Rossinis »Bianca e Falliero« an der Oper Frankfurt

Heather Phillips (Foto: Agentur)

Mit Bianca e Falliero beschließt die Oper Frankfurt in der laufenden Spielzeit nach Otello und La gazzetta ihre lose dreiteilige Reihe mit Werken von Gioachino Rossini (1792-1868). Nach der umjubelten Uraufführung von La gazza ladra 1817 an der Mailänder Scala erhielt Rossini von dort den Auftrag für eine weitere Oper zu einer für die damalige Zeit fürstlichen Gage. Leider jedoch blieb der erhoffte Erfolg von Bianca e Falliero bei der Uraufführung am 26. Dezember 1819 aus, weshalb das Werk, in dem Rossini auch diesmal Melodien aus anderen Opern zweitverwertet hatte, nur selten nachgespielt wurde und schließlich ganz in Vergessenheit geriet. Dazu trugen sicherlich auch die enormen Anforderungen an die Sänger bei. Die virtuosen Koloraturen verstand der Komponist diesmal keinesfalls als Stimmakrobatik, sondern als dramatisches Stilmittel. Ab den 1970er Jahren kam es wieder zu vereinzelten Aufführungen weltweit – u.a. mit Katia Ricciarelli und Marilyn Horne 1986 in Pesaro –, trotzdem konnte sich die Oper nicht wirklich im Repertoire etablieren, so dass sie nun auch in Frankfurt erstmals gezeigt wird.

Zum Inhalt:

Die Familien der beiden venezianischen Senatoren Capellio und Contareno leben in jahrelangem Streit. Dieser soll durch die Heirat Capellios mit Contarenos Tochter Bianca endlich ein Ende finden. Die junge Frau liebt zwar den General Falliero, ist aber bereit, dem Drängen ihres Vaters nachzugeben. Als Falliero davon erfährt, überredet er die Geliebte zur gemeinsamen Flucht. Diese wird jedoch vereitelt und der junge Mann vom Senat angeklagt. Contareno will die Chance nutzen, Falliero auszuschalten, und unterschreibt das Urteil. Capellio hingegen verweigert seine Zustimmung. Gerührt von der Aussage Biancas will er ihr zu ihrem Glück verhelfen. Als daraufhin auch Contareno seine Einwände zurückzieht, steht den Liebenden nichts mehr im Wege.

Zur Inszenierung:

Die musikalische Leitung liegt bei dem der Oper Frankfurt über die Jahre hin eng verbundenen italienischen Dirigenten Giuliano Carella, der hier zuletzt 2017/18 mit zwei konzertanten Aufführungen von Donizettis Roberto Devereux gastierte. Im Sommer 2020 wird er Bianca e Falliero auch anlässlich der Übernahme der Produktion bei den Tiroler Festspielen Erl dirigieren. Auch der ursprünglich vom Schauspiel kommende Regisseur Tilmann Köhler ist ein gern gesehener Gast in Frankfurt, wo er bisher mit verschiedenen Barockopern auch Arbeiten für das Musiktheater vorlegte. Die amerikanische Sopranistin Heather Phillips (Bianca) singt erstmals in Deutschland. Zu ihren jüngsten Aufgaben gehört Konstanze in Mozarts Die Entführung aus dem Serail an der New Orleans Opera. Ihre Landsfrau Elizabeth DeShong (Falliero) gibt ihr Hausdebüt, nachdem sie u.a. als Händels Rinaldo beim Glyndebourne Festival und als Suzuki in Puccinis Madama Butterfly an der New Yorker Metropolitan Opera zu erleben war. Darüber hinaus gehört Polina in Tschaikowskis Pique Dame an der Lyric Opera of Chicago zu ihren Plänen. Auch der US-Tenor Bruce Sledge gibt sein Hausdebüt. Zu seinen jüngsten Aufgaben gehört Bacchus in Strauss’ Ariadne auf Naxos und Pinkerton in Madama Butterfly an der Met u.a. neben Elizabeth DeShong. Der serbische Bariton Attila Mokus (Doge von Venedig) singt ebenfalls erstmals in Frankfurt. Zur übrigen Besetzung gehören Ensemblemitglied Kihwan Sim (Capellio) und Opernstudio-Stipendiat Michael Petruccelli in mehreren kleinen Partien.


Bianca e Falliero

Melodramma in zwei Akten

Von: Gioachino Rossini
Text von: Felice Romani nach Antoine Vincent Arnault
Uraufführung: 26. Dezember 1819 (Mailand, Teatro alla Scala)

Premiere an der Oper Frankfurt: – Termin ist offen –
(Ursprünglich geplant: 5. April 2020)

Inszenierung: Tilmann Köhler
Bühnenbild: Karoly Risz
Kostüme: Susanne Uhl
Licht: Joachim Klein
Video: Marlene Blumert
Chor: Tilman Michael
Dramaturgie: Zsolt Horpácsy

Besetzung:

Bianca: Heather Phillips
Falliero: Maria Ostroukhova
Contareno: Bruce Sledge
Capellio: Kihwan Sim
Doge von Venedig: Attila Mokus
Ein Kanzler / Ein Offizier / Ein Gerichtsdiener: Michael Petruccelli °

Chor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester


° Mitglied des Opernstudios

oper-frankfurt.de