Programmveröffentlichung – Spielzeit 2020.2021 des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden

Uwe Eric Laufenberg (Intendant des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden) ~ Foto: De-Da Productions

Im Rahmen der heutigen Videopräsentation stellten Intendant Uwe Eric Laufenberg und Geschäftsführender Direktor Bernd Fülle zusammen mit ihrem Team das Programm der Spielzeit 2020.2021 des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden vor.

Die Krise, die wir derzeit durchleben, zeigt, wie sehr der Wert des Menschen jederzeit Gegenstand der Verhandlung ist. Der Spielplan des Hessischen Staatstheater Wiesbaden trägt dem in der kommenden Spielzeit in besonderer Weise Rechnung: Sowohl in der Oper als auch im Schauspiel stehen Stoffe im Mittelpunkt, bei denen der Wert des Menschen auf grundlegende Weise durchgespielt wird.

Dabei stehen zwei Großprojekte im Mittelpunkt: Zum einen Richard Wagners »Ring«, der nichts weniger als ein Versuch ist, die gesamte Menschheitsgeschichte abzubilden und der viermal zyklisch gezeigt wird; zum anderen die deutschsprachige Erstaufführung von Tom Stoppards Trilogie »Die Küste Utopias«, in der die Sozialgeschichte Europas und Russlands in brillanter Manier auf das persönliche Leben einiger Individuen heruntergebrochen wird.

Insgesamt erwarten das Publikum in der Spielzeit 2020.2021 in der Opernsparte sieben oder acht Neuinszenierungen und zehn Wiederaufnahmen. Hervorzuheben sind hierbei das Figaro-Operndoppel zum Saisonauftakt mit Gioachino Rossinis »Der Barbier von Sevilla« und Wolfgang Amadeus Mozarts »Die Hochzeit des Figaro«, auch dies (vor-)revolutionäre Befragungen des gesellschaftlichen Wertes des Menschen; Puccinis »Triptychon« in der Inszenierung von Uwe Eric Laufenberg, drei Einakter, die Hölle, Fegefeuer und Himmel des Menschen ausschreiten; und als abschließender Höhepunkt die Neuproduktion von Jörg Widmanns Oper »Babylon«, ein in seiner allumfassenden Weltbeschreibung jegliche Grenzen überschreitendes Werk.

In den acht Sinfoniekonzerten des Hessischen Staatsorchesters Wiesbaden sind große Dirigentenpersönlichkeiten und herausragende Solisten vertreten. Am Pult des Hessischen Staatsorchesters stehen GMD Patrick Lange, Johannes Dabus, Andreas Spering und Christoph-Mathias Mueller. Als Solisten sind u.a. Chouchane Siranossian, Sebastian Manz und Frederic Belli sowie Olga Bezsmertna als Gesangssolistin zu erleben.

Das Schauspiel bietet neben der genannten Erstaufführung von Tom Stoppards Trilogie die Uraufführung der Bühnenfassung von Salman Rushdies jüngstem Roman »Quichotte« sowie neun weitere Premieren, darunter die deutschsprachige Erstaufführung des Stücks »Admissions« sowie im Großen Haus Uwe Eric Laufenbergs Inszenierung des Shakespeare’schen »König Lear«.

Das Hessische Staatsballett zeigt drei Premieren und die Wiederaufnahme von Tschaikowskys Klassiker »Der Nussknacker«. Ergänzt wird das Programm mit wichtigen Projekten aus der aktuellen Tanzszene. Das Junge Staatstheater bietet in allen Sparten zahlreiche Premieren und Wiederaufnahmen sowie ein erweitertes Programm der Theaterpädagogik für Kinder, Jugendliche und Familien an.

Im kommenden Jahr feiern die Internationalen Maifestspiele des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, die seit 1896 den kulturellen Höhepunkt im Theaterkalender der Stadt bilden, ihr 125. Jubiläum. Sämtliche Sparten der Darstellenden Kunst sind vertreten: Oper und Konzert, Tanz, Performance und Schauspiel.

Tickets für die Opernvorstellungen der Maifestspiele sind telefonisch, online oder per E-Mail ab dem 24. April 2020 erhältlich. Karten für das komplette Programm der Internationalen Maifestspiele sind ab Februar 2021 erhältlich.

Das Programm der Spielzeit 2020.2021 wird durch die Nassauische Sparkasse unterstützt.


