Sinfoniekonzert der Robert-Schumann-Philharmonie live in Deutschlandfunk Kultur

Robert-Schumann-Philharmonie (Foto: Nasser HashemiI

Am Freitag, 7. Mai 2021, 20.03 Uhr überträgt Deutschlandfunk Kultur das 8. Sinfoniekonzert der Robert-Schumann-Philharmonie live aus der Stadthalle Chemnitz.

Auf dem Programm stehen die Konzertarie Ch‘io mi scordi di te? – Non temer, amato bene KV 505 sowie das Konzert für Klavier und Orchester Nr. 12 A-Dur KV 414 von Wolfgang Amadeus Mozart, außerdem Harald Genzmers Prolog II (1991) sowie Paul Hindemiths Sinfonische Metamorphosen nach Themen von Carl Maria von Weber. Die Leitung liegt in den Händen des Chemnitzer Generalmusikdirektors Guillermo García Calvo, darüber hinaus tritt er aber auch als Pianist der beiden Mozart-Werke in Erscheinung. Als Gesangssolistin ist die ägyptische Sopranistin Fatma Said zu erleben.

Nachdem im Oktober 2020 bereits das 1. Sinfoniekonzert (das einzige mit Publikum in dieser Spielzeit) mit Werken von Alexander Arutjunjan und Dmitri Schostakowitsch von Deutschlandfunk Kultur live ausgestrahlt wurde, setzt sich mit dem jetzigen Konzert die erfolgreiche Reihe der Rundfunkübertragungen bei diesem bedeutenden Kultursender fort.

8. Sinfoniekonzert

7. Mai 2021, 20.03 Uhr – Live-Übertragung durch Deutschlandradio Kultur aus der Stadthalle Chemnitz

Wolfgang Amadeus Mozart: Konzertarie Ch‘io mi scordi di te? – Non temer, amato bene KV 505
Wolfgang Amadeus Mozart: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 12 A-Dur KV 414
Harald Genzmer: Prolog II (1991)
Paul Hindemith: Sinfonische Metamorphosen nach Themen von Carl Maria von Weber

Solistin: Fatma Said, Sopran
Dirigent und Solist: Guillermo García Calvo, Klavier
Robert-Schumann-Philharmonie

Eröffnet wird das Programm mit der Konzertarie Ch‘io mi scordi di te? – Non temer, amato bene KV 505 von Wolfgang Amadeus Mozart. In seinem Werkverzeichnis ist zu lesen: „Komp. 27. Dezember 1786 in Wien. Für Mselle Storace und mich“. Die englische Sopranistin Anna Selina Storace, die sich als Künstlerin Nancy Storace nannte, kam 1783 im Alter von 18 Jahren als Hofsängerin nach Wien. Sie galt damals als Ausnahmetalent, das bereits in ihrer Kindheit in London entdeckt und während ihrer Ausbildung in Neapel vervollkommnet wurde. Das Publikum lag ihr zu Füßen, die Komponisten schrieben ihr seitenweise Rollen auf den Leib. 1786 war sie die erste Susanna in Mozarts Oper Le nozze di Figaro. Ihren bevorstehenden Abschied aus Wien nahm Mozart zum Anlass, ihr die leidenschaftliche Arie Non temer, amato bene mit dem vorangestellten Rezitativ Ch‘io mi scordi di te zu widmen. Und natürlich ließ er es sich nicht nehmen, den Klavierpart bei ihrem Abschiedskonzert am 23. Februar 1787 im Theater am Kärntnertor persönlich zu spielen. Den Solo-Gesangspart der Chemnitzer Aufführung übernimmt die ägyptische Sopranistin Fatma Said, die auf den internationalen Opern- und Konzertbühnen gleichermaßen zuhause ist und 2017 bereits als Solistin in Felix Mendelssohn Bartholdys Lobgesang in Chemnitz beeindruckte.

Für den Klavierpart tauscht Generalmusikdirektor Guillermo García Calvo seinen Platz am Dirigentenpult mit dem am Flügel. Diesen wird er auch beim folgenden Stück innehaben, denn er interpretiert das Klavierkonzert Nr. 12 A-Dur KV 414 von Wolfgang Amadeus Mozart, eines der schönsten seiner Art, selbst als Solist. Dieses Werk eroberte mit seinem kantablen, leichtfüßigen Stil und einem wunderbar klangvollen Streichersatz die Sympathie der Zuhörer schon zu Mozarts

Lebzeiten im Sturm. Offensichtlich hatte ihn sein privates Glück, das ihm 1782 in Form der Heirat mit seiner geliebten Constanze zuteilwurde, dazu inspiriert, seine Freude in Töne zu fassen.

Den Ratschlag, den Leopold Mozart einst seinem Sohn gab, wonach Musik „angenehm in die Ohren gehen“ solle, könnte sich auch Harald Genzmer zu Herzen genommen haben. Ihm und seinem Lehrer Paul Hindemith ist der zweite Teil des Konzertes gewidmet. Beide gehören zu den wichtigsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Harald Genzmer wurde am 9. Februar 1909 in Bremen geboren. Beinahe ein ganzes Jahrhundert umfasste sein Leben, eine Zeit, die er neben seinem kompositorischen Schaffen mit gleicher Leidenschaft der Lehre widmete: Ab 1946 unterrichtete er Komposition an der neugegründeten Hochschule für Musik in Freiburg, 1957 folgte er dem Ruf als Professor für Komposition nach München. Der Komponist Genzmer stand stets in Verbindung zu anderen Disziplinen, seien es die Literatur, die Bildende Kunst oder auch die Naturwissenschaften. Sein Motto „Musik soll vital, kunstvoll und verständlich sein“ setzte er in seinen Werken mit viel Fantasie sowie Einfühlungsvermögen in die technische und klangliche Ausdrucksvielfalt der einzelnen Instrumente um. Der Prolog II für Orchester entstand 1991. Er beeindruckt durch den Kontrast zwischen fulminanten, von markanten Schlagwerk-Rhythmen getragenen Passagen und kantabel-schwelgerischen Solo-Episoden.

Auch die Sinfonischen Metamorphosen über Themen von Carl Maria von Weber von Paul Hindemith sind von einer lichten Klangwelt geprägt und gehören zu den populärsten Werken des Komponisten. Hindemith schrieb sie im Alter von knapp 50 Jahren 1943 in der Emigration in den USA, die Uraufführung fand 1944 in New York statt. In vier Sätzen hat er Themen aus Webers Schauspielmusik zu Schillers Turandot sowie aus den Stücken für Klavier zu vier Händen verarbeitet. Das Besondere daran ist, wie Hindemith mit dem Weberschen Material umgeht. Ganz anders als beim klassischen Variationenprinzip präsentiert er die Themen vor der Veränderung nicht zunächst in Originalgestalt, sondern nimmt gleich eine Verwandlung in seinem Stil vor, was reizvolle kompositorische Möglichkeiten sowie interessante neue Hörperspektiven für das Publikum ermöglicht.

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