TV-Tipps 3sat:

arte und 3sat übertragen in ihrem umfangreichen Programmen regelmäßig Dokumentationen über Künstler und Kulturereignisse, dazu Konzerte (von Klassik über Pop & Rock bis Heavy Metal), Musicalfilme, Opern-, Tanz- und Theatervorstellungen.
Diese Seite informiert über bevorstehende interessante Ausstrahlungstermine auf 3sat aus dem Kulturbereich.


Kalenderwoche 19:

Montag, 10.05. / 02:05 Uhr / Rockpalast Crossroads: Beth Hart
Mit Beth Hart (Gesang, Klavier), Jon Nicols (Gitarre, Background-Gesang), Tom Lilly (Bass) und Todd Wolf (Schlagzeug)
(Erstsendung: 02.05.2011)
ARD/WDR

1999 hatte die Amerikanerin Beth Hart mit “L.A. Song” einen weltweiten Hit. Bald darauf machte sie eine tiefe persönliche Krise durch, Drogen und Alkohol bestimmten ihr Leben.

Sie fand den Weg zurück, veröffentlichte mit “Leave the Light On” (2003) ein vor positiven Botschaften berstendes Album, das fulminanten Up-Tempo-Rock mit Piano-Balladen kreuzt und Beths unvergleichliche, kräftige Stimme in den Vordergrund stellt.

Der Abschied vom Rausch hat ihrer Stimme und der Musik nicht geschadet. Im Gegenteil. Auch ihr Album “My California” (2010) ist intensiv und wuchert mit sehr persönlichen Geschichten: In “Everybody Is Sober” schildert sie ihr Ringen gegen Drogen, und “Sister Heroine” schrieb sie für ihre an einer Überdosis gestorbene Schwester.

Live ist Beth Hart eine rockende Singer-Songwriterin, die jeden Saal mit unbändiger Energie füllt, jedes Publikum durch beseelte Ausstrahlung bezaubert.

Montag, 10.05. / 02:50 Uhr / Rockpalast Crossroads: Lisa & The Lips
Mit Lisa Kekaula (Gesang), Bob Vennum (Gitarre, Bass, Synthesizer, Gesang), Pablo Pérez (Gitarre), Henrik Widen (Keyboards, Vibraphone), Maxi Resnicosky (Schlagzeug), Pablo Rodas (Bass), David Carrasco (Saxofon) und Alex Serrano (Trompete)
(Erstsendung: 12.01.2015)

Tina? Aretha? Sharon Jones? Nein, es ist die 1967 in Los Angeles geborene Lisa Kekaula, deren Organ von Funk, Soul und gutem, alten R ‘n ‘B befeuert wird.

Kekaula und ihr Mann Bob Vennum, die mit The Bellrays seit Langem an der glücklichen Vermählung von Rock und Soul arbeiten, scharten Musiker aus aller Welt um sich, um mit Lisa & The Lips der Essenz aus heißem Soul und sexy Funk zu huldigen.

Ein derartiger, schweißtreibender Groove wird sonst vielleicht nur noch von Daptone-Produktionen erreicht. Einflüsse und Vorbilder wie Sly And The Family Stone, Parliament oder die Temptations mag es viele geben – Lisa & The Lips finden jedoch stets eigene Wege, Soul und Funk auf ihre Weise zu interpretieren. Es ist spürbar, mit welchem Eifer und mit welcher Hingabe sie dies tun. Das Herz auf dem rechten Fleck haben sie ohnehin, geben sie doch als ihr Ziel an, “to make a lot of money and buy a national radio station. And then burn it down”.

Montag, 10.05. / 04:05 Uhr / Rockpalast Crossroads: The Buttshakers
Mit Ciara Thompson (Gesang), Sylvain Lorens (Gitarre), Jocelyn Soutrenon (Schlagzeug), Vincent Girard (Bass), Guillaume Nuss (Posaune) und Frederic Gardette (Saxofon)
(Erstsendung: 18.01.2016)
ARD/WDR

Angeführt von dem wild-energetischen Riot-Girl Ciara Thompson liefern The Buttshakers einen Mix aus Rhythm ‘n’ Blues und ungezähmtem Northern Soul mit einer Prise Garage und viel Sex-Appeal.

Beeinflusst von Sly & the Family Stone, Charles Bradley und Sharon Jones finden sich auch Anlehnungen an den Motown-Sound der 1960er-Jahre. Die Franzosen mit der Sängerin US-amerikanischer Herkunft versprühen bei aller Nähe zum Soul die Energie des Rock ‘n’ Roll.

The Buttshakers sind in der Lage, jedes Publikum zu einer tanzenden, schwitzenden, glückseligen Menge zu verwandeln. Dabei begeistern sie gleichermaßen die Jazzkenner als auch die Rocker, die Mods oder einfach alle Liebhaber der schmutzigen und verschwitzten Soul-Musik.

Montag, 10.05. / 05:05 Uhr / Rockpalast Crossroads: Sharon Jones & The Dap Kings
Mit Sharon Jones (Gesang)
(Erstsendung: 24.11.2011)
ARD/WDR

Sharon Jones & The Dap Kings haben in den USA nahezu im Alleingang die Rückkehr des Soul zu seinem traditionellen Sound in Kraft gesetzt. Ihre Musik strotzt vor Wärme und Spontaneität.

Ihre pure Leidenschaft, ihre rhythmische Größe, klagende Tiefe und mühelos wirkende Melodiebeherrschung sichern Sharon Jones einen festen Platz im Kanon des Soul an der Seite von Tina Turner, James Brown oder Mavis Staples.

Live vollführt sie, die aus Augusta, Georgia, der Heimatstadt James Browns, stammt, mit den Dap Kings – obwohl diszipliniert und mit subtilem Vortrag – eine Tour de Force durch alle Emotionen, die Soul und Funk abzudecken in der Lage sind. Die bestens angezogenen und erschütternd jungen Dap Kings spielen dazu, als hätten sie den Geist sämtlicher Soul-Heroen zum Frühstück verspeist.

Mittwoch, 12.05. / 23:30 Uhr / Unter Verdacht
Evas letzter Gang
Fernsehfilm, Deutschland 2019
ZDF/ARTE
Zum 80. Geburtstag von Senta Berger

Dr. Eva Maria Prohacek: Senta Berger
André Langner: Rudolf Krause
Dr. Claus Reiter: Gerd Anthoff
Bangert: Heinz-Josef Braun
Sarah Weiss: Julia Franz Richter
Lukas Weiss: Anton Spieker
Anna: Svenja Jung
Josef Haberfeldt: Michael Lerchenberg
Sigi Steinhauser: Wolfgang Maria Bauer
Toni Schiermeier: Friedrich von Thun

Buch: Stefan Holtz, Florian Iwersen
Regie: Andreas Herzog

Ein Polizist erschießt sich aus Liebeskummer vor den Augen seiner jüngeren Kollegin und Ex-Geliebten Sarah Weiss. Ein letzter Fall für die interne Ermittlerin Dr. Eva Maria Prohacek.

Schnell wird jedoch klar, dass Sarah keine Unbekannte für Eva und ihren Kol-legen André Langner ist. Die junge Polizistin hatte vor 17 Jahren ihre Mutter durch einen Hausbrand verloren. Der vermeintliche Unfall wurde Evas und Langners erster gemeinsamer Fall.

Beide wissen, dass Sarahs Mutter damals umgebracht wurde und die Verantwortlichen – darunter auch ihr Chef Dr. Claus Reiter – nie zur Rechenschaft gezogen wurden. Der Auftragsmord aus bauwirtschaftlichen Interessen konnte nie vollständig aufgeklärt werden. Nun wird Eva einiges klar: Sarah war mit ihrem älteren Kollegen, der für den Zeugenschutz arbeitete, nur zusammen, um über ihn an die Mörder ihrer Mutter heranzukommen.

Dann überschlagen sich plötzlich die Ereignisse: Nachdem Sarah einen der damaligen Täter bedroht hat, verschwindet sie spurlos. Was ist mit der jungen Polizistin geschehen und inwieweit ist Reiter an ihrem Verschwinden beteiligt? Für Eva und Langner gilt es nun, für die damaligen Fehler einzustehen und die Täter aus den eigenen Reihen endlich zur Verantwortung zu ziehen. Ein letzter, großer und persönlicher Kampf um polizeiliche Integrität und Gerechtigkeit.

Donnerstag, 13.05. (Christi Himmelfahrt) / 3satThementag: Ab ins Grüne

Freitag, 14.05. / 21:20 Uhr / Eröffnung der Wiener Festwochen 2021
Live vom Wiener Rathausplatz
Bildregie: Felix Breisach
ORF/3sat

Einmal mehr spannen die Wiener Festwochen ein dichtes Netz kultureller Highlights in der gesamten Stadt Wien. Das Programm steht 2021 für die Vielfalt der österreichischen Musiklandschaft.
Bereits zur Tradition geworden ist dabei die feierliche Eröffnung am Wiener Rathausplatz.


Kalenderwoche 20:

Samstag, 15.05. / 19:20 Uhr / Schwarze Musiker und weiße Musik ~ Wie rassistisch ist die Klassik?
Film von Hannah K. Friedrich
Erstausstrahlung
3sat

Einzelne Schwarze Klassikstars wie Sheku Kanneh-Mason oder Golda Schultz können nicht darüber hinwegtäuschen, dass es in der klassischen Musikszene praktisch keine Schwarzen Musiker gibt.

Woran liegt das, wo doch viele andere Musikgenres ohne People of Colour gar nicht denkbar sind? Sind die Barrieren zu hoch? Sind Vorbilder aus anderen Bereichen zu mächtig? Der Film sucht nach Antworten und spricht mit Künstleragenturen, Labelchefs und Musikern.

Die klassische Musikszene gibt sich gern weltoffen und divers. Und auf den ersten Blick scheint es tatsächlich nur wenige Orte zu geben, an denen Menschen verschiedener Nationalität und Hautfarbe so harmonisch zusammenwirken wie etwa in einem Sinfonieorchester oder Opernensemble. Der zweite Blick aber zeigt, dass hier eine Farbe fehlt. Liegt das an einem strukturellen Rassismus, der Schwarzen Musikern die “hohe klassische Kunst” nicht zutraut – ein Rassismus, der vielen in der Branche vielleicht gar nicht bewusst ist?

Sheku Kanneh-Mason und seine Schwester Isata sind als Schwarze Klassikstars absolut solitär. In ihrer noch jungen Karriere haben sie offenen Rassismus nie erlebt. Der Dirigent Kevin John Edusei hat ganz andere Erfahrungen: Ein “Obama für München”, titelte die Presse, als er 2014 Chef der Münchner Symphoniker wurde – für ihn eine rassistische Stigmatisierung, und zwar noch eine der harmloseren Art. Immer wieder, so erzählt er, wird er aufgrund seiner Hautfarbe als Reinigungskraft angesprochen.

Der Stardirigent Sir Simon Rattle engagiert sich vehement für Schwarze Musiker und unterstützt Chineke!, ein Orchester ausschließlich für People of Coulor. Der 22-jährige Flötist Matthew Higham ist der einzige Schwarze Musiker im hr-Sinfonieorchester. Auch er erlebt immer wieder rassistische Diskriminierung. Er beklagt das Fehlen von Vorbildern, die bei jungen Schwarzen ein Interesse für klassische Musik wecken könnten. Schwarze Musiker, davon ist Higham überzeugt, könnten der Klassikbranche ganz neue Impulse geben.

Samstag, 15.05. / 20:15 Uhr / Starke Stücke: Maria Stuart
Von Friedrich Schiller, Deutsches Theater Berlin
3sat

Elisabeth, Königin von England: Julia Windischbauer
Maria Stuart, Königin von Schottland: Franziska Machens
Baron von Burleigh: Enno Trebs
Graf von Leicester: Alexander Khuon
Graf von Shrewsbury: Jörg Pose
Graf Aubespine, französischer Gesandter: Caner Sunar
Wilhelm Davison: Caner Sunar
Amias Paulet, Hüter der Maria: Paul Grill
Mortimer, Paulets Neffe: Jeremy Mockridge
Melvil, Freund Marias aus früheren Tagen: Jeremy Mockridge

Kostüme: Sibylle Wallum
Dramaturgie: David Heiligers
Bühnenbild: Judith Oswald
Inszenierung: Anne Lenk
Regie: Anne Lenk
Fernsehregie: Andreas Morell
Erstausstrahlung

Die eine Königin im Kerker, die andere gefangen in ihrer Position der Macht. Wer frei und wer unfrei ist, bleibt in “Maria Stuart” weit weniger klar, als es auf den ersten Blick scheint.

Die schottische Königin muss nach dem Auftragsmord an ihrem Ehemann fliehen und denkt bei ihrer Halbschwester Schutz zu finden, der sie aber zugleich auch den Thron streitig machen will. – Erstes von drei “Starken Stücken” vom Berliner Theatertreffen 2021.

Die eine katholisch, die andere protestantisch und von einem tiefen Minderwertigkeitskomplex geplagt, da sie sich als uneheliche Tochter des gemeinsamen Vaters immer wieder dem Vorwurf der Illegitimität gegenübersieht: Elisabeth, die Bastardkönigin. Maria ist die schönere, die strahlendere, von Verehrern umworbene, die selbst aus dem Kerker heraus den Männern noch den Kopf verdreht und sie zu Befreiungsaktionen oder Mordanschlägen auf die englische Königin animiert. Beides scheitert mehrmals.

Maria merkt bald, dass ihr die bedingungslose Treue ihrer Anhänger nicht immer zum Vorteil gereicht und schließlich ihr tödliches Schicksal zementiert. Elisabeth zaudert, findet in den widersprüchlichen Meinungen ihrer Berater keine Hilfe und steht mit der Entscheidung, was mit der verhassten Rivalin passieren soll, vollkommen allein da.

Marias Fürsprecher erhoffen sich von einem Aufeinandertreffen der beiden Königinnen Rettung für die Inhaftierte. Doch Marias Stolz wird ihr zum Verhängnis, und die Begegnung endet in einem Wortgefecht, einem Sprachduell, das Elisabeth zutiefst erniedrigt. Schließlich unterzeichnet sie das Todesurteil, steht jedoch nicht zu ihrer Entscheidung. Sie will den Tod Marias, aber nicht die Verantwortung dafür tragen. Berater, engste Vertraute, alle wenden sich von ihr ab. Es ist einsam an der Spitze.

Die Inszenierung am Deutschen Theater zeigt Schillers Figuren alle als Gefangene in einem riesigen Setzkasten. Jeder für sich allein, wirkliche Nähe und damit auch Verständnis für das Gegenüber sind unmöglich. In formaler Strenge schreitet eine Geschichte voran, die von Beginn an ausweglos erscheint. Im Konflikt von Staatsräson und Individuum, Recht und Gerechtigkeit kann es am Ende nur Verliererinnen und Verlierer geben.

Franziska Machens als Maria und Julia Windischbauer als Elisabeth liefern sich einen eindrucksvollen und verzweifelt-einsamen Kampf der Königinnen. Jede in ihrem Abteil des Setzkastens, Herrscherin über das eigene Reich, getrennt durch physische Barrieren, die eigentlich ideologische sind und nicht überwunden werden können.

