Privattheatertage 2020 – Die Nominierungen stehen fest!

DIE NOMINIERUNGEN FÜR DEN MONICA BLEIBTREU PREIS 2020 STEHEN FEST – WIR TROTZEN DER KRISE

Derzeit finden bundesweit keine Theatervorstellungen statt. Aufgrund einer behördlichen Verordnung bleiben auch die Hamburger Privattheater definitiv bis zum 30. April 2020 geschlossen und niemand kann sagen, wie es danach weitergeht. Aber weitergehen wird es!

Die gute Nachricht heute: die neunten bundesweiten PRIVATTHEATERTAGE werden vom 09. bis 21. Juni in Hamburg stattfinden, und die eingeladenen Theater stehen fest. Gezeigt werden – auch in diesem Jahr – zwölf herausragende Inszenierungen aus dem gesamten Bundesgebiet. In welcher Form das Festival durchgeführt wird, kann derzeit noch nicht entschieden werden.


Seit Herbst 2019 hat eine neunköpfige Jury 13.7448 Reisekilometer zurückgelegt, um zwölf herausragende Produktionen von Privattheatern aus dem gesamten Bundesgebiet für die Monica-Bleibtreu-Preise zu nominieren. Die letzten Reisen konnten Anfang März noch getätigt werden und wenige noch nicht gesichtete Bewerbungen wurden digital begutachtet.

Insgesamt 93 deutsche Privattheater aus allen Bundesländern hatten sich mit ihren Inszenierungen in den drei Kategorien „(moderner) Klassiker“, „(zeitgenössisches)Drama“sowie „Komödie“beworben. 12 Inszenierungen sind nun nominiert und werden im Rahmen der Privattheatertage 2020 dem Publikum und einer namhaften Jury präsentiert werden.

„Noch ist nicht klar, ob wir die neunten PRIVATTHEATERTAGE vor Publikum spielen können. Aber wir sind auf alles vorbereitet! Nach Ansicht der Mitschnitte der 12 geladenen Produktionen hat sich der Eindruck noch einmal verstärkt: es lohnt sich, um dieses Festival zu kämpfen!

Das Publikum darf wieder hochklassiges Theater aus ganz Deutschland erwarten: Berlin, Dresden, München, Stuttgart und Hamburg sind wieder vertreten, aber auch kleinere Bühnen aus Rottweil, Neuried und Sommerhausen. Gute, alte Bekannte sind wieder dabei und Theater, die zum ersten Mal eingeladen wurden.Gerade in Zeiten der Komplett-Schließung aller Theater ist es ein wichtiges Lebenszeichen, einige der besten Produktionen dieser Saison noch zeigen zu können. Wenn nicht live im Saal,dann live bei den Zuschauer*innen zu Hause. Wir werden sehen –weil es das wert ist!
Wir gratulieren allen eingeladenen Theatern ganz herzlich! Und wir danken dem Bund und der Stadt Hamburg, dass sie auch und gerade in diesen Zeiten eine angepasste Form unseres Festivals unterstützen wollen! Wir alle brauchen Theater!“
Axel Schneider (Initiator der Privattheatertage)

„Same procedure as every year!? Not at all. Die Privattheatertage werden in Zeiten von Corona anders aussehen. Vielleicht können wir sie nur digital verfolgen. Vielleicht dürfen aber auch einige der sonst so gut belegten Theatersitze eingenommen werden.

Corona-Zeiten. Die viel beschworene Veränderung der Gesellschaft vollbringt aber nicht der Virus. Er liefert den Anlass. Wandel kommt maßgeblich aus der Kunst oder spiegelt sich in ihr. Wie wird sich das kulturelle (Er-)Leben verändern? Wie werden die bevorzugten Inhalte von Büchern, Filmen, Bildern und eben Theaterstücken sein? Wird das Theater wieder der Ort, wo die großen Fragen der gesellschaftlichen Entwicklung diskutiert werden?
Das liegt an uns. Wir brauchen Räume, in denen das Denken nicht der Schwerkraft des Alltags unterliegt. Theater ist so ein Raum. Ich bin gespannt, was kommt. Und ich bin froh, dass die PTT nicht abgesagt werden. The show must go on? Aber sicher!“
Rüdiger Kruse (MdB)

Die Privattheatertage gratulieren allen nominierten Theatern und freuen sich auf die Stücke, die im Juni in Hamburg gezeigt werden!

DIE NOMINIERUNGEN DER JURY

(MODERNER) KLASSIKER

Eine blassblaue Frauenschrift” nach der Erzählung von Franz Werfel
Kleines Theater am Südwestkorso, Berlin

„Macbeth“ von William Shakespeare
Societaetstheater, Dresden

„Drum wandle wehrlos fort durchs Leben, und fürchte nichts!“ – Annäherung an Friedrich Hölderlin
Theater Lindenhof, Melchingen

„Nathan der Weise“ von Gotthold Ephraim Lessing
Zimmertheater Rottweil

Jurymitglieder: Bernd Schmidt (Verleger), Hannelore Nennecke (Kostümbildnerin), Boris von Poser (Regisseur)

(ZEITGENÖSSISCHES) DRAMA

„Das Fräulein Pollinger
“ – ein Volksstück mit Musik von Traugott Krischkenach Ödön von Horváth
theater tri-bühne, Stuttgart

„Ein Waldspaziergang“ von Lee Blessing
Forum Theater, Stuttgart

„Emmas Glück“ – ein Theaterstück mit Gesang von Claudia Schreiber
Theater Eurodistrict Baden Alsace, Offenburg

„Wir kommen“ nach dem Roman von Ronja Rönne
Zentraltheater, München

Jurymitglieder: Annelore Sarbach (Schauspielerin / Dozentin), Luise Peters (Dramaturgin), Niklaus Helbling (Regisseur / Autor)

KOMÖDIE

„Alles was Sie wollen“
von Matthieu Delaporte und Alexandre de La Patellière
Torturmtheater Sommerhausen

„Jahre später, gleiche Zeit“ von Bernard Slade
Theater an der Angel, Magdeburg

„Extrawurst“ – Komödie von Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob
Ohnsorg Theater, Hamburg

„Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ nach dem Roman von Joachim Meyerhoff
Junges Theater Göttingen

Jurymitglieder: Ulrike von Kieseritzky (ehem. Intendantin), Max Claus (Schauspieler), Felix Huber (Musiker /Komponist)

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