TV-Tipps 3sat:


Samstag, 23.02. / 10:30 Uhr / Wiener Sträuße ~ Musikalisch – Kulinarisch
Film von Georg Madeja
(Erstsendung: 06.01.2006)
ORF
Dokumentation
Kultur 18./19. Jahrhundert

Die Dokumentation „Wiener Sträuße“ beleuchtet Vater und Sohn Johann Strauss, die auf unvergleichbare Weise das musikalische Leben einer ganzen Epoche prägten.

Den Wienern boten sich in dieser Zeit nicht nur die neuesten Kompositionen der Walzerkönige, sondern auch die perfekte Verschmelzung der Küchen aus den verschiedenen Kronländern. So ist die Dokumentation dem Wiener Walzer und der altösterreichischen Küche gewidmet.

Darüber hinaus erzählt Eduard Strauss, einer der letzten direkten Nachkommen der StraussDynastie, aus der reichen Familiengeschichte.

„Der arglose Verschwender so vieler Glückseligkeiten“ hat Karl Kraus Johann Strauss Sohn einmal genannt. Und diese Beschreibung passt ganz genau auch auf den Vater. Johann Strauss Vater und Johann Strauss Sohn gehörten in ihrer Zeit sicher zu den populärsten Menschen der Welt; und was der Vater mit dem RadetzkyMarsch begonnen hatte, vollendete der Sohn mit dem Donauwalzer.

Von der viel gerühmten Wiener Gemütlichkeit ist in der Biografie von Strauss Sohn wenig zu finden. Allein seine Auftritte lesen sich wie ein gastronomischer Führer durch Wirtshäuser, Beiseln, Kaffeehäuser und Ballsäle Wiens. Der guten AltWiener Küche waren allerdings sämtliche Mitglieder der StraussDynastie zugetan.

Ein Menü, für den Film aufgekocht vom Chefkoch des „Hotel Imperial“, lässt nicht nur den Feinschmecker „Schani“ Strauss, sondern auch die verschiedenen Einflüsse aus den Kronländern der alten, österreichischen Monarchie erahnen. Einfache Wirtshäuser wie die „Goldene Glocke“ oder das „Gasthaus Ubl“ haben sich überdies den Charme mancher Gaststätte aus der Zeit der „Wiener Sträuße“ bewahrt.

Zu den noblen Etablissements gehörte schon damals der Hofzuckerbäcker Demel, und bis heute werden dort nicht nur mit kulinarischem Eifer das eigene SachertortenRezept verwirklicht, sondern auch so seltene Köstlichkeiten wie die hauchzarten „Fragilités“ hergestellt.

Nur mehr dem Namen nach existieren heute noch historische StraussStätten wie das „Sperl“, das früher ein Tanzetablissement in der Leopoldstadt war und heute als Café in Gumpendorf weiterlebt, oder das „Dommayer“, das wenigstens in geografischer Nähe zum früheren Vergnügungstempel steht.

Einzig die SträußelSäle im Theater in der Josefstadt bestehen heute noch so wie einst, als dort Lanner und Strauss zum Tanz aufspielten; im Film lässt hier das Wiener Geigenquartett den musikalischen Genius vergangener Zeit wiederauferstehen.

Samstag, 23.02. / 19:20 Uhr / Soul Chain. Sharon Eyal und das Ballett der Beats
Film von Andreas Morell
3sat

Eine gleichförmig scheinende Masse mit exzentrischen Bewegungen, unentwegt auf halber Spitze tanzend zu harten TechnoBeats: Das beschreibt nur im Ansatz den Hochleistungstanz von „Soul Chain“.

Die renommierte israelische Choreografin Sharon Eyal hat das Ballett eigens für das Ensemble „tanzmainz“ des Mainzer Staatstheaters entwickelt. Der Film nähert sich sowohl dem Stück „Soul Chain“, den Tänzern des „tanzmainz“, als auch Sharon Eyal selbst.

Präzise und gleichförmig pulsieren die Körper zum Beat, und trotzdem schlägt das Individuum plötzlich und manchmal fast unmerklich seinen eigenen Weg ein. „Soul Chain“ macht den Kontrast zwischen dem Einzelnen und der Gruppe sichtbar. Atemlos legt sich die Seelenkette um die Tänzer und deren Bewegungen. Ein mitreißendes und elektrisierendes Gesamtkunstwerk rund um das Thema Liebe und Sehnsucht.

Sharon Eyal ist eine Ikone des zeitgenössischen Tanzes. Zusammen mit ihrem Partner Gai Behar kreiert sie seit Jahren nicht nur Stücke für ihre eigene Kompanie „LEV“, sondern auch für andere Tanzensembles weltweit. Zu ihrem festen Team gehört auch der Musiker und DJ Ori Lichtik, der mit seinen Klangkompositionen maßgeblich die Tanzstücke Eyals mitgestaltet. Die Choreografin wurde in Jerusalem geboren, heute lebt und arbeitet sie in Tel Aviv. Über 20 Jahre lang tanzte und choreografierte sie für die berühmte israelische „Batsheva Dance Company“ unter Ohad Naharin.

In der Dokumentation werden mit dynamischen Kameraeinstellungen einzelne Tanzsequenzen der Choreografie aufgelöst, Details und Perspektiven gefunden, die neu und anders sind. Die Bewegungen der Tänzer werden emotional erlebbar und „Soul Chain“ als Tanzstück damit spürbar. Mitglieder des Ensembles erzählen von der Arbeit mit der Choreografin, den körperlichen und seelischen Herausforderungen dieses intensiven Stücks. In den persönlichen Begegnungen mit Sharon Eyal in Tel Aviv taucht der Film in ihre Welt ein und versucht, einen Zugang zu ihrer Arbeitsweise zu finden, um damit „Soul Chain“ aus einer anderen Perspektive wahrnehmbar zu machen.

Redaktionshinweis: „Soul Chain“ von Sharon Eyal und Gai Behar erhielt 2018 den Theaterpreis „Faust“, eine der begehrtesten Trophäen in der deutschsprachigen Theaterwelt.

Samstag, 23.02. / 20:15 Uhr / John Neumeier. Unterwegs.
Zum achtzigsten Geburtstag des Choreografen
Film von Jan Peter Gehrckens
Erstausstrahlung
ARD/NDR/3sat

Seine Kreativität ist ungebrochen: Seit 45 Jahren ist der Amerikaner John Neumeier Chef des Hamburg Balletts, hat die Compagnie zu Weltruhm geführt und Hamburg zur Ballettstadt gemacht.

160 Choreografien hat er kreiert, etliche von ihnen sind längst Tanzklassiker der Neuzeit. So gut wie alle Preise und Auszeichnungen sind dem Hamburger Ehrenbürger verliehen worden. Unterwegs ist John Neumeier immer  und zugleich doch in Hamburg zu Hause.

In seinem Ballettzentrum garantiert er dem Nachwuchs Tanzausbildung auf höchstem Niveau. Wie seine Choreografien tatsächlich aussehen, weiß er bis zur Premiere kaum  denn bis zum letzten Moment wird verändert und gefeilt.

Redaktionshinweis: 3sat zeigt „John Neumeier. Unterwegs“ zum 80. Geburtstag des Choreografen am 24. Februar. Im Anschluss um 21.00 Uhr folgt aus demselben Anlass das Ballett „Nijinsky“ von John Neumeier.

Samstag, 23.02. / 21:00 Uhr / Nijinsky
Ballett von John Neumeier, Staatsoper Hamburg, Mai 2017
ARD/NDR

Vaslaw Nijinsky: Alexandre Riabko
Romola Nijinsky, die Frau: Carolina Agüero
Bronislava Nijinska, die Schwester: Patricia Friza
Stanislaw Nijinsky: Aleix Martínez
Serge Diaghilew, Impresario und Mentor: Ivan Urban
Eleonora Bereda, die Mutter: Anna Laudere
Thomas Nijinsky, der Vater: Carsten Jung
Tamara Karsavina, die Ballerina: Silvia Azzoni
Nijinsky als Harlekin und Der Geist der Rose: Alexandr Trusch
Nijinsky als Goldener Sklave und Faun: Marc Jubete
Leonid Massine, der neue Tänzer: Jacopo Bellussi

Mit dem Hamburg Ballett
Kostüme: John Neumeier
Choreografie: John Neumeier
Komponist: Frédéric Chopin, Nikolaj RimskijKorsakow, Dmitri Schostakowitsch, Robert Schumann
Inszenierung: John Neumeier
Regie: Thomas Grimm
Bildregie: John Neumeier
(Erstsendung: 15.04.2018)

Das Wirken und Leben Waslaw Nijinskys (18891950) beschäftigt John Neumeier seit seiner Jugend. In Neumeiers 2000 erarbeiteten Ballett geht es um die Biografie dieses Jahrhunderttänzers.

Am 19. Januar 1919 tanzte Nijinsky im Ballsaal des Suvretta House in St. Moritz zum letzten Mal öffentlich. Er nannte seine Vorstellung „Hochzeit mit Gott“. John Neumeiers Ballett „Nijinsky“ beginnt mit einer realistischen Wiedergabe dieser Szene.

Die folgende Choreografie erzählt von Nijinskys Gedanken, Erinnerungen und Wahnvorstellungen während seines letzten Auftritts. Hervorgerufen durch das Trugbild seines ehemaligen Mentors, Impresarios und Liebhabers Sergej Djagilew, ruft sich Nijinsky Bilder seiner sensationellen Karriere mit den Ballets Russes ins Gedächtnis zurück. Seine Schwester Bronislawa, sein älterer Bruder Stanislaw und seine Mutter Eleonora Bereda erscheinen in seiner traumdurchwebten Fantasie. Romola de Pulszky, Nijinskys spätere Frau, durchkreuzt ebenfalls seine verworrenen Erinnerungen.

Im zweiten Teil führt Nijinskys Wahnsinn den Zuschauer tiefer in sein inneres Wesen. Erinnerungen an Kindheit, Familie, Schule und MariinskiTheater vermischen sich mit albtraumhaften Kriegsvisionen und der Untreue seiner Frau. Die skandalträchtige Premiere seines Balletts „Le Sacre du Printemps“ wird der Brutalität des Ersten Weltkriegs und dem Tod seines Bruders Stanislaw gegenübergestellt. In Nijinskys Wahrnehmung ist es die Welt um ihn herum, die zunehmend „geisteskrank“ ist – nicht er selbst.

Sonntag, 24. 02.: Selten so gelacht  Ein 3sat Thementag

Sonntag, 24. 02. / 20:15 Uhr / Manche mögen’s heiß
(Some Like It Hot)
Spielfilm, USA 1959
3sat

Sugar Kane: Marilyn Monroe
Joe: Tony Curtis
Jerry: Jack Lemmon
GamaschenColombo: George Raft
Mulligan: Pat O’Brian
u. a.

Regie: Billy Wilder
Länge: 117 Minuten

Zwei stellungslose Musiker und ahnungslose Mordzeugen schmuggeln sich auf der Flucht vor Gangstern als Frauen verkleidet in eine Damenjazzkapelle. Das führt zu ganz neuen Verwicklungen.

Ein Klassiker der USKomödie und einer der erfolgreichsten Filme mit Marilyn Monroe. Billy Wilders turbulente Verkleidungs und VerwechslungsFarce gehört zu den besten Filmen dieses vielseitigen Regisseurs.

Chicago, 1929: Trotz des Alkoholverbots gibt es eine Menge „Flüsterkneipen“ für durstige Kehlen. Eine davon gehört dem Gangsterboss „GamaschenColombo“, der sein Unternehmen als Beerdigungsinstitut tarnt. Als die Polizei seinem Treiben auf die Spur kommt, hebt sie das Etablissement aus. Damit verlieren auch die beiden Musiker Joe und Jerry ihren Job. Kurz darauf werden sie unfreiwillig Zeugen, wie GamaschenColombo mehrere UnterweltKonkurrenten umbringen lässt.

Auf der Flucht vor den Gangstern, die Joe und Jerry als Mitwisser ebenfalls unschädlich machen wollen, verkleiden sie sich als Frauen und nehmen ein Engagement in einer Damenkapelle an. Aus Jerry wird Daphne, und aus Joe wird Josephine. Unterwegs zu einem Gastspiel in Miami, freundet sich Daphne im Schlafwagen mit der blonden Sugar an. Doch auch Joe alias Josephine findet Gefallen an der aufregenden Sängerin, die sich unbedingt einen Millionär als Mann angeln will.

Also erfindet Joe in Miami eine weitere Rolle für sich, um Sugar näherzukommen: Tagsüber mimt er fortan den Besitzer einer großen Jacht, die in Wirklichkeit dem millionenschweren alten Playboy Osgood gehört, und abends spielt er als „Josephine“ mit Sugar in der Band. Sugar ahnt nichts von Joes Doppelspiel und verliebt sich in den reichen, ungeschickten Millionär. Jerry alias Daphne wiederum muss sich von Osgood den Hof machen lassen. Ganz verrückt wird es schließlich, als GamaschenColombo zu einem GangsterKongress in Miami aufkreuzt.

Billy Wilders unwiderstehlicher Komödienklassiker „Manche mögen’s heiß“, der mit dem berüchtigten St.ValentinMassaker in Chicago „wie ein Feuerwerk beginnt und bis zum Schluss die tollsten Funken sprüht“ (Variety zur Uraufführung 1959), endet mit einem der berühmtesten Schlussworte der Filmgeschichte: „Nobody is perfect“, antwortet vergnügt der alte Satyr Osgood auf die Eröffnung seiner Herzensdame Daphne, dass sie in Wirklichkeit ein Mann sei. Marilyn Monroe ist als Sugar in einer ihrer besten Rollen zu sehen.

