Zwischen den Zeiten – Ruhrtriennale 2018: Sa. 22. Sept., 19.20 Uhr, 3sat Die Jahrhunderthalle in Bochum (© ZDF/Julian Roeder/OSTKREUZ)

Samstag, 22.09. / 19.20 Uhr / Zwischen den Zeiten   Ruhrtriennale 2018
Film von Kerstin Edinger
Erstausstrahlung
3sat
Die monumentale Industriearchitektur der Ruhr Metropole ist jedes Jahr wieder die unvergleichliche Kulisse für ein einzigartiges Festival: die „Ruhrtriennale“. Auch 2018.
Wieder verwandeln sich Hallen, Maschinenhäuser, Brachen des Bergbaus und der Stahlindustrie in beeindruckende Spielorte für Schauspiel, Musiktheater, Tanz und Performance und machen die Region zum Mitakteur verschiedenster Kunstprojekte.

Stefanie Carp hat in diesem Jahr die Intendanz des renommierten Festivals übernommen, als erste Frau in dieser Position. Das Thema: „Die Welt im Umbruch“. Verteilungskriege, Flüchtlingsströme, aufkeimender Nationalismus   die Welt ist im Wandel. Doch steht sie auch zwischen den Zeiten, wie das diesjährige Festival Motto vermuten lässt? Stefanie Carp möchte die westlichen Lebenskonzepte hinterfragen und mit ihrem Programm den Blick weiten für künstlerische Projekte aus Lateinamerika, Afrika und dem Nahen Osten.

Wie politisch das Festival in diesem Jahr ist, beweist bereits die Diskussionen über die Intendantin Stefanie Carp noch vor dem Start der „Ruhrtriennale“. Sie lud die Hip Hop Band „Young Fathers“ ein, obwohl diese offen den Boykott Israels und die „BDS“ Kampagne unterstützt. Ein heikles Thema, das im Vorfeld schon für heiße Debatten sorgt. In einer Podiumsdiskussion stellt Carp nun die Frage nach der Rolle der Kunst in dieser politischen Gemengelage.

Die Dokumentation „Zwischen den Zeiten   Ruhrtriennale 2018“ ordnet diese Debatte ein und stellt die Arbeiten großer Künstler wie die des Südafrikaners William Kentridge und des Schweizers Christoph Marthaler vor, die im Rahmen der „Ruhrtriennale“ ihre neuesten Werke zeigen. Kentridge thematisiert in „The Head & the Load“ die Rolle Afrikas im Ersten Weltkrieg, Christoph Marthaler ist mit der Musiktheater Kreation „Universe, Incomplete“ des amerikanischen Komponisten Charles Ives vertreten.

Der argentinische Regisseur Mariano Pensotti bespielt die Gebläsehalle in Duisburg mit der begehbaren Theater Installation „Diamante. Die Geschichte einer Free Private City“. Und der Choreograf Serge Aimé Coulibaly macht in seinem Stück „Kirina“ auf die Migration innerhalb des afrikanischen Kontinents aufmerksam. Ein weiteres Highlight ist die Inszenierung „Exodos“ von Sasha Waltz & Guests. Ein Stück, das die Fluchtbewegungen unserer Zeit thematisiert und die Zuschauer dabei aktiv mit einbezieht.

Die Dokumentation „Zwischen den Zeiten“ präsentiert spannende Projekte und Protagonisten rund um die diesjährige Ruhrtriennale, und das in einem visuell spektakulären und unvergleichlichen Schauplatz.

Samstag, 22.09. / 20.15 Uhr / Hagen Rether: LIEBE (Update 2018)
3sat Zelt Mainz, September 2018
Regie: Volker Weicker
Erstausstrahlung
3sat

„Wir können die Welt nicht retten? Ja, wer denn sonst?“ Während alle um ihn herum nach schnellen, einfachen und bequemen Lösungen schreien, mahnt Hagen Rether zum Nach  und Mitdenken.

Verantwortung tragen nicht nur „die da oben“. Es gibt keine Unschuldigen im Spiel des Lebens – auch nicht im Publikum. Mit sanfter Stimme, aber unerbittlicher Klarheit, stellt Hagen Rether die unbequemsten Fragen unserer Zeit.

Fragen, die sich nur jeder selbst beantworten kann: Wie gehen wir mit unserer Umwelt um, wer ist schuld im Spiel um Macht und Einfluss, Geld und Gier? Was Geschieht mit den großen Problemen unserer Zeit, wenn sie unter den Teppich schnelllebiger Tagesaktualität gekehrt werden?

In aller Ausführlichkeit verknüpft Rether Aktuelles mit Vergessenem, Nahes mit Fernem, stellt infrage, bestreitet, zweifelt. Mit überraschenden Vergleichen verführt er das Publikum zum Perspektivwechsel – zu einem anderen Blick auf die Welt, in die Zukunft, in den Spiegel. Er nimmt uns die liebgewonnene Angst und Wut, hinter der wir uns so bequem verstecken – und bietet als Alternative seine Idee von LIEBE   tragisch, komisch, schmerzhaft, ansteckend. LIEBE zu Mitmenschen, zur Umwelt, zu den Dingen, zum Humanismus. Im Grunde die einfachste Lösung überhaupt.

Redaktionshinweis: 3sat bringt die aktuellen Kabarett  und Comedy Programme vom „3satfestival 2018“ im Zelt auf dem Mainzer Lerchenberg (14. 22.9.) komprimiert an zwei Wochenenden auf den Bildschirm   ab Samstag, 22. September, jeweils zur besten Sendezeit ab 20.15 Uhr. Den Auftakt macht Hagen Rether mit „LIEBE (Update 2018)“.

Am Samstag, 6. Oktober, ab 22.50 Uhr folgen die Konzerte von „Element of Crime“ und „LaBrassBanda“ vom 3satfestival. Schließlich zeigt 3sat am Sonntag, 21. Oktober, um 20.15 und 21.00 Uhr „Eckhart von Hirschhausen: Lach dich gesund“ und „Eckart von Hirschhausen & Tobias Esch: Die Bessere Hälfte“.

Samstag, 22.09. / 21.00 Uhr / 3satfestival 2018: Martina Schwarzmann: genau Richtig!
3sat Zelt Mainz, September 2018
Regie: Volker Weicker
3sat
Erstausstrahlung

Beim 3satfestival 2018 präsentiert Martina Schwarzmann ihr mittlerweile sechstes Bühnenprogramm. Es kommt und heißt „genau Richtig!“.

So poetisch wie geraderaus überhaupt sein kann, erzählt und singt sie vom Wahnsinn ihres ganz normalen Lebens, das sie nach wie vor voll im Griff hat   wenn sie gerade nicht auf der Bühne steht oder sich auf der Flucht vor Instagram und Facebook im Wald versteckt.

Beziehungsweise auf dem Klo, wo sie schnell im Erziehungsratgeber nachschaut, ob man Kinder erpressen darf.

Schwarzmanns ureigener Irrwitz, der weniger dem deutschen Kabarett als der US Standup Comedy zu ähneln scheint, bringt sie an alle möglichen Orte   von der trockenen Realität in herrliche Regionen des Unsinns. Wo man ist und wo man nicht ist – diese existenziellen Fragen durchringen ihr Programm wie ein Leitfaden.

Martina Schwarzmann ist seit Langem mit Auftritten in diversen Kabarett Formaten eine feste Größe in der ZDF Senderfamilie und konnte 2016 schon mit großem Erfolg beim 3satfestival auftreten. Schwarzmann wurde mehrfach mit diversen Kabarett  und Kleinkunstpreisen ausgezeichnet.

Sie liefert ein Kontrastprogramm zur Polit  und Gesellschaftssatire vieler ihrer Berufskollegen. Ein Barhocker und eine Gitarre   mehr benötigt Martina Schwarzmann nicht. Sie ist der beste Beweis, dass gute Unterhaltung keine große Inszenierung braucht.

Samstag, 22.09. / 21.45 Uhr / 3satfestival 2018: Bodo Wartke & Melanie Haupt: Antigone
3sat Zelt Mainz, September 2018
Regie: Volker Weicker
Erstausstrahlung
3sat

In der Neudichtung der antiken Tragödie „Antigone“ erzählen Bodo Wartke und Melanie Haupt ihre Version der Geschichte von Ödipus‘ Tochter, die gegen alle Widerstände für ihre Ideale kämpft.

Bodo Wartke und Melanie Haupt reimen sich durch die Antike und spielen in schneller Abfolge Klavier, die Ukulele, Mundharmonika und die Cajon. Mit allem Respekt und doch humorvoll nähern sie sich ihrer Antigone, ohne dem Theaterstück die Tragik zu nehmen.

Die Beiden teilen sich bis zu 20 Rollen, meist in rasanten Wechseln. Das Stück ist komplett gereimt, die Sprache modern, und es gibt zahlreiche popkulturelle Verweise zu entdecken.

Bei „Antigone“ muss man sich die Antike als Wortspielhölle vorstellen. Dort reimt sich Debakel auf Orakel, Rhodos auf Foddos und Teiresias auf Buenos Dias. Das ist blödeln auf höchstem Niveau. Die Zuschauer blicken im Land der verfluchten Labdakiden bald so gut durch, dass es Bodo Wartke und Melanie Haupt sogar gelingt, kabarettistische Anspielungen auf Ossis, Wessis und Erdogan pointiert unterzubringen.

„Antigone“ ist die Fortsetzung von Bodo Wartkes Solo Theaterstück „König Ödipus“. Renommierte Theater, darunter das Hessische Staatstheater Wiesbaden und das Wolfgang Borchert Theater in Münster sowie zahlreiche, freie Theaterensembles und Schultheatergruppen nahmen auf Basis des Wartkeschen Textes eigene Inszenierungen in ihre Spielpläne auf.

Samstag, 22.09. / 22.30 Uhr / 3satfestival 2018: Sarah Bosetti: Ich will doch nur mein Bestes
3sat Zelt Mainz, September 2018
Regie: Volker Weicker
Erstausstrahlung
3sat

Ehrlich und selbstironisch blickt Sarah Bosetti auf ihre und unsere scheiternde Existenz und kommt zu dem Schluss: Wenn man mal wieder auf Mittelmaß trifft, einfach freundlich grüßen.

Denn sind wir nicht alle Gollum, wenn man uns neben Scarlett Johansson stellt? Sarah Bosetti ist die Florettfechterin des Poetry Slam. Feinsinnig und mit Gefühl für die leisen, schrägen Töne blickt sie hinter die Fassaden von Erfolg und Oberflächlichkeit.

Sarah Bosetti erzählt Geschichten vom schönen Scheitern: vom Versuch, mit Schwimmflügeln an den Füßen über Wasser zu gehen. Von Menschen, die Schauspieler werden, weil sie es als Kellner einfach nicht geschafft haben. Von Gott, der bei einigen Menschen Gehirn und Darm verwechselte, und von der Politik, in der es immer bergauf gehen muss   obwohl es für Fahrradfahrer viel schöner ist, wenn es bergab geht.

In Zeiten des Wachstums lotet sie die vielen Möglichkeiten aus, sich zwischen Erfolg und Misserfolg einzunisten. Ihre Texte sind nicht nur klug und witzig, sie sehen auch noch sehr gut aus.

Samstag, 22.09. / 23.00 Uhr / Romy Schneider ~ Romy   La Rose
Film von Lisbeth Bischoff
Sprecher: Lisbeth Bischoff, Simone Stribl, Matthias Euba
(Erstsendung: 07.04.2018)
ORF

Am 23. September 2018 wäre Romy Schneider 80 Jahre alt geworden. In der Erinnerung vieler lebt sie auch 36 Jahre nach ihrem Tod als selbstbestimmte und gleichzeitig verletzliche Frau weiter.

Der Film zeigt das faszinierende Leben der letzten Diva des 20. Jahrhunderts, deren Schönheit und tragisches Schicksal die Fantasien von Millionen beschäftigen. Rastlos war sie auf der Suche nach Anerkennung, nach geistiger Anregung und dem familiären Glück.

Romy Schneider hat mehr als 60 Filme gedreht und arbeitete mit den berühmtesten Regisseuren ihrer Zeit wie Claude Chabrol, Orson Welles, Luchino Visconti und Andrzej Zulawski. Dabei verausgabte sie sich völlig   getrieben von dem Ziel, das Klischee der „Sissi“ Filme loszuwerden. Eindrucksvoll schildern österreichische Wegbegleiter die Faszination, die von Romy Schneider ausging.

Der Wiener Tänzer Ernst Heuberger besuchte gemeinsam mit Schneider die Ballettschule. Die Schauspielerkollegen Erni Mangold, Helmut Berger und Peter Weck standen mit ihr vor der Kamera. Der Filmwissenschaftler und Biograf Günter Krenn schildert das komplizierte Verhältnis zwischen dem Star und der Öffentlichkeit. Der international anerkannte Fotograf Christian Holzknecht weiß um die Anziehungskraft, die von Romy Schneider ausging. Bestsellerautor Georg Markus kennt die Familiengeschichte und die strapaziöse Beziehung von Romy und ihrer Mutter Magda Schneider. Die Trennung zwischen privater und öffentlicher Tragödie fiel Romy Schneider in den letzten Lebensjahren immer schwerer.

Sonntag, 23.09. / 10.15 Uhr / In Search of Haydn (1/2)
Film von Phil Grabsky
(Erstsendung: 07.05.2017)
ARD/WDR

Joseph Haydn (1732 1809) ist der Komponist, der von Mozart und Beethoven bewundert wurde. Trotzdem wird er heute oft unterschätzt. Eine Dokumentation auf den Spuren des Musikers.

Joseph Haydn war einer der größten musikalischen Neuerer und einer der geistreichsten und produktivsten Komponisten aller Zeiten. Ausschnitte aus Haydns bedeutendsten Werken, interpretiert von weltweit gefeierten Musikern, stehen im Mittelpunkt des Films.

Darüber hinaus bieten Gespräche mit namhaften Haydn Experten und Auszüge aus Haydns Briefen und Erinnerungen einen tiefen Einblick in Leben und Werk des Komponisten.

Sonntag, 23.09. / 11.10 Uhr / In Search of Haydn (2/2)
Film von Phil Grabsky
(Erstsendung: 14.05.2017)
ARD/WDR

Joseph Haydn (1732 1809) ist der Komponist, der von Mozart und Beethoven bewundert wurde. Trotzdem wird er heute oft unterschätzt. Eine Dokumentation auf den Spuren des Musikers.

Joseph Haydn war einer der größten musikalischen Neuerer und einer der geistreichsten und produktivsten Komponisten aller Zeiten. Ausschnitte aus Haydns bedeutendsten Werken, interpretiert von weltweit gefeierten Musikern, stehen im Mittelpunkt des Films.

Darüber hinaus bieten Gespräche mit namhaften Haydn Experten und Auszüge aus Haydns Briefen und Erinnerungen einen tiefen Einblick in Leben und Werk des Komponisten.

Sonntag, 23.09. / 12.00 Uhr / Romy Schneider: Romy   Porträt eines Gesichts
Dokumentarfilm von Hans Jürgen Syberberg, BRD 1966
ARD/BR

Hans Jürgen Syberbergs Dokumentarfilm bietet einen faszinierenden Blick auf die 27 jährige Romy Schneider, die sich damals auf der Suche nach ihrem künstlerischen Selbstverständnis befand.

Der Film stellt Romys damalige seelische Stimmung dar und vertraut dabei ganz auf ihr sprechendes Gesicht. Und auf ihre eigenen Kommentare und Beurteilungen ihrer Erfahrungen, Erlebnisse, Hoffnungen und Ängste.

Zur Entstehungszeit des Films hatte die 27 jährige Romy Schneider das Sissi Image zwar halbwegs abgelegt, die eigentliche Weltkarriere aber hatte trotz eines Hollywood Aufenthaltes und der Zusammenarbeit mit berühmten Regisseuren noch nicht richtig begonnen.

Trotzdem waren bis dahin bereits 26 Filme mit Romy Schneider in den Kinos gelaufen, Luchino Visconti hatte sie 1961 in dem Theaterstück „Schade, dass sie eine Dirne ist“ in Paris zu einem Triumph auf der Bühne geführt und mit ihr seine Episode in „Boccaccio 70“ (1962) inszeniert.

Otto Preminger war ihr Regisseur in „Der Kardinal“ (1963) gewesen, der große Orson Welles hatte sie für seine Kafka Verfilmung „Der Prozess“ (1962) geholt: Ein Erlebnis, das sie tief geprägt hat. Das Melodrama „Schornstein Nr. 4“ (1966) mit Michel Piccoli, ihrem späteren Partner in Welterfolgen wie „Die Dinge des Lebens“ (1979) oder „Das Mädchen und der Kommissar“ (1971), war gerade abgedreht.

Doch die junge Schauspielerin zweifelte an sich selbst, sie litt unter der Publicity, die sich mehr mit ihrem Privatleben oder mit ihrem Welterfolg „Sissi“ beschäftigte als mit der ernst zu nehmenden Künstlerin Romy Schneider. Otto Preminger hatte ihr bestätigt, dass sie das Zeug zum Weltstar besaß, doch sie lehnte viele Angebote ab, weil sie sich mit Selbstzweifeln quälte.