Redaktionshinweis: 3sat zeigt mit “Maria Stuart” vom Deutschen Theater Berlin eines der insgesamt drei “Starken Stücke” aus der Auswahl der zehn bemerkenswerten Inszenierungen, die von einer Jury ausgewählt und zum diesjährigen Berliner Theatertreffen eingeladen wurden.

Am Samstag, 22. Mai, um 20.15 Uhr folgt “Graf Öderland”, eine Koproduktion des Theaters Basel/Residenztheater München. Schauspieler Thiemo Strutzenberger erhält für seine Hauptrolle in “Graf Öderland” den mit 10 000 Euro dotierten 3sat-Preis.

Am Samstag, 29. Mai, um 20.15 Uhr, folgt Anna Gmeyners Stück “Automatenbüffet” vom Burgtheater Wien.

Alle drei “Starken Stücke” sind ab 15. Mai für 120 Tage in der 3sat-Mediathek verfügbar.

Sonntag, 16.05. / 10:55 Uhr / Virtuose & Hofmusiker: Joseph Mayseder neu entdeckt
Film von Cornelia Schäfer
(Erstsendung: 01.01.2019)
ORF

Joseph Mayseder überzeugte bereits als elfjähriger Violinist bei einem der berühmten Augarten-Konzerte und sollte später als Komponist fester Bestandteil der Wiener Musiklandschaft werden.

Raimund Lissy, selbst Violinist und langjähriges Mitglied der Wiener Philharmoniker, begibt sich auf die Spuren dieses spannenden Wiener Musikers, der seiner fröhlichen, ungemein virtuosen Musik stets ein Quäntchen Wiener Charme beigefügt hat.

Joseph Mayseder (1789-1863) hat bei der Uraufführung von Beethovens 7. Symphonie ebenso mitgespielt wie bei Schuberts F-Dur-Messe, er war mit Franz Schubert, Carl Cerny und Franz Grillparzer Fackelträger bei Beethovens Begräbnis und musizierte 1842 beim allerersten philharmonischen Konzert der Wiener Philharmoniker.

Sonntag, 16.05. / 13:40 Uhr / Glockenguss – Das bronzene Handwerk
Film von Frank Grevsmühl
(Erstsendung: 24.08.2017)
3sat

Seit 1599 baut die Familie Grassmayr Glocken. Doch der neue Auftrag bedeutet die größte Herausforderung der Firmengeschichte: der Guss der schwersten frei schwingenden Glocke der Welt.

Beauftragt wurden die Grassmayrs vom Patriarchen der rumänisch-orthodoxen Kirche, Daniel I., dessen Konterfei auf der Glocke verewigt ist. Der Film begleitet den Herstellungsprozess der Glocke für die neue Kathedrale in Bukarest bis zum ersten Anschlagen.

Bei allen Berechnungen zu Statik, Wandstärke und Klangvolumen helfen heute modernste Computerprogramme, doch die Herstellung bleibt in vielen Bereichen ein archaischer Vorgang mit Materialien und Werkzeugen, die sich seit Jahrhunderten kaum verändert haben.

Montag, 17.05. / 02:05 Uhr / Elvis: ’68 Comeback Special
The Burbank Studios, Burbank, Kalifornien, USA, 1968
3sat

Am 3. Dezember 1968 kommt Elvis nach sieben Jahren ohne Auftritt mit einem Paukenschlag in die Wohnzimmer Amerikas: Für den Sender NBC steht er für ein “Comeback Special” vor den Kameras.

Nach Ausflügen ins Filmgeschäft präsentiert sich Elvis in drei Settings: Der Sit-Down-Section als Unplugged-Session mit Band, der Stand-Up-Section mit großem, aber unsichtbarem Orchester und zwei Bühnen-Szenen. Presleys Management will eine Show für junge Zuschauer.

Die Proben und Dreharbeiten beginnen im Juni 1968 in den NBC-Studios in Burbank in der Nähe von Los Angeles, und was alle hoffen, passiert: Die Show wird zu einem TV-Event in den USA und erreicht Rekord-Quoten. Elvis macht es sichtlich Spaß, wieder als Sänger und Entertainer aufzutreten. Sein letzter Auftritt liegt sieben Jahre zurück, und er ist froh, keine seichten Filmrollen mehr übernehmen zu müssen, in die ihn sein Manager immer wieder drängt.

Zunächst ist Elvis gar nicht begeistert, als er 1967 von den Plänen zu einem ursprünglich geplanten Christmas-Special im TV erfährt. Er hat keine Lust auf Weihnachtslieder. Doch der Produzent Bob Finkel überzeugt Elvis mit seinem Konzept einer ganz auf Elvis zugeschnittenen Show mit unterschiedlichen Musikstilen. Der geplante Weihnachtssong wird zwar aufgezeichnet, fliegt aber in der endgültigen Fassung raus.

Elvis ist schon nach den ersten Proben begeistert, lässt seinen Manager zu sich kommen und verkündet, dass er wieder auf Tour gehen will. 1969 nimmt Elvis das Album “From Elvis in Memphis” auf, unterschreibt einen Vertrag über mehrere Liveauftritte in Las Vegas und geht ab 1970 nach 13 Jahren Pause wieder auf eine Tournee durch die USA.

Montag, 17.05. / 03:00 Uhr / Bob Dylan: The Other Side of the Mirror
Newport Folk Festival, Rhode Island, USA, 1963 – 1965
3sat

Zwischen 1963 und 1965 spielt Bob Dylan auf dem “Newport Folk Festival” und wandelt sich vom schüchternen Folksänger mit akustischer Gitarre zum charismatischen Rockpoeten mit Band.

Regisseur Lerner verzichtet auf Interviews und konzentriert sich auf Dylans Auftritte. Er sagt dazu: “Im Laufe der drei Newport-Auftritte wird sich Bob Dylan immer mehr seiner Ausstrahlung bewusst. Er weiß, er kann nun ein großes Publikum mit Poesie erreichen.”

Im Verlauf des Films begegnen den Zuschauenden unter anderen Joan Baez, Pete Seeger, Peter, Paul and Mary und die Paul Butterfield Blues Band, die Bob Dylan beim Skandalkonzert 1965 begleiten. Sie schocken die Folkgemeinde mit einem elektrischen Auftritt. Doch 1963 ist noch alles in bester Ordnung: Bob Dylan sieht aus wie ein Schuljunge in Arbeitskleidung und wird in zwei Jahren zu einem Rockstar mit Sonnenbrille, schicken Klamotten und großer Entourage.

Besonders eindrücklich ist sein berührendes Duett “With God on Our Side” mit Joan Baez beim Festival 1963 oder “Blowin’ in the Wind” mit den Freedom Singers, Peter, Paul and Mary und Joan Baez. 1964 wirkt Bob Dylan schon wesentlich selbstbewusster, als er “Mister Tambourine Man” singt, und 1965 hat er seine Metamorphose abgeschlossen und steht als Rockpoet mit Elektrogitarre auf der Bühne.

Montag, 17.05. / 04:00 Uhr / Bob Dylan: The 30th Anniversary Concert Celebration
Madison Square Garden, New York, USA, 1992
3sat

Im März 1962 erscheint das Debütalbum von Bob Dylan bei Columbia Records. 30 Jahre danach ist Dylan immer noch bei Columbia, die ihrem Star am 16. Oktober 1992 ein Geburtstagsgeschenk machen.

Alles was Rang und Namen in der Musikwelt hat, kommt in den Madison Square Garden, um Bob Dylans Songs zu interpretieren. Mit dabei sind Tom Petty, Roger McGuinn, Eric Clapton, George Harrison, Neil Young, Stevie Wonder, Chrissie Hynde und viele andere mehr.

Viele der 20 000 Fans wissen sicherlich schon vor dem Konzert, dass sie etwas Besonderes erleben werden. Die Hausband des Abends ist Booker T. & The M.G.’s mit Booker T. an der Orgel, dem Bassisten Donald “Duck” Dunn, dem Gitarristen Steve Cropper sowie den Schlagzeugern Anton Fig und Jim Keltner. Neil Young erklärt im Verlauf des Abends das Ganze als “Bobfest” und trifft damit genau die Stimmung des Abends.

Nachdem alle Stars die Songs von Bob Dylan interpretiert haben, kommt Dylan selbst auf die Bühne – nicht sonderlich gut gelaunt, aber er kommt. Und alle spielen zum großen Finale “My Back Pages”.

Montag, 17.05. / 05:00 Uhr / Rod Stewart: Live at the Royal Albert Hall
Royal Albert Hall, London, Großbritannien, 2004
3sat

Am 13. Oktober 2004 begeistert Rod Stewart die Fans in der ausverkauften Royal Albert Hall, begleitet vom BBC Concert Orchestra, dem London Community Gospel Choir, seiner Band und Gästen.

Neben seinem Freund aus “Faces”-Tagen, dem Rolling-Stones-Gitarristen Ron Wood, begrüßt Rod Stewart die Sängerin Chrissie Hynde, mit der er den Klassiker “As Time Goes By” interpretiert. Sein Überraschungsgast ist die schottische Sängerin Amy Belle.

Zusammen singen Amy und Rod den Stewart-Klassiker “I Don’t Want to Talk About It”. Das Duett wird ein Hit, der bis im Herbst 2020 über 345 Millionen Mal auf YouTube angeklickt wird. Mit seinem Programm für die Royal Albert Hall trifft Rod Stewart den Nerv des Publikums. Die Mischung aus Hits der frühen 1970er-Jahre mit Klassikern des “Great American Songbook” kommt an, genauso wie seine wechselnden ausgefallenen Kostüme und seine launigen Moderationen.

Rod Stewart feierte am 10. Januar 2020 seinen 75. Geburtstag. Er gehört zu den erfolgreichsten britischen Sängern und wird vom “Rolling Stone” auf Rang 59 der “100 besten Sänger aller Zeiten” geführt. Erst 2019 wird bekannt, dass Rod Stewart seit Jahrzehnten ein begeistertet Modelleisenbahn-Fan ist und seine Modellanlage überwiegend selbst entworfen und gebaut hat.

Geboren wird Rod Stewart als Sohn schottischer Einwanderer in London. Er hat mit 16 Jahren einen Vorvertrag als Profifußballer in der Tasche, jobbt als Totengräber, bedruckt Seidenstoffe, nimmt 1964 seine erste Single auf, singt 1967 bei der Jeff Beck Group und wechselt mit Gitarrist Ron Wood 1969 zu den Faces. Seine Markenzeichen sind seine struppige Frisur und seine rauchig-sanfte Stimme. Weltberühmt wird Rod Stewart 1971 mit seinem Soloalbum “Every Picture Tells a Story” und dem Hit “Maggie May”. 1972 erobert er mit dem Song “Sailing” auch die Fans in Deutschland.

Seine Wandlungsfähigkeit und sein Gespür für die richtigen Songs beweist Rod Stewart 2002 mit einer Sammlung von Jazz-Standards unter dem Titel “It Had to Be You – The Great American Songbook”. Er hat gerade seine Erkrankung an Schilddrüsenkrebs aus dem Jahr 1999 überwunden und muss das Singen wieder neu erlernen. Das Wagnis gelingt und wird mehrfach mit Platin ausgezeichnet.

Die höchste Auszeichnung erhält er im Juni 2016 für seine Erfolge als Sänger und seinen Einsatz für wohltätige Zwecke: Elisabeth II. adelt ihn zum Knight Bachelor. Von Prinz William erhält er am 11. Oktober 2016 den Ritterschlag und darf den Zusatz “Sir” seinem Namen voranstellen.


Kalenderwoche 21:

Samstag, 22.05. / 19:20 Uhr / Portugal lesen!
Film von Teresa Corceiro
Erstausstrahlung
3sat

Portugal erleben? – Immer! Aber Portugal lesen? – Unbedingt! Denn das kleine Land am Rande Europas hat aufregende Literatur zu bieten, die es zu entdecken lohnt.

Für die 3sat-Kulturdokumentation “Portugal lesen!” trifft Teresa Corceiro Autoren portugiesischer Sprache, redet mit ihnen über ihr Land und ihre Literaturen und lässt sich von ihnen entführen in ihre Geschichte und ihre Geschichten.

Eigentlich hätte Portugal 2021 Gastland der Leipziger Buchmesse sein sollen. Die Verlage waren vorbereitet, die Autoren zu Lesungen geladen, Portugal wollte sich in seiner ganzen literarischen Fülle präsentieren. Weil die Messe nun wegen der aktuellen Corona-Lage nicht stattfinden kann, soll das Jahr bis zur nächsten Messe zu einem Lesefest portugiesischer Literatur werden.

Der international bekannteste Gegenwartsautor des Landes ist António Lobo Antunes. Sein jüngster Roman “Bis die Sterne leichter sind als Wasser” ist soeben auf Deutsch erschienen. Antunes, der auch Psychiater ist, befasst sich darin mit den Traumata des Kolonialkriegs in Angola: Ein angolanischer Waisenjunge aus einem zerstörten Dorf, dessen Bewohner alle ermordet wurden, wird von einem portugiesischen Soldaten nach Lissabon mitgenommen. Ein echtes Zuhause kann er dort nicht finden.

In Angola aufgewachsen ist die Schriftstellerin Dulce Maria Cardoso. Auch sie befasst sich in ihrem Roman “Die Rückkehr” mit den Nachwirkungen der Kolonialzeit. Aus Angola vertrieben, kehrt eine Familie nach Portugal zurück, das kurz zuvor durch die Nelkenrevolution von der Diktatur befreit wurde. Ein Roman mit stark autobiografischen Zügen.

Mit dem Frauenbild im “Macholand” Portugal befasst sich die Schriftstellerin Isabela Figueiredo in ihrem jüngsten Roman “Die Dicke”.

In Lissabon sind Trans-Menschen schon lange keine Seltenheit mehr. Der Schriftsteller Afonso Reis Cabral beschreibt in seinem Roman “Aber wir lieben Dich” die brutale Ermordung einer Transfrau. Der Roman beruht auf einem authentischen Mordfall, der ganz Portugal erschütterte.

Der mehrfach ausgezeichnete Schriftsteller José Luís Peixoto wurde im Revolutionsjahr 1974 geboren. In seinem jüngsten Roman “Galveias” schlägt ein geheimnisvoller Himmelskörper aus dem Universum in den Ort Galveias ein und sorgt damit für so manche Turbulenzen. Peixoto beschreibt eine typische, ländliche Dorfstruktur mit Verstrickungen, Konflikten und Solidargemeinschaften.

Hélia Correia ist eine Schriftstellerin, die sich einmischt in die politischen Debatten ihres Landes. Auf Deutsch erscheint jetzt “Tänzer im Taumel”, ein Roman wie ein Poem, das sich mit der europäischen Abschottung gegen Flüchtlinge befasst. Es beschreibt eine Odyssee durch die Wüste, begleitet Menschen auf dem Weg nach Europa.

Längst hat sich in den ehemaligen Kolonien eine ganz eigene, selbstbewusste Literatur herausgebildet. Ana Paula Tavares ist eine der mächtigsten Stimmen angolanischer Literatur. Ihre erotischen Gedichte knüpfen an afrikanische Traditionen an und sind doch von großer Modernität. Der Gedichtband “Fiebertraum” vermittelt einen Eindruck ihrer Lyrik.