Montag, 25.02. / 01:45 Uhr / Peter Paul Rubens  auf den Spuren eines Malergenies
Film von Werner Raeune
(Erstsendung: 27.10.2012)
3sat

Peter Paul Rubens (15771640) war nicht nur einer der bedeutendsten Maler aller Zeiten, er reiste als Diplomat auch im Auftrag der Habsburger durch Europa.  Eine Spurensuche.

Weil er für die verschiedenen Fürstenhöfe malte, gelang es ihm, als Unterhändler in schwierigen Missionen zu wirken. So versuchte er, den Achtzigjährigen Krieg zu beenden und den Dreißigjährigen Krieg zu verhindern.

Die Dokumentation „Peter Paul Rubens  auf den Spuren eines Malergenies“ geht auf Spurensuche in Antwerpen, wo Rubens aufwuchs und arbeitete. Sie zeigt die wichtigsten Gemälde an ihren Originalschauplätzen in Kirchen, Klöstern und im Rubenshaus, die bis heute erhaltene Druckerei, in der Rubens seine Stiche drucken ließ, sowie die Bauten des Architekten Rubens in der flandrischen Hafenmetropole.

Montag, 25.02. / 02:15 Uhr / Kulturpiloten
ZDF

Das digitale Kulturangebot des ZDF präsentiert ein Bestof seiner Formate  von Musik und Theater über Kino, Gaming, Design und Literatur bis hin zu aktuellen Debatten.

Künstler führen durch ihre Städte und lassen neue Kunstwerke entstehen. Musiker bieten einen Einblick hinter die Kulissen, und Schauspieler inszenieren bekannte Stücke in radikaler Kurzform. Was die Gesellschaft bewegt, wird auf Augenhöhe diskutiert.

Die „Kulturpiloten“ bringen Kultur spielerisch in den Alltag  ohne zu belehren.

Donnerstag, 28.02. / 21:10 Uhr / Live aus der Wiener Staatsoper (VPS 21.05): Opernball 2019 – Ankunft der Gäste
ORF/3sat

Mirjam Weichselbraun, Barbara Rett und Alfons Haider begrüßen zum 63. Opernball die Stars und Sternchen von einst und jetzt. Es kommentieren Christoph WagnerTrenkwitz und Karl Hohenlohe.

Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Kultur gibt sich ein Stelldichein beim unbestrittenen Höhepunkt der Wiener Ballsaison: dem Wiener Opernball.

Donnerstag, 28.02. / 21:45 Uhr / Live aus der Wiener Staatsoper (VPS 21.40): Opernball 2019 – Die Eröffnung
ORF/3sat

Mirjam Weichselbraun und Alfons Haider bitten vor der offiziellen Eröffnung Österreichs Bundespräsident Dr. Alexander Van der Bellen im Teesalon der Wiener Staatsoper zum Gespräch.

Mit der österreichischen Bundeshymne und der Europahymne sowie dem Einzug des Jungdamen und Jungherrenkomitees beginnt die offizielle Eröffnung des Wiener Opernballs. Es kommentieren Karl Hohenlohe und Christoph WagnerTrenkwitz.

Donnerstag, 28.02. / 23:05 Uhr / Live aus der Wiener Staatsoper: Opernball 2019 – Das Fest
ORF/3sat

Mirjam Weichselbraun und Alfons Haider rücken Größen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft ins Scheinwerferlicht, und Barbara Rett widmet sich den Spitzen aus Kunst und Kultur.

Zu Ende geht die LiveÜbertragung  nach der traditionellen Mitternachtsquadrille  mit den schönsten Bildern und Impressionen des Wiener Opernballs 2019. Es kommentieren Christoph WagnerTrenkwitz und Karl Hohenlohe.

Donnerstag, 28.02. / 00:10 Uhr / Alles tanzt
Film von Astrid Brunnbauer
(Erstsendung: 28.02.2019)
ORF/3sat

Im Jahr 2019 steht die Dokumentation zum Opernball zum ersten Mal ganz im Zeichen des Tanzes. Und getanzt wird am Opernball bekanntlich überall.

Die Dokumentation führt von der Eröffnungspolonaise über die künstlerische Eröffnung bis zur Mitternachtsquadrille. Und sie zeigt, wer bei „Alles Walzer“ ganz offiziell die Tanzfläche stürmt und welcher Promi nur heimlich zur Musik swingt.


Samstag, 02.03. / 19:20 Uhr / Tanzwelten (1/2: Flamenco & Capoeira
Film von Alexandra Hardorf und Lisa-Marie Schnell
3sat

Präsentiert von Annabelle Mandeng
(Erstsendung: 15.12.2018)

Die zweiteilige Doku „Tanzwelten“ geht der Seele des Tanzes auf den Grund: Sie begibt sich zu den Ursprüngen weltweit tradierter Tanzformen. In Teil eins geht es um Flamenco und Capoeira.

Tanz fasziniert und fesselt das Auge. Doch Tanz ist viel mehr als nur ein visuelles Feuerwerk – es ist eine der ältesten Ausdrucksformen des Menschen. So erzählt jeder Stil auch Geschichten von der Kultur einer Region, von Menschen und ihren Leidenschaften.

Viele Tänze entstanden dort, wo sich Menschen gegen Unterdrückung auflehnten. Was offenbaren diese Tanzformen über die Mentalität und die Kultur eines Landes? Welche gesellschaftlichen und politischen Themen spielen eine Rolle? Und welche Bedeutung hat Tanz auch heute noch für die Menschen?

Flamenco begann einst mit Gesang und Klatschen, bevor erst später der Tanz hinzukam. Die Entstehung des Tanzes ist untrennbar mit der historischen, sozialen und kulturellen Entwicklung Andalusiens verbunden. Auf seinem Weg aus den kleinen Dörfern auf die großen Bühnen dieser Welt wird der Flamenco Symbol spanischer Lebensart.

Capoeira ist als der brasilianische Kampftanz ebenso eng mit der Geschichte seines Landes verbunden. Der Tanz entstand in der Kolonialzeit und wurde von den aus Afrika verschleppten Sklaven praktiziert. In ihm vermischen sich Elemente afrikanischer Tänze und brasilianischer Kampfkunst. Heute unterscheiden sich die Formen Capoeira Regional und Capoeira Angola.

Annabelle Mandeng macht sich für „Tanzwelten“ auf den Weg nach Spanien und Brasilien, wo Flamenco und Capoeira entstanden sind. Dort trifft sie Menschen, die sich diesen Tänzen verschrieben haben. Außerdem tanzt die leidenschaftliche Tänzerin den Flamenco und Capoeira auch selbst, um diesen beiden Tanzstilen auf den Grund zu gehen und deren Seele am eigenen Leib zu erfahren.

Samstag, 02.03. / 20.15 Uhr / Die Csárdásfürstin
Volksoper Wien, 2018
ORF

Leopold Maria, Fürst von und zu Lippert-Weylersheim: Robert Meyer
Anhilte, seine Frau: Sigrid Hauser
Sylva Varescu: Elissa Huber
Edwin, beider Sohn: Lucian Krasznec
Anastasia, Komtesse Eggenberg: Juliette Khalil
Boni Graf Káncsiánu: Jakob Semotan
Ferenc Ritter Kerekes, gen.: Feri Bácsi: Boris Eder
Eugen Baron Rohnsdorff: Christian Graf
u. a.
Bühnenbild: Ulrike Reinhard
Kostüme: Daria Kornysheva
Choreografie: Andrea Heil
Orchester: Volksopernorchester
Musikalische Leitung: Alfred Eschwé
Regie: Peter Lund

Revuestar Sylva Varescu, genannt „Die Csárdásfürstin“, feiert nicht nur auf der Bühne große Erfolge: Auch die Männer liegen ihr zu Füßen. Ihr glühendster Verehrer ist Boni Káncsiánu.

Der Kaufmann setzt Himmel und Hölle in Bewegung, um ihr zu imponieren. Doch dabei lernt Sylva den charmanten Rittmeister Edwin von Weylersheim kennen, der sich auf der Stelle in die Schöne verliebt. Als sie sich in Rom wiedersehen, ist es auch um Sylva geschehen.

Doch allzu lange ist dem Paar das Turteln nicht vergönnt: Edwin soll nach dem Willen der Eltern standesgemäß seine Cousine Stasi heiraten, und Sylvas Manager Ferenc Ritter Kerekes, genannt „Feri Bácsi“ malt ihr in den düstersten Farben die Unmöglichkeit ihrer Liaison aus, da ihr Liebster ihretwegen seine Militärlaufbahn beenden müsste. Auf Sylva selbst wartet eine Tournee nach Australien. So verlieren sich die beiden aus den Augen, bis es in Paris zu einem schicksalhaften Wiedersehen kommt: Im selben Hotel, in dem Edwins Verlobungsfeier mit Stasi stattfinden soll, logiert Sylva mit ihrer Truppe vor der Australien-Tour. In ihrer Not gibt sich Sylva als Bonis Ehefrau aus. Der wiederum hat ist seit Kurzem in Stasi verliebt, und Edwin wird von heftiger Eifersucht geplagt. Größer könnten die Missverständnisse und Eifersüchteleien nicht sein, bevor die richtigen Paare endlich zusammenfinden.

Die Wiener Volksoper feierte 2018 ihr 120-jähriges Jubiläum. Peter Lund, unter anderem bekannt durch seine preisgekrönte und ebenfalls an der Wiener Volksoper aufgeführte Operette „Axel an der Himmelstür“, inszeniert „Die Csárdásfürstin“ von Emmerich Kálmán. Auch über 100 Jahre nach der Uraufführung im Jahr 1915 ist dieses Werk der Silbernen Operetten-Ära noch immer sehr beliebt.

Regisseur und Textbearbeiter Peter Lund verleiht der bittersüßen Liebesgeschichte am Rande der Kriegskatastrophe neuen Schwung: Was tun, wenn die Verbindung des Prinzen Edwin mit einer Chansonette die Ehre der Familie ins Wanken bringt?, so fragt sich der Schlossherr Lippert-Weylersheim. Und wie soll man damit umgehen, wenn ein wohlgehütetes Geheimnis der Dame des Hauses ans Licht kommt?

Sonntag, 03.03. / 10:45 Uhr / Franz Lehár: Das Land des Lächelns
Operette, Opernhaus Zürich 2017
3sat/ARTE

Prinz Sou-Chong: Piotr Beczala
Lisa: Julia Kleiter
Mi: Rebeca Olvera
Graf Gustav von Pottenstein: Spencer Lang
Tschang: Cheyne Davidson
Obereunuch: Martin Zysset
u. a.

Choreografie: Arturo Gama
Chor: Chor der Oper Zürich
Orchester: Philharmonia Zürich
Musikalische Leitung: Favio Luisi, Ernst Raffelsberger
Inszenierung: Andreas Homoki
Regie: Michael Beyer
Bildregie: Franck Evin

Die Neuproduktion von Franz Lehárs Operette „Das Land des Lächelns“ am Opernhaus Zürich bietet eine exzellente Besetzung, angeführt von Piotr Beczala als Sou-Chong.

Regisseur Andreas Homoki hat die Dialoge massiv gekürzt und alles für die Haupthandlung Überflüssige gestrichen. Er inszeniert das Werk als Revue, arbeitet aber auch sehr genau die Traurigkeit der Liebenden heraus, die nicht zusammenkommen können.

Der chinesische Prinz Sou-Chong und die aus einer adligen Familie stammende Lisa lernen sich in Wien kennen und verlieben sich. Als Sou-Chong zum chinesischen Ministerpräsidenten ernannt wird, folgt Lisa ihm nach Peking. Dort wird sie mit uralten Traditionen konfrontiert, die ihre Liebe auf eine harte Probe stellen.

„Immer nur lächeln und immer vergnügt, immer zufrieden, wie’s immer sich fügt, lächeln trotz Weh und tausend Schmerzen“ – gleich zu Beginn setzt Prinz Sou-Chong den melancholischen Grundton, der für die späten Operetten Lehárs so typisch ist. „Das Land des Lächelns“, uraufgeführt 1929 in Berlin, ist denn auch denkbar weit entfernt von der frivolen Wiener Operette der Jahrhundertwende. Das Werk ist eine der populärsten Operetten und zugleich eine der anspruchsvollsten. Ihre besondere Popularität aber verdankt „Das Land des Lächelns“ dem Mega-Hit „Dein ist mein ganzes Herz“, mit dem sich schon Richard Tauber in die Herzen eines Millionenpublikums sang. Bei der Neuproduktion erweist sich Weltstar Piotr Beczala als würdiger Nachfolger des legendären Tenors. Mit Julia Kleiter als Lisa hat er eine ebenbürtige Partnerin.

Sonntag, 03.03. / 12:30 Uhr / Druckfrisch ~ Neue Bücher mit Denis Scheck
(Erstsendung: 17.02.2019)
ARD/BR/MDR/WDR/NDR

Orientierung im Bücherdschungel verspricht Denis Scheck. Scheck besucht Schriftsteller, stellt Neuerscheinungen vor und spart dabei weder an Lob noch an Kritik.

