Spielbetrieb der Städtische Bühnen Frankfurt und des Mousonturms bleiben bis Sommer eingestellt

Oper Frankfurt ~ Außenansicht (© Barbara Aumüller ~ www.szenenfoto.de)

Wegen der Corona-Pandemie finden an den Städtischen Bühnen Frankfurt und im Künstlerhaus Mousonturm in dieser Saison keine Vorstellungen mehr statt.

Grundlage sind die aktuellen Beschlüsse der Bundes- und Landesregierung, die bis Ende August keine Großveranstaltungen zulassen. Ob die Open Air-Sommerkonzerte des Mousonturms im Palmengarten („Summer in the City“, 21. Juli bis 25. August) gegebenenfalls in einer den behördlichen Vorgaben angepassten Form stattfinden, ist noch nicht entschieden.

„Die Absage der Vorstellungen in der laufenden Saison schmerzt sehr! In den Programmen der Institutionen steckt oft eine jahrelange Vorbereitung und die Intendanten, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch ich hatten bis zuletzt gehofft, den Spielbetrieb zeitnah wieder aufnehmen zu können. Die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher, aber auch der Beschäftigten auf und hinter der Bühne, in der Verwaltung und den Werkstätten, hat für uns jedoch oberste Priorität und selbst unter Berücksichtigung von Schutz- und Hygienemaßnahmen ist aktuell kein sorgloser Ablauf in den Häusern möglich. Die Häuser benötigen Planungssicherheit und die Verordnung von Bund und Land macht diesen Schritt jetzt notwendig“, erklärt Kulturdezernentin Ina Hartwig. Die derzeit geltenden Reisebeschränkungen verhindern zudem die An- und Rückreise vieler eingeladener Künstler, und die Abstandsregelungen würden zu stark verkleinerten Zuschauerkapazitäten und künstlerischen Beeinträchtigungen bei den vorgesehenen Vorstellungen führen.

Auch wenn noch unklar ist, unter welchen Bedingungen ein Vorstellungsbetrieb im Herbst gegebenenfalls wiederaufgenommen werden kann, weil dies maßgeblich von der weiteren Entwicklung der Pandemie und den verbundenen Auflagen der Bundes- und Landesregierung abhängt, bemühen sich das Kulturdezernat und die Theater um eine möglichst zeitnahe Wiedereröffnung.

Digitales Angebot der Häuser

Alle Institutionen bieten seit der Schließung digitale Alternativformate auf ihren Webseiten an: Seit dem 18. April läuft die Aktion „Oper Frankfurt zuhause“ über die Homepage der Oper Frankfurt mit Opernstreams, „Wohnzimmerkonzerten“ von Ensemblesängern, Talkrunden zu vergangenen und kommenden Produktionen, Konzerten von Musikern aus dem Frankfurter Opern- und Museumsorchester und vieles mehr. Alle Termine und Infos finden sich unter oper-frankfurt.de/zuhause im Internet.

Das Schauspiel Frankfurt hat auf seiner Homepage unter schauspielfrankfurt.de eine Art „Quarantäne-Theater“ etabliert und veröffentlicht täglich unter der Rubrik „Lyrische Hausapotheke“ ein neues Video, in dem ein Ensemblemitglied sein persönliches Lieblingsgedicht vorträgt. Noch mehr Quarantäne-Theater findet sich unter der Rubrik „Ensemble im Homeoffice“ mit Podcast-Lesungen oder auch Wohnzimmer-Theater. Im Stream waren zuletzt sechs der insgesamt neun Monodramen aus der Serie „Stimmen einer Stadt“ zu sehen. In den nächsten Tagen folgen Audio- und Videostreams mit Lars Brandt, Zsuzsa Bank und Martin Mosebach. Sie lesen aus ihren für das Schauspiel geschriebenen Monodramen, die aufgrund der Pandemie noch nicht zur Uraufführung kommen konnten.

Der Digitale Mousonturm (DMT) ist unter mousonturm.de/dmt bereits auf Sendung. Weitere medienspezifische digitale, künstlerische und diskursive Angebote sind in Planung. So bereite für Mai etwa die argentinische Künstlerin Lola Arias die digitale Lecture Performances–Reihe „My Documents“ vor und die Theaterwissenschaftlerin Sandra Noeth die Online-Gesprächs- und Diskussionsreihe „Unversehrtheit: Conversations on the Integrities of the Body“, beides Projekte mit Beteiligung internationaler Künstler. Darüber hinaus sind auch Projekte im öffentlichen Raum, die unter Einhaltung der behördlichen Vorgaben realisiert werden können, für die kommenden Monate geplant.

Wie wird mit bereits erworbenen Karten und Abonnements verfahren?

Für die Städtischen Bühnen gilt: Bereits erworbene Karten werden zurückgenommen. Dabei gilt, dass für Veranstaltungen vom 13. März bis 20. April entweder ein Gutschein oder der Kaufpreis rückerstattet wird, für alle Veranstaltungen ab dem 20. April bis zum Ende der Spielzeit die Rückerstattung in Form eines Gutscheines erfolgt. Die Abonnenten erhalten dementsprechend Tauschgutscheine. Wer möchte, kann den Wert seiner Karte spenden. Der Betrag hilft dann beispielsweise in der Oper dabei, kulante Regelungen für Gastkünstler zu finden, die am stärksten von Honorarausfällen betroffen sind. Im Moment ist die Theaterkasse mit der Beantwortung einer Vielzahl von Kundenanfragen beschäftigt, die so rasch wie möglich abgearbeitet werden. Die Städtischen Bühnen bitten daher um Verständnis, wenn es derzeit etwas länger als gewohnt dauert, bis auf einzelne Anfragen reagiert wird.

Für den Mousonturm gilt: Karten für verschobene Konzerte, Lesungen und Vorstellungen mit bereits bestätigtem neuen Termin behalten ihre Gültigkeit, Karten für abgesagte Veranstaltungen werden automatisch zurückerstattet. Bei Abonnements gibt der Mousonturm anteilig für die abgesagten Termine ungebundene, übertragbare Gutscheine ohne Ablaufdatum aus. Diese Gutscheine gelten für alle Veranstaltungen außer Sonderveranstaltungen im Bereich Musik und Lesung in der Preis-Kategorie des Abos.

Vor der automatischen Erstattung erhalten die Zuschauer eine E-Mail des für den Mousonturm zuständigen Ticketanbieters Reservix, der ihnen die Möglichkeit gibt, anstatt einer Erstattung den Kaufpreis der Karte an den Mousonturm zu spenden. Die Spenden werden unter anderem dafür genutzt, den freien Künstlern und Technikern für die ausgefallenen Aufführungen trotz höherer Gewalt Ausfallhonorare und Vorschüsse zu zahlen. [Quelle: Stadt Frankfurt/M]