Saisonauftakt des WDR Rundfunkchors im Oktober in Köln

Der WDR Rundfunkchor (© WDR / Christian Palm)

Der WDR Rundfunkchor gibt mit zwei ganz unterschiedlichen Konzerten seinen Saisonauftakt und stellt damit sein immenses Spektrum unter Beweis. Seine Neue Musik-Kompetenz zeigt das Ensemble bei der Uraufführung „Recordare“ für zwölfstimmigen Chor und Orchester der litauischen Komponistin Justė Janulytė im Rahmen des Festkonzerts zur WDR-Reihe „Musik der Zeit“ am 2. Oktober um 18 Uhr im WDR Sendesaal. Am 10. Oktober um 11 Uhr wird der WDR Rundfunkchor mit Mozarts Großer Messe in c Moll zum ersten Mal seit vielen Monaten wieder in der Kölner Philharmonie vor Publikum auftreten – erstmals wieder in voller Besetzung.

Konzert 70 Jahre Musik der Zeit

  • WDR Sinfonieorchester und WDR Rundfunkchor gratulieren der Reihe „Musik der Zeit“ zum Geburtstag
  • Neue Musik im WDR wird 70
  • Neue Musik im WDR seit 1951: Zwei Referenzwerke der Musik unserer Zeit von Igor Strawinsky und Iannis Xenakis stehen im Geburtstagskonzert zwei Uraufführungen von Klaus Ospald und Justė Janulytė gegenüber

Zurück auf Anfang und Aufbruch zu neuen Ufern: Die Reihe „Musik der Zeit“ von Kulturradio WDR3 feiert ihren 70. Geburtstag. Sie ist einer der führenden Inkubatoren von Gegenwartsmusik weltweit und Heimstatt für Spitzenproduktionen zeitgenössischer und aktuellster Musik. Zum Auftakt des 70. Geburtstags lassen uns die Akteure unmittelbar daran teilhaben, welche ungeheure Bandbreite die Musik der Gegenwart seit den Gründungsjahren der Republik bis heute überspannt. Von Beginn der „Musik der Zeit“ an haben die Klangkörper des WDR mit höchster Neue Musik-Kompetenz Uraufführungen neuer Schlüsselwerke in international gerühmten Eigenproduktionen umgesetzt – so auch nun im Geburtstagskonzert im Kölner Funkhaus am 2. Oktober um 20 Uhr. Das Konzert aus dem Kölner Funkhaus wird im Livestream und im Radio übertragen und kann auch live vor Ort erlebt werden.

Vor genau 70 Jahren dirigierte kein Geringerer als Igor Strawinsky das erste Konzert von „Musik der Zeit“. Mit dabei: Chor und Sinfonieorchester des WDR. Beim Geburtstagskonzert am 2. Oktober, mit Enno Poppe am Pult, stehen mit „Variations (Aldous Huxley in memoriam)“ von Igor Strawinsky und „Syrmos“ von Iannis Xenakis zwei Referenzstücke zwei neuen WDR Auftragswerken von Klaus Ospald und Justė Janulytė gegenüber – erneut mit dem WDR Sinfonieorchester und dem WDR Rundfunkchor. In der Uraufführung des Werkes „Se da contra las piedras la libertad“ des mit höchsten Auszeichnungen geehrten Komponisten Klaus Ospald ist die Bläsergruppe des WDR Sinfonieorchesters Protagonist – im Wechsel mit Pianist Pierre-Laurent Aimard. Dem Auftragswerk „Recordare“ für zwölfstimmigen Chor und Orchester der litauischen Komponistin Justė Janulytė, „composer of monochrome music“ leiht der WDR Rundfunkchor seine Stimme.

Beide Ensembles transportieren seit Beginn der Reihe den hohen Stellenwert der Neuen Musik im WDR. In der Zusammenarbeit mit herausragenden Komponisten unserer Zeit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Musikgeschichte und zur Pflege der zeitgenössischen Musik. Der WDR Rundfunkchor allein hat über 170 Ur- und Erstaufführungen realisiert und die Neue Musik mit geprägt. Die Liste der Komponisten, die für die WDR Klangkörper geschrieben haben, liest sich wie ein Who-is-Who der Gegenwartsmusik – u.a. Luciano Berio, Pierre Boulez, Péter Eötvös, Hans Werner Henze, Karl Höller, Toshio Hosokawa, Mauricio Kagel, Isabel Mundry, Luigi Nono, Younghi Pagh-Paan, Krzysztof Penderecki, Arnold Schönberg, Igor Strawinskij, Karlheinz

Stockhausen, Erkki-Sven Tüür, Iannis Xenakis, Hans Zender und Bernd Alois Zimmermann. „Musik der Zeit“ ist so vielfältig, gegensätzlich und spannungsreich wie die aktuelle und jüngste Musikgeschichte“, so Harry Vogt, programmverantwortlicher WDR 3-Redakteur.

