Premieren im MiR Gelsenkirchen im Mai und Juni 22

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Tanz

Die Mir Dance Company bringt nach „Requiem / The Lost Ones“ im Großen Haus nun wieder eine Produktion im Kleinen Haus heraus. Am Samstag, 30. April, 19.30 Uhr, Kleines Haus hat „Millennials“ Premiere. Der Abend besteht aus der Neueinstudierung von Marco Moraus titelgebendem Stück und der eigens mit den Tänzer*innen der MiR Dance Company entwickelten Neukreation von Maura Morales. Der spanische Choreograf und Leiter des experimentellen Tanztheaters „La Veronal“ in Barcelona Marcos Morau zählt sich selbst zu den Millennials und reflektiert aus der Innensicht einer Generation über deren Ziellosigkeit und Zerrissenheit. Morau gehört zu den wichtigen aktuellen Positionen des zeitgenössischen Tanzes und choreographierte für die Compañía Nacional de Danza in Spanien, Scapino Ballet Rotterdam, Göteborg Operans Danskompani, Ballet de Lorraine, Ballet du Rhin, Carte Blanche in Norwegen, NDT und das Royal Danish Ballet in Kopenhagen. Der zweite Teil des Abends wird von einer der wichtigsten Choreografinnen der freien Szene in NRW kreiert: Maura Morales.

Millennials, Tanzabend von Marcos Morau und Maura Morales
Choreografie und Kostüm: Marcos Morau und Maura Morales


Musiktheater

Warum Paul Hindemiths lustige Oper „Neues vom Tage“ nur selten auf Spielplänen zu finden ist, bleibt angesichts der zugänglichen Musik, die mit Jazz und Trivialmusik-Anklängen spielt und gewitzte Parodien (unter anderem auf Isoldes Liebestod) enthält, und der hochaktuellen Thematik rätselhaft. Ab Samstag, 07. Mai, 19.30 Uhr, Großes Haus zeigt das Musiktheater diese beißende Satire auf Yellow Press und das Bedürfnis der Menschen, mithilfe der Medien ihrem Leben Bedeutung zu verleihen. Jeder Weg ist recht, wenn es um die Aufmerksamkeit der Mitmenschen und ein kleines bisschen Berühmtheit geht.

Neues vom Tage, Lustige Oper in drei Teilen von Paul Hindemith

Regie: Sonja Trebes
Musikalische Leitung: Giuliano Betta
Bühne: Dirk Becker
Kostüm: Jula Reindell
Chor: Alexander Eberle
Video: Moritz Hils
Dramaturgie: Anna-Maria Polke
Musiktheater

Zwei Kurzopern an einem Abend, eigentlich aber sogar sechs! Am Donnerstag, 26. Mai, 18.00 Uhr, Kleines Haus feiert der Doppelabend „Das Wundertheater / Wachsfigurenkabinett“ Premiere. Hans Werner Henzes Einakter „Das Wundertheater“ nach einem Text von Miguel Cervantes ist ein rasantes Spiel um Wahrheit und Lüge, Theater und Wirklichkeit, Massenmanipulation und Entlarvung. Karl Amadeus Hartmanns „Wachsfigurenkabinett“ besteht selbst noch einmal aus fünf einzelnen Miniaturen. Die von Hartmann unvollendete Partitur wurde auf Initiative von Hans Werner Henze gemeinsam mit den Komponisten Günter Bialas und Wilfried Hiller vervollständigt.

Das Wundertheater / Wachsfigurenkabinett, Kurzopern von Hans Werner Henze und Karl Amadeus Hartmann

Regie: Zsófia Geréb
Musikalische Leitung: Robin Phillips
Bühne und Kostüm: Ivan Ivanov
Dramaturgie: Hanna Kneißler
Musiktheater

Otfried Preußler verarbeitete in seinem generationenübergreifend geliebten Romans Krabat nicht nur eine sorbische Sage. Als Zeitzeuge des Zweiten Weltkriegs und des Nationalsozialismus beschreibt er auch, wie sich Menschen in einem System der Unterdrückung verändern können. Nach dem Erfolg der Steampunk-Oper „Klein Zaches genannt Zinnober“ vertonte die Band „Coppelius“ die Preußler-Vorlage gemeinsam mit dem Komponistenkollektiv „Himmelfahrt Scores“. Am Sonntag, 05. Juni, 18.00 Uhr, Großes Haus zeigt das MiR „Krabat“ als Uraufführung eine neue Form des Musiktheaters und eine ungewöhnliche Verbindung zwischen Rock und Oper. Das Libretto stammt von Ulf Schmidt.

