
1. Preis wurde zweimal vergeben. Rund 13.000 Zuschauer*innen verfolgten den Livestream.
Der 24-jährige Tenor Laurence Kilsby aus England und der 33-jährige Tenor Tae Hwan Yun aus Südkorea sind die Sieger des diesjährigen Heidelberger Frühling Wettbewerbs „Das Lied“. Der 1. Preis wurde zweimal vergeben. Die Klavierpartnerinnen waren Ella O’Neill aus England und Dokyung Han aus Südkorea. Der vom Juryvorsitzenden Thomas Quasthoff gegründete Gesangswettbewerb für Lied zählt zu den wichtigsten weltweit und fand nach vier Jahren pandemiebedingter Pause dieses Jahr zum dritten Mal in Heidelberg statt, ausgerichtet vom Heidelberger Frühling. Neben einem Preisgeld von jeweils 12 500 Euro ist der 1. Preis verbunden mit mehreren Konzertauftritten bei renommierten Konzertveranstaltern und Musikfestivals wie der Wigmore Hall, Oxford Lieder oder der Internationalen Hugo-Wolf-Akademie Stuttgart sowie einer professionellen Produktion in einem Rundfunkstudio, ermöglicht durch SWR2.

1. Preisträger Laurence Kilsby
Foto: Martin Walz (martinwalz.de)/Heidelberger Frühling

1. Preisträger Tae Hwan Yun
Foto: Martin Walz (martinwalz.de)/Heidelberger Frühling
Der 2. Preis wurde nicht vergeben. Der 3. Preis in Höhe von 7 500 Euro ging an die 33-jährige Sopranistin Alexandra Flood aus Australien. Als bester Pianist des Wettbewerbs und mit 5 000 Euro Preisgeld (gestiftet von Christa Tonnecker) wurde Yuhao Guo aus Deutschland ausgezeichnet. Den Publikumspreis (gestiftet vom Freundeskreis Heidelberger Frühling e.V.) in Höhe von 2 500 Euro erhielt Bariton Lars Conrad aus Deutschland. Zum ersten Mal konnte nicht nur vor Ort abgestimmt werden, sondern auch per Online-Voting aus aller Welt. Die Preisträger*innen erhielten außerdem diverse Notensachpreise, gespendet vom Verlag Schott Music.
131 junge Sänger*innen und Pianist*innen aus der ganzen Welt hatten sich für die Teilnahme beworben. Nach einer Vorauswahl wurden 27 Sänger*innen und 24 Klavierpartner*innen zugelassen. In der Jury saßen neben dem Vorsitzenden Thomas Quasthoff John Gilhooly (Direktor der Londoner Wigmore Hall), Richard Stokes (Professor für Kunstlied an der Royal Academy of Music in London), James Taylor (Professor für Gesangspraxis an der Yale University, USA), die Sopranistin Juliane Banse, die Mezzosopranistin Bernarda Fink, die Liedpianisten James Baillieu und Justus Zeyen sowie Künstleragentin Helga Machreich. Das Wettbewerbsrepertoire umfasste ausgewählte Lieder von Aribert Reimann, Franz Schubert, Robert Schumann und Viktor Ullmann. Wettbewerbspianist war Alexander Fleischer.
Neben dem Publikum im Alten Saal des Theaters Heidelberg sahen bisher rund 13 000 Zuschauer*innen aus der ganzen Welt den Wettbewerb den Livestream. Alle Wettbewerbsbeiträg sind weiterhin auf dem YouTube-Kanal des Heidelberger Frühling Liedzentrums verfügbar.
Der biennal ausgetragene Wettbewerb „Das Lied“ ist ein Projekt des Heidelberger Frühling Liedzentrums, das 2016 gegründet wurde, um die Aktivitäten rund um das Lied zu bündeln und ein Zentrum für Ideenreichtum, Exzellenz und Kompetenz in Sachen Lied zu schaffen. Ehemalige Gewinner*innen sind Nikola Hillebrand, Samuel Hasselhorn, Hagar Sharvit oder Manuel Walser.
Über die ersten Preisträger
Laurence Kilsby ist ebenfalls Gewinner der Wigmore Hall/Bollinger International Song Competition 2022. Als jüngster Gewinner des 13. Internationalen Cesti-Wettbewerbs gab er in der vergangenen Saison sein Debüt beim Festival d’Aix-en-Provence, tourte mit dem Orchestra of the Age of Enlightenment und dem Ensemble Pygmalion (Johannes-Passion) und nahm bei Renée Fleming am Carnegie Hall SongStudio teil. Zu den jüngsten Engagements gehörten „L’Orfeo“ (Nederlandse Reisopera), „A Little Night Music“ (Opera North) und Peter Sellars‘ Inszenierung der Johannes-Passion mit dem Orchestra of the Age of Enlightenment und Sir Simon Rattle. Er gab Liederabende beim International Lieder Festival Zeist, Snape Maltings, der Akademie der Künste gegeben und ist mit Malcolm Martineau auf dem Album „The Call“ zu hören.
Tae Hwan Yun absolvierte sein Gesangsstudium an der University of Suwon sowie an der Musikhochschule Mannheim. Er ist Preisträger mehrerer Internationaler Gesangswettbewerbe. Erste Bühnenerfahrungen sammelte er in „L’elisir d’amore“ in Südkorea und in „Cosi fan tutte“ in Neustadt an der Weinstraße. Von 2018 bis 2020 war er Mitglied im Opernstudio am Pfalztheater Kaiserslautern. In der Spielzeit 2021/22 gastierte er am Theater Passau, war in Giuseppe Verdis „Ernani“ sowie in Clemens von Franckensteins Oper „Li-Tai-Pe“ an der Oper Bonn zu Gast sowie bei den Eutiner Festspielen in „Madame Butterfly“ zu erleben. 2022/23 ist er als Ensemblemitglied an die Oper Bonn zurückgekehrt. Außerdem übernimmt er an der Deutschen Oper am Rhein zwei Partien in Francesco Cileas „Adriana Lecouvreur“.
Mehr Informationen unter heidelberger-fruehling.de.