Theater Chemnitz trauern um Schauspieler Michael Gwisdek ~ „Eins ist nicht von dir“ am Samstag im Ersten

Michael Gwisdek 1969 in „BOLSCHEWIKI“ von Michail Schatrow am Schauspiel Karl-Marx-Stadt als Petrowski (FOTO: Theater Chemnitz / Archiv)

Die Theater Chemnitz trauern um den Schauspieler Michael Gwisdek, der vorgestern im Alter von 78 Jahren verstarb: „Als Michael Gwisdek 1968 als frischer Schauspielabsolvent ans Schauspiel Karl-Marx-Stadt wechselte, entwickelte er sich schnell zu einem der prägenden Köpfe des Ensembles. Mit Rollen wie beispielsweise dem Pantalone im ‚Diener zweier Herren‘ hat er sich in die Herzen zahlreicher Zuschauer und auch vieler ehemaliger Mitarbeiter der Theater Chemnitz gespielt.
Gemeinsam betrauern wir Michael Gwisdeks Tod und sprechen seinen Angehörigen unser herzliches Beileid aus“, erklärt Carsten Knödler, Schauspieldirektor der Theater Chemnitz.

Michael Gwisdek 1969 in „BOLSCHEWIKI“ von Michail Schatrow am Schauspiel Karl-Marx-Stadt als Petrowski gemeinsam mit Jutta Wachowiak.
FOTO: Theater Chemnitz / Archiv

Michael Gwisdek, am 14. Januar 1942 in Weißensee geboren, studierte zunächst per Fernstudium an der Theaterhochschule Leipzig, von 1965 bis 1968 dann an der Staatlichen Schauspielschule Berlin Schauspiel. Von 1968 bis 1973 führte ihn sein erstes Engagement ans Schauspiel Karl-Marx- Stadt. Seine Karriere setzte er unter anderem an der Volksbühne Berlin und am Deutschen Theater Berlin fort. Sein Filmdebüt feierte er 1968 in der Anna-Seghers-Verfilmung „Die Toten bleiben jung“, zahlreiche Kino- und Fernsehproduktionen folgten. Eine Krönung erfuhr Gwisdeks Karriere mit der Auszeichnung mit dem Silbernen Bären bei der Berlinale 1999 für die Rolle des Peschke in Andreas Dresens „Nachtgestalten“.

Über seine Zeit am Schauspiel Karl-Marx-Stadt äußerte sich Gwisdek rückblickend im Jahr 2018 in einem Interview der Freien Presse, Chemnitz: „Für mich war Karl-Marx-Stadt die absolute Hoch-Zeit.

(…) Hier habe ich alles erlebt, was das Leben an Aufregendem bietet. Ich bin dankbar, dass ich dort die Rampensau sein durfte. Das werde ich nie vergessen.“


Das Erste ändert am Samstag, 26. September, sein Programm und zeigt den Film „Eins ist nicht von dir“

Aus Anlass des Todes von Michael Gwisdek ändert Das Erste sein Programm und zeigt am Samstag, 26. September 2020, um 13:00 Uhr die Komödie „Eins ist nicht von dir“ (ARD Degeto) von 2015 mit Michael Gwisdek in der Hauptrolle als ehemaliger Pilot Uli Becker. Als seine Frau (Barbara Schöne) unerwartet stirbt und überrascht sie ihren untreuen Gatten mit den letzten Worten „Eins ist nicht von dir“. Der Satz brennt sich bei Uli ein, lässt ihn nicht mehr los und wird zur quälenden Ungewissheit. Mit Hund Walter macht er sich schließlich auf zu seinen drei Kindern: zu Thomas (David Rott), Bettina (Petra Kleinert) und Christian (Andreas Guenther). Doch die pfeifen auf ihren Vater, der Klarheit will.

Volker Herres, Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen: „Michael Gwisdek war es wichtig, mit wem er arbeitete. Die Chemie am Set musste stimmen, dann lief er zu Höchstleistung auf. Ob als Lebemann in ‚Eins ist nicht von dir‘ oder als ehemaliger Spartakuskämpfer in ‚Boxhagener Platz‘, Michael Gwisdek überzeugte in den verschiedensten Rollen und war dabei immer unverkennbar er selbst. Ein großer Schauspieler, den wir sehr vermissen werden.“

theater-chemnitz.de / daserste.de