Seine bissigen und humorvollen Kommentare zu den Büchern der „Spiegel“-Bestenliste aus der Kölner Bücherhalle sind beliebt und gefürchtet. Im persönlichen Gespräch entlockt er Autoren aktueller Bestseller interessante Hintergründe zu ihren Werken.

Sonntag, 03.03. / 18:30 Uhr / Museums-Check mit Markus Brock ~ Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Gast: Achim Reichel
Erstausstrahlung
ARD/SWR/3sat

Markus Brock „checkt“ das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MK&G), eines der führenden Museen für angewandte Kunst. Es versammelt über 500 000 Werke aus 4000 Jahren Kulturgeschichte.

Die Kunsterzeugnisse reichen von antiken Vasen und Möbeln bis hin zu Mode und Design. Zu Gast im „Museums-Check“ ist diesmal Achim Reichel. Der Musiker fühlt sich mit der Sonderausstellung „68. Pop und Protest“ zurückversetzt in die Anfänge seiner Musikerkarriere.

Aufgewachsen ist Reichel in St. Pauli. Dort gewann er 1963 im legendären „Star-Club“ mit seiner Band „The Rattles“ einen Talentwettbewerb. Es folgten gemeinsame Tourneen mit den Rolling Stones und den Beatles und bis heute mehr als 50 Alben mit verschiedenen Bands und Soloprojekten. Achim Reichel steht noch regelmäßig auf der Bühne und experimentiert mit den verschiedensten Musikstilen. Standing Ovations erhielt er im September 2017 in der Hamburger Elbphilharmonie für sein Konzert mit der Krautrockband „A.R. & Machines“. Die Sonderausstellung „68. Pop und Protest“ veranschaulicht mit Bildern, Filmen, Design und dem Sound dieser Epoche, was die Menschen in Hamburg, Deutschland und der Welt damals bewegt hat.

Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg ist das „lebendigste und mit seiner Sammlung wahrscheinlich spannendste Haus für angewandte Kunst in Deutschland“, sagt Tulga Beyerle. Seit Dezember 2018 ist die Österreicherin die neue Direktorin und steht Moderator Markus Brock im „Museums-Check“ Rede und Antwort.

Zu sehen sind unter anderem Werke von Andy Warhol, Jimi Hendrix und Rainer Werner Fassbinder – und Verner Pantons berühmte grellfarbige Kantine aus dem ehemaligen Verlagshaus des „Spiegel“, die sich seit 2011 dauerhaft im Museum für Kunst und Gewerbe befindet. In der Schausammlung des MK&G sind „Period Rooms“ zu sehen, vollständig erhaltene Ensembles historischer Innenräume. Sie reichen von der barocken Bauernstube über den Rokoko-Salon bis hin zur modernen Musterküche. Der interdisziplinäre Charakter des Museums zeigt sich darin, dass vier Weltreligionen unter einem Dach vereint sind: Christentum, Judentum, Buddhismus und Islam.

In der Ausstellung „Raubkunst?“ wird deutlich, wie intensiv sich das Museum mit Provenienzforschung auseinandersetzt und die Herkunftsgeschichte seiner Objekte aufarbeitet, wie zum Beispiel die der kostbaren Benin-Bronzen aus Nigeria. Einige Exponate des Museums wurden bereits an ihre rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben.

Redaktionshinweis: Die Sonderausstellung „68. Pop und Protest“ ist noch bis zum 17. März im MK&G zu sehen.

Donnerstag, 07.03. / 22:25 Uhr / Die Entdeckung der Unendlichkeit
(The Theory of Everything)
Spielfilm, Großbritannien 2014
ZDF

Stephen Hawking: Eddie Redmayne
Jane Hawking: Felicity Jones
Beryl Wilde: Emily Watson
Dennis Sciama: David Thewlis
u. a.
Regie: James Marsh
Länge: 119 Minuten

Der Physiker Stephen Hawking (1942-2018) hat eine schwere Nervenkrankheit. Doch gemeinsam mit seiner Freundin Jane nimmt er den Kampf auf und blickt positiv in die Zukunft.

Obwohl die Ärzte sagen, Stephen hätte nur noch zwei Jahre zu leben, entschließen sich die beiden zu einer Heirat. Bald folgt das erste Kind. Doch als sich Stephens Zustand zunehmend verschlechtert, stößt auch die optimistische Jane an ihre Grenzen.

Cambridge, 1963: Der hochbegabte Stephen Hawking ist seinen Physiker-Kommilitonen meilenweit überlegen und sucht gerade ein Thema für seine Doktorarbeit. Gefördert wird er dabei von seinem Professor Dennis W. Sciama, der Hawkings Genie erkennt und über die gelegentliche Zerstreutheit seines Studenten wohlwollend hinwegsieht. Auch am gesellschaftlichen Leben nimmt Stephen teil und verliebt sich unsterblich in die Romanistikstudentin Jane Wilde.

Die beiden werden ein Paar, das sich auf seine gemeinsame Zukunft freut, bis Stephen eine merkwürdige Muskelschwäche an sich entdeckt. Das Urteil der Ärzte ist vernichtend: Stephen hat die seltene Nervenkrankheit ALS und höchstens noch zwei Jahre zu leben. Obwohl Stephen versucht, Jane von sich fernzuhalten, um ihr so seinen langsamen Verfall zu ersparen, kommt es im Jahr 1965 zu einer Heirat.

Jane und Stephen nehmen gemeinsam den Kampf gegen seine Krankheit auf, schon bald bekommen sie ihr erstes Kind. Auch Stephens akademische Laufbahn geht weiter: Er stellt eine verblüffende Theorie nach der anderen auf und wird zu einer internationalen Berühmtheit. Doch sein körperlicher Zustand verschlechtert sich immer mehr, und Jane gerät schließlich an die Grenzen ihrer Belastbarkeit.

Redaktionshinweis: 3sat zeigt den Spielfilm „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ zum ersten Todestag des Astrophysikers Stephen Hawking am 14. März.


Samstag, 09.03. / 19:20 Uhr / Architekten des Klangs ~ Bauen für den perfekten Ton
Film von Günter Atteln
Erstausstrahlung
3sat

Wie schafft man einen Raum, dessen Klang Publikum und Musiker gleichermaßen begeistert? Einen Saal, der Architektur mit Klang verwebt – und damit selbst zum Instrument wird?

Star-Akustiker feilen auf der Suche nach dem perfekten Sound mit Hightech am Raumklang von Konzertsälen in aller Welt. Sounddesign bestimmt auch unser Erleben im Alltag. In dem Film gewähren einige der besten Akustiker Einblick in ihre Hexenküche der „Klangwunder“.

Bei der Eröffnung der Elbphilharmonie in Hamburg wurde neben der spektakulären Architektur auch ihre herausragende Akustik gefeiert – und Yasuhisa Toyota wurde zum Liebling der Medien. Von der „ZEIT“ zum „Dr. Sound“ geadelt, ist der sympathische Japaner einer der weltweit gesuchten Stars unter den Akustikern. Neben Yasuhisa Toyota zählen dazu vor allem Jürgen Reinhold oder auch Martijn Vercammen, der in der soeben wiedereröffneten Berliner Staatsoper Daniel Barenboims Herzenswunsch nach einer besseren Akustik des prachtvollen Gebäudes hat Wirklichkeit werden lassen.

Filmemacher Günter Atteln lässt sich von den Raumakustikern in einigen der bedeutendsten Konzert- und Opernhäusern die Besonderheiten – und Probleme – dieser Räume erklären, besucht mit Valery Gergiev den Rohbau der neuen Philharmonie in Moskau und beobachtet die Maßnahmen zur Klang-Korrektur in der ehrwürdigen Mailänder Scala. Die Cellistin Anastasia Kobekina demonstriert, wie sich die unterschiedlichen Akustiken von Konzerträumen nicht nur auf den Klang ihres Instruments, sondern auch auf sie selbst und ihre Spielweise auswirken.

Wie sehr uns Klangeindrücke nicht nur im Konzertsaal, sondern auch in alltäglichsten Situationen beeinflussen, zeigen Exkurse in das weite Feld des Produkt-Klangdesigns: vom „fetten“ Sound einer schließenden Autotür über das satte Klicken eines Blinkerhebels bis zum richtigen „Crunch“ von Cornflakes und dem knackig klingenden Biss von Würstchen: Psychoakustik und Sounddesign bestimmen unser oft unterbewusstes Erleben – und unsere Emotionen.

Samstag, 09.03. / 20:15 Uhr / Levit spielt Brahms
Mit Igor Levit (Klavier)

Mit Werken von:
– Johannes Brahms: Konzert Nr. 1 d-Moll für Klavier und Orchester op. 15
– Arnold Schönberg: Pelleas und Melisande op. 5
Sinfonische Dichtung nach dem Drama von Maurice Maeterlinck
Orchester: WDR Sinfonieorchester
Musikalische Leitung: Jukka-Pekka Saraste
Erstausstrahlung
ARD/WDR/3sat

Schon 2010 zählte die Frankfurter Allgemeine Zeitung Igor Levit zu den „großen Pianisten dieses Jahrhunderts“. Da war der gebürtige Russe gerade 23 Jahre alt.

In Brahms‘ forderndem Klavierkonzert bestätigt Levit dies eindrucksvoll. Der Weg, den Johannes Brahms mit seinem Ersten Klavierkonzert ging, war steinig: Zur fünfjährigen Entstehungsgeschichte kamen Selbstzweifel und Kritik bei der Uraufführung im Jahr 1859.

Ursprünglich hatte Brahms eine Sonate für zwei Klaviere geschrieben und sie gemeinsam mit Clara Schumann ausprobiert, dabei aber bemerkt, dass seine Ideen größer sind: „Eigentlich genügen mir nicht einmal zwei Klaviere.“

Bei der Uraufführung am Königlichen Hoftheater in Hannover saß der 25-jährige Brahms selbst als Solist am Flügel. Das Konzert wurde aber in Gänze verrissen. Ein namentlich nicht genannter Kritiker beklagte sich über „schreiendste Dissonanzen“, über ein „Würgen und Wühlen“ und dass die Komposition „an keiner einzigen Stelle etwas Fesselndes und Wohlthuendes“ habe.

Die Aufregung des Publikums scheint aus heutiger Sicht nur noch schwer nachvollziehbar, zu fest ist das Werk im klassischen Kanon der Romantik verankert, und zu sehr haben sich unsere Hörgewohnheiten verändert. Gleichwohl ist es bis heute eine Herausforderung für Orchester und Klavier, die hier „als gleichwertige Partner“ aufeinandertreffen, wie Starpianist Igor Levit sagt. Gemeinsam mit dem WDR Sinfonieorchester meistert er diese Herausforderung mit Bravour und schenkt den Zuhörern einen ganz besonderen Konzertgenuss.

Ähnlich kritisch reagierte man seinerzeit auf Schönbergs spätromantische Tondichtung „Pelleas und Melisande“. Sie fußt auf Maurice Maeterlincks Drama „Pelléas et Mélisande“ von 1893 – eine fast traumwandlerische, märchenhafte Erzählung entlang düsterer Bilder:

Golaud, ein alternde König, befindet sich auf der Jagd. Im Wald entdeckt er die geheimnisvolle Prinzessin Mélisande, bringt sie auf sein Schloss und heiratet sie. Doch Mélisande ist unglücklich, einzig die Nähe zu Golauds jungem Halbbruder Pelléas schenkt ihr Momente von Unbeschwertheit und beinahe übersinnlicher Liebe. Golaud wird eifersüchtig und tötet Pelléas im Zweikampf. Bald stirbt auch Mélisande – wahrscheinlich aus Gram und Liebeskummer. Sie ist das Abbild einer „Femme fragile“, einer zerbrechlichen, schutzbedürftigen Frau, typisch für die Literatur der Jahrhundertwende.

1905 führte Schönberg seine sinfonische Dichtung zum ersten Mal im Wiener Musikverein auf. Das österreichische Publikum war zur Jahrhundertwende mit neuen Entwicklungen der Sinfonik durchaus vertraut, gerade auch mit der Begegnung von Dichtung und Musik. Franz Liszt und Richard Strauss wurden geliebt. Aber bei Einflüssen der Moderne war das Publikum skeptisch, mit Gustav Mahler hatte es seine Probleme. Und auch Schönbergs „Pelleas“-Komposition schien zu komplex, zu wenig greifbar die darin einkomponierte Dichtung. Der Komponist erinnerte sich später: „Einer der Kritiker schlug vor, mich in eine Irrenanstalt zu stecken und Notenpapier außerhalb meiner Reichweite aufzubewahren.“

Schönberg gibt den wichtigsten auftretenden Personen und Schlüsselmomenten des Dramas musikalische Motive, eingebettet in eine komplexe sinfonische Form – eine spätromantisch flutende Tondichtung. Erst 15 Jahre nach „Pelleas und Melisande“ hat Schönberg begonnen, sein Konzept der Zwölftonmusik zu entwickeln.

Das Konzert bildete den Auftakt der letzten Saison des WDR Sinfonieorchesters mit seinem derzeitigen Chefdirigenten Jukka-Pekka Saraste. Entsprechend wurden dafür besondere Glanzlicher der achtjährigen gemeinsamen „Ära Saraste“ ausgewählt. Für den Finnen sind Johannes Brahms und dessen großer Verehrer Arnold Schönberg „Meilensteine in meiner Arbeit mit dem WDR Sinfonieorchester“.