GMD Patrick Lange
Foto: De-Da Productions

Oper:

Die Spielzeit 2020.2021 am Hessischen Staatstheater Wiesbaden wird mit einem Figaro-Operndoppel unter der Musikalischen Leitung von Konrad Junghänel eröffnet, mit Gisbert Jäkel als Bühnenbildner für beide Teile: Gioachino Rossinis »Der Barbier von Sevilla« wird von Schauspieler und Regisseur Tilo Nest inszeniert, der 2019.2020 »Tyll« im Großen Haus zeigte. Ioan Hotea übernimmt die Partie des Graf Almaviva. Als Figaro alternieren Christopher Bolduc und Benjamin Russell. Silvia Hauer singt die Partie der Rosina. Als Bartolo wird Thomas de Vries zu erleben sein. Wolfgang Amadeus Mozarts Oper »Die Hochzeit des Figaro« hat in der Inszenierung von Uwe Eric Laufenberg Premiere. Die Titelpartie übernimmt Konstantin Krimmel, als Graf Almaviva alternieren Benjamin Russell und Christopher Bolduc. Als Gräfin Almaviva ist Slávka Zámečníková und als Susanna Anna El-Khashem zu erleben. Die Opernbearbeitungen der ersten beiden Teile von Beaumarchais’ Schauspiel-Trilogie werden am Hessischen Staatstheater zu einem Tripel ergänzt durch Ödön von Horváths Fassung des dritten Teils: »Figaro lässt sich scheiden« (Premiere im Studio).

In Philipp M. Krenns Neuinszenierung von Giuseppe Verdis »Il Trovatore« unter der Musikalischen Leitung von Alexander Joel singt Vesselina Kasarova ihr Rollendebüt als Azucena. Aluda Todua ist Graf von Luna, Cristiana Oliveira ist Leonora, Aldo di Toro alterniert mit Aaron Cawley als Manrico. Mit »Lady Macbeth von Mzensk« von Dmitri Schostakowitsch unter der Musikalischen Leitung von GMD Patrick Lange inszeniert Evgeny Titov zum ersten Mal eine Oper. Die Partie der Katerina Lwowna Ismailowa singt Cornelia Beskow, als Boris Timofejewitsch Ismailow ist Andrey Valentiy zu erleben. Die Partie des Sinowi Borissowitsch Ismailow übernimmt Rouwen Huther, die Partie des Sergej singt Aaron Cawley.

Für die Neuinszenierung von »Der Zigeunerbaron« von Johann Strauss haben Dirigent Philipp Pointner und Regisseur Marco Štorman für Wiesbaden eine eigene Spielfassung unter Verwendung der rekonstruierten Urfassung in der kritischen Edition erstellt. Zu den Solisten zählen u. a. Benjamin Russell (Graf Peter Homonay), Marco Jentzsch (Sándor Barinkay), Shavleg Armasi (Kálmán Zsupán), Stella An (Arsena), Narine Yeghiyan (Saffi) sowie Moderator Klaus Krückemeyer als Conte Carnero. Giacomo Puccini fügte die drei Einakter »Der Mantel«, »Schwester Angelica« und »Gianni Schicchi« in »Das Triptychon« zusammen. Unter dem Gesamttitel »Puccinis ›Triptychon‹« inszeniert Uwe Eric Laufenberg, die Musikalische Leitung übernimmt Alexander Joel. Unter den Solisten sind u. a. Daniel Luis de Vicente als Michele und in der Titelpartie von »Gianni Schicchi« sowie Olesya Golovneva als Schwester Angelica und Lauretta hervorzuheben. Mit Giuseppe Verdis »Macbeth« zeigt der südafrikanische Regisseur Matthew Wild nach Leoš Janáčeks »Katja Kabanowa« seine zweite Operninszenierung am Hessischen Staatstheater Wiesbaden. Unter der Musikalischen Leitung von Leo McFall singen Aluda Todua als Macbeth und Gabriela Scherer als Lady Macbeth.

