TV-Tipps 3sat:

arte und 3sat übertragen in ihrem umfangreichen Programmen regelmäßig Dokumentationen über Künstler und Kulturereignisse, dazu Konzerte (von Klassik über Pop & Rock bis Heavy Metal), Musicalfilme, Opern-, Tanz- und Theatervorstellungen.
Diese Seite informiert über bevorstehende interessante Ausstrahlungstermine auf 3sat aus dem Kulturbereich.


Kalenderwoche 39:

Samstag, 19.09. / 20:15 Uhr / 3satfestival – Die Jubiläumsgala
3sat-Zelt Mainz, September 2016
Regie: Volker Weicker
3sat

Seit drei Jahrzehnten zeigt das 3satfestival die aktuellen Höhepunkte aus Kabarett und Comedy, Kleinkunst und Musik. Im Jubiläumsjahr 2016 wird gefeiert: mit einer 90-minütigen Show.

Statt Nostalgie und Retrospektive bleibt 3sat dem Motto von Andreas Rebers treu: „Kabarett ist wie Salat – es muss frisch bleiben!“ So präsentieren Tobias Mann und seine Gäste aktuelle Themen, exklusive Nummern, gemeinsame Auftritte und einige Überraschungen.

30 Jahre 3satfestival – das sind 30 Jahre große Kleinkunst. Was einst auf der IFA Berlin ins Leben gerufen wurde, bekam schon bald seinen festen Platz im eigens errichteten Zelt auf dem Mainzer Lerchenberg. Seitdem trifft sich hier jedes Jahr im Herbst das „Who is Who“ der deutschsprachigen Kleinkunstszene. Wortgewaltiges Kabarett hat beim 3satfestival ebenso seinen Platz wie feine Unterhaltung, Musik und allerlei Skurriles. Dieser Mischung will auch die Jubiläumsgala gerecht werden. Keine langen Würdigungen der Verdienste aus der Vergangenheit – lieber das Beste von heute! Und das sind:

Tobias Mann, Kabarettist, Musiker, Moderator. Sein Lebenslauf ist nicht nur eng verbunden mit 3sat, sondern auch mit der Kabarett-Hochburg Mainz. 2008 wurde ihm der Förderpreis zum Deutschen Kleinkunstpreis verliehen, nicht erst seitdem geht es für ihn steil bergauf. Seine Soloprogramme präsentiert er regelmäßig beim 3satfestival, im ZDF hat er eine eigene Satiresendung zusammen mit Christoph Sieber. Er führt nicht nur durch die Show, sondern darf sich gemeinsam mit den Kollegen auch musikalisch austoben.

Michael Krebs und Die Pommesgabeln des Teufels sind die musikalischen Begleiter der Show. Der studierte Jazzmusiker und Heavy-Metal-Fan Krebs ist seit Jahren erfolgreich mit Kabarett-Soloabenden unterwegs. Zusammen mit den „Pommesgabeln“, namentlich Boris the Beast und der Oheim des Todes, hatte er beim 3satfestival 2013 einen großen Auftritt. Nun treten sie wieder an, um zu beweisen, wie lustig Rock ’n’ Roll sein kann.

Wer Musikkabarett der Spitzenklasse sehen will, der kommt um Bodo Wartke nicht herum. Der Pianist, Entertainer und Wortakrobat zeigt sich leider nur selten im Fernsehen, zum Glück aber regelmäßig bei 3sat. In diesem Jahr wird er hier auch sein aktuelles Soloprogramm präsentieren, einen Vorgeschmack gibt es bereits bei der Jubiläumsgala.

Andreas Rebers ist der beste Beweis, dass eine gesunde Portion Wahnsinn auf der Bühne sehr hilfreich sein kann. Ob er eine neue Glaubensrichtung verkündet, sich dazu selbst am Akkordeon, Klavier oder Keyboard begleitet – er geht gedanklich am liebsten dahin, wo noch niemand vor ihm war. Wer ihm folgt, hat erst großen Spaß und am Ende mindestens einen klugen Gedanken mehr im Kopf.

Der Schweizer Martin O. ist ein echtes Stimmwunder. Mit Hilfe seiner „Loop Station“ mixt er verschiedenste Sounds zu eindrucksvollen Gesamtkompositionen. Kleinkunst auf höchstem Niveau, für die ihm 2012 der Deutschen Kleinkunstpreis verliehen wurde.

Die Ehrlich Brothers sind nicht nur Deutschlands angesagteste Magier, sondern auch frisch gebackene Weltrekordler: im Juni 2016 feiern sie vor knapp 40 000 Zuschauern in der Frankfurter Commerzbank-Arena die offiziell größte Zaubershow der Welt. Andreas und Chris Ehrlich sind Meister der großen Illusion, auch die verblüffenden kleinen Tricks beherrschen sie perfekt. Nebenbei sind sie auch noch sehr lustig und überaus sympathisch.

Als Hazel Brugger zur Welt kam, war das 3satfestival schon lange schulreif. Als das 3satfestival längst volljährig war, entdeckte die Schweizerin ihre Liebe zum Poetry Slam. Seit sie den Spickzettel beiseitegelegt hat, erobert sie die Kabarettbühnen in Rekordzeit. Ihr Humor ist überraschend, schräg und klug – ein perfekter Gast beim 3satfestival.

Sebastian Pufpaff gehört zu 3sat wie die Frage „Hä?“ zu seinem Nachnamen. Noch einmal sei es gesagt: Ja, er heißt wirklich so. Zum Glück muss er sich kaum noch vorstellen, denn er hat es längst in die Champions League der Kabarettisten geschafft. Bei 3sat lädt er regelmäßig zu „Pufpaffs Happy Hour“ ein, um die angesagtesten Acts aus Kabarett, Comedy und Poetry Slam zu präsentieren. Heute bleibt seine Küche ausnahmsweise kalt und er darf selbst mal Gast sein.

Nils Heinrich hat schon absurde Geschichten vorgetragen, als den großen Durchbruch des Poetry Slams noch niemand erahnt hat. Er ist erfolgreicher Kabarettist und Autor, und auch als junger Vater bemüht er sich redlich: nachzulesen in seinem jüngsten Buch „Sei froh, dass du nicht Joghurt heißt“. Was die wenigsten wussten: Heimlich ist Nils Heinrich auch Gangsterrapper. Ehrlich jetzt. Er wird es beweisen.

Samstag, 19.09. / 21:45 Uhr / Hazel Brugger: Hazel Brugger passiert
3satFestival
3sat-Zelt Mainz, September 2017
Regie: Volker Weicker
3sat

Die “böseste Frau der Schweiz” sei sie, selbstbewusst und doch bescheiden, poetisch, lakonisch, ironisch und cool, gnadenlos schlagfertig, liebevoll-zynisch und leidenschaftlich abgebrüht.

Wer sie unterschätzt, hat schon verloren. Mit maximaler Gelassenheit zerlegt die junge Schweizerin Hazel Brugger die Welt in ihre Einzelteile und baut daraus ihr eigenes faszinierendes Universum. Verstehen kann das nur, wer dabei ist, wenn “Hazel Brugger passiert”.

Dann erscheint Gott schon mal als Snack-Automat, Ruhm bedeutet das Reinigen öffentlicher Toiletten, und selbst der Tod ist völlig überschätzt. Hazel Brugger kreiert wilde Geschichten scheinbar aus dem Nichts und findet schöne Worte selbst für das Hässliche. Es ist ein schmaler Grat, auf den sie ihr Publikum führt, aber die Reise lohnt sich.

Die Bilder im Kopf sind unvergessliche Souvenirs. Der Trip ins Hazel-Universum ist schwer angesagt: Noch vor Kurzem war sie vorwiegend auf Poetry-Slams unterwegs, jetzt ist sie DER Shootingstar des Kabaretts. Ausgezeichnet wurde Hazel Brugger mit dem Deutschen Kleinkunstpreis, dem Bayerischen Kabarettpreis und dem Salzburger Stier. Sie ist Schweizer “Kolumnistin des Jahres”. Außerdem ist sie erfolgreich auf Bühnen, im Internet und Fernsehen, wo sie regelmäßiger Gast in Satiresendungen wie der “heute-show” ist. Ihr erstes Bühnenprogramm präsentierte sie beim 3satfestival 2017.

Samstag, 19.09. / 22:15 Uhr / Özcan Cosar: Kehrwoche
3satFestival
3sat-Zelt Mainz, September 2018
Regie: Volker Weicker
3sat

Als Stuttgarter mit Wurzeln am Bosporus steht Özcan Cosar immer zwischen zwei Kulturen. Auf welchen Zug springt man da auf? Wie kriegt man die Kurve?

Mit großer Beobachtungsgabe, Kreativität und Spontaneität zeigt Cosar beim 3satfestival 2018 sein breites künstlerisches Repertoire und präsentiert die Highlights seiner letzten Bühnenprogramme.

Özcan Cosar mischt seit wenigen Jahren die Comedy- und Kabarettszene auf. Allein durch seine Biografie – die Eltern wanderten in den 1970er-Jahren aus der Türkei nach Deutschland aus, seit 2009 besitzt Cosar die deutsche Staatsbürgerschaft – kann er unzählige spannende und komische Geschichten aus dem deutsch-türkischen Alltagsleben erzählen.

Dabei lässt Cosar sein Publikum sehr authentisch an seiner Wandlung vom Türken zum “Papier-Deutschen” teilhaben. Ohne Häme beleuchtet er Vorurteile, Klischees und Stereotypen, die vielerorts umhergeistern. Lachen ist garantiert.

Auch als Schauspieler hat sich Özcan Cosar schon einen Namen gemacht. Er versteht es, mit Komik, Rhythmus und vollem Körpereinsatz zu spielen und seine Geschichten über die Unwägbarkeiten des deutsch-türkischen Alltags lebendig werden zu lassen. Dabei hilft ihm auch seine unverwechselbare Fähigkeit, rasch zwischen verschiedenen Charakteren mittels kleiner Gesten und Stimmvariationen zu wechseln.

Samstag, 19.09. / 22:45 Uhr / Sidemen – Die Musiker hinter den Stars
Film von Stefan Jung
(Erstsendung: 31.05.2020)
SRF

Sidemen – der gängige englische Begriff für die Musiker im Sold der Stars ist eher schmeichelnd. Tatsächlich stehen die meisten Sidemen im Schatten des Frontmanns oder der Frontfrau.

Ihre Namen stehen im Kleingedruckten, doch ohne sie gäbe es keine Musikszene. Musiker wie Hendrix Ackle, Jean-Pierre von Dach oder die Keiser Twins bauen das Fundament, auf dem die Stars ihr Charisma entwickeln können. Dieser Film gibt ihnen eine Stimme.

Hendrix Ackle, der Pianist und Organist mit unverwechselbarer Stimme, hat selbst Qualitäten eines Frontmanns, doch er spielt vor allem für Philipp Fankhauser. Gitarrist Jean-Pierre von Dach ist aktuell Bandkollege von Sina, daneben schreibt und spielt er Songs mit seiner Lebenspartnerin Gigi Moto. Drummer Walter Keiser und Bassist Peter Keiser bilden seit Jahrzehnten eines der solidesten Bandfundamente der Schweiz, unter anderem für Gölä.

Als Mietmusiker emotional und materiell zu überleben, war schon vor Corona eine Herausforderung. In diesem vor der Krise entstandenen Film reflektieren die Profis hinter und neben den Stars über ihre Rolle. Und die drei Frontleute würdigen ihre wertvollen Mitstreiter und Mitstreiterinnen.

Sonntag,20.09. / 10:05 Uhr / Belcea Quartet – Beethovens Streichquartett in f-Moll, op. 95
Wiener Konzerthaus, 2013
Mit Corina Belcea (Violine I), Axel Schacher (Violine II), Krzysztof Chorzelski (Bratsche) und Antoine Lederlin (Violoncello)
ORF

Mit Spielfreude auf höchstem Niveau und technischer Virtuosität begeistert das Belcea Quartet. 2013 spielten die Musiker Beethovens Streichquartett in F-Moll, op. 95 im Wiener Konzerthaus.

“Was diese Musik antreibt, ist die Sehnsucht des Menschen nach Freiheit sowie das unstillbare Verlangen, seine eigenen Grenzen zu erweitern und dabei die Wahrheit über sich selbst zu erfahren”, steht im Vorwort zur Aufzeichnung der Beethoven-Streichquartette.

Die rumänische Violinistin Corina Belcea hat gemeinsam mit dem polnischen Bratschisten Krzysztof Chorzelski das Ensemble 1994 gegründet und mit Axel Schacher (Violine) und Antoine Lederlin (Violoncello) komplettiert.

Neue Grenzen lotet das Ensemble auch immer wieder in Bezug auf sein mannigfaltiges Repertoire aus. Der Bogen spannt sich von Uraufführungen über Werke von Dutilleux, Bartók und Britten bis hin zu Schubert und Mozart. Zu Gast in den großen Konzerthäusern der Welt wie dem Concertgebouw Amsterdam, der New Yorker Carnegie Hall und dem Stockholm Konserthuset begeistert es mit den verschiedenen musikalischen Einflüssen seiner Mitglieder und der technischen Virtuosität.

Am Wiener Konzerthaus ist das Ensemble seit 2010 ebenso “Quartet in Residence” wie an der Guildhall School of Music & Drama in London. Die gesamten Beethoven-Streichquartette haben die Musiker 2012 und 2013 auf ihrem eigenen Exlusiv-Label Zig-Zag Territoires aufgenommen.

Sonntag, 20.09. / 10:30 Uhr / Poesie in Sandstein – 300 Jahre Dresdner Zwinger
Film von Adina Rieckmann
(Erstsendung: 22.10.2019)
ARD/MDR

Kurfürst August der Starke beauftragte 1709 seinen Hofarchitekten Matthäus Daniel Pöppelmann mit dem Bau einer Orangerie als Winterdomizil für seine große Sammlung von Orangenbäumchen.

Gemeinsam mit dem Hofbildhauer Balthasar Permoser gelang es, ein einmaliges Ensemble zu schaffen, mit dem der Kurfürst Reichtum und landesherrliche Macht darstellte. Ein Gesamtkunstwerk, das bis heute Millionen Besucher im Jahr begeistert.

Christoph Striefler, Direktor der gemeinnützigen GmbH “Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen”, meint zu wissen warum: “Bei einem Schloss kann man sagen, das ist so ähnlich wie ein Schloss, bei einer Gemäldesammlung, so ähnlich wie eine Gemäldesammlung, aber der Zwinger ist einzigartig. So etwas gibt es kein zweites Mal auf der Welt.”

Richtig fertig wurde der Zwinger erst über ein Jahrhundert später, als Gottfried Semper die alten Baupläne noch einmal studierte und das barocke Ensemble zur Elbe hin mit einem klassizistischen Gebäude ergänzte. Die Sempergalerie beherbergt heute die berühmte Sixtinische Madonna.

Der Bombenangriff auf Dresden am 13. Februar 1945 machte in einer Nacht alles zunichte. Der Kameramann Ernst Hirsch erinnert sich noch an die Ruinen und auch daran, dass gleich nach dem Krieg viele Dresdner sofort im Zwinger mit anpackten. “Ich weiß bis heute nicht, woher die Menschen damals die Kraft dazu hatten. Sie leisteten Unglaubliches.” Ununterbrochen fotografierte und filmte der Dresdner dort, beobachtete die Handwerker und Restauratoren. Für über 80-Jährigen ist der Dresdner Zwinger das Thema seines Lebens.

Bis heute haben im Dresdner Zwinger die Restauratoren das Sagen. 300 Jahre sind eine lange Zeit für solch ein Bauwerk. Die Sandsteinskulpturen müssen geschützt und gepflegt werden. Daran werde sich auch in den nächsten 300 Jahren nichts ändern, meint der Meister der Zwingerbauhütte, Ralf Schmidt. “Wenn ich über den Zwingerhof zwischen den Besuchern laufe und dann Sätze höre wie ‘Ach, das ist aber schön!’ – dann brauche ich nichts anderes, dann bin ich einfach glücklich.”

Sonntag, 20.09. / 11:15 Uhr / Drama, Macht und Rausch – Die Semperoper
Film von Galina Breitkreuz
(Erstsendung: 04.02.2020)
ARD/MDR

Den Grundstein für die Semperoper schufen Künstler – Architekten wie Gottfried Semper, Deutschlands berühmte Komponisten und die internationalen Stars des Musiktheaters.

Sie ist eines der berühmtesten Opernhäuser der Welt. Doch die Semperoper war und ist auch immer ein politischer Ort. Der Film sucht nach unentdeckten Spuren an einem Ort, der seit mehr als 175 Jahren glanzvolle Bühne und perfekte Inszenierung von Macht ist.

Revolutionär Gottfried Semper baut nicht nur die Oper, sondern auch eine der wehrhaftesten Barrikaden der Stadt. Er flieht 1849 aus Dresden und wird niemals wiederkehren. Nach einem verheerenden Brand wird die Semperoper wiederaufgebaut und zum Tempel und Symbol der deutschen Hochkultur. Und je mehr ihr Ruhm als glanzvolle, renommierte Bühne des Musiktheaters wächst, umso stärker sind die Bemühungen, diesen Ort politisch zu beanspruchen.

Anfang der 1920er-Jahre ist es die in Dresden gegründete “Deutsche Kunstgesellschaft”, die gegen die “Entsittlichung, Entgöttlichung und Entnationalisierung” auch in der Semperoper zu Felde zieht. Und als am 7. November 1933 Fahnen und Bücher auf dem Dresdner Schlosshof brennen, stürmen Schauspieler und NS-Sympathisanten in der Semperoper die “Rigoletto”-Probe. Sie erklären den Chefdirigenten Fritz Busch für abgesetzt und vertreiben mit ihm alle jüdischen Kollegen. Erst 1998 wird man sich in der Semperoper symbolisch für die Vertreibung Fritz Buschs aus seinem Amt als Dresdner Generalmusikdirektor entschuldigen.