“Portugal lesen!” stellt Schriftstellerinnen und Schriftsteller mit ihren jüngsten auch auf Deutsch erschienenen Romanen vor, die etwas über ihr Land zu erzählen haben. Die Zuschauer erfahren darüber viel über die Kultur und Geschichte Portugals, über seine Träume und Traumata. Darüber, wie viel Geschichte in einer Tasse starkem Espresso steckt, wieso die gepflasterten Bürgersteige voller Ornamente sind und warum sich zu einer Riege berühmter Seefahrer auf einem Denkmal ausgerechnet ein Dichter gesellt.

Samstag, 22.05. / 20:15 Uhr / Starke Stücke: Graf Öderland
Eine Moritat in zwölf Bildern von Max Frisch,
Koproduktion Theater Basel/Residenztheater München
3sat

Der Staatsanwalt: Thiemo Strutzenberger
Elsa, ein Gendarm: Barbara Horvath
Der greise Staatspräsident: Barbara Horvath
Dr. Hahn, ein Sträfling: Simon Zagermann
Hilde, Inge, Coco: Linda Blümchen
Der Mörder: Steffen Höld
Mario, ein Gendarm, der General: Klaus Brömmelmeier
Frau Hofmeier: Klaus Brömmelmeier
Ein Wärter, ein Concierge: Moritz von Treuenfels
Der Kommissar, ein Student: Moritz von Treuenfels
Der Vater, ein Boy: Mario Fuchs
Der Innenminister: Mario Fuchs
Die Mutter, der Fahrer, der Direktor: Julius Schröder

Musik-Ensemble: Julia Bassler, Cornelius Borgolte, Sven Kaiser, Tobias Weber

Kostüme: Esther Geremus
Körperarbeit: Sabina Perry
Dramaturgie: Barbara Sommer
Bühnenbild: Olaf Altmann
Musikalische Leitung: Sven Kaiser
Inszenierung: Stefan Bachmann
Regie: Stefan Bachmann
Fernsehregie: Peter Schönhofer
Erstausstrahlung

Ein brutaler Mord, der umso erschreckender erscheint, da er ohne ersichtlichen Grund und Motiv geschehen zu sein scheint, erschüttert die Existenz eines pflichtschuldigen Staatsanwaltes.

Das selten gespielte Stück von Max Frisch, das er selbst als sein liebstes bezeichnete, wird in der Koproduktion von Theater Basel und Residenztheater München zu einer düsteren Horror-Revue, die einen schauerlichen Sog ungläubigen Schreckens entfaltet.

Ein braver Bürger, Kassierer einer Bank, greift zur Axt und erschlägt hinterrücks einen Hausmeister. Eine Tat, die alle Gewissheiten und Lebenskonstrukte ins Wanken bringt. Der Staatsanwalt, selbst gefangen in einer geordneten und spießbürgerlichen Existenz, verwandelt sich nach und nach in sein bizarres Alter Ego Graf Öderland. Er greift selbst zur Axt und streift mordend und marodierend durchs Land. Er schart immer mehr Anhängerinnen und Anhänger um sich, die ihn zum Befreiungshelden stilisieren und schließlich eine Bewegung bilden, die nicht mehr zu stoppen ist.

Alle Verzweifelten, Ausgegrenzten und Gelangweilten vereinen sich zu einem nihilistischen Kult um den Grafen als Führerfigur und stürzen schließlich sogar die Regierung. Ohne jede Ideologie oder Agenda ist die Gruppe allein der radikalen Freiheit verpflichtet. Das gesellschaftliche Gefüge ist zerstört, die Gesellschaft im wahrsten Sinne des Wortes gespalten.

Regisseur Stefan Bachmann lässt seine Figuren aus einem schwarzen Trichter taumeln, stürzen und kriechen. Die Bühne von Olaf Altmann ist Schauplatz und dunkler Protagonist einer Handlung, die erschreckend aktuell wirkt und von einer Welt erzählt, in der für unumstößlich gehaltene Grundsätze verloren sind und autoritäre, totalitäre Strömungen die Oberhand gewinnen. Menschlichkeit ist nichts weiter als eine naive Erinnerung – oder war doch alles nur ein böser Traum?

Redaktionshinweis: 3sat zeigt mit “Graf Öderland” in der Koproduktion von Theater Basel und Residenztheater München eines der insgesamt drei “Starken Stücke” aus der Auswahl der zehn bemerkenswerten Inszenierungen, die von einer Jury ausgewählt und zum diesjährigen Berliner Theatertreffen eingeladen wurden. Schauspieler Thiemo Strutzenberger erhält für seine Hauptrolle in “Graf Öderland” den mit 10 000 Euro dotierten 3sat-Preis.

Am Samstag, 29. Mai, um 20.15 Uhr, folgt Anna Gmeyners Stück “Automatenbüffet” vom Burgtheater Wien.

Alle drei “Starken Stücke” sind ab 15. Mai für 120 Tage in der 3sat-Mediathek verfügbar.

Samstag, 22.05. / 21:45 Uhr / Udo Lindenberg – Keine Panik und immer mittendrin
Film von Susanne Gliffe und Coco Quast
(Erstsendung: 15.05.2021)
ARD

Hut, Sonnenbrille, keine Panik: Das ist Udo Lindenberg. Einer der größten deutschen Sänger und Musiker wird im Mai 2021 75 Jahre alt. – 3sat zeigt ein Porträt des Panik-Rockers.

Der Film von Susanne Gliffe und Coco Quast zeichnet das Leben und die Karriere des deutschen Rockstars nach – in sehr persönlichen Gesprächen mit engen Freunden und langjährigen Wegbegleitern, Mitgliedern von Udo Lindenbergs “Panik-Familie”.

Udos Leben war eines mit Höhen und Tiefen: Der Film erzählt von seiner familiären Prägung und der geliebten Mutter Hermine, dem Aufwachsen in Gronau und der ersten gemeinsamen Band mit seinem besten und längsten Freund Steffi Stephan, mit dem Udo Lindenberg 1973 das legendäre Panikorchester gründete. Er erzählt von seinen ersten großen Erfolgen und von dem Tief, dem Absturz, dem “in-Vergessenheit-geraten” in den 1990er-Jahren und natürlich von dem kometenhaften Comeback 2008 und dem Udo heute – ein immer noch neugieriger, wacher, interessierter, sozialer und hoch musikalischer Perfektionist und Mensch.

Udo Lindenberg hat die deutsche Sprache nach dem Zweiten Weltkrieg für die Musik abseits des Schlagers wiederentdeckt und in ernsthafte und ungekünstelte Texte gegossen. Er war der Erste, der Rock mit deutschen Texten gesungen hat – und damit wegweisend für viele nachfolgende Musikerinnen und Musiker. Mit seinen ehrlichen Texten hat Udo Generationen von Jugendlichen Halt in schwierigen Phasen gegeben und mit intelligentem Wortwitz so manche Redensart geprägt.

Udo Lindenberg ist ein Phänomen, eine Legende und eine Persönlichkeit, die von vielen Menschen bewundert und verehrt wird für Mut und Ehrlichkeit. Ein kreativer Individualist, Vollprofi und Menschenfreund. Seine Bewunderer und Fans kommen aus allen Schichten und Altersklassen.

Udo Lindenberg war einer der Ersten, dem die deutsche Wiedervereinigung ein echtes Anliegen war, noch vor vielen Politikerinnen und Politikern. Udo ist immer offen und interessiert geblieben, nie abgehoben, immer freundlich. Er gibt jungen Musikerin Raum, spielt mit ihnen erfolgreich seine Songs und genießt deren höchsten Respekt.

Udo Lindenberg gelingt es, sich immer wieder neu zu erfinden und sich dabei treu zu bleiben. Einer nicht so großen Öffentlichkeit bekannt ist Udo Lindenbergs Engagement für junge deutschsprachige Musiker mit dem von ihm ins Leben gerufenen “Panikpreis” und der Arbeit seiner Stiftung für das Jugendprojekt “Hinterm Horizont macht Schule”, in der Schülerinnen und Schüler in einem Musical singen, tanzen, schauspielern und so an Mut und Selbstbewusstsein gewinnen und gleichzeitig viel über deutsch-deutsche Geschichte lernen. Auch diese Seite des Künstlers zeigt der Film.

Udo Lindenberg ist Udo Lindenberg: eine echte “Marke” mit Hut, Panik, Eierlikör, grünen Socken und einer unverkennbaren Silhouette, mittlerweile geradezu sein eigenes Denkmal. Allerdings ein höchst lebendiges Denkmal voller Ideen, das noch lange nicht ans Aufhören denkt, auch nicht in Corona-Zeiten, und das in den “Club der 100-Jährigen” möchte.

Zu Wort kommen in diesem Film unter anderem sein ältester Freund und Mitbegründer des Panikorchesters Steffi Stephan, der Produzent seiner ersten großen Erfolge, Thomas Kukuck, die Freunde Ulrich Waller und Corny Littmann, mit denen Udo Lindenberg das Musical “Hinterm Horizont” und die Panik City erschuf. Ebenfalls dabei: die Panikorchester-Sängerin Nathalie Dorra und Sänger Ole Feddersen, die Musikerfreunde Jan Delay und Johannes Oerding, Udos Ausstatterin, “die Zarin” Niko Kazal, die Label-Chefin und Freundin Rita Flügge-Timm, Olivia Jones, der Saxofonist und Stiftungsmitarbeitende Noah Fischer, Sängerin und Panikpreisträgerin Ina Bredehorn sowie Lindenbergs Freund und Fan, Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher.

Redaktionshinweis: Mit dem Porträt “Udo Lindenberg – Keine Panik und immer mittendrin” gratuliert 3sat dem deutschen Rockstar Udo Lindenberg zu seinem 75. Geburtstag am 17. Mai.


Kalenderwoche 22:

Samstag, 29.05. / 20:15 Uhr / Starke Stücke: Automatenbüffet
Von Anna Gmeyner, Burgtheater Wien
3sat

Herr Adam: Michael Maertens
Frau Adam: Maria Happel
Eva: Katharina Lorenz
Pankraz/Willibald Boxer: Christoph Luser
Puttgam: Dörte Lyssewski
Cäcilie/Redakteur Arendt: Annamária Láng
Schulrat Wittibtöter: Robert Reinagl
Apotheker Hüslein: Hans Dieter Knebel
Oberförster Wutlitz: Daniel Jesch

Mitarbeit Bühne: Stephanie Wagner
Musik/Piano: Thomas Hojsa
Licht: Friedrich Rom
Dramaturgie: Andreas Karlaganis
Bühnenbild: Martin Zehetgruber
Kostüme: Esther Geremus

Inszenierung: Barbara Frey
Regie: Barbara Frey

Fernsehregie: Catharina Kleber
Erstausstrahlung

Der Provinzbürger Herr Adam verhindert beim Angeln den Suizidversuch der jungen Eva und rettet ihr das Leben. Er bringt sie ins “Automatenbüfett”, ein von seiner Frau geführtes Restaurant.

Hier können Speisen, Getränke und Musik auf Knopfdruck bestellt werden. Das “Automatenbüffet” bevölkern skurrile Dauergäste, aber auch die Honoratioren und Funktionäre des Dorfs treffen sich dort. Schnell zeigt sich die Faszination aller für die mysteriöse Fremde.

Sie wird zur Projektionsfläche der unterschiedlichsten Fantasien und kann sich vor Avancen bald kaum noch retten. Herr Adam will sich dies Zunutze machen und Eva dafür Einspannen, die übrigen Herren von seiner Idee zu überzeugen, die Region durch den Aufbau einer Fischereiindustrie aus der wirtschaftlichen Misere zu holen.

Auch wenn es zunächst so scheint, als würde Eva gespielt werden wie eine Puppe, so zeigt sich am Ende, dass sie es ist, die die Fäden in der Hand hält in diesem absurden gesellschaftlichen Biotop, das sich im “Automatenbüffet” herausgebildet hat.

Die Regisseurin Barbara Frey inszeniert am Wiener Akademietheater das Werk der österreichischen Exilautorin Anna Gmeyner, die ebenso ein Freigeist war wie die von ihr gezeichnete Hauptfigur. Das Stück aus dem Jahr 1932 zeigt den Blick der Autorin auf das reaktionäre Bürgertum und die Technikgläubigkeit dieser Zeit. Martin Zehetgrubers grau-braunes Bühnenbild mit den leuchtenden Fächern des “Automatenbüffets” setzt den Ton für diese kleinbürgerliche, retro-futuristische Dystopie.

Redaktionshinweis: Mit “Automatenbüffet” zeigt 3sat das letzte von insgesamt drei “Starken Stücken” aus zehn bemerkenswerten Inszenierungen, die von einer Jury ausgewählt und zum diesjährigen Berliner Theatertreffen eingeladen wurden. Alle drei “Starken Stücke” sind ab 15. Mai für 120 Tage in der 3sat-Mediathek verfügbar.

Samstag, 29.05. / 22:00 Uhr / Unter Büchern ~ Können Bücher Heimat sein?
Erstausstrahlung
ARD/MDR/3sat

Im Literaturfrühling 2021 ist ein Thema präsent wie noch nie: die Literatur derer, die einen deutschen Pass haben, aber Familien mit migrantischer Biografie.

Was bedeutet “post-migrantisches Erzählen”? Die deutsche Gesellschaft hat sich durch die Migration verändert. Immer mehr Menschen nehmen für sich in Anspruch, als Bürger dieses Landes diesen Wandel mitzugestalten, auch wenn ihre Vorfahren nicht deutsch waren.

Und auch, wenn sie selbst vielleicht nicht so aussehen, wie man sich typische Deutsche vorstellt. Das heißt auch, dass über den Markenkern “Deutschland” neu verhandelt wird. Auch und vor allem in der Literatur!

Gerade junge Dichterinnen und Dichter schreiben derzeit in Romanen oder belletristischen Memoiren über ihre Sicht auf unsere Gesellschaft – reflektiert, wütend, kunstvoll.

Samstag, 29.05. / 22:30 Uhr / Alles ist im Fluss ~ Wolfgang Niedecken zum 70.
(Erstsendung: 28.03.2021)
ZDF

Wolfgang Niedecken: klar verortet und politisch weltoffen zugleich. Persönliche Themen hat er ebenso in seinen Songs verarbeitet wie weltumspannende. Am 30. März 2021 wurde er 70 Jahre alt.

Niedecken hat Mundart musikalisch chartfähig gemacht, aber immer dazu aufgefordert, über den eigenen Tellerrand hinauszublicken. Er hat nie ein Blatt vor den Mund genommen, wenn es darum ging, Stellung zu beziehen und Haltung zu zeigen.

Auf der Bühne und im realen Leben. Als Mensch nahbar, als Musiker unerreicht. Ein Leben, in dem sich Zeit- und Kulturgeschichte eines ganzen Landes und mehrerer Generationen spiegeln.

Im Herbst 2020 erschien das 20. Studioalbum der Kölner Band BAP, die neben den Toten Hosen und den Ärzten zu den drei großen Rockbands der Bundesrepublik gehört. Doch die Jubiläumstour musste genauso verschoben werden wie das Geburtstagskonzert in Köln im Frühjahr 2021 – coronabedingt.

Und so begann für Wolfgang Niedecken kurz vor seinem 70. Geburtstag am 30. März 2021 eine stille Zeit. Eine Zeit, die er genutzt hat für einen besonderen Lebenstraum: Mitfahrt auf einem Rheinfrachter, der ihn an einigen wichtigen Stationen seines Wirkens vorbeifahren und eine andere Perspektive auf sein Leben einnehmen lässt. Es wird seine Lebensreise.

