Premieren im April am Staatstheater Darmstadt

Staatstheater Darmstadt (© Lottermann and Fuentes)

Identitti

Der Skandal könnte nicht größer sein. Professorin Dr. Saraswati ist Weiß! Die Professorin für Postcolonial Studies in Düsseldorf und Autorin von „Decolonize your soul“ war eben noch der Star aller Debatten über Identität – und nach eigener Aussage eine Person of Colour. Für ihre Studentin Nivedita, indischer Vater, deutsche Mutter, bricht eine Welt zusammen. Saraswati war für sie nach einer Kindheit und Jugend ohne Vorbilder, die ihr ähnlich wären, die erste, wirkliche Identifikationsfigur. Sie war der Mensch, durch den Nivedita sich endlich zugehörig fühlen konnte. Die öffentliche Debatte um Saraswatis Identität eskaliert: Was ist„“echte“ Zugehörigkeit? Während die Welt um sie herum den Kontakt zu Saraswati abbricht und Shit Storms im Netz toben, hält Nivedita den Kontakt mit ihrer Professorin aufrecht, stellt intime Fragen und versucht sie und ihr Verhältnis zu ihr verstehen.

Identitti

Romanbearbeitung von Mithu Sanyal

Premiere am Staatstheater Darmstadt: Fr. 1. April 22 (Kammerspiele)

Regie: Salome Dastmalchi
Bühne & Kostüm: Paula Wellmann / Ariella Karatolou
Dramaturgie: Christina Zint

Besetzung:

Nivedita: Naffie Janha
Saraswati: Anna Böger
Priti: Leonard Burkhardt
Raji: Patrick Khatami
Kali: Marielle Layher


What we are made of

Geboren im Zwiespalt. Schöpfendes Geschöpf. Wesen aus Geist und Materie. Sich selbst auserkoren unter der Vielfalt der Arten. Kronen geschmiedet, auf Konten deponiert und in Kursen verspekuliert. Im Krieg ebenso gescheit wie im Frieden gescheitert. Den Horizont gespannt über den Abgrund. Darauf balancierend, zugewandt dem Firmament. Vom Schwindel beseelt. Die Hölle hinter sich und dann, mittendrin. Dem Urschlamm entstiegen und dann, abgefüllt im Reagenzglas. Entschlüsselt das Genom, schreibt es sich das Erbgut. Existenz zwischen gestern und morgen. Die Gliedmaßen gebeugt, setzt es zum Sprung an und schlägt kometenhaft auf. Zerschmettert nur kurz, klopft es den Staub ab und tanzt weiter. Leichtfüßig. Mit der Anmut einer Feder im Sturm.

Das Hessische Staatsballett spannt mit „What we are made of“ den Bogen des zeitgenössischen Tanzes aufs Äußerste mit einem Auftragswerk der chinesischen Choreografin XIE Xin und »Untitled Black« von Sharon Eyal/Gai Behar. Ein weicher Bewegungsfluss geistiger Verkörperung trifft auf einen atmosphärisch dichten, energetisch aufgeladenen Bewegungsbeat. Die Choreografien offenbaren den Menschen im Spannungsfeld der Extreme auf einem Plateau der Tanzkunst.

XIE Xin ist eine der derzeit gefragtesten Choreografinnen Ostasiens. Mit ihrem XieXin Dance Theatre tourt sie mittlerweile weltweit und war in der Spielzeit 2018.2019 mit dem Gastspiel „From In“ im Wiesbadener Kleinen Haus vertreten. In der gleichen Spielzeit kreierte sie mit ihrer Kurzchoreografie „Special Moment“ einen Teil des vierfachen Tanzabends »Shortcuts« in der Wartburg.

Sharon Eyal ist am Hessischen Staatsballett ebenfalls keine Unbekannte. Die international renommierte Choreografin und ehemalige Tänzerin der Batsheva Dance Company zeigte im Rahmen ihres Gastspiels „House“ in Darmstadt im Jahr 2015 und beim Tanzfestival Rhein-Main 2016 mit „OCD Love“ zwei bis heute immer noch gespielte Choreografien ihres Repertoires. „Untitled Black“ feierte seine erfolgreiche Deutschlandpremiere am Hessischen Staatsballett in der vergangenen Spielzeit 2020/21.

What we are made of

(Xin/Eyal/Behar)
Hessisches Staatsballett

Premiere: Fr. 8. April 22 (Großes Haus)

Untitled Black

Choreografie: Sharon Eyal
Co-Kreation: Gai Behar
Licht: Avi Yona Bueno
Kostüm: Maayan Goldman
Musik: Ori Lichtik
Choreografische Assistenz: Olivia Ancona / Lotem Regev

Timeless

Choreografie: XIE Xin
Bühne: HU Yanjun
Kostüm: LI Kun
Musik: Sylvian WANG
Musikalische Einstudierung: Johannes Zahn
Choreografische Assistenz: FAN Xiaoyun
Dramaturgie: Lucas Herrmann


Extras & Konzerte

8. Kammerkonzert

Werke von Mozart, Turnage (UA und Schubert /Quatuor Modigliani
Do. 7. April 22 (Orangerie Darmstadt)

Unerhört! – Cécile Chaminade

Begegnungen mit Komponistinnen
So. 10. April 22 (Kammerspiele)

Deutsche Philharmonie Merck: KLASSISCH ROMANTISCH

So. 10. April 22 (Großes Haus)

Passionskonzert

Werke u. a. von Händel, Martin, Boulanger und Messiaen
Karfreitag, 15. April 22 (Großes Haus)

3. Minikonzert / „Das kleine Ich bin ich“

Konzert für Eltern mit Kindern bis 3 Jahre
Ostermontag , 18. April 22 (11:00 Uhr; Foyer Großes Haus)

Lauschangriff

Plattenhören mit Konzertdramaturg Gernot Wojnarowicz / Ihr Preis / Sie entscheiden, wie viel Sie zahlen
Mi. 27. April 22 (Foyer Großes Haus)

staatstheater-darmstadt.de