Theaterpreis NESTROY 2019 feiert 20-jähriges Jubiläum

NESTROY ~ Der Wiener Theaterpreis (© Wiener Bühnenverein)

39 Nominierte und zwei bereits fixierte Preisträgerinnen in 13 Kategorien stehen am Sonntag, 24. November 2019, ab 19:30 Uhr im Theater an der Wien im Mittelpunkt der 20. NESTROY-Gala. Durch den Abend führen Maria Köstlinger, Florian Teichtmeister und ORF-III-Moderator Peter Fässlacher. Für das Buch zeichnet Nicolaus Hagg verantwortlich.

Der Wiener Theaterpreis NESTROY feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Mehr als 230 Preisträgerinnen und Preisträger konnten in den vergangenen zwei Jahrzehnten die begehrte Trophäe mit nachhause nehmen.

Alexander Schallenberg, österreichischer Bundesminister für EU, Kunst, Kultur und Medien im Bundeskanzleramt: „Aufgabe des Theaters ist es, aktuelle gesellschaftliche Prozesse zu spiegeln und weiter zu denken. Dabei sind es in erster Linie die Schauspielerinnen und Schauspieler, die durch ihr Spiel ein unmittelbares Erlebnis und eine Identifikationsmöglichkeit für das Publikum bieten. Ihre schauspielerischen Leistungen machen die Glaubwürdigkeit und Wirkungskraft des Theaters aus. Die alljährliche Vergabe des NESTROY-Preises stellt diese Künstlerinnen und Künstler zurecht in den Fokus. Zugleich wird mit dem Preis für die beste Bundesländer-Produktion auch das künstlerische Schaffen in den Bundesländern gewürdigt. Die heurigen Nominierungen dokumentieren die ausgezeichnete Qualität der künstlerischen Arbeit am Stadttheater Klagenfurt, am Schauspielhaus Graz und am Landestheater Linz. Ich darf allen Nominierten herzlich gratulieren.“

Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler: „Während der letzten 20 Jahre seines Bestehens hat der NESTROY-Preis immer wieder beweisen können, wie exakt sich der Puls des Zeitgeschehens anhand dieser Auszeichnung bemessen lässt. Unsere diesjährige Ehrenpreisträgerin Andrea Breth ist eine herausragende Regisseurin, die über die Grenzen von Europa hinaus eine einzigartige Stellung einnimmt. Mit unverwechselbarer Handschrift, Präzision und Autorentreue kreiert diese Spezialistin des psychologisch-realistischen Stiles Meisterwerke der Schauspielkunst. Die Tatsache, dass Peter Handke letztes Jahr mit dem NESTROY für sein Lebenswerk geehrt worden ist, und heuer mit dem Literatur-Nobelpreis, stimmt mich für die nächsten 20 Jahre unseres Wiener Theaterpreises mehr als zuversichtlich und glücklich.“

Die NESTROY-Gala 2019, veranstaltet vom Wiener Bühnenverein, findet heuer bereits zum fünften Mal in Folge in einem Haus der Vereinigten Bühnen Wien (VBW) statt. Am Sonntag, 24. November 2019, ab 19.30 Uhr präsentieren die Publikumslieblinge Maria Köstlinger und Florian Teichtmeister gemeinsam mit ORF-III-Moderator Peter Fässlacher die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger im Theater an der Wien. Für das Buch konnte, wie bereits 2018, Schauspieler und Autor Nicolaus Hagg gewonnen werden. Musikalisch wird der Abend von Musikerinnen und Musikern des Orchesters der Vereinigten Bühnen Wien unter der Leitung von Herbert Pichler begleitet.

Franz Patay, Präsident des Wiener Bühnenvereins: „In diesem Jahr feiert der Wiener Theaterpreis NESTROY sein bereits 20-jähriges Bestehen. In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich die nationale und internationale Theaterlandschaft merkbar weiterentwickelt. Interdisziplinarität wird in den Theaterhäusern großgeschrieben, die neuen Medien sind nicht mehr wegzudenken, aber auch die Gesellschaft bzw. das Publikum hat sich verändert. Es ist großartig zu sehen, dass auch der NESTROY-Preis mit der Zeit geht, sich diesem Wandel angepasst hat und auf die neuen Formate reagiert. Es freut mich, dass die Gala heuer bereits zum fünften Mal in Folge in einem Haus der Vereinigten Bühnen Wien stattfindet und ich gratuliere allen Nominierten zu ihren herausragenden Leistungen.“

Zwei NESTROY-Preisträgerinnen stehen bereits fest
Andrea Breth erhält den Preis für das Lebenswerk und der NESTROY-Autorenpreis für das „Beste Stück“ geht an Sibylle Berg für „Hass-Triptychon – Wege aus der Krise“ im Rahmen der Wiener Festwochen in Koproduktion mit dem Maxim Gorki Theater Berlin.

