Strauss´ »Salome« ab 1. März 20 an der Oper Frankfurt

Salome ~ Oper Frankfurt ~ Salome (Ambur Braid) und die fünf Juden ~ © Monika Rittershaus

Mit der am 9. Dezember 1905 im Königlichen Opernhaus Dresden uraufgeführten Salome gelang Richard Strauss (1864-1949) der internationale Durchbruch als Opernkomponist. In diesem auf einem skandalösen Sujet basierenden Musikdrama entwickelte er eine Klangsprache, die weit über diejenige seiner Zeitgenossen hinausreicht. Bereits vier Jahre im Anschluss an die Uraufführung seiner dritten Oper konnte Strauss mit der ebenfalls in Dresden erstaufgeführten Elektra an seinen Erfolg anknüpfen. Der Text des Komponisten geht auf Hedwig Lachmanns deutsche Übersetzung des gleichnamigen Dramas Salome von Oscar Wilde (1891) zurück. An der Oper Frankfurt erfolgte die letzte Neuinszenierung des Einakters 1999 durch Christof Nel.

König Herodes hält den Propheten Jochanaan gefangen, doch seine Stieftochter Prinzessin Salome, Tochter der Herodias, verlangt, diesen zu sehen. Der Prinzessin verfallen, gibt der Hauptmann Narraboth deren Verlangen trotz des ausdrücklichen Verbotes des Herrschers nach. Als Salome auf Jochanaan trifft, weist dieser sie zurück, woraufhin der von Eifersucht geplagte Narraboth Selbstmord begeht. Ihr lüsterner Stiefvater verlangt, dass die vom Propheten Verfluchte für die feiernde Gesellschaft tanzt. Sie lehnt zunächst ab, leistet der Aufforderung schließlich unter der Prämisse, jeden Wunsch erfüllt zu bekommen, mit dem „Tanz der sieben Schleier“ Folge und fordert im Gegenzug Jochanaans Kopf. Jegliche Umstimmungsversuche des entsetzten Tetrarchen bleiben erfolglos. Salome küsst den Mund des auf dem Silbertablett liegenden Hauptes und wird auf Herodes’ Befehl hin ebenfalls getötet.

Die musikalische Leitung liegt bei der deutschen Dirigentin Joana Mallwitz. Sie ist seit 2018/19 Generalmusikdirektorin am Staatstheater Nürnberg und wurde jüngst vom Fachmagazin Opernwelt als „Dirigentin des Jahres“ 2019 sowie als „Beste Dirigentin“ mit dem Oper! Award ausgezeichnet. An der Oper Frankfurt debütierte sie 2016/17 mit Debussys Pelléas et Mélisande und kehrte u.a. in dieser Saison mit Faurés Pénélope zurück. Die Inszenierungen von Barrie Kosky, seit 2012/13 Intendant und Chefregisseur der Komischen Oper Berlin, werden international gezeigt: Carmen wurde nach der Frankfurter Premiere 2016 vom Royal Opera House Covent Garden in London sowie der Königlichen Oper in Kopenhagen leihweise übernommen und kehrt in Kürze an den Premierenort zurück. Zu seinen jüngsten Arbeiten gehört Alexander Borodins Fürst Igor an der Pariser Opéra Bastille. In der Titelpartie debütiert die kanadische Sopranistin Ambur Braid. Seit 2018/19 im Ensemble, überzeugte die Sängerin bereits u.a. als Königin der Nacht (Die Zauberflöte) und Elektra (Idomeneo). Der weltweit gefragte Bariton Christopher Maltman (Jochanaan) ist hier derzeit auch in der Titelpartie von Rigoletto zu erleben. Regelmäßig gastiert der Brite bei den Salzburger Festspielen und an der Metropolitan Opera in New York. Nahezu alle übrigen Partien sind mit Mitgliedern des Frankfurter Ensembles und Opernstudios besetzt, darunter auch der Tenor AJ Glueckert (Herodes) und die Mezzosopranistin Claudia Mahnke (Herodias).


Salome

Drama in einem Aufzug

Von: Richard Strauss

Premiere an der Oper Frankfiurt: 1. März 20

Musikalische Leitung: Joana Mallwitz
Inszenierung: Barrie Kosky
Bühnenbild und Kostüme: Katrin Lea Tag
Licht: Joachim Klein
Dramaturgie: Zsolt Horpácsy

Besetzung:

Salome: Ambur Braid
Jochanaan: Christopher Maltman
Herodes: AJ Glueckert
Herodias: Claudia Mahnke
Narraboth: Gerard Schneider
Ein Page der Herodias: Katharina Magiera
1. Jude: Theo Lebow
2. Jude: Michael McCown
3. Jude: Jaeil Kim
4. Jude: Jonathan Abernethy
5. Jude: Alfred Reiter
1. Nazarener: Thomas Faulkner
2. Nazarener: Danylo Matviienko °
1. Soldat: Dietrich Volle
2. Soldat: Pilgoo Kang °
Ein Sklave: Chiara Bäuml

Frankfurter Opern- und Museumsorchester
° Mitglied des Opernstudios

Weitere Vorstellungen: 5., 8., 13., 20., 26., 29. (15.30 Uhr; mit kostenloser Betreuung von Kindern zwischen 3 und 9 Jahren) März, 4., 10. (18.00 Uhr), 13. (18.00 Uhr) April 2020
Mit freundlicher Unterstützung der DZ Bank AG und des Frankfurter Patronatsvereins – Sektion Oper

oper-frankfurt.de