Saisonstart und Themenwochenende zum Klimawandel am Staatstheater Augsburg

Der Zauberberg ~ Staatstheater Augsburg ~ Julius Kuhn als Hans Castorp ~ Fotograf: Jan-Pieter Fuhr

Premiere von »Der Zauberberg« eröffnet die Saison 2021/22 auf der Großen Bühne des Staatstheater Augsburg

Mit dem Schauspiel »Der Zauberberg« nach dem Roman von Thomas Mann wird am Samstag, dem 18.9.21 die Saison 2021/22 auf der Großen Bühne der Spielstätte martini-Park des Staatstheater Augsburg eröffnet. Regisseur und Staatsintendant André Bücker entdeckt das Opus Magnum der deutschen Klassiker-Literatur vor dem Hintergrund des aktuellen Welt-Geschehens neu.

Seine Inszenierung stellt die Erlebnisse der Figuren im abgeschiedenen Schweizer Sanatorium den heutigen, allgegenwärtigen Erfahrungen mit Krankheit und Isolation gegenüber. Die illustre Gesellschaft des Zauberbergs mit ihren Krankheiten und der Neigung zum Esoterischen sowie ihrem Drang, das Überleben exzessiv zu feiern, zeigt eine Übergangsgesellschaft, in der das Publikum sich selbst wiedererkennen kann.

Die Rollen der berühmten Romanfiguren spielen Julius Kuhn (Hans Castorp), Norbert Stöß (Ludovico Settembrini), Andrej Kaminsky (Leo Naphta) und Mirjam Birkl (Clawdia Chauchat). Darüber hinaus sind Paul Langemann (Joachim Ziemßen), Kai Windhövel (Hofrat Behrens), Thomas Prazak (Herr Albin), Stephanie Schönfeld (Dr. Krokowski) und Michael Schrodt (Mynheer Peeperkorn) als Gäste sowie Pascal Riedel (Oberin von Mylendonk, Frau Stöhr, Hermine Kleefeld) zu erleben.

Die Rolle des Ludovico Settembrini sollte ursprünglich Klaus Müller vom Schauspielensemble des Staatstheater Augsburg übernehmen, ist aber leider erkrankt. Deshalb übernimmt Norbert Stöß für ihn vorerst diese wichtige Hauptrolle. Norbert Stöß gehörte von 2009 bis 2017 zum Berliner Ensemble und arbeitete dort u.a mit den Regisseuren Claus Peymann, Leander Haußmann und Robert Wilson. Neben seiner Theaterarbeit steht Norbert Stöß regelmäßig für Film und Fernsehen vor der Kamera.

Über das Stück:

In Thomas Manns Roman »Der Zauberberg« aus dem Jahr 1924 wird – in einem Sanatorium in der Abgeschiedenheit der Schweizer Alpen – über Leben, Krankheit und Politik philosophiert. Hans Castorp kommt aus Hamburg nach Davos, um seinen lungenkranken Vetter zu besuchen, der dort in Behandlung ist. Im Sanatorium trifft der junge Ingenieur auf die verschiedensten skurrilen Typen, allesamt verbunden durch ihre Krankheit: Da ist der Literat Settembrini, der Castorp schon am ersten Abend wieder zur Abreise drängt, Madame Chauchat, in die er sich verliebt, die aber bald die Krankenstation verlässt, und der Jesuit Naphta, der im nahegelegenen Bergdorf wohnt und sich als intellektueller Gegenspieler Settembrinis herausstellt. In diesem Mikrokosmos setzt sich Castorp mit den Fragen um Leben und Tod, aber auch über die Freiheit und politische Weltanschauungen auseinander. Aus den geplanten drei Wochen im Sanatorium werden sieben Jahre. In dieser Zeit kehrt auch Clawdia Chauchat zurück, diesmal mit Mynheer Peeperkorn, der Castorp als Lebemann fasziniert. Doch dieser stirbt und der Streit zwischen Settembrini und Naphta eskaliert. Schließlich bricht der Erste Weltkrieg aus und führt alle in eine ungewisse Zukunft.

