Theater Pforzheim trauert um ehemaligen Schauspieldirektor Jan Friso Meyer

Jan Friso Meyer (Foto: Theater Pforzheim)

Der beliebte ehemalige Schauspieldirektor des Theaters Pforzheim Jan Friso Meyer ist im Alter von 78 Jahren gestorben. Dem Publikum des Theaters war er aus hundert eigenen Inszenierungen und 27 Jahren engagiertem Wirken am Hause bekannt. Als größte Leistung und enormer Kraftakt wird neben seinem künstlerischen Schaffen der Umzug ins neu erbaute Theater am Waisenhausplatz in Erinnerung bleiben. Intendant Thomas Münstermann kannte Jan Friso Meyer gut aus der gemeinsamen Zeit am Theater Pforzheim: „Für mich bleibt seine sehr verlässliche, menschliche Integrität in Erinnerung. Er war stets ein kollegialer und künstlerischer Stabilitätsanker. Ich habe ihn sehr gemocht.“

Geboren wurde Jan Friso Meyer am 8. Juli 1943 im ostfriesischen Norden. Zunächst studierte er in Göttingen Jura, doch die Liebe zum Theater war mit einer Statistenrolle in „Die Schlacht bei Lobositz“ von Peter Hacks geweckt. So begann er 1970 im Theater Göttingen als Regie-Assistent, wechselte dann 1975 als erster Spielleiter ans Oldenburgische Staatstheater und war danach an unterschiedlichen Häusern als freier Regisseur tätig. Nach der ersten überzeugenden Regiearbeit von „Das Festkomitee“ engagierte ihn der damalige Intendant Manfred Berben fürs Theater Pforzheim. Hier war Meyer ab der Spielzeit 1981/1982 Oberspielleiter der Sparte Schauspiel; seine erste Inszenierung war „Nathan der Waise“ von Gotthold Ephraim Lessing. Er zeichnete für unzählige Inszenierungen wie die Schauspiele „Weihnachten an der Front“, die Uraufführung von „Cornelia Kungström“ von Ilse Langner, „Frau Emma kämpft im Hinterland“, „Hexenjagd“, „Biedermann und die Brandstifter“, „Der zerbrochne Krug“, „Aussagen nach einer Verhaftung aufgrund des Gesetzes gegen Unsittlichkeit“, aber auch der Opern „Viva la Mamma!“, „Die Kluge“ sowie des Musicals „Der Mann von La Mancha“ verantwortlich und verlieh seinen Regiearbeiten stets seine ganz unverwechselbare Handschrift. Nach der sehr kurzen Intendanz von Georg Köhl gab es 2003 eine Umstrukturierung mit einem Dreier-Direktorium um Jan Friso Meyer als neu berufenem Schauspieldirektor, Gustl Weber als Verwaltungsdirektor und Jari Hämäläinen als Generalmusikdirektor. 2008 verabschiedete er sich mit seiner letzten Inszenierung von „Der fröhliche Weinberg“ von Carl Zuckmayer vom Theater. Seit 2014 lebte er mit seiner Frau Gabriele im idyllischen Bad Wildbader Ortsteil Aichelberg.

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