Staatstheater Mainz wird Modellprojekt

Außenansicht des Staatstheater Mainz (Archivbild; © Andreas Etter)

Seit Dienstagmittag ist klar: Ab Donnerstag, 3. Juni 2021, dürfen am Staatstheater Mainz im Großen Haus 350 und im Kleinen Haus 170 Besucher*innen Platz nehmen. Das Staatstheater Mainz hat im Rahmen der neuen Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes Rheinland-Pfalz die Erlaubnis erhalten, ein Modellprojekt zu werden und ist damit nicht mehr an die pauschale Platzreduzierung auf 100 Personen gebunden.

Die Stadt Mainz hat in engem Austausch mit den Projektbeteiligten und dem rheinland-pfälzischen Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit eine entsprechende Allgemeinverfügung entwickelt und am heutigen Tage erlassen, damit der Vorstellungsbetrieb am Donnerstag, den 03.06.2021 wie geplant starten kann.

Durch das Modellprojekt soll Kultur wieder unter sicheren Rahmenbedingungen erlebbar gemacht werden. Dafür schließen sich das Theater und die Universitätsmedizin Mainz in Kooperation mit dem Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz und dem Gesundheitsamt Mainz-Bingen zu einer Partnerschaft zusammen, um die Kompetenzen der Medizin und die Möglichkeiten des Theaters miteinander zu verknüpfen. Medizin und Kultur müssen keine Gegensätze sein. Gemeinsame kulturelle Erlebnisse können sehr wertvoll sein, um über den Pandemiealltag hinaus eine wohltuende Erweiterung des Horizonts oder einfach eine Ablenkung von den derzeitigen Problemen und Ängsten zu ermöglichen.

Oberbürgermeister Michel Ebling freut sich, „dass die Landeshauptstadt zur Modellkommune für Kultur in Rheinland-Pfalz wird. Mit dem Staatstheater und der Universitätsmedizin haben wir in Mainz gleich zwei Spitzeneinrichtungen aus den Bereichen Kultur und Medizin, deren Zusammenarbeit bei diesem Vorhaben einzigartige Chancen bietet. Mit den bei diesem Modellprojekt gesammelten Erfahrungen bieten wir Kulturschaffenden eine Perspektive für Kunst und Kultur in Zeiten einer Pandemie. Hier kann die Stadt Mainz ein Musterbeispiel für das ganze Land werden.“

Im Rahmen des Modellprojekts stehen die nun stattfindenden Vorstellungen unter besonderen Hygienestandards: Nicht nur die gelernten AHA-Regeln, sondern auch andere Aspekte wie z. B. Wegeführungen, Lüftungskonzepte, Reinigungspläne, strikte Platzzuweisung an die Besucher*innen machen die Vorstellungen sicher. Bereits im letzten Jahr hat das Staatstheater gemeinsam mit der Universitätsmedizin Mainz sein Hygienekonzept entwickelt und erfolgreich umgesetzt. Der stellvertretende Leiter der Abteilung für Hygiene und Infektionsprävention der Universitätsmedizin Mainz, Dr. Wolfgang Kohnen, wird auch die aktuelle Umsetzung prüfend begleiten, um sie bei Bedarf an die Situation anzupassen.

„Als Universitätsmedizin Mainz sind wir stolz und glücklich, unsere Expertise für die Menschen, und nun auch für die Kultur und das gesellschaftliche Leben einbringen zu können. Als größtes Krankenhaus im Lande mit einer seit vielen Jahrzehnten bestehenden Abteilung für Hygiene und Infektionsprävention befinden wir uns von Anfang an im Zentrum der Pandemiebekämpfung. Wie alle hat uns diese Zeit herausgefordert, aber sie war auch sehr lehrreich. Dies können wir nun auch im Rahmen dieses Projektes nutzen, denn gerade hier zeigt sich: Eine adäquate Hygiene bietet die Chance auf mehr Lebensqualität“, betont Dr. Kohnen.

