftswahl in den USA hinterlässt ein gespaltenes Land, und in Belarus protestieren nach den gefälschten Wahlen Hunderttausende gegen Staatschef Lukaschenko.

Die CDU sucht das ganze Jahr nach einem neuen Vorsitzenden, und in Thüringen sorgen FDP und AfD für einen Skandal.

In Hanau sterben bei einem Amoklauf neun junge Migranten, und in Paris wird ein Lehrer von einem Islamisten enthauptet.

Durch undurchsichtige Geschäfte werden bei “Wirecard” Millionen verbrannt, und die Corona-Finanzhilfen umfassen allein in Deutschland zwei Billionen Euro.

Nach der Ermordung Generals Soleimani droht der Iran mit Krieg, und in Syrien wird das Elend der Flüchtlinge immer dramatischer.

In Australien verbrennen durch Buschfeuer Millionen von Tieren, und in Sibirien wüten Waldbrände, der Permafrost taut langsam auf.

Das und noch mehr im “Album 2020 – Bilder eines Jahres”.

Samstag, 02.01. / 19:20 Uhr / Das Geheimnis der Meister – Claude Monet
Ansicht von Kromme Waal (1874)
Erstausstrahlung
3sat

Nach Claude Monet, dem “Vater des Impressionismus”, geht diesmal ein Expertenteam aus den Niederlanden auf Spurensuche. Es versucht sich an einer Kopie des Bildes “Kromme Waal Amsterdam”.

Das Werk zeigt die Straße vom Wasser aus. Von wo und wie hat Monet das gemalt? Das Team von Künstlern, Handwerkern und Wissenschaftlern will das Besondere des Ortes nachempfinden, für ihre Skizzen steigt Expertin Charlotte ins Boot.

Das Licht auf den Wellen und das Unbemalte, die freien Stellen der Leinwand, werden ihre größte Herausforderung. Auf der Suche nach einer originalen Leinwand findet das Team Nachfolger des Händlers in Paris, der auch die Impressionisten beliefert hat, und in London besuchen sie einen Rahmenhersteller. Ob die Rekonstruktion gelungen ist, kann nur der Vergleich mit dem Original zeigen.

Samstag, 02.01. / 13:30 Uhr / Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker 2021
Wiener Musikverein, Januar 2021
Mit dem Wiener Staatsballett
Choreografie: José Carlos
Orchester: Wiener Philharmoniker
Musikalische Leitung: Riccardo Muti
ORF

Am 1. Januar 2021 findet das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker zum sechsten Mal unter der musikalischen Leitung des italienischen Dirigenten Riccardo Muti statt.

Er ist dem Orchester seit Jahrzehnten eng verbunden. Gemeinsam mit dem Orchestervorstand hat er ein heiteres und zugleich besinnliches Programm aus dem reichen Repertoire der Strauß-Dynastie und deren Zeitgenossen zusammengestellt.

Die Balletteinlagen des Wiener Staatsballetts in der Choreografie von José Carlos Martínez wurden im August 2020 in den prunkvollen Räumen und Gartenanlagen des Gartenpalais Liechtenstein sowie im Looshaus – einem der zentralen Bauwerke der Wiener Moderne in Wien – aufgezeichnet.

Der Pausenfilm von Felix Breisach widmet sich dem jüngsten aller österreichischen Bundesländer, dem Burgenland, das 2021 sein 100-jähriges Bestehen feiert.

Samstag, 02.01. / 22:45 Uhr / David Garrett – Live in Verona
Arena di Verona, September 2019
Film von Christian Wesener
(Erstsendung: 10.05.2020)
ARD/WDR

Seit über zehn Jahren begeistert der Stargeiger David Garrett mit seinem Crossover-Programm aus Rock- und Popsongs gemischt mit klassischer Musik ein weltweites Publikum.

24 Gold- und 16 Platin-Auszeichnungen stehen für eine musikalische Erfolgsgeschichte, die den gebürtigen Aachener rund um den Globus führt. Die “Unlimited”-Tour vereint Garretts Greatest Hits – gespielt vor der eindrucksvollen Kulisse der römischen Arena von Verona.