Für Hans Jürgen Syberberg sind die Erinnerungen an diese Arbeit, an die drei Drehtage im Februar 1966 in Kitzbühel, zwiespältig, denn das „Porträt“ ist der einzige Film, den er kürzen musste. Romy Schneiders Ehemann Harry Meyen   sie hatte ihn im Juli 1966 geheiratet und im Dezember den gemeinsamen Sohn David geboren   verlangte bei der Mustervorführung etliche Schnitte, Romy ließ ihn gewähren, ohne sich selbst einzubringen, so Syberberg. Inzwischen sind die Schnitte wieder zurückgenommen.

Die von den Deutschen überschwänglich über alles geliebte „Sissi“ der 50er Jahre wurde einer der interessantesten und aufregendsten weiblichen Stars der internationalen Kinoszene. Der Weg, der aus dem beliebten Teenager den strahlenden Stern am Kinohimmel machte, war mit Schwierigkeiten und schmerzlichen Abnabelungen verbunden. Die neue Romy, die sich wagemutig verweigert und die Schiene der „Sissi“ Filme trotz aller Anfeindungen verlassen hatte, fing, allein auf sich gestellt, in Paris neu an und stellt sich größten Herausforderungen   in Werken von Meisterregisseuren wie Luchino Visconti, Orson Welles oder René Clement. Romy Schneiders früher Tod   sie starb am 29. Mai 1982 im Alter von nur 43 Jahren   war ein Schock, „von allen Leinwandgrößen in den letzten Jahren ist sie unbestreitbar jene, deren plötzliches Ableben uns am heftigsten erschüttert“, schrieb „Le Matin“.

„Syberberg hatte die Gespräche mit der in Kitzbühel Ski laufenden Romy im Frühjahr 1965 geführt. Die Bruchstückhaftigkeit des Dialogs, der fast nur Monolog ist, macht das eigentlich Anrührende aus. Selten hatte bis dahin jemand so offen über sich gesprochen. Aber mit was für einem persönlichen Stil. Das später unter Regisseuren berühmte total nackte Gesicht gab es ganz privat auch schon. Warum die Schauspielerin dann Änderungen am fertigen Porträt verlangte, ist am Schluss kurz eingeblendet, mit Baby Daniel im Arm der strahlenden Mama … Ein Stück bürgerlicher Tragödie hub an unter dem Mythos Romy Schneider, wie wir heute wissen“ (Augsburger Allgemeine, 1.6.1992)

Montag, 24.09. / 01.40 Uhr / Crossroads: Black Mirrors
Mit Marcella Di Troia (Gesang), Pierre Lateur (Gitarre), Gino Caponi (Bass) und Pierrick Destrebecq (Schlagzeug)
(Erstsendung: 20.11.2017)
ARD/WDR

Zwei Mal pro Jahr produziert der WDR „Rockpalast“ in der „Harmonie“ in Bonn Endenich das „Crossroads“ Festival. Im Oktober 2017 war es wieder soweit. Mit dabei: Black Mirrors.

Die Band platziert sich zwischen Garage , Blues , Hard  und Psychedelic Rock   was speziell live in Kombination mit Marcella Di Troias Bühnenperformance eine sehr kurzweilige Angelegenheit ist. Eine stimmige Melange aus hartem Rock und auffällig guten Songs.

Eine Pressemeldung über die belgische Rock Band: „Wenn Janis Joplin, Jack White, Anouk, Nirvana und Queens of the Stone Age sich fortpflanzen würden, wären Black Mirrors ihr Lieblingskind“.

Montag, 24.09. / 02.20 Uhr / Crossroads: The Wake Woods
Mit Ingo Siara (Lead Gesang, Bass), Helge Siara (Gitarre, Background Gesang), Tobias Rachuj (Gitarre, Background Gesang) und Till Reuter (Schlagzeug, Perkussion, Background Gesang)
(Erstsendung: 20.11.2017)
ARD/WDR

Da wird nicht auf Mainstream gebaut oder in die Charts geschielt: The Wake Woods bieten ein wildes Rock Feuerwerk an Retro , Blues , Indie  und Garage Elementen, ungeschliffen und kraftvoll.

Die vier jungen Berliner Garage Retro Rocker verstehen es, einnehmende Hooks zu schreiben. Ihre musikalischen Helden sind Jet, The Hives sowie der „gute, alte“ Rock der 1960er  und 1970er Jahre von The Who, den Rolling Stones, den Beatles oder The Kinks..

Leadsänger Ingo Siara erinnert sich: „Über Bands wie die Beatles oder Stones fanden wir zum Blues. Als wir die Band 2010 gründeten, gab es nie eine Grundsatzdiskussion bezüglich unserer musikalischen Ausrichtung. Wir lieben alle dieselbe Musik, und es war klar, dass wir genau diesen Sound haben wollen.“ Liveauftritte des Berliner Quartetts bersten vor Adrenalin und überbordender Vitalität   die Energiebündel geben ohne Pause Gas.

Zwei Mal pro Jahr produziert der WDR „Rockpalast“ in der „Harmonie“ in Bonn Endenich das „Crossroads“ Festival. Vom 18. bis 21. Oktober 2017 wurden internationale Acts präsentiert.

Montag, 24.09. / 03.05 Uhr / Crossroads: WolveSpirit
Mit Debby Craft (Gesang), „Rio“ Eberlein (Gitarre), Oliver Eberlein (Orgel), Andreas Hofmann (Bass) und Daniel Erich Scholz (Schlagzeug)
(Erstsendung: 27.11.2017)
ARD/WDR

Mit dröhnender Hammond Orgel, wabernden Gitarren und Deborah Crafts schwerlich zu beschreibender Stimme treten WolveSpirit ins von Rauchschwaden umhüllte Rampenlicht der Rock Welt.

Sie zelebrieren kraftstrotzende Rock Songs, die manche vorschnell proklamierte Sensation der Retro Rock Welle alt aussehen lässt. Ob das nun Hard Rock, Blues Rock, Classic Rock oder Psychedelic Rock genannt wird, ist WolveSpirit egal.

Die Gruppe um die US amerikanische Sängerin Deborah Craft, die mit einer Stimme gesegnet ist, die Tote aufwecken kann, hat auf bisher drei Platten und zwei EPs gezeigt, dass sie das nötige Rüstzeug besitzt, um mit den ganz Großen der Classic Rock Welt mitzuspielen   außergewöhnliche Rock Musik, die den Funken vergangener Großtaten in sich trägt und sich doch im Hier und Jetzt entzündet.

Natürlich ist den Stücken anzuhören, dass Led Zeppelin, Deep Purple und Uriah Heep Eindruck auf die Würzburger, die gemeinsam in einer Künstlerkommune leben, gemacht haben. Sie nachzuahmen, kommt für Debbie und ihre verschworene Glaubensgemeinschaft deswegen noch lange nicht in Frage. „Niemand sollte Helden haben“, stellt sie klar. „Man sollte sich selbst finden und seinen eigenen Weg gehen.“

Zwei Mal pro Jahr produziert der WDR „Rockpalast“ in der „Harmonie“ in Bonn Endenich das „Crossroads“ Festival. Vom 18. bis 21. Oktober 2017 wurden internationale Acts präsentiert.

Montag, 24.09. / 03.50 Uhr / Crossroads: Daily Thompson
Mit Danny Zaremba (Gitarre, Gesang), Stefan Mengel (Schlagzeug) und Mercedes Lalakakis (Bass) (Erstsendung: 27.11.2017)
ARD/WDR

Daily Thompson sind ein Trio aus Dortmund, das Grunge, Blues, Garage und Indierock derart heavy kombiniert, dass am Ende fettester Noise , Blues , Psychedelic  und Stoner Rock herauskommt.

Fuzz, Wah Wah und Distortion, eine Gibson SG und ein Rickenbacker Bass sind die Zutaten ihrer Wahl. Es kracht und bockt mächtig, da werden Mähnen geschüttelt als gäbe es keine Kopfschmerzen, da wird voller Inbrunst geröhrt, da werden keine Gefangenen gemacht.

„Souverän hangeln sich Daily Thompson von Headbanger zu Headbanger, immer in Versuchung, den ultimativen Stonerburner abzuliefern“ (Eclipsed).

Ob sie mit Turbostaat, den Truckfighters oder Lucifer spielen   stets bleiben begeistert staunende Gesichter: „Daily Thompson zelebriert seinen gerne dröhnenden Fuzz Rock … heavy genug, dass auch die Stoner  und Doom Fraktion leuchtende Augen und Ohren bekommt.“ (Rock Hard).

Zwei Mal pro Jahr produziert der WDR „Rockpalast“ in der „Harmonie“ in Bonn Endenich das „Crossroads“ Festival. Vom 18. bis 21. Oktober 2017 wurden internationale Acts präsentiert.

Montag, 24.09.  04.35 Uhr / Crossroads: The Temperance Movement
Mit Phil Campbell (Gesang), Paul Sayer (Gitarre), Nick Fyffe (Bass) und Damon Wilson (Schlagzeug)
(Erstsendung: 08.05.2017)
ARD/WDR

The Temperance Movement wurde 2011 vom Glasgower Sänger Phil Campbell   nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Motörhead Gitarristen   und dem Gitarristen Paul Sayer gegründet.

Mit ihrer unglamourösen, lakonischen Rock ’n‘ Roll Haltung, verführerischen Harmonien und erdigen, britischen Einflüssen katapultierte sich die Band über Nacht in die britischen Album Charts   und in das Vorprogramm der Rival Sons und der Rolling Stones.

Im Jahr ihrer Gründung erhält das Quartett aus London den „Best New Band“ Award des britischen Szene Magazins „Classic Rock“ und spielt eine komplett ausverkaufte UK Tour. Ihre Liveshows werden von der Presse einhellig gelobt: „Authentischer Blues Rock mit Verve, Spielfreude und einer selbstbewussten Unaufgeregtheit, fernab von jedem Pomp und Ego“. The Temperance Movement werden als Großbritanniens neue Classic Rock Hoffnung gehandelt.

Zwei Mal pro Jahr präsentiert der WDR „Rockpalast“ in der „Harmonie“ in Bonn Endenich das „Crossroads“ Festival. Vom 22. bis 25. März 2017 wurden internationale Acts präsentiert.

Montag, 24.09. / 05.20 Uhr / Crossroads: Birth of Joy
Mit Kevin Stunnenberg (Gitarre, Gesang), Gertjan Gutman (Orgel) und Bob Hogenelst (Schlagzeug, Gesang)
(Erstsendung: 08.05.2017)
ARD/WDR

Sie kombinieren Psychedelic Rock, Blues, Grunge und harten Rock, erinnern gleichzeitig an The Doors wie auch an MC5: Birth of Joy.

Das ist großes Rock Getöse, das sich an den 1960er  und 1970er Jahren orientiert   und doch derart zeitlos brachial und mitreißend ist, dass man sich fragt, warum dieses niederländische Trio nicht längst im Pantheon angesagten Rock Hipstertums thront.

Gitarre, Orgel und Schlagzeug sind die Waffen ihrer Wahl   wie sie diese benutzen, mit großer Geste und körperlicher Hingabe, ist beeindruckend. Davon konnten sich die Besucher vieler Festivals rund um den Globus bereits ein Bild machen: 450 Shows spielten Birth Of Joy in den vergangenen drei Jahren, auf drei Kontinenten.

Zwei Mal pro Jahr präsentiert der WDR „Rockpalast“ in der „Harmonie“ in Bonn Endenich das „Crossroads“ Festival. Vom 22. bis 25. März 2017 wurden internationale Acts präsentiert. Wie umfassend der „Rockpalast“ alle Facetten des Rock darstellt und definiert wird deutlich an der musikalischen Bandbreite, für die „Crossroads“ auch in dieser Staffel steht: Eine spannende Mischung aus verlässlichen Größen und interessanten Newcomern.



Samstag, 29.09. / 20.15 Uhr / 3satfestival 2018: Torsten Sträter: Im Rahmen meiner Möglichkeiten

3sat Zelt Mainz, September 2018
Regie: Volker Weicker
Erstausstrahlung
3sat
Die Mütze ist Torsten Sträters Markenzeichen. Aber was sich darunter verbirgt, was dort brodelt und heraus will, macht ihn zur Spitzenkraft der komischen Bühnenunterhaltung.
Ein Universum aus absurden Ideen, feinen Beobachtungen und irre lustigen Geschichten, die irgendwo zwischen Autobiografie, Philosophie und Wahnsinn spielen. Beim 3satfestival 2018 präsentiert Sträter eine exklusive Zusammenstellung seiner Geschichten.
Für jeden ist thematisch etwas dabei. Es geht um die Macht der Entspannung, um Erziehung, Sex, Bratwurst, die heilende Kraft der Musik und um den Vater des Gedankens, der Günter heißt.
Mit seinem unverkennbaren, sonoren Ruhrpott Bass hat sich Torsten Sträter längst in die Spitzenklasse der deutschen Comedy Szene gelesen. Fast jeder Satz seiner skurrilen, haarsträubenden und herrlich albernen Texte verbirgt eine Pointe. Oft sind es die Sätze selbst, die zu Pointen werden, womit er immer wieder beweist, wie lässig man mit deutscher Sprache umgehen kann. Folgerichtig ist der gelernte Herrenschneider, Slam Poet, Schriftsteller und Vorleser ganz aktuell mit dem Deutschen Kleinkunstpreis 2018 ausgezeichnet worden.

Samstag, 29.09. / 21.00 Uhr / 3satfestival 2018: Kom(m)ödchen Ensemble: Irgendwas mit Menschen
3sat Zelt Mainz, September 2018
Regie: Volker Weicker
Erstausstrahlung
3sat
Vier Eltern wollen eine Rede für die Abiturfeier ihrer Kinder schreiben. Kann doch nicht so schwierig sein. Irrtum! Plötzlich schieben sich die ganz großen Fragen des Lebens ins Bild.

Wohin geht die Reise des Lebens? Welche Werte braucht eine Gesellschaft? Und was weiß der ominöse Tafelschwamm? Temporeich, klug und komisch spielt sich das Kom(m)ödchen Ensemble mit Daniel Graf, Maike Kühl, Martin Maier Bode und Heiko Seidel durch eine verrückte Welt.

Kein Wunder, dass solch komplexe Themen schnell Konflikte zwischen den Eltern hervorrufen. Vier starke Charaktere, vier Lebenswelten, jede Menge komischer Zündstoff. Auf der Suche nach dem gemeinsamen Nenner wird alles auf links gedreht und wieder zurück: die großen Utopien, die kleinen Katastrophen, die Niederungen der Politik und nicht zuletzt die eigenen Beziehungen. Und gerade als man meint, den gemeinsamen Weg gefunden zu haben, passiert das Unerwartete.

Mit gewohnt erfrischender Spiellust und hohem Tempo crasht das Quartett frontal zusammen, wechselt die Rollen, verbeißt und versöhnt sich im Minutentakt. Eine einzigartige Mischung von Kabarett und Theater, klassischer Komödie und moderner Sitcom.

Samstag, 29.09. / 21.45 Uhr / 3satfestival 2018: Sebastian 23: Endlich erfolglos
3sat Zelt Mainz, September 2018
Regie: Volker Weicker
Erstausstrahlung
3sat

Er ist Poetry Slammer, studierter Philosoph, Autor und Gitarrist: Sebastian 23 präsentiert beim 3satfestival 2018 die Highlights seiner Soloprogramme.

Gekonnt spielt der scharfzüngige Wortakrobat mit der Sprache, fühlt dem Zeitgeist auf den Zahn und bohrt nach Metaphern. Bei Sebastian 23 hört man hauptsächlich Slam Texte, wenngleich er diese mit Elementen aus Kabarett, Comedy und Musik kombiniert.

Ein Poet aus dem Ruhrgebiet, ein wandelnder Widerspruch, ein Buch, in dem feinziselierte Lyrik auf grob gehauenen Humor trifft: Sebastian 23 ist eine Frohnatur   nicht von der angestrengten Sorte, sondern naturfroh.

Poetry Slam kann mehr sein als „Comedy und lesen“. Dies beweist Sebastian 23, der eigentlich Sebastian Rabsahl heißt, überzeugend und mit sprachlichen und auch stimmlichen Verrenkungen – von jandlesken Vokalgedichten bis hin zum beatboxenden Song: Für Sebastian 23 alles kein Problem.

Er moderiert auch gern mal die eine oder andere Show, ob im Auswärtigen Amt, im Burgtheater, vor Hallen mit Tausenden Zuschauern oder in verrauchten Kellerkneipen. Es gibt von Sebastian 23 eine Reihe Bücher und inzwischen ein halbes Dutzend abendfüllende Programme. Das beste Programm „Endlich erfolglos“ präsentiert er exklusiv beim 3satfestival.

Samstag, 29.09. / 22.15 Uhr / 3satfestival 2018: Michael Krebs: An mir liegt’s nicht
3sat Zelt Mainz, September 2018
Regie: Volker Weicker
Erstausstrahlung
3sat

Michael Krebs hätte gern einen richtigen Beruf erlernt, aber die Musik war stärker. In seinem Programm „An mir liegt’s nicht“ singt er Lieder, die unserer Gesellschaft auf den Zahn fühlen.

