Richy Müller spielt Hauptrolle in „Notre Dame“ in Bad Hersfeld

Stiftsruine Bad Hersfeld (© Stadt Bad Hersfeld)

Der „Tatort“-Star tritt als Claude Frollo in dem Eröffnungsstück in der Stiftsruine auf

Richy Müller ist unbestritten einer der renommiertesten und auch gefragtesten deutschen Theater- und Filmschauspieler. Umso mehr freut es den Intendanten der Bad Hersfelder Festspiele, Joern Hinkel, dass es ihm gelungen ist, Richy Müller für seine Inszenierung „Notre Dame“ zur Eröffnung der 71. Bad Hersfelder Festspiele zu gewinnen: „Es ist ein Phänomen. Richy Müller betritt die Bühne und erfüllt den Raum. Aber das genau ist ein Teil seines Geheimnisses. Er ist in der Lage, in seine Rollen einzutauchen, ohne sich zu verstellen,“ so Joern Hinkel – und weiter: „Er ist klug und hat Humor, eine wundervolle, seltene Kombination! Man kann ihm auf der Bühne beim Denken und Fühlen zusehen. Proben bedeutet für ihn, allmählich alles Überflüssige, allen Zierrat wegzulassen, um zur Essenz der Rolle vorzudringen.“

Und die Rolle, die Richy Müller in der Fassung von „Notre Dame“ von Joern Hinkel und Tilman Raabke übernimmt ist anspruchsvoll, denn Claude Frollo ist eine jener großen Gestalten der Literatur des 19. Jahrhunderts, die an ihrer Zerrissenheit zerbrechen. Er hat nicht nur den Glauben an Gott verloren und den Glauben an die Weisheit der Welt, sondern wird getrieben von der Begierde nach der jungen und schönen Tänzerin Esmeralda. Selbst vor einem Mord schreckt er nicht zurück. Aber Liebe kann man nicht erzwingen. Und so gesellt sich zu seiner unerfüllbaren Begierde ein zweites Gespenst: das Gefühl der Ohnmacht, das ihn jedoch nicht lähmt, sondern atemlos voranpeitscht zu immer irrwitzigeren Versuchen, Esmeralda zu beherrschen. Alles umsonst. Und der letzte Abgrund, der sich Claude öffnet, ist die tödliche Verzweiflung, in der seine Seele verbrennt.

Richy Müller ist bei „Tatort“-Fans als Hauptkommissar Thorsten Lannert beliebt – seit 2007 ermittelt er in Stuttgart. Der große Durchbruch gelang ihm aber schon 1979 in dem TV-Dreiteiler „Die große Flatter“ an der Seite von Jochen Schroeder, Hanna Schygulla und Günter Lamprecht.

Seitdem ist er aus der Film- und Theaterwelt nicht mehr wegzudenken. So spielte er zum Beispiel in „Der Mann auf der Mauer“ mit Marius Müller-Westernhagen, unter der Regie von Roland Emmerich in dem Science-Fiction-Film „Das Arche Noah Prinzip“ und beeindruckte 2000 in Christian Petzolds Spielfilm „Die innere Sicherheit“.

Richy Müller wirkte in nahezu allen deutschen Krimi-Serien mit, übernahm darüber hinaus Rollen zum Beispiel in „Die Affaire Semmeling“, „Das Superweib“, „Die Wolke“ oder „Die Apothekerin“. In Hollywood spielte er im Action-Film „Triple X“ von Rob Cohen. 2018 drehte er die Netflix-Serie „Skylines“.

Richy Müller hat mit legendären Theaterregisseuren wie Hans Neuenfels, Einar Schleef und Robert Wilson zusammengearbeitet und in Bad Hersfeld brillierte er 2016 und 2017 in Dieter Wedels „Hexenjagd“.


Notre Dame“ wird am 1. Juli 2022 die 71. Bad Hersfelder Festspiele eröffnen. Festspiel-Intendant Joern Hinkel wird gemeinsam mit dem Dramaturgen Tilman Raabke eine eigene Fassung des weltberühmten Romans „Der Glöckner von Notre-Dame“ auf die Bühne der Stiftsruine bringen.