»Der Zauberberg« | Schauspiel nach dem Roman von Thomas Mann |

Premiere Sa 18.9.2021 19:30 | martini-Park


Chr. W. Glucks »Orfeo ed Euridice« mit Virtual Reality

Von der Bühne in die virtuelle Unterwelt – per VR-Brille: Das Publikum wechselt in André Bückers Inszenierung von Chr. W. Glucks »Orfeo ed Euridice« zwischen analoger und digitaler Welt – gemeinsam mit dem Protagonisten der Oper, dem leidgeprüften, aber beharrlichen Orfeo. Am Samstag, den 25. September ist die Inszenierung als Wiederaufnahme in der Spielstätte im martini-Park zu erleben.

Virtual Reality wird hierbei auf eine im künstlerischen Bereich außergewöhnliche Weise und in ganz neuem Umfang eingesetzt: Für jede/n Zuschauer:in steht eine VR-Brille bereit, mittels der das Publikum – neben dem klassische Bühnengeschehen – auch an drei Stellen der Inszenierung für jeweils ca. zehn Minuten die Unterwelt aus der Perspektive des Orfeo erlebt – in drei ganz unterschiedlichen, digitalen Szenerien.

Am 10. Oktober 2020 feierte diese Inszenierung am Staatstheater Augsburg ihre Premiere, konnte allerdings, wegen der Corona-bedingten Theaterschließung, insgesamt nur dreimal gespielt werden. Endlich sind nun am 25. September 2021 Kate Allen (Orfeo), Jihyun Cecilia Lee (Euridice) und Olena Sloia (Amor) wieder auf der Bühne des Staatstheater Augsburg zu erleben und bringen den Orpheus-Mythos für das Publikum in die Jetzt-Zeit.

Nachdem Staatsintendant André Bücker in seinen Inszenierungen Video und Virtual Reality bereits vielfach kreativ und intensiv genutzt hat, sah er in der Oper »Orfeo ed Euridice« einen künstlerischen Ansatzpunkt, um VR in einer noch viel weiter reichenden Dimension zum Einsatz zu bringen. Die VR-Welt, die das Publikum betritt, erfüllt dabei eine dramaturgisch-inhaltliche Funktion: »Das konventionelle kollektive Theatererlebnis, bei dem das Publikum gemeinsam in einem Raum reale Darsteller:innen erlebt, wird aufgebrochen, sobald Orpheus in die Unterwelt reist. Jeder im Publikum kann nun per VR-Brille die Perspektive von Orpheus einnehmen, in die Unterwelt hinabtauchen und somit eine individuelle Perspektive in einer 360-Grad-Umgebung einnehmen.« Virtual Reality und klassisches Musiktheater verbinden sich zum immersiven Gesamtkunstwerk. 500 VR-Brillen stehen dabei für das Publikum bereit.

Ermöglicht wurde das digital-innovative Pilotprojekt durch die Zusammenarbeit mit der Heimspiel GmbH, die hier als Koproduzent mit eingestiegen ist. Nur durch zusätzliche Akquise von weiteren Spezialisten konnte die Agentur den gigantischen Aufwand an technischer Expertise, Kreativität und Technologie leisten, der für eine solche VR-Schau erforderlich ist. Heimspiel war bereits an den Inszenierungen von »Die nötige Folter« und Jules Massenets »Werther« (beides 2019) am Staatstheater Augsburg beteiligt.

Unter der Leitung von Wolfgang Katschner und mit Mitgliedern der lautten compagney Berlin gestalten die Augsburger Philharmoniker den Orchesterpart der Oper. Durch historisch informierte Musizierpraxis und die besondere Klangfarbe von Originalklang-Instrumenten, wird die Inszenierung auch musikalisch um eine Dimension erweitert.

Wiederaufnahme: 25. September 2021

Die Inszenierung erfolgt in Koproduktion mit der Agentur Heimspiel und dem Stadttheater Ingolstadt.