Samstag, 09.03. / 21:45 Uhr / Secondo me
Dokumentarfilm von Pavel Cuzuioc, Österreich 2016
Länge: 79 Minuten
Erstausstrahlung
ORF/3sat

„Secondo me“ begleitet drei Garderobiers an drei europäischen Opernhäusern: der Wiener Staatsoper, der Mailänder Scala und dem Opernhaus in Odessa.

Dabei geht es um weit mehr als nur um deren Beruf: Pavel Cuzuioc begleitet seine Protagonisten durch ihr tägliches Leben. Der Film verkehrt die Wahrnehmung, indem die Opernhandlung selbst ausgespart bleibt, während die wahre Bühne dem Alltag der Garderobiers gilt.

Die Häuser, in denen sie arbeiten, werden dabei zu dem, was sie sind: zu Kulissen, die erst von den Menschen mit Leben erfüllt werden.

„Secondo me“ handelt von den großen Erzählungen, die das Leben jedes Einzelnen täglich schreibt, mit all seinen Gefühlen, Wünschen und Sorgen, seinem Wandel im Vergehen der Zeit.

Sonntag, 10.03. / Welt der Antike – Ein 3sat Thementag

Montag 11.03. / 01:40 Uhr / Heimatsound Concerts – Ringlstetter
aus dem Passionstheater Oberammergau
(Erstsendung: 27.10.2017)
ARD/BR

Die Reihe „Heimatsound Concerts“ stellt junge bayerische und alpenländische Musiker vor – von Newcomern bis hin zu Legenden. Diesmal mit dabei: Ringlstetter.

Beim fünften „Heimatsound-Festival“ im berühmten Oberammergauer Passionstheater sorgte Hannes Ringlstetter mit seiner Band für Superstimmung. Hannes Ringlstetter ist Musiker, bayerischer Kabarettist, Moderator, Schauspieler -und Niederbayer aus Überzeugung.

Seinen ersten Auftritt hat er mit 18 Jahren in einem Straubinger Café. 1992 gründet er die bairische Mundartband Schinderhannes. Sein aktuelles Album heißt „PNYA (Paris, New York, Alteiselfing)“. Auf diesem reist er gemeinsam mit seiner jetzigen Band mit bairischer Identität in eine musikalische Welt, die größer ist als Bayern: Jeder Song auf dem Album hat einen eigenen musikalischen Stil.

Der eine spielt in New York, der nächste in Budapest, dann in Wien ein Wiener Lied. Aber auch Oberammergau würdigte der 47-jährige Niederbayer mit seinem Song „Niederbayern“, und das Festivalpublikum im wunderbaren Passionstheater stand Kopf.

Montag 11.03. / 02:40 Uhr / Heimatsound Concerts – Jamaram
aus dem Passionstheater Oberammergau
(Erstsendung: 26.01.2018)
ARD/BR

„Jamaram kommt vom Jammen und hat etwas mit unserer Liebe für spontane, schnelle Musik zu tun“: Das sagt die Band über sich, denn das Improvisieren ist ein wichtiger Bestandteil ihrer Musik.

Der Musikstil der acht Jungs ist in jeder Hinsicht einzigartig, denn sie vermischen viele verschiedene Richtungen und Sounds wie Reggae & Dub, Latin, Funk, Rock ’n‘ Roll, Ska, Pop, Balkan-Beats und Afrobeat.

Mit diesem Stilmix haben sie dem Festivalpublikum im Sommer 2017 auf dem „Heimatsound-Festival“ gehörig eingeheizt.

Obwohl Jamaram heute schon über die Grenzen Deutschlands bekannt sind und auf großen Bühnen auftreten, spielen sie immer noch sehr gerne in ihrer Heimat und auf kleinen und gemütlichen Festivals – wie dem „Heimatsound-Festival“.

Die Reihe „Heimatsound Concerts“ stellt junge bayerische und alpenländische Musiker vor – von Newcomern bis hin zu Legenden.

Montag 11.03. / 03:40 Uhr / Heimatsound Concerts – Django S.
aus dem Passionstheater Oberammergau
(Erstsendung: 03.11.2017)
ARD/BR

Beim fünften „Heimatsound-Festival“ im berühmten Oberammergauer Passionstheater brachte die Ska-Band Django S. das Publikum heftig zum Schwitzen.

„Mit dem Charme von Wanda und Bilderbuch, mit einem Frontmann wie Falko oder Campino und der Live-Energie von Kraftklub und LaBrassBanda vereint diese Band alles, was für eine grandiose Live-Präsenz nötig ist“: So bewerben die sieben Jungs ihre Konzerte.

Damit haben sie sich die Latte selbst ziemlich hoch gelegt. Aber die junge Band aus dem Inntal zeigt auf ihren bereits legendären Konzerten, dass sie ihrer eigenen Ansage auf jeden Fall gerecht werden.

Im Publikum gibt es kein Halten mehr, wenn Django S. mit ihrer Mischung aus Ska, Punk, Rock ’n‘ Roll, Balkan-Beats und bairischer Lässigkeit die Bühne rockt. Die Zuschauer sind angehalten, mitzuklatschen, mitzusingen und mitzuspringen. Das Heimatsound-Publikum hat dieser Aufforderung Folge geleistet und das Passionstheater zum Kochen gebracht.

Die Reihe „Heimatsound Concerts“ stellt junge bayerische und alpenländische Musiker vor – von Newcomern bis hin zu Legenden.


Samstag, 16.03. / 20:15 Uhr / Der Freischütz
Oper in drei Aufzügen von Carl Maria von Weber
Wiener Staatsoper, 2018
ORF

Max: Andreas Schager
Agathe: Camilla Nylund
Ännchen: Daniela Fally
Caspar: Alan Held
Samiel: Hans Peter Kammerer
Ottokar: Adrian Eröd
Cuno: Clemens Unterreiner
Eremit: Albert Dohmen

Libretto: Johann Friedrich Kind
Ausstattung: Gary McCann
Choreografie: Vesna Orlic
Chor: Chor der Wiener Staatsoper
Chorleitung: Thomas Lang
Orchester: Orchester der Wiener, Staatsoper
Musikalische Leitung: Tomás Netopil
Regie: Christian Räth
Bildregie: Agnes Méth
Moderation: Barbara Rett

Nach 19 Jahren stand 2018 erstmals wieder eine Neuproduktion von Webers Oper „Der Freischütz“ auf dem Spielplan der Wiener Staatsoper. 3sat zeigt die Inszenierung von Christian Räth.

Die musikalische Leitung hat Tomás Netopil. Für die Bildregie zeichnet Agnes Méth verantwortlich, die insgesamt neun Kameras dirigiert. Unter den Solisten sind Camilla Nylund, Daniela Fally und Shooting-Star Andreas Schager. Durch den Abend führt Barbara Rett.

Wenige Stücke der Opernliteratur waren in ihrer Rezeptionsgeschichte einem derart häufigen Paradigmenwechsel unterworfen wie Webers romantisches Werk „Der Freischütz“. Einmal verlieh man dem Gespenstischen die Hauptrolle, ein anderes Mal wieder galten das Schicksal oder gar die Natur und der Wald als zentrale Handlungselemente. Selbst bei der Einschätzung des Komponisten war man sich nicht sicher und betrachtete ihn sowohl als Schöpfer des „natürlichen Volkstons“ und den „deutschesten“ aller Komponisten, aber auch als Nachfolger der französischen Revolutionsoper.

„‚Der Freischütz‘ hat ins Schwarze getroffen“, schrieb Carl Maria von Weber 1821 nach der glanzvollen Berliner Uraufführung der „romantischen Oper in drei Aufzügen“ an seinen Textdichter Johann Friedrich Kind. Er sollte recht behalten, denn das Werk entwickelte sich schon bald zum Serienerfolg. Unmittelbar nach den napoleonischen Kriegen entstanden, setzt der Stoff um Versagensangst, brüchige Konventionen und Wald-Spuk bildmächtig eine Fantasiewelt frei, deren Aufgebot an gespenstischen Erscheinungen schlicht beeindruckend ist.

Am Wiener Haus am Ring gab es bisher zehn „Freischütz“-Produktionen. Die erste Premiere fand schon wenige Monate nach der Eröffnung der Hofoper am 1. Januar 1870 statt, weitere acht Inszenierungen, davon eine im Volksoperngebäude, folgten bis zur Neuinszenierung 1995 in der Regie von Alfred Kirchner und unter der musikalischen Leitung von Leopold Hager. Insgesamt 477 mal wurde die Oper bisher aufgeführt, zuletzt stand das Werk im April 1999 auf dem Staatsopernspielplan.

Die Ausstattung der elften Produktion stammt aus der Feder des irischen Bühnen- und Kostümbildners Gary McCann, der an der Staatsoper bereits für „Macbeth“ mit Christian Räth zusammenarbeitete. Für das Lichtdesign zeichnet Thomas Hase verantwortlich, für die Videoeffekte Nina Dunn und für die Choreografie Vesna Orlic.

Samstag, 16.03. / 22:40 / Sternstunde Kunst: Ein Regisseur unter Hausarrest ~ Wie Kirill Serebrennikov in Zürich Mozart inszenierte
Film von Julia Bendlin und Eduard Erne
(Erstsendung: 23.12.2018)
SRF

Der russische Regie-Star Kirill Serebrennikov steht in Moskau unter Hausarrest. Dennoch entsteht in Zürich seine Inszenierung von Mozarts „Così fan tutte“.

Die Inszenierung von Kirill Serebrennikov ist ein gewagtes Unternehmen für das Opernhaus Zürich. – Der Film beleuchtet die politischen Hintergründe in Moskau und erzählt die Geschichte der außergewöhnlichsten Zürcher Opernproduktion der Saison 2018/2019.

Kirill Serebrennikov setzt mit seiner Inszenierung ein starkes politisches Zeichen gegen eine Willkürjustiz, die mit der Anklage gegen den Star-Regisseur einen der innovativsten Künstler Russlands mundtot machen kann.

„Sternstunde Kunst: Ein Regisseur unter Hausarrest“ fragt: Welches politische Kalkül steckt hinter den Anschuldigungen gegen Serebrennikov? Wie kann eine Oper inszeniert werden, wenn der Regisseur 1200 Kilometer entfernt unter Hausarrest steht und nur mit seinem Anwalt kommunizieren darf?

Sonntag, 17.03. / 10:05 Uhr / lesenswert Quartett
Denis Scheck mit Insa Wilke, Ijoma Mangold und Wiebke Porombka
(Erstsendung: 14.03.2019)
ARD/SWR

Denis Scheck moderiert das traditionsreiche „lesenswert Quartett“. Mit dabei sind Ijoma Mangold, Literaturchef der „Zeit“, und die Literaturkritikerin Insa Wilke. Gast ist Wiebke Porombka.

Wiebke Porombka ist freie Literaturkritikerin und Autorin. Vier Bücher – vier Meinungen: Nicht immer sind die Quartett-Teilnehmer einig in ihrer Bewertung. Es gibt Lob und Tadel, mal lebhaft und impulsiv, mal sachlich und analytisch.

Immer stehen die Bücher im Mittelpunkt, denn am Ende soll der Leser eine klare Vorstellung vom Inhalt haben und wissen, was ihn bei der Lektüre erwartet.

Sonntag, 17.03. / 18:00 Uhr / Buchzeit
Talk über aktuelle Neuerscheinungen des Bücherfrühlings im Szenelokal Oosten im Frankfurter Osthafen
Erstausstrahlung
3sat

Als Auftakt zur Leipziger Buchmesse 2019 präsentiert „Buchzeit“ spannende Neuerscheinungen dieses Frühjahrs. Wie immer kommt der „Buchzeit“-Literaturtalk aus dem Frankfurter Osthafen.

Gert Scobel diskutiert mit Katrin Schumacher (MDR), Barbara Vinken (Ludwig-Maximilians-Universität München) und Sandra Kegel („FAZ“) im Szenetreff Oosten über Bücher und Fragen des Lebens.

Am 6. März 2019 wird der Schriftsteller Günter Kunert 90 Jahre alt. Anlass, ein 45 Jahre altes Manuskript, das der Autor zufällig in einer Truhe wiederfand, zu veröffentlichen: „Die zweite Frau“ ist ein Roman, der zu DDR-Zeiten nie hätte erscheinen können. Ein Mann sucht nach einem Geschenk für den 40. Geburtstag seiner Frau. Im Intershop ist das Angebot natürlich attraktiver, doch gerade hier entschlüpfen ihm unbedachte politische Bemerkungen. Eine politische Tragikomödie.

Eine reife Schriftstellerin findet Tagebuchaufzeichnungen aus ihrer Jugend. Als junge Frau war sie nach New York gegangen, um dort an ihrem ersten Roman zu arbeiten. Durch die Wände ihres billigen Apartments hört sie täglich das Wehklagen einer Frau mit an. Eines Tages hört sie Berichte über Misshandlung, Kindstod und Mord. Siri Hustvedt hat mit „Damals“ einen Roman über ein Verbrechen geschrieben, aber auch über das Wechselspiel von Fiktion und Wirklichkeit und die Wirkkraft der Zeit.

Jirí Hájícek ist einer der großen, arrivierten Autoren Tschechiens, dem diesjährigen Gastland der Leipziger Messe. Sein Protagonist in „Der Regenstab“ ist ein Mann mittleren Alters aus der Stadt, der von Stress und Schlaflosigkeit geplagt wird. Ruhe sucht er auf dem Land in seinem Heimatdorf. Doch was er dort findet, ist alles andere als ein Idyll. Nicht nur, dass eine frühere Geliebte ihn bedrängt, er wird auch mit örtlichen krummen Geschäften konfrontiert.

