Staatsoper Stuttgart zeigt Jules Massenets »Werther«

Erste Opernpremiere mit Publikum seit Oktober vergangenen Jahres

Opernhaus der Staatsoper Stuttgart (Foto: Matthias Baus)

Die Staatsoper Stuttgart lädt ein zur ersten Opernpremiere mit Publikum seit Oktober vergangenen Jahres: Jules Massenets Werther kommt in einer Inszenierung von Felix Rothenhäusler und Team (Raum/Bühne: Katharina Pia Schütz, Kostüme: Elke von Sivers) am Sonntag, 11. Juli 2021 um 17 Uhr auf die Bühne des Littmann-Baus, in dem rund 700 Zuschauer*innen zugelassen sind. Die ursprünglich für den Herbst vergangenen Jahres geplante Premiere wird zusätzlich als Livestream übertragen. Die Titelrolle des Werther übernimmt der international gefragte Tenor Arturo Chacón-Cruz, Ensemblemitglied Rachael Wilson feiert als Charlotte ihr Rollendebüt. In den weiteren Partien debütieren ebenfalls Paweł Konik (Albert), Shigeo Ishino (Der Amtmann), sowie Aoife Gibney (Sophie). Das Staatsorchester Stuttgart unter der Leitung von Marc Piollet nimmt in voller Besetzung statt im Orchestergraben auf der Bühne Platz. Darüber hinaus singt der Kinderchor der Staatsoper Stuttgart. Der Livestream wird ermöglicht von der LBBW, dem Digitalpartner der Staatsoper Stuttgart.

Johann Wolfgang von Goethes Die Leiden des jungen Werthers von 1774 ist als sowohl autobiographisches wie auch dem Suizid eines Bekannten nachmodelliertes Selbstmordprotokoll bekannt. Der Franzose Jules Massenet interpretierte diesen „Trendsettertext“ einer ganzen europäischen Generation mehr als 100 Jahre nach seiner Entstehung noch einmal neu: Mit überbordend emphatischer Musik zeichnet er Werther als Emotions-Terroristen, auf dessen Versprechen eines anderen Lebens sich Charlotte gefährlich weit einlässt. „Massenet macht in seiner Oper alles direkter, er stellt Werther heraus, lässt die Figuren in ihrer Vereinzelung aufeinanderprallen. Die Oper ist die radikal werdende Liebesemphase. Sie will nichts sein als das, und entwirft darüber hinaus kein soziales Tableau, es gibt nichts als das Verlangen, das radikale Suchen einer einzigen Gestalt“, so Regisseur Felix Rothenhäusler.  Mit seinem Team und Dirigent Marc Piollet hat er einen musikalisch-szenischen Raum kreiert, der Werther und Charlotte in eine Arena des außer-sich-Geratens wirft und fragt, welche Intensitätserfahrung wir im Theater suchen.

Felix Rothenhäusler ist seit der Spielzeit 2012/13 Hausregisseur im Schauspiel am Theater Bremen, wo er zeitgenössische Roman- und Serienstoffe sowie klassische Werke inszenierte. In den letzten Jahren ist er verstärkt auch im Musiktheater tätig, hier erarbeitete er am Theater Bremen u.a. Le nozze di Figaro sowie Die Fledermaus und beschäftige sich bereits mit Massenets Werther. An der Staatsoper Stuttgart debütiert er in der Spielzeit 2020/21 mit einer Neukonzeption von Werther.

Marc Piollet war von 2004 bis 2012 Generalmusikdirektor am Hessischen Staatstheater Wiesbaden und arbeitet weltweit mit bedeutenden Ensembles und an renommierten Opernhäusern. Bereits in den Jahren 2007 bis 2010 gastierte er an der Staatsoper Stuttgart und dirigierte Inszenierungen u.a. von Jenůfa und Herzog Blaubarts Burg. Zuletzt übernahm er 2019 die musikalische Leitung von Hoffmanns Erzählungen.

Preview auf YouTube: youtube.com


Jules Massenet: Werther

Lyrisches Drama in vier Akten und fünf Bildern
Libretto von Édouard Blau, Paul Milliet und Georges Hartmann nach dem Briefroman Die Leiden des jungen Werthers von Johann Wolfgang von Goethe in französischer Sprache

Premiere an der Staatsoper Stuttgart: 11. Juli 2021
Weitere Vorstellungen: 13. / 15. / 18. Juli 2021

Musikalische Leitung: Marc Piollet
Regie: Felix Rothenhäusler
Bühne: Katharina Pia Schütz
Kostüm: Elke von Sivers
Licht: Reinhard Traub
Kinderchor: Bernhard Moncado
Dramaturgie: Franz-Erdmann Meyer-Herder

Besetung:

Werther: Arturo Chacón-Cruz
Albert: Paweł Konik
Der Amtmann: Shigeo Ishino
Charlotte: Rachael Wilson
Sophie: Aoife Gibney

Solist*innen des Kinderchors der Staatsoper
Staatsorchester Stuttgart

staatsoper-stuttgart.de