»Global Denken, lokal Handeln!« – Themenwochenende zum Kimawandel

Klimawandel weltweit und die Konsequenzen für jeden von uns – dieses dringliche und herausfordernde Thema vertieft das Staatstheater Augsburg zugleich künstlerisch und wissenschaftlich an seinem Themenwochenende »Global Denken, lokal Handeln!«, vom Fr., 24.9. bis So, 26.9. Es ist der Auftakt zur Schwerpunktreihe »endlich.« dieser Spielzeit, die noch mehrfach ganz unterschiedliche Beiträge dazu zeigen wird, welche Folgen das menschliche Einwirken auf unseren Planeten und sein Klima hat.

Dass ausgerechnet ein Virus die wohlstandsgeprägten Industrienationen dieser Welt zu einer ökologischen Verschnaufpause gezwungen und das eingeübte Konsumverhalten infrage gestellt hat, wirft die Frage auf, ob künftig den Warnungen der Naturwissenschaftler:innen mehr Gewicht zugemessen werden könnte oder ökonomische Begehren ihre Priorität behalten.

Ausgehend von dieser Fragestellung lädt das Themenwochenende »Global Denken, lokal Handeln!« im Gaswerk dazu ein, in Vorträgen und Diskussionsrunden Perspektiven zu entwickeln, Handlungspotentiale aufzuzeigen und lokale Augsburger Akteur:innen und Initiativen näher kennenzulernen.

Mit diesem Themenwochenende beginnt das Staatstheater Augsburg seine – über die ganze Spielzeit dauernde – Auseinandersetzung mit den Themen Klimawandel und Nachhaltigkeit. Den Abschluss bildet eine große internationale Konferenz anlässlich der Uraufführung der spartenübergreifenden Inszenierung »Das Ende der Schöpfung«, die vom 19. bis 22. Mai 2022 im martini-Park und im Gaswerk stattfindet.

Einen Blick in unser aller Zukunft wirft für uns gleich am Freitag Abend das Autorenkollaborativ Futur II Konjunktiv, mit seiner Uraufführung Freitags vor der Zukunft auf der Brechtbühne im Gaswerk. Nach »Auf dem Paseo del Prado mittags Don Klaus« ist es bereits die zweite Auftragsarbeit für das Staatstheater Augsburg.

Kooperationspartner:innen:
Zentrum für Klimaresilienz der Universität Augsburg
Klimacamp Augsburg
swa

Programm:

Freitag, 24.9.21
18:30 Uhr Eröffnung, mit Grußwort von Umweltreferent Reiner Erben/ Einführung ins Thema und zur Uraufführung Freitags vor der Zukunft
19:30 Uhr Uraufführung Freitags vor der Zukunft

Samstag, 25.9.21
10:00 Uhr – Get together
10:30 Uhr – 14:30 Uhr Repair Café (in Kooperation mit »Das Habitat«)
10:30 Uhr – 17:00 Uhr Upcyclingworkshops, Kleidertausch und vieles mehr
10:30 Uhr – 11:15 Uhr – Vortrag: Klimawandel weltweit und in der Region Augsburg – Was erwarten wir und wohin geht unsere Forschung zur Klimaresilienz?
Referent: Prof. Dr. Harald Kunstmann, Inhaber des Lehrstuhls für Regionales Klima und Hydrologie sowie Gründungsdirektor des Zentrums für Klimaresilienz an der Universität Augsburg (Zentrum für Klimaresilienz Augsburg)
Ort: brechtbühne im Gaswerk
11:30 Uhr – 12:15 Uhr – Vortrag: Optionen des Handelns – Blick hinter die Kulissen des Klimacamps
Referent:in: Klimacamp Augsburg
Ort: brechtbühne im Gaswerk
12:30 Uhr – 13:15 Uhr – Vortrag: Globale Krise – Lokale Handlungen: Medien als Motivation für Klimahandlungen
Referentin: Dr. Anja Kalch (Zentrum für Klimaresilienz Augsburg)
Ort: brechtbühne im Gaswerk
14:30 Uhr – 16:00 Uhr
Klima-Slam: Augsburger Initiativen, Unternehmen, Projekte stellen sich in Kurzvorträgen vor.
18:45 Uhr Einführung zur Inszenierung von Freitags vor der Zukunft
19:30 Uhr Vorstellung Freitags vor der Zukunft

Sonntag, 26.9.2021
11:00 Uhr – 12:30 Uhr
Abschlussdiskussion
Mobilität der Zukunft. Wie kann die Verkehrswende gelingen?

