Rekordbeteiligung beim diesjährigen Kammermusikpreis der Polytechnischen Gesellschaft und Brahmsmarathon in der HfMDK FFM

16 Kammermusikensembles verschiedenster Besetzungen mit insgesamt 45 Teilnehmern stellten sich dem diesjährigen musikalischen Wettstreit um insgesamt 10.000 Euro Preisgeld

Le Concert dans I'oeuf: Mariana Mateu Carles, Arthur Cambreling und Simon Wallinger (Foto: Rebecca Hahn)

Zum insgesamt zweiundzwanzigsten Mal fand am gestrigen Dienstag in der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt (HfMDK) der jährliche Kammermusikwettbewerb der Polytechnischen Gesellschaft e.V. statt. Das Trio „Le Concert dans I’oeuf`“ mit Mariana Mateu Carles (Kontrabass/Violone), Arthur Cambreling (Violoncello/Viola da Gamba) und Simon Wallinger (Cembalo) aus der Abteilung Historische Interpretationspraxis (HIP) erspielte sich den Hauptpreis in Höhe von 8.000 Euro und zwei Preisträgerkonzerte am 12. und 13. Mai 2020 in Frankfurt und Friedrichsdorf. Das Ensemble beeindruckte mit seiner originellen Programmidee: einer Kombination von alter und neuer Musik von Frescobaldi bis Stockhausen. Die einfallsreich virtuosen Interpretationen und die in das musikalische Konzept eingearbeitete, charmante Moderation überzeugten die Jury besonders.

Einen Förderpreis in Höhe von 2.000 Euro, verbunden mit einem Auftritt in der Konzertreihe der Polytechnischen Gesellschaft in der nächsten Saison erspielte sich das Aavik Quartett mit Hans Christian Aavik (Violine). Mona Verhas (Violine). Jose Battista Junior (Viola) und Clara Franz (Violoncello). Das erst seit kurzer Zeit gemeinsam musizierende Quartett aus der Klasse von Prof. Tim Vogler bot eine einprägsame Interpretation von Erwin Schulhoffs erstem Streichquartett und eine kluge Programmfolge mit dem kurzen. genialen frühen Quartett KV 138 von Wolfgang Amadeus Mozart am Ende der Präsentation.

Einen Auftritt beim Rheingau Musik Festival am 1. Juli 2020 erspielte sich das Duo mit Che-Wei Kuo (Violoncello) und Shenzi Liang (Klavier) aus der Kammermusikklasse von Prof. Angelika Merkle.

„Durch die Rekordteilnahme von 16 Kammermusikensembles verschiedenster Besetzungen mit insgesamt 45 Teilnehmern wurde der Wettbewerb zu einem wahren Kammermusikfest auf durchweg hohem Gesamtniveau. Wir freuen uns schon aufs nächste Jahr“, resümiert Jurymitglied Prof. Tim Vogler.

Zum Wettbewerb zugelassen waren Ensembles mit jeweils mindestens zwei Mitgliedern. aus deren kammermusikalischem Repertoire sich ein anspruchsvolles und stilistisch vielseitiges Konzertprogramm gestalten lässt.

Die Ensembles verpflichten sich mit der Annahme des Preises, für die Dauer der Förderung regelmäßig und intensiv als Ensemble zu arbeiten und die Ergebnisse ihrer Arbeit in der Konzertreihe des „Vereins zur Pflege der Kammermusik und zur Förderung junger Musiker“ zu präsentieren.

Der Jury gehörten an: Dr. Christa Ratjen als Vorsitzende und Vertreterin der Polytechnischen Gesellschaft, Prof. Angelika Merkle und Prof. Hans-Jacob Staemmler (Klavierkammermusik), Prof. Tim Vogler (Streicherkammermusik), Prof. Jan Ickert (Violoncello) und Prof. Stephanie Winker (Flöte) als Lehrende an der HfMDK sowie Prof. Manuel Fischer-Dieskau (Musikhochschule Mainz).

hfmdk-fankfurt.de


BRAHMS – BRAHMS – BRAHMS.

