Premieren und Extras am Schauspiel Frankfurt im Januar 23

Schauspiel Frankfurt (© Birgit Hupfeld)


Life is but a dream

Die kleine Stadt Mordasov ist in heller Aufregung: Prinz K., ein wohlhabender Gutsbesitzer, kehrt zurück. Maria Alexandrovna Moskalyova, einflussreiche und furchterregende Intrigantin, will, dass Prinz K. ihre Tochter Zina ehelicht. Dumm nur, dass es noch andere rivalisierende Heiratsvermittler:innen gibt und Zina ihren ganz eigenen Kopf hat. Als Fürst K. nach turbulenten Ereignissen stirbt, fühlt sich keiner schuldig, obwohl alle mitverantwortlich sind für seinen Tod.

Schein ist Sein in Dostojewskis »Onkelchens Traum« von 1859. Der russische Literaturwissenschaftler und Kunsttheoretiker Michail Bachtin hat den Weltzustand in Dostojewskis Werk als »Karnevalisierung« bezeichnet. Die Karnevalszeit als berechtigter Tabubruch von festen Verhaltensmustern kann ein wichtiges Ventil in einer Gesellschaft sein: Nur was, wenn der Karneval nicht mehr endet? Was, wenn das Dionysische über alle Vernunft regiert? Was, wenn eine Gesellschaft, die sich dauerhaft der Verstellung verpflichtet, vom Größenwahn gelenkt, den eigenen Tod abschaffen will?

Life is but a dream

Nach: »Onkelchens Traum« von F. M. Dostojewski

Premiere: 20. Januar 23 (Kammerspiele)

Regie: Barbara Bürk
Bühne und Kostüme: Anke Grot
Musik: Markus Reschtnefki
Dramaturgie: Julia Weinreich

Mit: Torsten Flassig, Christina Geiße, Michael Schütz, Melanie Straub, Wolfgang Vogler, Uwe Zerwer und Markus Reschtnefki (Live-Musik)

Die nächsten Vorstellungen: 28. Januar, 4., 18., 26. Februar, 4. März 2023


10 Odd Emotions“ ~ Tanzstück von Saar Magal

Wie lassen sich die Gewaltformen des Antisemitismus, des Rassismus und der Kolonialisierung als miteinander verknüpfte und historisch voneinander abhängige Phänomene verstehen, ohne dabei in Relativierungen zu verfallen? Wie sprechen wir über Erinnerung und historische Verantwortung, und wie über die teils widerstreitenden, »sonderbaren« Emotionen, die beide hervorrufen? Wie entsteht der »fremde Körper«, das Ausgestoßene, Unterdrückte, aus der Mitte eines vermeintlichen »Wir«?

In dieser einzigartigen Zusammenarbeit zwischen dem Schauspiel Frankfurt und der Dresden Frankfurt Dance Company treten Schauspieler:innen aus dem Ensemble zusammen mit Tänzer:innen und freien Performer:innen auf die Bühne. Die israelische Choreografin Saar Magal entwickelt auf der Grundlage gemeinsamer Recherchen und Improvisationen ein Stück des zeitgenössischen Physical Theatre, das sich mit der Gegenwart und Genealogie von antisemitischer und rassistischer Gewalt in Deutschland auseinandersetzt und dabei Sprache, Musik, Körper und Bilder zum Tanzen bringt.

10 Odd Emotions“

Tanzstück

Von: Saar Magal

Premiere/Uraufführung: Samstag, 21. Januar 23 (Schauspielhaus)

Regie und Choreographie: Saar Magal
Bühne: Magdalena Gut
Kostüme: Slavna Martinović
Musik: Omer Klein
Dramaturgie: Alexander Leiffheidt

Mit: Adaya Berkovich, Felix Berning, Kevin Beyer, Todd Baker, Bat El Dotan, Sarah Grunert, Roberta Inghilterra, Clay Koonar, Barbora Kubatova, Amanda Lana, Zoe Lenzi, Gjerji Meshaj, Allison McGuire, Alessandra Miotti, Gaizka Morales Richard, David Leonidas Thiel, Andreas Vögler, Isaiah Wilson, Paul Wolff-Plottegg

