Theaterpreis NESTROY 2021 ~ Preis für das Lebenswerk an Elfriede Jelinek

NESTROY ~ Der Wiener Theaterpreis (© Wiener Bühnenverein)

Die diesjährige NESTROY-Gala, veranstaltet vom Wiener Bühnenverein, findet am Sonntag, 21. November 2021, ab 19:30 Uhr im Theater an der Wien statt. 41 Nominierte und zwei Preisträgerinnen in 13 Kategorien stehen im Mittelpunkt der Verleihung, der Preis für das Lebenswerk geht an Elfriede Jelinek und den Autor*innenpreis erhält Miroslava Svolikova. Durch den Abend führen Nadja Bernhard und Peter Fässlacher. ORF III überträgt den Red Carpet und die Preisverleihung live-zeitversetzt ab 19:40 Uhr.

41 Nominierte und zwei bereits fixierte Preisträgerinnen in 13 Kategorien stehen am 21. November 2021, ab 19:30 Uhr im Mittelpunkt der glanzvollen NESTROY-Gala – dieses Jahr wieder live im Opernhaus der Vereinigten Bühnen Wien, dem Theater an der Wien.

Theater sind Orte voller Magie, Leidenschaft und Leben. Gestaltet von Menschen – auf, vor und hinter der Bühne – die Großartiges vollbringen. Sie entführen uns aus dem Alltag, konfrontieren uns aber auch mit den wesentlichen Fragestellungen unserer Zeit. Daher muss Theater im Gespräch sein und bleiben. Dafür sorgt auch der jährlich zu vergebene NESTROY-Preis. Er holt die Theater vor den Vorhang – und in dieser Sichtbarmachung der vielfältigen Leistungen liegt die Bedeutung des NESTROY-Preises. Ich gratuliere dem Schauspielhaus Graz, dem Salzburger Landestheater und dem Landestheater Linz sehr herzlich zur Nominierung für den Preis der besten Bundesländeraufführung.“

Österreichische Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer

Corona-Spezialpreis NESTROY 2021

Aufgrund der schwierigen Situation und den besonderen Herausforderungen für die Kulturbranche wird diesmal der Corona-Spezialpreis für herausragende Produktionen, die während der Lockdowns entstanden sind, vergeben.

Die Spielzeit 2020/21 war eine ganz spezielle, geprägt durch die weltweite Coronapandemie. Meine Hochachtung gilt den Kulturermöglicher*innen, die mit intelligenten, flexiblen Lösungen auf die immer wieder neu sich darstellenden Herausforderungen reagiert haben. Mit dem Corona-Spezialpreis werden diese innovativen künstlerischen Leistungen gewürdigt,“ meint Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler über die Leistung der Kulturbranche während der Pandemie. „Wir alle haben den physischen Theaterbesuch schmerzlich vermisst. Umso wichtiger war es, dass die Künstlerinnen und Künstler mit virtuellen Vorstellungen und digitalem Theater mit großem Erfindungsreichtum ihre Wege zu uns gefunden haben. Dennoch werden wir permanent auf das Wesen von Theater gestoßen, das sich im physischen, geteilten Ereignisraum von Akteur*innen und Publikum ereignet.“


Nestroy 2021
Peter Fässlacher, Nadja Bernhard
Foto: ORF/Thomas Ramstorfer

ORF-Moderatorin Nadja Bernhard und ORF-III-Moderator Peter Fässlacher präsentieren die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger. Für das Buch konnte Kabarettist, Autor und Moderator Gerald Fleischhacker gewonnen werden, Regie führt André Turnheim. Musikalisch wird der Abend von Musikerinnen und Musikern des Orchesters der Vereinigten Bühnen Wien unter der Leitung von Carsten Paap begleitet.