Victor Hugos Roman erschien 1831 unter dem Titel „Notre-Dame de Paris. 1482“ und wurde sofort ein Bestseller. Der Roman gehört mit seiner poetischen Sprache zu den bedeutendsten Werken der Weltliteratur, viele kennen den Klassiker von Victor Hugo aus dem 1956 gedrehten Film mit Gina Lollobrigida als Esmeralda und Anthony Quinn als Quasimodo, als schwülstige Liebesgeschichte inszeniert, die den Fokus stark auf das ungleiche Paar richtet. Bei den Bad Hersfelder Festspielen wird die Geschichte von Quasimodo und Esmeralda nur ein Teil der Inszenierung sein. Joern Hinkel wird mit seinem Team die romantischen, manchmal auch grotesken Szenen sowie die historischen und philosophischen Betrachtungen des Romans einbeziehen. „Die darin aufgeworfenen Fragen zu Ausgrenzung, Vorurteilen und gesellschaftlicher Stimmungsmache sind heute aktueller denn je“, betont Joern Hinkel.

Mit Hilfe des sogenannten „Mapping“ wird zudem zum ersten Mal eine Technik zum Einsatz gebracht, die mit computeranimierten Projektionen arbeitet, die direkt auf die Architektur der Stiftsruine zugeschnitten sind. Joern Hinkel dazu: „Das „Mapping“ macht es möglich, dass sich die historischen Sandsteinwände zu bewegen scheinen, dass plötzlich Steine aus dem Mauerwerk fallen oder das ganze Kirchenschiff in Brand steht. Wenn Sie so wollen: eine Fortführung der `Laterna Magica´ mit den Mitteln modernster Technik.“


Am 3. April, dem verkaufsoffenen Sonntag in Bad Hersfeld, gewähren die Bad Hersfelder Festspiele allen Kunden, die Karten für die drei Haupt-Produktionen „Notre Dame“, „Der Club der toten Dichter“ und „Goethe!“ in der Stiftsruine vor Ort kaufen einen Frühlingsrabatt von 10 %. Alle Käufer bekommen außerdem noch eine besondere Überraschung: ein Exemplar des wunderbaren Bildbandes „Ein unglaublicher Zauber“, der die 70-jährige Festspielgeschichte beschreibt.

Der Ticket-Service ist am verkaufsoffenen Sonntag von 12:00 bis 17:00 Uhr geöffnet.


Tickets und Informationen:

Telefon +49 6621 640200
ticket-service@bad-hersfelder-festspiele.de
bad-hersfelder-festspiele.de


71. Bad Hersfelder Festspiele

01. Juli bis 28. August 2022
Intendant Joern Hinkel

Notre Dame

Theaterfassung von Tilman Raabke und Joern Hinkel
nach dem Roman von Victor Hugo
Regie Joern Hinkel
Uraufführung 1. Juli 2022
21:00 Uhr/ Stiftsruine Bad Hersfeld

Der kleine Glöckner für alle ab 10 Jahre

Theaterfassung von Tilman Raabke und Joern Hinkel
nach dem Roman von Victor Hugo
Regie Joern Hinkel
Uraufführung 8. Juli 2022
15:00 Uhr/ Stiftsruine

Der Club der toten Dichter

Theaterfassung von Joern Hinkel und Tilman Raabke
nach dem Drehbuch von Tom Schulman
Regie Joern Hinkel
Premiere 2. Juli 2022/ 21:00 Uhr
Stiftsruine Bad Hersfeld

Goethe!

Musical von Martin Lingnau (Musik), Frank Ramond (Songtexte) und Gil Mehmert (Buch)
nach dem Film von Philipp Stölzl in Kooperation mit Stage Entertainment, Choreographie Kim Duddy,
Musikalische Leitung Christoph WohllebenRegie Gil Mehmert
Premiere 15. Juli 2022/ 21 Uhr
Stiftsruine Bad Hersfeld

Volpone

von Ben Jonson
Regie Christine Bossert
Premiere 9. Juli 2022
20:30 Uhr / Schloss Eichhof