Eines der monumentalsten zeitgenössischen Opernwerke der letzten Jahre, das an den Staatsopern in München und Berlin große Erfolge feierte, ist Jörg Widmanns »Babylon«. Die Neuproduktion am Hessischen Staatstheater Wiesbaden ist die erste Aufführung der neuen Fassung seit deren Uraufführung 2019 an der Staatsoper Berlin und wird die Internationalen Maifestspiele 2021 eröffnen. Im großen Solisten-Ensemble sind u. a. aus der Berliner Besetzung Marina Prudenskaya (Der Euphrat) und Otto Katzameier (Der Tod) zu erleben, Gloria Rehm kehrt in der Partie der Inanna ans Hessische Staatstheater zurück, weitere Solisten sind Daniel Jenz (Tammu), Michelle Ryan (Die Seele), Philipp Mathmann (Der Skorpionmensch) und Claudio Otelli (Der Priesterkönig). Die Musikalische Leitung der auch im Orchester außergewöhnlich groß besetzten Produktion hat Albert Horne inne, der als Chordirektor den Chor des Hessischen Staatstheaters leitet und diesen für »Babylon« mit dem Chor des Staatstheaters Darmstadt (Einstudierung: Sören Eckhoff) zusammenführt.

Die Opernsparte des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden bereichert den Spielplan außerdem mit einer Reihe eigener Wiederaufnahmen in zum Teil neuen Besetzungen. Ein Spielzeit-Höhepunkt ist Richard Wagners »Ring des Nibelungen« in der Regie von Uwe Eric Laufenberg, der erstmals unter der Musikalischen Leitung von GMD Patrick Lange einstudiert und in vier kompletten Zyklen aufgeführt wird.

Schauspiel:

Kaum ein anderes Drama stellt die Frage nach dem Wert des Menschen auf so existentielle Weise wie William Shakespeares »König Lear«: Nachdem Lear seine Macht freiwillig abgegeben hat, stürzt er in eine bis an die Grenzen des Nichts reichende Krise, in der alle sicher geglaubten Werte in sich zusammenfallen. Intendant Uwe Eric Laufenberg inszeniert diese vielleicht schwärzeste aller Shakespeare-Tragödien im Großen Haus mit Nicolas Brieger in der Titelrolle.

Im Kleinen Haus eröffnet die Spielzeit mit Ingmar Bergmans »Szenen einer Ehe«: In der Regie von Ingo Kerkhof unterziehen sich Tom Gerber und Sybille Weiser einer so gnadenlosen wie anrührenden Befragung der Institution Ehe. Albert Camus Roman »Die Pest« wiederum erkundet, wie man unter den extremen Bedingungen einer Seuche – ein derzeit nicht unvertrautes Thema –Mensch bleiben kann. Nach seinem fulminanten »Romulus« führt Sebastian Sommer zum zweiten Mal Regie in Wiesbaden. Auch Tim Kramer inszeniert zum zweiten Mal am Hessischen Staatstheater Wiesbaden: Mit George Bernard Shaws überaus brillantem Konversationsdrama »Doktors Dilemma« stellt er sich dem Problem, wie Ärzte entscheiden, wenn die medizinische Grundversorgung nicht für alle reicht. Uwe Eric Laufenberg wird hier die Rolle des titelgebenden Doktors übernehmen. Zwei wichtige Erstaufführungen schließen sich an: »Admissions« von Joshua Harmon, ein bissiges Stück über die Selbsttäuschungen weißer Liberaler, erlebt seine deutschsprachige Erstaufführung in der Spielstätte Wartburg in der Regie von Daniela Kerck. Und als Uraufführung gar – nun wieder im Kleinen Haus – wird eine Bühnenfassung von Salman Rushdies jüngstem Roman »Quichotte« zu sehen sein, eine virtuose Übertragung von Cervantes‘ Klassiker in Trumps Amerika. Für die Inszenierung zeichnet Daniel Kunze verantwortlich. Johannes Lepper wird sich mit Henrik Ibsens Skandal-Klassiker »Gespenster« erstmals als Regisseur in Wiesbaden vorstellen. Ebenfalls zum ersten Mal am Hessischen Staatstheater Wiesbaden arbeitet Malte Kreutzfeldt, der Aldous Huxeleys immer aktueller werdende Dystopie »Schöne Neue Welt« inszeniert, in welcher der Wert des Menschen in einer diktatorisch verfassten, biologistischen Klassengesellschaft festgelegt wird. Während der Maifestspiele wird ein großes Projekt des Staatstheaters zum Abschluss gebracht: Mit den Teilen zwei und drei »Schiffbruch« und »Bergung« wird die deutsche Erstaufführung von Tom Stoppards großer Trilogie »Die Küste Utopias« in der Regie von Henriette Hörnigk vervollständigt. Am 13. Mai 2021 werden die drei Teile zudem zusammengeführt und zur Gesamtaufführung gebracht. Mit »Extrawurst« von Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob, inszeniert von Tom Gerber, klingt die Saison komödiantisch aus.

