Premieren im April am Staatstheater Mainz

Gudruns Lied ~ Staatstheater Mainz ~ Statisterie, Verena Tönjes, Nadja Stefanoff, Alin Deleanu, Brett Carter ~ © Andreas Etter

Gudruns Lied (DE)

Gräueltaten, Rache und Mord – das sind die blutgetränkten Koordinaten, zwischen denen sich Gudruns Leben bewegt. Doch nicht sie selbst ist der Motor, der die Spirale aus Tat und Vergeltung in Gang setzt. Vielmehr ist es ein tief in ihrer Familie verankertes Streben nach Macht, das mit Gewalt durchgesetzt wird. Diese immerwährende Struktur durchdringt auch Gudruns Leben und so pflastern viele Leichen ihren Weg, ohne dass sie Schuld daran trägt: die ihres Geliebten Sigurd, der von Gudruns Brüdern ermordet wird, die von Brynhild, der ersten Frau Sigurds, die aus Schmach über das Verlassenwerden seine Ermordung anstachelt und sich danach selbst umbringt, und die ihrer Brüder Gunnar und Högni, die von ihrem neuen Gatten, dem Bruder Brynhilds, als Vergeltung für den Tod der Schwester getötet werden. Ein Konglomerat an Gräueln, das Gudrun schlussendlich selbst zur Täterin werden lässt.

In seinem Werk Gudruns Lied entfesselt der isländische Komponist Haukur Tómasson die wohl bekannteste Heldensage der Kulturgeschichte: die Nibelungensage. Seine Komposition basiert auf Texten der altisländischen Edda-Dichtung und beleuchtet schlaglichtartig die Lebensstationen der Protagonistin sowie der mit ihr verbundenen Figuren, die sich zu einem gordischen Knoten verwirren und schließlich in der Katastrophe kulminieren. Verbunden werden diese einzelnen Stationen mit eigens für die Mainzer Inszenierung verfassten Zwischentexten der Autorin Hannah Dübgen.

Das Werk brachte Tómasson den renommierten Nordic Council Music Prize ein. Musikalisch eröffnet der Komponist klangliche Weiten, die die Seelenwelten der Figuren beleuchten und mit all ihren schroffen Abgründen und Gegensätzen ausloten.

Nach der Uraufführung 1996 in Kopenhagen wird Gudruns Lied nun erstmals in Deutschland zu erleben sein. Die Deutsche Erstaufführung liegt in den Händen der Hausregisseurin Elisabeth Stöppler. Nachdem sie den Faust-Preis für ihre Inszenierung von Richard Wagners Götterdämmerung am Theater Chemnitz gewonnen hat, widmet sie sich nun erneut dem wohl berühmtesten Sagenstoff der Welt.

Gudruns Lied (DE)

Von: Haukur Tómasson (1996)

Musiktheater nach der Edda-Dichtung mit Zwischentexten von Hannah Dübgen
in altisländischer und deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln

– In einer Fassung von Elisabeth Stöppler –

Premiere am Staatstheater Mainz: Karfreitag, 15. April 22 (Großes Haus)

Musikalische Leitung: Robert Houssart
Inszenierung: Elisabeth Stöppler
Bühne: Valentin Köhler
Kostüme: Susanne Maier-Staufen
Licht: Ulrich Schneider
Video: Fabio Stoll, Andreas Etter
Chor: Sebastian Hernandez-Laverny
Dramaturgie: Christin Hagemann
Dramaturgische Mitarbeit: Jörg Vorhaben
Einstudierung der Knabensolisten des Mainzer Domchores: Jutta Hörl

Besetzung:

Gudrun: Nadja Stefanoff
Brynhild: Verena Tönjes
Atli: Brett Carter
Knefrodur, Norne: Alin Deleanu
Kostbera, Norne: Dorin Rahardja
Glaumvör, Norne: Lucie Ceralová
Atlis Söhne: Jonathan Menzel / Marian Brantzen, Jonas Freitag / Friedrich Seelmann, Emil Mosblech / Kilian Krams*
Grimhild: Monika Dortschy
Guttorm: Vincent Doddema
Svanhild: Leandra Enders

*Mitglieder des Mainzer Domchors
Statisterie des Staatstheater Mainz
Herrenchor des Staatstheater Mainz

Philharmonisches Staatsorchester Mainz


Le Sacre

Von: Koen Augustijnen und Rosalba Torres Guerrero

Ausgangspunkt für den Tanzabend mit dem gesamten Ensemble von tanzmainz ist die ikonische Komposition Le Sacre de Printemps von Igor Strawinsky. Die Originalmusik wurde geschrieben für die Pariser Vorstellungen von Sergei Diagilevs Ballet Russe. Die Grenzen überschreitende Choreografie von Vaslav Nijinsky sorgte für einen der größten Theaterskandale aller Zeiten und läutete eine neue Epoche des Tanzes ein. Die damals ungewohnte rhythmische Struktur des Werkes und Einflüsse russischer Folklore bedeuteten einen ungeheuren Tabubruch.

