„ttt – titel thesen temperamente“ am Sonntag, 1. November

ttt - titel thesen temperamente, am Sonntag im Ersten. Max Moor gibt Informationen über aktuelle Ereignisse und wichtige Trends im deutschen und internationalen Kulturleben. ttt stellt Künstler aller Genres in den Mittelpunkt der Betrachtung, macht Kunst optisch erfahrbar, zeigt Zusammenhänge auf und stellt den Wettstreit der Meinungen in der Kulturszene dar. © ARD/Thorsten Eichhorst

„ttt – titel thesen temperamente“ (rbb) kommt am Sonntag, 1. November 2020, um 23:05 Uhr im Ersten.

Die geplanten Themen:

Demonstrationen gegen Abtreibungsgesetz in Polen

Ein Gespenst geht um in Polen – es ist weiblich, jung und ruft lautstark: „Die Revolution ist eine Frau!“. Damit hatten die erzkonservativen Politiker im Sejm nicht gerechnet, als sie auf dem Höhepunkt der Corona Pandemie das verschärfte Abtreibungsgesetz einfach durchwinken wollten. „Das ist Krieg!“ skandieren Tausende Frauen und Männer seitdem Tag für Tag auf den Straßen Polens. Das Land erlebt einen heißen Herbst mit den größten Demonstrationen seit langem – gegen das Abtreibungsrecht und für eine moderne, offene Gesellschaft. Autorin: Gabriele Denecke

Musik in Corona Zeiten – STING und MELODY GARDOT nehmen ein Album auf

Es ist natürlich vor allem ein Promotion-Event, das da – kurz vor der zweiten Corona-Welle – in einer Villa bei Florenz stattfindet: STING und MELODY GARDOT nehmen zusammen ein Musikvideo auf – der lange schon zum Weltmusiker und Regenwald-Aktivisten avancierte Ex-“Police”-Star und die gefeierte amerikanische Jazz-Chanteuse haben im November neue Alben am Start. Aber „Little Something“, so heißt das in Florenz verfilmte, gemeinsam vorgetragene Lied, ist auch der Versuch, der von COVID 19 gebeutelten Musikbranche ein Hoffnungslichtlein aufzustecken. Denn selbst Superstars, ihrer Auftrittsmöglichkeiten und ihres Live-Publikums beraubt, können einsam sein. Im „ttt“-Interview, am Ende eines langen Tages sprechen STING und MELODY GARDOT über das was sie groß gemacht hat. Autor: Andreas Lueg

Gütliche Einigung mit dem Prinz von Preußen?

Bund, Berlin und Brandenburg verhandeln noch ein Jahr mit den Hohenzollern
Seit 6 Jahren nun schon streiten die Bundesregierung und Berlin und Brandenburg mit der Familie der Hohenzollern um Entschädigung für Immobilien und Kunstgegenstände. Die sowjetischen Besatzer hatten sie zwischen 1945 und 1949 enteignet. Es geht – so wird geschätzt – um einen bis zu 3stelligen Millionenbetrag. Und es geht um die entscheidende Frage, ob die Nachfahren des einstigen Kaisers überhaupt anspruchsberechtigt sind: Denn sollte der Streit vor Gericht landen, dann müsste dort entschieden werden, ob der abgedankte Kaiser und sein Sohn Kronprinz Wilhelm den Nazis „erheblichen Vorschub“ geleistet haben oder nicht. Wenn ja – dann wären die Hohenzollern „unwürdig“ entschädigt zu werden. So steht’s im Gesetz von 1994. Aber kann es eine gütliche Einigung geben in einem Streit, der in der Öffentlichkeit seit einem Jahr erbittert geführt wird? Autor: Ulf Kalkreuth

Lebensmelodien – Ben Nur Shalom und das Nimrod Ensemble

In dem Projekt „Lebensmelodien“ geht es um Werke, die in der Zeit des Holocausts, zwischen 1933 und 1945 komponiert oder gesungen worden sind. Mehr als 300 Werke aus dieser Zeit will Nur Ben Shalom mit seinem Nimrod Ensemble in den kommenden Jahren aufführen und die Geschichten von den Menschen, die diese Melodien in den Ghettos oder Lagern gesungen haben, erzählen. Ben Nur Shalom kommt aus Israel und lebt in Berlin. Seine Lebensmelodien sind ein außergewöhnliches Projekt, unterstützt vom Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung. „ttt“ stellt einige dieser Lebensmelodien vor und spricht mit Nur Ben Shalom über Hoffnung, die Musik einem für einen kurzen Augenblick geben kann. Autorin: Christine Thalmann

Woman – Ein außergewöhnlicher Dokumentarfilm

In dem Dokumentarfilm „Woman“ kommen Frauen aus der ganzen Welt zu Wort. Sie erzählen davon, wie sie mit ihrer Sexualität umgehen, was es heißt Mutter zu sein. Aber auch tabuisierte Themen wie häusliche Gewalt kommen zu Wort. „ttt“ hat die Filmemacher Yann Arthus-Bertrand und Anastasia Mikova getroffen. Wegen der Corona-Krise wird der Starttermin kurzfristig in den Dezember verschoben, wir durften den beeindruckenden Film dennoch vorher sehen. Autor Lutz Pehnert

Moderation: Max Moor
DasErste.de/ttt