Themenwoche gegen das Vergessen. Die Frankfurter Naxoshalle im Nationalsozialismus

studioNAXOS und Theater Willy Praml veranstalten vom 25. September bis 1. Oktober eine Themenwoche zur NS-Geschichte der Frankfurter Naxoshalle
– anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft zwischen Frankfurt und Tel Aviv und 75 Jahre nach der Auschwitz-Befreiung
– Schirmherr ist Oberbürgermeister Peter Feldmann

Seit 20 Jahren bietet die Frankfurter Naxoshalle eine außergewöhnliche, geradezu spektakuläre Kulisse für Kunstschaffende. Doch was spielte sich im Nationalsozialismus unter den Stahlträgern ab? Mit einer Themenwoche vom 25. September bis 1. Oktober 2020 öffnen die Theater in der Naxoshalle die Hallentüren für einen Erinnerungsraum mit Blick auf Arisierung, Enteignung, Zwangsarbeit und weitere strukturelle Verbrechen im Nationalsozialismus, zwischen Gegenwartsverantwortung und einer zukünftigen Erinnerungskultur. Theaterstücke, ein Symposium, eine Ausstellung, ein Film, Stadtspaziergänge, Konzerte und weitere künstlerische und informative Angebote setzen sich, unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Peter Feldmann, mit der NS-Geschichte Frankfurts am Beispiel des Industriedenkmals und heutigen Theaters auseinander.

Sich immer wieder neu zu erinnern und sich immer wieder der Versuchung der Normalisierung zu widersetzen, ist die Aufgabe, die sich jeder Generation stellt. An der Geschichte der Naxoshalle lässt sich exemplarisch zeigen, wie Arisierung, Verschleppung, Zwangsarbeit und Mord während des Nationalsozialismus in der Mitte der Gesellschaft stattgefunden haben. Gerade in Hessen dürfen wir deswegen nicht wegschauen, unweit des rassistischen Anschlags in Hanau und des Mordes an Walter Lübcke in Kassel. Es ist dringend erforderlich, verstärkt die Perspektiven zu unterstützen, die eine kritische und auch selbstkritische Perspektive auf die deutsche Geschichte und deren Kontinuität werfen.“ (Jan Philipp Stange)

Das Denken, die Haltung zur Welt, die Zwangsarbeit zulässt, hat nichts mit vergangenen Zeiten zu tun, es ist aktuell. Und dass die Minderbehandlung anderer immer Rache hervorbringt. Ausbaden müssen das dann die später Geborenen. Darum ist es unerlässlich, Geschichte zu kennen. Anfangen danach zu graben, kann man am besten da, wo man gerade steht – z.B. hier auf NAXOS.“ (Willy Praml)

Hintergrund: Die heutige Theaterspielstätte Naxoshalle ist die große Maschinenhalle der ehem. Firma Naxos-Union, in der Schleifmaschinen hergestellt wurden, die mit aus dem von der Ägäisinsel Naxos abgebauten „ächten Naxosschmirgel“ gepressten Schleifscheiben ausgestattet waren. Sie wurde in den Jahren 1906/07 erbaut. Die Naxos-Union war 1871 von der jüdischen Familie Pfungst gegründet worden und wurde zu Beginn der 1940er Jahre von den Nazis enteignet. Die Produktion war ab diesem Zeitpunkt durch die Beschäftigung von Zwangsarbeitern als „kriegswichtiger Betrieb“ sichergestellt. Zwischen 1942 und 1945 arbeiteten über 700 Gefangene, besonders Frauen aus den Sowjet-Gebieten, in den Hallen und waren an unterschiedlichen Orten im Stadtteil untergebracht. Ihr Schicksal ist bis dato weitestgehend unbekannt. Neue Recherchen in Zusammenarbeit mit vielen städtischen Institutionen und Initiativen zeigen die strukturelle Brutalität der damaligen Arbeitsbedingungen.