Ergänzend zum Operndoppel »Barbier von Sevilla«/»Figaro« wird Alexander Olbrich zudem im Studio bei Ödön von Horvàths »Figaro lässt sich scheiden« Regie führen.


Das Hessische Staatsorchester Wiesbaden
Spielzeit 2020.2021
Foto: De-Da Productions

Konzert | Hessisches Staatsorchester Wiesbaden:

In der Spielzeit 2020.2021 präsentiert sich das Hessische Staatsorchester Wiesbaden wieder in acht Sinfoniekonzerten. Fünf der Konzerte leitet Generalmusikdirektor Patrick Lange, der auch für das Gesamtprogramm der Sinfoniekonzerte verantwortlich zeichnet. Der Titel »WIR«, den Patrick Lange mit Beginn seiner Amtszeit für die Konzerte einführte, wird auch in dieser Spielzeit beibehalten, er steht für die Verbundenheit des Orchesters mit dem Wiesbadener Publikum und für die Gemeinschaft beim Musizieren. Die Spielzeit ist zudem mit dem Leitbegriff »Zuhören« überschrieben. »Zuhören« benennt eine Grundvoraussetzung für das gemeinsame Musizieren wie auch das Konzerterleben, steht darüber hinaus für einen elementaren Bestanteil des gesellschaftlichen Miteinanders, dessen Abbild ein Orchester abgibt.
Als Gäste am Pult des Hessischen Staatsorchesters hat Patrick Lange drei hochkarätige Kollegen verpflichtet: Christoph-Mathias Mueller war lange Chefdirigent und Generalmusikdirektor des Göttinger Symphonie Orchesters und wurde mehrfach für seine außergewöhnliche Programmierung ausgezeichnet. Johannes Debus hat sich seit seinen Anfängen als Kapellmeister an der Oper Frankfurt schnell zu einem international gefragten Dirigenten entwickelt und ist zur Zeit Music Director der Canadian Opera Company in Toronto. Andreas Spering ist ein renommierter Barock-Dirigent, unter anderem ausgewiesener Kenner der Werke Händels und Haydns, und wird im jährlichen Barock-Konzert mit dem Hessischen Staatsorchester und der Mezzosopranistin Silvia Hauer aus dem Ensemble des Hessischen Staatstheaters ein reines Haydn- und Mozart-Programm dirigieren.

Nachdem Chouchane Siranossian in der Spielzeit 2019.2020 mit großem Erfolg das Barock-Konzert von der Geige aus leitete, wird die Zusammenarbeit in der kommenden Spielzeit fortgesetzt. Sie wird – dieses Mal als Solistin unter der Leitung von GMD Patrick Lange – mit Beethovens Violinkonzert zu erleben sein. Im Konzert mit Johannes Debus wird Sebastian Manz, mehrfacher ECHO-Preisträger und Gewinner des Internationalen Musikwettbewerbs der ARD, mit dem Klarinetten-Konzert von Magnus Lindberg zu hören sein. Solist Frederic Belli wird, unter der Leitung von Christoph-Mathias Mueller, das Posaunen-Konzert von Daniel Schnyder spielen.

Es ist unter GMD Patrick Lange zu einer Tradition geworden, einzelne Musiker*innen des Hessischen Staatsorchesters dem Publikum als Solisten näher vorzustellen: Im Eröffnungskonzert der Saison ist die Solo-Harfenistin des Hessischen Staatsorchesters Kristina Kuhn mit Debussys »Deux Danses« zu erleben, im 7. Sinfoniekonzert treten mit J. S. Bachs Doppelkonzert für zwei Violinen und Orchester die beiden Konzertmeister des Hessischen Staatsorchesters, Alexander Bartha und Karl-Heinz Schultz, solistisch in Erscheinung.

Für das jährliche Chorkonzert mit dem Hessischen Staatsorchester Wiesbaden kommen unter der Leitung von GMD Patrick Lange der Chor der Stadt Wiesbaden (Einstudierung: Christoph Stiller) und der Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden (Einstudierung: Albert Horne) zusammen, um ein groß angelegtes Chorwerk zu präsentieren: Leoš Janáčeks »Glagolitische Messe« mit den Gesangssolisten Anna El-Khashem (Sopran), Silvia Hauer (Mezzosopran), Peter Berger (Tenor) und Young Doo Park (Bass).