Der diesjährige NESTROY-Preis zeichnet eine sehr spezielle Saison aus. Eine Saison, die von Unsicherheit, geschlossenen Häusern, wenigen Spieltagen, prekären Situationen und Ungewissheit geprägt war. Aber auch von kreativen Ideen, neuen Kulturformaten und der unbezwingbaren Leidenschaft Theater für das Publikum auf die Bühne zu bringen. Aus diesem Grund ist es der Jury wieder gelungen, Nominierungen in 13 Kategorien, darunter der Corona-Spezialpreis, auszusprechen. Ich gratuliere allen Nominierten und freue mich, sie und alle Gäste am 21. November im Theater an der Wien begrüßen zu dürfen.“

Franz Patay, Präsident des Wiener Bühnenvereins

Zwei NESTROY-Preisträgerinnen stehen bereits fest

Der Preis für das Lebenswerk geht in diesem Jahr an Elfriede Jelinek, den NESTROY-Autor*innenpreis für das „Beste Stück“ erhält Miroslava Svolikova für die Uraufführung von „Rand“ am Schauspielhaus Wien.

Auf der Suche nach den Besten

Über die Preisträgerinnen und Preisträger entscheidet die Jury bestehend aus sieben Kritikerinnen und Kritikern: Margarete Affenzeller, Karin Cerny, Wolfgang Huber-Lang, Peter Jarolin, Wolfgang Kralicek, Petra Paterno und Susanna Schwarzer unter dem Vorsitz von Ulli Stepan.

Nominiert kann nur werden, was gesehen wurde, was stattgefunden hat. Allen Befürchtungen zum Trotz, wurde in dieser außergewöhnlichen Spielzeit 2020/21 sehr viel gesehen. Nicht weniger als 619 Aufführungen wurden in Summe von den Juror*innen besucht, sei es in analoger Form, vor dem Laptop oder auch auf Spaziergängen mit Kopfhörern. Dabei wurden ganz wunderbare Aufführungen und theatrale Leistungen gesichtet. Wir können und müssen stolz sein auf all das, was unter widrigsten Umständen in der letzten Spielzeit geleistet wurde. Das Coronajahr hat einerseits eine Verlangsamung herbeigeführt, aber andererseits die Vielfalt der medialen Ausdrucksformen beschleunigt. Das wird auch in den nächsten Jahren sichtbar bleiben. 41 Nominierte der Superlative wurden in 13 Kategorien (darunter der Corona-Spezialpreis) auserkoren. Wir freuen uns, dass wir bereits heute die Königsdisziplin des NESTROY-Theaterpreises, nämlich das LEBENSWERK an Elfriede Jelinek und das BESTE STÜCK-AUTOR*INNENPREIS an Miroslava Svolikova bekannt geben dürfen.“

Ulli Stepan, Juryvorsitzende 2020/21

Die Ausrichtung der Gala erfolgt durch den Wiener Bühnenverein in Zusammenarbeit mit dem Kultur- und Informationssender ORF III, der die Verleihung, wie auch in den Vorjahren, live-zeitversetzt ab 20:15 Uhr übertragen wird. Außerdem bittet ORF III um 19:40 Uhr die Nominierten des Abends und weitere Stargäste zum Interview auf dem „Red Carpet“. ORF 2 berichtet im „kulturMontag“ am 22. November ab 22:30 Uhr über die Gala.

NESTROY-ORF-III-Publikumspreis

Für den NESTROY-ORF-III-Publikumspreis stehen heuer fünf Schauspielerinnen und fünf Schauspieler zur Wahl: Verena Altenberger, Maria Bill, Chris Lohner, Ulli Maier, Sophie von Kessel, Jan Bülow, Lars Eidinger, Johannes Krisch, Franz Pätzold und Andreas Vitásek.

Die Abstimmung startet am Montag, dem 8. November, unter http://tv.orf.at/orfdrei und endet am Samstag, dem 20. November, um 23:59 Uhr. „Kultur Heute“ stellt täglich ab Montag, dem 8. November, um 19:45 Uhr die Nominierten mit Kurzporträts vor.