Die Dokumentation erzählt von verschiedenen Stationen dieser Reise – emotional, thematisch, biografisch. Es geht um Heimat, um Musik, um Verantwortung für die Gesellschaft. Aber auch um Frohsinn und Lebenslust.

Der katholisch erzogene Junge aus der Südstadt, der zum “Bob Dylan von Köln” wurde. Sein Vater als lebenslange Bezugsperson. Der Ausbruch aus der Enge als Maler und bildender Künstler. Der schwierige Beginn der Band BAP, der Durchbruch 1982 und die Trennung der Band. Der Homo politicus Niedecken, das legendäre Treffen mit dem Schriftsteller Heinrich Böll im Jahr 1984, der Kampf gegen Atomkraft und Rüstungswahnsinn, die Hilfe für Afrika, der Kampf gegen rechts. Und der unbedingte Wille, sich nicht vereinnahmen zu lassen – wie etwa bei der abgesagten DDR-Tournee.

Die Dokumentation erzählt die wesentlichen Lebensstationen und Themen von Wolfgang Niedecken und seiner Band BAP. Der Filmemacher Heinrich Billstein begleitet Wolfgang Niedecken auf der Rheinfahrt und zu Plätzen seines Lebens, die bislang filmisch noch nicht erfasst wurden. “Alles ist im Fluss” enthält auch eine echte Premiere: das erste Lied, das Niedecken auf Kölsch geschrieben, aber nie aufgenommen hat. “Leev Frau Herrmanns” hat er während der Dreharbeiten wiederentdeckt, erstmals eingespielt und für diesen Film auf einem Dach hoch über der Südstadt präsentiert. Das Lied porträtiert eine 93-jährige Kölnerin, die Niedecken während seines Zivildienstes kennengelernt hatte.

Archivmaterial spiegelt die Bandgeschichte und die bundesdeutsche Zeitgeschichte wider. Zu Wort kommen Zeitzeugen, die in einem besonderen Verhältnis zu Wolfgang Niedecken stehen: Dieter “Maschine” Birr, Eva und Horst Köhler, Campino (Frontmann der Toten Hosen), Tommy Engel (Ex-Frontmann der Bläck Fööss), sowie Bandmitglieder und Wegbegleiter.

Sonntag, 30.05. / 10:00 Uhr / Literaturclub
(Erstsendung: 18.05.2021)
SRF

“Literaturclub” diskutiert die neuesten literarischen Entdeckungen und gibt Orientierungshilfe im Buchmarkt.

In der Gesprächssendung werden jeweils vier bis fünf Neuerscheinungen besprochen.

Sonntag, 30.05. / 11:20 Uhr / Das Blaue Sofa
Erstausstrahlung
3sat

Herausragende Autoren und prominente Moderatoren finden sich zum Gespräch auf dem “blauen Sofa” ein und stellen die wichtigsten literarischen Neuerscheinungen vor.

Donnerstag, 03.06. (Fronleichnam) / 3satThementag: Bergwelten


Kalenderwoche 23:

Samstag, 05.06. / 19:20 Uhr / Ist das Zukunft oder kann das weg?
Film von Volker Strübing
Erstausstrahlung
3sat

Früher war nicht alles besser. Bis auf die Zukunft. Es gab Visionen von Weltraumstädten und fliegenden Autos statt der heute herrschenden Untergangsstimmung. – Eine Suche nach neuen Visionen.

Sollen unsere Kinder Klavier spielen lernen oder lieber Nahkampftechniken für die Zombie-Apokalypse? Was geben wir ihnen mit auf den Weg? Volker Strübing spricht mit Autoren, Wissenschaftlern, Erziehern und Aktivisten, die unsere Zukunft gestalten.

Ist die Zukunft noch zu retten? In einer Zeit, in der uns beim Blick nach vorne zuallererst Katastrophenszenarien in den Sinn kommen, macht sich der Filmemacher Volker Strübing auf die Suche nach neuen, hoffnungsvollen Utopien. Denn Zukunft ist nicht nur das, was sein wird, sondern auch das, von dem wir glauben, dass es sein könnte.

In der Dokumentation “Ist das Zukunft oder kann das weg?” erzählt er aus seiner ganz eigenen Perspektive die Geschichte der Zukunft. Vom “Gesternmorgen”, dem naiven Fortschrittsglauben Mitte des 20. Jahrhunderts, zum “Heutemorgen”, der aktuell verbreiteten Untergangsstimmung – und darüber hinaus von einem möglichen “Morgenmorgen”.

In den 1970er-Jahren träumt Volker Strübing als Kind von Weltraumstädten und fliegenden Autos – bis die Zukunft in den 1980er-Jahren immer düsterer wird: Tschernobyl, Waldsterben, ein drohender Atomkrieg. Doch der Planet geht nicht unter – und es gibt Menschen, die den Glauben an die Zukunft nicht verlieren und für sie kämpfen. Aber glaubt heute noch jemand an morgen?

Die eigentlichen Hauptfiguren der Dokumentation sind unsere Kinder. Können wir ihnen Hoffnung machen, oder bereiten wir sie besser auf das Schlimmste vor? Für die kommende Generation brauchen wir Visionen und Utopien genauso wie umsetzbare Ideen, praktische Philosophien und realistische Gesellschaftsentwürfe. Vieles kann besser und das Schlimmste verhindert werden – und jeder kann seinen kleinen Teil dazu beitragen. Wir müssen an die Zukunft glauben, wenn unsere Kinder eine haben sollen.

Strübing spricht mit Menschen, die Zukunft erfinden und gestalten. Fakten, Zusammenhänge und Entwicklungen werden in Gesprächen und animierten Sequenzen präsentiert. Gesprächspartner sind: Harald Welzer, Soziologe und Mitbegründer der Stiftung FUTURZWEI, Génica Schäfgen, im Vorstand der Suchmaschine Ecosia, Thomas Bendig, Forschungskoordinator Fraunhofer-Verbund IUK-Technologie, Jan Groos, Betreiber des Podcast “Future Histories”, Karlheinz Steinmüller, Physiker, Futurologe und Science-Fiction-Autor, Magali Mohr, Politikwissenschaftlerin, wissenschaftliche Mitarbeiterin Futurium Berlin, sowie Nicole Schmitz, Planetenforscherin Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt.

Samstag, 05.06. / 20:15 Uhr /Lucerne Festival 2020
Ludwig van Beethoven: Klavierkonzert Nr. 1 und Sinfonie Nr. 3 “Eroica”

Mit Martha Argerich (Klavier)
Orchester: Lucerne Festival Orchestra
Musikalische Leitung: Herbert Blomstedt
Erstausstrahlung
SRF/3sat

Im Pandemie-Sommer 2020 spielt die Meisterpianistin Martha Argerich und das Lucerne Festival Orchestra unter Leitung des Dirigenten Herbert Blomstedt Beethovens Klavierkonzert Nr. 1.

Das Werk wurde am 2. April 1800 uraufgeführt; am Klavier saß Beethoven höchstpersönlich. Es ist stark vom Vorbild seines Meisters Haydn und des von ihm zutiefst bewunderten Mozart geprägt. Im Festival-Programm folgt darauf die Sinfonie Nr. 3, “Eroica”.

Beethoven komponierte diese nach einer schweren Krise infolge seiner fortschreitenden Ertaubung. Das Monumentalwerk, das radikal mit dem Kanon der klassischen Sinfonie bricht, stieß bei seiner ersten, von Beethoven selbst dirigierten öffentlichen Aufführung am Theater an der Wien am 7. April 1805 auf Ablehnung. Die revolutionäre Komposition wurde als “todlangweilig, endlos und zusammenhanglos, überfrachtet, unverständlich und viel zu laut” verrissen.

Heute gilt die “Eroica” als eines der schönsten Repertoire-Stücke. Die Klangsprache ist feierlich, tragisch, freudig und so hoffnungsvoll wie das Schicksal eines imaginären Helden. Oder bezog sich Beethoven mit diesem Werk doch auf sein eigenes Los? “Beethovens Musik enthält eine Nachricht, aber wir müssen arbeiten, um sie zu finden”, erklärt der Maestro und Beethoven-Bewunderer Herbert Blomstedt, für den die Leitung des Lucerne Festival Orchestra vor der atemberaubenden Kulisse des Vierwaldstättersees ein Debüt darstellte.

Redaktionshinweis: 3sat zeigt Beethovens Klavierkonzert Nr. 1 vom “Lucerne Festival 2020” anlässlich des 80. Geburtstags der argentinisch-schweizerischen Pianistin Martha Argerich am 5. Juni.

Samstag, 05.06. / 21:50 Uhr / Eat that question ~ Frank Zappa in his own words
Dokumentarfilm von Thorsten Schütte, Deutschland 2016
Länge: 90 Minuten
ARD/SWR

Frank Zappa (1940-1993) war Komponist, Musiker, Bandleader, Produzent, Nonkonformist und Autodidakt. Eine temporeiche Hommage über 30 Jahre Zappa als Musiker im Betrieb des US-Entertainment.

Das Ergebnis ist ein vielschichtiges Porträt eines der größten Musiktalente des 20. Jahrhunderts. Zappas exzentrische, unverblümte, bisweilen unverhohlen satirische Werke reflektieren die Weltgeschichte von fast vier Jahrzehnten.

Mit scheinbarer Leichtigkeit riss Frank Zappa die Mauern sämtlicher musikalischer Genres ein, bewegte sich ganz selbstverständlich zwischen “Unterhaltender” und “Ernster” Musik. Er machte Pop, Jazz oder Rock, elektronische und Neue Musik, sogar große Orchesterwerke komponierte er.

Viele Jahrzehnte lang war er die gleichermaßen brillante wie kompromisslose Kritiker-Stimme der Musikbranche. Er verband beißenden Humor mit politischem Scharfblick. Hinter seiner manchmal grenzwertigen Menschenverachtung verbargen sich große Hochachtung vor den kulturellen Errungenschaften menschlicher Zivilisation und der unerschütterliche Glauben an die Ideale von Meinungsfreiheit und Demokratie. In Wirklichkeit war Frank Zappa nicht nur das “Enfant terrible”, als dass man ihn sehen wollte, sondern ein sanftmütiger und besonnener Geist. Er war ein revolutionärer Denker, der die Grenzen der Musik sprengte, aber auch zutiefst konservativ in seinen Werten, Patriot und im Glauben an die Institution Familie.

Indem der Film seltene TV-Interviews mit zahlreichen Auftritten überall auf der Welt gegenüberstellt, ergründet er Frank Zappas unkonventionellen und respektlosen Umgang mit den Medien, sein unbändiges Streben nach Erkenntnis, seinen Hang zur charismatischen und bisweilen arrogant wirkenden Selbstinszenierung ohne Rücksicht auf Konventionen.

Zappa, der sich seit Beginn seiner musikalischen Karriere mit der Presse anlegte und sie gegen sich aufbrachte, nutzte mehr als andere Musiker jede Gelegenheit, die Medien und ihre Mechanismen bloßzustellen – oder selbst für sich zu nutzen. Er verstand es, seine Themen zu platzieren. Seine bitteren Bemerkungen über Staat und Religion, Musikindustrie und Jugendkultur hinterlassen ein bewegendes, soziopolitisches Bild seiner Zeit.

Das Bildmaterial mit Zappas Auftritten, lange in den Archiven in Vergessenheit geraten und von Thorsten Schütte in jahrelanger Beschäftigung wieder hervorgeholt, verweist auf die großen Stationen einer einzigartigen Karriere.

Obwohl Zappa 1993 mit gerade einmal 53 Jahren an Prostatakrebs starb, sind seine Haltung und Vorstellungen ebenso wie seine Musik noch immer lebendig. Sein Lebensziel – die Zuhörer aus der Massenkonformität befreien – ist aktueller denn je.

Sonntag, 06.06. / 10:05 Uhr / lesenswert Quartett
Denis Scheck im Gespräch mit Insa Wilke und Ijoma Mangold
Gast: Antje Rávik Strubel
(Erstsendung: 20.05.2021)
ARD/SWR

Mit Gastgeber Denis Scheck diskutieren im “lesenswert Quartett” die Literaturkritiker Insa Wilke und Ijoma Mangold und als Gast die Schriftstellerin Antje Rávik Strubel über vier Bücher.

Folgende Bücher werden besprochen: “Ameisig” von Charlie Kaufman, “Entkommen” von Joshua Groß, “Daheim” von Judith Hermann sowie “An das Wilde glauben” von Nastassja Martin.

Sonntag, 06.06. / 11:05 Uhr / Architekten des Klangs ~ Bauen für den perfekten Ton
Film von Günter Atteln
(Erstsendung: 09.03.2019)
3sat

Wie schafft man einen Raum, dessen Klang Publikum und Musiker gleichermaßen begeistert? Einen Saal, der Architektur mit Klang verwebt – und damit selbst zum Instrument wird?

Star-Akustiker feilen auf der Suche nach dem perfekten Sound mit Hightech am Raumklang von Konzertsälen in aller Welt. Sounddesign bestimmt auch unser Erleben im Alltag. In dem Film gewähren einige der besten Akustiker Einblick in ihre Hexenküche der “Klangwunder”.

Bei der Eröffnung der Elbphilharmonie in Hamburg wurde neben der spektakulären Architektur auch ihre herausragende Akustik gefeiert – und Yasuhisa Toyota wurde zum Liebling der Medien. Von der “ZEIT” zum “Dr. Sound” geadelt, ist der sympathische Japaner einer der weltweit gesuchten Stars unter den Akustikern. Neben Yasuhisa Toyota zählen dazu vor allem Jürgen Reinhold oder auch Martijn Vercammen, der in der im Oktober 2017 wiedereröffneten Berliner Staatsoper Daniel Barenboims Herzenswunsch nach einer besseren Akustik des prachtvollen Gebäudes hat Wirklichkeit werden lassen.

Filmemacher Günter Atteln lässt sich von den Raumakustikern in einigen der bedeutendsten Konzert- und Opernhäusern die Besonderheiten – und Probleme – dieser Räume erklären, besucht mit Valery Gergiev den Rohbau der neuen Philharmonie in Moskau und beobachtet die Maßnahmen zur Klang-Korrektur in der ehrwürdigen Mailänder Scala. Die Cellistin Anastasia Kobekina demonstriert, wie sich die unterschiedlichen Akustiken von Konzerträumen nicht nur auf den Klang ihres Instruments, sondern auch auf sie selbst und ihre Spielweise auswirken.

Wie sehr uns Klangeindrücke nicht nur im Konzertsaal, sondern auch in alltäglichsten Situationen beeinflussen, zeigen Exkurse in das weite Feld des Produkt-Klangdesigns: vom “fetten” Sound einer schließenden Autotür über das satte Klicken eines Blinkerhebels bis zum richtigen “Crunch” von Cornflakes und dem knackig klingenden Biss von Würstchen: Psychoakustik und Sounddesign bestimmen unser oft unterbewusstes Erleben – und unsere Emotionen.

Sonntag, 06.06. / 11:35 Uhr / Markus Raetz ~ Die magischen Augenspielereien des Schweizer Künstlers
Porträt von Iwan Schumacher
(Erstsendung: 07.12.2008)
SRF

Der Berner Künstler Markus Raetz (1941-2020) hat den siebten Sinn für Wahrnehmungen der außergewöhnlichen Art. Seine Werke verblüffen wie die Kunststücke eines Zauberers.