Außerdem zeigt sich der Star in Interview-Ausschnitten im Tourbus, beim Kaffee sowie in Probenpausen von seiner persönlichen und entspannten Seite.

Sonntag, 03.01. / 19:10 Uhr / Das Geheimnis der Meister – William Turner
Wolken über Wasser (1840)
Erstausstrahlung
3sat

Die niederländischen Kunstdetektive wollen diesmal dem Geheimnis des Meisters von Licht und Schatten William Turner auf den Grund gehen und ein Werk rekonstruieren, das fast abstrakt ist.

Wie ist dem “britischen Rembrandt” sein Meisterwerk “Wolken und Wasser” 1840 gelungen? Die lichterfüllte Szene am Meer lässt einen die Kraft der Elemente spüren – und das, obwohl das Originalgemälde mitgenommen wirkt.

In Turners Atelier hat es hineingeregnet, die Leinwände wurden feucht. All das muss bei der Rekonstruktion berücksichtigt werden. Das Team sucht und findet sogar den exakten Standort von Turners Küstenszene. Vor allem aber geht es natürlich um die Kunst, nicht nur die Farben und Formen, sondern auch die Gefühle in der Kopie zu erzeugen, die Turner im Betrachter anspricht.

Montag, 04.01. / 19:20 Uhr / Das Geheimnis der Meister – Carel Willink
Porträt von Wilma (1938)
Erstausstrahlung
3sat

Streng und rätselhaft wirkt das dunkle Porträt einer sehr besonderen Frau mittleren Alters des niederländischen Meisters des magischen Realismus: Carel Willink.

Das Bild zeigt die zweite Ehefrau des Künstlers, Wilma, die er als seine “wichtigste Muse” bezeichnete. Das niederländische Expertenteam ist der altmeisterlichen Kunst des modernen Malers auf der Spur. Es bekommt sogar Zugang zu seinem kompletten Atelier.

Dieses ist noch vollständig erhalten. Was brachte den von Marc Chagall und Wassily Kandinsky Inspirierten dazu, so geisterhaft naturalistisch zu malen?

Ob Kunstexpertin Charlotte die Atmosphäre und die magische Anziehungskraft des Porträts treffen kann, zeigt der Vergleich mit dem Original.

Dienstag, 05.01. /( 19:20 Uhr / Das Geheimnis der Meister – Kees van Dongen
Finger an der Wange (1910)
Erstausstrahlung
3sat

Ein niederländischer Künstler in Paris, Star der Salons, Freund von Pablo Picasso und Vertreter der “Wilden”, der “Fauves”: Das Expertenteam begibt sich auf die Spuren von Kees van Dongen.

Die Kunstdetektive wollen eines seiner schönsten Frauenporträts rekonstruieren: “Finger an der Wange”. Auf den ersten Blick wirkt das Bild einfach, aber es ist komplex aufgebaut. Am Schwierigsten ist es, den verträumten Blick der Porträtierten einzufangen.

Außerdem erkunden die Experten das wilde Leben des Malers in Paris. Er veranstaltet legendäre Partys und ist ein eifersüchtiger, leidenschaftlicher Liebhaber. Umstritten ist eine Reise van Donges nach Deutschland zu Adolf Hitlers Lieblingsbildhauer Arno Breker. Wurde van Dongen unter Druck gesetzt? Und wie wurde er zum Lieblingsporträtmaler der High Society? Warum wirken seine Gesichter so natürlich, obwohl sie plakativ gemalt sind? Ob die Rekonstruktion des Expertenteams gelingt, kann nur der Vergleich mit dem Original zeigen.

Mittwoch, 06.01. / 19:20 Uhr / Das Geheimnis der Meister – George Hendrik Breitner
Mädchen im Kimono (1895)
Erstausstrahlung
3sat

Das “Mädchen im Kimono” ist aus einer berühmten Serie von Kimono-Mädchen George Hendrik Breitners. Der bedeutendste Vertreter des Amsterdamer Impressionismus verstand sich als Volksmaler.

Er suchte seine Modelle in den Armenvierteln der Stadt. Der Maler war auch einer der ersten Fotografen in Amsterdam. Welche Rolle spielte die Fotografie für Breitners spätere Gemälde? Die Experten gehen diesmal auf Spurensuche mit der Originalkamera Breitners.

