Spielzeit 19/20 von theaterperiherie Frankfurt: GEGEN DEN STROM

Gegen den Strom © theaterperipherie Frankfurt/M

Die neue Spielzeit 19/20 steht unter dem Motto GEGEN DEN STROM.

Gegen den Strom ist eine Kampfansage. Denn es ist an der Zeit für eine solche! Es ist an der Zeit, wirklich zu kämpfen für eine Welt, in der niemand ausgeschlossen wird, in der niemand aufgrund von Religion, Aussehen, Herkunft, Geschlecht oder sexueller Orientierung diskriminiert oder (mit dem Leben) bedroht wird. Deswegen also eine Kampfansage: Gegen den Strom heißt gegen den Strom denken, argumentieren und für uns als Theater heißt es: Gegen den Strom Theater machen. Also: Gegen den Strom handeln. Das bedeutet für uns, neben Premieren und Wiederaufnahmen auch Veranstaltungsformate zu beherbergen, zu konzipieren und durchzuführen, die, noch mehr als es bisher geschah, gesellschaftliche und politische Fragen in den Raum werfen: Wer hat die Macht, zu entscheiden, was richtig ist und was falsch? Wer gestaltet wie unsere Gesellschaft? Wer entscheidet darüber, wer dazugehört und wer nicht? Wer definiert das WIR? Und zuletzt auch: Welche Aufgaben wollen und müssen wir als Theater und Kunst in dieser Gesellschaft übernehmen?

Jede*r einzelne mag sich machtlos fühlen in Anbetracht all der Bedrohungen, Fragen und Herausforderungen, die auf uns heute hier und jetzt zukommen, ja. Das alles macht Angst. Ja. Es passiert nicht nur weit weg, irgendwo da draußen, es passiert im Briefkasten, auf der ruhigen Straße nebenan und in der Öffentlichkeit. Ja. Das macht Angst. In dieser Zeit alleine zu sein, macht Angst.

Und hier hat das Theater eine große Chance: Es hat die Chance, ein Ort gegen die Einsamkeit zu sein, ein Ort für gemeinsames Denken und Handeln und ein Ort, um neue Wege der gegenseitigen Unterstützung miteinander auszuformen und auszuprobieren. Theater kann der Ort sein, an dem wir gemeinsam gegen den Strom handeln! Ja! Also, es ist an der Zeit, von den Fischen im Wasser zu lernen: Wenn es eng wird, rücken sie näher zusammen. Und schwimmen im Notfall sogar gegen den Strom.

Am 15. September wird in diesem Sinne die neue Spielzeit mit der Premiere von Sagt der Walfisch zum Thunfisch von Carsten Brandau eröffnet. Eine Neubearbeitung der Arche-Noah-Geschichte für Kinder ab 8 Jahre, Jugendliche und Erwachsene.

Im Anschluss findet dann unter der Fragestellung „Macht Theater Heimat?“ eine einmalige Veranstaltung von Junges Theater für Demokratie statt, bei der Fatma Aydemir mit einem Impulsvortrag und Lesung zu Gast sein wird.

Am 17.September folgt unter der Überschrift Bodytalk! mit den 14. Frankfurter Salongesprächen zur Mädchen*arbeit des Frauenreferats Frankfurt eine weitere Sonderveranstaltung, die pädagogische und künstlerische Perspektivem auf Körper zum Thema hat.
Im September haben wir ausserdem auf Grund des großen Erfolges noch ein letztes Mal unser kunstvoll-Theaterprojekt mit der Gutenbergschule Shaved New World auf dem Programm, nominiert für MIXED UP 2019 – Bundeswettbewerb für kulturelle Bildungspartnerschaften.

Bis Dezember folgen noch zwei weitere Premieren, zahlreiche Wiederaufnahmen und diverse Sonderveranstaltungen.

theaterperipherie.de


Sagt der Walfisch zum Thunfisch

Eine Neubearbeitung der Arche-Noah-Geschichte für Kinder ab 8 Jahre, Jugendliche und Erwachsene von Carsten Brandau

Premiere bei theaterperipherie Frankfurt: Sonntag, 15. September 19 (15.00) Uhr, im Titania Frankfurt

Regie: Ute Bansemir
Choreographie: Katharina Wiedenhofer
Dramaturgie: Klasse 2d der Günderrodeschule & Jan Deck
Bühne: Samira Behnam & Daniel Cuberos
Kostüm: Katja Quinkler
Regieassistenz/Musik: Hadi El-Harake
Lichtdesign: Jonathan Rosenbauer
Hospitanz: Elias Runer

Mit: Dori Antrie, Magdalena Wiedenhofer, Linus Koenig

ICH und DU stehen im Regen.
So unterschiedlich – wie es zunächst scheint – sind sie gar nicht. Merken sie doch recht schnell, dass ihre Herzen im selben Beat schlagen. Und im Regen kennenlernen, lässt es sich ja auch ganz gut. Würde der sich nicht langsam zu einer Überschwemmung entwickeln. Schwimmen können ICH und DU nämlich beide nicht. Also nichts wie hin zu dem trockenem Ort, der vor ihnen auftaucht.

Doch Noah, der Leiter des intergalaktischen Orchesters, verweigert ihnen den Eintritt. Sein Raumschiff, das sich vor der Sintflut in Raum und Zeit retten wird, ist voll.
Alle Plätze besetzt.
Oder gibt es da vielleicht doch noch einen einzigen?
Aber ICH und DU sind doch zwei.
Und aufgenommen werden sowieso nur Musiker.
Richtige Musiker, nicht welche mit so einem altmodischen Beat.

Bumm, Bumm.

„Keine Chance. So leid es uns tut.
Nicht jeder findet einen Platz in Noahs Arche.
So ist nun mal die alte Geschichte.“

Im Anschluss an die Premiere findet um 18 Uhr eine Veranstaltung von Junges Theater für Demokratie unter der Fragestellung MACHT THEATER HEIMNAT? statt, bei der Fatma Aydemir mit Impulsvortrag und Lesung zu Gast sein wird.

theaterperipherie im TITANIA, Basaltstr. 23, 60487 Frankfurt
Karten unter: 069 156 27 404, info@theaterperipherie.de und an der Abendkasse

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