Krabat, Oper von Himmelfahrt Scores und Coppelius

Regie: Manuel Schmitt
Musikalische Leitung: Peter Kattermann
Bühne: Julius Theodor Semmelmann
Kostüm: Sophie Reble
Chor: Alexander Eberle
Video: Judith Selenko
Dramaturgie: Anna-Maria Polke


Tanz

Schwarz oder Weiß? Da würden die meisten Mitteleuropäer*innen wohl nicht lange zögern – zumindest, wenn Sie „das Gute“ suchen. Schwarz mit Bosheit, Unheil, Elend zu verbinden und Weiß als sein Gegenteil zu verklären, ist eine alte, aber undurchsichtige Prägung unserer Kultur. Der Tanzabend Swans setzt sich ab Sonntag 19. Juni 2022, 18.00 Uhr, Kleines Haus anhand der symbolträchtigen Figur des Schwans mit der Schwarz-Weiß-Dichotymie auseinander. Choreografin Caroline Finn arbeitet dafür mit dem Märchen „Das hässliche Entlein“ von Hans Christian Andersen. Dance-Company-Direktor Giuseppe Spota hingegen spielt mit dem antiken Mythos von Zeus, der sich Prinzessin Leda in Gestalt eines Schwans näherte und zu einem unsterblichen Motiv für erotische Kunst wurde. „Swans“ fragt zu Musik von Peter I. Tschaikowsky und Thomas Walschot nach Schuld, Unschuld und komplexen Beziehungen in einer Welt voller Grautöne.

Swans, Tanzabend von Caroline Finn und Giuseppe Spota

Choreografie: Caroline Finn, Giuseppe Spota
Bühne: Giuseppe Spota
Kostüm: Caroline Finn, Giuseppe Spota
Dramaturgie: Hanna Kneißler


Tanz / Jugend-Projekt

Nach zwei Jahren ist „Move!“ endlich wieder live auf der Bühne im Großen Haus. Gemeinsam mit Profis entwickeln Schüler*innen über eine Spielzeit lang ihr eigenes Tanzstück. In Trainings an den Schulen sowie in der MiR-eigenen Tanz-AG werden Erfahrungen ausgetauscht und Schritte geübt, während am Theater Handlungselemente, Klänge und eine Bühnenoptik entstehen. Und am Ende läuft alles in intensiven Proben auf der Großen Bühne zusammen. Am Donnerstag, 23. Juni 2022, 19.30 Uhr, Großes Haus zeigen rund hundert Schüler*innen gemeinsam mit Tänzer*innen der MiR Dance Company die Produktion „Next Level“, die sich mit der Ästhetik von Videospielen auseinandersetzt. „Move!“ ist in dieser Form ein in NRW einzigartiges Tanzpädagogisches Projekt.

MOVE! – Next Level, Tanzprojekt mit Schüler*innen und der MiR Dance Company

Projektleitung: Marika Carena
Choreografie & Coaching: Marika Carena, Taciana Cascelli De Carvalho, Georgios Michelakis
Inszenierung: Carsten Kirchmeier
Komposition: Maria Kalathaki
Choreografieassistenz: Octavia Barvulsky
Bühne: Christiane Rolland
Kostüm: Marlene Diehl, Hedi Mohr
Dramaturgie: Hanna Kneißler
Musiktheaterpädagogik: Britta Schünemann


Weiterhin im Programm sind auch im Mai und Juni die Produktionen „Carmen“ „Hedwig and The Angry Inch“, „Madama Butterfly“, „Amphitryon“

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