Sie stellen das Bild seiner jungen Muse nach und nutzen es für die Rekonstruktion seines Spiels mit Mustern und Verführung. Gelingt die Rekonstruktion der filigranen Stoffe und der zugleich leichten Atmosphäre? Der Vergleich mit dem Original wird überraschen.

Donnerstag, 07.01. / 19:20 Uhr /Das Geheimnis der Meister – Van Gogh
Film von Jaap van der Werff und Finbarr Wilbrink
(Erstsendung: 03.01.2019)
3sat

In dieser Folge spüren die Experten anhand eines Selbstbildnisses dem vibrierenden Licht des Südens nach, den wilden Strichen des Meisters Vincent van Gogh.

Ein Computertrick zeigt das Selbstporträt schließlich als eine Fotografie des Meisters. Selbst die brutale Zerstörung des Gemäldes durch Messerschnitte eines psychisch Gestörten wiederholen die Meisterdetektive, um das Bild originalgetreu zu rekonstruieren.

In der Reihe “Das Geheimnis der Meister” geht ein Experten-Team unter der Leitung des Künstlers und Moderators Jasper Krabbé auf Spurensuche: Es rekonstruiert bedeutende Werke der niederländischen Malerei.

Bei dieser Spurensuche nach den originalen Farben, dem Pinselstrich, der Lichtstimmung und Farbgebung – kurz: nach dem Ausdruck des berühmten Bildes – lernt man das Werk ganz neu kennen.

Freitag, 08.01. / 19:20 Uhr / Das Geheimnis der Meister – Mondrian
“Victory Boogie Woogie“
(Erstsendung: 23.12.2019)
3sat

“Geheimnis der Meister” erforscht die berühmtesten Werke niederländischer Künstlerstars – neben den großen, klassischen Werken der Renaissance auch die bahnbrechenden Bilder der Moderne.

Eine Expertengruppe erforscht das Kunstwerk und bildet es originalgetreu nach. Bei Mondrian stößt die Truppe an ihre Grenzen: Die bunten Klebestreifen auf dem berühmtesten Bild der niederländischen Moderne, “Victory Boogie Woogie”, haben es in sich.

Piet Mondrians Farben und seine Formensprache sind seit Jahrzehnten überall präsent, Teil unserer Alltagskultur. Die blauen, roten und gelben Quadrate und Streifen zieren Tassen, Kleider, Möbel und Servietten. Man hat sich daran fast sattgesehen, und es ist schwer geworden, noch die ganz große Kunst darin zu erkennen.

An “Victory Boogie Woogie”, auch die “Nachtwache des 20. Jahrhunderts” genannt, hat Mondrian in den 1940er-Jahren bis kurz vor seinem Tod zwei Jahre lang in New York gearbeitet. Sein letztes Werk ist auch sein berühmtestes: In den USA ist der Künstler neue Wege gegangen, es gibt keine Linien mehr, nur noch Blöcke, nur noch Flächen. Er konnte das Werk nicht vollenden. Die Recherchen führen bis in kleine New Yorker Krämerläden. Mit originalen Klebestreifen verzweifeln die Kunstdetektive immer wieder – und spüren so der Dynamik dieses Meisterwerks nach.


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Hinein ins pralle Leben: “Kulturplatz” greift auf, was die Menschen beschäftigt, welche Fragen sie sich stellen. Und zeigt, dass die Kultur Antworten gibt.
“Kulturplatz” findet mitten im Leben statt: im Supermarkt, am Musikfestival, im Wald. Denn Kultur ist viel mehr als Musik, Literatur und Kunst. Kultur durchdringt unser Leben. Wo jemand nachzudenken beginnt, da entsteht Kultur.
Diesem Credo ist “Kulturplatz” verpflichtet. Die Sendung will für Kultur begeistern und behält dabei die wichtigsten Akteure und Ereignisse des Kulturbetriebes im Blick. “Kulturplatz” spürt Trends auf und präsentiert Neuentdeckungen.


Diese Übersicht wird stets mehrere Wochen vor den jeweiligen Sendeterminen erstellt. Aktuelle Programmänderungen sind u. U. nicht berücksichtigt. Diese finden sich auf 3sat.de.