„ttt – titel thesen temperamente“ am Sonntag (2. August)

ttt - titel thesen temperamente, am Sonntag im Ersten. Max Moor gibt Informationen über aktuelle Ereignisse und wichtige Trends im deutschen und internationalen Kulturleben. ttt stellt Künstler aller Genres in den Mittelpunkt der Betrachtung, macht Kunst optisch erfahrbar, zeigt Zusammenhänge auf und stellt den Wettstreit der Meinungen in der Kulturszene dar. © ARD/Thorsten Eichhorst

„ttt – titel thesen temperamente“ (MDR) kommt am Sonntag, 2. August 2020, um 23:35 Uhr im Ersten.

Die geplanten Themen:

„Der Raum, in dem alles geschah“ John Bolton exklusiv in „ttt

Ist Finnland eigentlich Teil von Russland? Oder Venezuela nicht doch Teil der USA? Hat Großbritannien Atomwaffen? Fragen, die Donald Trump nicht sicher beantworten konnte, bevor er es, zum Beispiel, mit Corona zu tun bekam. „Der Raum, in dem alles geschah“ – so nennt Donald Trumps früherer Nationaler Sicherheitsberater John Bolton seine Aufzeichnungen aus dem Oval Office. Bevor er im September 2019 zurücktrat, erlebte er 453 Tage lang einen Präsidenten, der nicht um sein Land besorgt war, sondern um sein Ego: Trump, gefangen im Chaos seiner irrlichternden „Politik”, fixiert auf seine Wiederwahl, koste es was es wolle. Bolton erzählt aus den Kulissen der Macht und vom Showdown der Demokratie. Er zeichnet ein düsteres, grimmig-ironisch grundiertes Bild von dem, was Amerika und der Welt noch bevorstehen könnte. „ttt“ traf John Bolton zum Exklusivinterview in Washington D.C.
Autor: Andreas Lueg

Die deutsche Strafverfolgung von Verbrechen in Syrien

Erstmals stehen in Deutschland zwei Mitglieder des syrischen Geheimdienstes unter Anklage, vor dem Oberlandesgericht in Koblenz. Ihnen wird 58-facher Mord und Beihilfe zum Mord vorgeworfen.
Ein historisches Strafverfahren: Zum ersten Mal wird über syrische Staatsverbrechen geurteilt, vor einem nationalen Gericht, nach dem so genannten „Weltrechtsprinzip“.
Diese „universelle Gerichtsbarkeit“ besagt, dass alle Gerichte in Europa Straftäter vor Gericht stellen können, wenn es sich bei den Taten um Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Folter, Kriegsverbrechen oder Genozid handelt – unabhängig davon, wo die Taten begangen wurden.
Dass der Gerichtsort des Syrien-Prozesses in Deutschland liegt, ist kein Zufall: In keinem anderen Land Europas halten sich so viele Geflüchtete aus Syrien auf. Auch die Koblenzer Angeklagten waren als Asylbewerber eingereist.
„ttt“ hat Beteiligte zu der Bedeutung des Strafprozesses befragt: Wolfgang Kaleck, den
Generaldirektor des „European Center for Constitutional and Human Rights”, dessen Organisation Strafverfahren juristisch vorbereitet; den ehemaligen syrischen Menschrechtsanwalt Anwar Al-Bunni, der in Berlin nach Tätern und ihren Opfern sucht und den Strafverteidiger Sebastian Scharmer, der in Koblenz die Rechte derjenigen vertritt, die die Folter in syrischen Gefängnissen überlebt haben.
Autorin: Hilka Sinning

„Nur ein Augenblick” – ein Film über den syrischen Bürgerkrieg

„Nur ein Augenblick“ heißt der jüngste Film der deutschen Regisseurin Randa Chahoud. Ein junger Syrer, der in Deutschland studiert, eine schwangere Freundin hat, erfährt, dass sein Bruder in Syrien in Assads Foltergefängnis geraten ist. Er macht sich auf die Suche nach ihm und später seinen Peinigern. Nur einen Augenblick dauert es, bis sich sein Leben um 180 Grad wendet und er – wider seiner ursprünglichen Überzeugung – zur Waffe greift und schießt.
Randa Chahouds Vater ist ein syrischer Wissenschaftler, der Anfang der 70er nach Europa kam. Der Esstisch der Eltern ist bis heute ein regelmäßiger Treffpunkt für politische Diskussionen, die vor allem nach dem Ausbruch des Bürgerkrieges heftig und kontrovers waren. Einig war man sich jedoch bei einem Thema:
Der Prozess in Koblenz ist ein Hoffnungsschimmer, dass es einen Ort gibt, an dem man ernsthaft versucht, die Wahrheit herauszufinden.
An jenem Esstisch traf Randa Chahoud syrische Oppositionelle, Folteropfer und auch Befürworter von Assad. „Nur ein Augenblick” war ein Film, der hier seinen Anfang nahm und den sie unbedingt machten musste – sagt sie heute. „ttt“ traf die Regisseurin in der Wohnung ihres Vaters und in ihrem Wohnort Halberstadt.
Autor: Dennis Wagner

Guy Bourdin – Wie die Kunst in die Modefotografie kam, Ausstellung in Halle

Die Kunsthalle „Talstrasse“ in Halle hatte pünktlich zur Corona-Schließung eine Ausstellung mit Fotografien von Guy Bourdin eröffnet – dem Fotografen, der mit seinen Aufnahmen für die französische Vogue die Modefotografie grundstürzend verwandelte. Seitdem wird Mode beiläufig inszeniert, geht auf die Straße und macht Quatsch. Guy Bourdin in der Kunsthalle Talstraße, das heißt auch: französische Eleganz und Pariser Esprit. Aber es heißt noch viel mehr: ein Spiel mit Begehren und Eros, Liebe und Tod, und dann noch die gar nicht zufällige Begegnung von Werbung und Kunst in der Modefotografie.
Autor: Meinhard Michael

Moderation: Max Moor
DasErste.de/ttt