Torres und Augustijnen, die gemeinsam bereits mit großem Erfolg das Stück Hochzeit in Mainz auf die Bühne brachten, fragen sich in ihrer neuen Arbeit, was das heutige Pandant zu dem zügellosen bäuerlichen Treiben von damals sein könnte. Bei ihrer Recherche trafen sie auf eine wachsende Subkultur im New Yorker und Londoner Nachtleben, die ganz offen Fragen des Geschlechts und gesellschaftlicher Konventionen neu definiert. In ihrer Suche nach Identität stoßen sie die Türen zu neuen Welten auf und feiern ihre Freiheit.

Le Sacre (UA)

Von: Koen Augustijnen und Rosalba Torres Guerrero

Premiere/Uraufführung am Staatstheater Mainz: Samstag, 30. April 22 (Großes Haus)

Choreografie: Koen Augustijnen, Rosalba Torres Guerrero
Musikalische Leitung: Hermann Bäumer
Choreografische Assistenz: Natalia Rodina, Alessio Attanasio
Bühne: Jean Bernard Koeman
Kostüme: Stefanie Krimmel
Lichtdesign: Ulrich Schneider

Tänzerinnen: Amber Pansters, Bojana Mitrović, Maasa Sakano, Madeline Harms, Daria Hlinkina, Marija Slavec, Nora Monsecour, Amy Lim, Polina Nikolaeva, Milena Wiese

Tänzer: Zachary Chant, Finn Lakeberg, John Wannehag, Louis Thuriot, Matti Tauru, Paul Elie, Federico Longo, Jaume Luque Parellada, Alberto Terribile, Thomas Van Praet

Philharmonisches Staatsorchester Mainz


Extras

Schöne Welt, du gingst in Fransen
Do. 7.4. Kakadu Bar

Haukur Tómasson im Portrait
Di. 12. April 22 Eintritt frei (Einlasskarten) Kakadu Bar

Und der Ungeist startet nachts im Frack
Lieder und Chansons der 20er Jahre mit Georg Schießl
Mi 13. April 22 Kakadu Bar

Vorhang auf für Le Sacre – Screening Molto Vivace!
Do. 14. April 22 Kakadu Bar

Phenomenal Women
Zodwa Selele besingt starke Frauen der 20er bis 60er Jahre
So. 17. April 22 Kakadu Bar

Unsere Welt neu denken
Diskursreihe zu Maja Göpels gleichnamigem Buch
Do. 21. April 22 Kakadu Bar

Sam Hogarth invites … Alexej Malakhau, Henning Gailing & Hendrik Smock
Jazz im Kakadu
Fr. 22. April 22 (Kakadu Bar)

Der Kleine Prinz
Papiertheater nach Antoine de Saint-Exupéry
So. 24. April 22 (15 + 18h), Kakadu Bar
Klaus Michael Grüber – Homo Viator
Mo.25. April 22 (Kakadu Bar)

Tango & Mehr
Di. 26. April 22 (Kakadu Bar)

Fisches Nachtgesang
Ein ungeordneter Abend mit Lady Dada
Mi. 29. April 22 (Kakadu Bar)

Ein ungeordneter Abend mit Lady Dada
Mi. 27. April 22 (Kakadu Bar)

Kakadu Session
Open Stage Live Music
Eintritt frei! Einlasskarten gibt es an der Theaterkasse!
Fr. 29. April 22 (Kakadu Bar)

Wiederaufnahmen:

Eine Sommernacht – jetzt in der Kakadu Bar (David Greig und Gordon McIntyre)
Sa. 9. April 22 (Kakadu Bar)
Besprechung von 2020

Krabat
nach dem Roman von Otfried Preußler
Do. 28. April 22 (Kleines Haus)

staatstheater-mainz.de