Die Theaterproduktionen der Themenwoche:

P“ (Neuproduktion) vom Theater Willy Praml

Ein „P“ auf der Kleidung kennzeichnete die polnischen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter im Dritten Reich. Damit sie sichtbar waren für alle. Damit sie die schlechtere Suppe bekamen. Damit sie nicht geimpft wurden. Damit sie nicht mit der Bahn fahren konnten. Damit sie nicht mit den Deutschen anbandeln sollten. Damit sie mal lernen sollten, was arbeiten heißt. Viele, die in der NAXOS-Union Zwangsarbeit leisten mussten, waren polnische Frauen. Das szenische Denkmal „P“ in und mit der Maschinenhalle auf NAXOS ist den Namenlosen gewidmet, die an diesem Ort gelitten haben, an dem wir heute Theater machen.

„Wir machen seit 20 Jahren Theater auf NAXOS. Oft ist vom beißenden Geruch und vom konterminierten Boden die Rede. Viel beißender und kontaminierter ist die Geschichte vor Ort. Es ist gut, um die Geister zu wissen, die hier vor Ort sind und ihnen ab und zu das Feld zu überlassen. Das reinigt.“ (Michael Weber)

Mit: Hannah Bröder, Birgit Heuser, Anna Staab
Konzept und Regie: Michael Weber
Premiere 26. September, weitere Termine; 27. 9. bis 1.10., jeweils 18 Uhr

Widerhall“ (Neuproduktion) von Bornstein / Casagrande / Haagen / Schwesinger

Die Welt würde aufatmen, wenn endlich einmal ein menschliches Wort fiele.“ (Fritz Bauer)

Im Dezember 1963 beginnt in Frankfurt der größte innerdeutsche Strafprozess zu den Verbrechen in Auschwitz. Staatsanwälte, Richter, Verteidiger, Dolmetscher*innen, Pressevertreter*innen und Frankfurter Bürger*innen begleiten die Konfrontation zwischen Angeklagten und Zeug*innen. In der Theaterperformance WIDERHALL lässt das Kollektiv Bornstein / Casagrande / Haagen / Schwesinger die originalen Tonbandmitschnitte der Prozesse auf heutige Fragen, Sichtweisen und Stimmen ehemaliger Prozessbeteiligter und deren Nachkommen treffen.

„Wir leben in einer Zeit, in der rechte Ressentiments in der Gesellschaft wachsen und gleichzeitig die letzten Überlebenden der Konzentrationslager sterben, die mit ihren Worten von der Realität der Lager zeugen können.
Diese Tonbandaufnahmen transportieren nicht nur die Inhalte der Zeugen*innenaussagen, sondern auch die Reaktionen auf der Zuschauertribüne, die Streitgespräche zwischen Anklage und Verteidigung, das Zögern vor einer besonders schmerzhaften Erinnerung. Wir werfen einen heutigen Blick auf die Prozesse, untersuchen, was der damalige prozessuale Versuch einer Aufarbeitung des schlimmsten Teils der deutschen Geschichte uns für die Zukunft mitgeben kann. Wir haben uns auf die Suche nach noch lebenden Prozessangehörigen, deren Kindern und Enkeln gemacht und lassen das Heute auf die 60er Jahre treffen.“ (Marie Schwesinger)

Regie: Marie Schwesinger
Bühnen- und Kostümbild: Loriana Casagrande
Komposition und Soundcollagen: Camilo Bornstein
Performance: Marlene-Sophie Haagen

Gefördert vom Fonds Darstellende Künste, dem Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, der Holger Koppe-Stiftung, dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und dem Fritz Bauer Institut, mit freundlicher Unterstützung der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main K.d.ö.R.

Premiere 26. September, weitere Termine; 27., 28. und 30. 9., jeweils 19 Uhr

Gespenster der Arbeit“ (Neuproduktion) von profikollektion

In der Gewaltwelle der Arisierung des Nationalsozialismus wurde die jüdische Gründerfamilie der Naxos-Union aus der Firma gedrängt. Nachdem daraufhin Rudolf Herbst den Vorsitz der Firmenstiftung übernommen hatte, wurden während des zweiten Weltkrieges Zwangsarbeiter*innen für die Produktion eingesetzt. Die performative Installation von profikollektion führt mit Klang und Licht durch bekannte und unbekannte Orte der Zeitzeugin Naxoshalle. Zuschauer*innen treffen Performer*innen auf der Suche nach dem Anwesend-Abwesenden.

