Romantisch-komische Oper »Martha« von Friedrich von Flotow wieder ab 8. November 19 an der Oper Frankfurt

Martha oder Der Markt zu Richmond ~ Oper Frankfurt ~ Harriet / Martha sowie Chor und Extrachor der Oper Frankfurt ~ © Barbara Aumüller (szenenfoto.de)

Die Neuinszenierung der romantisch-komischen Oper Martha von Friedrich von Flotow (1812-1883) wagte in der Frankfurter Spielzeit 2016/17 einen amüsanten Blick auf ein Werk, dem viele Zuschauer glauben mit Vorurteilen begegnen zu müssen. Aber schon 1986 hatte Vicco von Bülow alias Loriot in Stuttgart den Staub vom Notenpapier geblasen, und auch diesmal sollte die Rechnung aufgehen. Damals wie heute waren Presse und Publikum begeistert, so dass man im Fachmagazin Das Opernglas lesen konnte: „Regisseurin Katharina Thoma hat in Frankfurt die Gelegenheit lustvoll am Schopfe gepackt, das Biedermeier-Juwel unter heutigem Blickwinkel auf die Bühne zu bringen.“ Partnervermittlung per iPad, zwischen Mini-Austin und Wohnwagen ausgetragene Liebeshändel sowie der leibhaftige Auftritt von Königin Elisabeth II. als dea ex machina fegten jegliche Bedenken des Frankfurter Publikums beiseite. Auch die musikalische Ausführung wurde äußerst positiv aufgenommen: „Die Krone gebührt Sebastian Weigle, dessen animierte und intensive Lesart, gemeinsam mit dem Opern- und Museumsorchester, die Referenzaufnahmen vergessen macht“, schrieb die Frankfurter Rundschau. Höchste Zeit also, dass der kluge Wurf, erneut unter der Leitung des Generalmusikdirektors, erstmals auf den Spielplan zurückkehrt. Übrigens wird das Team Sebastian Weigle / Katharina Thoma auch für die Neuinszenierung von Wagners Tristan und Isolde verantwortlich zeichnen, die in dieser Saison am 19. Januar 2020 Premiere im Opernhaus feiern wird.

Hier nun ein paar Worte zum Inhalt von Martha: Lady Harriet Durham fühlt sich von ihrem High Society-Leben nicht ausgefüllt. Ihre Vertraute Nancy rät, sie müsse sich verlieben. In Verkleidung mischen sie sich unter die Mägde, die beim Markt zu Richmond Arbeit und vielleicht auch einen Mann suchen. Die Pächter Plumkett und Lyonel sind angetan. Zu Hause angelangt, wird schnell klar, dass die Herren ernsthafte Absichten hegen. Da flüchten die beiden „Mägde“, die sich als „Martha“ und „Julia“ vorgestellt haben. Erst nach einigen Verwicklungen finden sich die Paare.

Die Besetzung der ersten Wiederaufnahme weist zahlreiche neue Namen ausschließlich aus dem Frankfurter Ensemble auf: Die ukrainische Sopranistin Kateryna Kasper sang kürzlich Pamina in Mozarts Die Zauberflöte im österreichischen St. Margarethen (Oper im Steinbruch) und wechselt sich als Martha mit ihrer kolumbianischen Fachkollegin Juanita Lascarro ab. Zu deren aktuellen Frankfurter Aufgaben gehört die Titelrolle in der Wiederaufnahme von Martinůs Julietta. Der kanadische Bariton Iain MacNeil übernimmt erstmals die Partie des Lord Tristan. Zu seinen jüngsten Frankfurter Aufgaben als neues Ensemblemitglied gehören Der Baron in Schrekers Der ferne Klang und Figaro in Mozarts Le nozze di Figaro. Für den österreichisch-australischen Tenor Gerard Schneider (Lyonel), seit 2018/19 Ensemblemitglied der Oper Frankfurt, stehen 2019/20 mit dem Herzog von Mantua (Rigoletto) und Narraboth (Salome) wichtige Debüts an. Auch der Bariton Gordon Bintner (Plumkett) stammt aus Kanada. Er gastierte bei den Salzburger Festspielen 2019 in einer Neuproduktion von Enescus Oedipe in der Partie des Phorbas. Weitere Frankfurter Aufgaben warten mit Mozarts Don Giovanni und Escamillo in Bizets Carmen auf ihn. Mit der Produktion seit ihrer Premiere am 16. Oktober 2016 vertraut sind die Alternativbesetzungen des Lord Tristan mit Barnaby Rea und des Lyonel mit AJ Glueckert. Auch Franz Mayer ist als Richter von Richmond wieder mit von der Partie.


Martha oder Der Markt zu Richmond
Romantisch-komische Oper in vier Akten

Von: Friedrich von Flotow
Text: W. Friedrich.
Uraufführung: 1847

Premiere an der Oper Frankfurt: 16. Oktober 2016
Erste Wiederaufnahme an der Oper Frankfurt: 8. November 19

Musikalische Leitung: Sebastian Weigle
Inszenierung: Katharina Thoma
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Caterina Panti Liberovici
Bühnenbild: Etienne Pluss
Kostüme: Irina Bartels
Licht: Olaf Winter
Choreografie:
Michael Schmieder
Chor: Tilman Michael
Dramaturgie: Konrad Kuhn

Besetzung der Wiederaufnahme.

Lady Harriet Durham: Kateryna Kasper
Nancy: Katharina Magiera
Lord Tristan Mickleford: Iain MacNeil
Lyonel: Gerard Schneider
Plumkett: Gordon Bintner
Der Richter von Richmond: Franz Mayer

Chor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester

oper-frankfurt.de