Premiere von »Tristan und Isolde« am 19. Januar an der Oper Frankfurt

Vincent Wolfsteiner (© Barbara Aumüller ~ szenenfoto.de)

Tristan und Isolde gilt als einer der Höhepunkte im Schaffen von Richard Wagner (1813-1883) und als gewaltiger Schritt in die musikalische Moderne. Etwas wie der „Tristan-Akkord“ beispielsweise, der erst am Ende während Isoldes „Liebestod“ seine harmonische Auflösung erfährt, schien bis dahin unmöglich. Der Komponist war sich der Schwierigkeiten bewusst, die eine Realisierung seiner anspruchsvollen Handlung in drei Akten mit sich bringen würde: „Nur mittelmäßige Aufführungen können mich retten“, so schrieb er an Mathilde Wesendonck. Die Uraufführung am 10. Juni 1865 am Münchner Nationaltheater auf Befehl von König Ludwig II. wurde gleichwohl begeistert aufgenommen. Die letzte Frankfurter Inszenierung des Tristan feierte 2003 in der Regie von Christof Nel Premiere im Opernhaus.


Zum Inhalt: Obwohl Tristan den Verlobten Isoldes im Kampf getötet hat, pflegt die irische Prinzessin den verletzten Ritter gesund, unfähig, ihre Rache zu vollziehen. Später treffen beide auf dem Schiff, das Isolde ihrem neuen Gemahl, Cornwalls König Marke, zuführen soll, erneut aufeinander. Dort lädt Isolde den Brautwerber zum Sühnetrunk, doch ihre Dienerin Brangäne vertauscht den Todes- mit einem Liebestrank, so dass beide in tiefer Leidenschaft zueinander entbrennen. In Cornwall werden sie bei einem nächtlichen Treffen von König Marke ertappt, woraufhin Tristan von einem der Männer Markes schwer verwundet wird. In seiner Burg Kareol wartet der fiebernde Tristan auf die Geliebte und stirbt noch vor ihrer Ankunft. Die herbeigeeilte Isolde sinkt neben seiner Leiche zusammen.


Nachdem sie hier bereits 2016/17 Flotows Martha gemeinsam herausgebracht haben, finden Frankfurts GMD Sebastian Weigle und die Regisseurin Katharina Thoma, ehemals Regieassistentin am Haus, für die Neuproduktion von Tristan und Isolde erneut zusammen. Während er auf den renommierten Opernbühnen vor allem als ausgewiesener Spezialist für die Werke Strauss’ und Wagners gilt, führten sie ihre Arbeiten neben Barbers Vanessa in Stockholm und Frankfurt u.a. nach Glyndebourne. Die Engländerin Rachel Nicholls (Isolde) gibt ihr Frankfurt-Debüt, nachdem sie die Partie zuletzt in Rom und Turin mit großem Erfolg verkörpert hat. Vincent Wolfsteiner (Tristan) zählt seit 2014/15 zum Frankfurter Ensemble, wo er u.a. als Lohengrin sowie als Siegfried im Ring des Nibelungen und Erik in Der fliegende Holländer erfolgreich war. Andreas Bauer Kanabas (König Marke) stieß 2013/14 zum Sängerstamm Frankfurts, wo er u.a. als Daland (Fliegender Holländer) und Heinrich der Vogler (Lohengrin), aber auch als Philipp II. in Verdis Don Carlo zu erleben war. Claudia Mahnke (Brangäne), seit 2006/07 fest in Frankfurt engagiert, sang hier u.a. Fricka und Waltraute im Ring. Regelmäßig gastiert sie in Bayreuth. Seit 2005 ist Christoph Pohl (Kurwenal) Ensemblemitglied an der Dresdner Semperoper. Dort sang er neben Wolfram im Tannhäuser u.a. auch Danilo in Lehárs Die lustige Witwe, als der er 2018/19 auch erstmals in Frankfurt gastierte. Alle weiteren Partien – auch die Alternativbesetzungen –übernehmen Angehörige des Frankfurter Ensembles und Opernstudios sowie wenige Gäste.


Tristan und Isolde

Handlung in drei Aufzügen

Von: Richard Wagner

Text: vom Komponisten, nach dem Versroman Tristan (um 1210) von Gottfried von Straßburg
Uraufführung: 10. Juni 1865 (München, Hoftheater)

Premiere der Neuinszenierung an der Oper Frankfurt: 19. Januar 20

Musikalische Leitung: Sebastian Weigle
Inszenierung: Katharina Thoma
Bühnenbild: Johannes Leiacker
Kostüme: Irina Bartels
Licht: Olaf Winter
Chor (Herren): Tilman Michael
Dramaturgie: Mareike Wink

Besetzung:

Tristan: Vincent Wolfsteiner
Isolde: Rachel Nicholls
König Marke: Andreas Bauer Kanabas
Brangäne: Claudia Mahnke
Kurwenal: Christoph Pohl
Melot: Iain MacNeil
Ein Hirte: Tianji Lin °
Ein Steuermann: Liviu Holender
Stimme eines jungen Seemanns: Michael Porter

Chor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester


° Mitglied des Opernstudios

Weitere Vorstellungen: 25. Januar, 1., 9. (15.30 Uhr), 14., 23. (15.30 Uhr), 29. Februar, 12., 20., 28. (15.30 Uhr) Juni, 2. Juli 2020

Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 17.00 Uhr

Preise: € 15 bis 165 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

oper-frankfurt.de