Rosa von Praunheims »Die Bettwurst – Das Musical!« in der Berliner Bar jeder Vernunft

Rosa von Praunheims »Die Bettwurst - Das Musical!« in der Berliner Bar jeder Vernunft ~ © Bar jeder Vernunft / Barbara Braun

Rosa von Praunheim inszeniert seinen eigenen Kultfilm aus dem Jahr 1971 als Musical. Für die zweite Eigenproduktion der BAR JEDER VERNUNFT im Jubiläumsjahr 2022 (nach „Mein Grand Prix“ im TIPI AM KANZLERAMT) führt der renommierte Regisseur, Produzent , Autor und Aktivist der LGBTQ-Bewegung kurz vor seinem 80. Geburtstag zum ersten Mal Regie für ein Musical.

Die Liebesgeschichte zwischen der polnischstämmigen Kielerin Luzi und dem Mannheimer Dietmar nimmt nach vielversprechendem Anfang einen dramatischen Verlauf und mündet nach gefährlichen Verwicklungen schließlich in ein Happy End.

Als erster Regisseur in Deutschland inszenierte Rosa von Praunheim 1971 die Geschichte im in Amerika bereits kreierten Camp-Stil. (1973 gab es eine Fortsetzung: Die Berliner Bettwurst). Die FAZ schrieb nach der Ausstrahlung im Fernsehen „Auch das unabhängige Kino hat seine Meister. Der Größte in Deutschland Rosa von Praunheim.“

Die Bettwurst – Das Musical!
Bar jeder Vernunft
Anna Mateur, Thaddaeus Maria Jungmann, Heiner Bomhard
© Bar jeder Vernunft / Barbara Braun

Der ungewöhnliche Duktus der beiden Held*innen erregte Aufsehen und brachte Rosa von Praunheim mit dem zeitgleich erschienenen Film „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt.“ den bis heute ungebrochenen Status eines Kult- und Underground-Stars des deutschen Films.

Die Idee, die Bettwurst-Geschichte nach über 50 Jahren auf die Bühne zu bringen entstand auf Anregung von Lutz Deisinger, dem Künstlerischen Leiter der BAR JEDER VERNUNFT.

Die Bettwurst – Das Musical!
Bar jeder Vernunft
Anna Mateur, Thaddaeus Maria Jungmann, Tobias Stemmer Nell Pietrzyk, Heiner Bomhard
© Bar jeder Vernunft / Brbara Braun

Die Musik stammt von Heiner Bomhard, der auch den Dietmar spielt. Mit Heiner Bomhard hat Rosa von Praunheim schon in zwei Stücken am Deutschen Theater zusammengearbeitet in „Jeder Idiot hat eine Oma, nur ich nicht“ und „Hitlers Ziege oder die Hämorrhoiden des Königs“. Die Hauptrolle der Luzi wird gespielt und gesungen von der wunderbaren Anna Mateur, die zu den festen Größen der Zelte gehört („Frau Luna“ 2016 im Tipi am Kanzleramt / „Die 5 glorreichen Sieben“ 2019 in der Bar jeder Vernunft).


Die Bettwurst – das Musical!

Buch: Rosa von Praunheim
Musik: Heiner Bomhard

Premiere/Uraufführung in der Bar jeder Vernunft: Donnrestag, 8. September 2022
Voraufführung: am 7. September 2022
Spielzeit bis: 2. Oktober 2022

Buch & Regie: Rosa von Praunheim
Musik: Heiner Bomhard
Ausstattung & Kostüme: Ingrid Buhrmann, Lara Scheuermann, Oliver Sechting
Mitarbeit Ausstattung: Marcus Lachmann
Regie- & Produktionsassistenz: Felix Hertneck

Besetzung:

Luzi: Anna Mateur
Dietmar: Heiner Bomhard · Thaddaeus Maria Jungmann (21. – 25. September)
Chor: Thaddaeus Maria Jungmann, Nell Pietrzyk, Lukas Baeskow, Tobias Stemmer

Band:
Piano: Bijan Azadian / Ferdinand von Seebach
Klarinette: Karola Elßner / James Scannell
Bass: Andreas Henze

Karten:
Telefon 030-883 15 82 oder tickets@bar-jeder-vernunft.de
Karten inkl. aller Gebühren: VVK € 27,90 – 62,90// Abendkasse € 22,90 – 57,90
Ermäßigte Karten ab € 12,50

bar-jeder-vernunft.de


Rosa von Praunheim – Zur Person

Rosa von Praunheim wurde 1942 in Riga geboren. Seit über fünfzig Jahren dreht er Spiel- und Dokumentarfilme und zählt weltweit zu den produktivsten schwulen Filmemachern.

Mit seinem Dokumentarwerk NICHT DER HOMOSEXUELLE IST PERVERS, SONDERN DIE SITUATION, IN DER ER LEBT von 1970 wurde er zum öffentlichen Wegbereiter der modernen Schwulenbewegung.

Für den Dokumentarfilm über die Underground-Sängerin Tally Brown, TALLY BROWN, NEW YORK von 1980, wurde er mit dem Deutschen Bundesfilmpreis ausgezeichnet. In seiner AIDS-Trilogie, bestehend aus SCHWEIGEN = TOD (1990), POSITIV (1991) und FEUER UNTERM ARSCH (1990), prangerte von Praunheim die Diskriminierung von AIDS-Kranken an und kämpfte sowohl als Dokumentarist als auch als Aktivist für Hilfe und Aufklärung. In seinen Spielfilmen machte er immer wieder ältere, vitale Frauen zu Stars, unter anderem seine Tante Luzi in dem Kultfilm DIE BETTWURST von 1970 und Lotti Huber in ANITA – TÄNZE DES LASTERS von 1988. Der Film DIE JUNGS VOM BAHNHOF ZOO (2011), ein Dokumentarfilm über die Stricherszene in Berlin, wurde 2012 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet.

Seine umfangreiche Schaffensliste erweitert er im Jahr seines 80. Geburtstags um weitere bemerkenswerte Werke: Im Kino erscheint der neue Film REX GILDO – DER LETZTE TANZ. Im Martin Schmitz Verlag wird sein neuestes Buch HASENPUPSILOCH verlegt.
Weitere Informationen unter rosavonpraunheim.de