Victor Pouchet ist mit „Warum die Vögel sterben“ in Frankreich das Debut des Jahres gelungen: In der Normandie regnet es tote Vögel vom Himmel, in Paris nimmt davon kaum einer Notiz. Nur ein junger, promotionsmüder Student will herausfinden, was in seiner Heimat vor sich geht. Auf einem Vergnügungsschiff auf der Seine beginnt er seine Reise, die sein Leben verändern wird.

Redaktionshinweis: „Buchzeit“ ist der Auftakt des diesjährigen 3sat-Begleitprogramms zur Leipziger Buchmesse (21.-24.3.2019). Aus demselben Anlass folgt am Samstag, 23. März, um 22.05 Uhr das Magazin zur Leipziger Buchmesse „Unter Büchern“. Am Sonntag, 24. März, um 10.05 Uhr gibt die Sendung „lesArt“ unter anderem Buchtipps für Werke von Autoren aus Tschechien, dem Gastland der Leipziger Buchmesse 2019. Ebenfalls am Sonntag, 24. März, um 11.30 Uhr finden sich auf dem „blauen Sofa“ herausragende Autoren und prominente Moderatoren zum Gespräch ein und stellen die wichtigsten literarischen Neuerscheinungen vor.

Außerdem berichtet das 3sat-Magazin „Kulturzeit“ ab Donnerstag, 21. März, werktäglich ab 19.20 Uhr über das Beste von der Leipziger Buchmesse – mit Interviews und Beiträgen.

Sonntag, 17.03. / 20:15 Uhr / Verleihung Deutscher Kleinkunstpreis 2019
Mainzer Forum-Theater unterhaus, März 2019
Moderation: Urban Priol
Erstausstrahlung
3sat

Der Deutsche Kleinkunstpreis ehrt herausragende Künstler des Jahres in verschiedenen Kategorien. 3sat zeigt die Preisverleihung 2019 aus dem Mainzer „unterhaus“, moderiert von Urban Priol.

Die Preisträger des Jahres 2019 sind: Christian Ehring (Kabarett), Dota (Musik), BlöZinger (Kleinkunst), Lara Stoll (Förderpreis der Stadt Mainz) und Willi Resetarits (Ehrenpreis des Landes Rheinland-Pfalz).

Er ist heiß begehrt und gehört zu den wichtigsten Auszeichnungen, die man auf deutschsprachigen Bühnen erhalten kann: der Deutsche Kleinkunstpreis. Seit 1972 wählt eine vom Mainzer Forum-Theater „unterhaus“ berufene Fachjury die preiswürdigen Künstler in verschiedenen Kategorien.

Mit dem Preisträger Christian Ehring in der Sparte „Kabarett“ zeichnet die Jury einen politischen Kabarettisten aus, der in seinem aktuellen Programm zeigt, wie viel Politik in einem Familienleben stecken kann. Wie kaum ein anderer versteht er es, das Leben im Großen wie im Kleinen zu einem beeindruckenden Gesellschaftsbild zusammenzufügen.

Dota erhält den Deutschen Kleinkunstpreis in der Sparte „Chanson/Lied/Musik“. Die Berliner Liedermacherin besingt unbeirrt und eigensinnig kleine Glücksmomente und stellt relevante Fragen. Die Jury befindet: „Weltveränderung und Weltverzauberung tanzen Bossa Nova“ – Dota sei eine „unverwechselbare Synthese von Pop, Politik und Poesie“.

In der Sparte „Kleinkunst“ wird mit BlöZinger ein österreichisches Duo ausgezeichnet, bestehend aus Robert Blöchl und Roland Penzinger. Den beiden gelingt es, „mit schauspielerischer Raffinesse, schwarzem Humor und einem Minimum an Requisiten großes Kino zu projizieren“, so die Fachjury.

Den Förderpreis der Stadt Mainz erhält Lara Stoll. Die junge Slam-Poetin aus der Schweiz begegnet der Welt mit Sarkasmus und zeigt sich dennoch höchst sensibel. Die Jury stellt fest: Sie „tobt, schäumt und schnarcht – spricht Kauderwelsch und formuliert messerscharf geschliffene Sätze“.

Der Ehrenpreis des Landes Rheinland-Pfalz schließlich geht an Willi Resetarits. Damit zeichnet die Jury eine „unermüdlich aktive Ikone der jüngeren österreichischen Musikgeschichte“ aus. Der als Mitglied der „Schmetterlinge“ und als „Ostbahn-Kurti“ berühmt gewordene Sänger und Musiker beweist seit einem halben Jahrhundert künstlerisch Haltung: als Identifikationsfigur und moralische Instanz, die stets die richtigen Worte und Töne findet.

Montag, 18.03. / 01:55 Uhr / PULS Festival 2017 mit The Amazons, The Big Moon und Flut
(Erstsendung: 22.03.2018)
ARD/BR

Beim „PULS Festival“ spielen einige der aktuell besten Bands in den Orchesterstudios des Bayerischen Rundfunks in München. Diesmal mit dabei: The Amazonas, The Big Moon und Flut.

Die junge Rockband The Amazons aus Reading wurde von der BBC auf die elitäre Liste des „Sound of 2017“ gesetzt. Die Band um den rothaarigen Sänger Matt Thomson brachte mit Hit-Singles wie „Black Magic“ Schwung in die angestaubte britische Gitarrenrock-Landschaft.

Mit großen Refrains und epischen Gitarrenriffs schielt der Sound der Jungs klar Richtung Stadion, ohne dabei zu platt und stumpf zu klingen. Spannende Grunge-Gitarrenriffs und Ohohohoh-Refrains haben definitiv ein Revival verdient.

In London in einer Band zu spielen, macht eigentlich keinen Spaß: Alles ist schweineteuer, Proberäume sind seltener als Goldstaub, und es gibt normalerweise Hunderte von Bands, die besser sind als die eigene. The Big Moon ist das völlig wurscht – und das aus gutem Grund: Weil sie von allen Londoner Bands aktuell die beste sind. Gegründet haben sie sich 2014, als Sängerin – und damals noch Kellnerin – Juliette nach Mitstreitern suchte, um die Songs aufzunehmen, die sie alleine in ihrem Schlafzimmer geschrieben hatte. The Big Moon sind wie die besten Bands nicht nur eine Musikgruppe, sondern auch eine Gang: Eine stylische, sauwitzige Gang, mit der man stundenlang abhängen will, nachdem man sich zu ihren Songs die Seele aus dem Leib gesungen hat.

Flut ist eine Band aus Österreich, und diese Band hat eine Mission: Flut wollen die Ehre der 1980er-Jahre retten – und Austropop gleich mit. Deswegen umarmt die Band alles, was diese Zeit ausgemacht hat: sei es modisch mit Bomberjacken und Vokuhilas, optisch mit ihren Musikvideos, die sie selbst in VHS-Optik und komplett analog drehen, oder musikalisch mit Synthesizern, Vocodern und dem Einfluss von Depeche Mode – oder eben Falco. In der Summe entsteht dann etwas, was in Zeiten der Jagd nach Klickzahlen nur noch selten erschaffen wird: ein Gesamtkunstwerk. Flut liefern mit ihrem Sound und ihrer visuellen Welt nochmals neuen Input zum aktuellen Hype um die Austro-Bands Bilderbuch und Wanda.

Montag, 18.03. / 02:55 Uhr / PULS Festival 2017 mit Superorganism und Noga Erez
(Erstsendung: 13.04.2018)
ARD/BR

Beim „PULS Festival“ spielen einige der aktuell besten Bands in den Orchesterstudios des Bayerischen Rundfunks in München. Diesmal mit dabei: Superorganism und Noga Erez.

Superorganism haben beim „PULS Festival 2017“ ein grandios verspultes Konzert gespielt – inklusive abrupter Breaks und trippiger Visuals in allen Farben des Regenbogens. Der Höhepunkt des Auftritts von Superorganism: ihr Song „Something For Your M.I.N.D.“.

Zuerst die offizielle Version: Superorganism sind Orono, ein 17-jähriges japanisches Mädchen aus Maine, und sieben geheimnisvolle Gestalten aus London – ein transatlantisches Hipster-Bündnis also. Die inoffizielle Version: Superorganism sind David Bowie, Prince und John Lennon, die sich im Jenseits einen ziemlich guten Scherz erlauben. Denn die beeindruckenden drei ersten Songs des gehypten Kollektivs klingen wie ein gepitchtes, geschreddertes Mash-Up aus allen Pop-Hits, die jemals geschrieben wurden. Die erste Single „Something for your M.I.N.D.“ und die weiteren Veröffentlichungen „Nobody Cares“ und „It’s All Good“ funktionieren wie ein Browser – alle Tabs, alle Genres und Einflüsse sind nebeneinander zu hören.

Unbequeme Musik für unbequeme Zeiten: Die Israelin Noga Erez macht keinen leicht verdaulichen Sound – weder textlich noch musikalisch. Ihre Bausteine sind ratternde Beats und eine Mischung aus Hip-Hop und Future-R&B. Aber noch wichtiger als das Gerüst ist bei Noga Erez der Inhalt: Sie gilt als diejenige, die die Ängste und Frustration zahlreicher junger Menschen in Israel artikuliert. Mit ihrem Album „Off the Radar“ spricht sie für ihre Generation: einen großen Teil der israelischen Gesellschaft, der in der Welt nicht gehört wird und nichts lieber will, als ein friedliches Leben zu führen. Dafür sind sie auch bereit, Kompromisse einzugehen. All das bringt Noga Erez in Songs wie „Dance While You Shoot“ unter, in denen sie mit ihrem beinahe schon gelangweilt wirkenden Gesang eine einzigartige, teils bedrückende Stimmung schafft. Noga Erez gilt mit ihrer Mischung aus elektronischen Beats, ihrer unverwechselbaren Stimme und ihrer politischen Message für viele als die nächste M.I.A.

Montag, 18.03. / 03:55 Uhr / PULS Festival 2017 mit Meute und LUX x Cap Kendricks x Tom Doolie
(Erstsendung: 15.03.2018)
ARD/BR

Beim „PULS Festival“ spielen einige der aktuell besten Bands in den Orchesterstudios des Bayerischen Rundfunks in München. Diesmal mit dabei: Meute und LUX x Cap Kendricks x Tom Doolie.

Sie haben von Tuten und Blasen eindeutig Ahnung: Der Hamburger Techno-Spielmannszug Meute erfindet mit seinen Guerilla-Gigs in Fußgängerzonen und U-Bahn-Abteilen die Blasmusik neu – und landet einen viralen Hit nach dem anderen.

Nix mit Humpta-Humpta-Alpenkitsch: Die zwölf Musiker um Bandleader Thomas Burhorn covern Tracks von Techno-Vordenkern wie Âme, Stephan Bodzin und Nick Curly. Ihre Neuinterpretationen von „Rej“, „Mental Help“ oder „Kerberos“ klingen dann so wuchtig und organisch, als wären die Stücke genau für ein Bläser-Arrangement geschrieben worden. Seit über einem Jahr tourt die Gang aus dem Hamburger Schanzenviertel in roter Uniform über die größten Festivalbühnen Deutschlands.

In Zeiten von ganzen Songs über LUXusmarken ist LUX ungewollt so etwas wie ein Bewahrer des authentischen Hip-Hops geworden. Seine LP „24/7 Powernap“ ist ein waberndes und grundehrliches Coming-of-Age-Album. Die Themen sind das Älterwerden und Zukunftsängste – und eben der Drang, auch mal einen Gang zurückzuschalten. Düster und gechillt zugleich, direkt und gleichzeitig in sich gekehrt. Gemeinsam mit seinen Produzenten Cap Kendricks und Tom Doolie hat der Münchner ein traumversunkenes Werk der Entschleunigung geschaffen. Oder wie sie ihr Ziel formulieren: Powernap als miese Gönnung. Trotz dieser musikalischen Laid-Back-Stimmung hat LUX nichts an seinem Flow oder den grandiosen Wortspielen verloren. LUX bringt das Kunststück fertig, zugleich Coolness und Verletzlichkeit zu zeigen. Und das auf eine Art, die einen zum Nachdenken wie zum Tanzen bringt.

Montag, 18.03. / 04:55 Uhr / PULS Festival 2017 mit Megaloh & dem Münchner Rundfunkorchester
(Erstsendung: 02.03.2018)
ARD/BR

Beim „PULS Festival“ spielen einige der aktuell besten Bands in den Orchesterstudios des Bayerischen Rundfunks in München. Diesmal mit dabei: Megaloh & das Münchner Rundfunkorchester.

Vom Lagerarbeiter zum Afro-Role-Model: Der Berliner Rapper Megaloh hat sich mit seinem 2016 erschienenen Album „Regenmacher“ endgültig zum Sprachrohr eines musikalischen Movements gemacht und gehört heute zur ersten Liga in der Deutschrap-Szene.

Uchenna van Capelleven, wie der Sohn einer Nigerianerin und eines Niederländers bürgerlich heißt, hielt sich lange Jahre als Lagerarbeiter über Wasser. Seine Zusammenarbeit mit Max Herre und Samy Deluxe brachte ihn dann in Hip-Hop-Magazine und auf die größten Bühnen des Landes. Megaloh schreibt Songs, die vom alltäglichen Rassismus in Deutschland handeln, den andauernden Folgen des Kolonialismus und seiner Diaspora-Biografie. Er sagt: „Alle Superhelden, mit denen wir uns als Jungs hätten identifizieren können, waren weiß“ – nun will er diese Lücke mit der Rap-Combo „Black Superstar Movement Group“ zusammen mit den Homies Musa und Ghanaian Stallion füllen. Im Herbst 2017 ist ihr Album „Platz an der Sonne“ erschienen.

