»SCHWARZ/WEISS. Die Verlobung in St. Domingo« ab 28. Januar 22 am Theater Willy Praml

SCHWARZ/WEISS. Die Verlobung in St. Domingo ~ Theater Willy Praml ~ Birgit Heuser, Jakob Gail ~ Foto: Seweryn Zelazny

Es ist die Zeit, da die Schwarzen die Weißen erschlagen.
Die Zeit des Entweder-Oder.
Die Zeit der Vereindeutigung der Welt.
Schwarz ist dem Weiß ein Feind – Weiß hasst das Schwarz.
Die Erzählung fängt an mit einem Schuss, den der befreite Sklave Congo Hoango seinem guten Herrn in den Kopf jagt und endet mit der weißen Hirnmasse, die sich ein junger Schweizer aus dem Kopf schießt und die an die Wand der Behausung der schwarzen Babekan spritzt.
Alles ist unversöhnlich bei Kleist.
KÜSSE, SCHÜSSE, DAS REIMT SICH!
In der Zeit des Aufstandes erfindet Kleist eine Liebesgeschichte, eine unglückselige natürlich, in der ein schwarzes Mädchen darum betet, weiss zu werden, um dem jungen Schweizer zu gefallen. Und der Schweizer träumt davon, das geliebte schwarze Mädchen, möge sich in seine verstorbene weisse Geliebte verwandeln.
NICHTS geht. NEVERLAND!(wie die Traumfarm von Michael Jackson hieß).
Selbst die Liebe vermag NICHTS.
Die Hochzeit ist der Tod.
Und doch: im letzten Absatz der Erzählung bietet Kleist ein Trostpflaster – erfindet einen Herrn Strömli, der den toten Liebenden ein Grab-Denkmal in seinem Schweizer Garten errichtet.
Keine heile Welt am Ende, aber eine heilende.
HEAL THE WORLD!


Kleists: SCHWARZ/WEISS. Die Verlobung in St. Domingo

Novelle von Heinrich von Kleist

Premiere am Frankfurter Theater Willy Praml: 28. Januar 22 (Naxos Halle)
(verschoben von Januar 2021)

Regie, Bühne: Michael Weber
Kostüme: Paula Kern
Lichtdesign: Simon Möllendorf
Assistenz: Florian Schongar
Videoprojektion und Film: Rebekka Waitz
Fotos: Seweryn Zelazny

Darsteller*innen:

Hannah Bröder
Jakob Gail
Muawia Harb
Birgit Heuser

theater-willypraml.de