Nahezu jede öffentliche Kundgebung in Dresden beginnt heute vor der Kulisse der Semperoper. Hier wird auf der Klaviatur deutscher Geschichte gespielt. Ob im Kaiserreich, der Weimarer Republik, unter den Nationalsozialisten oder in der DDR, wer in der Semperoper in der ersten Loge saß, besaß nicht nur die Macht, sondern nutzte sie auch, um sie zu repräsentieren.

Sonntag, 20.09. / 12:00 Uhr / Ein Sommer in Sanssouci
Das Schloss und sein König
Film von Marina Farschid
(Erstsendung: 03.12.2019)
ARD/RBB

Schloss Sanssouci: ein Ort, der der Zeit enthoben scheint. Im Sommer, im Sonnenglanz, erstrahlt es in ganzer Pracht, Schönheit und Eleganz.

Das kleine Lustschloss war schon im 18. Jahrhundert ein Publikumsmagnet und ist es bis heute. Auch, weil es wie kein anderer Platz verwoben ist mit der Geschichte seines Schöpfers – Friedrichs des Großen.

Friedrich II. wollte hier einen “Sitz der Ruhe, des häuslichen Lebens, der schönen Natur und der Musen” finden. Eine Illusion – von Anbeginn. Und Friedrich der Große ahnte es. Einem Besucher zeigte der König sein künftiges Grab auf den Schlossterrassen und sagte: “Wenn ich dort bin, werde ich ohne Sorgen sein.” Doch “sans souci” – ohne Sorge – sein ist ein haltloses Versprechen an das Leben und den Lauf der Geschichte.

Mehr als eine halbe Million Menschen kommen jährlich, um Schloss Sanssouci zu bestaunen. Besonders im Sommer, wenn das Schloss mit der einzigartigen Terrassenanlage und der prächtigen Fontäne in seinem Park erstrahlt.

Trotzdem gibt es noch immer unbekannte, auch ungeklärte Geschichten: Wer die Freitreppe hinaufsteigt, hebt den Kopf und steht unter einem Rätsel: “SANS, SOUCI.”. Warum das Komma? Warum der Punkt? Verschlüsselte Friedrich hier eine Botschaft? Warum steht im Vestibül von Sanssouci der Kriegsgott Mars in nachdenklich sitzender Pose? Im “Lustschloss” des selbst erklärten Philosophen. Und warum durfte niemand außer dem König in sein Heiligtum, in seine Bibliothek? Diesen Fragen geht der Film auf den Grund.

Aber vor allem spannt er einen Bogen von Vergangenheit bis Gegenwart des Schlosses und der Geschichte seines Erbauers, Friedrichs des Großen. Die Filmemacherin Marina Farschid befragt Wissenschaftler und Historiker nach Schloss- und Schlossherrengeschichten. Exklusive Aufnahmen des Interieurs der für Besucher geschlossenen Bibliothek oder der Werkstätten, in denen die Skulpturen restauriert werden, gewähren einen einmaligen Blick hinter die Kulissen des Lieblingsschlosses Friedrichs des Großen.

Sonntag, 20.09. / 12:45 Uhr / Schätze Brandenburgs ~ Schloss Sanssouci
Film von Andreas Christoph Schmidt
(Erstsendung: 30.10.2012)
ARD/RBB

Brandenburg ist, wie wenige andere Gegenden der Welt, reich an historischen Orten und Schönheiten. Die steinernen Zeugen des Landes bersten geradezu von Geschichte und Geschichten.

Die Dokumentation erzählt mit poetischer Kraft und visueller Eindrücklichkeit von der Region und ihren architektonischen, kulturellen und historischen Schätzen. Der Schauspieler Ulrich Noethen präsentiert darin historische Personen, Ereignisse und Anekdoten.

Schloss Sanssouci – das kleine Schloss auf dem Weinberg, gab mit seiner leichten Eleganz den idealen Rahmen für das Bild eines Herrschers, der Philosoph sein wollte, nicht Despot. Die Sorglosigkeit steht als Name und Motto über der Sommerresidenz Friedrich des Großen: “SANS, SOUCI.” Allerdings wurde die Epoche von Sanssouci keine Epoche der Sorglosigkeit, sondern eine des Krieges und mancher Verbitterung. “Wenn ich erst hier bin, werde ich ohne Sorgen sein!”, sagte Friedrich der Große einmal zu einem seiner Gäste. Und dabei wies er auf die Gruft, die er sich hatte ausheben lassen. Erst 1991, nach dem Ende der DDR, wurden seine sterblichen Überreste in einer merkwürdigen Staatsaktion dorthin überführt.

Sonntag, 20.09. / 18:30 Uhr / Museums-Check mit Markus Brock
Pinakothek der Moderne und Museum Brandhorst München
Gast: Konstantin Wecker
(Erstsendung: 18.08.2019)
ARD/SWR

Markus Brock “checkt” die Pinakothek der Moderne in München, eines der weltweit größten Museen für Kunst und Design des 20. und 21. Jahrhunderts. Gast ist diesmal Konstantin Wecker.

Das bunt schillernde Museum Brandhorst, nur ein paar Minuten von der Pinakothek entfernt, feiert 2019 sein zehnjähriges Bestehen mit einer großen Werkschau.

2002 eröffnet, beherbergt sie vier Museen unter einem Dach: die Sammlung Moderne Kunst, das Architekturmuseum, die Staatliche Graphische Sammlung München und die Neue Sammlung – The Design Museum, die im Untergeschoss der Pinakothek gezeigt wird. Sie gilt als eines der ältesten Designmuseen überhaupt. Die seit 1912 aufgebaute “Moderne Vorbildersammlung” war Grundstock der “Neuen Sammlung”, die heute über 100 000 Objekte aus den Bereichen Industrial Design, Keramik, Glas, Schmuck, Textilien und Möbel zählt.

Zum 100-jährigen Bauhaus-Jubiläum ist die Sonderausstellung “Thonet & Design” zu sehen. Anhand des Familienunternehmens Thonet werden 200 Jahre Möbelgeschichte veranschaulicht. Der Thonet-Stuhl “Modell Nr. 14” wurde zur Design-Ikone und ist das meistproduzierte Sitzmöbel der Welt.

Die “Sammlung Moderne Kunst” nimmt den gesamten ersten Stock des Museums ein. Sie umfasst über 20 000 Werke und reicht von der Klassischen Moderne bis in die Gegenwart. Unter den Exponaten sind Hauptwerke von Paul Klee, Max Ernst und René Magritte. Werkkomplexe von Dan Flavin, Georg Baselitz oder Rosemarie Trockel markieren Positionen der Kunst nach 1960.

Highlights der zeitgenössischen Kunst versammelt auch das Museum Brandhorst, nur ein paar Gehminuten von der Pinakothek der Moderne entfernt. Mit der Jubiläumsschau “Forever Young” feiert das Museum sein zehnjähriges Bestehen. Zu sehen sind rund 250 Arbeiten von 46 Künstlern wie Andy Warhol, Jean-Michel Basquiat oder Cady Noland. 2009 hat der Freistaat Bayern der privaten Kunstsammlung von Udo Brandhorst und seiner 1999 verstorbenen Frau Anette ein eigenes Museum gebaut, was nicht unumstritten war. Architektonisch ist der Bau mit seiner Fassade aus bunten Keramikstäben und den bis zu neun Meter hohen Ausstellungsräumen eine Attraktion.

Konstantin Wecker begleitet Markus Brock beim Rundgang durch die Pinakothek der Moderne. “Poesie ist das einzige Schwert, das ich anfasse”, sagt der Leidermacher, der sich mit politischen Texten einmischen und zum Nachdenken anregen möchte. Auf seinem aktuellen Album “Sage Nein!” hat er antifaschistische Lieder von 1978 bis heute versammelt. Seine Affinität zur Kunst bewies er unter anderem mit dem Musical “Hundertwasser” (2004), das er für den österreichischen Maler und Baukünstler schrieb.

Montag, 21.09. / 02:20 / Heimatsound Concerts – Sophie Hunger
Aus dem Passionstheater in Oberammergau
(Erstsendung: 23.01.2020)
ARD/BR

Beim “Heimatsound Festival 2019” spielten zum siebten Mal die bekanntesten Vertreter der alpenländischen Musikszene im Passionstheater in Oberammergau. Mit dabei: Sophie Hunger.

Die Schweizer Diplomatentochter wuchs in vier europäischen Städten auf. Mittlerweile hat sie Berlin als ihre Wahlheimat auserkoren. Wobei, so richtig daheim fühlt sie sich am ehesten dann, wenn sie auf ihrer Gitarre spielen darf.

Denn im Spiel mit ihrer Band liegt für die Musikerin das wahre Leben. Als “Minimal Electronic Folk” bezeichnet sie selbst ihren neuen Sound. Ansonsten bleibt die Singer-Songwriterin vom Charakter immer genauso, wie sie ihre Fans kennen und lieben gelernt haben: talentiert, klug und stets mit klarer Meinung und Botschaft zu gesellschaftlichen Themen.

Montag, 21.09. / 03:15 / Heimatsound Concerts – Dicht & Ergreifend
Aus dem Passionstheater in Oberammergau
(Erstsendung: 09.01.2020)
ARD/BR

Beim “Heimatsound Festival 2019” spielten zum siebten Mal die bekanntesten Vertreter der alpenländischen Musikszene im Passionstheater in Oberammergau. Mit dabei: Dicht & Ergreifend.

Dicht & Ergreifend sind die gehypteste Mundartrap-Kombo Deutschlands, seit sie 2014 ihren Titel “Zipfeschwinga” auf YouTube hochluden. Mit Brass-Sound und G’Stanzl-Rap erspielen sich Rapper Lef Dutti und Urkwell den Rückhalt ihres Publikums.

Mit ihren Songs, einer Mischung aus Blasmusik mit bayerischer Mundart und Hip-Hop, treffen die beiden Rapper nicht nur den Nerv der Zeit, sondern lassen auch eine Portion Tiefgang mitschwingen. Mittlerweile spielen die gebürtigen Niederbayern ausverkaufte Konzerte von Berlin bis Kiew. Bei ihren Auftritten wurde das Stagediving zu einem festen Ritual, bei dem wahre Competitions ausgerufen werden. Aber auch die gepflegten Kopfnicker, Mithüpfer und Mitsinger kommen auf ihre Kosten, wenn Basssound und Tubabeat die Hallen zum pulsieren bringen.

Zum zweiten Mal waren die Musiker zu Gast auf der “Heimatsound”-Bühne in Oberammergau. Da war nicht nur der Beat on, denn sie brachten ihr Publikum mächtig zum Schwitzen.

Montag, 21.09. / 04:15 / Heimatsound Concerts – AVEC
Aus dem Passionstheater in Oberammergau
(Erstsendung: 16.01.2020)
ARD/BR

Beim “Heimatsound Festival 2019” spielten zum siebten Mal die bekanntesten Vertreter der alpenländischen Musikszene im Passionstheater in Oberammergau. Mit dabei: AVEC.

Mit ihrem Hit “Granny” sorgte die oberösterreichische Ausnahmemusikerin AVEC alias Miriam Hufnagl bereits 2015 für Furore. Nach ihrem hochgelobten Debüt “What If We Never Forget” beweist AVEC mit ihrem zweiten Album “Heaven/Hell”, dass sie gekommen ist, um zu bleiben.

Die letzten Jahre der vielen Aufmerksamkeit, der intensiven Zeit auf Tour und zahlreichen internationalen Festivalauftritten haben AVEC geformt und sie selbst sowie ihre Musik hörbar erwachsener werden lassen.


Kalenderwoche 40:

Samstag, 26.09. / 20:15 Uhr / 3satFestival ~ Florian Schroeder: Ausnahmezustand
3sat-Zelt Mainz, September 2018
Regie: Volker Weicker
3sat

In Zeiten ansteigender Hysterie stellt Florian Schroeder die Fragen, auf die es wirklich ankommt: Wie kommt das Böse in die Welt? Und wie kriegen wir es da wieder raus?

Florian Schroeder präsentiert auf dem 3satfestival 2018 sein aktuelles Bühnenprogramm “Ausnahmezustand” – provakant, bissig und mit viel schwarzem Humor. Ein Abend im Ausnahmezustand: Alles ist erlaubt! Wenn es richtig böse wird, ist es auch richtig gut.

Noch nie ging es uns so gut wie heute – und doch leben wir im Ausnahmezustand. Wir fühlen uns permanent bedroht. Wir teilen die Menschen in “Gute” und “Böse”. Aber können wir so viel Gutes überhaupt ertragen? Kommen wir damit auch dorthin, wo wir hinwollen? Oder nur in den Himmel? Und wenn “Gutmensch” ein Schimpfwort ist, wollen wir dann nicht doch lieber böse sein?

Florian Schroeder ist der Mephisto des deutschen Kabaretts. Und als solcher führt er seine Zuhörer in die eigenen Abgründe von Gut und Böse. Er gilt als einer der erfolgreichsten Entertainer Deutschlands. Auch als Vortragsredner und Moderator im Radio und auf großen Events begeistert Florian Schroeder sein Publikum. Selbst der direkte Umgang mit Spitzenpolitikern ist ihm nicht fremd – im Juli 2017 ging Schroeder mit Ex-Minister Peer Steinbrück auf eine kabarettistische Tournee durch Deutschland.

Florian Schroeder ist politisch, philosophisch und anarchisch. Er liefert alles, nur keine einfachen Antworten.

Samstag, 26.09. / 21:00 Uhr / 3satFestival ~ Eckart von Hirschhausen: Lach dich gesund
3sat-Zelt Mainz, September 2018
Regie: Volker Weicker
3sat

Gesunde können sich kranklachen – und Kranke gesund. Ist also Lachen die beste Medizin, wie der Volksmund behauptet? Wer wüsste das besser als Dr. Eckart von Hirschhausen?

Deutschlands bekanntester Arzt und Kabarettist widmet sich seit Jahren den Zusammenhängen von Humor und Heilung. Unterhaltsam und kenntnisreich berichtet er beim 3satfestival 2018 von den erstaunlichen Heilkräften des Humors.

Kinder lächeln durchschnittlich 400 Mal pro Tag, Erwachsene dagegen nur noch traurige 15 Mal. Haben wir verlernt, die kleinen Freuden des Lebens zu schätzen? Sind wir zu gestresst, verkrampft, abgelenkt von den Zwängen des Alltags? Das kann doch nicht gesund sein!

Eckart von Hirschhausen hat es sich vor langer Zeit zur Aufgabe gemacht, den Alltag seiner Mitmenschen ein wenig aufzuheitern. Und das durchaus nachhaltig: Seine Stiftung “Humor hilft heilen” geht vor allem dahin, wo Menschen normalerweise wenig zu lachen haben: in Krankenhäuser, Hospizen, Rehakliniken und Senioreneinrichtungen. Mit Spendensammlungen, Clowns-Projekten und Humor-Workshops widmen sich Hirschhausen und seine Kollegen der tröstlichen wie heilsamen Wirkung des Lachens.

Der Mediziner verlässt sich bei seiner Arbeit natürlich nicht allein aufs Bauchgefühl: Längst hat auch die Wissenschaft die Heilkraft des Humors entdeckt. Vom aktuellen Forschungsstand, persönlichen Erlebnissen, berührenden Geschichten und komischen Missverständnissen erzählt Eckart von Hirschhausen beim 3satfestival 2018. Exklusiv und informativ, unterhaltsam und komisch. Gemeinsam lacht es sich schließlich immer noch am schönsten.

Samstag, 26.09. / 21:45 Uhr / 3satFestival ~ Vince Ebert: Zukunft is the Future
3sat-Zelt Mainz, September 2017
Regie: Volker Weicker
3sat

Vince Ebert, der lustigste Diplom-Physiker Deutschlands, wagt den ganz großen Blick nach vorne. Sichere Prognose: Sein Programm wird ebenso lehrreich wie unterhaltsam!

Die Welt verändert sich mit rasender Geschwindigkeit – doch technischer Fortschritt und gesunder Menschenverstand sind nicht immer im Einklang. Macht uns das Internet wirklich schlauer? Warum bestimmen kluge Telefone und vernetzte Armbanduhren unser Leben?

Und wann kommt endlich die Frauenquote im Vatikan? Wer könnte diese wichtigen Fragen besser beantworten als Vince Ebert? Er hat bereits einen weiten Weg hinter sich: Aufgewachsen im unterfränkischen Amorbach, entschied er sich für ein Physikstudium mit Nebenfach Astronomie. Ein steiler Aufstieg, der damit noch lange nicht beendet war. Als Consultant bei einer Unternehmensberatung stellte er fest, dass ihn bei seinen Vorträgen vor allem das humoristische Potenzial reizte – und probierte dies kurzerhand auf Kleinkunstbühnen aus.

Gemeinsam mit dem Mediziner Dr. Eckart von Hirschhausen entwickelte er bald ein Kabarettprogramm, das sich spielerisch mit Fragen der Physik befasste. Schon hatte er ein ganz neues Genre gefunden – und stieß damit auf ein ebenso großes wie interessiertes Publikum. Heute tourt er über die großen Bühnen des Landes und erklärt regelmäßig auch im Fernsehen wissenschaftliche Phänomene auf unterhaltsame Weise.

In seinem Bühnenprogramm “Evolution” widmete sich Vince Ebert der Geschichte vom Anfang bis heute. Nun schlägt er den großen Bogen nach vorne. Ganz zeitgemäß kommt er vernetzt auf die Bühne: Mit dabei ist VAL, ein mit den Algorithmen einer Wienerin programmierter Sidekick, der auch gerne mal ein rebellisches Eigenleben entwickelt. Aber kann man überhaupt etwas Fundiertes über die Zukunft sagen? Vince Ebert behauptet: Ja! Schließlich wird nur die Zukunft selbst seine kühnen Behauptungen widerlegen können. Höchst unterhaltsam sind sie schon jetzt.

