Schumann-Preis 2018 für Frankfurter Domsingschule

© Robert Schumann Gesellschaft Frankfurt am Main e.V.

Schumann-Preis 2018 ~ Große Anerkennung für die Arbeit der Frankfurter Domsingschule

Die Robert-Schumann-Gesellschaft Frankfurt am Main e.V. verleiht den Schumann-Preis 2018 an den Frankfurter Dommusikdirektor Andreas Boltz sowie die Domkantorin und Leiterin der Domsingschule Bjanka Ehry. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis würdigt die besonderen musikerzieherischen Leistungen der beiden Frankfurter. Die Domsingschule ist für Kinder und Jugendliche ein besonderes Angebot in der internationalen Großstadt.

Dommusikdirektor Andreas Boltz begründete 2011 das strukturelle und pädagogische Konzept der Frankfurter Domsingschule und wurde von Anfang an als Chorleiter kompetent von Bjanka Ehry unterstützt. Im Sommer 2017 übernahm sie die Verantwortung als Leiterin der Domsingschule, die Kindern aller Konfessionen und Ethnien ab dem dritten Lebensjahr eine altersgerechte musikalische Grundausbildung gibt; später folgt neben der Stimmausbildung eine intensive Chorarbeit. Die Kinder lernen mit diesem Konzept Musik nicht nur als Zuhörer kennen, sondern sind auch selbst musikalisch tätig mit dem Instrument, das jedem Menschen eigen ist – der menschlichen Stimme. Die Erfahrung des Singens und dann nach gemeinsamer Anstrengung das Erfolgserlebnis eines Konzertes stellen für Kinder und Jugendliche eine große Bereicherung dar.

„Die Frankfurter Domsingschule ist nicht nur eine Schule in Sachen Musik und Chorgesang, sondern eine Schule fürs Leben,“ erklärte Professor Dr. Hans-Jürgen Hellwig, Vorsitzender der Robert-Schumann-Gesellschaft Frankfurt am Main, der die diesjährigen Preisträger des Schumann-Preises vorschlug und vom gesamten Vorstand unterstützt wurde. Die Arbeit der Frankfurter Domsingschule – sie zählt derzeit knapp 300 Schülerinnen und Schüler – ist am Puls der Musikerziehung in Frankfurt.

Der Schumann-Preis für besondere musikerzieherische Leistungen wurde im Jahre 2012 ins Leben gerufen und wird alle zwei Jahre verliehen. Die bisherigen Preisträger waren Prof. Felix Koch für das Projekt Primacanta – jedem Kind eine Stimme, Clemens Greve für seine musikerzieherische Arbeit bei der Frankfurter Bürgerstiftung und Tobias Henn, der Initiator des „Pegasus-Programms“ der Alten Oper für Kinder. Das Preisgeld beträgt jeweils 10.000 Euro. Finanziert wird der Schumann-Preis von Anfang an zum größten Teil von der Dr. Marschner-Stiftung und der Stiftung Polytechnische Gesellschaft. Die Preisträger müssen das Preisgeld für musikerzieherische Aktivitäten einsetzen. Der Preis dient also einem doppelten Zweck, der Auszeichnung für besondere musikerzieherische Leistung und der Förderung weitere musikerzieherischer Aktivitäten.

Die Preisverleihung an die diesjährigen Preisträger Andreas Boltz und Bjanka Ehry findet am Freitag, dem 19. Oktober 2018, um 16:00 Uhr im Kaisersaal des Römers statt. Clemens Greve, Geschäftsführer der Frankfurter Bürgerstiftung im Holzhausenschlösschen, wird die Arbeit der Preisträger und die Bedeutung musikerzieherischer Arbeit für Kinder würdigen.

Die Robert-Schumann-Gesellschaft Frankfurt am Main e.V. wurde am 6. Juli 1956 gegründet, wenige Wochen, bevor sich der Todestag von Robert Schumann zum 100. Male jährte. Zu den Gründern gehörten neben der Museums-Gesellschaft maßgebende Persönlichkeiten des Frankfurter Musiklebens, darunter der Arzt, Medizinprofessor und Stadtverordnete Max Flesch-Thebesius sowie der Pianist Professor Erich Flinsch. Die Gesellschaft verstand sich als Ergänzung der 1920 gegründeten Robert-Schumann-Gesellschaft in Zwickau, die nach 1945 ihre Aktivitäten hatte stark einschränken müssen.
Frankfurt hatte für die Familie Robert Schumann eine besondere Bedeutung. Unter dem Eindruck eines Konzertes von Niccolò Paganini im Jahre 1830 in Frankfurt entschloss sich Robert Schumann, das Jurastudium aufzugeben und sein Leben der Musik zu widmen. Seine Werke wurden vom Frankfurter Publikum begeistert aufgenommen. Seine Frau Clara hat oft und gerne in Frankfurt konzertiert, zum ersten Mal 1831/1832 als zwölfjähriges Mädchen. Von 1878 bis zu ihrem Tod 1896 lebte sie in Frankfurt und wirkte als erste Klavierlehrerin am neu gegründeten Dr. Hoch’schen Konservatorium.
Ziel der Gesellschaft ist es, im Sinne von Robert Schumann die Musik zu pflegen, das Verständnis von Musik zu fördern und die Liebe zur Musik zu wecken. Wichtig ist ihr dabei die Förderung junger Künstler.

Alljährlich werden sechs Kammermusikkonzerte in den Monaten Oktober bis April in der Villa Bonn, Siesmayerstraße 12, 60323 Frankfurt am Main veranstaltet.

www.robert-schumann-gesellschaft-frankfurt.de