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Platzkarten für einzelne Veranstaltungen/Vorträge sind beim Besucherservice in der Touristeninformation am Rathausplatz oder vor Ort bei der jeweiligen Veranstaltung erhältlich.


Uraufführung »Freitags vor der Zukunft« beim Klimawochenende »Global Denken, lokal Handeln!«

Mit der Uraufführung des Schauspiels »Freitags vor der Zukunft« präsentiert das Staatstheater Augsburg am 24.9.21 einen ersten thematischen Zugriff seiner Auseinandersetzung mit dem Spielzeit-Motto »endlich.«. Das Theaterkollaborativ Futur II Konjunktiv (Text: Matthias Naumann, Regie: Johannes Wenzel, Bühne & Kostüm: Cristina Nyffeler) setzt sich in dieser Auftragsarbeit mit der Dringlichkeit unverzüglichen klimapolitischen Handelns auseinander und wirft einen Blick in die nicht allzu ferne Zukunft.

Begleitet wird die Premiere vom Themen-Wochenende »Global Denken – lokal Handeln!«, bei dem in Vorträgen, Workshops und Informationsständen rund um das Augsburger Gaswerk undogmatisch und offen Begegnungen geschaffen werden, die den Blick schärfen und für das Thema sensibilisieren.

In »Freitags vor der Zukunft« wird exemplarisch die Geschichte einer jungen Frau, Erbin eines Automobilkonzerns, am Scheideweg zwischen »altem« und »neuem« Wirtschaften erzählt. Das Stück, auf der Basis umfassender Recherchen zur Mobilitätswende entstanden, greift den aktuellen Diskurs auf und skizziert – allem angemessenen Alarmismus zum Trotz – eine positive Utopie.

Über das Stück:

Ein Autokonzern steht nach dem Tod des Firmenpatriarchen vor einem wegweisenden Konflikt. Auf der einen Seite steht die Schwester des Verstorbenen für die Kräfte wirtschaftlicher Beharrlichkeit. Andererseits strebt ihre Nichte Caja mit Unterstützung der Klimaaktivistin Merle einen radikalen Schritt an hin zu einer umwelt- und zukunftsgerechten Produktionsweise, einem Modell der Mitbestimmung bis hin zu innovativen, utopisch erscheinenden Formen des Individualverkehrs.

Über Futur II Konjunktiv:

Das Theaterkollaborativ wurde 2014 von dem Autor Matthias Naumann und dem Regisseur Johannes Wenzel gegründet und im Frühjahr 2017 um die Kostüm- und Bühnenbildnerin Cristina Nyffeler erweitert. Seitdem entstanden Arbeiten in unterschiedlichen performativen Bereichen, diese mischend sowie wechselnd mit anderen Künstler:innen. Futur II Konjunktiv arbeitet an der Erforschung sozialer und politischer (Wert-)Verhältnisse der Gegenwart und Zukunft sowie an der Entwicklung neuer Erzählformen. Es geht darum, Formen des Gemeinsam- und Vereinzelt-Seins – als Chor, isolierter Gedanke oder Multitude – zu verstehen und diese sprachlich, theatral, körperlich, diskursiv, bildlich zu ergründen; formal wie auch inhaltlich mit Mitteln des Recherche-, Diskurs- und Dokumentartheaters, mit Pop-, historischen, kontrafaktischen und SciFi-Elementen. Nach »Auf dem Paseo del Prado mittags Don Klaus« ist »Freitags vor der Zukunft« die zweite Auftragsarbeit von Futur II Konjunktiv für das Staatstheater Augsburg.