Samstag, 26.09. / 22:30 Uhr / 3satFestival ~ Olaf Schubert: Sexy forever
3sat-Zelt Mainz, September 2018
Regie: Volker Weicker
3sat

Er ist Pointen-König, Poet, passionierter Pullunder-Träger: Olaf Schubert. Nun entdeckt er endlich auch seine sinnliche Seite. Aber kann überhaupt jemand “Sexy forever” sein?

Wenn jemand eine Antwort darauf hat, dann zweifellos der Mann mit dem Rhomben-Look. In seiner spektakulären Show verspricht Olaf Schubert, die “Lichtgestalt aus Dunkeldeutschland” (er selbst) neue Elemente von Ballett bis Feuerwerk, vielleicht aber auch nicht.

Auf eines zumindest kann man sich verlassen: Es wird ein Pointen-Feuerwerk geben, einen Mann mit Pullunder und zwei Musiker. Denn ohne seine Freunde tritt Olaf ungern auf.

Herr Stephan und Jochen Barkas sind seit vielen Jahren die treuen Begleiter des Mannes, an dessen bürgerlichen Namen er sich vermutlich kaum noch selbst erinnern kann. Mit ungeheurem Wortwitz und der vollendeten Symbiose von Kabarett und Comedy ist die Rolle “Olaf Schubert” längst zur überlebensgroßen Figur gereift. Nicht nur von der Bühne, sondern auch aus dem Ensemble der “heute-show” und vielen anderen TV-Sendungen ist er nicht mehr wegzudenken. Selten haben Schachtelsätze, politische Unkorrektheiten und liebevolle Gemeinheiten so viel Spaß gemacht wie mit Olaf Schubert.

Durch die Trennung von seiner langjährigen Freundin Carola, meint der Künstler, sei er reifer geworden und bodenständiger. Also macht er sich nun auf, endlich auch den amerikanischen Markt zu erobern, oder zumindest den rumänischen. Folgerichtig hat er seinem neuen Programm den weltmännischen Titel “Sexy forever” verliehen.

Für “Sexy forever” erhielt Olaf Schubert am 2. Oktober 2019 in Köln den Deutschen Comedypreis in der Kategorie “Bestes TV-Soloprogramm”. Mit dem Deutschen Comedypreis werden die besten Comedians, Comedy-Shows und -Serien des Vorjahres gewürdigt.

Sonntag, 27.09. / 12:30 Uhr / Wo Bücher die Welt bedeuten ~ Karibik, St. Vincent und die Grenadinen
Film von Michael Bernstein
(Erstsendung: 14.10.2019)
ARD/BR

In der südlichen Karibik ist ein Schiff unterwegs, das es so nicht noch einmal gibt: die “Logos Hope” – voller Bücher und voller Freiwilliger, die diese Bücher unter die Leute bringen.

Einer der mobilen Bibliothekare ist Micha Roggensinger, gebürtiger Schweizer, den das Filmteam in Kingstown auf St. Vincent und auf Grenada begleitet. Das Schiff bringt die Bücher dorthin, wo Menschen im Abseits leben und das nächste Buch einfach zu weit weg ist.

Die Inseln der südlichen Karibik sind ein beliebtes touristisches Ziel. In der Vergangenheit waren sie mal in französischer, mal in britischer Hand. Heute sind sie unabhängig und gehören zumeist zum Commonwealth.

Die “Logos Hope” liegt seit gut einer Woche im Hafen von Kingstown, der Hauptstadt von St. Vincent und den Grenadinen. Von außen besehen ist es ein ganz normales Schiff. Doch auf dem Schiff, das von der evangelikalen Organisation “Operation Mobilisation” geführt wird, dreht sich alles um Bücher. Ein ganzes Deck der ehemaligen Fähre ist ein ausgedehnter Bücherladen mit etwa 5000 verschiedenen Titeln. Im Deck darunter befindet sich das Bücherlager, in dem bis zu 800 000 Bücher verstaut sind. Auch die Besatzung ist ungewöhnlich: Etwa 400 Freiwillige aus 60 Nationen halten den Betrieb an Bord am Laufen. Und das nicht nur unentgeltlich, sie zahlen auch noch bis zu 25 Euro pro Tag dafür.

Wenn das Schiff nicht gerade im Hafen von Kingstown liegt, bereist es die ganze Welt. Das Missionswerk “Operation Mobilisation” befördert seit den 1970er-Jahren Bücher auf Schiffen in Regionen, in die sie sonst nicht kämen.

Sonntag, 27.09. / 12:30 Uhr / Druckfrisch ~ Neue Bücher mit Denis Scheck
(Erstsendung: 13.09.2020)
ARD/WDR

Orientierung im Bücherdschungel verspricht Denis Scheck. Scheck besucht Schriftsteller, stellt Neuerscheinungen vor und spart dabei weder an Lob, noch an Kritik.

Seine bissigen und humorvollen Kommentare zu den Büchern der Spiegelbestenliste aus der Kölner Bücherhalle sind beliebt und gefürchtet. Im persönlichen Gespräch entlockt er Autoren aktueller Bestseller interessante Hintergründe zu ihren Werken.

Sonntag, 27.09. / 20:15 Uhr / 3satFestival ~ Erwin Pelzig: Weg von hier
3satFestival Mainz, September 2019
Regie: Volker Weicker
3sat

“Weg von hier” – mit diesen Worten beginnt so manche Flucht. Auch die aus der harten Realität in die virtuellen Filterblasen der Gleichdenkenden.

Frank-Markus Barwasser lässt sein Alter Ego Erwin Pelzig an den Schutzmauern von Klischees, Ignoranz und Vorurteilen rütteln. Dahinter lauern Abgründe, aber auch neue Erkenntnisse. Eine davon: Wissen ist ein guter Anfang, um geistige Fluchtursachen zu bekämpfen.

Eine Flucht ist keine Reise. Wohin sie führt, ist erst mal zweitrangig. Hauptsache: Weg von hier! Wer von Flucht spricht, denkt an Krieg, Vertreibung und Verfolgung. An die “Flüchtlingskrise” und an den Traum von einem besseren Leben. Flucht ist, wenn alles besser scheint als der Status quo. Mancher flüchtet gar, ohne sich zu bewegen. So war es schon immer: Als die Aufklärung viele Menschen überforderte, folgte eine kulturelle Flucht in die Romantik.

Heute bieten uns Medien, soziale Netzwerke und virtuelle Filterblasen mehr Zufluchtsorte denn je. Es sind scheinbare sichere Orte, eine gefühlte Wirklichkeit der Gleichdenkenden. Schutzräume vor einer globalisierten Welt, einer manchmal unerträglich komplexen Realität.

In diesem Rückzugsräumen herrscht jedoch ein gefährliches Klima. Abschottung kann nicht die Lösung sein, findet Frank-Markus Barwasser, und schickt sein Alter Ego Erwin Pelzig auf den Weg, die Flucht-Ursachen zu bekämpfen. Es ist eine scharfsinnige, brutale, tragikomische Reise. Was er findet, sind tiefe Abgründe, erschreckende Zusammenhänge, aber auch jede Menge hilfreicher Erkenntnisse. Auf seine unnachahmliche Art erzählt die Kunstfigur mit Hut und Handtasche scheinbar naiv und umso präziser aus der großen weiten Welt von Korruption, Lobbyismus, Populismus und krachender Dummheit.

Frank-Markus Barwasser ist einer der großen Aufklärer unserer Zeit, ohne jemals zu belehren. Sein Pelzig ist das trojanische Pferd, mit dem er sich hinter die Grenzen allzu bequemer Denkmuster schleicht und dann pointenreich zuschlägt. 90 Minuten nimmt er das Publikum mit auf die Reise, immer unterwegs, und doch ganz im Hier und Jetzt.

Montag, 28.09. / 01:40 Uhr / Kulturpiloten
ZDF

Das digitale Kulturangebot des ZDF präsentiert ein Best-of seiner Formate – von Musik und Theater über Kino, Gaming, Design und Literatur bis hin zu aktuellen Debatten.

Künstler führen durch ihre Städte und lassen neue Kunstwerke entstehen. Musiker bieten einen Einblick hinter die Kulissen, und Schauspieler inszenieren bekannte Stücke in radikaler Kurzform. Was die Gesellschaft bewegt, wird auf Augenhöhe diskutiert.

Die “Kulturpiloten” bringen Kultur spielerisch in den Alltag – ohne zu belehren.

Freitag, 02.10. / 14:45 Uhr / Geheimnisvolle Orte: Clärchens Ballhaus
Film von Maria Wischnewski
(Erstsendung: 21.11.2017)
ARD/RBB

Heinrich Zille, Alfred Döblin und Otto Dix sollen hier verkehrt haben. Prominenz mischt sich auch heute unter die Schwoofenden. Doch nur wenige kennen die Geschichte von Clärchens Ballhaus.

Der Film blickt hinter die Kulissen des Hauses, in dem mehr als 100 Jahre Berliner Geschichte schlummern, lässt prominente Alt- und Wahlberliner zu Wort kommen – darunter Katharina Thalbach, Wim Wenders und Max Raabe – und porträtiert die Gründerin, Clara Bühler.

Erstmalig kommt ihr Enkel Hans-Jürgen Meyer zu Wort und wartet mit Filmmaterial und Hintergrundgeschichten vom Ballhaus und seiner Chefin “Clärchen” auf.

Der Regisseur Andreas Kleinert, der seinen ersten Film “Edith bei Clärchen” Mitte der 1980er-Jahre über das Ballhaus drehte, erzählt von den Zeiten, als “Clärchens Ballhaus” noch nicht hip war, sondern eine Art Gegenwelt in Ostberlin darstellte.

Für Katharina Thalbach war das Ballhaus in der Auguststraße schon als Kind ein geheimnisvoller Ort. Früh entdeckte sie für sich den Spiegelsaal, der über Jahrzehnte verschlossen und vergessen war und erst wieder unter den jetzigen Betreibern Christian Schulz und David Regehr entdeckt und geöffnet wurde.

Der Film erzählt nicht nur die bewegende Geschichte des Hauses, sondern zeichnet zugleich auch das Porträt einer starken Frau, die sich mutig und kraftvoll den Schicksalsschlägen der Geschichte entgegenstellte und ihr Ballhaus über ein halbes Jahrhundert durch stürmische, elende, aber auch heitere Zeiten manövrierte.

Heute ist die einst arme und proletarische Gegend um das Ballhaus herum ein angesagtes und teures Viertel. Clärchens Ballhaus liegt wie in einer Zeitkapsel in einer Stadt, die sich ständig verändert, und zeugt noch von einem Berlin, das längst verschwunden ist. Getanzt und nach dem Glück gesucht wird hier – unbeirrt von den Veränderungen draußen – aber noch immer.


Kalenderwoche 41:

Samstag, 03.10. / 3sat Thementag: Deutsche Geschichten

Sonntag, 04.10. / 10:05 Uhr / erLesen
Moderation: Heinz Sichrovsky
(Erstsendung: 22.09.2020)
ORF

In “erLesen” treffen sich Prominente, Star- und Nachwuchsautoren zum etwas anderen Literaturgespräch. Im Fokus stehen zeitgenössische Literatur ebenso wie Krimis, Sachbücher und Ratgeber.

Erfolgsschriftsteller wie Frank Schätzing, Marlene Streeruwitz und Arno Geiger sowie interessante Persönlichkeiten aus dem Kultur- und Literaturbereich wie Sky du Mont, Chris Lohner und Elke Heidenreich präsentieren bei einem Glas Rotwein oder Rivella ihre neuen Romane.

Geplaudert und diskutiert wird über Lieblingslektüre, aktuelles Tagesgeschehen, Historisches und auch über sehr Persönliches.

Heinz Sichrovsky ist einer der profiliertesten Kulturjournalisten Österreichs und profunder Kenner der Literaturszene. Er wartet mit Neuigkeiten und Skurrilem aus der Welt des Buches auf. Seit 2010 moderiert Sichrovsky mit Verve, Charme und einer Prise Ironie die Büchersendung “erLesen”. Was in keiner Sendung fehlen darf: seine pointierten Buchempfehlungen und Neuigkeiten aus der Welt der Literatur.

Sonntag, 04.10. / 10:50 Uhr / Belcea Quartet – Beethovens Streichquartett in Es Dur, Op. 74
Wiener Konzerthaus, 2013
Ensemble: Corina Belcea (Violine I), Axel Schacher (Violine II), Krzysztof Chorzelski (Bratsche) und Antoine Lederlin (Violoncello)
ORF

Mit Spielfreude auf höchstem Niveau und technischer Virtuosität begeistert das Belcea Quartet. 2013 spielten die Musiker Beethovens Streichquartett in Es Dur, Op. 74 im Wiener Konzerthaus.

“Was diese Musik antreibt, ist die Sehnsucht des Menschen nach Freiheit sowie das unstillbare Verlangen, seine eigenen Grenzen zu erweitern und dabei die Wahrheit über sich selbst zu erfahren”, steht im Vorwort zur Aufzeichnung der Beethoven-Streichquartette.

Die rumänische Violinistin Corina Belcea hat gemeinsam mit dem polnischen Bratschisten Krzysztof Chorzelski das Ensemble 1994 gegründet und mit Axel Schacher (Violine) und Antoine Lederlin (Violoncello) komplettiert.

Neue Grenzen lotet das Ensemble auch immer wieder in Bezug auf sein mannigfaltiges Repertoire aus. Der Bogen spannt sich von Uraufführungen über Werke von Dutilleux, Bártok und Britten bis hin zu Schubert und Mozart. Neben den beiden Gründungsmitgliedern Corina Belcea und Krzysztof Chorzelski geben in dieser Hinsicht die französischen Musiker Axel Schacher (Violine) und Antoine Lederlin (Violoncello) wichtige Impulse. Zu Gast in den großen Konzerthäusern der Welt wie dem Concertgebouw Amsterdam, der New Yorker Carnegie Hall, den Salzburger Festspielen sowie dem Stockholm Konserthus begeistert es mit den verschiedenen musikalischen Einflüssen seiner Mitglieder und der technischen Virtuosität.

Am Wiener Konzerthaus ist das Ensemble seit 2010 ebenso “Quartet in Residence” wie an der Guildhall School of Music and Drama in London. Die gesamten Beethoven-Streichquartette haben die Musiker 2012 und 2013 auf ihrem eigenen Exlusiv-Label “Zig-Zag Territoires” aufgenommen.

Sonntag, 04.10. / 11:25 Uhr / Roter Samt und Bühnenstaub – Die Wiener Staatsoper
Film von Jennifer Rezny
(Erstsendung: 01.06.2019)
ORF

Die Wiener Staatsoper ist einzigartig: Kein anderes Opernhaus der Welt hat so viele Stücke im Repertoire, kaum eines leistet sich heute noch ein so großes Ensemble.

Die Dokumentation “Roter Samt und Bühnenstaub – Die Wiener Staatsoper” schaut hinter die Kulissen der Institution Staatsoper und lässt alle die zu Wort kommen, die das kreative Kraftwerk tagtäglich mit Leben erfüllen – vor und hinter der Bühne.

Die Staatsoper gehört zu Wien wie der grantige Kellner zum Wiener Caféhaus. Seit mehr als 150 Jahren ist das Haus am Ring einer der wichtigsten Kulturbetriebe Österreichs und eines der renommiertesten Opernhäuser der Welt. Jedes Jahr kommen Hunderttausende Besucher aus aller Welt und genießen den Zauber dieser ganz besonderen Location.

Um diesen Zauber entstehen zu lassen, arbeiten von früh bis spät fast 1000 Menschen engagiert vor und hinter den Kulissen im Schichtbetrieb. Sie sind der Atem, die Seele, der Pulsschlag des Hauses. Um Chaos zu vermeiden und insgesamt mehr als 50 Opern im Jahr auf die Bühne zu bringen, braucht es ein streng hierarchisches System. Zeitdruck und Lampenfieber sind Alltag – und doch strahlen die meisten Mitarbeiter, von der Sängerin bis zum Bühnenarbeiter, spielerische Gelassenheit aus. Darüber hinaus hat man das Gefühl, einem perfekt organisierten Team zu begegnen, das vor Kreativität sprüht und trotzdem mit Bürokratie und Beamtentum der altehrwürdigen Institution Staatsoper zurechtkommt. Das “erste Haus am Ring” ist ein schrulliges und überraschend unglamouröses Universum.

Die Dokumentation “Roter Samt und Bühnenstaub – Die Wiener Staatsoper” taucht in dieses Universum ein und rückt die Menschen ins Rampenlicht, die mit vereinten Kräften jeden Tag den Mechanismus Staatsoper am Laufen halten.

Mit dabei sind unter anderen der musikalische Studienleiter Thomas Lausmann, der frühmorgens das ausgeklügelte Probenplansystem erstellt, mit dem der Arbeitstag in der Oper steht oder fällt, Maestro Suggeritore Mario Perktold, der es sich an seinem winzigen Arbeitsplatz unter der Bühne gern gemütlich macht, Maskenbildnerin Beate Krainer, die nach 25 Dienstjahren immer noch Freude daran hat, Plácido Domingos Kopf zu vermessen, Martin Popp und sein Kollege Hans-Peter Fuchs aus der Herren-Repertoireschneiderei, die wie ein altes Ehepaar sprichwörtlich aus dem Nähkästchen plaudern, und Ensemblemitglied und Sopranistin Daniela Fally, die weiß, dass sich hinter dem Ego einer Sängerin manchmal eine kleine Unsicherheit verbirgt. Außerdem das Dreiergespann vom Schnürboden, genannt Flocke, Schabi und Stefferl, bei denen eigentlich rund um die Uhr der Schmäh rennt, Regieassistent Wolfgang Schilly, dessen größte Liebe die Oper ist, und – last but not least – Feuerwehrmann Franz, der mit stoischer Würde seit nunmehr 35 Jahren seine nächtlichen Kontrollrunden dreht.

Sonntag, 04.10. / 12:10 Uhr / Die Dirigentin Marin Alsop – Botschafterin der Musik
Film von Bernadette Wegenstein
(Erstsendung: 03.11.2019)
ORF

Die US-Dirigentin Marin Alsop ist seit 2019 die erste Frau, die dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien als Chefdirigentin und musikalische Leiterin vorsteht. – Ein Porträt.