Beim „PULS Festival 2017“ stand Megaloh erstmals zusammen mit einem Streicherensemble des Münchner Rundfunkorchesters auf der Bühne. Tracks wie „Regenmacher“ und „Tripleschicht“ bekamen so eine opulente Note.


Samstag, 23.03. / 19:20 Uhr / Raumwelten (1/3): Stephanie Thatenhorst, Innenarchitektin
Film von Juliette von Förster
Moderation: Eric Mayer
Erstausstrahlung
3sat

Designer prägen die Welt, die uns umgibt. In der Reihe „Raumwelten“ verraten sie, wie sie Räume erschaffen und mit welcher Art von Räumen sie sich selbst gerne umgeben.

Wie lebt ein Mensch, der sich tagtäglich mit der Gestaltung von Räumen beschäftigt? Eric Mayer trifft auf die Münchner Innenarchitektin Stephanie Thatenhorst. Laut und urban kann Stephanie Thatenhorst genauso wie still und zurückgezogen.

Hochfloriger Teppich, dunkelgrüner Samt, satte Farben und reiche Materialien: Das Theresa Bar/Restaurant in München ist eine ihrer emblematischen Arbeiten. Stephanie Thatenhorsts persönlicher Rückzugsort liegt am Chiemsee, fernab der geschäftigen Großstadt München. Auf dem Bauernhof ihrer Eltern hat sie eine Scheune zum Ferienhaus umgebaut und alles verwirklicht, was sie sich schon immer erträumt hat. Sie brachte die einheimischen Handwerker oft zum Verzweifeln, doch das Ergebnis gab ihr recht. Stephanie Thatenhorst ist eine Designerin der Gegensätze. Doch vielleicht ist der Weg vom Moos in den Wäldern rund um ihr Elternhaus bis hin zu den grünen Lounge-Sesseln einer Bar gar nicht so weit, wie man zunächst glaubt.

Die Beiträge der Reihe „Raumwelten“ sind Künstlerporträt und Homestory zugleich. Sie zeigen kreative Menschen, die einen einzigartigen Beruf haben: Sie gestalten die Räume, in denen andere leben, spielen und arbeiten. Anlässlich des 100. Jahrestages der Gründung des Bauhauses in Dessau, der Schmiede der Avantgarde, die stilbildend für die Design-Philosophie des 20. Jahrhunderts war, werden herausragende Designer und ihre Arbeit porträtiert.

Redaktionshinweis: 3sat zeigt die dreiteilige Reihe „Raumwelten“ aus Anlass des Jubiläumsjahres „100 Jahre Bauhaus“. Die beiden weiteren Folgen der Reihe sendet 3sat an den kommenden Samstagen jeweils um 19.20 Uhr.

Am Samstag, 13. April, ab 20.15 Uhr beschäftigt sich 3sat einen Abend lang mit dem Bauhaus-Jahr 2019.

Samstag, 23.03. / 20:15 Uhr / The Queen’s Birthday Party
Das Geburtstagskonzert für Queen Elizabeth II.
Mit Craig David, Sting, Shaggy, Jamie Cullum, Anne-Marie, Kylie Minogue, Tom Jones, Shawn Mendes u.v.m.
Erstausstrahlung
ARD/WDR/3sat

„The Queen’s Birthday Party“ nannte sich das Konzert zum 92. Geburtstag von Queen Elizabeth II. am 21. April 2018 in der Royal Albert Hall in London. Zahlreiche Künstler wirkten mit.

Bei dem legendären Konzert traten unter anderem die Pop-Ikone Sir Tom Jones und die britisch-australische Pop-Prinzessin Kylie Minogue auf. Ein ungewöhnliches aber einzigartiges Duo gaben Sting und der jamaikanische Rapper Shaggy.

Auch die kanadische Pop-Sensation Shawn Mendes, die weltbekannte A-cappella-Gruppe Ladysmith Black Mambazo und UK-Chart-Stürmerin Anne-Marie gaben sich die Ehre. Außerdem sangen zum Geburtstag der Queen der Southhamptoner Rapper und R&B-Star Craig David, Jazz-Sänger und Songwriter Jamie Cullum sowie „The Voice UK“-Star Donel Mangena.

Ebenfalls auf der Bühne standen Birminghams Soul-Sängerin Laura Mvula und The Dhol Foundation unter der Leitung von Johnny Kalsi, dem gefeierten Punjabi-Dhol-Drummer.

Bekannte Melodien aus den Musicals „Oklahoma!“, „My Fair Lady“ und „Top Hat“ gaben der walisische Star Luke Evans, Schauspieler Tom Chambers und Schauspielerin Helen George zum Besten. Alfie Boe brachte den Benny-Goodman-Sound der Swing-Ära auf die Bühne. Und 40 Spieler der George Formby Society würdigten die Musik ihres legendären Ukulele-Meisters.

Viele der auftretenden Künstler wurden an diesem Abend vom BBC Concert Orchester unter der Leitung des musikalischen Direktors Steve Sidwell begleitet.

Samstag, 23.03. / 21:45 Uhr / Best of Glastonbury 2017
Die Highlights des Festivals
Mit Foo Fighters, Barry Gibb, Haim, Chic, Rag’n’Bone Man, Royal Blood, Katy Perry, Stormzy, Biffy Clyro, Emeli
Sandé, The Killers, Lorde, Radiohead und Ed Sheeran
Erstausstrahlung
ARD/WDR/3sat

Das „Glastonbury Festival“ ist eines der größten und bekanntesten Rockfestivals in Europa. Mitunter wird es als „englisches Woodstock“ bezeichnet. Das musikalische Spektrum ist breit.

Zu den Highlights des Festivals 2017 zählten unter anderem Auftritte von den Foo Fighters, Radiohead, Katy Perry und Ed Sheeran. Außerdem mit dabei: Barry Gibb, Haim, Chic, Lorde, Emeli Sandé, Royal Blood, Rag’n’Bone Man, Stormzy, Biffy Clyro und The Killers.

Samstag, 23.03. / 22:45 Uhr / Unter Büchern ~ Die Buchmesse Leipzig 2019
Erstausstrahlung
ARD/MDR/3sat

Katrin Schumacher trifft Autorinnen und Autoren, die sich auf der Leipziger Buchmesse 2019 präsentieren: Jörg-Uwe Albig, Daniela Krien, Kat Menschik, Albert Ostermaier und Marion Brasch.

Was bewegt die Künstlerinnen und Künstler, was treibt sie an, wie entsteht ihre Literatur? Gespräche und Begegnungen mit Literaturexpertin Katrin Schumacher in der Stadt, wo sich die Branche trifft: in Leipzig 2019.

Katrin Schumacher spricht mit Jörg-Uwe Albig über „Zornfried“ – dessen Satire über die neurechten Bewegungen – und begegnet der Leipzigerin Daniela Krien, in deren Roman „Die Liebe im Ernstfall“ sich die Lebenslinien von fünf Frauen überkreuzen. Von der Illustratorin Kat Menschik bekommt Katrin Schumacher ein ungewöhnliches Kochbuch serviert, das „Essen essen“ heißt. Sie trifft Albert Ostermaier, der mit seinem Gedichtband „Über die Lippen“ die Sprache der Liebe wählt, und erfährt von Marion Brasch etwas über Augenblicke, die über Glück und Unglück entscheiden – das Thema des neuen Romans „Lieber woanders“.

Sonntag, 24.03. / 05:45 Uhr / El Greco und die Moderne
Film von Werner Raeune
(Erstsendung: 20.05.2012)
3sat

Der Maler El Greco zählt zu den bedeutendsten und teuersten Alten Meistern der Kunstgeschichte. 1541 in Griechenland geboren, machte er in Spanien als Hofmaler bei Philipp II. Karriere.

Doch aufgrund seiner eigenwilligen Interpretation religiöser Themen und seines außergewöhnlichen Mal-Stils hatte der Künstler immer wieder Schwierigkeiten mit seinen Auftraggebern und Zeitgenossen.

Seine dünnen, in die Länge gezogenen, verzerrten Darstellungen der Menschen, seine ungewöhnlich grelle Farbgebung – heute sein Markenzeichen – sorgten damals für Skandale, ließen ihn in Ungnade fallen. Als der Künstler 1614 starb, wurde seinem Werk wenig Wertschätzung zuteil. Viele seiner Kirchenbilder wurden ins Ausland verkauft, über die ganze Welt verstreut. Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde El Greco von Kunsthistorikern wiederentdeckt, nahmen Avantgarde-Künstler wie Pablo Picasso sowie die Expressionisten August Macke, Franz Marc und Max Beckmann seine „moderne Auffassung von Malerei“ zum Vorbild für ihre Kunst.

Sonntag, 24.03. / 10:40 Uhr / Lev Vinocour – Schweizer Klavierabend in Sankt Petersburg
Petersburger Scheremetjew Palast, 2018
SRF/3sat

Programm:
– Paul Juon (1872-1940) Farfalla Walzer, op. 58, Kleine Suite, op. 20, Chant russe et variations, op. 56 Nr. 10
– Jacques Handschin (1886-1955) Largo cis-Moll, Zwei Preludes: g-Moll und As-Dur
– Emil Frey (1889-1946) Premier morceau de Fantasie, Kleine slawische Suite, op. 38

Erstausstrahlung

Lev Vinocour spielt in seiner Heimatstadt St. Petersburg selten aufgeführte Stücke von Schweizer Komponisten. Es sind Werke, die in Russland entstanden sind oder sich auf Russland beziehen.

Der renommierte Pianist Lev Vinocour stammt aus St. Petersburg. Seine musikalische Ausbildung führte ihn für mehrere Jahre in die Schweiz. Dort entdeckte er seine Liebe zu den Schweizer Komponisten Paul Juon, Jacques Handschin und Emil Frey.

Allen dreien ist gemein, dass sie lange Zeit in Russland lebten und stark von der russischen Musik beeinflusst waren.

Sonntag, 24.03. / 11:25 Uhr / Das blaue Sofa ~ Gespräche von der Leipziger Buchmesse
Moderation: Vivian Perkovic, Cécile Schortmann, Nina Brunner, Katja Gasser, Eva Schmidt
Erstausstrahlung
3sat

Die wichtigsten und interessantesten Neuerscheinungen von der Leipziger Buchmesse mit prominenten Autoren auf dem blauen Sofa in einer ausführlichen Zusammenfassung.

Sonntag, 24.03. / 13:15 Uhr / Mit Cello, Hang und Steigeisen – Musikexpedition in Tirols Bergen
Film von Viktoria Waldegger
(aus der ORF-Reihe „Österreich-Bild“)
ORF
(Erstsendung: 28.10.2018)

Der Musiker und Komponist Manu Delago spielt auf großen Konzertbühnen in der ganzen Welt. Bekannt geworden ist er mit dem „Hang“, einem relativ neuen Klanginstrument.

Das Instrument sieht aus wie ein Doppel-Wok aus Stahlblech. Für sein neues Projekt „Parasol Peak“ wollte Delago seine zwei Leidenschaften, die Berge und die Musik, verbinden. Für acht seiner Lieblingsorte in den Tiroler Bergen hat er deshalb ein Lied komponiert.

Mit sieben internationalen, bergaffinen Künstlern hat er eine Wanderung zu den jeweiligen Orten unternommen und dort auch live die Songs aufgenommen. Vom Wald bis auf einen Gipfel in über 3000 Metern Höhe sind die Musiker dabei gewandert. Jeder Ort hat seine Einschränkungen und Besonderheiten, die sich in den Liedern widerspiegeln: So lässt Delago beispielsweise das Rauschen eines Baches als Geräusch in einen Song mit einfließen.

Die Sendung begleitet Delago bei der Umsetzung dieses einzigartigen Projektes – von der Schwierigkeit, bergfähige Musiker zu finden, bis hin zu der Herausforderung, hochwertige Aufnahmen bei überraschendem Schneefall in über 3000 Metern Höhe aufzunehmen. Neben der Musik spielt dabei auch die einzigartige Tiroler Landschaft eine Hauptrolle.

Montag, 25.03. / 01:45 Uhr / Kulturpiloten
Das digitale Kulturangebot des ZDF präsentiert ein Best-of seiner Formate – von Musik und Theater über Kino, Gaming, Design und Literatur bis hin zu aktuellen Debatten.

Künstler führen durch ihre Städte und lassen neue Kunstwerke entstehen. Musiker bieten einen Einblick hinter die Kulissen, und Schauspieler inszenieren bekannte Stücke in radikaler Kurzform. Was die Gesellschaft bewegt, wird auf Augenhöhe diskutiert.

Die „Kulturpiloten“ bringen Kultur spielerisch in den Alltag – ohne zu belehren.


Samstag, 30.03. / 19:20 Uhr / Raumwelten (2/3): Florian Lösche, Bühnenbildner
Film von Juliette von Förster
Moderation: Eric Mayer
Erstausstrahlung
3sat

Designer prägen die Welt, die uns umgibt. In der Reihe „Raumwelten“ verraten sie, wie sie Räume erschaffen und mit welcher Art von Räumen sie sich selbst gerne umgeben.