Um im Rahmen des Modellprojektes eine umfangreiche Testung des Publikums zu gewährleisten, hat das Staatstheater in Kooperation mit der Universitätsmedizin Mainz und dem Malteser Hilfsdienst bereits Mitte Mai eine Teststelle in den Räumlichkeiten des Restaurants Zum Grünen Kakadu aufgebaut, die für Mitarbeiter*innen und Besucher*innen erste Anlaufstelle sein soll. In den Vorstellungen sind nur negativ getestete Personen (oder vollständig Geimpfte / Genesene) zugelassen.

Die Besucher*innen werden direkt im Anschluss an die und bis zu 14 Tage nach der Vorstellung gebeten, Feedback über die Situation während der Veranstaltung sowie über mögliche Infektionszeichen zu geben. Sollten im Nachgang COVID-19-Fälle auftreten, so werden diese virologisch untersucht, um mögliche Übertragungswege eruieren zu können. Ziel der Modellstudie ist zu zeigen, dass Veranstaltungen unter den gesetzten Hygienestandards sicher sind.

Intendant Markus Müller ist allen Projektpartnern sowie der Stadt Mainz und dem Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit für die uneingeschränkt kooperative Zusammenarbeit und Unterstützung sehr dankbar. „Endlich wieder für unsere Besucher*innen da sein zu können und das zu tun, was unsere größte Kompetenz ist, nämlich Theater in all seinen Facetten zu zeigen, erfüllt mich mit großer Begeisterung. Gleichzeitig freue ich mich auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse des Projektes und die Chancen, die uns diese großartige Kooperation bietet“.

„Ich freue mich, dass das Theater Mainz nach so vielen Monaten seine Türen öffnet und Kultur wieder erlebbar macht. Gemeinsam haben die Menschen im Land viel erreicht und Dank der sinkenden Inzidenzzahlen, konnte in der neuen Coronaverordnung, die heute in Kraft tritt, auch die Öffnung von Kultureinrichtungen wieder möglich gemacht werden. Ich wünsche allen Künstlerinnen und Künstlern eine erfolgreiche Premiere und den Besucherinnen und Besuchern eine unvergessliche Aufführung“, so Dr. Denis Alt, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit.

Von Donnerstag bis zum 18. Juli dürfen sich Besucher*innen auf ein vielfältiges Programm im Theater freuen. Karten gibt es telefonisch, per Mail und persönlich an der Theaterkasse, aktuell beispielsweise für Die Fledermaus oder La finta giardiniera im Großen Haus sowie für Herr Lehmann oder Tage des Verrats im Kleinen Haus.

Regeln für Theaterbesucher*innen im Überblick:

  • Zur Vorstellung ist ein offiziellen Nachweis eines negativen COVID-19-Tests mitzubringen, der nicht älter als 24 Stunden ist. Der Nachweis der vollständigen Impfung vor mindestens 14 Tagen sowie der Nachweis einer Genesung, die nicht länger als 6 Monate zurückliegt, ersetzt das negative Testergebnis.
  • Zu Personen anderer Haushalte ist stets ein Abstand von 1,5 m einzuhalten.
  • Das Tragen einer gut sitzenden medizinischen Maske bis zum Sitzplatz ist verpflichtend. Die Besucher*innen werden gebeten, sie auch während der Vorstellung zu tragen.
  • Zuschauer sind gebeten, sich während des Theaterbesuchs an die allgemeinen Hygiene-Empfehlungen zu halten und die Nies- und Hustenetikette zu wahren.
  • Für die Handhygiene stehen, neben dem Händewaschen, Desinfektionsmöglichkeiten zur Verfügung.
  • Die Garderobe ist mit an den Platz zu nehmen.
  • Es wird gebeten nur den gebuchten Sitzplatz einzunehmen.
  • Jede zweite Reihe in den Sälen bleibt frei, zwischen Besuchergruppen mit maximal 5 Personen aus verschiedenen Haushalten bleibt ein Platz frei.
  • Die hochleistungsfähigen Lüftungsanlagen der Zuschauerräume saugen Aerosole schnell nach oben ab und sorgen stets für Frischluft.
  • Aufgrund der aktuellen Corona-Bekämpfungsverordnung ist leider eine Bewirtung im Theater derzeit weder im Innen- noch im Außenbereich möglich.

    staatstheater-mainz.de