Premieren und Extras am Staatstheater Darmstadt im Mai

Staatstheater Darmstadt (© Lottermann and Fuentes)


Darmstadt represent (verweile doch!)

Mit Volker Schmidts drittem und abschließendem Teil seiner Trilogie um Fragen der Repräsentation in Darmstadt wird die Innenstadt zur Bühne. Nach „Kranichstein represent“ und „Staatstheater represent“ stellt der Autor und Regisseur die Frage, wie man sich eine Stadtgesellschaft als Ganzes im Jahr 2022 überhaupt vorstellen kann.

Darmstadt represent (verweile doch!) wird in einem Stadtspaziergang rund um den Luisenplatz danach suchen, was die Menschen in der Wissenschaftsstadt beschäftigt, was ihr Leben reich macht und vor allem, was sie zusammenhält. Das vielleicht berühmteste Theaterstück deutscher Sprache, Goethes „Faust“, ist dabei ein lockerer Dialogpartner für Volker Schmidt. Ähnlich wie beim „Faust“ spiegeln sich einzelne Szenen an verschiedensten Orten ineinander und eröffnen dadurch reichhaltige Assoziationsräume. Wahrscheinlich gibt es während dieser Tour durch Orte und Zeiten niemals „die eine“ Antwort, sondern vielmehr Differenzen, Widersprüchlichkeiten und ein lebendiges Nebeneinander – auf das sich die Bürger*innen dieser Stadt mit ihrem ganz persönlichen Wissen um ihr Darmstadt ihren je eignen Reim machen können. Ob schließlich ein Augenblick entsteht, zu dem ein*e jede*r sagen mag, er möge verweilen… das wäre schön.

Es werden unterschiedliche Touren mit unterschiedlichen Stationen angeboten. Diese sind auch darauf ausgelegt, wer es sportlich oder lieber gemütlich mag. Schuhwerk für einen längeren Stadtspaziergang ist ratsam.

Darmstadt represent (verweile doch!)

Stadtraumprojekt von Volker Schmidt / Uraufführung
Im Rahmen von „Auftritt/Enter Darmstadt“, Samstag, 7. Mai 22 (Darmstädter Stadtraum)


Lohengrin

Die Helden der Mythologie müssen fraglos dem Schicksal gehorchen. Aus ihnen sprechen die höheren Mächte. Was ist da schon ein Individuum? In einer naiven Lesart scheint die Welt in Wagners Lohengrin gut sortiert. Das Führerprinzip samt Krieg und Gewalt (König Heinrich und Lohengrin) wird nicht in Frage gestellt. Aber Kern des Dramas bei Wagner ist vor allem das Verbot der alles entscheidenden Frage nach Lohengrins Herkunft. Das ist seine Bedingung, die er an Elsa stellt – schließlich hat Lohengrin sie vor der Anklage gerettet. Doch haben Ortrud und Telramund, die Wagner als dämonisches Intrigantenpaar zeigt, nicht Recht, wenn sie Elsa raten, diese zentrale Frage zu stellen? Ist ihre Frage nicht auch offene Kritik an einem unreflektierten Führermythos, dem die Massen blind und allzu gern folgen?

Lohengrin

Von: Richard Wagner
Premiere am Staatstheater Darmstadt: Sonntag, 8. Mai 22 (16:00 Uhr / Großes Haus)

Musikalische Leitung: Daniel Cohen
Regie: Andrea Moses
Bühne & Kostüm: Christian Wiehle
Video: Johannes Kulz
Dramaturgie: Thomas Wieck / Kirsten Uttendorf
Choreinstudierung: Ines Kaun

Besetzung:

Lohengrin:
Peter Sonn
Elsa: Megan Marie Hart / Dorothea Herbert
Ortrud: KS Katrin Gerstenberger
Telramund: Johannes Schwärsky
König Heinrich: Johannes Seokhoon Moon
Heerrufer: Georg Festl / Julian Orlishausen
2. Edler: Jaroslaw Kwaśniewski
3. Edler: Matthias Zerwas
4. Edler: Myong-Yong Eom
Live Kamera: Johanna Amberg / Jan Heck

