Schauspiel Stuttgart & Literaturarchiv Marbach: Neue Folge Lyriktelefon mit Kaléko und Kästner ab 8. Feb

Schauspielhaus Stuttgart (Foto: Björn Klein)

Mascha Kaléko ist legendär dafür, dass in ihren Gedichten, wie die Rezitatorin Gisela Zoch-Westphal einmal festgestellt hat, „Poesie und Witz“ mit existenzieller, ja „hoffnungsloser Heimatlosigkeit“ aufeinandertreffen. Mit sieben Jahren kam die 1907 geborene Mascha mit ihrer Mutter und ihrer Schwester aus Galizien nach Deutschland. Von 1918 an lebte Kaléko in Berlin, wo sie in den frühen 30er Jahren mit Kabarett- und Zeitungsgedichten, vor allem aber durch ihr im Rowohlt-Verlag 1933 veröffentlichtes Lyrisches Stenogrammheft bekannt wurde. Vieles an ihren Gedichten erinnert an Erich Kästner und Kurt Tucholsky, aber zugleich ergreift hier unverkennbar eine junge, unabhängige Frau das Wort.

Mit gesellschaftskritischen Gedichten und Essays machte Erich Kästner – 1899 in Dresden geboren – in der Weimarer Republik von sich reden. 1931 festigte der Roman Fabian seinen Ruf. Kästner war bekennender Gegner des Nationalsozialismus. 1933 wurden auch seine Bücher neben der Berliner Staatsoper verbrannt. „Ich war der einzige der vierundzwanzig [Schriftsteller], der persönlich erschienen war, um dieser theatralischen Frechheit beizuwohnen. […] Es war widerlich.“ Dennoch konnte er auch weiterhin im In- und Ausland publizieren, wenn auch unter Pseudonym. Nach Kriegsende blieb er politisch aktiv und engagierte sich als Pazifist gegen die Remilitarisierung und die atomare Aufrüstung. Seine größten Erfolge hatte Kästner mit den Kinderbüchern Emil und die Detektive (1929), Pünktchen und Anton (1931) und Das fliegende Klassenzimmer (1933). Daneben schrieb er Zeit seines Lebens Gedichte. In ihnen fanden seine Nachdenklichkeit, sein Humor und sein kritischer Blick zueinander.

Ab 8. Februar 21, Lyriktelefon Folge 5: Kaléko und Kästner
In Kooperation mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach
Mo bis Fr, 17:00 bis 19:00 Uhr

Terminbuchung unter schauspiel-stuttgart.de (neue Termine werden sukzessive freigeschaltet)
A
m Telefon: Boris Burgstaller, Katharina Hauter, Valentin Richter, Klaus Rodewald, Anke Schubert und Michael Stiller
Über Spenden freut sich weiterhin die Künstler-*innen Soforthilfe Stuttgart (kuenstlersoforthilfe-stuttgart.de )