Musikalische Unterstützung bekommt der Kabarettist, der Kleinkunst mit Rock ’n‘ Roll vereint, von den „Pommesgabeln des Teufels“   und das 3sat Zelt feiert gepflegten Kontrollverlust.

Seine Songs verbinden kluge Texte mit ohrwurmtauglichen Melodien; mal wird es jazzig, mal fröhlich furios und manchmal sogar besinnlich. Pointen auf die Zwölf, mitklatschen auf Zwei und Vier.

Schon vor Jahren hat er dem Flüsterfuchs den Kampf angesagt. Wo Michael Krebs auftritt, darf es gern mal ein bisschen lauter werden. Hauptsache, alle haben Spaß. Wenn er moderne Technik, Alltagswahnsinn und politische Fehlleistungen kritisiert, dann immer mit einem extra breiten Lächeln und feiner (Selbst )Ironie.

All das passiert auf hohem musikalischen Niveau, dafür sorgt nicht nur der studierte Jazzpianist selbst, dafür sorgen auch seine zwei Begleiter: „Boris the Beast“ und „Der Oheim des Todes“ sind als „Pommesgabeln des Teufels“ die wahrscheinlich finstersten Gestalten, die jemals eine Kleinkunstbühne betreten haben. Nun ja, zumindest auf den ersten Blick. Bassist Boris sagt man nach, er habe nicht nur das Herz eines Golden Retrievers, sondern auch noch Jazz und Popularmusik in Berlin studiert. Den „Oheim des Todes“ nennen Freunde liebevoll „Onkel“, und davon hat er viele. Also Freunde. Schließlich gehört er zu den beliebtesten Schlagzeugern der deutschen Musikszene, war und ist unter anderem mit den Ohrbooten, Alligatoah und Tim Bendzko unterwegs.

Kennengelernt haben sich die drei Musiker standesgemäß beim Heavy Metal Festival in Wacken. Seitdem mischen sie die Kleinkunstszene ordentlich auf, nicht zuletzt beim 3satfestival haben sie schon einige bemerkenswerte Auftritte hingelegt   ob mit Soloprogramm, als „Hausband“ bei der Gala zum 30. Festival oder als „Arbeitsgruppe Zukunft“ zusammen mit Marc Uwe Kling und Julius Fischer.

Samstag, 29.09. / 23.05 Uhr / 3satfestival 2018: Starbugs Comedy: Crash Boom Bang
3sat Zelt Mainz, September 2018
Regie: Volker Weicker
Erstausstrahlung
3sat
Sie sind die aktuellen Überflieger der Schweizer Show Szene: Die „Starbugs“ Fabian Berger, Wassilis Reigel und Martin Burtscher zeigen Höhepunkte ihrer Show im 3sat Zelt.

Wer hätte gedacht, dass Schweigen nicht nur Gold ist, sondern auch derart viel Spaß machen kann? Statt mit vielen Worten begeistern die drei jungen Schweizer als „Starbugs Comedy“ mit einer Mischung aus Clownerie und Slapstick, Anarchie und Schweizer Präzision.

Kein Wunder, dass sie nicht nur daheim, sondern weltweit abräumen. Ihre nonverbale Show baut auf wahrhaft globale Mechanismen der Komik, und so spielen sich die drei Jungs derzeit in die Herzen und Zwerchfelle von New York bis Tokio. In über 30 Ländern waren sie schon zu Gast, nun zeigen sie 30 Minuten Höhepunkte im 3sat Zelt auf dem Mainzer Lerchenberg.

Ständig feilen die Starbugs an neuen, irrwitzigen Ideen in exakter Abstimmung und kreieren so einzigartige Shows voller Fantasie, gespickt mit komischen Überraschungsmomenten. Im Hintergrund können sie auf prominente Unterstützung bauen: Regie führt Nadja Sieger, Schweizer Komik Ikone und Teil des legendären Duos „Ursus & Nadeschkin“.

Ohne Worte, aber mit Rhythmus, Sound und Songs, Timing und Slapstick ziehen sie das Publikum in ihren Bann. Wenn etwas schiefgeht, dann ist das garantiert minutiös geplant; und wenn man die nächste Pointe erwartet, erwischt einen kalt der nächste Knall. Letztlich sind alle Versuche, das Phänomen „Starbugs“ zu beschreiben, vergebens – man muss sie einfach erleben.

Samstag, 29.09. / 23.30 Uhr / 67. Internationaler Musikwettbewerb der ARD
Zusammenschnitt der Konzerte 2018
Erstausstrahlung
ARD/BR/3sat

Der 67. Internationale Musikwettbewerb der ARD findet in München vom 3. bis 21. September 2018 in den Fächern Gesang, Trompete, Viola und Klaviertrio statt.   Ein Zusammenschnitt.

Es nehmen Musiker und Musikerinnen aller Nationen teil. Abschluss und Höhepunkt des renommiertesten deutschen Musikwettbewerbs ist das Preisträgerkonzert mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, diesmal unter der Leitung von Joseph Bastian.

Sonntag, 30.09. / 10.15 Uhr / Meere, Mauern, Mauscheleien   Europas Kulturhauptstädte 2018
Film von Maren Beuscher, Gerald Giesecke, Stefan Münker und Philipp Rimmele
(Erstsendung: 08.09.2018)
3sat
Europa zwischen Friesland und Malta – das Kulturhauptstadtjahr spannt einen weiten Bogen zwischen alten Handelsregionen. Eine Reise in die beiden Kulturhauptstädte 2018.

Leuwaarden ist eine der beiden europäischen Kulturhauptstädte 2018. Genau genommen nicht nur Leeuwarden, sondern die Region Friesland. Elf holländische Städte präsentieren sich unter dem Motto „Trau Dich!“. Die andere Kulturhauptstadt ist Valletta auf Malta.

Anders als die Vorgänger mit teils internationalen Kuratoren und großen „Acts“, beflügeln die Friesen sich gegenseitig, bauen auf Initiativen und Ideen von Bürgern und lokalen Künstlern, setzen auf Behutsamkeit, Charme und Poesie   und natürlich auf die berühmtesten Kinder der Stadt: Mata Hari, die bis heute rätselhafte Tänzerin und Spionin, sowie M. C. Escher, grafischer Künstler und Schöpfer unmöglicher Figuren.

Im Blick auch: die Poesie der Kartoffel. Schon seit vielen Jahren   und längst vor der diesjährigen Partnerschaft mit der Stadt Valletta   besteht ein „potatoepoetischer“ Austausch mit Malta. Poeten am Mittelmeer sowie an der Nordsee erzählen Geschichten, die auf die eine oder andere Weise Erdäpfel betrachten. Eine unter ihnen ist die Sorte „Valetta“.

An Vergangenheit mangelt es der zweiten Kulturhauptstadt Valletta nicht – Maltas Hauptstadt wurde bereits 1980 wegen ihrer vielen historischen Bauwerke ins UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen – nur Gegenwart und Zukunft der kleinen Inselrepublik machen dann doch Kopfzerbrechen.

Spätestens seit dem Mord an der Investigativ Journalistin und Bloggerin Daphne Caruana Galizia im Oktober 2017 steht Malta als Steuerparadies, Mafia Hochburg und Korruptionsmoloch am Pranger. Mit millionenschweren Investitionen im Kulturbereich will Valletta 2018   mit gerade mal 6000 Einwohnern die bislang kleinste europäische Kulturhauptstadt – ein Gegenbild kreieren und dem restlichen Europa zeigen, dass es von den unbeugsamen Insulanern durchaus etwas lernen kann.

Zum Beispiel in Sachen Integration   der Johanniter Orden sorgte schon früh dafür, dass Valletta zu einem echten kulturellen Schmelztiegel wurde  , bei Migration oder Stadtraumverdichtung: Keine Region Europas ist dichter besiedelt. Während Vallettas Glanzzeiten verdienten die nicht immer keuschen Ordensritter mit dem Export seltener Potenzpilze, heute verkauft die Inselrepublik EU Pässe an Superreiche aus aller Welt. Unbestreitbar hatten die traditionsbewussten Malteser schon immer ein großes Talent dafür, sich neu zu erfinden. Warum also nicht als kleinste europäische Kulturnation? Der nächste Transformationsprozess hat bereits begonnen.

Die Dokumentation porträtiert die beiden Städte und ihre spezifische Kultur anhand einiger Highlights des Kulturhauptstadtjahres 2018.

Sonntag, 30.09. / 20.15 Uhr / 3satfestival 2018: Olaf Schubert: Sexy forever
3sat Zelt Mainz, September 2018
Regie: Volker Weicker
Erstausstrahlung
3sat
Er ist Pointen König, Poet, passionierter Pullunderträger. Nun entdeckt er endlich auch seine sinnliche Seite. Aber kann überhaupt jemand „Sexy forever“ sein?

Wenn jemand eine Antwort darauf hat, dann zweifellos der Mann mit dem Rhomben Look. Keine Frage, dass Olaf Schubert, die „Lichtgestalt aus Dunkeldeutschland“ (er selbst), eine in jeder Hinsicht erhellende Show bieten wird.

In seiner spektakulären Show verspricht er neue Elemente von Ballett bis Feuerwerk, vielleicht aber auch nicht. Auf eines zumindest kann man sich verlassen: Es wird ein Pointen Feuerwerk geben, einen Mann mit Pullunder und zwei Musiker. Denn ohne seine Freunde tritt Olaf ungern auf.

Herr Stephan und Jochen Barkas sind seit vielen Jahren die treuen Begleiter des Mannes, an dessen bürgerlichen Namen er sich vermutlich kaum noch selbst erinnern kann. Mit ungeheurem Wortwitz und der vollendeten Symbiose von Kabarett und Comedy ist die Rolle „Olaf Schubert“ längst zur überlebensgroßen Figur gereift. Nicht nur von der Bühne, sondern auch aus dem Ensemble der „heute show“ und vielen anderen TV Sendungen ist er nicht mehr wegzudenken. Selten haben Schachtelsätze, politische Unkorrektheiten und liebevolle Gemeinheiten so viel Spaß gemacht wie mit Olaf Schubert.

Durch die Trennung von seiner langjährigen Freundin Carola, meint der Künstler, sei er reifer geworden und bodenständiger. Also macht er sich nun auf, endlich auch den amerikanischen Markt zu erobern, oder zumindest den rumänischen. Folgerichtig hat er seinem neuen Programm den weltmännischen Titel „Sexy forever“ verliehen.

Sonntag, 30.09. / 21.00 Uhr / 3satfestival 2018: Stefan Waghubinger: Jetzt hätten die guten Tage kommen können
3sat Zelt Mainz, September 2018
Regie: Volker Weicker
Erstausstrahlung
3sat

Auf dem Dachboden seiner Eltern sucht Stefan Waghubinger eine Schachtel und findet den, der er mal war, den, der er mal werden wollte, und den, der er ist. Zwischen Plunder geht es in die Tiefe.

In den abgelegten Requisiten seiner Vergangenheit entdeckt er immer wieder Bezüge auf das Hier und Jetzt, auf die Gesellschaft und auf das Zusammenleben der Menschen untereinander. Es wird also eng zwischen zerbrechlichen Wünschen und zerbrochenen Blumentöpfen.

Zumal da noch die Führer der großen Weltreligionen und ein Eichhörnchen auftauchen. 30 Minuten glänzende Unterhaltung trotz verstaubter Oberflächen – warmherzig, traurig, zugleich geistreich und naheliegend, dabei immer wieder urkomisch.

Quasi im Vorbeigehen an seiner eigenen Geschichte bietet Waghubinger Lebensweisheiten, denen authentische Komik innewohnt, die zum Nachdenken animieren und deren Präzision den Zuschauer in Erstaunen versetzt.

Sonntag, 30.09. / 21.30 Uhr / 3satfestival 2018: Özcan Cosar: Kehrwoche
3sat Zelt Mainz, September 2018
Regie: Volker Weicker
Erstausstrahlung
3sat

Als Stuttgarter mit Wurzeln am Bosporus steht Özcan Cosar immer zwischen zwei Kulturen. Auf welchen Zug springt man da auf? Wie kriegt man die Kurve?

Mit großer Beobachtungsgabe, Kreativität und Spontanität zeigt Cosar beim 3satfestival 2018 sein breites künstlerisches Repertoire und präsentiert die Highlights seiner letzten Bühnenprogramme.

Özcan Cosar mischt seit wenigen Jahren die Comedy und Kabarettszene auf. Allein durch seine Biografie   die Eltern wanderten in den 1970er Jahren aus der Türkei nach Deutschland aus, seit 2009 besitzt Cosar die deutsche Staatsbürgerschaft   kann er unzählige spannende und komische Geschichten aus dem deutsch türkischen Alltagsleben erzählen.

Dabei lässt Cosar sein Publikum sehr authentisch an seiner Wandlung vom Türken zum „Papier Deutschen“ teilhaben. Ohne Häme beleuchtet er Vorurteile, Klischees und Stereotypen, die vielerorts umhergeistern. Lachen ist garantiert.

Auch als Schauspieler hat sich Özcan Cosar schon einen Namen gemacht. Er versteht es, mit Komik, Rhythmus und vollem Körpereinsatz zu spielen und seine Geschichten über die Unwägbarkeiten des deutsch türkischen Alltags lebendig werden zu lassen. Dabei hilft ihm auch seine unverwechselbare Fähigkeit, rasch zwischen verschiedenen Charakteren mittels kleiner Gesten und Stimmvariationen zu wechseln.

Montag, 01.10. / 22.25 Uhr / Dokumentarfilmzeit: Schlagerland
Dokumentarfilm von Arne Birkenstock, Deutschland 2017
Länge: 90 Minuten
ARD/SWR

Deutschland ist Schlagerland. Was macht das Schlagerland Deutschland aber eigentlich aus? Wo und wie existiert es? Der Dokumentarfilmer Arne Birkenstock schaut hinter die Kulissen der Branche.

In der Provinz und auf den Großbühnen der Städte, da, wo der Schlager lebt, geht der Film auf Spurensuche nach diesem Phänomen einer deutschen Massenkultur. Die Reise durch das deutsche Schlagerland führt zu berühmten Künstlern, Nachwuchssängern und ihren Fans.

Von den „Capri Fischern“ über den „Griechischen Wein“ bis „Atemlos“ hat der Schlager seit Jahrzehnten Lieder hervorgebracht, die mehrere Generationen auf dem Weg zum Erwachsenwerden und darüber hinaus begleitet haben. Das Genre hat sich verändert, seitdem die deutschsprachige Unterhaltungsmusik ausdifferenziert als deutscher Pop, Hip Hop oder Chanson wahrgenommen wird und nicht mehr alles unter dem Begriff „Schlager“ subsummiert wird, der genau genommen ja auch gar keine Genre Bezeichnung ist, sondern den Erfolg eines Liedes zum Kriterium erhebt: Sprachlich ist das Wort „Schlager“ nichts anderes als die deutsche Bezeichnung für „Hit“.

Heute hören Millionen Menschen die Hits von Andrea Berg und Helene Fischer. Der Schlager ist das Stehaufmännchen der deutschen Popkultur, er geht aus jeder Modernisierungskrise gestärkt hervor. Was der Schlager nie ganz loswurde, ist sein Image als Opium des Kleinbürgers. Das Bild des hässlichen Deutschen begleitete den Schlager bis in die 1970er Jahre, als er längst das Loblied auf griechischen Wein und mexikanisches Feuerwasser sang. Denn kein Schlager ist besser als seine Zeit, und deshalb ist er wieder modern. Wir befinden uns in einer Phase extremer gesellschaftlicher Umbrüche. Was also liegt näher, als vereint und eng im Kuschelbett oder vor dem Kamin Sentimentalitäten auszutauschen?

Auf der Reise durch das Schlagerland trifft der Filmautor Alt  und Jungstars von Helene Fischer und Florian Silbereisen über Roland Kaiser, Costa Cordalis und Gitte Haenning bis zu den Ost Schlagerstars Frank Schöbel und Ute Freudenberg. Der Film begleitet die Nachwuchssängerin Franziska Wiese, die von ihrem Plattenlabel zum neuen Schlagerstar aufgebaut wird und dabei das Auf und Ab einer Branche durchleidet, die auf der Bühne gute Laune verbreitet und hinter den Kulissen von enormem Druck, Wettbewerb und von hoher Professionalität geprägt ist.

Das Filmteam geht mit Jürgen Drews auf einen kleinen Konzertmarathon und feiert mit Fans in einer Bottroper Schlagerkneipe. Der Film stellt auch die Menschen vor, die den Schlager hinter den Kulissen vorantreiben: Texter, Produzenten und Komponisten wie Ralph Siegel, Jean Frankfurter und Kristina Bach oder Electrola Plattenchef Jörg Hellwig sowie den Produzenten der größten TV Schlagershow, Michael Jürgens. So entsteht ein subjektiver, aber nicht wertender Blick auf einen großen Wanderzirkus, der im Sommer eine Open Air Party nach der anderen mit dem gewünschten Partysoundtrack bespielt und sich   im Rahmen seiner Möglichkeiten   immer wieder neu erfinden muss.

