„ttt – titel thesen temperamente“ am Sonntag

ttt - titel thesen temperamente, Sonntag um 23:05 Uhr im Ersten. Max Moor gibt Informationen über aktuelle Ereignisse und wichtige Trends im deutschen und internationalen Kulturleben. ttt stellt Künstler aller Genres in den Mittelpunkt der Betrachtung, macht Kunst optisch erfahrbar, zeigt Zusammenhänge auf und stellt den Wettstreit der Meinungen in der Kulturszene dar. © ARD/Thorsten Eichhorst

„ttt – titel thesen temperamente“ (NDR) kommt am Sonntag, 24. Februar 2019, um 23:05 Uhr im Ersten:

Die geplanten Themen:


„Hi, AI“ – Bewegende Dokumentation über Leben mit humanoiden Robotern
Einer für die Pflege. Eine für den Service. Eine für die Liebe. Wo Menschen fehlen, sind humanoide Roboter unsere neuen Partner. Ein beeindruckender Dokumentarfilm über künstliche Intelligenz zeigt, wie die Roboter unser Leben revolutionieren werden. Chuck hat sich eine neue Roboter-Freundin gekauft, Harmony. Sie ist nicht nur Sexpartnerin, sie ist auch sehr gebildet und kann Literatur zitieren. In Tokio bekommt Oma Sakurai von ihrem Enkel Pepper geschenkt, ein Roboter, damit sie weniger allein ist. Die preisgekrönte Dokumentation von Regisseurin Isa Willinger zeigt, was heute schon möglich ist und fragt, wie wir künftig mit künstlicher Intelligenz leben wollen. „Hi, AI“ kommt am 7. März ins Kino

Überleben mit tiefen Wunden – Wie ein jüdisches Mädchen in Holland gerettet wurde
Lien ist acht, als sie von ihren Eltern zu einer Pflegefamilie geschickt wird, um sie vor den Nationalsozialisten zu verstecken. Und sie ist 54, als ihre Pflege- und Adoptivmutter jeglichen Kontakt mit ihr abbricht. Lien ist holländische Jüdin – eines von 4000 jüdischen Kindern, die nach der deutschen Besatzung von ganz normalen Holländern in ihren Familien aufgenommen wurden und so vor der Deportation gerettet. Es waren mutige Menschen, die ihr eigenes Leben riskierten, um jüdische Kinder vor dem sicheren Tod zu bewahren. Doch das Überleben war nicht immer nur glücklich, in Liens Fall traumatisch. Doch darüber wurde nicht geredet – jahrelang. Tatsächlich wurden Lien und ihre Geschichte aus dem Gedächtnis der Familie, die ihr neues Zuhause wurde, getilgt. Erst eine Generation später macht sich der Enkel von Liens Adoptivmutter auf, das Geheimnis zu lüften. Er sucht den Kontakt zu Lien, lässt sich alles erzählen, weckt Erinnerungen, recherchiert die historischen Zusammenhänge. Herausgekommen ist ein berührendes Buch „Das Mädchen mit dem Poesiealbum“. „ttt“ trifft Lien de Jong und Bart van Es zusammen in Amsterdam – und lässt sich ihre Lebensgeschichte erzählen.

Vorgeburtliche Selektion – Immer weniger Menschen mit Down-Syndrom
Es gibt einen merkwürdigen Widerspruch: Einerseits gibt sich unsere Gesellschaft immer toleranter, andererseits lösen behinderte Menschen nach wie vor so große Ängste aus, dass immer weniger Kinder mit Down-Syndrom geboren werden. Mittlerweile gibt es einen Blut-Schnelltest für werdende Mütter, der anzeigt, ob das Ungeborene eine Trisomie hat. In Dänemark, wo dieser Test Kassenleistung ist, wird kaum noch ein Kind mit Down-Syndrom geboren. Jetzt soll es auch im Bundestag eine Debatte zu diesem vorgeburtlichen Test als Kassenleistung geben. Mediziner vom „Netzwerk gegen Selektion durch Pränataldiagnostik“ und Behindertenverbände schlagen Alarm.

Mit Kultur Europa retten! – Der Philosoph Bernard-Henry Lévy auf Tournee
Europa steht kurz vor einem Brexit – wie auch immer der aussehen wird. Im Mai wird auch noch das Europäische Parlament gewählt – und die Populisten bringen sich in Stellung. Die brüchige Gemeinschaft mit Kultur zu retten, hat sich der französische Philosoph und Schriftsteller Bernard-Henry Lévy vorgenommen: Er geht mit einem eigenen Theaterstück auf internationale Tournee quer durch den Kontinent. „ttt“ zeigt Ausschnitte aus dem Wagnis „Looking for Europe“ und spricht mit dem Philosophen über seine Zukunftsprognose für Europa.

Von Märchen und Alpträumen – Kunstvideos von Djurberg und Berg in der Frankfurter Schirn
Tiere, Monster, Fabelwesen. Sonderbare, manchmal bedrohliche Räume und Phantasiewelten. Die Kunst von Nathalie Djurberg und Hans Berg ist ein ganz eigener Kosmos – aus Plastilin, Ton, Textil und Kunsthaar. Die beiden inszenieren aufwendige Stop-Motion-Videos – Djurberg macht die Figuren, Berg die Musik. Es geht um die großen Themen der Kunst: Gewalt, Liebe, Tod. Dabei erinnern ihre Werke an Märchen, an die Filme von David Lynch und manchmal an abgedrehte, alptraumhafte Kindertrickfilme. Die Frankfurter Schirn widmet dem schwedischen Künstlerpaar jetzt eine umfangreiche Retrospektive: „A journey through mud and confusion with small glimpes of air“ (28. Februar bis 26. Mai)

Moderation: Max Moor
Redaktion: Edith Beßling, Christine Gerberding, Niels Grevsen, Melanie Thun (NDR)

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