Der Film begleitet die Ausnahmekünstlerin während verschiedener musikalischer Aufführungen und zeigt unter anderem privates Videomaterial von der jungen Dirigentin mit ihrem Mentor Leonard Bernstein, dessen Assistentin sie später wurde.

Zu Wort kommen Musiker des ORF Radio-Symphonieorchesters und weiterer Orchester, außerdem die Dirigentin Sylvia Caduff, das große und beflügelnde Vorbild der “Frau am Pult”. Schließlich ist Marin Alsop auch im Gespräch mit jungen Dirigierstudentinnen zu erleben.

Montag, 05.10. / 06:20 Uhr & 09:05 Uhr / Kulturzeit extra: Zeitenwende
Das 3sat-Kulturmagazin von ZDF, ORF, SRF und ARD
Moderation: Cécile Schortmann
(Erstsendung: 02.10.2020)
3sat

Stehen wir vor einer Zeitenwende? “Kulturzeit” fragt in einer “extra”-Ausgabe zum 25-jährigen Jubiläum der Sendung, wie die Corona-Pandemie die Welt verändert hat.

Es könnte alles anders sein – wir müssen es uns nur vorstellen. Davon ist der Sozialpsychologe Harald Welzer überzeugt – er diskutiert mit Cécile Schortmann darüber, im welchem Umbruch sich die Welt befindet und warum utopisches Denken wieder gefragt ist.

Corona wird alles ändern – diesen Satz hat man seit dem Ausbruch der Pandemie oft gehört. Doch hat COVID-19 wirklich alles verändert? Weltweit gehen die Menschen auf die Straße, protestieren gegen korrupte Machthaber, Ungleichbehandlung und den Raubbau an der Natur. Egal ob in USA, Belarus oder im Libanon: In der Corona-Krise kommen zahlreiche Konflikte ans Tageslicht. Die Menschen ziehen die Notbremse und fordern ein grundlegendes Umsteuern. Doch welche Chancen bietet die gegenwärtige Situation für eine nachhaltige Transformation von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft? Welche Rolle spielt dabei unsere eigene Vorstellungskraft?

Montag, 05.10. / 01:50 Uhr / SWR Bigband X Magnus Lindgren – Transitions
(Erstsendung: 01.09.2019)
ARD/SWR

Zum ersten Mal in ihrer Geschichte ernennt die SWR Bigband einen Artist in Residence: den schwedischen Jazz-Saxofonisten, Flötisten, Komponisten und Arrangeur Magnus Lindgren.

Die Sendung zeigt Lindgrens frischen, virtuosen Jazz-Spirit beim “Heimspiel-Konzert” mit der Bigband am 18. März 2018 in der Phoenixhalle des Römerkastells Stuttgart. In lockerer und intimer Atmosphäre sind mehrere Arrangement-Uraufführungen zu hören.

Auf gemütlichen Sesseln und Sofas kommt das Publikum der Band, die auf kleinen Podesten statt auf einer großen Bühne spielt, sehr nahe.

Montag, 05.10. / 03:00 Uhr / PULS Festival 2019 (1/2 ~ Best of 1
Mit den Bands “Bombay Bicycle Club” (Großbritannien), Alice Phoebe Lou (Südafrika), Roberto Bianco & Die Abbrunzati Boys (Deutschland), International Music (Deutschland), Umme Block (Deutschland) und Pauls Jets
ARD/BR
(Erstsendung: 12.12.2019)

Rock, Elektro-Pop, Hip-Hop und das Münchner Rundfunkorchester: Beim “PULS Festival” spielen einige der aktuell besten Bands in den Orchesterstudios des Bayerischen Rundfunks in München.

3sat zeigt ein zweiteiliges “Best of” vom “PULS Festival 2019”. Im ersten Teil sind mit dabei: Bombay Bicycle Club, Alice Phoebe Lou, Roberto Bianco & Die Abbrunzati Boys, International Music, Umme Block und Pauls Jets.

Zu den Highlights 2019 gehörte sicherlich das Comeback-Konzert der Londoner Indieband Bombay Bicycle Club, deren viertes Album “So long, See You Tomorrow!” 2014 in Großbritannien auf Platz 1 einstieg und die nun 2020 nach einer längeren Pause ihr fünftes Album “Everything Else Has Gone Wrong” veröffentlicht.

Auch hat sich beim “PULS Festival 2019” endlich die Möglichkeit geboten, die südafrikanische Singer-Songwriterin Alice Phoebe Lou live zu erleben – mit den gefühlvollen Songs ihres überragenden Albums “Paper Castles” tourt sie 2019 auf der ganzen Welt. Für viel Euphorie beim Publikum sorgte auch die Italo-Schlager-Band Roberto Bianco & Die Abbrunzati Boys aus Augsburg.

Die holzvertäfelten Orchesterstudios vom BR-Funkhaus in München sind das perfekte Setting für stimmungsvolle Livekonzerte. Deshalb findet dort auch seit vielen Jahren immer am letzten Novemberwochenende das “PULS Festival” statt – mit einer spannenden Mischung aus namhaften Musik-Acts und gehypeten Newcomern.

Montag, 05.10. / 04:30 Uhr / PULS Festival 2019 (2/2): Best of 2
Mit den Bands “Lisa Morgenstern und das Münchner Rundfunkorchester (Deutschland), Electric Guest (USA), Majan (Deutschland), Seda (Deutschland), Endlich Rudern (Deutschland), Angela Aux (Deutschland) und Yellow Days (Großbritannien)
(Erstsendung: 19.12.2019)
ARD/BR

Im zweiten Teil gibt es Interviews und Konzert-Highlights von: Lisa Morgenstern und das Münchner Rundfunkorchester, Electric Guest, Majan, Seda, Endlich Rudern, Angela Aux, Yellow Days.

Ein Höhepunkt war 2019 das Konzert der Berliner Sängerin und Pianistin Lisa Morgenstern mit dem Münchner Rundfunkorchester. Umjubelt waren auch der Auftritt des kalifornischen Elektro-Pop-Duos Electric Guest sowie die Show des jungen Schorndorfer Rappers Majan.


Kalenderwoche 42:

Samstag, 10.10. / 19:20 Uhr / Soundtrack der Freiheit
Musik-Dokumentation zum Mauerfalljubiläum
3sat
Film von Katarina Schickling
(Erstsendung: 09.11.2019)

Musik aus Ost und West beflügelte den Aufbruch zur Zeit des Mauerfalls 1989. Die Dokumentation spürt den Hymnen und Hoffnungen von damals nach und fragt, was daraus wurde.

Anna Loos erzählt erstmals von ihrer Flucht als 17-Jährige im Jahr 1988. Mit dabei sind Musiklegenden wie Silly, Uschi Brüning, Wolfgang Niedecken und Klaus Meine, der junge Shootingstar Felix Jaehn sowie Lenny Kravitz.

Als in der Nacht des 9. November 1989 die Mauer zwischen den beiden deutschen Staaten fiel, glaubten die Menschen an eine neue Zeit: an Freiheit und an Frieden über alle Grenzen hinweg. Es waren Musiker, Rockstars aus Ost und West, die die Kräfte dieser Zeit ausdrückten, die Menschen verbanden – ein Soundtrack der großen Hoffnungen. 30 Jahre später jedoch sind Mauern nicht verschwunden. Und in Deutschland sind “Ost” und “West” noch immer nicht nur Himmelsrichtungen.

Was waren die Hoffnungen der Musiker und Musikerinnen damals, im Herbst ’89? Was wurde daraus? Welche Rolle können ihre Hymnen heute spielen? Und wie sehen Millennials die alten und neuen Mauern?

Die Dokumentation “Soundtrack der Freiheit” erzählt Geschichten von verlorenen Träumen, aber auch von neuen Visionen und davon, was Musik erreicht, wo Worte ins Leere laufen. Sie spürt der Sehnsucht nach Freiheit in großen Songs und intensiven Gesprächen nach. Anna Loos erzählt ihre deutsch-deutsche Geschichte und führt durch “ihr Berlin”.

Samstag, 10.10. / 20:15 Uhr / 3satFestival 2020: Milky Chance
3satFestival, September 2020
Regie: Volker Weicker
Erstausstrahlung
ZDF/3sat

Milky Chance steht für Global Pop. Sie gehören zu den wenigen deutschen Bands, deren Musik auch im Ausland wahrgenommen, ja, gefeiert wird. Sie sind ein musikalisches Phänomen.

Denn Philipp Dausch und Clemens Rehbein touren auf dem kompletten Erdball, spielen auf allen Kontinenten und werden überall begeistert empfangen – von Australien bis Alaska, von Tasmanien bis Coachella.

Sie treten in US-Late-Night-Shows von Jimmy Kimmel, Jimmy Fallon oder Conan O’Brien auf, Hunderte Livekonzerte weltweit stehen zu Buche, genauso wie Gold- und Platin-Auszeichnungen in den unterschiedlichsten Ländern. Von hundert Millionen Klicks und Streams nicht zu reden.

Philipp und Clemens begegneten sich noch zu Schulzeiten in der nordhessischen Provinz, in Kassel. Die Chemie stimmt. Aus der viralen Sensation der Anfangstage sind etablierte Künstler geworden, die als Musiker, Songwriter und auch als Menschen gereift sind.

Milky Chance haben in den vergangenen Jahren versucht, ihren einzigartigen Global Pop weiter zu entwickeln und gleichzeitig ihrem Stil treu zu bleiben. Stilistisch starteten sie mit einem smoothen hochästhetischen Minimalismus, um sich dann zu einem bewusst breiten Panorama-Pop mit viel Platz für die Produktion zu bewegen.

Heute haben sie das Kunststück fertiggebracht, die beiden Pole zu verbinden, und sind zu echten Songwritern herangereift. Verwendung findet alles, was Spaß macht: Offbeat, analoge Synthies, Hip-Hop, Sampling, da gibt es keine Grenzen. Die Melodien bleiben hängen, und die Gemütslage entspannt sich.

Samstag, 10.10. / 21:15 Uhr / 3satFestival 2020: Joy Denalane
3satFestival, September 2020
Regie: Volker Weicker
Erstausstrahlung
ZDF/3sat

Sie ist eine der erfolgreichsten und spannendsten Künstlerinnen, hat deutsche Popmusik mit ihrer einzigartigen Soul-Stimme veredelt und meldet sich jetzt mit neuer Musik zurück.

Joy Denalane präsentiert ihr aktuelles Album “Let Yourself Be Loved”. Sie feiert damit eine ganz besondere Premiere, denn zum ersten Mal veröffentlicht eine deutsche Künstlerin ein Album beim legendären Motown-Label. Denalane hat ein Soul-Statement aufgenommen.

Ein musikalisches Meisterwerk, auf dem die Sängerin souverän alle Stränge ihres bisherigen Wirkens zusammenführt und so das nächste Kapitel einer außergewöhnlichen Künstlerin, Kämpferin und Geschichtenerzählerin aufschlägt.

In ihrer beeindruckenden Karriere hat Joy Denalane es immer geschafft, das Publikum mit emotionalen, authentischen und lebensnahen Songs in ihren Bann zu ziehen. Das aktuelle Werk der gebürtigen Berlinerin ist zu gleichen Teilen Selbstbehauptung, Ahnenforschung und Hommage an die großen Klassiker des Genres.

Motown steht seit den 50er-Jahren für Größen wie Marvin Gaye, Stevie Wonder und Michael Jackson und hat enormen Einfluss auf die Popkultur. Die Musik von Künstlerinnen wie Amy Winehouse, Adele oder Erykah Badu wäre ohne Motown undenkbar. Mit ihrem ersten Motown-Release tritt Joy Denalane nun auch formell in den Kreis der größten Soul-Sängerinnen aller Zeiten.

“Ich wollte ein ganz klassisches Soul-Album machen”, sagt Joy Denalane. “Stilistisch wollte ich mich in der Phase von Ende der Sechzigerjahre bis ungefähr 1973 bewegen.” Es gibt auf diesem Album dramatisch flirrende Arrangements, aber auch das Schwelgerische und die himmlischen Melodien, die man mit dieser Musik assoziiert.
Dieser Sound war im Hause Denalane allgegenwärtig. Die junge Joy verbrachte unzählige Stunden vor den väterlichen Plattenregalen und kannte die meisten Werke, auf die sie sich jetzt bezieht, noch bevor sie lesen oder schreiben konnte. Die Soul-, Jazz- und Funk-Platten des Vaters haben sie als Person früh geprägt und die musikalische Richtung definiert, in die sie sich als Künstlerin bewegen würde.

Samstag, 10.10. / 22:15 Uhr / Kaminer Inside: Spanische Hofreitschule
Film von Nadja Kölling
Erstausstrahlung
3sat

Die Spanische Hofreitschule in Wien ist ein kulturelles Juwel Österreichs. Seit über 450 Jahren wird hier die Hohe Schule der klassischen Reitkunst in absoluter Perfektion gepflegt.

Das weiße Ballett, 70 prachtvolle weiße Lipizzanerhengste, residiert mitten in der Stadt. Ihre Bühne ist der schönste Reitsaal der Welt. Der Schriftsteller Wladimir Kaminer geht hinter den Kulissen dieser einmaligen Kulturinstitution auf eine spannende Entdeckungstour.

Mehr als 300 000 Besucher bewundern jedes Jahr die Künste der Hochleistungspferde in der barocken Winterreithalle im Michaelertrakt der Wiener Hofburg, erbaut unter Karl dem VI. im 18. Jahrhundert. Es ist ein fast mystischer Ort, der scheint, als sei er aus der Zeit gefallen. Tradition steht über allem an der Spanischen Hofreitschule: Von der Uniform bis zur Ausbildung, alles ist genau festgelegt und geregelt.

Wladimir Kaminer erhält exklusive Einblicke in die Abläufe an der “Spanischen”, wie die Wiener zu sagen pflegen. Er ist unter anderem bei den ersten Sprungversuchen einer jungen Bereiteranwärterin – also einer Auszubildenden – dabei, trifft Gestütsleiter und Zuchtmeister, Oberbereiter und die Direktorin der Schule. Außerdem besucht er auch den Hutmacher, der die berühmten Zweispitze fertigt – genau so wie vor 200 Jahren.

Die Hohe Schule der Reitkunst, das ist Pferdedressur im höchsten Schwierigkeitsgrad. Die Tiere vollbringen die Übungen mit scheinbar spielerischer Leichtigkeit. Unmerklich für den Zuschauer, auf Schenkeldruck, lassen die Bereiter ihr Pferd zu unglaublichen Sprüngen ansetzen. Die Wurzeln des klassischen Renaissanceprogramms reichen bis in die griechische Antike zurück. Seit 2016 gehört die Klassische Reitkunst der Spanischen Hofreitschule zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO.

Hinter dem ganzen Glanz steckt harte Arbeit. Die Ausbildung ist anspruchsvoll, langwierig und streng hierarchisch, für die Pferde wie die Menschen. Rund acht bis zehn Jahre dauert die reiterliche Ausbildung vom Eleven zum Bereiter, die der Pferde meist sogar noch länger, nämlich mindestens zehn Jahre.

Vor vier Wochen wurde Elevin Paula Behrens zur sogenannten Bereiteranwärterin ernannt, ein großer Erfolg, denn rund 80 Prozent der Eleven scheitern auf ihrem Weg. Paula Behrens reitet seit ihrem siebten Lebensjahr, und trotzdem verbringt sie jetzt mindestens zwei Jahre an der Spanischen allein damit, den perfekten Sitz zu trainieren. Zu ihren Aufgaben gehört auch die Ausbildung eines Junghengstes. Nur wenn sie es schafft, ihn für die Vorführungen zu schulen, kann sie selbst Bereiterin werden.

Das Wissen um die Hohe Schule der klassischen Reitkunst wird bis heute ausschließlich mündlich weitergegeben, von Generation zu Generation. Paulas Ausbilder Herbert Seiberl reitet schon seit 30 Jahren an der Spanischen, seit einem Jahr ist er Oberbereiter. Immer und immer wieder werden dieselben Bewegungsabläufe trainiert, bis zur Perfektion. Fast alle Bereiter besitzen auch noch ihre eigenen Pferde. Nach der Arbeit an der Spanischen fährt er nach Hause in seinen Stall. “Mein Beruf ist meine große Leidenschaft. Ein Leben ohne Pferde ist für mich nicht vorstellbar, schon seit Kindesbeinen ist das das Einzige, was ich immer wollte”, sagt Seiberl.

Erst seit 2008 sind Frauen überhaupt zugelassen an der Spanischen Hofreitschule, 2016 wurde die erste Frau zur Bereiterin ernannt. Seit einem Jahr leitet Sonja Klima die Geschicke der altehrwürdigen Institution: “Traditionen sind wichtig und sollen auch beibehalten werden, aber diese Traditionen sollen auch in das nächste Jahrhundert geführt werden. Darum ist es sehr, sehr wichtig, dass hier auch Frauen Bereiterin werden dürfen oder Elevin, und das ist auch ein Schritt in die Zukunft.”

Wladimir Kaminer reist auch in die Kinderstube der Lipizzaner – nach Piber in der Steiermark, zum Gestüt der Spanischen Hofreitschule. Gestütsleiter Erwin Movia führt ihn herum, zeigt ihm, wie die Pferde aufwachsen und trainieren – und weiht ihn ein in die Geheimnisse der Zucht. Die Lipizzaner bilden die älteste Kulturpferderasse der Welt und gelten als besonders lernwillig, intelligent und sensibel.

1580 ließ der österreichische Erzherzog Karl II. spanische Hengste mit dort heimischen schweren Karststuten anpaaren, damals noch im slowenischen Lipiza, daher stammt auch ihr Name. Über Jahrhunderte wurden sie züchterisch optimiert, bis heute. Noch immer werden die Zuchtbücher handschriftlich geführt, das älteste stammt aus dem Jahr 1729. Besonders herausragende Deckhengste werden regelmäßig aus Wien zurück nach Piber gebracht, um die Zucht weiter zu perfektionieren. Nur die talentiertesten Junghengste gehen dann zur Ausbildung nach Wien. Erwin Movia hat sein ganzes Leben den Lipizzanern verschrieben: “Wenn Du ihnen in die Augen schaust, kannst du in ihre Seele blicken”, meint er.