Programmatische Schlaglichter der Konzertsaison werfen wir u. a. auf Werke von Komponistinnen – Lili Boulanger und Louise Farrenc –, auf zeitgenössische Komponisten in der Auswahl der Solo-Konzerte sowie auf Werke des 18. Jahrhunderts im Barock-Konzert mit Andreas Spering.

Hervorzuheben ist ebenfalls das Abschlusskonzert, das mit Werken von Felix Mendelssohn Bartholdy, Ernest Chausson und Alexander von Zemlinsky Klangbilder des Meeres und von Seejungfrauen evoziert. Solistin in Chaussons »Poème de l’amour et de la mer« ist die aufstrebende Sopranistin Olga Bezsmertna aus dem Ensemble der Wiener Staatsoper.

Das Neujahrskonzert »WIR Feiern« wird in diesem Jahr von Albert Horne geleitet.

Konzertangebote für junges Publikum liegen GMD Patrick Lange besonders am Herzen. In der Spielzeit 2020.2021 gibt es erstmals eine Konzertreihe für alle ab acht Jahren im Großen Haus, mit GMD Patrick Lange am Pult des Hessischen Staatsorchesters. Im Fokus jedes der drei Konzertprogramme, die in insgesamt vier Konzerten zur Aufführung gebracht werden, steht je ein großes Orchesterwerk sowie ein Thema, das anhand der Musik vertieft wird: Dvořák und die Instrumente, Brahms und die Sinfonie sowie Johann Sebastian Bach und die Violine. Die in der vergangenen Spielzeit eingeführte Lounge-Reihe Club classique in der Wartburg wird weitergeführt. Auch in der anstehenden Saison werden im Jungen Konzert eine Reihe an Kammerkonzerten für Kinder angeboten.

Das Programm der Kammerkonzerte der Kammermusikvereinigung des Hessischen Staatsorchesters Wiesbaden ist anlässlich des Beethoven-Jubiläumsjahrs in der ersten Spielzeithälfte von den Werken Ludwig van Beethovens geprägt. Ihm sind mehrere Kammerkonzerte sowie ein Sonderkonzert gewidmet. Im Weihnachtskonzert wird festliche Barockmusik von Telemann und

J. S. Bach zu hören sein. Im Neujahrskonzert geht die Reise nach Wien diesmal über Italien und Frankreich.

Besonderer Dank gebührt dem Förderverein des Hessischen Staatsorchesters Wiesbaden. Die Konzertsaison hätte ohne dessen Förderung in dieser Form nicht realisiert werden können.


Hessisches Staatsballett
Enrique Lopez Flores, Daniel Myers, Margaret Howard

Foto: De-Da Productions

Hessisches Staatsballett:

Die Spielzeit des Hessischen Staatsballetts beginnt mit dem Doppelabend »Horizonte«, mit dem Auftragswerk »Timeless« der chinesischen Choreografin Xie Xin und »Untitled Black« der Israelin Sharon Eyal. In den beiden starken zeitgenössischen Tanzkompositionen kommen elementare Kräfte des Tanzes zusammen, die gegensätzlicher nicht sein könnten. Mit seiner neuen Kreation »memento« bringt Hauschoreograf Tim Plegge Josef Suks Sinfonie, gespielt vom Hessischen Staatsorchester Wiesbaden zur Uraufführung. Das Stück war ursprünglich als Erinnerungsmusik konzipiert, entwickelte sich dann aber im 20. Jahrhundert zu einer kraftvollen Überwindungs- und Aufbruchsmusik. Plegges Werk knüpft hier an und beschäftigt sich mit dem Augenblick zwischen memento mori und memento vivere, dem Zurück- und Nachvornschauen, während wir vor allem mit beiden Beinen im Jetzt stehen. Ohad Naharin, kommt nach dem großen Erfolg mit »Sadeh 21« in der Spielzeit 2018.2019 mit »Kamuyot« zurück nach Wiesbaden. »Kamuyot« beschäftigt sich mit dem Aufbrechen der traditionellen Barriere zwischen Szene und Auditorium und initiiert die gemeinsame Erfahrung zwischen Tanzenden und Nicht-Tanzenden. Der großen Nachfrage folgend wird Tim Plegges Choreografie von »Der Nussknacker«, die mit skurrilem Spielwitz und vielerlei überraschenden Momenten besticht, in dieser Spielzeit wiederaufgenommen. Die Ballettversion des Hessischen Staatsballetts wagt einen neuen Blick auf die Musik Tschaikowskys und auf das Libretto des berühmten Handlungsballetts Marius Petipas und nimmt Bezüge zur Märchen-Vorlage »Nussknacker und Mausekönig« von E. T. A. Hoffmann.