Die Corona-Krise hat die Kulturbranche und ORF III als Kultursender stark gefordert. Obwohl die Österreicherinnen und Österreicher ihre geschätzten Theaterhäuser lange Zeit nicht aufsuchen konnten, stand für uns außer Frage, für das Publikum weiter zu spielen. So wurde die ORF-III-Reihe ‚Wir spielen für Österreich‘ ins Leben gerufen, die u. a. zwölf Sprechtheater-Produktionen, darunter auch Premieren, erste Reihe fußfrei in die Wohnzimmer des Landes brachte“, sagt ORF-III-Programmgeschäftsführer Peter Schöber. „Möglich war das nur durch das herausragende Engagement unserer Partnerinnen und Partner von den heimischen Bühnen – umso wichtiger ist es, nun die Branche im Rahmen der diesjährigen NESTROY-Gala hochleben zu lassen und bemerkenswerte Leistungen zu würdigen. In diesem Sinne möchte ich allen Nominierten herzlich gratulieren und wünsche toi, toi, toi.“


NESTROY Preis 2021: Die Nominierungen

LEBENSWERK: Elfriede Jelinek

BESTES STÜCK – AUTOR*INNENPREIS: Miroslava Svolikova für „Rand“, Uraufführung, Schauspielhaus Wien

BESTE SCHAUSPIELERIN

  • Lina Beckmann als Richard in „Richard the Kid & the King” nach William Shakespeare, mit Texten von Tom Lanoye und Luk Perceval, Koproduktion Salzburger Festspiele und Deutsches Schauspielhaus Hamburg
  • Bibiana Beglau als Elisabeth in „Maria Stuart“ von Friedrich Schiller, Koproduktion Burgtheater und Salzburger Festspiele
  • Katharina Lorenz als Eva in „Automatenbüfett“ von Anna Gmeyner, Akademietheater
  • Birgit Minichmayr als Maria Stuart in „Maria Stuart“ von Friedrich Schiller, Koproduktion Burgtheater und Salzburger Festspiele
  • Marie-Luise Stockinger als Sally Poppy in „Das Himmelszelt“ von Lucy Kirkwood, Burgtheater

BESTER SCHAUSPIELER

  • Philipp Hauß in „Alles, was der Fall ist“ von Dead Centre nach Ludwig Wittgenstein, Uraufführung, Akademietheater
  • Markus Hering als Schlomo Herzl in „Mein Kampf“ von George Tabori, Burgtheater
  • Michael Maertens als Karel Kopfrkingl in „Der Leichenverbrenner“ von Franzobel nach Ladislav Fuks und als Adam in „Automatenbüfett“ von Anna Gmeyner, Akademietheater
  • Claudius von Stolzmann als Macheath in „Die Dreigroschenoper“ von Bertolt Brecht / Kurt Weill, Kammerspiele der Josefstadt
  • August Zirner als Robert Schuster in „Heldenplatz“ von Thomas Bernhard, Salzburger Landestheater

BESTE DARSTELLUNG EINER NEBENROLLE

  • Mehmet Ateşçi als Miss Prism in „Bunbury“ von Oscar Wilde, Akademietheater
  • Edith Clever als Tod in „Jedermann“ von Hugo von Hofmannsthal, Salzburger Festspiele
  • Sarah Viktoria Frick als Kristin in „Fräulein Julie“ von August Strindberg, Akademietheater
  • Julia Riedler als Rosaura in „Das Leben ein Traum“ von Pedro Calderón de la Barca, Burgtheater
  • Martin Vischer als Dr. Franz Jura in „Das Konzert“ von Hermann Bahr, Theater in der Josefstadt

BESTE REGIE

  • Barbara Frey für „Automatenbüfett“ von Anna Gmeyner, Akademietheater
  • Ben Kidd & Bush Moukarzel für „Alles, was der Fall ist“ von Dead Centre nach Ludwig Wittgenstein, Uraufführung, Akademietheater
  • Anita Vulesica für „dritte republik (eine vermessung)“ von Thomas Köck, Österreichische Erstaufführung, Schauspielhaus Graz

BESTER NACHWUCHS WEIBLICH

  • Teresa Dopler für das Stück „Das weiße Dorf“, Uraufführung, Theater Drachengasse
  • Johanna Mahaffy in verschiedenen Rollen in „Stolz und Vorurteil* (*oder so)“ von Isobel McArthur nach Jane Austen, Koproduktion Burgtheater im Kasino und Max Reinhardt Seminar
  • Paula Nocker als Lucy in „Die Dreigroschenoper“ von Bertolt Brecht / Kurt Weill, Kammerspiele der Josefstadt