Die Musik unserer Zeit ist ein zentrales Anliegen des WDR und seiner Ensembles. Für Cristian Măcelaru, seit Herbst 2019 Chefdirigent des WDR Sinfonieorchesters, ist eine Welt ohne zeitgenössische Klänge „schlichtweg unvorstellbar“. „Jede Generation braucht ihre Musik, sie entsteht im Hier und Jetzt. Musik spiegelt Sehnsüchte, Träume und Hoffnungen“, sagt Măcelaru. Auch außerhalb der Reihe „Musik der Zeit“ tauchen Rundfunkchor und Sinfonieorchester ihre klassischen Konzertprogramme durch internationale Auftragskompositionen immer wieder in neues Licht.

Informationen im Überblick:

Musik der Zeit Konzert 70 Jahre Musik der Zeit „Strawinsky, Xenakis, Ospald und Janulytė“ – Livestream am 2. Oktober, 18 Uhr, Funkhaus Wallrafplatz
Programm: Igor Strawinsky: Variations (Aldous Huxley in memoriam) Iannis Xenakis: Syrmos, für 18 Streicher laus Ospald: Se da contra las piedras la libertad, für Klavier und Bläser (Uraufführung), Kompositionsauftrag des WDR Justė Janulytė: Recordare, für Chor und Orchester (Uraufführung), Kompositionsauftrag des WDR
Besetzung: Pierre-Laurent Aimard (Klavier), WDR Sinfonieorchester, der WDR Rundfunkchor und Enno Poppe (Leitung)
Livestream: Live: wdr-rundfunkchor.de Zeitversetzt auf youtube.com und facebook.com
WDR3 Hörfunk: WDR3 Konzert| 02.10.2021, 20.04 Uhr | WDR 3
Tickets über KoelnTicket.de

Weitere Konzerte des WDR Rundfunkchores unter wdr.de

Das WDR Sinfonieorchester

Das WDR Sinfonieorchester zählt zu den Spitzenorchestern in Deutschland. Regionale Präsenz und nationale wie internationale Reputation zeichnen dieses Orchester aus. Seine Auftritte erstrecken sich über Konzert-Reihen in der Kölner Philharmonie und Partnerschaften mit den großen Konzerthäusern und Festivals der Region bis zu regelmäßigen Einladungen nach Dresden, Salzburg, Wien, Hamburg, zum Rheingau Musikfestival, dem Kissinger Sommer oder dem Grafenegg Festival. Außerdem unternahm das Ensemble in den letzten Jahren zahlreiche Tourneen durch Asien, Europa und nach Amerika.

Hochkarätige CD-Produktionen ergänzen das Spektrum des WDR Sinfonieorchesters. Für seine Einspielung der Schostakowitsch Cellokonzerte Nr.1 und 2 mit Alban Gerhardt erhielt es 2021 den begehrten „International Classical Music Award“. Im gleichen Jahr wurde die Gesamteinspielung der Instrumentalwerke Christoph Bertrands unter Beteiligung des WDR Sinfonieorchesters mit dem „Preis der deutschen Schallplattenkritik“ ausgezeichnet. Im September 2021 wird die Einspielung des Violinkonzerts von Johannes Brahms mit Emmanuel Tjeknavorian erscheinen und voraussichtlich noch im selben Jahr eine Einspielung mit Werken von Dvorak, Bartók und Ligeti, beide Aufnahmen unter der Leitung seines Chefdirigenten Cristian Măcelaru.

Neben dem Kernrepertoire der großen Sinfonik stellt das Orchester regelmäßig seine epochenübergreifende kammermusikalische Flexibilität dar, in einer eigens dafür konzipierten Kammermusikreihe, aber auch in kleiner besetzten Orchesterwerken, die das sinfonische Repertoire ergänzen. Seit den 50er Jahren gehört zum Kernauftrag des Ensembles die zeitgenössische Musik, die in der Reihe „Musik der Zeit“ und den Abonnementkonzerten des Chefdirigenten zu hören ist.

Dem WDR Sinfonieorchester ist es ein natürliches Anliegen, klassische Musik einer breiten Bevölkerung zugänglich zu machen. Dies erfolgt neben seinen Live-Auftritten in Ausstrahlungen des Fernsehens, Live-Streams und im Radio. Darüber hinaus ist das Ensemble in Education-Projekten wie „Konzerte mit der Maus“, DVD-Produktionen und Konzerten für Schulklassen sowie in weiteren Angeboten außerhalb des traditionellen Konzertbetriebs präsent. Auch im digitalen Raum hat das WDR Sinfonieorchester eine Reihe erfolgreicher Formate entwickelt. Aktuell steht ein neues digitales Projekt im Fokus, das fernab der üblichen Bühnenoptik eine ganz neue Erzählweise klassischer Musik intendiert.

