Spektakuläres Residenzprogramm „Villa Jamm Artists“

Künstler-Sommer in Lahr bei Freiburg bis Mitte Oktober 2021

Villa Jamm (Foto: Stadt Lahr/Bamberger)

Die herrschaftliche Villa im Stadtpark von Lahr wird bald von vielen Prinzen und Prinzessinnen wach geküsst. Und zwar im Sommer, wenn sich das seit 2017 leerstehende Schmuckstück im idyllischen Stadtpark von Lahr bei Freiburg in eine Produktions- und Begegnungsstätte der Künste verwandelt. Bis Mitte Oktober 2021 wird in dem historischen Gebäude kreativ gewerkelt, geprobt, getanzt und musiziert. Nach dem endlos scheinenden Pandemie-Winter ein psychologisch enorm wichtiges kulturelles Frühlingserwachen: für die beteiligten Künstlerinnen und Künstler, für die Menschen in Lahr und der Ortenau und für ein neugieriges Publikum über die Region hinaus. Denn was hier entsteht, strahlt weit über den Schwarzwald hinaus.
Das Residenzprogramm Villa Jamm Artists versteht sich als ebenso offene wie gemeinschaftsfördernde Einladung an Kulturschaffende aller Sparten. In der Villa Jamm treffen sie für jeweils einen Monat in einem wahrhaft außergewöhnlichen Künstleratelier aufeinander. Das Ziel: gegenseitige Inspiration, zwanglose Zusammenarbeit über die Disziplinen hinweg, Dialog mit einer anteilnehmenden Öffentlichkeit – und vor allem: Freiheit. Vielfalt ist ebenso Trumpf bei den Formaten. Sie reichen von Konzert bis Opernaufführung, von Performance bis Installation und von Ausstellung bis Workshop. Die Fülle des Programms ist nahezu überwältigend.

Probenfotos Der Barbier von SevilLahr
Villa Jamm Artists
Ensemble (hinten: Christoph Seidl (Basilio) – Filippo Morace (Bartolo) – Iva Seidl (Berta) – Cornelia Lanz (Rosina) – Oscar de la Torre (Graf) – Frederik Baldus (Figaro); vorn: Michael Güttler (Dirigent))
Foto: Julia Kolev

Insgesamt 136 Künstlerinnen und Künstler sind an den 27 Produktionen und über 100 Workshops beteiligt. Zu den Highlights zählen die Rossini-Oper Der Barbier von SevilLahr mit dem jüngst gegründeten „Frischluft und Musik Festspiel-Orchester Ortenau“ unter der Leitung des renommierten Dirigenten Michael Güttler, eine Performance des Musiktheater-Kollektivs TRISOLDE, die inklusive, „lebende“ Musik-Tanz-Installation infect der freien bühne stuttgart und der Tanzkompagnie Szene 2wei Lahr sowie die Uraufführung tō’bo – Libelle der Komponistin Saskia Bladt für Ensemble und Flugzeug anlässlich des 50. Jahrestags der Umsiedlung und Neugründung des Lahrer Ortsteils Langenwinkel. Alle Veranstaltungen finden selbstverständlich statt unter Beachtung der jeweils aktuellen Coronaschutz-Bestimmungen – und fast immer open-air.

Erträumt, geplant und mit Leben erfüllt wurde Villa Jamm Artists von Cornelia Lanz, seit Anfang des Jahres Kulturamtsleiterin der Stadt Lahr. Die profilierte Mezzosopranistin wurde national bekannt als Mitbegründerin und Seele des Vereins Zukunft Kultur e.V. (früher Zuflucht Kultur), der mit auch medial viel beachteten Opernproduktionen viel zur Integration von Geflüchteten beitrug. Trotz Pandemie startete sie mit viel Schwung in ihr neues Leben. Schließlich gibt ihr die Position ganz andere Möglichkeiten, ihre Vision zu verwirklichen: Kultur nicht nur den „happy few“, sondern allen Menschen nahezubringen.
Offene Türen rannte sie damit bei Guido Schöneboom ein, dem Kulturbürgermeister von Lahr: „Villa Jamm Artists kommt zum richtigen Zeitpunkt. Dass wir Live-Kultur erleben, mehr noch, aktiv dabei sein dürfen, ist ein Geschenk für Lahr, die vielen Stadtpark-Besucher und für unsere Sommergäste.“


Residenzprogramm Villa Jamm Artists, Lahr (Ortenaukreis)

Sommerprogramm bis 17. Oktober 2021
Sämtliche Aufführungen open-air im Musikpavillon im Stadtpark (mit Ausnahme der Oktober-Veranstaltungen). Bei schlechtem Wetter im Parktheater.
Eintritt frei. Spenden willkommen!

Stadt der Künste: Im Sommer 2021 verwandelt sich Lahr in einen kulturellen „place to be“, wenn 136 Künstlerinnen und Künstler den Schwarzwaldort nach und nach in Besitz nehmen. Zu verdanken ist dieses kreative Abenteuer dem Residenzprogramm Villa Jamm Artists, das Kulturschaffende aller Sparten für jeweils vier Wochen nach Lahr einlädt. Die historische Villa Jamm als Atelier, Ausstellungsraum und Studio eröffnet ihnen den Freiraum, um in diesem Monat Projekte zu entwickeln und zu präsentieren – in großem Stil, mit hoher Reichweite und betont interdiszplinär. Entsprechend lag der Fokus bei der Auswahl der Villa Jamm Artists auf Vielfalt, Qualität und Kreativität. Die Formate reichen von Open-Air-Aufführungen und Ausstellungen über Pop-up-Events und partizipative Aktionen in der Stadt bis hin zu einem umfangreichen Workshop-Angebot, sowohl von Künstlerinnen und Künstlern aus der Region als auch von solchen, die sich bereits (inter)national einen Namen gemacht haben. Schon jetzt sind die Workshops hervorragend angenommen – erwartet werden um die 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter viele Kinder und Jugendliche.

Der Kopf hinter dem Residenzprogramm Villa Jamm Artists ist die Opernsängerin und Zukunft Kultur-Gründerin Cornelia Lanz, seit Anfang des Jahres Kulturamtsleiterin der Stadt Lahr. Mitten in der Pandemie hat sie in den vergangenen Monaten zusammen mit ihrem Team an ihrem großen „Projekt Hoffnung“ gearbeitet – immer mit Blick auf maximalen Coronaschutz für alle Beteiligten und das Publikum. In diesen Zeiten sind Prognosen ein Ding der Unmöglichkeit. Umso mehr heißt es Daumen Drücken, dass Villa Jamm Artists im Sommer wie geplant an den Start gehen kann. Die seit einigen Tagen unter 100 liegenden Inzidenzwerte geben jedenfalls Hoffnung, dass die für Monatsende geplanten Aufführungen auch tatsächlich – zumindest in kleinem Rahmen – über die Bühne gehen können.

Mehr Informationen zum Gesamtprogramm Villa Jamm Artists inklusive der Ausstellungen der Bildenden Künstler und Workshops finden sich auf kultur.lahr.de