Opernchor des Staatstheaters Darmstadt
Extra-Chor des Staatstheaters Darmstadt
Statisterie des Staatstheaters Darmstadt
Staatsorchester Darmstadt


Die Wahlverwandtschaften

Drei Jahre Ehe hat der Eheskeptiker Goethe durchstanden, als er 1809 einen der interessantesten Romane der Weltliteratur zum Thema (menschliche) Bindungen abschließt. Er umkreist dabei Fragen, die uns auch heute noch umtreiben: Wie sollen sich Menschen binden, um glücklich zu werden? Warum sind sie nicht einfach frei, so wie chemische Elemente, deren Zusammenkommen und Auseinandergehen nach ihren natürlichen Eigenschaften vorurteilslos in “Wahlverwandtschaften” stattfindet? Der kühle Naturwissenschaftler Goethe fasst dieses Experiment um ein reiches Paar und deren zwei Optionen auf noch mehr Glück in eine grandiose Sprache und führt seine Figuren dabei aufs Glatteis. Diese können dank ihres Reichtums unglaublich viel in ihrem Leben nach ihren Vorlieben gestalten – wo ist aber die Grenze ihrer Freiheit? Wann wird diese tödlich? Und was ist das bitte für eine Idee, Liebe wäre frei verhandelbar?

Die Wahlverwandtschaften

Premiere am Staatstheater Darmstadt: Freitag, 20. Mai 22 (Kammerspiele)

Regie, Bühne & Kostüm: Heike M. Goetze
Musik & Komposition: Fabian Kalker
Dramaturgie: Maximilian Löwenstein

Besetzung:

Ottilie: Edda Wiersch
Eduard: Daniel Scholz
Otto: Mathias Znidarec
Charlotte: Marie Bonnet


Extras und Konzerte

9. Kammerkonzert – Alexander Melnikov
Do. 5. Mai, Orangerie Darmstadt
Pianist Alexander Melnikov spielt Dmitri Schostakowitschs Präludien und Fugen op. 87

Unerhört! – Fanny Hensel
Sopranistin Jana Baumeister und Pianistin Irina Skhirtladze beschäftigen sich mit dem reichen Liedschaffen von Fanny Hensel.
Sa. 7. Mai 22 (Kammerspiele)

The World Famous Glenn Miller Orchestra
Sa. 7. Mai 22 (Großes Haus)
Wenn das kein Grund zum Feiern ist: Seit 35 Jahren und insgesamt 5.000 Konzerten verzaubert das Glenn Miller Orchestra unter Leitung von Wil Salden, der im Juni 2020 seinen 70. Geburtstag gefeiert hat, das Publikum in ganz Europa. Das ist der Anlass für Wil Salden und seine Musiker auf große Jubiläumstour zu gehen, um die Menschen aller Altersstufen rund um den Globus zu begeistern.

Badesalz: Kaksi Dudes
Centralstation zu Gast im Staatstheater Darmstadt
Mo. 9. und Di. 10. Mai 22 (Großes Haus)

5. Sinfoniekonzert
Danielle Atka / Staatsorchester Darmstadt / Daniel Cohen
Abel Ehrlich Symphonic Bashrav
Pjotr Iljitsch Tschaikowski Variationen über ein RokokoThema für Violoncello und Orchester A-Dur op. 33 Johannes Brahms Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 73
So. 15. (11:00 Uhr) und Mo. 16. Mai 22 (Großes Haus)

Soundkitchen
Musikalische Begegnungen aus unserer internationalen Klangküche
Di. 17. Mai 22 (Foyer Großes Haus)

4. Teddybärenkonzert für Kinder von 3 bis 6 Jahren
Do. 19. und Fr. 20. (jeweils 10:00 Uhr), Sa. 21. (11:00Uhr) Mai 22 (Foyer Großes Haus)

Schreib Dich auf die Bühne!
Schreibwettbewerb Schreib Dich auf die Bühne!
Für Menschen zwischen 14 und 25 Jahren zum Thema „Hin und weg und ganz woanders“
Lesung und Prämierung im Rahmen von „Huch, ein Buch!“ / Der Eintritt ist frei.
Do. 19. Mai 22 (Foyer Großes Haus)

staatstheater-darmstadt.de