Samstag, 10.10. / 05:45 Uhr / Pionierleistungen – 50 Jahre Neue Vorarlberger Bauschule
Film von Ingrid Bertel
(aus der ORF-Reihe “Österreich-Bild”)
(Erstsendung: 02.09.2018)
ORF

Es war ein in Europa einzigartiger Aufbruch: Vor etwa 50 Jahren schufen mutige Architekten, weitblickende Bauherren und kreative Handwerker gemeinsam die Neue Voralberger Bauschule.

Heute strahlt sie weit über die Landesgrenzen hinaus. Es begann mit den radikal neuen Holzbauten von Hans Purin und Rudolf Wäger, die der Zersiedelung der Landschaft durch Reihenhäuser mit äußerst geringem Bodenverbrauch in einer modernen Formensprache begegneten.

Es setzte sich fort mit den Baugruppenprojekten der Cooperative Dornbirn, die mit hohem Selbstbauanteil Modelle für erschwinglichen Wohnraum schuf. Die Neue Voralberger Bauschule fand in Hermann Kaufmann einen Architekten, der zum Pionier des Systembaus mit ökologischen Baustoffen wurde und mit dem Illwerke Zentrum Montafon das weltweit größte Bürogebäude in Holzhybridbauweise plante.

Was sind die Lehren aus dieser Bauschule? Wie geht eine junge Generation mit ihren Werken um? Und wie können sie weiterentwickelt werden? Was einst als “konstruktive Provokation” begann, ermöglicht heute einen Blick in die Zukunft hochqualitativen und dabei kostengünstigen Bauens.

Sonntag, 11.10. / 10:05 Uhr / CIVIS Medienpreis 2020
Moderation: Aminata Belli
ARD/WDR

Europas bedeutendster Medienpreis für Integration und kulturelle Vielfalt CIVIS zeichnet 2020 erneut Programmleistungen in Film, Fernsehen, Radio, Internet und Kino aus.

Aminata Belli moderiert die Verleihung. Außerdem werden prominente Laudatoren die Preisträger der sechs Kategorien würdigen. Ein Preisträger steht bereits fest: Mit dem “Young C. Award” ausgezeichnet wird Arkadij Khaet von der Filmakademie Baden-Württemberg.

Am CIVIS-Wettbewerb 2020 haben über 900 Programme aus 22 EU-Staaten und der Schweiz teilgenommen. Sie setzen sich auf ganz unterschiedliche Art und Weise mit Themen wie der Flucht nach Europa, Rassismus und Antisemitismus auseinander; aber sie handeln auch von Strategien gegen Hass und Gewalt und für das friedliche Zusammenleben vieler Menschen unterschiedlicher Herkunft und Prägung.

Zu den 13 Nominierten zählen Programme von ARTE, Bayerischem Rundfunk, Deutschlandfunk, France Télévisions, Mitteldeutschem Rundfunk, Österreichischem Rundfunk, Schweizer Radio und Fernsehen, Südwestrundfunk, Westdeutschem Rundfunk und ZDFneo/funk. Eine lobende Erwähnung erhält die Deutsche Welle.

Mit Blick auf die Corona-Pandemie findet die Preisverleihung nicht wie gewohnt als Gala im Auswärtigen Amt in Berlin statt, sondern im Rahmen einer neu konzipierten Fernsehsendung.

CIVIS zeichnet seit über 30 Jahren Programmleistungen im Film, Fernsehen, Radio, Internet und Kino aus, die das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft fördern.

Sonntag, 11.10. / 11:05 Uhr / Literaturclub
(Erstsendung: 06.10.2020)
SRF

„Literaturclub” diskutiert die neuesten literarischen Entdeckungen und gibt Orientierungshilfe im Buchmarkt.
In der Gesprächssendung werden jeweils vier bis fünf Neuerscheinungen besprochen.

Sonntag, 11.10. / 12:20 Uhr / Johannes Brahms: Sinfonie Nr. 4 e-Moll op. 98
Das Orchestra della Svizzera italiana spielt Brahms
Erstausstrahlung
SRF/3sat

Die letzte Sinfonie aus der Feder von Johannes Brahms komponierte er in der Steiermark. 1885 uraufgeführt, zählt sie zu den beliebtesten und meistgespielten Orchesterwerken des Musikers.

Zu Anfang stieß das Werk wegen seines kompromisslosen, dichten Charakters auf Befremden. Johannes Brahms hegte ebenfalls Bedenken. Er verglich sein eigenes Werk zu Beginn mit den Kirschen der Steiermark, die nicht richtig reif werden. Doch seine Zweifel verflogen bald.

Die Symphonie stieß auf große Akzeptanz und erfuhr eine schnelle und große Verbreitung. Unter der Leitung des deutschen Dirigenten Markus Poschner spielt das Orchestra della Svizzera italiana die Sinfonie in der Konzerthalle in Lugano (LAC).

Sonntag, 11.10. / 16:50 Uhr / Das Wirtshaus im Spessart
Spielfilm, BRD 1957
ARD

Komtess Franziska: Liselotte Pulver
Räuberhauptmann: Carlos Thompson
Räuber Knoll: Wolfgang Neuss
Räuber Funzel: Wolfgang Müller
Zofe Barbara: Ina Peters
Regie: Kurt Hoffmann
Länge: 96 Minuten

Komtess Franziska ist mit ihrem Verlobten Baron Sperling unterwegs nach Würzburg, als ihre Kutsche im nächtlichen Spessart liegen bleibt. – Ein Lustspiel, frei nach Wilhelm Hauff.

Im Gegensatz zu dem ängstlichen Sperling zeigt die junge Dame sich nicht sonderlich beunruhigt, sondern folgt arglos dem Rat zweier Galgenvögel, in einem nahen Wirtshaus Quartier zu beziehen. Das ist natürlich eine Räuberhöhle.

Das Gesindel hat es auf die Komtess abgesehen. 20 000 Gulden Lösegeld soll Graf Sandau für sein Töchterchen berappen. Als die Bande triumphierend abzieht, ahnt keiner der Burschen, dass man zwar eine echte Zofe, aber die falsche Komtess hat. Franziska hat nämlich heimlich mit dem jungen Wanderburschen Felix die Kleider getauscht und ist längst verschwunden. Als ihr Vater sich weigert, das Lösegeld zu bezahlen und stattdessen das Räubernest vom Militär ausheben lassen will, treibt es die kecke Komtess allerdings zurück in den Schlupfwinkel der Bande.

Verkleidet schafft sie es schnell, Bursche des schmucken Räuberhauptmanns zu werden. Er gefällt ihr viel besser als der fade Sperling, und so hat sie überhaupt nichts dagegen, dass er sie nach manch aufregenden Abenteuern auf seine Weise davor bewahrt, den ungeliebten Baron heiraten zu müssen.

“Das Wirtshaus im Spessart”, sehr frei nach Wilhelm Hauff, gehört zu den erfolgreichsten Filmlustspielen Kurt Hoffmanns. Drei Jahre später drehte er die Fortsetzung “Das Spukschloss im Spessart”.

Sonntag, 11.10. / 18:30 Uhr / Museums-Check mit Markus Brock ~ Von der Heydt-Museum, Wuppertal
Erstausstrahlung
ARD/SWR/3sat

Zu einem Rendezvous mit den “Stars der Sammlung” lädt das Wuppertaler Von der Heydt-Museum bis 3. Oktober 2021 in seiner Sonderausstellung ein.

Moderator Markus Brock und sein prominenter Gast Ann-Kathrin Kramer erleben beim Rundgang ein tête-à-tête mit Meisterwerken von Künstlern wie Pierre-Auguste Renoir, Vincent van Gogh, Pablo Picasso, Oskar Kokoschka und Max Beckmann.

Seine kostbare Kunstsammlung verdankt das Museum den Wuppertaler Bürgern, insbesondere der Bankiersfamilie Von der Heydt. Deren Namen trägt das Städtische Museum seit 1961 aus dankbarer Verbundenheit. Durch Schenkungen und Ankäufe ist im Lauf der Jahre eine beeindruckende Sammlung gewachsen. Heute umfasst sie rund 3000 Gemälde, 500 Skulpturen und 30 000 Grafiken, beginnend vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart.

“An die Schönheit”, so lautet der Titel der Sonderausstellung, der dem gleichnamigen Gemälde von Otto Dix entliehen ist. Der Ausstellungsparcours führt durch die wichtigsten Epochen und Stilrichtungen der vergangenen 200 Jahre. Einen Schwerpunkt der Präsentation bilden die Impressionisten mit Werken von Claude Monet, Paul Cézanne und Paul Gauguin. Pariser Großstadtatmosphäre klingt bei Edgar Degas und Henri de Toulouse-Lautrec an, die in ihren Bildern nicht nur den Schein des illustren Lebens, sondern auch die Abgründe der Existenz entlarven.

Paris spielte auch im Leben der Malerin Paula Modersohn-Becker eine wichtige Rolle. Sie brach aus der Enge der Künstlerkolonie Worpswede in die pulsierende Metropole auf, wo sie – wie Picasso – Inspiration durch die moderne französische Kunst erhielt. Ihre Werke zählen neben denen von Max Kirchner, Oskar Kokoschka, Edvard Munch und Alberto Giacometti zu den weiteren Highlights der Ausstellung.

Aber auch “fantastische” Begegnungen machen Markus Brock und Ann-Kathrin Kramer mit Gemälden der Surrealisten Max Ernst und Salvador Dalí.

Mit der Kunst kam die in Wuppertal geborene Ann-Kathrin Kramer schon früh in Berührung. Ihre Eltern sind freischaffende Maler und Bildhauer. Sie selbst hegte schon als Kind den Wunsch, Schauspielerin zu werden, machte aber zunächst eine Ausbildung zur Schauwerbegestalterin, bis sie mit 24 Jahren an die Schauspielschule nach München ging. Heute zählt sie zu den bekanntesten deutschen TV-Darstellern und überzeugte in der Krimireihe “Das Duo” ebenso wie im Drama “30 Tage Angst”. Hin und wieder spielt sie auch an der der Seite ihres Mannes Harald Krassnitzer, etwa in der Familienkomödie “Eltern allein zu Haus”. Mit ihm lebt sie heute wieder in der Nähe von Wuppertal. Das Von der Heydt-Museum, dessen Anfänge ins 19. Jahrhundert zurückreichen, kennt sie seit Kindertagen.

Sonntag, 11.10. / 01:05 Uhr / Foreigner: Live – 40th Anniversary
Regie: Skip Masters
3sat

Im Mai 2017 starten Foreigner ihre “40th Anniversary Tour” mit zwei ausverkauften Konzerten im schweizerischen Luzern, begleitet vom 21st Century Symphony Orchestra und Chor.

Gründungsmitglied Mick Jones hat mit dem Komponisten Dave Eggar die beliebtesten Foreigner-Songs neu arrangiert und zusammen mit Dirigent Ernst van Tiel für das 58-köpfige Orchester und den 60-köpfigen Chor eingerichtet. Die Fans sind begeistert.

Das 21st Century Symphony Orchestra ist eines der größten Orchester der Schweiz und spezialisiert auf Filmmusik. 2007 arbeiten die Musiker zusammen mit dem Komponisten Howard Shore und gehen 2008 mit der kompletten Live-Aufführung seiner “Der Herr der Ringe”-Filmmusik auf Welttournee. Daran anschließend folgen Tourneen mit der Musik der Blockbuster “Fluch der Karibik” und “Star Trek”.

“Juke Box Hero”, “Cold as Ice” und “I Want to Know What Love Is” sind nur drei Beispiele für Foreigner-Welthits, die sich 1976 in New York um Gitarrist Mick Jones und Sänger Lou Grammatico aka Lou Gramm formieren. Gleich die ersten beiden Alben “Foreigner” und “Double Vision” machen aus der Band in den USA die Stars des Mainstream-Rocks. Mit ihrem vierten Album “4” schaffen sie auch den internationalen Durchbruch, und 1984 stürmt die Single “I Want to Know What Love Is” alle Hitparaden. Ende der 1980er-Jahre glaubt Lou Gramm an einen Soloerfolg und verlässt die Band. Reumütig kommt er 1994 zurück, aber die Musikszene hat sich verändert: Grunge und Britpop bestimmen nun die Hitparaden. 2003 verlässt Sänger Lou Gramm die Band ein zweites Mal und wird zwei Jahre später vom Ex-Hurricane-Shouter Kelly Hansen ersetzt, der sich schnell zur neuen Stimme Foreigners entwickelt.

Sonntag, 11.10. / 02:05 Uhr / Simply Red: Symphonica in Rosso
Ziggo Dome, Amsterdam, Niederlande, 2017
Regie: Job Robbers
3sat

Im Oktober 2017 ist Simply Red Gast bei “Symphonica in Rosso” in Amsterdam. Seit 2006 treten dort Superstars wie Sting, Lionel Richie und Diana Ross mit einem Symphonieorchester auf.

Die Farbe Rot ist das Erkennungsmerkmal der aufwendigen Show, die mit Mick Hucknall alias Simply Red den Großmeister des Blue-Eyed-Soul-Pop präsentiert. Das Publikum feiert den Sänger und seine Hits wie “Holding Back the Years” und “Something Got Me Started”.

1984 gründet Sänger Mick Hucknall die Band Simply Red und macht mit seinem Blue-Eyed-Soul-Pop Weltkarriere. Er wird mit zwei Brit Awards ausgezeichnet und hat bisher 50 Millionen Tonträger verkauft. 2010 soll damit Schluss sein, die Band geht auf große Abschiedstour, und Mick Hucknall erhält die Goldene Kamera für sein Lebenswerk. 2014 kommt überraschend der Rücktritt vom Rücktritt, Simply Red gehen auf Welttournee und veröffentlichen 2015 das Album “Big Love”.

Zum zehnten Jubiläum der “Symphonica in Rosso”-Reihe ist der rothaarige Mick Hucknall natürlich ein äußerst passender Gast. Auf die Frage, was für ihn das Besondere bei der Zusammenarbeit mit einem Orchester sei, sagt Mick Hucknall 2016 in einem Interview im niederländischen Fernsehen: “It’s the Magic of the Sound. So when you’re standing in front, you just hear this huge sound. It’s just so beautiful.”

Sonntag, 11.10. / 02:50 Uhr / Pet Shop Boys: Inner Sanctum
Royal Opera House, London, Großbritannien, 2018
Regie: David Barnard
3sat

Im Juli 2018 gehört das Royal Opera House in London für vier Konzerte den Pet Shop Boys. Sie präsentieren ihre neue Show “Inner Sanctum” mit Welt-Hits wie “West End Girls” und “Go West”.

“Es tut mir leid, heute Abend gibt es kein Ballett oder eine Oper”, sagt Sänger Neil Tennant auf der Bühne im Royal Opera House, “nur Pop-Kids!” Bescheiden angesichts einer 30-jährigen Karriere, in der die Pet Shop Boys Popmusik und Kunst miteinander verschmelzen.

Konzipiert und inszeniert von der britischen Künstlerin und Designerin Esmeralda “Es” Devlin, präsentiert sich “Inner Sanctum” in vier Akten: Nacht, Sonne, Innen und Euphorie. Sie bilden den Rahmen für einige der inzwischen 42 Chart-Hits und verblüffen das Publikum mit den modernen Mitteln der Bühnen- und Lichttechnik. Dazu gesellen sich Aliens und Tänzer zu einem pulsierenden farbenprächtigen Spektakel.

Auch einige Songs des neuen Albums “Super” sind Teil der Show und beweisen, dass sich der 62-jährige Neil Tennant und der 56-jährige Chris Lowe allen Pop-Konventionen verweigern. Alterslos steht Keyboarder Lowe wie immer regungslos hinter seinem Keyboard, während Tennant in funkelnden Kostümen alle Blicke auf sich zieht.

Sonntag, 11.10. / 04:05 Uhr / Take That: Wonderland
O2 Arena, London, Großbritannien, 2017
Regie: Matt Askem
3sat

Im Juni 2017 spielen Take That sechs ausverkaufte Konzerte in London im Rahmen ihrer “Wonderland Live”-Tour. Über 100 000 Fans sind von dem farbenprächtigen Hit-Spektakel angetan.

Die Tour zum Album “Wonderland” beginnt im Mai 2017 in Birmingham, führt durch England, Irland, Australien, Neuseeland, Israel und die Vereinigten Arabischen Emirate, wo die ausverkaufte Tour der drei Take-That-“Überlebenden” im November 2017 endet.

Nach 25 Jahren im Musikgeschäft wissen Take That genau, wie sie eine Show präsentieren. Seit 2014 zu dritt, steht Gary Barlow im Mittelpunkt des Konzerts, während Howard Donald und Mark Owen sichtlich zufrieden in der zweiten Reihe tanzen und singen. Zusammen verwandeln sie die O2 Arena mit allen Mitteln der modernen Licht- und Bühnentechnik in einen mystischen Ort mit wechselnden Szenen voller Fantasie. Besonders beeindruckt ihr Akustik-Set mit Tabla-Spielern und akustischen Instrumenten. Und die drei verbliebenen Musiker von Take That scheinen sich näher denn je zu stehen. Alles wirkt harmonisch und voller Freude. Man vergisst, dass Robbie Williams jemals dabei war.

1990 gründen fünf junge Männer Take That: Gary Barlow, Howard Donald, Jason Orange, Mark Owen und Robbie Williams. Mit ihrem Debütalbum “Take That & Party” von 1992 beginnt die bahnbrechende Karriere der Popgruppe. Bis heute hat sie über 48 Millionen Tonträger verkauft und stürmt mit ihren Alben und Singles regelmäßig die internationalen Charts. 1996 löst sich die Band auf, sehr zur Bestürzung der vielen jungen, hauptsächlich weiblichen Fans. Umso größer ist die Freude, als sich Take That 2005 wiedervereinigen, allerdings ohne Robbie Williams, der erst 2010 wieder zu seinen früheren Kollegen dazustößt.

