Tanzkongress 2022 in Mainz

Soul Chain ~ tanzmainz ~ Ensemble ~ © Andreas Etter

Für den alle drei Jahre an wechselnden Orten und turnusgemäß im Jahr 2022 stattfindenden Tanzkongress wurde Mainz als nächster Austragungsort ausgewählt. Die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt konnte mit ihrer Bewerbung Vorstand und Stiftungsrat überzeugen, dass sie mit ihrem Staatstheater als Zentrum des Tanzkongresses beste Bedingungen für die Austragung des deutschlandweit renommiertesten Ereignisses für die zeitgenössische Tanzszene bietet und als Gastgeberin des internationalen Festivals eine ausgezeichnete Infrastruktur vorweisen kann.

Nach dem legendären Vorbild der Tänzerkongresse der 1920/30er Jahre, mit denen Mary Wigman und Gret Palucca die verschiedenen Tanzszenen in Deutschland zusammengeführt hatten, wiederbelebte die Kulturstiftung des Bundes im Jahr 2006 diese Tradition in zeitgemäßer Form. Der erste Tanzkongress fand in Berlin statt, es folgten Kongresse in Hamburg (2009), Düsseldorf (2013) und Hannover (2016). Für die fünfte Ausgabe 2019 in Dresden und dem Europäischen Zentrum der Künste in Hellerau wurde die renommierte Choreographin Meg Stuart mit der künstlerischen Leitung beauftragt.

Der Tanzkongress findet alle drei Jahre an wechselnden Aufführungsorten in Deutschland statt. Auf der Grundlage einer bundesweiten Ausschreibung konnten sich bis zum Frühjahr 2020 interessierte Städte als Austragungsort für den Tanzkongress im Jahr 2022 bewerben. Auf Empfehlung des Vorstands der Kulturstiftung des Bundes entschied sich der Stiftungsrat für die Stadt Mainz als Gastgeber mit dem Veranstaltungsort Staatstheater Mainz.

Für diese Empfehlung des Vorstands waren folgende drei Aspekte ausschlaggebend:

Modell Mainz – Verbindung von Repertoirebetrieb und Freier Szene
Das Ensemble von tanzmainz hat sich in den letzten Jahren zu einem national und international erfolgreichen Modell für eine zukunftsweisende Verbindung zwischen festen Ensemblestrukturen und ästhetischer Produktivität der Freien Szeneentwickelt. Dabei spielt vor allem ein neues (Selbst)Verständnis der Tänzerinnen und der Künstlerischen Leitung eine wesentliche Rolle. Die Zusammenarbeit wird als gemeinsamer künstlerischer Prozess gestaltet, die Tänzerinnen und Tänzer sind eng in die Programmkonzeption und die Auswahl der Choreographen eingebunden; ästhetische Impulse kommen von außen durch das Engagement von Choreographinnen aus der freien Szene und können daher ein breites Spektrum verschiedener Ansätze widerspiegeln. In Mainz wurde ein Modell erarbeitet, das national und international Erfolge feiert und zugleich eine strukturelle Perspektive für die vielen, kleineren und mittelgroßen Stadttheatercompagnien in Deutschland darstellt.

Die geographische Lage – jenseits der Metropolen
Ein weiteres Kriterium für die Auswahl ergibt sich aus der geographischen Lage. Die Stadt Mainz liegt innerhalb Deutschlands zentral, zugleich jedoch abseits der klassischen Tanzzentren; sie stellt mit gut 250.000 Einwohnern eine eher kleine Großstadt dar, ermöglicht aufgrund ihrer Nähe zum Rhein-Main-Gebiet jedoch die Einbindung von benachbarten Tanzszenen wie von Kreativmilieus naheliegender Universitätsstädte.

Die räumliche Situation – zentral und vielseitig
Das Drei-Sparten-Haus liegt in der Innenstadt und ist vom Bahnhof fußläufig erreichbar. Im Großen und Kleinen Haus des historischen Gebäudes stehen zwei sogenannte Vollbühnen mit knapp 1000 bzw. gut 400 Plätzen zur Verfügung. Darüber hinaus bietet das technisch komplett sanierte Haus einen großen Ballettsaal sowie verschiedene Proben- und Übungsräume für Praxis-Workshops und interdisziplinäre Debatten.

Die Kulturstiftung des Bundes stellt für die Durchführung des TANZKONGRESS in Mainz im Jahr 2022 950.000 Euro zur Verfügung.

www.kulturstiftung-des-bundes.de / www.staatstheater-mainz.de