Schauspiel Frankfurt zeigt ab 2. Oktober 2020 »IchundIch« von Else Lasker-Schüler

Schauspiel Frankfurt: Außenansicht der Kammerspiele (© Alexander Paul Englert)

Drei Theaterstücke hat die Lyrikerin Else Lasker-Schüler geschrieben. Ihr letztes, das 1940/41 im Jerusalemer Exil entstanden ist, blieb ein Dramen-Fragment: »IchundIch« ist ein sprachmächtiges und satirisch-hellsichtiges Drama ihrer Zeit, in dem die Dichterin das Publikum in eine Generalprobe einlädt. Schauplatz der Handlung ist die Hölle: Faust, Mephisto und Marte Schwertlein treffen hier mit Hitler, Goebbels und Göring zu einem grotesk-komischen Stelldichein aufeinander. Bei Lasker-Schüler endet dieses utopische Arrangement in einem überraschenden Kompromiss zwischen Faust und Mephisto gegen den rechten Barbarismus. Der Teufel persönlich verbündet sich mit Faust gegen die Nazi-Schergen, bis am Ende alle buchstäblich zur Hölle fahren und im Lavastrom untergehen. Im letzten Akt ergreifen die Autorin selbst und eine Vogelscheuche das Wort und es entspinnt sich ein Dialog, der die traumatische historische Situation sprachlich reflektiert und der in einem Ruf nach einer neuen Poetik mündet.


»IchundIch«

Tragödie in sechs Akten

Von:
Else Lasker-Schüler
Uraufführung: 10. November 1979 (Düsseldorf, Schauspielhaus)
Premiere am Schauspiel Frankfurt: 2. Oktober 20 (Kammerspiele)

Regie: Christina Tscharyiski
Ausstattung: Verena Dengler, Dominique Wiesbauer
Dramaturgie: Julia Weinreich

Mit: Anna Bardavelidze*, Fenna Benetz*, Heidi Ecks, Florian Mania, Tanja Merlin Graf, Friederike Ott, Nina Plagens*, Matthias Redlhammer, John Sander*, Wolfgang Vogler, Uwe Zerwer

*Mitglieder des Studiojahr Schauspiel

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