Bruno Heynderickx
Foto: De-Da Productions

Auch in dieser Spielzeit wird das Programm mit außergewöhnlichen Gastspielen ergänzt, die unter dem Label »Das Hessische Staatsballett lädt ein« präsentiert werden. Unter dieses Label fällt ebenso ein Residenzprogramm zur Förderung frei arbeitender internationaler Tanzschaffender. In den Residenzen wird Choreograf*innen, für die die Beschaffung eines Proberaums eine organisatorische oder finanzielle Herausforderung darstellt, der Ballettsaal für Neukreationen zur Verfügung gestellt. Am Ende der jeweiligen Residenz öffnen die Choreograf*innen in dem Format »Work in progress« die Türen des Ballettsaals für eine Präsentation und geben so Einblick in ihren Arbeitsprozess.

Die Tanzplattform Rhein-Main, die Kooperation des Hessischen Staatsballetts mit dem Künstlerhaus Mousonturm in Frankfurt, bringt spannende Formate in die Region. Mit ihren Aktivitäten stärkt sie die hiesige Tanzszene nachhaltig, vernetzt Akteure und Institutionen regional sowie überregional und möchte damit Menschen im Rhein-Main-Gebiet für den Tanz begeistern. Ein Programmhöhepunkt ist das Tanzfestival Rhein-Main, das vom 30. Oktober bis 15. November 2020 seine fünfte Ausgabe in Wiesbaden, Darmstadt, Frankfurt und Offenbach erleben wird.

JUST:

Alle Sparten des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden präsentieren neue Produktionen für Kinder, Jugendliche und Familien: Mit der Uraufführung von »W183 – Inside Westend« (14+) spürt Autor und Regisseur Adewale Teodros Adebisi den Geschichten des Westends hinterher und setzt diese in einer Coming of Age – Story in Szene. Die Inszenierung von »Das NEINhorn« (4+), einem Bilderbuch des preisgekrönten Autors Marc-Uwe Kling, erzählt die Geschichte eines trotzigen Einhorns. In »Die Furiosen Drei« (7+) von Angela Khuon-Siefert geht es um drei Pferde, die mit List und Spielwitz ihre bevorstehende Verwurstung abwenden. »Konrad oder das Kind aus der Konservenbüchse« (6+) von Christine Nöstlinger erzählt die Geschichte von einem Jungen, der vom Musterknaben zum unartigen »Rotzbengel« umerzogen wird. »Behalt das Leben lieb« (10+) nach Jaap ter Haar spricht universelle und existenzielle Themen an und zeigt, wie ein junger Mensch mit einer außergewöhnlichen Situation umgeht und wie diese schicksalhafte Erfahrung ihn befähigt, gestärkt aus ihr hervorzugehen. Das Klassenzimmerstück die »Die Weiße Rose – lebt« (14+) von Günther Breden über Wachsamkeit, Mut und Engagement, basiert zum Teil auf den Briefen und Aufzeichnungen der Geschwister Scholl und zeigt immer wieder Parallelen zur Gegenwart auf. Nach dem Dramenfragment von Georg Büchner ist »Woyzeck – White Boxx Vol. 3« (15+) zu erleben, ein Stück über eine Welt, an der man verrückt werden könnte. Die diesjährige Weihnachtsproduktion ist »Kleiner König Kalle Wirsch« (6+), in einer Adaption von Dirk Schirdewahn.

Das Junge Staatsmusical startet mit dem Klassiker »Frankenstein Junior« (12+) in die neue Spielzeit. Uraufgeführt wird der immer wieder aktuelle Roman von Ödön von Horváth »Jugend ohne Gott« (14+), in dem gekonnt das verstörend eindrückliche Bild einer gedankenlosen, ideologisch verblendeten Jugend am Beginn des NS-Regimes gezeichnet wird. Iris Limbarth bringt die eigens für das Hessische Staatstheater geschriebene und komponierte Fassung von Paul Graham Brown auf die Bühne.