BESTER NACHWUCHS MÄNNLICH

  • Florian Fischer für die Inszenierung „Tragödienbastard” von Ewe Benbenek, Uraufführung, Schauspielhaus Wien
  • Gregor Schulz als Franz von Moor in „Die Räuber“ von Friedrich Schiller, Salzburger Landestheater
  • Marius Zernatto als William Shakespeare in „Das große Shakespeare-Abenteuer“ von Thomas Birkmeir, Theater der Jugend, Renaissancetheater

BESTE AUSSTATTUNG (Bühne, Kostüm, Licht)

  • Pia Maria Mackert für Bühne „Die Jagdgesellschaft“ von Thomas Bernhard, Akademietheater
  • Nina von Mechow für Bühne „Die Gewehre der Frau Kathrin Angerer“ von René Pollesch, Uraufführung, Koproduktion Wiener Festwochen und Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin
  • Martin Zehetgruber für Bühne „Automatenbüfett“ von Anna Gmeyner, Akademietheater

CORONA-SPEZIALPREIS

  • After the End and Before the Beginning“, Videoinstallation von toxic dreams, in Zusammenarbeit mit Theatermuseum und Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien
  • „Black Box“, Phantomtheater für 1 Person von Stefan Kaegi / Rimini Protokoll, Volkstheater
  • Der Anfang, das Ende.“ von Franz-Xaver Mayr, Inszenierung Franz-Xaver Mayr und Korbinian Schmidt, Uraufführung, Theater Drachengasse
  • „Krasnojarsk: Eine Endzeitreise in 360°“ von Johan Harstad, virtuelle Vorstellung mittels VR-Brille, Inszenierung Tom Feichtinger, deutschsprachige Erstaufführung, Schauspielhaus Graz
  • „werther.live“ nach Johann Wolfgang von Goethe, digitales Theaterstück von punktlive, Inszenierung Cosmea Spelleken

BESTE OFF PRODUKTION

  • Lonely Ballads eins + zwei“ von Martin Gruber und aktionstheater ensemble, Uraufführung, Koproduktion mit Spielboden Dornbirn und Kulturservice der Landeshauptstadt Bregenz im Rahmen des internationalen Festivals Bregenzer Frühling, Kooperation mit WERK X
  • „Precarious Moves” von Michael Turinsky, Uraufführung, Koproduktion mit Tanzquartier Wien und HAU Hebbel am Ufer Berlin
  • „weiter leben“ Stationentheater nach Ruth Klüger, Inszenierung Sara Ostertag und Kathrin Herm, Koproduktion makemake produktionen und Theaterverein Odeon in Kooperation mit Theater Nestroyhof / Hamakom und Milieu Kino

BESTE BUNDESLÄNDER-AUFFÜHRUNG

  • dritte republik (eine vermessung)“ von Thomas Köck, Inszenierung Anita Vulesica, Österreichische Erstaufführung, Schauspielhaus Graz
  • #Ersthelfer #Firstaid“ von Nuran David Calis, Inszenierung Nuran David Calis, Uraufführung, Salzburger Landestheater• „Der zerbrochne Krug“ von Heinrich von Kleist, Inszenierung Bérénice Hebenstreit, Landestheater Linz

BESTE AUFFÜHRUNG IM DEUTSCHSPRACHIGEN RAUM

  • Anthropos, Tyrann (Ödipus)“ von Alexander Eisenach nach Sophokles, Inszenierung Alexander Eisenach, Uraufführung, Kooperation der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin und Theater des Anthropozän
  • „Einfach das Ende der Welt“ nach Jean-Luc Lagarce, Inszenierung Christopher Rüping, Schauspielhaus Zürich
  • „Peer Gynt“ nach Henrik Ibsen, Inszenierung Dušan David Pařízek, Schauspielhaus Bochum

nestroypreis.at