Werner Urbanek, Mitbegründer des NESTROY-Preises: „Der NESTROY- Theaterpreis als Spiegelbild des heimischen Bühnengeschehens wird 20. Als das NESTROY-Team vor 20 Jahren daranging, der vielfältigen und durchaus glamourösen Wiener Theater-Landschaft nach ausländischem Vorbild, z.B. dem Pariser ‚Moliére‘, ein fernsehtaugliches Fest zur Seite zu stellen, konnte niemand ahnen, dass der NESTROY trotz gelegentlich heftigem Gegenwind zwei Jahrzehnte Zeitzeuge der heimischen Theaterwelt geblieben ist.“

Auf der Suche nach den Besten
Über die Preisträgerinnen und Preisträger entscheidet eine Jury aus sieben Kritikerinnen und Kritikern, die nun mit Ulli Stepan, Kulturmanagerin, zuletzt Betriebsdirektorin bei der Ruhrtriennale und künstlerische Leitung des Tanztheaters Wuppertal Pina Bausch, eine neue Vorsitzende erhält. Sie folgt damit Karin Kathrein, die den Preis gemeinsam mit Werner Urbanek und der Stadt Wien aus der Taufe gehoben hat und der Jury 18 Jahre lang vorstand sowie Lothar Schreiner, der den interimistischen Vorsitz in der Saison 2018/19 innehatte. Neben Lothar Schreiner besteht die Jury der Saison aus Margarete Affenzeller, Karin Cerny, Wolfgang Huber-Lang, Peter Jarolin, Eva Maria Klinger, Wolfgang Kralicek und Petra Paterno.

Lothar Schreiner, Juryvorsitzender 2018/19: „Der NESTROY-Preis feiert seinen 20. Geburtstag: es soll ein rauschendes Fest des Theaters werden am 24. November, wenn im Rahmen der NESTROY-Gala im Theater an der Wien die Besten gekürt und die begehrten Trophäen vergeben werden. Die vergangene Saison hat ein reiches Spektrum von Spitzentheater aller Art hervorgebracht, was der NESTROY-Jury hitzige Diskussionen sowie die Qual der Wahl bescherte. Und wieder versammelt sich in den Kategorien von den Besten SchauspielerInnen bis zur Besten Regie die momentane Elite der Theaterkunst. Wieder stehen zwei NESTROY-Preise schon vorher fest: die Auszeichnung für das ‚Beste Stück‘ geht an Sibylle Berg und ihr ‚Hass-Triptychon – Wege aus der Krise‘. Die in der Schweiz lebende Autorin ist die Dramatikerin der Stunde, die sich den Ruf erschrieben hat, die ‚Kassandra des Klamaukzeitalters‘ und ‚Höllenfürstin des Theaters‘ zu sein. Keine langen Diskussionen gab es in der Jury über den NESTROY für das Lebenswerk: er gehört im Jubiläumsjahr Andrea Breth, der großen Regisseurin, die uns viele Sternstunden des Theaters beschert und mittlerweile den Status einer lebenden Legende erreicht hat.“

Die Ausrichtung der Gala erfolgt durch den Wiener Bühnenverein in Zusammenarbeit mit dem Kultur- und Informationssender ORF III, der die Verleihung, wie auch in den Vorjahren, live-zeitversetzt ab 20:15 Uhr übertragen wird. Außerdem bittet ORF III um 19:40 Uhr die Nominierten des Abends und weitere Stargäste zum Interview auf dem „Red Carpet“. Eine 45-minütige Zusammenfassung der Höhepunkte präsentiert ORF 2 im „kulturMontag: NESTROY 2019 – Die Gala“ am 25. November um 23:15 Uhr.

Für den NESTROY-ORF-III-Publikumspreis, präsentiert von den Österreichischen Lotterien, werden fünf Schauspielerinnen und fünf Schauspieler zur Wahl stehen: Ruth Brauer-Kvam, Thomas Frank, Pauline Knof, Johannes Krisch, Lucy McEvil, Birgit Minichmayr, Tobias Moretti, Caroline Peters, Bernhard Schir und Peter Simonischek.