Nach einer erneuten Auszeit veröffentlichen Gary Barlow, Howard Donald und Mark Owen 2014 ein neues Album zu dritt, da sich Jason Orange aus der Band zurückzieht und Robbie Williams pausiert. Bis heute besteht Take That in dieser Trio-Besetzung und ist nach wie vor überaus erfolgreich.

Sonntag, 11.10. / 05:05 Uhr / Yello: Live in Berlin
Kraftwerk Berlin, Deutschland, 2017
3sat

Im Oktober 2016, nach über 35 Jahren, geben die Elektropop-Pioniere Yello im ausverkauften Kraftwerk Berlin ein für die Band seltenes Livekonzert in einer multimedialen Inszenierung.

Das Schweizer Duo ist mit fünf Bläsern, Schlagzeug, Percussion, E-Gitarre und drei Backgroundsängerinnen verstärkt. Der 71-jährige Frontmann Dieter Meier steht konzentriert im Rampenlicht, während sein kongenialer Partner Boris Blank die Sampler bedient.

Als Überraschung begrüßt Dieter Meier auch die beiden Sängerinnen Malia und Fifi Rong, die der Show eine weitere Facette verleihen und eine willkommene Abwechslung zu Meiers tiefem Sprechgesang liefern.

Boris Blank komponiert und entwickelt Geräusche und Klänge, bearbeitet die Tracks mit elektronischen und akustischen Instrumenten und krönt das Ganze mit Dieter Meiers markantem Sprechgesang. 1978/1979 in Zürich gegründet, werden Yello 1985 für ihr Album “Stella” mit einer Goldenen Schallplatte in der Schweiz ausgezeichnet und schaffen 1988 in Deutschland mit “The Race” den endgültigen Durchbruch.

“The Race” wird die Titelmusik der Musikvideosendung “Formel Eins”, das Lied “Oh Yeah” untermalt unter anderem bei den “Simpsons” den Auftritt des Duffman, und “Jungle Bill” liefert den Sound zum finalen Rennen im Film “Manta, Manta”. 2014 erhalten die beiden Musiker den ECHO Pop für ihr Lebenswerk.


Kalenderwoche 43:

Samstag, 17.10. / 19:20 Uhr / Pop. Nation. Deutschland
Film von Ralf Rättig
Erstausstrahlung
3sat

Popmusik als Spiegel einer Gesellschaft: 30 Jahre nach der Wiedervereinigung sprechen Musiker in der “Kulturzeit”-Reihe “Pop. Nation. Deutschland” über ihr Verhältnis zu Deutschland.

Acht Musiker unterschiedlichster Genres, aus verschiedenen Generationen und Regionen sprechen und singen zur Lage der Nation. Sie führen aus, wie sie zu ihrem Land stehen und welche Rolle sie für sich und ihre Texte sehen.

Das Verhältnis der Deutschen zu ihrem Land und zu ihrer Sprache hat sich seit der Wiedervereinigung massiv gewandelt. Das lässt sich auf spannende Weise auch an der Musik ablesen: 1990 waren nur 18 der 100 erfolgreichsten Alben des Jahres deutschsprachig. Im Jahr 2017 waren es 68. Deutsch zu singen, das ist heute Standard. Aber ist es selbstverständlich?

Vom Kölschrocker Wolfgang Niedecken bis zum Hamburger Rapper Samy Deluxe, vom Düsseldorfer Punk Sammy Amara (Broilers) bis zur Leipziger Liedermacherin Sarah Lesch, von Elif, nach der Wiedervereinigung in Berlin geboren, bis zu Mal Élevé, der schon mit Irie Révoltés halb deutsch, halb französisch sang, von Frank Spilker, dem Frontmann der Hamburger Schule-Band “Die Sterne”, bis zum Berliner Hip-Hop-Duo “Zugezogen Maskulin” – alle bringen ihre eigene Geschichte mit. Eine Geschichte, die auch immer die der Auseinandersetzung mit der eigenen Sprache, der eigenen Herkunft, dem eigenen Land ist.

Das ist oft genug ein durchgebrochenes Verhältnis: “Wenn Tausende Menschen unseren Song ‘Scheiß auf deutsche Texte’ mitsingen, dann finde ich das erstmal gut. Weil viel zu oft das Gegenteil gegrölt wird – ‘Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein'”, sagt Frank Spilker (Die Sterne) in der “Kulturzeit”-Reihe “Pop. Nation. Deutschland”.

Samstag, 17.10. / 20:15 Uhr / Happy Birthday, Kulturzeit! ~ Die Show
Moderation: Michel Abdollahi
Erstausstrahlung
3sat

Kulturzeit wird 25! Und feiert! Die schönsten Dramen, der größte Zoff, die besten Stoffe als Quiz. Fragen an ein prominentes Rateteam. Künstler und Literat Michel Abdollahi präsentiert.

Die Show lässt in Fragerunden, Gesprächen und Filmen ein Vierteljahrhundert kultureller Weltgeschichte Revue passieren. Als Gäste freuen sich unter anderen Katharina Thalbach und Wladimir Kaminer auf die lustigsten Patzer und die wildesten Kontroversen.

“Es braucht immer Menschen”, sagt der deutsch-iranische Künstler und Schriftsteller Michel Abdollahi, “die Dinge sichtbar machen, die sonst vielleicht unsichtbar bleiben.”

Drei Länder, vier Sender, eine Leidenschaft: Kulturzeit! Seit 25 Jahren geht es der Sendung genau darum: Dinge sichtbar zu machen, Menschen ein Gesicht zu geben. Und das bedeutet, seit 25 Jahren über Literatur, Kunst und Diskurs aus Österreich, Schweiz und Deutschland zu berichten.

“Kulturzeit” ist Vielfalt und Vielstimmigkeit. Die vier “Kulturzeit”-Moderatoren nehmen den Zuschauer mit in die Vergangenheit: Was waren die besten Gespräche? Die größten Streitpunkte? Die kulturellen Highlights? Und wie hat die Kultur über die Jahre den Blick auf uns selbst verändert? Die Show traut sich was, gibt dem Zuschauer das Wort in der Rubrik “Geliebte Kritik” und löst die letzten Rätsel der Kultsendung.

Noch einmal Michel Abdollahi: “Als keiner wusste, was Poetry-Slam ist, hat “Kulturzeit” darüber berichtet. Ich selbst habe mit dem Poetry-Slam angefangen und bin dankbar dafür, dass andere an uns geglaubt haben. Jetzt moderiere ich 25 Jahre Kulturzeit. Happy Birthday!”

Samstag, 17.10. / 21:45 Uhr / Buch, Messe & Zukunft
Eine Reportage zum Bücherherbst
3satThema: Buchmarkt und Corona
Film von Susan Christely und Nil Banu Varol
Erstausstrahlung
3sat

Was bleibt nach Corona vom Buchmarkt und vom Literaturbetrieb, wie wir ihn kennen? Was kann daraus werden, wenn nichts bleibt wie es war?

Die Frankfurter Buchmesse 2020 wird ein Schatten ihrer selbst sein müssen, literarische Veranstaltungen und Festivals in gewohnter Form wird es noch länger nicht geben können, die Umsatzeinbrüche beim Buchverkauf aber halten sich in Grenzen.

Was bedeutet das für Buchhändlerinnen und Buchhändler, Schriftstellerinnen und Schriftsteller und Verlage? Wie gehen sie damit um?

Vor der Frankfurter Buchmesse sind die Perspektiven mäßig: Die Messe wird in einem bislang unvorstellbaren Maß geschrumpft werden, literarische Veranstaltungen, Preisverleihungen und Zusammenkünfte von Autorinnen und Autoren und Publikum wird es nur in kleiner Form und geringem Umfang geben, der Buchverkauf in den Sortimenten ist bislang allerdings weniger eingebrochen als befürchtet. Das sind gemischte Vorzeichen, für das, was auf die literarische Welt zukommen könnte.

Es sind gute Gründe, um mit Buchhändlerinnen und Buchhändlern, Schriftstellerinnen und Schriftstellern, Verlagen und Institutionen darüber zu sprechen, wie es weitergehen könnte, wenn es nicht weitergehen kann, wie wir es gewöhnt sind. Welche neuen Möglichkeiten für die Präsentation von Büchern und ihren Verfasserinnen und Verfassern gibt es, wie weit können digitale Formate dabei nützlich sein? Dienen sie nur der Kommunikation, oder bieten sie auch eine mittelfristig tragfähige finanzielle Überlebensstrategie für Künstler und Publizisten, die oft von Veranstaltungen noch mehr als vom Verkauf der Werke abhängig sind? Wer hat Erfahrungen damit – und ist die Frage nach den Chancen einer digitaler strukturierten Buchwelt im gelebten Moment nicht eine völlige Überforderung für alle Betroffenen?

Redaktionshinweis: Die 72. Frankfurter Buchmesse (14.-18.10.2020) ist coronabedingt eine Sonderedition und wird auf dem Messegelände, dezentral in der Stadt und zeitgleich virtuell stattfinden.

3sat verstärkt in einem Jahr, in dem eine reguläre Durchführung der Buchmesse schwierig ist, seine Programmaktivitäten: Das “3satThema: Buchmarkt und Corona” beschäftigt sich am Samstag, 17. Oktober, um 21.45 Uhr in der Dokumentation “Buch, Messe & Zukunft” mit der Lage auf dem Büchermarkt. Im anschließenden “3satThema Talk” diskutiert Cécile Schortmann mit Gästen über die Zukunft des Buches und die Frage: Ist die Corona-Krise eine Chance?

Am Sonntag, 18. Oktober, zeigt 3sat um 11.00 Uhr “Das blaue Sofa” mit Autorenlesungen – vor Ort in Frankfurt und in Berlin. Am Abend, um 18.00 Uhr, diskutieren Barbara Vinken, Sandra Kegel, Katrin Schumacher und Gert Scobel in “Buchzeit” über ausgewählte Neuerscheinungen auf dem Büchermarkt und geben persönliche Lesetipps.

Außerdem berichtet “Kulturzeit” in der Messewoche vom 12. bis zum 19. Oktober werktäglich jeweils ab 19.20 Uhr über die Trends auf dem Büchermarkt und stellt am Montag, 12. Oktober, den frischgekürten Träger der Deutschen Buchpreises vor.

Samstag, 17.10. / 22:15 Uhr / Der 3satThema Talk
Die Zukunft des Buches – ist die Corona-Krise eine Chance?
Gäste im Gespräch mit Cécile Schortmann
3satThema: Buchmarkt und Corona
Erstausstrahlung
3sat

Die Corona-Krise ist ein Fanal für die Buchbranche. Doch für was steht es – für das Ende oder für einen Aufbruch? Das diskutiert Cécile Schortmann mit ihren Gästen in einem “3satThema Talk”.

Die Runde zieht Bilanz über die Frankfurter Buchmesse 2020, diskutiert die Entwicklungen des Jahres und blickt in die Zukunft: Ist das Buch mit seinen Geschäftsmodellen von Buchmesse bis Lesereise gerüstet für das digitale Zeitalter?

Es gab ein paar Schreckmomente, die Umsatzeinbußen in den Monaten des Lockdowns waren verheerend, doch im Augenblick sieht es so aus, als sei der Buchmarkt mit einem blauen Auge davon gekommen: Die Menschen wollen lesen, gerade auch in Zeiten von Corona. Trotzdem gibt es gravierende Folgen. Die Branche ist im Sicherheitsmodus, viele geplante Titel sind ins nächste Jahr verschoben worden, Lesereisen finden nicht statt. Und die mit großem Kraftaufwand aufrechterhaltene Buchmesse scheint weit unterhalb der selbst gesteckten Ziele zurückzubleiben: Zu viele Aussteller haben abgesagt.

Im (reduzierten) Trubel der Messe versucht Cécile Schortmann mit ihren Gästen aus der Branche innezuhalten und in die Zukunft zu schauen. Wofür braucht man eine Messe im digitalen Zeitalter: Ist sie noch Handelsplatz, oder werden die Geschäfte längst außerhalb arrangiert? Ist sie mit ihren Lesungen und bislang gut 300 000 Besuchern nicht längst schon viel eher ein Event fürs Publikum? Wie sieht die Lesung der Zukunft aus, die das Buch nah an die Menschen heranbringt? Hier gibt es für digitale Formen keinerlei Finanzierungsmodelle, das hat die Krise offenbart und die prekäre Lage vieler Autoren verschärft.

Und wie kann man verhindern, dass die Zahl der Menschen, die lesen, weiter sinkt? Das Buch ist nicht nur eine Ware, sondern zugleich auch ein Kulturgut. Viele kulturelle Aspekte sind jetzt bedroht, haben sich überlebt, wenn es nicht gelingt, sie für das digitale Zeitalter neu zu erfinden.

Sonntag, 18.10. / 10:10 Uhr / erLesen
Moderation: Heinz Sichrovsky
(Erstsendung: 06.10.2020)
ORF

Zu Gast bei “erLesen” sind diesmal Philosoph und Autor Robert Pfaller, Bestseller-Autorin Ildikó von Kürthy sowie Journalistin, Lehrerin und Autorin Melisa Erkurt.

Robert Pfallers Thesen polarisieren. Mit “Die blitzenden Waffen. Über die Macht der Form” hat er nun ein neues Buch vorgelegt. Ildikó von Kürthy ist eine der meistgelesenen deutschen Schriftstellerinnen, ihr aktueller Roman heißt “Es wird Zeit”.

Zeit wird es auch für eine Änderung im Schulsystem – wenn es nach Melisa Erkurt geht. In “Generation Haram” analysiert sich Schwachstellen und Potenzial für Veränderung.

Sonntag, 18.10. / 11:00 Uhr / Das blaue Sofa
Erstausstrahlung
3sat

Die Frankfurter Buchmesse wird 2020 als special edition veranstaltet, in den Hallen überschaubar, als bookfest aber weltweit vernetzt und auf dem “Blauen Sofa” durch viele Gäste repräsentiert.

Das “Blaue Sofa” steht 2020 coronabedingt in Berlin bei Bertelsmann, Unter den Linden 1, bleibt aber Treffpunkt für deutschsprachige und internationale Gäste, die ihre neuen Bücher im Gespräch vorstellen, um einen Eindruck davon zu vermitteln, was sie umtreibt.

Schriftstellerinnen und Schriftsteller, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, auch Journalistinnen und Journalisten mit zeitgeschichtlichen Themen, geben sich auf dem “Blauen Sofa” in Berlin zwischen dem 14. und 16. Oktober ein Stelldichein, um über ihre neuen Bücher Rede und Antwort zu stehen. Was treibt sie um, was haben sie zur derzeit prekären Lage der Welt zu sagen?

Am “Blauen Sofa” spiegelt sich die ganze Breite der Literatur der Welt, die in Frankfurt in diesem besonderen Jahr vor Ort nur in eingeschränktem Maß zusammenfinden kann, aber als bookfest trotzdem weltweit vernetzt sein wird. Vor Ort sind auch in diesem Jahr die namhaften Preisträgerinnen und Preisträger des literarischen Herbstes, etwa die Gewinnerin oder der Gewinner des Deutschen Buchpreises. Als Gemeinschaftsprojekt von Bertelsmann, ZDF, Deutschlandfunk Kultur und 3sat bietet das “Blaue Sofa” drei Tage lang ein abwechslungsreiches Programm aus Einzelgesprächen und Gesprächsrunden. Das Beste davon zeigt 3sat in einem 90-minütigen Zusammenschnitt sowie auf und www.3sat.de/buchmesse.

Als Gäste werden unter anderen erwartet: Max Czollek, Zsuzsa Bánk, Mely Kiyak, Christian Berkel, Amartya Sen, Anna Mayr, Wladimir Klitschko, Bernhard Schlink, Sandra Gugić, Zora del Buono und Lars Eidinger. Moderieren werden unter anderen: Vivian Perkovic, Katty Salié, Jo Schück, Marie Sagenschneider, Christine Watty, Susanne Biedenkopf, Nina Brunner, Eva Schmidt und Jörg Plath.

Redaktionshinweis: Die Literaturgespräche auf dem “Blauen Sofa” sind in voller Länge in der 3sat-Mediathek abrufbar unter www.3sat.de/buchmesse.

Sonntag, 18.10. / 12:30 Uhr / Druckfrisch ~ Neue Bücher mit Denis Scheck
(Erstsendung: 11.10.2020)
ARD/BR

Orientierung im Bücherdschungel verspricht Denis Scheck. Scheck besucht Schriftsteller, stellt Neuerscheinungen vor und spart dabei weder an Lob, noch an Kritik.

Seine bissigen und humorvollen Kommentare zu den Büchern der Spiegelbestenliste aus der Kölner Bücherhalle sind beliebt und gefürchtet. Im persönlichen Gespräch entlockt er Autoren aktueller Bestseller interessante Hintergründe zu ihren Werken.

Sonntag, 18.10. / 18:00 Uhr / Buchzeit
Erstausstrahlung
3sat

Für Buchfreunde ist die Frankfurter Buchmesse ein Höhepunkt des Jahres. Auch wenn 2020 durch Corona vieles anders sein wird als sonst, ist die Lust aufs Buch ungebrochen.

Die Verlage warten auf jeden Fall mit einer Fülle von Neuerscheinungen auf. Das “Buchzeit”-Team hat vorsortiert und stellt seine Auswahl vor: Gert Scobel diskutiert mit den Literaturexpertinnen Barbara Vinken, Sandra Kegel und Katrin Schumacher über ausgewählte Bücher.

Im Vorfeld der US-Wahl am 3. November stellt das “Buchzeit”-Team zwei Romane vor, die die amerikanische Gegenwart beschreiben. Adam Gordon ist der Sohn eines Psychiaters und einer feministischen Autorin. Er selbst ist erfolgreicher Debattierer und Anwärter auf den Gewinn der Landesmeisterschaft von Kansas. An der Schwelle zum Erwachsenen erlebt er die Brüchigkeit von Freundschaften, Familie und gelernten Strukturen. “Die Topeka Schule” heißt der in vielen Zügen autobiografische Roman des US-Erzählers Ben Lerner.