„profikollektion beschäftigt sich schon seit einigen Jahren künstlerisch mit historischen Räumen in Frankfurt, um mit neuen Formen ästhetischer Erinnerungsarbeit zu experimentieren. Die Orte begreifen wir als Zeitzeugen. In der Naxoshalle haben wir nach den Spuren von Zwangsarbeit gesucht und setzen sie in den Kontext von Industiearbeit und Kulturproduktion. Dabei geht es uns nicht darum, etwas nachzuspielen, sondern performativ danach zu suchen, was erzählt, vergessen, verdrängt wird.“ (Jan Deck)

Von und mit: Ana Clara Montenegro, Julia Mihály, René Alejandro Huari Mateus, Verena Kutschera, Maria Kobzeva, Katja Kämmerer, Sharon Jamila Hutchinson, Maria Huber, Tom Diener, Jan Deck.

Gefördert vom Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, dem Musikfonds e.V. und dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

Premiere 26. September, weitere Termine: 27., 28., 30.9., 1. + 3.10., jeweils ab 21 Uhr

Combina“ von Nir Shauloff und Jan Philipp Stange

Entfällt wegen Corona.

Das Symposium

Im Rahmen des Symposiums am 26. und 27. September, beide Tage 14 Uhr bis 17 Uhr, zeigen wir aktuelle Forschungsergebnisse zur NS-Historie in Frankfurt im Allgemeinen und am Beispiel der Naxoshalle im Besonderen. Expert*innen referieren u.a. über die lokalen Strukturen der Zwangsarbeit in der Naxoshalle, die Veränderungen des Begriffs der „deutschen“ Arbeit in Bezug auf die NS-Zeit, die Frankfurter Auschwitzprozesse und die Möglichkeiten einer solidarischen Erinnerungsform. An den jeweiligen Vortrag schließt sich eine Frage- und Diskussionsrunde an.

Am zweiten Tag wollen wir in einem offenen Gesprächsformat historische Vermittlung mit den Mitteln der Fiktion diskutieren. Die Performance- und Theaterkünstler*innen, welche ihre Arbeiten innerhalb der Themenwoche zeigen, und die wissenschaftlichen Expert*innen werden gemeinsam mit dem Publikum die Vor- und Nachteile einer künstlerischen Recherche-/Arbeit als Zugangsmöglichkeit zu den Themen der Zwangsarbeit und der Shoa diskutieren.

Programm

Samstag, den 26. September
14.00 – 14:45 Uhr Eröffnung des Symposiums
Vortrag: „Schmirgelpapier, Erinnern und Solidarität – Gedanken zur kritischen Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte der Naxoshalle“, Susanne Thimm, Historisches Museum Frankfurt
14:45 – 15:30h: Die Naxoshalle im Nationalsozialismus, Präsentation der Forschungsergebnisse mit Freya Kurek, Björn Fischer und Luise Besier, Moderation: Philipp Scholtysik
16.00 – 17.00 Uhr Vortrag: „Umstrittene Zeugenschaft: Die Auschwitz-Überlebenden vor Gericht in NS-Prozessen“, Katharina Stengel, Fritz Bauer Institut

Sonntag, den 27. September
14.00 – 15.00 Uhr Vortrag: „Vernichtung, Zwang, Erziehung. Zur entgrenzten Destruktivität ‚deutscher Arbeit‘ im Nationalsozialismus“, Nikolas Lelle, Humboldt Universität zu Berlin
15.00 -17.00 Uhr Gespräch mit Künstler*innen der Theaterproduktionen „P”, „Gespenster der Arbeit“ und „Widerhall“, Moderation: Philipp Scholtysik

Ausstellung

Zwischen 1940 und 1945 mussten mehr als 700 Menschen bei der Firma Naxos-Union Zwangsarbeit leisten, die meisten von ihnen kamen aus der Sowjetunion. Es gibt kaum Selbstzeugnisse der Zwangsarbeiter*innen, die meisten Informationen stammen aus Dokumenten der Nationalsozialisten, die die bürokratische Verwaltung der Zwangsarbeit dokumentierten. In einer neuen Dauerausstellung in einem stillgelegten Aufzug treffen rekonstruierte Einzelschicksale auf die strukturelle Brutalität der Arbeitsbedingungen. Darüber hinaus wird die Arisierung der ursprünglich jüdischen Firma aufgearbeitet, am Beispiel von Marie Pfungst: die Firmenchefin und engagierte Frauenrechtlerin wurde nach Theresienstadt deportiert, wo sie 1943 starb.

