Theater Willy Praml antwortet auf den Ausgang der Hessischen Landtagswahl 2023

zurückGEHEN ODER hierBLEIBEN. HEIMAT? ~ Theater Willy Praml ~ Omar Yaghmour, Antoine Deeb, Viviane Saleh, Alaaeddin Altürk, Baha Basha, Fadl Martini, Hebaallah Kouli ~ Foto: Seweryn Zelazny

2016, in der ersten großen Fluchtbewegung unserer Gegenwart, inszenierte das Theater Willy Praml mit syrischen, iranischen und afghanischen Geflüchteten, die überwiegend noch in Frankfurter Not-Unterkünften lebten und der deutschen Sprache nicht mächtig waren, KLEISTs ERDBEBEN IN CHILI. Dreisprachig – jeder Satz in Farsi, Arabisch und Deutsch. Für die nicht als Schauspieler ausgebildeten, sondern aus gänzlich anderen Lebenszusammenhängen stammenden Darstellerinnen und Darsteller wurde das Theater in der Naxoshalle ein Ort der Ankunft, der Freundschaft und des Lernens.

DAS THEATER IST EINE HEIMAT

In dem aktuellen Stück erinnern sich die Darsteller*innen zurück an ihr ursprüngliches Zuhause.

An die Zeiten vor und nach dem Krieg, an den Moment, in dem die Entscheidung gefallen ist, die Heimat endgültig zu verlassen,
an Erlebnisse in Syrien und auf der Flucht, die sich in ihre Biographien eingegraben haben.

DIE LETZTEN DREI AUFFÜHRUNGEN von
zurückGEHEN ODER hierBLEIBEN. HEIMAT? In Zeiten von Krieg, Flucht und Vertreibung. Uraufführung

Die Termine:
Fr: 13. | Sa. 14.10. jeweils 20:00 Uhr
So. 15.10. jeweils 19:00 Uhr

Website: theaterwillypraml.de
Trailer: youtu.be


Pressereaktionen:

Matthias Bischoff in der FAZ:

Man kann nicht genug rühmen, wie Willy Praml in den Jahren seit 2016 und nun mit diesem neuen Stück den Syrern eine Stimme gegeben hat, wie es ihm gelungen ist, die oft verpönte deutsche Hochkultur und ihre schwierige Sprache fruchtbar zu machen für einen interkulturellen Dialog ohne Anbiederung und unangestrengt zu zeigen, wie anschlussfähig sie ist für die Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit der Migrationsepoche, in der wir leben. In „zurückGEHEN ODER hierBLEIBEN?“ ist ihm dies nun erneut mit der Reflexion über Heimat gelungen, kunstvoll und authentisch zugleich. […] Im Laufe des Abends kommt es immer wieder zu Gänsehautmomenten, ganz besonders am traurig-schönen Ende, als Fadl Martini leise Gustav Mahlers Lied „Die zwei blauen Augen von meinem Schatz“ singt, mit einer abgrundtiefen Trauer um das endgültig Verlorene. 

Katja Sturm in der FNP:

Es gehört zu den wirklich schönen Momenten dieser Inszenierung, wenn sich vor den Augen der Zuschauer in der Frankfurter Naxoshalle die Straße der Hak Awatis öffnet und sie, auf Einladung von Theaterchef Willy Praml persönlich, auf den weißen Pappkartons Platz nehmen dürfen. […] Die Protagonisten erzählen ihre eigene Geschichte. Von Krieg, von Leid, von Gewalt handeln die Schilderungen. Aber es gibt auch Komisches, heiter Fesselndes, das für Lächeln auf den Gesichtern der Zuhörer sorgt.

Marcus Hladek in der FR:

In zurückGEHEN ODER hierBLEIBEN. HEIMAT? ist alles Musik und Poesie. Darin liegt vielleicht ein Trost für das Flüchtlingslos, das sich die Angekommenen mit orientalischer Süße ausgleichen: wunderschöne arabische Verse über die alte Heimat („In Damaskus schreitet der Himmel auf antiken Straßen/ barfuß, barfuß“), aber auch die acht Lebensgeschichten in einer Damaszener Kaffeehaus-Situation mit Fez und Märchenkladde. […] Das Wandern, es ist keines Flüchtlings Lust. Aber ein berührendes Thema in diesem Stück unter der Schirmherrschaft der Bildungsdezernentin Sylvia Weber.

Katrin Swoboda im Strandgut:

Bewegend, interessant, wahnsinnig beeindruckend, einfach toll.