»Freitags vor der Zukunft« | Theaterstück von Futur II Konjunktiv
Premiere Fr 24.9.21 19:30 | brechtbühne im Gaswerk


Prophetie – 1. Sinfoniekonzert der Spielzeit 21/22, mit Einweihung der sanierten Steinmeyer-Konzertorgel

Zur feierlichen Wiedereinweihung der wertvollen Steinmeyer-Konzertorgel lädt das Staatstheater Augsburg in seinem ersten Sinfoniekonzert der neuen Spielzeit 21/22. Solist ist der renommierte Organist Christian Schmitt, der als Artist in Residence die Konzertsaison mitgestaltet.

Auf diesen Moment haben unzählige Musikfreunde in Augsburg gewartet: Nach einer gut zehnjährigen Sanierungszeit weiht das Staatstheater Augsburg die frisch sanierte Steinmeyer-Orgel gemeinsam mit der Stadt Augsburg in einem festlichen Konzert neu ein. Im Laufe der Saison wird sie dann regelmäßig in Konzerten der Augsburger Philharmoniker erklingen, damit das Publikum möglichst oft in den Genuss des vielseitigen Instrumentes und der eher selten erklingenden Konzertliteratur für Orgel und Orchester kommt.

Bereits im Jahr 2010 ergriff die damals frisch gegründete Philharmonische Gesellschaft Augsburg die Initiative, die vor knapp 50 Jahren (1972) von der Firma Steinmeyer erbaute Orgel zu sanieren, und organisierte auf beispiellose Weise eine jahrelange, ehrenamtliche Spendenakquise unter dem 1. Vorsitzenden Jakob Janeschitz-Kriegl. Auf einen fünfstelligen, sehr ermutigenden Betrag der Kurt und Felicitas Viermetz-Stiftung folgten zahlreiche private, teils beträchtliche Spenden. Auch die Stadt Augsburg, der Bezirk Schwaben und die Bayerische Landesstiftung unterstützten die Sanierung großzügig. Verantwortlich zeichnet hierfür der Allgäuer Orgelbaumeister Siegfried Schmid aus Immenstadt, der sich mit zahlreichen Restaurierungen, Rekonstruktionen und Orgelbauten einen Namen gemacht hat.

Christian Schmitt gilt als einer der charismatischsten und virtuosesten Konzertorganisten der Gegenwart. Seit seinen Debüts bei den Berliner Philharmonikern unter Sir Simon Rattle und den Salzburger Festspielen mit Magdalena Kožena zählt Christian Schmitt zu den international gefragtesten Organisten. Seit 2014 ist er Principal Organist der Bamberger Symphoniker, für die er die Orgelserie für die Konzerthalle Bamberg kuratiert. Als Artist in Residence am Staatstheater Augsburg ist er in der Spielzeit 21/22 in zwei Sinfoniekonzerten, in einem Konzert der Reihe »Zukunft(s)musik« und zwei Solokonzerten zu erleben.

Der frisch sanierten Orgel wird Schmitt im Eröffnungskonzert die monumentalen Töne von »Ad nos, ad salutarem undam« von Franz Liszt (in der Orchesterfassung von Marcel Dupré) entlocken. Liszt legte seinem Orgelwerk den Choral der Wiedertäufer aus Giacomo Meyerbeers Oper »Le Prophète« zugrunde und Dupré war von dem Farbenreichtum der »Propheten-Fuge«, wie sie Liszt selbst bezeichnete, so beeindruckt, dass er kurzerhand eine klangstarke Fassung für Orgel und Orchester schuf. Auch in »Also sprach Zarathustra« op. 30 von Richard Strauss ist Augsburgs neue Konzertorgel zu hören. Darin stellt der Komponist mit den berühmt gewordenen Anfangstakten die Tonarten C-Dur als Symbol für die Natur und das harmonisch weit entfernte H-Dur als Symbol für den Menschen gegenüber. Eröffnet wird das Konzert mit der Ouvertüre zu Richard Wagners Oper »Tannhäuser«.

Als Ehrengast wird in diesem festlichen Konzert Oberbürgermeisterin Eva Weber erwartet, die die Vollendung der Orgelsanierung mit einem Grußwort im Namen der Stadt würdigen wird.