“Bei der Recherche zur nationalsozialistischen Geschichte der Naxos-Halle sind wir auf viele spannende Dokumente und Quellen gestoßen – aber auch auf unzählige Lücken und Fragen. In unserer Ausstellung wollen wir beides sichtbar machen. Die Erinnerungen des ehemaligen Zwangsarbeiters Vaclav Dánihel an die unwürdigen Arbeits- und Lebensbedingungen bei der Firma Naxos-Union nehmen dabei eine besondere Stellung ein. In einem temporären Teil der Ausstellung wollen wir außerdem an die jüdische Firmenchefin und Frankfurter Feministin Marie Eleonore Pfungst erinnern, die im NS entrechtet wurde und 1943 im Konzentrationslager Theresienstadt starb.” (Luise Besier)
Von: Luise Besier, Jakob Engel, Björn Fischer, Freya Kurek und Susanne Thimm
Geöffnet während der anderen Veranstaltungen.

Stadtrundgänge

Die Naxoshalle und der Frankfurter Osten: Verfolgung und Widerstand im Nationalsozialismus und postnazistische Kontinuitäten
Ein Blick auf NS-Geschichte – aber nicht historisierend. Zu Fuß erkunden wir Geschichte(n) der Verfolgung und des Widerstands während des Nationalsozialismus, lernen Orte und Biografien kennen. Im Fokus steht die Naxoshalle und ihre Nachbarschaft im weiteren Kontext Frankfurter Stadtgeschichte.
Von der AG Antifaschistischer Stadtrundgang des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) Frankfurt am Main. Dauer ca. 2 bis 2,5 Std., Start und Abschluss: Naxoshalle
Samstag (26.9.) und Sonntag (27.9.), jeweils 11 Uhr.

Film

Von Malte Rauch, D 2003, 90 Min, Filmbeginn 19:30 Uhr
Der Kino-Dokumentarfilm „Die Rollbahn“ erzählt die Geschichte der 1700 jüdischen Mädchen und Frauen, die 1944 die erste betonierte Rollbahn des Frankfurter Flughafens bauen mussten.

Frankfurt Rhein-Main, der größte Flughafen des europäischen Kontinents, hat drei Rollbahnen. Über den Bau der ersten Rollbahn von 1944 gab es gleich nach dem Zweiten Weltkrieg Gerüchte: Ungarische Frauen hätten die Rollbahn für Hitlers „Wunderwaffe“, das Düsenflugzeug Me 262, bauen müssen. In den 70er Jahren fanden drei junge Arbeiter am Flugplatz erste Beweise, dass jüdische Mädchen und Frauen aus Auschwitz in die Flughafen-Gemeinde Mörfelden-Walldorf gebracht worden waren. Lange wurde das als kommunistische Propaganda abgetan.

Erst in den 90er Jahren versucht eine neue Generation, die Vergangenheit ihrer Region zu erforschen. Eine Stadthistorikerin und eine Schulklasse machen sich auf den Weg, um Überlebende zu suchen, ihre Geschichte zu hören und sich mit ihnen zu versöhnen.

Anschließendes Filmgespräch mit dem Filmemacher Malte Rauch sowie Claudia Battistella, die neue Leiterin der Walldorf-Mörfeldener Heimatmuseen. Die Moderation hat Andrej Bockelmann, naxos.Kino

Dienstag, den 29. September um 19.30 Uhr.

