Rossinis »La gazzetta« ab 2. Februar 20 als Frankfurter Erstaufführung

La gazzetta ~ Oper Frankfurt ~ v.l.n.r. Don Pomponio Storione (Sebastian Geyer), Filippo (Mikołaj Trąbka), Passepartout (Martin Georgi), Statistin (mit dem Rücken zum Betrachter), Monsù Traversen (Danylo Matviienko) und Madama La Rose (Nina Tarandek) ~ © Barbara Aumüller ~ szenenfot.de

La gazzetta (Die Zeitung) schrieb Gioachino Rossini (1792-1868) für das neapolitanische Teatro Fiorentini, das einen finanziellen Erfolg dringend nötig hatte. Diesen versprach man sich von dem renommierten Komponisten aus Pesaro, der gerade in Rom mit Il barbiere di Siviglia überragenden Zuspruch erfahren hatte. Seine Gazzetta basiert auf Carlo Goldonis Komödie Il matrimonio per concorso (1775), und wie Goldoni spielt auch der Textdichter Giuseppe Palomba mit dem neapolitanischen Dialekt, den der Komponist kongenial in Musik setzte. Die Uraufführung am 26. September 1819 war ein großer Erfolg. Wie schon so oft hat Rossini Melodien aus anderen seiner Opern zweitverwertet, so stellte er später etwa die Ouvertüre des Werks seiner Cenerentola voran. In Frankfurt erklingt La gazzetta zum ersten Mal.

In Zeiten von Online-Partnervermittlungen erscheint die Handlung der Oper liebenswert altmodisch: Der neureiche Pomponio hat ohne das Wissen seiner Tochter Lisetta eine Zeitungsanzeige aufgegeben, um einen gut situierten Schwiegersohn zu finden. Er ahnt nicht, dass sich das Mädchen bereits unstandesgemäß in Filippo, den Wirt eines Gasthauses, verliebt hat, das den Ort eines Großteils des Geschehens darstellt. Dort abgestiegen sind auch Anselmo und seine Tochter Doralice, die Reisenden Alberto und Monsù Traversen sowie die als Strippenzieherin im Hintergrund agierende Madama La Rose. Als sich Alberto – im Glauben, es handle sich um die im Inserat angepriesene junge Dame – in Doralice verliebt, weckt dies den Widerstand ihres Vaters Anselmo, hat dieser doch seine Tochter schon dem vermögenden Monsù Traversen versprochen. Ein jeder verfolgt also seine eigenen Interessen, was eine Reihe von haarsträubenden Verwechslungen und Irrtümern nach sich zieht. Am Ende finden sich jedoch die „richtigen“ Liebespaare auf einem Maskenball und können dank ihrer Kostümierung dem strengen Regiment der beiden Väter entfliehen.

Die musikalische Leitung liegt bei Simone Di Felice, welcher der Oper Frankfurt anfangs als Solorepetitor verbunden war und 2017 zudem in die Position des Kapellmeisters aufrückte. Hier betraute man ihn u.a. mit Werken des Barock wie Händels Rinaldo und Radamisto, aber auch die Opern Rossinis sind ihm nicht fremd. So gastierte er etwa mit Il barbiere di Siviglia und La Cenerentola am Theater Basel. Caterina Panti Liberovici, seit 2009 Regieassistentin an der Oper Frankfurt, gab hier 2016 mit Fioravantis Le cantatrici villane ihr Regiedebüt. 2010 inszenierte sie Rossinis L’occasione fa il ladro, 2015 Mozarts La finta semplice und 2018 Cimarosas L’impresario in angustie beim Festival Cantiere Internazionale d’Arte in Montepulciano. La favola di natale von Giovannino Guareschi und Arturo Coppola führte sie an das Teatro Regio in Turin. Alle besetzten Sängerinnen und Sänger sind aktuelle bzw. ehemalige Mitglieder des Ensembles und des Opernstudios der Oper Frankfurt: Sebastian Geyer (Don Pomponio), Elizabeth Sutphen (Lisetta), Mikołaj Trąbka (Filippo), Matthew Swensen (Alberto), Angela Vallone (Doralice), Nina Tarandek (Madama La Rose), Danylo Matviienko (Monsù Traversen) und Franz Mayer (Anselmo).


La gazzetta

Dramma per musica in zwei Akten

Von: Gioachino Rossini

Uraufführung: 26. September 1816 (Neapel, Teatro dei Fiorentini)
Premiere an der Oper Frankfurt: 2. Februar 20 (Bockenheimer Depot; Frankfurter Erstaufführung)

Musikalische Leitung: Simone Di Felice
Inszenierung: Caterina Panti Liberovici
Bühnenbild: Sergio Mariotti
Kostüme: Raphaela Rose
Choreografie: David Laera
Licht: Jan Hartmann
Dramaturgie: Deborah Einspieler

Besetzung:

Don Pomponio: Sebastian Geyer
Lisetta: Elizabeth Sutphen
Filippo: Mikołaj Trąbka
Alberto: Matthew Swensen
Doralice: Angela Vallone
Madama La Rose: Nina Tarandek
Monsù Traversen: Danylo Matviienko
Anselmo: Franz Mayer
Passepartout: Martin Georgi

Vokalensemble

Weitere Vorstellungen: 4., 6., 8., 10., 12., 14., 16. Februar 2020
Preise: € 20 bis 80 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Mit freundlicher Unterstützung des Frankfurter Patronatsvereins – Sektion Oper

oper-frankfurt.de