Wie lebt ein Bühnenbildner, der sich tagtäglich mit der Gestaltung von Räumen beschäftigt? Eric Mayer trifft auf Bühnenbildner Florian Lösche. Die Natur seiner Heimat rund um den Ammersee ist immer wieder Inspirationsquelle für seine spektakulären Bühnenkreationen.

„MonsterBühnenbilder“ nannte Regisseur Antú Romero Nunes einmal seine Arbeiten. In „Don Giovanni. Letzte Party“ sind es riesige runde Lichttraversen. Schwenk, kipp und senkbar, erschaffen sie je nach Stellung völlig neue Räume und strukturieren das Spielfeld für die Schauspielerinnen und Schauspieler. Eine seiner wichtigsten Weggefährtinnen ist die Regisseurin Jette Steckel. Für ihre Inszenierung „Die Tragödie von Romeo und Julia“ erschuf Nunes Wände, die nur aus Lichterketten bestehen.

Räume aus Licht, große Volumen, wandelbare, multifunktionale Spielflächen: Das sind seine Markenzeichen, und der Ort, an dem die meisten seiner großen Arbeiten entstanden, ist das Thalia Theater in Hamburg. Privat hingegen hat Antú Romero Nunes einen ganz besonderen Rückzugsort am Ammersee  das alte Atelierhaus eines Malers. Es hat 4,50 Meter hohe Decken, ein riesiges Glasfenster, eine Wand aus Licht.

Die Beiträge der Reihe „Raumwelten“ sind Künstlerporträt und Homestory zugleich. Sie zeigen kreative Menschen, die einen einzigartigen Beruf haben: Sie gestalten die Räume, in denen andere leben, spielen und arbeiten. Anlässlich des 100. Jahrestages der Gründung des Bauhauses in Dessau, der Schmiede der Avantgarde, die stilbildend für die DesignPhilosophie des 20. Jahrhunderts war, werden herausragende Designer und ihre Arbeit porträtiert.

Samstag, 30.03. / 20:15 Uhr / Jedermann (Salzburger Festspiele 2013)
ORF

Jedermann: Cornelius Obonya
Buhlschaft: Brigitte Hobmeier
Tod: Peter Lohmeyer
Teufel: Simon Schwarz
Gute Werke: Sarah Viktoria Frick
Der Glaube: Hans Peter Hallwachs
Gott: Florentina Rucker
Mammon: Jürgen Tarrach
Jedermanns Mutter: Julia Gschnitzer
Jedermanns guter Gesell: Patrick Güldenberg
Dicer Vetter: Hannes Flaschberger
Dünner Vetter: Stephan Kreiss
Ein Schuldknecht: Fritz Egger
Des Schuldknechts Weib: Katharina Stemberger
Armer Nachbar: Johannes Silberschneider
Der Koch: Sigrid Maria Schnückel
u. a.

Bühnenbild: Julian Crouch
Kostüme: Olivera Gajic
Choreografie: Jesse J. Perez
Musikalische Leitung: Martin Lowe
Regie: Julian Crouch, Brian Mertes
Bildregie: André Turnheim

Seit 1920 wird der „Jedermann“, „Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes“ von Hugo von Hofmannsthal, bei den Salzburger Festspielen vor dem mächtigen Salzburger Dom aufgeführt.

Regisseure wie Max Reinhardt, Heinz Hilpert, Ernst Lothar, Leopold Lindberg und Gernot Friedel inszenierten dort das Stück. 2013 haben Julian Crouch und Brian Mertes sich als RegieTeam der Herausforderung gestellt, eine Neuinszenierung zu wagen.

„Wir werden mit einer Prozession vom Festspielhaus zum Domplatz feierlich beginnen und mit der Natur, den Elementen, der Stadt, miteinander  aber vor allem auch mit dem Publikum zusammenarbeiten, um die Geschichte des ‚Jedermann‘, seine Lebensreise und Verwandlung zu erzählen. Es ist uns sehr wichtig, den MarktplatzCharakter des Stücks nicht zu vergessen und uns davon inspirieren zu lassen. Jedermanns Leben muss reich sein, freudvoll, überströmend  auch für das Publikum. Auf dem Weg zu seiner Bekehrung begegnen ihm eine Reihe von sehr kraftvollen theatralischen Figuren. Wir wollen  einer mittelalterlichen Schauspieltruppe gleich  unsere Zuseher mithilfe von Spektakel und Humor in den Bann ziehen, sie mitreißen und sie einladen, Jedermanns Weg mitzugehen und ihn auch als den eigenen zu begreifen  zumindest für die Spieldauer von zwei Stunden.“

3sat zeigt die Inszenierung des „Jedermann“ von den Salzburger Festspielen 2013. Die Hauptrolle spielt Cornelius Obonya, der Enkel von Attila Hörbiger, die Buhlschaft wird von Brigitte Hobmeier („Sommer in Orange“, „Ende der Schonzeit“) dargestellt. Als „Tod“ ist Peter Lohmeyer zu sehen.

Redaktionshinweis: 3sat sendet „Jedermann“ zum 50. Geburtstag von Cornelius Obonya am 29. März. Aus demselben Anlass folgt im Anschluss, um 22.20 Uhr, das EinMannStück „Cordoba  Das Rückspiel“ mit Cornelius Obonya aus dem Wiener Rabenhof Theater.

Samstag, 30.03. / 22:20 Uhr / Cordoba - Das Rückspiel
Theater Rabenhof Wien, 2010
Eine Satire von Florian Scheuba und Rupert Henning
Mit Cornelius Obonya
Inszenierung: Rupert Henning
ORF

Ein EinMannStück mit Cornelius Obonya über Wessis, Ossis und Ösis: Liebesgeschichten, Tourismus und JobProbleme sowie ein legendäres Fußballmatch sind die Eckpfeiler dieser Satire.

Die Familie Moelke flieht 1989 aus der DDR nach Österreich und eröffnet in Wien ein Geschäft für ostdeutsche Spezialitäten. 20 Jahre nach der „Wende“ leben die Eltern in einem „Ossi“Getto, während Sohn Rüdiger vollkommen assimiliert ist und zu studieren beginnt.

Da tauchen seine Cousins Tilmann und Torsten auf. Sie begegnen jedoch einer „AntiPiefkeStimmung“, die durch die Auftritte eines populistischen Politikers geschürt wird, der bei jeder Gelegenheit „Wien darf nicht Düsseldorf werden!“ hetzt. Als einer der „MoelkeOssis“ sich in die Tochter einer alteingesessenen Wiener Familie verliebt und Rudi Moelke sein Herz an die hübsche Jeanette Kanowski aus Paderborn verliert, eskaliert die Situation. Wird dadurch doch auch das Andenken an Willi „Gurkerl“ Horvath, seinerzeit bei der WM in Argentinien Zeugwart der legendären „CordobaElf“ beim triumphalen dreizuzweiSieg der Österreicher, beschmutzt. Am Ende entwirrt sich alles, und das Gute siegt.

Eine multikulturelle Satire über die deutschen Gastarbeiter und NumerusclaususFlüchtlinge in Österreich, über das geheimnisvolle Spannungsfeld zwischen Präpotenz und Minderwertigkeitsgefühlen und über den Kampf der Kulturen zwischen dem großen und dem kleinen Bruder deutscher Sprache  erzählt und dargestellt von einem einzigen Schauspieler, der in sämtliche Rollen schlüpft und so mehr als zwei Dutzend Personen verkörpert, ist „Cordoba  Das Rückspiel“ ein leichtfüßiges Kabinettstück im Geiste der Völkerverständigung.

Samstag, 30.03. / 00:35 Uhr / Roger Cicero - Ein Leben für die Musik
Film von Janina Hahn
(Erstsendung: 23.03.2018)
ARD/NDR

Yvonne Catterfeld führt durch das Porträt über den 2016 gestorbenen Sänger Roger Cicero, das sich aus Archivmaterial und selbst gedrehten dokumentarischen Elementen zusammensetzt.

Dabei sitzt die Sängerin und Schauspielerin am Elbstrand in Hamburg, Rogers Heimat, erinnert sich an ihre Begegnungen und spricht aus ihrer Perspektive über den Menschen und Musiker Roger Cicero. Diese „laut gedachten Gedanken“ sind der rote Faden des Porträts.

Am 24. März 2016 starb Roger Cicero, einer der erfolgreichsten deutschen Jazz und Swingmusiker, völlig überraschend an einem Schlaganfall. Cicero wurde unter anderem mit dem ECHO Pop 2007, dem ECHO Jazz 2016 (posthum) und diversen Gold und Platinplatten ausgezeichnet. Der Dokumentarfilm verfolgt den musikalischen Werdegang des Sängers, beginnend bei seiner Kindheit und den musikalischen Anfängen in kleinen Hamburger Clubs, über den überraschenden und überwältigenden Erfolg mit deutschsprachigem Swing und Ciceros vermehrter Einflussnahme auf Texte und Kompositionen bis zur Rückkehr zum reinen Jazz.

Dabei gilt der Persönlichkeit Ciceros ebenso Aufmerksamkeit wie dem Verhältnis zum ebenso früh an einem Schlaganfall gestorbenen Vater Eugen Cicero sowie dem Zusammenhang zwischen persönlichem Schicksal und Ciceros Songtexten.

Sonntag, 31.03.: Krimi Klassiker  Ein 3satThementag

Sonntag, 31.03. / 20:15 Uhr / Blues Brothers
Spielfilm, USA 1980
ZDF

Joliet Jake: John Belushi
Elwood: Dan Aykroyd
Schwester Mary: Kathleen Freeman
Cleophus James: James Brown
Murph: Murphy Dunne
Willie Hall: Willie Hall
Matt Murphy: Matt Murphy
Ray: Ray Charles
u. a.

Regie: John Landis
Länge: 123 Minuten

Zwei Musiker wollen ihre alte Band reaktivieren, um Geld für einen guten Zweck zu sammeln. Und da die Zeit eilt, nimmt man es auch mit dem Gesetz nicht so genau.

John Belushi und Dan Aykroyd sorgen als die legendären Blues Brothers mit Klamauk, Action und jeder Menge guter Musik für beste Unterhaltung. Unterstützt werden sie dabei von Musikstars wie Ray Charles, James Brown, John Lee Hooker und Aretha Franklin.

Gerade aus dem Knast entlassen, wird der schwergewichtige Jake von seinem Bruder Elwood in Empfang genommen. Ihr erster Weg führt sie in jenes christliche Waisenhaus, in dem sie unter der Leitung von Schwester Mary aufwuchsen. Doch die Wiedersehensfreude ist getrübt, denn dem Waisenhaus droht mangels Kapital die Schließung.

Da kommt den Blues Brothers die rettende Idee: Sie wollen ihre alte Band wieder versammeln, um das notwendige Kleingeld zu verdienen. Doch leichter gesagt als getan: Zwei eifersüchtige Ladys, genervte Cops, dümmliche Neonazis und eine geleimte Western und CountryBand machen den beiden Vollblutmusikern das Leben wahrhaft schwer.

Es gibt nicht viele Filme, die der Bezeichnung „Kultfilm“ gerecht werden, aber „Blues Brothers“ gehört sicherlich dazu. Auch fast 40 Jahre nach Produktion ist der legendäre Film regelmäßig in den Programmkinos präsent. Die rasanten Verfolgungsjagden, die zeitlosen Musiknummern und die hochkarätige Besetzung bieten noch immer  und immer wieder  beste Unterhaltung für ein breites Publikum.

Komödienspezialist John Landis („Die Glücksritter“, „Der Prinz aus Zamunda“) inszenierte 1998 auch die Fortsetzung „Blues Brothers 2000“, bei der sich allerdings das Fehlen des 1982 verstorbenen John Belushi deutlich bemerkbar machte.

Sonntag, 31.03. / 22:15 Uhr / Der dritte Mann
Spielfilm, Großbritannien 1949
3sat

Holly Martins: Joseph Cotton
Anna: Alida Valli
Harry Lime: Orson Welles
Major Calloway: Trevor Howard
u. a.
Regie: Carol Reed
Länge: 101 Minuten

Ein USSchriftsteller im NachkriegsWien ist auf der Spur eines verschollenen Freundes. Dabei riskiert er viel und muss feststellen, dass der Freund nicht der war, für den er ihn gehalten hat.

Carol Reed inszenierte einen subtilen politischen Kriminalthriller nach einem Stoff von Graham Greene, der stark beeinflusst ist durch seinen Star Orson Welles.

Im Jahr 1948 kommt der junge amerikanische Schriftsteller Holly Martins nach Wien, das unter Viermächtekontrolle steht. Er will in der geteilten Stadt seinen alten Freund Harry Lime suchen, von dem er seit Monaten nichts mehr gehört hat. Bei seiner Ankunft erfährt er, dass Harry Opfer eines Unfalls geworden ist und noch am selben Tag beigesetzt wird. Auf dem Friedhof trifft Martin Harrys Freundin Anna und Major Calloway, den Chef der britischen Militärpolizei in Wien.

Calloway versucht, Martins über Harry Lime auszuhorchen und deutet an, dieser sei in sehr unsaubere Geschäfte verwickelt gewesen. Martins glaubt das nicht: Er entschließt sich, in Wien zu bleiben, um Harrys rätselhaften Tod aufzuklären und den Freund zu rehabilitieren. Der Portier des Hauses, in dem Harry wohnte, schildert Martins den Unfallhergang. Harry sei nach dem Unglück von zwei Freunden und einem unbekannten dritten Mann an den Straßenrand getragen worden. Diesen dritten Mann möchte Martins unbedingt finden, da er sich von ihm entscheidende Auskünfte erhofft.