Montag, 01.10. / 01.45 Uhr / Heimatsound Festival 2017
aus dem Passionstheater in Oberammergau
Mit Jazzrausch Bigband, Hannes Ringlstetter, Django S., Claudia Koreck, Voodoo Jürgens, Jamaram, Hans Söllner, Granada, Me + Marie, Pam Pam Ida, Gudrun Mittermeier und Liann
ARD/BR

Am 28. und 29. Juli 2017 öffnete das weltberühmte Passionstheater in Oberammergau wieder seine Türen für das jährliche Heimatsound Festival. 3sat präsentiert die Höhepunkte des Festivals.

Mit dabei: Fiva mit der Jazzrausch Bigband, Hannes Ringlstetter, Django S., Claudia Koreck, Voodoo Jürgens, Jamaram, Hans Söllner mit der Band Bayamanlquote Sissdem, Granada, Me + Marie, Pam Pam Ida, Gudrun Mittermeier und Liann.

2012 fand das erste Heimatsound Festival vor der atemberaubenden Kulisse der Oberammergauer Alpen im beeindruckenden Passionstheater statt und wurde prompt ein Muss für jeden Liebhaber des Sounds des Südens. Auch 2017 wurde nicht zu viel versprochen, denn das grandiose Line up von etablierten Bands, aber auch vielen Newcomern, hat das Festival wieder zu einem einmaligen Ereignis gemacht.

Wie immer eröffnete die Band, die das Online Voting des Heimatsound Wettbewerbs gewann, das Festival: Singer Songwriter Liann, ein echtes Münchner Kindl, der über seine Musik sagt: „Wir machen Heimatsound, weil ich im Münchner Glockenbachviertel groß geworden bin, bevor die Yuppies kamen, und die Isar für mich nie weiter als fünf Minuten entfernt war. Da ist es fast unmöglich, sich nicht von der Heimat beeinflussen zu lassen.“

Montag, 01.10. / 04.15 Uhr / Heimatsound Concerts: Django 3000
aus dem Passionstheater Oberammergau, 2014
ARD/BR

Auch 2014 brachten Bands der neuen bayerischen Musikszene die Bühne des Oberammergauer Passionstheaters zum Beben. Darunter auch die bayerische Folkrockband Django 3000.

Mit ihrem Balkanrock haben es die Jungs von Django 3000 richtig krachen lassen. Bekannt geworden sind die vier Musiker mit ihrer ersten Single „Heidi“ (2011), die sofort voll einschlug. Ihre Botschaft: „Lieber den Verstand verlieren, als das Leben net gspian!“.

Auf dem Weg zu neuen „Heidis“ geben die vier Chiemgau Djangos mit ihrem wilden, urwüchsigen Zigeunersound mächtig Vollgas. Die Musik ihres Albums „Hopaa!“ klingt nach Leidenschaft pur, bei „Wuide weide Welt“, „Danz ums Feia“ oder „Wiud und Laut“ brennt sprichwörtlich die Hütt’n.

Montag, 01.10. / 05.15 Uhr / Heimatsound Concerts: The Moonband
aus dem Passionstheater Oberammergau, 2015
ARD/BR

Mit ihrem Mix aus Alternative Country, Folk und Bluegrass sieht sich The Moonband in der Tradition von Bob Dylan und Ryan Adams. 2015 spielten sie beim „Heimatsound“ Festival in Oberammergau.

Ihre atmosphärisch dichten Songs erzählen poetische, skurrile und auch mal spacige Geschichten. Ihr beseelter Vortrag und ihre überschäumende Spielfreude sorgen regelmäßig für jede Menge gute Laune.

Mittwoch, 03.10.: „Deutsche Geschichten“    Ein 3sat Thementag

Freitag, 05.10. / 06.05 Uhr / Jewgeni Kissin   Das Comeback einer Pianisten Legende
Film von Hannah Kristina Friedrich
(Erstsendung: 21.04.2018)
3sat

Jewgeni Kissin   ein Solitär unter den Pianisten. Filmemacherin Hannah Kristina Friedrich hat ihn in seiner neuen Heimat Prag zu einem seiner seltenen Interviews getroffen.

Er ist das Gegenteil eines Show Talents wie es etwa Lang Lang ist. Gerade deshalb zieht er das Publikum weltweit in den Bann wie kaum ein anderer Pianist.

Einst als Wunderkind aus der damaligen Sowjetunion von Karajan gefördert, versetzte er die Musikwelt in Verzückung.

Einer, der sich für nichts anderes interessierte als für seine 88 Tasten. Inzwischen ist Jewgeni Kissin ein anderer geworden. Er ist nicht mehr nur mit Mutter und Lehrerin unterwegs, sondern hat geheiratet und interessiert sich plötzlich auch für Politik. Vor allem für Israel, das Land seiner Vorväter. Jetzt hat er sich Beethovens Klavier Sonaten gewidmet. Und die klingen heute genauso eigenwillig wie makellos.



Samstag, 06.10. / Uhr / 10.10 Uhr / Die Musik der Götter ~ „Revitalisierung“ antiker griechischer Musik
Film von Gustav W. Trampitsch
(Erstsendung: 23.12.2000)
ORF/3sat

Ein ehrgeiziges und einzigartiges Forschungs- und Museumsprojekt bringt die griechische Antike wieder zum Klingen: das Zentrum für antike und byzantinische Musikinstrumente in Thessaloniki.

Gründer und Leiter ist der griechische Komponist und Musikwissenschaftler Christodoulos Halaris. In jahrelanger, fachübergreifender Arbeit ließ er unter seiner Anleitung die Musikinstrumente der Antike originalgetreu nachbauen.

Sogar Hölzer, wie sie in der Literatur beschrieben sind, wurden unter Verwendung rekonstruierter Werkzeuge genutzt.

Die Dokumentation spannt den Bogen von den Gesängen Homers bis zur griechischen Folklore von heute und besucht das Zentrum für antike und byzantinische Musikinstrumente in Thessaloniki.

Samstag, 06.10. / Uhr / 10.45 Uhr / Showfieber – Wie das Musical Wien eroberte
Film von Otto Schwarz
(Erstsendung: 12.03.2006)
ORF

Die Operettenhauptstadt Wien war zunächst ein karger Boden für das Musical. Es dauerte Jahrzehnte, bis sich Wien neben New York und London als dritte Musical-Stadt einreihen konnte.

Der Film blickt auf ein halbes Jahrhundert Musical in Wien zurück: von frühen Erfolgen wie „Annie Get Your Gun“ bis zum Udo-Jürgens-Musical „Ich war noch niemals in New York“, das im März 2010 Premiere feierte.

Es ist noch nicht lange her, da rühmten sich eingefleischte Musical-Fans, ein und dieselbe Inszenierung bis zu 200 Mal gesehen zu haben. Musicals wie „Elisabeth“, „Das Phantom der Oper“ und „Cats“ waren mehr als reines Musiktheater – sie waren Massenphänomene.

In Interviews erinnern sich unter anderen Peter Weck, Rolf Kutschera, Dagmar Koller, Gerhard Bronner und Karl Löbl an die Geschichte des Musicals in Wien.

Samstag, 06.10. / Uhr / 19.20 Uhr / Theater: Ein Fest! Biennale de la danse de Lyon
Moderation: Eric Mayer
Erstausstrahlung
3sat

Eric Mayer besucht in dieser Folge die Biennale de la danse in Lyon. Alle zwei Jahre verwandelt das Festival die Stadt, die auch für ihre gute Küche bekannt ist, in eine Tanzhauptstadt.

Die Biennale wurde 1984 gegründet und ist damit eines der ältesten und renommiertesten Tanzfestivals Frankreichs. Im Fokus steht der neue französische Tanz, doch finden sich auch internationale Gäste im Programm. Die Biennale de la danse: Ein Fest!

Eröffnet wird das Festival durch die belgische Tanzcompagnie „Peeping Tom“, die zusammen mit dem Ballett der Opéra National de Lyon eine neue Version ihrer Performance „32 rue Vandenbranden“ erarbeitet. Eric Mayer trifft außerdem die französische Tanzlegende Maguy Marin. Ihr neues Stück „Ligne de Crête“ feiert auf dem Festival Weltpremiere. Sie ließ sich dafür von den Schriften des Wirtschaftswissenschaftlers Frédéric Lordon inspirieren.

Doch bei der Biennale wird nicht nur Tanz gezeigt, sondern auch gefördert. Das Projekt „Passerelles“ ist Teil des Programms von „Cross-year France/Israel 2018“. Es bringt junge Menschen verschiedener Nationalitäten, Religionen, Kulturen und Länder zusammen, die eine gemeinsame Leidenschaft teilen, den Tanz. Geleitet wird das Projekt von dem israelischen Choreografen Yuval Pick.

Eric Mayer erwartet also junger, neuer, aufregender Tanz: humorvoll wie bei „Welcome“ von Patrice Thibaud oder manchmal auch zum die Wände hochgehen wie bei „Vertikal“ von Mourad Merzouki.

Samstag, 06.10. / Uhr / 20.15 Uhr / Wahnsinnswerke: Medea
Film von Catharina Kleber
Erstausstrahlung
3sat

Die Klassiker des Theaters sind hochaktuell: „Wahnsinnswerke“ zelebriert ihre Zeitlosigkeit. Eines dieser Werke ist „Medea“ von Euripides. Der Film ergründet diesen Klassiker.

Er vergleicht die prägendsten Inszenierungen und spricht unter anderem mit der Schauspielerin Stefanie Reinsperger, Kabarettistin Idil Baydar und Autorin Stefanie Sargnagel über die zentralen Themen Treue, Heimat und Rache.

Die Figur der Medea entspringt der griechischen Mythologie. Seit der Antike gehört ihre Geschichte zu den bekanntesten Stoffen der Weltliteratur. Die Tragödie des Euripides erzählt das Schicksal einer Frau, die für einen Mann, den gefeierten Helden Jason, alles riskiert, alles aufgibt, selbst vor Mord und Verrat nicht zurückschreckt und ihm in ein fremdes Land folgt. Doch in Korinth angekommen, weiß sich Jason deutlich besser in die neuen Strukturen einzufügen. Er verlässt seine Frau für die Königstochter Glauke. Medea und den beiden Kindern droht die Verbannung. Doch Jason hat nicht mit dem Zorn und der rasenden Wut seiner betrogenen Frau gerechnet.

Gedemütigt und zutiefst verletzt ersinnt sie einen Racheplan, der umfassender und vernichtender nicht sein könnte. Am Ende wird es keine Gewinner in diesem Kampf der Geschlechter geben, sondern nur Geschlagene. Die ultimative Rache: Medea ermordet die gemeinsamen Kinder. Viel diskutiert wurde schon in der Antike Medeas Satz: „Und ich erkenne, was für üble Taten ich begehen will, doch stärker als meine Einsichten ist die Leidenschaft, die ja für die Sterblichen die Ursache der größten Übel ist.“ Medea handelt wider besseres Wissen, aus Leidenschaft in letzter Konsequenz, sie ist ihr nicht ausgeliefert, sondern sie liefert sich ihr bewusst aus und begeht das Unvorstellbare.

Manche Dramen sind zeitlos, allgemeingültig über Jahrhunderte hinweg, und behandeln archaische Konflikte, die sich damals am Königshof ebenso abspielten wie heute in der Konzernzentrale. Diese Dramen verlieren mit der Zeit nicht an Bedeutung, lassen uns nicht los, überraschen uns immer wieder aufs Neue, sind verhaftet in unseren Köpfen, im kulturellen Gedächtnis, Allgemein- und Kulturgut: Wahnsinnswerke eben.

Redaktionshinweis: Im Anschluss, um 21.00 Uhr, zeigt 3sat „Medea“ in der Inszenierung von Michael Thalheimer am Schauspiel Frankfurt (2013). Am Samstag, 13. Oktober, um 21.00 Uhr folgt mit „Nora“ von Henrik Ibsen ein weiteres „Wahnsinnswerk“ in 3sat.

Samstag, 06.10. / Uhr / 21.00 Uhr / Medea
Von Euripides, Deutschland 2013
Schauspiel Frankfurt
3sat

Amme Josefin Platt
Chor der korinthischen Frauen: Bettina Hoppe
Medea: Constanze Becker
Kreon: Martin Rentzsch
Jason: Marc Oliver Schulze
Aigeus: Michael Benthin
Bote: Viktor Tremmel
u. a.

Bühnenbild: Olaf Altmann
Kostüme: Nehle Balkhausen
Musik: Bert Wrede
Inszenierung: Michael Thalheimer
Fernsehregie: Andreas Morell

Michael Thalheimers Inszenierung des antiken „Medea“-Stoffs ist weit entfernt sowohl von hohlem Pathos als auch von verharmlosender Aktualisierung.

Eine Bühne so karg, karger kann auch die korinthische Landschaft vor mehr als 2000 Jahren nicht gewesen sein. Regisseur Michael Thalheimer und Bühnenbildner Olaf Altmann haben eine Szenerie geschaffen, die viel Raum lässt für die Spielwut des Frankfurter Ensembles.

Die Tragödie des Euripides erzählt das Schicksal einer Frau, die für einen Mann, den gefeierten Helden Jason, alles riskiert, alles aufgibt, selbst vor einem Mord nicht zurückschreckt und ihm in ein fremdes Land folgt. Doch in Korinth angekommen, weiß sich Jason deutlich besser in die neuen Strukturen einzufügen. Er verlässt seine Frau für die Königstochter Glauke. Medea und den beiden Kindern droht die Verbannung.

Doch Jason hat nicht mit dem Zorn und der blinden Wut seiner betrogenen Frau gerechnet. Gedemütigt und zutiefst verletzt ersinnt sie einen Racheplan, der umfassender und vernichtender nicht sein könnte. Am Ende wird es keine Gewinner in diesem Kampf der Geschlechter geben, sondern nur Geschlagene, die nicht einmal mehr die Kraft haben, ihre tiefen Wunden zu lecken.

Die „Medea“-Inszenierung von Michael Thalheimer am Schauspiel Frankfurt zählte für die Theatertreffen-Jury zu einer der zehn bemerkenswertesten Arbeiten und wurde 2013 zum Theatertreffen nach Berlin eingeladen.

Samstag, 06.10. / Uhr / 22.50 Uhr / Element of Crime
3satfestival 2018
3sat-Zelt Mainz, September 2018
Regie: Volker Weicker
Erstausstrahlung
3sat

Eigenwillig und sehr subtil verschmelzen Element of Crime die verschiedenen Stile von Blues bis Rock. Seit ihrer Gründung 1985 steht die Band für intelligente Texte mit vielseitiger Musik.

Die Themen sind bunt gemischt und immer ein bisschen sentimental: Es geht um Liebe, Alkohol, den Horizont, um Berlin und auch mal um Delmenhorst. Beim 3satfestival 2018 präsentiert das Quartett die Songs des aktuellen Albums „Schafe, Monster und Mäuse“ sowie Klassiker.

Die Kultband aus Berlin um den Sänger, Gitarristen, Trompeter, Texter, Romanschreiber und Drehbuchautor Sven Regener steht für perfekt komponierte Songs, deren Perfektion beiläufig und naturgegeben klingt. Texte, die mühelos von Alltagsbanalitäten zu existenziellen Gedankenblitzen führen. Mit lässigem, schnoddrigem Sprechgesang und verhaltenen Trompeten-Soli schlagen sie eine Brücke zwischen Folk, Jazz und Chanson. Präzise gespielte, rumpelnde Balladen, als träte Bob Dylan mit Band auf einer Kleinstadtkirmes auf. Walzerartige, aus der Ferne mexikanisch klingende Stücke, bei denen die Musiker wegen der glühenden Sonne hoffentlich weiße Cowboyhüte tragen. Und wie immer Texte, die nur jemandem einfallen können, der nebenbei ein großer Schriftsteller ist.

Samstag, 06.10. / Uhr / 23.50 Uhr / LaBrassBanda
3satfestival 2018
3sat-Zelt Mainz, September 2018
Regie: Volker Weicker
Erstausstrahlung

Wer die sieben Musiker der Brass-Punk-Techno-Band LaBrassBanda einmal live erlebt hat, weiß, dass diese Konzerte mit dem Begriff „Vollgas“ nur recht unzureichend beschrieben sind.

Innerhalb kürzester Zeit tanzt der ganze Saal, das Publikum reckt die Arme in die Höhe und singt lauthals mit. Dass ihre energiegeladene Musik auf der ganzen Welt funktioniert, haben sie immer wieder unter Beweis gestellt – so auch beim 3satfestival 2018.

Stefan Dettl feuert das Publikum an und wenn der LaBrassBanda-Express erstmal Fahrt aufgenommen hat, ist er nicht mehr zu stoppen. Die Trachtler feiern mit den Hipstern, die Jungs in ihren Lederhosen gehen genauso steil wie die Mädels mit den Motörhead-T-Shirts. Wer wissen will, wie mitreißend, klischeefrei und partytauglich Volksmusik sein kann, ist hier goldrichtig.

2017 nahmen LaBrassBanda den Titel ihrer CD „Around The World“ zum Anlass, um – wortwörtlich – um die Welt zu touren: angefangen in Vietnam, weiter über Hongkong, Australien und Amerika bis nach Brasilien, Portugal und Marokko.