Persönlicher Abschied des Klavierprofessors Bernhard Wetz mit Brahmsmarathon vom 13. bis 15. Dezember in der HfMDK

Persönlicher Abschied des Klavierprofessors Bernhard Wetz mit Brahmsmarathon
Mit Studierenden, ehemaligen Studierenden. Freunden von und mit Bernhard Wetz


Freitag. Samstag. Sonntag 13./14./15. Dezember 2019 jeweils um 19.30 Uhr Großer Saal in der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt
Eschersheimer Landstraße 29-39. 60322 Frankfurt am Main
Eintrittspreis: Karten online zu 66 (ermäßigt 46) zzgl. Online-Gebühren oder an der Abendkasse eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn zu 86 (ermäßigt 66)

Brahms. Brahms, Brahms ein insgesamt sechsstündiges Konzertprogramm, verteilt auf drei Abende hintereinander, mit allen bedeutenden Solo-Klavierwerken des deutschen Komponisten können Brahmsliebhaber und -enthusiasten in der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt (HfMDK) erleben. Es ist der persönliche Abschied von Bernhard Wetz, der nach 35 Jahren als Klavierprofessor an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt (HfMDK) zum Ende des Wintersemesters in den Ruhestand wechselt. Neben seiner Lehrtätigkeit lenkte er mehrere Jahre als Dekan des (damaligen) Fachbereichs Künstlerische Ausbildung und vor allem von 1995 bis 1999 als Rektor bzw. Präsident die hochschulpolitische Entwicklung der HfMDK. Aus diesem Anlass feiert Bernhard Wetz gemeinsam mit seinen Studierenden, ehemaligen Studierenden und Freunden seinen Lieblingskomponisten – mit einem konzentrierten Einblick in dessen Solo-Klavierliteratur aus verschiedenen Schaffensperioden.

Annähernd das gesamte Werk für Klaviersolo von Johannes Brahms (1833-1897) steht vom 13. bis 15. Dezember auf den drei Abendprogrammen in der HfMDK: die großformatigen Sonaten und Balladen op. 10 seiner ersten Sturm und Drangphase; Robert Schumann nannte gerade die Sonaten des Komponistenfreundes „mehr verschleierte Symphonien“. Außerdem sind die berühmten Variationen über ein Thema von Georg Friedrich Handel sowie die Paganini-Variationen zu hören.

Nicht minder brillant und individuell in ihrem Ausdrucksstil sind die Klavierstücke op. 76 und die beiden Rhapsodien op. 79. die die dritte Schaffensperiode von Brahms repräsentieren – zusammen mit den sinfonischen und chorischen Großwerken sowie den wichtigsten Kammermusikkompositionen und dem zweiten Klavierkonzert. Und selbstverständlich dürfen sich die Besucher auch auf Kostproben aus der letzten Schaffensperiode von Johannes Brahms freuen – und damit auf die wieder kleineren, aber nicht weniger formvollendeten und komplexen Formate. seine „gigantischen Miniaturen“ wie die Klavierstücke op. 117 bis 119.

Nach den unzähligen Events und Klassenkonzerten ist dieser dreitägige Brahmsmarathon das letzte Projekt von Bernhard Wetz an der HfMDK – bevor die Hochschule sich in einer offiziellen Feier am 29. April 2020 von ihrem langjährigen Klavierprofessor verabschieden wird.

Das detaillierte Programm findet sich unter hfmdk-frankfurt.de am jeweiligen Veranstaltungstag,


Bernhard Wetz

Pianist, Musikpädagoge und Direktor des Ausbildungsbereiches lnstrumentalpädagogik an der HfMDK, wurde 1954 geboren und studierte Klavierpädagogik, Pädagogik musiktheoretischer Fächer und Künstlerische Ausbildung Klavier an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main. Nach Lehraufträgen u.a, an der Justus-Liebig-Universität in Gießen für Klavier und an der HfMDK in den Fächern Klavier, Klavierdidaktik/-methodik. Tonsatz und Gehörschulung wurde er 1984 dort zum Professor für Klavier und Klaviermethodik berufen und übernahm mit dem Ruf die Leitung des neu eingerichteten Diplomstudiengangs Instrumental- und Gesangspädagogik. Neben seiner Lehrtätigkeit lenkte er mehrere Jahre als Dekan des (damaligen) Fachbereichs Instrumental» und Gesangspädagogik und vor allem von 1995 bis 1999 als Rektor bzw. Präsident die hochschulpolitische Entwicklung der HfMDK.
Seine künstlerischen Aktivitäten als Pianist führten ihn über Deutschland hinaus in die Schweiz, nach Dänemark, Niederlande. Marokko. Thailand. Australien. China, Korea. Lettland. Russland. Brasilien, Namibia und Südafrika, teilweise mit Rundfunk» und Fernsehaufnahmen. Seine besondere Vorliebe gilt der Interpretation der Werke von Johannes Brahms.
Bernhard Wetz wird als Juror in verschiedenen Wettbewerben verpflichtet. Darüber hinaus führten ihn Meisterkurse unter anderem an die Soon~Shin-Universität in Seoul, an die Uni-Rio in Rio de Janeiro und ans Tschaikowsky-Konservatorium in Moskau hervorzuheben. ln diesem Jahr folgte er einer Einladung von Lang Lang zu zwei Lang-Lang-Festivals in China als Juror und als Dozent für Meisterkurse und didaktische Vorträge.