Eine Vielzahl unterschiedlicher Konzertformate für Kinder und Jugendliche ergänzen das Programm. Vor allem die drei »Jungen Konzerte« im Großen Haus unter der Leitung des GMD Patrick Lange versprechen höchsten Genuss.

Das Team der Theaterpädagogik hat unter dem Motto Mission Theater ein breites Programm mit Führungen, Workshops, Clubangeboten und Ferienakademien für alle Altersstufen, dem Format »Theaterscouts« für Studenten und dem generationsübergreifenden Gedankenprojekt »Schöne neue Welt « zusammengestellt. Die Theaterclubs haben so wunderbare Arbeitstitel wie Mission Glück, Mission Zukunft oder Mission Glück. Vom 22. bis 26. März 2021 öffnet sich wieder der Vorhang für die Schultheatertage 2021.

Internationale Maifestspiele 2021:

Mit einem der monumentalsten zeitgenössischen Opernwerken von Jörg Widmann eröffnen die Internationalen Maifestspiele 2021, die in diesem Jahr ihr 125. Jubiläum feiern. Unter der Musikalischen Leitung von Albert Horne und in der Inszenierung von Daniela Kerck ist »Babylon« zu erleben. Die Neuproduktion am Hessischen Staatstheater Wiesbaden ist die erste Aufführung der neuen Fassung seit deren Uraufführung 2019 an der Staatsoper Berlin.

Außerdem ist das Figaro-Operndoppel »Der Barbier von Sevilla« und »Die Hochzeit des Figaro« unter der Musikalischen Leitung von Konrad Junghänel sowie »La Traviata« mit Antonello Allemandi am Pult zu erleben. Ein besonderes Highlight ist Richard Wagners »Ring des Nibelungen« in der Regie von Uwe Eric Laufenberg, erstmals einstudiert unter der Musikalischen Leitung von GMD Patrick Lange. Zu den Gastsolisten gehören u.a.: José Fardilha als Bartolo, Florian Boesch als Graf Almaviva und Erwin Schrott in der Rolle des Figaro. Albert Pesendorfer ist als Fasolt zu erleben und wechselt sich in der Rolle des Siegmund mit Klaus Florian Vogt ab. Andreas Schager singt die Partie des Siegfried, Faustpreisträger Johannes Martin Kränzle den Gunther und Catherine Foster ist Brünnhilde.

Anlässlich des 125. Jubiläums plant die Stiftung Stadtmuseum Wiesbaden parallel zu den Internationalen Maifestspielen 2021 die Jubiläums-Ausstellung »Vorhang auf! 125 Jahre Maifestspiele in Wiesbaden«.

Das Gesamtprogramm der Internationalen Maifestspiele mit Ballett-, Schauspiel-, Konzert-, Kinder- und Sonderprogramm wird im Februar 2021 bekanntgegeben.

Tickets:

Tickets für die Spielzeit 2020.2021 sind ab Freitag, den 24. April 2020, um 10 Uhr telefonisch unter 0611.132 325, per E-Mail unter vorverkauf@staatstheater-wiesbaden.de oder online unter staatstheater-wiesbaden.de erhältlich.

Der Vorverkauf für einige Veranstaltungen der Internationalen Maifestspiele 2021 beginnt ebenfalls am 24. April 2020, um 10 Uhr. Karten für das gesamte Programm sind im Februar 2021 erhältlich. Die Theaterkasse, das Abo-Büro und das Gruppenbüro sind nur telefonisch und per E-Mail erreichbar.

Theaterkasse: · Telefonisch Mo – Fr 10 – 19:30 Uhr unter der 0611-132-325
· Per E-Mail unter vorverkauf@staatstheater-wiesbaden.de
· Aktuell keine persönliche Beratung vor Ort

Abonnement-Büro:
·
Telefonisch Mo, Mi, Fr 10 – 18 Uhr und Di und Do 10-19 Uhr unter der 0611-132-340
· Per E-Mail: abonnement@staatstheater-wiesbaden.de

Gruppenbüro:
· Telefonisch Mo – Do 9 – 16 Uhr sowie Fr 9-15 Uhr unter der 0611-132-300
· Per E-Mail: gruppenticket@staatstheater-wiesbaden.de