Schauspiel Stuttgart mit neuen Formaten bis zur Sommerpause

Kein regulärer Vorstellungsbetrieb mehr in der laufenden Spielzeit 19/20

Schauspielhaus Stuttgart (Foto: Björn Klein)

Seit Mitte März hat die Corona-Pandemie die Gesellschaft und den Theater-Alltag fest im Griff. Die letzten Wochen ohne Spielbetrieb haben gezeigt, wie sehr Kunst und Kultur als Medium für Reflexion, Inspiration und Unterhaltung gebraucht wird. Als erste Reaktion hat das Schauspiel Stuttgart seine Aktivitäten deshalb ins Netz verlegt. So gab und gibt es unter dem Motto „virtuell statt live“ auf der Homepage zahlreiche Botschaften des Ensembles zu sehen sowie Lesungen für Groß und Klein, einen telefonischen Vorlese-Service oder eine digitale Open Stage mit den Partnerschulen. Weitere Projekte sind in Planung.
Doch inzwischen ist auch klar, dass es keine kurzfristige Ausnahmesituation ist, sondern dass man sich an diese „neue Normalität“ gewöhnen muss.

Und wie heißt es so schön: Not macht erfinderisch! Das Schauspiel Stuttgart will das Theater als einen Ort der sozialen Begegnung und des gemeinschaftlichen Erlebens auch in Corona-Zeiten nicht komplett aufgeben und arbeitet deshalb intensiv an der Entwicklung neuer, Coronatauglicher Live-Formate.
Dabei hat natürlich der Schutz des Publikums und aller Mitwirkenden die allerhöchste Priorität. Gemeinsam mit den Betriebsärzten, der Sicherheitsfachkraft und dem Sozialreferat wurden Szenarien erarbeitet, wie ein Theaterbetrieb auf der Grundlage der gebotenen Hygiene-, Abstands- und Arbeitsschutzmaßnahmen aussehen kann. Das Haus steht zudem in engem Austausch mit dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst für einen „Masterplan Kultur“ (Ministerin Bauer), um die neuen Konzepte zeitnah in die Tat umsetzen zu können.

Seit Mitte März ist das Kunstministerium als Träger des Schauspiel Stuttgart „auf Sicht gefahren“ und hat in kürzeren Abständen über die Aussetzung des regulären Spielbetriebs entschieden. Seit heute besteht Klarheit, dass der reguläre Vorstellungsbetrieb bis zum Ende der Spielzeit 2019/20 ruhen soll. Diese Entscheidung des Ministeriums ist absolut richtig, damit es Planungssicherheit gibt. Es schmerzt deshalb aber nicht weniger.

Die aktuelle Corona-Verordnung des Landes lässt Proben mit bis zu fünf Personen unter maximalem Infektionsschutz wieder zu. Auf dieser Basis und in Absprache mit den Gesundheitsbehörden arbeitet das Schauspiel Stuttgart intensiv an künstlerischen (Live-) Formaten für den Rest der Spielzeit. Sobald die rechtlichen Rahmenbedingungen dafür stehen, werden konkrete Inhalte bekannt geben.

Mit Blick auf die kommende Spielzeit 2020/21 wird weiterhin um Geduld gebeten. Sobald die Landesregierung belastbare Regelungen für einen sicheren Vorstellungsbetrieb nach der Sommerpause bekannt gegeben hat, soll der angepassten Spielplan für 2020/21 vorgestellt werden. Die Sicherheit des Publikums, der Künstler*innen und aller Beteiligten hinter der Bühne ist absolute Voraussetzung für einen Spielbetrieb jeglicher Art. Das Schauspiel Stuttgart will hierbei keinerlei Kompromisse eingehen und ist auf jeden Fall weiterhin „virtuell statt live“ präsent.

„Virtuell statt live“ – Das Online-Programm

Video-Botschaften des Ensembles
lesdirwas@gmx.de – Vorlese-Angebot von Sebastian Röhrle
Gabriele Hintermaier liest aus Annie Ernauxs Erinnerungen eines Mädchen
Matthias Leja liest aus Boccaccios Das Dekameron
Katharina Hauter liest aus Antoine de Saint-Exupérys Der kleine Prinz
Michael Stiller und Katharina Hauter lesen aus Janoschs Kinderbuchklassiker Oh, wie schön ist Panama
Peter Michalzik und Friederike Ott lesen aus Peter Michalziks neuem Hölderlin-Buch Der Dichter und der Banker
Open Stage Digital mit Partnerschulen der Theaterfamilie
und vieles mehr…

schauspiel-stuttgart.de