Carol Reeds atmosphärische Inszenierung des GrahamGreeneRomans „Der dritte Mann“ machte den gleichnamigen Film zu einem Welterfolg. Vor dem nächtlichen Dunkel labyrinthischer Stadtlandschaften mit einer dramatischen Jagd in der Kanalisation entfaltet er ein vielfältig gebrochenes Bild menschlicher Existenz. Orson Welles wurde als Darsteller des Harry Lime in Deutschland populär. Auch die Musik von Anton Karas, deren makabre Zitherklänge den dämonischen Charme des geteilten Wiens effektvoll unterstreichen, war seinerzeit ein Welterfolg.

Montag, 01.04. / 01:55 Uhr / Best of RadltourKonzerte 2018
mit Milow, Wincent Weiss, Madcon und Nico Santos
(Erstsendung: 17.08.2018)
ARD/BR

Erstklassige Pop und Rockkonzerte bei freiem Eintritt: Dieses „Best of RadltourKonzerte 2018“ präsentiert die musikalischen Highlights von Milow, Wincent Weiss, Madcon und Nico Santos.

Das erste Konzert der „BRRadltour 2018“ bestritt der belgische Superstar Milow in Mühldorf. 2004 ist er in den Fokus der Öffentlichkeit getreten. 2007 verbuchte Milow dann den ersten großen Erfolg für sich  mit der Single „You Don’t Know“.

Mittlerweile hatte der sympathische Belgier schon vier Alben in den deutschen Top Ten und erntete mehrere Gold und Platinauszeichnungen, unter anderem für die Single „Howling at The Moon“.

In Baiersdorf stand Wincent Weiss auf der Bühne. Der in SchleswigHolstein geborene „ehemalige Münchner“ lieferte 2016 mit „Musik sein“ einen Riesenhit ab. Sein Debütalbum „Irgendwas gegen die Stille“ erschien 2017 und brachte ihm gleich den Titel als Besten deutschen Künstler bei den MTV Europe Music Awards ein.

Das Publikum in Kitzingen freute sich auf Madcon. Die zwei Norweger Tshawe Baqwa und Yosef WoldeMariam stehen für SommerFeeling, Spaß und gute Laune. Außerdem können die Jungs schon einige Hits vorweisen, darunter ihren Song „Glow“, den Madcon beim „Eurovision Song Contest“ 2010 als DanceFlashmob während der Abstimmungspause präsentierte. 130 Millionen Fernsehzuschauer waren beeindruckt, wie die beiden Stimmungsmacher unzählige Menschen in ganz Europa mobilisierten, gemeinsam zu tanzen.

Einer der Newcomer 2018 ging beim Finale der „BRRadltour“ in Marktheidenfeld an den Start: Nico Santos. Der deutschspanische Popsänger ist in Bremen geboren und auf Mallorca in einem MusikerHaushalt aufgewachsen. Mit Hits wie „Home“ (in Zusammenarbeit mit Topic) und „More Than a Friend“ (mit Robin Schulz) hat er sich als Autor und Sänger bereits einen Namen gemacht. Mit Mark Forster schrieb er den offiziellen ZDFSong zur FußballEM 2016 „Wir sind groß“. Sein im Herbst 2017 erschienener SoloHit „Rooftop“ wurde mit Gold ausgezeichnet und war monatelang der meistgespielte Song im deutschen Radio.

Montag, 01.04. / 02:55 Uhr / Heimatsound Concerts – Mathias Kellner
aus dem Passionstheater Oberammergau
(Erstsendung: 25.10.2014)
ARD/BR

Die Reihe „Heimatsound Concerts“ stellt junge bayerische und alpenländische Musiker vor  von Newcomern bis hin zu Legenden. Diesmal mit dabei: Mathias Kellner.

Mathias Kellner machte bereits früh mit seinem Gitarrensound auf sich aufmerksam. So trat der Niederbayer 2007 als Vorband von Claudia Koreck und 2008 bei Katie Melua auf. Der MundartEntertainer begeistert vor allem mit seiner außergewöhnlichen, sonoren Stimme.

Der Straubinger ist ein Meister der feinen Melancholie und weiß mit seiner Musik die tiefsten Tiefen der menschlichen Seele anzusprechen. Nach mehreren englischsprachigen Alben hat der SingerSongwriter mit seinem ersten bayerischen Album „Hädidadiwari“ voll den Nerv der Fans getroffen. Im Sommer 2014 brachte Mathias Kellner mit seiner Band die Stimmung im berühmten Oberammergauer Passionstheater beim zweiten „HeimatsoundFestival“ zum Kochen. Beim Song „Du drahst di“, den er gemeinsam mit „Heimatsound“Moderator und Musiker Sebastian Horn performt, gibt es absolute GänsehautGarantie.

Montag, 01.04. / 03:55 Uhr / Heimatsound Concerts – Kofelgschroa
aus dem Passionstheater Oberammergau
(Erstsendung: 23.11.2018)
ARD/BR

Beim „HeimatsoundFestival“ im Juli 2018 brachten zum 6. Mal einige der bekanntesten Bands der Szene den typischen „Heimatsound“ auf die Bühne des Passionstheaters in Oberammergau.

Von außen betrachtet kann man die Musik von Kofelgschroa am besten so beschreiben: der Dialekt markant, die Instrumente immer noch nah an einer typischen Volksmusikbesetzung. Der ein bis dreistimmige Gesang trifft sich  oder auch nicht.

Die MollAkkorde korrigieren ganz plötzlich das Überschäumende und Ausufernde in ihren langen Stücken, wo die Länge dem Song die Tiefe und die Qualität gibt. Die Texte werden gesprochen, gerufen und gesungen  und sind laut „Tagesspiegel“ gar „valentinesk“. Das Gesamtpaket fesselt den Zuhörer und zaubert Bilder in seinen Kopf, die, gepaart mit wunderschönen Melodien, ihn tagelang begleiten können. Das DadaistischKomische, der Minimalismus und die Einfachheit, das Abgedrehte und Verträumte  das sind Kofelgschroa aus Oberammergau. Seit Kurzem gehört Theresa Loibl an der Tuba zur Band, und Maria Hafner von „Zwirbeldirn“ unterstützt die Musiker als Überraschungsgast mit schönen Tönen.

Beim „HeimatsoundFestival“ genießt Kofelgschroa laut Aussage der Veranstalter einen Sonderstatus: „Sie dürfen immer mit dabei sein, wenn sie es wollen“, denn sie sind hier zu Hause.

Die Reihe „Heimatsound Concerts“ stellt junge bayerische und alpenländische Musiker vor  von Newcomern bis hin zu Legenden.

Montag, 01.04. / 04:50 Uhr / Heimatsound Concerts – Dreiviertelblut
aus dem Passionstheater Oberammergau
(Erstsendung: 02.12.2016)
ARD/BR

Beim „HeimatsoundFestival“ 2016 versetzten die Vollblutmusiker von Dreiviertelblut die Festivalbesucher im berühmten Oberammergauer Passionstheater in eine ganz besondere Stimmung.

Der Name „Dreiviertelblut“ entstand, weil fast alle Lieder im Dreivierteltakt geschrieben sind  und weil Sänger Sebastian Horn zu einem Viertel Österreicher und zu zwei Dritteln Bayer ist. Oder setzt sich der Name aus „Dreivierteltakt“ und „Herzblut“ zusammen?

Beides findet sich jedenfalls reichlich in den Liedern, die sich BananafishboneFrontman Sebastian Horn und Filmmusikkomponist Gerd Baumann gemeinsam ausdenken. Die Zusammenarbeit der beiden begann, als sie ein paar Lieder für den Niederbayerkrimi „Sau Nummer vier“ schrieben. Hinzu kamen weitere befreundete Musiker, die sich mit auf diese eigenwillige musikalische Mischung von bayerischer Heimatsverbundenheit und AmericanaEinflüssen einlassen konnten. 2013 erschien das erste Album „Lieder vom Unterholz“, 2016 folgte das zweite Album „Finsterlieder“.

Beim „HeimatsoundFestival“ waren die Musiker 2016 eine der großen Attraktionen. Das lag zum einen an der charismatischen Bühnenpräsenz von Sebastian Horn, zum anderen auch daran, dass Dreiviertelblut als einzige Band im Sitzen auftrat.

Die Reihe „Heimatsound Concerts“ stellt junge bayerische und alpenländische Musiker vor  von Newcomern bis hin zu Legenden.

Freitag, 05.04. / 22.:25 Uhr / Verleihung des 55. GrimmePreises 2019
aus dem Theater Marl
Moderation: Dunja Hayali
Erstausstrahlung
ZDF/ARD/WDR/3sat

Am Freitag, 5. April 2019, schauen Deutschlands Fernsehmacher wieder gespannt nach Marl. Dort vergibt das GrimmeInstitut zum 55. Mal einen der wichtigsten Fernsehpreise Deutschlands.

Aus mehr als 850 Einreichungen und Vorschlägen haben die vier Kommissionen in den Kategorien Fiktion, Information & Kultur, Unterhaltung und Kinder & Jugend die Nominierten ausgewählt. Der Abend wird moderiert von Dunja Hayali.

Die musikalische Gestaltung der Gala übernimmt in diesem Jahr die Band „Woods of Birnam“ mit Christian Friedel.

Der GrimmePreis gilt als die bedeutendste Auszeichnung für Fernsehproduktionen im deutschsprachigen Raum. Ausgezeichnet werden Sendungen, welche die spezifischen Möglichkeiten des Mediums Fernsehen auf beste Weise nutzen und innovative sowie qualitative Anstöße geben.

Redaktionshinweis: Am Abend der Preisverleihung zeigt eine 100minütige Zusammenfassung der Veranstaltung in Marl. Als Livestream ist die „Verleihung des 55. GrimmePreises 2019“ ab 19.10 Uhr auf www.3sat.de zu sehen.

Freitag, 05.04. / 05:15 Uhr / Vereinsheim Schwabing
Bühnensport mit Constanze Lindner
(Erstsendung: 14.06.2018)
ARD/BR

Gute Laune ist garantiert, wenn Constanze Lindner im Vereinsheim Schwabing in München die besten Newcomer und Etablierten aus den Bereichen StandupComedy, Kabarett und Musik präsentiert.

In typischer WirtshausAtmosphäre lädt Constanze Lindner zum außergewöhnlichen Kleinkunstabend ein. Als Gäste sind mit dabei: Michael Mittermeier, Sarah Hakenberg, Ulan & Bator, Nora Boeckler und CubaBoarisch 2.0.

Michael Mittermeier, dem vielfach mit Preisen ausgezeichneten Comedian, Entertainer, Musiker und Filmemacher, gelingt scheinbar mühelos der Spagat zwischen Comedy und Kabarett: ein Mann, ein Mikro, keine Regeln.

Sarah Hakenberg ist Musikkabarettistin, die neben vielen Auszeichnungen sowohl den Deutschen Kabarettpreis als auch den ErnstHoferichterPreis erhielt. Ihr Damoklesschwert der Boshaftigkeit lauert über den Zuschauern, um bei nächster Gelegenheit ein sprachliches Gemetzel anzurichten. Warte, warte nur ein Weilchen. Selten wird unwiderstehliche Dreistigkeit und Bissigkeit mit einem unschuldigen Augenaufschlag so souverän und lustig serviert.

Ulan & Bator sind zwei Herren, ihres Zeichens Schauspieler, Clowns, Musiker, Tänzer und Regisseure, die all das komprimierten, sich feine Anzüge überzogen, Pudelmützen überstülpten und fortan zu Ulan & Bator wurden. Sie sind in ihrer perfekten „Wirrlichkeit“ einzigartig, überraschend, inspirierend und kurios. Sie moderieren, tanzen, singen, trommeln und sinnieren sich durch alle Genres und Stile.

Nora Boeckler, Schauspielerin und Kabarettistin, besitzt die besten Voraussetzungen für diese beiden Berufsgruppen: nämlich Bühnenpräsenz und intelligenten Humor. Sie ist ein wahres Verwandlungstalent, das nahtlos zur Ausschmückung der Absurditäten des Alltags von einer Person zur nächsten switcht und skurrile Parodien ihrer Zeitgenossen entstehen lässt.

CubaBoarisch 2.0 sind eine Band, die während eines ursprünglich als Kulturreise geplanten Trips nach Kuba und nach einem improvisierten, zufälligen Konzert mit einheimischen Musikern den konkreten Gedanken fasste, kubanische und bayerische Rhythmen miteinander zu verquicken. So entstand ein faszinierender Sound: bayerische Volksmusik, präsentiert in karibischen Rhythmen.

Bürger from the hell – dahinter verbirgt sich der ausgezeichnete Musiker Norbert Bürger  hat seine wahre Berufung, nämlich die kleinste Showband der Welt zu sein, gefunden. Er heizt dem Publikum auf seine Art ordentlich ein.

Abgerundet wird der Abend mit einem Lateinkurs der besonderen Art, wenn sich der VereinsheimSchankkellner Björn Puscha persönlich um das Bildungsniveau des Publikums bemüht.


Diese Übersicht wird stets mehrere Wochen vor den jeweiligen Sendeterminen erstellt. Aktuelle Programmänderungen sind u. U. nicht berücksichtigt. Diese finden sich auf www.3sat.de.