THEATER AN DER WIEN: VOR ABENDROT – Die Saison 2020/21

Zuschauerraum Theater an der Wien (© Peter M. Mayr)

Das Opernhaus der Stadt Wien startet mit der Spielzeit 2020/21 in seine fünfzehnte Saison. Der vierjährige Programmzyklus 4 Tageszeiten, den Intendant Roland Geyer 2018 vorgestellt hat, wird kommende Spielzeit mit dem dritten Teil unter dem Motto de facto „vor Abendrotim Theater an der Wien und in der Kammeroper weitergeführt.

Insgesamt stehen 13 Premieren, davon 11 Neuproduktionen, mit Opern von Cavalli, Vivaldi, Mozart, Rossini, Donizetti, Wagner, Massenet, Leoncavallo, Gershwin, Prokofjew und einem Ballett von John Neumeier sowie die Wiederaufnahmen der Erfolgsproduktionen Platée (Rameau) und Saul (Händel) im Zentrum des Spielplans. Mit acht konzertanten Opernaufführungen von Porpora über Händel bis Haydn, zwei halbszenischen Sonderprojekten und einem Kabarett in der „Hölle“ wird das Programm ergänzt.

„Artist in residence“ ist einer der kraftvollsten Sänger-Darsteller und wandelbarsten Liedinterpreten unserer Zeit: Der österreichische Bariton Florian Boesch, der in zwei szenischen Produktionen und mit ebenso vielen Konzertprojekten zu erleben sein wird.

Im Fokus: Elf Neuproduktionen 2020/21

Zazà – Am 16. September wird mit dieser außergewöhnlichen Opernrarität von Ruggero Leoncavallo, der mit seinem größten Erfolg Bajazzo den Verismo begründete, die neue Saison eröffnet. Christof Loy inszeniert, die musikalische Leitung liegt in den Händen von Stefan Soltész. Die anspruchsvolle Titelpartie wird von der russischen Sopranistin Svetlana Aksenova verkörpert, an ihrer Seite die renommierten Sänger Nikolai Schukoff und Christopher Maltman. Es spielt das ORF Radio-Symphonieorchester Wien und singt der Arnold Schoenberg Chor (Ltg. Erwin Ortner).

Bajazet – In der zweiten Spielstätte des Theater an der Wien, der Kammeroper, steht zur Saisoneröffnung am 26. September das originelle Pasticcio Bajazet von Antonio Vivaldi unter der Leitung von Roger Díaz-Cajamarca in einer Regie von Krystian Lada auf dem Premieren-Spielplan. Im Rahmen dieser Neuproduktion stellt sich die fünfte Generation des Jungen Ensembles des Theater an der Wien dem Wiener Opernpublikum vor.

Porgy and Bess – Erstmals gelangt das als berühmteste amerikanische Oper bekannte Werk von George Gershwin am 14. Oktober im Theater an der Wien zur Premiere. Der Vorgabe des Komponisten, die Rollen ausschließlich mit afro-amerikanischen SängerInnen zu besetzen, kommt das Theater an der Wien nach. Sowohl Solisten- als auch Chorpartien (Cape Town Opera Chorus) werden von einem exzellenten internationalen Cast übernommen.

Le Nozze di Figaro – Das Meisterwerk von Wolfgang Amadeus Mozart erfährt am 12. November ein mit Spannung erwartetes Haus-Debüt von Alfred Dorfer als Opernregisseur. Das hochkarätige SängerInnenensemble wird von Florian Boesch als Graf Almaviva angeführt. Unter der musikalischen Leitung von Stefan Gottfried musiziert der Concentus Musicus Wien.

Giasone – In diesem Drama musicale von Francesco Cavalli finden sich bereits die bewährten Charakteristika der venezianischen Oper, in der sich Rezitative mit schlagertauglichen Gesängen sowie ernste und komische Szenen abwechseln. Benjamin Bayl wird die Premiere am 29. November in der Kammeroper mit dem Bach Consort Wien musikalisch leiten.