Seit der Spielzeit 2019/20 steht das Orchester unter der Leitung von Cristian Măcelaru. Er ist regelmäßig bei bedeutenden US-amerikanischen und europäischen Orchestern zu Gast, seit der Spielzeit 2020/21 hat er außerdem die Position des Directeur musicale beim Orchestre National de France inne. Cristian Măcelaru reiht sich damit in eine lange Tradition bedeutender Chefdirigenten des WDR Sinfonieorchesters, wie Christoph von Dohnányi, Gary Bertini, Semyon Bychkov und Jukka-Pekka Saraste ein.

Der WDR Rundfunkchor

Der WDR Rundfunkchor ist ein Profi-Ensemble mit 43 Sängerinnen und Sängern. Seine Heimat ist das WDR Funkhaus in Köln. Das Profil ist Repertoire-Vielfalt in Perfektion und Spezialisierung auf innovative und anspruchsvolle Werke, sowohl im A cappella als auch instrumentalen Bereich.

Das Spektrum reicht dabei von der Musik des Mittelalters bis zu zeitgenössischen Kompositionen. Der Chor wirkt in Zusammenarbeit mit den WDR Orchestern, präsentiert sich in seiner eigenen A cappella-Reihe in Köln und wird regelmäßig von nationalen und internationalen Orchestern für große und besondere Konzerte angefragt.

Mehr als 170 Ur- und Erstaufführungen zeichnen das bisherige Programm des WDR Rundfunkchores aus. Der Rundfunkchor ist in steter Bewegung, dringt in neue Räume vor, sucht engagiert nach Herausforderungen und bringt Partituren größter Schwierigkeitsgrade zum Klingen. Die Freude an Chormusik und die Einladung an alle Menschen zum Singen ist dem Chor ein Anliegen und gehört gleichermaßen zum Aufgabenspektrum wie auch die Kinder- und Familienkonzerte.

In den letzten sieben Jahrzehnten begleiteten Bernhard Zimmermann, Herbert Schernus, Helmuth Froschauer, Anton Marik und Rupert Huber und Stefan Parkman den WDR Rundfunkchor als Chefdirigenten. Nicolas Fink wurde mit Beginn der Spielzeit 2020/2021 neuer Chefdirigent des WDR Rundfunkchores. Zusätzlich wurde Simon Halsey als Kreativdirektor für Chormusik und außergewöhnliche Projekte gewonnen.

70 Jahre Musik der Zeit

Als nach dem Zweiten Weltkrieg der Nordwestdeutsche Rundfunk gegründet wurde, aus dem 1956 der WDR hervorging, gehörte die Gegenwartsmusik zum kulturellen Neuaufbruch. Stockhausen, Kagel, Nono, Ligeti, Cage und viele andere bekamen Aufträge für Werke, die Geschichte machten.

„Nach dem Krieg, nach Ende der dunklen Nazizeit waren alle Leute so hungrig, das Neue in sich aufzunehmen“, erinnerte sich der Komponist György Ligeti, der nach dem Ungarnaufstand nach Köln kam. In dieser Zeit waren es auch die neugegründeten Rundfunkanstalten der Länder, die für einen Aufbruch in ein junges, modernes Deutschland standen.

Zur Idee der Demokratie gehörte die Förderung von Experimenten und Nischenkultur. Dennoch ahnte niemand, dass das erste Konzert der Reihe „Musik der Zeit“, das Igor Strawinsky am 8. Oktober 1951 dirigierte, der Auftakt zu einer beispiellosen Reihe von legendären Musikstücken der Moderne war. Ermutigt und beauftragt durch den WDR ließen sich junge und radikale Komponisten ‒ und zunehmend auch Komponistinnen ‒ motivieren, für die hochkompetenten Klangkörper des WDR zu schreiben: von Bernd Alois Zimmermann bis zu Helmut Lachenmann, von Wolfgang Rihm bis Rebecca Saunders.

Heute ist die Liste der Kompositionsaufträge und Uraufführungen schier endlos und ein Spiegel der neuen Musik im demokratischen Deutschland. Die Uraufführungsreihe ist beim Kulturradio WDR3 beheimatet, verantwortet wird sie durch den Musikredakteur Harry Vogt.