Brit Bennett ist die Autorin des Romans: “Die verschwindende Hälfte”. Sie erzählt die Geschichte zweier Schwestern. In den 1950er-Jahren im ländlichen und traditionellen Louisiana geboren, gehen sie gemeinsam als junge Frauen nach New Orleans. Dort trennen sich ihre Wege, und die Schwestern entwickeln sich in völlig unterschiedliche Richtungen.

Die Welt des Chauffeurs Paul Klee gerät aus den Fugen, als er in einen Unfall verwickelt wird. Statt ein Kind zu retten, kümmert er sich zuerst um seinen Arbeitgeber, einen Politiker. Eine Entscheidung, die ihm öffentlich vorgeworfen wird. Grund genug, das Leben zu überdenken und komplett neu aufzustellen. Paul Klee gründet ein kleines Hotel, doch wieder schlägt das Schicksal zu. “Der Chauffeur” heißt dieser Roman des österreichischen Schriftstellers Heinrich Steinfest.

“Das Haus an der Keizersgracht” ist das Debüt der niederländischen Autorin Rinske Hillen: Der Naturphilosoph Bram Wenksterman lebt in diesem Haus in Amsterdam, das seit Generationen im Besitz seiner Familie ist. Jetzt droht es, langsam zu verrotten. Seine Tochter hat ihr Studium geschmissen, seine Frau musste er in die Psychiatrie einweisen lassen. Zudem lastet über allem ein dunkles Familiengeheimnis. Innerhalb von nur drei Tagen bricht die Konstruktion seines Lebens zusammen.

Barbara Vinken ist Literaturwissenschaftlerin und Professorin für romanische Philologie sowie Autorin von Büchern wie “Die deutsche Mutter” und “Angezogen. Das Geheimnis der Mode”.

Sandra Kegel ist Ressortleiterin des Feuilletons der “FAZ”. Sie ist Mitglied in diversen Jurys, unter anderem für den Preis der Leipziger Buchmesse und den Ingeborg-Bachmann-Preis.

Katrin Schumacher ist Literaturwissenschaftlerin. Im MDR leitet sie die Redaktion Literatur, Bühne und Film. Seit Jahren moderiert sie eigene Buchformate und rezensiert Neuerscheinungen.

Montag, 19.10. / 00:45 Uhr / Santiano – Das Unplugged-Konzert
(Erstsendung: 13.03.2020)
ARD/NDR

Nach fast vier Millionen verkauften Alben und zahlreichen Auszeichnungen begeistern Santiano ihre zahlreichen Fans mit einer atemberaubenden Unplugged-Live-Show.

Mit Gästen wie Angelo Kelly, Alligatoah, Ben Zucker, Wincent Weiss und Oonagh präsentiert das Quintett aus Norddeutschland seine Hits in einer besonders stimmungsvollen musikalischen Vielfalt. Ein Abend zum Feiern und Mitsingen wie auf hoher See.

Eine alte Werft im Lübecker Hafen, ein hochkarätiges Orchester, eine der erfolgreichsten deutschsprachigen Bands und viele prominente Gäste: Das sind die Zutaten für das große “Santiano – Das Unplugged-Konzert”.

Montag, 19.10. / 01:45 Uhr / PULS Festival 2019: Alice Phoebe Lou
(Erstsendung: 27.02.2020)
ARD/BR

Beim “PULS Festival” spielen einige der aktuell besten Bands in den Orchesterstudios des Bayerischen Rundfunks in München. 2019 mit dabei: die südafrikanische Wahlberlinerin Alice Phoebe Lou.

Mit den gefühlvollen Songs ihres Albums “Paper Castles” tourte Alice Phoebe Lou mit großem Erfolg auf der ganzen Welt. Neben ihrer Show im Studio 1 des Bayerischen Rundfunks zeigt die Sendung Ausschnitte aus einem Interview, in dem sie aus ihrem Leben erzählt.

Montag, 19.10. / 02:45 Uhr / PULS Festival 2019: Bombay Bicycle Club und Angela Aux
(Erstsendung: 05.03.2020)
ARD/BR

Der zappelige Indierock von Bombay Bicycle Club aus London zündet auch nach drei Jahren Bandpause noch gewaltig. Den Beweis gab’s beim “PULS Festival 2019”. Außerdem dabei: Angela Aux.

Die Londoner Indie-Helden Bombay Bicycle Club gönnten sich 2016 eine Auszeit auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs. Ihr Album “So Long, See You Tomorrow” von 2014 chartete in UK auf Platz eins, weltweit standen die vier Musiker vor ausverkauften Hallen.

Sie durften sogar einmal die Bühne mit Pink-Floyd-Legende David Gilmour teilen. Nach einigen Nebenprojekten sind sie endlich wieder da. Und beim Hören des Albums “Everything Else Has Gone Wrong” entsteht das wohlige Gefühl, dass die Band nicht aufgrund von niedrigen Kontoständen wieder im Proberaum und auf Konzertbühnen steht, sondern weil sie noch einiges zu sagen hat.

Egal, was Flo Kreier – so sein echter Name – macht, die Leute reißen es ihm aus den Händen: Filmmusik komponieren, Bücher schreiben, eine Perücke tragen oder die Münchner Musikszene umkrempeln. Seit zehn Jahren veröffentlicht Kreier unter dem Namen “Angela Aux” Musik, im Oktober 2019 ist sein Album “In Love With The Demons” erschienen. Verträumte Sounds in Verbindung mit seiner ruhigen Stimme, immer die richtige Prise Sehnsucht – das ist die Musik von Angela Aux. Aus der Münchner Indie-Szene ist er eigentlich gar nicht mehr wegzudenken. Denn es gilt: Wenn der Mann mit der Perücke auf einer Bühne steht, umringt von seiner kleinen Band, dann gibt es für niemanden einen Grund, lieber irgendwo anders zu sein.

Montag, 19.10. / 03:45 Uhr / PULS Festival 2019: Electric Guest, Seda, Roberto Bianco & die Abbrunzati Boys
(Erstsendung: 19.03.2020)
ARD/BR

Beim “PULS Festival” spielen einige der aktuell besten Bands in den Orchesterstudios des Bayerischen Rundfunks. 2019 mit dabei: Electric Guest, Seda, Roberto Bianco & Die Abbrunzati Boys.

Das dritte Album “Kin” von Electric Guest überzeugt mit modernem Pop, der auf groovigen Beats und angekitschte Hooks trifft. Dabei sind die Texte des Popduos aus Los Angeles nie plump, sondern haben immer einen doppelten Boden.

Fans auf YouTube sind verliebt in Sedas Coverversionen großer Popsongs – vor allem wegen ihrer einzigartigen Stimme. Mit ihrer Debüt-EP “Spilled Thoughts” zeigte die Münchnerin, dass sie auch mit eigenem Songwriting punkten kann.

Roberto Bianco & Die Abbrunzati Boys beamen ihre Fans mit ihrem übertrieben klischeebehafteten Italo-Schlager direkt auf die Ponte di Rialto. Dolce-Vita-Kitsch und sentimentaler Herzschmerz: Roberto Bianco & Die Abbrunzati Boys stehen auf Italo-Schlager. Was lang als Oma-Musik abgetan wurde, wird bei den Augsburgern wieder cool. Irgendwie.


Kalenderwoche 44:

Samstag, 24.10. / 3satThementag: Musikland Österreich

Samstag, 24.10. / 08:00 Uhr / Walzerklänge – die Geburtsstunde eines Tanzes
Film von Stefan Wolner
(Erstsendung: 14.02.2017)
ORF

Kein Tanz steht so für die alte Kaiserstadt Wien wie der Wiener Walzer. Stefan Wolner geht zurück zu den Ursprüngen des Walzers und zeigt, warum dessen Beliebtheit bis heute ungebrochen ist.

Der Wiener Walzer wurde zum Soundtrack der Ringstraßenzeit, zu seinen Klängen hielten sich der junge Franzl und seine Sisi das erste Mal in den Armen, und mit ihm wurde Johann Strauss (Sohn) zum Superstar.

Mit den schönsten Ausschnitten aus den Balletten des Neujahrskonzertes und von den Wiener Bällen illustriert der Film die Erfolgsgeschichte des Dreivierteltaktes. In einer Welt aus puritanischer Scheinmoral war der Walzer die einzige legitime Form, wie sich Mann und Frau in der Öffentlichkeit berühren durften. Durch seine Drehungen gab der Tanz ein Gefühl des Schwebens und wurde so zum elektrisierenden Helfer einer gezügelten Erotik.

Samstag, 24.10. / 08:45 Uhr / Die lustige Witwe
Operette von Franz Lehár
Seefestspiele Mörbisch, 2005
ORF

3satThementag: Musikland Österreich

Hanna Glawari: Margarita de Arello
Graf Danilo Danilowitsch: Mathias Hausmann
Baron Mirko Zeta: Harald Serafin
Valencienne: Elisabeth Starzinger

Ballet: Seefestspiele Mörbisch
Bühnenbild: Rolf Langenfass
Choreografie: Giorgio Madia
Chor: Seefestspiele Mörbisch
Orchester: Seefestspiele Mörbisch
Musikalische Leitung: Rudolf Bibl
Inszenierung: Helmuth Lohner

Obwohl Graf Danilo und Hanna sich lieben, dürfen sie aus hierarchischen Gründen nicht heiraten. Während Danilo seine Sorgen zu vergessen sucht, heiratet Hanna den reichen Bankier Glawari.

Doch noch in der Hochzeitsnacht stirbt Glawari. Jetzt ist Hanna eine reiche Witwe, und plötzlich wollen alle Männer sie unbedingt heiraten – aber allein wegen ihres Geldes. Auf einem Ball treffen sich Danilo und Hanna wieder. Danilos Liebe entflammt erneut.

Doch er traut sich nicht, ihr das zu gestehen. Er hat Angst, man könne ihm ebenfalls vorwerfen, nur an ihrem Geld interessiert zu sein. Erst als Hanna vorgibt, ohne Geld zu sein, können sich beide in die Arme fallen.

“Die lustige Witwe” wurde am 30. Dezember 1905 in Wien uraufgeführt und ist eine der erfolgreichsten Operetten Franz Lehárs. Die Geschichte der steinreichen Hanna Glawari begeisterte nicht nur in Europa, auch in Amerika erlag das Publikum dem “Merry Widow”-Fieber – durch die Fülle der musikalischen Einfälle, die Pariser Pikanterie mit balkanischer Prägung und die bunte Mischung von Walzer, Polka, Kolo, Polonaise und Mazurka. Viele Melodien der Operette, wie “Da geh’ ich ins Maxim”, das “Vilja-Lied”, “Ja, das Studium der Weiber ist schwer” und “Lippen schweigen”, wurden zu Evergreens.

Samstag, 24.10. / 11:15 Uhr / Nikolaus Harnoncourt dirigiert den Da Ponte-Zyklus: Così fan tutte
Theater an der Wien, 2014
ORF

3satThementag: Musikland Österreich

Fiordiligi: Mari Eriksmoen
Dorabella: Katja Dragojevic
Guillelmo: Andrè Schuen
Ferrando: Mauro Peter
Despina: Elisabeth Kulman
Don Alfonso: Markus Werba

Libretto: Lorenzo Da Ponte
Musik: Wolfgang Amadeus Mozart
Chor: Arnold Schönberg
Orchester: Concentus Musicus Wien
Musikalische Leitung: Nikolaus Harnoncourt
Moderation: Barbara Rett

3sat zeigt den dritten Teil der Da-Ponte-Trilogie aus dem Theater an der Wien: “Così fan tutte” in einer konzertanten Aufführung. Es dirigiert Nikolaus Harnoncourt.

In “Così fan tutte” demontiert der zynische Alfonso mit einer Treue-Probe die Liebe zweier glücklicher Paare. Dieses letzte Werk von Mozart und Da Ponte ist zugleich das rätselhafteste. Was ist Schein, was ist echt? Darf man einem Liebesversprechen trauen?

Mozarts Zusammenarbeit mit Lorenzo Da Ponte gehört zu den glücklichsten wie ertragreichsten Symbiosen der Operngeschichte. In dem italienischen Abenteurer fand Mozart einen kongenialen Librettisten, gemeinsam definierten sie die Gattung Oper neu.

Niemals zuvor waren die Figuren musikalisch so genau ausgedeutet und als Individuen gestaltet worden. Die etablierte, gesellschaftliche Ordnung wird in politischer, moralischer und emotionaler Hinsicht nur mühsam gekittet – keine der Figuren kann am Ende wirklich bruchlos so weiterleben wie zuvor. Innerhalb von nur vier Jahren schufen Mozart und Da Ponte drei Opernwerke: “Le nozze di Figaro” (1786), “Don Giovanni” (1787) und “Così fan tutte” (1789/90). Alle drei drehen sich um die Liebe.

Treue und Tricks, Verführung und Verwirrung der Gefühle, Liebe, Leidenschaft und Laster: Der Kosmos Mozart – konzertant in hochkarätiger Besetzung!

Samstag, 24.10. / 14:25 Uhr / Wir spielen für Österreich ~ Mozart@home
Durch den Abend führen Barbara Rett und Rolando Villazón
Konzertsaal im Mozarteum, Salzburg

Mit Daniel Ottensamer (Klarinette), Radovan Vlatkovic (Hornist), Andrea Carroll (Gesang), Marianne Crebassa (Gesang), Rafael Fingerlos (Gesang), Emmanuel Tjeknavorian (Geige), Julius Zeman (Klavier) und Cornelius Obonya (Schauspieler)
Chor: Bachchor Salzburg
(Erstsendung: 24.05.2020)
ORF
3satThementag: Musikland Österreich

“Wir spielen für Österreich” führt diesmal nach Salzburg. Dort hat Rolando Villazón, Intendant der “Mozartwoche”, musikalische Weggefährten eingeladen, mit ihm gemeinsam Mozart zu feiern.

Aus dem großen Konzertsaal im Mozarteum werden der Klarinettist Daniel Ottensamer und der Hornist Radovan Vlatković musizieren, die jungen Staatsopern-Sängerinnen und -Sänger Andrea Carroll, Marianne Crebassa und Rafael Fingerlos aus Mozarts Opern singen.

Zahlreiche Musikerinnen und Musiker der Mozartstadt und der Bachchor Salzburg sind mit dabei. Mozart-Kenner Daniel Barenboim sendet musikalische Grüße per Videobotschaft. Der junge Geiger Emmanuel Tjeknavorian ist der “Mozartwoche” Salzburg ebenfalls eng verbunden. Begleitet von Pianist Julius Zeman musiziert er im Mozart-Wohnhaus auf Mozarts Geige und mit Mozarts Hammerklavier.

Der große Schauspieler Cornelius Obonya wird in Mozarts Geburtshaus aus berührenden Originalbriefen lesen, die Mozart 1777 und 1778 an seinen Vater Leopold in Salzburg schrieb. Durch den Abend führen Barbara Rett und Rolando Villazón.

Auch – und vielleicht sogar besonders – in Zeiten des Coronavirus gilt für Rolando Villazón: “In dieser Zeit der großen Herausforderungen für uns alle ist es eine unbeschreibliche Freude für mich, die Musik Mozarts mit ihrer heilenden Kraft und Stärke zu den Menschen nach Hause zu bringen.”

Samstag, 24.10. / 15:45 Uhr / Sommernachtskonzert Schönbrunn 2020
Schlosspark Schönbrunn

Mit Jonas Kaufmann (Tenor)

Programm:
– Richard Strauss: Vorspiel und Rosenüberreichung aus “Rosenkavalier-Suite”
– Richard Wagner: “Love Music” aus “Tristan und Isolde” (arrangiert von Leopold Stokowski)
– Jacques Offenbach: “Barcarole” aus “Les contes d’Hoffmann”
– Jules Massenet: “Pourquoi me réveiller” aus “Werther”
– Felix Mendelssohn-Bartholdy: “Scherzo” aus “Ein Sommernachtstraum”
– Emmerich Kálmán: “Wenn es Abend wird” aus “Gräfin Mariza”
– Maurice Jarre: Suite aus “Doktor Schiwago”
– Aram Khatschaturjan: Adagio aus “Spartacus”
– Giacomo Puccini: “Nessun dorma” aus “Turandot”
Orchester: Wiener Philharmoniker
Musikalische Leitung: Valery Gergiev

3sat

3satThementag: Musikland Österreich

Ein besonderes Open-Air-Konzert fand am 18. September im barocken Ambiente des Schönbrunner Schlossparks statt.

Die Wiener Philharmoniker bieten stimmungsvolle Musik unter der Leitung des russischen Dirigenten Valery Gergiev. Als Highlight tritt der weltberühmte Tenor Jonas Kaufmann mit Arien von Jules Massenet, Emmerich Kálmán und Giacomo Puccini auf.

Das diesjährige Programm widmet sich ausgewählten Werken aus dem Konzert-, Film-, Ballett-, Opern- und Operetten-Bereich und steht unter dem Motto Liebe.

Programm Sommernachtskonzert 2020:
Richard Strauss: Vorspiel und Rosenüberreichung aus “Rosenkavalier”-Suite
Richard Wagner: “Love Music” aus “Tristan und Isolde” (arrangiert von Leopold Stokowski)
Jacques Offenbach: “Barcarole” aus “Les contes d’Hoffmann”
Jules Massenet: “Pourquoi me réveiller” aus “Werther”
Felix Mendelssohn-Bartholdy: “Scherzo” aus “Ein Sommernachtstraum”
Emmerich Kálmán: “Wenn es Abend wird” aus “Gräfin Mariza”
Maurice Jarre: “Suite” aus “Doktor Schiwago”
Aram Chatschaturjan: “Adagio” aus “Spartacus”
Giacomo Puccini: “Nessun dorma” aus “Turandot”

Samstag, 24.10. / 17:15 Uhr / Jonas Kaufmann – Mein Wien
Mit Jonas Kaufmann (Tenor) und Rachel Willis-Sørensen (Sopran)
Orchester: Prague Philharmonia
Musikalische Leitung: Jochen Rieder
(Erstsendung: 22.12.2019)
ZDF/ARTE

Bei seinem Auftritt im Wiener Konzerthaus gab der deutsche Startenor Jonas Kaufmann mit Sopranistin Rachel Willis-Sørensen Evergreens der Wiener Musikgeschichte zum Besten.