Thaïs – Die Musik von Jules Massenet ist vom Stil des Fin de siècle geprägt, verführerisch, poetisch und melancholisch. Regiemeister Peter Konwitschny kehrt für diese Neuproduktion am 19. Jänner 2021 an das Theater an der Wien zurück, eine starke Sängerdarstellerin übernimmt die herausfordernde Rolle der Thaïs: Nicole Chevalier.

Belisario – Schon bei der Uraufführung für großen Beifall sorgend, wurde die Tragedia lirica Belisario von Gaetano Donizetti im 19. Jahrhundert in ganz Europa gespielt, bevor sie nach 1900 in völlige Vergessenheit geriet. Eine Neuentdeckung im Theater an der Wien unternehmen am 16. Februar 2021 Nigel Lowry (Inszenierung & Ausstattung) und Oksana Lyniv (Musikalische Leitung). Es singen u. a. Roberto Frontali (Belisario) und Carmela Remigio (Antonia). Sowohl Thaïs als auch Belisario werden vom RSO-Wien und vom Arnold Schoenberg Chor (Ltg. Erwin Ortner) bestritten.

Il barbiere di Siviglia – Gioachino Rossinis Meisterwerk, das die Vorgeschichte zu Mozarts Le nozze di Figaro zeigt, wird mit der Premiere am 5. März 2021 vom Jungen Ensemble Theater an der Wien in einer Inszenierung von Christoph Zauner auf die Bühne der Kammeroper gebracht. Es musiziert das Wiener KammerOrchester.

Der feurige Engel – Aufgrund der Corona-Pandemie mussten im März 2020 die Proben zur geplanten Premiere dieses Werkes im Theater an der Wien leider abgebrochen werden. Die Freude ist deshalb umso größer, dass die Opernrarität von Sergei Prokofjew von der „RegieIkone“ Andrea Breth und einem SängerInnenensemble der Extraklasse – u. a. Ausrine Stundyte und Bo Skovhus – unter der musikalischen Leitung von Constantin Trinks mit Premierendatum am 17. März 2021 schließlich realisiert werden kann.

An die Freude – Die langjährige Zusammenarbeit mit dem Hamburg Ballett findet in dieser abendfüllenden Ballett-Choreographie von John Neumeier eine Fortsetzung, deren österreichische Erstaufführung am 5. Mai 2021 zugleich den Abschluss des 2019/20 begonnen Beethoven-Festes bildet. Getanzt wird zum Opus ultimum des einstigen Hauskomponisten: der 9. Sinfonie.

Tristan Experiment – Das Saisonfinale bildet am 26. Mai 2021 eine mit Spannung erwartete Kammerfassung von Richard Wagners bahnbrechendem Werk. Entwickelt wurde das Tristan Experiment vom Dirigenten Hartmut Keil und dem Bass Günther Groissböck, der nicht nur als Regisseur debütieren, sondern auch den König Marke singen wird.

Wiederaufnahmen von zwei Erfolgsproduktionen

Platée – Mit Robert Carsens umjubelter Inszenierung aus dem Jahr 2014 nimmt das Theater an der Wien eine der erfolgreichsten Produktionen der Ära Roland Geyer mit Premiere am 14. Dezember 2020 wieder auf. William Christie dirigiert sein Spezialistenensemble Les Arts Florissants in der satirischen Oper von Jean-Philippe Rameau mit dem wunderbaren Marcel Beekman in der Titelpartie.