Sonntag, 07.10. / 10.15 Uhr / lesenswert quartett
Denis Scheck mit Insa Wilke,Ijoma Mangold und Anne-Dore Krohn
(Erstsendung: 04.10.2018)
ARD/SWR

Denis Scheck moderiert das traditionsreiche „lesenswert quartett“. Dabei sind Ijoma Mangold, Literaturchef der „Zeit“, und die Literaturkritikerin Insa Wilke. Gast ist Anne-Dore Krohn.

Im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse werden besprochen: „Heimat – Ein deutsches Familienalbum“ von Nora Krug, „Die Katze und der General“ von Nino Haratischwili, „Der Idiot des 21. Jahrhunderts“ von Michael Kleeberg und „Kriegslicht“ von Michael Ondaatje.

Anne-Dore Krohn aus Berlin ist Redakteurin im Kulturradio des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb).

Vier Bücher – vier Meinungen: Nicht immer sind die Quartett-Teilnehmer einig in ihrer Bewertung. Es gibt Lob und Tadel, mal lebhaft und impulsiv, mal sachlich und analytisch. Immer stehen die Bücher im Mittelpunkt, denn am Ende soll der Leser eine klare Vorstellung vom Inhalt haben und wissen, was ihn bei der Lektüre erwartet.

Sonntag, 07.10. / 12.00 Uhr / All der Jazz ~ 50. SWR NEWJazz Meeting
Film von Andreas Ammer
(Erstsendung: 14.01.2018)
ARD/SWR

Die filmische Collage von Andreas Ammer geht in 50 stilistisch unterschiedlichen Kapiteln der Geschichte des Jazz nach, die auch die Geschichte des 50. SWR NEWJazz Meetings ist.

Musiker der ersten Stunde, darunter Peter Brötzmann, Carla Bley, Jasper van’t Hof, Eberhard Weber und Barbara Dennerlein, erinnern sich an ihre Auftritte und was alles in den letzten fünf Jahrzehnten im Jazz passiert ist.

Der Film zeigt seltene alte Aufnahmen dieser Musiker aus den Archiven des SWR und auch das eine oder andere neue Solo. Außerdem gibt er intime Einblicke in den Probenbetrieb von damals und heute. Insgesamt ergibt sich so eine schillernde Geschichte der improvisierten Musik im letzten halben Jahrhundert. Kurator des Jubiläums-Meetings ist der junge brasilianische Gitarrist Pedro Martins.

Das SWR NEWJazz Meeting ist eine künstlerische Forschungsstation in Sachen improvisierter Musik. Völlig verschiedene Musiker, die vorher noch nicht zusammenkamen, erarbeiten in einem mehrtägigen Prozess beim SWR ein gemeinsames Programm, dass sie anschließend in öffentlichen Konzerten im Sendegebiet präsentieren.

Gegründet wurde das Treffen 1966 vom Jazzredakteur des ehemaligen SWF, Joachim-Ernst Berendt, damals noch unter dem Titel „Free Jazz Meeting“. Inzwischen sind dadurch zahlreiche dauerhafte Verbindungen zwischen Jazzkünstlern entstanden, auch ist es wichtiges Sprungbrett für aufstrebende junge Musiker. Beim Vocal-Summit 1980 etwa nahm ein damals völlig unbekannter Sänger teil und erlebte von hier aus seinen Aufstieg in den Vokal-Olymp: Bobby McFerrin.

Von Anfang an war das SWR NEWJazz Meeting mehr als ein zwangloses „Come Together“. Die Musiker dieser in der Jazzwelt einmaligen Institution nutzten die Gelegenheit, im radiophonen Kontext Konzepte zu entwickeln, für die in der von Konventionen geprägten Szene nur wenig Platz war. Das SWR NEWJazz Meeting wurde schnell zum Sensor und Katalysator für sich anbahnende Jazzentwicklungen und zum Impulsgeber für die vielfältigen Entwicklungen der europäischen Jazz-Emanzipation. Besonders früh regten sich hier jene Trends, die für eine kreative Öffnung des Jazz zu den großen nichtwestlichen Musikkulturen sorgten.

Sonntag, 07.10. / 18.00 Uhr / Buchzeit
Talkrunde über literarische Neuerscheinungen im Szenelokal Oosten, Frankfurter Osthafen
Erstausstrahlung
3sat

Anlässlich der Frankfurter Buchmesse 2018 diskutiert Gert Scobel mit den Literatur-Fachfrauen Barbara Vinken, Sandra Kegel und Katrin Schumacher über ausgewählte Neuerscheinungen.

Und das sind die Bücher, um die es in dieser „Buchzeit“ geht: „Mein Ein und Alles“ von Gabriel Tallent, „Verwirrnis“ von Christoph Hein, „Mein Jahr der Ruhe und Entspannung“ von Ottessa Moshfegh und „Kriegslicht“ von Michael Ondaatje.

Ein 14-jähriges Mädchen wächst allein mit seinem besitzergreifenden Vater in einer dschungelartigen Landschaft im Norden Kaliforniens auf. Fern ab von der Zivilisation, wild, immer eine Waffe zur Hand. Eine Heldin, die fasziniert und schockiert zugleich. Gabriel Tallents Roman „Mein Ein und Alles“ stand nach seinem Erscheinen wochenlang auf der Bestsellerliste der New York Times.

Zuerst sind sie Schulfreunde, dann verlieben sie sich ineinander. Wie lebt sich homosexuelle Liebe in den 1950er-Jahren in Thüringen, in einem bildungsbürgerlichen, sehr katholischen Umfeld? Wie umgehen mit dem Gefühl von Scham und Sünde? Christoph Heins Roman „Verwirrnis“ zeichnet das Psychogramm einer verbotenen Liebe vor dem Hintergrund deutsch-deutscher Zeitgeschichte.

Eine 26-Jährige arbeitet in einer New Yorker Galerie, ist wohlhabend, ausgesprochen hübsch und führt ein Hochglanzleben. Und genau dem kehrt sie plötzlich den Rücken. Mithilfe einer Psychiaterin und Unmengen von Medikamenten begibt sie sich in den Winterschlaf. „Mein Jahr der Ruhe und Entspannung“ heißt der neue Roman vom Shooting-Star am amerikanischen Literaturhimmel Ottessa Moshfegh.

Ein Mann recherchiert in eigener Sache: Warum haben seine Eltern ihn und seine Schwester im London der 1950er-Jahre einfach so bei Fremden zurückgelassen? Warum haben sie gelogen? Wer waren all die merkwürdigen Menschen, die sich plötzlich um sie kümmerten? Michael Ondaatje, Autor von „Der englische Patient“, entwirft in „Kriegslicht“ eine Spionage- und Familiengeschichte vor dem Hintergrund des Kalten Krieges.

Barbara Vinken ist Literaturwissenschaftlerin und Professorin für romanische Philologie. Neben ihrer Lehr-und Forschungstätigkeit hat sie sich auch als Autorin profiliert, unter anderem mit kulturhistorischen Studien über „Die deutsche Mutter“ und die Mode als Zeichen- und Kommunikationssystem in „Angezogen. Das Geheimnis der Mode“.

Sandra Kegel ist Redakteurin der „FAZ“ für Literatur und literarisches Leben. Sie ist Mitglied in diversen Jurys, unter anderem für den Preis der Leipziger Buchmesse und den Ingeborg-Bachmann-Preis.

Katrin Schumacher ist promovierte Literaturwissenschaftlerin. Im MDR leitet sie die Redaktion Literatur, Bühne und Film. Seit Jahren moderiert sie eigene Buchformate und rezensiert Neuerscheinungen.

Redaktionshinweis: 3sat ist wieder bei der weltgrößten Bücherschau in Frankfurt dabei. Am Messestand in Halle 3.1 stellen von Mittwoch, 10. Oktober, bis Sonntag, 14. Oktober zahlreiche Autorinnen und Autoren ihre neuen Werke vor. Zum Auftakt diskutiert Gert Scobel in „Buchzeit“ gemeinsam mit Barbara Vinken, Sandra Kegel und Katrin Schumacher über neu erschienene Bücher. Am Sonntag, 14. Oktober, um 11.25 Uhr informiert „Das blaue Sofa“ über Bücher und Themen am Messestand. Das 3sat-Magazin „Kulturzeit“ berichtet werktäglich ab 19.20 Uhr von der Bücherschau.

Alle Gespräche und Lesungen vom Messestand auf der Frankfurter Buchmesse sind als Livestream und als Video-on-Demand unter www.3sat.de zu sehen sowie als Video-Podcast zum Download erhältlich.



Samstag, 13.10. / 16.50 Uhr / Aus nächster Nähe: Christiane Hörbiger
Film von Michael Meister
Moderation: Martin Traxl
(Erstsendung: 06.10.2018)
ORF

Die in Wien geborene Schauspielerin Christiane Hörbiger ist eine der Größten ihres Fachs. Anlässlich ihres 80. Geburtstags lud ORF-Kulturchef Martin Traxl die „Grande Dame“ zum Interview.

Ab den 1980er-Jahren startete Christiane Hörbiger eine beispiellose Film- und Fernsehkarriere. Gleichwohl hat sie – zumal im vergangenen Jahrzehnt – radikal jede Eitelkeit abgelegt. Buchstäblich ungeschminkt spielt sie vom Schicksal geschlagene Frauenfiguren.

Die Bürde, die es wohl auch bedeutet, aus dem berühmtesten Theater-Clan des deutschen Sprachraums zu kommen, hat Christiane Hörbiger abgeschüttelt. Seit ihrem 17. Lebensjahr stand sie auf der Bühne, von der sie sich inzwischen aber ganz zurückgezogen hat. Zuletzt musste sie mit dem Tod ihres langjährigen Lebenspartners Gerhard Tötschinger einen schweren persönlichen Verlust hinnehmen.

Redaktionshinweis: 3sat zeigt „Aus nächster Nähe: Christiane Hörbiger“ anlässlich des 80. Geburtstags der österreichischen Schauspielerin am 13. Oktober. Im Anschluss, um 17.25 Uhr, ist Christiane Hörbiger in der Komödie „Tafelspitz“ zu sehen.

Samstag, 13.10. / 19.20 Uhr / Theater: Ein Fest! Tbilisi International
Moderation: Eric Mayer
Erstausstrahlung
3sat

Georgien ist ein Land reich an Kunst und Kultur – und Gastland auf der Frankfurter Buchmesse 2018. Grund genug, auch mal einen Blick auf das georgische Theaterleben zu werfen.

In „Theater: Ein Fest!“ besucht Moderator Eric Mayer das „Tbilisi International Festival of Theatre“ in der Hauptstadt Tiflis, das 2009 gegründet wurde und jedes Jahr Künstler aus aller Welt versammelt. Eines der wichtigsten Performing-Art-Events in Kaukasien.

Eric Mayer beschäftigt sich ausschließlich mit einem rein georgischen Programm – nicht nur, um Land und Leute kennenzulernen, sondern auch die Kunst- und Kulturszene Georgiens.

Zum einen schaut er sich „Georgian Fantasies“ an, eine Performance, die die Geschichte Georgiens nur mit Fingern erzählt. In „Ramona“ geht es um eine Liebe nach dem Zweiten Weltkrieg – allerdings zwischen zwei Lokomotiven. Und mit „Passport“ und „Demons“ besucht Eric Mayer zwei Stücke des jungen aufstrebenden georgischen Regisseurs Mikheil Charkviani und spricht mit ihm über die Situation als Kulturschaffender in Georgien.

Eine spannende und ungewöhnliche Theaterreise in eine alte Stadt voller Traditionen und Kulturgeschichte. „Tbilisi International“: Ein Fest!

Samstag, 13.10. / 20.15 Uhr / Wahnsinnswerke: Nora
Film von Sylvie Kürsten
Erstausstrahlung
3sat

Die Klassiker des Theaters sind hochaktuell: „Wahnsinnswerke“ zelebriert ihre Zeitlosigkeit. Eines dieser Werke ist „Nora oder Ein Puppenheim“ des Norwegers Henrik Ibsen.

Es ist jedoch kein beschauliches Heim, sondern steht für die enge Lebenswelt der Titelheldin. Das Stück, 1879 in Kopenhagen uraufgeführt, steht bis heute mit ungebrochener Vitalität auf den Spielplänen der Theater. Es gilt als das Emanzipations-Stück schlechthin.

Nora bricht aus der Enge ihrer zeitgenössischen gesellschaftlichen Konventionen aus, will nicht länger nur als Besitz des Hausherrn betrachtet werden, dem sie zwar kostbar ist, der ihr aber kein eigenes Leben zubilligt. Nora, die „Naschkatze“ oder das „Eichhörnchen“, hat aus Liebe zu ihrem Mann gelogen und betrogen. Das hätte ihr niemand zugetraut – bis ein Erpresser auftaucht und die Fassade zum Einsturz bringt. Das Puppenheim zerbricht. Nora geht, knallt die Tür hinter sich zu und lässt Mann und Kinder, ihr gesamtes altes Leben, zurück.

Für die Reihe „Wahnsinnswerke“ ergründet die Filmemacherin Sylvie Kürsten den Klassiker der Theaterliteratur. Unter anderen spricht sie mit der Schauspielerin Johanna Wokalek, der Sprachwissenschaftlerin Elisabeth Wehling und der Regisseurin Susanne Kennedy über Freiheit, Patriarchat und die Zukunft des Feminismus.

Wie restaurativ sind heute die privaten Glücksvorstellungen im bürgerlichen Mitte-Loft? Wie tief sind die Risse in der Fassade der Puppenheime unserer Zeit, wie sieht das „Update“ des bürgerlichen Trauerspiels heute aus?

Manche Dramen sind zeitlos, allgemeingültig über Jahrhunderte hinweg, und behandeln archaische Konflikte, die sich damals am Königshof ebenso abspielten wie heute in der Konzernzentrale. Diese Dramen verlieren mit der Zeit nicht an Bedeutung, lassen uns nicht los, überraschen uns immer wieder aufs Neue, sind verhaftet in unseren Köpfen, im kulturellen Gedächtnis, Allgemein- und Kulturgut: Wahnsinnswerke eben.

Redaktionshinweis: Im Anschluss zeigt 3sat um 21.00 Uhr „Nora oder Ein Puppenhaus“ in der Inszenierung von Herbert Fritsch am Theater Oberhausen.

Samstag, 13.10. / 21.00 Uhr / Nora oder Ein Puppenhaus
Von Henrik Ibsen, Deutschland 2011
Theater Oberhausen
DTK/3sat

Nora: Manja Kuhl
Torvald: Torsten Bauer
Krogstadt: Jürgen Sarkiss
Dr. Krank: Henry Meyer
Frau Linde: Nora Buzalka
u. a.
Bühnenbild: Herbert Fritsch
Kostüme: Victoria Behr
Musik: Otto Beatus
Fernsehregie: Herbert Fritsch

Vom beschaulichen Puppenheim ist nicht viel geblieben, außer der Kindfrau Nora, die sich mittels eines grünen Papptannenbaumes als spitzentanzendes Püppchen durch die Weihnachtszeit bewegt.

Die Fassade bröckelt schon lange, vor allem den Männern ist anzusehen, dass die besten Tage schon hinter ihnen liegen. Wie Zombies schleichen sie um die verführerische Nora herum. Nora gibt sich als süße „Naschkatze“, entpuppt sich aber als Lügnerin und Betrügerin.

Sie tut vieles, wenn nicht alles, für Geld. „Die sexualisierten Wunschträume einer bigotten Männerwelt explodieren bei Herbert Fritsch in einem grellen Albtraum“, meint die Theatertreffen-Jury und zählt das skurrile Horror-Märchen „Nora oder Ein Puppenhaus“ zu den zehn „bemerkenswertesten Inszenierungen“ der Theatersaison 2010/2011.

Herbert Fritsch, der 2011 gleich mit zwei Inszenierungen zum Berliner Theatertreffen eingeladen war, hat seine Version von Henrik Ibsens „Nora“ noch einmal fürs Fernsehen inszeniert.

Samstag, 13.10. / 03.55 Uhr / zdf@bauhaus ~ Live-Musik mit Adel Tawil
Moderation: Jo Schück
(Erstsendung: 11.11.2017)
3sat

„Ist da jemand?“: Adel Tawil schaffte seinen Durchbruch als Sänger von „Ich + Ich“, bevor er ein erfolgreicher Solokünstler wurde.

Er veröffentlichte ein Solo-Album, das mittlerweile fünffach mit Gold ausgezeichnet worden ist, und spielte eine erfolgreiche Tour. Trennung und Schmerz lagen nah beieinander. „Ich muss schon sagen, das war eine ziemliche Achterbahnfahrt in den letzten Jahren.“

Da waren die großen künstlerischen und beruflichen Erfolge und die absoluten privaten Tiefschläge. Der Medienrummel um sein Privatleben auf der einen Seite und die ausverkauften Hallen vor einem euphorisierten Publikum auf der anderen.

