Premiere von »Im arabischen Rössl ~ ehemals Im weißen Rössl« im Frankfurter Theater Willy Praml

Im arabischen Rössl ~ ehemals Im weißen Rössl ~ Theater Willy Praml ~ Vorabfoto (© Seweryn Zelazny)

Das Singspiel in drei Akten Im arabischen Rössl ~ ehemals Im weißen Rössl frei nach dem Lustspiel von Blumenthal und Kadelburg von Hans Müller und Erik Charell, Gesangstexte von Robert Gilbert, Musik von Ralph Benatzky, sechs musikalische Einlagen von Robert Gilbert, Bruno Granichstaedten und Robert Stolz, hat am Freitag, den 4. Januar 19 Premiere im Frankfurter Theater Willy Praml.

1998, als das Theater Willy Praml im beschaulichen Bad Vilbel das „Weiße Rössl“ inszenierte, schien die Welt noch in seinen Fugen. St.Wolfgang war noch des ewigen Kanzlers Sehnsuchtsort, Religionskriege gehörten ins Mittelalter, die Twin-Towers ragten in den New Yorker Himmel und die Deutschen waren allerhöchstens mit sich selbst beschäftigt.

20 Jahre später greift das Theater Willy Praml nach dem Singspiel wie Schiffsbrüchige nach dem Strohhalm im Weltensturm. Was Komisches muss her, glühende Unterhaltung, ein toller Rhythmus, der einen weghebt, drüber hebt über die allgemeine Wetterlage. Fahren wir also doch mal wieder an den Wolfgangssee und schauen, wie herrlich hier noch einen Stein auf dem anderen steht. Naja?!

Zumindest die Steine stehen noch aufeinander. Aber das „Weiße Rössl“ ist fest in arabischer Hand. Es wird noch immer gejodelt und geschuhplattelt – aber welche Gäste stecken da in den Lederhosen? Leopold ist zwar noch immer der patente österreichische Oberkellner, aber die angebetete Wirtin stammt aus Dubai (oder tut wenigstens, ihren Gästen entgegenkommend, so). Die Speisekarte klingt zwar österreichisch, aber der Schweinebraten ist aus! Die Stammgäste sind auch keine Piefkes mehr, sondern lodenfanatische Orientalen und das süße Klärchen heißt jetzt Jamila und ist im Burkini aber ebenso süß wie ehemals im Bikini. Und statt des österreichischen Kaisers kündigt sich die deutsche Kanzlerin zum Schützenfest an und weissagt:

S’ ist einmal im Lebenso
Allen geht es ebenso,
Was man möcht` so gern
Liegt so fern.

Im arabischen Rössl ~ ehemals Im weißen Rössl ist eine Fortsetzung der Arbeit des Theater Willy Praml mit Geflüchteten und Beheimateten, die 2016 mit Kleists Erdbeben in Chili begonnen hat, mit Lessings Nathan fortgesetzt wurde und nun in ein musikalisches Genre überführt werden soll.

Premiere: 4. Januar 19

Regie: Willy Praml
Bühne: Michael Weber
Kostüme: Paula Kern
Musikalische Leitung: Martin Lejeune
Übersetzerin Textfassung: Manel Bannouri

Darsteller: Fadi Alhamwi, Ramo Ali, Baha Al-Shaar, Kasem Alwadi, Fadi Bardaqji, Shawkat Dabyan, Jakob Gail, Muawia Harb, Birgit Heuser, Ibrahim Mahmoud, Güldeste Mamaç, Riad Muobarak, Judith Speckmaier, Michael Weber

Musiker:
Kanun: LailaLalosh
E-Gitarre, Bass, Altohorn, Oud: Martin Lejeune
Violine: Güldeste Mamac
Percussion: Amjad Sukar
Akkordeon, Keyboard: Stephan Weiler

www.theater-willypraml.de