Sie hinterfragen Sehgewohnheiten und zeigen die Dinge von einer ganz anderen Seite. Im internationalen Kunstbetrieb ist Markus Raetz eine etablierte Größe. Für das filmische Porträt gewährte der Berner Künstler erstmals einem Kamerateam Einblick in sein langes Schaffen.

Bei seinen Überraschungsattacken auf die Sehorgane des Publikums bedient sich der Künstler unterschiedlichster Techniken, Materialien und Medien.

Vieles im Werk von Markus Raetz hat mit Bewegung zu tun: Installationen und Skulpturen verändern ihr Erscheinungsbild, indem sie sich selbst bewegen oder die Betrachter um sie herum gehen.

Redaktionshinweis: Mit dem filmischen Porträt erinnert 3sat an den 2020 verstorbenen Schweizer Künstler Markus Raetz, der am 6. Juni seinen 80. Geburtstag gefeiert hätte.

Sonntag, 06.06. / 12:30 Uhr / Druckfrisch ~ Neue Bücher mit Denis Scheck
(Erstsendung: 30.05.2021)
ARD/NDR

Orientierung im Bücherdschungel verspricht Denis Scheck. Scheck besucht Schriftsteller, stellt Neuerscheinungen vor und spart dabei weder an Lob noch an Kritik.

Seine bissigen und humorvollen Kommentare zu den Büchern der Spiegelbestenliste aus der Kölner Bücherhalle sind beliebt und gefürchtet. Im persönlichen Gespräch entlockt er Autoren aktueller Bestseller interessante Hintergründe zu ihren Werken.

Sonntag, 06.06. / 18:30 Uhr / Kunst als Waffe – Die Welt des Gottfried Helnwein
Film von Claudia Teissig
(Erstsendung: 01.10.2018)
ORF

Gottfried Helnwein, Österreichs Schockmaler von internationalem Format, ist ein Mahner unserer Gesellschaft. Filmemacherin Claudia Teissig besucht den Weltstar auf seinem Schloss in Irland.

Was er sieht, ist das, was wir nicht sehen wollen, was er erkennt, ist das, was wir verdrängen wollen. Seine Haltung ist die des Protestes, des Angehens gegen Verdrängung, Verschweigen und Unterdrückung. – Das Porträt entstand zum 70. Geburtstag des Künstlers.

Helnweins Widerstand schlägt sich nieder in den frühen Wiener Aktionen, aber auch in seinen Bildern, Aquarellen und Zeichnungen, in denen er von Anfang an für die Rechtlosen und Schwachen Partei ergreift. Er will provozieren, indem er den Menschen einen Spiegel vorhält, er will das Schweigen aufbrechen, das Tabuthemen umgibt.

Ein besonderes Anliegen sind ihm Kinder. Ihre Verletzungen, sowohl die äußeren, sichtbaren, wie auch die inneren, unsichtbaren, sind immer wieder Thema seiner Arbeit.


Kalenderwoche 24:

Samstag, 12.06. / 19:00 Uhr / Jack Nicholson ~ Das teuflische Grinsen Hollywoods
Film von Annette Baumeister
(Erstsendung: 09.12.2017)
3sat

Er ist eine amerikanische Ikone und einer der erfolgreichsten Schauspieler Hollywoods: Jack Nicholson. Das Porträt zeigt die wichtigsten Stationen, privat wie beruflich, in Nicholsons Leben.

Weggefährten wie die Regisseure Peter Segal und Henry Jaglom, Biograf Patrick McGilligan und Filmpartnerin Kathleen Turner kommen zu Wort. Ausschnitte aus seinen erfolgreichsten Filmen zeigen, wie sehr Leben und Werk bei Nicholson miteinander verschmelzen.

Er lebt hoch oben in den Hügel von Los Angeles. “King of the Hill” oder “The Man”, wird er in der Branche ehrfurchtsvoll genannt. Einst ein junger, ungestümer Schauspieler, der zwar nicht so gut aussah wie Clark Gable oder Humphrey Bogart, doch sein diabolisches Grinsen, sein feines Spiel, die kleinen Macken, mit denen er seine Charaktere ausstattet, überzeugten bald Macher und Publikum.

Für die Rolle des George Hanson in “Easy Rider” wurde er für den Oscar nominiert. Im Laufe seiner Karriere folgten zwölf Nominierungen, das ist einzigartig in der Filmbranche. Drei Mal bekam er den begehrten Preis: Für seine Rollen in “Einer flog über das Kuckucksnest”, “Zeit der Zärtlichkeit” und “Besser geht’s nicht”.

Mitte der 1970er-Jahre verkörperte Nicholson eine faszinierende Mischung aus dem alten und neuen Hollywood. Stets entschied er sich für Rollen, die etwas mit ihm zu tun haben. Es sind von Selbstzweifeln zerfressene, neurotische Charaktere mit sexuellen Defiziten und verborgenen Träumen. Sein wahres Gesicht versteckte er bereits als Jugendlicher hinter einer dunklen Sonnenbrille. Bis heute ist sie sein Markenzeichen und Schutz vor zudringlichen Blicken.

Das manische Grinsen des diabolischen Jack Torrance in Stanley Kubricks “The Shining”, der sich in einer legendären Szene mit dem Beil durch die Badezimmertür schlägt, lässt einem noch immer das Blut in den Adern gefrieren. Für den Joker in Tim Burtons “Batman”-Verfilmung las er zur Vorbereitung auf die Rolle exzessiv Nietzsche. Sein irres Joker-Grinsen wurde zur Ikone seiner späten Karriere. Das Lächeln von Jack Nicholson zieht an und stößt ab, es verstört und beglückt, es versteckt und entlarvt.

Das Faszinosum des Bösen erweist sich durch Jack Nicholsons schillerndes Spiel – stärker als die Macht des Guten. Jack Nicholson hat mit dem Älterwerden nichts von seiner Magie verloren. Bis heute ist er eine ungezähmte Film-Ikone und immer wieder für eine Überraschung gut.

Der heimliche König Hollywoods hat sich immer rar gemacht und so einen eigenen Mythos um sich geschaffen. Der Film, entstanden aus Anlass des 80. Geburtstags von Jack Nicholson am 22. April 2017, geht dem Geheimnis des Schauspielers nach.

Samstag, 12.06. / 20:15 Uhr / 3satFestspielsommer: Così fan tutte
Salzburger Festspiele 2020
ORF

Fiordiligi: Elsa Dreisig
Dorabella: Marianne Crebassa
Guglielmo: André Schuen
Ferrando: Bogdan Volkov
Despina: Lea Desandre
Don Alfonso: Johannes Martin Kränzle

Bühnenbild: Johannes Leiacker
Kostüme: Barbara Drosihn
Musikalische Leitung: Joana Mallwitz
Regie: Christof Loy
Bildregie: Michael Beyer
Moderation: Teresa Vogl

Bei den Corona-bedingt verkürzten Salzburger Festspielen 2020 war sie DAS Highlight: Christof Loys Neuinszenierung von Wolfgang Amadeus Mozarts Oper “Così fan tutte”.

Christof Loy hat eine Produktion entwickelt, die vor allem auf die Kunst und Wirkung der Personenregie setzt. Elsa Dreisig als Fiordiligi und Marianne Crebassa als Dorabella verstricken sich in das komplexe Spiel um Liebe, Treue und Verrat.

Ihnen zur Seite stehen Andrè Schuen als Guglielmo und Bogdan Volkov als Ferrando.

Joana Mallwitz gelang gleich ein doppeltes Debüt: Sie dirigierte zum ersten Mal die Wiener Philharmoniker in Salzburg und war dort auch die erste Musikalische Leiterin einer großen Opernproduktion.

“Così fan tutte” wird bei den Salzburger Festspielen 2021 für vier Vorstellungen wieder aufgenommen.

Redaktionshinweis: Christof Loys Neuinszenierung von Wolfgang Amadeus Mozarts Oper “Così fan tutte” bildet den Auftakt zum diesjährigen “3satFestspielsommer”. Bis zum 25. September zeigt 3sat herausragende Konzerte und Opern-Highlights der großen Klassikfestspiele im deutschsprachigen Raum.

Auch im zweiten Jahr der Corona-Pandemie finden die großen Klassikfestivals in Deutschland, Österreich und der Schweiz unter besonderen Vorzeichen statt. Viele präsentieren sich anders und neu, aber 3sat ist wie immer dabei. Im Festspielsommer zeigt 3sat außerdem herausragende Aufführungen aus den vergangenen Jahren. Viele Produktionen sind zudem in der 3satMediathek abrufbar unter www.3sat.de.

Als nächster Beitrag des “3satFestspielsommers” folgt am Freitag, 18. Juni, um 21.45 Uhr das “Sommernachtskonzert Schönbrunn 2021”.

Samstag, 12.06. / 22:45 Uhr / Mozarts Geheimnisse
Film von Bernhard Graf
(Erstsendung: 05.01.2020)
ARD/BR

Bernhard Graf lüftet in dieser Dokumentation zahlreiche Geheimnisse, die mit der Familiengeschichte des Musikvirtuosen Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) verbunden sind.

Die Mozarts waren eine Künstlerfamilie aus Augsburg und Schwaben über acht Generationen. Wolfgang Amadeus Mozart blieb wie sein Vater zeitlebens Bürger von Augsburg und entdeckte dort seine erste Liebe.

Wer würde schon vermuten, dass fast zwei Jahrhunderte lang die Mozarts als arme Fronbauern und Handwerker in der Habsburger Markgrafschaft Burgau – heute “In den Stauden” – im Westen der ehemaligen Freien Reichsstadt Augsburg wohnten und in den Dörfern Heimberg, Leitershofen und Pfersee ihren Unterhalt verdienten?

Sodann entdeckten die Mozarts in Augsburg die Baukunst und Bildhauerei. Während Hans Georg (1647-1719) zum bedeutendsten Baumeister Schwabens aufstieg, entwickelte sich Franz der Jüngere (1681-1732) zu einem herausragenden Bildschnitzer. Fünf weitere Mozarts widmeten sich der Dekorationskunst an Prunkbänden, sodass bereits Leopold Mozart (1719-1787) auf mehrere Künstlergenerationen zurückblicken konnte, als er sich für die Musik entschied und dieses einzigartige Talent an seine Kinder und Enkel weitergab.

Sonntag, 13.06. / 10:05 Uhr / lesenswert
Denis Scheck im Gespräch mit Juli Zeh, Frank Schätzing und Ralf König
(Erstsendung: 27.05.2021)
ARD/SWR

Frank Schätzing hat einen Klima-Thriller geschrieben: “Was, wenn wir einfach die Welt retten? Handeln in der Klimakrise” heißt er. Denis Scheck trifft sich mit ihm im Kölner Zoo.

Kalter Krieg, Terror, Pandemie: Bestsellerautor Frank Schätzing entwirft verschiedene Szenarien der Zukunft. Mal haben die Menschen obsiegt, mal haben sie versagt. Leserinnen und Leser sowie der Autor selbst agieren darin als Akteure.

Wissenschaftlich fundiert und spannend stellt Schätzing verschiedene Protagonisten und Antagonisten der Krise vor. Dann zeigt er Wege auf, wie wir der Klimafalle entkommen und die Welt besser machen können. Seine These: Die Herausforderung kann gemeistert werden, wenn wir handeln – mit Wissen, Kreativität und positivem Denken.

Hausbesuch: In Köln lebt auch der renommierte Comiczeichner Ralf König, der sich mit witzigen, aber auch tiefsinnigen und bewegenden Geschichten gegen Vorurteile gegenüber Homosexuellen engagiert. In seinem neuen Buch “Vervirte Zeiten” kommentiert er mithilfe seiner beliebten Figuren die Corona-Krise. Das Buch versammelt Kurzcomics, die Ralf König seit März 2020 auf verschiedenen Social-Media-Kanälen täglich veröffentlicht: Das Männerpaar Konrad und Paul erlebt die typischen Szenarien und Herausforderungen des Lockdowns. Aber trotz des Virus geht das Leben weiter, und Paul verliebt sich in den Filialleiter des örtlichen Supermarkts. Wie nähert man sich aber mit Abstandsregeln und Mund-Nasen-Schutz an?

Denis Scheck und Juli Zeh reiten wieder gemeinsam aus. Dieses Mal sprechen sie über das Buch von Bernd Stegemann: “Die Öffentlichkeit und ihre Feinde”. Der Autor zeigt die Ursachen der derzeitigen zerstrittenen Öffentlichkeit und fordert eine neue Debattenkultur. Ein brisantes Thema.

Sonntag, 13.06. / 10:35 Uhr / erLesen
Moderation: Heinz Sichrovsky
(Erstsendung: 08.06.2021)
ORF

In “erLesen” treffen sich Prominente, Star- und Nachwuchsautoren zum etwas anderen Literaturgespräch. Im Fokus stehen zeitgenössische Literatur ebenso wie Krimis, Sachbücher und Ratgeber.

Erfolgsschriftsteller wie Frank Schätzing, Marlene Streeruwitz und Arno Geiger sowie interessante Persönlichkeiten aus dem Kultur- und Literaturbereich wie Sky du Mont, Chris Lohner und Elke Heidenreich präsentieren ihre neuen Romane.

Geplaudert und diskutiert wird über Lieblingslektüre, aktuelles Tagesgeschehen, Historisches und auch über sehr Persönliches.

Heinz Sichrovsky ist einer der profiliertesten Kulturjournalisten Österreichs und profunder Kenner der Literaturszene. Er wartet mit Neuigkeiten und Skurrilem aus der Welt des Buches auf. Seit 2010 moderiert Sichrovsky mit Verve, Charme und einer Prise Ironie die Büchersendung “erLesen”. Was in keiner Sendung fehlen darf: seine pointierten Buchempfehlungen und Neuigkeiten aus der Welt der Literatur.

Sonntag, 13.06. / 11:20 Uhr / Pfingstkonzert aus Stift Melk mit Michael Schade
Stift Melk, 2021
Mit Michael Schade und Marie-Sophie Pollak (aus der ORF-III-Reihe “Erlebnis Bühne”)
Chor: Ensemble Aedes
Chorleitung: Mathieu Romano
Orchester: Concentus Musicus Wien
Musikalische Leitung: Pablo Heras-Casado
ORF

Auf dem Programm des Eröffnungskonzertes der Internationalen Barocktage Stift Melk steht 2021 ein herausragendes Werk der Kirchenmusik: die “Marienvesper” von Claudio Monteverdi.

Das Werk entstand vermutlich für den Festtag Mariä Verkündigung und wurde 1610 veröffentlicht. Die liturgischen Texte der Komposition sind äußerst kunstvoll und abwechslungsreich vertont.

Als Innovator der abendländischen Musik verknüpft Monteverdi gekonnt Tradition, neue Tendenzen und interpretatorische Freiheit der Musiker. So ist jede Aufführung von Monteverdis “Marienvesper” ein einmaliges Ereignis.

Montag, 14.06. / 01:35 Uhr / Lebenslieder ~ zu Gast: Annette Frier
Moderation: Max Mutzke
(Erstsendung: 26.01.2021)
ARD/RBB/BR/NDR/RB

In der Musik-Talkshow “Lebenslieder” geht es um die Lieder, die einen Menschen geprägt haben. Zum Auftakt begrüßt der Sänger Max Mutzke die Schauspielerin Annette Frier.