Nach all den Aufregungen um sein Privatleben suchte er einen Ort, an dem er in Ruhe arbeiten konnte. Adel flog zu einem Kumpel nach Hawaii, der dort mitten im Dschungel lebt. „Da gibt es nichts. Nur ein paar Solarzellen auf dem Dach und eine selbst gebaute Dusche. Abgeschnitten von jeglicher Kommunikation.“

Befreit vom Ballast der Vergangenheit und vom Medienrummel, beginnt Adel Tawil zu schreiben. „Ich habe einfach alles erzählt, was mir passiert ist. Ich habe den ganzen Schmerz reingepackt und die ganz großen Glücksmomente.“ Am Ende ist Adel Tawil vor allem ein richtig guter Musiker und Sänger, der die Lieder, die er singt, lebt. Mit all seiner Kraft, seinem Mut und seiner Hingabe.

Das geschichtsträchtige Bauhaus in Dessau ist gleichzeitig Bühne und Produktionsort für die Konzertreihe „zdf@bauhaus“. Internationale Künstler geben in einem intimen Rahmen exklusive Konzerte vor Live-Publikum. Präsentiert werden die Konzerte von Moderator Jo Schück.

Samstag, 13.10. / 04.55 Uhr / zdf@bauhaus ~ Live-Musik mit Wincent Weiss
Moderation: Jo Schück
(Erstsendung: 27.05.2017)
3sat

Nach der Hit-Single „Musik Sein“ kam 2017 das Debütalbum von Wincent Weiss. Auf der Bauhaus-Bühne in Dessau offenbarte Wincent verblüffende Entertainmentqualitäten und trockenen Humor.

Es ist eine Karriere, die gewachsen ist. Vom Traum eines Teenagers im Städtchen Eutin zu Auftritten mit eigener Band vor mehreren Zehntausend Menschen im Jahr 2016. Wincents musikalische Qualität zeigt sich besonders, wenn er live auf der Bühne steht.

„Da müsste Musik sein, überall wo du bist!“ – mit seiner Single „Musik Sein“ hat Wincent Weiss 2016 viel mehr als eine künstlerische „Duftmarke“ gesetzt. Die Liebeshymne avancierte zu einem der erfolgreichsten deutschsprachigen Hits dieses Jahres. Der Song hielt sich monatelang in den Charts und auf den Playlisten der Radiostationen. Top 10 der iTunes-Charts, zeitweise über 1500 Plays pro Woche im Radio, fast zwölf Millionen Streams bei Spotify. Die Single „Feuerwerk“ schickte sich an, nahtlos in die Erfolgs-Fußstapfen des Vorgängers zu treten.

Im April 2017 erschien das Albumdebüt mit dem Titel „Irgendwas gegen die Stille“. Die insgesamt 13 Songs auf diesem Album beweisen, in welch großer Vielfalt Wincent Weiss sein Metier beherrscht: mal euphorisch laut, mal nachdenklich leise, aber immer unter die Haut gehend.

Internationale Künstler geben in „ZDF@bauhaus“ exklusive Konzerte vor Live-Publikum. Präsentiert werden die Konzerte von Moderator Jo Schück. Das geschichtsträchtige Bauhaus in Dessau ist gleichzeitig Bühne und Produktionsort für die Konzertreihe.

Sonntag, 14.10. / 06.00 Uhr / Can Can und Champagner – Das Moulin Rouge
Film von Susanne Freitag
(Erstsendung: 18.05.2015)
3sat

Das Moulin Rouge ist das wohl bekannteste Revuetheater der Welt. 1889 gegründet, galt es zunächst als frivole und unschickliche Lasterhöhle, in der sich die Pariser Bohème traf.

Heute ist es ein knallhart durchstrukturiertes Unternehmen: 400 Mitarbeiter bereiten täglich das Amüsierprogramm vor, 1700 Gäste kommen jeden Abend, das Theater gilt als größter Champagner-Konsument ganz Frankreichs.

In eigenen Werkstätten werden Schuhe gefertigt, die Federräder und Kostüme genäht. Größe und Gewicht der Tänzerinnen sind vorgeschrieben – nur so lässt sich der perfekte Can Can tanzen, der das Moulin Rouge weltberühmt machte.

Sonntag, 14.10. / 10.15 Uhr / lesArt
Moderation: Christian Ankowitsch
(Erstsendung: 08.10.2018)
ORF

In der Oktober-Ausgabe der „lesArt“ bei Christian Ankowitsch zu Gast: Bernhard Aichner und Alexa Hennig von Lange. Überdies in der Sendung: eine weitere Ausgabe der „Kleinverlage im Portrait“.

Bernhard Aichner ist einer der erfolgreichsten Krimi-Autoren im deutschsprachigen Raum, er ist zudem Spitzenreiter im österreichischen Buchexport. Auf den neuen Thriller des gebürtigen Tirolers mit dem Titel „Bösland“ warten seit Wochen viele Fans und auch die Branche.

Mit seinen Thrillern rund um Bestatterin Brünhilde Blum gelang ihm ab 2014 der Durchbruch. Mit seinem neuen Buch legt Bernhard Aichner nun seinen neuen – und nach eigenen Angaben bisher persönlichsten – Thriller vor. Darin verarbeitet der Autor nicht zuletzt eigene traumatische Erfahrungen: Als junger Vater 2004 hat er den Tsunami in Thailand knapp überlebt.

Alexa Hennig von Lange, geboren 1973, wurde mit ihrem Debütroman „Relax“ 1997 zu einer der populärsten deutschen Autorinnen ihrer Generation. Es folgten zahlreiche weitere Romane, Erzählungen, Theaterstücke und Jugendbücher. In ihrem neuen Roman „Kampfsterne“ dreht sich alles um drei Familien, die für sich und ihre Kinder Freiheit wollen und sich in den eigenen durchaus hehren Absichten zunehmend verheddern. Ein Roman über eine Generation von Eltern, die alles richtig machen will und trotzdem – oder gerade deshalb – das Scheitern nicht verhindern kann.

Sonntag, 14.10. / 10.40 Uhr / Rudolf Buchbinder – Auf der Suche nach Vollendung
Ein berührendes Zeitdokument von Thomas Macho
(Erstsendung: 04.12.2016)
ORF

Ein Leben in Superlativen: Stets war er der Jüngste, der Begabteste, das Wunderkind. Der Film porträtiert mit Rudolf Buchbinder einen Pianisten von Weltgeltung.

Der Künstler erzählt von seinen Anfängen, beschreibt seinen Alltag als Konzertpianist und berichtet von der immer wiederkehrenden, beispielhaften Auseinandersetzung mit der Musik von Beethoven, Mozart, Brahms und Schubert.

Der Film begleitet den Musiker auf eine seiner vielen Tourneen und folgt ihm auch in seiner Funktion als erfolgreicher Intendant des Grafenegger Musikfestivals. Buchbinder brachte das Areal rund um Schloss Grafenegg zu neuer kultureller Blüte und lockt damit Jahr für Jahr die größten Stars der Musikwelt nach Niederösterreich.

Wie sehr er von seinen Kollegen geschätzt wird, beweisen unter anderem Interviews mit Dirigenten wie Zubin Mehta, Franz Welser-Möst, Andris Nelsons, Christian Thielemann, Mariss Jansons und Valery Gergiev.

Sonntag, 14.10. / 11.25 Uhr / Das blaue Sofa
Gespräche von der Frankfurter Buchmesse
Moderation: Vivian Perkovic, Cécile Schortmann, Nina Brunner, Katja Gasser, Eva Schmidt
Erstausstrahlung
3sat

Fünf Tage lang werden Schriftsteller, Journalisten und Wissenschaftler auf dem „blauen Sofa“ in Halle 3.1. der Frankfurter Buchmesse 2018 Rede und Antwort zu ihren neuen Büchern stehen.

Neue Romane, die Friedenspreisträger Aleida und Jan Assmann, der Träger des Deutschen Buchpreises – sie alle werden am „blauen Sofa“ zu Gast sein. Mit: Nino Haratischwili, Adolf Muschg, Lisa Halliday, David Sedaris, Julia Shaw, Michael Hartmann und vielen anderen.

Der Bücherherbst wird traditionell von der Vergabe des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels und vom Deutschen Buchpreis geprägt, von den Büchern, die auf Long- und Shortlist um die Gunst der Jurorinnen und Juroren konkurrieren.

Genauso aber auch von den Schriftstellerinnen und Schriftstellern des Gastlandes – im Jahr 2018 Georgien -, die mit ihren Büchern und als Botschafter der langen Kulturtradition ihrer Heimat in Frankfurt zu Gast sind. Und nicht nur ihre Werke werden Gegenwart und den schwierigen Umgang mit der weltweiten Geschichte zum Thema haben, sondern auch viele der anderen Neuerscheinungen, die im Herbst erscheinen. Sie spiegeln die Themen, die öffentliche Diskussionen bestimmen, sie fragen nach politischen und wirtschaftlichen Perspektiven – mal aus der Sicht von Erzählerinnen und Erzählern, mal aus journalistischer Perspektive, mal mit dem Fachwissen von Wissenschaftlern.

Alles wie immer und doch ganz anders – „Das blaue Sofa“ als Treffpunkt auf der Frankfurter Buchmesse, aber an einem neuen Platz, in neuem Gewand und vor allem in neuer Konstellation, als Partnerschaft von ZDF, Bertelsmann, DeutschlandradioKultur und 3sat.
3sat zeigt eine Auswahl vom Interessantesten in ausführlichen Ausschnitten.

Sonntag, 14.10. / 18.00 Uhr / Museums-Check mit Markus Brock: Kunst Museum Winterthur und Fotomuseum Winterthur
Erstausstrahlung
ARD/SWR/3sat

2017 wurden in Winterthur drei Museen vereinigt: das Kunstmuseum, das Reinhart-Museum und die Villa Flora. Sie erhielten den gemeinsamen neuen Namen „Kunst Museum Winterthur“.

Moderator Markus Brock spricht mit Museumsdirektor Konrad Bitterli über seine Visionen. Wie etwa will er mehr Besucher ins Museum locken? Für den „Museums-Check“ besucht Brock auch das Fotomuseum Winterthur. Prominenter Gast ist Schriftsteller Peter Stamm.

Stamm hat gerade seinen neuen Roman „Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt“ veröffentlicht. Für sein umfangreiches Werk ist er jetzt für den alternativen Literaturnobelpreis nominiert – als einziger deutschsprachiger Autor.

Peter Stamm lebt und arbeitet in Winterthur und schätzt die hochkarätige Sammlung des „Kunst Museum Winterthur“. Sie ist aus fünf Privatsammlungen entstanden, unter anderem von Mäzen Georg Reinhart und den Ehepaaren Friedrich-Jelzer und Hahnloser-Bühler. Ihnen sind die reichhaltigen Bestände französischer Kunst und der Klassischen Moderne zu verdanken, darunter Werke von Monet, Bonnard, Mondrian und de Chirico.

Auch die Gegenwartskunst kann mit berühmten Namen wie Gerhard Richter und Isa Genzken aufwarten. Eine Sonderausstellung ist der Künstlerin Karin Sander gewidmet. Sie gibt erstmals einen umfassenden Einblick in ihre lustvoll verspielten Untersuchungen der Kunst. Zu sehen sind auch ihre berühmten „Mailed Paintings“, unbehandelte Leinwände, die unverpackt weltweit auf Reisen durch den Kunstbetrieb gingen. Welche Idee verfolgte Karin Sander damit? Markus Brock fragt nach.

Im Museum Reinhart am Stadtgarten sind insbesondere Gemälde der Frühromantik und des Realismus beheimatet. Ikone des Hauses ist Caspar David Friedrichs „Kreidefelsen auf Rügen“. Die aktuelle Ausstellung „Dutch Mountains. Vom holländischen Flachland in die Alpen“ zeigt bis Januar 2019 Landschaftsmalerei der Alpen, zu deren Wegbereitern niederländische Künstler zählen. Schon im 17. Jahrhundert unternahmen sie Expeditionen ins Schweizer Glarnerland.

Beim „Museums-Check“ in Winterthur besucht Markus Brock auch das international renommierte Fotomuseum Winterthur. 1993 wurde es gegründet und bildet gemeinsam mit der Fotostiftung Schweiz seit 2002 das Fotozentrum. In der Sammlung sind angewandte und künstlerische Fotografien sowie Videos und Computerarbeiten seit den 1960er-Jahren vertreten, etwa von Andreas Gursky, Pipilotti Rist oder Arnold Odermatt.
Zum Jubiläum bereitet das Museum unter dem Titel „25 Jahre! Gemeinsam Geschichte(n) schreiben“ eine ganz besondere Ausstellung vor: 25 Personen aus dem In- und Ausland dürfen eines ihrer Lieblingsstücke aus der Sammlung auswählen und ihre Geschichte dazu erzählen.

Montag, 15.10 / 01.35 Uhr / Heimatsound Concerts – Claudia Koreck
aus dem Passionstheater Oberammergau
(Erstsendung: 10.11.2017)
ARD/BR

Am 28. und 29. Juli 2017 öffnete das Passionstheater in Oberammergau wieder seine Türen für das jährliche Heimatsound-Festival. Mit dabei: die Singer-Songwriterin Claudia Koreck.

Der Traunsteinerin ist es 2007 gelungen, mit ihrem Überraschungserfolg „Fliang“ die bayerische Popmusik wiederzubeleben. Mit ihrer einfühlsamen Stimme und ihren gefühlvollen, bayerischen Texten gewann sie in ganz Deutschland eine große Fangemeinde.

Seitdem ist die 31-Jährige nicht mehr zu bremsen. Sie spielt auf unzähligen Festivals, brachte inzwischen neun Alben, inklusive einer Kinderplatte, heraus und wurde nebenbei auch noch zweifache Mutter.

Auf dem Heimatsound-Festival 2017 hat Claudia Koreck Songs aus ihrem neuem Album „Holodeck“ präsentiert. Einige ihrer neuen Songs singt sie auf Englisch, wie auch ihren aktuellen Hit „Paper Aeroplane“. Das Festival-Publikum war sowohl von ihren bayerischen als auch englischen Songs hingerissen.

Montag, 15.10 / 02.35 Uhr / Heimatsound Concerts – Voodoo Jürgens
aus dem Passionstheater Oberammergau
(Erstsendung: 17.11.2017)
ARD/BR

2017 bei den Heimatsound Concerts mit dabei: der Wiener Shooting-Star Voodoo Jürgens. Mit seinen schaurig-schönen Songs sorgte der Sänger für eine ganz besondere Stimmung.

Die Markenzeichen von Voodoo Jürgens sind seine schräge Kleidung und seine schwarzhumorigen Texte im Wiener Dialekt. Seine Songs spiegeln die typische Wiener Melange wider: Wein und Schnaps, Verfall und Tod und natürlich Huren und Strizzis.

Seit 2014 tritt der Musiker David Öllerer als „Voodoo Jürgens“ auf und besingt nicht nur Wien, sondern zum Beispiel auch seine Heimatstadt Tulln, in der er „zwischen Zuckerbude und Kadaverfabrik“ aufgewachsen ist.

Auf der Bühne präsentiert er seine Texte auf eine ungewöhnliche Art und Weise, die es einem erlaubt, in eine unbekannte Welt einzutauchen. Das Heimatsound-Publikum hat sich von der Musik mitreißen lassen und ein wunderbares, ungewöhnliches Konzert erlebt.

Montag, 15.10 / 03.35 Uhr / Heimatsound Concerts – Pam Pam Ida
aus dem Passionstheater Oberammergau
(Erstsendung: 24.11.2017)
ARD/BR

Beim Heimatsound-Festival 2017 begeisterten die sechs Jungs von Pam Pam Ida aus Ingolstadt, unterstützt vom Silberfischorchester, im Passionstheater Oberammergau.

„Pam Pam Ida ist das Beste aus Bayern seit Wolfgang Amadeus Mozart und Maria und Margot Hellwig“, sagt die Band über sich selbst. Dass viel Humor und Selbstironie auch bei den Song-Texten im Spiel sind, beweisen die Songs seit ihrem Hit „Gockl“ aus dem Jahr 2015.

Rechtzeitig zum Heimatsound-Festival ist das erste Album von Pam Pam Ida, „Optimist“, herausgekommen. Die Lieder sind eher melancholisch und sentimental, immer aber stimmungsvoll mit sehr viel Tiefe – und am Ende steht ein positiver Ausblick. Besonders der ausdrucksstarke Sänger Andi Eckert schafft es, für eine ganz besondere Stimmung im Passionstheater zu sorgen. Der Aufforderung zum „Schultertanz“ kam das Publikum jedenfalls mit großer Begeisterung nach.

Montag, 15.10 / 04.30 Uhr / Heimatsound Concerts – Wanda
aus dem Passionstheater Oberammergau, 2015
(Erstsendung: 26.02.2016)
ARD/BR

Beim dritten Heimatsound-Festival im berühmten Passionstheater Oberammergau legte die lässige Popband Wanda im Sommer 2015 eine geniale Performance hin.

Wanda gilt in der deutschsprachigen Musikszene als die Pop-Sensation des Jahres 2015 und sorgte für einen Hype um den Wiener Lokalkolorit. Die fünfköpfige Band besteht seit 2012 und sorgte 2014 mit ihrem Debütalbum „Amore“ samt dem Hit „Bologna“ für Aufsehen.

