Staatstheater Nürnberg Schauspiel präsentiert Online-Uraufführung von »Isola«

Staatstheater Nürnberg Schauspiel „Isola“ (UA) von Philipp Löhle, Regie: Jan Philipp Gloger, Premiere: 26. Feb. 2021, im Bild (v.l.n.r.): Tjark Bernau, Stephanie Leue, Annette Büschelberger, Lou Strenger, Justus Pfankuch (Konrad Fersterer ~ konradfersterer.com)

Das neueste Stück von Philipp Löhle in der Inszenierung von Schauspieldirektor Jan Philipp Gloger feiert als Theaterfilm am 26. Februar Online-Premiere

Am 26. Februar geht das Schauspiel des Staatstheaters Nürnberg mit dem Theaterfilm „Isola (UA)“ online. Gemeinsam haben Schauspieldirektor Jan Philipp Gloger, Videokünstler Sami Bill und Hausautor Philipp Löhle dessen jüngstes Stück filmisch umgesetzt.

In der Filmregie von Sami Bill wird aus Jan Philipp Glogers Inszenierung ein ganz eigenes theatrales Erlebnis, das einen späteren Besuch der Vorstellung im Nürnberger Schauspielhaus nicht ersetzen will. Die Online-Uraufführung wird begleitet von einer Live-Einführung und einem Live-Nachgespräch, an dem sich das Publikum über den YouTube-Chat oder über Email beteiligen kann.

„Isola“ ist am 26.02. um 19.30 Uhr als YouTube-Stream auf dem Kanal des Staatstheaters Nürnberg verfügbar und ohne Anmeldung zugänglich. Der Film bleibt 48 Stunden abrufbar. Eine Wiederholung, ebenfalls mit Live-Nachgespräch, ist für den 20. März geplant. Die Online-Premiere von „Isola“ ist Teil des derzeit stattfindenden digitalen Schauspielprogramms am Staatstheater Nürnberg.

Im Jahr 1838 ist Professor Ambrosius Freudenbach auf dem Weg zu seinem Jugendfreund Friedrich Wilhelm von Munk, der zu einem großen Fest auf seine Burg geladen hat, um den lang ersehnten Tod des tyrannischen Vaters zu feiern. Ein Meer von Kerzen, ausgelassene Gäste, ein Rausch und plötzlich: ein Toter. Die Angst geht um und während sich die Gesellschaft in den Ballsaal ein-schließt, fordert das Unbekannte draußen weitere Opfer. In „Isola“ nimmt Hausautor Philipp Löhle die Coronakrise und deren Auswirkungen auf unser Zusammenleben als Folie und Assoziationsraum. Inspiriert von Schauerromantik und Horrorfilmen skizziert er eine übersatte Gesellschaft die am Rand des Abgrunds tanzend dessen Tiefe leugnet. Das Auftragswerk sollte im Dezember 2020 im Nürnberger Schauspielhaus Premiere haben, gelangte pandemiebedingt aber bislang nicht zur Uraufführung. „Philipp Löhles Coup ist, dass er sich mit Corona auseinandersetzt, ohne unsere triste Realität abzubilden“, erklärt Regisseur Jan Philipp Gloger. „Das Biedermeier, in das er uns mit-nimmt, ist ein viel reizvollerer Spiegel für heute. Dem Paradox, dass das Stück eine Pandemie reflektiert, die gleichzeitig verbietet, es zu spielen, begegnen wir, indem wir es als Theaterfilm uraufführen.“

Video-Künstler Sami Bill, Philipp Löhle und Jan Philipp Gloger haben sich dabei in enger Zusammenarbeit bewusst für filmische Mittel, eine eigene Fassung und klare Fokussetzung entschieden, um dem Medium Film gerecht zu werden. Filmregisseur Sami Bill war bereits von Beginn an Teil des Produktionsteams der Bühneninszenierung und ist so mit dem Stück bestens vertraut. Stil und Inszenierung von Jan Philipp Gloger sollten erhalten bleiben, ohne das Stück wie eine abgefilmte Bühneninszenierung wirken zu lassen. „Sami Bill hat sich zwischen den Schauspielerinnen und Schauspielern frei bewegen können. Dadurch konnten sie reduzierter und filmischer spielen und die Zuschauerinnen und Zuschauer sehen nicht die ganze Zeit eine Totale“, erklärt Autor Philipp Löhle. „Sami Bill hatte zudem die Idee, das Stück mit Filmtricks um Effekte zu ergänzen, die so teilweise auf der Bühne gar nicht möglich sind.”

Jan Philipp Gloger ist es ein besonderes Anliegen, die Online-Premiere, die 48 Stunden im Netz abrufbar sein wird, mit einem Nachgespräch zu verbinden, in das sich das Publikum über Chat und die E-Mailadresse live@staatstheater-nuernberg.de einbringen kann. „Unsere Kunst lebt ja vom Ping-Pong zwischen Bühne und Zuschauerraum, von der Reaktion des Publikums“, betont Gloger. Eine Wiederholung von „Isola“ mit Live-Austauschmöglichkeit über den Youtube-Chat ist für den 20. März geplant.

Zur Person – Sami Bill, Video-Designer

Sami Bill, 1977 in Düsseldorf geboren, studierte Szenische Künste an der Universität Hildesheim. Seine Szenografien, Bühnenbilder, Videoarbeiten und Bühnenprojektionen führten ihn u. a. ans Staatsschauspiel Dresden, das Maxim Gorki Theater Berlin, das Düsseldorfer Schauspielhaus, das Schauspiel Stuttgart, das Schauspiel Frankfurt, das Thalia Theater Hamburg und das Deutsche Schauspielhaus Hamburg. Von 2009 – 2011 war er Leiter der Medienwerkstatt Berlin des bbk-berlin und Coach für den Theater-Performancewettbewerb UNART 2010 und 2012. Zudem war er Lehrbeauftragter an der Leibniz Universität Hannover, der Frankfurt University of Applied Science sowie der European Management School Mainz.

Online-Premiere von »Isola«

Am 26.02.2021 um 19.30 Uhr auf dem YouTube-Kanal des Staatstheaters Nürnberg: youtu.be

Weitere Informationen zur Inszenierung im „Digitalen Fundus“:
staatstheater-nuernberg.de und staatstheater-nuernberg.de

Digitales Programm Schauspiel: staatstheater-nuernberg.de

Isola (UA)

Von: Philipp Löhle

Die Inszenierung von Jan Philipp Gloger als Theaterfilm von Sami Bill
Filmregie & -schnitt: Sami Bill
Konzept & Drehbuch: Sami Bill, Jan Philipp Gloger, Philipp Löhle
Musik & Tonschnitt: Kostia Rapoport
Online-Uraufführung: Fr., 26. Februar 2021 um 19.30 Uhr

Theaterinszenierung:
Regie: Jan Philipp Gloger
Bühne: Franziska Bornkamm
Kostüme: Uta Meenen
Musik: Kostia Rapoport
Video: Sami Bill
Licht: Tobias Krauß
Dramaturgie: Brigitte Ostermann

Es spielen: Annette Büschelberger, Stephanie Leue, Lou Strenger, Tjark Bernau, Janning Kahnert, Justus Pfankuch, Maximilian Pulst, Raphael Rubino

Aufführungsdauer Film: 1 Stunde 40 Minuten, im Anschluss Nachgespräch