Annette Frier erzählt, welches Lied zu ihrem ersten Rendezvous gehört, warum sie Klaus-Lage-Songs auswendig kann und warum Stevie Wonder immer in ihrem Herzen wohnt. Und wenn Annette mit Max “In meinem Veedel” anstimmt, dann geht nicht nur den Urkölnern das Herz auf.

“Lebenslieder” heißt das neue Kulturformat im Ersten, das unter der Federführung des rbb entstand. Die Sendung wird vom erfolgreichen Sänger Max Mutzke moderiert und umfasst zunächst vier Ausgaben.

Die Gäste, mit denen sich Max Mutzke in der ersten Staffel unterhält, sind die Schauspielerin Annette Frier, der Comedian Bülent Ceylan, die Entertainerin Barbara Schöneberger und der Violinist Daniel Hope. Gemeinsam singen sie sich durch den Soundtrack ihres Lebens.

Montag, 14.06. / 02:20 Uhr / Lebenslieder ~ zu Gast: Bülent Ceylan
Moderation: Max Mutzke
(Erstsendung: 09.02.2021)
ARD/RBB/BR/NDR/RB

In der Musik-Talkshow “Lebenslieder” geht es um die Lieder, die einen Menschen geprägt haben. In dieser Folge begrüßt der Sänger Max Mutzke den Comedian Bülent Ceylan.

Welche Musik hat Bülent Ceylan als Schüler begleitet? Welches Lied erinnert ihn an seine erste Liebe? Und welches Lied bestimmt sein Leben? “Lebenslieder” – das ist am Ende ein überraschendes, unterhaltsames und sehr bewegendes Porträt.

“Lebenslieder” heißt das neue Kulturformat im Ersten, das unter der Federführung des rbb entstand. Die Sendung wird vom erfolgreichen Sänger Max Mutzke moderiert und umfasst zunächst vier Ausgaben.

Die Gäste, mit denen sich Max Mutzke in der ersten Staffel unterhält, sind die Schauspielerin Annette Frier, der Comedian Bülent Ceylan, die Entertainerin Barbara Schöneberger und der Violinist Daniel Hope. Gemeinsam singen sie sich durch den Soundtrack ihres Lebens.

Montag, 14.06. / 03:05 Uhr / Lebenslieder ~ zu Gast: Barbara Schöneberger
Moderation: Max Mutzke
(Erstsendung: 16.02.2021)
ARD/RBB/BR/NDR/RB

In der Musik-Talkshow “Lebenslieder” geht es um die Lieder, die einen Menschen geprägt haben. In dieser Folge begrüßt der Sänger Max Mutzke die Entertainerin Barbara Schöneberger.

Als Tochter eines Soloklarinettisten wurde Barbara Schöneberger die Musik in die Wiege gelegt. Klassische Musik hat für sie einen zentralen Stellenwert. Was zur Herausforderung für Max Mutzkes Bandleader wird, der ihr Lieblingsstück von Rachmaninow performt.

Lieber greift das energiegeladene Multitalent Barbara Schöneberger allerdings selbst zum Mikrofon, um sich im Duett mit Max Mutzke durch ihr Leben zu singen. Mit den Hits aus ihrer Jugend erfahren die Zuschauerinnen und Zuschauer viel über Barbara Schönebergers Zeit in der Isarmetropole. Beispielsweise über den Sound, der sie bei ihrem spontanen Umzug nach Berlin begleitet hat – “die wichtigste Zäsur in meinem Leben” – und lernen ihr großes Vorbild kennen, das sie als Sängerin inspiriert.

Barbara Schönebergers Mutter und ein Überraschungsgast erzählen von den musikalischen Anfängen der Entertainerin. Neben allem Spaß, den Max und Barbara beim Singen und im Gespräch haben, lernen die Zuschauerinnen und Zuschauer über die Musik auch neue Seiten des Medienstars kennen.

Sie erfahren, woher Barbara Schöneberger die Kraft nimmt für ihre vielseitige Karriere und welches Lied sie garantiert zum Weinen bringt. Die finale Nummer lässt erahnen, worin das Geheimnis ihres Erfolgs liegt und woher ihr unerschütterliches Selbstbewusstsein rührt.

“Lebenslieder” heißt das neue Kulturformat im Ersten, das unter der Federführung des rbb entstand. Die Sendung wird vom erfolgreichen Sänger Max Mutzke moderiert und umfasst zunächst vier Ausgaben.

Die Gäste, mit denen sich Max Mutzke in der ersten Staffel unterhält, sind die Schauspielerin Annette Frier, der Comedian Bülent Ceylan, die Entertainerin Barbara Schöneberger und der Violinist Daniel Hope. Gemeinsam singen sie sich durch den Soundtrack ihres Lebens.

Montag, 14.06. / 03:50 Uhr / Lebenslieder ~ zu Gast: Daniel Hope
Moderation: Max Mutzke
(Erstsendung: 23.02.2021)
ARD/RBB/BR/NDR/RB

In der Musik-Talkshow “Lebenslieder” geht es um die Lieder, die einen Menschen geprägt haben. In dieser Folge begrüßt der Sänger Max Mutzke den Violinisten Daniel Hope.

Elvis Presley war der Soundtrack seiner Kindheit, The Police hat ihn während der Zeit im strengen Musikinternat getröstet – und sein “Lebenslied” kommt von David Bowie. Ganz schön viel U-Musik für einen Stargeiger, der in den Konzerthäusern der Welt zu Hause ist.

Und Daniel Hope lässt sich auch noch von Max Mutzke zum Singen animieren – zum ersten Mal öffentlich in dieser Folge der “Lebenslieder”.

45 Minuten Talk und Musik – ein intensives Gespräch, in dem es nicht nur um die Lieder der Kindheit und Jugend von Daniel Hope geht, sondern vor allem um die Gefühle und Erinnerungen, die mit seinen “Lebensliedern” verbunden sind. Momente der Einsamkeit und des Trostes, die Musik spendet. Melodien des Glücks und Grenzgänge zwischen den Genres. Ein spannender Austausch zwischen zwei Musikern – dem Violinisten Daniel Hope, der schon mit vier Jahren wusste, dass die Geige sein Instrument sein würde, und Max Mutzke, der die “Lebenslieder” seines Gastes live performt.

Dabei verrät Hope, dass er immer mal wieder im Badezimmer Geige übt – dort ist die Akustik so gut. Und welches Lied ihn zu Tränen rührt. Er zeichnet mit Max Mutzke seine Familiengeschichte nach: Seine Urgroßeltern mussten vor den Nationalsozialisten einst aus Berlin nach Südafrika fliehen – heute lebt Daniel Hope wieder in der deutschen Hauptstadt, nur ein paar Straßen weiter als damals. Er erzählt von seinem Lehrer, dem berühmten Geiger Yehudi Menuhin, der ihn früh förderte und vom Leben im Konzertbetrieb.

Das Publikum erlebt Daniel Hope ganz anders als auf der Bühne, sehr persönlich – und gemeinsam mit Max Mutzke musikalisch experimentierfreudig.

“Lebenslieder” heißt das neue Kulturformat im Ersten, das unter der Federführung des rbb entstand. Die Sendung wird vom erfolgreichen Sänger Max Mutzke moderiert und umfasst zunächst vier Ausgaben.

Die Gäste, mit denen sich Max Mutzke in der ersten Staffel unterhält, sind die Schauspielerin Annette Frier, der Comedian Bülent Ceylan, die Entertainerin Barbara Schöneberger und der Violinist Daniel Hope. Gemeinsam singen sie sich durch den Soundtrack ihres Lebens.

Montag, 14. 06. / 04:35 Uhr / Startrampe ~ Unterwegs mit der Indie-Pop-Band Matija
(Erstsendung: 29.10.2020)
ARD/BR

Die drei Jungs von der Münchner Band Matija hatten den Traum, eine Live-Session im Museum Brandhorst in München zu spielen. Pünktlich zum Release ihres zweiten Albums wurde das ermöglicht.

Auf diesem zweiten Album, das den poetischen Titel “byebyeskiesofyesterday” trägt und im Oktober 2020 erschienen ist, hört man Einflüsse aus Pop, Rock, Indie, Klassik und sogar aus French House und Hip-Hop.

Zur Bandgeschichte: Matija bestehen aktuell aus Matija Chlupacek (Gesang, Gitarre, Bass und Blockflöte), Jan Salgovic (Gitarre, Keyboard und Synthesizer) und Sami Salman (Schlagzeug und Percussion). Die Band existiert schon seit 2011, aber in diesen fast zehn Jahren hat sich einiges geändert. Anfangs hieß die Band zum Beispiel gar nicht Matija, sondern The Capitols. Damals waren die Musiker noch zu viert.

Als die Jungs dann einen Vertrag beim Hamburger Label Clouds Hill unterschrieben, haben sie sich umbenannt. 2017 veröffentlichte die Band ihr Debütalbum “Are We An Electric Generation Falling Apart?” und hat in den Folgejahren einige große Acts supportet, darunter The 1975 und Wanda. In der Musik von Matija steckt unfassbar viel. Als Vorbilder nennen die drei Jungs Bands wie The Mars Volta, Tame Impala und Radiohead. Hier wird experimentiert, ausprobiert, kaputtgemacht und zusammengepuzzelt. Langweilig wird es nie.

Matija Chlupacek, der Sänger der Band, hat im Museum Brandhorst viel Zeit verbracht und in der inspirierenden Atmosphäre schon einige Texte geschrieben. Dabei kam ihm auch die Idee, im lichtdurchfluteten Obergeschoss des Museums eine Live-Session zu spielen. Dort befindet sich ein Raum, der eigens für den amerikanischen Maler Cy Twombly geschaffen wurde und in dem sein großformatiger Bilderzyklus “Lepanto” ausgestellt ist.

Donnerstag, 17.06. / 10:00 Uhr / Live aus Klagenfurt: 45. Tage der deutschsprachigen Literatur
Ingeborg-Bachmann-Preis 2021 – Lesungen und Diskussionen
ORF

Die 45. Tage der deutschsprachigen Literatur finden vom 17. bis 20. Juni pandemiebedingt als Mischform statt. – 3sat überträgt den Lesewettbewerb um den Ingeborg-Bachmann-Preis 2021 live.

Per Video ins Theater des ORF-Landesstudios Kärnten zugeschaltet stellen sich die 14 Autorinnen und Autoren der Jury, die diesmal in Klagenfurt zusammenkommen wird. Das Publikum muss fernbleiben und wird über diverse Social-Media-Kanäle in die Sendung einbezogen.

Frischen Wind in der siebenköpfigen Jury versprechen die Literaturkritikerin Insa Wilke als neue Juryvorsitzende sowie die zwei neuen Jurorinnen, Schriftstellerin Vea Kaiser und Mara Delius, Chefin des Magazins “Literarische Welt” der Tageszeitung “Die Welt”. Die Feuilleton-Chefin der kulturpolitischen Wochenzeitschrift “Die Furche”, Brigitte Schwens-Harrant, komplettiert die Kritikerinnenrunde. Wie bisher schon dabei sind der Germanist und Leiter des Grazer Literaturhauses, Klaus Kastberger, der Schriftsteller, Publizist und Kritiker Philipp Tingler sowie der Kritiker Michael Wiederstein.

Zusätzlich zum Wettbewerb werden in den Lesepausen aktuelle Themen des Literaturgeschehens mit Livegesprächen vertieft.

Redaktionshinweis: 3sat überträgt die Lesungen und Diskussionen um den Ingeborg-Bachmann-Preis von Donnerstag, 17. Juni, bis Samstag, 19. Juni, jeweils ab 10.00 Uhr in voller Länge live. Am Sonntag, 20. Juni um 11.00 Uhr zeigt 3sat die Preisverleihung.

Alle Lesungen und Diskussionen aus dem ORF-Landesstudio Kärnten sind nicht nur vollständig auf dem 3sat-Bildschirm, sondern auch als Live-Stream auf 3sat.de zu sehen.

Über die Social-Media-Kanäle www.facebook.com/Bachmannwettbewerb und www.twitter.com/tddlit können die “Tage der deutschsprachigen Literatur” mit Kommentaren, Bildern, News und Videos mitverfolgt werden. Das offizielle Hashtag zum Mitdiskutieren und Mittwittern lautet: #tddl.

Auch auf Instagram (instagram.com@3sat) kann man die Veranstaltung verfolgen und so während des gesamten Wettbewerbs einen exklusiven Blick hinter die Kulissen erhalten.

Freitag, 18.06. / 10:00 Uhr / Live aus Klagenfurt: 45. Tage der deutschsprachigen Literatur
Ingeborg-Bachmann-Preis 2021 – Lesungen und Diskussionen
ORF

Die 45. Tage der deutschsprachigen Literatur finden vom 17. bis 20. Juni pandemiebedingt als Mischform statt. – 3sat überträgt den Lesewettbewerb um den Ingeborg-Bachmann-Preis 2021 live.

Per Video ins Theater des ORF-Landesstudios Kärnten zugeschaltet stellen sich die 14 Autorinnen und Autoren der Jury, die diesmal in Klagenfurt zusammenkommen wird. Das Publikum muss fernbleiben und wird über diverse Social-Media-Kanäle in die Sendung einbezogen.

Frischen Wind in der siebenköpfigen Jury versprechen die Literaturkritikerin Insa Wilke als neue Juryvorsitzende sowie die zwei neuen Jurorinnen, Schriftstellerin Vea Kaiser und Mara Delius, Chefin des Magazins “Literarische Welt” der Tageszeitung “Die Welt”. Die Feuilleton-Chefin der kulturpolitischen Wochenzeitschrift “Die Furche”, Brigitte Schwens-Harrant, komplettiert die Kritikerinnenrunde. Wie bisher schon dabei sind der Germanist und Leiter des Grazer Literaturhauses, Klaus Kastberger, der Schriftsteller, Publizist und Kritiker Philipp Tingler sowie der Kritiker Michael Wiederstein.

Zusätzlich zum Wettbewerb werden in den Lesepausen aktuelle Themen des Literaturgeschehens mit Livegesprächen vertieft.

Freitag, 18.06. / 20:15 Uhr / Kleine große Stimme
Fernsehfilm, Österreich/Deutschland 2015
ORF/ARD/BR

Benedikt Thaler: Wainde Wane
Max Goldberg, Kapellmeister: David Rott
Siegfried Goldberg: Karl Merkatz
Elsa Brandl: Miriam Stein
Jerry Delgado: Tyron Ricketts
Direktor: Erwin Steinhauer

Drehbuch: Rupert Henning, Eva Spreitzhofer, Michaela Ronzoni
Regie: Wolfgang Murnberger
Länge: 89 Minuten

Österreich 1955: Das Leben bei den Großeltern auf dem Land ist hart für den zehnjährigen Benedikt. Niemand will das Kind mit der dunklen Hautfarbe haben.

Die Mutter lebt nicht mehr, sein amerikanischer Vater weiß nichts von ihm. Als Benedikt erfährt, dass die Wiener Sängerknaben auf Amerika-Tournee gehen, reißt er aus, um in den weltberühmten Chor aufgenommen zu werden. In Amerika will er seinen Vater finden.

Alles, was er von ihm hat, ist ein Lied, das seine Mutter ihm vorgesungen hat. Die Schwierigkeiten scheinen unüberwindlich. Doch dann findet Benedikt Hilfe, wo er es am wenigsten erwartet hätte.