Die Abstimmung startet am Montag, dem 11. November, auf tv.orf.at/orfdrei und endet am Samstag, dem 23. November, um 0.00 Uhr. „Kultur Heute“ stellt täglich ab Montag, dem 11. November, um 19:45 Uhr die Nominierten mit Kurzporträts vor.

ORF-III-Programmgeschäftsführer Peter Schöber: „Wir freuen uns, zum 20. Jubiläum der NESTROY-Preisverleihung wieder das Scheinwerferlicht auf das vielseitige Bühnenschaffen Österreichs zu richten und die glanzvolle Gala sowie den Red Carpet live in die heimischen Wohnzimmer zu bringen. Seit Senderbestehen ist es ein vitales Bestreben von ORF III, die österreichische Theaterszene, in Form von Beiträgen, Gesprächsformaten, Live-Übertragungen, Dokumentationen und Reportagen ausführlich zu berücksichtigen. Dank der ausgezeichneten Zusammenarbeit mit dem Wiener Bühnenverein, den Vereinigten Bühnen Wien und der gesamten ORF-Kultur, konnte das Angebot jährlich ausgebaut werden. Heuer vergibt ORF III zum bereits fünften Mal den begehrten ORF-III-Publikumspreis und bettet auch die Live-Übertragung der Gala in einen umfangreichen Programmschwerpunkt. So berichtet u. a. in den Wochen vor der Preisverleihung ‚Kultur Heute‘ zur besten Sendezeit in eigenen Beitragsreihen über die Nominierten, deren Werk und Schaffen. Eine neue Ausgabe ‚André Hellers Menschenkinder‘ rückt Theaterregisseurin Andrea Breth in den Mittelpunkt und ein ‚ORF III Spezial‘ zeigt das Josefstadt-Erfolgsstück ‚Schon wieder Sonntag‘ mit den Publikumslieblingen Otto Schenk und Harald Serafin. Außerdem planen wir heuer Martin Kušejs ‚Hermannsschlacht‘ live aus dem Wiener Burgtheater zu übertragen.“

NESTROY Preis 2019: Die Nominierungen

Lebenswerk: Andrea Breth

Bestes Stück – Autorenpreis: Sibylle Berg für „Hass-Triptychon – Wege aus der Krise“ Eine Therapie in drei Flügeln, Uraufführung, Koproduktion Wiener Festwochen, Maxim Gorki Theater Berlin

Beste Schauspielerin
Anna Drexler als Marie in „Woyzeck“ von Georg Büchner, Koproduktion Burgtheater, Schauspielhaus Bochum, Akademietheater
Steffi Krautz als Blanche DuBois in „Endstation Sehnsucht“ von Tennessee Williams, Volkstheater
Caroline Peters als Anna in „Medea“ von Simon Stone nach Euripides, Burgtheater
Maja Schöne als Julie in „Liliom“ von Ferenc Molnár, bearbeitet von Alfred Polgar, Koproduktion Salzburger Festspiele, Thalia Theater Hamburg
Andrea Wenzl als Elisabeth in „Glaube, Liebe, Hoffnung“ von Ödön von Horváth, Burgtheater

Bester Schauspieler
Benny Claessens in „Hass-Triptychon – Wege aus der Krise“ von Sibylle Berg, Uraufführung, Koproduktion Wiener Festwochen, Maxim Gorki Theater Berlin
Lukas Holzhausen als Rudolf von Habsburg in „König Ottokars Glück und Ende“ von Franz Grillparzer, Volkstheater
Jörg Pohl als Liliom in „Liliom“ von Ferenc Molnár, bearbeitet von Alfred Polgar, Koproduktion Salzburger Festspiele, Thalia Theater Hamburg
Steven Scharf als Lucas in „Medea“ von Simon Stone nach Euripides, Burgtheater und als Franz Woyzeck in „Woyzeck“ von Georg Büchner, Koproduktion Burgtheater, Schauspielhaus Bochum, Akademietheater
Johannes Silberschneider als Jacobowsky in „Jacobowsky und der Oberst“ von Franz Werfel, Theater in der Josefstadt

Beste DARSTELLUNG EINER Nebenrolle
Rainer Galke als Margarethe von Österreich/Paltram Vatzo/Friedrich Zollern in „König Ottokars Glück und Ende“ von Franz Grillparzer, Volkstheater
Evi Kehrstephan als Anna in „Biedermann und die Brandstifter“ von Max Frisch, Volkstheater
Alexandra Krismer als Oberst Kovacs, Valerie von Taußig, Fräulein Hirschwitz, Polizeirat Fuchs in „Radetzkymarsch“ von Joseph Roth, Dramatisierung von Elmar Goerden, Uraufführung, Theater in der Josefstadt
Christoph Luser als Erich Spitta in „Die Ratten“ von Gerhart Hauptmann, Burgtheater
Oda Thormeyer als Frau Muskat in „Liliom“ von Ferenc Molnár, bearbeitet von Alfred Polgar, Koproduktion Salzburger Festspiele, Thalia Theater Hamburg