Wanda stiegen von null auf Platz 13 in den österreichischen Charts ein, räumten beim Amadeus Austrian Music Award in der Kategorie „Alternative Pop/Rock“ ab, gewannen den FM4-Award und erreichten mit dem Album Goldstatus.

Musikalisch zeigen die Wiener Einflüsse des Indie-Rock und des Rock ’n‘ Roll. Ihre Texte sind geprägt vom Wiener Schmäh und dem Thema „Liebe“ in all seinen Facetten. Frontmann Michael Marco „Wanda“ Fitzthum wirkt auf den ersten Blick nicht direkt wie ein Sexsymbol, beweist aber auf der Bühne absolute Star-Qualitäten, wenn er seine Hüften kreisen lässt und sich zum Stage-Diving in die Menge wirft. Mit dem neuen Album „Bussi“ setzen Wanda ein Statement und festigen den Eindruck: Hier hat man es einfach mit einer mächtigen Rockband zu tun.



Samstag, 20.10. / 19.20 Uhr / Tauben in den Städten ~ Film der Mainzer Stadtschreiberin Anna Katharina Hahn

Erstausstrahlung
3sat

Bekannte Schriftsteller werden zu Filmemachern: Die Mainzer Stadtschreiberin Anna Katharina Hahn produziert eine Dokumentation über Tauben und Menschen.

Anna Katharina Hahn, die große Erzählerin des deutschen Bürgertums, fragt in verschiedenen Städten, wie Menschen mit Tauben leben   zwischen Hass und Liebe, Hunger und Schönheit, Himmel und Kunst.

Seit der Kindheit sind für die Stuttgarter Schriftstellerin Bücher und Tauben eng verbunden: Eine Taube hat sich im Lieblings Erich Kästner Buch der kleinen neunjährigen Anna verewigt. In ihrem neuen Roman sollen Tauben eine Hauptrolle spielen, und die Erzählerin erforscht das große Panorama der Gefühle, mit denen die Menschen ihnen begegnen: als Ratten der Lüfte verpönt, als Turteltäubchen poetisiert, als Vögel des Friedens und der Liebe und Treue verehrt.

Hahns Filmprojekt begleitet ihre Suche und dokumentiert intensive Begegnungen mit Menschen, die sich um Tauben kümmern, aber auch überraschende Entdeckungen, zum Beispiel von Kunstwerken, die Tauben in ganz unterschiedlichen, faszinierenden Rollen zeigen.

In ihrer Heimatstadt Stuttgart trifft sie Brieftaubenzüchter und in ihrem Stadtschreiberdomizil Mainz die jungen, engagierten Mitarbeiterinnen der ehrenamtlichen Stadttaubenhilfe. Sie besucht Tierheime und Taubenschläge und beobachtet die Vögel auf den Plätzen der Städte. Sie fragt nach der Rolle der Tauben in den Weltreligionen und findet sie in den Fenstern von Marc Chagall in der Mainzer Kirche St. Stephan oder im Schmuck der Markuskirche in Stuttgart und spricht mit Pastorin Daniela Dunkel über ihre besondere Bedeutung in der Heilsgeschichte.

Am Ende führt ihre Suche in ein Atelier in Berlin. Es wird eine spannende Begegnung mit dem Künstler und Bilderbuchillustrator ATAK, dessen Buch von den ausgestorbenen Wandertauben in Amerika erzählt. Die beiden diskutieren aus den unterschiedlichen kreativen Perspektiven diese Vögel, die wie wenige sonst die Menschen entzweien.

Tauben in den Städten, das sind mehr als nur lästige tierische Zeitgenossen, sie sind seit Tausenden von Jahren Wegbegleiter der Menschen, und ihr Schicksal ist ein direkter Spiegel der menschlichen Zivilisation.

Anna Katharina Hahn studierte Germanistik, Anglistik und europäische Ethnologie in Hamburg. Seit den 1990er Jahren veröffentlichte sie zunächst kürzere literarische Arbeiten in Zeitschriften und Anthologien. Es folgten zwei Bände mit Erzählungen („Sommerloch“, 2000, „Kavaliersdelikt“, 2004), ehe ihr mit dem Roman „Kürzere Tage“, der im grün linken Stuttgarter Bürgertum spielt, im Jahr 2009 der Durchbruch bei der Kritik und bei den Lesern gelang. Auch ihr nächster Roman „Am schwarzen Berg“ (2012), der das gehobene Bürgertum in Zeiten des Protestes gegen Stuttgart 21 zeigt, war ein großer Erfolg bei Publikum und Kritik. Für ihren jüngsten Roman „Das Kleid meiner Mutter“ (2016), der die junge Generation Spaniens in prekären Verhältnissen schildert, erhielt sie viel Resonanz. Anna Katharina Hahn, die auch für das Theater gearbeitet hat, ist vielfach ausgezeichnet worden, unter anderem mit dem Clemens Brentano Preis (2005), dem Roswitha Preis (2010), dem Heimito von Doderer Preis (2010) und dem Wolfgang Koeppen Literaturpreis (2012).

Samstag, 20.10. / 20.15 Uhr / Tosca
Oper von Giacomo Puccini
Festspielhaus Baden Baden, April 2017
ARD/SWR

Floria Tosca: Kristine Opolais
Mario Cavaradossi: Marcelo Alvarez
Baron Scarpia: Evgeny Nikitin
Il Sagrestano: Peter Rose
Cesare Angelotti: Alexander Tsymbalyuk
Spoletto: Peter Tantsits
Sciarron: Douglas Williams
Un carceriere: Walter Fink
Chor: Philharmonia Chor, Wien, Cantus Juvenum Karlsruhe
Orchester: Berliner Philharmoniker
Musikalische Leitung: Sir Simon Rattle
Inszenierung: Philipp Himmelmann
Regie: Andreas Morell

Im Mittelpunkt der Osterfestspiele 2017 der Berliner Philharmoniker im Festspielhaus Baden Baden stand Giacomo Puccinis Oper „Tosca“ in der Neuinszenierung von Philipp Himmelmann.

In dieser Parabel über die Freiheit des menschlichen Handelns sind die Solistinnen und Solisten handverlesen: Kristine Opolais als Floria Tosca, Marcelo Álvarez als Mario Cavaradossi und Evgeny Nikitin als Baron Scarpia verkörpern die wichtigsten Partien.

Rom, im Jahr 1800: Der skrupellose Polizeichef Scarpia missbraucht unter dem Mantel des galanten Höflings seine Amtsmacht, um an das Ziel seiner Wünsche zu gelangen, nämlich die Sängerin Floria Tosca zu seiner Geliebten zu machen. Die fromme, eifersüchtige Primadonna Tosca jedoch hat ein Liebesverhältnis mit dem Maler und Freigeist Mario Cavaradossi.

Schon 1889 hatte Giacomo Puccini (1858 1924) die Idee, Victorien Sardous Schauspiel „La Tosca“ zu vertonen. Doch erst nach der Fertigstellung seines Meisterwerkes „La Bohème“ nahm er das Projekt in Angriff. Das Schauspiel von 1887 war mittlerweile ein großer Erfolg. Außerdem kam seit der Uraufführung von Mascagnis „Cavalleria rusticana“ 1890 der musikalische Verismo in Mode, mit dem „Tosca“ einige Berührungspunkte aufweist. 1896 gab Puccini das Libretto in Auftrag, zwei Jahre später begann er schließlich mit der Komposition, die gut eineinhalb Jahre in Anspruch nahm. Im Januar 1900 wurde „Tosca“ im römischen Teatro Costanzi uraufgeführt und trat ihren Siegeszug durch die Operngeschichte an.

Samstag, 20.10. / 22.20 Uhr / Kaminer Inside: Semperoper
Film von Wladimir Kaminer
Erstausstrahlung
3sat

Der Schriftsteller Wladimir Kaminer blickt für 3sat hinter die Kulissen der Dresdner Semperoper. Er begleitet die Arbeit an einer Inszenierung von den ersten Ideen bis zur Premiere.

Wie beginnt die Arbeit an einer Inszenierung, und welche großen und kleinen Katastrophen passieren auf dem Weg zur Premiere? Er begleitet die Regisseurin Elisabeth Stöppler, die vor der schwierigen Aufgabe steht, zwei Opern an einem Abend auf die Bühne zu bringen.

„Ödipus Rex“ von Igor Strawinsky und den Einakter „Il Prigioniero“ von Luigi Dallapiccola, ein zeitgenössisches Werk, das für Wladimir Kaminer so brachial klingt, als „sei ein Panzer über die Noten gefahren“.

Wladimir Kaminer ist dabei, als am Wohnzimmertisch die Ideen für das Bühnengeschehen entstehen. Er fiebert mit, weil einer der Hauptdarsteller ausfällt und als während der wichtigen ersten Bühnenprobe plötzlich die gesamte Oper evakuiert werden muss.

Auf dem Weg zur Premiere taucht Kaminer tief ein in den Opernkosmos. Er hilft in der Schneiderei bei der Anprobe und fährt mit dem Logistik Team Bühnenbilder quer durch die Stadt in die Außenlager. An der Semperoper entsteht ständig so viel Neues   dem Schriftsteller kommt es vor, als könnte man bald ganz Dresden mit den Bühnenbildern ausfüllen.

Der südafrikanische Nachwuchstenor Khanyiso Gwenxane arbeitet hart für seinen Auftritt in Stöpplers Inszenierung, aber für ihn geht es in dieser Spielzeit um noch viel mehr: Er kämpft um seine berufliche Zukunft und muss nebenbei verschiedene Vorsingen vorbereiten. Ob er ein Anschluss Engagement an einer anderen Oper bekommt oder ob er doch zurück muss nach Südafrika, das ist am Anfang der Dreharbeiten völlig unklar. Und Wladimir Kaminer hat seine Zweifel, dass der junge Sänger es tatsächlich schaffen kann, das schwere Kostüm, das er für die neue Produktion der Semperoper verpasst bekommt, zum Leben zu erwecken. Am Anfang der Proben sieht das nach einer unerfüllbaren Mission aus.

Dass am Premierenabend trotz aller Schwierigkeiten tatsächlich „der Lappen hochgeht“, wie die Opernleute sagen, ist für den Schriftsteller aus Berlin am Ende ein genauso großes Wunder wie für die, die tagtäglich daran arbeiten.

Sonntag, 21.10. / 10.15 Uhr / Literaturclub
(Erstsendung: 09.10.2018)
SRF

„Literaturclub“ diskutiert die neuesten literarischen Entdeckungen und gibt Orientierungshilfe im Buchmarkt.
In der Gesprächssendung werden jeweils vier bis fünf Neuerscheinungen besprochen.

Sonntag, 21.10. / 12.30 Uhr / Druckfrisch ~ Neue Bücher mit Denis Scheck
(Erstsendung: 07.10.2018)
ARD/BR/MDR/WDR/NDR

Orientierung im Bücherdschungel verspricht Denis Scheck. Scheck besucht Schriftsteller, stellt Neuerscheinungen vor und spart dabei weder an Lob noch an Kritik.

Seine bissigen und humorvollen Kommentare zu den Büchern der „Spiegel“ Bestenliste aus der Kölner Bücherhalle sind beliebt und gefürchtet. Im persönlichen Gespräch entlockt er Autoren aktueller Bestseller interessante Hintergründe zu ihren Werken.



Samstag, 27.10. / Wien um 1900 – Ein 3sat Thementag

Samstag, 27.10. / 08.30 Uhr / Sommernachtskonzert Schönbrunn 2018
Mit der Solistin Anna Netrebko
Orchester: Wiener Philharmoniker
Musikalische Leitung: Valery Gergiev
Bildregie: Michael Beyer
(Erstsendung: 31.05.2018)
ORF

Am 31. Mai 2018 boten die Wiener Philharmoniker unter dem Motto „Eine italienische Nacht“ Musikgenuss auf Weltniveau. Es dirigierte Valery Gergiev, Solistin war Anna Netrebko.

Vor der Traumkulisse von Schloss Schönbrunn erklangen bei freiem Eintritt Arien italienischer Klassiker wie Giacomo Puccini, Francesco Cilea und Ruggero Leoncavallo. Außerdem standen Stücke des russischen Ballett Repertoires auf dem Programm.

Seit mehr als zwei Jahrzehnten leitet Valery Gergiev das legendäre Mariinsky Theater in St. Petersburg, das in dieser Zeit zu einem der renommiertesten Vertreter der russischen Kultur aufgestiegen ist. Unter seiner Intendanz entstanden Kontakte zu den führenden Opernhäusern der Welt. Sein weit verzweigtes Netzwerk kommt dem Dirigenten dabei zugute.

Laut „Time Magazine“ zählt Gergiev zu den 100 einflussreichsten Persönlichkeiten auf der Welt. Er hat nicht nur das Mariinsky Theater St. Petersburg und Anna Netrebko weltberühmt gemacht: Er ist im politisch gesellschaftlichen Leben Russlands eng verankert, gilt als Freund Putins und als internationaler Drahtzieher. Valery Gergiev ist eine der charismatischsten Dirigenten Persönlichkeiten seiner Zeit. Seit 2015 ist er Chefdirigent der Münchner Philharmoniker.

Die 1971 im russischen Krasnodar geborene Künstlerin Anna Netrebko begeistert seit ihrem Durchbruch 2002 an der San Francisco Opera ihr Publikum jedes Mal aufs Neue. Anna Netrebko ist über die Grenzen klassischer Musik hinaus berühmt und gilt mit der Schönheit ihrer Stimme, ihrer ausgezeichneten stimmlichen Kontrolle und Musikalität als internationales Idol. 2017 wurde sie bei den International Opera Awards zur „Sängerin des Jahres“ gekürt.

Die Wiener Philharmoniker gelten zu Recht als prominenter Exportartikel Österreichs im Kulturbereich. Das Orchester wollte allen Gästen der Stadt genauso wie den Wienern ein musikalisches Live Erlebnis bieten und knüpfte damit an die letzten Jahre an, denn seit 2004 ist dieses Event sehr erfolgreich. Etwa 100 000 Besucher waren es allein im Jahr 2017, die dieses besondere Highlight im Schlosspark genossen.

Das Besondere an diesem Konzert ist die weltweite Fernseh Übertragung in über 80 Länder   wenn auch nicht überall live.

Samstag, 27.10. / 10.20 Uhr / Der heimatlose Europäer   Stefan Zweig
Film von Peter Zurek und Wolfgang Hackl
Mit Michael Heltau und Gabriele Buch
(Erstsendung: 27.02.2002)
ORF

Stefan Zweig, überzeugter Europäer in einer Zeit von nationalen Feindbildern, nahm sich aus Verzweiflung über die Selbstzerfleischung Europas im Zweiten Weltkrieg in Brasilien das Leben.

Der Film schildert Stefan Zweigs Leben im Wien der Habsburger Monarchie, seine künstlerisch fruchtbarste Zeit in Salzburg, als in seinem Haus die kulturelle Prominenz ein  und ausging, und die Zeit des Exils in England, den USA und schließlich in Brasilien.

Am 22. Februar 1942 schluckten Stefan Zweig und seine Frau Lotte in Petropolis bei Rio de Janeiro eine Überdosis Veronal. Das bekannteste Werk des österreichischen Schriftstellers ist zweifelsohne „Die Schachnovelle“.

Samstag, 27.10. / 11.50 Uhr / Aufgetischt   Die Wiener Moderne
Film von Lisa Mörtelmayr
(Erstsendung: 01.01.2018)
ORF

Die Wiener Moderne, jene künstlerisch kreative Zeit um 1900, zählt zu den wichtigsten Kunst  und Kulturepochen Österreichs. Sie lebt heute in den Werken vieler Künstler weiter.

Lampenfabrikant Wolfgang Karolinsky etwa hält die revolutionären Designs der Künstler der Wiener Moderne in Ehren und produziert sie weiter. An 200 Lampenmodellen hat er die Herstellungsrechte erworben und baut sie originalgetreu in seinen Werkstätten nach.

Auch Ursi Fürtlers Anregungen kommen aus dem Wien der Jahrhundertwende. Mit einer selbst entwickelten Siebdrucktechnik bringt die Textilkünstlerin grafische Muster auf Stoffe, Paravents und Schals.

Andreas Gugumuck lässt in seinem Bistro eine um die Jahrhundertwende nur der Oberschicht vorbehaltenen Delikatesse wieder aufleben: Wiener Schnecken. Auf seinem dazugehörigen Bauernhof kultiviert er Schnecken, hält Fortbildungskurse und vermittelt seine Begeisterung auf jede erdenkliche Weise.

Wer einen Digestif braucht, ist bei den „Kesselbrüdern“ gut aufgehoben. Achim Brock, Florian Koller und Thomas Tirmantinger stellen in einer kleinen Brennerei ihren Wacholderschnaps her.

Der Graffiti Künstler Nikolaus Schuller alias Nychos wurde weltweit berühmt mit seiner gesprayten Hommage an Sigmund Freud.

Samstag, 27.10. / 12.40 Uhr / Die nackte Wahrheit: Wiener Skandale um 1900
Film von Angelika Lizius
(Erstsendung: 05.06.2005)
ARD/BR

Die Kunst steht in Wien um 1900 im Spannungsfeld zwischen Tradition und Aufbruch in die Moderne. Maler wie Gustav Klimt, Egon Schiele und Oskar Kokoschka greifen Tabuthemen auf.