Programm:

Richard Wagner: Ouvertüre aus »Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg«
Franz Liszt: »Ad nos, ad salutarem undam« (Fantasie und Fuge über den Choral der Wiedertäufer aus Giacomo Meyerbeers Oper »Le Prophète«, Orchesterfassung von Marcel Dupré)
Richard Strauss: »Also sprach Zarathustra« op. 30, Tondichtung frei nach Friedrich Nietzsche

Orgel: Christian Schmitt (Artist in Residence)
Augsburger Philharmoniker
Ltg. GMD Domonkos Héja

Mo 27.9.2021 20:00 | Kongress am Park
Di 28.9.2021 20:00 | Kongress am Park
Konzerteinführung jeweils 19:10 Uhr mit Dr. Christine Faist


Premiere von Mozarts Oper »La clemenza di Tito« am 23. Oktober 2021

La clemenza di Tito
Staatstheater Augsburg
Vorabbild
© Natan Berkowicz

Ist »gütige Herrschaft« möglich?

Nach vielen Jahrzehnten ist Mozarts letzte Oper »La clemenza di Tito« wieder einmal in Augsburg zu erleben: Sie trägt dabei die Handschrift des polnischen Regisseurs Wojtek Klemm, der im Stoff Parallelen zu unserer Zeit und ihren Herrschaftsstrukturen entdeckt. Das Sängerensemble des Staatstheater Augsburg wird für »Tito« verstärkt durch den renommierten Tenor Mirko Roschkowski.

Machtbestrebungen und private Interessen vermischen sich in dieser Oper zu einem kaum aufzulösenden Konflikt. In beständigen Perspektivwechseln zeigt sich ein Rom, dessen Regierungssystem in seinen Grundfesten erschüttert wird, während sich die Protagonist:innen an ihren privaten Begierden abarbeiten. Und über allem schwebt die Frage, ob es »gute Menschen« und »gute Herrschaft« geben kann.

Wolfgang Amadeus Mozart schuf anlässlich der Krönung Leopold II. einen Fürstenspiegel, der den emotionalen Motivationen der Figuren aus dem Metastasio-Libretto genau nachspürt und für deren innere Zerrissenheit größte Empathie weckt.

Der polnische Regisseur Wojtek Klemm stellte sein genaues Auge für politische Prozesse und menschliche Abgründe bereits 2018 in seiner gefeierten Schauspielinszenierung von Euripides‘ »Die Orestie« im martini-Park unter Beweis. Als Fachmann für komplexe und politisch brisante Themen kehrt er nun im Musiktheater ans Staatstheater Augsburg zurück, mit einer »La clemenza di Tito«-Inszenierung, für die er auch narrative Video-Sequenzen als erzählerisches Mittel nutzt.

Mit dem Tenor Mirko Roschkowski ist ein Spezialist für die großen Mozartpartien in Augsburg zu Gast. In Rollen wie Titus, Mitridate, Idomeneo u. a. brillierte er bereits auf vielen großen deutschen Bühnen. Er gastierte bereits an der Semperoper in Dresden, der Berliner Staatsoper unter den Linden, der Volksoper Wien u.v.m. Mehr zu seiner Biografie hier: Mirko Roschkowski.

Mit Sally du Randt (Vitellia), Natalya Boeva (Sesto), Jihyun Cecilia Lee (Servilia) und Stanislav Sergeev (Publio) feiern in dieser Inszenierung auch endlich wieder lang vermisste Publikumslieblinge des Staatstheaters ihr Wiedersehen mit dem Publikum. Die Partie des Annio übernimmt die u. a. im Rhein-Main-Gebiet, wie etwa im Opernstudio der Deutschen Oper am Rhein, sehr erfolgreich tätige Mezzosopranistin Ekaterina Aleksandrova.

»La clemenza di Tito« – Oper in zwei Akten von Wolfgang Amadeus Mozart
(in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln)
Libretto: Caterino Mazzolà (nach Pietro Metastasio)
Sa 23.10.2021 19:30 | martini-Park (Premiere)


staatstheater-augsburg.de