WDR Rundfunkchor LIVE @ Philharmonie: Werden und Vergehen

Große Gefühle: WDR Rundfunkchor und Kölner Kammerorchester mit großen Chor- und Orchesterwerken von Mozart und Webern

Werden und Vergehen: Während der Sommer geht, wächst das Kultur- und Konzertleben wieder heran. Der WDR Rundfunkchor als fester Bestandteil der Kulturszene im Westen gibt nach langer Wartezeit mit zwei ganz unterschiedlichen Konzerten seinen Saisonauftakt und stellt sein immenses Spektrum unter Beweis: Nach einer Uraufführung im Festkonzert zur Reihe „Musik der Zeit“ am 2. Oktober wird das Ensemble am 10. Oktober erstmals wieder in der Kölner Philharmonie vor Publikum auftreten.

Auf dem Programm des Matineekonzerts dürfen sich zwei begegnen, deren Wege sich eineinhalb Jahrhunderte voneinander entfernt zwischen Salzburg und Wien kreuzten: Wolfgang Amadeus Mozart (1756 -1791) und Anton von Webern (1883-1945).

Und auch hier geht es um Werden und Vergehen. 1785 schreibt Mozart in Wien seine „Freimaurerische Trauermusik“ für zwei Beerdigungen adliger Logenbrüdern, die als Ouverture das Programm eröffnet. Zwei Jahre vor dem Trauerwerk hat er seine Große Messe in c Moll vertont, eine seiner herausragendsten – wenn auch unerklärlich unvollendeten – Messvertonungen. Als er sie schreibt, ist er gerade frisch verheiratet und durchhörbar glücklich verliebt. Die Sopranpartie, seiner Constanze zugedacht, singt die furoremachende Hamburger Sopranistin Katharina Konradi, ihr zur Seite steht eine brilliante junge Sängerriege mit Sarah Romberger (Mezzosopran), Petr Nekovanec (Tenor) und Gabriel Rollinson (Bass). Der WDR Rundfunkchor darf in kompletter Sängerbesetzung endlich wieder einen Saal in allumfassenden Vokalklang tauchen. Anton von Weberns Streichquartett in Orchesterbearbeitung von Dirigent Christoph Poppen für das Kölner Kammerorchester vermittelt zwischen den großen Gefühlen tiefster Trauer und durchdrungener Glückseligkeit der beiden Mozart-Werke und erfrischt den Gehörgang.

Das Kulturradio WDR3 zeichnet das Konzert auf. Es wird gesendet in WDR3 Das Konzert am 28. Januar 2022 um 20.04 Uhr.

Der WDR Rundfunkchor

Der WDR Rundfunkchor ist ein Profi-Ensemble mit 43 Sängerinnen und Sängern. Seine Heimat ist das WDR Funkhaus in Köln. Das Profil ist Repertoire-Vielfalt in Perfektion und Spezialisierung auf innovative und anspruchsvolle Werke, sowohl im A cappella als auch instrumentalen Bereich.

Das Spektrum reicht dabei von der Musik des Mittelalters bis zu zeitgenössischen Kompositionen. Der Chor wirkt in Zusammenarbeit mit den WDR Orchestern, präsentiert sich in seiner eigenen A cappella-Reihe in Köln und wird regelmäßig von nationalen und internationalen Orchestern für große und besondere Konzerte angefragt.

In den letzten sieben Jahrzehnten begleiteten Bernhard Zimmermann, Herbert Schernus, Helmuth Froschauer, Anton Marik und Rupert Huber und Stefan Parkman den WDR Rundfunkchor als Chefdirigenten. Nicolas Fink wird mit Beginn der Spielzeit 2020/2021 neuer Chefdirigent des WDR Rundfunkchores. Zusätzlich wurde für den WDR Rundfunkchor Simon Halsey gewonnen, als Kreativdirektor für Chormusik und außergewöhnliche Projekte. Diese Position wurde neu geschaffen. Weitere Informationen unter wdr.de

Konzertinformationen:

Werden und Vergehen // Mozart und Webern
SO 10. Oktober 2021, Kölner Philharmonie, 11.00 Uhr

  • Wolfgang Amadeus Mozart: Maurerische Trauermusik c-Moll KV 477 (479a) für Orchester
  • Anton Webern: Streichquartett, Bearbeitung für Streichorchester von Christoph Poppen
  • Wolfgang Amadeus Mozart: Missa c-Moll KV 427 (417a) für Soli, Chor und Orchester „Große Messe“

Mitwirkende: Katharina Konradi Sopran // Sarah Romberger Mezzosopran // Petr Nekoranec Tenor // Gabriel Rollinson Bass // WDR Rundfunkchor // Patrick Cellnik Einstudierung // Kölner Kammerorchester // Christoph Poppen Leitung

Radiosendung: WDR3 Das Konzert | 28. Januar 2022, 20.04 Uhr

Weitere Konzerte des WDR Rundfunkchores unter: wdr.de

Schöne Erinnerung zum Nachhören: Video von der Aufführung des Requiems mit dem WDR Rundfunkchor und dem WDR Sinfonieorchester vom 19. März 2019 unter: wdr.de