Die Dokumentation erzählt an Originalschauplätzen von den damaligen Kunstskandalen. Die Gegenüberstellung von Traditionellem und Neuem macht die kompromisslose Modernität der Künstler und die bis heute gültige gesellschaftliche Sprengkraft ihrer Werke spürbar.

Es geht um Sexualität und Macht, um Homoerotik und Geschlechterkampf. Die Empörung des Publikums bleibt nicht aus. Klimt gerät mit den für die Aula der Universität entworfenen Fakultätsbildern in Streit mit der Obrigkeit, Egon Schiele wird für seine radikal offenen Darstellungen von Eros, Leid und Tod vehement angegriffen und kommt für drei Wochen ins Gefängnis. Oskar Kokoschka inszeniert sich mit skandalträchtigen Bühnenstücken und kahl geschorenem Kopf bewusst als Berserker.

Auch in der Architektur gibt es radikale Veränderungen: Adolf Loos beschert Wien einen der größten Architekturskandale der Geschichte. Die zeitgenössische Presse beschimpft sein berühmtes Haus am Michaelerplatz als „obszön nackt“.

Ein Ziel verfolgen die Künstler bei aller Unterschiedlichkeit gemeinsam: Es gilt, sich alter Zwänge zu entledigen, Grenzen auszuloten und neue Freiräume zu schaffen. Hart und ungeschminkt wollen sie ihre Wahrheit in der Kunst zum Ausdruck bringen. Sie ziehen der Nacktheit den Schleier des Allegorischen weg, den die Gesellschaft im ausgehenden 19. Jahrhundert noch von ihren gefeierten Künstlern verlangte.

Die Darstellung des unbekleideten menschlichen Körpers und die Erkundung der Sexualität in der Kunst fallen in eine Zeit, in der Sigmund Freud das Unbewusste des Menschen erforscht und an der Entwicklung der Psychoanalyse arbeitet.

Samstag, 27.10. / 13.20 Uhr / Begierde und Sehnsucht – Arthur Schnitzler
Film von Herbert Eisenschenk
Mit Sandra Cervik, Felix de Mendelsohn (Psychoanalytiker), Helmut Groeger (Medizinhistoriker) und Michael Schnitzler (Musiker, Enkel Arthur Schnitzlers)
(Erstsendung: 07.05.2012)
ORF

Herbert Eisenschenk porträtiert in dieser Dokumentation Leben und Werk von Arthur Schnitzler, des bedeutendsten deutschsprachigen Schriftstellers des beginnenden 20. Jahrhunderts.

Wie kein anderer wusste Schnitzler die besondere Umbruchzeit der Jahrhundertwende zu beschreiben. Zeitgleich mit Sigmund Freud in der Psychoanalyse thematisiert Schnitzler in seinen Werken Tabus wie Sexualität und Tod.

Samstag, 27.10. / 17.05 Uhr / Meine Zeit wird kommen –  Gustav Mahler in den Erinnerungen von Natalie Bauer Lechner
Dokumentarfilm von Beate Thalberg, Österreich/Deutschland/Schweiz 2010
Länge: 54 Minuten
ORF

Als Studenten am Wiener Konservatorium lernten der österreichische Komponist, Dirigent und langjährige Hofopern Direktor Gustav Mahler und die Bratschistin Natalie Bauer Lechner sich kennen.

Während dieser Zeit und bei mehreren Urlauben am Attersee entwickelte sich zwischen den beiden nicht nur eine intellektuelle Freundschaft, sondern auch eine innige Künstler Liebe, die aber letztlich unerfüllt blieb.

Basierend auf den Tagebüchern von Natalie Bauer Lechner beschreibt der Film „Meine Zeit wird kommen“ Mahlers Leben bis zu seiner Heirat mit Alma Schindler. Die Eintragungen Bauer Lechners offenbaren nicht nur den Charakter des Künstlers und seinen Humor, sondern dokumentieren auch seinen dramatischen Kampf um Anerkennung als Komponist.

Samstag, 27.10. / 18.00 Uhr / Frauenbilder   Gegenbilder: Die Künstlerinnen der Wiener Moderne
Film von Barbara Weissenbeck
(Erstsendung: 25.06.2018)
ORF

1890 bis 1918 war ein Höhepunkt der österreichischen Kulturgeschichte. Neuerungen in Kunst, Literatur, Architektur, Musik, Philosophie und Gesellschaft prägten die „Wiener Moderne“.

Bekannt sind vor allem die männlichen Künstler dieser Zeit. Es gab aber auch Künstlerinnen wie die Malerinnen Tina Blau, Broncia Koller Pinell und Olga Wisinger Florian, die Bildhauerin Teresa Feodorowna Ries und die Grafikerin Lili Réthi. Sie stellt der Film vor.

Ausschließlich Männer sind im kollektiven Gedächtnis als Wegbereiter der „Wiener Moderne“ eingespeichert: Gustav Klimt, Otto Wagner, Oskar Kokoschka und Egon Schiele. Doch gerade in dieser Epoche emanzipierten sich die Frauen zusehends und waren am Aufbruch beteiligt. Trotz sehr schlechter Rahmenbedingungen für Frauen im Kunstbetrieb konnten sie sich durchsetzen, die meisten von ihnen sind allerdings in Vergessenheit geraten.

Der Film skizziert auch ein vielschichtiges und ambivalentes Bild der damaligen Gesellschaft.

Samstag, 27.10. / 20.15 Uhr / Klimt
Spielfilm, Österreich/Deutschland/
Großbritannien/Frankreich 2005
ORF

Klimt: John Malkovich
Emilie Flöge: Veronica Ferres
Sekretär: Stephen Dillane
Schiele: Nikolai Kinski
Mizzi: Aglaia Szyszkowitz
Dr. Stein: Miguel Herz Kestranek
u. a.
Regie: Raoúl Ruiz
Länge: 94 Minuten

Wien, 1918: Auf dem Sterbebett erhält der Maler Gustav Klimt Besuch von dem jungen Künstler Egon Schiele. In dessen Gesellschaft lässt Klimt noch einmal sein Leben Revue passieren.

Bei der Pariser Weltausstellung im Jahr 1900 erhält er eine Goldmedaille für sein Gemälde „Philosophie“. Durch den Filmpionier Georges Méliès lernt er in Frankreich die Schauspielerin Lea de Castro kennen, von der Klimt auf Anhieb zutiefst fasziniert ist.

Die beiden beginnen eine Affäre, wobei sie während ihres Liebesspiels heimlich von Herzog Octave, Leas Gönner, beobachtet werden. Zugleich fühlt Klimt sich von einem mysteriösen österreichischen „Staatssekretär“ verfolgt, den jedoch nur er selbst zu sehen scheint.

Zurück in Wien pflegt Klimt ein Künstlerleben zwischen Kaffeehaus und Atelier. Sein Alltag ist geprägt von intellektuellen Reflexionen und Diskussionen über Leben, Liebe und Kunst. Und von den Frauen: Klimt hat zahlreiche Affären   und Kinder mit diversen Damen. Seine engste Freundin aber ist die Modemacherin Emilie Flöge, die ihm Modelle für seine Gemälde vermittelt und ihm beisteht, als er mit seinen erotischen Bildern einen Skandal auslöst.

Frauen und ihre erotische Ausstrahlung, so scheint es, beherrschen Klimts Leben. Am Ende, im Moment seines Todes, sieht man ihn in seiner Fantasie mit den beiden Gefährtinnen, die Leben und Werk am stärksten geprägt haben: Emilie und Lea.

Samstag, 27.10. / 21.50 Uhr / Gustav Klimt – Der Geheimnisvolle
Film von Herbert Eisenschenk
ORF

Gustav Klimt: Friedrich Despalmes
Emilie Flöge: Johanna Susicky
Modell: Anna Nowak
Friseurin: Elisabeth Skokanitsch
Sprecher: Karl Markovics, Florentin Groll
(Erstsendung: 02.07.2012)

Der Maler Gustav Klimt (1862 1918) wird als Superstar der Jahrhundertwendekunst vermarktet. Aber wer war er wirklich? Die Dokumentation geht den unbekannten Seiten des weltberühmten Genies nach.

Sie zeigt, dass sich hinter der perfekten Fassade ein Künstler der revolutionären Geste, der Zerrissenheit, der Banalität verbirgt, ein nach Harmonie und Vertrautheit Suchender.

„Klopfen zwecklos   wird nicht geöffnet“ stand auf Klimts Ateliertür, nachdem der Staatsskandal um seine Fakultätsbilder für den Großen Festsaal der Wiener Universität losgebrochen war. Die vier Gemälde für die Decke der Aula der Universität Wien wurden 1894 an Gustav Klimt und an Franz Matsch in Auftrag gegeben. Sie sollten allegorisch die vier Fakultäten darstellen: die Philosophie, die Medizin, die Jurisprudenz und die Theologie. Als das erste Bild, die Philosophie, 1900 in der Wiener Secession gezeigt wurde, kam es zum Eklat zwischen den Auftraggebern und Klimt. Der Künstler zog sich daraufhin vollkommen aus der Öffentlichkeit zurück.

Gustav Klimt, der Schüler von Ferdinand Laufberger, hatte   wie eine Reihe anderer namhafter Künstlerkollegen   ein typisch österreichisches Schicksal zu erdulden. Aber über die Schmähung und Verhöhnung seines Werkes und die Anfeindungen seiner Person hinaus brauchte es fast ein halbes Jahrhundert nach seinem Tode, bis erkannt wurde, dass Gustav Klimt weitaus mehr war als nur ein hochtalentierter Dekorationsmaler des Wiener Fin de Siècle.

Herbert Eisenschenks Dokumentation zeigt Klimts Deckengemälde im Wiener Burgtheater und seine Zwickel  und Intercolumni Bilder im Kunsthistorischen Museum aus nächster Nähe. Üblicherweise sind sie nur aus einer Distanz von 15 bis 20 Metern zu sehen, sind also im Detail praktisch unsichtbar   und damit geheimnisvoll   geblieben.

Klimts Aktzeichnungen bilden einen weiteren Zugang zu seiner Innenwelt. Nur in Wien, dem Zentrum eines untergehenden Reiches, der Stadt von Sigmund Freud, Gustav Mahler und Arthur Schnitzler, konnte ein so polarisierendes Werk wie diese Zeichnungen und Porträts entstehen.

Als Gustav Klimt 1862 in eine ärmliche Wiener Handwerkerfamilie geboren wurde, stand Europa am Beginn epochaler Veränderungen. Wien verkörperte zu dieser Zeit, wie keine andere europäische Stadt, das Leben einer behaglichen Gesellschaft, für die Kunst vor allem die Verwirklichung eines unschuldigen und harmlosen Traumes bedeutete. Der hochbegabte Maler Klimt begann seine künstlerische Karriere zunächst mit der Fertigung dieser harmlosen Kunst, machte sich aber später unter anderem als Mitbegründer der Sezessionisten einen Namen und leistete gegen die Kommerzialisierung der Kunst heftigen Widerstand.

In seiner Dokumentation blickt Herbert Eisenschenk nicht nur hinter die schillernde historische Künstlerpersönlichkeit Gustav Klimts, sondern erforscht auch die verschlungenen Wege der heutigen Rezeption seiner einzigartigen Kunst.

Samstag, 27.10. / 00.25 Uhr / Mahler auf der Couch
Spielfilm, Österreich/Deutschland 2010
ORF

Gustav Mahler: Johannes Silberschneider
Alma Mahler: Barbara Romaner
Sigmund Freud: Karl Markovics
Anna Moll: Eva Mattes
u. a.
Regie: Percy Adlon, Felix Adlon
Länge: 98 Minuten

Ein Ehedrama aus der Welt der symphonischen Musik mit Humor: „Mahler auf der Couch“ beschreibt die Begegnung zwischen dem Komponisten Gustav Mahler und dem Psychoanalytiker Sigmund Freud.

Diesen sucht Mahler im Sommer 1910 auf, da ihn quälende Eifersucht plagt. Grund ist ein Liebesbrief   an ihn adressiert, aber für seine Frau Alma bestimmt. Er stammt von dem Architekten Walter Gropius, der darin in Details seiner Affäre mit Alma schwelgt.

Mahler, am Boden zerstört, sucht Rat bei Sigmund Freud und beginnt zu erzählen: von ihrem Kennenlernen, davon, wie er Alma bittet, ihm zuliebe das Komponieren aufzugeben, und von einer gewaltigen Liebe.

Sonntag, 28.10. / Land der Berge –  Ein 3sat Thementag

Montag, 29.10. / 02.40 Uhr / Ed Sheeran: Live at Wembley Stadium
Wembley Stadium, London, Großbritannien, 2015
3sat

Im Juli 2015 spielt Ed Sheeran im Rahmen seiner „x Tour“ vor über 240 000 Fans im Londoner Wembley Stadium. Er ist der erste Solo Künstler, der Wembley an drei Abenden in Folge füllt.

„Ich bin stolz auf ihn“, sagt Sir Elton John, der als Überraschungsgast mit Ed den Hit „Don’t Go Breaking my Heart“ interpretiert und mit Respekt über Eds Show sagt: „Große Hallen habe ich solo mit dem Klavier gespielt, aber für Wembley brauchte ich eine Band.“

Montag, 29.10. / 03.40 Uhr / Mumford & Sons: Dust and Thunder
Monument Amphitheatre, Pretoria, Südafrika, 2016
Regie: Dick Carruthers
3sat

Am 6. und 7. Februar 2016 spielen Mumford & Sons im Monument Amphitheatre in Pretoria im Rahmen ihrer „Wilder Mind Tour“ und präsentieren vor monumentaler Kulisse ihre Hits und ihre Gäste.

Als die britischen Folk Rocker eine Südafrika Tour planen, erwarten sie wenig Nachfrage. Einige Konzerte sollen es werden, ohne Druck und Erwartungen. Doch die ersten 5000 Tickets sind sofort verkauft, und in Pretoria stehen die Musiker dann vor 50 000 Fans.

Montag, 29.10. / 03.40 Uhr / Simple Minds: Acoustic in Concert
Hackney Empire, London, Großbritannien, 2016
Regie: Janet Fraser Crook
3sat

Im November 2016 präsentieren die New Wave Legenden Simple Minds im Rahmen eines Konzerts in London ihr erstes Unplugged Album „Simple Minds Acoustic“ mit Neuinterpretationen ihrer Hits.

Die Idee zu diesem Projekt entsteht nach einem Auftritt im BBC Radio im Jahr 2014. Die Reaktionen der Fans sind so überwältigend, dass sich Sänger Jim Kerr und Gitarrist Charlie Burchill entschließen, weitere Akustik Shows zu spielen und ein Album herauszubringen.

Begleitet werden Kerr und Burchill vom Bassisten Ged Grimes, dem Gitarristen Gordy Goudie, der Backgroundsängerin Sarah Brown und der Perkussionistin Cherisse Osei, die mit ihrem facettenreichen und kraftvollen Spiel den neuen Sound der Simple Minds wesentlich bereichert.

Fans und Kritik sind begeistert, die Fachzeitschrift „Stereo“ schreibt im Januar 2017: „Rundum gelungen“, und „Stereoplay“ ergänzt: „So funktionieren die großen Akkorde, die feinen Melodien und die stilprägenden Flageoletts der Klassiker auch akustisch bestens.“

3sat präsentiert die Höhepunkte des Konzert mit Klassikern wie „New Gold Dream“, „See the Lights“, „Alive and Kicking“ und „Don’t You“.

Montag, 29.10. / 05.25 Uhr / Paul Simon: The Concert in Hyde Park
Hyde Park, London, Großbritannien, 2012
Regie: Matthew Amos
3sat
Im Juli 2012 begeistert Folklegende Paul Simon im Rahmen des „Hard Rock Calling“ Festivals mit großen Hits auf der Open Air Bühne im Londoner Hyde Park vor malerischer Kulisse.

Paul Simon präsentiert karriereumspannende Klassiker wie „Graceland“, „The Sound of Silence“ und „The Boxer“, interpretiert mit musikalischen Gästen wie Country Star Jerry Douglas und der A capella Gruppe Ladysmith Black Mambazo vom „Graceland“ Album.

Mit Open Air Konzerten kennt sich Paul Simon aus: 1981 feiert er im New Yorker Central Park eine grandiose Wiedervereinigung mit Art Garfunkel, steht 1991 an gleicher Stelle solo auf der Freiluft Bühne und lässt 2012 im Londoner Hyde Park vor 60 000 Zuschauern seine Karriere Revue passieren.

2017 werden die Aufnahmen veröffentlicht und dokumentieren ein denkwürdiges Konzert mit einem entspannten Paul Simon, der bei „The Sound of Silence“ ganz allein mit seiner Gitarre auf der Bühne steht und das Publikum in seinen Bann zieht. Auf der Liste der 100 besten Songwriter aller Zeiten des „Rolling Stone“ belegt Paul Simon den 8. Platz, direkt hinter Carole King und ihrem Liedtexter Gerry Goffin.

Donnerstag, 01.11. / In 24 Stunden um die Welt –  Ein 3sat Thementag