Freitag, 18.06. / 21:45 Uhr / 3satFestspielsommer: Sommernachtskonzert Schönbrunn 2021
Schlosspark Schönbrunn, Juni 2021

Mit Igor Levit (Klavier)
Orchester: Wiener Philharmoniker
Musikalische Leitung: Daniel Harding
Erstausstrahlung
3sat

Vor der Traumkulisse von Schloss Schönbrunn laden die Wiener Philharmoniker zu einem stimmungsvollen Open-Air-Konzert ein. Das Konzert steht unter dem Motto “Fernweh”.

Die Wiener Philharmoniker spielen unter der musikalischen Leitung von Daniel Harding. Als ganz besonderes Highlight ist der Auftritt des Pianisten Igor Levit geplant. Gerade in der Pandemiezeit soll dem Publikum ein unvergesslicher Abend bereitet werden.

Dazu widmet sich das Programm ausgewählten Werken von Leonard Bernstein, Giuseppe Verdi, Sergei Rachmaninov, Jean Sibelius, Edward Elgar, Claude Debussy und Gustav Holst.

Erstmalig steht Daniel Harding in Schönbrunn am Pult der Wiener Philharmoniker. Der gebürtige Brite gilt als einer der brillantesten Dirigenten der jungen Generation und erhielt in der Vergangenheit für seine Arbeit mit den großen internationalen Orchestern und Opernhäusern viel Beifall – sowohl vom Publikum als auch von den Kritikern.

Igor Levit zählt nicht nur zu den besten Pianisten seiner Generation, sondern findet immer wieder Beachtung für sein politisches Engagement: Klimakrise, Flüchtlingspolitik, demokratische Grundrechte, Judenfeindlichkeit und geistige Freiheit bewegen ihn als Mensch und Künstler. Die Frage nach der politischen Verantwortung gehört für Igor Levit genauso dazu wie die Frage nach dem richtigen Instrument, nach dem perfekten Klang und nach der besten Interpretation der Meisterwerke. Und diesen musikalischen Genuss wird er zusammen mit dem berühmten Orchester garantieren.

Die Wiener Philharmoniker gelten als prominenter Exportartikel Österreichs im Kulturbereich. Das Orchester möchte in Zeiten der Corona-Epidemie nicht auf dieses beliebte Event verzichten, auch wenn nur wenig Gäste vor Ort im Park sein dürfen. Umso wichtiger ist die weltweite Fernsehübertragung des Open-Air-Ereignisses. Ein Stück Hoffnung für die Kultur und Aufmunterung für viele Menschen an den Bildschirmen.

Einen passenderen Rahmen als die prächtige Kulisse des Schönbrunner Schlosses und seiner barocken Parkanlage, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, könnte man sich wohl kaum dafür vorstellen.

Redaktionshinweis: Am Samstag, 19. Juni, um 20.15 Uhr geht es im “3satFestspielsommer” mit der Oper “Rigoletto” von den Bregenzer Festspielen 2019 weiter.


Kalenderwoche 25:

Samstag, 19.06. / 10:00 Uhr / Live aus Klagenfurt: 45. Tage der deutschsprachigen LiteraturIngeborg-Bachmann-Preis 2021 – Lesungen und Diskussionen
ORF

Die 45. Tage der deutschsprachigen Literatur finden vom 17. bis 20. Juni pandemiebedingt als Mischform statt. – 3sat überträgt den Lesewettbewerb um den Ingeborg-Bachmann-Preis 2021 live.

Per Video ins Theater des ORF-Landesstudios Kärnten zugeschaltet stellen sich die 14 Autorinnen und Autoren der Jury, die diesmal in Klagenfurt zusammenkommen wird. Das Publikum muss fernbleiben und wird über diverse Social-Media-Kanäle in die Sendung einbezogen.

Frischen Wind in der siebenköpfigen Jury versprechen die Literaturkritikerin Insa Wilke als neue Juryvorsitzende sowie die zwei neuen Jurorinnen, Schriftstellerin Vea Kaiser und Mara Delius, Chefin des Magazins “Literarische Welt” der Tageszeitung “Die Welt”. Die Feuilleton-Chefin der kulturpolitischen Wochenzeitschrift “Die Furche”, Brigitte Schwens-Harrant, komplettiert die Kritikerinnenrunde. Wie bisher schon dabei sind der Germanist und Leiter des Grazer Literaturhauses, Klaus Kastberger, der Schriftsteller, Publizist und Kritiker Philipp Tingler sowie der Kritiker Michael Wiederstein.

Zusätzlich zum Wettbewerb werden in den Lesepausen aktuelle Themen des Literaturgeschehens mit Livegesprächen vertieft.

Samstag, 19.06. / 20:15 Uhr / 3satFestspielsommer: Rigoletto (Bregenzer Festspiele 2019)
Oper in drei Akten (1851)
ORF

Herzog von Mantua: Stephen Costello
Rigoletto: Vladimir Stoyanov
Gilda: Mélissa Petit
Maddalena: Giovanna Katrin Wundsam
Sparafucile: Miklós Sebestyén
Der Graf von Monterone: Kostas Smoriginas
Marullo: Wolfgang Stefan Schwaiger
Borsa: Paul Schweinester
Der Graf von Ceprano: Jorge Eleazar
Die Gräfin: Leonie Renaud
Page: Hyunduk Kim

Libretto von Francesco Maria Piave nach Victor Hugo “Le roi s’amuse”
Dramaturgie: Olaf A. Schmitt
Bühnenbild: Philipp Stölzl, Heike Vollmer
Kostüme: Kathi Maurer
Chor: Bregenzer Festspielchor, Prager Philharmonischer Chor
Orchester: Wiener Symphoniker
Musikalische Leitung: Enrique Mazzola
Inszenierung: Philipp Stölzl
Bildregie: Felix Breisach

2019 feiert Giuseppe Verdis Opernklassiker “Rigoletto” Premiere auf der Seebühne am Bodensee. 3sat zeigt von den Bregenzer Festspielen die Aufzeichnung der Neuinszenierung von Philipp Stölzl.

Stölzl betont Verdis einzigartige Kontraste zwischen Spektakel und intimem Kammerspiel. Dem zirkushaften Treiben auf dem Fest, der Entführung und dem nächtlichen Sturm stehen innige Szenen zwischen Vater und Tochter sowie Gilda und dem Herzog gegenüber.

Mit der Möglichkeit, auf der Seebühne zu inszenieren, geht für Stölzl ein lang gehegter Traum in Erfüllung. Seine Musikvideos für die Gruppe Rammstein machten ihn bekannt, in Filmen wie “Nordwand”, “Der Medicus” und zuletzt “Winnetou” entwarf er atemraubende Szenen. Als Opernregisseur feierte er Erfolge unter anderem bei den Salzburger Festspielen, am Theater an der Wien sowie an den Staatsopern in Berlin und Dresden.

Traditionell wird die Neuinszenierung des “Rigoletto” wieder zwei Jahre als Spiel auf dem See in Bregenz zu sehen sein.

Als Hofnarr amüsiert sich Rigoletto über das freizügige Leben seines Herzogs, den er tatkräftig bei dessen Eroberungen unterstützt. Sein Lachen über den erzürnten Monterone, der seine Tochter durch den Herzog entehrt sieht, bleibt ihm jedoch im Hals stecken, als dieser ihn verflucht. Ohne sein Wissen wird Rigoletto zum Mittäter bei der Entführung seiner eigenen Tochter Gilda, die er schützend zu Hause eingesperrt hält. In der Zuwendung des Herzogs sieht sie einen Ausweg aus der Obhut ihres Vaters. Dieser aber hat einen Mörder beauftragt, um den egoistischen Liebschaften des Herzogs ein endgültiges Ende zu bereiten. Doch als Rigoletto die verhüllte Leiche ins Wasser werfen möchte, hört er erneut dessen zynisches Credo “La donna è mobile” und fürchtet um das Leben seiner Tochter.

Redaktionshinweis: 3sat setzt den diesjährigen “3satFestspielsommer” am Samstag, 26. Juni, um 20.15 Uhr mit dem Konzert der “Berliner Philharmoniker live in der Waldbühne 2021” fort.

Samstag, 19.06. / 22:20 Uhr / Rigoletto – Opernspektakel am Bodensee
Film von Ingrid Bertel
(Erstsendung: 10.08.2019)
ORF

2019 wird der Verdi-Klassiker “Rigoletto” auf der Seebühne am Bodensee geboten. Formidable Kopfarbeit leisten die Bregenzer Festspiele mit der Neuinszenierung von Philip Stölzl.

Der Film von Ingrid Bertel begleitet Stölzl bei der Erarbeitung der technisch bislang aufwendigsten Produktion der Bregenzer Festspiele und gibt Einblicke in den Entstehungsprozess der Inszenierung, die sich nah an der globalen Gegenwart bewegt.

Mit großem Pop-Art-Pinsel übersetzt die Inszenierung die grellen Emotionen der Oper – Mord und Totschlag, Sex und Missbrauch – in spektakuläre, schnelle Bilder. Im Juni beginnt Stölzl mit den Proben: Eine Oper entsteht.

Wie sehr ist Verdis Werk mit der Landschaft verwoben, die er kannte – der oberitalienischen Kleinstadt Mantua mit ihren vier Seen und dem prachtvollen Renaissance-Palast der Gonzaga? Auch dieser Frage geht Ingrid Bertel in ihrer Dokumentation nach. Gemeinsam mit dem Dirigenten der Bregenzer Neuproduktion, Maestro Enrique Mazzola, begibt sie sich auf Verdis Spuren und an die Schauplätze der Oper in Mantua.

Aus dem See ragt der knapp 14 Meter hohe Kopf eines Clowns – Ebenbild des Hofnarren Rigoletto. Ein Riese scheint aus den Fluten zu steigen, die Hände drohend erhoben. Elf Meter hoch sind diese Hände – ebenfalls zentrale Elemente des aufwendigen Bühnenbildes. Sie sind beweglich und werden, wie Mund und Augen des Kopfes, über Hydraulikmotoren unter Wasser von Tauchern betrieben. Ein hundertköpfiges Projektteam schuf die 140 Tonnen schwere, wohl komplexeste Bühnenskulptur, die je für Verdis Oper geschaffen wurde.

Der Komponist hätte daran seine Freude gehabt – verlangte er doch für die Uraufführung 1851 im “Teatro La Fenice” in Venedig die ersten dreidimensionalen Bühnenbauten der Operngeschichte und ein Gewitter, das sich an den Taktschlag des Maestros hält.

Redaktionshinweis: 3sat setzt den diesjährigen “3satFestspielsommer” am Samstag, 26. Juni, um 20.15 Uhr mit dem Konzert der “Berliner Philharmoniker live in der Waldbühne 2021” fort.

Samstag, 19.06. / 00:30 Uhr / lebensArt
(Erstsendung: 14.06.2021)
ORF

Peter Schneeberger und Clarissa Stadler präsentieren Inhalte, die nicht nur vom Kulturkalender, sondern auch von gesellschaftlichen und kulturpolitischen Entwicklungen bestimmt werden.

Neue und andere Sichtweisen erleichtern den Zugang zu Literatur und Musik, Film und Theater, Architektur und Bildender Kunst. Das Kulturmagazin ist feuilletonistisch, hintergründig und reflexiv.

Samstag, 19.06. / 01:30 Uhr / Prince: Sign o’ the Times
The Ahoy, Rotterdam, Niederlande, Sportpalais, Antwerpen, Niederlande, Paisley Park Studios, Chanhassen, Minnesota, USA, 1987
3sat

Im Juni 1987 lässt Prince die letzten Konzerte seiner Europatournee filmen, die mit später zusätzlich gedrehten Szenen in seinem Studio zusammengeschnitten werden.

1987 hat der Film Kinopremiere. Beim Publikum hat er mäßigen Erfolg, aber die Kritiker sind begeistert. Für den “Rolling Stone” sind “Prince und Band in Höchstform”, und für das britische Magazin “Sky” ist der Film “der größte Konzertfilm aller Zeiten”.

Die “Philadelphia Daily News” vergleicht Prince mit Elvis. Eigentlich sollte Prince die “Sign o’ the Times”-Tournee im Sommer 1987 auf Wunsch seiner Plattenfirma Warner Bros. Records fortsetzen. Doch darauf hat der Superstar keine Lust und beschließt, mehrere Konzerte aufzuzeichnen. Schlecht gelaunt ruft er seine Toningenieurin an: “Susan, ich brauche für morgen einen Lkw mit mobilem Tonstudio, und zwar zügig. Das muss klappen, wir nehmen das Konzert auf, und es muss perfekt sein, sonst werden Leute gefeuert!”

Ein britisches Filmteam zeichnet drei Konzerte in Rotterdam und das Abschlusskonzert in Antwerpen zwischen dem 26. und 29. Juni 1987 auf. Doch als das Material auf dem Schneidetisch liegt, stellt Prince schnell fest, dass der Sound nicht überzeugend aufgezeichnet wurde und auch das Filmmaterial Schwächen hat. Prince ruft seine Band zusammen, spielt das Konzert komplett in seinem Studio nach und stellt für die Kameras im Juli 1987 auch einige Szenen nach. Gegen den Willen von Warner bringt Prince den Film im November 1987 in die Kinos der USA und 1988 auch nach Deutschland.

Das Lexikon des internationalen Films urteilt: “Konzertmitschnitt der Europa-Tournee des Popmusikers Prince. Ein durch seine filmische Geschlossenheit, musikalische Bandbreite und mitreißende Rhythmen überzeugender Film, dessen Akteure durch Spielwitz und -freude für sich einnehmen. Für Fans zeitgenössischer und zukunftsweisender Rockmusik hörens- und sehenswert.”

Samstag, 19.06. / 02:55 Uhr / Prince: Rave un2 the Year 2000
Paisley Park Studios, Chanhassen, Minnesota, USA, 1999
3sat

Am 18. Dezember 1999 produziert Prince in seinen Paisley-Park-Studios eine legendäre Silvestershow, die am 31. Dezember 1999 ausgestrahlt wird und das Millennium einläutet.

Nach allen großen Hits endet das fulminante Konzert mit dem Song “1999”, dessen Zeilen zum Motto des unvergesslichen Abends werden: “Party Like it’s 1-9-9-9”. Prince steht mit seiner Band New Power Generation und zahlreichen Gästen auf der Bühne.

Mit dabei sind George Clinton, Lenny Kravitz, der Saxofonist Maceo Parker, die Sängerin Rosie Gaines, der Bassist Larry Graham und viele andere mehr. Prince ist wie elektrisiert, singt, tanzt und spielt Gitarre, als ob es das letzte Konzert seines Lebens wäre. Der Hintergrund der Bühne wird von der überlebensgroßen Darstellung des “Love Symbols #2” bestimmt, seinem Protest gegen seine Plattenfirma, die 1993 von Prince eine Schaffenspause verlangt und ein Greatest-Hits-Album herausbringen will.

Prince sieht sich in seiner künstlerischen Freiheit eingeschränkt und gibt an seinem 35. Geburtstag, am 7. Juni 1993, per Pressemitteilung bekannt, dass sein Künstlername nun das unaussprechbare Symbol sei. In den Medien wird er nun “The Artist Formerly Known as Prince” genannt. Er selbst schreibt sich das Wort “Sklave” auf die Wange und erklärt: “Wenn einem die eigenen Master nicht gehören, gehört man dem Master.”

