Theater Münster eröffnet im Schauspiel mit »Orestie« nach Aischylos

Stadtheater Münster bei Nacht mit Martinikirche (Foto: Presseamt Münster/Münsterview/Tronquet)

Die Orestie erzählt von den Bürden, die die eine Generation der nachfolgenden aufhalst, sie untersucht die Verfasstheit von demokratischen Gemeinwesen, wirft Frauenmacht und Patriarchat in die Waagschale und fragt nicht zuletzt nach den moralischen Kosten von Kriegen und ihren verhängnisvollen Begründungen. Wie begründe ich einen Angriffskrieg?

Über Generationen hinweg häuft das Geschlecht der Ariden Schuld auf Schuld, übt blutige Rache, die wieder zum Anlass für neue Gewalttaten genommen wird, bis am Ende das Racheprinzip endlich aufgegeben werden soll für eine bürgerschaftliche Rechtsprechung – zu dem zweifelhaften Preis, die Stimme des Mannes über alles zu stellen.

Die vielfach ausgezeichneten Autorinnen Sivan Ben Yishai (u.a. Mülheimer Dramatikpreis 2022), Miroslava Svolikova (u.a. Nestroy Theaterpreis 2021) und Maren Kames (u.a. Literaturpreis „Text & Sprache“) geben den Frauenfiguren Iphigenie, Kassandra und Elektra überraschende Stimmen, mit denen sie die Ur-Erzählung von der Erfindung der Demokratie um heutige Perspektiven erweitern.

Regie führt die junge Regisseurin Elsa-Sophie Jach, die bisher u.a. am ETA Hoffmann Theater in Bamberg, am Theater Bremen, am Schauspiel Leipzig, am Thalia Theater Hamburg und mehrfach am Residenztheater in München inszeniert hat. Ihre Arbeiten wurden zum Festival „radikal jung“ ans Münchner Volkstheater eingeladen und für den Nestroy Theaterpreis nominiert. Ab der Spielzeit 2022/23 ist Elsa-Sophie Jach Hausregisseurin am Münchener Residenztheater.


Orestie

Von: Aischylos/Sivan Ben Yishai/Miroslava Svolikova/Maren Kames

Premiere am Theater Münster: 30. September 2022 (Großes Haus)
Uraufführung der Texte von Sivan Ben Yishai, Miroslava Svolikova und Maren Kames

Regie: Elsa-Sophie Jach
Bühne: Marlene Lockemann
Kostüme: Johanna Stenzel
Musik: Julian Stetter
Dramaturgie: Remsi Al Khalisi

Besetzung:

Iphigenie/ Athene: Clara Kroneck
Klytaimnestra: Nadine Quittner
Agamemnon/Apollon: Ansgar Sauren
Kassandra/Pythia: Julius Janosch Schulte
Aigysthos/Richter/Herold: Agnes Lampkin
Elektra: Katharina Brenner
Orestes: Pascal Riedel
Wächter: Alaaeldin Dyab
Chor: Ensemble

Gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen »Neue Wege«.

theater-muenster.com