Nach seiner akustischen Reise durch alle Facetten der Wiener Musik, die der Sänger in seiner neuen CD “Mein Wien” unternommen hat, wird er nun seine Fans an jene Orte entführen, welche die Donaumetropole in seinen Augen wirklich einzigartig machen.

Für Jonas Kaufmann ist Wien viel mehr als nur die “Stadt der Musik.” Der Film vereint Höhepunkte seines Auftrittes mit zahlreichen Geschichten und Anekdoten, die Jonas Kaufmann mit der Stadt an der Donau verbinden.

Samstag, 24.10. / 18:30 Uhr / Die Fledermaus
3satThementag: Musikland Österreich
Komödie, Österreich 1961
ORF

Dr. Gabriel Eisenstein: Peter Alexander
Rosalinde Eisenstein: Marianne Koch
Adele: Marika Rökk
Gefängnisdirektor Frank: Willy Millowitsch
Frosch: Hans Moser
Pista von Bundassy: Gunther Philipp

Regie: Géza von Cziffra
Länge: 103 Minuten

Wegen Beamtenbeleidigung soll Rechtsanwalt Dr. Gabriel Eisenstein für eine Woche ins Gefängnis. Seine Frau will währenddessen verreisen, und das Hausmädchen lädt sich ihren Verehrer ein.

In der Komödie nach der gleichnamigen Operette von Johann Strauss (Sohn) spielt Peter Alexander Dr. Gabriel Eisenstein. An seiner Seite agieren unter anderen Marianne Koch, Marika Rökk, Willy Millowitsch und Hans Moser.

Eisenstein drückt sich vor einer Inhaftierung und geht stattdessen als “Marquis Renard” auf einen Ball des Grafen Orlofsky. Dort trifft er nicht nur auf seine Frau Rosalinde, die sich als russische Tänzerin ausgibt, sondern auch auf Hausmädchen Adele, die als “Marquise Renard” in Erscheinung tritt. Mit diesem Mummenschanz nimmt eine turbulente Verwechslungsgeschichte ihren Anfang.

Samstag, 24.10. / 20:15 Uhr / I am from Austria – Das Erfolgsmusical
Wiener Raimund Theater, 2019
ORF
3satThementag: Musikland Österreich

Emma Carter: Iréna Flury
Josi Edler: Lukas Perman
Romy Edler: Elisabeth Engstler
Wolfgang Edler: Andreas Steppan
Richard Rattinger: Martin Bermoser
Elfie Schratt: Dolores Schmidinger
Felix Moser: Matthias Trattner
Pablo Garcia: Karim Ben Mansur
Rainer Berger: Martin Berger

Choreografie: Kim Duddy
Musik: Rainhard Fendrich
Orchester: Orchesters der Vereinigten, Bühnen Wien
Musikalische Leitung: Michael Römer
Buch: Christian Struppeck, Titus Hoffmann
Regie: Andreas Gergen
Bildregie: Felix Breisach

Das Musical “I AM FROM AUSTRIA” hat sich seit der Weltpremiere im September 2017 im Wiener Raimund Theater zu einem fulminanten Publikumserfolg entwickelt.

Über 20 Hits von Rainhard Fendrich (wie “Macho Macho”, “Es lebe der Sport”, “Strada del Sole”) sowie das Titellied “I Am From Austria” erzählen die Geschichte des österreichischen Hollywoodstars Emma Carter, der anlässlich des Opernballs nach Wien zurückkehrt.

Beeindruckende Bühnenbilder, mitreißende Choreografien und schillernde Kostüme lassen hinter die Kulissen eines Wiener Luxushotels blicken – Chaos, Küsse und Katastrophen inklusive.

Samstag, 24.10. / 22:50 Uhr / Falco – Verdammt, wir leben noch!
Spielfilm, Österreich 2008
ORF
3satThementag: Musikland Österreich

Falco (Johann Hölzel): Manuel Rubey
Markus Spiegel: Nicholas Ofczarek
Horst Bork: Christian Tramitz
Jacqueline: Patricia Aulitzky
Maria Hölzel: Susi Stach

Regie: Thomas Roth
Länge: 114 Minuten

Der Film schildert den Werdegang des Popstars Hans Hölzel, der als Falco mit “Rock Me Amadeus” den ersten deutschsprachigen Nummer-1-Hit der amerikanischen Billboard-Charts landete.

Die Lebensgeschichte des am 19. Februar 1957 geborenen Wieners führt über die frühe Entdeckung seiner musikalischen Begabung und die Szenebands Hallucination Company und Drahdiwaberl zu seinen großen internationalen Erfolgen als Falco.

Der Film zeigt den Erfolgsdruck und die große Erwartungshaltung der Musikbranche auf und beleuchtet parallel zu der öffentlichen Person auch die private Seite des größten heimischen Popstars. Falcos schwierige Frauenbeziehungen, sein Umgang mit Alkohol und Drogen, seine Exzesse, aber auch seine verletzliche Seite sind Inhalt des Films und zeigen die Lebensgeschichte eines Mannes, dessen früher Tod Falco am 6. Februar 1998 zur Legende gemacht hat.

Samstag, 24.10. / 00:45 / Falco am Rathausplatz
Wiener Festwochen, 1985
ORF

Der Wiener Hans Hölzel alias Falco war der bislang einzige Österreicher, der es an die Spitze der US-Hitparade geschafft hat. Im Mai 1985 eröffnete er die Wiener Festwochen vor 50 000 Fans.

Der Sänger der legendären Chaotengruppe Drahdiwaberl landete bald mit seiner Solo-Nummer “Ganz Wien” einen Kulthit. Ab 1980 begann Falcos Höhenflug mit “Der Kommissar”, “Junge Römer” und “Rock Me Amadeus”. Zu hören sind ebenso “Auf der Flucht” und “Without You”.

Samstag, 24.10. / 01:30 Uhr / Christina Stürmer & Band
Wiener Donauinselfest, 2019
ORF

3satThementag: Musikland Österreich

Sie ist einer der größten Popstars Österreichs: Zehn Jahre nach ihrem letzten Auftritt kehrt Christina Stürmer mit ihrer Band wieder auf die Bühne des Donauinselfestes zurück.

In den 16 Jahren nach “Starmania” hat die Linzerin elf Amadeus-Awards und zahlreiche Gold- und Platinauszeichnungen abgestaubt, vor ausverkauften Kulissen gespielt und acht Alben veröffentlicht. Zuletzt erschien 2018 das Nummer-eins-Album “Überall zu Hause”.

Bei diesem Konzert im vergangenen Jahr auf der Wiener Donauinsel durften sich die Fans auf alte wie neue Hits und auf jede Menge Power, Gefühl und Leidenschaft freuen.

Samstag, 24.10. / 02:35 Uhr / Wanda
Wiener Donauinselfest, 2018
ORF

Amore! Bussi! Wo Wanda draufsteht, sind Hits drinnen. Mit ihrem Platin veredelten Debütalbum “Amore” haben die Wiener um Sänger Marco Wanda vor vier Jahren den Austropop revolutioniert.

Die Hymne “Bologna, meine Stadt” ertönte 2014 auf jeder Party. Zwei weitere Doppelplatin-Alben und mehrere Amadeus Awards später, zuletzt 2018 die Trophäen für die Beste Pop/Rock-Band und für “Columbo”, den Song des Jahres, laden die fünf Musiker zum Mitsingen ein.

Samstag, 24.10. / 03:10 Uhr / Voodoo Jürgens & Haberer
Wiener Donauinselfest, 2018
Erstausstrahlung
ORF/3sat

Voodoo Jürgens ist einer der größten Stars der österreichischen Popszene. Mit seinem Album “Ansa Woar” stieg er von null auf Platz eins der Charts ein.

Songs wie “Heute grob ma Tote aus” oder “Tulln” sind längst zu Klassikern avanciert. Poesie, Herz und Humor denkt Voodoo Jürgens gekonnt zusammen, auch beim Donauinselfest 2018. Dort erfreut der Vollblutmusiker mit einem Konzert der Sonderklasse.

Mit dabei sind auch seine “Haberer” wie Ernst Molden oder Der Nino aus Wien. Außerdem wartet die eine oder andere Nummer aus dem Repertoire von Ludwig Hirsch.

Samstag, 24.10. / 04:25 Uhr / Wolfgang Ambros
Wiener Donauinselfest, 2019
ORF

3satThementag: Musikland Österreich

“Da Hofa”, “Schifoan”, “Es lebe der Zentralfriedhof”, “Zwickt’s mi”: Wolfgang Ambros hat mit seinen Hits Generationen geprägt und ist einer der wichtigsten Vertreter des Austropop.

Auch mit seinen 68 Jahren steht Ambros noch auf der Bühne und begeistert und berührt Millionen von Fans mit seinen Liedern. In ungeschminktem Dialekt singt Ambros über Liebe, Tod und österreichische Eigenheiten genauso, wie er Statements mit seinen Texten setzt.

Kaum ein Künstler kann eine solche Menge an Klassikern und Gassenhauern sein Eigen nennen, was bei seinem Auftritt am Donauinselfest 2019 für Gänsehautstimmung pur sorgte.

Samstag, 24.10. / 05:30 Uhr / Der Wiener Prater
Gestaltung: Henriette Maslo-Dangl
(Erstsendung: 21.11.2017)
ORF

Der etwa sechs Quadratkilometer große Wiener Prater besteht nicht nur aus dem bekannten Vergnügungspark, sondern auch aus weitläufigen Aulandschaften mit zahlreichen Tier- und Pflanzenarten.

Das einstige kaiserliche Jagdgebiet wurde 1766 von Josef II. für die Allgemeinheit geöffnet. Damals gab es noch keine städtischen Parks, daher war das neue Erholungsgebiet ein großer Gewinn für die Wiener Bevölkerung. Noch heute ist es rund um die Uhr frei zugänglich.

Das Wiener Riesenrad gilt nicht nur als Symbol für den Prater, sondern auch als bekanntes Wahrzeichen für die österreichische Bundeshauptstadt. Es wurde im Jahr 1897 eröffnet – ein Jahr vor der Feier des 50. Thronjubiläums von Kaiser Franz Joseph I. Eine Runde mit dem Riesenrad kostete acht Gulden – das war mehr als das Wochengehalt eines damaligen Beamten.

Der Film präsentiert sowohl den berühmten Vergnügungspark des Wiener Praters – den sogenannten Wurstelprater – als auch den “Grünen Prater”, ein Stück Naturidylle mitten in der Großstadt.

Sonntag, 25.10.: 3satThementag: Naturparadies Österreich

Montag, 26.10. / 02:20 Uhr / Kulturpiloten
ZDF

Das digitale Kulturangebot des ZDF präsentiert ein Best-of seiner Formate – von Musik und Theater über Kino, Gaming, Design und Literatur bis hin zu aktuellen Debatten.

Künstler führen durch ihre Städte und lassen neue Kunstwerke entstehen. Musiker bieten einen Einblick hinter die Kulissen, und Schauspieler inszenieren bekannte Stücke in radikaler Kurzform. Was die Gesellschaft bewegt, wird auf Augenhöhe diskutiert.

Die “Kulturpiloten” bringen Kultur spielerisch in den Alltag – ohne zu belehren.

Freitag, 30.10. / 12:15 Uhr / Oberammergau steht Kopf
Film von Brigitte Kornberger
(Erstsendung: 05.04.2020)
ARD/BR

2020 hätten sie wieder stattfinden sollen: die Passionsspiele in Oberammergau. Mitten in den Vorbereitungen hat das Coronavirus dazwischengefunkt, dieses große Vorhaben einfach ausgeknipst.

Wie ein makabrer Zufall könnte es wirken, dass auch die Oberammergauer Passionsspiele ihren Ursprung in einer seuchenartigen Krankheit haben. Fast 400 Jahre ist es her, dass die Pest in dem oberbayerischen Bergdorf wütete und viele Menschen dahinraffte.

Daraufhin gelobten die Oberammergauer, alle zehn Jahre das Spiel vom Leiden, Sterben und Auferstehen Christi aufzuführen – wenn die Pest sie nur verschone. Mit großer Hingabe spielen die Dorfbewohner seitdem die Geschichte jenes Mannes, dessen Botschaft immer noch Kraft hat und Hoffnung gibt – seit 2000 Jahren.

Seit einem Jahr haben die Menschen Haare und Bärte wachsen lassen für das Spiel, das alle zehn Jahre mehr als 2000 Gemeindebürger auf die Bühne bringt. Zum vierten Mal ist Christian Stückl nun Spieleleiter. Er war der Erste, der den Stoff zeitgemäß umgesetzt hat. Gegen die Widerstände der Konservativen im Dorf hatte er in den 1990er-Jahren durchgesetzt, dass auch verheiratete Frauen und Frauen über 35 Jahre mitspielen durften. In all den Jahrhunderten war er der Erste, der evangelische Christen und diesmal sogar Muslime mitspielen ließ, was für Aufruhr sorgte. Da fragten sich viele: Wie viel Veränderung verträgt das 5000-Seelen-Dorf? Und umgekehrt: Wie viele Kompromisse ist Christian Stückl bereit, zu schließen?

Alle hatten der Premiere im Mai entgegengefiebert. Um dann schlagartig vor dem Nichts zu stehen. Am 19. März kommt, was alle hier befürchtet haben: Eine Aufführung sei zu riskant, heißt es, das Gesundheitsamt beruft sich auf das Infektionsschutzgesetz. Spielleiter Christian Stückl hat Tränen in den Augen, als er bei der Pressekonferenz verkündet, dass die Oberammergauer Passionsspiele auf 2022 verschoben werden. Und jetzt? Schockstarre im oberbayerischen Bergdorf? Für die Darsteller bricht nicht nur ein prägender Lebensinhalt weg, sondern für viele auch der Broterwerb. Die Passionsspiele sind nicht nur eine Herzensangelegenheit, sondern auch ein riesiger Wirtschaftsfaktor im Ort.

Gastronomen und Hoteliers stehen erst einmal vor dem Nichts, die Souvenirs mit dem Aufdruck “Passionsspiele 2020”, die sich schon in Schachteln stapeln, sind wertlos geworden. Was kann jetzt dennoch entstehen aus der Untergangsstimmung heraus?

In den Wochen, da Corona die Menschen in ihre Häuser und Wohnungen verbannt hat und nicht einmal Gottesdienste stattfinden, muss der örtliche Pfarrer, Dekan Thomas Gröner, nun auf andere Weise für seine Glaubensgemeinde da sein. In der Kirche betet er vor dem Kreuz, an dem die Oberammergauer vor fast 400 Jahren ihr Gelübde abgelegt haben. “Ich bete für die Ängste der Menschen im Ort und dafür, dass Gott ein Augenmerk drauf legt und es dann wieder zum Guten führt”, sagt er. “Der Sohn Gottes, der am Kreuz gestorben ist, ist auferstanden, es ging weiter bis auf den heutigen Tag”.

Oberammergau rückt in diesen Tagen noch enger zusammen. Engagierte Menschen kümmern sich um die Bedürftigsten im Ort, um Flüchtlinge und um alte Menschen. Um die, die wegen der Ansteckungsgefahr ihre Wohnung nicht mehr verlassen sollen. Eine junge Ägypterin, die seit ihrem zehnten Lebensjahr in Deutschland lebt, bringt alten Menschen in Oberammergau die Einkäufe, eine ältere Dame weint vor Freude, als sie die Tüten entgegennimmt. Jeder Lichtblick tut gerade gut.

Und die Teilnehmer der Passionsspiele? Von ihren Bärten und langen Haaren haben sich die meisten gerade schon getrennt. Doch ab Aschermittwoch 2021 lassen sie sie wieder wachsen. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben: “Mein Advent dauert halt jetzt länger, aber Weihnachten wird kommen, und das Passionsspiel wird wiederkommen”, sagt der noch angeschlagene Spielleiter Christian Stückl. “Wo immer wir am Ende der Krise rauskommen, wir werden da weitergehen.”


Regelmäßige Kultursendungen auf 3sat:

Montags – freitags, 19:20 Uhr: Kulturzeit
Das 3sat Kulturmagazin von ZDF, ORF, SRF und ARD
3sat
“Kulturzeit” ist das werktägliche Kulturmagazin von 3sat.
“Kulturzeit” mischt sich in kulturelle und gesellschaftspolitische Fragen ein. Das Magazin bietet Hintergrundinformationen, Porträts und Gespräche zu aktuellen und brisanten Fragen.

Samstags, 09:05 Uhr: Kulturplatz

Das Kulturmagazin von Schweizer Radio und Fernsehen, SRF
Hinein ins pralle Leben: “Kulturplatz” greift auf, was die Menschen beschäftigt, welche Fragen sie sich stellen. Und zeigt, dass die Kultur Antworten gibt.
“Kulturplatz” findet mitten im Leben statt: im Supermarkt, am Musikfestival, im Wald. Denn Kultur ist viel mehr als Musik, Literatur und Kunst. Kultur durchdringt unser Leben. Wo jemand nachzudenken beginnt, da entsteht Kultur.
Diesem Credo ist “Kulturplatz” verpflichtet. Die Sendung will für Kultur begeistern und behält dabei die wichtigsten Akteure und Ereignisse des Kulturbetriebes im Blick. “Kulturplatz” spürt Trends auf und präsentiert Neuentdeckungen.


Diese Übersicht wird stets mehrere Wochen vor den jeweiligen Sendeterminen erstellt. Aktuelle Programmänderungen sind u. U. nicht berücksichtigt. Diese finden sich auf 3sat.de.