Beste Regie
Kornél Mundruczó mit „Liliom“ von Ferenc Molnár, bearbeitet von Alfred Polgar, Koproduktion Salzburger Festspiele, Thalia Theater Hamburg
Dušan David Pařizek mit „König Ottokars Glück und Ende“ von Franz Grillparzer, Volkstheater
Johan Simons mit „Woyzeck“ von Georg Büchner, Koproduktion Burgtheater, Schauspielhaus Bochum, Akademietheater

Bester Nachwuchs weiblich
Pinar Karabulut mit der Inszenierung „Endstation Sehnsucht“ von Tennessee Williams, Volkstheater
Enis Maci als Autorin von „Autos“, Uraufführung, Schauspielhaus Wien
Anna Rieser als Grace in „Dogville“ von Lars von Trier, Landestheater Linz

Bester Nachwuchs männlich
Moritz Beichl mit der Inszenierung „Der Tag, an dem mein Großvater ein Held war“ von Paulus Hochgatterer, Uraufführung, Landestheater Niederösterreich
Niklas Doddo als Phil in „Die Mitte der Welt“ von Andreas Steinhöfel, in einer Fassung von Werner Sobotka, Theater der Jugend
Matthias Rippert mit der Inszenierung „Ernst ist das Leben – Bunbury“ von Oscar Wilde, deutsche Fassung von Elfriede Jelinek, Landestheater Linz

Beste Ausstattung
Katrin Brack für „Deponie Highfield“ von René Pollesch, Uraufführung, Koproduktion Wiener Festwochen, Burgtheater
Monika Pormale für „Liliom“ von Ferenc Molnár, bearbeitet von Alfred Polgar, Koproduktion Salzburger Festspiele, Thalia Theater Hamburg
Raimund Orfeo Voigt für „Der einsame Weg“ von Arthur Schnitzler, Theater in der Josefstadt und für „Sommergäste“ von Maxim Gorki, Salzburger Festspiele

Spezialpreis
„Das Dorf“ von Nesterval, Konzept und Regie Herr Finnland, Uraufführung, Koproduktion Nesterval und brut Wien
„Ungebetene Gäste“ von DARUM (Laura Andreß, Victoria Halper, Kai Krösche), Uraufführung, Produktion DARUM, Kooperation mit WERK X-Petersplatz
„3 Episodes of Life“ von Markus Öhrn, Uraufführung, Koproduktion Wiener Festwochen und Institutet, kofinanziert von Kampnagel und Künstlerhaus Mousonturm

Beste Off-Produktion
„Anstoß – Ein Sportstück“ von Jakub Kavin, Uraufführung, Theater Arche
„Liliom.Club“ nach „Liliom“ von Franz Molnár und „Fight Club“ von David Fincher, Regie und Konzept Ernst Kurt Weigel, Uraufführung, Koproduktion Das Off-Theater und das.bernhard.ensemble
„The Bruno Kreisky Lookalike“ a Sitcom in 10 Episodes von Toxic Dreams, Text und Regie Yosi Wanunu, Uraufführung, Koproduktion Toxic Dreams und WUK performing arts

Beste Bundesländer-Aufführung
„Die Revolution frisst ihre Kinder!“ ein Film- und Theaterprojekt von Jan-Christoph Gockel & Ensemble, Uraufführung, Kooperation Schauspielhaus Graz, Africolognefestival
„Kasimir und Karoline“ von Ödön von Horváth, Inszenierung Susanne Lietzow, Landestheater Linz
„Vor Sonnenaufgang“ von Ewald Palmetshofer nach Gerhart Hauptmann, Inszenierung Georg Schmiedleitner, Stadttheater Klagenfurt

Beste Aufführung im deutschsprachigen Raum
„Dionysos Stadt“ Inszenierung Christopher Rüping, Münchner Kammerspiele
„Häuptling Abendwind“ von Johann Nepomuk Nestroy, Inszenierung Christoph Marthaler, Deutsches SchauSpielHaus Hamburg
„Tartuffe oder das Schwein der Weisen“ von PeterLicht nach Moliére, Uraufführung, Inszenierung Claudia Bauer, Theater Basel

nestroypreis.at