Die nächsten Vorstellungen: 23., 25., 26., 27., 30. Januar // 3., 4., 10., 11., 12., 13., 19., 22., 23., 25. Februar 2023


Tango Argentino

Das Warten hat ein Ende, der Tango kehrt zurück: Nach zwei Jahren Pause laden das Schauspiel Frankfurt und die Academia de Tango Frankfurt wieder zu einem Schnupperkurs mit Fabiana Jarma und anschließendem Milonga-Tango-Tanzabend mit argentinischem DJ in die Panorama Bar ein. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, feste Tanzpartner:innen auch nicht. Wetten, dass nach der Einführung jede:r ein bisschen Tango tanzen kann?

Tango Argentino

Schnupperkurs mit Milonga
Sonntag, 8. Januar 23 (18:30 – 22:00 Uhr)


Extra: Liedschatten: Sweet Dreams (are made of this)

Ist das Leben nur ein Traum oder eigentlich ein Song, der die süßesten Träume genauso beinhaltet wie die Erkenntnis, dass der Traum vorbei ist? Und wie sieht das Ganze aus, wenn aus einer kleinen Melodie im Kopf plötzlich klingende Realität auf der Bühne wird?

Das Schauspiel Frankfurt präsentiert ein neues Musikformat mit schrägen Story- und Hooklines. Einmal im Monat, mit Ensemble und Band mischt sich Pop mit Chanson, Experimentelles mit Punk, Trash mit Romantischem. Hören und genießen Sie, wenn sich an der Ladentheke in der »Neuen Mainzer Str. 17« aka »Kammerspiele« die Ton-Entwicklung ans Werk macht und den Musik-Cocktail des Monats serviert. Mit Songs von Tom Waits, Lana del Rey, Roy Orbison, Francis und vielen mehr.

Extra: Liedschatten: Sweet Dreams (are made of this)

Musik aus der Kammer mit dem Ensemble

Donnerstag, 26. Januar 23 (Kammerspiele)

Einrichtung: Katrin Spira
Bühne: Devin Rebecca McDonough
Kostüme: Cosima Winter

Mit: Heidi Ecks, Torsten Flassig, Tanja Merlin Graf, Agnes Kammerer, Anna Kubin, Annie Nowak, Sebastian Reiß, Lotte Schubert, Mark Tumba

Band: Max Mahlert, Alex Matwijuck, Ralf Merten


Extra: Transformation (A Strange Loop)

Krankheit und Heilung, Erwachen und Schlaf, geboren werden, gebären, sterben – Lebenszyklen strukturieren sich entlang von Transformationen. Es sind Zustände des Übergangs und der Ungewissheit, in denen sich die geteilte Erfahrung der Fragilität des Lebens spiegelt.

Welche Wechselwirkung besteht zwischen Identität, Bewusstsein und diesen Transformationen? Und wie überträgt sich dies auf künstlerische Prozesse? Fragestellungen im Zentrum von »Theater der Welt« 2023, die sich auch in der neuen Arbeit »ANGELA (a strangelLoop)« von Susanne Kennedy und Markus Selg wiederfinden.

Die Philosophin Juliane Rebentisch und Susanne Kennedy nehmen diese Gedanken als Ausgangspunkt eines gemeinsamen Gesprächs.

Die Veranstaltungsreihe wird ermöglicht durch die BHF BANK Stiftung und die Stadt Frankfurt. Sie wird in Partnerschaft mit dem Frankfurter Institut für Sozialforschung und der Hochschule für Gestaltung, Offenbach durchgeführt.

Extra: Transformation (A Strange Loop)

Die Regisseurin Susanne Kennedy im Gespräch mit der Philosophin Juliane Rebentisch

Sonntag, 29. Januar 23 (11:00 Uhr; Chagallsaal)


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