TEXTLAND-Literaturfest in Frankfurt/M und Frank Kunert auf der Frankfurter KunstSäule

Textland Frankfurt 2018 (© TEXTLAND-Literaturfest)

Das TEXTLAND-Literaturfest startet am Samstag, den 15.9., mit einem vielseitigen Programm zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur in der Evangelischen Akademie Frankfurt.

Eröffnen wird Armin Nassehi mit einem Plädoyer für offene Diskurse – so unterschiedlich sie auch sein mögen. TEXTLAND bietet ihnen Raum. Auf Podiumsdiskussionen, etwa zum Thema N-Wort, Sternchen und #metoo oder wie spielt die Zeit in die Sprache? mit Marjana Gaponenko, Max Czollek, Sharon Dodua Otoo und Insa Wilke, folgen moderierte Short-Cut-Lesungen. Im Late-Night-Talk mit Feridun Zaimoglu und Jamal Tuschick wird der literarisch-politische Schlagabtausch fortgesetzt – spontan und mit Schmackes.

Weiter geht es am Sonntagvormittag, 16.9., mit Abbas Khider und Dotschy Reinhardt, die an ihrem musikalisch-literarischen Rendezvous mit der deutschen Sprache teilhaben lassen, bevor es im Main Labor noch einmal politischer wird: Autorinnen und Autoren der jüngeren Generation aus zwei oder mehreren Sprach- und Kulturräumen wie Karosh Taha, Sandra Gugi? und Safiye Can diskutieren über Feminismus, Migration und die Zukunft der Literatur. Eine Antwort darauf bietet die Buchpremiere des Debütromans von Nather Henafe Alali zum Abschluss.

TEXTLAND will den aktuellen Abschottungstendenzen mit einem Fest der Vielfalt begegnen, zum Austausch ermutigen und den Blick in alle möglichen Richtungen erweitern – unbequeme nicht ausgeschlossen, neue Sichtweisen garantiert.

www.textland-online.de


Frankfurter KunstSäule

Die Frankfurter KunstSäule ist schon nicht mehr wegzudenken aus Sachsenhausen, bis zum 16.9. noch sind die Collagen der englischen Fotokünstlerin Julia Andrews-Clifford zu sehen. Am Mittwoch, den 19.9., um 19 Uhr wird die neue (6.) Schau mit einer Arbeit von Frank Kunert eröffnet.

Der Fotograf Frank Kunert hat lange in Frankfurt gelebt, so ist sein Interesse an Wasserhäuschen biografisch verankert. Mit feinem Sinn für Humor nennt er seine Arbeit auf der Frankfurter KunstSäule, ein abgesoffenes Kiosk, Im Rausch der Tiefe. Frank Kunerts Welt ist in drei Fotobüchern zu entdecken: Balkons ohne Türen, Autobahntunnel durch Wohnhäuser, überdimensionale Kochtöpfe als Schwimmbecken. Der Künstler baut seinen Ideen buchstäblich ein Haus, indem er sie in kleinen Modellkulissen inszeniert. Er gibt Gedanken- und Wortspielen dreidimensionale Gestalt und macht sie dadurch begreifbar.

Sein liebevoll-ironischer Blick auf die Menschen und die akribische Darstellung jedes einzelnen Gegenstandes geben seinem Werk Witz und Leichtigkeit. Kunerts aufwendig gebaute, geklebte, bemalte und mit einer analogen Großformatkamera fotografierte Modelle sind Spiegelbilder unserer Ängste, Nöte und Träume. Mal tragisch, mal lustig zeigen sie die Absurditäten des Alltags. Die blaue KunstSäule leuchtet mit diesem Werk durch den Herbst und Winter.

Zur Ausstellung erscheint im Frankfurter MeterMorphosen Verlag das Memospiel „Kleinanzeigen“, das 36 Motive Kunerts mit dazu passenden Anzeigentexten verbindet.

www.frankfurter-kunstsaeule.de