Warner Bros. Records gehören damals die Urheberrechte an seinen Songs, die er für das Label aufnimmt. 1994 beendet Warner die Zusammenarbeit mit Prince, und am 31. Dezember 1999 endet der Vertrag zwischen Prince und Warner. Am 16. Mai 2000 heißt Prince dann wieder Prince, der Albtraum ist vorbei.

16 Jahre später, am 14. April 2016, verliert Prince auf dem Rückflug von einem Konzert in Atlanta das Bewusstsein. Er hat eine Überdosis eines Schmerzmittels eingenommen und wird nach einer Notlandung in Moline, Illinois, ins Krankenhaus gebracht. Prince kann das Krankenhaus am 15. April wieder verlassen. Doch am 21. April 2016 wird Prince in einem Fahrstuhl seines Studios leblos aufgefunden und um 10.07 Uhr mit 57 Jahren für tot erklärt.

Als Todesursache wird die Überdosis eines Schmerzmittels diagnostiziert, das sich Prince selbst verabreicht hat: Die Medikamentenpackung hat einen anderen Inhalt als angegeben, nämlich gefälschte Schmerzmittel. Von wem der Musiker die gefälschten Medikamente erhalten hat, wird nie geklärt.

Samstag, 19.06. / 04:00 Uhr / Little Steven and The Disciples of Soul: Soulfire Live
Diverse Locations, USA, Europa, 2017
Regie: Ryan Celli
3sat

2017 geht Steven Van Zandt mit seiner Band “The Disciples of Soul” auf Nordamerika- und Europatournee. Regisseur Ryan Celli dreht an mehreren Orten und veröffentlicht 2019 seinen Konzertfilm.

Unter seinem Spitznamen “Little Steven” wird Steven Van Zandt als Sideman von Bruce Springsteen bekannt und kann auch als Schauspieler in den Serien “Die Sopranos” und “Lilyhammer” überzeugen. Sein Markenzeichen ist ein Kopftuch, um Narben eines Autounfalls zu verbergen.

Zusammen mit Bruce Springsteen und anderen gilt Little Steven als Mitbegründer des “Jersey Shore Sound”, der vom Rock ‘n’ Roll und Rhythm ‘n’ Blues beeinflusst wird und sich mit dem täglichen Leben der normalen Leute beschäftigt. 1975 steigt Little Steven in Springsteens “E Street Band” ein und verlässt die Gruppe 1984 wieder, um mit den “Disciples of Soul” weiterzumachen.

Auch politisch ist Little Steven aktiv: Er gründet 1985 die Initiative “Artists United Against Apartheid”, die gegen den Freizeit- und Vergnügungspark “Sun City” kämpft. An seiner Seite hat Little Steven Kollegen wie Bruce Springsteen, Bono, Bob Dylan und Run-D.M.C., die mit ihm den Song “Sun City” aufnehmen, in dem die Künstler versichern, niemals dort aufzutreten.

1999 steigt Little Steven wieder in Springsteens “E Street Band” ein und übernimmt die Rolle des Silvio Dante in der US-Fernsehserie “Die Sopranos”, der als Stripclub-Besitzer und Mitglied der Mafia von New Jersey zu den engsten Freunden des Bosses, Tony Soprano, gehört.

Little Steven gewinnt dafür mehrere Film- und Fernsehpreise und beginnt 2002 als Radiomoderator seine dritte Karriere: Er beschäftigt sich in der Radiosendung “Little Steven’s Underground Garage” mit Garagenrock und allen weiteren Aspekten der Rockmusik. 2012 wird Little Steven wieder zum Gangster: In der norwegisch-amerikanischen TV-Serie “Lilyhammer” spielt er einen Mafiaboss, der im Rahmen eines Zeugenschutzprogramm in Norwegen versteckt wird.

Samstag, 19.06. / 04:45 Uhr / Blackberry Smoke: Homecoming
The Tabernacle, Atlanta, Georgia, USA, 2018
Regie: Ted Roach, Lagan Sebert
3sat

Im November 2018 feiern die Südstaatenrocker Blackberry Smoke mit ihren Fans ihr traditionelles “Homecoming”-Event, mit deren Erlösen die Band seit sechs Jahren krebskranke Kinder unterstützt.

“Southern-Rock ohne Redneck-Mief”, schreibt ein Kritiker über die Band aus Atlanta mit ihrer Mischung aus Rock, Country und Soul. Bisher als Geheimtipp gehandelt, veröffentlicht die Gruppe im Dezember 2019 ihr neues Album “Homecoming” und tourt mit Guns N’ Roses.

Mehr als 350 000 US-Dollar können Blackberry Smoke in den letzten sechs Jahren wohltätigen Organisationen spenden. Sie kehren dafür an jedem Freitag nach Thanksgiving in ihre Heimatstadt Atlanta zurück. Im November 2018 zeichnen sie das Konzert erstmals auf. Sänger und Gitarrist Charlie Starr sagt dazu: “Wir freuen uns wirklich sehr, dass bald jeder die ‘Atlanta-Homecoming-Show’ im Tabernacle selbst erleben kann. Mit diesem Live-Album und Film haben wir versucht, diese besondere Energie einzufangen. Wir finden, dass ‘Homecoming’ Euch fühlen und hören lässt, wie viel Spaß wir bei dieser Show haben.”

Das Konzert findet im Tabernacle statt, einem neoklassizistischen Bau mitten in Atlanta, 1911 als Kirche eingeweiht und 1996 zum Konzertsaal umgebaut, ohne dass die besondere Atmosphäre des Ortes zerstört wird. “Charlie Starr und Blackberry Smoke halten eine Predigt, wie man verdammt gut Gitarre spielt”, schreibt ein Kritiker über das Konzert.

Samstag, 19.06. / 05:45 Uhr / The Who: Live at Kilburn
Gaumont State Theatre, Kilburn, Großbritannien, 1977
Regie: Jeff Stein
3sat

Im Dezember 1977 filmen 35mm-Kameras The Who für den Jeff-Stein-Film “The Kids Are All Right” in Kilburn. Nur zwei Ausschnitte landen im Film, der Rest bleibt bis 2008 unveröffentlicht.

Am 7. September 1978, nur wenige Monate nach dem Auftritt in Kilburn, stirbt Schlagzeuger Keith Moon. Der geniale Witzbold der Band, der zusammen mit Gitarrist Pete Townshend für Exzesse zuständig ist, etabliert das Schlagzeug als Solo-Instrument in der Rockmusik.

Gefürchtet als “Moon the Loon” – “Moon, der Irre” -, zerlegt er unter Drogen und Alkohol stehend Hotel- und Wohnungseinrichtungen und ganz viele Drumsets. Um vom Alkohol wegzukommen, nimmt er ein verordnetes Beruhigungsmittel ein und vergreift sich am 7. September 1978 in der Dosis. 2004 wird er vom britischen Musikmagazin “Q” zum “größten Rowdy der Rockmusik” gewählt, und der “Rolling Stone” setzt Moon im Jahr 2016 auf Platz zwei der 100 besten Schlagzeuger der Welt, hinter John Bonham von Led Zeppelin und vor Ginger Baker von Cream.

2002 wird das Konzert-Material entdeckt. Es sind die letzten Liveaufnahmen des originalen Line-ups der Band. Während die PR-Abteilung vom “Heiligen Gral” spricht, kursiert das Gerücht von einem schlechten Auftritt, der komplett wiederholt wurde. Sicher ist, dass die Band am Anfang noch nicht ganz warm gespielt ist, aber spätestens ab “Baba O’Riley” wird Kilburn zu einem magischen Konzert. Gitarrist Pete Townshend bearbeitet mit Windmühlenarmen seine Les Paul, Sänger Roger Daltrey ist mit Löwenmähne und knappem Shirt über dem muskulösen Oberkörper der mikrofonwirbelnde optische Mittelpunkt, während Bassist John Entwistle den Songs das virtuose Fundament verleiht und Schlagzeuger Keith Moon sein kreatives Drumming auslebt – und nebenbei den genervten Townshend aufzieht.

Sonntag, 20.06. / 11:00 Uhr / Live aus Klagenfurt: 45. Tage der deutschsprachigen Literatur
Ingeborg-Bachmann-Preis 2021 – Preisverleihung
ORF

Zum 45. Mal wird in Klagenfurt der Ingeborg-Bachmann-Preis vergeben. Am 20. Juni 2021 wählt die Jury unter Vorsitz von Hubert Winkels aus 14 Autorinnen und Autoren den Preisträger.

Außerdem entscheidet die Jury auch über die Vergabe des mit 7500 Euro dotierten 3sat-Preises.

Redaktionshinweis: Die Preisvergabe in voller Länge ist auch als Livestream auf 3sat.de zu sehen. Die Preisträger sind auf der 3satText-Seite 599 zu finden.

Sonntag, 20.06. / 12:01 Uhr / Das Blaue Sofa
(VPS 12.00)
Bauhaus-Museum Weimar
Moderation: Vivian Perkovic, Cécile Schortmann, Jo Schück, Christine Watty
Erstausstrahlung
3sat

Wie steht es weltweit um das Mit- oder Gegeneinander von Generationen, um Gleichberechtigung, Gerechtigkeit, Globalisierung und Digitalisierung? Wie soll die Welt von morgen aussehen?

In einer vom Goethe-Institut und von ZDF/3sat gemeinsam organisierten Gesprächsreihe werden diese und andere Fragen auf dem “Blauen Sofa”, dem gemeinsamen Autorenforum von Bertelsmann, ZDF, Deutschlandfunk Kultur und 3sat, diskutiert.

Als Gäste auf dem “Blauen Sofa” begrüßen die Moderatorinnen und Moderatoren Vivian Perkovic, Cécile Schortmann, Jo Schück und Christine Watty unter anderen den Präsidenten des Deutschen Bundestags Wolfgang Schäuble, die rumänisch-schweizerische Autorin Dana Grigorcea, Gewinnerin des 3sat-Preises beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2015 in Klagenfurt, den Polit-Blogger und Journalisten Rayk Anders sowie den österreichischen Autor Daniel Wisser, Träger des Österreichischen Buchpreises 2018.

Redaktionshinweis: Die Gespräche auf dem “Blauen Sofa” wurden in den Räumen des Bauhaus-Museums in Weimar im Vorfeld des “Kultursymposiums Weimar”, das vom 16. bis zum 17. Juni mit dem Fokus auf dem Thema “Generationen” stattfindet, aufgezeichnet und im Programm des digitalen Kultursymposiums präsentiert.

Sonntag, 20.06. / 18:00 Uhr / Buchzeit
Aufzeichnung in der Cadoro Mainz, Juni 2021

Mit Barbar Vinken (Professorin für Romanische Literatur), Sandra Kegel (Leitung Feuilleton der “FAZ”) und Katrin Schumacher (Redaktionsleitung MDR Literatur)
Moderation: Gert Scobel

Erstausstrahlung
3sat

Sommerzeit ist Lesezeit, und Lesen gehört zu den völlig unbedenklichen Vergnügen im Corona-Sommer 2021. “Buchzeit” empfiehlt Lektüre für den Reisekoffer und den heimischen Büchertisch.

Die Literaturexpertinnen Barbara Vinken, Professorin für Romanische Literatur, Sandra Kegel, Leitung Feuilleton der “FAZ”, und Katrin Schumacher, Redaktionsleitung MDR Literatur, diskutieren mit Gert Scobel über Bücher und manche existenzielle Frage des Lebens.

Das Gespräch wird in der “CADORO” aufgezeichnet, dem Mainzer Zentrum für Kunst und Wissenschaft.

Und das sind die Romane des “Buchzeit”-Sommers 2021:

Wallace hat scheinbar alles richtig gemacht. Aufgewachsen in elenden Verhältnissen in Alabama, hat er es bis zum Doktoranden der Biochemie an einer Universität im mittleren Westen gebracht. Und das als schwarzer Homosexueller. Doch spürt er deutlich die Kluft zwischen sich und den anderen, nicht zuletzt die eigene Scham. Der Debütroman “Real Life” von Brandon Taylor wurde in den amerikanischen Feuilletons gefeiert und schaffte es auf die Shortlist für den Booker Prize 2020.

England in ferner Zukunft: Längst haben Umweltkatastrophen und Wirtschaftskrisen die alte demokratische Ordnung hinweggefegt. Die Menschen leben in Städten, diktatorisch regiert. Eine kleine Gruppe Frauen entflieht dem und lebt in den Bergen des Lake District ein alternatives Leben. Doch die Rebellion gegen die Macht führt auch unter den Frauen zu diktatorischen Strukturen. Der futuristische Roman “Die Töchter des Nordens” von Sarah Hall wurde von der “Times” als eines der 100 besten Bücher des Jahrzehnts ausgezeichnet.

Mathias Énard zählt zu den Spitzenautoren Frankreichs. In seinem jüngsten Roman “Das Jahresbankett der Totengräber” führt er seine Leser aufs Land. Für seine Dissertation zieht der Pariser Ethnologe David für einige Monate dorthin und wird sofort von den eigenwilligen Dorfbewohnern bezaubert und gänzlich eingenommen. Der Autor versorgt seine Leser zudem mit Informationen über die Vorzeitgeschichten der Figuren, Etappen ihrer Seelenwanderungen. So ahnt David nicht, dass in dem jungen Wildschweineber, der immer wieder auftaucht, die Seele des verstorbenen Dorfpriesters lebt.

“Grand Union” ist der Titel des ersten Erzählbandes der Erfolgsautorin Zadie Smith. Die Schriftstellerin mit jamaikanischen Wurzeln, die in London und New York lebt, befasst sich auch in diesen Erzählungen mit ihren klassischen Themen: Macht-Ohnmacht, Mann-Frau, Schwarz-Weiß. Erzählungen auch formal unterschiedlichster Art, die die Komplexität unserer Zeit vor allem in Fragen der Identität spiegeln.


Regelmäßige Kultursendungen auf 3sat:

Montags – freitags, 19:20 Uhr: Kulturzeit
Das 3sat Kulturmagazin von ZDF, ORF, SRF und ARD
3sat
“Kulturzeit” ist das werktägliche Kulturmagazin von 3sat.
“Kulturzeit” mischt sich in kulturelle und gesellschaftspolitische Fragen ein. Das Magazin bietet Hintergrundinformationen, Porträts und Gespräche zu aktuellen und brisanten Fragen.

Samstags, 09:05 Uhr: Kulturplatz

Das Kulturmagazin von Schweizer Radio und Fernsehen, SRF
Hinein ins pralle Leben: “Kulturplatz” greift auf, was die Menschen beschäftigt, welche Fragen sie sich stellen. Und zeigt, dass die Kultur Antworten gibt.
“Kulturplatz” findet mitten im Leben statt: im Supermarkt, am Musikfestival, im Wald. Denn Kultur ist viel mehr als Musik, Literatur und Kunst. Kultur durchdringt unser Leben. Wo jemand nachzudenken beginnt, da entsteht Kultur.
Diesem Credo ist “Kulturplatz” verpflichtet. Die Sendung will für Kultur begeistern und behält dabei die wichtigsten Akteure und Ereignisse des Kulturbetriebes im Blick. “Kulturplatz” spürt Trends auf und präsentiert Neuentdeckungen.


Diese Übersicht wird stets mehrere Wochen vor den jeweiligen Sendeterminen erstellt. Aktuelle Programmänderungen sind u. U. nicht berücksichtigt. Diese finden sich auf 3sat.de.