Saul – „Artist in residence“ Florian Boesch übernimmt wie auch schon 2018 in dieser hoch akklamierten szenischen Deutung von Georg Friedrich Händels Oratorium Saul von Regisseur Claus Guth den Titelhelden in einer weiteren Wiederaufnahme. An seiner Seite sind u. a. Anna Prohaska und Jake Arditti, begleitet vom Freiburger Barockorchester, zur Premiere am 16. April 2021 zu hören.
Das neue Junge Ensemble des Theater an der Wien (JET)

Mit der Saison 2020/21 präsentiert das Theater an der Wien die fünfte Generation des JET. Die sechs jungen Sängerinnen und Sänger wurden in einem mehrmonatigen Verfahren aus 572 Bewerbern aus 56 Ländern ausgewählt. Das neue JET setzt sich aus den Sopranistinnen Valentina Petraeva und Miriam Kutrowatz, der Mezzosopranistin Sofia Vinnik, dem Tenor Andrew Morstein, dem Bariton Sebastiá Peris und dem Bassisten Ivan Zinoviev zusammen. Die Künstlerische Leitung liegt in den Händen von Jochen Breiholz. Die Studienleitung hat Elisabete Širante inne.

Musiktheatervermittlung für Kinder & Jugendliche

Nicht nur kreative Workshops, KünstlerInnengespräche und Probenbesuche werden im Theater an der Wien und in der Kammeroper angeboten. Jugendliche kreieren und gestalten selbst eine Jugendoper mit dem Arbeitstitel Dafür! auf der Bühne und im Orchestergraben des Opernhauses. Die vom Publikum gestürmte Produktion Papagena jagt die Fledermaus für Kinder von 6–9 Jahren wird im Dezember 2020 wiederaufgenommen. Neu inszeniert wird für dieselbe Altersgruppe im Februar und März 2021 die Abenteuerreise Figaro und die Detektive.

Orchester- und Chorpartner an der Wien

Mit dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien, den Wiener Symphonikern, dem Concentus Musicus Wien sowie dem Arnold Schoenberg Chor (Ltg. Erwin Ortner) stehen wieder erstklassige Klangkörper zur Verfügung, die im Rahmen mehrjähriger Verträge mit dem Theater an der Wien zusammenarbeiten. In der Kammeroper wird in bewährter Weise die Kooperation mit dem Bach Consort Wien und dem Wiener KammerOrchester weitergeführt, letztere übernehmen mit Porgy and Bess und An die Freude auch zwei Produktionen im „Großen Haus“.

Der Abonnement-Verkauf startete am 5. Mai 2020

Das Theater an der Wien bietet für die Saison 2020/21 eine reichhaltige Auswahl von Abonnements und Zyklen an. Attraktive Bedingungen gibt es vor allem für Frühentschlossene, die bei Kauf oder Verlängerung ihres Abonnements sowie bei Neuerwerb eines Zyklus bis zum 15. Juni 2020 eine Ermäßigung von bis zu 30 Prozent erhalten. Zur Auswahl stehen 36 Abonnements und Zyklen im Theater an der Wien und in der Kammeroper.

Abonnements können auch direkt ONLINE auf der Website theater-wien.at gebucht werden. Abo-Verlängerungen sind ebenfalls wieder online möglich.

TAGESKASSE im Theater an der Wien ab 6. Mai 2020 geöffnet
Aufgrund der aktuellen Situation gibt es eingeschränkten Öffnungszeiten im Mai 2020:
Von 6. bis 9. Mai 2020 in der Zeit von 11:00 bis 16:00 Uhr.
Ab 11. Mai 2020 immer Dienstag und Donnerstag von 11.00 bis 16.00 Uhr.

Einzelkartenverkauf ab 16. Juni 2020
Am 16. Juni 2020 um 10.00 Uhr beginnt der Einzelkarten-Vorverkauf ausschließlich für die Vorstellungen bis 31. Dezember 2020 an den Vorverkaufsstellen (Tageskasse Theater an der Wien, Wien-Ticket Pavillon) sowie telefonisch bei Wien-Ticket unter +43 (0)1 58885-111.

theater-wien.at


Am Dienstag, den 5. Mai stellten Intendant Roland Geyer und VBW-Geschäftsführer Franz Patay im Gespräch mit Kulturjournalist Peter Jarolin (Kurier) und den Künstlergästen Florian Boesch und Alfred Dorfer die Höhepunkte der kommenden Spielzeit 2020/21 vor.
Die Video-Präsentation des Saisonprogramms 20/21 auf YouTube: youtu.be