Konzert

Der Amsterdamer Gitarrist Raphael Vanoli spielt erstmals in Frankfurt am Main. Seine unkonventionellen Kompositionen und Improvisationen entstehen durch leichtes Berühren und Anhauchen der Saiten. Vanoli spielt Stücke aus seinem Soloalbum “Bibrax” und neue Werke. Licht: Simon Möllendorf
Freitag, den 25. September, 21 Uhr

Komponist Richard Millig präsentiert zwei Stücke von Luigi Nono (1924-1990): “La Fabbrica Illuminata” für Sopran und Vierspur-Zuspielung (1964) und “Ricorda cosa ti hanno fatto in Auschwitz. Cori dall’Ermittlung di P. Weiss, per nastro magnetico” (1966). Klangregie: Richard Millig, Gesang: Carola Schlüter
Donnerstag, den 1. Oktober, 19 Uhr

Die Themenwoche findet statt vom
25. September bis 1. Oktober 2020 in der
Naxoshalle // Waldschmidtstr. 19, 60316 Frankfurt am Main
Reservierungen unter: www.studionaxos.de
Eintritt: Solidarisches Preissystem
Leitung: Jan Philipp Stange

Eine Veranstaltung von studioNAXOS und dem Theater Willy Praml, gefördert vom Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, dem Kulturfonds Frankfurt RheinMain, der Bundeszentrale für politische Bildung, der Landeszentrale für politische Bildung Hessen, der Willy Robert Pitzer Stiftung, dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, der Holger Koppe-Stiftung, der Dr. Arthur Pfungst-Stiftung, der Stiftung Polytechnische Gesellschaft und der Naspa Stiftung, mit freundlicher Unterstützung vom Jungen Museum Frankfurt, dem Fritz-Bauer-Institut, dem DGB Frankfurt, dem Studienkreis Deutscher Widerstand 1933-1945, dem Institut für Stadtgeschichte und dem naxos.Kino.

„Die Frankfurter Naxoshalle ist ein überregional bekanntes Symbol der Hochindustrialisierung und der deutschen Geschichte. Sie steht heute exemplarisch für die künstlerische Umdeutung eines industriellen Ortes, der durch thematische Schärfung, herausragende künstlerische Arbeiten, wissenschaftlicher Expertise und überregionaler Strahlkraft besticht. Mit der ‚Themenwoche zur NS-Geschichte der Naxoshalle‘ setzen studioNAXOS und das Theater Willy Praml mit ihrer Erinnerungsarbeit ein starkes Zeichen gegen die aktuellen Tendenzen des Geschichtsrevisionismus.“ (Karin Wolff, Geschäftsführerin Kulturfonds Frankfurt RheinMain)

Zur Themenwoche wird ein Begleitheft erscheinen, Inhalt:
Editorial von Björn Fischer & Jan Philipp Stange
Die Firma Naxos-Union und das System der Zwangsarbeit von Freya Kurek
„Alle Arbeit für Deutschland“. Vernichtung, Zwang und Mitarbeit von Nikolas Lelle
Die Geschichte der Naxos-Union und der Arthur Pfungst-Stiftung während der NS-Zeit von Björn Fischer
„Leben Sie wohl und denken Sie an mich“. Die Firmenerbin und Frauenrechtlerin Marie Eleonore Pfungst von Luise Besier
Schmirgelpapier, Erinnern und Solidarität. Gedanken zur kritischen Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte der Naxos-Halle von Susanne Thimm

WORKSHOPS MIT SCHULKLASSEN

Im Rahmen der Themenwoche werden kostenfreie Workshops für Schulklassen und Kleingruppen ab der 9. Klasse angeboten. Vorkenntnisse im Themenfeld Nationalsozialismus sollten bereits bei den Schüler*innen vorhanden sein.

Auf Basis der Geschichte der Naxos Union und Marie Pfungst können Schüler*innen mit historischen Quellen und pädagogisch angeleitet, den Nationalsozialismus und seine Auswirkungen in Frankfurt erarbeiten. Im Fokus stehen dabei die Themen Zwangsarbeit, Arisierung und Erinnerungskultur.

Es werden Workshops zu zwei Themen angeboten:
Workshop 1: Marie Pfungst – Firmenchefin, Frauenrechtlerin, Jüdin – Dauer ca. 3,5 Stunden
Workshop 2: Die Naxos-Union und Zwangsarbeit – Dauer ca. 4 Stunden
Information und Anmeldung: info@studionaxos.de

studionaxos.de / theater-willypraml.de