Südkoreanische Sounds neu aufgelegt im Koreanischen Kulturzentrum Berlin

Soundtrack: Biotope – Temporary Protectorate“ beleuchtet die politische Geschichte Südkoreas anhand popkultureller Entwicklungen

20. September – 16. November 201
gallery damdam, Koreanisches Kulturzentrum Berlin


SOUNDTRACK Biotope – Temporary Protectorate
© Youngho Lee

Mit „Soundtrack: Biotope – Temporary Protectorate“ präsentiert das Koreanische Kulturzentrum Berlin ein audio-visuelles Ausstellungsprojekt, das sich mit der Frage befasst, wie westliche Musik und Musikeinflüsse der 60er und 70er Jahre die Populärmusik Südkoreas prägten und noch bis heute Faktoren sind.

Anhand historischer Aufzeichnungen, die durch verschiedene Medien wie 16mm-Filminstallation, Soundinstallation, Video und Fotografie dargestellt werden, gibt die südkoreanische Künstlerin Youngho Lee Aufschluss über die Entwicklung des musikalischen „Rhythmus“ der Stadt Seoul und Südkoreas insgesamt.

In den 70er Jahren entwickelte sich dort eine Musik, die nicht für das amerikanische Militär, sondern für die koreanischen Massen bestimmt war. Es war eine Ära, in der die traditionelle Kultur und der koreanische Stil neu interpretiert wurden, was zu einem Output an einzigartigen musikalischen Formen führte: mit traditionellen Instrumenten aufgeführte westliche Pop- und Unterhaltungsmusik zum Beispiel oder koreanische Volkslieder, die von psychedelischen Rockbands vertont wurden und vieles mehr. Dieses Kulturgut möchten wir beleuchten und damit auch ein Stück politische Geschichte erzählen.“, berichtet die Künstlerin Youngho Lee.


Min Jun Park (Foto: 40jin)

Der Entwicklungsprozess dieser kulturellen Verschmelzung wurde zeitweise aufgrund der besonderen politischen Situation unterbrochen, für wertlos erachtet und nicht angemessen aufgezeichnet.

Auf der Grundlage einer Reihe von Materialien, die in Zusammenarbeit mit dem südkoreanischen Musikproduzent, DJ und Musikarchivar Min Jun Park entstanden sind, der die südkoreanische Musik seit langem erforscht und archiviert, wird ein Digitalisierungsprojekt vorgestellt, das traditionelle Musikelemente, die koreanische Minyo (Volksmusik) und zeitgenössische Elemente miteinander verknüpft, um neue Klangwelten zu erschaffen.

Die Ausstellung eröffnet mit einem Künstlerempfang am 19. September um 19 Uhr und einer musikalischen Hommage an die vergessene südkoreanische Musik der 1960er und 70er Jahre von Min Jun Park alias DJ Soulscape.

Der Eintritt ist frei.

kulturkorea.org